m. |36 Zweiter Blatt §66° Jahrgang Erscheint täglich Mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gletzener KamIkenbMtter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..Breisblatt für den Ureis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zettfrage«" erscbeinen monatlich zweimal. General-Anzeiger für Oberhesjen DiMZtag. lZ. Zuur M6 Rotationsdruck und Verlag und der Brühl'jchen Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriitleitlmg,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schul» strape 7. Geschäftsstelle u.Berlag:S4K51, Schritt« leitung: ^ÄAI12. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Der Rücktritt des Rabinetts Salandra. Ro»AL, 10. (WTB.) Meldung der Agenzia Stefmri. Während der Diskussion in der Kammer üd^r die provisorischen Budgetzwölftel hielt Ministerpräsident Salandra eine Rede, in der er die internationale und die militärische Lage cnrseiinrndersetzte und über die Politik der Regierung (Erklärungen ab gab. Nach seiner Rede erklärte sich Salandra mit der Tagesordnung Luciani einverstanden, die lautete: Die Kammer fiat Vertrauen zu den Maßnnhmeir der s^egierung und bewilligt die provisorischen Midgetzwölstel. Salandra bat, hierüber namentlich abzustimnren. Noch mehreren Erklärungen über die Abstinunnng lehnte die Kanrnrer in namentlicher Ab stimmung mi t 19 7 158 Sdim-men den ersten Teil der Dages- ordn«wg „Die Kammer hat Vertrauen zu den Maßnahmen der Regierung" ab. Bern, 11. Juni. (WTB'H Meldung der AgenziaStefan:. „Messagero" berichtet: Unmittelbar nach der gestrigen Karmnersitznng berief Salandra die Minister zusammen. Nach krwzem MeinurrgsmrstiLusch wurde man sich über die Demission des Kabinetts schlüssig. Salandra wird die Demission am Montag der Kammer und am Dienstag dem Senat bekanntgeden. 9Lach dem Ministerrat verfaßte Salandra eine lange Depesche an den König, der heute abend oder morgen früh in Rom eintveffen wird, um die üblichen Bespvechurlgen zu beginnen. DK Mde Saümdrrrs Ro m , 14. J»7n. (WTB.) Im Laufe der Beratung über die provisorischen B u d g e t z w ö l fte l erklärte der Ministerpräsident Salandra: Dee VerHandüMyM über die p ävv ffott sthen Budgetziwölftel des FrmMMch-res 1916/17 umfassen die ganze Politik der Regierung uiib beanspruchen eine einzigartige Wichtigkeit in Anbetracht des Ernstes des geschichtlichen Augenblickes, den wir erleben. Ter 7^inmrzminister wird über die außerordentlichen Finanzmaßnahmen stir den .f^rvog und über die fiskalischen Maßregeln sprechen, die! erfolgreich lwt b evettet worden sind, um unseren Kredit in einein Slugenblick aufrecht zu erhalten, in dem das Land seiner am dringendste,: bedarf. Tie zuständigen Minister foerden auch aus andere Fragen wirtschaftlicher und verwaltungstechnischer Art antworten, die ^stellt werde:: körrnen. Aber die Regierung gibt sich Rechenschaft von der berechtigten Erwartung der Kammer und hält es für augezeigt, im Gegensatz zu dem üblichen Verfahren der Beratung als Ernlettmrg ernüfe Erklärungen über die intern nationale und militäris«che La-ge vvroustzuschicken, das heißt Wer zwei-Gegenstände, in denen gaaiz uatürllch die besorgte Erwartung des Landes und des Parlaments zustrmment reffen. Vor zwei Monaten lcht die Ka mm er mit sehr großer Mehrheit ih-r« Zustimmung.-Eden Richtlinien unserer internationalen Politik gegeben, die vom Minister des Aeußern dangelegt wurden. Diese Richtlinien Haber: sich nicht verändert. Es hat sich nichts Neues ereignet, was.sie hätte ändern körm-en. Wir können indessen fest versichern, daß die loyale und tätige Solidarität mit unseren Alliierten in dieser kürzen Zeitspcovs: Veranlassung, und Gelegen- heit gehabt hat. sich in der vokltzvvnsesor llebevemstimmung der Zicke z u beßest ige,^. die stch im beSünLsgen sZ^samm smft r ün der Kräfte knndgStt. Der Krieg ist lang: und ha rt. aber gerecht, so daß niemand Unter denen, die für die Unabhängigkeit der zivilisierten Nationen kämpfen, «3 bereuen kann, in ihn eirrgetreten zu sein. Er legt uns, um den Sieg zu erringen, eine Emigkett dev Gesinnung und Kriegführung ans, die täglich vollständiger wird. Wir müssen haben und wir haben mit tmseren Alliierten eine Gemeinsamkeit in Freud und Leid. Wr müssen haben und wir haben, was wett mehr wert ist, gemeinsam bestimmte nähere und :vettere Ziele. Wir haben mtt wchhselseitiger Berettwilligkett jede mögliche Hilfe an Kriegsmaterial, dessen Verbrauch jede menschliche Voraussicht übertrifft, gewährt imfo erhalten. Die sta r ke Offensive, die der Feind gegen uns unterUommeir hat, und in der er einen so gvoßen Teil seiner Kräfte festgeLgt hat, hat de:: siegreichen Ansturm irnserer mächtigen Alliierten etteichtert. Wir können daher erwarten, daß es diesmal dem Feinde nicht gelingen, :oird, aus dem Vorteil seiner zentralen Lage in überraschende.".! Weise dtntzen zu ziehen. Ebenso wie die Ereignisse die höchste und dauernde Notwendigkeit jener Solidarität zeigen, die sich stets mehr vervollständigt, so muß diese sch auch in den weniger hervortretenden, aber sehr wichtigen Maßnahme,: wirtschaftlicher u:ü> finanzieller Art äußern. Tenn die Widerstandsfähigkeit der Armeen hängt von der Widerstandsfähigkeit der nationale:: Organismen ab. Unter diesen Gesichtspunkten ivird die italienische Regierung ans der Konferenz, die sich nach geeigneter Vorbereitung und Meinungsaustausch in Paris versammeln wird, durch ihren Finanz- minister vertreten sein. Dort werden endgültige 'Abmachungen über die wirtschaftlichen Maßnahmen internationaler Art getrogen werden, und wenn es sich als unmittelbar nützlich während des Krieges erweist, wird dort die wirtschaftliche Regelung für die Zukunft _ vorgenommen lverden, wobei übrigens keine endgültige Verpflichtung übernommen werde:: kann, da die Zustimmung hierzu dem Parlament Vorbehalten bleiben muß. Die Re- gierung, die es für ihre Pflicht hält, den Geist des Landes zu erhalten und zu heben, und dem Lande volles Vertrauen zu sich selbst und zu seinen Streitkcästen zu Wasser und zu Lande einzu- slößen, die zu. seiner Verteidigung und zum Angriff