Kr. M Der Sietzener Anzeteer erscheint täglich, außer Sonntag«. - Beilagen: viermal wöchentlich HiehenerZamiUeublätler, zweimal ivöchentl.lireis- biallsttrden Kreis Stehen (Dienstag und Freitag).- zweimal monatl. Landwirtschaftliche Aeitftaaen Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchristleitnng112 Verlag,Gefchä'tsstellebl Adresse ü'ir Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Kttiuttytte von Anzeigen für die Tagesnunnner bis zum Abend vorher. *66. Zahrgüng Mittwoch, H- Juni $16 '-o c ä ti rt ö 's r: i . monatl. 90 Pi., viertel- läbrl. Alk. 2.65: durch Avhole- u. Zweigstellen monatl. 60 Pf.: durch die Post M t. 2. ^5 viertel- .jährl. auSfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokab15Pf., ausw. 20 Pf. — Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. BerantworUich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Umv.-Vuch- und Steindrmrerei R. Lange. Schriftleitung. Geschäftsstelle und vruckerei: Schulstr.7. Beck?ä General-Anzeiger für Oberhessen Die Durchbruchsversuche der Russen. (WTB.) großes Hauptquartier, 13. Juni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsfchauplatz. Gegen einen Teil unserer neuen Stellungen auf den Höhen südöstlich von Ypern sind seit heute örtliche Angriffe der Engländer im Gange. Auf dem rechtenMaasufer beiderseits des von der Feste Douaumont nach Südwesten streichenden Rückens schoben wir unsere Linien weiter vor. Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Düna, südöstlich von D u b o n a, zersprengte das Feuer unserer Batterien eine russische Kavallerie-Brigade. Nordöstlich von Baranowitschi war das feindliche Artilleriefeuer lebhaft. Die Armee des Generals Grafen v.Bothmcr wies östlich von Przewloka an der Strypa feindliche Angriffe restlos ab. Bei Podhajce wurde ein russisches Flugzeug von einem deutschen Flieger im Lustkampf bezwungen. Führer und Beobachter — ein französischer Offizier — sind ge fangen, das Flugzeug ist geborgen. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Daß die russischen Kräfte aus dem Weltkrieg noch nicht völlig ausgeschatbet waren, konnte nran annehmen, auch nachdem sie lange Zeit operationsnnfähig blieben, um sich von den Schlägen dies letzten Sommers zu erholen und sich umzugruppi-even. Jetzt sind sie mit frischer Kraft z-u ihrem alten Angriffsziel, Galizien, zurückgekehrt und haben zweifellos Erfolge erstritten. Die österreichische Front ist wohl nicht durchbrochen, aber an einzelnen Stellen stark z urückgebogen worden. Aus den jetzt Vorliegenden Meldungen der Obersten Heeresleitung unseres Verbündeten geht, so schreibt die Köln. Ztg., hervor, daß unter ganz ungeheuerlichen Verlusten dre Russen zunächst an der besfarabischen Grenze Mer die alten österreichisch-ungarischen Stellungen vorwärts gekommen sind und mit Bortruphen die Orte Zada- gora, dicht nördlich von Tschernowitz, Sniatyn am Pruth, genau westlich, und Hovödvnba an der Bahn von Kolomea nach der Landes grentzie erreicht haben. Hier ist also die Front unseres Bundesgenossen zurückgedräugt worden und der Raum am Einfluß des Sereth in den Dnjestr in der Hand 'des Feindes. Nördlich von Hvrodenka fliegt dem Dnjestr von Norden die Stryipa zu. Das Ostufer des Flusses ist aufgegeben worden am Unterlauf bis in die Höhe von Jvstotiez