M. \ H ecWK’int täglich, airfeer Sonntags. - Beilagen: vter-rnal wöchentlich OichenerKamilienblatter; iftveimat wvchentt.Ureis- bt«NMr den Urcis Hießen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Laich- Virtschaftliche Zeitfragen Fernjprcch - Älnschlüsie: iürdie S christlei tun gl 12 Verlag,Geschätt4stelle51 Adresse fiit Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Xmefynt von Anzeigen Hix bte Taqesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Matt Dsrmerstag, 22. Juni W6 RotsüÄKS-NlÄ rmd Versag der VruhUschen Univ. Buch- und Ztemdruckerei R. Lange. ZchriMltung, Geschäftsstelle und Druckerei: §chrrlstr-7. Be»«q»sr7 monatl. 90 Pf., vlsrrel« jahrl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch die Post Mk. 2.^5 viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokalloPf., ausw. 20 Pf. — Haupt- fcgristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen (WTB.) Großes Hauptquartier, 21. Juni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An verschiedenen Stellen der Front zwischen der bel- gW-franzö fischen Grenze und der Oise herrschte rege Tätigkeit imArtillerie- und Minenkampf, sowie im Flugdienst. Bei Patrouillenunternehmungen in Gegend von Berry- uu-Bac und bei Frapelle (östlich von St. Die) wurden fran- zösischc Gefangene eingebracht. * Ein englisches Flugzeug stürzte bei Puisieux (nordwestlich von Bapaume) in unserem Abwehrfeuer ab. Einer der Insassen ist tot. Ein französisches Flugzeug wurde bei Kemnat (nordöstlich von Vont-äMousson) zur Landung gezwungen, die Insassen sind gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Vorstöße unserer Truppen nordwestlich und südlich von Dünaburg in Gegend von Dubatowka (nordöstlich von Smorgo«) und beiderseits von Krewo hatten guten Erfolg. In Gegend von Dubatowka wurden mehrere russische Stellungen überrannt. Es sind über zweihundert Gefangene gemacht, sowie Maschinengewehre und Minenwerfer erbeutet. Die blutigen Verluste des Feindes waren schwer. Die Bahnhöfe Zalesie und Molodeczno wurden von deutschen Fliegergeschwadern angegriffen. Heeresgruppe des Gencralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals von Linsingen. B-ei Gruziatyn (westlich von Kolki) wurden über .-den Styr vorgegangene russische Kräfte durch Gegenstoß zurückgeworfen. Feindliche Angriffe wurden abgewiesen. Nordwestlich von Luck setzte der Gegner unseremVor- dnngen starken Widerstand entgegen, die Angriffe blieben im Fluß. Hier und bei Gruziatyn büßten die Russen etwa lausend Gefangene ein. Auch östlich der Turya gehtesvorwärts. * Bei den Truppen des Generals Grafen von Bothmer kerne Veränderung. Balkan-Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Ober st e Heeresleitung. Dre Verteidigung des Reichskanzlers gegen seine A 'Fverser und die gestern hier erwähnte Kappsche Beröffer lrchnng haben noch einige Nachspiele gehabt, die wir i hentr^n Textteil näher mitteilen. Davon ist sachlich a bedentfarnsten die Mitteilung Scheidemanns in einer Bre inner Versammlung, wonach der Reichskanzler bereits v längerer Zeit die bekannten Kriegsziele der großen Wir schaftsverbände und die damit verbundenen Eroberung Pinne „weit von sich gewiesen" habe. Der „Lokalanzeiae grbt in einer offiziösen Anmerkung baut die nötige Erlänl rung, die im wesentlichen bestätigerw lautet und es ni unterstreicht, daß weitgehende Annextonspläne tm West aus diese Weise von Herrn v. B-ethmann Hollweg mißbilli worden seien. Das ist für die Oefserrtlichkeit etwas Nene und wir müssen gestehen^ daß, in diesen: Lichte gesehe E letzten Auseinandersetzungen, die sich nicht nur u den U-Bootkrreg drehten, vielleicht nicht ganz zwecklos ui mrnntz gewesen sind. Der Kanzler hat auf seinen Appell i Reichstag hin zahlreiche Freunde und Verteidiger gesunde von denen die nachstehend verzeichnete Aenßerung des will temberggchen Ministerpräsidenten: Weizsäcker besonders hc vorgehoben werden muß, der dem Kanzler volles Vertrau, schenkt und diese Erklärung auch im Namen der übrig Bundesregierungen abgegeben zu haben scheint. Auch in d Mehrheit der Zentrumspartei finbet Herr v. Bethmar .^ollNEg Unterstützung, und vor Wenigen Tagen bat He ^niru- Bachem für ihn und gegen gewisse Strömung der konservativen Politik eine Lanze eingelegt. Mm: ve langt, w:e Nur es hier auch bisher immer vertreten habe E n V?-, ftrc ^ ert leitenden Stacrtsmara:, solange t ? ßll; p^T gekommen ist, wo man die Meinungen üb die Krregszrele vergleichend gegenMerstellen und kritisch t W« 1 kann Wir hielten es für selbstverständlich, daß d denyche Kanzler auch nicht den Anschein erwecken will, a halte er es etwa mit den Grundsätzen der äußersten Linke die sich gegen rede Annexionspolitik ablehnend verhält. G rade aber d:e Mitteilung Scheidemanns wird es doch nöt machen, daß der Reichskanzler seine Grundsätze und Stir mungen etwas deutlicher vor uns erscheineil läßt Kein Ve nunstiger kann von ihm verlangen, daß er seine Pläne je vor uns enthüllt. Die Verwirklichung d Friedens und seiner Bedingungen vollzieht sich eben nic m der gleichen Werse, wre etwa ein Staatshaushaltsplan od e;n ^nhresunlerrichtsplan in der Schule sich durchfübr, M^Man muß mit d-m Feinde rechnen und mit Wm ©Mi ^ M° 5 ^ke>ten wrrkiamen, politischen Zugreifcns köuni 4 U"d der Staatsmann wür sich gründlich verrechnen, der etwa sich vornehmen wollte e von langer Hand vorbereitetes Programm restlos zu verwirklichen. Er bleibt bestenfalls aus eine Auslese guter Bedingungen des Friedens angewiesen und wird, je nach der Situation, die eine mehr, die andere weniger bevorzugen. Auch Bismarcks bekanntes Wort in seinen „Gedanken und Erinnerungen" darf hier angeführt werden: „Internationale Streitigkeiten, die nur durch den Volkskrieg erledigt werden können, habe ich niemals aus dem Gesichtspunkte des Göttinger CommentS und der Privatmensuren-Ehre aufgefaßt, sondern stets nur in Abwägung ihrer Rückwirkung auf den Anspruch des deutschen Volkes, in Gleichberechtigung mit den anderen großen Mächten Europas ein autonomes, politisches Leben zu führen, wie es auf der Basis der uns eigentümlichen, nationalen Leistungsfähigkeit möglich ist." Dieser Ausspruch gibt dem Reichskanzler von Belhmann. Hollweg ein Recht, in manchen Situationen des Weltkrieges für sich dasselbe Recht und dieselbe Notwendigkeit in Anspruch zu nehmen. Aber wenn wir einen Vergleich ziehen zwischen Einst und Jetzt, so dürfen wir doch mindestens einen Unterschied heute offen hervorheben, der das Wesen Bismarcks von seinem Nachfolger von heute abhebt. Bismarck beherrschte dje Kunst der Politik so, daß er oft ohne alle Aengstlichkeit seine Gedankenschätze, seine persönlichen, allgemeinen Anschauungen freigebig dem Volke darbot. In dieser Beziehung scheint uns Herr v. Belhmann-Hollweg, besonders in dieser schweren und ernsten Zeit, zu wenig zu tun, wenn wir auch sein schönes Lob des deutschen Volkes noch in guter Erinnerung haben. Frhr. v. Zedlitz, der bekannte freikonservative Politiker, gibt ihm in der letzten Nummer des „Tag" den folgenden Rat: Tie Konservativen stehen der Politik des Reichskanzlers nicht ohne Mißtrauen gegenüber, der auswärtigen wie der innern. Auf jenem Gebiete ist das keine konservative Besonderheit. Auch das Pronunziamento Kapp kann der konservativen Partei nicht angekreidet werden; das erhellt schon ans Kapps Darlegung der Notwendigkeit der Demokratisierung des preußischen Wahlrechts. Beim Lesen seiner Denkschrift habe ich den Eindruck eines edlen Vollblutpferdes