Nr. 129 Drittes Erscheint tS-kch mit Ausnahme des Sonntags. Die ..Gietzcncr Zamilienbiätter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Krers&tott für den Kreis Erchen- zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- ftagen" erscheinen monatlich zweimal. Blatt 166 . Jahrgang General-Anzeiger für Gberhejjen 5amstag, 2. Juni 1916 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen. Schriftleitung,Geschäftsstelle «.Druckerei: Schulstraße?. Geschäftsstelle l'..Verlag:^sO.) 1 ,Schrift- leitung: ^^112. Adresse für Drahtnachrichten.' Anzeiger Gießen. :vmf*ua K $ *;£ Die Lösung des ..Vrenneffelprshlems". Die Lösung der Aufgabe, die 'Fasern der Brennessel als Ersatz der fehlenden Bcmnnwolle zu verwenden, kann jetzt als so weit gediehen betrachtet werden, daß ein Teil des Roh- stosfibedcrrfs unserer Tuchinduftttc. bereits gedeckt werden tarn. Es ist n-ach jahrelangen Vorarbeiten Prof. O. Richter in Berbiudurig mit F. Pick iir Wien gelungen, das Bren- ilessebproblem befriedigend zu lösen. Hierüber machen die bei Julius Springer in Berlin erscheinenden „Naturwissenschaften" wertvolle Angaben, denen wir an der Hand' der Aushängebogen des nächsten Heftes das Folgende entnehmen: „Die Trennung der Fasern mit stärkstem Ammoniak glückte Pros. Richter schon vor etwa 15 Jahren, allein gewerbliche Bedeutung konnte das Verfahren wegen der sehr hohen Unkosten zunächst nicht gewinnen. Weiterhin konnten auch schon mit verdünntem Ammoniak und selbst mit Spuren von Ammoniak günstige Erfolge erzielt werden. Schließlich stellte es sich bei den weiteren Untersuchungen heraus, daß man auch schon mit Wasser und einem der Flachsrotte ähnlichen'Verfahren zum Ziele gelangen kann. Erwähnt sei, daß man nach Richter auch verschiedene Nebenerzeugnisse bei der Aufbereitung der Faser gewinnen kann, nämlich etwas Zucker aus den Stengeln, ferner aus den Samen das zu verschiedenen Zwecken gebrauchte Nesselwasser und das sogenannte Chinagrün zum Färben von besseren Schnäpsen. Im übrigen sollen die Auszüge von Nesselsamen das Eierlegen der Hühner auffallend fördern. Das Stengelstroh wurde nach Richter bei vorläufigen Fütterungsversuchen von Kühen und Ochsen mit einer vorzüglichen Freßlust genommen und den für gewöhnlich gereichten Futterstoffen in auffallender Weise vorgezogen. Dies kann in erster Linie mit dem. großen Gehalte der Brennessel an Kalk Zusammenhängen. Im übrigen sind aber Stroh und besonders die Blätter der Bxennessel auch sehr stickstosfreich, eiweißreich. Schon vor langer Zeit wurden die Entwicklnngsbedingungen .der Brennessel und die Fasergewinnung auch bei uns in 'Deutschland von verschiedenen Forschern näher untersucht, in neuerer Zeit u. a. besonders von Bouche im Botanischen Garten in Berlin. Mit Deininger und Grote zusammen arbeitete er an einer vorteilhaften Fasergewinnung und machte die Öffentlichkeit unermüdlich auf die große volkswirtschaftliche und völkische Bedeutung der Brennesselverwertung aufmerksam. Vor bald 40Jahren wurde sogar schon eine eigene Behörde, der Deutsche Ausschuß für einen regelrechten Anbau der .Nessel und für die Förderung der gewerblichen Verwendung und Verwertung der Nesselfaser eingesetzt. Aber das sicher wirkende und genügend billige Mittel zur Trennung der Faser wurde damals noch nicht gefunden, unb selbst dann noch nicht, als von der deutschen Regierung besondere Preise ausgeschrieben wurden. Immerhin konnten von verschiedenen Forschern schon wichtige Beobachtungen über die Entwicklungsbedingungen der Nessel gemacht werden. Es mag hier auf chr Vokommen und auf die wichtigsten Standortverhältnisse draußen in der freien Natur besonders hrngewiesen fern. Wenn man sich in den Bergen, vor allem im Gebiete unserer Alpen, oder auch in den Auwäldern unserer Flüsse und Seen umsieht, so muß man oft über die gewaltige Höhe und den massigen Wuchs dieser Faserpflanze staunen. Sie liebt jedenfalls eine geringe Beschaltung und liefert bei reichlicher Bodenfeuchtigkeit auffallend hohe Erträge. Nach Molisch soll die Brennessel selbst die kleinsten Mengen Stickstoff (Salpeter) im Boden auszunützen vermögen. Unter Berücksichtigung ihres Wachstums in feuchten Lagen dürste jedoch der Ammoniakstickstoff und Amidstickstoff ihr wahrscheinlich besser als der Salpeterstickstoff Zusagen. Für einen etwaigen Massenanbau und gute Ernteergebnisse werden jedenfalls nur stickstoffreichere oder mit Stickstoff gut gedüngte Böden in Betracht kommen. Immerhin könnte man auch aus nährstosfärmeren, vor allem stickstoffärmeren Böden Anbauversuche einleiten. In Oesterreich Hai man schon umfangreiche Maßnahmen für den regelrechten Anbau getroffen. Da aber dort der Boden bei weitem noch nicht derartig ausgenützt ist, wie in den meisten Gegenden unseres Reiches, so kann ihr Anbau da auch sehr leicht und unbedenklich in größerem Umfange versucht werden, um so mehr, als in den Flußniederungen, in den Alpentälern und an den Berghängen große Flächen für den Nesselbau herangezogen werden können. Besonders wichtig wäre hierbei auch die bessere Ausnützung vieler Oedländereien, die bisher völlig