Kr. (50 Der 4fc$eper Anzeiger «sthentt täglich, außer ©omttog£. - Beiden: ©vermal wöchentlich «rheserOgwAieobiätter; Avenno i wöcher^t l.Ureis- biatifnr tat Kreis Sictzen (Dienstag und Freilag)' zweimal monatf- Land- virtschastüche SettftgHen Fernsprech - Anschlüsse: für die Schrillt eitung 112 VerlagMeschäftsstelleLI Adresse lür Drahtnach- richten: LtreigerHietzen. Amrahme vor Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt 166. Jahrgang Donnerstag. 29. Juni W6 General-Anzeiger für Oderhessen Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen Umv.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleiiung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstr.7. Bezugsore monatf. 90 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Mk. 2.45 Vierteljahr!. ansschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Haupt- schristleiter: Aug. Goeh. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. ©oefc; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr- R. Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sänttlich m Gießen Kanzösische Rassenangriffe gegen „Aalte Erde" und Vers Aeury abgeschlagen. (WTB) Grobes Hauptauartier, 28. Juni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Vom Kanal von La Basste bis südlich der Somme machte der Gegner unter vielfachem starken Artillerieeinsatz sowie im Anschluß an Sprengungen und unter dem Schutze von Äauch- und Gaswolken Erlundungsvorstöße, die m ü h e- los abgewiesen wurden. Auch in der Champagne scheiterten Unternehmungen schwächerer feindlicher Abteilungen nordöstlich von Le Mesnil. Links der Maas wurden am „Toten Man n" nachts Haudgranaten-Abteilungen des Gegners avgewchrt. Rechts des Flusses haben die Franzosen nach etwa zwö Mündiger heftiger Feuervorvereitung gestern den ganzen Tag über mit starten, zmn Teil nen herangeMrlen Kräften die von uns am 23. Juni eroberten Stellungen auf dem Höhenrücken Kalte Erde und das Dorf Flenrv und die östlich anschließenden Linien angegriffen. Unter ganz außcrordcnt- lich^nVerlustendurchdasSperrfeuerunserer Artillerie und im Kampfe mit unserer ta p f e - rcn Infanterie sind allc Angriffc restlos zu- sa mm e »gebrochen. * Ein feindlicher Flieger wurde bei Donanmont a b g e sch o s s e n. Am 25. Juni hat Leutnant H o e h n - d o r f bei Haucourt (nördlich von Nomeny) sein siebentes feindliches Flugzeug, einen Doppeldecker, außer Gefecht gesetzt. Wie sich bei wefterer Untersuchung herausgestellt hat, trifft die Angabe im Tagesbericht vom 23. Juni, unter den gefangenen Angreifern auf Karlsruhe hätten sich Engländer befunden, nicht zu. Die Gefangenen sind sämtlich Franzosen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei der Heeresgruppe des Generals v.Linsingcn wurde das Dorf Liniewka (westlich von Sokul) und die südlich des Dorfes liegenden russischen Stellungen mit stürmendes Hand genommen. Sonst keine wesentlichen Veränderungen. Balkan-Kriegsschauplatz. Außer Artilleriekämpfen zwischen dem Vardar und dem iDoiran-See ist nichts zu berichten. Oberste Heeresleitung. Der Mg. Liebknecht ist gestern zu 2VZ Jahren Zuchthaus verurteilt worden und hat die gesetzlich festgelegte Min- deststrafe für die schweren Vergehungen erhalten, zu denen er sich selbst bekennt. Das Gericht ist von der Ansicht au>s^ ■ gegangen, daß Liebknecht nicht aus ehrloser Gesinnung gehandelt hat, sondern daß er politischem Fanatismus ver- j fallen war, und diese Ansicht trifft wohl-auch zu. Es herrscht sim Volke, das dieser Agitator ganz und gar nicht auß- i zuwühlen vermocht hat, dieselbe ruhige und in gewissem ' Sinne mitleidige Auffassung; man hat seine Tätigest als j Abgeordneter längst nickit mehr ernst genommen, und das i gerichtliche Urteil wird keine Sensation wachrufen. Daß der Verurteilte einige ähnlich oder gleich Gesinnte . hat, die besonders in der Reichshauptstadt sich laut gebärden, ; fällt nicht sehr ins Gewicht, da die große Mehrheit der So- 1 zialdemokratie andere Bahnen wandelt und im deutschen , Bürgertum der einigende Volksgeist, den der Krieg ent- : zündet hat, allen Gefahren standzuhalten verspricht. Neuer- ! dings mehren sich die Anzeichen, daß auch in den rechtsstehen- . den Parteien das Verständnis für des Reichskanzlers Be- i mühungen wächst, zu einigen, das Trennende zu be- j kämpfen. Einsichtsvolle Führer der Konservativen warnen , vor einer einseitigen Befehdung der Kanzlerpolitik, und zu j den rednerischen und schriftstellerischen Aeußerungen des ■ Frhrn. v. Zedlitz, der in diesem Sinne Stellung genommen ; hat, hat sich neuerdings die Haltung einflußreicher Kreise ’ des preußischen Herrenhauses gesellt. Der Präsident dieses > Hauses, Graf v. Arnim-Boitzenburg, hat bei der gestern mitgeteil^m Vertagung des Landtages eine viel- I bemerkte Schlußrede gehalten, die offensichtlich der bisherigen Politik des Herrn v. Heydebrandt entgegenläust. In dieser ; Rede sind die folgenden schönen Sätze hervorzuheben: „Wir müssen angestrengt mit siegen helfen durch treue Zusammenarbeit aller Stände, durch Sparsamkeit, Genügsamkeit, ! Opferwlllrgkm^ Selbstlosigkeit und Geduld. Auch mir stehen unter ; dem afernen Kriegsgesetz des kategorischen Imperativs der Pflicht gegen das Vaterland, durchzuhalten in Geschlossenheit. Auch wir \ stehen tmrter dem ernsten, die Herzen verbindenden Eindruck gemein- . [amen Leides und gemeinsamer Trauer um Deutschlands erschlagene ! Heldeusöhne. Wollen ivir diese teuer erkaufte, in kaum wieder- . kehrender großer Stunde neu errungene Einigkeit des deut s chen Volkes:: ich t hinübe rnet ten in friedliche Zeiten, sie n uche n als das wichtigste für