M.1Z8 Zmettes Blatt Erscheint Sglütz mftWiSnahme des Sonntags. Die ^KiL-ener §amilknd!attcr" werden dein »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das ..«reirblatt f«r öen Kreis Gießen" zwennal wöchentlich. Die ..Landvßirtschaftllchrn Seit- erscheinen monatlich zweimal. M. Jahrgang Vonnersrag. *5. Zum General-Anzeiger für Gberhesjen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jche» Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lang e, Gießen. Schristleitung,Geschäftsstelle »».Druckerei: Schul* straße 7. Geschäftsstelle u.Verlag:^^5l, Schrift- leitung: S-4W112. Adresse ?ür Drahtnachrkchten.' Anzeiger Gießen. Die amerikanische Rote an die Entente. Das Walff-BuDeau veröffentlicht den Wortlaut des Pro-, der bereits vor drei Wochen vom Staa-tsd-epartement nr Washington an die erratische und französische Regierung in Sachien der widerrechtlichen Beschlagnahmung neutraler Postsachen gerichtet worden ist. Wir entnehmen daraus die wichttgsteir Stellen: Es wird mft Genugtuung festgestellt, das die englische und französische Regierung nicht beanspruchen — und nach Ansicht der amerikanischen Regierung auch gar nicht beanspruchen k ö n- n eu, daß ihre sogenannten Maßnahmen eine genügende Grundlage bilden, um daraus das Recht eines Eingreifens bei jeder Art von Postsachen im Durchgangsverkehr nach oder von den Zentral- »nüchteu herzuleiten. Im Gegenteil scheint ihr Standpunkt der zu sem, daß echte Korrespondenz" 'unverletzlich ist und daß sie , ge treu ihren Verpflichtungen" davon absehen werden, solche Korrc spokcdenzen auf ,choher See" anzuhallen und zu beschlagnahmen Die verbündeten Regierungen fahren jedoch fort, die neutralen Re mw'irntgen dieser Zusicherungen zu berauben, inden» fid die Dost auf den Schiffen im Hasen statt auf hoher See anhaltcn und beschlagnahmen. Sie zwingen neutrale Schiffe ohne rechtlichen Mund, txi ihre Hasen einzulauftn, oder sie veranlassen die Schiff- fa'hrtsgefellschaften durch eine Art von Zwang, die Post auf Schiffen über britische Bestimmungshäfen und aus Schifseu, die ausschließlich britische Hafen,aulaufen, zu befördern, indem sie so mit Gewalt durch ungerechtfertigte Maßnahmen sich eine rechtswidrige Gerichts- Hoheit aneignen. Auf Grund dieser aufgezwungenen Gerichtshoheit nehmen die Behörden alle Postsendungen, Briefpost sowohl wie Paketpost weg und beordern sie nach London, wo jedes einzelne Stück, auch wenn der Absender oder der Empfänger ein neutraler ist, geöffnet und eingehend untersucht wird, um „die Unbedenklichkeit des Inhalts" je nach dem Urteil des englischen oder französischen Zensors festzustellen. Was bei dieser Durchsicht daun schließlich übrigbleibt. wird häufig mit einem Zeitverlust, der gar nicht mehr gut zu machen ist, au seinen Bestimmungsort weitergeleitet Schiffe werden aus dem Wege nach oder von den Vereinigten Staaten und nach oder von anderen neutralen Landern ansgehalten und die Post wird zurückgehalten und erleidet eine Verzögerung von mehreren Tagen, in einzelnen Fällen sogar von Wochen und Monaten, selbst wenn sie nicht für nordeuropäischc Plätze via britische Häsen bestimmt ist. Die Regierung der Vereinigten Staaten muß erneut mit Nachdruck betonen, daß die britische und französische Regierung keine