Nr. m Der Skchener 2 nzei-er krfchemt täglich, y»^er S«mtags. - Beilagen: viermal wöchentlich GietzenerFam: l kn bJ älter; zweimal wöci)entl.Nreir> blattfVrden Ureis Hieben (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Lant- wtrtsihaftriche Zeitfrag«« Fernsprech - Anschlüsse: für die Schritt! eilung 112 Verlaq,Geschättsstelle51 Adresse lür Drahtnachrichten: Anzeiger Kietzen. Amnchwe von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt 166. Jahrgang Seiger, noiafomsfrud »«ö Verlag der vrShI'schen Umv.Such- und Steindruckerei «. Lange Donnerstag, (5. Juni W6 Bezug 4 vi-.- monatl. 90 Pf., vierrel- jährl. DU. 2.65; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch diePost Mk.2.45viertel- jährll ausschl. Bestellg. Zeilerwrels: lokal 15 Pf., ausro. 20 Pf. — Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr.R.Zenz Schriftleitung. Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr.7. B-ckImü^mM-ß-n öerheßen Zsrtschritie weftli Nene ru und südlich von Chiaumont. ngriffe abgewehrt. (Amtffch^^ Großes Hauptguartier. 14. Zunft Westlicher K^ieesschauplatz. ^ Höhen südöstlich von Zillebekc ist ein Teil lorcn^fß'anßcn Un3fn im ® au ^ e fle ® gestrigen Gefechts vcv- . ^ech ts d er Maas wurden in den Kämpfen am 12 und 13. Juni die w e st l i ch u n d s ü d l i ch d e r T h7° u: mont-Frrme gelegenen feindlichen Stellun- El* cro ^ c f^ Gs sind dabei siebenhundertdrei- uno neunzig Franzosen, darunter siebenund- an * l * xtv i' gefangen genommen und fünfzehn Maschinengewehre erbeutet. 7 na^mi^^^°trouillennnternchmnngen bei Marieourt 'nördlich der Somme) und rn den Argonncn hatten Erfolg. OestliHer Kriegsschauplatz. a r o c z - S c e s zerstörten Erkundnngs- aHtcilungen vorgelchobene feindliche Befestigungsanlagen und brachten sechzig gefangene Russen zurück. U , Auf der Front nördlich von B a r a n o w i t s ch i ist der igelnd zum Angriff übergcgangcn. Nach heftiger Artilleric- ^rbkr-i ung stürmten dichte Massen siebenm l vor. Die Russe» wurden rest- Ißc%Iuft“ rf0etrtc&cn - S,c hatten sehr schwere * ., putsche Flieger führten in dm letzten Tagen weit- "'chsnde Unternehmungen gegen die Bahnen hinter der russischen Front aus. Mehrfach sind Truppenzüge zum Stehen gebracht und Bahnanlagen zerstört worden. Balkan-Kric-gssch au platz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. der deutschen auswärtigen Politik sind vor der Amtszeit des jetzigen Reichskanzlers gemacht worden. Unsere Ueber- zeugung festigt sich nber, daß es keinen dauernden orreden geben wird, wenn nicht die hergebrachte Londoner Politik aus dem Felde geschlagen wird. Die Anbahnung des Friedens kann schwerlich mit der „Hilfe" oder Bevor zugung Englands erfolgen. /r Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. P-rlEbattVl^'Junl'iEd- ^tamllich.) Amtlich wird Russisch er'Kriegsschauplatz. m...Füdlich von Bojan und nördlich von Czernowitz wurden rufslsche Angriffe abgeschlagen. ^"^^ch des Priviati bei unveränderter Lage reine besonderen Ereignisse. ^'^rdlich von Bar ano witsch i standen gestern vor. mittag deutsche und österreichisch-ungarische Truppen unter schwerstem russischem Geschützfeuer. Abends griff der Feind die Stellungen an. wurde aber ü b e r a i { r t ft l o * a e = Zuletzt feuerte die gegnerische Ar- Mass/n blC ^urückflutenden russischen Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Utth £?M C .Seeflugzeuge griffen neuerdings den Bahnhof uulrtansche Anlagen inSanGiorgiodiNogaro sowie den Jnnenhafen von Grado an. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert ruhig. Der Stelwertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. ... ^otz der russischen Fortschritte, die indessen augenblick- ° b J« b ^. Ie ^ e Esche Bericht selbst zugibt die Gefangenenzrffer hätte am letzten Gefechtstag nicht mehr erhöht werden komren, hat der Ministerpräsident Graf Tisza im ungarischen Abgeordnetenhaus mit einer großen Rede einen günstigen Eindruck erzielt. Unsere Bundesgenossen denken nicht daran, ihre Hoffnungen und Ziele fahren zu lassen, xrnb Xi^a hat sie mit einer festen und' würdigen Sprite aufs neue genau umschrieben. Auch das verbündete Nachbarreich stellt keine übertriebenen Forde- a ^ r daran fest, daß auf Grund der für die Zentralmachte siegreichen Kriegslage nur »ein Friede ae- schlossen werden könnte, der das Lnnd ungehemmt lassen und schufst wurde vor neuen Gefahren und Angriffen. Wollen F** b 2c Q r U ^ Angehen, so fuhr Tisza fort und alle ^ b s7'7dernachfo^genden Anssprache stimmten ihm darin ™*Ü un terixoften Weiter gekämpft werden, denn w i r ÜÄ^-^^olander und nicht die Russen und Franzosen' sind berechUgt zu sagen, daß im Friedensschluß eine Strafe f ur «^^^uldigen eingeschlossen sein müsse. Höchst wirksam hat der ungarische Mirrsterpräsident eängegpiffen, die sich Wer die P*** 1 ReichskMiziter v. Bethmann ^^ratssekretär Grey entsponnen hatte. Er gab *S lt A-En Bnrian augenblicklich da- L^me ^genhert hat. Die Mett erfährt nunmehr, daß „2uge erster Masse", das Grey unserem hatte, aus einem Herzen mrer^^f lt ^ UnverfwrenlM gekommen ist. kaum noch bewiesen werden, daß die englische Polittk rn der bosnischen Krise in der .Krieasbeste ^Anmchte sich, geftrll-m hat. als durch dieft Dtvlö^«? ^ putschen und österreichisch-ungarische,- denn Nwrklich bestreiten daü die ad-sühren ft, der oXt? 4L^ hcftl dre englische Politik spic- ümm a^ tt %?W+Äh 1° S* 11 ^h«i, *« sagen, daß in ^ en ^^iltspnnkte dafür zu finden sind da st die -rftemmftomrlen Verhältnisse dem Wtzltkrieae MsteueMen »ÄiMferH 1 ®^ ÜTer! Zn Wm und , e . n , r m nfln sert langem gewußt. Hatte Herr v Betb- manw Hollweg die englische Polittk bei der bosnischen Mise OT& Graf Tisza bezm^ Barm, auch 0^!^^ch^ier, her noch Wer der Marottokrise laa Der äkter- reichlsch-sungaryche Botschafter in Paris ist iTf ett uÄlür uZ er bemm der Auf? faffintg daß der deutsche Reichskanzler se^ Haffmrng gehegt ® n Vl lt zu erreichen oder gar die deuts^ üSLSVKLA ä. Der französische Bericht. ! 1T - Rvris, 13. Juni. 3 Uhr imchmittags: Auf dem reckten Ufer der Maas haben die Deutschen gegen Ende des TaqeS ihre Angriffe am dem ganzen Abschnitt westlich des GeWfts von Thiaumont ernenett wobei sie in einige vorgeschobene S t el lu n gen Mi^erer Lmre östlich der Höhd 321 eind rangen Ueberall sonst ,ind -ihre Angriffe in unserem Feuer geschestett Aui Maas Beschießung in der GegeW von Chatta^ ach dem Rest der FwoM Abends^ 11 Uhr. Auf der Front nördlich von Verdim meldet man kerne ^nfanterreaktton im Laufe des Tages Tie Besätest!ina verschiedenen Abschnitten östlich und westlich der Maas setzte zuweilen aus. Der Tag war ruhig auf der übrigen Front. vom Uriegsschauplatz an der russischen gront. Wien 14 Juni. (WTB.) Aus dem KrieaspresseMartim Äscher Seite wird im ncnftalen Ewndc verbreitet, daß die polnische Legion gänzlich vernichtet fCI - ifi vollkommen unwahr Angriff« ib ^ hä) Wr tmex Ultb wies alle russischen - , Budapest, 14. Juni. (WTB.) „M Est" veröffentlickt den Kttegsherichterstatters Molnar: Ter nördliche Flngel des Generals Brussrlow machte westlich Kolki neuerlich emen Uebergangsv ersuch über den Sttir bet Bettuck in Wolhynien, wo leZhin MnÜ!? -Hatttvnden^ herricht setzt verhältnismäßige Ruhe Anch an der ^ k wa sind kerne bedeutenden Kämpfe zu verzeichnen R o v d ostgalrzren tobt nordweltlich von Tarnopol rnnscken 8 ^^^birnieo nnd Kozloiv ein erbitterter Kampf. Hier versuchten ^ck^!7s7brzweifelt, entlang der Eisenbahnlinie anzngr^stm ? n ^^angrifs unserer Truppen bei Kozlow aus Jorges ch obenen Stellimg im Ostm dieses Ortes zurück In ^?bbUM von Nieniewczyk, am Ostufer der Strypa griffen TOniWf ? 