Nr. W Zwettes Blatt chh. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener Famikirrrblätler" werden dem »Anzeiger" viermal ivöchentlich beigelegt, das „Nreisblatt für den Breis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlich«» Zeit- frage«" erscheinen nwnatlich zweimal. ener General-Anzeiger für Cberhejfen Montag. R Juni W Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche» Universitäts ■ Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriitleitung,Geschäftsstelle «.Druckerei: Schub straße 7. Geschäftsstelle u.Vcrlag:^E'b1,Schrift' leitung: e^I12. Adresse für Trahtnachrichtew Anzeiger Gießen. Wilson oder Hughes? Nun sind die Rollen ausgeteilt und alles wohlbestellt/ Der republikanische Konvent hat das Mitglied des-Obersten Gerichtes, Richter Hughes, der demokratische Konvent den derzeitigen Präsidenten Wilson als Kandidaten für die Präsidentschaft nominiert, und diese Ernennung ist beiderseits einstimmig erfolgt. Das „dritte Pferd", das sich selbst für das „beste im Stall" erklärte, Theodore Roofe- velt, wird nicht starten. Die Republikaner hüben ihn glatt fallen lassen, und er ist darüber sogar erkrankt, angeblich infolge der Nachwirkung eines Sturzes nicht vom Kandidatenthron. sondern vom Pferde. Daß der „rauhe Reiter" jetzt noch den Versuch machen sollte, seine Progressisten- partei für den Wahlkmiipf zu organisieren, kann'als ausgeschlossen gelten. Es stehen sich also in der Union wieder tvie ehemals Republikaner und Demokraten gegenüber, aber freilich, von den alten „issues", den Wahlparolen, die sich in der Hauptsache irm Zolltarif und Währnngsfragen drehten, ist wenig geblieben, sondern im Vordergrund der Parteiprogramme steht setzt die Stellung zu der internationalen Politik im allgemeinen urck) zum Weltkrieg im besonderen. Beide Parteien haben bereits ihre Wal; (Programme veröffentlicht Das der Republikaner betont eindringlich den Wunsch nach Frieden, und es bekennt sich zur „Aufrechterhaltung gerader und ehrlicher Neutralität gegenüber den Kriegführenden im großen europäischen Krieg". Das ist der Kernpunkt vü Programms, das sich hierin gegen Wilsons Politik richtet und dies auch tut in der weiteren Wendung, die eine entschiedene Haltung gegen Mexiko verlangt. Der republikanische Kandidat hat in der Rede, in der er die Wahl an- nähm, eine ausdrückliche Erläuterung zu jenem Programm gegeben, indem er 1. die amerikanische Politik der- Schwäche und des Schwankens Mexiko gegerrüber bezichtigte, und indem er 2. Wilsons Haltung im Weltkrieg wie folgt kenn- zeichnete: „Die verantwortungsvolle Leitung des divloma- tischen Verkehrs mit dem Ausland war von Anfang an von Parteierwägungen abhängig, und wir boten der Welt das erniedrigende Schauspiel von Ungeschicklichkeit und zu spät ergriffenen Maßregeln." Drückt sich schon das revublikä- nische Progrannn trotz der Kritik an Wilsons Haltung alles in allem mit einiger Zurückhaltung' in Bezug ans den springenden Punkt aus (denn man kann in dies Programm manches hineinlesen, muß es aber nicht tun), so ist Wilsons „issue" noch weit vorsichtiger niid lavierender. Denn wenn er auch in erster Reihe auf die Mnnitionsstimmnng rechnet, so möchte er es doch mit oen Friedensfreunden nicht ganz verderben. So kann man aus oer Wendung, daß es Pflicht der Union sei, „sich mit anderen Nationen znsammenzu- schlußen, um die Freiheit ihrer Gebiete und Interessen aus allen Seewegen unangetastet zu sichern", ebensogut wie eine Anklage auf die deutschen Unterseeboote auch eine gegen du britische Seeräuberei heraushören. Dagegen nru'ß 'die gegen die „Fremden und Verschwörer" gerichtete Redensart als em offener Vorstoß gegen die „Deutscher! und ^ven angesehen werden, die ja mit seinen früheren Beschimpfungen der „Bindestrich-Amerikaner" in vollem Einklang steht. Aus diese Teile des amerikanischen Volkes, welche übrigens nicht etwa ein Eintreten der Union für Deutschland sondern nur ehrliche Neutralität verlangen, setzen die Repu- blikaner ihre Hoffnung, deren Aussichten sich ohnehin da- ^^^Äpblich.verstarkt haben, daß sie jetzt geschlossen in den Wahlkampj ziehen. Denn bei der letzten Präsidenten- wahl fielen von den abgegebenen Urwählerstimmen auf den Demokraten Wilson iiur 6 293 000, während die Demokraten an sich die Mehrheit hatten, aber sich in 4119 000 für Roosevelt und 3484 000 für Taft spalteten. An sich hatten also die Republikaner damals die absolute Mehrheit, und weiin sich