gewonnen, das, lange mit starker Kraft verhalten, schließlich mit Geivalt der zügelnden Hand durchbricht und nun blind und haltlos durchgeht In bezug auf die Angriffe gegen die auswärtige Politik des Reichskanzlers . weist die „Germania" sehr zurzeit auf deren Wirkung im feindlichen Auslande hin. Man schließt dort daraus auf schwere innere Zerrüttung und einen bedenklichen Niederbruch der Volkskraft in Deutschland und schöpst so neue Hoffnung auf Sieg und neue Kraft für die Fortführrma des Krieges. Unter diesem Gesichtspunkte ist daher äußerste Zurückhaltung in der öffentlichen Kritik des verantwortlichen Leiters der Reichspolitik geradezu vaterländische Pflicht. Ans der anderen Seite sind Erscheinungen wie die Kappsche Denkschrift, die Gräfesche Rede im Reichstag u. a. m. ohne Zweifel Anzeichen hochgradiger Spannung der Stimmung weiterer Kreise von unbestreitbarer starker vaterländischer Gesinnung. Hier ein Sicherheitsventil zu öffnen, wäre längst schon die Ausgabe weiser Regierungspolitik gewesen. Einen Weg, dies Ziel und zugleich die Nutzbarmachung wertvoller jetzt brachliegender Kräfte für das Vaterland zu erreichen, habe ich im vorigen Hochsommer im „Tag" und auch anderwärts gezeigt. Welchen Weg man aber auch wählen mag, es ist hohe Zeit, das Versäumte nachzuholen. Vertrauen gegen Vertrauen! Möge der Reichskanzler besorgt darum sein, den Eindruck zu verhüt ei:, als sei er :n Audienzen mit Vertretern der äußersten Linken offen- herziger und vertrauensvoller als bei anderen Gelegenheiten ! Warum hat er seine Meinung über die Kriegsziele der großen Wirtschaftsverbände nicht vom Forum des Reichstags verkündet? Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. . Wie». 21.Zum. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vertantbart: 21. Juni 1916. Russischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina, in Ostgalizien und im Raume vm Radziwillow keine besonderen Ereignisse. In Wolhynien haben die unter dem Befehl de Generals von Linstngen stehende» deutschen und österreichisch ungarischen Strcitkräste trotz heftigster feindlicher Gegen wehr abermals Raum gewonnen. Bei Gruziatvi wiesen unsere Truppen in zäher Standhaftigkeit auch dri tnrrten Massenftog der Russen völlig ab, wobei 609 Ge fangen- verschiedener feindlicher Divisionei, cingcbracht wur den^ insgesamt sind gestern in Wolhynien über 1006 Russe, gefangen worden. Italienischer Kriegsschauplatz, , DieLage ist unverändert. Im Plöckennbschnitt kam t i“ lebhaften Artilleriekämpsen. An der Dolomitenfront wie sen unsere Truppen bei Rufreddo einen A-rgriff unter schwe ren Verlusten des Feindes ab. Drenta und Etsch fände» keine qrüherci Kümpfe statt. Vereinzelte Vorstöße der Italiener scheftrr ten; zwei feindliche Flieger wurden abgeschossen, S ü d ö st l i ch « r K r i e g s s ch a » p l a tz. • An der unteren Vojusa haben die Italiener, von Feuer unserer Geschütze gezwungen, den Brückenkop von Fe ras geräumt. Wir zerstörten die italienische, Vertcidigilngvanlagcn und erbeuteten zahlreiches Schanz Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs v. Hofer, Feldniarschallcutnant. Sekundanten der Rsichskanzlers. Stuttgart, 21. Juni. (WTB.) Ministerpväsiäeut Di. v. W >e i z s u ä e r führte in der heutigen Sitzung her Zweiten Karniner am Schlüsse einer längeren Rede folgeuves aus: Der Herr Abgeordnete Körner hat auf ein Telegramm ^ezug genommen, das er dem Herri: Reichskanzler an: 6. d. Mts. geschickt und das' einen Glückwunsch zu desseuj Reichstagsrede vom 5. enthielt. Obgleich nicht gerade verpflichtet,' sage ich ganz gern ein Wort über diesen Glückwunsch. Jene Rede des Reichskanzlers hat nrich umsomehr gefreut, als ich in der Stunde, in der sie gehalten wurden mir die Frage vorgelegt hatte: Wie kann jenen gegen die .Leitung des Deutschen Reiches gerichteten gemeingefährlichen Denkschriften und den daran sich anknupftn- den Kriegsfabeln der Garaus gemacht werden, jenen Denkschriften, die das dem Steuermann des Reichsschisfes nicht persönlich, wohl aber im Interesse guter Fahrt durch die sturmgepeitschte See so bitter notwendige Vertrauen zu untergraben suchten? Des vollsten Vertrauens der Bundesregierungen war der Reichskanzler gewiß. Wie aber stand es in der Bevölkerung? Jene Rede hat'dem Nebel das verdierrte Ende bereitet. Indem ich dies ausspreche, betrete ich nicht das Gebiet der Parteipolitik. Vergessen wir das Kaiserw-oÄ nicht: Ich kenne keine Parteien mehr. Unsere Sturmkolonnen stehen in West und Ost in fester Geschlossenheit. Diese Geschlossenheit muß uns auch über alle verschiedene Auffassung voi: Einzelftagen den Weg zu Hause beseelen. Berlin? 21. Juni. (WTB.) Der „Berl. Lokalanz." bringt eine Meldung aus Breslau über eine Erklärung des Abgeordneten Scheide mann iu einer öffentlichen Versammlung, in welcher mit Bezug auf die vor Jahresfrist von sechs Wirtschaftsverbänden dem Reichskanzler unterbreiteten Eroberungspläne gesagt wird: „Wir hatten die Genugtuung, aus dem Miinde des Reichskanzlers zu hören, daß er mit jenen Eroberungsplänen nichts zu tun habe:: wolle, daß er sie weit von sich weise und daß er sie wie alle ähnlichen Pläne au fdas Entschiedenste mißbillige." Der „Berliner Lokalanzeiger^' benrerkt hierzu, daß die erwähnte Denkschrift der sechs Wirtschaftsverbände die Annexion von Belgien, der angrenzenden ftanzösischen Küstengebiete bis zur Somme, der Kohlengebiete, der De- partemerits du Nord und Pas de Calais sowie die Angliederung von Teilen der Ostseeprovinzen und von südlich davon gelegenen Gebieten forderte. Diese maßlosen Eroberungspläne habe der R e i ch s k a n z l e r in der Tat niemals zu den sein:gen gemacht, wie auch aus seinen wiederholten Erklärungen im Reichstage hervorgehe, in der:en er seine K r i e g s z i e l e in allgemeinen Umrisse:: migedeutet habe (erhöhte Bürgschaften stir die Grenzsicherung und Einfall- tore, Neugestaltungen usw.) Berlin, 21.Juni. (Ä.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Durch das.in die Presse gelangte Rundschreiben des Geuerallandschaftsdirektors Kapp ist eme erneute Erörterung des Falles hervorgerufen worden. Die Presse beschäftigt sich rns- besoirdere mit den Eingangssätzen der Käppschen Erklärung: Kapp Machte der Politik des Reichskanzlers den Vorwurf der Unfähigkeit und Schwäck-e; der Reichskmrzler gebrauchte gegen Kapp persönliche Schimpf Worte. — Diese Darstellung des Sachverhalts tirä'b in einer Reihe von Zeitungen abgelehnt. Die „Kreuzzeitung" dagegen tritt ihr bei, indenr sie erklärt. Kapp sei tatsächlich persönlich beschimpft worden. Das Blatt unterläßt die Prüfung der Frage, ob die Kappsche Denkschrift nicht weit über jede zulässige Kampfesweise hinausgegaugen ist. Dadurch werde:: folgende Angaben notig: Die Kappsche Denkschrift behauptet, die Handhabung der Zensur erwecke den Eindruck, daß sie weniger in den Dienst der vaterländischen Sache, als in den der gegenwärtig an leiteirder Stelle befindlichen Märmev gestellt wird, zuml persönliche:: Schutz gegen Angriffe, denen fie wegen ihrer Haltung ans politischem und Wirts chastspolftischem Gebiet ausgesetzt sind Die Denkschrift spricht von dem Gefühl der vaterländischen Kreise, daß die politische Leitung ihrer Ausgabe nicht gewachsen fei und fährt fort: Der 'Reichskanzler beruft sich demgegenüber aus die unbedingt notwendige Einigkeit des Volkes, das in solcher Zeit voll Vertrauen hinter chm stehen müsse. Die Parole der Einigkeit sängt an, bei uns dieselbe unglückliche Rolle zu spielen, wie