1 an In den Morgenstunden erfolgten russische Kä^pt/ ^ Pfingstmontag brachte er-bittette so^Wn ^ Smmt rt?U ^ 1 ?ber von unserer Attstlerie ^uommen, daß sie tmsere Stellnngen nicht erreichten. Dre^ Rußen wurden zuruckgetvieseii, ohne daß es zu 3 ? itci * Nlich ist bei Kampf auf bm Westuser der ^tthpa im Zuge. Von Buczacz drangen russische Kolonnen m nordwestlicher Richtung am Bache Koropietka hervor- br? ^ utscheund österreichisch - ungarische bre Angriffe nicht nur zum Stillstände, sondern sie hrden auch m energischen Gegenangriffen über eineinhalb Bataillone Stet Rachhutkänipfe im Osten der Bnkowin7 Mw unsere dottige FroM ^nriicknahmen, werden ^ n l Ä sesubrt. Gegen diesen Abschnitt z-ogen die io große Massen wie noch me int ganzen Ktteqe zusammen ^nE'ton übm h,es. M-griffe ftirnmZ m tJm Sobe Sr überein. Einzelheiten über diese Llngriffe kann aber die ^ick^N^-v^l-'r erst erfahren. Die erbitterte, schließlich en-olg- einzelner Batterien die gegen eine erdrüettnde Ueberrnacht scheinbar nicht mehr zu halten waren, schützte die von T l^ii Batteriestellnngen und bewirkte, daß viele 7 Russw schon erobett hatten, von uns zurück- Ta^es aus^' ^ ^ Heldentaten Men die Geschichte eines Die russischen Berichte. ft- X*? 11 ' ^-^Juni. (WTB.) Aus dem Kttecrsvresseauar-- trer wird gemeldet: Währeud die früheren russischen Gene- ü§ltabsberichte erstcrunlich bescheiden gehalten sind, ver- Sreg"fanfare ^ Heeresleitung folgeWe Petersburg, 12. Juni. Amtlicher Bericht vont 11. Juni: w XOn J : r ^ lLan baß; die Offensive unserer Armeen msl D ^ ien ' Galizien und der Bukowina auch gestern andauerte Mid begleitet ist Die tteffgen Gefangenenverluste sckm.sXk ^ Verluste lchsen die feindlicheu Arm«n zusmmnen> Erfolge unserer Trupven machten wir viele Lausende Gefangene und erbeuteten Kriegsgerät jeder Art m derartigen Mengen daß vorläuffg eine Zahlung utnmöglich ist J?i r .ö- B. m einem emzigen feindlichen Stelluugs- ,Sch^nwerfer, 29 Feldküä-en, 47 M. G -Wagen 12 000 Puö (191200 Kilogramm) Stacheldraht, 1000 betonierte Hindernispsahü 7 Millionen Betorrwürsel, 10000 Pud (166 000 Kilogramm) Kohle, riesige Vdunitionsvorräte, eine große Zahl Waffen und anderes Material. In eineni anderen Abschnitt er- pm €t &’rT lV °R 00 ? Gewehrpattorpen, 300 Kisten M. G.-Munition, ^"0 Kisten Handgrarmten, 1000 noch branchbare Gewehre, 2 Scherenfernrohre, einen Notton-Brunnen und im ganzen neun sogenannte tragbare Brunnen zur Beschaffung von -<.i.rmwa,ser. LM' Beute an Kriegs gerät, das der Feind zu den vorbereitete, ist riesengWtz UN» legt Zcuq- Von du Große des Erfolges ab, den wir über den Feind erranaen m öer geftrrgen Kampfs machiöen wir wiederum einen' General, 409 Offrzrere, 35 100 Soldaten zu Gefangenen und er- beuteten 30 Geschütze, 13 m*&. mrb 5 L )amtnrm T rr c der rm' Lauft der Operationen bis jetzt eingebrachten stt als o mv ttnen Geueval, 1649 Offiz-ieve, mehr als 106000 Soldaten, 124 Geschütze, 180 M.-G. und 58 Bomberi- werfer gestiegen. s^-l'^ft^ ?1^tt dann weüschweiffge Ernz-elhttten an und 1®!!^- ^^^esamterfolg der heftigen Schläge, die unsere Trmppen,m ^der Zeit vom 4 Jum bis 10. Juni dem Feinde dau- ^Übt folgendes Bild: Unsere Armeen haben die esten Stellungen der ganzer feindlichen Front durchbrochen, und zwar von dem ausgedehnten Waldgcbret Südwestrußlands bis zur rumänischen Grenze. M^^/^Kbur^ 13. Juni Amtlicher Bericht VVM 12. Juni: Westfront Jnftlge heftigen Gewitters im Süden Rußlands trat heute nacht eine zeitweilige Störung der drahtlichen Verbindungen 5!Ü'chO daß das Eintreffen der Frontberichite verzögett wurde und -lcachrichten aber dre Tätigkeit der Armeen infolgedessen etwas unvollständig üft).,-v.mzwrschen bestätigen die erngegaiigenen Front- bemckte ^daß die Offensive der Truppen des Generals Biussilvw auch gestern noch andauette. In manä>en Abschnitten wird der geschlagene Feind Wetter verfolgt. Stellenweffe wird noch erbittert getampst, da der Feind verzweifelte Gegenangriffe wacht Tie MrKahl der erngebrachten Geftngenen ist auf 1700 Offiziere imd 113 000 Soldaten gesttegen. Folgende genaue Berichte liegen über Kampfhandlungen vor- lttne unserer neu aufgestellten Fornrationeu meldet, daß sie gestern m den Kampfer um Rozyszee an Deutschen: 18 Offiziere, 1185 Soldaten, anOesterrerchmi: 26 Ofmiere, 743 Mann, im ganz«i also gegen 2000 Mann Langen imhm, die bereits gestern gemeldet srnd. „.w.f ÜMi f 1 Lu§- an bcr Jkwafront, Mht bet Feind Nnchtatttg zuruä, unsere Truppen bleiben hart auf. Galizien: Im Raume der Dörfer Hladki und Worobiftwka (3 Käometer südöstlich Hladki, nördlich Tarnopol) griff der Feind ungefähr sechsmal unsere gruppen heftig an. Gegen M>rgen des 11. ^uni wurde er zurückgeworftn. Bei dieser Gesechtshandlung muß che tapfre 5Mtung unftrer Artillette hervorgehoben werden, dre ohne Ruchrcht auf das überaus heftige feindliche Feuer alle ftrndlrcheu Angrrffe mrt rhrem Feuer zudeckte. Bei Bobulince (11 Krlometer, nordlrch Buczacz) leisten die Oesterreicher, durch ab- transpottrerte deutsche Truppen unterstützt, erbittetten Widerstand. v, ?r ie f* in ]>l i( t>e*®e9en*ngziffe, denen unsere Truppen Angrrffe entgegensetzten, zwangen uns jedoch an dieser SMe etwas znruäzu^hen: es (wird dott weiter mit zunehmender Hestra- tat gekämpft. IM Mschnttt südlich des Dnjesters erreichterr den Brückenkopf von Zalesczykki; sie kämpfen um bie Vorstädte der Stadt Czernowitz, wo starke Exploswneii beobachtet ^ Fernd sprengte die Brücke bei dem^ Dorfe Mahalo ostlrck Czernowch^ Tie Gesamtzahl der durch die Truppen d^ Generals Letschrtzkr gemachten Gefangenen übersteigt 21 000' säuft, gehörig ungattschen Kavallerie- und Jnßvrterietruppenteilcst Rechter Flügel: Im.' 'Frontteil des Waffenplatzes von Ria a gttffmi die Teittschen nördlich der Tirulsümpfe an, wurden aber zu ruckg et rieben, worauf unsere Truppen neuerlich Fortschritte mack- tm. Aus der ganz«i Front wiserer Stellungen bnJakobstadttt^ ofmeten dre Deutschen am Morgen des 11 Juni 'vlökl(3i heftiges Attilleri«- irnb JNf-nteriZeuer, kut^ Üe stellenweise mit.Schützen vor. Uirser^ Feuer Mmg sie iLberwl m chrc Ausgangs graben zuruck^ugehen. In dev Nacht » 12 luni 'unh SlrtiHeriararbLeitoglia. 4-Vhswiatysees an, ,te würben auch hier durch unser kon- zentrisches Feuer g^lmangen, .sich unter Berückten zurückzuyiehen. ^L^^E^sndltch von Krewo griff der Feind nachhest^, Ekller,evvrbere,tnng sudüch des Twrses Katschony an. 3km! ZK» 9 Cg e m Wald westlich von Kaftchony eiuzudvmgen. wid mrsere .Handgranatmangttffc zwangen x ^}' ^ en o r 9r ?