brach lagen. Vielleicht ließen sich auch viele Eisenbahndämme mit oft nur sehr schlechtem Graswuchs besser ausnützen. Bei uns wird man von umfangreicheren Versuchen mit dem regelrechten Anbau der Brennessel auf bereits urbar gemachten Böden zunächst jedenfalls absehen, zumal da man bei uns in Flachs und Hanf schon lange gut erprobte und wirtschaftlich vorzüglich bewährte Faserpflanzen in größerem Umfange anzubauen Pflegt. Trotzdem wird aber auch gar mancher den regelrechten Anbau der Nessel nicht unterlassen und ihn je nach den werteren Erfahrungen über die Entwicklung der Pflanzen und die Güte der gewonnenen Faser zu fördern suchen. Ihr versuchsweiser Anbau verdient jedenfalls volle Beachtung, wenn auch verschiedene andere bei uns heimische Pflanzen, wie Hopfen, weißer Steinklee, Besenpfrieme, Besen ft rauch nach Richter noch als gute und ergiebige Faserpflanzen herangezogen werden können. Auch mit der Lupinenfaser wird man vielleicht gute gewerbliche Erfolge erzielen können. Die überaus hohe Bedeutung all dieser Versuche sür unser Tuchgeweröe und unsere ganze Volkswirtschaft jetzt und später ist jedenfalls nicht zu verkennen. Uriegsbriefe aus dem Osten. Von unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter Nachdruck, auch au^rgsweffe, verbot»^ Ueberläuftr und Gefangene. Südlich Smorgon, Ende Mai. Einer dieser strahlenden Frühlingsmorgen, die mm seit acht Tagen in gleicher junger Schönheit um Freimd und Feürd blühen, sieht uns wieder im Ritt m den Stellungen. Es ist etwas nach 5 Uhr, die Sonne saugt letzten leichten Silberdnnst von den Wiesen, über den Wäldern rauscht die Lust. Noch blüht der Flieder in den Gärten, die das cinLige vvn den Dörfern einst geblieben sind, Birnen- und Äepfekbäume heben sich in leuchtender weißer Frische über die fcfr toa rya t Ruinen der verbrannten Häuser. Die Pferde scheinen den Leichtsinn des jungen Tages zu suhlen, sie fallen ans dem» Ttzab in Galopp, wie f$e HZ nach diesem schweren Winter wohl sonst kaum mutwillig tun. Das menschliche Leben schläft noch die Pferde schlagen in den Holzställen der kleinen Waldstatte, die überall zwischen den Kiefern und Fichten in langer Winterarbeit enrporgewachsen sind. Es ist friedlich, tief friedlich gleichmäßig klopfen du Hufe den Wiesenboden, leise knarrt das Lederzeug. Ta kommt eine kleine (Gruppe aus der Richtung der Front, der wir nun nahe sind. Zwei Grenadiere. In der Mitte zwischen ihnen grinst das Gesicht eines russischen Gefangenen. „Ein Ueberläufer," sagen Legte. Er ist eben noch, furj bevor es ganz hell wurt e, zu den Stellungen geschlichen. Sein gutmütiges Bauerngesichl ist ganz- voll Stolz über die gelungene Tat. Für ihn ist der Krieg zu Ende. „Sie treiben das gottverfluchte Sturmlaufcn," sagt der Mann. Er meint damit das Ausbilden des Retrntendepots im Rücken der russischen Front. „Aber man kann nicht wissen, ob sie ernst ma:h:n." Bor dem Ernst des Augenblickes, da die Hebungen zur gräßlichen Wirklichkeit werden, ist er eben davongelaufen, er hat die Beschäftigung im Graben, den Augenblick, da der Rekrut zum Schützengrabenmann wird, gar nicht erst abgewartet. „Wer klug ist, bedenkt den Weg," sagt das russische Sprichwort. Es muß gar nicht leicht gewesen sein, dieses Uebttlaufen, für den Rekruten. Zufrieden trollt er mit seinen Begleitern ab. Er ist einer von den vielen, die täglich über die Linien finden. Jeden Tag. fast wird so ein Ueberläufer zum Divisionsstab gebracht. Es ist ja natürlich nicht gertt? die Elite des russischen Heeres, die da für ihr ^ Perso n den Krieg Krieg sein läßt, aber? sehr dumm.leben diese Ueberläufer meist auch gerade nicht ans. Ganz ruhig faßte einer die Frage zusammen: Sage mir, wofür ich kämpfen soll, und itf;. will kämpfen. Der Unteroffizier ist ein dummer Teufel, der sagte, weit man kämpfm muß. Warum? Für Rußland? Ich sage, für Rußland ist dieser Krieg ein Unglück. Nichts als ein Unglück. Er zuckte die Achseln, wie sie nur ein Russe verziehen kann. Gleichgültigkeit, Hosfrnmgslosigkeit, Aufgeben jeden Willens, Zweifel an jedem Wett lag in diesem einen langsamen Achselzucken: „Nitschewo!" Anders sind die Gefangenen. Wenigstens viele. Die lebhafte Patrouillentätigkeit in diesem Frontteil bringt ja jeden Tag fast auch Gefangene in unsere Hand. Bei Torf Sutkow wurde, während der Rest der übrigen Russen nieder gemacht wurde oder floh, ein Mongole nach heftigem Bajonettkampl gefangen. Er war stirmpf und krank, wußte von nichts, verstand kaum russisch, aber er hielt sich gut, und nur daun stet seine ganze .Haltung zusammen, als die Deutschen ben Kranken natürlich gut und zweckentsprechend behandelten. Vielleicht hat man ihm das Märchen erzählt, das man den Trirppen in Wilna, als es noch russisch war, erzählt.hat, die Deutschen seien Teufel und ttügen Hörner. Ein Märchen, das übrigens auch viele brave und unwissende Wilnaer geglaubt haben, ein Film bewies ja die Wahrheit. Es war ein Film, der die alten Germanen mit den Stierhörnern auf den Helmen darstellte! Vielleicht hat man es ihm erzählt, vielleicht dazu gesagt, daß die Deutschen die armen Russen