auf den Feind vorbereitet sind, erkennt zugleich, daß es der schlechteste Weg wäre, ihm Illusionen über die schicksalsschweren Wechsel- sälle eines so großen Krieges zu machen und ihm nicht die militärische Lage so darzustellen, wie sic in Wirklichkeit ist. Nur so kann man die, selbst lvenn sie unbewußt ist, verbrecherische .Handlungsweise derer vereiteln, die plötzliche Al arm gerächte u n d d ü st e r e Vermut nu g e n ausstreuen, und die umso leichter den Maßregeln, die dies verhindern und bestrafen sollen, entgehen. So schmerzlich es auch ist, dies festzustelleii, ilyce Tätigkeit macht sich nicht nur inmttten des Volkes, sondern sel b st in den höchsten sozialen und politischen Schichten bemerkbar, wo sic eigentlich durch sofortige und kräftige Gegenwirkung ihrer Kreise richtiggestellt und zurückgewiesen werden sollte. Während sich unsere größte militärische Anstrengung gegen Osten richtete, um den Sähen Widerstand zu überwinden, den die natürlichen Hindernisse und die seit langem eingerichteten Verteidigungsanlagen unserem Willen entgegensetzten, die territorialen Ziele zu erreichen, die in direkter Beziehung z:: den letzten Zielen des Krieges stehen, hat der Feind eine Pause an -den anderen Fronten beirutzt, eine starke Angriffsbewegung gegen uns vorbereitet und in einer Ecke des Trcntino zahlreiche aus gewählte Truppen und eine ungeheure: Menge Artillerie zusammerlgezogen. Der Feind hat für seinen Angriff die Linie des Lagarinatales und der Brcntahoch ebenen gewählt, sei es, weil im Trentino die feindliche Offensive eine kräftige Unterstützung in den vorbereiteten vorgeschobenen Besestigungen und in dem umgebenden G-elände finden mußte, sei es mit Rücksicht auf die weniger große Widerstandskraft unserer Verteidigungsstellungen in den Bergen, die er zu durchschreiten hatte, so daß er möglicherweise die Ebene an deren Fuße bedrohen konnte. Dies war der verwundbarste Punkt unserer Grenze, die im Jahre 1866 so gezogen worden ist, daß sie die Türen zu Unserem Hanse dem Gutdünken unseres Erbfeindes offen ließ. Diese ungünstigen Umstände machten die e r st e n u n l e u g b a r e n Erfolge der feindliche:: Offensive möglich. Es muß jedoch mit männlicher Offenheit zugegeben werden, daß eine besser vorbereitete Verteidigung ihn wenigstens länger und weiter von dem Rand des Vergbrndes aufgehalten haben würde. So erklärt es sich, daß es auf das Land einen schmerzlichen Eindruck Mächte, als es vernahm, daß nach einen: Kriegsjahve es dem! lFeinde gelungen :var, seinen Fuß auf ein Stück vaterländischen Gebiets zu setzen, klein ohne Zweifel, aber heilig wie jedes Stück des Gebiets der Nation. Aber wir stehe:: jetzt in der vierten Woche seit Beginn des erbitterten Kcunjpfes, und es ist gelungen, den eindringenden Massen dos Feindes Widerstand zu leiste:: derart, dajß er nach seinem! ersten und zu leicht erru:rgenen Erfolg nur eine sehr kleine Strecke weiter Vordringen konnte. Es wäre kühn, sagen zu wollen, daß der kritische Augenblick vorüber seß da der Feind, durch heroischen Widerstand auf den Flügeln aufgehalten, ganz gewaltige Anstrengungen gegen unsere Mittelstellungen Macht. dlber wir können dem En dausgang mit gleichmütigem Vertrauen entgegenfehen. Der Eindringling wird nichts gegen die zahlreichen urtb gut ausgerüsteten Truppen ausrichten kö:men, die wir ihm! entgegengesteltt haben. Der unbezwingbare Mut unserer Soldaten, ihre Widerstandsfähigkeit gegen Entbehrungen, ihre Furchtlosigkeit gegenüber der Gefahr gleiche:: die natürlichen Mängel der Stellungen aus, in denen wir uns verteidigen. Diejenigen von.Ihnen, meine Herren, die sich in das Kampfgebiet begebe:: wollen, wo sick die nächsten militärischen Ereignisse abspielen werden, werden sicherlich ebenso wie ich selbst, einen beruhigenden Eindruck zurückbringen. Sie werden mit festerem und zuversichtlicherem Herzen zurückkehven und im Lande den Funke:: rvi-e- der entfack-en, der den Geist der Entschlossenheit, der Opferwillig- keit und des Vertrauens beleben wird, von dem die Söhne des La:ü>es, Führer wie Soldaten, seine besten Kinder, die, welche kämpfen und die, rvelche sterben, beseelt sind. Wenn Sie von uns andere Auskünfte, genauere Erläuterungen und andere Zukunft«' betrachtungen verlangen, so wird die Regierung sie Ihnen mit vollständiger Aufrichtigkeit geben, ohne je an der Wahrheit etwas zu ändern, aber freilich nur in dem Mäße, als dies nach ihrem Urteil den Interessen des Landes nicht schaden wird. Im übrige:: können Sie ja auch selbst nicht wollen, daß durch unsere Besprechungen dem Lande ein Schaden verursacht oder seine moralische Kraft irgend tvie gemindert )vird, die ich uns erhalten müß und die Sie zweifellos auch selbst erhalten wollen, wie Sie es au anderen Parlamenten sehe::, die gewiß ihrem Vaterlande nicht ergebener sind als unsere KaMMer. Unseren Besprechungen müssen Grenzen gezogen sein. Auf der anderen Seite ist Ihr Recht auf Kritik unbegrenzt, ebenso roie Sie, wenn Sie wollen, auch die Möglichkeit haben, die Handlungsweise der Regierung zu verurteile::. Aber wenn Sie ei ne solche Verurteil ungaus sprechen Müssen, so mö ge es mit Würde und kurz geschehe::. Der gegenwärtige Augenblick verlangt Taten und nicht Worte. Die Rcgiermrg Muß ohne Rast mit allen Kräften arbeiten, uM dem Heere uud der Flotte die unentbehrliche:: Mittel wm. Schutze des Landes in dieser harten Prüfung zu geben. Wenn Sie die Regierung heute ihrer Aufgabe nicht gewachse:: glauben, so müssen. Sie diese Aufgabe solchen Männern anverttaucn, welche in der Lage sind, sie zu vertteten. Niemand aber wird uns diesen einzigen Ehrgeiz absprechen können, daß wir mit völliger Ergebenheit und Llusrichtigkeit dem Vaterlande alle unsere geistiger und moralischen Kräfte gewidmet haben. Die Aussprache. Rom, 11. Juni. (WTB.) Kammer. Im weitere:: Verlauf der Sitzung griff der Sozialist Grazicrdei jdas Ministerium sckMrf an uud sprach dre Ueber^euguug aus, daß das Land die gegenwärtige Krise, so ernst dieselbe sei, über- stehen-werde. Auch der Republikaner Pirol: n i bekämpfte das Kabinett ltnb