^ ten n ? et 1 Äaldes, den er besetzte, wieder aufzu- ^ des Jasiolda brachten wir einen feindlichen Angriff durch unser Feuer zum Stehen. Kaukasussront: Die Lage ist unverändert. Diesen Angaben, die dirrch eine auf das einzelne gerichtete Schreibweise den Eindruck besonderer Wahrhnstiakeit Zwecken sollen, ist vor allem entgegenzustellen, daß die Russen naturgemäß über Gefangene und Beute Zahlen von beliebiger .Höhe veröfftntlicken köirncni, da Beweis und Gegenbeweis unter den angeWlicklichen Berhättnissen schvesKerLingB nkcht zu erSrtrrgen sind, und daß auch bet Zweck tÜToer rag Maßlos« ge^ertbeit Ueb^TtreiBtertgeTt durchsichtig gemtg ist. Gäviß kann es bei rMgättgüjen Bewe- Mingen nicht vermieden werden, daß viele verwundete und auch unverWundeLe Kämpfer iir die Hände des Feindes fallen, ist es doch ntttimter gerade das Schicksal tapferer, zäh ansharvender Abteilungen, daß ein verhältnismäßig großer Dell der Verluste aus Gefangene entfällt. Aber es braucht nicht erst betont zu werden, daß unsere Gesamt- verluste — die blutigen und hie an Gefangenen — auch nicht entfernt au jene Zcchlen heranreichen, die die Nüssen allein als Summe der Gefangenen anfühven, und ebenso sicher ist es, daß die blu t i gen Verluste des Feindes, der sein Menschenmaterial noch rücffichtsloser opfert als je früher, und bei dem vierzig Glieder tiefe Angriffe nicht zu den Seltenheiten gehören, nnsere Gesamtverluste um das Doppelte und Dreifache überragen. Daß einer unserer Generale gefangen genommen worden sei, ist uns ganz neu Was die rufsischen Angaben über die B e n t e anbelangt, so ist es klar, daß bei der Räumung unserer Stellung nicht alles Material geborgen werden konnte und namentlich ohne Bespannung eingeführte und eingebaute Geschütze älterer Konstruktion preisgegeben werden mußten, doch sind auch in dieser Hinsicht die Angaben des Feindes über alles Maß hoch gegriffen. Wenn schließlich der Feind behauptet, daß er unftre ganze Nordostfront vom Pripjet bis zum Pruth durchbrochen habe, so zeigen unsere amllichen Berichte vom 12. und 13. Juni durch präzise Ortsangaben, wieviel von dieser Phrase zu halten ist. Es sei dabei gar nicht näher ausgefichrt, daß wir Dnbno ohne einen Gewehrschuß sreigegeben und daß wir bei Kolki Und Sokol dem Gegner schwere Schlappen zugefügt haben. Wern die Nennung der dünnen Buczacz, Wicniewczyk, Kollow, Worobijottcka, Nvwv Aleksiniec, Sapanov, die Erwähnung von Sokol, Kolki, Ezartorysk — vvn lauter Orten, die in den letzten neun Monaten relativer Ruhe immer wieder als Punkte unserer Frontlinie angeführt wurden — beweist deutlich genug, daß die durch das Zusammenziehen überlegener Massen an einzelnen Stellen erkämpften russischen Ärfohge äuf weite Delle unserer Nordostsront ohne Einfluß und Nachteil geblieben sind. Petersburg, 14.Jmri. (WTB.) Amtlicher Bericht.vom 13. Juni. Westfront: Da die öfterreichisch-ungarrschen und österreichisch-deutschen Truppen sich an vielen Stellen dem! Angriff unserer Südarmeen entzogen, konnte die Gefangenenzahl gestern für den Augenblick nur wenig steigen. Die Gesamtsumme beträgt etwa 1700 Offiziere und 114000 Mannschaften. Die Truppen des Generals Letschitziki brachten, wie festgestellt wurde, seit Anfang der Kämpfe einen General, drei Regimentskommandeure, 754 Offiziere und 37 832 Soldaten als Gefangene ein, erbeuteten 120 Maschinengewehre, 49 Geschütze, 28 Bomben- und 11 Minenwerfer. Nordwestlich von Rozyzcze warfen unsere Truppen die Deutschen zurück und gingen näher an den Stochod-Ftuß heran. Westlich von Luck besetzten unsere Truppen den Torczin (24 Kilometer) und warfen den Kemd werter zurück. An der Strppafront nördlich von Bobulince ivird weiter heftig gekämpft. Das Dorf Zarwaniea (6,5 Kilometer nördlich von Bobukmee), tm^e trotz erbitterter Verteidigimg von uns genommen In Mehreren Abschnitten fanden wir Anlagen vor, die der Feind in Mle aushsvorftn hatte, um) die bereits vorbereiteten Stellungen a^zubauen. IM Abschnitt des Dnffeseres und weiter südlich nähme: unsere Truppen nach Ueberschceitung des «Flusses auf dem andere: Mer er« Marge befestigte Punkte, so den Flecken Zaleszchki. De Vormarsch wird weiter fortgesetzt. Das Dorf Horodenka nordwcst lrch von Zaleszchki ist in unserer Hand. IM Abschnitt des PrruthMähern sich nnsere Truppen zwische: Boran (14 Mieter östlich Czernowrtz) und Hepolokoutz (10 Kilo Meter srLösüich Sniatyn) dem linken iFlußufer. Um den Brücken kopf^vo» Czernowrtz wird heftig gekämpft. In den geräumter OMschastwr lich der Femd riesige Mengen Kriegsgerät zurück. G l«ß an der Eisenbahn Dnbno—Brvdy ein ganzes Fernsprechnetz ebwso große Mengen Patronen, Minenwerfer, Kraftwagen Schmäl,purgierst, dazu sehr viele Wagen und ein Vorratslager zu rtrck. de^elben Gegend bei dem Dorfe Malumilczy (14 Kilo^ Dubmo) ließ der Faind ein weithin' sichtbarer LenknM zur Erinnerung an die österreichischen Siege in Forn einer hohen Säule Mit dem österreichischen Adler darauf unversehr zurück. In dem Dorfe Sadagora (5 .Wonwter nördlich Czernowitz erbeuteten wir ein großes Depot Mit Monier- und Schwebebahn- Trartertol. Nordwestfront: An der Dunafront und südlick Du na bürg beschossen die Deutschen mehrere Punkte unsere: Stellungen. ^F^ont: Unsere Truppen gingen unbemerkt a die türkischen. Stellungen an. der Straße nach Diarbekr Hera: griffen den ruhenden Feind an und eroberten sein Lager Ter Fein grng unter schweren Verlusten fluchtartig zurück. Im Raume vo Rewanduz wunde ein türkischer Angriff ab gewiesen * * * Ein bulgarischer Bericht. Sofia, 14. Juni. (WTB.) Generalstabsbericht. «m 1$ 'Juui näherten ,rch ,echs feindliche Schiffe der Meste-Münduna Gegen *41 Uhr er öffneten die Schiffe das Feuer gegen cne Küste von der Mündung des Flusses bis Kale Burun. Das Feuer war be- londers auf die Dörfer und Gehöfte am Ustr lund auf unabgeerntete Fe^er gerichtet. Um 1 Uhr nachmittags griffen vier unserer Flugzeuge die Schiffe mit Bomben an und zwangen sie, sich in voller Geschwindigkeit in der Richtung auf Thasos zu entfernen Unsere Luftfahrzeuge wurden heftig, aber wirkungslos von der feindliche AEerre und Maschinengewehren beschossen, sie kehrten jeiwch wohlbehalten zurück. Tie Beschießung der Küste verursachte keine Verluste. An der übrigen Front ist die Lage unverändert. Der türkische Bericht. 14. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht. An der Jrakfront, in der Gegend von Fellahie, hat von unserem Artilleriestuer beunruhigt, sein Lager wert außer Schußweite unserer Kanonen' verlegt. Russische Trup- Pen, auf hie wir bei Kilan. südwestlich von Ksar Schirim stießen, wurden wm eurer unserer Abteilungen gegen Norden hin verjagt. An E Kaukasus-Front scheiterte am rechten Flügel ein Ueberfall, den ein Tell der feindlichen Kräfte versucht hatte, rn unserenr Feuer. Im Zentrum zeitwellig Artlllerie- und Jn- fanterretampse. Am linke:: Flügel örtliche Artillerie kämpfe. Un- auf seßrdllch-^^Vor^s^^^b^ unternahmen erfolgreiche Ueberfälle In de:: Gewässern von Smyrna schoß ein feindlicher Monitor, von zwei Fliegern unterstützt, etwa 20 Granaten ohne Wirkung gegen das Ufer 1 üblich von Fetsche ab und zog sich dann zurück. Ein anderer Monitor wurde in der Nähe der Insel Krusten durch um er Artilleriefeuer auf die hohe See getrieben Sonst nichts Wichtiges. Lebensmittelteuerung in Holland. Haag, 14. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Heute begab mehrere Hundert Frauen zum Minister des In und zuni Bürgernrcister, um Adressen wegen der enornum L e Ullw ci eucruil 9 m überreichen. Der Minister teilt -Gerung Maßregeln ergriffen Ijabc, um der Bevöl ^ Verfügung stellen zu könne::. Ui " mQd E* kartorfctn. hrr Weh zu große Ausfuhr entstand ab.mhelstu. habe die Regierung die noch vorhandenen Kartoffel- Vorräte beschlagnahmt und die Grenzen für die neue Kartoffelernte geschloffen. Ein Tagesbefehl au die englische Flotte. Basel, 14. Juni. (Zf.) Die Agemce Havas meldet aus London: Admiral Jellicoe richtete folgenden Tagesbefehl aii die Flotte: ,^Jch wünsche den Kommandanten der Geschwader, den Kapitänen, den Offizieren und Mannschaften der Großen Flotte Meine höchste Befriedigung über die Art und Weist auszudrücken. Mit der sie im Laufe des Seegefechtes am 31. Mai känipften. In diesem Augenblick, ih dem vollständige Mittelungen noch fehlen, ist es unmöglich, in Einzelheiten einzutreten. Aber schon jetzt weiß ich genug, ivn endgültig erklären zu können, daß die glorreichen Traditionen, die uns Generalionen tapferer Matrosen hinterlassen haben, rn der würdigsten Weise aufrecht erhalten worden sind. Ungünstige Witterungsverhaltnisse haben uns den völligen Sieg geraubt, auf den wir zählten. Unsere Verluste sind schwer; viele unserer tapferen Kameraden sind nicht mahr unter- uns, aber obgleich es schwierig ist, über die Verluste des Feindes genaue Auskünfte zu erhalten, ist es zweifellos, daß sie sicherlich nicht geringer sind als die unsrigen. Ich besitze sckgin jetzt genügend Mitteilungen, um diese Erklärung in vertrauensivürdiger Weist abgeben zu können. Ich hoffe, in ^kurzer Zeit der Fl ölte hierüber vollständige Mitteilung inachen zu können. Immerhin wollte ich Meiner vollen Befriedigung über die Leistungen der Truppe und Mein Vertrauen auf eine:: völligen Sieg in der Zukunft nicht weiter hinausfchieben. Ich kami nicht anders' schließ.en, als indem ich erkläre, daß die Ent- jchloffenheit und der prächtige Opfergeist, die die Verletzten bezeugen, mich mit der tieffteit Bewunderung erfüllen. Ich bin stolzer als je, die Clhre zu haben, eine Flotte zu kommandieren, die von solchen Offizieren u**d solchen Matrosen gelenkt wird." Amsterdam, 14.Juni. (WTB.) Nach einer großen Anzahl von einlaufenden Meldungen hat die englische Admiralität die im Atlantischen Ozean befindlichen Kriegsschiffe u n v e r z ü gl ich nach England zurück berufen. Außerdem haben ldie in^ben indischen Gewässern und im Mittelmecr be- smblichen .Kriegsschiffe Anweisungen -erhalten, die Hälfte der Besatzungen sofort n a ch E n g l a n d z u r ü ck z u s ch ick e n. Drest Acaßnahmlen werden hier in Zusammenl-ang gebracht mit den in der Seeschlacht vor dem Skagerat erlitteneii großen Material- und Mannschaftsverlusten der englischen Flotte. Drei englische Admirale pensioniert! Lond>on, 13. Juni. (WTB.) Drei Admirale, Sir George Egerton, Si.r Irvderic JnglerfieM und Sir Artur Farguhar wurden auf ihren Wunsch pensioniert; dafür sind vier Vizeadmirale, Sir F^ederic Hamilton, Sir Cecil Burney, Frederic Pcchan und Sir Alexander Bethel zu Admiralen befördert worden. Eine neue Rede Wilsons. New Pork, 13. Juni. (WTB.) Meldung 8es Neuterschen Bureaus. In seinen Ansprachen an die Zöglinge der Militärakademie in Westpoint sagte Wilson, daß die Vereinigten Staatm, wenn die Zeit für den Friedensschluß gekommen sei, eine uneigennützige Rolle spielen würden. Unter allem, was die Vereinigten Staaten wünschten, sei nichts, ivas sie durch einen Krieg erlangen müßten. Wohl aber gebe es vieles, was die Vereinigten. Staaten tun müßten. Sie müßten vor allem dafür sorgän, daß ihre Lebensinteressen nicht durch irgend eine andere Nation bedroht werden. Ueber die Rüstungen sagte Wllson, die Welt werde emfchen lernen, daß Amerika >oirklich meint, ivas es sagt Wilson erklärte weiter, es hribe ihn in der letzten Zeit sehr beunruhigt, daß einige von denen, die die amerikanischen Bürgerrechte envorben o iPr • ttTerm auch nach seiner Meinung nur eine sehr kleine Zahl sei, den Geist Amerikas nicht in sich anfgenommeii Hütten und andere Länder dem Lande, dessen Bürger sie geivorden seien, vorzögen Für Menschen, die Amerika nicht über alles stellten, fei in Amerika kein Platz. WAon schloß: Wir sind bereit, uns mit den übrigen Völkern der Welt zu vereinigen, um dafür zu forgen, daß die Gerechtigkeit, an die wir glauben, über alles zur Herrschaft gelangt. Der seekrieg. . . Berlin, 14.Juni. (WTB.) In der Nacht vom 13. zum 14. ^unu wurde das deutsche Hilfsschiff „Herrmann" ia der Norrkooping-Bucht (südöstlich der Stockholmer Schären) von vierrussischenZcrstörernangegriffen und nach tapferer Gegenwehr in Brand geschossen. Das Schiff ist von der Be- sttzung gesprengt worden. Der Kom-mandant und ein großer Teil der Besatzung wurden gerettet. Line Rede des Grafen Tksza. Budapest, 14. Juni. (WTB.) Int Abgeordneten- hause brachte der Finanz minister Telesky eine Kriegsge- w i n n st e u e r ein, ferner eine Vorlage über eine ergänzende Vermögenssteuer, die bei Vermögen von über 50 000 Kronen beginnen soll. Dann ergriff Ministerpräsident Graf Tis za das Wort. Er erinnerte an die Offensive gegen Italien, über die er, da sie noch fortdauere, sich nicht in Eftizelherttn ergehen tvolle; jedoch könne er schon jetzt erklären, daß die Armee unverwelklichen Lorbeer errungen habe. Er gedachte weiter in Ausdrücken größter Bewunderung des Seesieges der deutschen Verbündeten gegen die englische Flotte. Die gewaltige russische Offensive kmbe Rußland an zwei Puntten erhebliche Erfolge gebracht. Er würbe es für eine Beleidigung der ungarischen Natton betvachten, wollte er die mißlichen Ereignisse verheimlichen, jedoch könne er hinzufügen, daß die österreichisch-ungarischen Truppen mit mivergleichlichem Heldenmut, Ausdauer und Siegeszuversicht den Kampf fvrtsetzen, der größte Teil der Front sei unverändert f e st in der Hand der österreichisch-ungarischen Truppen Alle notwendigen Maßnahmen zur Abwehr seien getroffen worden, so daß er die begründete Hoffnung ausdrücken könne, daß die jetzigen unangenehmen Vorfälle bloß vorübergehende Episoden bilden und Oesterreich-nUgarn volles Vertrauen in den endgültigen Sieg hegen könne. (Lebhafter Bei'all.) Nach einer Verabredung mit Baron Burian, dem Minister des Auswärtigen, verbreitete sich Tistzä auch über Fragen der Vorgeschichte dds Krieges. Die Erklärung des Barons Burian schildert, so erklärte er u. a., die Lage in der Zeit der Affäre von Cusablanca, aus welcher Zeit der österreichisch-ungarische Botschafter in Paris folgendes berichtete: „^ngcano gior vier f eyr dose Rcktschkäg Es will Frankreich zum Kriege treiben. Bon den Ministe Clemencemi und Pichon wurde gesagt, daß jetzt die Zeit der R vanche gekommen^ fei, und daß sie so günstig niemals wiede kehren werde. Oesterreich-Ungarn ist mit dem Balkan besckMi Und kann dem deutschen Bundesgenossen nur sehr geringe Hi leisten. Deutschland steht cktso jetzt vereinsamt Rußland, Frankre Und England gegenüber. Man wird Italien dahin bringe daß es sich seinen Pflichten als Bundesgmwssen entziehe." Infolge der Mäßigung und Einsicht der beiden u; mittelbar interessierten Großmächte, welche die österreichisc ungarische Diplomatie durch freundschaftliche Jnterventic eifrig unterstützte, gelang es damals, die sich auftürmendk Wolken zu zerstreuen. Der englische Staatssekretär dl Aeußern widerspricht der Behauptung des Reichskanzler daß England sich in der Krise, in welche die russisch PolrtiknachderAnnexion trat, nicht auf die