Anschließend darmr über Buckzacz und die Gegend nord westlich von Darnopol scheitern dagegen die russischen Angriffe und wurden an einzelnen Stellen, wo sie Erfolg gehabt hatten, durch erfolgreiche Gegenstöße sofort wieder ausgeglichen. Ebenso stellt sich die Lage dar bis in die Gegend östlich von Bvodh, wo erbitterte Kämpfe bei Sapanow westlich von Kremeniez noch im Gauge find. Mit den größten Massen erfolgte die russische Offensive aus dem Raum der Festung Rowno gegen Dubno—kLutzck, wo die öst-erreichischi- ungarischen Stteitttäfte au den Putilowkabach vorgeschoben ivaren. Die guten Verbindungen durch Straßen und Bahn, dre Rowno mit dem Hinterland besitzt, ermöglichten den Russen, immer neue Verstärkungen heranzuziehen. Das Gelände gestattete unserem Burrdesgenossen nicht, vor dem Styr eine Aüfrmhmestellnng zu beziehen, und seine Truppen mußten unter dauerirden schweren Nachhutkämpfen nach Westen. Es gehört zu den schwierigsten Aufgaben, die Führern wie Truppen gestellt werden können, unter solcheü Umständen abzuzieheti, wenn nicht Reserven gegen die Flanken des Verfolgers einwirken können. Daß die Einbußen unseres Bundes genossen empfindlich gelvesen sind, liegt in der Natur der Sache begründet, die russischen Erzählungen kann man aber mit gutem Gewissen als maßlose Uebertrei- ^""6 'abweisen. In diesem Teil der Klampfftont gelangte russische Reiterei bis Dortschin, westlich von Luzk. Gehalten ovgegen die Linie des Styr, wo Uebergangsversuche nach anfänglichem Gelingen schließlich doch scheiterten, so der russische Vormarsch von hier aus flankiert tvird. ->^der Angriff, taktisch wie strategisch, trägt in sich ein Mo- ment der Trägheit, das mit seinen! Fortschreiten sich steigert und schließlich zu seinem Erlahmen fuhrt, wenn der Sreger mcht den genügenden dauernden Nachwuchs an Kraft erhält. Er gel-mrgt an einen toten Punkt. Manche Anzeichen tonnte man dahin deuten, daß bei Luzk dieser tote Punkt bereits erreicht ist, doch wird man besser tun, die Nachrichten der nächsten Tage abzuwarten, ehe man ein Urteil fällt Fassen wir dre Lage noch einmal zusammen, so ist der rechte osterreichisch^irngarischc Flügel aus seiner vorgeschobenen Ausbiegung zurückgenommen. Das Westnfer der Strypa an der auch die Armee des Grafen Bothiner sicht, wird gehalten, und ebenso die Linie bis in die Höhe südwestlich von Dubno. Um Luzk zeigt die Front eine Ausbuchtung nach Westen, das westliche .Styrufer über Kolki und Chartorysk ist im Besitz unseres Bundesgenossen. u 5? Bew ^inen Grund, übergroße Besorgnisse zu hegen, alo tonnte es den Russen gelingen, wieder so weit vor- zudringen, als es im Anfang des Krieges geschah. Oester- u C a -k r, ^ ^.9 en an g r i f f e sind an allen Hauptein- m uchsstellen nachweisbar, haben aber offenbar nur im Raume ^arnopol stärkeren Erfolg gehabt, während westlich Luzk, an oer Polonka, nur Teilerfolge erkämpft wurden und bei Mly notv und Dubno ebenfalls unter Nachhutverlusten zurnck- gegangcn werden mußte. Der Rückzug gravitiert in der Richtung Brody Lemberg, auf das vielleicht auch von Tgrnopol uno Zaleszczyki aus zurückgegangen wird. ^hen also jetzt, so beißt es in einer Betrachtung des Ber- ' vor bet großen und entscheidenden Frage, ob die österreichisch-ungarische Heeresleitung den