Nr. 188 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gietzener KamiiienblLttek" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich betgelegt, das „KreUblatt f8r den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit' fragen" erscheinen monatlich zweimal. Jahrgang General-Anzeiger für Oberhejjen Dsrrnersiag, 8. Jm»r 1&KS Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Stcindkuckereu R. Lange, Gießen. Schriftleitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schulstraße 7. Geschäftsstelle u.Derlaq:L^V51, Schrift- leitung: Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Mb. Deutscher Reichstag. . r ~~~ 61. Sitzung. Mittwoch, den 7. Juni. ^ Km Tische deS Bundesrats: Graf Roedern^Helfferich. Präsident Dr. Kveiupf eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 1V Minuten. Me Kriegsschäüeu im Reidjsgelnefe. ^ 3v!, (Zweite Lesung.) HW' 1 ' !' «bs. Dr. Vferffrr (Ztr.)l -erichtet Wer die Brrchandluntzen des Ausschusses. DaS Gesetz ist nur ein Feststellungsgesetz. Die Entschädigung selbst muß in einem späteren Gesetz ihre Regelung finden. Im Ausschuß ist es e lungen, die Bereitwilligkeit der verbündeten Regierungen im Gesetze zum Ausdruck zu bringen, daß die Kriegsschäden in ihrer Gesamtheit vom Reiche übernommen werden. Dagegen war es nicht möglich, den Umfang des Gesetzes such auf anoere Schäden auszudehnen, als sie im Entwürfe vorgesehen waren. DaS Gesetz wird ohne Aussprache im ganzen unverändert nach den Ausschuhbeschlüffen in zweiter Lesung angenommen, ebenso sogleich in dritter Lesung. Ebenso fand eine Entschließung deS Ausschusses die Zustimmung des Hauses, welche die Vorlegung eines Gesetzes fordert, durch das die Ansprüche von Zivil- Personen wegen Kriegsbeschädigungen an Leib und Leben geregelt werden. Die Bittschriften werden nach den Anträgen des Ausschuffes erledigt. __ u.___ 8«? KrkWksnkrMMch. (Fortsetzung der dritten Beratung.)' , ^ * Abg. Noske (Soz.) berichtet über die Verhcrrrdlungen im Ausschuß. Die Vorlage war bekanntlich in der dritten Lesung mit einem Anträge des Grafen Westarp (Kons.), welcher dem Reichstag die Möglichkeit einer Nachprüfung der Kriegslieferungsverträge eröffnen wollte, an den Rechnungsausschuß überwiesen. _ Der Ausschuß hat diesen Antrag abgelehnt, dafür aber eine Entschließung angenommen, die den Reichskanzler ersucht, zur Prüfung von Verträgen, welche Behörden oder Kriegsgesellschaften seit Kriegsbegrnn zu Lasten der Reichskaffe über Leistungen vder Lieferungen für Kriegszwecke befchloffen haben, eine Kom- Mission zm berufen, zu welcher vom Reichstag zu wählende Mitglieder des Reichstages und Sachverständige zuzu- ziehen sind, und den Bericht dieser Kommission den gesetzgeberischen Körperschaften mit Vorschlägen zur Beseitigung etwaiger Mißstande mttzuteilen. Ldg. von Brockhaufen (fort?.) begründet nochmals den Antrag Westarp. Dieser Antrag soll kein Mißtrauensvotum gegen die verbündeten Negierungen oder die Beamtenschaft sein, noch stellt er Erweiterung der Kompetenzen de» Reichstages dar. Staatssekretär Dr. Helft reich: Ich habe keinen Augenblick daran gedacht, in bem Anträge Westarp ein Mißtrauensvotum gegen die verbündeten Negierungen zu sehen. Ich nehme auch gern Kenntnis von der Erklärung des Vorredners, da» nicht beabsichtigt sei. die Grenzen der Kompetenzen zwischen den verbündeten Regierungen und dem Reichstag zu der- schieben. Die verbündeten Regierungen beabsich. Ligen in keiner Weise irgendwie daS Recht der parlamentarischen Kontrolle und Kritik gegen- über der geschäftlichen Durchführung deS Krieges zu beeinträchtigen. Im Gegenteil soll das Parlament im weitesten Umfange die Möglichkeit haben, sein Kontrollrecht auSzuüben. Nach unserer festen Ueberzeugung ist in allen diesen Lieferungsgeschäften nichts zu verstecken und zu verbergen, alles kann daS Licht der Sonne vertragen. Im einzelnen mögen Fehler vorgekommen sein, aber die deutsche Beamtenschaft, die diese Geschäfte abzuwickeln hatte, wird aus dem schärfsten Feuer der Kritik rein hervorgehen. Man hat auf den Vorgang der Rüstungskomrmffion hingewiesen. __ 23ei der RüstungSkommisfton handelt eS sich um die Prüfung von Grundsätzen, nach denen bei dem LieferungSwesen verfahren werden soll. Hier handelt eS sich um die nachträgliche Kontrolle und Kritik der einzelnen abgeschlossenen Geschäfte. Dre Aufgabe dieser Kommission ist so riesengroß, daß ich mir im Augenblick kein Bild darüber machen kann, wie sie die Arbeit betoältigen soll. Jedenfalls muß der Reichstag ftme Kon- trolle so auSüben, daß die Arbeiten des Rechnungshofes m ihrer schleunigen Durchführung nicht beeinträchtigt werden und daß die Beamten, die diese Verträge abgeschlossen haben, und die auch heute noch durch die Ausgaben des Krieges auf das äußerste angespannt sind, in der Erfüllung ihrer Pflichten nicht behindert werden. Die Durchführung deS Krieges darf nicht irgendwie durch die Arbeiten der Kontrolle und der Kritiker leiden. Die verbündeten Negierungen haben zu der Entschließung noch reine Stellung genommen, ich werde aber so bald als möglich eine solche Stellungnahme herbeizuführen suchen. DaS KriegSkontrollgesetz wird hierauf in dritter Lesung angenommen, ebenso die Entschließung des Aus- schusses, nachdem der konservative Antrag zurückgezogen worden wor. Ne (Kiffe Lesung des EAs. (Dritter Tag.) ' Beim Haushalt der Reichs post tritt . Abg. Hubrich (F. Dp.)' für Verbefferunig der Anstellungs. und Beförderungsverhältniffe der Unterbeamten ein. Abg. Dr. Arendt (D. Fr.)'r Durch Schaffung von deutschen Kriegsmarken erschlaffe sich der Reichspost eine neue Einnahmequelle. Der Haushalt der Reichspost wird erledigt; es folgt der Etat der Reichsdruckerei. Abg. Kunert '(Soz. A.-G.):' Die Reichsdruckerei besoldet ihre Arbeiter schamlos niedrig. Präsident Dr. Kaempf ruft den Redner zur Ordnung. ' Abg. Kunert (Soz. A.