166. ZatzkMig tu. Der GZetzever Aszr l Ger afäctnt täqlrdi, archer Ssrmtags. - Beilagen: viermal wöcbeMlick) GicheoerKamMeKbiättc r; t/mcmtni wochentt.Nreis- btettfffcfcen Kreis Kietzen (Dienstag und Frei tag zweimal monall. Qmd- wirlfchafirlche Zeitfr«Hen Fernsprech - Anschlüffe: sürbie Schriitleitung 112 Verlag,Geschäitsstelle51 Adresse Wie Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Annahme vsv Anzeige« für die Tagesnurnmer bis zum Abend vorher. Echez Matt Frettag, 25. Juni \ 9\6 Bez n gss re monall. 90 Bf^ mectel- jährl. Mk. 2.65: durch Ab hole- u. Zweigstellen monatl. 80 Ps.: durch die Post Akk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps.. ausw. 20 Pf. — Haupt- schrrftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes rmd Ge richtssaal: Fr. R.Zenz für den Anzeigenteil: H Beck, sämtlich in Gießen Russische Angriffe abgeschlagen. Griechenland beugt sich dem Ultimatum? (WTB.) Großes Hauptquartier, 22. Juni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Eine schwache englische Abteilung wurde bei Fre- l i u g h i e n (nordöstlich von Armentisres) abgcwiesen. Eine derüsche Patrouille brachte westlich von L a B a s s e c aus der englischen Stellung einige Gefangene zurück. O e st l i ch der Maas lentsMnnen sich Jnsanleriekämpfe. in denen wir westlich der Feste Vaux Vorteile errangen. * Durch Abwehrfeuer \ uiirb a südlich des Pfeffer- rückens und bei Dutz je ein französisches Flugzeug her- untergcholt. -Die Insassen des letzteren sind gefangen genommen. Unsere Fliegergeschwader haben gestern früh mit Truppen belegte Orte im Maast.il, südlich von Verdun, heute früh die Bahnanlagen und Trnppenlager von Ne- vigup angegriffen. O e st l i ch c r Kriegsschauplatz. Auf dem nördlichen Teile der Front hat sich, abgesehen von erfolgreichen deutschen Patrouillenunternehmungen, nichts ereignet. Auf die Eisenbahnbrücke über den Pripjet, südlich von Luniniec, wurden Bomben geworfen. Heeresgruppe des Generals non L i n s i n g e n. Russische Vorstöße gegen die Kanalstellnng südwestlich Logischin scheiterten ebenso wie wiederholte Angriffe westlich von Kolki. ZwischenSokulund Liniewka sind die russischen Stellungen von unseren Truppen genommen und gegen starke Gegenangriffe behauptet. Fortgesetzte Anstrengungen des Feindes, uns die Erfolge no rd w e st l i ch vonLuck streitig zu machen, blieben ergebnislos. Beiderseits der Tprya und weiter südlich über die allgemeine Linie Swiniuchy — Gorochow wurden die Russen weiter zurückgedrückt. * Bei der Armee des Generals Grafen v.Bothmer wurden vielfache starke Angriffe des Gegners auf der Linie Hajworonka—Bobulince (nördlich von Przewloka) unter schwersten Verlusten für den Feind abgeschlagen. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Ober st e Heeresleitung. * * Die Lage an den Gestaden des ägäischen Meeres wird 'durch ihre Verworrenheit, die nunmehr den höchsten Grad erreicht hat, immer interessanter. In der Betrachtung der Zentralmächte bleibt es dabei, daß das Heer des Generals Sarrail in Saloniki eine lächerliche Rolle spielt, und das Bild vom versumpften Froschteich hat sich dort noch nicht geändert. Nur kleine Gefechte haben sich an der dortigen Front abgewickelt; zu einer wirklichen Offensive, die doch wohl der Zweck der englisch-französischen Niederlassung war, istes noch nicht gekommen. Da zeigt England die stärkste von seinen Künsten. Aus eigner Kraft den Gegner anzugreifen und zu besiegen, daran denkt es nicht ernstlich; es erwartet vielmehr alles von der Methode, die Bundesgenossen und ! Neutralen richtig einzuspannen. Seine große Flotte, deren i kriegerische Unternehmungen bisher so kläglich ausgefallen snü>, ist dem Jnsellande ein Machtmittel ganz eigener Art. 'Jetzt, wo man in London und Paris sich anschickt, dem neutralen Griechenland durch die Blockade die Gurgel zu- zudrücken, zeigt sich so recht, was das dreiste Gerede auf sich hatte, der preußische Militarismus bedrücke die Völker und den Weltfrieden. Der große Menschlichkeits- und Völker- rechtsapostel in Washington sollte sich einmal das Ka- :pitel genau vornehmen, das sich jetzt in Athen abwickelt. .Das Ultimatum, das die Feinde dem Kgbinett Skuludis ihaben überreichen lassen, ist der Gipfel einer rechtlosen und /gewaltsamen Handlungsweise. Die Ford-errrngen, die bem tföötttg Konstantin darin gestellt werden, erniedrigen ihn i^mn Diener der Fremden. Kein Recht der Souveränität ist jchm gelassen tvorden. Und sollte .Herr Wilson die Entschuldi- -girng gelten lassen wollen, es gehe ja alles auf unb luti- ^aem Wege, und die Weltherrschaft Englands auf dem Meere .sei eben ein gottgewolltes Schicksal der Menschheit, so darf i man ihm Vorhalten, daß ein recht großes Blutbad ans dem engl:sck>-franzvsischeri Vorgehen entstehen könnte. Wenn .Mnrg Konstantin im Gefühl seines Rechtes und Gewissens chie Forderungen ablehnte? Die englisch französische Flotte Iwar bei der Ueberreichung des Ultimatums vor die griechische Küste gezogen worden, und»die Vorkämpfer für Kultur rmnd Zivilisation würden sich wohl nicht scheuen, ihre Geschütze auf wehrlose Städte zu richten. Es ist ein Heldentum .eigner Art, das die Engländer und Franzosen der Menschheit vorsühren. Was sollte der griechische König tun? Es heißt in einer Reutermeldung, Zaimis fei an die Stelle Skuludis' getreten und habe im Namen des Königs Konstantin die Fordernngen der Entente angenommen. Das klingt zunächst wie eme Enttäuschung für die Freunde des Königs Konstantin, allein noch ist nicht aller Tage Abend, und die Beziehungen zu den Fremdherrschern können sich noch wenden. Zmmis ist seit drei Jahrzehnten eine der einflußreichsten Persönlichkeiten des politischen Lebens Griechenlands. Er führt, so entnehmen wir einer Berliner Mitteilung, den Spitznamen „Psari", d. h. der Fisch, weil er stumm > wre die Massertiere den Wert politischer Entscheidungen nicht auf Worte, sondern auf klug überlegte Taten zu gründen pflegt. Aber man vergesse nicht: Zaimis ist ein Politiker von deutscher Bildung, Doktor der Rechte der Heidel- berger Universität, also ebenso „tentonisiert" wie sein König und außerdem ein langjähriger Gegenspieler zu Venizelos, schon seit 1906, als er als Nachfolger des Prinzen Georg von Griechenland auf einstimmigen Wunsch der Mächte Oöerkommissar von Kreta wurde. Dort geriet er wiederholt in starken Gegensatz zu Venizelos, der noch der einfache Rechtsanwalt, aber schon damals gefährlicher Oppositionsführer war. Auch als Zaimis 1910 nach Griechenland zurückkehrte und seinen Sitz in der Kammer wieder einnahm, führte er die Opposition gegen Venizelos. Noch in aller Erinnerung sind ja seine politischen Kämpfe mit Venizelos im Herbst vorigen Jahres vor der Landung der Vierverbändler in Saloniki. Von der vorläufigen Annahme der Forderungen bis zu deren Durchführung 4 ift noch ein weiter Schnitt. Man kann sich viel Gründe denken, die den König davon abgehalten haben, dem unerhörten Ansinnen seiner Bedrücker sofort die richtige Antwort zu geben. Von einem Nochmaligen^Ap.vell an Anre- rika wird er sich schwerlich