Sei der nach einem Ausgleich strebenden Faktoren gestellt he sondern bemüht war, den Gegensatz zwischen Ruf l a n d u n d u n s b e z i e h u n g s w e i s e D e u t s ch l a n d z verschärfen. Der englische Staatsmann bezeichnet die auch durch Schriftstücke bewiesenen Erklärungen des deut- ' schen Kanzlers mit dem auch zwischen ritterlichen Feinden ganz ungewohnten starken Ausdruck „Eine Lüge erster Klasse" und leugnet, daß England wegen Bosnien einen Krieg entzünden wollte. Was nun Sir Edward Grey wollte, das muß er wohl selbst besser wiffen, abjer es ist gewiß, wie dies Herr von Bethmann Hollweg bewiesen hat, daß in Petersburg der englische Vertreter, welcher der Vertraute und Ratgeber der russischen Regierung gewesen ist, mit allen Mitteln die zwischen uns und Rußland infolge der bosnischen Frage entstandenen Gegensätze schürte und schließlich seiner Mißbilligung und Enttäuschung Ausdruck gegeben hat, daß sich die russische Regierung infolge der entschiedenen Stellungnahme unserer Monarchie und Deutschland endlich in die vollzogene Tatsache fügte. Dies wird auch in dem Bericht unseres Petersburger Botschafters vom 6. März 1909 bewiesen, in welchem gesagt wird, daß die englische Botschaft und ihre Satelliten einen großen Eifer in der standhaften Unterstützung der Blusfpolitik Jswolskis bewiesen. Als in Petersburg, fuhr Tisza fort, Ernüchter:mg eingetreten und infolge der festen Haltung Oesterreich-Ungarns und Deutschlands in den russischen Kreisen der Mut gesunken war, unr zum Kriege zu treiben, so stellt der Bericht vom 4. April unseres Botschafters fest, zwan-g die Erkenntnis der Lage Jswolski, ohne auf die englischen Ratgeber zu hören, sich nach Zarskoje Sselo zu begeben, um seirren Herrscher über die kritische Lage zu unterrichten, worauf die Zustimmung zur Aufhebung des 25. Artikels des Berliner Vertrages ohne Vorbehalt gegeben wurde. Noch am selben Tage berichtete unser' Botschafter: „Tie eingetoetene Wendung ist der Aufmerks-amkeft der englischen Diplomatie nicht entgangen, und sie ist bemüht, diese Wendung für ihre letzten Ziele nuszunützen. Der englische Botschafter Nicolson, sowie sein amtlicher und nichtamtlicher Generalstob, schlägt jetzt Gefühlssaiten an. Er versucht ans diese Weise die Spaltung zwischen den Zentralmächten und Rußland zu erweitern. Es ist Eure Exzellenz bekannt, wie die englische Presse den hiesigen englischen Botschafter in seine:: Bemühungen unterstützt. Den machuwellistischen Ver- treiern Englands reichen die Vorkämpfer des russischen Parlamentarismus brüderlich die Hände." Aus diesem Berichte ersehen wir ,wäe unsere auswärtigen Vertreter ebenso ime die deutschen die englische Friedenspolitik als wenig vertrauenswürdig beurteilten. Das Schriftstück des Ministers des Aeußern beleuchtet sodann die Haltung Englands auf der Londoner Balkan- konferenz und sagt: „Die Haltung Greys war gutgläubig, insofern er eine Lösung der schwebenden Fragen und mithin den Erfolg seiner Bemühungen aufrichtig zu fördern bestrebt war. Gutgläubig war er auch, als er bei seinem abweichenden Standpunkt keinen Hehl daraus machte, daß die näheren politischen Beziehnngen zu Rnßlcrnd England eine rastlose Unparteilichkeit nicht gestatten. Bei der Verhandlung einzelner Fragen empfanden wir dies nur zu sehr." Sodarm heißt es: „Während des Balkankrieges und nackr diesem konnte der Konferenz Zeit gegönnt werden; denn damals war noch keine der Großmächte durch eine offene Herausfordernng berührt. Allein Ende Juli 1914 konnte England, wenn ihn: der Frieden Europas wirllich an: .Herzen lag, ihn nur noch retten, wenn es das unserem berechtigten Auftreten gegen Serbien sich, in den Weg stellende Rußland nicht unterstützte und seine Neutralität erklärte." Wenn Grey findet, die Entente sei nicht besiegt, sv können die Mittelmächte in aller Bescheidenheit darauf Hinweisen, daß sic es noch viel weniger sind. Ein Blick auf die Kriegslage entscheidet die Fraigie, welche Partei sich mit ihrem Standpunkte im Gegensatz zur tatsächlichen Lage befi:rdet, Wirklichkeit ist, daß als Ergebnis und Lohn unserer gerechten Sache und der übermenschlichen Leistungen unserer heldenmütigen Truppen die Wage des Weltkrieges aus allen Kriegsschauplätzen sich zugunsten unseres Bler- bundes geneigt hat, und daß wir diesen Erfolg uns nicht mehr entwinden lassen. Durch Zwang und Notwehr wurden wir in den Kampf gedrängt. Das verlieren wir auch nach unseren glänzenden Siegen nicht aus dem Auge. Unser Kr i e gs z i e l ist, unsere Sicherheit gegen die Meder- kehr solcher böswilligen Angriffe kräftig und dauernd zu gestalten. Wir erheben keine übertriebenen Forderungen. Aber diese Sicherheit werden wir im Feuer des Kampfes und in heiliger Begeisterung fest schmieden. Die Vorsehung allein weiß es, wie vieler Hammerschläge es 'noch bedürfen wird, ehe wir nns von dieser neuen Heimatgründung ausruhen können. Mein im Vereine mit seinen treuen Bundesgenossen wird Oesterreich-Ungarn ans dem mühevollen Wege seiner heldenmütigen Krastentfaltung nicht vor dem Endsiege innehalten. Bekanntlich erwarten unsere Feinde die Wende des Ktiegsalückes von jener großen, vereinten Krastanstrengung, zu der sie sich schon seit langem vorberetten, und von unserer Erschöpfung in jeglicher Achtung. Wir hüben alles getan und werden ohne Wanken alles tun, was zur Vereitelung ihrer Msichten erforderlich ist. Und auf Gottes 5)ilfe vertrauend, hoffen wir, ^daß auch diesen beiden Erwartungen unserer Feinde eine gründliche Enttäuschung beschieden sein wird. Durch die Fortsetzung des Kampfes können sie nur noch mehr Leid verursachen, aber die ehernen Schritte des Verhängnisses werden sie nicht anfznhalten vermögen. Die Friedfertigkeit der Monarchie ist jedem Zweifel entrückt. Mer die Worte Gwys vom 10. Mai auf uns anwendend, können auch wir sagen: Oesterreich-Unbarn und seine Waffengeführten können keinen Frieden dulden, der die Verbrechen dieses Krieges nicht gutmachen würde.. Eine Aussprache. Budapest, 14. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Mgeord- netenhaus. Nach Tisza sprach Graf Michael Karolyi namens der Unabhängigkeitspartei. Er betonte im Anschluß an die Ausführungen des Ministers des Aeußern, daß die Monarchie ausschließlich eiuen Verteidigungskrieg geführt habe, und gab der Entschlossenheit Ausdruck, bis zur siegreichen Beendigung des Krieges durchzuhallen. Graf Julius A n d ra s s y erklärte namens der Verfassungsvartei bezüglich des wirtschaftlichen Kampfes, daß die Gefahr der Aushungerung «beseitigt sei. Es liege im eigenen Interesse des Landes, auch dafiir zu sorgen, daß die Bundes- und Wcrffengenossen das nötige Getreide aus seinen Beständen erhallen. Die volle Verantwortung für die Fortsetzung des Weltkrieges falle der Entente zur Last. Da die Gegensätze zwischen den Kriegführenden nicht zu überbrücken seien, bleibe nichts anderes übrig, als den Kampf hartnäckig bis zürn endgültigen Siege fortzusetzen. Der Redner besprach schließlich die.polnische Frage und wies darauf hin, daß der deutsche Reichskanzler bereits zweimal erklärt habe, er sei nicht geneigt, Polen an Rußland zurückzugeben. Auch wir, sagte der Redner, sind der Meinung, daß Polen nicht dem Zaren zurückgegeben werden darf. Der folgende Redner, Graf A p p ow y