unser?Entwicklung und unsere . zukünftige Kraft? Wrr werden nach diesen: Krieg nicht reicher sein >an 1 Geld, reicher aber hoffentlrch an weit schwerer wiegenden sittlichen ^ Werten, an innerer Vertiefung, gesammelter Kraft, schlichter Ein- , fachheft und vaterlandsfrohem Selbstvertrauen; denn dieser Krieg hat rnvnchem gezeigt, daß Deutschland keinen Anlaß hat, immer ' nach ftemden- Vorbildern zu suchen. Das ist erfreulich, aber ohne , Ueberhebrmg wollen wir uns den Blick für das Große, Schöne und ' Edle in unserem Volke schärfen, besonnen und vorurteilslos die eigenen Bedürfuifse der Zeit erkennen, wohlwollend und mit c i n - ae h e n d e r 'e m Verständnis die Auffassungen und I Interessen anderer in unserer Volksgemeinschaft prüfen und beurteilen, alles in den: einheitlichen Trachten nach dem lockenden Ziel der Stärkung des deutschen Gedankens der Durchführung des weltgeschichtlichen Rufs des Germanentums." Der unentwegte „Vorwärts" nimmt von diesem Appell mit einiger Verlegenheit Notiz und erwähnt ihn kurz als „längere und in ziemlich schwierigem Satzbau gehaltene Rede". Uns dünkt, es war ein sehr gutes Deutsch, das der Präsident des Herrenhauses uns vorgesetzt hat, wenn es auch freilich dem Vorwärts nicht passen mag. Denn er will die Jakobinermütze noch nicht mit dem Feldgrau persönlichen Verständnisses und praktischer Mitarbeit vertauschen, und er Mrd noch eine Weile in den: alten Geleise fortfahren. Schließlich aber wird er sich ausleben. Wichtiger ist es für uns, daß in der äußersten Ecke soer Rechten um Herrn v. Heydebrandt, das neue Losungswort endlich besser verstanden wird, daß man dort den klirrenden Küraß des früheren grundsätzlichen Kampfes gegen die„Vatere landlosen" zur Probe einmal ablegt und einsieht, daß es sich in friedlicher Kleidung ebenfalls leben läßt. Das in diesen Kreisen genährte Mißtrauen gegen den Reichskanzler ist zweifellos eine Mischung, in der die innerpolitischen Befürchtungen die Forderimgen in der Auslandstaktik noch überwiegen. Das spricht heute auch die „Köln. Volksztg." in einem langen Leitartikel ans, und man darf daraus ableiten, daß auch die Zentrumspartei den .Herrn v. Heydebrandt und seinen Anhang rechtzeitig warnen will. Wenn das Blatt auch keine Namen und Parteien nennt, so spürt man es doch, wie es den Blasebalg auf die konservativen Streiter richtet, um ihr verstaubtes Kampffleid zu reinigen: „Bei uns haben von jeher Fragen der innern Politik die Parteibildung beherrscht, der ftrurdeätschen und der innerpreußischen Politik; Fragen der äußern Polftik sind bei der Parteibildrmg zurückgetreten. Auch das fiihrt dazu, das Umlernen auf die Erfordernisse der Kriegszeit hin zu erschweren, urrd es zu verhindern, daß der politische Sinn mit der nötigen Schärfe aus die Rücksichten der äußern Politik eingestellt werde. Wir meinen, daß die Gesichtspunkte der äußeren Polftik zurzeit ganz allein unser politisches Denken beherrschen müssen. Die Zeit ist 'vorbei, wo scharf gegensätzliche Diskussionen innerpolitischen Inhaltes ohne Gefahr gepflogen werden können, und wo Gesichtspunkte innerpolitischer Art entscheidend sein können. Soll der Krieg uns die erwünschten Früchte bringen, soll bei den ohne Zweifel schwierigen Vorverhandlungen zur Herbeiführung des Friedens Deutschlands Gewicht in vollem Umfang in die Wagschale geworfen werden können, so muß unseren Feinden gegenüber möglichst das ganze deutsche Volk als eine geschlossene Einheit erscheinen. Das ist rarr möglich, wenn der auswärtigen Politik des Reichskanzlers feine Schwierigkeiten mehr bereitet werden. Der inneren Politik gebührt in: Kampfe der Parteien die Vorhand in der Friedenszeit: sobald Frieden ist, wird sie von selbst wieder in die Stellung einrücken, ohne daß sie allerdings siir die Politik im ganzen wieder so allein maßgebend werden kann tvre vor dem Kriege." Diese Aeußerungen des rheinischen Zeittrumsblattes sind um so bemerkenswerter, als vor noch nicht langer Zeit aus Zentrumskreisen — und die „Köln. Volksztg." war darin Ruserin im Streft — heftig gegen die Annahme gewettert worden ist, als konnte die Sozialdemokratie wirklich sich mausern und sich in die bürgerlichen Parteien als eine sachliche Vertreterin des vierten' Standes ein gliedern. Das Zentrum, das auch nach den: Kriege seine anch'chlaggebende Stellung behalten -möchte, hat keinen Anlaß, zu wünschen, daß die alten Mehrheitsverh'ältnisste sich verändern. In der hetzten Zeit hat verrnntlich eine neue, vorsichtigere Partei- Parole von diesen Wegen abgelenkt. Gegen den neuen Standpunkt der „Köln. Volksztg." läßt sich nichts einwenden, denn tatsächlich muß, wie dieses Blatt sagt, „eine Betrachtung der bisherigen und zukünftigen Anstandspolitik durch eine Brille innerpolitischer Einengung ansgeschattet bleiben". $ • • Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 28. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. Juni 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Bei Kuty wiederholte der Feind seine Angriffe mit dem gleichen Mißerfolg wie an den Vortagen. Sonst in der Bukowina und in Ostgalizien nichts Neues. Südwestlich von Nowo-Poczajew schlugen unsere Vorposten fünf Nachtangriffe der Russen ad. Westlich von To rczyn brach ein starker russischer Angriff in unserem Artillerie- und Jnfauteriefeuer zusammen. W"Mch von Sokul erstürmten deutsche Truppen das Gehöft Liniewka und mehrere andere Stellungen. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern griffen die Italiener zwischen Etsch imd Brenta an mehreren Stellen an, so im Val bei Foxi, am Pasubio, gegen den Monte Rasta und im Vorterrain des Monte Zebio; alle diese Angriffe wurden blutig a b - g ew i e sen. Bei den von stärkeren feindlichen Kräften geführten Vorstößen gegen den Monte Rasta fielen 5 30 Gesa n g e n e, darunter 15 Offiziere, in unsere Hände. An der K ä r n t n c r f r o n t wiederholte der Feind seine | fruchtlosen Anstrengungen im Plöcken-Abschnift. Seine An-1 griffe richteten sich hauptsächlich gegen den Freikofel und gegen den Gr. Pal. Stellenweise kam es bis zum.Handgemenge. Die braven Verteidiger blieben im festen Besitz aller ihrer Stellungen. An der k ü st e n l ä n d i sch e n Front war der Ar- tilleriekampf zeitweise recht lebhaft. Unsere Flieger belegten die Bahnhöfe und militärischen Anlagen von Treviso, Monte Belluna, Vicenza und Padua sowie die Adriawcrke von Monfaleone mit Bomden. S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. H Ü f e r, Feldmarschalleutnant. Der türkische Bericht. K o n ft a n tä n o p e l, 28. Juni. (WTB. Michtamtlirc^.) Das Hauptquartier meldet: An der I r a k f r o n t keine Veränderung. Oestlich von Sermil griffen russische Streftkräfte in lleinen Abteilungen erneut in verschiedenen Richtungen unsere vorgeschobenen Seillungen an. Diese Angriffe wurden durch unser Feuer zurückgeschlagen. An der K a u k a s u s f r o n t gelang es unseren >Erkunbungs- abteilungen auf dem rechten Flügel, durch gelungene Operationen dem Feinde einige Höhenzüge und Stellungen zu nehmen. Im Zentrum und auf dem linken Flügel nichts von Bedeutung. Sonst nichts Wichtiges. Der russische Bericht. Petersburg, 27. Juni, 4 Uhr nachm. Westfront: Auf der Rigasront beim' Brückenkopf von Uexküll Artilleriebuelle. Versuche der feindlichen .Infanterie, an einigen Frontabschnitten die Offensive zu ergreifen, wurden leicht abgewiesen. Gegen die Stellungen von Dünaburg unternahm der Feind einen erfolglosen Angriff. 9lus einen: der Kampfabschnitte zeichnete sich nach den Berichten der höheren Führer besonders ans: Leuti:ant Mioreine, der 15 mal verwundet wurde, und der Unteroffizier Ko- nonienco. Die feindlichen Flugzeuge warfen mancherorts löonrbot ab, u. a. aus die Linie von D ünaburg. Gestern abend bombardierten die Deutschen in der Gegend nördlich des M iadzrol-Sees mft schweren^ und leichten Geschützen unsere Gräben vor den Intervallen zwischen den: Tolja- imd dem Woltschino-See. Darauf unternahmen sie einen Angriff. Sie wurden durch unser Feuer l.rbgewiesen. Ein erneuter Angriff der Deutschen ist ebenfalls gescheitert. Der Feind wurde neuerdings in seine Ausgangsgräben zurückgeworfen. Er verzichtete aus sein Unternehmen. In der Gegend von L u z k versuchten die DeMchjen in der Nacht vom 26. Juni nack: kurzer Artillerievorbereitung dre Ossensive zu ergreifen, wurden jedvch^ zurückgeschlagen. Auf dem Baltischen Meere gerieten in der Meerenge von Jrben am 26. Juni drei unserer Wasserftugzeuge in einen Kamps mft vier deutschen Wasserflugzeugen. Ein feüüüiches Flugzeug ftel ins Meer. Trotz aller Versuche des Feindes, es zu retten, wurde es von Bomben und Maschinengewehren zerstört und sank. Unsere Flugzeuge sind unversehrt zurückgekehrt. Kan kasus front: Versuch!e der Türken, gedeckt durch Ar- tillerieseuer, den Masladarassifluß zu überschreiten, der sich bei der Ortschlaft N:rrft in den Euphrat ergießt, wurden durch uns abgeschlagen. Bei Mossul überrannteu unsere Truppen in der Gegend von Baneh den Feind in seinen Steltmrgen unft trieben ihn nach Westen zurück. Es wftd folgendes Bravourstück unserer Donkosaken gemeldet' Beim Uebergang über de:: Dnjestr bei Snowiduze überschritk- Teil der Kosaken vollständig nackt, :mr mft dem Gewehr bemffmet, den Fluß. Nachdem sie den Fluß glücklich überschrftten hatten, griffen die Kosaken den Feind mit dem Bajonett an, töteten einen Teil desselben, nahmen den anderen Teil gefangen und hielten iiJ) in der eroberten Stellung bis zur Anklmft von Verstärkungen. Der italienische Bericht. Lugano, 27. Jluni. 5 Uhr abends: Zrvischen Etsch und Brenta setzten wir unseren Vormarsch fort und bleiben dem Feinde auf den Fersen. Ter Feind versuchte unseren Vormarsch aufzühalten durch das konzentrische Feuer der weittragenden Geschütze und eine:: hartnäckigen Widerstand der Nachhuten, die sich an die am schwersten zugänglichen stellen wÄftlvollen Terrains anklammern, wobei ihnen zahlreiche Maschinerrgewchie zur Verftlgung stehen. Im Vällarsa eroberten unsere Truppe:: gesteri: die starken Versckmnzungen des Matasone und von Anghe- beni und vollendeten die Erobenurg des ^lüonte Lemerle. Ta längs der Posrna-Frvnl die letzten feüwlichen Abtcilurrgen von den Höhen des Südhanges und des Monte Aralta verjagt sind, haben unsere Truppe:: den Fluß überschritten und Posina und Arsiero besetzt imd beginnen mm ans den Nvrdbängen des Tales vorzudringen. Aus der Hockjebene der „Sieben Gemeinden" hat -unsere Jnfauterie nach külmer: Vorstöße:: der Kavallerie die Linie Punta Corbin—Tresch^— Eonca—Fvndi— Cesuna, süd- wesllich von Asiago, erreicht. Norstöstlich hat sie das Nos Tal überschritten -und der: Monte Fiara, den Nöortte Taverle. de:: Spitz- Keserle imd die Cima della Saette besetzt. Auf den: rechte:: Flügel haben unsere tapferen Lllpini nach einem erbitterte:: Kampfe die Cima della Eatdreva mrd die Cima della Campmmlla (südlich der ersteren) genommen. Auf der ganzen Front, welche wft Letzten, stieße:: wir auf zahlreiche Bereift der angebore::en Barbarei des Feindes: Arsiero durch Brärüie verwüsret, Asiago mW andere blühende Ortschaften in rauck^ende Trümmerck-aufen verwandelt; in der Umgebung des Vdonte Magnaboschi fanden wir ungefähr fnnu bert Leichen unserer Soldaten