etwas versprechen. Obgleich nicht unr die Rechte Griechenlands, sondern auch diejenigen abueter neutraler Staaten verletzt worden sind. Darauf weist ein Aufsatz des bekannten Berliner Rechtslehrers Josef Köhler in der „Nationalzeitung" hin, worin es heißt: Eine derartige Blockade enthält aber außerdem auch einen Eingriff in die Rechte der übrigen neutralen Staaten. Jede Blockade beeinträchtigt den Handel der Neutralen luü dem blockierten Staate aufs empfindlichste; sie hält Schiffe und Waren ab, alle Handelsbeziehungen zur See werden gelöst. Erfolgt die Blockade berechtigtermaßen, so muß dies ertragen werden. Eine unberechtigte Blockade- über ist ein unberechtigter, völ- ürrcchtlich verpönter Eingriff in. die Freiheit des Handels aller Neutralen, welche nach) dieser Gegend hin ihre Waren abzusetzen pflegen. Wird schon der Verkehr der neutralen Staaten durch den Krieg überhaupt gehemmt, so kann er durch derartige Blockierungen lercht zum Tode gebracht werden. * * Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i e n , 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 22. Juni 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Gestern wurden bei G u r a h u m o r a russische Angriffe abgewiesen. Sonst südlich des Dnjestr keine besonderen Ereignisse. Westlich von Wisniowezpk griff der Feind neuerlich mit starken Kräften an. Seine Sturmkolonnen brachen Lum Teil im Artillerie-Sperrfeuer, zum Teil im Kampf mit de nt ich er und österreichisch-ungarischer Infanterie zusammen. Er erlitt schwere Verluste. Bei Burkanow schlugen^unsere Truppen russische Nachtangriffe ab. Die in Wolhynien kämpfenden verbündeten Streitkräfte machten nördlich von Gorochow, östlich der Linie Lo- kaczy—Kisielin und bei Sokul weitere Fortschritte. Sowohl auf diesen Gefechtsfeldern als bei Kolki scheiterten alle mit größter Hartnäckigkeit wiederholten Gegenangriffe der Russen. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Kerne besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * * * Der russische Bericht. Petersburg, 21. Juni, 4 Uhr abends. Westfront: Die erbitterten Kämpfe im her Gegend von Gadmitschi am Styr dauern an. Die Ortschaft Gr u z ia t y n ging wiederholt von einer Hand in die andere üb-er. Gestern nachmittag brachen unsere Truppen in die Ortschaft ein, nahmen elf Offiziere und 400 Soldaten gefangen und erbeuteten sechs Maschinengewehre. Das deutsche Trommelfeuer zwang uns aber, die O r t- chaft neuerdings zu räumen. Mit wütender Hartnäckigkeit griffen die in der Ortschaft Wovoirtschin, nördlich von Kisielin operierenden Dentsck>en wiederholt, gedrängt durch das Trommelfeuer ihrer schweren und leichten. Artillerie, an. Am 20. Juni abends aber jagten unsere jungen Regimenter mit stürmischen Angriffen die Deutschen in die Flucht. Sie nahmen ihnen 9 Maschinengewehre ab und machten Gefangene, die zu verschiedenen Reg^nentern gehörten. Am 21. Juni morgens 2 Uhr grift «ns der Feind in der Gegend der Ortschaft Rapmiesto am Stochod-Ufer nordöstlich non Worontschin in geschlossener Formation an. Der Kamps wurde znm Handgemenge, in welchem die Deutschen, da sie unsere Truppen nicht aufhalten konnten, die Flucht ergriffen, indem sie Verwundete und Gefangene, deren Zahl bisher noch nvcht estgestellt werden konnte, in unseren Händen ließen. Erbitterte Kämpfe wüten in der Gegend von Msiekrn und werter südlich. Auf unserem rechten Flügel haben unsere Truppen im Verfolg des Feindes den Se r e t h überschritten. Die Gesamtbeute der Armeen des Generals Brussilow in der Zeit vom 4. bis 17. Juni beläuft sich ans 3350 'Offiziere, 169134 Soldaten, 198 Geschütze, 550 Maschinengewehre, 189 Bomben- und Minenwerser, 119 Artilleriemimitionswagen, 35 Scheinwerfer und bedeutendes Kriegsmaterial jeder Art. Zurzeit stellen wir die Gesamthöhe der Deute in der Zeit von: 17. bis 21. Juni fest. Auf der D ü n a f r v n t bombardierte die deuHche Mtillerie heftig die Gegend des Brückenkopfes von Uexfüll und den Nordabschnitt der Stellungen von Jakobstadt. Ist der Nacht vom 20. Juni ergriffen die Deutschen nach einem intensiven Bombardement unsere Infanterie süolich von Smvrgon die Offensive. E- gelang dem Feinde, in einem Abschnitt in unsere Gräben einzudringen. Durch eine Aktion unserer Artillerie rmd durch einen Gegenangriff wurde er jedoch daraus vertrieben rmd z-og sich gegen seinen Ausgangspunkt zurück. In den anderen Abschnitten dieser Gegend wurden alle Versuche des Gegners durch unser Feuer und unsere Bajonette zurückgeschlagen. Feindliche Flugzeuge warfen auf Wileika etwa 40 Bomben ab. Am Ogynskikanal einige Zusammenstöße und heftiges beiderseitiges Artilleriefener. ^ Kau k a susfront: In der Richtung auf Diarbekrr töteten unsere Aufklärer in eineni Hinterhalt eine bedeutende feindliche Truppe, die einen vorgeschobenen Posten anfheben wollte. In der Richtung von Mossnl (Gegend von Rewandusch' hatten unsere kürzlich gebildeten Regimenter, bestehend aus Georgiern, ein glückliches Zusammentreffen mit einer zahlreichen Kurdanbande, die die Flucht ergriff, wobei sie eine große Zahl Toter verlor. In der Richtung von Bagd.rd warf ein Handstreich' unserer Kosaken die Türken aus der Gegend von Kasr-i-Schirin zurück. Der (hrkischc Bericht. K o n st a n t i n o pe l, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Das Ho"!.rquartier teilt mit: An der Jrakfront und im 2lbschnitt vo.. Fellahie keine Veränderung. Am! Euphrat unternahmen wir einen überrasck.enden Angriff gegen einen englischen Vorposten, töteten neun engliiche Soldaten und naünen ihre Gewehre. Im Abschnitt der Ortschaften Serkol und östlich von Kasr Schirin, östlich und nördlich Beuch bedrängen unsere Truppen, von Freiwilligen unterstützt, andauernd die Russen. ' K a u k a s u s f r o n t: Auf dem rechten Flügel keine merkliche Veränderung. Im Zentrum' heftiger Gewehrkantpf. Auf dem linken Flügel Scharnrützel zwischen Erknndnngsabteilnngen. Ein überraschender Angriff, den schlvache feindliche Kräfte gegen zwei Punkte unserer vorgeschobeu.cn Stellungen nnternahnren, wurden leicht abgewiesen. Am 18. Juni nach Mitternacht überflogen zwei unserer Flieger die Inseln Jmbros und Tenedos und warfen erfolgreich Bomben auf Fliegerfchnppen und zwei Torpedobovve. Das eine Torpedoboot, das eine Ärmbe arrf das Deck traf, wurde von dem anderen nach der Insel Tenedos' geschleppt. An zwei Stellen der Flieg er schuppen brach ein Brand ans. — Bon feindlichen Flugzeugen, die am 18. Juni El Arisch angriffen, wurden drei abgeschossen und ein Flieger gefangen. Das erste Flugzeug fiel ins Meer und ging unter. Das zweite fiel auf die Reede von El Arisch: der Beobachter und der Führer wurden durch ein anderes Flugzeug gerettet. Das dritte Flrrgzeug verbramite mit dem Beobachter, während der Führer gefangen wurde. Ein eng- lisches Kriegsschiff drang in die Bucht von Sheik Mantije an der Küste von Medina ein und bombardierte das Mausoleum Sheik Hamije. K o n sta n t.i no Vel, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) MÄ- dung der Agentur Milli. Tie Russen melden in ihrem Bericht