i, erklärte, gemäß der Aufnahme der hier und im deutschen Reichstag gehaltenen Friedensreden können wir umererserts nichts anderes tun, als unerschütterlich durch- zichalten und unser Volk darüber aufzuklären, daß wir solange durchhalten müssen, bis unsere Feinde, die allein an den wetteren Menschenopfern schuld sind, zur Vernunft 96 = langen Der Redner sprach schließlich den Wunsch aus, das Vundnrs mit Deutschland nach dem Kriege noch zu vert lesen, um so mehr, als keinerlei Interessengegensätze vorhanden tzren. \ JL Ans Stadt rrrrd Land. Gießen, 15. Juni 1^>16; Die Obsternte auf den Kreisftratzen im Kreise Gießest Jahren ganz ausgezeichnet, wie eine Auffüellumg des ;.ewerlrgen Erlöses ergibt. Der Kreis hat aus Obst erugenonrmen: 1S11 1912 19L3 1914 1915 18 M0 17600 7520 16000 25 000 Mk., mobei M beEffichtiAen ist, daß sich im letzten Jahre die Prerse firr den Zerrtner Obst durchschnittlich so billig stellten wre rn keinem der Fahre vorher. Die hohe Einnahme wurde aber trotz der billigen Preise erzielt, weil im Jahre E der vierte Teil der Ernte vom Kreisanrt mit etwa rund l.400 Zentnern selbst eingeerntet wurde, bei dessen Verwertung rm Kversamtskeller an die städtischen Konsumenten eine Einnahme von rund 10000 Mk. erzielt wurde. Trotzdem rm Letzten Jahre die Obstbäurne an den Kreisstraßen im allgemeinen gute Ertrage geleert haben, kann man nach dem letzrgen Stande die frohe Erwiarturrg hegen, daß unser rers auch sür 1916 wieder aus eilte gute Ernte, we m^tens was Aepfel angeht, rechnen kann. Die Ansichten besorchers gut auf den Straßenstrecken Gießen — Rodheim, Klem - Linden — Dntenho sen, Klein- Lrnden —Großen-Linden und an den Straßen um jungen. Auch die Z w e tsch e n e r n t e ver- s prrch t Heuer ern gutes Ergebnis Ku liefern, dagegen ist eine befriedigende Ernte von Birnen und Kirschen nicht zu erwarten. Für die Entwicklung des Obstes war das Wet- ter bisher nicht ungünstig. Zwar macht sich das Ungeziefer, dre Blattlaus, sehr bemerkbar, gegen die man leider machtlos ist, da es an den notigen Arbeitskräften fehlt, um energisch gegen sie ankämpfen zu können. Ferner hat sich in dreftm Jahre der sogenannte Ringelspanner (eine ziemlich große bunte Raupe) eing-efunden, die hauptsächlich in^n Asttoinkeln der Bäume ganze Kolonien bildet und wgSuber chr Zerstörungswerk an den Blattern übt Diese Raupe rst jedoch nicht der gefährlichste Feind des Obstbaues, da ferne Lebensdauer als Schädling nur kurze Zeit anhült. Die Raupe geht jetzt schon zur Verpuppung über. Die Apfelgespinstmotte ist für die Blätter der Obst- torme weit schlimmer, doch hat die kühle und feuchte Witterung diesem Schädling Heuer das Handwerk gelegt ^ur den Herbst hat der Kreis in Aussicht genommen, bse Baumbestände an den Kreisstraßen zu vermehren, wenn die Mittel dazu vorhanden sind. Jedenfalls wird man nicht verfehlen den Abgang der alten Nußbäume, die für Zwecke des Heeres gefällt wurden, durch neue Anpflan- wvÄErwett zu machen. Wer mit AufmrrksamLtt die Datigkett des Kreyes auf dem Gebiet des Obstbaues in den letzten rühren verfolgt hat und die Liebe und das Berftand- Nls kennt. Mit dem der Kreis den Obstbau behandelt det ^2nerfettrteit, daß damit für die Allgemeinheit nach jeder Richtung chn Gutes geleistet wind. Auch die Art und Weise * ie ?^rweüet wird, wobei man der Bevölkerung von Stadt und Land gerecht zu werden sucht, ist nur an!, z verrennen. * ** ^^"tliche Personalnachrichten. Uebertraaen wurde am 8. Juni dem Lehrer Ludwig A l l e n d ö r f e r m Glas KÄs"^bach!^^^ L-hr-rft-ll- an der Volksschule zu Humm-Uoth 0 . " AuLzelchnung^ Der Kriegs - Einjährig- iire,willige Ludroig H 0 h n der 1. Kompagnie Jnkant.-Res.-Regiment 9k 222 Tt $' m r%‘ fer ,! ,en Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet. Er ,,t Lchuler der Ob-rreahchule in Gießen. - Den, Unterossizier der 2 - Rom P-, .Schwerin', 3. Bommersches, Schleenbecker, ein geborener Gießener, wurde die Hessische vom Grobherzog oerliehen. ^ m f* rf U r ^ " ahmedIenst im Verkehr mit den deutschen dostsmstalten m Chrna wird vorübergehend eingestellt. ^ - c * Bund. Die Ereignisse beim Russen- ewsMm Ostvrcutzw lie^, mm schon über ein Jrrtzr zurück, aber vergessen hat sie keiner unter uns, und für Schilderungen von Augenzeugen hat jeber auch heute noch tiefftr Teilnahme ' So bat der hiesige Zwe^^rein des Evangelischen Bundes die Gelegenheit benutzt, eure vchildMug der Lage Oschrensiens durch eirZiOst- .fjjf ^ Öer&etytrfülnctt. Psarrer Hilbrandt g* i^fber^r Owr. wich am nachsben L-w^ag. abechA ch der hiesigen Stadtkirche von diesen Dinqen benchtm. Zugleich wich er von einem Werk sprechen, feog stk ^stpreu^ns von hervorragender Wichtjqkeit zu linden verspruA: von der vom Evangelischen Bund ms Netzen Tt -rufenen „Ostdeutschen Ansiedlerhilfc" Sie Li«1 Oitrnark gewinnen und deutschen Ansiedlerät ä” 1 Seite stehen, damit der^, dewsch blecht und nutzt Rus,en und Polen onhernrMt Die %er ansdoltung rst für ichermann frei und wird zweisiKos anchch unserer Stadt viel Zuspruch finden OTa ' m ^^ter. Käse und Eiern. Für den Z°"bel mrt rnchen Landeiern sind im heutigm Kreis! dlE du nachstehwtden Prelle aU angemessene Höchstpreise fctgefefct: beim Ernkan, durch den Händler vom "andwirt iZürpter) 17 Pfennig, ^ beim Weitcrverkaus an den Ber- Ä Utli> bei. Lieserung ins Haus 18 bis 20 Mennig, bei Lieferung an Ladenge,chäfte 20 Psenmq- für Werterverkau, durch Ladengeschäste 22 Pfennig für das"Stück Be, lieber,chreitung der Höchsipreise machen sich die Berkäuser^ szandler und kauser strafbar, so dass also nicht mehr gefordert und mehr SeMhlt werde,, darf. Hierbei sind sonstig^N eb en ver- g u t “ n f, e n, wie Brrngerlohn, Geschenke und dergl un^ulassrg und strafbar. Auch Landwirte, die höhere l55w t ' [ n f" Verbrauchern fordern, setzen sich dieser «S. Äis S“;„s ßf^rrefe erteilt wirb, haben über alle mtd alle SSn> must gxmm Buch zu führen. Dre Buchführungspflichl kmm auch auf bie anderen Händler unb Hcwdlerinuen ausgedehnt werden. Die Abgabe und der W-eile'rv'erkauf v«n Eiern an fremde Händler ist streng verboten. Die Landwirte dürfen keine Eier an fremde P rivatpersonest abgeben. Näheres ssthL Kreisblatt. ** Zur Fleischversorgung. Eine amtliche Bekannt machung der Landes fleischstelle in der „Darmst. Ztg." besagt: Auf ^ Bekamrtmnchung Großh. Ministeriums des Innern über rz-lLiichversorgung vom 8. Jum 1916 setzen wir sür die gegen-- wartrge Berteilungsperiode (1. Juni bis 15. Juli 1916) die H ö ch st- mengc des für den Kost "der Bevölkerung abzugebenden Fleisches ^ o che n t l ich 3 0 0 Gramm fest. Für uns Gießener bringt c«s ia kerne Aeirderung mit sich, da die uns zustehende Fleischmengc schon von 600 auf 300 Gramm herabgesetzt worden ist. Äe all- g einer ne Herabsetzung für das ganze GroWerzogtunr ist al^r den- noch lebhaft zu begrüßen, da sie manche Ungleichheit in der Fleisch- »ng, zumal in unseren Nachbarstädten, die sich tellweise erheblrch besser standen als »ne Provinzralhauptstadt, anfhebt und brneir Grund zu mancherlei Verstimmungen beseitigt. ^ Der nächste Städtische S e e f i s ch m a r k t beginnt Freitag, den 16. Juni, vornrittnq 8 Uhr, in den Marktlauben. Zum Berkauf kommen beste Seefische (Schellfisch, Kabtiau, Schollen, Seelachs, neue Heringe) zu Selbstkosten der