erklärte, daß das italienische Volk nicht besiegt werden könne und forderte die Sozialisten auf, ihre Opposition gegen,,den Krieg aufzugebeu. Tu ra th(Sozialist erklärte, daß seine Freunde gegen die Regierrrng stimme:: werden rrnd ihren Glauben an die Kraft des Sozialismits unversehrt bewahren. Der Radikale Ale s s i o führte cms, er sei der Regierung schts freu:rdlich gesinnt gewesen, aber heute sei die Lage eine andere. Die Rogierrrng müsse ihre Politik vor den: Parlament veruntworten. „In diesem Augenblick, schloß der Redner, braucheu Wir eine RegiEng, welche die gesamten Kräfte der Nation in sich saßt." Sa landra erwiderte, er habe seinen ErWrungen nichts hinzuzufügen. Die Regierung rrehme die TagesordtErg Luciani an und verlange die gesortt>erte Abftmrmuug über die beiden Absätze. Jetzt sei keine Zeit für zweideutige Hal- ttcngen. Die Regierirng werde ihre Haltung nach dem Ergebnis der Abstimmung richten. Hierauf begründeten verschiedene Deputierte im Namen ihrer Parteien ihre Abstim- :nung, darunter erklärten Giardini für die Radikalen, Leonardo Bianchi für die konstitutionellen Demokraten, Medici für die Nationalisten gegen die Regierung stinrmen zu wollen. Med a (Katholik) fithrte im Nainen seiner Gesinnungsgenossen aus, daß er für die Regierung stimme:: werde, weil er eine Krisis als unzeitgemäß cmsehe. 5pierauf wurde zur Abstimmung geschritten, deren Ergebnis bereits gemeldet ist. Schließlich wurde entsprechend Annst, Wissenschaft nnd Ceben. — Wieder Hagelschlag auf die Pflanzen wirkt. Wenn ein gewaltiger Hagelschlag niedergeht, rüemt man, die Kraft der niedersansenden Körner, die doch im Gesicht empfindlick>e: Schmerzen venrrsachen, :nüffe alle Blätter und Blüten vollständig zerschmettern. Allein das ist durchaus nicht der Fall. Je nach dem Bau bleiben manche Pflanzen bei stärkstem Hagelschlage fast unversehrt, während andere den schwersten Schaden er lüden. Eine cmßewrdentlick> fesselnde wissenschaftliche Beobachtung hierüber teilt Dr. Thilo Rumbach im nächsten Hefte der von Dr. Berliner und Prof. Putter herausgegebenen „Naturwissenschaften" mit. Er hat die Wirkung des^ gewaltigen Hagelschlages vom 4. März d. I. auf dem Botanischen Garten von Rovi-gno an der Adria genau untessucht. Das Unwetter hielt über eine Stunde an, und es sind dabei 5)agelkörner bis zu 28 Millimetern Durchmesser beobachtet toorden. Nach dem Hagel war der Ganten von einer 3 Zentimeter dicken Eiskörnerdecke eingehüllt, und darauf lagen die Blätter, Blüten, Früchte und Zweige, die dem Hagel zum Opfer gefallen waren. Schwer bettoffen waren die Erdbeerbäume. Unter diesen immergrünen fsttacchieirsträuchern lag Blatt neben Blatt, glatt am Grunde des Stieles abgeschlagen, und zwischen ihnen fanden sich Triebe von zwei, drei und mehr Jahren. Dagegen war den nach unten hängenden 'Fruchtstände:: nichts geschehen. Der Lorbeer hatte gerade in den mit dicken Blütenknospen schwer beladenen Sprossen die stärksten Verluste erlitten, wcihrend seine ebenfalls lederigen Blätter in etwas geringerer Zahl zu Boden geschlagen waren. Der imnter- grüne Kreurzdorn l>atte viele von seinen kleinen Zweigen verlöre::; finger- und handlange Blütenzweige lagen am Boden, und viele der abgeschlagenen Blätter zeigten Riffe vorm Rande senkveckst bis zunr Mttelnerven. Der immergrüne Schnecbail hatte wegen seiner Elastizität außer ein paar Blättern nur einige Döldchen aus seinen Blütenschirmen verloren; dem Liguster, der Mptthe, den widerstandsfähigen Steineichen und Korkeichen hatte das Uruvetter kaum ein paar Blätter genommen, während die Steinlinde so Mt wie ganz ohne Schaden davongekominen war. Auch den Ranken, wie dem Smilar und dem sttauchigen Spargel Mit ihren schwanken Stengeln war nicht das geringste geschehen. Der Besenginster hatte viele seiner saftigen Jungtriebe eingebüßt, wahrend der Harnstrauch, ein Strauch von ähnlicher Wuchsform, die Hagelstöße elastisch hatte parieren können und darum keine Verletzurrg aufwies. Die Pflanzen des somMergrünen Buschwaldes^ waren nur wenig mitgenoMmen; die Geißblattarten hatten einige fingerlange Zweige hergeben müssen, von der flamnigen Eiche waren ein paar vertrocknete, vorjährige Blätter abgersssen, und ähnlich hatte der Jichasbahn einige seiner alten trockenen Schoten eingebüßt. In der Karstheide hat der Hagel stärker gewrrkt. Von den Cistusröschen hat er die meisten jungen Triebe zu Boden geschmettert, von Ruta graveolens hat er ganze Ae,te abgeriffen, von den Wolfsmilcharten die Blütenstände geknickt oder Blattreihen wegraftert, und zatte Blüten, wie Tricho- nema, Pulsatilla, Anemonia und Viola niedergeschlagen und zermalmt. Orchisblätter sind zerquetscht und merkwürdigerweise ein paar Jrisblätter geknickt. Bei Rosa oenttfolia, die gerade aiffs neue erblühte, waren einige Blütenstiele geknickt, doch nichts gebrochen. Halvia- und Artemisier-Sttäucher hccken süh äts ebenso unverwüstlich erwiesen wie die Gräser. De:: Pflanzen des' Salinenbodens und de:: Strandpflanzen ist so gut wie nichts geschehen. Asphodelus und Juncus haben einfach tue Hagelkörner in die Blatt'winkel hineinrollen lassen und damit jeden Schaden abgewehrt. Der Alant hat alte trockene Blätter und einige junge Trrebe verloren. Bon allen Pflanzen am schwersten hat der MarchelbauM gelitten; die jungen Blätter, die Blüte::- :md 'Fruchtansätze und selbst die noch dransitzenden alten Früchte hat der Hagel abgeschlagen? Der Oel- baum hat sich Mt gelzälten und nur weinige der mit den Spitzen nach oben gerichtete:: Blattbüschel verloren. An den Orangenfträu- chern sind die Blätter, die der Hügel nicht zu Blühen >xerissen bat, vollständig zerschlitzt und zerrissen. Unter den Zierpflanzen hat der Oleander kränkelnde Zweige und viele Blätter verlöre:: und aus manchen Blätter:: sind Stücke herausgerissen. Die Zypresse:: haben Zweige verloren, namentlich solche mit Knospenähre::, und ebenso ist üs der Thuja und Pinus Strobns ergangen. Der Essig- baum hat einige alte 'Fruchtstände verloren, bei den Passifloren sind die Blätter senkrecht vom Rande her eingerissen; der