vom 16. Juni, daß sie Ser pol von neuem besetzt jutb unsere Truppen zurückgeschlagen hätten. Diese Behauptung entbehrt der B e g r ü n d u n g. Kein russischer Soldat befindet sich oeaenwärtig in Serpol und Umgegend. Als die Russen, die bei Kasr Schirin geschlagen waren, in Unordnung in Dichtung Kermanschah flohen, batten sie, um sich der Verfolgung zu entziehen. bei Serpol imd Cehab eine kleine Streitmacht aufgestellt, die ebenfalls die Flucht ergreifen nrußte, sobald die unsrigon erschienen. > Grausamkeiten der Russen in Persien. K o n st a n t i n o p e l, 21. Juni. Die ^Agentur Milli meldet: Die von den Russen an der mtnjelmanischen Bevölkerung begangenen Grausamkeiten werden alte Tage schlimmer. Me Russen mordeten die ganze Bevölkerung, Frauen und Kinder mit einbegriffen, der letzhin in ihre Hände gefallenen Stadt Saoutch- blak (in Persien). Einige Greise, die durch ein Wunder diesent Blutbad entronnen und auf türkisches Gebiet geflückpet sind, er- zählten es mit Tränen in den Augen rmd zeigten ihre zahlreichri Verletzungen, die sie bei den erwähnten barbarischen Handlung^ der Russen davmrgetragen hatten. Ein feindlicher Flieger über Karlsruhe. Karlsruhe, 22. Juni. (WTB. Llmtlich.) Von zustäw diger Seite geht uns folgende Mitteilung zu: Heute nachmittag belegten feindliche Flieger die offene.Stadt Karlsruhe aus außerordentlich großer Höhe mit Bomben. Bedauerlicherweise fielen zahlreiche Zivilpersonen, vor allem Frauen und Kinder, die einer Vorstellung anwohnen wollten, dem Angriff zum Opfer. Militärisch bedeutsamer Schaden ist nicht angerichtet worden. Bis jetzt steht fest, daß zwei Flugzeuge, darunter ein englisches, liwks des Rheins zur L a n d u n g gezwungen wov den sind. Die Insassen sind gefangen. Ein holländisches ZentrnlM,Kfuhrbnreau. Haag, 22. Jimi.^ (WTB.) Gestern fand eins Versammlung von Landwirten statt, in der die Errichtung eines ZentralausfuhrbureLns von la ndw i r t s cha f t l i ^ ch en Erzeugnissen beschlossen nmrde. Man fürchtet nämlich, infolge der einseitigen ?liwfuhr nach DentsMand, wo vorübergehend sehr hohe Preise bezahlt werden, dauernde Absatzgebiete zu verlieren^ .Das Bureau wird trachten, die Erzeuger zu bewegen, daß sie nickst aües, was ausgeführt werden kann, nach einer Rich^ tung au-sfühven. Der französische Handel. Paris, 22. Juni. (WTB. sirichpuwtlich.) ,/Temps" veröffentlicht die amtlichen Zahlen der H au-de l s sta t i stik. Danach betrug 'der Wert der Einfuhr im ersten Bierteljahr 1916: von Nahrungsmitteln 780 609 000 Francs, von notwendigem Industriebedarf 1256 740000 Frarrcs, von Fertigfabrikatcn) Francs; bet 9&rrt brr Einsicht betragt oITo - 0^1 000 Francs, was gegenufer bmt entsprechenden Zcit- rninR des Jahves 1015 eine Zunahme pon 650 767 600 Francs bflgentet. Dagegen betrug der Wert der A'U s fu h r von Nalnungs- mLLÄn im gleichen Zeitraum 141144 000 Francs, de§ Industrie- bodarfes 236 012 000 Francs, der Fettig-abrikate 658 242 000 Francs, der Postkollis 72 541 000 Francs. Der Wert der Ausfuhr sst ge^nckber dein ersten Vierteljahr des Vorjahres um 195 856 000 Francs gestiegen. „Temps" bemängelt, daß^ die Einfuhr fec Aus- Estchc bedeutend übertreffe, woraus sich für die Handelsbilanz ein mnrer ungünstigeres Bild ergebe. Bei einem weiter regelmäßig verlaufenden Berlstlttnis zwischen den Käufen im Ausland und der Aussicht berechnet das Blatt, daß für das ganze laufende Jahr der Wert der Käufe im Anslande 5 Milliarden Francs übersteigen it»erl>e. Angesichts der Abhängigkeit dos Wechselkurses von dieser Tatsache verlange die Lage eine ernsthafte Beachtung. Die vergewattigung Griechenland?. Petersburg, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphen-agenttrr. Die Vertreter der Vier- vewiband-siniä ch te werden am 22. Juni der griechischen Regsterung ein Ultimatum überreichen, in welchem sie fol- cgende Forderungen anfsteklen: Die Denwbilisierung, die Bildung die Hinter- kappe müssen überwiegend aus L^der bestehen, Wsähe ohne kräftige Oberflecke aus Leder sind unzulässig. Die Verordnung tritt erst in 2 Wochen in Kraft, damit die schon begonnene Fabrikation zu Ende geführt werden kann und das durch die Bearbeitung in Anspruch genommene Leber erhalten bleibt. Verbot des Vorverkaufs von Getreide der diesjährigen Ernte. Berlin, 22 .Juni. (WTB. Amtlich.) Im Zusammenhänge mit der öffentlichen Bewirtschaftung der bevorstehenden Getreideernte ist (wie im Vorjahre) ein Verbot des Privaten Vorverkaufs von Getreide dieser Ernte unerläßlich. Das Verbot, das durch die Bekanntmachung des Bundestats vom 21. Juni erlassen wurde, erstteckt sich aus sämtliches Brotgetreide, aus Hafer, Gerste und Mischfrucht, außerdem auch auf Buchweizen, Hirse und Hülsen- früchte^ sowie Oelftüchte, ferner auf Futtermittel, die der Verordnung über den Verehr mit Kraftfuttermittekn vom 28. Juni 1915 unterliegen. Me Kauftierträge über diese Er- zeugursse (einschließlich der vor Inkrafttreten der Verbotsverordnung geschlossenen) sind nichtig. Von dem Verbote sind ausgenommen: 1. Verkäufe von Saatgetreide (Roggen, Weizen, Gerste und Hafer), die unter Jnnehaltung der vom Rerchskanzler erlassenen besonderen Besttmmungen abgeschlossen werden; 2. Verkäufe von Hafer und Gerste, sowie Mengkorn und Mischfrucht, in der sich Hafer befindet, au den Komntunalverband, in dem das Getteide gewachsen ist, an die Zenttalstelle zur Beschaffung der Heeresverpflegung, oder an Beaufttagte des Kommunalverbandes oder der Zenttalstelle; 3. Verkäufe der übrigen Getteidearten an Komnrunalverbände und die Reichs getteifeestelle (bezw. deren Beauftragten); 4., 5. und 6. Verkäufe vou Buchweizen, Hirse und Hülsenftüchten an die Zenttaleinkaufsgesellschast, von Oelfruchten an den Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette, und von .Kraftflittermitteln an die Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte. Der Verkauf wird also im ganzen lediglich an die Organisationen und Stellen gestattet, die später an der Bewirtschaftung und Verwertung der betreffenden Erzeugnisse beteiligt sind. Eine Ausnahme bildet die beschräntte Freigabe des Saatguchandels, die zur Erleichterung der für die Produktion wichtigen Beschafftng von Saatgut erfolgte. * burtmbefcSrtinfiatg ist, wenn nicht eöt innerer Umschwung ün Denken des Volkes emtritt, nichts Großes auszurichten. Wohl aber kann man vielen Eltern die Freude am KiApe verstärken, wenq man die große Sterblichkeit und KrÄillichkeit im zartesten Lebens- after durch Verbreitung ber besten Kemrtnisse in Bezug cnis Ernährung und Pflege bekämpft. Zwischen den großieii Kriegen sind last 15 Millionen Säuglinge in Teut>chland> gestorben: die Hälfte hätte gesund heranwachsen, bei ungezählteii arideren hätte bessere Körperentwickelung erzielt werden können; noch jetzt könnten wir jährlich etrva 200 000 Kinder mehr am Lebeii erhalten, ohne die Qualität der Rasse zu schädigen. Wir müssen uns irr ganz Deutschland zu einen! Kriege gegen dieses Volks übel organisieren. Professor La.ngstein fühtte in seinem Vorträge über „die Aufgaben des Säuglings- und Kleinkinderschutzes