im Kote liegend und ihrer Kleider beraubt. Im Suganatale ist die Lage urwel'ändert. Im Hoch Dmwi besetzte:: wir das Togrwlamassiv. Wii der übrige:: Front kein bedeutendes Ereignis. Eines unserer^ Geschivader, bestellend aus zehn Flugzeugen, warf gestern fünfzig Bomb«: sckpperen Kalibers e. Man weiß, daß Lansing bk Ansicht vertritt, daß es nichts zu vermitteln gebe. Tie „Morning Post" meldet aus Washington vom 26. Juni: Bor Ende dieser Woche dürfte die Frage entschieden sein, ob es Krieg mit Mexiko gibt. Das Ergebnis der Besprechung Wilsons mit den MüglieDern des Kongresses war, daß ein Einmarsch in Mexiko nur dann nicht stattfinden wird, wenn Carranza die amerikanischen Forderungen annimmt, seine Gefangenen sreigibt und erklärt, daß er keine weiteren feindseligen Handlungen begehen werde. Der Wahlkampf in Amerika. Amsterdam, 28. Juni. (WTB.) Die „Times" erfährt ans New Pott, daß das Komitee der Fortschrittspartei mit 32 gegen 15 Stimmen beschlossen hat, den Rat Roosevelts zu befolgen und Hughes seine Unterstützung zu gewähren. Hughes dankte in einem Telegramm, irtbem' er sein politisches Programm andeutete. Er wirft darin Wilson eine schlappe Haltung gegen Deutschland vor, und daß es ihm nicht geglückt sei, den Ränken von Ausländern, die die Vereinigten Staaten als Schauplatz für ihr Treiben wählten, ein Ende zu machen, ferner, daß er nicht für eine entsprechende müitärische Vorbereitung Sorge getragen habe. Hughes macht Wilson für die mexikanische Tragödie verantwortlich. Wilson habe auch nicht eingesehen, daß Schutzzölle für den Handel notwendig seien. Dre demokratische Pattei ser nicht imstande, die Interessen der Nation zu fördern. Am örm Reiche. Eine Kundgebung für den Reichskanzler. Le io zig, 28. Juni. (WTB.) Eine große Anzahl hiesiger hochangesehener Persönlichkeiten und berufener Vertreter der Juristenwelt, von Kunst, Wissenschaft, Handel und Industrie fanden sich zusammen, um dem Reichskanzler in folgender, ihm heute überreichter Adresse ihr Vertrauen und ihre Verehrung auszübrücken: „Tie Unterzeichneten Bürger Leipzigs haben den Wunsch, dem Reichskanzler in dieser verantwortungsvollen Zeit ihr Bettrauen auszusprechen. Sie blicken mit Zuversicht auf den Reichskanzler, als auf den berufenen Führer des deutschen Volkes." Die Adresse, die im ganzen 212 Unterschriften trägt, haben n. a. unterzeichnet 25 Mitglieder des Reichsgerichts, darunter der Präsident, 34 Universitätsvrofessoren, der Reichstagsabgeordnete Junck und der frühere Vizepräsident des Reichstages, Kammerherr v. Frege-Neltzien, sowie Clemens Thieme, der Vorsitzende des Patriotenbundes. Aus Heften. rb. D a r m st a d t, 28. Juni. Der erweiterte Ausschuß der Zweiten Kammer setzte heute vormittag seiire gemeinsamen Beratungen mit der Regierung fort. Er beschäftigte sich mit der Vorstellung des Landesverbandes der H a u s be s i tz e r vereine im Großherzogtum Hessen, Sitz in Mainz, betr. Hausbesitzerkammer, der Vorstellung des Offenback>er Haus- und Grundbesitzervereins in gleichem Betreff und dem Antrag des Mg. Dr. Osann, den Hausund Grundbesitz betr. und beschloß, dem Plenum der Zweiten Kammer folgenden Antrag zu unterbreiten: 1. die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, a) die Frage der Errichtung einer Hausbesitz S ch w e i n e s ch m a l z n n d S pe i s e ö l e dürfen vom 1. Juli ds. Js. ab bis zur endgültigen Regelung der 'Fettversorgung durch Einführung des Lebensmittelbuches in der Stadt Gießen nur gegen -Vorzeigen der Brotmarkenausweiskatte abgegeben werden. Die auf die einzelne Person entfallende H ö ch st Me n ge v o n Streichfett wird bis auf weiteres auf insgesamt 90 Gramm für die Woche festgesetzt. Die Abgabe ist von dem Verkäufer auf der Rückseite der Karte zu vermerken. Bezüglich der Butter bleibt die bisherige Regelung bestehen. Anträge auf Ausstellung von Bezugsscheinen für Butter sind auf dein Stadthaus, Zimmer 9, zu stellen. Siehe Bekanntmachung. ** Eie r -V e r ka u f. Der Verkauf der der Stadt zugewiesenen Ger ffndet dieses Mal durch den Eierhändler Süeinrttch, Lin- ^ denplatz 2, statt und zwar für Brot karten bezirk 3 Freitag, den' 30. Juni 1916, Bcolkatteubezirk 4 Samstag, den 1. Juli 1916. Der Verkauf erfolgt gegen 'Vorzeigen der Brotmarkenausweiskatte. Es werden ans die .Karte drei Eier abgegeben. Die Abgabe wird durch einen Stempel auf der rechten Vorderseite der Brotmarken- anMveiskarte vermerti. Der Preis betragt für drei Stück 68 Pfg. ** L i ch t s p i e l h a u s. Der bunte K ü nstlerabend ffndet bestimmt heute, Donnerstag, statt. Die Kasse ist hierzu von 3 Uhr ab geöffnet. Da alle Plätze numeriert sind und ein größerer 2ln- drang zu erwartcm sein wird, ist es ratsam, zettig für gute Plätze Sorge zu tragen. Nähert siehe Anzeige. Landkreis Gießen. -U-. H e u ch L l b e i in , 23. Juni. Landwebrmann Wilhelm H e n k e l m a n it, Unteroffizier im Infanterie-Regiment 221, fiel am 13. Juni. Die Musketiere und Landwehrmänner Ludwig H a i n e r. Hermann B-e über und Otto Piaff, Schnlverwalter, sämtlich von hier, iverden als vermißt geineldet. e. Weilers ha in, 29. Juni. Dem früheren Gardesüsilier Heinrich Reichert von hier wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Kreis Büdingen. ^ Bellnrutb, 29. Juni. An einer schweren Verwundung starb im Feldlazarett zn Weimar der Landsturmmann Carl. K Echzell, 29. Juni. Die Goldankanisstellen sind seit gestern im Betrieb. ES zeigt sich schon das lebhafte Interesse der Bevölkerung in allen Sehlchken. Goldene Uhr- und Halsketten, Arinbn'nder, Ringe, Nadeln, Uhren werden abgeliefert. Montags sind die Abnahmetage, TienZlags ,vird an die Reichsbankneben- stetle nach Friedberg abgelieiert und die folgende Woche ist bereits das Geld daiür bei der Ankaussstelle. r. Fauerbach, 29. Juni. Gestern wurde in unserer Gegend der „H a g e l s e i e r t a a" gefeiert. Der Tag hat seinen Ursprung in einem großen Unwetter, das am 27. Juni 1^67 über unsere Gegend niedergtng und die AuSsaar zerstörte. H N i d d a, 29. Juni. Emdlich ist die F l e i s ch k a rt e auch bei uns eingekehrt und hat recht befttedigend gewirkt. Aüf den 5^ops' kam 1 / i Pfund Fleisch; jeder bekam sein Teil, ohne von einem Laden pn andern kaufen, ohne sich stundenlang stoßen und drängen! lassen zu müssen. Wtts hier allein au Zeit und damit an Geld gespart wird, macht ein kleines Vermögen aus. Viel wichtiger aber ist der Einfluß, den das Bewußtsein auf die Gemüter ausübt, daß jeder dem andern gleichgestellt ist, daß nicht der, der viel Geld uiad gute Beziehungen besitzt, Fleisch haben kann, soviel er will. Daß es bei der ersten Verteilung nicht ganz ohne Fehler abging, ist bei der Sck)wierigkeit der Sache nicht zu vermeide. chtz R i e d e r - B! o ck st a d t. 29. Juui. 2hif dem Felde der Ehre starb der Musketier Wilheliu B a garten. Kreis Alsfeld. Up. O b e r - 0 h m e n , 27. Juui. Heute erschoß sich hier in einem Augenblick geistiger Uiunarhtunq ein hiesiger Landwirt. Er befand sieb im 50. Lebensjahre und stand in guten Verhältinssen. up. Aus dem Ohmtal, 29. Juni. Zu verwundern bleibt es bei diesem kälten Juni, da an den meisten Tagen Feuer in den Zimmerösen gebrannt werden muß. daß es zum Verdruß der Imker so viele Bienenschwärme gibt. Völker, die dreimal schwärmen, gehören nicht zur Seltenheit. Ausflüge nach 5)onig sind bei dem Charakter der Witteraing nur selten. Gut war es, daß der Rapi vorher eine reiche Tracht geboten. Kreis Laittcrbach. rr. Schlitz, 26. Juui. Die hiesiaeu Laudsturmmänner B l u m, März und Eckhardt werden seit einem schweren Gefecht vermißt und sind nach Mitteilung der Kompagnie vermutlieh in rilssische Gefangenschaft geraten. In Galzien ist Musketier Fritz Baumgärtner von hier gefallen. In ihm beklagt man das 40. Kriegsopfer unserer Gemeinde. Kreis Schotten. r. Glashütten, 29. Juni. Unteroffizier Hch. R e i n c m c t im Feld-Lazarett Nr 10 erhielt die Hessische TapferkeilsmedaiNe, ebenso Musketier D r a v p im Jnf.-Rgt. 176. r. Gedern, 29. Juni. Hier wurde eine Goldankauitz- Hilfsstelle errichtet. Sammelstelle ist der Vorschuß- und Kreditverein. Im Kreise Schotten befinden sich außerdem noch AnkaufL- stellen in Schotten, Laribach und Ulrichstein. r. O b e r - L a i s, 29. Juni. Dem Wehrmann Adolf S i m o n im Jns.-Rgt. 14 wurde nach siegreichen Kämpfen die Hessische Tapfer- keitsmedaille verliehen. Damit ist in unserer Gemeinde der sechste Krieger ausgezeichnet worden. Kreis Friedberg. nt. Friedberg, 29. Juni. Gefreiter Willi Janke, bei einem Scheinwerserzug im Westen, ist Mit dem Giserrren Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden. nt. Friedberg - Fa u c r b a ch, 29. Juni. Kriegsfrei-' tmlliger Jäger August Billa sch, in einem Reserve-Jäger-Ba-, taillvn, erhielt das Eiserrre Kreuz. nt. R e i chel shei mj i. d. W., 29. Juni. Theodor Fleischhaue r, in einem Regimentsstab eines Feldartillerie-Regiments, welcher schon ffüher die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt, wurde znm Unteroffizier befördert. nt. Rodheim v. b. H., 29. Juni. Dem Landwehrmami! Georg Köppel aus Rodheim v. d. H., welcher im Oktober 1914 verivuudtt wurde, wurde die Hessische Tapferteitsmedaille oerlielpen. v-o. B i l b e l, 29. Jiwn. Hier fand die Der st eine r u n g des Heugrases der genwinheitlickteir Wiesen statt Bei sehr starker Nachfrage, wurden für den Morgen Heit.durch nittlich 80 bis 90 Mark gelüst, ein Zeichlm, w-ie gut das Heu svinobl in Quantität wie der Qualität nach geraten ist, und welche Steigerung im Wert die landwirtsck-aftlichen Produkte irr den lebten Jahren erfahren haben. — Auf dem Felde der Ehre starb der als Krankenträger ansgebiwete Musketier Karl Still von hier Es ist dieses das 68. Opfer, das der tz>egenwärtrgc Krieg anG-efallenen Städchen fordert, während noch Mann als vermißt vns unserem ___ _ .. gemeldet sind. Von diesen- haben fünf Mann rn der letzten Z-ert auv der Gefangenschaft in Rußland, England und Mgerien ihren AngeWeigen geschrieben. Stsrkenburg und Rheinhessen. — Bensheim a. d. B.. 88. Juni. Einen: Gesuch des Odeuwaldklubs au die Militärbehörde um Aufhebung der Sperre über die A u s s i ch t s t ü r m e des O d e n w a l d e s wurde statt- aegeben. — Eberstadt b. Darmstadt, 29. Juni. Der hier feinen Lebensabend zubringende Generalleutnant Friedrich Metzler feierte gestern mit seiner Gattin das Goldene Hochzeitsfest. Der greise Jubilar, der den Feldzug 1870/71 als Hauptmann im Großh. Hess. Jnft-Rgt. 118 mitmachte, trat bereits 1894 in den Ruhestand. Kreis Wetzlar. - ra> Wetzlar, 29. Juni. Der hiesige Verschönerunqsverein bat zugunsten eines neuen Aussichtsturmes aus der Stoppel- bergskuppe bereits ein Vaukapital von 3200 Mk. gesanimelt. Mit Recht soll aber in erster Linie dem nahen Kalsmunt eine besondere Fürsorge gewidmet werden. ra. Aus d e m Kreise Wetzlar', 29. Juni. Eine lohnende Einnahme erzielen zurzeit viele Kreisgemeinden aus ihren Eichen schäl mal dun gen. Trug man sich doch vor dem Kriege viel fach mit dem Gedanken, die Lohwaldungen ganz auszugeben. In folge der amerikanischen Gerbstoffeinftihr wurden die Preise für einheimische Lohe derart gedrückt, daß die Gemeinden kaum die Werbungskosten herausbekamen. Im Jahre 1914 wurden beispiels weise für den