ftäßett, denn es ist keine Dummheit groß genug, keine Albernheit unmöglich genug, um sie nickjt den russischen Soldaten aufznbinden. Mit Staunen sieht man immer wieder den aussagenden Leuten an, daß sie daran geglaubt haben, genau wie sie ihrem Popen geglaubt haben, daß nach dem.großen Sturmangriff die Toten nach 3 Tagen wkbrz leibhaft und lebendig auserstehen würden, um das Leben eines russischen Mnfchiks weiterznteben. Genug, dem armen Kerl zerbrach sein Halt, als er sah, daß die Deutschen auch Menschen und gute Menschen scheinbar sein müßten. Dieser Irrglaube über deutsches Wesen ist ja in weniger kindlicher Form schließlich nicht nur der letzte Halt, dieser stumpfen, unwissenden russischen Bauern- soldaten, sondern für alle, die gegen uns anreun-en. In dem Augerr-, blick, da das Jrrfinnsyebände des Hasses und der Bosheit zusam- menstnkt, da man weiß, Nne unser Wollen und Wünschen auf dem Boden echter Menschlichkeit xmccyAt, wird auch bk Haltung, die oft heroische Haltung der gegen ims Kämpfenden zu Ende sein, sie werden zusammensinken wie der lleine russische Muschik. Daher der Kamps um die Augen und Ohren, der die gleiche Hartnäckigidit wie der der Geschütze aufrecht erhält. 'Zn der russischen Armee hat dieser Kampf immer seine be» sondere Form gehabt, da die Kanäle des Wissens leichter zu vev Gberhessischer ttunstveretn. Gießen, den 3. Juni 1916. Die neueste Ausstellung des oberhessischen Kunstvereins ist von einer außerordentlichen Vielseitigkeit. Der Dresdner Künst- l e r b u n d, eine seit nunmehr drei Jahren unter der Führung des Dresdner Kunstmalers Otto F. W. Sebaldt stehende Vereinigung ^von Künstlern und Künstlerinnen, hat die Ausstellung mit etwa 70 Werken der Malerei, Graphik und Kleinplastik von zwölf Künstlern beschickt, daneben ist die Kunstgcwerbegruppe Weimar- Bund mit einem erstaunlichen Reichtum an kunstgewerblichen Arbeiten vettreten, und außerdem firtbet utan noch eine in sich abgeschlossene Ausstellung von Werken des Frankfurter Malers H. Treuner. _ • Iw Dresdner Kü n stlerbund scheint sich eine Reihe fottschritt- lich gesinnter Naturen zusammengefunden zu haben, durch die wirtschaftlichen Verhältnisse gezwungen, sich einander anzuschließen, ohne sich in ihrer eigensten Eigenart von einem übereilt geprägten Schlagwort berühren zu lassen. Bei allen Ausstellern des'Künstlerbundes läßt sich ein farbfreudiges Sehen beobachten. unvermittelter hier, zurückhaltender dott, aber letzten Endes doch als ein Charakteristikum der ganzen Gruppe. Sonst unbeengt, gehen diese Künstler ihre eigenen Wege. Wie weit laufen diese aber auseinander bei den „Niobiden" von A. Hcnnig, einem geistvollen Expressionisten, dessen schmalgebaute schmerzgebvgene Akte mit Plastiken von Hävger Verwandtschaft haben, während man sich bei der Anlage des ganzen BWes an des gefallenen Weißgerbetts Amazonenschlacht erinnert Ahlt — wie weit der Wog von hier zu den Lrndschaftsbildern von D-W. Sebaldt, etwa ,^Zw Zwinger", „Aus dem! Gatten" und „Blick von der Brühls chen Terrasse", deren männlich satte Farbgebung und gedrängt plastische Raumwirkung von gebändigter Kraft zahlen. Eigenartig steht daneben ein Erzähler wie G. Richter, dessen Spanischer Tanz" und das symbolische Bildchen „Der Reiche und der Arme" am beachtenswettesten erscheinen. Grotesk wirft dre biblische Szene „Bor Salomo". A. Schaaff hat eine Uhr weiche Art in der TernpercL-ehanLstung von Städtebildern. Der ferne abendliche Tunst schwebt über dusen Werken: beson- d^Z. wirkungsvoll in dem Rundbild .Frauenkirche in Dresden", chv ftch die tveiche Silhouette des Domes in melodischer Farbgebung rn den AbeNdhiurnuel hinein baut. Dieses zarte Färbensviel Schaaff ftndetsich namentlich auch in seinen Jntetteurs, zumal in dem mrt tiebwoller Hingabe gemalten Stübchen: „Ihr Zimmer". Eine kraftvolle Landschafterin, mit einem ausgesprochenen Sinn für rern malerische Werte, ist Käthe Penzras. „Brettmische Fischerboott", „Abends" und manch anderes Bild von der bre- tonischen Küste, auch die beiden aus dem „Plauen'schen Grunde", srnd auffallend stark irr ihrer Wirkung, die durch die Vereinfachung der zeichnerischen Mittel im Gegensatz zu den Malerischen noch betont wird. Wrr erwähnen vom Dresdner Künsllerbunv noch die Maler: A. Alten st aedt und A. Thywissen, sowie die Kleinplastiker: Altenstädt-Förster und Brerthaler. Von Altenstädt-Foriter rnteressieren zumal die gut beobachteten -Tierplastiken an die Maske des jugendlichen Faun, von Bietthaler dre ausdrucksvollen Körper zumal her dem Keinen Mädchen und dem „Tankenden .Knaben". Unter der Kunstgewerbegruppe Weimar-Bund treten besonders zwei Künstlerinnen scharf hervor, Charlotte Veit und Emmy Bodewig, Pallenberg. Charlotte Beit, die Bewußtere von beiden, in ihrer GeschirmcksrichtuAg dem Exweman geneigt. hat eine Att Tuschzeichnungen auf Pergament zu setzen, die in ihrer Linienführung und Ornamentik an Bvardsley gemahnt. Da es ihr an dessen versteckter Dämonie gebttcht, kommt manches doch nicht aus dem Absonderlichen heraus. Ueberhcrupt hat man vielfach den Eindruck des Anempfundenen. Am