Bambus hat handlange Zweige ein gebüßt, der PaternofterbauM einige vorjährige Früchte. Die Agavenblätter haben SchraMMen und Schürfungen der Oberhaut erlitten, sofern sie nicht ganz senkrecht standen; von Päonia arborea sind die an den Spitzen mit jungen Blütenknospen beschwerten Triebe abgeschlagen und schlieUich sind beim Feigenkaktus die wagerecht stehenden Zweigstücke mft Quetschungen übersät, wie von Daumeneindrücken und teilweise sogar die Ränder der Zweige ausgebrochen. — „Ungarische Rhapsodie" im Feldlager. Die L:ebe zur Musik, die den Ungarn mehr als jedem andere:: Volke angeboren ist und bei fang und alt, arm icnd reich gleich lebhaften Ausdruck findet, ist Mch für die ungattschen Soldaten chiarakteristisch, die sich selbst im vordersten Kampfgebiet nicht von ihre:: Natianalinstrumenten zu ttennen vermögen. Ein kleines SttnuNungsbild, das in knapper, aber eindrucksvoller Form die Mlffikalischen^ Freuden in einen: mrgarischeu Feldlager schildert, entwirft (Ernst Szöp im nächsten Heft der Schaubühne. Eine Truppe ungarischer Soldaten ist nach heißem Kampftag und anstrengendem Marsch in ihr Feldlager heimgekehtt, der Abend senkt sich auf das Land herab, und dies ist die Sttucke, in der die Liebe zur Heimat in nationalen Weisen sehnsüchtigen Ausdruck findet: „Ein Korporal hat seinen Tarogavo, die alle wrgarische HirterrfÄte, mitgenommen und spielt bei Anbruch der Abenddämmerung stets Ku- rutzenlieder. Ein Soldat ist im Besitz einer Mundharmonika, der er im Schützengraben die Wessen des Alföldos enttockt. Dem Leutnant B. trägt das Gepäckpferd ans dem Rücken eine Geige nach. . . Abends spielen im Lager Zuweilen drei oder vier Streichinstru- mente gleichzeitig... Ein Landftürmler bläst die Schalmei. Ein anderer Soldat versteht ffch-darauf, seinen langen B^ssttft als Mn- Nkinstrument zu benützen. Er Mt ihn mit der linken Hand au die Zähne, beklopft ihn mit der rechten und :oeiß dieserart jedes Lied hervorzubrrngeu. Im Quartier der Kraftfahrer befindet sich ein P:ano, 'das niemals ruht. Der Hairptmann hat sogar irgendwo einen schönen kleinen Werkelkasten erstanden, den er nun dreht Manch.inal roird trompetet oder die Trommel geschlagen. Dann ertönt ein Horn. Soldaten begleiten die Rindmherde des Regiments. Die Sirenen der Kraftwagen kreischen. Die Leucknartts und Wachtmeister pfeifen. Die Fohlen läuten mit ihren Glöckä-en. Alle Mui:k des Lebens ist hier versamnE, erinnert, sehnt sich und ttaumt." .yumiturvinu imil u aus ver jrrono-örg. Wer gegenwärtig Gelegenheit hat, die Kwnborg bei Helsingvr zu beftrchen, bemerkt in der Nähe des einen der Torwege, die durch dir dicken alten Festungsmauern führen, .Holzgerüste. Mau ist nämlich, Kopenhagen berichtet wird, augenblicNich damit beschäftigt, hier eine Bühne im Freien zu errichten, auf der Shakespeares Hamlet ungefähr an der Stelle Mfgefühtt werden wird, au der er tatsächlich zu spiele:: hat. Die Vorstellung wird mnt- mavlich in der letzten oder vorletzten Juniwoche stcrttfinden Die Bühneneinrichtung, die mtt dec Fesllmgsmauer zu emer lKnheit zu verschmelzen ist, ist von Carl Lund entworfeu. Bei einige:: bet Bühnenbilder, nämlich bei den im Freien spielenden, muß sie sehr gut wirken, denn der Zuschauer kann im Hintergründe das Schloß mit dem hohen Turme über die Mauer ragen sehen; wie sich die Bühnenleitung mit den Bildern abfindet, die in geschlossenen Räumen spielen, ist nach de:: vorliegenden Mitteilungen nicht ersichtlich. — O och r ite scheeme Jejend? Vor einem JahÄhnndert am 11. Inn: 1816, starb der RapolevnMe Märschall Augeroan der 1757 zu Paris als Sohn eines Fruchthändlers geboren lvar und es b:S zum Herzog von Castiglioni und Patt von Frankreich gebracht lfrt. Wenig bekannt ist, daß dieser Fekcherr, allerdings ganz, unfreiwillig, der Anlaß zu der Beniner Redensart: „Ooch 'ne ickieene Jejend?" wurde. Augereau war von Napoleon dazu ausersehen, in Berlrn:m Jahre-1812 has XI. Mmeekorps^ zu bilden, und war im 'Februar 1813 Gouverneur von Berlin geworden. Als dann die Schlacht bei Gwßbeeren geschlagen ward, und die Berliner den Tag über von wett her beu Kannonendv nner hörten, des Abends aber ms SchanMeLhäus liefen, um Neues zu erfahren, nahm der Komiker Unzelmann, der eine große Aehnlichkeit mit Augereau hatte, die Nachricht vom Siege bei Gooßbeeren zuni Anlaß folgenden Bühnenscherzes. Er bettat plötzlich die Szene in seiner Dienerrvlle, die er in dem Stücke des Mends hatte, und meldete der „Mädigen Frau", daß die Verbündeten einen Sieg über die Franzosen bei Großbeeren errungen, dann setzte er sich einen Hut auf, den er nach der Form: der Hüte der ftanzösifchen Marschälle gebogen, nahm die Stellung Augereous an, so daß in: Publikum alle sofort den Namen des ihnen woMekannte:: Mar- schalls riefen und sagte ins Publikum hineiu: „Wir haben uns nach Trebbin zurückjezogen! Ooch 'ne scheene Jejend?" tatt ArrtvaHe Shrifrhtt das prsviforrsche Buttg^tzwö-Iftel fLr 'den D^onat Juki bewilligt und die Sitznng geschlossen. Rom, 12 . Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der 'AgenKia Stefami. Kammer. Alle Minister, außer Danso, sind zugegen. Salandra teilt mit, daß das Ministerium infolge der Abstimmnng vom Samstag dem König ein fftüdtxi ttsgesnch eing-eveicht fyafo. Dieser bemalte 1 icf) die Priifnng der Lage vor. Das Ministerium bleibe zur Erledigung der lmtferiden Geschäfte und zur Wahrung der öffentlichen Ordnung im Amte. Es werde von allen Vollmachten Gebrauch machen und jede Verantwortung für alles, was zur siegreichen Fortsetzung des Krieges notwendig werden könne, übernehmen. Salandra ersuchte die Kammer, sich bis nach Lösung der Krise 3 vertagen. Die Sitzung wurde ausgehoben. Im Senat gab Salandra dieselben Erklärungen ab. Der König ist heute früh nach Rom zurückgekehrt. Wie -Miornale d'Jtalia" berichtet, wird der König Salandra Mr Entgegennahme -des Rücktrittsgesuches empfangen und später die Präsidenten der Kammer mrd des Senats berufen. Uriegsbriefe aus dem westen. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.