rechtlich begründete Gerichtshoheit über die Schiffe erlangen -können, die sie zwingen oder veranlassen, zur Durchsuchung der Post ihre Häfen anznlanfen und daß ihnen lals Kriegführende diesen Schiffen gegenüber keine weitergeherchcn Rechte zustehen, als sie auf hoher See ausüben dürfen: denn nach Ansicht der Vereinigten Staaten kann kein rechtlicher Unterschied gemacht werden zwischen einer Poskbeschlag- nahme abt. Wichtige Schriftstücke, von welchen nur mit großer Mühe eine zweite Ausfertigung hergestellt werden kann, z. B. amerikanische Patente für Erfindungen, seltene Urkunden, gerichtliche Papiere in Nachlaßsachen, Vollmachten, Feuerversichernngsansprüche, statistische Aufstellungen und ähnliche Urkunden sind aufgehalten worden. Verzögerungen in Empfang von Verschiffungsdokumenten haben große Verluste und B e n a ch t e i l i g u n g e n herbeigesührt, indem sie die rechtzeitige Auslieferung von Waren verhinderten. Im Falle der Macnisj Horticnltural Co. in New Port sind große Sendungen Pflanzen und Zwiebeln aus Holland nach! den hier vorliegenden Mitteilungen erfroren, da infolge Fehlens der auf die Sendung! bezüglichen Urkunden, die von ben Schiffen „Neu-Amsterdam", „Osterdyk" und „Rotterdam" herunter genommen worden waren, ihre Auslieferung an den Empfangsberechtigten nicht erfolgen konnte. Gelegenheiten zu Geschäfts ab fchlüssen gehen verloren, weil keine rasche Uebermittelnng von Offerten, Voranschlägen und Verträgen möglich ist. Tie Standard Underground Cable Eo. in Pittsburg hatte z. B. für den geplanten Bau eines deutschen Elektrizitätswerkes in Kristiania Voranschläge durch die Post emgesandt. Als nach mehreren Wochen die Papiere nicht angelangt waren, erhielt die amerikanische Gesellschaft den Bescheid, daß! die Offerte nicht mehr länger offen gehalten werden könnte, und der Auftrag einem englischen Mitbewerber erteilt worden fei. Schecks, Wechsel, Postanweisungen, Wertpapiere und ähnliche Dermögensstücke gehen verloren oder werden Wochen uud Monate lang zurückgehallen. Geschäfiskorre- spondenzen, die sich auf den rechtmäßig und gutgläubig betriebenen Hdndel zwischen neutralen Ländern beziehen, Vrivatkorrespoirden- zen, selbst gewisse amtliche 'Sendungen wie Postanweisungsverzeichnisse und andere Tinge, die von Regierungsstellen aügesandt find, werden zurückgehalten, ,gehen verloren oder werden möglicherweise vernichtet. So höre ich vom Generalpostmeister, daß gewisse von den Vereinigten Staaten nach 'Deutschland, Griechenland und anderen Ländern sowie von Deutschland »rach den Vereinigten Staaten gesandte Pvstanweisungsverzeichnisse, die zum zweftennral mit dem Dampfer „Friedrich VIII." befördert wurden, der New Bork am 19. April d. I. verließ und von dem die gesamte Post im Verfolg der englischen Praxis he runter geholt wurde, verloren find. Ter Generalpsstmeister 'hat ferner Abschriften von Mitteilungen der englischen Postverwaltung vorgclegt, in denen zugegeben wird, daß am 30. Januar d. I. die Post von dem Dampfer „Medan" in den Downs heruntergeholt und erst zu einem „zwischen dem 2. Februar nrnt> 2. März liegenden Zeitpunkt" weiterbefördert wunde sowie daß 182 zu dieser Sendung gehörende Postsache während des Transports nach Holland am 26. Februar'durch den holländischen