Stellungskrieg in Aufnahmepositionen und durch taktische Gegenangriffe ans flan- klerenden Rachbarraumen fortsetzen will, oder ob sie, der Rot und vielleicht auch dein eigenen Trieb gehorchend, den ihr taktisch ans erlegten Zwang zur Wiedererlangung der operativen Hand- Et, indem sie zum Bewegungskrieg zurückkehrt. Ist letzteres der Fall, so muß sie mit der Preisgabe gron^ Raume rechnen, um die Bewegungsfreiheit zu erlangen und au-It; S neL ,A U ^ugen, sich neu zu gruppieren und mit den aus Grabenkamps -und Durchbruch geschultem Truppen zu m a n ö v e r i c- r en. Natürlich bedarf es dazu aus Seite der Zentralmächte einer starken und beweglichen Artillerie, also der Zurückbringung des tostdaren Materials und einer Lösung vom Feinde, sowie unberührter Reserven. Ter genaue Verlust der Oesterreicher an Gefangenen ist noch in Frage zu stellen und zwar um so mehr, als die von den Russen angegebene Gesamtzahl zu der von ihnen genieldeteu Anzahl an erbeuteten Geschützen in einem auffallenden Mißverhältnis steht. blutigen Verluste.stnd entsprechend den taktischen Verhältnissen sehr schwer, lassen sich aber nicht in Zahlen fassen. Die Entwicklung'kueser glänzend eingeleiteten und mit enormen Mitteln aus- gesuhrten Offensive, bei der französisch' St übler und Flieger, belgische Panzerantomobite, japanisch- Artillerie und amerikanische JJcuimum tätig waren, hat gezeigt, wie gefährlich es war, Rowno und Sarny in den Händen der Russen zu lassen. Das Zusamwennehmen der stärksten russischen Kräfte an der rumänischen Grenze hat die Türken entlaste!. Sie werden sich voraussichtlich wieder Erzeruin holen, noch bevor ui Galiz,e,i die Entscheidung fällt. Es ist sicher, daß de^ deutlche Generalstab auf die Dinge im Osten sein scharfes i£r tct ' ^erin schon der Betrachter inr Berner „Bund , von dem wir die obigen Ausführungen entnommen haben, an anderer Stelle sich zu der Auffassung bekennt,, a?o 3y ll frntttottott3t)UTtft der russischen Offensive erreicht ist und die Gegenoperation wirksam zu werdeii beginnt, so dürfen wir zur Bereitschaft unserer verbündeten Heere ein itod) größeres Vertrauen haben als der.Kritiker im neutralen Lager. Die Verhältnisse liegen heute günstiger als 1914, wo General Brudermann vom 26.—30. August gegen dreifache uebermackit rin Felde lag, bis er auf Lemberg geworfen wurde. Die Militärische Organisation und das Zusammen^ arbeiten der verbüiideten Mittelmächte arbeiten heute zu prä- Hunten ^ bcn Russen bauern* Erfolge beschieden sein Der iürkischc Bericht. .Konstantinesiel, 12. 3üni. (WTB.> Amtlicher Leeres, bericht. An der Iraksront keine Veränderung. An der Kaukasus-Front machten ivir im Laufe örtlicher Kampfe am rechten und linken Flügel eine Anzahl von Gefangenen und eroberten eine große Menge von Gewehren, Telephonapparatm und Lchützengrabenmaterial. Das in unserem gestrigen Bericht gemeldete Gefecht, toelches mit der Vernichtung von ungefähr tausend rustiscken Kavalleristen endete, fand bei dem Flusse Zappe südlich des Ortes Tscheuleureck und östlich der Ortschaft Am a.dien, statt. .Gestern vormittag tvarfen fünf feindliche Flugzeuge ungefähr kbuszrg Bomben aus Smyrna ab, die einige Männer, Frauen utw Koider töteten und einige Häuser zerstörten Ans den anderen Fronteil liegen keine wichtigen Meldungen