^ Der Sturm auf Fort Vrmr. Großes Hauptquartier, den 8 . Juni. Den entscheidenden Eveignissen, welche Fort Vaux fest in unsere Hmid gebracht haben, konnte ich beim Stabe der dort fech- $t£xvöcn Truppen während der letzten Tage beiwohnen. Die Panzer- isefte Vaux war wiederholt mit schwerstem Geschütz bearbeitet wor- ibeu, so daß ihre oberoänschen Teile ein wüstes Chaos bildeten. !Dlas ganze Umgelände war von Gnanattrichtern wieder und wie- si>er rmrgewühlt, aber den überaus starken Panzertürmen hatte iü Beschie^mg verhältnismäßig wenig anzuhaben vermocht. sEüenfo wurden die unteren Geschosse der in mehreren Stockwerken lübereinanderliegenden, in den gewachsenen Felsen gesprengten -Kasematten von den Gnschkägen nicht erreicht. Ich habe zahlreiche Gefangene gesprochen, welche während der Beschießung 'in diesen unterirdischen Labyrnrthen gesessen haben. Sic bekundeten alle, daß der Aufenthalt fürchterlich war, und daß sie 'sich wunderten, nicht alle wahn-sinnig geworden zu sein. Unter jden ständigen Explosionen schienen Fels und Mauergewölbe zu lschwanken ^ nnTnevfsrt erloschen die Lichter. Oft war der Luft- >druck, der vom Platzen eines Geschosses durch die Luftschächts drang, derart, daß die Gegenstände und Menschen durcheinander' geschlendert wurden. Das fortdauernde Hämmern der Granaten .chatte die Luft mit einem durchdringenden Kalkstaub erfüllt, der .in - Nase und Schlund dvang, so daß die Besatzung von Husten- ckrümpfen geschüttelt wurde. Dabei fehlte es an Wasser, da die Wasser- und Essenholer wegen des ununterbrochenen Sperrfeuers die Gewölbe nicht verlassen konnten. Man mußte kalte Konserven essen, und die imheizbaren Räume waren frostig wie Eiskeller. tDennoeb dachte die mutige Besatzung unter ihrem entschlossene!» stKommandeur Raynal nicht an Uebergabe. Sie glaubte, daß ihre -Kameraden inzwischen - den Douaumont. wieder in französischen 'Besitz gebracht hätten, und hoffte auf Entsatz, der ihnen bestimmt versprochen worden war. Noch nach der vollständigen Abschneidung Morr der französischen Front stand die Fortbesatzmrg mit den französischen Befehlsstellen in Verbindung, sei es durch Brieftauben,, ffei es durch unterirdische Drahtleitungen. Als die Deutschen sich Hchon des oberirdischen Teiles des Forts bemächtigt hatten, suchte .Joffre die Widerstandskraft Rapnals noch zum Aeußersten anzupeitschen, indem er ihn durch einen drahtlosen Funkspruch zum '.Kommemdanten der Ehrenlegion ernannte. Während die Arttllerie sim gleichen Tgmpo wie sonst um diese Zeit schoß, traten in früher Morgenstunde noch vor Tagesgranen die Paderborner Jn- Wanterie und die zwanziger Reserve-Pioniere, die in der vordersten Schnmrmlinie wirksam mitarbeiteten, zum Sturnre an. 'Sprung aus Sprung folgten sie unmittelbar unseren Arttllerieein- sichlägen, die Schritt für Schritt weiter vorverlegt wurden, mrd arbeiteten sich so tarn der Deckung eines GrauatentriHters zum »nächsten bis dicht vor das Fort heran. Ein Zug stteß östlich bis sin gewisse Entfernung über das Fort hinaus vor, um französö- -schen Gegenangriffen begegnen zu können; ein anderer drang -westlick vior, umging das Fort bis zu der Stelle, wo ein Volk- itreffer eine Bresche in die Kehlseibe geschlagen hatte, erledigte ^glücklich das MaschinengÄvehr. welches diese Bresche unter Feuer flfielt, mb drang in das Innere ein. Die merkwürdige Lage war iJiioi, daß der obere Teil des Forts in unserer Hand war, wählend in den unteren Kasematten noch ftarke französische Teile Ovaren, ohne daß man sich gegenseitig viel anhaben konnte: Aus- lbruchs versuche der Franzosen wurden nrit Maschinengewehrseuev ,und Handgranaten vereitelt. Aber die eingeschlossene Besatzung ,hoffte bestimmt auf einen Gegenangriff der Ihrigen, um dann die «Deutschen zwischen z-vei Feuer nehmen zu können. Inzwischen sbesttenten die Franzosen das Fort, ohne die mindeste Rücksicht -auf ihre eigenen Leute, mit einem Tvonnnetsener von 28 Zenti- Meter-Granaten. Aber unsere tapferen Sturmtruppen wichen nicht, iFortwährende wilde Angriffe der Franzosen, die unter rasenden 'Verlusten das verlorene Fort um jeden Preis zuruckMnehmen jhofften. wurden abgeschlagen: darunter zwei nächtliche Massen- iangriffe von Schwarzen. Inzwischen war gleichzeitig mit Fort iBmrx das zerschossene Weinbauerndorf Damloup ecktürmt, die ^deutsche Linie südwärts bis in den Chapitre- mrd Fuminwald vor- k'gedrückt. womit für sie die Hoffnung schwand, von hier die Berbin- ltmng mit dem Fort Vaux wiederherzustellen. Die eigenartige Beitagerung der eingeschlossenen Fortsbesatzung dauerte vom Morgen jdes 2. bis in die Nacht vom 6./7. Juni an. Nur zwei abgetrenntg ''Kasematten waren inzwischen eingenommen wordm. Ein Versuch, !den Hauptteil der Kasematten durch Sprengung zu öffnen, erwies »Ach als ungangbar. Unter den siegreichen Sturnttruppen herrschte -über das glückliche Gelingen des kühnen Wagnisses helle Begeisterung. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Jm ftlüt erwarten unferc Angehörigen üen regelmäßigen Eingang des Heimat- Blattes. Um eine Unterüreömng in der 2ufiellung )u vermeiden, wolle man den feidposi-Berng des Bießener Anzeigers fürs 3. üicrteli. schon jetzi erneuern Tille Poftamter neßmen die Beftellung entgegen, öer merterjäßrl. Be?ug bc> trägt Mk. 3.65 einschiießiich der Umschlag-Sebiitzr. Außerdem vermittelt die Bestellungen wie bisher auch die öeschaslssteiie des Bießener Anzeigers Kriegsbrfefß an s dem Osten. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten §briegsberichterstatterS, (Unberechtigter Nachdruck, auch «msxngsweise, verboten.) Erfolgreicher Vorstoß bei .Mrewo. Ostfront, am 11. Fmri. Die llnterbrechungen südlich Smor^on haben sich bei Kierewo zu heftigen Minenkänrpfen ausgewachsen. Die Mtffen hatten vor einiger Zeit von ihnen gesprengte Minentrichter Au festen Zmischenstetlungen ctusgÄaut und lffchienen Weitersprengungen zu beabsiHtgen. In: Abend- .Lmnkel des 10 . Jmri lpurd-e deshalb die russische Trichter-- ^stelkmrg Kwisihen den Linien bÄ Ogorodmki durch Mei- .stündiges Tronmvelfeuer emgeebnet, gleichzeitig wurde die russische Hanptstellung sturmreif geschossen und Sttrrm- jkmnpagnien gingen über das drrrch zahlreiche Mmenspren- qgMlgen Zerrissene Gelände zum Sturm vor. Sie drangen in feie Hkrnptstellunff ein. Die Besatzung wurde im Nahtampfe Erledigt, ein -Offizier, 1O0 Mmrn gefcnrgen. Die genommenen Geltungen wurden durchsucht, dabei der Eingang zu zwei freuen Minenstollen gesunden, von denen einer bereits ge- Uladen war. Minenstollen und Stellung wirrden gesprengt, rbit GefanqeNen, ein Maschinengewehr, reichliches Materral '^Wurden zurückgebracht. Die blutigen russischen Verluste stvaren erheblich. Wieder war der Beweis erbracht," daß ßchsere Stnrmtrupp-en jederzeit in die russische Hauptstelluna Mino ringen können. NolfBrandt, Kriogsberrchterstatter. Gießeuer Strafkammer. th. Gießen, 9. Juni. In der heutigen Sitzung der Strafkammer gab es eine recht bunte und abwechslungsreiche Reihe von Sttaffällen. Ein Hammeldieb soll der 50 Jahre alte, schon vorbestrafte Korbmacher Hch. K. von Gießen sein. Derselbe gehört zum sogenannten fahrenden Volk, und wurde beschuldigt, einem Pferch bei Garbenteich nachts einen feisten Hammel gegriffen und, wie die Anklage behauptet, das Tier geschlachtet und verzehrt zu haben. Der Gerichtshof hielt aber trotz vorliegenden Indizien den Beweis der Täterschaft für nicht ausreichend erbracht imd sprach den Angeklagten frei. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde der 26 Jahre alte Luxemburgische Staatsbürger Nikolaus P. wegen Notzucht zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Ein junger Jägersmann ist der 16 jährige Tarmstädter Gymnasiast Rud. W. Er war in den Ferien auf dem väterlichen Gut zum Besuch und hatte die väterliche Jagd an der Nidda brav abgepürscht, rvobei er eine Ente schloß, die aber über die Grenze abging und auf dem Revier des Nachbars verendete. Ter junge Jäger wollte die Beute natürlich nicht fahren lassen, hing sein Jagdgewehr über die Schulter, ging an der Nidda entlang über eine Eisenba'hnbrücke, und kanr so in das Revier des Jagdnachbars, wo er die Ente einheimste. Das Schöffengericht sprach den jungen Jägersmann wegen des Jagdvergehens frei, verrrrtellte ihn 'aber zu einer Geldsttafe von 3 Mark, hilfsweise 1 Tag Gefängnis, weil er den Eisenbahnkörper betreten hat. Tie Staatsbehörde verfolgte gegen den Freispruch Berufung. Die Strafkammer verwarf die Berufung und legte die Kosten der Staatskasse auf. Er will den Pflegesvhn nicht bestraft haben, sv erllärte der Landtoirt K. von Wetterfeld, dem ein Zwangszögling die Geldschublade erbrochen hat, um einen Geldbetrag von 65 Mark zu stehlen. Der 16jährige Gg. R. aus Worms ist seit seinem 9. Jahr bei K. in Wetterfetd in Zwangserziehung. Der Angeklagte gibt den begangenen Diebstahl zu. Er habe mit dem Geld in die Stadt gewollt, um in einer Fabrik ein Unterkommen zu suchen. Wegen mangelndem Strafantrag wird aus Antrag des Staatsanwalts das Verfahren eingestellt. Ein Feldpostmarder ist nach seinem Geständnis der 19jährige bisher unbestvafte Hllfs- postbote Karl B. von Bad Nauheini. Ihm wird zur Last gelegt, daß er als Beamter des Pvstantts Bad Nauheim 3 Briefe unterschlageir, geöffnet und vernichtet, rrachdem er in zweieic Beträge von 5 bis 10 Mark gefunden hat, die er für sich verbrauchte. Ferner gcht B. zu, 8 Fckkrpostpäckchen an sich genommen z-u hcchen, er hat dieselben geöffnet und die Verpackung beiseite geschafft, den Inhalt, Butter. Wurst, Marmelade aber verkauft und teilweise selber verbraucht. Die Strafkammer war der Ansicht, daß der Angeklagte gemein gehandelt hat, er wußte, daß die Sendungen an Leute im Felde bestimmt waren, die mit Sehnsucht aus diese Päckchen und die darin von ihren Angehörigen enthaltenen Nachrichten warten. Obgleich der Angeklagte unbestraft ist und auch ein offenes Geständnis abgelegt hat, habe der Gerichtshof doch über die Mininral- strafe auf 6 Monate Gefängnis erkannt. Gin rückfälliger Betrüger ist der Reisende PH. H. M. von Garnbach, der in Frankfurt a. M. seinen Wohnsitz hat. Gr kam im Lijerbst v. Js. in feine HeiTnat zu einem ihm bekannten Wirt, der zirka 200 Zentner Aepfel liegen hatte, und redete demselben zu, das Obst für 7 Mk. pro Zentner einem Gastwirt in Isenburg telephonisch zuM Kauf anzubieten, der dasselbe gerade gebrauchen könne. Der Landsmann des M. versprach diesem eine Provision, wemr der Handel gemacht würde und ließ durch seine Ehefrau die Aepfel telephvnrsch anbieteu. Der Angeklagte M. sprach ebenfalls Mit dem angeblichen Muser in Isenburg und versprach die alsbaldige Verladung der Ware. Er ist dann in Isenburg nicht als Vermittler, sondern als der Mann auf- getteten, der das Obst geliefert hat und eihielt von dem Empfänger auch den Betrag in Hjöhe von 600 Mik., wobon er die HAfte an den eigentlichen Verkäufer ablieferte, den Rest aber verbrauchte er für sich. Die SttafkaMmer verurteilte den Augellagten zu 6 Monaten Gefängnis'. Er ist nicht erschienen, nämlich der Jak. Wilh. Sch. von Groß-Felda, den das Schöffengericht wegen Diebstahl und Forstfrevel verurteilt hcck, womit der Mann aber nicht einverstanden tvar. Die Strafkammer verwarf, da der Angeklagte nicht Mr Stelle war, beide Berufungen. Die nächste Sttafkammersitzung findet wegen der Pfiugstfeiertage am 23. Juni d. I. statt. _ Ktrcfoc «nv Scbttl«. r 4- Darm ftadt, 13. Juni. Die Land^sshnvde der hessischen evangelische-n Landeskirche tritt in der kommenden Trinitatiswoche auf mehrere Tage zu einer ordenb, lichen Tagung in Darmstadt zusammen. Bon den der Synode zur Beratung zugegangeneu Vorlagen ist vor allen Dingen ein vom Großh. Oberkvnsfftorium vorgelegter Ldttrag bemerkenswert, nach! dem in Zukunft solchen hessischen oder außertzesfffchen Theologen, die ihr Examen nicht in Gießen, sondern vor einer anderen! staatlich angeordneten PvüfungMihörde innerhalb des deutschen Reiches abgelegt haben, dieses vom Oberkousiswrium der Prüfnng vor der theologischen Fakultät der L-andestinriverfftät in Gießen gleichgeachtet werden kann. ^,wenn und insoweit jene Prüfung nach! den für den betteffenden Staat gelteichen Bestimmung als Vorbedingung ftir den