Dampfer „Mecklenburg" verloren gingen". Die „Medan" ist ohne Unfall ein oder zwei Tage nach Verlassen des Hafens in Rotterdam angelangt. Bei der hiesigen Regierung sind zahlreiche den vorstehenden 'ähnliche Klagen eingelaufen, bereit Einzelheiten zur Verfügung stehen. Allein ich glaube genügend ^atmchen angeführt zu 'haben, um die u n e r h ö r t cundchika - rtofe Beschränkung des Postverkehrs zu zeigen wie ,re wrtgZetzt seitens der britischen, und französischen Behvrve.i'aus- geübt wrrp Nicht allein werden amerikanische geschäftlich" Inter- essen m Mitleidenschaft gezogen, sondern auch Eigentvmachte Wime internationale Rechtsrcgeln und Gewöhn! eiten verletz' Ich kann nur hinznMgm, daß diese fortgesetzte Verletzung m solchen. Verlusten für amerikanische 'Bürger führen kann und infolgedessen möglicherweise zu einer Verantwortlichkeit der Vereinigten Staaten hierfür, daß die amerikanische Regierung sehr bald g e z w u n - gen fern wird, dre Aufmerksamkeit der britischen» und f r a n z o s r sch en Regierung auf die Notwendrg- "^it eines vollen Schadensersatzes zu lenken. 44* ^^s-^ip klar und bestimmt ist und die gegenwärtige Praxis der eiigllfchennnd französischen Negierung offenkundig mit diesem Pnnzch tm Widerspruch steht, so will ich den Standpunkt der amerrkanifchen Regierung hinsichtlich der Behandlung gewisser Arten von verschlossenen Postsachen etwas eingehender amünander- wtz,en, unter genauer Beachtung der Grundsätze, über die unsere Regierungen »m allgemeinen übereinstimmender 'Ansicht zu feiit M^uen. Die amerikanische Regierung neigt zu der Ansicht, daß dre Kategorie von Postfachen, zu der Effekten, Wechsel, Zins'cheine und ähnliche Wertpapiere gehören, ebenso wie Waren od^r andere Vermogensstücke zu behandeln ist, und daher- der Ausübung der Rechte der Kriegführenden in gleicher Weife unterliegt' Post- anwerf ungen, Schecks, Tratten, Bantnoten und andere Geldersatz- mittel muffen wobl ebenfalls als Waren angesprochen werden Dagegen müssen Korrespondenzen, einschließlich Verschiff»»»!»--»»».-- künden rmd P o f tan Weisung sverzeichniffe, selbst wenn sie sich'auf hr- 0 dcr Ausfuhr" beziehen, außer wenn sie auf dein selben Schiff mrt der Ware, auf die sie sich beziehen, befördert werden. nach Anficht der amerikanischen Regierung als „echte Korrespondenz angesehen »verden und haben ein Anrecht aus freie Durchfuhr. ^zn Anbetracht der unzuläffigen Methoden, die die. englischen und französischen Behörden anwenden, indem s e Postsendungen, die zwischen den Bereinigten Staaten und airderen neutralen Ländern, fowre zwischeii den Vereinigten Staaten und den F unden Englands verkehren, aufhalten, kann die Regierung der Vereinigten Swaten das Unrecht, das Bürger der Vereinigten Staaten durch diese Methoden erlitten haben und weiterhin erleiden, u i ch t dulden Wollte wan sich einein solchen unzulässigen Verfahren fügen, io wurde damit wiederholteu Verletzungen des Völkerrechts pAch ^ kriegführenden Mächte auf Grund' militärischer Notwendigkeit, über die der Verletzende der alleinige Richter sein würde, Tür und Tor öffnen. M ist klar,^ daß ein neutraler Staat nicht zulassen kann, daß seine Rechte auf hoher See durch Kriegführend' bestimmt werden, oder daß die Ausübung dieser