-G.; fortfahrend): Die Reichsdruckerei rechnet die Renten auf die Löhne an. Staatssekretär Kraetke: Die Rente darf nicht aus den Lohn angerechnet werden. Wenn das bei der Reichsdruckerei geschieht, werde ich veranlassen, daß Wandel eintritt. Der Haushalt der Reichsdruckerei wird erledigt. Beim Haushalt der ReichSeisenbahnen bringt Abg. Werner-Hersfeld (Dtsch. Fr.) einen Beschwerdefall vor. Der Haushalt der Reichseisenbahnen wird erledigt. Ablehnung des Haushalts durch die Sozialdemokratie. Abg. Ebert (Soz.): Tie neuen Steuern hat meine Fraktion abgelehnt, weil sie Handel, Verkehr und Verbrauch schwer b e - l asten würden. Für die Ordnung der Reichsfinanzen mutz der Besitz in Anspruch genommen werden. Der. Reichskanzler har wiederholt, noch in den letzten Tagen, den Opfermut des Volkes gepriesen. Bei den neuen Steuern ist nicht danach gehandelt worden, obwohl weite Kreise imstande waren, oft ohne sonderliche Bemühungen große Kapitalien aufzuhäufen, während andererseits zahlreiche' Gewerbetreibende und Handwerker schwere Einbußen erlitten haben und die großen Massen der Minderbemittelten in Not sind. Unerläßliche Pflicht wäre es gewesen, die durch den Krieg stark in Mitleidenschaft gezogenen Volkskreise von neuen S t e u e r l e r st u n g e n zu verschonen. Neue Verkehrs- und Verbrauchssteuern durften nicht in Vorschlag gebracht werden. Aber die verbündeten Negierungen sträubten sich hartnäckig gegen die Abkehr von alten Bahnen. Durch die neuen Steuern ist nicht nur ein verhängnisvoller bedeutender Fehler begangen worden, sondern auch eine Ungerechtigkeit gegen das Volk, das so viele Opfer bringt. Trotz der 22 Monate Kriegsdauer ist die Verbesserung des K l a s s e u w a h l r e cht s in Preußen und anderen Bundesstaaten noch nicht in greifbare Nähe gerückt. Auch die zur Sicherung der Volksernäh- r u n g erforderliche Entschlossenheit hat man nicht aufgebracht. Durch Aufhebung des Belagerungszustandes könnte man beweisen, daß dem Volk das Vertrauen entgcgengebracht wird, auf das es Anspruch hat. In weiten Kreisen des Volkes herrscht Miß st immungundErbitterungwegen des Kurses der inneren Politik, gegen den wir auf das nachdrücklichste Einspruch erheben. Hoffentlich beweist mau dem Volk in der Entwicklung von Recht und Freiheit und der Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse endlich Entgegenkommen. Da es bisher daran gefehlt hat, müssen wir den Haushalt ablehuen. Der Reichshaushalt wird darauf im ganzen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Der neue kriegskredil. Ein Nachtrag zum Reichshaushaltsetat für 1916 fordert die Bewilligung eines weiteren 'Kriegskredits in Höhe von 12 Milliarden. Reichsschatzsekretär Graf Roedern: Meine Herren, namens der Verbündeten Regierungen habe ich die Ehre, von Ihnen die Bewilligung eines weiteren Nachtragsetats zum Neichshaushaltsetat von 1916 zu erbitten. Ter letzte von Ihnen bewilligte Kriegskredit ist vor 6 Monaten hier beraten und beschlossen worden. Dieser Kredit nähert sich seiner Erschöpfung. Schon im Dezember vorigen Jahres konnte mein Herr AmtLborgänger darauf Hinweisen, daß sich die monatlichen Kriegskosten auf den Betrag von 2 Milliarden beliefen. Man bann von einer gewissen Stabilität der Kriegskosten sprechen, da sie sich in der Zeit zwischen Januür und Mai dieses Jahres etwas unter dem Betrag von 2 Milliarden bewegt haben, und zwar in der Weise, daß in den Monaten Februar und April 1800 bis 1900 Millionen, in den Monaten Januar und März 2 Milliarden Mark auSgegeben sind. Sie wissen, daß sich in den letzten dreiviertel Jahren die Kampffront unserer Heere im all- gmeincn nicht verlängert hat, daß insbesondere an der Westfront ein dreimonatiger zäher Kampf stattgefunden hat. Ich meine das siegreiche Vordringen unserer Truppen m dem Halb- kreis vor Verdun. (Beifall.) Dieser Kampf hat einen großen Munitionsverbrauch zur Folge gehabt; trotzdem sind unsere Ausgaben insgesamt nickt ge stiegen. Wer wie ich in den letzten beiden Jahren gemeinsam mit dem Generalkommando Verwaltungsarbeiten geleistet hat, der weiß, daß unsere Befehlshaber nicht nur draußen im Felde, sondern auch daheim bei den mobilen und immobilen Truppen mit großer Genauigkeit arbeiten. Ich möchte daher die Stabilität, die sich bei dem Gleichbleiben der Ausgaben bei der im einzelnen vergrößerten Kampfestätigkeit zeigt, auch als einen Beweis der sparsamen Wirtschaft bezeichnen. Wir können auch für die nächste Zukunft wieder mit einem Monatsbetrag von 2 Milliarden rech nen. Aus dieser Erwägung heraus erbitten die Verbündeten Regierungen von Ihnen einen Nachtragsctat von 12 Mil l i a r d e n , der ungefähr für die nächsten 6 Monate ausreichen wird. . r , Die Verbündeten Regierungen verkennen durchaus nicht Vas Maß der Anforderungen, das damit wiederum an Ihre Bewilli- qungsfteudigkeit und die Opserwilligkcit deS gesamten den scheu Volkes gestellt wird. Aber ich kann dabei wiederum hervorheben daß unsere und unserer Verbündeten Kriegskosten die ^Hohe der Kriegskosten unserer Gegner durchaus nickt erreichen, ^r England stellt sich der tatsächliche Bedarf auf etwa .100 Millionen Mark täglich, also arif rund 3 Milliarden Mark im Monat, das ist eine Milliarde mehr als bei uns. In Frankreich ist der tag liche Bedarf im Durchschnitt der letzten 6 Monate 60 Millionen gewesen, also etwas weniger als bei uns. Für Rußland und me übrigen feindlichen Staaten liegen die Verhältnisse weniger klar Wenn man das Verhältnis unserer Ausgaben zu denen unserer Gegner mit 1 zu 2 annimmt, so ist die Schatzung nicht zu pesti miftisch für unsere Gegner. (Zustimmung.) Die Verbündeten Regierungen denken nicht daran, letzt schon wieder mit einer neuen Anleihe an den Markt heranzutreten Wir werden daher in den nächsten Monaten, ebenso wie das in ftüheren Fällen geschehen ist. uns mit kurzfristigen Schatzscheiucn behelfen und die Anleihe erst herausbringen. wenn die Einbringung einer boffentlich guten Ernte in der Auffüllung der Sparkassen sich wieder mehr geltend gemacht hat. Wir werden also nicht vor September mit einer Anleihe kommen. Für das Gelingen dieser Anleihe erbitte ich schon jetzt die Mithilfe aller der Kreise, die uns bei den bisherigen Anleihen in nnmer intensiverer Arbeit unterstützt haben. (Beifall.) Mein Amts Vorgänger hat bereits in der Sitzung vom 24. März seinen tiefempfundenen Dank für diese Mithilfe des deutschen Volkes ausgesprochen. Indem ich mich namens der Finanzverwaltung diesem Danke cmschließe und ihn heute erneuere, möchte ich auf die Ergebnisse unterer bisherigen vier Kriegsanleihen noch einmal kurz eingchen. Die erste Kriegsanleihe erbrachte rund 4,4 Milliarden bei 1,1 Millionen Zeichnern, die zweite Kriegsanleihe rund 9 Milliarden bei 2,7 Millionen Zeichnern, die dritte Kriegsanleihe rund 12 Milliarden bei 4 Millionen Zeichnern und die vierte Kriegsanleihe rund 10 Milliarden bei 5 Millionen Zeichnern. Ein Vergleich der' dritten Anleihe mit der vierten zeigt, daß sie trotz eines etwas geringeren Ergebnisses erheblich mehr Zeichner aufznweisen hat, sie ist also eine wahre Volksanleihe gewesen. (Zustimmung.) Daß dies auch die fünfte Anleihe sein möge, kann ick nur hoffen. Durch dieses Vertrauen deS deutschen Volkes aus seine eigene Kraft und seine eigene Zukunft.ist es gelungen, von den 40 Milliarden Kriegsausgaben etwa 36 Milliarden auszubringen, also 90 Prozent. Keiner bcr g e g e n. uns kriegführenden Staaten hat auch nur annähernd seine Krieg saus gaben so finanzieren können. England hat von seinen Kriegsausgabcn bisher etwa die Hälfte, Frankreich etwa ein Drittel konsolidiert. Es ist daher nickst ausfällig, daß in diesen beiden Ländern die Stimmen der Besorgnis für diese Art der Aufbringung der Kriegskredite wächst. Von unserer vierten Kriegsanleihe sind bisher. 