im Deutschen Reiche" etwa folgendes aus: Nur eine einzige Altersstufe hat bisher an den groß.en Fottschritten auf gesunvheitticl-em Gebiete zu wenig teilgenommen: der Säugling und in gewissem Grade auch das Kind im vorschutpslichtigen Alter. Zwar haben auch hier die letzten Jahre Fortschritte gebracht. Es ist aber Gebot der Stunde, daß jede Gemeinde Säuglings- mrd Kleinkinderschutz mit in ihr Programnr crufnimmt. Wir verlangen heute von den Bundesstaaten und dem Reöche große Mittel, da es unbedingt notwerüng ist, daß gewisse Mindeftforderun- Fen erfüllt werden. Das ganze Volk muß durchdrungen weiden von den Kenntnissen jener Grundsätze, durch die wir !den Säugling und das _ Kleinkind gesund erhalten können. .Kinderhygiene mnß lln- t^ichtsgegenstand werden. In der Volksschube wird dauert begonnen, in der Pflichtf-ttbildungsschule muß der Unterricht fortgesetzt weöden. Das Ergebnis der bisherigen Versuche ist er* mutigend. Wir brauchen vor allem auch eine Vettiefung in der Ausbildung der dlerzte in der Säuglingskunde. Der Staat darf nicht mit Lehrstühlen in der Kinderheilkunde sparen. JSoti den Kommunen erwarten tvir in erster Reihe die Schaffung vM S än g-, l in gs fü rso r g estellen, ferner von Mütter heimen. Wir verlmrgen eine bessere Versorgnng der erkrankten Sänglinge in den Krankenhäusern. Jede Einrichtung des SäuglingssckMtzes muß. >vie- derum ein Zentrum werden, von dem aus durch Unterrichtskurse für Hebammen, für Pflegerinnen die Kenntnisse ins Volk hinaus gehen. _ An jede ärztliche Hilfe für den Säugling muß sich die soziale anschließcn. Diese Reichslwochen hilf« muß am bejten noch in erweiterter Form auf den Frieden au sche-, d e h n t werden. Regelung des .Haltekinderwesrs, allgemeine Durchführung. der Generalvormundschaft iverden aus diesem wichcigert Gebiete größten Nutzen schaffen. Einen viel breiteren Raum als bishler werden wir der Bekämpfung der Säuglingsstrrbtichöeit aus dem Lande einräumen müssen. Tie Mütter müssen von ausgebildeten Fürsorgerinnen besucht und beraten werden. Wir brauchen Schulen für Fürsorgerinnen und für Kirlderpflegerinner^ Unermeßlich groß» sind im vors ckjulpsliclitigen Atter die Scistiden durch Erttankungen der verschiedensten Att, die Infektionskrankheiten, die englische Krankheit, Skrofulöse und Tuberkulose. Ganz leicht möglich in organisatorischer und auch in pekuniärer Hinsicht ist die Augliederung der Kleinttnderftirsorgestel'le an die Säug-, lingssürsvrgesteNe. Wir werden ferner Krippen, Klein-, ki n de r b e w a hr an stal ten nnd auch Kindergärtien unter den denkbar günsttgsten hygienischen Verhältnissen zu gründen! haben. Wir werden aber auch durch Ausdehnung der offenes Kleinkinderfürsvrge den Müttern in das .Haus nachgehen und deren Äinn für Familienerziehun'g heben müssen. Notweirdig erscheint vor allem die innigste Zusammenarbeit der Organisation mit der Regierung. Vorbildlich^ ertveist sich hier Ne Arbeit des Bayerischen Landesverbandes ^für Säuglings- und Kleinkindersürsorge, der in allen Fragen dieses Gebietes vom Ministerium gehött wird und, auch auf die Verteilung der Staatszuschüsse maßgebenden Einfluß hat. Tie Beschaffung von Mitteln kann heute i% ber. Zeit ber Milliarden nicht mshr die Schwierigkeiten wie in früheren J«hren machen, denn das B^oußtsein, daß auf dem Gebiete des Kinder-, schutzes die größten Leistungen vollbracht werden müssen, ist unter dem Einfluß des Krieges binnen einem Jahr Gemerngut des! deutschen Volkes geworden. > Im Anschluß daran erstattete Hoftat Meier-Mönchen den Bericht über die Enfftehungslgeschichte der auf.Anregung der Herzogin zu Brauuschweig für den Säuglings!- mrd Mainkrnderfchsrtz ein geleiteten Aktion, ihren Zweck, ihre Gliederung und ihre Satzungen. Die Herzogin habe als erfte eine Spende von 10000 Mk. gegeben. — lieber Beginn und Att der Sammlung wird Arbeits- aus schuß und Beirat in der nächsten Zeit beschließen. Grund-, sätzlich wurde bestimmt, daß die in den einzelnen Bundesstaaten gesammelten Bettäge auch m diesen Ländern verbleiben und zum Ausbau des Säuglings- und Kleinkinderschutzes dottselbst dienen. Berlin, 22.Juni. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Köln: Der Erzbischof von Köln hat in einem Erlaß an die Pfarrer der ländlichen Nachbarschaft der Stadt Köln seinem lebhaften Bedauern Ausdruck gegeben über die tiefgehende Erbitterung, die zwischen der städtischen Bevölkerung und der den Kölner Gemüsemarkt beschickenden Landbevölkerung einzutreten droht. Er fordert die Landbevölkerung auf, die Notlage der städtischen Bevölkerung nicht durch übertrieben hohe Preise oder durch Fernbleiben vom Markte zu erschweren. Berlin, 22.Juni. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Leipzig: Im Heim der Mazdaznan-Loge, deren Mitglied Oberleutnant Jmmelmann gewesen ist, fand gestern für die Angehörigen und Freunde des verschiedenen Jmmelmann eine schlichte Gedächtnisfeier statt. Auf ausdrücklichen Wunsch seiner Mutter unterblieb jede Aeuße- rung von Trauer. Die Leiche Jmmelmanns"wird in Dresden beigesetzt werden. Ans Stadt ttttfc Land. C> ießen, 23. Juni 1916. Der 5ee!rleg. Ern deutsches Tauchboot in Eartagena. Cartagena, 22.Juni. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das deutsche Unterseeboot „U 3 5" kam gestern abend hier an und ging an Dock, um Reparaturen vornehmen zu lassen. Der Sekretär der deutschen Botschaft machte einen Besuch aus demSchrff. Der Kapitän hatte ein Handschreiben des Kaisers an König Alfons Mit, das den Dank für die Behandlung der Deutschen aus^ Kamerun aus^sprach. Das U-Boot fuhr unr 3 Uhr morgens wieder ab. Außerhalb des Hafens verfolgten Torpedoboote die Bewegungen des Urtterfeebootes. * _ gottfron, 22 Fmri (WTB. Nicht-nEich.) KaMän und Mannschaft, des holländischen Dampfers „Otis £ 0 a ' mtb tn Barmouth gelandet worden. Das Hinterschiff Explosion weggerissen worden, die Mannschaft ging **7 kne Boote und wurde von einem Passagierdampfer ausgenommen. Bern, 22. Jnm (WTB. Nichtanttlich.) „Petit Journal" aus Fecamp: Der Dreimaster „France et Russie" Bruttoremn-ttmmen) wurde im Mittelmeer durch em Unterseeboot versenkt. Dre Besatzung ist gerettet. Aur dem Reiche. Der NeichSka«zler und die .KriegszieLe. i. n, 22. Juni (WTB.) Blättermeldungen züftlge hielt der Nevststagsapgeordnebe Sch e r de m a n n in einer Breslauer Versammlung eine Rede, in bet er folgendes ausfühtte: Als vor einem (achte die ,echs »ittschaftsvcrbände dem Reichskanzler Warnten Erobe ru n gs pl äne unterbreiteten, wurde ich Patteifveunden beim Reichskanzler vorstellia um -n.misktz u trfrbcu gegen diese Pläne Wir verwiesen dabei auf ' Revhstaqe am 4. August 1914 abgegebene Erklärung um; wir halten bit Genugtuung, aus dem Munde des Reichskanz^ Berlin, 22. Juni. (WTB. Arntttch.) Auf Grund d Verordnung des Bundesrats betreffend Abänderungd Süßstoffgesetz cs ist der Rcichszuckcrstelle vom Reich kanzler die Ermächtigung erteilt worden, rn Fällen dringe den Bedarfs zu anderen als in den bisherigen Bekann machungen (vom 25. Avril nnd 7. Juni) bezcichneten Zweck Süßstoff an