besten sind vielleicht ihre Buchausstattungen, die bestechende Schriftbilder aufweisen. Emmi) Bodewig hat einige ganz vorzügliche Kleiuplastiken. Man beachte die schlanke, entzückende Modestatuette „Eva", die Bronze „Traum- tänzettn", die von tiefem Einsühlen spricht, und die kösllichen holzgeschmtzten und vergoldeten Gaullcr, deren Tcmzpvsen augenscheinlich den Tanzbewegrmgen Sachawws abgelauscht sind. Interessant sind auch Hermann Kemmlers „Linoleumschnitte zur Mode", jener Bewegung entstammend, die die Näodebikder auf eine künstlerische Höhe bttngen will. Ein Be- stteben, das gute Aussichten hat. Was die Kunstgewerbegruvpe sonst noch ausstellt, sind D«vge, die jedes Frauenherz entzücken müssen, besonders die Stoffe, Decken, Kiffen, Vorhänge und Blusen der vornehm wirkenden Batikarbeit, die ihre gedämpften Farbharnro- nien zu äußerst geschmackvoll sttlisterten Mustern zusaMmensaßt. Selbstverständlich gibt es auch kmfftgewerbliche Spangen. Broschen, Teller, Vasen und Kästen, die fast durchweg ein durchgebildetes Stilgefühl etfennen lassen. Zum Schluffe soll noch auf den Frankfurter Maler H. Treuner aufmerksam gemacht sein. Ein. stiller mrd feiner Mnstler haucht hier mit Wasserfarben und Dusche zatt stimmungsvoll Bildchen aufs Papier, die von gedämpften Schattierungen belebt sind. Vvn den wenigen größeren Arbeiten sftrd die „weißen Ziegen" Mit den abgestuften Lichtwrrkungen aM feinste:!. zz. * varmstädter Theaterbrief. ZumAbschlußderSpielzeit. Freut rmrn sich auch deS leuchttmdsten Somwers, der ins Land glühend und verheißend einzieht, der uns die langen, erouickenden Sommerabende bttnat, an denen wir die jetzt fast herbeigeseynten Theaterferien in vollen Zügen genießen werden, so scheiden wir schließlich doch mit einer gelinden Wehmut vom frequenten Theatersessel, in dem wir teils gespannt, teils auch gelassen den langen, langen Winter hindurch die Knnstgeirüsse von Oper und Schauspiel entgegennahnren. Gleichsam in fein psychologischer Vorsorge, um uns die Wehmut Mit rachtem Frohmut zu versüßen, Hit die Direktion des Hoftheatrers den Schluß der Spielzeft noch mit einem Zyllns von sieben launigen Operetten geschmückt, teils bewährter älterer, teils zugkräftiger neuerer Att, wenn auch schon recht gut bekannten: Neben der Königin der Operttten, der „Fledermaus", steht der „Ulmzauber", „Grigri", „Polenblnt" und andere Schlager, die, wenn sie auch nicht als Kassische Bettreterinnen der leicht geschürzten Muse bewertet werden können, doch durchweg ein gut besetztes Hans erzielten, wozu die anerkannte Tüchtigkeit und Laune unseres flotten Personals, an der Spitze Brurw Harprecht, Rudolf Weisker und die immer fidele Mte Gothe, das wesentlichste beitrugen. Ganz dicht anyereiht war dieser Operetten-ZylluS^ an die letzte Neuheit des Hostheaters, den „Ro sen ka va l i e rD Daß ffch mit ihm unsere Bühne, die Sttauß bisher etwas ablehnend gegenüberstand, ein weithin schallendes Verdienst erwarb, wurde gelegentlich ihrer Erstaufführung schon hiicreicheTrd betont. Es darf verraten werden, daß nach dem verheißWgsvolLe» Anfang für die nächste Spielzeit bereits Sttauß' „Salome" und „Elektra" vorge^ sehen sind. Daß unser Hostheater solchen Aufgaben voll gewachsen ist, hat es an den in diesem Winter so erfolgreich heraus gebrachten Uraufführungen: Felix v.Weingartners „Dame Kobold", Neitzels „Richter von Kaschttu" u. Mozatts „Gärtnerin aus Liebe" in Oskar Bies romanesker Bearbeitung bewiesen, von denen sich besonders die ersteve, eine komische Oper, ährrlich wie der „Rosencavalier", hier wie auswärts mit Recht steigender Beliebtheit erfreute: sie bildet gerade in ihrer harmlosen Anmut überhaupt ein sympatlstsches Gegenstück zu Strauß' „Komödie mit Musik". Aber nicht nur dem komischen Genre, das hier ersichtlich die vollsten Häuser erzielte, wurde Rechnung gettagen, — der Ernst kam am Hoftheater nicht minder wirkungsvoll znm Worte und es wurde damit ein schönes ZengnE dafür abgelegt, daß es auch in dieser schweren Zeit den dlnsprüchen aus gehaltvolle Geistes kost vollauf zu genügen verstand. Es braucht da nur auf seinen unvergleichlich stimmungsvollen und nach haltigst wirkenden „Parsifal" hingewiesen zu werden, dessen Szenattum zum Teil vom Großherzvg entworfen und von dem inzwischen leider allzufrüh verstorbenen Oberrogisseur der O.per, Ottt Nowack, tatttäftig geleitet wurde. — Im gleichen Sinne dem Ernst und der Größe der Zeit Rechnung ttagend, brachte das Schauspiel, durch Ausführung mehrerer Dichter-Zyklen, in erster Linie zweier Shakespeare-Zyften, eine bedeutsame ?dvte in den Spielplan des verflossenen Winters. Der zweite schloß diesmal das Schauspiel mit einer Neueinstudierung vvn „Romeo und Julia" ab, in der Alice Hacker in der weiblichen Titelrolle sehr erttculiche Töne des Herzens fand, vielleicht etwas zu modernisiett in der Anlage der Partie. Stuf diesem Gebiet sind auch ivvck» einige Neuheiten zu nennen: Die Uraufführung der drei Schnitzlerschcn: Einakter „Ko- mÄüe der Worte", Schünherrs vielunrstrittener „Weibsteufel" und — im Rahmen eines Jbsen-Zyllus, Ibsens ,TZnge", die der