9427 Millionen, also annähernd 90 Prozent eingezahlt, und das ist ohne Störung des Geldmarktes vor sich gegangen. (Hört, hört!) Die von den Darlehnskaffen zur Verfügung gestellten Be- kräge beziffern sich nur aus 431 Millionen Mark, also auf noch nicht 5 Proz. des bisher eingezahlten Betrages, ein Bewies, auf welch reellen Grundlagen unsers Kriegswirtschaft ruht. Ich möchte besonders hervorheben, wie wenig begründet die immer wieder hervortretende Kritik des Auslandes gerade m diesem Punkte ist. Auf die Gefahr hin, von Ihnen einer allzu häufigen Wiederholung geziehen zu werden, möchte ich hier doch nocq einmal eine Aeußerung des französischen Finanzministers Ni bot zurückweiscn. Er hat wieder einmal das alte Märchen am- gewärmt, daß in der Reichsban? an Stelle des Goldbestandes Schatzcmweisuugcn und Darlehnskassenschcine lägen. DaS ist falsch. Die Bestände an diesen Papieren sind stets besonder? auf- geführt. Was als Gold ausgewiesen ist, ist auch wirkliches Gold. (Zustimmung.) Der in den Kassen der Reichsbank vorhandene Betrag an Goldbarren und Münzen belief sich am 31. Ma, aus 2 464 Millionen Mcark. Ter Goldbestand deckt die ausgegebenen Banknoten mit über 30 Prozent, während dies in Frankreia) nur mit 13,5 Prozent der Fall ist. (Hört! Hort!) Vor dem Kriege betrug in Frankreich die Golddeckung 62 Prozent, war also außerordentlich groß und hat sich während des Krieges ganz außerordentlich verschlechtert, während bei uns nur eine ver- hältnismäßig geringfügige Verschlechterung eingetre.en ist. (Beifall.) Meine Herren! Ich babe unter außergewöhnlichen Verhältnissen mein Amt übernommen, ein Amt. dessen Bürde ich aus langjähriger Arbeit kenne. Wenn mir etwas über die Schwere des'Entschlusses zu seiner Uebernahme hinweggeholfen hat, so ist es der Einblick gewesen, den mir mein Amtsvorganger in bie Finanzgebarung des Krieges vor meiner Entscheidung gegeben hat. so ist cs ferner der Umstand gewesen daß ich in engster dienstlicher Verbindung mit meinem AmtSvor- gäng er. bleiben und dadurch in der, Lage ftm werde, die bewährten Traditionen seiner Finanzpolitik fortzuft^ren (Beifall.) Aber schließlich ist cs auch nicht zum wenigsten die Tat- 'acke, daß der Reichsfinanzverwaltung durchdreReich SH n r während des ganzen B-rlaufeS des Krieges -'"restlos- Un t e r st ü tz u n g zuteil geworden ist. (Erneuter Beifall.) Ich hoffe auf eine Weitergewährung dieser Hilft auf Grund der vertrauensvollen persönlichen und dienstlichen Beziehungen, in denen ich zu dem um die Reichsfinanzen so hochverdienten Leiter der ReickSbank stehe. (Beifall.) Meine Herren, ich bin nur bewußt, daß dies noch nicht alles ist. Wie kaum ein anderes Reichsamt ist das Reichsschatzamt auf die fortwährende Zusammenarbeit mit den im Bundesraft vertretenen Regierungen und den Reichstag angewiesen. ~4£* verfassungsrechtlichen Quellen des Reiches machen cs gerade für mein Amt zur Pflicht, auf ein enges Zusammenarbeiten mit den ^luano- verwaltungen der Bundesstaaten bedacht zu sem. Ae richtige Abstimmung der Steuerquellen des Reiches zu denen der Bundesstaaten, der Gemeinden und der Gemeindeverbände war seit feber das Alpha und Omega der Reichsfinanzverwaltung und wird es auch bleiben. (Zuftimmuug.) , . Meine Herren, Sie wehren am heutigen Tage von mir kein P r o"g r a mm erwarten. Nachdem ich erst vor wenigen Tagen dieses Amt, und zwar am Schluffe eines wichtigen Tagung.- abscknitteS dieses Hauses übernommen habe, wäre eS vermessen von mir, wallte ich ein solches hier entwickeln.. Es bedarf der Ent- Wicklung eines derartigen Programmes auch nickt, weil die laufen ft Finanzgebarung durch die heute ausgesprochene Bewilligung bc» Etats und die vor wenig-n Tagen zustande gekommene Einigung über die Kriegssteuern voll gesichert ist. (Beifall.) Nur eine Bemerkung wollen Sie mir erlauben. Bei der Prüfung der finanziellen Interessen deS Reiches wird gewiß an erster Stelle da§ F i n a n z i n t e r e f f e des Reiches zu stehen haben. (Zustimmung.) Die gesunde finanzielle Grundlage bilden die Bundesstaaten, die weiteren und eiferen Kommunal- verbände. Deren Würdigung wird in meiner ^künftigen Arbeit nickt unberücksichtigt bleiben. Die Organe des Reiches und die Finanzverwaltungen der Bundesstaaten muhen zusammen- arbeiten. „ «n . c «. Lassen Sie mich nun auck noch mit einem Worte auf die Zusammenarbeit mit Ihnen kommen. Heute wage ich noch nickt, die Bitte an Sie zu richten, das Vertrauen das Sie meinem Amtsvorgänaer in so weitem Maße gezeigt haben, obne weiteres und ohne Einschränkung auf mich zu ubertrMw wohl aber kann ich die Bitte aussprcchen, daß Sie dem Stab meiner Mitarbeiter, mit dem Sie eine lange Zusammenarbeit, vor allem in den wichtigen Geschäften des HaushAtsauSsckusscs. verbindet, Ihr Vertrauen erhalten und auch mir dadurch die Arbeit erleichtern. Wenn nach einem alten Wort zur K r i c g f is d r u n g Geld und noch einmal Geld gehört, so kann die Finanzver- waltung dieses Geld doch nur beschaffen, wenn die wesentliche Grundlagen der Volkswirtschaft durch die Erfolge der Kriegführung erhalten bleiben. Was an solchen vor <}, verdanken wir unserem Heer und unserer Marine, unserem daS im Süd westen des Reiches, von dem ick» komme, ern« eiserne Mauer gelegt und auf den Kamm der V g ü weitergeführt hat. daS den Krieg im Westen, Osten Sudostcn weit in Feindesland hineingetragen hat. und unserer Main e. die es nicht nur verstanden l)at. unsere Küsten zu beschützen, fön- fl.’rn auch den überlegenen Feind in offener Seeschlacht zu