jetzt Deutsche und Iren wirklich, auf ihre Seite schlagen sollten, so spräche die Wahrscheinlichkeit dafür, daß ihnen der Sieg sicher wäre. Freilich dürste es Präsident Wilson in der Folge nicht an Anstrengungen fehlen lassen, um die Deutschen und Iren, die bisher überwiegend zur demokratischen Partei gehörten, wieder auf seine Seite zu ziehen, und die jüngste, gegen England gerichtete Postnote, der vielleicht noch weitere folgen werden, ist wohl auch von diesem Wahlstandpunkt aus zu betrachten. Weiter hat Wilson einen wesentlichen Faktor für sich, nämlich die einflußreichen Finanzleute, di-e Trustmagnaten, die von Hughes, der als ein Politiker der Ehrlichkeit gilt, eine Einschränkung ihrer Beutepolitik befürchten, während sie zu dem Theoretiker Wilson weitgehendes Zutrauen haben. Deshalb macht auch Wallstreet, die New Yorker Börse, bereits für Wilson mobil. Man sieht also, daß bei der Wahl neben der äußeren Politik doch die innere mitspielt, wenn auch nicht mehr so ausschlaggebend wie früher. Im übrigen sollen wir uns in Bezug ans die amerikanische Präsidentenwahl keiner Selbsttäuschung hingeben und nicht etwa von einem Sieg der Republikaner — der ja übrigens für diesen Weltkrieg ohnehin zu spät kommen dürfte - einen gewaltigen Umschwung zugunsten Deutschlands erwarten. Die Yankees werden zum Schlnß Yankees bleiben, aber immerhin könnte der republikanische Kurs für Nils nicht günstiger als der demokratische sein. Wilsons Neutralität haben wir zur Genüge kennen gelernt, und von unserem Standpunkt aus müßten wir es mit Befriedigung begrüßen, wenn die Electoralstimmen am 7. November (die Präsidentenwahl selbst findet erst am 8. Januar 1917 statt) sich gegen Wilson und für Hughes entscheiden würde. ^ t. Louis, 16. Juni. (WTB. Meldung des Reuterschen Bureaus. Ber demokratische Konvent hat ein Wahl- Programm angenommen, das jede -Organisation, die aus eine Förderung der Interessen einer fremden Macht durch Einschüchterung der Regierung und politischen Parteien oder der Volksvertreter abzielt, als für die nationale Einigkeit schädlich verurteilt. Das Programm setzt sich für das Schisfahrtsprogramm der Regierung, sowie für die Vermehrung der Armee und F l o t t e zu Berteidigungszivecken ein. Ferner wird darin gesagt, das; es Pflicht der Vereinigten Staaten sei, -sich mit anderen ^taatm zu vereinigen, um die Freiheit der Länder und ihrer Burger zu sichern und die freie Benutzung der Meere unverletzt zu erhalten. Schließlich tritt das Programm neuerdings für dre Monroe-Doktrin ein. B e r l i n , 17. Juni. .Priv.-Telä Das „Berliner Tageblatt" meldet aus dem Haag: Wie aus New York gemeldet wird ist Rvosevelt an einer Brustmuskelentzündung erkrankt. London, 18. Juni. (WTB.) „Daily Chronicle" meldet aus ^t. Louis vom 16. Juni: Aus dem Konvent der demokratischen Partei hielt Brian aus allgeineinen Wnnsch der Versammlung euie Rede. Er sprach für Wilson, dem er warmen Dank dafür ausfprach, daß er den Frieden erhalten habe. Ein ckisch-amerikani- Icher delegierter aus Illinois, der ansing, über die Unabhängigkeit von Irland zu sprechen, wurde am Weicerveden verhindert. Nriegsbriese aus dem westen. Von unser m Kriegsberichterstatter. Mcherechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verb oten) Der nachdenkliche Südfranzose. Großes Hauptquartier, im Juni 1916. Mit einem Trupp von französischen Gefangenen, die frisch aus den Kämpfen im Caillette-Walde kamen, hatte ich mich eingehend unterhalten. Sie waren mit wenigen Ausnahmen froh dem Kriege glücklich entronnen zu sein. Nur ein Ofsizierstellver - tretet, dessen Vater Konsul in Leipzig gewesen >var, weinte, das; er auf diese Art in das Land zurückkehren müsse, wo er den größten Tech seiner Jugend verbracht hatte. Er beteuerte, daß er lieber hätte sterben als Gefangeirer werden wollen. Alle beklagten stch. das; die Engländer untätig blieben, während Frankreichs Söhne vor Verdun verbluteten. Sie sprachen mit Verachtung von den _ Russen, mit großer Anerkennung von der Tapferkeit den beuticfjeit Krieger, sie bestritten, daß es im französischen Heere Mch emen Haß gegen die Teutscheii gäbe, und sic beteuerten! wiederholt, daß kein französischer Soldat mehr an die Möglichkeil glaube, die Deutschen mit Waffengewalt aus den von ihnen eroberten Teilen Frankreichs und aus Belgien hinauszuwerfeu Bas war der wesentlichste Inhalt ihrer Gespräche. Abseits, zwischen einem Hausen von weggeworfenen Stahlhel - men, >aß nahe dem Dcahtzann, der das SammÄlager irmgab, ein älterer Mann voll dunkler Hautfarbe, mit dem Rangabzeichen eines Kapitäns: er war an der Hand verwuiidet, wie ein frischer Verband ertennen ließ. Mit keinem Wort mischte er sich in Unterhaltung: S l L tra rr mD r e j! om - Eeb er in sich gekehrt und spncktc mit einer ^erte Es Ich reu ihm nicht erwünscht, daß man ihn störte. Aber ats ich Weggehen wollte, hob er den Kops und sagte mit tiefer Stimme: „Nun werden Sie ivieder gesunden haben, daß die Franzosen sehr redselig sind. Nicht wahr, mein Herr? Unsere Leuch plaudern tüchtig?" ..Ich fragte ihn, ob er damit sagen wolle, daß nicht alles zu- rresfe, was die Leute gesagt hätten. Er verneinte: „Turchcnis nickt. Lder ich habe wiederholt gesehen, wie deutsche Gefangene bei uns ern ge bracht wurden. Sie sind viel schweigsamer. Heute zum ersten Male bin ich Zeuge, wie sich unsere Leute beim Eintreffen im deut- a ®f r ^"chnien. Tie sind aufgeknöpft und reden über alles, erzählen sogar, wonack sie garnicht gefragt sind. Der Unterschied ist mrr^ ausgefallen, das habe ich sagen wollen." u u JP e f g^ört, was ich mit Ihren Leuten gesprochen L m t b der Meinung, daß sic die Stimmungen richtig geschildert haben, die rn Ihrem Heere hei'rschen?" „Doch nicht ganz!" erwiderte er lebhaft. „Ich will nicht be- yaupten, daß nn Wort davon, an sich genommen, unrickltig sei AVer man muß die Tinge immer als Philosoph betrachten Es gibt zwei Arten von französischen Frontsoldaten. Solche, denen es gut geht, die irgendwo in einem stillen Schützengraben an der (spomme liegen, wie wir bis vor kurzem. Die haben den ganzen Optimismus der Pariser Zeitungen in dem Augenblicke, wo wir nur irgend einen kleinen Erfolg melden können. Wir lesen in unserem Heeresberichte, daß wir einige Meter Schützengraben genommen und zwei Butzend Deutsche gefangen haben. Sofort ist alles obenauf. Man rechnet aus, wann ivir die verloreiien Departements zurnckerobert haben werden, wann wir in Köln und Mainz und Straßburg emzwhen werden. Am nächsten Tage müssen wir selbst an den Feind, aber unser Angriff ist erfolglos. Gleich schlägt der Hubel iii das Gegenteil um. Gleich heißt es, wir werden Elsaß- Lothringen nte zurückgewinneu, ja, wir werdeii die jetzt verlorenen Provinzen auf ewig dazu verlieren. Das ist der Franzose. Immer rn Extremen, immer aus dem goldenen Himmel in die schwarze Unterwelt und umgekehrt. Niemals nüchtern, ruhig, abwägend wie der Deutsche. Das war unser Fehler zu allen Zeiten, das loar unier Unglück rm Frieden, jetzt ün Kriege wird es für uns zum Verhängnis, daß wir den Optimismus so schnell verlieren und nur zwischen Ueberfchwang in Optimismus und Pessimismus leben können." „Sie meinen also," wandte ich ein, „ich hatte eben die Stimme von Schwarzsehern vernommen? Immerhin scheinen mir Ihre Lnrte recht fröhlich zu sein mit einziger Ausnahrne des unglücklichen Offizierstellvertreters, der immer noch über sein Mißgeschick wernt." ' „Nein " sagte er. „Das wollte ich auch nicht sagen. Ich kann Nicht fv leräst ausdrücken, was ich meine. Denn obwohl Südsranzose bin ich kein Männ der Rede. Ich denke zu viel nach, über die Meli,' über mich, letzt über den Krieg, immer bin ich in Grilbeleien verloren. JceiTi, ich wollte nur sagen, daß Sie, wenn Sie drüben unsere Front entlang wandern irmrden, gelegentlich auch andere Stimmungen finden und besonders der .Hoffnung begegnen ivürden, daß der Krreg für Frankreich doch noch glücklich ausgehen wird." wiftenfchast und Leben. — Riesenmagneke im Di lenste der Chirstrqie B-w Verwendung von Magneten zum Herausziehen voir Geschoß- Ottern ist schoil öfters im Laufe des Krieges erörttrt worden und hat vielfache Anerkennung, aber auch> scharfe Bekämpfung Sahnen. Im neuesten, vest der „Deutschen Medizinischen Wochen- i 01 f nil rcr? ror ' seine Erfahrungen über den Gebrauch von Elektromagneten mit und koMint aus Grund eines reichen Dbaterials zu der Feststellung, daß die Chirurgie in dem Magneten ein ganz hervorragendes .Hilfsmittel besitzt, und daß ^'^ehaltung gewisser Vorsichtsmaßregeln das Heraus zi ehe ft von Eiseniplittecn mit ihnr stch so schvnendl und leicht bewerkstelligen laßt,^ wie fvnst aus keine andere Weise. Freilich niüsten die Magneten zweckentsprechend konstruiert und genügend stark sein. Prof. Sultan verwendet erneu sehr leistungsfähigen Ricsen-Magneten, der eine ^ahttugel von 4 Millimeter Durchmesser aus einer Tiefe von 