Kommunalverbände nach Maßgabe der verfti baren Bestände zu überweisen. Die Komtnunalverbän haben Bezug und Verbrauch in ihrem Bezirke nach Anw> sung der Reichszuckerstelle zu regeln. Die Verordnung vo 25. April gestattete den Bezug von Süßstoff durch Gewerk trerbende für dre Limonadenherstcllung, die Verordnung vo eme Anzahl anderer Herstellungszwecke, jede gleichfalls nur durch Gewerbetreibende. . Berlin 22. Juni. (WTB.) Die Zentralci, k au fsge se llsch a ft m. b. £>. teilt mit, daß sie zur E teflung von Auskünften und zur Erleichterung des Verkeh mit der Presse und anderen Organen der Oeffentlichkeit ei N a ch r i ch t e n a b t e i k u n g eingerichtet hat. Sie bittet d her alle einschlägigen Anfragen an diese Stelle, und zw. brieflich, unter der Adresse Behrenstt.21, Telephonanschli Antt Zenttum 9520, drahtlich unter Zentralkauf Nachric tenstelle Berlin zu richten. Berlin, 21. Jwii, vormittag n*nbee die Grüntvrno Versammlung von Dentschlands Spende für Säui ^l5^^uderschutz" im Sitzungssaal i Herrenhauses in (^ege»vatt ber Pvotekt-orin, der Herzog Viktoria Luise zu Braun schweig abqelEn. Tie Vl ammttmg war außerordciftlich zahlr«cki besu«ht. Ehrenvorsitzen tzud ^HZ^ka^ler und (^neral-Fetzmiarschall o. Hindenbm Der Bmsftxnde, .KabmeEstat Dr. v. Bshr-Pinnow, wies m> einem WiMommengrust tm die Prr^eßttnin darauf hin, daß die L völkerungsftage rn Deutschland, die ohnehin infolge des sslebutte ruckganges und der hohen Säuglingssterblichkeit und -kränllil kett eine ernste gewesen sei, infolge der Kriegs Verluste noch me cmn forgsanieu Bohandkung bedürfe. GegLn die gewollte E 5V Jahre Hessen-Nassau. Aus Kassel wird uns geschrieben: In diesen Tagen ist ein -halbes Jahrhundert dahingegangen., seit der Kurstaat Hessen-Kassel nach jichrhundettelan^em Bestehen unter eigenen Fürsten ans demselben Hause seine Selbständigkeit einbüßte und der Grund zu der heuttgen Provinz Hessen-Nassau gegebM wurde. Bei dieseml Anlaß, sei heute an die Zustände erinnert, die zur Neugestaltung der politischen Lage hier im Herzen Deutschland führten. Wilhelm I., der letzte Kurfürst von Hessen-Kassel, harte 1848 in erbittetteM Ringen mit feinem Volke gestanden, es war ihm die Verfassung abgerungen worden, dann verließ der Kurfürst Kassel und verhängte über den Kurstaat den Kriegszustand. Die Folge war der Einzug der bekannten „Strafbayern", die das Land besetzten, nnd schlieWich trat nach dem dänischen Kriege eine Entfremdung mit Preußen ein. Bismarck mvchte dem Dualismus in Deutschland ein Ende. Am 15. Juni 1866 überreichte der preußische Gesandte von Röder in Kassel eine preußische Sommatton, wonach Kurhessen seine Truppen auf Friedens- snß setzt, die auf Bundesbeschluß angeordnete Mobilssrerung unausgeführt läßt, andernfalls aber einen Krieg zu gewärtigen habe. IM Palais in Kassel wurde Mimsterrat gefeilten. Alle Minister rieten dem Kurfürsten, unter Protest die preußischen Forderungen mrzunehmen, der Fürst aber» falsch beraten von anderer Seite, rang mit sich, und als er noch einnral mit seiner Gmiahlin gesprochen, erffärte er sein „Nein?". Die Somjmatwn wurde abgefeimt, und in derselben Nacht noch ließ Preußen die Kri egser kl ä- rung überreichen. Das Volk aber, das in atemloser Spannmig vor deM Schlosse auf die Entscheidung gewartet hatte, verkost, als es die ablehnende Antwott an Preußen erftihr, den Matz. Es ahnte das Folgenschwere des ^Entschlusses. Am andern Tage begannen die Truppen Hals über Kopf Kassel zu verlassen imrd rückten nach den Besttmmungen der Brmdesmobili- siwmng noch der Bundesseste Mainz ab. Sie kamen nicht dazu, sich mit den Preußflnheeren in der Schlacht zu messen. Der Kur-' fürst aber blieb aus Schloß. Wilhelmlshlöhie, getreu seiner Bersscfe- tting, daß er ans dem Boden der Bundesverfassung stehend, sich nicht im Kriege mit Preußen befinde. Am 19. J«ui rückten die Preußjen in Kassel em, voran das 39. JnfaMvrte-MWwE, boun k M sS tzE x E 32, doÄ NKter in üft#F nt Garnison Tag, Strrafecw imi> bak? 9. Husaren-Megimeltt. Dar KmMrft wurde als kwg»Sgefirngen erklärt und nach Stettin überfährt. Äls er die Stufen dos WÄHelmAhiKher Sdstoffes Herabstieg, warf er nod} einen letzten ScheideEck auf das prächtige Gebäude ... Er hat es nicht wiederyefehen. Das war am 2 3. Juni, und dieser Tag kann als der des Untergangs des Kursta-ates §>essen-Kassel cmgesehe» werden. Das Land kam nzrter preußische Verwaltung, in die sich der Regierungspräsident von Möller und General Werder teilten. Am 8. Oktober wurde offmell Besitz von Hessen-Kassel ergriffen, und von Möller wurde der erste Oberpräsident der neuen Provinz Hessen- Fasson. Nur schwer fühlte sich die Bevölkerung in die neuen Ver- hältniffe ein, es fehlte vor allem: das höfische Leben, aber dann kam der französische Krieg, die hessischen Truppen nahmen daran glorreichen Anteil, und allmählich söhnte sich die Bevölkerung mit den neuen Verhältnissen ans. Es wurde aus dem .Neinstaat eine blühende Provinz, imd besoirderS die Hauptstadt Kassel nahm, nachdem alle hemmenden Schranken, die die Kleinstaaterei gezogen hatte, gefallen waren, einen ungeahnten Aufstieg im modernsten Sinne. Wiederum stehen heute Kurhessens Sohne vor dem 'Feinde und haben sich die wiederholte Anerkennung des Obersten Kriegsherrn für Hellxmtaten erworben, die denen der Bätcr zumindest gleichstehen. Das vergossene Blut hat Kurhessen fester als je an das Reich gebunden. An der Spitze der Provinz steht seit langen Jahren Oberpräsident Hengstenberg, eine feste, ziel bewußte Persönlichkeit. Unter seiner Aera blickt die Provinz in diesen Tagen auf ein 50jöhri- ges Bestehen zurück, als Glied Preußens und des Reiches. N. H. Auszeichnung. Dem Postschaffner Karl Frank, Unteroffizier im Jnf.-Regt. 14, wurde die Hessische Tapser- kettsmedaille verliehen. — Der Wehrmann Karl Müller von hier, Nahrungsbcrg 6, im 2. Pionicr-Bat. Nr. 4, hat das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhalten. — Oberheizer Ludwig Bellas von Gießen, der bereits mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet ist, erhielt die Hess. Tapserkeitsmedaille. ** Jugendwehr Gieße n. Samstag abend 8% Uf)t Ludwigsvloh. ** D e r, dem der Vorsitzende Pros. S ch i a n warme Worte Herzüchen Gedenkens widmete. Gewählt wurde an seine .Stelle znm Mitglied des geschafts sühreicheu Anschusses LandgerichtSrat Neuen ha gen, der die Wahl angenommen hat Nach einem kurzen Bericht über die letzte Vereinsarbeit hielten Stiftsdechant Klingelhö ffer (Lich) und Pfarrer Sattle (Staden) kurze Borträge über die dringendsten Aufgaben der Inneren Mission in Oberheffen. Dabei wurde eine Fülle der ver-^ schiedensten Gesichtspturkte für weiteren Ausbau der Arbeit heraus- gehvben. An einer kurzen Anssprache beteiligten sich Pfarrer Memmert (TarmstlüU) und Pfarrer Schwabe. Die ausführliche Erörterung dieser Fragen wmöe ans die Jahresversammlung vefichoben, um dem als Gast anwesenden Direktor des Evangelischen Verbandes zur Pflege der weiblichen Jugend, Pastor Thiele ans Berlin, das Wort zu einem Vortrag über „U n - sere Arbeit an der weiblichen Jugend" zu