Rechte von der Regierung krieg- fiihrender Staaten nach WMür zugelassen oder versagt wird Dre Rechte der Neutralen sind ebenso sicher, lvie die Rechte btt Kriegführenden und müssen streng beobachtet iverden. Mit Rücksicht auf das Völkerrecht und die ReÄe der Neutralen, deren Berücksichtigung die englische und französische Regierung so oft betont haben, uiid deren Uebertretnng sie gegen ihre Feinde in nock» me kr Opi er als bisher bringen nrusseli, um diesem MiUtand eftngernmßen zu begegnen. r <- y «v , M. IU l l l Il U, Jt ’C N IlgeN bllckllche Knappheit auf dem Bier mar kt ist, so utkangenehn: sie v-u den Verehrern des Gerstensaftes enipffinden »vird, dennoch hu neues Ereityns in.der uralte»! Geschichte dieses voll' -»lib''ei "fttränkes des Deutschen. Sv Nwr vor genau 200 Jahre,» die tz>" st in der Neumark mißraten. Wenn das Bier ferner diese: e" GL« »me bisher auf'lveisen sollte, maßte es notwendigerweise im Preis steigen. Durch einen sogenannten Bierrezeß »mir in der Neumor festgesetzt worden, daß von einen» Wispel (üerste 12 Tom.w » 'ü, - gebraut, und der Preft^ des Bftres drein»a! im Jabo»' ?» Mül- -Z Wechnockiten und Ostern, »rack, dem Preise dm Gnste brttimnr werden sollte. Nu»» m-rtangten aber- die der Girni son, daß der Preis des Bieres »richr gestergert »eürd- -md da» der Soldat, der sem besttnnntes Quanttrm lwben »nmse d>- Quart, mc bi&ftt, für 6 Pftmsig erhielt: die Branr,- köm»»e» sich ia dadurch lwffen, daß »re dünnes Bftr br»-iiie>» ^ie Pstegn aber, denen es weniger aus die Ätzasse, al- aus die d - Bftr-.- ankam, woMen lieber etwas mehr zahlen, als ein idMedm^ Ge trern i haben, und wandten sich mit eflier den reift s vz-eckren den Vor- stelluirg an den praktischen SoldattnLönig Friedrich Wsiieelm I. der daraus svlgeikde migMelli' Enffcheidnn' erließ: .E» hat'-en Seine Königliche Majestät aklergnädigs» resvlvier». daß in den^i Stzrdten, wo Garnisons lftgen, mm Belass de. Soldaten un- armen Leute »vöchentlich eine gewisse Za!n der Bran?>gner nack der Reibe herum nichts aks Speise-Bier nns 1 Sckn'sfti Malst pro Tonne brauen »n»d das Bier nach de»- ' »re des Gersten brüste vnd der l ln kosten höchstens wft 6 Pfennig dos Quart bezahle! »verden solle. Die übrigen Brnneignm aber sollen ü zwenen Sebüftl Maltz pro Tonne brauen und das Bier nach der ordinären - -", Lande und Städten gesetzten Taxe bezahlet, auch davon die ? -e» Schank-Krüge versorget werden, »oft dessakls an die Krftp r .? Stener-Komnnssarie»k jedes Orts gehörige Ordre erqmrgnr. M§ BÄ. Mrse Bun-esratsverordmmg über den gewerblichen Betrieb in der Schuhbranche. B^e r l i n, 14. Juni. (WTB. Amtlich.) Der Bundes- r a t Hut in seiner Sitzung vom 14. Juni entsprechend den iiberei:iftimmenden Wünschen der Verbände der beteiligten Arb.ltgeber und Arbeitnehmer eine Verordnung erlassen, nach der für gewerbliche Betriebe - in denen Schuh- w irren mit ledernen Un(erböden irgendwelcher Art her- gestcllt werden,, sofern die Zahl der gewerblichen Arbeiter oinschli-eßlich der Hausarbeiter (Haus gewerbetreibenden, Heimarbeiter und dergleichen) mindestens vier beträgt, die Arbeitszeit in den Werkstätten oder Fabriken für den einzelnen Arbeiter und Betrieb in der Woche 40 Stunden ausschließ tick) der Pausen nicht überschreiten und