113 Millimeter hochzuheben vermag: wird die Stahlkugel durch em Blergeimcht beschwert, das 50mal so schwer ist als die Kugel S m 7 ? n ? tr ^ tc öon bcm Magneten iioch aus einer Tiefe von f b Millimeter angezogen. Aus diese starke Tiefenwirkung ist besonderer Wert zu legen. Der Magnet ist so hergestellt, daß die mrt der Wunde rn Berührung komnienden Teile sterilisiert werden können, und es sind an ihnr eine Reihe von Ansätzen angebracht, vre jrch den verschiedeneii Wuiideu anpassen. Durch Versuche an frr,cheni Lerchengchirn wurde sestgestellt, welchen Widerstand die Gehirnmasie dem M-agnettn darbietet. Dabei zeigte sich, daß ein nerner Splitter von 0,9 Gramni Gewichi durch die unversehrte Gehrrnmas»e aus meiner Tiefe von 4 Zentimeter glatt herausgehoben wird ohne daß per Magnetansaß die Hirnoberfläche berührt. Auch ganz kleine Splitter, die so ttef sitzen, daß sie dem Magneten nicht folgten, zeigen ihre Lage dadurch mr, daß beim jedesmaligen Ernstellen des Magneten die betreffende Gchirnstelle sich deutlich hebt, ueverhaupt läßt sich bei dev Anwendimg des Magneten die interesfante Tatfache feststellcn, daß, das ganze Gewebe, in dem O'br Frenrdkorper frtzt, von dem Magneten zu eiirer hohen Falte angehoben tmrd. Bamit ift die Stelle kenntlich- gemacht, an welcher Splitter liegt. Noch ein anderer Umstand führt mit aller Deutlichkeit dazu, daß die Lage des Fremdkörpers durch derr Magneten stets einwandfrei festgestellt werden kann. Es entsteht, auch wenn der,^remdkorpm ,on,t in der Wunde nicht zu fühlen ist, beim Ernfchalten des M agneten doch jedesmal ein Vibrieren des Geschoßt fplitters, das in der Fingerspitze als ein Kribbeln gefühlt wird. ^>o ift der Magnet für^die Feststellung der Lage des Splitters sehr, wertvoll. Bei dem Herausziehen müssen natürlich die nättgen Vorfichtsnmßregeln angewandt werden, besonders die Methode der exatten Lagebestimmung durch das Röntgen verfahren. Ist aber dies geschehen und ift der Geschoßsplitter von Eism — denn viele Geschosfe bestehen ja aus anderem Metall — dann ist das Herausziehen mit krem Magneteir die schvnendste^lrtderSplitter- entfernung. Die Eigeirart des magnettschen Zuges bringt es nämlich nttt sich, daß der Splitter sich stets sofort von selbst m rZaugsrichtung entstellt, und'daß deshalb die nicht zu vernrerdende Verletzung auf das Mindestmaß beschrankt wird, jedenfalls sehr viel weniger Gewebe zerstört werden, als wenn man mit der Pinzette oder den: Finger hincingeht. — K u n st g e s ch i ch t l i ch c F o r s ch u n g e n i m b e s ch l a g- n a y m t e n Messt n g. .Tie großen Metallmengeii, die in den Sammelftellen der Kriegsmetallgesellschast zu sa Minen geh) mMeu sind, find, ehe sie ihrer Verwendimg zugesührt rverden, auf'Veranlassung der deutfchen Militärbehörden genau gemustert worden, damit nicht Gegenstände von ttinstlerischem Werte veririchtet würden. Es handelt sich dabei hauptsächlich um ,allerlei häusliches Kleingerät; gerade dadurch, daß jetzt viele Tausende solcher Messinggeräte bc- Üchtigt worden sind, haben sich allerhand kunsthistorisch interessante Anhaltspuntte ergeben. Hierüber macht die bei E. A. Seemann rn Leipzig erscheinende „Kunstchronik" Mitteilungen, die sich auf ernen Vortrag Harry Davids in der Berliner Kunstgeschichtlichen Gesellfchaft ftützen. Die große Masse der Ker zen l eu ch t e r oeispielsweife bot ein lebendiges Bild der Strlentwickelung seit dem 15. Jahrhundert. Zu den merkwürdigsten Leuchterformeu gehören einige mit einem g locken ähnlichen Fuß aus dem Eiide des 16 sowie aus dem 17. IahrhuR>ert. Dieser Glockenfuß scheint in -lnlehnung an t^ls priinitivste Leuchtgerät, den Leuchterstein mit nn gesteckter Erfenstange zur Besestigmig des Holzspanes, entstanden zu fern, ferner sind als kunsthistorische Anhaltspmrkte bei den Leuchtern noch die Spuren der „Drechselbank" zu beachten. Bezeichnend ift hier eine Mrnberger Verordnung vom Jahre 1580, ore die GehnmHaltung dieser Ersiiidung gebot. Aehnliches gilt vom Gebrauch der sogenannten „Tiesenhämmer" zur massenweisen Herstellung von Kesseln und Schüsseln. Eine Zunftrolle vom ^zahre 1548 verbietet derarttgen Fabrikbetrieb als „untuglich und unbequeme". Nächst den Leuchtern ergaben die Mörser große Ausbeute. Sie sind häufig datiert: zunächst sehr hübsche, noch ganz gottfcke Bronzeexemplare von schlanker Fornr mit Längsrippeu und einem Henkel. Die Nachahmung eines Ausgußrohres als Heiikel der ernem Sttck kommt