einst 1806 das nach Jena gefallene staatsverräterische Wort: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Die Denkschrift sagt, das! Volk schenke der Versicherung der poliEschen Leitung, daß nicht llnentschlosseuheit, vielmehr nur die nüchterne Ab- wägung aller in Betracht kommenden Momente in der U-Bootsrage führend sei, keinen Glauben mehr. Jetzt hat es ertänM, daß es nicht Mint, sondern Wankelmut ist, der diese Waffe seit über Jahresstrst nicht geführt, sondern immer wieder gehemmt hat. Die Denkschrift erhebt ferrcer die Vorwürfe der Preisgabe unseres völkischen Ansehens, der mutlosen Unentschlossenheit und der Ueberschi-eitung der Grenzen, die der Nachgiebigkeit durch unsere Ehre gezogen find usw. Hiernach kann meinand über den klaren Tatbestand im ZiyeLiel sein. EG lagen Angriffe von unerhörter ?lrt vor, die eine scharfe Abwehr im Staatsinteresse erforderten. Es gccht nicht an, daß man jetzt versucht, den Angreifer als Beerdigten hinzu- stellen. Rücktritt der griechischen Kabinetts. L o n Ü o n. 21. Juni. (WTB. Nichckimtlnh.) Di- ..Dailft News" meldet mis Athen: S k n l n d i S n n d f e i n K a b i - ne t t h a b f n d e tn iffiuniert. Von zuständiger Stcfte liegt eim' Bestätigung der Mol- dmig nicht vor. Berlin, 22.Juni. Zu den Gerüchten über den Rücktritt des griechischen Kabinetts sagt das „Berl. Tageblatt": Man muß die Nachrichten, solange sie ans^chließsich ans griechenfeindlichen Quellen stammen, mit Vvrbehalr aufnehmen. Ein Ministerium Zaimis oder Rh alläs toiitbe, wie das Verhalten dieser Staatsmänner seit dem vorigen Jahre bewies, keineswegs eine Erfüllung der Wünsche der Verbandsmächte bedeuten, die danach trachten, Venizelos r— sei es als Ministerpräsident oder Präsident einer hellenischen „Republik" — wieder in die Macht einzusetzen. Der ,^okat-Anzerger" schreibt: Wenn sich die Mel düngen als richtig erweisen sollten, würde ein Kabinett Zaimis wohl einen Wechsel in der Regierung, kaum aber im System bedeuten. Berlin, 21 .Juni. (Priv.-Tel.) Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Budapest: Aus Athen wird dem Blatte „Utrv", das in Sofia erscheint, gemeldet, daß Veni- selos auf ärztlichen Rat in den nächsten Tagen ein aus^- ländisches Bad aufsuchen will. Athener Blätter schreiben dazu, daß der Grund, weshalb Veniselos Griechenland der lasse, in der Unausfuhrbarkeit seiner Pläne liege. Der bulgarische Bericht. Sofia, 21. Juni. (WTB.) Gen eralstabs bericht: Die Lage an der Front von Mazedonien ist unverändert. Das 'schwache Artilleriefeuer dauert beiderseits an. Im Wardartale südlich von Doiran und Gewgheli war am 18. Juni der Artilleriekarnft etwas lebhafter. Air demselben Tage zersprengten unsere Patrouillen am rechten Wardarufer südlich von Belassitza-Plcmina mehrere Kapallerünbteilungen, die Erkundungen ausführten und schlugen ne in die Flucht. Feindliche Flieger lvarfen erfolglos Bomben au' Pardeitzi und Doiran, sonne auf bewohnte Orte des Abschnittes Rnpek. Eines unserer Flugzeuge griff bei'Porto Lagos einen feindlichen Transport an, beschoß ihn und b.ioarf ihn mit Bomben, wobei die Schiffsbrücke getroffen und ernstlich beschädigt wurde. Der türkische Bericht. Kom stantLniochel , 21. Juni. (WTB.) Bericht des Hauptquartiers: An der Jrakfvvnt kein Ereignis' von Bedeutung. Kauta sussrvnt: Auf dem rechten Flügel keine Verände- vuug. > Im Zentrum in einigen Abschnitte:! Artillerie- und Ju- fanteriefeuer. Auf dem linken Flügel scheiterte ein über-, raschen der Angriff, den der Feind mit einem Teil seiner Kräfte persuchte, infolge unseres glücklichen Feuers. Ein Flugzeug, das über Sedd-ül-Bahr erschien, wurde durch unser Feuer verjagt. Einige (Ähiffe des Feindes, die bei der Insel Keusten gesichtet wurden, wurden durchs unser Feuer verjagt. Am 18. Juni um 9 llhr morgens griffen neun Flugzeuge des Feindes El Arisch uftt Bomben und Maschinengewehren an. Durch unser Feuer wurden zwei Flugzeuge abgeschossen. Wir stellten fest, daß eines davon in Flammen gckhüllt abstürzte. . Dieser Luftangriff, der zwei Stunden dauerte, war ergebnislos, denn der Feind konnte keinen Schaden an richten. Der russische Bericht. PekiersPur g, 20. Juni. König Georg V. von Englandwar der erste, der auf die Nachricht von den Siegen unserer Ar- meen in Wolhynien und Galizien dazu telegraphisch! seine freundschaftlichen Glückwünsche in außerordentlich warmen und herzlichen Ausdrücken aussprach. Westfront: In manchen Abschnitten der Front der Armee des Generals Brufsilow setzte der Feind seine wütenden Ge- geRan griffe fort. Ergänzenden Nachrichten über d-ieKämpse in der Gegend nötdlich des Dorfes Gadomftschi am Styr, westlich des Dorfes Kolli, zufolge ffelcn unseren Truppen am 17. Juni 98 Of- Mfere, 3137 Soldaten und 17 Maschinengewehre in die Hand. Wir wiesen durch unser Feuer die Offensive des Feindes, die durch Abteilungen deirtscher Truppen unterstützt wurde, die herbeigefilhrt worden waren, bei dem Dorfe Worontschine, nordöstlich von Kis- li»e, 7 Werft nördlich der großen Straffe Luck-Wladimir-Wolhynski zurück. Nach den Meldungen der letzten Stunden fi'khrten unsere Truppen in der Gegend des Dorpes Rogowftschi, südöstlich! des Dorfes Lokatschi einen Gegenangriff aus, wiesen den Feind ab und erbeuteten 16 Offiziere, 1200 Soldaten mit 8 Maschinengewehren. Man meldet aus dieser entscheidenden Aktion sehr kühne Manöver eines nnseter .Küstenbatailldne, das den Feind nicht mir von der Seite faßte, sondern ihn auch längs seiner Front angriff. Dieses Bataillon, idas einem der glorreichsten Schützenreg im enter an gehört, schlug unsere Gegner nicht nur in die Flucht, sondern nahm ihm auch die drei Geschütze der tapferen Batterie, deren Verlust im gestrigen Conrmunigue gemeldet worden ist, wieder ab. Außerdem machte das Bataillon 300 Gefangene und erbeutete zwei Maschinengewehre. In der Gegend des Bahnhofes von Okbottrikow, östlich von Sarny, erbeuteten wir ein deutsches Flugzeug mit dem Flieger pud den Beobachtern, die landen mußten. In der Gegend von Gayworontschsla leistete der Gegner erbitterten Widerstand. Aus dem äußersten linken Flügel zieht sich der Feind in Unordnung zurück Uud wird von unseren Truppen energisch verfolgt. Wir besetzten die Dörfer Zadowna, Grogynatz und Glybaka an der Lmie des Sereth. An der Dnnafront versuchten in der Nacht des 19. Juni Uordlich vvn Spaglo, östlich des Wischnewkose-Sees, feindliche Reihen sich unseren Gräben zu nähern. Sie wurden von unserem Jn- sarrterieseuer abgewiesen. Kaukasusfrvnt: In der Richtung von Bagdad in der Gegend von Serpul wiesen wir eine Offensive der gegnerischen Kavallerie und Infanterie mft schweren Verlusten für diese ab. Bern, 21. Juni. (WTB.) Nichtamtlich.) Wie der! „Bund authentisch erfcchrt, handelt es sich bei der deutschen Note übler den Kompensationsverkehr zunächst darum, daß für vorousgeleisLete Waren im Betrage von 17 Millionen Mark eine Gegenleistung erfolgt. Diese wurde bisher verhindert, weil die Entente die Ausfuhr von vorhandenen Kompensationswaren in ihren Bedingungen für den schweizerischen Import aus ihrem Gebiet nicht gestattete. Ferner dreht es sich um die Freigabe des' so- genannten deutschen Besitzes. Der „Bund" sieht in der Erklärung ^ des Bundesrates Schultheß in der gestrigen Bundesversammlung eine wirtschaftliche und politische Kundgebung. Das Wesentliche sei für die Schweiz, daß die Hoffnung auf eine befriedigende Lösung der Streitfragen nicht ausgeschlossen ist. Diese Erlvartung beziehe sich auf die Entente