junge talentvolle Tramaturge der Hvflvühne, Dr. Wmver, mit bestem Erfolg inszenrerte. Neben diesen ErstanMheungen standen dann noch zwei ällere dramattsche Werke: Suderimrmrs „Gitter Rtrf" und E. v. Wolzogens „Unbeschriebenes Blatt". Tie Theaterleitung ließ sich während der ganzen Spielzeit angelegen sein, in periodischen Abständen vortrefflich besuchte Bolks- und Garnisonvorstellungen .zu veranstalten, die vielen Tausenden verwundeter Krieger im besonderen Kunst, Erholung und Zerstreuung boten. GeneralmnsiDirektor Felix v. Weingartner leitete in ihrem Rahmerl mich erfolgreich seine „Madame Kobold", wie er auch durch sieben große Hofkvrrz-ette unter seiner Leitung die musikalischen Genüsse der verflossenen Spielzeit außerordentlich bereicherte. Uktter Hoftat Ottenbeimers vorzüglicher musikalffcher Leitung standen die „Parsifalwlffübrrrngen" und die Einstudierung des „Rofenfttvaliers", während nach der Erkrankung Ottenheimers der junge Kapellmeister Kl eiber sämtliche Opern der letzten Zeit, auch ,Lvhengrin", mit bemerd'nswetter künstlettscher Sicherheit dirigierte. Die Reichhaltigkeit des in der Spiel'.:it gebotenen interessanten!' Matcttals kennzeichnet, zwischen die Cwliuiten des guten Durchschnitts eingestreut, den Standpunkt und die mverinüdliche Sorge des Intendanten Dr. Egar, sttts ?lnziehendes rmd die verschiedensten Wünsche Befriedigendes zu bieten, fonmt dies jetzt iiftrnb uwglich ist. Und so steht zu hoffen, daß die nächste Spielzeit ebenso wieder mit Erfolg durchhält wie bisher — wenn njcht inzwischen der ersehnte FriÄcn kommt. h. ftatften loorfn. 055 wurde einfach vor der Frsont »klärt, die Deut- scheu töten jeden Gefangenen, imb die Verbindung von der Heimat wurde stark kontrolliert N7td für die nem ihrer Teile von Zerrüttung kaum allzu fern gewesen, und sie fort sich immer wieder riber rappend schnell erholt. Sie hat schon in allen früheren Feldzügen des heür- qen Rußland Niederlagen und Niederlagen merkwiirdrg gut überstanden, und der russische Muschi k wird auch jetzt an greisen, fallen, sterben, wenn ifor die Kosaken vor treiben, „das illeine graue Breh, wie sie ihn nennen, wird noch einmal die Leichenhügel, die surcht- baren Leichenhügel vor imseren festen Linien türmen. Vielleicht bald, vielleicht viel spater, es wird ja nicht einmal von den russischen Führern abhäugen, sondern von dem Nachdruck, den die Verbündeten rtnen Notrufen und Befehlen geben., von englischem Geld, von französischem Werben, von italienischem Geschrei. Ich sehe die trostlosen grau blmren, ergebenen Angen des russischen Ueber- läufers an diesem strahlenden Maientag: „Wofür? Für Rußland? Kftschewv." Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Aus Stndt und Caitö. Gießen, 3. Juni 1916. Erzeugung vsn Ersatzfuttermitteln. Das Fehlen der Einfuhr von Krüstsuttermittelu in der Kriegs- zeir hat die ausreichende Erzeugung von Fleisch, Milch und Dritter ffir die menschliche Ernährung außerordentlich erschwert und aus die Notwendigkeit der Vermehrung der Krastsnttermittel hingewiesen. Ta die von der deutschen Landwirtschaft selbst erzeugten Futterstoffe, wie Kartoffeln, Rüben usw., die außerdem ffir die menschliche Ernährung dringend benötigt wurden, zu geringe Mengen von Eiweiß enthalten und daher mir zur vollen Ausnutzung kommen kötmen, tvenn Eiweiß in bestimmten Mengen zugesetzt nürd, waren Wissenschaft und Industrie bestrebt, eiweißhaltige Ersatzsuttermittel zu erzeugen, um so den Mangel ausländischer Krastffittermittel auszugleichen. Durch das von dem Leiter des Instituts für Gärungsgewerbe, Professor Delbrück, erffmdene Versahen, Futterl-efe herzustellen, ist die Erzeugung ausreichender Mengen eiweißhaltigen Futters ermöglicht worden. Während seit längerer Zeit eine Reihe kleinerer Anlagen zur Erzeugung von Futterhefe bereits im Betrieb ist, ist es dank der Unterstüwmg und der erheblichen Beihilfen des Reick,s mrd Preußens ermöglicht woroen, seit Beginn dieses Frühjahrs zehn große Anstalten in Betrieb zu setzen und zwar je zwei in Pommern und Westpreußen und je eine in Hannover, Sachsen, Elsaß-Lothringen, Anhall und Hamburg. ^ Auch für die Erzeugung von Strohkrastsutter find ansehnliche 'Mittel bereitgestellt worden, so daß die Herstellung van Stvohkrast- ' surter in den letzten ?7Lonaten eine sehr erhebliche Steigerung erfahren hat und im vergangenen Monat rund 120 000 Zentner, d. h. ungefähr die doppelte Röenge des vorhergehenden Mmrats der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werdwr konnte. Dem Strohkrastsutter muß eiweißhaltiges Futter zu gesetzt werden. Bisher wurde dazu der von getrockneter Bierhefe angesammelte Vorrat und außerdem das Mehl der entbftterten Lupine verwendet. Neuerdings liefern nun. wie der „Neue Politische Tagesdienst' berichtet, die Futterhesesabriken die ^forderlichen Mengen eiweißhaltigen Futters. Ihnen werden die vorhandenen Vorräte an Melasse zugeführt und es wird dort ein Erzeugnis ans Hefe und Strohkraftfutter hergestellt, das der La lidwirtschaft ein sehr wertvolles Futtermittel liefert. Infolge der günstigen Witterung dieses