Stadt. Landkreis Gießen. e. Lollar, 15. Jruii. Denr hiesigen Kunst- und Handels- garmer Otto Müller ist es gelungen, trotz des nassen und unvorteilhaften Wetters mit einer Spezial--Erdbeerenzucht * e J e v " proste Erfolge zu erringen. Die prachtvollen, in Geschmack und Aroma vorzüglichen Früchte bringen den Beweis, daß auch hier in unserem Hessenländchen vortreffliche Erdbeeren ge züchtet werden können. Kreis Brwingen. # Blofeld, 14. Juni. Die Hessische Tapferkeits medaille erhielt der Pionier d. L. Wilhelm Koburger im Plonier-Bat. 21. Kreis Alsfeld. ap. R u p p e r t e n r o d , 14. Juni Dem Kanonier O. Geiß von hier wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. — Die Familie August Rudolph von hier erhielt auf Pfingsten die Nachricht, daß ihr ältester Sohn Heinrich gefallen sei. ap. Aus dem B o g e l s b e r q, 14. Juni. Die I a g d a u s s i ch t e n sind sehr gut. Ueberall im Felde trifft man junge Feldhasen an. Das Wetter war bisher der Vermehrung derer von Lampe günstig. Das jetzige Regenwetter nützt allerdings in keiner Hinsicht. Auch die Rebhühnerpaare sind häufiger zu erblicken als rm vorigen Jahre. Der Rehstand ist ebenfalls durch den vorangegangenen gelinden Winter gut geblieben. Der Wildbraten wird m diesem Herbste nicht so rar sein wie im vorjährigen und so den r5leischmangel etwas lindern. Kreis Lauterbach. st. Blitz'enrod, 14. Juni. Schon dreimal haben wir auf dem Friedhof unseres kleinen Do-rfes Ksteger, die an den Folgen schwerer Wunden gestorben waren, in der Heimaterde beigesetzt, so jetzt den Schützen Eugen Eschke, einen allbeliebten jungen Mann, der vor dem Kstege bei dep Firma Schruchardt in Gießen tätig war. Die Feier am Haus und Grab wurde von dem Ortsgeistlichen Pfarrer Schorle mm er von Fstschborn abgehalten. Verwundete des Lazaretts Lauterbach trugen den Kanreraden zu Grabe. Die Kriegervereine von Lauterbach und Fstschborn gaben ihm das Geleite. Kreis Friedberg. 81. F r i e d b e r g, 15. Jmii. Auf dem Felde der Ehre starben der Unteroffizier Arthur Wölber in einer Dtmenwerier- kompagnie, früher Studierender an der hiesigen Gewerbe-Akademie, sowre der Schriftsetzer Wilhelnr Lang von hier. — Karl Suter von hier, bei einern Schützenbataillon, wurde mit dem Ei fernen Kreuz ausgezeichnet. 81. O b e r - R o s b a ch , 15. Juni. Dem Pionier Wilhelm K o p p von hier wurde das E st e r n e Kreuz verliehen. .81. Burg-Gräfenrod, 15.Juni. Die Hessische Tapfer- tertsmedaille nnrrde dem Gesteiten Georg K o st beim 115. Infanterie-Regiment verliehen. Kost steht schon seit Anfang des Krieges im Felde. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Brügen, 13. Juni. An. Pfingsten waren es hundert Jahre, seit das erste Danttzfboot auf dem Rhein erschienen ist. Das Boot — ein englisches — führ auf dem Rhein in vier Tagen van Rotterdam bis Köln und kam auch noch eine Strecke weiter aufwärts, gab jedoch dann die Fahrt auf, angeblich aus technischen Grünoen, well das Bvvt die starke Strömung im Gebirge bei St. Goar nicht bewältigen kannte, wahrscheinlich aber well die englische iGesellschaft ein Monopol für die Tamstschiffahrt aus dem Rhein von der preußischen Regierung wünschte, was aber entschiedeir äbgelehnt wurde. Tie sstheinschifstr Iiattcn für die Tamstboote nichts übrig und legten diesen alle Schwierig-keitcp in den Weg. In Bingen war die Tamstschiffahrt auf dem Rhein ein Hauptgrund für die Schiffer bei der Beteiligung an den rrwo- lutivnären Vorgängen der vierziger Jahre. Erst im Jahre 1824 fuhr übrigens wieder ein Tamster auf dem Rhein, ,cher Sev- ländert', dem die großen Schiffahrts-Gesellschafterr sich anschlstsen. — Infolge der starken Regengiffse in der letzten Zeit ist der Rhein und ferne Nebenflüffe stark gestiegen, lieber Pfingsten hat der Rhein am hiesigen Pegel eine Erlchstarg um 32 Zentimeter er>i fahren. Der Pegel stand heute auf 3 Meter. Weiteres Steigen ist rn Aussicht. Auch die Nahe ist gestiegen. 81. R u m p e n h e i m. 15. Juni. Der Vizefeldwebel im Res. Jnfanterre-Regrment Nr. 36 Eduard B i e h m a n n, seit Kriegs begmn als Kriegsfreiwilliger im Felde, wurde zum Leutnant befördert. e. Wo r m s , 15. Juni. Freiherr Heyl zu Herrnsheim hat der Stadt Worms zur Sicherstellung der von seiner verstorbenen Frau begründeten Alice-Industrieschule 100000 Mark vermacht. 14. Juni. Die Zufirhren aus den rheää- schen Obst- und Gemüse m är kten waren in der letzten Zell, soweit Spargel in Betracht kamen, nicht sehr bedeutend.' Es Jg WUlster, daß bei der regnerischen Witterung der letztett Wochen me Spargelernte ganz bedeutend nachließ. Die verschiedenen Obsfforten sind in zientlickfen Mengen auf den Markt gekommen und wuisten ebenso abgesetzt. Dü Preise haben sich aber auf ansehnlichen Höhen gehalten. Spargel ist schon infolge des geringeren Angebotes teuer geblieben. Dabei herrscht übrigens erne starke Nachfrage nach Obst wie auch Gemüse, so daß schon daraufhin höhere Preise angelegt lverden. In der letzten Zell er- brachte das Pffrnd Spargel 1. Sorte in In gellst m und Heides- herm 65—80 Pfg., 2. Sorte 35—45 Pfg. Das Pfund Kirschen wurde auf diesen beiden Märkten nrll 20—50 Pfg., Erdbeeren mit 60—70 Pfg., Johannisbeeren nrll 40 Pfg., Stachelbeeren mll —^0 Pfg. bewertet. In Fvernsyeim erbrachte der Zentner Kkr- 20^46 Mk., E?db«n^n 50—60 Mk., Johannisbe«rn bis 42 Mk. -<5N Zwingenberg kostete der Zentner Kuschen 24—45 Mk., 50—^0 Mk., Stachelbeeren 20 Mk., Johmmisb^vOr Kreis Wetzlar. b. O d e n h a u s e n, 14. Juni. Auf dem Felde der Ehre starb der Bahnarbeller Gottfried H i r s ch h ä u s e r. Er hinterläßt eine Frau mrt sieben Kindern. Dessen-Naffcm. Fc. Fran ksur t a. M., 14. Juni. Daß die Meischversorgrmg p-m i»ntrrrr 91 TJCTO - r. • -c Bezrrk hatte zur Verteilung in der abgelaufenen Woche vmn 4 bis 10. Juni zur Verfügung: 436 Rinder einschließlich 24 aus Dänemark, 1505 Kälber, 145 Schafe und 999 Schweine. Davon wurden vertaden zur Berteüu.ng im Regierungsbezirk: 190 Rinder, 259 Kälber, 30 Schafe und 232 Schweine. In Franffnrt wurden geschlachtet: 246 Rinder, 1246 Kälber, 115 Schaft und 767 Schweine. ^>n den Kreisen Wiesbaden Stadt ^md Land gelangten außerdem zur Vertellung: 45 Rinder, 150 .Mlber, 30 Schafe und 85 Schweine , ^ Zad H omburg v. d. H, 14. Juni. Südlich vor dkn WA-- len der Dickumenselle der Saalburg in der Nähe der „Villa" werden gegenwärtig Ausgrabungen in beschränktem Maße vor- genominen, denen auch der Kaiser bei seiner kürzlichen Annsteu- hert rn Bad Homburg verschiedentlich beövotznte. Bor einigen Tagen wurde ein Brunnen freigelegt, der eine Anzahl interessanter Fund- ftucke barg, wie lEisengerate, Schüffcln, Töste, Krüge und Sterben der bekannten Terra sigiltata-Geräte. Die Fnrstftücke kamen bereits rm Scullbnrg-Mnscum zur Aufstellung. Wegen der arstanernd ungünstigen Witterung wrrrden die W ertergrabungen vorerst einge- steltt. Don den Fürsten aus dem Jahre 1915 stellte Man im Museum zahlreiche Lampen, hübsche ein- und zweiherrkelige Krüge, Ringe, Gewandnadeln, Schalen, effernes Harstwer^euy und ver- ichredenes Hausgerät aus. 15. Juni. Der Landrat des DMrstses erlaßt folgende Bekmrntmachnng: Infolge der übermäßig hvchge- trrEnen Ferkel preise ist es vielen minderbemlltttten Em- wvhnern des Kreises unmöglich, ihr Schwein zu mästen. Hierin