ebenfalls nur eine entsprechend verringerte Arbeitsmenge zugeteilt werden darf. Durch diese Einschränkung soll bei der Knappheit der verfügbaren Vorräte an Bodenleder die Ar- bei'tsgelegenheitvermehrt und der E n t l a s s u n g zahlreicher Arbeiter vorgebeugt werden. Um Umgehungen zu verhindern, wurde weiter bestimmt^ daß Personen, die in Werkstätten oder Fabriken beschäftigt sind, Arbeit zur Verrichtung außerhalb des Betriebes nicht übertragen werden darf, ferner, daß die Stücklöhne und Stund enlöhne nicht herabgesetzt und die Tages- und! Wochenlöhne nur im Verhältnis zu der tatsächlichen Beschränkung der Arbeitszeit gekürzt werden dürfen. Die Regelung der dabei nicht in Betracht kommenden Fragen, zum Beispiel die Höhe der Entschädi- gnng, die dien Arbeitern für unverschuldeten Loh uausfall zu gewähren ist, ferner der Beiträge, welche die Unternech itret zu diesen Entschädigungen zu leisten haben, und der Bestimmungen darüber, unter welchen Umständen eine Verminderung der Zahl der Arbeiter stattfinden darf, wird ' durch die Kontrollstelle für frei gegebenes Leder in der Weise erfolgen, baß nur solche Betriebe, welche versprechen, sich den'Anweisungen zn fügen, Leder erhalten. * Stuttgart, 14. Juni. (WTB.) Die Z weite Kam mer des Landtages nabm heute nachmittag ihre Sitzungen wieder 1 auf. Ministerpräsident Dr. v. Weizsäcker führte u. a. aus: Von der leitenden deutschen Stelle sind kürzlich die Bemerkungen des englischen Ministers des Auswärtigen, Grey, und seiner ' Genossen über den preußischen Militarismus gebührend zurückgewi-esen worden. Aber ein Wort zu den Reden über den preußischen Militarismus ist auch in Süddeutschland den Einzel- staalen gestalten ja meines Erachtens notwendig. Sir Edward Grey und seine Landsleute haben vor Adern und an vielen Orten des , Westens die'Schlagkraft der schlväbischen Soldaten kennen gelernt (Bravo) uird nässen, daß wir stolz ßnd auf den schwäbischen Herzog und Armsefützrer dort oben; wir wißen, daß auch Schwaben auf den Kriegsschiffen sind, die den Traum der englischen Vorherrschaft zur See empüudlich gestört haben. Den Engländern ist unbekannt, wie wir im Süden es dankbar anerkennen, daß der preußische vaterländische Militarismus im Geiste der Befreiungskriege von 1813, 1814 und 1815 uns alle nunmehr in dem Befreiungskrieg gegenüber der BergewaltigunKspolitik der Entente schützt. Das deutsche VpU ist in dem Kriege zu einer Gemeinschaft von einer solchen Fnffgkeit zusanrmengewachsen, die es in der bisherigen Geschickte nicht gab. (Bravo!) Das« ist der partikularistische Geist, der heute noch in den deutschem Stämmen wach ist und der darin besteht, daß jeder StaniM das größte Opfer für das gemeinsame Vaterland in seinem Daseinskampf zu bringen bereit ist. Alle känrpfen für die nationale Zukunft unseres Volkes. Wir vertrauen aus unsere Kraft, in ihr liegt die GcwcvMe füge unseren Sieg. Aus StaHt und Land. Gießen, 15. Juni 1916. ** Die Oel- und Fettv erteilung durch die Stadt hat gestern in beiden Berkaufsstellen Neustadt und Zlsterweg ihren Anfang genommen. Maar hat den Verkauf diesmal besser organisiert wie bei der Eier Verteilung, indem man die Ausgabe an die Konsumenten bezirksweise eingerichtet hat. Gestern und heute machte sich die Sache