Frühjahres ist irn Gegensatz zu dem letzten Jahre auf tönen sehr guten Ertrag auch in Stroh zu rechnen, lvodurch für den nächsten Winter die Herstellung von Strohkrastsutter außerordentlich erleichtert wird. Mich in dieser Beziehung kann also mit voller Zuversicht dem nächsten Erntejahr entgegengesehen werden. * ** Aerzke für Ostpreußen. In verschiedenen Kleiw- ftäfcten und ländlichen Ortschaften der Provinz Ostpreußen, in denen es an einer ausreichenden ärztlichen Versorgung der Bevölkerung zurzeit mangelt, finden zuziehende jüngere Aerzte lohnende Privatpraxis. Es besteht die Aussicht, ihnen in besonderen' Fallen Einkow.nrenszuschüsse zu gewahren, werrn sie die Verpflichtung übernehmen, die ärmere Bevölkerung, soweit sie nicht der Kmnkenversicherungspslicht unterliegt, unentgeltlich zu behandeln. Nähere Auskunft über die einschlägigen Verhältnisse erteilt der Regierung^ und Medizinalrat in jedem der drei Regierungsbezirke Königsberg, Gumbinnen und Allenstein. ** Sachgemäße Teebereitung zur Kriegszeit. ist die Pflicht eines jeden Verbrauchers, während der Kriegszeit den ihm zu Gebote fteheliden Tee ganz auszunutzcn. Das geschieht entweder durch rnehrfaches Ausbrühen der ganzen oder durch ein- mahliges Aufbrüheu der zermahleneu Blätter (wie die Ausnutzung des Bohnenkaffees desto vollstäirdiger erfolgt, je seiner er gemahlen ist). Hierdurch wird es ermöglicht, aus der gleichen Menge Teeblätter die doppelte Menge Teegetränk herzustellen. Beim ersten Verfahren müssen die Abgüsse schnell nach einander hergestellt und am besten untereimurder gemichl werden; wenn der erste Ausguß stark ausgenutzt ist, muH inten für den zweiten Aufguß die Blätter des ersten mit einer geringen Menge frischer Teeblätter ergänzen, sonst bekommt der zweite Ausguß einen lveniger guten Geschmack als der erste. Beim zweiten Verfahren (einmaliger Ausguß) muß der Tee kurz vor dem Gebrauch mittels einer Mühle nach Art der Kaffeemühle so sein als möglich zermahlen werden. Man darf aber nur eine Mühle verwenden, die ausschließlich für Tee dient und nicht etwa vorher für Kaffee, Gewürz oder anderes gebraucht worden ist, da Tee bekanntlich sehr eMpsindlich ist und jeden fremden Ge- scchnack und Geruch sofort annimmft. Namentlich zur Heritellung größerer Teemengen ist die Zermahlung der Teeblätter sehr zu empfehlen UM zu vermeiden, daß Rückstände der Aufgüsse mrt in die Tasse kommen, muß besonders vom gemahlenen Tee der Abguß sehr vorsichtig erfolgen. Zweckmäßig ist die Benutzung eines aus feiner Gaze oder Mull selbsthergestellten Seihers oder Beutels, der Beutel muß so groß sein, daß die Teeblatter Vio des Jnnen- raums, falls sie völlig zerkleinert sind, Vs des Jnnenraumes aus- süllen. Im übrigen sind folgende Leitsätze zu beachten: Der Tee muß Mit der strengsten Reinlichkieft behandelt und zubereitet werden. Die zur Tee^ereitung dienenden Gefäße sind nach der Benutzung nur mit heißem Wasser auszuspülen und an der Luft zu trocknen. Der sogenannte „braune Ansatz" in den Teegeschirren darf nicht entfernt werden, besonders nicht bei Metallgefäßen, die nur zum Aufträgen, nickt aber zum Aufgießen des Tees zu benutzen sind, da die Teeblätter durch jede Berührung von irgendwelchem Metall leiden. Drei Gefäße sind erforderlich: eines, in dem nur das Wasser gekocht wird, eines zum Aufbrühen (Ziehenlafsen) und eines zum Aufträgen des TeeS. Der Tee muß mindestens sechs Minuten möglichst heiß gestellt und unter Verwendung von sprudelnd kochendem Wasser ziehen (nicht kochen). Wasser, das schon längere Zeit gekocht hat, gibt keinen wohlschmeckenden Tee. Bei der Bereitung eines zweiten Ausgusses kann der Tee 10 Minuten ziehen. Tee muß stet" in luftdicht verschlossenen Blech- oder Porzellamiefäßen trocken aufbewacht werden. Starken Temperaturnnterschieoen ausgesetzre Räume :rfoc Küchenp sind dafür nicht geeignet. Alle sür die Tee- l>erertun'g in Frage kommenden Geschirre und Gebrauchsgegenstände foften nur für Tee allein Verwendung finden und ausschließlich mit heißem Wasser gereinigt werden. ** T a > Verbot der Verarbeitung von Leinöl z u G kam, r i t t. Durch Vundesratsvevordnimg vom 1. Mai 1016 ist die V racbeiiung von Leinöl zu Glaserkitt verboten. Dem Kriegs- ausickuß. jür Oele und Fette sind Fälle bekannt geworden, wo Fab^'kr:. d« BnndesvatSvervrdnmrg dadurch umgehen Nwllten, daß sie für die Herstellung von Kitt zwar nicht Leinöl, sondern! Leinölfirnis verwendeten. Es muß nachdrücklichst darauf hingewiesen werden, daß Leinölfirnis genau so Mt wte Leinöl zur Herstellung von Krtt nicht verwendet werden darf. Leinölfirnis ist nichts anderes als Leinöl und kann jeden Augenblick durch Zusatz geringer Prozente Trvckeumittet aus rohem Leinöl hergestellt werden. Der Kriegsausschuß wird in jedem Falle, wo eine Umgehung der Bundesrats Verordnung durchs die Verarbeftung von Leinölfirnis versucht werden sollte, die rücksichtsloseste Bestrafung des betreffenden Betriebsinhabers herbeizusühren wissen. ** Ein kleines Mittel zur Futter ve r mehruNg. Das eigentliche Problem unserer Ernalwungsproduktümspolftik ist jetzt die Vermehrung von