lregt eme Gefahr sür^ die Fleischverforgung der ärmeren Bevölkerung rm nächsten Winter. Um dieser Gefahr vorzitbeugen, rich^ ich an die besser gestellten Landwirte des Kreises die Bitte, der Krersverwaltnng Ferkel m erschwinglichen Preisen zur Verfügung zu stellen, etwa zu 2,50 Mark für das Lebendgewicht beim Stück Ich würde dann versuchen, diese unter UebernahMe eines Telle des Kaufpreises auf den Kreis' den Bedürftigen zuzusühren. ul. Limburg, 14. Juni. Ter Magistrat hat sich vevan-- laßt gcsehen,^ das Verbot vom 2. Juni, wonach L-ebensmrttel an außerhalb Limburgs Wohnende nicht verabreicht werden dürfen bedeutend zu beschränken irrst vorerst den Verkauf voll Kaffee, Tee, Schokolade, Oel, inländischen Käse, Bvotausstrich (Marmeladen), Heringe, Seist mtb anderen Waschmitteln rm allgemeinen ahne Vorzeigung ^ einer Lebensmittelkarte gestattet. Von den übrigen durch die städtffche Verwaltung vermittelten Waren, deren Ver e i ns nur gegen Vorzeigung der Lebensmlltelkarte gestattet ist, darf nur gegen Austausch von Butter, Eiern usw. etwas nach auswärts abgegeben werden. UniVerfiLLts-Nachrkchten. die. Marburg, 15. Juni. Wie wir hören, hat Prof^or Dr. Anton Ritter von Prem er st ern von der deuttcken Universität in Prag den Ruf auf den Lehrstuhl der alten Geschichte in Marburg als Nacbfoger von Profeffor W. Otto angenommen. — Als Privatdozent für römisches und biirgerlrches Recht habilitierte sich hier der Gerichtsaffeffor vr. jnr. Rudolf Schulz auf Grund einer Schrift: „Das subjektive Recht im Gebiet der rmerlaubterr Handlung." Dr. Schrrlz (Schriststellername Schulz-Schaeffer) steht z Zt. als Oberleutnant beim Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 5. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Greßen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 16. Juni 1910: Wechselnd bewölkt, stellenweise Regenfälle, kühl. Letzte NachnSste». Rumämrn irrst der Krieg. Amsterdam, 14. Juni. In London wird, wie ern Gewährsmann von dort berichtet, endlich darstll gerechnet, daß die Russen einen Tell B essarabiensbenntzenwo11en,um durch Rumänien auf das arstere Donanufer durchzustoßen urst so die Verkehrsstraßen nach der Türkei abznschnesten. Rotterdam, 15. Juni. Der Bukarester Korrespo»stent „Nieuwe Rotterdamischen Courant" meldet: Jetzt steht fest, daß die Aenderung in der rumänischen Politik nach der Solle der Mittelmächte immer irckhr durchgeführt und immer mehr mit Zufrstde»- heit begrüßt wird. Niemand wünsche mehr, daß Rumänien sich am Völkerkriege betellige. Sogar Filipescu ist sehr enttäuscht von seiner Rundreise in Rußland zu rück gekommen und scheint weitetts Eifern zugunsten der Entente für nutzlos zu erachten. Oeffenllich erklärte er, er könne nicht mehr an -eine vollkommene Niederlage der Mittelmächte glauben. Täglich äußern sich bekannte Politiker für engeren Anschluß an die Mlltednüchte. Jedenfalls steht fest, daß von einem Auftreten gegen die Mittelmächte keine Rede mehr sein kann. Die italienische Kabinetlsfrage. Bern, 15. Juni. Römischen Blättern Mstlge soll Ro selkr geneigt sein, bie Mäurbeit Bittolatis als BrzeMäfDent anzunehmen. Falls Svnnino die Beibehaltung des Pvrtestullles des Aeußern aus schlagen sollte, soll die Zusammenarbell Bosellis und Bisolatts unter Betelligung der Vertreter sämtlicher Krtegs- parteien doch gesichert sein. Die griechische Demobilisation. London, 15. Juni. Reuter berichtet, daß d-st Dem ob lisierungder griechischen Armee sich nicht ans die Entwaffnung von 12 Jahrganges wie berells gerneldet wart«, beschränkt, sondern daß auch ein großer Teil der Reserven der übrigen acht Klassen beurlaubt wird, so daß die Demobilisierung .tatsächlich ..vollständig ist. Die Aerzfte empfehlen Apotheker ¥enraeier’s Asthma-SgSno.! Je Hk. 2.19 D. R G. M. No. 26122 und 26617. Erhältlich in d. Apotheken, [«osa Apotheker IVemneier, Frankfurt am Main. Best.: Nitr.-Brachycladus-Kraut 45, Lobel.-Kraat 5, Salpeters. Kali 25, salpetrftrs. Natron 5, Jodk. 5, Rohrzucker 15 Tetlc. DIE VERMÄHLUNG unserer Tochter HILDE mit dem Kaiserlichen Leutnant zur See Herrn ERWIN DE TERRA beehren wir uns anzuzeigen Charlottenburg, den 3. Juni 1916 Reichsmilitäranwalt Steinberger und Frau Emma geb. Büchner Seifenpuäv.ei'-Verkauf _ . In nur bester Qualität. II» 4«ni von morgens 8 bis 12 Uhr und MSrLÜLN" 2 6ts 6 “ 6r nwen Stern, West Anlage 31, Hinttthülls. 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Neustadt 77 foflDonners- rsg. 29. Jsni 1916, Torsrlllagi 10 ühr, auf hiestgem Amts-- gericht Zimmer 14, zwangS' weise versteigert werden. Die amtsgerichtliche Vor- fügung ist im OrtSgerichtS- simmeröffentlich ausgehüngt Gießen, den 17. Mai 1916 Großh Ortsgericht 3841B] SLnrou. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch, die schmerzliche Nachricht, dass gestern morgen 6 XJhr unser lieber Vater, Grossvater und Schwiegervater Herr Gastwirt Jakob Duill - im _A_lter von 68 Jahren infolge eines Gehirnschlages plötzlich sanft dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Badenburg bei Giessen, den 15. Juni 1916. 4466 Die Beerdigung findet Samstag, den 17. Juni 1916, nachm. 3 Uhr von Wieseck, Möserstrasse aus statt », * • v . ' i,‘ hi'"V«"—.'V Ein hartes Los hat uns getroffen, Wenn Liebe konnte Wunder tun So schwer es zu ertragen kaum. Und Tränen Tote wecken. All unser Glück, all unser Hoffen, So würde dich im fernen Land Es schwand dahin als wie ein Nicht fremde Erde decken. Traum. Ruhe sanft, du treues Herz, Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Tief erschüttert erhielten wir heute die schmerzliche Nachricht, daß mein guter Mann, der treu sorgende Vater seiner vier Kinder, unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Landslnritimann Christian Carl Hart mann Reserve-Infanterie-Regiment 221, 11. Kompagnie im Alter von 40 Jahren nach schwerer Verwundung am 12. Jun> fürs Vaterland gestorben ist. In tiefem Schmerz: Frau Kathrine Hartmann geh. Bickel Familie Adern Hartmann 5,ouise Leidig geh. Hartmann Elise Scharmßim geh. Hartmann Wilhelm üartmann, z. Zt im Felde Heinrich Hartmann, z. Zt im Felde Anna Kreiling geh. Hartmann. Grüningen, den 12. Juni 1916. oioies Mittwoch, den 14. Juni morgens 9V 2 Uhr verschied plötzlich mit grosser Geduld nach schwerem Herzleiden unsere liebe, unvergessliche Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeths Margarete Becker geb. Krämer im Alter von 70 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Alten-Buseck, Trohe, Giessen, Arheilgen, Wieseck. Beerdigung Freitag mittag 3 Uhr. 4460 lpffde?§artat'Vmln£.t. Die ordentliche Mitglieder - Versammlung findet am Donnerstag, 22. Juni, 4'/r Ubr, Schiffen- bcrger Weg 15, statt. Die Mitglieder werden höflich dazu eingeladen. 4450D 1. Jahresbericht 2. Neämungsablage 3. Vorstand 4. Verschiedenes Der Vorstand. äroetpereiit des LmgeWell Bundes. Stadtkirche, Samstag, 17. Juni, 8*/, Uhr: lvafferschuhcreme färbt ab und verschmiert die Kleider bet nasser Witterung! Dr. Gentuer's Oelwachslederputz Hierin gibt wasserbeständigen, nichtabsarbenden, tiefschwarzen Hochglanz und macht das Leder wasserdicht. Sofortige Lieferung, auch Schuhfett Trauolin und Tranlederfett. [4445hv Fabrikant: Carl (Beniner, Göppingen lWürtt.) 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