wie auf Deutschland. Wilson im Wahlkampf. New Dork, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Durch Funkspruch von dem Vertreter des WTB. Präsident Wilson sagte am Mittwoch in einer Rede: In den Vereinigten Staaten ist eine Unredlichkeit am Werke, die zer m almt werden muß. Sie geht von einer sehr kleinen Minderheit aus, aber von einer sehr tätigen und listigen Minderheit. Das sind diejenigen, die in diesem Augenblick eine Art vou politischem Erpressungsversuch unternehmen, indem sie sagen: Tuet, was wir wollen, oder wir werden bei den Wahlen Rache nehmen! Der Seekrieg. Englische Truppen in Rußland. London, 21. Juni. (WTB.) Die „Daily Mail" meldet aus Petersburg, daß die britische Trupp euer nh eit, dre vorige Woche in Rußland angekommen ist, aus ein paar Hundert Matrosen besteht. Es handelt sich um eine Panzerautomobilabteilungder Flotte. Tie Schweiz und der Krieg. Bern, 21. Juni. (WTB.) Meldung der Schweizer Depeschenagentur. Bei Besprechung der Wirtschaftlichen Maßnahmen, die der Bundesrat aus Grund seiner allgemeinen Vollmachten getroffen hat, kam Bundesrat Schulcheß, der Chef des volkswirtschaftlichen Departements, ans die schwierige wirtschaftliche Lage der Schweiz inmitten der Krieg- führenden zu sprechen. Er erklärte, daß die Einfuhr in die Schweiz aus dem Gebiet der Mittelmächte täglich 15300 Tonnen, diejenige aus den Ländern der Verbandsmächte und durch die Verbandsmächte 4600 To. betrage. Von den Mittelmächten beziehe die Schweiz Kohle Ersen und andere Rohstoffe, welche die Verbandsmächte nicht liefern konnten. Dafür würden die Verbandsmächte Lebensmittel liefern, die die Mittelmächte nicht geben könnten. Die Schweiz sei also von beiden Gruppen abhängig Von sbeiden Seiten komme man \ntit Wlünschen an die Schwerz heran, deren Erfüllung entweder ganz unmöglich oder doch sehr schwierig ser. Dre Mittelmächte hätten neuerdings für die Lieferung ihrer Rohstoffe Kompensationen verlangt und gefordert, daß die von deutscher Seite gekauften, in der Schweiz liegenden Vorräte zur Ausfuhr 'nach Deutschland sreigegeben würden. Der Bundesrat sei in dieser Sache mit den Verbandsmächten in Verhandlungen begriffen Angesichts der freundschaftlichen Beziehungen zu beiden Mächtegruppen hoffe der Bundesrat, von beiden Seiten die zur Auftechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens in der Schweiz notwendigen Waren zu erhallen. Die Lage der Schweiz sei sehr ernst, aber der Bundesrat sei überzeugt, daß^ne befriedigende Lösung Kunden werden kömie * Kopenhagen, 21. Juni. (WTB.) Nach einer Stock holmer Blättermeldung wurde durch ein Seeverhör fest- gestellt, daß die Torpedierung des Hamburger Dampfer „Ems" bei Falkenberg auf schwedischem Seegebiet durch ein russisches Tauchboot erfolgte. Mehrere Schüsse, die von dem Tauchboot gegen den Dampfer abgefeuert wurden, fielen auf dem Lande nieder. London, 21. Juni. (WTB.) Lloyds meldet: Der Dampfer „Beachy" (471'8 Tonnen) und der französische Dampfer „O l g a" (3129 Tonnen) wurden am 18. Juni, der italienische Dampfer „Poviga" (3360 Tonnen) am 17. Juni versenkt. Kristiansand, 21. Juni. (WTB.) Wie ein Telegramm aus Marseille an die hiesige Reederei Heilstein besagt, wurde der Dampfer „Aqnila" 100 Meilen vor Marseille von einem österreichischen Unterseeboot torpediert. Me gesamte Mannschaft ist gerettet. „Aqnila" loar von Cardiff nach Livorno mft Kohlen unterwegs. Stockholm!, 21. Juni. (WTB.) Eine genaue Untersuchung hat ergeben, daß der deutsche Dampfer „Ems" innerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer von einem e n g l i - chen Unterseeboot torpediert wurde. Bern, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Temps" meldet, ist der Dampfer „Seaconet" aus Phftadelphia auf der Fahrt von Archangelsk nach London auf eine Mine gelaufen undgesnnken. London , 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der holländische Dampf er „O rtis Tarda" ist gesn n ken. 3« Immelmanm Tod. Berlin, 21. Juni. (Priv.-Tel.) Wie i>ie „B. Z. a. M." tnclbet, hat der mft der Herausgabe eines Buches über den erfolgreichen Kriegsdienst der deutschen Flieger beschäftigte Herr M a l - owsky in Berlin noch vor einigen Tagen von Oberleutnant fmmelmann einen längeren Brich erhalten, in dem er über eine besonderen Neigungen und die wichtigsten Begebenheiten seines Lebens ausführlich/ Mitteilung machte. Schon in seiner Jugend hatte er ein starkes Interesse für Maschinen und betättgte sich namentlich während seiner Studentenzeit reichlich sportlich. Viel Freude hatte er am rein mathematischen Studium. Am 1. August choß er beim ersten .Kriegsflug auf einem F'kker-Eindecker gleich, ein Flugzeug ab. Bis Anfang Juni wurden von ihm 15 Engländer abgeschvffen, von denen 14 aus eigenem Gebiet liegen. Nach einer Meldung der „B. Z. a. M." aus Dresden enveckte dort die Kunde vou dem tödlichen Absturz Jmmelmanns als geborenen Dresdeners die größte Trauer. Die Kriegsausstellung, die gegenwärtig in Dresden stattftndet, enthält eure besondere Imme l mann- Ab teil ung , welche die stärkste Anziehungskraft ausübte. Man sieht dort das Flugzeug, mit dem Jmmelmann seine ersten Lnftkämpse bestanden hat, eine zerschossene Gondel und einen zerschossenen Zylinder von anderen Flugzeugen Jmmelmanns, sowie zahlreiche Beutestücke, darunter der: Rumpf eines abgeschossenen französischen Flugzeuges, eines beinahe völlig erhaltenen Doppeldeckers. > Die Reise der Abordnung des deutschen Reichstages nach Sofia. Sofia, 20. JUni. Tie Vorbereitungen für den feierlichen Empfang der Abordnung des deutschen Reichstages sind in vollem Gange. Tie Regierung hat einen KvÄüt bewftligt und einen Ausschuß eingesetzt, welcher einen Arbeitsausschuß mft der Ausarbeitung des Programms betraute. Dieses ist nunmehr endgültig folgendermaßen festgesetzt: Am Sonntag, den 25 Juni nachmittags Ankunft in Nisch und Besichtigung' der Sehens^ würdigkeften, am Abend Weiterjvhrt nach Sofia. Bei der Ankunft in Sofia findet eine Begrüßung durch die Sobranjedeputierten und die Vertreter der Behörden, später ein Essen beim deutschen Gesandten statt. Am Montag folgt ein Besuch der Museen und ein Frühstück beim Ministerpräsidenten, am Nachmittag ein Besuch der L-vbranje, der Kathedrale usw., am Abend ein Essen im Offizierskasino aus Einladung des Sobranjepräsidinms und Facketzng vor dem Offizrerkasmo. Am Dienstag ftndet ein Automobftallsslug nach DaNki uud Bewirtung durch die bulgarische Presse statt, mittags ein Essen der Sofioter Kammer für Handel und Industrie am Nachmittag ein Besuch im Spital und ein £ee im Borispark der von den mazedoniscknm Landsmannschaften gegeben wird, am Abend Vorstellung im Nattonaltheater und ein Abendessen im Stadtkasino das von öen Stadtverordneten gegeben wird. Darauf folgt ein Konzert im Stadtgarten. veranstaltet von Kriegsschülern. Mittwoch erfolgt eine Fahrt rm Sonderzug nach Kueftc n di l und Weiter- fährt im Automobil nach dem Rilo kl oster. Donnerstag findet die Besichtigung des Klosters und der Umgebung statt. Die Wefter- fahrt erfolgt in Automobften über Tubnitza. Sainvkow, Tscham- koria nach Baniakostenetz und nach kurzem Aufenthalt die Äefter- fahrt im Sonderzuge nach Plovdiv, wo die Stadtverordneten im Zarsbimeongarten zu Abend essen. Am Freitag erfolgt die Besichtigung Plovdivs, mittags Abfahrt nach Tirnovo, am Sonnabend die Besichtigung der historischen Denkmäler und ein Frühstück auf Einladung der Stadtverordneten, nachmittags' ein Besuch der Zuckerfabrik in Gornaorechovitza, wo