schla- qen. (Lebh. Beifall.) Ich habe mehrfach von den Grundlagen der H-uianzkraft des Staates gesprochen, diese scheinen mir die wesentlichsten Grundlagen der Finanzwirtschaft f^i r den Augenblick. (Lebh. Beifall.) Abg. Landsbcrg (Soz.): Wir wollen den Krieg nicht führen, bis die Feinde ohn- ^'"btig am Boden liegen. Unser KriegSziel ist, daß Deutschland o wit anderen Ländern ein selbständiges a-.Even suhtt. Wie sehnen einen baldigen Frieden herbei, der uns dir Mognchkett dazu eröffnet. Die Friedenssrage ist jetzt auf dem toten Punkt angekommen. Ausschließlich von den Gegnern bangt es ^ab, wann die Verhindlungeu beginnen sollen. Kein deutscher Staatsmann wird, wenn ihm die Geneigtheit offenbart wird, sich ihnen entziehen. Keiner wird zur Vorbedingung machen, daß die Gegner sich für besiegt erklären. Wir wollen tur kein noch so wertvolles Land deutsches Blut opfern, ausgenommen Deutschland. (Zustimmung.) Das Ziel der Siche- rrrng Deutschlands ist noch nicht erreicht. Deshalb bewilligen wir die geforderten Kredite. (Beifall.) Abg. Hanse (Soz. A.-G.): Unser Kampf gilt der kapitalistischen Gesellschaftsreform und dem sie stützenden politischen System. Wir betrachten die weltgeschichtlichen Tragödien von dem Standpunkt unserer Grund- Mtze. Die Fortführung wollen wir nicht irgendwie unterstützen. Fr:edcnsgespräche der bisherigen Art führen nicht zum Ziel. Die Gründe der Ablehnung des Haupthaushalts sind bei uns noch schwerwiegender als bei dem Nachtragshaushalt. Staatssekretär Dr. Helfferich: Dar deutsche Volk wird sich damit abfinden, daß eS Leute gibt, die auch^n diesem Kriege die eben geoffenbarte Gesinnung in sich tragen und den Kampf gegen die kapitalistische oder irgendeine Gesellschaftsordnung für wichtiger halten als den Kampf gegen den äußeren Feind, der vor unseren Grenzen steht. Er wird- sich auch damit abfinden, daß dem Vorredner seine sozialistischen Grundsätze wichtiger sind als die Existenz der deutschen Nation. (Widerspruch bei der Soz. A.-G.) Wenn er durch die Verweigerung der Kricgs-kredite gegen die imperialistische Politik Stellung nimmt, so kann ich nur antworten: wenn er mehr bc- deuten würde, als er bereutet, dan wäre seine Stellungnahme eine Förderung der imperialistischen 93 o I i 11 f Englands. (Beifall.) Abg. Haasc (Soz. A.-G.): Der Staatssekretär verrät durch seine Angriffe gegen paß er sich an gewisser Stelle bemerkbar machen w:ll. (Lachen und Widerspruch rechts.) Er hat wenig Grund su ferner Ueberhebung. Er maßt sich an, über die politische Be- oeutung emeS Abgeordneten zu urteilen. Darin können es viele Abgeordnete mit ihm aufnehmen. (Gelächter recbtS. Zuruf deS Abg. Grasen Westarp (Kons.): Jeder blamiert sich, so gut er kann!) Staatssekretär Dr. Hclsfcrich: War ich gesagt habe, glaube ich mt Interesse des Vaterlandes ? P u 5 e , n * Auf die persönlichen Angriffe antworte ich mcht! (Beifall.) Die Kriegskredite werden in erster und zweiter Lesung bewilligt. Auf Eintrag B ass e r - mann findet die d r i t t e L e s u n g sofort statt. Das ® L r 'L 1 ? ^ * 71 dritter Lesung angenommen. (Lebhafter Beifall.) uns noch nicht zu den Lebensmitteln. '(Heiterkeit.) Die ' - ■uiitmifl „2 c D i i! ö m i t t e l d i k t a t o r" war überaus u n -- gtuckirch, da sie auch im Ausland ungünstige Vorstellungen wecken nmtzte. Nur der Reichskanzler hat neue Befugnisse bekommen, um) zwar gesetzgeberischer Art. Der Uebergang in die neue Regelung soll beschleunigt werden. Im mmcn Wirtschaftsjahr müssen d:e bisherigen Erfahrungen eud- l'ch berücksichtigt werden. Der kritischste Punkt des Wirtschafts- rriegev ist überwunden. Weil der A u s h u n g e r u n g s p l a n sur dieses Jahr gescheitert ist. ist er es d a u c r n d. Denn dauernd wird an der Verbesserung der Organisation gearbeitet, und wir sind entschlossen. auch auf lauge Sicht diese Verhältnisse straff zu regeln und uns gegen , die Aushungerung zu wehren. Wegen der Ernahungssorge braucht der Krieg keinen Tag abgekürzt zu werden. (Lebhafter Beifall.) Abg. Matzinger (Zentr.): In Berlin ist man viel zu spät zur Verteilung übergegangen. Der Aushungerungskrieg ist jetzt endgültig gescheitert. Die Direktoren der Gerstenberwertungsgesellschaft bczicheii zu hohe Gehälter.^ Die Zentraleinkaufsgesellschaft müßte den wichtigen Donauwasserweg besser ausnutzen. Die wirtschaftliche Schichtung darf nicht zu ungunsten des Südens verschoben werden. In Berlin sammelt sich jetzt alles an, auch deswegen haben wir Befürchtungen. Die Erzeugung bedarf einer großzügigen Förderung, sonst wird das E r n ä h - r un g s - ein Verzehrungsamt. Unsere Vichstapel müssen rationell behandelt werden, dabei köniicn die Genossenschaften nützlich wirken. Die Hauptsache ist, daß unsere Soldaten ausreichend zu essen haben. (Zujlimmung.) Ddan darf nicht zu viel unreifes Vieh abschlachten. Die Ausdehnung der vichlosen Wirtschaft ist ein Krebsschaden. — Den bundesstaatlichen Charakter des Reiches darf man nicht als Hauptschuldigen für die Ernöhrungsschwierigkeiten bezeichnen. Kein Bundesstaat hat sich in unberechtigtem Matze abgeschlossen. Allerdings kann man nicht verlangen, daß die Sparsamen unter den Bundesstaaten nun den Verschwenderischen ihre Ersparnisse abgeben. (Zustimmung im Zentrum.) Die bayerische Gerstenberwertungsgesellschaft muß im nächsten Jahre fortbeslehen bleiben. Das liegt auch im Interesse des ^bayerischen Bierbrauers. Das Braukontingent muß wieder erhöbt werden. Die Abfälle der Brauereien sind in Süddeutschlaiid von besonderem Wert für die Viehzucht. Aus unseren Entbehrungen darf mari nicht schließen, daß unsere Landivirtschaft versagt hat. Die Schiild trägt eine höhere Gewalt. Aber es geht doch. Wegen Ernährungsfragen brauchen wir nicht einen Tag früher Frieden zu schließen. (Beifall.) ' Die ßrtiöljningsftagen. ube- mit vorgelegt auf den Auf der Tagesordnung steht dann der Bericht des Ausschusses ' die Ernäbrungs fragen. Ser Ausschuß hat eine umfangreiche Drucksache __ . vielen Anträgen. Alle Anträge, die sich - r * J — -qe Grundlage nnsever späteren Versorgung mit tierischen Nahrungsmitteln. die Grundlagen deö Wiederaufbaus unserer vor dem Kriege so reichen Viehbestände gefährden wollen. Unsere Soanmerkost wird also fleischarm sein. Dafür werden -Ms bald große Mengen frischer Gemüse zu Gebote stehen, für deren zweckmäßige Verteilung, für deren organisierte Zuführung .an die großen Verbraucherzentren, insbesondere durch die neugeschaf- ftne Zentrale, der Reichs-gemüsestette, gesorgt werden wird. Die wird auch die Produktion fördern, darauf hinzuwirren fachen, daß der für den Gemüsebau in Betracht kommende Boden onSglichst vermehrt und möglichst rest- und unterbrechungslos ans- ^enutzt wird. — Für die bessere. Versorgung mit Butter und Fettstoffen hat, wie amtlich mitgeteilt wird, das Kriegsernährungsamt -vcsondeve, rasch wirkende Maßnahmen in Aussicht genommen. 