geben. Der Redner schilderte, was an evangelifch-kirchllcher Arbeit dieser Art geleistet worden ist; er wünschte auch'für die Zukunft religiöse kirchliche Arbeit an der Jugend; mit der hergebrachten Form des Jungsrauenveveins werde nicht auszukommen sein; er schilderte dann genauer die künftig notwendige Gestaltung der Arbeit und betonte dabei besonders die Notwendigkeit des Zusammenschlusses zum Zweck gemeinsamen kräftigen Vorgehens. An diesen Vortrag schloß "sich eine sehr reichhaltige Aussprache an; Pfarrer Schwabe schilderte die Verhältnisse in Gießen, Pfarrer Memme r t berichtete von Nürnberger Erfahrungen, die Pfarrer Sattler (Staden), Reith (Hartershausen), Kahn (Orlenberg) gingen von ländlichen Bechältnifsen aus. Me Versammlung, die einen sehr anregendOi Verlauf genommen hatte, wurde gegen 6 1/2 Uhr geschlossen. ** lieber die handelspolitische Zukunft Deutschlands wird in der Hauptversammlung der „Bereinigung zur Förderung deutscher Wirtschaftsinteressen im Ausland", die am Samstag, 1. Juli in Frankfurt, nachmittags um 4 Vs Uhr im Hotel „Frankfurter Hof" beginnt, der frühere fftzektor der Berliner Handelshochschule, Universitatsprosessor Dr. Jaftrow, Berlin, einen Bortrag halten, dein sich eine Aussprache auschüeßeu wird. Der Redner genießt als Bolkswirtschaftler und Weltwirt- schaftspolitiker, besonders in Fragen des Weltmarktes, einen weit über Deutschland hmausgehenden Ruf. Zu dem Bortrag Ist aud? Nichtmitgliedern der Zutritt gestattet, doch ist als Ausweis das Einladungsschreiben der Bereinigung notwendig, das allein zum Eintritt berec^igt. Man wende sich dieserhalb an die G e s ch ä s t s - stelle der Vereinigung zur Förderung deutsct-er Wirtschaftsinteressen im Ausland, Köln, Hcmsaring 11 I., durch die die Zustellung kostenlos erfolgt. ** Von zahlreichen Althändlern und deren Frauen werden augenblicklich die Dörfer und Städtchen des Odenwaldes besucht, wo sie alte Möbel, Uhren, Hausgerät, Porzellansachen, altes Steingut u. dgl. von den Einwohnern für billiges Geld zu erwerben suchen, um die Sachen später mit hohem Gewinn an Altertumssammler weiter zu veräußern. Vielfach nutzen die Händler die Notlage der alleinstehenden Kriegerfrauen aus und erwerben die wertvollen Gegenstände zu Spottpreisen. Audi der Bevölkerung Oberheffens ist dringend anzuraten, Kunst- und kunstgewerbliche Gegenstände ihren Heimatgemeindeu möglichst zu erhalten. Sollte aber eine Verkaussnotwendigkeit vorlieqen, dann möge man Sachverständige zu Rate ziehen, die ohne Anspruch auf Vergütung gern dem Laien zur Seite stehsä ** Das he uti ge Kreisch lact enthält ein Gesetz betreffend Renterr- und Invalidenversicherung und-Betaunt- über das Verbot der Verwendung von Eiern und Eierkoniorven Kur Herstellung von Farben; über die äußere Kennzeichnung von Waren und über die Arrsimhure tanb- stuwlner Kinder in die Taubftummen-AnstalMt des Landes. ** Al4e lÄeckem s mitte°lper kaufsstell« befindet sich von Montag, den 26. ds. Ms. ab in dem AeSSode der alten Go- werbeschule, Asterweg, Nr. 25 und ist geöffnet Montags, Mittwochs und Freitags, nachmittags von 2—6 Uhr. Vom' gleichen Tage an ist die Verkaufsstelle stieostadt Nr. 61 geschLosten. ** Städtisch «er Eierderkatuf. Me der Stadt zug! 0 - wiesenen ausländischen Eier werden künftig in Reihenfolge der Brotkarten bezirke an die Einwohner der Stadt Gießen verteilt werden. Bei der % Zt. vorhandenen AnzaHl können vorerst nur die Bezirke I und II berücksichtigt Werden. Airs gäbe tag ist Samstag, der 24. J'uni 1916. Gegen Borzeigen der Brotkarten ausweiskarte werden 3 Eier zum Preise von 68 Pfennig abgegeben. Me Abgabe wird durch Aufdruck eines Stempels auf der rechnen Vorderseite der Ausweiskarte vermerkt. Näheres siehe Bekanntmachung. ** „Ein wirklicher Oelersatz." An der Menge von Ersatzmitteln für Speiseöle, die im Anzeigenteil der .Presse auftauchen. oder von findigen Leuten sonstivie vertrieben werden, hat man einen Anhalt dafür, daß ein gutes, brauchbares Ersatzmittel bis heute kaum gefimden sein düxste, allerdings auch einen süßeren Maßstab für die Trfilglichkeit, mit der Oel für Speffezwecke begehrt wird. Der BossisdM Zeiticng wurde unlängst ein „wirklicher Oelersatz" mitgeteilt, ein Ersatz, der im r^inischen Jn- dusttiebezirk schon lange in Haushaltungen und Gasthöfen als brauchbar erwiesen sein soll und der vom.Kiichenchef eines großen Essener Gasthofes stammt. Wir gebm dieses Rezept unter allem Vorbehalt nach der erwähnten Quelle wieder 1 „In zwei Liter Wasser läßt man für 30 Pfg- Carrageen (isländisches Moos) und für 10 Pfg. Eibisch 20 bis,30 Minuten zilcheu. Durch ein Tuch oder Sieb schlägt man die Flüssigkeit, die vor allem nicht zu dick werdeir. darf, durch. Das ist das ganze Rezept. Alles andere findet die Hausfrau von selbst. So, daß die Gesäße, peinlch sauber sein müssen, daß ein Eigelb mit Gewürzen und 1/4 Liter des halbwarmen Oelerfatzes' — um solchen handelt es sich natürlich rrur — eine brauchbare Majonaise ergeben, dcch der Oelersatz, der an und für fid> bitter schmeckt, besser mit Zitronen als.mit Essig beim Anrichten des Salates vermischt wird, daß man dort, wo der Oelersatz ncht ständig gebraucht wird, daß man dort, wo der Oelersatz nicht ständig gebraucht wird, der besseren Haltbarkeit wegen gleich eiwn Schich Essig Kllgibt, daß man niemals mehr anrichtet, als gerade in irächster Zeit nötig ist usw. Carrageen und Eibisch sind in jeder Drogerie erhältlch." A Bon den Viehseuchen. Nach der Statistik vom 15. Juni herrschte die Maul- ;und Klauenseirch^ in Kirrhessen mir noch in in einem Gehöft, während sie im Regierungsbezirk Wiesbaden völlig verschwunden ist. Me Schweineseuche wurde dagegen in Kurhessen in 68 Gehosten, welche sich auf 39 Gemeinden in 11 Kreisen verteilen, und im Regierungsbezirk Wiesbaden in 31 Gehösten, welche sich auf 26 Gemeinden in 6 Kreisen verteilen festgestellt. — Im Großherzogtum Hessen wurde die Maul- .und Ktanenseu.che irur noch in 7 Gehöften, welche sich auf 2 Gemeindden in 2 Kreisen verteilen und die Schweineseuche in 38 Gehöften, welche sich auf 12 Gemeinden in 7 Kreisen verteilen festgestellt. M Zwergpferde. Eine Sehenswürdigkeit sind die Zwergpferde, die sogenannten klein st e n Pferde der Welt, aus dem bekannten Hagenbeck'schen Tierpark, welche Sonntag imd Montag, den 25. und 26. Juni, und Sonntag, den 2. Juli, auf dem hiesigen Juxvlatz an der Lahn zur Vorführung gelangen werden Für jeben Besucher bilden diese zierlidwu Zwergvserdchen emeu Gegenstand des Staunens. Alan könnte bei ihrem Anblick in Versuchung geraten, sie für lebendig gewordene Kinderspielzeuge zu hakten. Da ist zum Beispiel Hans, der nur 70 Pfund wiegt. Mit seiner zierlichen Gestalt bildet er das Entzücken aller Kinder. Zum Schluß einer jeden Vorstellung hat die Direktion des Unternehmens für die Besucher eine besondere Ueberrascbung bereitet : Elli, das Jnng-Pserdchen; dos Tierchen wiegt nur 35 Pfund, seine Hufeisen haben die Größe eines Markstückes. Die Schaustellung bildet in der Tat eine Sehenswürdigkeit, deren Besuch wirklich ernpfohlen werden kann. Landkreis Gießen. e. L i ch, 23. Juni. Die Stenographen-Gesellschaft »G a b e l s b e r g e r" in Lich beginnt am Mittwoch. 