das Abendessen eingenommen werden wird, dann Abfahrt nach Rustschick und Be- sichtigung dieser Stadt, sowie Frühstück in der Präfektur Mittags erfolgt die Rückreise nach Belgrad mft Sondordampfer. Aus dem Reiche. Bundesratsbeschlüsse. Berlin, 21. Juni. (WTB.) In der heutigen Schling des Bnndes'rats gelangten zur Annahme der Entwurf einer Bekanntmachung über Preisbeschränkungen bei Verkäufen von Seilerwaren, der Entwurf einer Bekanntmachung üb-er das Verbot des Dorverkaußs von Getreide der Ernte 1916 und der Entwurf einer Verordnung über untaugliches Schuhwerk, sowie der Entwurf einer Bekanntmachung betr. die Erittevorschätzungen für 1916. Zur Einführung neuer Briefmarker schreibt die Kaiserlrche Reichspostverwaltung der „Boss. Ztg." fvlgendes: . Anläßlich ber bevorstehenden Eruführung einer c u ßerordentlrcherv Reichs ab gäbe, die mit den Post- und Telegraphengebühren w>raus- sichtlich vom 1. August ab erhoben werden wird, wird die Reichs- Po stverwaltung vorerst folgende Postwertzeichen neu herausgeben: F r e i m a r k e n zu 2% Pfg., 1% Pfg. und 15 Pfg. Po st karten zu 7p- Pfg. Postkarten mit Antwortkarte zu 7# und 7^Mg. Srermarkenheftchen mft 30 Freimarken zu &/ 2 Pfg. (Vertanssprers 75 Pfg.). Mit dem Vu:kauf der neuen Wertzeichen toird in den letzten Tagen des Juli bei den Postanstalten begonnen werden. Me Marken zu 2^ Pfg. werden es jedermann ermöglichen, etwa vorhandene Beitände an Marken oder Postkarten zu 5 Pfg. aufzubrauchen. Me bayerische Postverwaltung wird eigene neue Markeft heraus geben. Ein Lebensmittelheirat für Bayern. M ölt che n, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Die Korrespon^ denz Hoffmann nreldet: Der König hat aus Antrag des Staats- mmrsters des Innern verordnet, daß zur Vorberatung aller Fragen, • [ U o r ^brsvrgungderbayerischen Bevölkerung nt tt Lebensmitteln von ausschlaggebender Bedeutung sind beim Staatsministerium des Innern für die Tauer des Krieges ein Beirat gebildet wird. Seine Tättgkeit soll sich auf dLe' Würdigung aller mit der Bolksernährung im Zusammenhang stehenden Wirt)chaftlichen Fragen erstrecken. Dazu gehört iusbe- loudere die Würdigung der Maßnahmen, die iimerhalb der von der oteichsleittlng gegebenen Grenzen fiür einen größeren Zeitraum getroffen werden können. Ter Beirat wird afts sechs hervorragen- , ortretern aller beteftigten Kreise bestehen mW in kürzeren.' Zeitabffanden berufen werden. In Bedarfsfällen werden besondere (sachverständige zugezogen. München, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Finauzminister von Breuniug gab im Fi na n zaus schuß der Kammer einen Ueberblick über die Lage des Staatshaushaltes als Grund- Zur Beurteilung des Stenerbedarfes und erklärte, daß für ore Jahre 1916 bis 1917 mft einem Fehlbeträge vom 22800000 ..nark zu> rechnen sei. Wenn jedoch 1917 kein Fricdensjahr werde, so fti mit erheblichen Mehrausgaben und Mindereinnahmen zu rechnen Die Deckung des jetzigen Fehlbetrages verlange einen Zuschlag von 30 Prozent zu den direkten Steu- den gesetzlichen Bestimmungen müsse der Zuschlag zu allen. Steuergattnngen und Steuerstufen prozentual gleichmastig sein. Berichterstatter Dr. von Cassel mann erklärte, Wegen der austerordentlichen Kriegs Verhältnisse sei es aber geboten, nach dem Vorgang der anderen Bundesstaaten die lleineren Oinrommen, namentlich auch den Mittelstand zu entlasten, und dic größeren Einkommen entsprechend stärker heranzuziehen. Er beantragte, Einkommen bis zu 1800 Dkark zuschlagftei zu lassen und aus die anderen Zuschläge vvir 10 bis 50 Prozent zu legen. Berlin, 21.Juni. (WTB.) Generaloberst von Moltke, der Chef des Generalstabes der Armee, wurde heute nachmittag von einer großen Trauergemieinde zur letzten Ruhestätte geleitet der schlichten evangelischeii Jnvalidenkirche an der Scharnhorst- straße wsr der Sarg mit der irdischen Hülle des Generals unter zahllown kostbaren Kränzen aufgebahrt. Zur angesetzten Stunde erschienen, begleitet von ihren Gefolgen, die Kaiserin, die Kro,i- prinzeffin, Prinzessin Eitel Friedrich und Prinz Llugust Wfthelw ^uf den ersten Banken nahmien die zaUreicheir Familienmftglieder des Enffchlafimen Platz, dann folgten Vertreter des Kaisers von Oesterreich und der deutschen Fürsten. Auch der Reichskanzler war amrcfmb. Generalsuperintendent Lahns en hielt di^Gedachtnis- rede wit dem grundlegenden Text: „Sei getreu bis in den Tod" aus der Offenbarimg Johannis. Die Beisetzung erfolgte auf dem altehrwurdigen Jnvalidenfriedhof, wo schon so viele große deutsche Männer ruhen. Uns Hessen. Dic Heidelbeerernte. > Der Abg. Lang, stellte in der Zwefteu .Kammer den Antrag, die gesamte Heidelbeer-Ernte zu beschlagnahmen oder .Höchst-. preise im Klein- uird Großhandel festzusetzen, die Ausfuhr zu verbieten und beit Termin des Erntebeginns nach Gemarkungen pder Kreisen festzusetzen uird fernerhin die Bereitung von Heidel- beerwein zu verbieten oder doch wenigstens einzuschränken Aus Sicrdt urrd Lsrnd. Gießen, 22. Jrmi 1916. ** Amtliche P e r f o n a l n a ch r i ch t e n. Ji den Ruhe" stand versetzt wurde am 27. Mai der Lehrer an der Volksschule zu Bermersheim, Kr. Worrns, Wilhelm P a b st auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Juni 1916 an. Gleichzeitig wtirde ihm das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen. — Das Ehrenzeichen sürMitglieder freiwilliger Feuerwehren wttrde vom Großherzog verliehen an Martin R e i tz V. zu Laubenheim. ** Personal-Nachrichten dev Eisenbahndirek- tionMaiuz. Ernannt: Zum Bahnhofsvorsteher: Wenbahn- ptattikant Klein, Bensheim, zurzeit Brüssel; zum rechu. Oberbahn- asfistenteu: techu. Bureauasftsteut SEressig, Mainz; zum Ober- bahuasfistenten: Eisenbahnassistent Lau, Äßmannslxuffeu; z»rm Lademeister: Ladeschaffner Riedel, Arhellgeu; zum WeLchenftekler 1. Kl.: Werckienfteller Klingler, LaugenlonsiMm; zum Wagemmft scher: Hilfswagenaufseher Valentin, Wiesbaden: zum Weichensteller: Bahnwärter Muders, Oberwesel; zum Schaffner- Hilfsschaffner König, Worms. Versetzt: Techn. Eisenbahnftkretär Ott von Mainz nach Darmstadt, Hahn von Kassel nach Mainz- Lokomotivführer Mang vou Kranichstein nach Heppenheim: Unter- assiftent Heß von Gvoß-Zimmern nach Hainstadt; Lokomotivheizer Woks 'von Weinheim nach Hamburg-Rothenburgsort; komm, llrrter- affiftent Henkel von Zugmeldestelle Abteischneise nach .Klein-Auheim ; Weichensteller Rrrdolf von Armsheim nach Bingen; Wagenaufseher Georg von Koblenz nach Worms; Eisenbahngehilfe Michael von Gaulsheim nach Bingerbrück, Kohn von Eiserne Hand nach Landesdenkmal, Weber von Landesdenkmal nach Eiserne Hand' Bahnwärter Merk von Bingen nach Gcucksheim. Gestorben: Gütervorstcher Bernau-Worms, Bahnwärter Sehuert-Babenhausen' ** Zucker. Es ist vielfach die Auffassunq hervor^etre- ten, daß bei der Bestandsaufnahme der uZckervorrÄe am 25. April 1916 bei Vorräten von mehr als 10 Kgr. nur das Gewicht anzumelden gewesen wäre, das sich nach' Mztlg von 10 %t. ergäbt, und daß daher auch bei der Zuckerverbrauch^- regelung der Stadt nur die so reduzierte Zuckevmenge auf den Kopf und Monat zustehenden ucker in Anrechnung gebracht werden dürfte. Diese Auffassung ist durchaus irvia und steht mit dem klaren Wortlaut der Bekanntmachuna des Dundesrats vom 10. April 1916 über den Verkehr mit Verbrauchszucker im Widerspruchs Cs ist dort in ß14 be- tinrmt, daß jeder, der mit Beginn des 25. April 1916 Zucker in Gewahrsam hat, ihn der zuständigen Behörde auzuzeiqcn hat. „Die Anzergepflick)t erstreckt sich