recht gut und von einem Gedränge war nichts zu bemerken. Es ist auch gar^z zwecklos, sich schon vor der Eröffnung der Verkaufsräume lange vorher wartend aufzuhalten, wodurch erstens die unliebsamen Menschenansammlungen verursacht werden und weiter bei der Austeilung der Ware ün Innern der Räume das Gedränge entsteht. Es ist soviel Oel und Fett vorhanden, daß ein jeder die ihm zugeteilte Menge wirklich erhält, ob er vormittags oder nachmittags den Einkauf vorninrmt. Die Käufer können aber nicht oft" genug gebeten werden, kleine Münze mit zur Stelle zu bringen, damit das Zahlungsgeschäft sich glatt abwickelt und damit nicht unMrge Zeit durch Wechseln größerer Geldstücke und Scheine verloren gehst.,Während der Tage, an denen; ptl und Fett abgegeben wird und ebenso an den Spargel- tojert ruht der Verkauf von Käse und Hütfenfrilchten ganz. X ** Der Oberhessische Bienenzüchter -Verein vefaitschltet vom 26. Junr bis 1. Juli in H i r z e n h a i n einen Kursus. Außer Bereinsmitcfliedern finden auch Kriegsinvaliden, Fmuen oder Töchter gefallener Krieger Ausnahme. Für Unterkunft und Verpflegung der Teilnehmer wird gesorgt. Anmeldungen sind sofort zu richten an Buß, Leihgestern, oder Hensel in Hirzenhain. Landkreis Gießen. ** Annerod, 15. Juni. Ersatzreservist Heinr. P f e i f f e r beim Res.?Jns.-Regt. 176, z. Zt. im Osten, wurde mir der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. K. Kl öfter-Arnsburg bei Lich, 14. Juni. Am Pfingst- dienstag fand hier das Jahressest des evang. Rettungshauses Arnsburg statt, wegen der feuchten Witterung leider nicht im Walde, sondern in der Kapelle, die von melieren hundert Besuchern dicht besetzt war. Tie Festpredigt hielt Pfarrer Schmidtmann aus Kaldern bei Marburg über die Wandlung der Herzen, worauf der Generalsekretär der evang.-kirchl. Blaukreuz-Verb ände^ Pfarrer Dr. Burck Hardt aus Berlin, über das Thema: Der Kamps der Geister gegen zwei Fronten" sprach. Er betonte besonders, daß jetzt noch täglich 42 000 Zentner Gerste verbraut, eine unverantwortliche Ndenge Kartoffeln zu Trinkbrannt-, tvein verarbeitet würden. inrd daß der'' Schutzverband für das Brauereigewerbe vor einiger Zeit eine Millivri. Zentner Zucker verlangt habe! In der Nachversämmlung zeichnete derselbe Redner einige erfteuliche Bilder von Erfolgen wider die Wkoholnot in Heer und Flotte. o Lang-Göns, 15. Juni. Kriegsfreiw. Karl Nern, Sohn des Käsesabrikcmten und Landwirtes Karl Hch. Nern, erhielt das Eiserne Kreuz. Karl Nern diente beim Jitt.-Regt. 222, 3. Komp., wo er verwundet wurde. — Unteroffizier Wilh.'D e rn beiin Art.-Regt. 205 erhielt das Eiserne Kreuz. Dern ist der Sohn des Käsesabrikanten und Landwirts Hch. Dern. tt. Treis a. d. Lda., 13. Juni. Das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhielten Unteroffizier I o ch e m aus Laubach, der vor dem Kriege hier als Lehrer gestanden, und Gefreiter Phil. Kehr, Sohn des verstorbenen Schneidermeisters Phil. Kehr V. dahier, beide in der 5. Kompagnie Jns.