'fto sich sind gegenwärtig die Voraussetzungen für eine Steigerung »her Buttererzeugung günstig. ... Die Znsammensetzmtg unserer Mahlzeiten muß sich den be- .simbereu Umständen, mit denen wir zu reckmen haben, anpassen: iGr Wert braucht deshalb nich' oder jedeitsalls nicht nt irgendwie bedenklicher Weise zu sinken. Daß auch mit dem. was vorhanden ist, kräftige und Mtsreichende Mahlzeiten für alle hergestellt werdeit können, werden die ans zentralisierter K ü ch e n s ü h r u n g fußenden Speisegemeinschaften bew^eisen, deren Etn- xichtung in den größeren Städten im Zuge ist oder bevorsteht. Kriegsbriefe aus dem Westen. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.^ Die neuen Kämpfe östlich der Maas. Bor Verdun, am 5. Juni 1916. Wieder einm al versuchen die Franzosen das Kriegs g lück, welches gegen sie entschieden hat, durch.eine unwahre Berichterstattung zu korrigieren. Nach Angabe des französischen Heeresberichtes sei es den Deutschen höchstens gelungen, am Ostrande des Dorfes Damloup Fuß zu fassen, das Dorf selbst aber sei im sranMsischen Besitze. In Wahrheit ist das Dorf Damlontz von uns tu einem Anlaufe restlos erstürmt und die Besatzung samt Könrmandeur igefangen worden. Die Linie ist dann noch beträchtlich westwärts in dem Gelände «wr dem Dorfe vorgeschoben worden. Der oberirdische Teil vrm Damloup ist, wie alle Ortschaften dieser Kampfzone, unkenntlich znsammengeschossener Trümmerhaufen. Dagegen waren die Keller von den Fvcmzasen mit großem Meitze zu Unterständen aus gebaut worden. Außer der Infanterie sind in dem Dorfe nanientlich Pionierzüge gefangen »genommen worden, welche den Auftrag» hatten, die MÄer durch ein weitläufiges Netz von unterirdischen Gängen miteinander zu verbinden. Die Verluste, welche die Nrwnzvsen bei ihren wiederholten verzweifelten Gegenangriffen auf unsere neugewonnenen Stellungen erlitten haßen, sind ungeheuer schwer, namentlich die an Toten und jSichSoerverwu'ndeten. Eine einzige, frisch eingesetzte sran- tzSfische Division hat in wenigen Tagen über sechzig Pro- Knt ihres Bestandes liegen lassen, fast sämtliche fvan- Kofische Divisionen, die schon Nach wenigen Tagen der DchVacht wieder aus der Feuerlinie zurückgezogen werden Achten, sind so zerpflückt gewesen, daß sie für dret bis vter Sine Nacht an der italienischen Zront. Ern.Engländer, der an der italienischen Front den mächtige!: Vorstoß des österreichisch-ung ar ischeit Heeres von Südtirol ans müerlebt hat. schildert in der „Times" einen nächtlichen AngrM der Oesterreichcr auf den Monte Eollo: Tie Nacht ist klar und mild: der Mond erhebt sich rot über btvt Horizont. Das Haupt guartier befindet sich in einem ehemaligen österreichischen Schlosse, das einen Hügel krönt. Zu unseren Füßen dchrrt sickz das Tal aus, die.Bergketten rechts mtd lmks scheuten sich im Westen in einent Winkel zu vereinen. Hier beherrscht eure schwarze Bergniasft das Tal. Dies ist der Pmrarot ta, dte starke Stütze des Feindes. . . ..Das Auge der Oesterve-cher . so ruft &A hnwer Offizier, als ton dem KaMm ein L i ch tstrahl aus- gcht, der mit großer Helligkeit die siefer gelegene tlalumsche Stellung bescheint. Sogleich bemüht sich ein italtentscher Scheinwerfer, sein Licht gerade in das des österreichtschen pi werfen, um die Oesterreicher zu blenden. Ein anderes österreichisches Licht blitzt über das Tal herüber, und sogleich ntmmt eia anderes italienisches den Kamps auf. Länger Äs em-e Stmtde suchen so feirrdliche Suchlichter einander in der Wirkung aufzubeben Diese Nacht werden die Oesterveicher angretsen. ^yve Lichter feget: über die .Hügelkämme hin, verfolgt von denen der Italiener. Jetzt steht der Mond hoch am Himmel: schneebAeckte -Gipfel, schattige Abhänge, Dörfer innerhalb der ttaltentzchen Kutten wie die innerhalb des unsichtbaren stählernen Rrnges baden sich tn fernem silbernen Lichte. Wir sind kaum 7 Kilometer am den vorgeschobenen feindlichen Stellungen erttfernt. Tre Bühne ist Hergerichtet, die Schlacht soll ansangen. Wtr gehen durchseme Ege Landstraße. Dte Strahlen der Schemwerfer blitzen durch die DäuMe hin und her me gewaltige Glühwürmchen. Dte klare Stimme einer Nachtigall schallt durch dte sttlle Nacht, Wie liegt eine große Stadt, die jetzt geräumt tst: ihre EtMvohner smd Ln alle Winkel Italiens zerstreut, und die verlassearen Hauser und leeren Straßen geben der ©seltene etwas Avwirkliches, was Summen der Feldtelephondrähte, die eilig^ über dte Aaste der Bäume geworfen sind, ist das einzige Anzeichen der Auwesenhell von Menschen. Truppen steht man nicht, nichts verrat dee ^cähr der großen Schlacht, nichts tonnte friedlicher fern: tm SuuMe ouaken die Frösche und der Geruch frisch gemahlen Gruses durch- Lieht das Tal. Die Minuten dehiten sich: eine Stimde wrrd zu etner Ewigkeit. Am Rtorgen dieses Tages hat hinter den Bergen, nn gtäcksten Tale, ein gewaltiger Kampf stattgcfunden, und dennoch ist kein Laut der Geschütze hierher gedrungen uitd wtr wissen nicht, was sich ereignet hat. Die Oesterreicher greifen nämlich twn mner einzigen Basis an, ihre Schlachtlinie ist nicht länger als ckb Ktlo- weter und geht von einer Zentralstellung aus, während die Italiener int gleichen Mschnitte durch die Art des Geländes gc- tzwungen sind, lauter Eiuzelgesechbe zu liefern, die nur nttt äußerster Schwierigkeit einheitlich geleitet werden können . . . Kurz vor 1 Uhr morgens cröffiten die österreichischen Batterien das Feuer. Vom Westen, vom Norden, vom Osten zerreißt der Hagel der Granaten Und Schrapnells den Kamin der Höhe, des Monte Eollv. gegen die der Angriff sich richtet. So furckstbaresMrtilüriefeuer hat man an der italienischen »Front noch nicht erlebt: 38er, 30,5er, 24er, 14,9er und 10.5 er regnen körntüch auf die fttrze itaüeutsche Grabenlmte. Wochen gänzltch erledigt waren und die Mannjchasten in diesem Frontabschnitte nicht mehr ins Feuer zu bringen sind. Ein fvanzösisches Bataillon, welches in einer Gefechtsstärke von 700 Mann in die Bereitschaftsstellnng gebracht wurde, um im Chapitre-Wälde einen Gegenangriff zu inachen, verlor noch», ehe es in die Sturmste!lüng kam, dreihundert Mann, hauptsächlich an Toten. Es ist begreiflich, daß der Rest ohne^ Siegeszntrauen angxiff, als sie vor die festen, deutschen Stellungen kamen. Wie mir die Gefangenen erzählten, hätten die Deutschen den Angriff nicht ab gewartet, sondern feien mit Hurraschreien und auf- gepfl-anzten Bajonetten den französischen Sturmlinien entgegengestürmt. Dieser Anblick habe so lähmend gewirkt, daß die Franzosen die Waffen sinken ließen und sich ergaben. W. S ch e u e r m a n n, Kriegsberichterstatter. Aus dem Reiche. Zur Rede des Reichskanzlers. Berlin, 7. Juni. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser machte heute nachmittag dem Reichskanzler eine^ längeren Besuch. Berlin, 7.Juni. (WTB.) Dem Reichskanzler sind nach seiner Reichstagsrede aus allen Teilen Deutschlands so zahlreiche Glückwünsche zugegangen, daß es ihm leider unmöglich ist, allen Absendern für die Kundgebung der patriotischen Gesinnungen einzeln zu danken. Darmstadt, 7. Juni. (Priv.-Tel.) Auf das Glückwunschtelegramm, das die h e s s i s ch e n M i n i st e r aus Anlaß seiner vorgestrigen Rede im Reichstag an den Reichskanzler gerichtet hatten, ging, wie die „Darmstädter Ztg." meldet, dem Staatsminister v. E w a l d folgendes Telegramm des Reichskanzlers zu: Staatsminister von Ewald. Eure ^Exzellenz, unh die Herren Minister von Hombergk und Dr. Becker bitte ich, meinen herzlichen Dcmk zu'ihrer freurtdlichen Zustimmung zu meiner gestrigen Rede entgegenznnehmen. Sehr wider Willen, aber mxä stncttsmännischem Zwang bin ich den Treibereien öffeittlich entgegenAetreten. Die UnteLstützung, die ich ouch im Hessenlcrnde in so wohltuender Weise fand, und die bei meinem neulichen Besuch einen mich tief bewegenden Ausdruck fand, würdige ich in dankbarster Gesinnung. , von Bethmcmn Hollweg. Eine Aussprache über die Kolonialpolitik. Berlin, 8. Juni. Die Deutsche Kolonialgesell- sch a ft hatte zu gestern abend eine Versammlung einberufen, in der Mitglieder aller Reichslagsparteien gemeinsam ihren Gedanken über unsere Kolonialpolitik Ausdruck geben sollten. Vom Zent r u m sprach der Abgeordnete S ch w a r tz e , sür die Nationalliberalen Stresemann, für die Freisinnige Volkspariei Naumann, sür die Konservativen Graf Westarp, für die Sozialdemokraten Lensch. Der letztere führte aus, durch den K^rieg habe auch die deutsche Kolonialpolitik für die Sozialdemokratie eine ganz andere Beurteilung erfahren. Die deutsche Kolonial- politik habe in diesem Kriege ihre Feuerpfobe bestanden. Deutschland bedürfe der Sicherstellung seiner wirtschaftlichen Zukunft. Dies sei aber nicht zu erreichen ohne die Erschütterung jenes „Despoten des Weltmarktes", wie einst Karl Marx die englische Bourgeoisie genannt habe. Alle Ausführungen des Abends gipfelten in dem Satz, Deutschland mußte ein Kolonialreich werden und es muß es daher auch bleiben. Im Schlußwort wies der Vorsitzende, Herzog Johann Albrecht, darauf hin, daß die Deutsche Kolonialgesellschaft niemals Parteien gekannt habe, und daß sie überzeugt sei, aus der Einigkeit der deutschen Nation werde auch das überseeische Deutschland zu siegreicher Macht und Blüte emporsteigen. Zu der Beratung der Ernährungsfragen * hat Abg. Dr. Werner-Gießen mit Unterstützung der Deutschen Frattion folgende Entschließung eingebracht: „Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, schleuuigst .alle zweckdienlichen Maßnahmen zur Un- texdrückung des wucherischen Kettenhandels veranlassen zu wollen." Von fernen Tälern her kvntmen viele Granaten, über hohe Berge hinweg, umi inmitten der Drahtverhaue und Gra bcnbrüst u nge n zu krepieren. »Feuerzurtgert schießen aus den kleineren Batterien, die aus benachbarten Hügeln stehen, aber die Mehrzahl der Geschosse kommt ans großer Ferne. Die Erde unter unseren Füßen schwankt bei jedem Einschlag einer großkalibrigen Granate. Nur wenn ein Geschoß zn weit geht und unseren Hügelabschniti erreicht, gibt es einen donnerähnlichen Krach, den die hundert Talfalten weiterwerfen. Ueber dret Stundeit hält das Troinmelscner an. Die italienischen,Geschütze scheinen auf Antivort zn verzichten. Mer jede Batterie ist bereit, jedes italienische Ge-sck-ütz ist auf eine Stelle eingeschosftit, dte der Feind kreuzet: müß. Jeder Mann ist aus seinem Polten, alles wartet gesvamtt. Der Morgen däintnert allmählich herauf. Die Luft des Alpentals ist kalt und rauh: ein schivacher Wind weht durch dte Bäumtz. Die Kanonade hött aus; von unserer Stellung können imr den Sturnt des Feindes nicht sehen, aber ein breiter schwarzer Stteifen frisch aufgeworfenen Bodens aus dem Kamm des Monte Collo zeigt die Wirkung der Beschießung. Wie ein gähnender Krater ist der Mcken des Berges ansgerissen; um und um gepflügt, Stacheldraht, Schanzen, Grabenlinien — alles ist verschwunden und btldet einen Wirrwarr mit aufgeworfenen Erdschollen. Eine Minute vergeht, zwei Minuten, fünf, — sie kommen! flüstert der Beobachtungs- Posten. Ein Donner der italienischen Artillerie begrüßt den Angreifer. Sie komineit heran. Undeutlich unterscheidet man eine dunkle Masse, die sich vorwärts bewegt. Noch emtge Granaten sausen, dann verstumNtt das Geschützfeuer, man hött das Knattern der Maschinengeivehre — der »Feind erreicht die itallentschen Graben. Die ersten Lichtstrahlen zeigen neu; eingreifende Massen, Juc den Hügel heraufkommen. Sie drütgen tief in den aufgepstügten^tretten ein. Es scheint, als hielten sie den Hügel besetzt. Sw stolpern durch das aufgewühlte- Gelände bis zu den italienischen Stell'nngen, dann springt aus der Erde ein italienisches^ Bataillon heraus, und man glaubt den Schlachtruf „Avanti! Savoda! Avant:!" zu Horen. Einige Stund-en später sehe ich wieder nach dem Monte EoUo hm- nber. Der Kamw ist leer, aber unterhalb des Gipfels haben ttauen>- sche Truppen nette Stellungen bezogen und eine endlose Reihe bepackter Maulesel windet sich langiam^ aus dem Tale am Berge tn die Höhe. — Der heilige Medardus und der Rc ge n s ch t r m. n 8. Juni.) Der 8. Juni, der St. Medardustag, ist ein von Landlmteit gefürchteter Derinin, denn wenn es an Mwem e regnet, regnet es nach einer alten Wetterregel 40 Tage lang. Tag gehört' zu den sog. Lostagen, die Zengeit ein^ alttu. auch