nicht auf: ck) Zuckervorräte, die rnsgesamit 10 Kgr. nicht übersheigen." Durch diesen Wortlaut ist klargestellt, daß alle Vorräte, die 10 Kar übersteigen, anzeigepflichtig loaren, und daß ivgeirdwelche Abzüge nicht davon m machen waren. Da den emzeluan Gemeinden nach den MsführungM:stEMmcM deS Noichs- NmAers (§1*) die am 16. AprillyW in ^hren Bezirken vor- Iwmt£neTi Zmkervorräte, soweit sie anzeigepflichtig imrcit, auf Die i^nc'Ä ztlstehende Monatsmenge in vollem Umfange aixgetedfrneJ werden, mußte auch die Stadt die Anrechnung derr Besitzern der Zuckervorvüte gegenüber in vollem Umfange durchführen, wenn sie nicht diejenigen Einwohner, die reine Vorräte besaßen, in gänzlich ungerechtfertigter Weise benachteiligen wollte. ** Sommeranfang. Gestern, am 21. Juni, abends 8 Uhr deutscher Sommerzeit (7 Uht aoends mitteleuropäischer Zeit) hat der Sommer 1916 begonnen, der astronomisch bis Mm 23. Septernber 11 Uhr vormittags dauert. Bisher war eigentlich noch nicht besonders viel davon zru merken, daß der Sommer unmittelbar vor der Tür stand. Die Witterung der letzten Wochen trug einen wenig sommerlichen Charakter. Nur die zahlreichen Gewitter erinnerten einen eigentlich daran, daß wir bereits in der warmen Jahres- zeck leben. Im übrigen war es im allgemeinen außerordentlich kühl. Aus den deutschen Mittelgebirgen wurde sogar ein außerordentlich ungewöhnlicher Temperatursturz mrt Schneefällen gemeldet. Auch auf dein westlichen Kriegsschauplatz herrschte fast ohne Unterbrechung unfreundliches Wetter. Nicht viel besser war es im Osten, wp zuletzt morgens das Thermometer nur wenige Grade über dem Gefrierpunkt stand. Wenn wir auch jetzt iroch sehr unbeständiges Wetter haben, so macht sich doch allmählich eine Tendenz zu einer besseren Wetterlage bemerkbar. ** Saccharinverbrauch. Der Nachrichtendienst für Er- inihrnngssragen schreibt: Zu den in der letzten Zeit immer wieder in der Presse erscheinenden dringenden Forderungen, die Freigabe von Saccharin auch für den Haushalt betreffend, ist zu bemerken, baß die Freigabe von Saccharin bi^er allerdings' nur für gewerbliche Zwecke irrtb zwar zur Herstellung von Limonaden, künstlichen Mineralwässern, Likören, Essenzen- Fruchtsästen, Schaum-, Obst- nnd Becrerrwernen, Kompotten und Marmeladen erfolgt ist. Hierfür sind folgende Gründe maßgebend gewesen: Saccharin wird aus Toluol, einem! Produkt des Steinkohlenteers, gewonnen, roelches durchaus nicht in unbegrenzten Mengen zur Verfügung steht, so daß schon hierdurch der Produktion gewisse Grenzen gezogen sind. Ferner sind zur Herstellung von Saccharin zurzeit nur zwei Fabriken, die Sacharm-Aktien-Gesellschast vorm. Fahlberg, List & Co. fcjt, die Sacharrn-Aktien-Gesellschast vorm. Fahlberg, List & Co., Magdeburg und die chemische Fabrik Heyden eingerichtet. Des wei- 1 terrn soll Saccharin nach Möglichkeit nur dort den Zucker ersetzen, wo letzterer lediglich Süß- oder Konserviernngszwecken dient, nicht aber dort, n» bei Verwendung von Saccharin eine Einbuße an Nährwerten eöttielen würde, wie das bei allgemeiner Freigabe des Saccharin auch für den Haushalt sicher zu befürchten wäre. Da die kürzlich herausigekvnttnene Bundesratsversügung den Kreis der E Saccharin zu süßenden gewerblichen Erzeugnisse erheblich erweitert hat, wnd ein vermehrter Verbrauch von Saccharin eintteten, fact die zurzeit mögliche ProdnMon voll in Anspruch nehmen wird. Andererseits ist aber auch eine beträchtliche Ersparnis an Zucker Zu erwarten, der dann für den Haushalt frei wird. Sobald sich eine Erweiterung der HerstellungsMöglichkeiten des Saccharins ergcken hat, steht auch seine weitere Freigabe in Aussicht. ** Das heutige Kreisblatt enthält Bekanntmachungen über die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk- und Strickwaren .für die bürgerliche Bevölkerung; über die Bestandsaufnahme von Kakao und Schokolade und über die Regelung des Verkebrs mit lKakao und Schokolade; über das Verfüttern von Kartoffeln; über das Verbot des Verbrauchs von Speisekartoffeln in der Brennerei; über die Einschränkung des F a h r r a d v e r k e h r s und über den Verkehr mit Landesbrotmarken. Kreis Büdingen. — Büdingen, 22. Juni. Die Amseln und Stare richten in den Obstanlagen des Kreises recht erheblichen Schaden an. Infolgedessen hob das Kreisanrt den Schutz für diese Vögel während des Jahres 1916 auf. Unter Beachtung der polizeilichen Vorschriften ist jedermann, der im Besitz eines kostenlosen Erlaubnisscheines ist, zum Abschuß der Tiere berechtigt. Kreis Schotten. " , r. Gedärm, 22. Juni. Am letzten Freiürg abend hielt in unserer Kirche Pfarrer Hilbrandt aus Heilsberg in Ostpreußen einen Vortrag über „Ostpreußens Not und unsere HtN f e". Gc verltand es, in eindrucksvoller Rede Ostpreußens Not wahrend der Russenzeit zu schildern und die Herzen zu erwärmen für den Evangelischen Bund, der durch die „Ostdeutsche Unsre d l e rh i l f e" in Ostpreußen schon bisher sehr segensreich wirkte Drese Null deutsche Airsredler für die OstMark gewinnen und dadurch den großen Mangel an Arbeitskräften in Ostpreußen nach Möglichkeck beseitigen. Der Vortragende erzählte auch persönliche Erlebnisse während der Anwesenheit der Russen. Hofprediger Wrd- manrn dankte in einer kurzen Ansprache dem Redner für seinen interessanten Vortrag. Der Vortrag, zu dem der hiesige Zweig- !verern des Evangelischen Bundes eingeladen hatte, war recht gut besucht. Die Kollekte für die Ostdeutsche Ansiedlerhilfe ergab den Betrag von 74,80 Mk. * # ß a u t> q d ), 21. Juni. Das Eiserne Kreuz erhielt der Muskeher Schneid im Jnf.-Regt. 116. Kreis Friedberg. Friedberg, 22. Juni. Dem Sohn des Postassistenten V eck er hier, dem Gefreiten Adolf Becker, wurde das Eiserne -Kreuz 2. Klasse verliehen. öl. B e i e n h e i m, 22. Juni. Dem Gefreiten Lehrer Wilhelm Kautz von hier im Landsturm-Jnfanterie-Bataillon Friedberg 3 urde die Hessische Tapferkeits Medaille verliehen. Starkenburg und Rheinhessen. . 22. Juni. Der Alice-Fra uenver- ern (Hessischer Landes-Franenverein vom Roten Kveuz) hielt heute ^chmcktag im Sitzungssaal der Zwecken Ständekammer seine -2. owentlrche Mitgliederversammlung ab, der and]' die Vorsitzende bg^ gro eois, GroßHerzogin Eleonore, beiwohnte. Tie Versammlung war so zahlreich aus allen Teilen des Landes be* }wfyi,baü nur die Damm Platz fanden -und die Herren sich zuerst mrt Stehplätzen und solchen auf den Galerien begnügen mußten. E Hanptgeschästsführer, Ministerialrat Dr. Kratz, eröffnet dre Srtzrmg mrt einer Ansprache, in der er die Großherzogin und die u brr gen Ehrengäste begrüßte. Alsdann erstattete er einen eingehenden Bericht über die Tätigkeck des Hauptverems, der Abteilungen und Zwergvereine in den Jahren 1914 uird 1915. Ten Rcchm^chastsbericht erstattete der Schatzmeister, Finanzrat Lin- d e n st r u t h. Ueber das Alice-Hospital berichtete Schwester Hall- wachs, woran sich die Verteilung von Ehrenbrosck>en an elf be- swiders verdiente Schwestern anschloß. Von diesen befinden sich b rm Keregsetappendimst, den fünf anderen wurde die Anszeich- nuirg mrt.den dazu gehörigen Diplomen und einer gedruckten An- swache, welche dre verewigte Großherzogin Alice bei der ersten Ueberrevchung der Brosche gehalten hat, von Großherzogin Eleonore d^onlnh uverrercht. ^ Zum Schluß der Sitzung, die sich bis nach ^ llhr ausdeiMte, erfolgten zahlreiche Berichte aus den einzelnen Abtcckmrgen und Zweigvereinen. Wir berichten über den Verlaus der Versammlung noch ausführlicher. Kreis Wetzlar. Juni. Major Spangen berg, 1. Juli Infanterie-Regiment Nr. 154, wurde vom 1 Juli ab rrmtmbeuT der hiesigen Illrteroffizierschf'le ernannt. — besonders zur Vermehrung ra. Wetzlar, 21. im Inf_ Kommandeur Förderung der Ziegenzucht, besonder- zur Vermehrung 'stegenbestande, wurde unserer Kveisvnwaltung eine außerorde siche Maatsbeihilfc bewilligt. - ok ^,dbach. 