28. Juni einen Anfänger-Lehrgang in Stenographie für Damen und Herren. Die Kenntnis der Kurzschrift ist heute Bedürfnis für jedermann geworden, durch diesen Kursus bietet sich die beste Gelegenheit, die Stenographie nach bewahrtem System zu erlernen. Näheres siehe Anzeige. Kreis Friedberg. QeffeitJRaffag. ra. Naunheim, 23. Juni. Jnfotge schwerer Verwundung tarb im Alter von 39 Jahren Lanösturmnum« Heinrich Ulm be\\ Ehrentod. ra. Weilburg, 22. Juni. Die städtische KriegÄSrforge be- absichtigt fiir die hiesigen Familien wie auch für Einzelpersonen eine Kriegsküche einzurichteu. Es soll eine warme Kost, Eintopfgericht, verabreicht werden, deren Preis sich voraussichtlich aus 20 bis 40 Pfennige stellt. „ , t . F.C. Wiesbad en, 22. Juni. Heute vornüttag, als sich die Fronleichuamsprozession durch die Adotsstraße bewegte, feuerte der Kaufmann Hemr. Schott auf seine Mutter, die aus dem Fenster der Prozession zusah, einen Schuß ab und vertetzte sie an der Schulter leicht. Daraus richtete er die Waffe gegen sich und brachte sich durch den Schuß in der Herzgegend schwere Verletzungen bei. Der Kaufmann Heinrich Schott, der mit seiner Mutter in Unftffedeu lebt, war heute unerwartet gekommen, in die Stube der Mutter getreten und hatte den verhängnisvollen Schuß auf die ahnungslose Mutter abgegeben. io. ^ u s N a s s a u, 23. Juni. Grünfutter ist heuer, besonders bei den verringerten Viehbeständen, in einem solchen Neber- lutz vorhanden, daß der größte Teil des Klees gemäht und als Heu eingebracht werden konnte. Die Heuernte verspricht ungewöhnliche Dlengen. Die Kartoffeln haben sich recht gut entwickelt. Ebenso die Dickwurz. Das Getreide zeigt geradezu einen untadelhaften Stand. Johannis-, Erd-, Him- und Stachelbeeren ind auch gut geraten. A Fried ber g, 23. Juni. Nach Meijahriger Panse sindet in diesem Jahre wieder -eine Hauptversammlung des Oberhessischen O bstba uVereins am Sonntag den 2. Juli zu Gießen im Felsenkeller statt. Neben den üblichen Punkten der Tagesordnung wie Rechnungsablage und Aufstellung des Voranschlags, wird Kgl Garteninspektor Huber, Vorstand der Obstbaülehranstall in Ober zwehren bei Cm'sel, einen Vortrag halten über das zeitgemäße Thema: „Die O bst Verwertung zur Kriegszeitt'. Alle Mitglieder und Freurrde des Obst- und Gartrubanes sind fteund- lichst eingelcrden. Am Vormittag findet in demselben Lokal eine Baumwärterversammlung statt, in welcher Gr. Garteninspektor John aus Friedberg einen Bortrag halten wird über: „Neuer Erfahrungen in der Schädlingsbekämpfung". ** Bad-Nauheim, 23. Juni. Sämtliche gesellschaftlichen Veranstaltungen erfreuen sich in diesem Jahre einer überaus lebhaften Beteiligung und zeigen, wie viel bester der Be such Bc>d-Nalcheinls im Vergleich zu letztem Jahre ist. ES sind zurzeit etwa 5090 Kurgäste hier. Das Kurhauscheater ist sehr oft vollständig ausverkaust und in der letzten Zeit hatten besonders das statt gespielte Volksstück »Das Glücksmädel" und die von Frank furter Theatermitgliedern gegebene Operette „Die Schöne vom Strand^ außerordentlich starken Erfolg. fc. Butzbach, 32. Juni. Gestern ist das Ersatz bataillon der 81-er, das etwa fünfviertel Jahre hier geftaTtbeit Hai, abgerückt, um sein neues Quartier in Kir darf bei Bad-Homburg $u beziehen. Als Ersatz für die 81er wird ein TeiL des Landsturnrbabaillons in Gießen, etwa 500 Mann, n«ch hier verlegt. Bl. Aus der W e t 1 e r a 11 , 22. Juni. Als am Anfang des Monats die Regenperivde ernsetzte und sv lange anhielt, wmdeu Besürchttrngen laut über iläuhteile, die der Regen der schon teilwesiie in Blüte stehenden Winterfrucht bringen kömrte. Als nun erst die kalte Witterung nach Beendigung des Regens folgte, kcmnten sich schlimme Propbeten nidst gemcg tun, zu prophezeien, welche schrecklichem Folgen diese MtternngsumschLäge haben würden. Und wo sind heute die falschen Proplieten mit ihren Prophezeiungeu. Gerade das Gegenteil ist eingetroffen. Das damals in Blüte stehende Korn hat fiel) tu seinem Kbru kräftig entwickelt, Gerste Und Hafer sind gerade durch den Regen kräftig in Halm geschossen, während der Weizen angeublicllich so l-errlicbi in Mute steht, wie nie zuvor. Tie KVrrtoffeln haben sich kräftig entwickelt, während dem Obst, insbesondere beu Aepseln, der Reyeu zur richtigen Zeit kam, und das Ungeziefer, insbesondere d« Rampen, btttrd) die kalten Tage großenteils vertilgt wurden. Kreis Wetzlar. - -*' - ä. Wetzlar, 23. Juni. Den: Kreiskomnmnalverbaud sind für diese Woche vom V i e h h a n d elsverband überwiesen 22 Rinder, 48 Schweine und 34 Kälber, die sich wie folgt aus die einzelnen Bürgerineistereien verteilen: Bürgermeisterei Aßlar 3 Rinder, 7 Schweine rmd 6 Kälber, Draunsels 3 Rinder, Schweine und 5 Kälber, Atzbach-Launsbach 3 Rinder, 5 Schweine und 3 Kälber, Greifensteiu 2 Rinder, 3 Schweine und 3 Kälber Hohensolms 1 Rind, 1 Schwech und 1 Kalb, Rechtenbach 1 Mnd, 3 Schweine und 4 Kälber, Schöffengrund 1'/, Rlnd, 4 Schwerue und 3 Kälber m,b Stadt Wetzlar Rinder, 18 Schweine und 9 Kälber. — Krofdorf, 22. Juni. Beim Herdansachen fingen die 51leider der BergmaunSfrau Wilhelm Koch Feuer. ES gelang z>var beherzten Personen, die Flammen nach kurzer Zeit zu er stecken, dod) erlitt die Frau schwere Brandwunden am ganzen Leibe. vermocht«». * Zu der interessanten Frage St^tou^ .ens der Haare nach starken Erschütterungen liefert Dr. Ste- ani Oppenheim in einem Frankfurter Hospital einen wertvollen Beittag. In einem hiesigen Lazarett befand sich em 29jahriger Landwehrmmm, ein Metzger aus dem Odenwald, robust, derb innerlich imd äußerlich, jähzornig, immer necllustig, aber selbst gegen Angriffe sehr empsürdlich. Der Mann befand sich wegen eines Nervenschocks in ärztlicher Behandlung. Er wies an seinem normalgefärbten, tief dunkelbraunen .Haupthaar ein vollständig weißes Haarbüschel von ziemlichem Umfang aus. Der Mann erzählte, daß in St. Quentin, in seiner Nähe ein Schrapnell geplatzt sei, das vor seinen Augen vier Kinder zerrissen ^habe, wobei er bewußtlos wurde. Im Lazarett entdeckte man das weiße Büschel. Aus Beftagen erklärte er, daß ihn beim Platzen des Schrapnells nicht der starke Knall oder die Moglichkeil, selbst getroffen zu werden, am meisten erschreckt habe, sondern der Anblick der Kinder, da er selbst fünf besitze. Dr. Oppenheim meint, daß diese Tatsache wohl den Schluß zuläßt, daß leicht erregbare Menschen zum plötzlichen Ergrauen mehr neigen, als phkeg- watische, eine Tatsache, die auch andere ähnliche, nicht selbst beobachtete Fälle zu bestätigen scheinen. * Fuchsfarmen in den Vereinigten Staaten. Der immer steigende Bedarf an Fellen hat besonders in Kanada die Fud)sjagd schon seit Jahren zu großer Bedeuttmg erhoben, so daß gerade die wertvolleren Felle wie die der Silberfüchse durch die Ausbeute vou Jagden allein schon lange nicht mehr gedeckt werden können. Dies führte zu dem eigentümlichen Betrieb von og. Frlchssarmen, in denen die Tiere gesundheitlich kontrolliert