vor. Enver Pascha beim Sultan. , K o n st a n t i n o p c l, 13. Juni. (WTB. Nichtamtlich^ Krreasmrnrster Euver Pascha wurde gestern nachmittag vom Sultan ln Audienz empfangen, wobei er dein Herscher die englische Fahne, die während der englischen Besetzung aus dem Re- glerungsgebäude in Kut-el-Amara geweht hatte, sowie dic Sabel von vier englischen Generälen und etiva dreißig englischen OsNSrereu, die gefangen genommen worden ivaren, vorlegte. Der Sultan ivar lebhaft befriedigt, ordnete die Aufbewahrung dieser Siegestrophäen der türkischen Armee im alten Palast von Tepkapn an und entließ Enber Pascha äußerst huldvoll. Der Ssterreichisch-uugarische Tagesbericht. Wien, 13. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. Juni 1916. Russischer Kriegsschauplatz. .„Am Pruth südlich vonBojan wurde ei» russischer An- gnff abgrwiesen. Jn Zadagora.Snyatin und H 0 ro- Dntftt fft feindliche Kavallerie einqerückt. Bei Bnrkanow all der Strypa scheiterten mehrere russische Vorstöße. Nordwestlich von Tarnopol stehen unsere Truppen ohne Unterlaß im Kampfe. . Bei Sapanow wurde ein russischer Angriff durch unser Geschutzfeucr vereitelt. Südwestlich von Dubno tr,even wir einen feindlichen Kavalleriekörper zurück. In Wolhynien hat feindliche Reiterei das Gebiet vo" Torozyn erreicht-, es herrschte zum größten Teil Ruhe Bei Sokul am Styr trieb der Feind seine Truppen zum Angriff vor^ er wurde geworfen. Auch bei Kolki sind alle Uebergangsversuche der Russen gescheitert. Die Zahl der hier eingebrachten Gefangenen stieg •*^11 M \7 T/l f . JtalienischcrK riegsschau platz. An der Front zwischen Etsch und Brenta und in den Dolomiten waren die Artilleriekämpse zeitweise, wenn die Sichtverhältnisse sich besserten, sehr lebhaft. An mehreren Punkten erneuerten die Italiener ihre fruchtlosen Angriffsversuche. S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs i > v. k^ö fe r, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Am 12. morgens drangen drei feindliche Torpedoei nh eiten in den .Hafen von Parenzo ein. Sie wurden durch Abwehrbatterieu und Flugzeuge vertrieben. Ihr Geschützfeuer blieb wirkungslos. Nur eine Mauer und ein Dach wurden leicht beschädigt, memand verwuiidet. wäh rend dic Batterien und die Flieger Treffer erzielten. Mlottenkommandn Deutsche Ui,d französische Justiz. Berlin, 14. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter der Ueberschrift: Deutsche und französische Justiz: Zwei in Deutschland kriegsgefangene französische Offiziere. Leutnant & e I c .rau z o ftf che Offiziere m ein deutsches Fcstungs- gesauguis übergeführt, in dem sie so lange verbleiben werden, bis die beiden deutschen Offiziere ins Offiziersgefangenenlager zurück- gekehrt und. Gleichzeitig hat die dcicksche Regierung ein nicht zu rechtfertigende^ Urteil, das gegen den in Frankreicki kriegsgefangenen Leutnant der Reserve Erlcr ergangen ist, mit Vergeltnngsmaßrcgeln beantwortet. Leutnant Erler zündete beim Vormarsch ans Paris Befehl fernes Vorgesetzten ein Haus an, aus dem Zivilisten (Freilcharler) auf deutsche Soldaten ^schossen hatten Für diese völlig gerechtfertigte Maßregel trug nach militärischen Gesetzen nicht er die Vcrantwortimg, sondern ausschließlich der Vorgesetzte, der den Befehl erteilt hatte. In seinem Tagebuch erwähnt