Nserer mtsgxklärten Zeit noch nicht überwimdenen Merglaubens , und die nus der Amtahme beruhen, daß die an geivtsten en herrschende Witterung von bestimmtem Einfluß auf das ter der nächstfolgeitdeu Zeit sei. Es hat sicherlich, noch, nremand Htat können, daß es nach einem verregneten Medardus-Tage zig Tage hindurch täglich, geregnet habe. Trotzdem verbergt so schreibt uns ein Mitarbeiter, in dem an diesen Pag getniM- Aberglaubeit ein kleines Körnchen Wahrheit. Es steht fest ist durch langjährige Beobackstungeit erwieset: wvwen, daß wr ersten Hälfte des Jüüi stets ein starker Kalöerückfall em- Stuttgart, 7. Juni. (WTB. Mchtamtlich.) Der Entwurf des Finanzministeriums für den württember g i - scheu Staatshaushalt von 1916, der heute im Staatsanzeiger veröffentlicht wird, stellt fest, daß die staatlichen Finanzen die gewaltige Erschütterung durchs den Krieg im »ganzen nicht schlecht üb erstanden haben.. Für' 1916 sind vorgesehen rund i 21 Millionen Mark Staat saus gaben und 112,8 Millionen Mark Staatseinnahmen. Es ergibt sich ein Abmangel von 8148045 Mt. Zur teilweisen Deckung schlägt die Regierung die Erhöhung der Einkommen- st en er um 25 »Prozent vor, wobei sich die Erhöhung bei den Einkommen von 5000 Mk. abwärts ans 20 bis nur 5 Prozents ermäßigt. Es werden hierdurch 3 Millionen Mark Mehreinnahmen gewonnen. Die Deckmtg des übrigen Fehlbetrags soll der Zukunft überlassen bleiben. Ter Abmangel soll zunächst »durch einen Vorschuß aus dem Betriebs- und Vor- ratskapital der Staatshauptkasse ausgeglichen werden. Der Entwurf gibt dem dringendsten Wunsche Ausdruck, daß unmittelbare Eingriffe in das Gebiet der direkten Steuern von seiten des Reiches vermieden werden. Aus Stadt und Land. Gießen, 6. Juni 1916. Neuregelung des Margarincbezuges. Die ständigen Klagen, die ans allen Teilen der Bevölkerung bei den Reichs- und Staatsbelstirdeit über eine ungleichmäßige Verteilung der Inla nds ma r g a r ine , d. h. derjenigen Mengen, die von dei: Margarinefabriken Deutschlands hergestellt werden, einliefen, haben den Krtegsausschuß für Oele und Fette veranlaßt, nachdem auch der von der Margarineindusttie eingesetzte Ausschuß sick damit einverstanden erklärt hatte, den zuständigen behördlichen Stellen eine Neuregelung der Verteilung dieser Jnlandsmargarinc vorzuschlagen. Ter Kriegsausschuß ging hierbei von der Erwägung aus, daß es im Interesse der gesamten Volksernährung liegen müsse, nicht nur die Auslands mar gar ine, bereit Verteilung ihm als Monopol bisher oblag, unter Berüch'ichtigung des Bedürfnisses der Bevöllerung zur Verteilung kommen^ zu lassen, sonvern auch die Jnlarrdsmargarine durch eine Zenttalstelle zu leiten, um zu vermeiden, daß, wie dies bisher anscheinend noch der Fall war, gewisse Teile der Bevölkerung sich reichlich durch ihre Handelsbeziehungen Mtd auf sonstigen Wegen mtt Inlands Margarine versahen, während der größere Teil der Bevölkerung,, tnsbesondere die schwer arbeitende Jndustriebevölkerung bei der Eindeckung mit Margarine leer ausging. Die gesamten Ma-rgarinefabviken des Inlandes sind nunmehr verpftichtet worden, die am Abenddes 3. Juni 1916 in den Fabriken vorhandenen Vorräte an fertiger Margarine und Speisefett zur Verfügung des Kriegslau s s chu s s e s zu halten. Das gesamte auf diese Weise dem Kriegsausschuß zur Verfügung stehende Monatsguantum wird nach einem besttmmten Verteilungsschlüssel unter Anlehnung an den Butterverteilungsschlüssel aus die cin^lnen Bimdesstaaten verteilt, die ihrerseits bereits dem Kriegsausschuß die Empsangsttattonen und Verteilungsstellen in den einzeltten Bundesstaaten angegeben haben. ... ^ In Preußen erfolgt die iVet'teilung aus die einzelnen Provinzen nach den Weisungen des Ministeriums des Innern.' Tie Vettei- lungssLellett in den einzelnen Bundesstaaten oder preußischen Provinzen geben ihrerseits das ihnen zustehende und ihnen genau bekannte Quantum Margarine an die einzelnen Kvmnrunaloer- bände und'Gemeinden zm Abgabe an die Bevölkertmg weiter. Es darf wohl erivartet werden, daß bei dieser Regelung der Volksernährung weitere Fettmengen und in gleichmäßigerer Weise als bisher zugesührt werden. Es ist nun Sache der Kommunen, die ihnen überwiesenen Mengen mtter Berüchichtigung der besonderen Bedürfnisse bestimmter Bevölkernngsklasftn ztir Verteilung zu bringen. Die-Margarine, die ttotz einer noch recht erheblichen Produktion in den Winterinvnalen selten nur im Verkehr zu haben war, wird jetzt ein regelmäßiger Faktor der kommunalet: Nahrüngsmittelverteilnng werden._ Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr. : Die Berusungsftist für die Staatssteuerveranlagung. Durch Verfügung Großh. Ministeriums der Finanzen, 916* Leitung für Steuerwesen, vom 22. Mai ll I. zu Nr. F. M. St. 17 784, ist für unseren Bezirk die Frist für die Berufungen gegen die Staatssterterveranlagung für 1916 bis zum 20. Juni l. I. erstreckt worden. Grünberg, den 29. 9Rai 1916. Großh. Finanzamt Grünberg. Wenzel. '43470 zittreten vftegt, in dessen Gefolge dann Regengüsse eintteten. Diese Wetterstürze haben sich dem Gedäckstnis des Volles eingeprägt, und man hat sie aus bestimmte Tage festgelegt. Warum gerade der heilige Mcdardus, der einstige Bischof von Nyon und Herr des Landes Salenoy, der int 9. Jahrhundert gelebt hat, und desset: Todestag ttach seiner Heiligsprechung zu seinem Gedenktage ansersehen wurde, mtt frm Regen in Verbindung gebracht worden i»t, läßt sich nicht mehr feststellen. Vor einigen Jahren erzählte das in Metz bis zum Ausbruch des gegenwärtigen Krieges in französischer Sprache erscheinende Blatt „Lorrain" nach einer französischen Quelle über die Beziehungen des Heiligen zum Regen folgendes: „Eines Tages begab sich der heilige Bischof Medardus an den Hof Lothars I., dessen Beichtvater er war. Unterwegs wurde er von einem wolkenbrttchartigeit Regen überfallen, aber zrnn Schutz sandte ihm Gott einen Adler, der ans seinem ganzen Wege über ihm schwebte und ihn mit seinen ausgebreiteten Flügeln bedeckte. Sv war die Idee des Regenschirmes erfuitden: es war nur noch nötig, den Stock dazu zu erfinden." Danach könnten also die RegMschirm- fabrikanten in diesem Heiligen ihren Schutzpatron verehren. 