Eintritt in den Dienst der evangUischen Kirche angesehen wird." Mit diesem Antrag kommt die oberste Kirchenbehörde einem schon lange von weiten Kreisen der Landes^ ttvche geäußerten Wunsch errtgegen. vermischte». * analogen" und ^Sanagen". Tie beispiellose Art der Geschästspraktlken, deren man sich in England unter dem Schutz der gegenwärtigen KriegsvM[hältnisse befleißigt, ist ein für allemal vereivigt durch die Geschichte des „Sanatogeir", das sich in ,Sa- nagen" verwandelte. Zivar handelt es sich äußerlich nur um die Entfernung der zwei Buchstaben t und o, aber nichts verrnag die englische Geschästsmoral deutlicher zu illustrieren, als diese scheinbare Geringfügigkeit. Schon seit langenr störte es das patriotische englische Gemüt, daß es noch immer in Großbritannien Leute gab, die das bekannte deutsche Nervenstärkungsmittel Sanatogen gebrauchten. Mehrere englische Unternehrner bemühten sich, diesem »Skandal" ein Ende zu machen, trotzdem sie gut ivnßten, daß das Geld nicht ins Ausland wandern konnte und daß überdies der Sanatogenvertrieb in Großbritannien in englischen Händen lag. Aber die Gel-egenheit, ein gutes Geschäft an sich zu reißen, war nun enunal da, und mmi ließ nicht locker, bis es sogar zu fast politischen Sanatogen-Debatten kam. Der Erfolg zeigt sich in ebenso überraschenden wie schamlosen Reklameanzeigen: ans diesen Anzeigen wird nämlich in großer Schrift das ^englische Nerven- mittel Sanagen" angepriesen. Um aber über den Wert dieses Aiittels keinen Zweifel anskonnnen zu lqssen, sind zwei Verpackungsarten nebeneinander abgebildet, die eine mit der Aufschrift „Sanatogen-. die andere mit der Aufschrift „Sanagen-, und beide Packungen gleichen sich wie ein Ei dem andern. Zum Ueberfluß wird von ärztlichen Sachverständigen beglaubigt, daß das „Sanagen" dieselbe Zusammeilsetzung und genau dieselbe Wirkung habe, wie das nun endlich aus dem Lande getriebene deutsche Fabrikat. Es genügt also in England, zwei harmlose Buchstaben ivegzulassen, um aus einer deutschen Erfindung ein gesetzlich geschütztes „englisches" Präparat zu machen und eine schon lange beneidete Konkurrenz wenigstens während des Krieges an sich zu reißen. ' Der französische BureaukratismuS und die e n g l i s ch e n Zündhölzchen. Die Engherzigkeit der französischen Zollbehörden, die sich unter keiner Bedingung den besou- deren Umständen der Kriegszeit anpassen wollen, ruft neuerdings eine Unzahl von Beschwerdeii in den Kreiseti der französischen Bevölkerung hervor. Trotzdem man in jeder Weise mit allem nur möglichen Phrasenauswand die Jiinigkert des englisch-sranzösischeii Bündnisses zu betonet, sucht, die alle Grenzen zwischen den beiden Ländern entfernt habe, beharrt der BureaukratismuS auf seinen alten Rechten und auf den Staatsmonopolen, zu denen, wie man weiß, auch die Erzeugung und der Vertrieb der Streichhölzchen in ganz Frankreich gehört. Da aber in der ganzen Welt nichts schlechter und tvertloser ist als das französische Nationalstreichholz, dgs nur in seltenen Ausnahmefällen Lust zeigt, anzubretmen, kaufen die französischen Reisenden in England reichliche Mengen der englischen Wachszündhölzchen ein, um auf diese Weise auch ihren sichtbaren Anteil an der englischen Freunoschast zu haben. Wie es jedoch einem derart mit englischen Zündhölzchen versehenen fran- zosischen Reisenden an der Grenze ergeht, erzählt das „Perit Journal" : „Wenn die Reisenden mit dem Schiff aus Englarrd an- kommen, werden sie gleich nach der Paßrevision darauf untersucht, ob sie etwa staatsverräterischerweise englische Zündhölzchen bei sich führen. Und selbst, wenn sie die Schachteln freiwillig vorzeigen und versteuern wollen, kennen die Behörden keiu Erbarmen. Man weist jeden Steuerbetrag zurück und konfisziert die Schachteln auf der Stelle. Niin würde wohl jeder glauben, daß diese Streichhölzer wenigstens von Staatstvegen praktische Verwendung finden. Doch was geschieht in Wirklichkeit? Man schichtet sie aus dem Hafenkai zu Hausen und verbrennt sie vor den Augen der Reffenden, die mit Recht-die Regierung für blödsinnig halten muffen, di« erstens keine Steuer annehmen will und zweitens einen Gebraiichsarttkel nutzlos verbrennt, den sie itn eigenen Lande nicht mit derselben Vollkommenheit zu erzeugen vermag. * Der Kriegszustand d^r Londoner Straßen. Nichts läßt die Verwirrung, unter der die englische Organisativn während des Krieges leidet, deutlicher erkennen, als die Art und Weise, auf die der vielbesprochene nationale Sparsamkeitsfeidzug betrieben wird. Seit es der Regierung durch Aufwand einer Unzahl von Veröffentlichungen belehrender und patriotischer Art und n,it Hilfe einer Unmasse tendenziöser Zeitungsartikel gelungen ist, den Begriff der Kriegssvarsamkeit zu einem populären «Lchlagwort zu machen, wetteifern Behörden und Private in einer Auslegung dieses Gebotes, die alles weniger ais vorteilhaft ist. Während die reichen Leute »rngehemmt dem gewohnten Luxus ftöhnen, unter den, Vorwand, daß hierdurch der Geldumlaiif rege erhalten werde, sucht man überall dort z,l sparen, wo es am ivetligsten am Platze ist. So verstieg sich der Bürgermeister von Brighton zu dem bisher allerdürgs nicht angeuornmen«r Vorschlags man möge alle Mrffeen und öffentlichen Sehranstatten auf Knegsdauer schließen, da tnan das hierdurch erfvarte Geld sicherlich zu wichtigeren Zwecken verbrauchen könnte. Ueber den neuesten Fehlgriff der Behörden, der aus ein völliges Mißverstehen des Sparsamkettsseldzugs z,lrück° zusühren ist, wird gegenwärtig in sämtlichen engliscyen Blättern lartte Klage geführt. Trotzdem beß Einsetzen der warmen Jahreszeit die Staubenlwickkung in de« verkehrsreichen Straßen Londons auf gesundheitsschädigende Weise beMinstigt, wurde das Sprengen des Asphalts völlig eingestellt, ivsdurch die Londoner Straßen sich in einer Art Kriegszustand befinden, der in anderen Wektstädtetl wohl vergeblich seinesgleichen sucht. »Ist es'möglüh," fragen die „Daily News", „daß wirklich ein mcht ganz verblödeter Mensch darin eine Sparstunkett erblicken kann, daß die Straßen \n und um London m diesem Sommer vollkommen vernachlässigt werden? Bei näherer Untersuchung wird man hingegen feststellen ntüffen, daß dies eine unverzeihliche Verfchwenoung bedeutet, da die öffentliche Gesundheit verschlechtert und das Leber: der Kinder zarten Alters aus die leichtfertigste Werse aufs Spiel gesetzt wird." Taffächtlich haben die auf die Staubentnncklung zurückzuführenden Erkrankungen unter den Kinder« in Loudon erschreckend zugenommen, und es ist eine mehr ats merkwiirdige Sparsamkeit, die 'Me britische Hauptstadt unweigerlich zur bazillenrerchfttn Stadt Europas macht. Meteoroiogische veodachtungm der Station Gietzen. Juni 1916 u - U iz •« o'wS G O - 0 w 3 0 tS.