Zentner Lohe kaum 3 Mk. gezahlt und heute ist der Breis auf 18 bis 13 Mk. gestiegen, ja die sogenannte Glanzrinde kostet sogar 15 Mark. Hessen Nassau. die Straße legte, da mm jeden Augenblick den Absturz des .Kindes erwartete. Da stürmte Im entschlossen der Landfturnrmmm Ellenberger ins Haus, kletterte aus dem Dachfenster das Dach hinab und holte unter größter, eigener Lebensgefahr den Jungen am Schopf zu sich herauf. In atemloser Spannung hatte die Menge bis dahin den Vorgang beobachtet, dann aber begrüßte sie, als das schwierige Retttmgswerk vollbracht war, den todesmutigen Soldaten mit begeisterttn Bvavos r r r r -- Frankfurt a. M., 28. Juni. An den Anschlagsäulen prangt seit heute ein vom K. und K. Milrtärgouverneur in Eetinje erlassener Steckbrief gegen den „gewesenen montenegrinischen Kriegsminister Radomir Vesovic, 46 Jahre alt, rc. rc., zuletzt in montenegrinischer Generalsuniform...* und gegen fünf andere Träger des Namens Vesovic. = Ober-Ursel, 29.Juni. Zur Steuerung der Lebens- Mittelnot in der Stadt bewilligte die Stadtverordnetenversammlung die Mittel zur Einrichtung eines Kriegs speisehauses in den Räumen des Ratskellers. Es> können jedesmals bis zu 200 Personen gespeist werden. !Für jede Portton, die zu 20 Pfg. verab- olgt wird, gewährt Ine Stabt einen Zuschuß von 2 Psennrgen. X. Hanau, 28. Juni. In den Kreisyaushaltsplan des Landkreises Hanau für das Rechnungsjahr 1916 lind diesmal 2000 .Du. zur Förderung des Anbaues von fett - und ölhaltigen Pflanzen (Flachs, Hanf, Raps- eingestellt worden. — Fulda, 29. Juni. Nach einem Vortrag des Vorsitzenden des Bundes der Viehhändler Deutschlands, D a n i e l - Koblenz, wurde hier ein V i e h h ä n d l e r v e r e i n für die Kreise Fulda, Gersfeld, Hersseld und Sunfeld gegründet. Den Vorsitz übernahm Viehhändler Jakob B l u m e n t h a l - Fulda. Dem Verein traten bisher etwa 100 Personen bei. . _ -- Kassel, 29. Juni. Aus Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurde an der holländischen Grenze der Leiter mehrerer Jubelfeier des Roten Kreuzes. = Frankfurt a. M., 28. Juni. Der Frankfurter Verein vom Roten Kreuz f&erte heute im Bürgersaal des Rathauses sein aoldenes Jubiläum durcl) eine akademische Feier, zu der die Spitzen Sn staatlichen und städttschen Behörden und die Vertreter zahlreicher dem Verein verwandter Körperschaften sich eingefunden hatten Auch die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen nahm an -dem Festakt teil. Die Festrede hielt Scmitätsrat Dr. Vohsen über die Geschichte des während des Bruderkrieges 1866 eitt standenen Vereins. Dem Vereine wurden sodann zahlreiche Glückwünsche übermittelt. Oberpräsident Heng stenb er g sprach), für daS preußische Zentralkomitee vom Roten Kreuz und die ffencn- > assäuischen Provirtzialvereine, OberbürgermeisterSch ä fe r-Tarm stadt für das Deutsche Zentralkomitee und den Hessischerl Landes verein. Die Stadt Frankfurt ließ dem Verein die städtische Plakette überreichen. Chovgeiärrge feldgrauer verwundeter Soldaten gaben der Feier einen würdigen Rahmen. js Marburg, 29. Jmn. Am nächsten Montag Wird hier der al thistorische Kir schen^arkt, der immer ein Festtag für die Landjugend Oberheffens ist, abgchalten. — Tie .He u e r n t e wird auch in der hiesigen Gegend durch fast täglich sich einstellende s,Regengüsse ganz empfindlich' gestört. So zogen im Laufe des heutigen Tages wieder mehrere Gewitter über das Lahntal. , Am letzten Sonntag, an dem einigermaßen sonniges Wetter herrschte, sah man viele Lanbieute von der Erlaubnis, Erntearbeiten verrichten zu dürfen, Gebrauch machen. — Frankfurt a. M., 28. Fuui. Eine wackere Ta wn! brachte heute mittag der Landsturm mann Ellen b-ergev vom hiesigen Lsudsturmbatoillou. Aus einem Dachfenster der Gronauersttvße sturste ein fünfjähriger Junge ab. Er besaß noch schwebte. Sein Geschrei lockte eine riesige Menschenmasse herbei, die sofort alle verfügbaren Matratzen aus der Nachbarschaft auf ter großen Verlusten des Feindes berichten können. Die Lage ffi daher heute derart, daß auf dem wolhynischeu .Kriegeam »rpfatz un sere Gegenosserrsive von Schritt zu Schritt vorwärls schrer.ei. m Der Mlkowina und in Südgalizien das Vordringen des^ r^eindc holländischer Serrenlos-Schwindelqesellschasten, Gustav W ich man n- Amsterdam, verhaftet. Wichmann hat in Holland, Oberhessen und Kurhessen ungezählte Personen betrogen ...., g. Eschwege a. d. Werra, 28. Junr. Von der hessischen Brandversicherungsanstalt brauchten im abgelaufenen Kriegsjahre 1915 etwa rund 800 000 Mk. an Brandentschadigungen weniger gezahlt zu werden als wie im Jahre 1914. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 30. Juni Wechselnd bewölkt, meist l orten, tagsüber etwas wärmer. 1916 Letzte RachnGeu. Zum Jahrestag der Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares. B-udapest, 28. Juni. (WTB. Nrchtamtttch.) ZumJach res- t a qe der Ermordung des Erzherzr»gs Franz Ferdinand weht eine Trauerfahne vom Fttst des, Mgevrdneten- hauses. In der Sitzung ergriff Ministerpräsident Graf T i s z a das Wort zu Mitteilungen über die Krregswge und sagte, er habe in der letzten Sitzung der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die gegenüber der russisck/en Offensive getroffenen Maßnahmen sich bald sichtbar machen würden.und daß dre ungünstigen Ereignisse eine vorübergehende Episode sein würden. Diese Hoffnung, sagte Tisza, Hube fick) auf dem wslhpnischen Kriegsschauplätze m vollstem Maße verwirklicht. Die /Verstärkungen, dm wir mll) ^ deutsche Bundesgenossen aufs schnellste an die gefährdeten Punkte gesandt haben, haben ihre Wickmrg LÄibt. .Heute