vor an einem gmrz ähnlichen des Ger-i mamfchen Museums. Aus deni Beginn des 16. Iahrhmrderts fand sich ein hubscher französischer Mörser aus dunkler Bronze, noch ganz gotifch einpsunden, am Rande die französische Lllie. Zwischen zackigen, kurzerr Längs streifen, die an die Gläsernuppeii des 15. LambuiWerts erinnern, schwer erkennbare Büsten in grobem Relief. Ern vlaimfcher Mörser von 1582 trägt am Rande den reliefierten Trostspruch: „Breest nit wat ghy leyden moet". Ms Gießernamen kommen aus Mörsern vor: „Jan Konters genant Daers", „Ludol- phus Harms" .sdat. 1735), „Ehriftophorvs Frederieus Niettrs" lbat. 1664) Ber Puttentanz auf einem sehr schwachen Exemplar L ? Jahrhunderts erinnert an das nämliche Motiv auf einem ttalienischen Prachtmörser Des f5. Jahrhunderts sm Louvre. 7>ln Kronleuchtern fand sickf nur recht mäßige Provinzkuust Er moderne Nachahmung flämischer Formen. Ainusant wirkte fchtteßlich irotf) dre Zusanrmenftellung von etwa 20 Plätteifenuntw- f atzen, woran man deicklich versolgeii konnte, wie sich aus dem urspQinglichen Dekoratt-mrsmvtiv: Kreuz, Herz und Anker infolge Verschlingung und Verschiebungen der Form eine Leier und danii Wetter die Form eines Gesichtes entrmckelte.^ Einen ähnlicheri Ent- wickelungsprozeß zeigte der Griff des Plätteisens, wo aus deni ursprünglichen Delphin liurch Berkeiinung der Formen allmählich ern Hahn mit ecnem winzigen Dubnchen wuA>e. u .,r- Massen speisung der Hamburger Kriegs kuchen. Unter den verschiedenen Formen der Massenspeisunge deren hohe Bedeutung der Präfideitt des Kriegsei'nährungSamtl von Batucki wieder besonders betont hat, haben sich die der .Han burger Krugskücheii sehr gut bewährt, lieber ihre Einricktun Dbt nn mtereffanter Aiissatz Ausschluß, den Oberstabsarzt T Moritz Fürst m der „Deutscheri Medizinischen Wochenschrift" ve offerttlicht. Alle Küchni bereiten das Essen nad). demselben gena ^ltgflegten Küchenzettel. Düs Ess-eir, da^ ohne jede Prüfung ö, Bedürftigkeit abgegeben wird, kann an Ort und Stelle verzeh werden, wird aber meistens abgcholt. Ter Preis für die Portio zu ^ Liter betrug zunächst 15 Pfennig, womit die Kosten gedcc ivurdeii. Tlre Portton wurde dann aus einen Liter und der Prei auf 20 Pfemlig erhöht. Tie Kosten werden jetzt schon lange nick mehr durch die Ernnahnren gedockt: her DurchschniltSpreis für d Portion beläuft sich auf 33 bis 35 Pfennig, so daß 13 bis 15 Pf. ber ieder Portion von der .Hamburgischeir Käiegshilfe zugeset in Hamburg in 79 Küchen für etw 1 1500 0 Menschen täglich gekocht. Wie sehr die Masser fpeifungen an Ausbreitung zugenommen haben, geht daraus i>ci SLoÄf TezeMber 1915 670403 Liter, im Februar 191 909083 Liter Und rm März 1916. 1. 778073 Liter ausgegeb-.- wurden. Während es zunächst nur einen fleischlosen Tag in de Woche gab, wird seit Eintritt der Fleischknappheit 'zweime wochewtlrch frisches Fleisch und einmal Fleischkouserveu gegebei wobei die Menge von 100 auf 60 Gramm ermäßigt ist. All Lebensmittel, mit Ausnahinc von frischem^ Gemüse u. derg! werde von emer lKansmännischen Zenttale beschafft. Die Wenmar'ken wer oen schon am vorhergeheiiden Tage ausgegeben, so daß jede'- di von ihm gewünschte Nahrungsmenge ohne Gedränge und lange Warten in Enrpfang nehmen kann. An Ort und Stelle sollen nu die,emgen ässeu, die in der Nähe arbeiten und während der Mittags pause nicht^nach Hause gelangen können. Man will das häuslich Lebm am i^amilientisch nach Möglichkeit dadurch ariirecht erhalten daß man das!Gssen in der Haupftache mitgibt. Der Verfasser konim auf Griuid der hier- gemachten Erfahrinuxen zu dem Resultat ckr ein großzügiger Betrieb von Kriegskückien nur danii ^sichert ift mrm n" bedeutender Geldzusämß geleistet wird. Die ZilsamMeu arbeit ehrennmAich tattgei' Männer nnd Frauen mit den Ver trauensleuten der Arbeitervereinignngen itnd E^ewerkschaiten ist uu Jf 1 ?! notwendig. Ebenso ist eftie eiicheitliche Leftung und chi «ehr Mulme genaue Kontrolle der Mchen durch die Zentralleitt.nc erforderlich Vor allemi aber miiß in deir Kriegsküchen ivirllich gu gekocht werden, rmd rede Küche Muß danach streben, dem Eleschmae ihres Publikums^ nach ^Möglichkeit entgegeiizukommen. — Berlin^ 17. Juni. (Priv.