Futtermitteln sür die verschiedeneir Tier- gatttmgen. Es hangelt sich dabei um eine Ausnutzung auch der lleinsten Mengen, die isoliert nutzlos sind, in geeigneter Zusammenfassung aber einen nicht unbeträchtlichen Beitrag zur Ernährung! unseres Nutzviehs geben können. Schon im vorigen Jahre sind durch eine solche „SamMelpvlftik" die Küchenrückstände der Städte wohl überall für die Schweinefütterung nutzbar gemacht worden. Ungenutzt dagegen sind fast aberall die Rasenflächen der Kleingärten geblieben. Sie kämen namentlich als Futterunterlage für Ziegen- und Kauimlienzuchten in Betracht, die am Rande der Städte vielfach von den Kleinbauern, aber auch von kleinen ,Handwerkern, Arbeitern usw. gepflegt wird und deren Ausdehnung aus bekannten Gründen dringend wünschenswert ist. Es käme nur daraus an, die Verwerttrng dieses Grasschnittes in die Wege zu leften. Mancherorts holt sich der Milchlieserant von Zeit zu Zeit dieses Gartenheu für seine Ziegen ab, an den meisten Orlen aber kommt es nutzlos um. Es dürste Aufgabe der Städte oder der Ziegen- und Kaniuchenzuchtvereine sein, die Bereitwilligkeit der Gartenbesitzer M wecken und die regelmäßige Abholung in die Wege zu leiten. "Bäckereien, die gewerbsmäßig Brot Herstellen, ist die Bereitung jeder Art von Kleingebäck, mit Ausnahme von Brötcheo und Zwieback verboten. Näheres siehe in einer amtlichen Bekanntmachung im Anzeigenteile. KtrAlic^c Nachrichten Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 4. Juni, Exaudi. G o t 1 e s d i e n st. In der §tadtkirche Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Mahr. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusqemeinde. Vorm. 9*/, Uhr: Pfarrasfistent Hoff,nann. Vorm. 11 Uhr: Kmderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. — Mittwoch, den 7. Juni, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Mahr. — In der Iohannerkikche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vorm. 9^ Uhr: Pfarrer A u s f e l d. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Joharmesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. — Abeudmahlsfeiern werden gehalten für die Lukas- und Johannesgemeinde am 1. Pfingstferertag, für Matthäus- und Markusgemeinde am 2. Pfingstteiertng, jedesmal im Hauptgottesdienst. Anmeldungen hierzu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Kirchberg. Sonntag, den 4. Juni, vorm. 10 Uhr. (Heil. Abendmahl für Taubringen.) — Lollar. Mittwoch, den 7. Juni, abds. 9>L Uhr: Kriegsbelstunde. Dekan Guß mann. I yU.t 'rt • M". st ,, l '> katholische Gemeinde. Gottesdien st. Samstag, den 3. In n i: Nachm. 5 Uhr und abds. 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Abends 8V, Uhr: Bittandacht. Sonntag, den 4. Juni, 6. Sonntag nach Ostern: Vorm. 6V, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. 7 Uhr: Hl. Messe. 6 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11 Uhr: Hl. Meffe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre: darauf Andacht zum hl. Geist mit Segen. Nachm. 4V, Uhr: Juugfrauen-Konqregation. Nachm. 6 Uhr: Andacht zum hl. Aloisius. — Montag. Dienstag. Mittwoch, Donner-stag, Fr-ertag und Samstag, abends 8st, Uhr, ist Bittandacht. Diaspora-Gottesdienst am 4. Juni: In Hungen 8 Uhr. In Lanbach 10 Uhr. In Sich § X A Uhr. Spielplon des Srotzh. «urhauscheaters vad-Nauhem. Sonntag, den 4. Juni: „Die spanische Fliege." Dionlag, den 5. Juni: „Im weißen Rößl." Mittwoch, den 7. Juni: „Die goldene Eva." Freitag, den 9. Juni: «Jugendfreunde." Samstag, den 10. Juni (Königl. Kurtheater Bad Ems): „Wie einst im Mai." Sonntag, den 11. Juni: „Die selige Exzellenz." Montag, den 12. Juni: „Der Juxbaron." ___ Spidplcm der vereinigten Frankfurter Ltadttheater. Opernhaus. Sonntag, den 4. Juni, abends 7*/, Uhr: „Das Heimchen am Herd." Vorher: Ouvertüre „Im Frühling" von Carl Goldmack. Montag, den 5. Juni, geschlossen. Dienstag, den 6. Juni, abends 7V, Uhr: Der Ring des Nibelungen. Vorabend: „Das Rheingold." Mittwoch, den 7. Juni, geschlossen. Donnerstag, den 8. Jnni, abends 7 Uhr: „Die Königin von Saba." Freilag. den 9. Juni, abends 7^ Uhr: „Die Kaiserin." Samstag, den 10. Juni, abends 7'/, Uhr: „Der Barbier von Sevilla." Sonntag, den 11. Juni, abends 6 Uhr: Ter Ring des Nibelungen. 1. Tag: „Die Walküre." Montag, den 12. Juni, abends 5 Uhr: „Parsifal." 5chauspielhau§. Sonntag, den 4. Juni, abends 7‘/ s kkhr: „Zu ebener Erde und erster Stock." Montag, den S. Juni, abends 7V, Uhr: „Des Meeres und der Liebe Wellen." Dienstag, den 6. Juni, abends 77, Uhr: „Der Strom." Mittivoch. den 7. Juni abends 7*/* Uhr: „Zu ebener Erde und erster Stock." Donnerstag, den 8. Juni, abends 77, Uhr: „Die Schöne vom Strande.". Freitag, dep9. Juni, geschlossen. Samstag, den 19. Juni, abends 1A Uhr: „Zu ebener Erde und erster Stock." Sonntag, den 11. Juni, abends 77. Uhr: Zum ersten Male: „Rausch." Drama in vier Akten von August Strindberg. Montag, den 12. Juni, abends ?7, Uhr: „Zu ebener Erde und erster Stocks Börsen-Wochenbericht. — Franksnrt a. M., 2. Jnni. Im freien Verkehr der Börse herrsche zn Beginn der Berichtswoche wieder ein recht