21. 9itm Pionier Binz. Pionier-R^inr, Nr. 25, 4. Kompagnie, erhielt das Eiserne Z^reuz ra Krofdorf, 21 Juni. Tie Henferien schließen • diesmal unmittelbar an die Pstngstserien an bis zum 1 Fi Es gilt eine reiche Heuernte einzubringen. ' 6. Münchholzhausen, 22. Juni. An Stelle des bisherigen Gemeindevorstehers Förster, der sein Amt niedergelegt hat, wurde der Landwirt Georg Grumbach VI., der bisherige Gemeindevorsteher-Stellvertreter, gewählt. Die Wahl ist vom Landrat bestätigt worden. Hessen-Nassau. s)Marburg,21. Juni. Wegen Uebertretnng des vor einiger Znt erlassenen, jetzt wieder aufgehobenen Verbots der Haus- schl ach tun gen, wurden heute vom Schöffengericht drei Landwirte zu je 100 Mark, und eine Landivirtin zu 40 Mark Geldstrafe verurteilt. — Die Heuernte ist im hiesigen Kreise in vollem Arnge. Hie dürfte, wenn es gelingt, sie trocken nach Hause zu schaffen, einen Erttag bringen, wie selten in einem Jahre. g. Arolsen, 22. Juni. In die hiesige katholische Schule brachte ein Schüler einen Handgranatenzünder mck und spielte damit. Die Waffe exolodierte und verstümmelte die rechte pand des Jungen. Einige seither Mitschüler erlitten geringe Verletzungen. g. ft it I b a, 22. Juni. Auf der Eisenbahnstrecke Bebra—Frankfurt stürzte in der Nähe der Station Schlüchtern ein 18jähriger Reisender aus einem Personenzuge, wurde überfahren und getötet. Die Persönlichkeit des Getöteten konnte noch nicht seslgestellt werden. g. Hünseld, 22. Juni. Auf Veranlassung der „Kriegs- f l a ch s b a n g e s e l l s ch as t B e r l i n* hier wird zur Bearbeitung des in hesiischen Kreisen angebauten Flachses eine »Hessische F la ch s b e r e i t u n g s a n st a l t" errichtet. Die Anlagen sollen m diesem Herbst in Betrieb genommen werden. Frankfurt a. M., 22.Juni. Im Hause Haidestra^: 33 vruy sich ein eigenartiger Unfall, der einem Menschen das -.eben kostete, zu. Die Witwe Schwarz wurde, während sie an einem Fenster des' dritten Stockwerks ihre dreijährige Enkelin auf dem Arm trug, von Krämpfen befallen und stürzte zu Boden Dabei ließ sie das Kind los, das ans dem Fenster in den Hof stel. Das Madchmr erlitt einen schweren Schädelbrnch, e£> nach enter Stunde erlag. Als die alte Frau von dem tragischen Tode ihrer Enkelin hörte, machte sie einen Selbstmord- verinch, der aber drtrch das Hinznkommen von Hausgenossen nicht zur Ausführung kam. Die Frau wurde dem Jrrenhause zngeführt. ~ Etne Mehlstaubexplosion, die weithin hörbar war, zerstörte lMlte früh in der Brauerei Binpiiig einen Teil des Mälzereige- bandes und verschiedene Maschinen. Mensc^nleben kamen nicht zu Schaden. Der Materialschaden belmtst sich auf etwa 35 000 Mk. 77 Kriegsbeginn zahlte die Stadtverwaltung für Mietzu- schusse an 'Kriegerfvanen etwa 4 Millionen Mark aus. X Hornau, 20. Juni. Ein blutiger Vorgang spielte sich auf fox Landstraße zwischen Winzenhol und Haibach ab, detn ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Ein fremder junger Mann machte mit einem ihn: bekannten Haibacher Mädel einen Spaziergang nach Winzenhol, was der frühere Liebhaber des Mädchens bemerkt haben tmiß, demr er schlich sich sofort nach und verfolgte die beiden bis nach Wrnzenhol. Dort holte sich der verschmähte Liebhaber zwei Freunde, init denen Jer nun den Fremden belästigte. Es kam stUießlich zu emer Schlägerei, in deren Verlauf der Fremde einen Revolver zog und einen seiner Verfolger, den 19 Jahre alten Schreck aus Grün- moosbach, niederschoß. Ter stühere Liebhaber des Mädchens, wie auch der Täter sind verhaftet worden. F- C- Biebrich a. Rh., 21. Juni. Bei der ziemlich lebhaft verlaufenen Debatte in der heutigen Stadtverordneten-Versantmlung über die Fleischversorgung der Stadt wurde der Mitte der vierziger Jahre stehende Stadtverordnete Kaufmann K r u ft von einem Schlaganfall betroffen. Sein Zitstand ist hoffntingslos. Die Versammlung wurde atlfgehoben. 9. ordentliche evangelische Landessqnode. rb.. D a rm stadt, 22. Juni. Die neunte ordentliche evanc Lanpessynode trat gestern vormittag 9 1 / 4 Uhr im hiesigen Synoda! znsammeti. Am behördlichen Tisch nahmen Platz: Präs .des.Oberkonsistoriums I). Nebel, Geh. Rat Flöring Oberem,iftorralräte v. Petcrsen, Merck und Bernbec Präsident Pfarrer Dingel dev erösfnete die Sitzung mit eine ^Ursprache. Er wies damt -auf die gegenwärtige schwere Zeck un ove daraus dem deutschen Volk erwachsenen großen Atffgaben ffn "-U ^ s sei bestuebl, die 9ck)t zu lindern N7kd auch die geleistete Hilst arvett der evang. Landeskirche dürfe dabei nicht vergessen Werder Wenn lick) im Volke eine gelvisse Unzufriedenheck bemerkbar mach so sei das Nicht der Geist der Empörung, sondern der Unmüt übe ine Profftwnt imh die Genußsucht unserer Zeit. In dieser große Zett haben wir auch große erzieherische Aufgaben zu erfüllen, un da sollen nicht nur die berufenen Männer, sondern vor allem am unser-e. .vom Hinftitirte durch gehaltvolle Darbietungen vorangehe und nutzt durch unwürdige Erzeugnisse und ?lpell an den niedrige Instinkt rwer ans Gewinnsucht die erzieherischen Besttebunge hemmen. Die Bevchttmg solcher Mißstände soll uns aber das Ang für dre Grüßender Zeit nicht schwächen. Anshalten mit Gottver trauen, das soll auch für Zukunft unser Aller Losung lein! Tanl barkeck und Gottvertrauen sollen auch fernerhin die Waffeii de deutschen Volkes sein! (Beifall.) Es erfolgte nun zunächst in üblicher Weise die Verpflichtung mehrerer treu an getretener Mitglieder, lieber die Wahlprüfun tm Dekanat Oppenheim berichtet Syndale Wahl. Die Wall wurde für gnlttg,erllätt. Ter Präsident macht daraus die Mitteilung, daß ein Antra Becker und Gatolsen über die Einführung eures getneinsama ^Eutschen Buß- und Bettages, eventuell die Berlegun des Hesstichen Bußtages auf den gleicheii Tag, wie in Pvenß-cn angegangen sei. fanden statt zunächst für zwei ver storbene Mttglleder des Finanzausschusses; es wurden gewählt di Synodalen Becker-Friedberg und Tr. Hof-Darmstadt, zur Ersatzmann wurde Synodaler K a ß l i ck - Darm stadt gewählt. Zur Ersatzmann für den Gesetzgebungsausschuß wurde Pfarrer Beide Darmstadt und zum Stellvertreter sur d«i Disziplinargerichtsho Schulrat E ck - Worms gewählt. Tie Versammlung trat darnach in die Beratung und Beschluß fassung über deri Vora n schlag des Zen tra l kirchen ^l^lb cm. Präsident des Oberkonsistoriums D. Nebe Mluhthrerzu eunge allg-emeine Mitteilwigen. Nachdem es stftstand d^ßder S^at für das> Etatsjahr 1916 eüien neuen Boranschla. anfstelle und dabei seine Stmtern erhöhen würde, ^traten auch de synodale Finanzaus,stmß und das Oberkonsistorium zur Berattm. wegen eme Voranschlags für den evang. Zentralkirchen fonds zu sammeii und man war einmütig der Auffassung, daß auch hier eit jötcfier notwendig sei. Tie Regie.rimg hat, der Zeitoerhält niss ein einjähriger Voran schla. 