-Tel.). Tie „B.Z. a. M." melde aus Wermar.' Die gestern abend mit einer Festvorstelluiig be gonnene zwecke .Kriegstagmrq der 01 o e t h e - Gesell s ck a s t wa außerordentlich stark aus allen Teilen TeutschlMids und Oester reich-Ungarns. Auch der G r o ß h e r z o g wvhicke der Festvorstellun, bei ^n der heute vormittag abgehaltenen Hauptversanimlung lnei Geheimrat Tr. Max Frredländer-Berlin einen Festvortrag übe Goethe und die Musik. -Daran zweifle ich lucht, daß bivfc Stintnümg sogar vorhcwr- l lamrd sein muß, denn sonst wären Ihre Truppen doch hoffnungslos |P würden sich nicht so heldenhaft schlagen, wie sie es vor Verdun tim." ..Nicht doch," lehnte er ad. „Das ist eine ganz falsche Meinung. Uw auf meinen 6seüankcngang zurückzukomwen, so betone ich ja, dal; -Sie den Optimisnrus nur finden, wo es uns gut geht oder wo wir tu Mche fern vom, Jener politisieren, .hier bei Berdun sind wlr m einem Höllenke,sei, hier gedeiht die französische Lnchtblütrg- keU nicht, hier ^schlägt sich der Franzose ohne Hoffnung aus Sieg, und er schlägt ffch dennoch großartig, wie Sie selbst anerkennen. Das ist viellncht ern Wunder, denn ich selbst habe früher geglaubt, dah der '.Franzose seinen Optimisnms haben müsse, uM ein guter Soldat zu sein, vielleicht aber ist es kein Wunder. Das werden ch kann da kein Urteil fällen. Ich kann nicht in Ihre Seelen sehen." ,,O, reden Sie nicht," erwiderte er bitter. „Bei Ihnen glaubt man zu fest daran, daß lFrankreich diesmal veriiichtet werden wird. Sie wissen zu gut, wie es um! uns steht, um zu glaubeii, daß es ein Wunder sei, wenn wir nns bis zur lekten Stunde verzweifelt wehren." ..Wissen Sie nicht, daß wir zu jeder Stunde bereit sind, auf Geund der Kriegslage in Friedensverhandluikgen einzutreten?" ,L8as könnte das für ein Frieden für uns sein, der jetzt ge- fdötoffert würde ? Das wäre das Ende Frankreichs. Niemals könnte j Ihr „Erbfeind" wieder gegeir Sie anfslehcn." „Dann erhoffen Sie alft doch von der Fortsetzung des Krieges eine Niederkäintünng Deulfchlands und seiner Verbündeten? Ich Inn neugierig, nne man sich, das bei Ihnen denkt, nachdem ich gehö rt ha be, daß Sie weder ans die Russen noch auf die Engländer vertramm, noch auch glauben, ans eigener Kraft uns aus Nord- : und Ostfvankceich hftraus treiben zu können." „Das ist meine Meinung, wie die von uns allen, die wir diesen Krieg als Soldaten miterlebt haben." „Aber . warum machen Sie dann keinen Frieden, warum ersparen Sie sich nicht jeden Tag weiteren Verlustes ?" ,,Das wissen Sie doch eben so gut wie ich" rief er unwillig. „Weil wir keinen Frieder machen können. Heute einen Frieden! Tenffchland würde uns vielleicht einen Teil, der vom Kriege verwüsteten Provinzen herausgebcn. Wir haben keine Menschen, sie Ku bevölkern, der Wohlstand der Dörfer hat gelitten, die Industrie ist vernichtet. Wir müßten zudem die Enffchädigung zahlen, denn von Deutschland werden wir irre einen Franken bekommen, selbst wenn der Krieg viel günstiger für uns stünde. Unser vieles Spageld, die Milliarden in ^Nußland, sind dahin, denn Rußland ist zahlungsunfähiger, als es je vor dem Kriege war. England behielte Calais und Boulogne und wahrscheinlich auch noch- Dünkirchen, und was meinen Sie, was aus unseren Kolonien würde? Nein, unsere Staatsmänner haben nns so hineingeritten in langen Jahrzehnten, daß der Krieg, der konnten mußte, mr Frankreich aut alle Fälle ein Unglück werden mußte. Heute sehen wir es. Wir könnten vor der Wahl ftetzeit, Unsere letzte Division vor Verdun zu opfern oder einen Frieden zu schließen, den Tieutschland viell>erch>t glimpflich nennen würde, um sich eines Feindes zu entleoigen. Wir könnten dieie Wahl nicht treffen. Mr haben die .Freiheit, über uns zu verfügen, verloren. Das ist die Lage, in der wir uns befinden." „Und in dieser Lage erzählen Sie mir von dem Optimismus, dem ich hei einer Wanderung an der ftanzo fischen Front begegnen -oürde? Wie reimen Sie das zusammen?" Er lächelte und war sofort umgewandclt. „Sehen Sie, dieser Optimismus soll auch bestehen bleiben. Es ist das letzte Leuchten des französhchen Geistes von ehemals. Er hält uns aufrecht bis zuletzt. Wenn ich Ihnen hier politische Ueberzeuguugen sage — darüber darf ich frei mit Ihnen reden, von militärischen Trugen wurde ich kein Wort sprechen — ft werden Sie nicht voraus- letzen, daß der Poilu im Schützengraben die Dinge ckbenft deutlich fteht. Das ist ein Glück. Er hört und liest es in der! Pariser Zeitungen, die darin großartig sind, daß Deutschland anr Verhungern sei. Wir wislen, daß bei Ihnen Not in vielen Dingten ist, aber wir wissen, daß Deutschland daran nicht zugrunde gehen wird. In zwei drei Monaten wird es dann vielleicht