befinden, wtt uns in einer S-chritt für Schritt v o rw-ärts gehenden G e g e n o f f em s iw e, w-s-bei wir emau bedeutenden Teil der von den Rufseii besetzteil Gebiete wieder eroberten. (Beifall.) Auf dem bukvwinischen Krieg-ss^auhklatze ist diese nickt so schnell ein getreten. Unsere. Armee mutzte angesichts der überlegenen Kräfte des Feindes den Rückmarsch siirsietzen. Dns hatte leider zur Folge, daß bedeutende Teile der BuLowrna ru Ferndeshände geraten sind. Der Rückmarsch erfolgte m voller Ordnung. Unsere Armee hält auch heute festgefügt und intakt rn voller Kamps- L v-ch-n« der letzten drei bis vier Tage bereits statt vom. Fort schrei tsr der russischen Offensive, von der Znrückweisimg russischer Angriffe im cuifgehälten ist und das Kräfteverhältnis auch an dieser Front um zu unseren Gunsten verschiebt. Daher Meinte der Minrsterprajidenl, daß kein Grund vorliege, von der in seiner jüngsten Erklärung ausgedrückten Hoffnung irgend etwas zurückzunehuren, oder irgeno ettvas an seinem Standpunkt zu ändern, so daß er auch sernerhin mit unerschütterlichem Berttanen aus den Erfolg der Zukunst entgegensehe. Auf die Bemerkungen Rakovzkys wegen der Sicherheit Siebenbürgens, sagte Tisza, er verweise darauf, daß unf^e Armee in voller Schlagfertigkeit in starken Stellungen stehe und daß das Kräsieverhältnis si>ö zu unseren Gunsten Ludere. Mehr als das könne ei'.r ernster Mensch im Weltkriege nicht sagen.. Jedermann könne hieraus seine Folgerungen! ziehen. Auf die Frage nach der Höhe der Vettuf-e erwÄerte Tisza, aller Wahrscheinlichkeit nach könne man mit Recht behauvten, daß die Verluste des Feindes rmsere Verluste bedeutend übersteigen. Die dcutfch-ttirkische Freundscha/t. Kon sta n 1 i nopel, 28. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Die in Äon stautirropel ammsenden türkischen Abgeordneten hielten gestern eine Berfammlung ab, um die Mitteilungen jener ifyrcr Kollegen entgegenzunehmen, die den deutschen Reichstagsabgeord^ treten einen Besuch abgestattet hatteti. Abgeordnetir Saläh Dsimd- schoz Bep sprach über die in Deutschland herrschenden Oßiühle der Fretmdschaft für die Türkei. Abgeordneter Hassan Riza Pasckia schilderte die Vollkommenheit der Organisation in Deutschland und gab der Ueberzeugimg dlusdruck, daß Teutschkand noch lange deti Krieg siegreich fortsetzen könne. Abgeordneter Scyd-Bey legte die in Deutschland gemachten Fortschritte dar. Die Bersamwlungi faßte den Beschluß, einen interparlamentarischen Ausschuß einzufetzen, der die Aufgabe haben^ wird, die türkisch-deutschen Beziehungen enger zu gestatten. Die Abgeordneten werden demnächst wieder eine Versammlung abhalten. Der Hungerkrirg gegen die Schweiz. Zürich, 29. Juni. Das Teust rungtz-gesp-en st schwebt in den letzten Lagen der gesamten Schweizer Presse vor. Außerordentliche Maßnahmen werden angeraten, um den drohenden Hmrger zu verhüten. Die Furcht vor der Aushungerung durch einen verschärften Wirtschaftskrieg und durch die Aussicht auf einen dritten Winterfeldzug ist allgemein. Maßnahmen, wie die in Deutschland getroffenen, sogar eine LebensmitteldMatur, werden vorgeschlagen. Die Ententefreunde in Griechenlnnd. Athen, 29. Juni. Großes Anffehen erregt die Berhaf-^ tung eines höheren Telegraphenbe-amten, der bezichtigt wird, den Inhalt chiffrierter Depeschen an die Entente verraten zu haben. Ferner wurde eine große Anzahl von U nt cross izieren und Matrosen der Kriegsmarrne verhaftet. Offiziell wird angegeben, sie hätten geheime Konventikel abgehalten, um eine Erhöhung ihrer Löhne zu verlcürgen. Diese Angabe! . f«det aber keinen Glauben. Die Machenschaften der Vierverbands- frenrcke bereiten der Regierung große Sorge. .So fanden,kürzlich in einer Kirche in Athen ungualifizierbare Szenen statt. Es sollte ein schon fett einigen Tagen geräuschvoll angekündigtes T^teun^ für die durch die Türken und Bulgaren „ermordeten" Griechen abgehalten werden. Dazu waren hauptsächlich Flüchtlinge aus der Türkei und Bulgarien eingeladen. Man sah voraus, daß nrtt diesem Gottesdienst ein anderer Zweck verfolgt werde, und die Polizei traf ‘ dementsprechend ihre Vorsichtsmaßnahmen. Die Benizelisten! behaupten, ein Redner habe sich bei diesem Anlaß bemüht, zu beweisen, daß die El^feinde die Türken und Bulgaren seien und, habe diese Argumente historisch entwickelt. Es kam zu einer Rauferei in der Kirche. Vier Personen wurden verletzt und die Bersammlmrg scAießlich unter argen Szenen von der Polizei auseinandergetrieben. Die Pest in Aegypten. Amsterdam, 29. Juni. England hat Wer verschiedene Teile Aegyptens wegen der Ausbreitung der Pest die Sperre -verhängt und die dortigen Truppen isoliert. Auch in Tunis und 'Marokko greife die Pest werter um sich. MttDez 38 I.Lt. 6-L.immerwsbnunr m. Zubehör ver 1. Jnli od. früh, zu vermieten. Näh. Zigarren- geschäst Sonntag. >3329 $ 8 jSimmer | Keplerstraße 9 eine 3-Zimmer-Wohnung tErdgescpoß) zu verm. ; 4736 Abermann & Kling. Geraum. 5Zim.-Wobnung mit Gas und eleftr. Licht rc. jür 660 Mk. auf sofort oder ■X Oktober zu vermieten. AW \ Ludwigstraße 8 ki. Kl. ruhige Familie sucht sch. 3-S5i»»er-W»baaH!!. Schrift!. 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Per Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien 15824.12 Per Nachlässe von aufgekauften Güterkaufgeldern — Per sonstige Einnahmen — Per Mehrwert der Wertpapiere nach dem letzten Kurs v.25.Juli 1914 15824.12 Watzenborn-Steinberg, den 26. Juni 1916. Der Vorstand: Leicht. Kling. Happel. 