üc' 53 es 2^3 s »‘Ö 85 5 Ä> . ® u =ö jO e § 3 ~ * E o!q ~Z c « 3-6 i-=| 12 . 2 * 13,9 8.1 6 V _ S 12 . 9**1 — 9,8 8,7 96 — — 10 13. 7'1 7,8 7,1 90 10 Wetter Höchste Temperatur am 11. bis 12. Juni 1&13: Niedrigste * , 11. , 12. , ISIS: Niederschlag 15,3 mm. 4 Bw. HmüRezen Bed. „ „ Regen -f 15,6*0. + 8 , 0 * 0 . ASTHMfi- Aach in Zfgaretteft£off*Rß, sehr bequem tmd angenehm diese lästigem Bes<& 8 i'MreB*den bekämpft man am sichersten mit ÄSYHüQLj Asthma-Pulver« im Gebrauch. Van Tausenden empfohlen. Ärztlich begutachtet, ASTMOL-Puiwer oder -Zigaretten Preis Mk. 2.50 M™M 2 , 4 L? n niWc a i%ar'.S a ic: 2 oi in Apotheken. 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B wurde heute bezüglich der Gewerkschaft Gießener Braunstein- Lergwerke vormals Fernie zu Gießen eingetragen: «Der Kausmann Adolf Kempten in Wickrath ist aus Hem Grubenvorstand ausgeschieden; an seiner Stelle urde der Bankier Louis David in Bonn in den rubenvorstand gewählt. Gießen, den 8. Juni 1916. [4411 WwßherMgliches Amtsgericht. Heugras-Versteigerung per fürstlich Solmfischen RenteiLich. Das HeugraS von den fürstlichen Wiesen wird verweigert: Donnerstag, den 15. Juni ISIS, vormittags präzis 8 Uhr. von den Wiesen in der Gemarkung Lich oberhalb der Stadt, zusammen ca. 50 Morgen. Zusammenkunft auf -der Fürstlichen Wiese, gegenüber der Peinmühle. Es wird ^ausdrücklich bemerkt, daß die groffe Wörtswiese nicht mehr iur Versteigerung kommt. An demselben Tage, nachmittags präzis 1 Uhr, von den Wiesen unterhalb der Stadt Lich, zusammen 6 Morgen. Zusammenkunft in dem Schloffgarten an der Eisenbahn- Drücke. Im Anschluß an letztere Versteigerung soll das Heu- gras im Schloffgarten versteigert werden. Freitag, den 16. Juni 1916, vormittags präzis ( 8 Uhr, von den fürstlichen Wiesen in der Gemarkung Mühlsachsen, im ganzen 17 Morgen. Zusammenkunft in .Mühlsachsen. 4402B Holzsirbmisfivn. Freitag, den 16. Juni 1916, vorm. 1 0/2 Uhr, soll nachverzeichnetes Holz, in verschiedenen Distrikten des Gemeindewaldes lagernd, im Submissionswege vergeben werden. 1 Kiesern-Stamm III. Kl. 1,05 Fstm. 3 » « IV. 1,75 15 „ Va 13 „ Vb . UI. IV. „ Va Vb Fichten- 6 11 31 " „ „ „ Die Angebote sind Vorbehalt und sonstige . 7,03 „ , 3,34 „ . 7,03 „ , 19,79 „ . 18,10 „ . 24,51 „ nach Klassen getrennt, ohne . . „ Bemerkungen, verschlossen /und mit Aufschrift versehen bis zu obigem Termin an Unterzeichnete Bürgermeisterei einzureichen. Angebote mit Vorbehalt oder sonstigen Bemerkungen jwerden nicht berücksichtigt. * "13 Forstwart Krieger ist mit Vorzeigung des pHolzes beauftragt. Allcndors a. d. Lumda, den 10. Juni 1916. Großh. Bürgermeisterei Allcndors a. d. Lumda. Nein. Herrschaftliche [ mo 8-Ulll.-WöhllW mit allem Zubehör zum 1. Oktober 1916 in meinem Hause Ecke ^odr«nllT»slr.— Plockstraße zu vermieten. .Stil. Bach, Plockstraße 13 i. Alickstratze 11 0 £ 0 4 c a«e Wohnung zu vcrm. (76 Näheres daselbst 1. Stock. j £> Zimmer j Bahnhofstr. 49 5-3immerwobnuug, sämtl. Zubehör, 2 Bal kons, Trockenboden. Bleichplatz, 2. Stock zu vermien. 13142 Eine geräumige 5-ZMINer-Mhjl. mit Gas u. elektr. Licht zu vermieten. [4254 Näheres Ludwigstraffe 8 Ul. 5 -Zimmcr-Wohmlng sofort zu vermieten. 3343 Babttliosstrafre 82 s. 4 Zimmer j Wchmg VlläZmmrll Bad, Veranda, 2—3 Mans.- Zim. z. 1. Juli zu vermieten. Näb. Bergstr. 11 p., o. Schloff- gasse 16 un Laden. 13755 Heimstälienba^-Gesellschail. | 5 Zimmer | KirLkiiplatz 2s Ncniiili! schöne3-Zimmer-Wohnnng zu vermieten. [4077 Sehiklrrihsr^srVSg 56 hübsche 3-2immsr^admm8 zu verm. Nah. Eo'manaskaßa 14. 14219 S-2immer*Wobanan m. allem Zubehör zu vermieten. 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Verspätetes Eintreffen von Lieferungen wird durch Aushang [siehe Karte) bekannt gegeben. Zwecks Ersparung von Bindematerial wird er sucht, zuin Abholen der Svargeln Körbe oder dergl. mitzubringen. [44106 Die irn Mai 1899 geborenen LandsturmMichtigen der Stadt Giehen müssen sich am 15. Juni dö. Js., vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags von 2—6 Ubr im alten Nathatts am Marktplatz z»r Landstnrmrolle melden. Auswärts Geborene haben bei der Anmeldvng ihren Geburtsschein vorsulegen. Gieffen, den 6. Juni 1916. 435W Der Oberbürgermeffier. Keller. Einmobner der Stadt Greffen, die in der Gemarkung Hof'Güll Grundbesitz haben, werden darauf aufmerksam gemacht, daff die Flur- und ParzeUenvermessung der Gemarkung Hof-Güll vom 6. ds. Ntts. ab sechs Wochen lairg in der Bürgermeisterei Muschenheim offen gelegt wird. Die Grundbesitzer werden hierdurch ersucht, die Resultate der Parzellenvermessung zu prüfen und ihre etwaigen Bemerkungen nach Vorschrtft ees Artikel 33 im Katastergesetz vom 13. April 1824 innerhalb der Offen- legungsfrist bei der Groffh. Bürgermeisterei Muschenheim vorzubringen. Gieffen, den 3. Juni 1916. 4406B Der Oberb ürgermeister. . Keller. Die Auszahlung der Familicnuntcrftütznngcn an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für 16. bis Ende Juni 1916 findet statt: An diejenigen, deren 9^amen beginnen mit: A —H Donnerstag, den 15. Juni J—R Freitag, den 16. Juni S — Z Samstag, den 17. Juni Zahlstelle: Stadthaus, Zimmer Nr. 7. Bahlstnnden: von 8—1 Uhr vormittags Die Unterstützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen adgebolt werden. 4.409E Rheumatische Schmerzen, Hexenschuß, Reißen. In Apotheken H. M 1,40; OoppoiU. M 2,40. Vlsitkarfccn billigst Itruhi schc Druckerei.