auch zu dem -einfachen Mann im Schützengraben durchsickern, daß Deutschlands schlimmste Schmachtriemenzeit überstanden ist. Gut, darin werden die Engländer erzählen, daß sie eine neue Millionenarmee aufstellen toollen. Das wird die Hoffnungen neu beleben. Die Millionenarmee wird nicht kommen, aber die Russen werden berichten, daß sie von den Japanern — für unser Geld — so viel chwere Geschütze gekauft I-aben, wie sie brauchen, um Hindenburg! zu vernichten. Hmdenburg wird weiter leben, aber inzwischen werden wir ein neues fabelhaftes Flugzeug erfunden haben, um Berlin und Potsdam einznäschern. So wird eine Hoffnung auf- leuchten nach der andern. Glauben Sie nicht, daß uns die Hoffnungen ausgehen werden! Wenn der letzte Franzose fällt, wird ihm noch ein Regiment von Hoffnungen das Grabgeleit geben. Sie lachen! Die Deutschen haben gut lachen! Was haben Sie verloren? Ihre Kolonien, welche die schlechtesten aller Kolonialvölker tvaren. Gut, Sie haben Polen, .Kurland, Belgien, die ganze Maas, die Er^becken Lothringens und die Kohlengruben Flanderns'. Wir wollen keinen FriÄxm machen. Gut, Sie werden Ihren mit Maschinengewehreil und Geschützen gespickten Grenzwall — einen Limes germamens wahrhaftig! — um Ihre Eroberungen ziehen. Vorn werden die Landstürmcr Wache stehen, niw hinteii werden, ich ihre Familien ,es irr unseren reichen Ländern wohl sein lassen. Inzwischen werden wir im Namen der Menschlichkeit die Amerikaner, die Rumänen, die Chinesen oder wer sonst noch auf der Welt Lust hat, dieselben Crfahrrmgerr zu rnachen, wie wir, beschwören. uns zu befreien. Das sind die Aussichten, die ich vor mrr sehe. Vrellcrcht täirsche ich mich. Lsber wenn mir jemand prophezeien würde, daß rch den Abschluß des Friedens nicht erleben werde, so würde rch ihm glauben. Das ist der Gedanke, mit dem ich, ein nachdeullicher Südsranzose, m derrtsche Gefangenschaft gehe." W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Miegzbriese aus dem Osten. Telegramm unseres zum Ostheer entsarrdten Kriegsberichterstatters (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Stillstand der russischen Offensive im Räume von Luck. An d-er wolhtznisch-en Front, 16. Juni. Anr 29. Mai begannen die Russen mit stärkerem Artillerieeinsatz die Feuer Vorbereitung auf d er ganzen Front vom Sihr-Ab schnitt bis zur rumänischen Grenze. Am 3. Juni steigerte sich die Artilleri('Wirkung im Räume von Luck ltm Olyka zu unerhörter Heftigkeit, in dem ein Front- stück von 25 Kilometer betroffen wurde. Am 4. Juni folgte der Jnfanterieangriff mit rücksichtslosem Masseneinsatz. Die Lime zog sich längs Her Jkwa hinüber zur Putilowka, folgte dem Kormin-Bach und bog zum Styr. Die öfter- reichischanrgarischen Truppen zogen sich kämpfend von Stellung zu Stellung zurück. Unter dem Andrang der russischen Massen wurde auch Luck auf gegeben. Danach mußten auch selbstverständlich die nördlich und südliche anschließenden Truppeii zuruckgenommen werden. Die Sthr-Stellung wurde auf dw Linie Czartorysk-Sokal eftigebogen. Deutsche Trup- p-en wurdet! eingesetzt. Gegen die neue Linie Czartorysk- Sokal schten die Russen sofort heftige Angriffe an, die blutig zusammenbrachen. Einzelne Regiuienter wurden vollständig aufgerieben, 2000 Gefangene gemacht. Westlich Luck rn Richtung Wladimir-Wolynsk gingen die Russen nur zögernd und vorsichtig weiter, ihre Truppen waren sehr erschöpft, ihre Artillerie kam durch das schwierige Gelände nur sehr langsam vorwärts. Es kam zu Nachhutkämpfen bei Torezyu „Ein Parademarsch", wie man den russischen Muschiks den Stoß vorgestellt hatte, wurde trotz des riesigen Artillerieausw-andes im Anfang die UnternehUrmrg nicht Nach dein Einsatz deutscher Truppen nxrr jede BedrohUna Kowets, des nichtigen Bahnkirotenpunktes, den die Russen als nächstes Ziel ihrer Offensive im Raunre Luck sich gesetzt hatten, aufgehoben. Der Vormarsch steht. Es ist überftussig, dre russischen Erfolge abzustreiten, nicht überflüssig, chre außerordentliche Uebertreibung festzustellen. Luck war von den Missen nickst als; Festung im nrodernen Sinne ausgebaut Diie Oesterreicher fairden alte, verfallene Erdwerke vor und legten ihrerseits Feldstellungen an, das war der Wert der Festung Luck. Ebenso übertrieben sind die rufttschen Geangen e um eldungen. Nach der Eindänrmnng des russischen Vorstoßes sind die Folgen der Offensive an diesem Teil de? Front nicht erheblich, da ihr Ausbau im Stochod-Styv Ab schnitt verhindert wurde. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. WeA Dienstag, Mittwoch Donnerstag [010141 und Samstag eintreffend: Feinste Attqel-SchelWche in drei Preislagen ff.Cabliau ohne Kopf Frische Fisch Koteletts garant. blutftische Ware in strammer Eispackung. sT Heringe^ Prima ncoe Vollheringre RollmovS, Bismarckheringe, Bratheringe, Sardinen, Anchovis. Öetsee-Delikateß-Heringe tn kleinen Dosen zum Versand ins Feld geeignet. Gebrüder Berdux, Babubofftraße 27. Fernsprecher 231. Versand nach auswärts wird prompt erledigt. j 4 Zimmer S-IiM.-W. z. 1 . 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Schulhof Telephon 119. — Prompter Versand nach ausrvärts.__ BekmmtmachmW. In unser Handelsregister Abt. wurde heute bezüglich der Firma I. Jttmann zu Gießen eingetragen : Rudolf Brumlik zu Gießen ist verstorben. Der seitherige Gesellschafter Kaufmann Alfred Brumlik zu Gießen führt das Geschäft unter der seitherigen Firma als Einzelkaufmann weiter. Die offene Handelsgesellschaft ist erloschen. Gießen, den 14. Juni 1916. MoMerzMiches, UmtsjWiM. r--'/. Höchstpreise für den Bcrknus von Speisekartoffeln. Am Grund der Bundesratsverordnungeu vorn 28. Ot tobeck' 19w über die Regelung der Kartoffelpreise, von ^ Februar 1916 über die Speisekartoffelversorgung in Fr u hi ah r und Sommer 1916 und vom 2. März 1916 übe- dre Festfetznng der Höchstpreise für Kartoffeln und di. Prersstellung für den Welterverkauf, sowie auf Grund del Bekanntmachungen Großh. Arinisteriums des Innern von 1. November 1918 über die Regelung der Kartoffelpreis, werden folgende Höchstpreise für die Abgabe von Speise kartoffeln an den Verbraucher in Mengen unter 600 Kilo gramm <10 Zentner) Mr den Bezirk der Stadt Gieffet festgesetzt: 1. Bei der Abgabe durch den Erzeuger. a) bts 20 Pfund: das Pfund 7 Pfennig, b) 1 ^!."Er bis 10 Zentner- der Zentnei _ Ü00 Mk. frei Keller des Verbrauchers. 2. Bei der Abgabe durch Händler. a) bis 20 Pfund, das Pfund 7 Pfennig, b) als 1 Zentner bis 10 Zentner: der Zentnei 6,30 Mk. ftei Verkaufsstelle. Verbringt der Händler die .Kartoffeln in den Leüei des Verbrauchers, so erhöht sich.bei b der Preis deL Zentners um 30 Pfennig. 3. Bei der Abgabe auf dem Wochenmarkt gelten dil unter l. angegebenen Preise für Erzeuger und Handlet Höhere Preise dürfen nicht gefordert werden. Die Preise sind Höchstpreise im Sinne des Höchst vretsgesetzes vom 4. August 1914 in der Fassung der Be kanntmachuug vom 17. Dezember 1914 in Verbindung mi den Bekanntmachungen vom 21. Januar und 23. Septem ber 191o. Beim Ueberschreiten der Höchstpreffe treten die dort angedrohten Strafen ein. lGefängnis bis zu6 Monater oder Geldstrafe bis 1600 Mark.) Die Anordnung tritt n,it dem 20. Juni 1916 ttr Kraft die Anordnung vom 8. Mai 1916 über die Kleinhandels Höchstpreise wird gleichzeitig aufgehoben. 1627k Gießen, den 17. Juni 1916. Der Oberbürgermeister, Keller. Bekanntmachung Der Kleinverkaus von Kartoffeln erfolgt von jetzt nur noch gegen Vorzeigung der Brotausweiskarte tu zwar Dienstags, Mittwochs, Freitags und Samstags vo mittags von 9—12 und nachmittags von 3—6 Uhr in de Gebäude der alten Gewerbeschule, Gießen, den 17. Juni 1916. Der Olrerbürgermeifter. Keller. Asterweg Nr. 25. Bekanntmachung. In unser Genossenschaflsregister wurde heute bezüglich des landwirtschaftlichen Konsum-Vereins, eingetragenen Genossenschaft mit unbeschränkter Hast' Pflicht zu Garbenteich eingetragen: An Stelle des aus dem Vorstand ausgeschiedenen Franz Stumps zu Garbenteich ist Johannes Jung II. daselbst zum Vorstandsmitglied gewählt. "2213 Gießen, den 14. Juni 1916. _ Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B. wurde heute bezüglich der Bank für Handel und Industrie, Nieder, lassung . Gießen eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 19. April 1916 ist § 23 der Satzungen über die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats abgeändert worden. ' Gießen, den 14. Juni 1916. GroßherAvgl'iches Amtsgericht. Bekanntmachung Der vom Gemeinderat beratene Boranschl der Gemeinde Lang-Göns für 1916 Rj. liegt vc 20. Juni 1916 ab eine Woche lang aus dt Bürgermeisterei-Bureau dahier zu jedermanns El sicht offen. Einwendungen tonnen während dies Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werde Es wird bemerkt, daß die Erhebung einer Umla beschlossen ist, zu der auch die Ausmärker Hera gezogen werden. ' 41 Lang-Göns, den 18. Juni 1916. Großh. Bürgermeisterei. Nompf.