-Rgts. Nr. 116. Kreis Lüuterbach. > ,M. Engelrvd, 15. Juni. Nicht allem die Eier sind jetzt ein begehrenswerter Artikel, sondern auch die Hühner selbst werden jetzt von Liebhabern ausgesucht und anscheinend zu Züchterei an ick Anbetracht der einträglichen Eierprerse angelegt. Um jedoch die Anzucht recht billig zu haben und recht schnell zu dem! lockenden SSerbieuft zu gelangen, hat ein solcher Liebhaber in der Macht v»m zweiten auf dritten ^Pftngsttag dem' Spezereihändler H. Schäfer von hier einen ganzen Stamm, 13 Hühner mit Hahn, ans dem Stalle entwendet. Der Täter konnte noch nicht ermittelt werden. . Kreis Schotten. § Aus dem Vogel Sbe cg, 14. Juni. Auch auf dem Gebiete des Tabakverbrauchs hat, wie bei schon so vielen Verbrauchsartikeln und Lebensmitteln, eine rege Einham st erung Platz gegriffen. Bei den bisherigen Preissteigerungen von nur 5 Pfennig für das Paketchen Tabak hat Man sich es ruhig gefallen lassen; jetzt aber, wo das Paket aus 20 Pfennig mehr in die Höhe geht, fangen verschiedene Raucher an, sich einen stattlichen Vorrat aufzukaufen. Manch altes Groß,Väterchen, ivelches gewohnt ist, seine Pfeife nicht ausgehen zu lassen, und nun doch den Griff in den Geldbeutel nicht zu tief Machen will, geht zum Hamstern aus. Kann er in seinem. Orte nicht genug Vorrat bekommen, wird ein Gang in die nächste Umgegend unternommen — und es sieht gar zu wunderlich aus, wenn, dann der alte Großvater schwer beladen mit Tabak heimkehrt. Ein Sätoiber ist es gerade nicht, daß der Tabak bei uns immer weniger wird, denn es sollen, wie verlautet, bei Manchem bis zu 100 Pa kochen (25 Pfund) Tabak aufgestapelt sein. Hessen-Nassau. [] Marburg, 13. Juni. Tie festlichen Veranstaltungen, welche mit der Grundsteinlegung des Invaliden heims für Jäger und Schützen verbunden waren, begannen gestern in den mit Waldesgrün und Jägerzeichen geschmückten Ztadtsälen mit einem Begrüßungsabend. Heute mittag schloß sich die Hauptversammlung an, in der u. a. die Organisation des Vereins für ganz Preußen besprochen rvurde. Nachmittags um 4 Uhr bewegte sich, trotz der Regenschauer vom Marktplatz aus ein stattlicher FAt- zug, in dem eine Kompagnie Jäger, die Vereine, die Jugendw-chv usw. vertreten waren, nach, dem Baugelände am Ortenberg, wo in feierlicher Weise die Grundsteinlegung zu dem Gebäude statt- wird. Ansprachen hielten Kommerzienrat Schäfer, Bankier Karl Strauß und Oberbürgermeister Trv j e. Später schloß sich ein von Angehörigen des Jägerbataillons Nr. 11 und Mitgliedern des Vereins ehemaliger Jäger und Schützen veranstalteter Md- grüner Abend an, dessen Reinertrag dem Bausands zufließen soll, ver jetzt 160 000 Mark beträgt und zu dem in Marburg ausschließlich der von der Stadt beivilligten 20 000 Mark allein 100 000 Mark gesammelt wurden. Die Gesamtkosten des Heims rcetöen; aus 350 000 Mark veranschlagt. ul. Limburg, 14. Juni. Auf Veranlassung des Warenhauses Geschwister Mayer wurde dieser Tage bei einer Diezer Familie, ans,der ein Mädchen und ein Junge in der betreffendest Firma beschäftigt sind, eine Haussuchung vorgenommen. Die Polizei förderte ungeheure Mengen gestohlener Gegenstärwe aller Art zu Tage. So fand sie Kleiderstoffe, Leibwäsche, Haus- undi Küchengeräte, Schmuck- und diippsachen, Lederwaren, Uhren, viel Schuhe, wertvolle Teppiche, die im Bett versteckt gefunden wurden. Der Wert dieser iviedergefundenen Gegenstände erreicht schon jetzt die Höhe von 1200 Mark. Der Hauptbeteiligte an den Diebstählen ist ein erst 15 jähriger Lehrling, der verhaftet wurde.