9lber sicherlich hat der heilige Medardus mit der Erfindung des Regenschirmes nicht das geringste zu tim. Dieser stantmt aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Orient. Nichtiger gesagt verwandelte sich der vom Morgenlande überkommeite Sonnenschirm in deit Ländern, in denen der Regelt geivissermaßen an der Tagesovdirung ist, in einen Regenschirm. Der Besitzer des ersten Regenschirms, der bisher historisch nachgeiviesert werden konnte, war der Papst Johann XXIII., der auf idem im Jahve 1415 in Kvnstcntz abgel-attcnen Konzil abgesetzt wurde. In einent sehr seltenen Buche, das itfrr dieses Konzil erschienen ist, befindet sch eine Mbildung, aus der eilt geharnischter Ritter dem Papst auf einer Fahnenstange ein großes ungefüges Regendach nachträgt. In der Kvnstanzer Chronik findet mau über diesen Regenschirm folgende Auskunft: „Man führt auch dem Papst ein Wunder großen Hut nach, der war von färben rot und gelb, geformiett glhchioie ein große Hütten, oben gespitzt wie ein Jmmenkorb, und ein guldiner Csnget daram mit einem Creutz. lind solchen Wätterhut und Hütten, sürt ein Ritter im ganzen Kürist, ans einem weißen Pferd mtt rotem Thuch verdeckt, an crirer stangen. Und diesen Hut mußt tnan dem Heiligen Man fülwen, sich des Regens darunter zu erweliren." Es kann keinen: Zneisel ;un±erliegen, daß dieser Re.geitschirm de-> Papste? nach dem Muster eines Baldacksins angesertift wurde, der »ett jeher in der katht^Mten Kirck^e bei Prozessionen üblich war Es vergingen freilich noch melwer-e Jahrhunderte, bis die eigentltch-e Lausbahtt des modernen Regenschirms beginnen konnte. 9lm verbreitetsten nurde >däs Paraplltie unter dem Könige Ludwrg \1\ . von Frankreich (1643 bis 1715). In Deutschland iverden tm 16. Jahrhundert „Schirmträger" fürstlicher Personen ermahnt; aber erst im Anfang des 18. Jahrhunderts fand hier das ,.Regendach" allgemciite Ausatahme. Ter kiütttrgesctricbtltchen Forscht mg gegenüber halt also die Legeitde nicht stand, daß der hetltge ''..medardus der Erfinder des Regenschttms gewesen sei. Er gttt aber in km katholischen Gegenden' Deutschlands und in Ftnukreick- von altersher allgemein als RegenlMiger und tn den Zetten großen Dürre wird seine Fürbttte angerusen. Offen© Wein© von 35 Pfennig an iw! Separate MM « Mi Fnsz Oer!! Heugras-Bersteigerrmg. ~l(\v ■X'izunnj ucm den < 5?omn!Ttalii!!cfcn m den Ge> -raunen ^li.cu-Buscck, Üilc^cii und Wiescck ivird > L Lu der Gemarkung Alten - Vuseck Donnerstag. *£• f. v«., normittanö 9 Uhr, in der OtoNabenau'schei- Wtnschnft zu Alttm-Buseck. " ^ ^ewarlung W.eseck Freitag den 16. Zu»! vormittags 10 Uhr, in der W. PH. Bkerauicheu S\>ir!),ijart zu Wieserk. u ' ^ ö cr ^cinarfium ^icfjcu ein domsclücn Tage. £2te^|- Uln, ln der Harnickel schen Wirtschaft im Philosophenwald bei Gießen. 43291 ) Gielert, am 7. Juni 1916. Grobherzogliche Qberförsterei Großen: K o e h l e r. Papier-Bindfaden ^türken, erstklassiges süddeutsches Fabrikat, Ia. gezwirnte Ware von grösster Haltbarkeit, gegen J*¥ässo präpariert, empfiehlt zum billigsten Tagespreis i Suche memem Sohne. 16 oöötc leiniährig), für 1. Juli oder früher, ineinemVank-.Fabrikations- oder Grobgeschäft. Schrift!. Suu'ebote unter 4340 an den Gießener Anzeiger erbeten. jitirvii 53 Ludwig Lazarus Feraaprash. 695 fissBttisfrt EisSeo MH Bei der heutigen Ziehung sind folgende Schuld- scheme der 1682cr Anleihe Lit. B Nr. 1, 20 21 22 39, 64, 79, 96, 112, 122, mit je 200 ’ Mk.' auf den 1. Juli 1916 und die der 1900er Anleihe Nr. 74, 96, mit je 500 Mk. auf den 1. Oktober 1916 zur Rückzahlung bei der Mitteldeutschen Creditbank, Filiale Gießen, ausgelost worden. Mit diesen Tagen hört die Verzinsung auf. Gießen, Juni 1916. 4351D _ K. d. Vorstand: Kutsch. Für Siegefftren Bfratiitüdfr lt. crfronftcc T-lhatc» werden Liegestlilil® dringend benötigt, einerlei welcher Größe und Ausführung. Anmeldungen zur Abholung werden an das Geschäftszimmer des Roten Kreuzes, Alte Klinik, Liebigstraße erbeten. Ee Zum 1. Juli (4338 B kllttMM.A. 6-Zimmerwobttrma ul Zu behörper 1. Juli od. früh, zu vermieten. Näh. Zigarrcn- gmwaft Sonntag. «3329 8 Zimmer 5-Zimmer-Wohnunq sofort zu vermieten. 3343 Bahnbofftraße 52». 3 Zimmer ä-Zimmer-Webnnng Kaiser 2UIcc 40. 2 Wärter aegen hohen Lohn und freie Station von der Univer.- Augenklinik 6Zicüen gesucht. Zeugnisse sind bei der Borstellung mitzubringen. Grasmäher sur 2 Kühe oder 1 Pferd, mit Tiefschnittbnlken, &eswendcr wenig gebraucht, billig abzugeben. (4262 M. Rosenthal, Fernspr. 77. Licbrgstr. 13. Q'ur Mitte August tüchtiges C®“ ASleinmüdchcrn das kochen kann, gesucht, i*»* Stundenhilfe vorhanden. 5 ranPrc f . 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T strafe bks zu 1500 Mark bestraft. mfm, bWSSS*S cn fofor ‘ in **“& 43418 Der Oberbü rgermeister^ ._ Keller. ______ Bekanntmachung. der Bundesratsverordnung vom 18 . Mat 1918 detr. Ernte flach cuc r beb un g im Jahre 1916 soll in der 15 oin 9. bis io. ouni ds. IS. die Grüße der Ernte^ suchen berm feldiiiamgen Anbau nachstehender Feldfrüchte durch Befragen der einzelnen Betriebsleiter oder ihrer Stellvertreter ermittelt werden: y r qwfSiSiS? wächejuTt2ndc, Shro- pbaloT», Hdernverhalhur.a, J2«r*enl«iden, Gicht. Rb»onu, 6allenTtetn«; r«ker-; Mai-an -. leldtn, Zack«rhr«nltbcit, Hofftbläg#, Krampfadern , fu8- Beinleiden etc. ‘shMaisabcm fiter Kjfärfonph$fO sonst! Bekunutmachuurtz. Wir weisen wiederholt darauf hin, daß aües Schlacht- mch, das aur Abnahme kommen soll, vorher unter Bei- linung der amtlichen Gewichtsscheine unseren Vertranens- angemeldet werden soll. Unsere Vertrauensleute nicht vorher angemeldet worden ist ,^äen, wie ste auch berechtigt sind, bei wider Erwarten ldungen, die Abnahme auf einen der nächsten Abnahmetage zil verschieben. In letzterem Falle werden dre Anmeldenden vor der Abnahme schristlick?da- SÄ KWiSS? »-W| Obevhefsischer Bichhandelsverbund. Der Vorsitzende: S k a l w e i t. Wir suchen für unsere Montage-Werk-stätten (Heeresausträget a»f-er Nechaniitt, Vreher, Schisffer. Uhnnscher, Graveure usw. noch Nlchrere Hundert gelernte und Bekanntmachuna. Es sind wiederholt kleinermb .lictjtfdöro^tTeifeScfitweine flngelieferl worden. Dadurch wird die zukünstige Reifchk Versorgung ernstlich beeinträchtigt. Wir haben UN cre Beurauensteute angewiesen, Schweiire, die ein Stallau wicht unter 180 Psü. haben, vorläufig'nicht mehr A l "^men. Ausgenommen sind nachweisbar in der Entwicklung gehemmte Schweine. 433 n Gieren, den 5. Juni 1916. B ^verhesfischer Biehhandelsvcrband. Der Vorsitzende: Skalweit. 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