lebhaftes Treiben und die Kurse erfuhren ans säst allen Gebieten eine neue Answärtsbewegnng. Schion die glänzenden Erfolge unserer Verbündeten gegen die Italiener sorgten für eine gute StftmnNng. T-azn kamerc weiter die hohen Envarttrng'en, die mten allgemein auf das diesjährige Ernteergebnis setzt, desserk Bedeutung noch imler- strichen wurde durch die offiziösen Änslasffmgen über die letztjäl>rige Mißernte und die im Einschluß daran MM Ausdruck gebrachte Zuversicht, daß wir in wenigen Monaten auf flihlbar weiterer und freierer (drundlage der Ernährung ftdjm werden, falls die neug Ernte auch nur annähernd hält, was sie bisher verspricht. Die zahlreichen F r i e d e n s e r ö r t er n n g e n trugen natürlüh ebenfalls daM bei, neue Unternehmungslust das Dagesmittel tmt Dienstag, den 33. Nur -j- 12ch Grad, um am Bdfttwoch aus -s- 17,75 Grad, am Donnerstag sogar auf über 20 Grad zu steigen. Auch >die Nachttenrperaturen loaren relativ hoch (Gießen ft-15 Grad). Nach den Gewitterentladungen am Freftag trat dann wteder starke Abkühlung ein und zwar besvndders bei Tage. Während das Demperat u r u r ax ii num^ in Gießen, am Anfang der Derichtswoche, sehr hoch war (aut Freitag ft- 24 Grad) sank es nunmehr auf 18 Grad ant Samstag, 15 Grad am Sonntag, 14 Grad am Montag. Nach den Gewitterentladungen am Freftag und Samstag, heiterte sich das Wetter nicht aus, vielmehr herrschte auch noch am Sonntag und Böontag ttübes regnerisches Wetter, hervorgernefn durch Tiesdruckwirbel, die über unseren Bezirk nach Osten lsin abzogen. Bon Westen rückt nunmehr ein Hochdruckgebiet mrch dem FesllaNde hin vor, unter dessen Einfluß bereits heute mfttag Aufheiterung und Erwärnrung eintrat. Im hohen Norden lagert all-erdiugs ein Ttesdruckkenc, der uns aber voraussichtlich lim durch Rmcdwftbel beemsluffen wird. Wir dürfen daher noch mft unbeständigem, sedvch meist trockenem und später aufheiterndem Wetter rechnen. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen- Juni 1916 ZSZ Q ^7 — C a w S w S s ’r“ Ol 9- ^ S-o W ff -2*05 *§f S L Ä> . « r-> •a Jo c I f &Ze xs-g Wetter 2. 2»! _ 19,9 10,3 59 _ 9 Bew. Himmel 2. 9 M| — 14,7 10,1 81 — — 10 Bed. 3. 7 » 11,6 8.6 84 10 » 0 Höchste Temperatur a m 1. b iS 2. Jt rnt L916: - - 20,2* 0. Niedrigste „ Niederschlag 0,3 mm. 2 . 1916: + 9,2*0. Amtlicher Teil. Bekanntmachung das Gesetz vom 24. Dezember 1915 über vorbereitende Maßnahmen zur Besteuerung der Kriegsgewinue betteffmd. Nach 1 des genannten Gesetzes sind die nachstehenden Gesellschaften. die im Terttschen Reich ihren Sitz haben, — nämüch? Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften aus Aktien, Bergge- werkschlasten und andere Bergbau treibende Veveiuigimgen, tet'rtere sofern sie die Rechte juristischer Personell haben, Gesellschaften mit besckwänkter Haftung und eingettagene Genossenschaften —■ verpflichtet, fünfzig vom Huridert des in einem Kriegsgeschäftsjahr rezielten Mehrgewinns in eine zu bildende Sonderrücklage einzustellen. Tie gleiche Verpflichtung liegt nach § 6 des Gesetzes sellsckoften der vorbezeichneterc Art ob, die ihren Sitz im Reickfs- auslgnd haben, in Hessen aber einen GeftMtsbetrieb cmterhalten. Demgemäß fordern wir nach 8 2 der zu dem Gesetz erlasse-neir Aussührungsbestimimmgert die vkwantwortlicheir Leiter der Gesellschaften, die in unseren Bezirken ilfren Sitz haben, auf, bis zum 1. Juli 19 16 1. die Geschäftsberichte und Jahresabschlüsse nebst den Gewinn- und Berlusttechmmgen der fünf den Kriegsgeschästsj ähren vorängegaugenen Friedensgeschästsjahre^ mib der Kriegsgeschästs- jahre sowie die darauf bezüglichen Beschlüsse der Generalversammlungen, 2. eine Bevechanmg ihres Mehrgewimis einznreichen, und 3. die Bildung der gesetzlichst Sonderrücklage nachZnweisen, soweit sie nicht ohne weiteres airs 1>en ein gereichten Bilanzeil oder Jahresabschliissen genau ersichtlich ist. Für diejenigen Kriegsgeschäftsjahre, für welche bis zum 1. Juli ds. Js. Abschlüsse noch nicht vor liegen, sind die vvrftebenben Verpflichtungen spätestens 4 Wochen nach Feststellung deS Abschlusses zu erfüllen. Die verantwortlichen Leiter können zur Erfüllung dieser Ver- pslirhtunqen durch Geldstrafen bis M 500 Mark angc'halten Insoweit sich die GeschüstSberichte und Jahresabschlüsse der Frie- VensgeschästSjahre bereits bei den Mten des Vorsitzenden der Ver- anlagimgS.komn:iffion befinden, kann von ihrer nochmaligen Vorlage Abstand genommen werden. Gießen. Buftbach, Oirünberg, Hungen, den 24. Mai 1916. Die Vorsitzenden der Veranlagnngskommiisionen s. d. Finanzämter Gießet, Butzbach, Grünberg. Hungen. I. V.: 12100 Berres. Flath. Menzel. Vtay. Die Goldankaufsstelle für den Kreis Gissten wird am 6. Juni l. I. ihre Tätigkeit beginnen. — Die Geschäftsstelle befindet sich in den Räumen der Bezirkssparkasse (Biegen. Die Geschäftsstunden sind bis auf weiteres festgesetzt auf Dienstag jeder Wache nachmittags 3—5 Uhr und Samstag jeder Woche vormittags 10—12'/» Uhr. In der Geschäftsstelle werden alle Auskünfte während der Geschäftsstunden bereitwilligst erteilt. 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