und tzerongerichtet werden. Besondere Maßnahmen erheischt der Schutz gegen Diebe. Wie bei Schafherden die Schäferhunde sind hier Fuchs Hunde dressiert, um entflohene Füchse wieder einzubringen. Die Zuchtversuche sind, da sie sich als sehr lohnend erwiesen, inrmer weiter ausgebaut worden und haben neuerdnrgs auch, wie der Proinelheus berichtet, eine große Anzahl von Gründungen in den nördlid^en Bereinigten Staaten zur Folge gehabt, die dem neuen Gewerbe wad)sende wirtschaftliche Bedeutmtg zukommen laßen. «rechliche Nachrrchte». Irraeütische RellHionsgemeitt-e. «otteSdienft in der Stzuagoge (Süd-A»aftet ivurdeir. Prttrz Georg von Griechenland in Berlin. Be rl in, 22. Juni. Prinz Georg von Osiiechenland, der; Bruder .König Konstantins, ist Tmrncrstag abend in Berlin eupv troffen. Der Prfirz verbrachie den Dag in dar RchchöbruptstadL Mch wird sich nach der Schweiz begehc^ Den Heldentod fürs Vaterland starb unser treuer Freund Otto Oblemutz, Bankbeamter L'n tet*© f m 4. GrtMrd e - R es c r ve-In f an t eri e - Reg i men 19 3 Ehre seinem Andenken. 4624V Verein Bavaria, FRITZ NOWACS Ausstattungs-Geschäft und Wäsche-Fabrik Meiner Kundschaft zur Kenntnis, dass sämtliche Artikel bis i.Äügusf ohne Bezugschein abgegeben werden 4607a Danksagung. Für die vielen Beweise wohltuender Teilnahme bei dem Heimgange meines lieben Mannes Ludwig Schneider I. sage ich allen Teilnehmern herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Anna Marie Schneider Wwe. a Anzüge 300 Wützen Iiiiiiimiiiin Hauben Tücher Hosen Als sehr preiswert empfehle: Hill mit 20°/o Fettgehalt [< 620 per Pfund Mt. 1.96 Heinrich Driesch Mm ersten Male in Giehen 5^* auf dem Juxplatz an der Lahn. Nur Sonntag, den 25., Montag, den 26. Juni und Sonntag, den 2. Juli: Steinbach, den 20. Juni 1916. 010314 Benzin isr wieder eingetroffen bei: tag Mensels Telef. 46 Karkixl. 21. 7 Zimmer 6*. 7-ZiMkr-Ashnm v- sofort od. 1. Oktob. z. verm. Bleichstraffe 26. [« 70 I 2 Zimmer 2-Z.-W. m. Küche n. 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Bei ungünstig. Witterung 4'/- Uhr Zufavanenkumt i. Postkeller. 4621vj Die Vorstände. zu Giessen. Eingetr. Genossenschaft mit beschrankter Hasttzflicht. Einladung. Zu der Montag, den 3. Fuli l. I., abends 8 Uhr, im Saale der Herberge zur Heimat dahier stattfindenden »rlntlitn 8 t»eriil«rs>!»«lnz werden die Mitglieder ergebenst eingcladen. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Vorlage der geprüften Rechnung nebst Bilanz und Gewinn und Berlustrechnung für 1915, sowie Erstattung des Rechenschaftsberichts. 3. Verteilungsvorschlag bezüglich des Reingewinns. 4. Bericht über die stattgefundene gesetzliche Revision. 5. Bericht über die Elisabeth - Kleinkinderschule für 1915. 6. Wahlen in den Vorstand und Aufsichtsrat. 7. Geländeerwerb und Bautätigkeit für die nächste Zeit. Gießen, am 23. Funi 1916. Der Vorfttzende des AufstchtsrateS der Bau- geu-ofsenschaft des evangel. Arbeitervereins zu Gießen. Emgetr. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Dr. Krausmüller. NB. Die Rechnung für 1915 liegt acht Tage lang zur Ein-ficht der Genossen — Stevhan- _ffraße t7 II — offen. 4627j) Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermöqeii des Kaufmanns Louis Troß in Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Gießen, den 20. Juni 1916. 4mB ‘ GroßherKogliches AnrtHgencht. Die Pferde sind vor Kaisern und Königen vorgefuhrt worden, unt. and. dem König Friedrich August von wachsen und anderen Fürstlichkeiten. — Besonders hervor- zubeben ist ^Amor", das Schaukelpferd, 120 Pfund schwer, — »Hans", das lebende Kindcrwielzeuq, 75 Pfund schwer. Stau- nen erregend. Noch me dagewesen. „Elll. das Babtz-Pferdchen. hat das „kolossale Gewrcht von 35 Pfund. Unsere Schnu^ Stellung nt der Lieblingsausenihalt des gesamten Publi Zuns- Darum versäume niemand, die einzig in ihrer Art daitehende Schaustellung zu besuchen. Die Landbevölkerung wird ganz besonders auf die Schaustellung aufmerksam gemacht, da es sehr rntercftaut für dieselbe ist. 010319 Es ladet ergebenst etn Mitwoch. den 28. Juni, abends 7 Uhr Anfänger-Lehrgang in Stenographie Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gietze». Die Lebensmittelverkaussstclle bestndet sich von Montag, den 26 . d. Mts. ab in dem Gebäude der alten Gewerbeschule, Zlsterweg Nr. 25 und ist geöffnet Montags, Mittwochs und Freitags, nachmittags von 2—6 Nhr. Vom gleichen Tage an ist die Verkaufsstelle Neustadt Nr. 61 geschlossen. - Städtischer Eierverkauf. 46166 Die der Stadt zugewiesenen ausländischen Eier werden künftig in Reihenfolge der Brotkartenbezirke an die Einwohner der Stadt Gietzcn verteilt werden. Vei der z. öt. vorhandenen Anzahl können vorerst nur die Be- zirke I und II berücknchttgt werden. Ausgabetag ist Samstag, der 24. Juni 1816. Ausgabestelle für Bezirk 1 ist das BerkanfSlokal del Molkeret Gebrüder Grieb in der Schanzenstraffe, für Be- ztrk II in der Plockilraffe und zwar für Bezugsberechtigte mit dem Zunamen A—K vormittags und L—Z nachmittags. Gegen Vorzeigen der Brotkartenausweiskartr werder 6 Erer zum Preise von 68 Pfennig abgegeben. Die Ab gaoe wird durch Aufdruck eines Stempels aus der rechter Vorderseite der Ausweiskarte vermerkt. 4618b T * 5 ^ulgcld des Realgtzmnafrnms, der ^verrcalschnle. der ^oberen nnd Grweiterten Mädchenschule nnd der ttttimnasialvorfchule ftir 1916 kann in den nächsten 8 Tagen noch ohne Kosten an die Stadtkasse vezmut werden. 46068 Konkttrsvevfahven. Das Konkursverfahren über das Bermöaen des Kaufmanns Karl Rödrng von Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch ansgehoben. Gießen, den 20. Jrmi 1916. ^8 Großherzogliches Amtsgericht, iö- Bekanntmachung bringe ich zur öffent. ttchen Kenntnis. Gießen, den 19. Juni 1916. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachnng. Öelbbcretnigun 9 Heuchelheim, Kreis Gießen, hier, die Drainagen. In der Zeit vom 5. bis einschließlich 18. Juli 1916 liegt aus Großh. Bürgernteisterei Heuchelheim der Beschluß derBollzugskoinmission vom 15. Maid. Js. über Erhebung der Zinsen der Drainagekosten zur Einsicht der Beteiligten offen. * Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses während der Offenlegungszeit bei Großh Bürger- meistcrei Heuchelheim schriftlich einzureichen. Jriedberg, den 16. Juni 1916. Der Großh. JeldbereimgungSkominissär- gez. Schnitt^vaün, Regierungsrat. 4617K Nachstehende Bekanntmachung bringe"^ch zur öffentlichen Kenntnrs. Gieffen, den 19. Juni 1916. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachuna. Betr.: Jeldbereinigung Hausen, Kreis Gießen,- hier: d,e Drainagen, k ° Ä b" Seit vom 8. bis oinschliostkich 18. Juli 1916 lieqt auf @r«69; Surdetmenteret Hausen, Kreis Gietzen bei ® e WIu6 der ^“^»nStommimon von. if. Juni ds. ,Vi berSe'tdÄ offen ,' m der Dramaaekof.en zur Einsicht r Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Aus- ?^enleaungszeit bei Großh. Bürger meutern ^ 0111011 . Krero Gießen, schriftlich einzureichen, orredberg, den 16. Juni 1916. Der Großh. Feldbereinigungskommiffär: gez. Schnntspahn, Regierungsrat. 46198