4730 Rercogl. {Nw^hw. Baunüwerkss'fle : üi fjocqbau Tiefbau c TiT fjodjbau D lSr Vicfbsv, t .v i Sommerunierridjl 2. npril. Rel^itrüfunfl. U?lni«ruriierrluji i_\ DlUoo«*, i SJüL StNchtncrschvsl mit Un bwjfll, ^reyfl, Lsysmettichuln». Dolfsfpenöe für die deutschenKriegs- und Mvilgefangenen Der durch Aushang und Anschlag zur Veröffentlichung gelangende Aufruf zur Beisteuer für die Volksspende zugunsten unserer deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen soll in Stadt und Kreis Gießen nicht üngehört verhallen. Wir wollen mithelfen, unsern deutschen Brüdern ihr hartes Los zu erleichtern und ihre Not zu lindern. Darum wenden wir uns an Alle mit der herzlichen Bitte um Geldspenden! Der Großh. Kreisrat des Kreises Gießen: Geheimerat l)r. Usinger. Der Oberbürgermeister det Stadt Gießen: Keller. Die Vorsitzende des Alice-Frauen-Vereins, Zweigverein Gießen: Frau B. Gebhardt. Der Vorsitzende des Zweigvereins vom Roten Kreuz Gießen: Wiener. Die Sammlung wird in den Landgemeinden von den Ortsausschüssen für Rotes Kreuz und Kriegshilfe, in den Städten Grimberg, H«ugen und Lich von den dortigen Vereinen vom Roten Kreuz durchgeführt. In der Stadt Gießen wird am 8. und 9. Juli eine Sammlung in den Häusern und in den Straßen, verbunden mit Postkarten- und Abzeichenverkauf, stattfinden: außerdem werden Einzeichnungslisten in den Gießener Banken und einzelnen Geschäften, sowie im Gießener Anzeiger aufgelegt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verluste sagen innigen Dank 010440 klm BkllWM nutz fiittiifr. Danksagung. Für die herzliche wohltuende Teilnahme, sowie für die herrlichen zahlreichen Blumenspenden für unsere liebe, gute Entschlafene Frau Cäcifie Krotz geb. Sondermann allen Verwandten, Bekannten und Freunden unseren herzinnigen Dank. Die überaus schönen Worte des Herrn Pfarrer Bechtolsheimer waren für uns ein großer Trost. In tiefster Trauer: Otto Krotz Frau Christine Sonderraann geb. Strauch Familie C. F. Krotz, Freiburg i. Br. Familie Mich. Herten, Eygelshoven, Holland Familie Franz Sondermann, Oelsenkirchen Familie Fritz Sondermann, Borsten i. W. Familie Anton Sonder mann, Bad Oynhausen Adolf Sondermnnn Dorothea Sondermann Wilhelm Sondermann Gießen, WÜhelmstraße 44, den 29. 'Juni 1916. 4751 Lichtspielhaus Bahnhofstrasse Der bunte Künstler-Abend findet bestimmt heute Donnerstag präzis 8 Uhr statt - . — Kassenöffnung ab 3 Uhr —. — i- t Bekanntmachung. ! , Es ist festgesiellt worden, daß Einwohner die von der j städtischen Verkaufsstelle auf die Brotausweiskarten gemachten amtlichen Einträge ausradtert haben, um Waren ! doppelt zu erhalten. Wer sich solcher, die Gesamtheit j benachteiligenden Handlangen schuldig macht, hat Straf- i anzeige und den Ausschluß von dem Bezug städtischer Lebensmittel zu gewärtigen. Gießen, den 28. Juni 1916. t4743B Der Oberbürgermeister. Keller. Danksagung. Für die sehr vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen so schweren Verluste sagen wir innigsten Dank. 4734 Die trauernden Hinterbliebenen: Philipp Becker I. Reiskirchen, 27. Juni 1916. fattiaU fWerf In Jeder gewünschtes Aesstattung stilrein u.preiswert «• ftrftWtdie Udv.-Qratarü Bekanntmachung. Butterschmalz. Margarine, Speisefette, Schweineschmalz und Speiseöle dürfen vom 1. Juli ds. Js. ab bis zur endgültigen Regelung der Fettverforgung durch Ein- suhrrmg des Lebensmittelbuches in der Stadt Gießen nur gegen Vorzeigen der Brotmarkenausweiskarte abgegeben werden. Die aus die einzelne Person entfallende Höchstmenge von Streichfett wird bis auf weiteres auf insgesamt 90 gr für die Woche festgesetzt. Die Abgabe ist non dem Verkäufer auf der Rückseite der Karte zu vermerken. Bezüglich der Butter bleibt die bisherige Regelung bestehen. Anträge ans Ausstellung von Bezugsscheinen für Butter sind auf dem Stadthaus, Zimmer 9, zu stellen. Gießen, den 28. Juni 1916. 4744 B Der Oberbürgermeister. Keller. Eier-Verkauf. Der Verkauf der der Stadt zugewiesenen Eier findet dieses Mal durch den Eterhändler Steinreich, Lindenplatz 2 statt und zwar für 4745B Brotkarterr-Bezirk III Freitag, den 30. Juni 1916 „ „ IV Samstag, den 1. Juli 1916. Der Verkauf erfolgt gegen Borzeigen der Brotmarken- auöweiskarle. Es werden auf die Karte 3 Eier abgegeben. Die Abgabe wird durch einen Stempel auf der rechten Vorderseite der Brotmarkenausweiskarte vermerkt. Der Preis beträgt für 3 Stück 68 Pfennig. Gießen, de« 28. Juni 1916. Der Oberbürgermeister. Keller. einflammig u. mehrflammig sowie Gasbratöfen in bester Ausführung nnd in allen Grössen empfiehlt zu billigen Preisen [1764 EdgarBorrmann Eisenhandlg^ Neustadt 11 SS Hühnerfutter- empfiehlt Adolf Plack, Kolonialw. und Delikatessen, Neuen Bane 17, Telef. 568. Oberlehrer Dr. Ludwig Diehl Gefreiter im Reserve-Infanterie-Regiment 221. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Diehl jeb. 5cHatt«r. Darmstadt. Rodheim a. B., den 26. Juni 1916. MM Morgen abend: Herrchelheimer Müblchc« Todes-Anzei^e. Auf dem Felde der Ehre fiel bei einem Sturmangriff mein geliebter Mann, unser guter Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager \ on Beileidsbesuchen bitten wir dankend absehen zu wollen. [47390 Todes-Anzeige. (Statt besonderer Mitteilung*.) Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Ottilie Roth geb. Musch gestern nachmittag nach kurzem, schwerem Leiden im 30. Lebenjahre sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: V. Roth, Lehrer u. Kinder O. Lindenstruth, Lehrer u. Familie. Grünberg und Giessen, den 28. Juni 1916. 4741 Die Beerdigung findet Freitag, den 30. Juni nachmittags IV* Uhr statt. Von Kranzspenden und Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Gafe Ernst Ludwig Heute Donnerstag von 8 Uhr ab [4731 KÜNSTLERKONZERT