1916 ausgestellt werden solle. Verfassungs' mäßige .Bedenken ivaren nicht dagegen zu erheben, man mußb dieier Zeck ein einjä-hriger Dormi ^uhttge sei. Man kam auch (darin überein, die Mck^ Äs x Kirche mit der Kircktzmstener nicht lwher zu belasten als durchcnls nottg ser Ueberhanpt sei die 9lufftellung des ganzer Voranschlags ern Ergebms ssxrrsamer Politik. Der Berichterstatter des Finanzausfckiusses, Syn. Wagner ^richtet kurz über die Beratungen des Voranschlags durch der Finanzausschuß Der Ausschuß macht Bedenken gegen die wer tere Beringung des Mrnisternrms gellend, daß für das jetzige Etats g .y? §rhe Nicht etwa, daß lediglich die Abhänge dieses Berges zu den' Be- festtMngen berangezogen wären, mm, man hat direkt in dem obersten Krater des ehemaligen Vulkans — gewiß ein kühnes nnd ttotz des angeblich harmLosen Ehicrrallers des Diamond 5?ead auch gefährliches Beginnen! — ein geivaltiges, vollständig nach See verdecktes Panzerfvrt angelegt und rings herum um die Mrpve Küstenbattcrien angeordnet. Das Panzasort im Krater aber trogt vier der größten Mörser, die angeblich neun englische Meik«l^ also etwa 22 Kilometer weit schießen können. Menschenhrnd hnt also den früheren Vulkan damit in den Stand gesetck, auf 'Befehl Stahl und Feuer zu speien. Wenn Mittler Natur diese Menschen- keckheck nicht übel nimmt und das „Tiamantenhanpl" auf 5>an«ii nicht einmal unprogrammäßig „si>eien^ läßt, kann dieses Kraltstück menschlicher Ingenieur kn n st tatsächlich einmal ein ^ewütztiges Wörtchen mitsprechen in einem künftigen amerrkanssch-japanisckvn Krieae. * D a d Kvsen, 21. Juni. (Priv.-Tel.) Heute Margen brannte das bekannte Kurhaus „Zum mutigen Mt-- £ 1 : bis auf den Grund nieder. Das alte und das neue Haus, der Wintergarten und der große Saal sind völlig vom Feuer zerstört worden: die Geschäftsläden im Erdgeschoß ftnd ausgebrannt. Vermutlich ist das Feuer von der Zentral- herzung aus gekommen, die auf den Wunsch der Badegäste angestellt worden war. Die Feuersbrunst griff mit solcher Schnelligkeit um sich, daß die vielen Badegäste nur ihr nacktes Leben retten konnten; sie sind im Ritterbad, das dem Kurhausbesrtzer gehört, untergebracht worden. Das in der Nähe stehende städtische Elektrizitätswerk ist vom tftotet ebenfalls bedroht, die Holzverschalung ist berefts angekohlt. Auch das Haus des Kurhausbesitzers wurde vom Feuer ergriffen. Die Feuerwehren von Kosen, Schulpforta, Lengefeld und Naumburg, sowie Hilfsmannschaften bemühen ttch, des großen Brandes Herr zu werden. „H ans im Glück*. Der Bauer Sedlmaier in Eksterhofen hatte Glück in Haus und Stall. Im Lause gab cs einen gesunden Kriegsbuben und am gleichen Tag im Stall ein Kalb, 9 Ferkel. 16 Enten und 20 Hühnchen. * Der seltene Fund. Fand da bei einem Sonntags- aussrug auf die Wvlfsburg ein Wandersmann ein goldiges .ring. Die Kunde von dem Funde machte die Runde. Allgemün sprach man von der seltenen Goldmünze, Sammler von Altertümern kamen und wollten das kostbare Stück abkaufcn Der Ander tarcb dadurch stutzig und gedachte seinen Schatz nach München znr Untersuchung zu schicken. Das Bezirksamt aber, in dessen Bereich das Wettstück gefunden wurde, hotte auch davon und machte ihm einen Strich durch die Rechnung und beschlagnahmte auf Grund der maßgebenden Paragraphen den Fund. Eur Sachverständiger untersuchte ihn intt Lupe, Goldwage und ätzenden -rväuren und erklärte schließlich nach heißem Bemühen, daß der Fund ein — Messingknopf sei. So geschehen in der fröhlichen Pfalz anno 1916 zu Pfingsten. ErngessnSt. Die in Nr. 141 t^s „Gießener Anzeigers" gegebene Anregung, lvie Wandel über die Durchführung der Bestimmungen des Personenverkehrs in den Eisenbahnzügen geschafft werden könnte, ist vollstündrg richtig. Da bekanntlich ein großer Teil Frauen zweifellos mit Vorliebe in den allgemeinen Abteilen Platz nehmen, so kann man es bei diesen llmständen den Männern gewiß nicht verdenken, wenn sie stch bei Besetzung sämtilcher Sitzplätze in Frauen- abteile verlaufen. Schreiber dieses (s. Z. Abonnent auf der bekannten Strecke Gießen—Fulda) ging aus vorgenannten Gründen ab und zu in Frauenabteile, die doch fast leer waren, und mußte bei einer sohhen Gelegenheit das Mtell wieder verlassen, obwohl nur eine Dame mit ernem Hündchen sich" darin befand. Ich hatte somit das Vergnügen, in dem anschließenden allgemeinen, hauptsächlich mit Frauen besetzten Abteil, trotz bezaUten Platzes, zu stehen, während der Hund nebenan seinen Platz aus der Bank behaupten durfte. Mes Protestieren bei dem Schaffner über solche verkehrte Handhabungen half nichts, und ob eine Beschwerde ihren Zweck erreicht hätte, weiß ich auch nicht. Anstatt der von der Bahn vorgeseheieen Maßnahmen sollte man das Zugpersonal anweisen, darauf zu achten, daß eine den Verhältnissen entsprechende Besetzung der Abteile durchgeführt wird, und man dürfte sicher sein, daß Beschwerden, wie in Nr. 139 des „Gießener Anzeigers" angeführt, verstunrmen. Meteorologische veobachtungrn der Station Gießen. Juni 1916 ua ° ** p 3*. o 2 a r C3 A- s-> n o £ jo fcV roch meist trockeit, ntäßig warm. letzte Nachricht«». Ein russisches U-Boot verloren. Bon der russischen Grenze, 22. Juni. Aus,einer Mitteilung des .Megierungsbvten" geht hervor, daß ein russisches U-Boot von einer Strciffahtt an der schwedischen Küste hisher nicht zurückgekehtt fft. Es ist auch kerne 9Lachricht über den Verbleib des Fahrzeuges eingettoffeu. Allem Anschein nach ist es Mitsamt der Besatzung untergegangen. Es handelt sich vermutlich um das neue Tauchboot „Newu". Wie aus Briefen von Offizieren der russischen Ostseeflotte an Angehörige in Petersburg hervorgeht, haben russische Zerstörer in den letzten Tagen unweit der schwedischen Küste Minen gestreut. Zwei große Zerstörerflottillen find für Streifen au der schwedischen Küste bereit-^ gestellt worden. Diese beiden Flottillen haben vorgeschobene Ope- ratronsbasen erhalten Aus den Alandsinseln werden in den letzten Tagen umfangreiche Bauten cms geführt, die allem Anscheine nach einer Flotte dienen sollen, die sich besonders für den schwedischen Dienst eignet. Am Montag hat ein russischer Panzerkreuzer neuesten Typs die Staatswerft von Kronstadt verlassen. Zurzeit werden Probefahrten abgehalten. Neue russische Grenzüberschreitung. Bukarest, 22. Jimi. Zwischen Cholin und Mamor- nica sind vorgestern nacht wieder russische Truppen aus ru mä- nisches Gebiet übergetveten. Eine Patrouille von zwölf russi- fdjiot Kosaken überschritt die Grenze, um über rumänischen Boden an die Bukowinaer Grenze zu gelangen. Ein rumänischer Grenzwächter bemerkte die Pferdespuren und suchte mit einem Kameraden die Retter, ohne daß es ihm gelang, die Russen zu erreichen. Bei der Heimkehr jedoch verirtten sich i>te Kosaken und liefen so den beiden Grenzwächtern in die Hände. Die rumänischen Grcnzwachter riefen ihnen „Hall!" zu. Daraus gaben die Russen eine Salve gegen die Rumänen ab.^ Als die beiden Rumänen das Feuer erwiderten, glaubten die Raffen, daß ihnen eine Ueber- macht gegenüberstehe, und ergaben sich. Die zwölf Kosaken wurden dem Militärkommando übergeben. Drucksachen aller Art die BrührscheUniv.-OruckeraL ■ES Bäder • Sommerfrischen II **** Erholungsheime 4444 W Könsgsteiner Hof Bes. Eduard Stern ßs ^erfaßte empfehlen sich: Luise y§cfiweifzer J^icfiard ^piefzRer, Ksuunteenekmer, *z. A. i. jf?efc(© giessen {§rünau-%0rftn 2j. {uni J9J6 J 0103 Gafe Ernst Ludwig Heute Donnerstag 241 OPERETTEN-ABEND «oxidierter Stahlhlechkessei autogen geschwei ß t. Bester Er satz für Kupferkessel. Einzig e r für die Landwirtschaft brauchbarer Kessel. Eignet sich für alles — Zu bezie hen durch alle grö ßer en Eisen wä re n - Han d l ungen. — Li eferung in einigen Tagen 19 7oD Heinrich Amend G. m. b. H. Hanau a. M. 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