Leutnant Erlcr die Anzündung des Hauses. Er siel kurz daraus schwerverivundet in französische Gefangenschaft. Der Vermerk im Tagebuch führte zu einem gerichtlichen Verfahren n>egen B raubst i r t n n n , das mit der Verurteilung Erlcrs zur Degradation und zwanzig Jahren Z n ch t h a u s endete Trotzdem die deutsche Regierung ein umfassendes Entlastnngsmatcrial für Erlcr das icinc Schuldlosigkeit außer Zweifel stellt, nach Frankreich sandte' lehnte die französische Regierung dic Wiederaus nah,ne des Versah' rcns ab, weil das Entlastungsmaterial keine/neuen Tatsachen ent halte. Leutnant Erler befindet sich im Militärznchthaus zu Avignon und wird als gemeiner Sträfling behandelt Er liegt in demselben Schlaffaal mit den anderen Zuckfthäuslern und hat täglich zehn Stunden lang Matten und Körbe zu flechten Geistige Beschäftigung ist ihm nicht gestattet. Dir deutsche Hoeresverivaltnng hat dafür zehn fran- z ö s i s ch e O f s i z i e re i n M ilitär st rasa n ft alten übergeführt, in denen sie unter gleicher Behandlimg, wie sic dein Leutnmit der Reserve Erler zuteil wird, verbleiben, bis dieser Offizier in ein ^Offtziersgefangenenlager verbracht lvird Da Deutschland etwa die dreifache Anzahl an kriegs- gefangenen französischen Offizieren wie umgekehrt Frankreich hat. kann man hier etwaigen weiteren französischen Repressalien ruhigen Blutes entgegensehen. Geldsendungen an Kriegsgefangene in Frankreich. Berlin, 13.Juni. (WTB. Amtlich.) Von den Geld icndungen an kriegs- und zivilgefangene Deutsche in Frank reich werden neuerdings infolge Verordnung des 'französi chen Kriegsministeriums 20 Prozent einbehalten und der französischen Staatskasse zngeführt. Die französische Regierung sucht diese willkürliche Maßregel durch den Hin weis zu rechtfertigen, daß in Deutschland Geldanweisiingen an kriegs und zivilgefangene Franzosen zum Goldparikursk ausgezahlt und nicht zu dem für die Empfänger derartige, Geldsendungen vorteilhafteren niedrigeren Kurs, den di- ,)eutsche Mark gegenwärtig infolge der Verminderung de, deutschen Ausfuhr im neutralen Anslande besitzt. Dieser Standpunkt der zuständigen deutschen Behörden ist rechtlich an sich unanfechtbar. Im Interesse der beiderseitigen Kriegs und Zivilgefangenen wird jedoch beabsichtigt, mit der sran zösischen Regierung unter Hintansetzung des grundsätzlichen Standpunktes ein erträgliches A b k o m m e n über die beider seitigc Behandlung von Geldsendungen an Gefangene zu ver einbaren. Das Abkommen wird rückwirkende Kraft besitzen so doü fttzt zurückgehaltenen Beträge nachträglich auch emdie kriegt- und zivilgefangenen Deutschen zur Auszahlung gelangen. Für die Angehörigen besteht demnach kerne Be- ' fürchtung, daß die jetzt zurückgehaltenen 20 Prozent für den Empfänger endgültig verloren sein könnten. Die Behandlung kriegsgefangener deutscher Offiziere in Frankreich. Berlin, 11. Jnni.iWTB.) Die „Nordd. Mg. Ztg." schreibt unter der Ueberfchrift: „Beantwortung unberechtigter französischer Repressalien." Die schlachte Unterbringung und unwürdige Behandlung kriegsgefangener deutscher Offiziere in einer Anzahl tum Lagern in Frankreich ließ von jeher mrßeiwrdentlich zu wünschen übrig. Mehr als einmal rvar die deutsche Heeresverwaltung genötigt, im Jtrteresse der deutschen Offiziere mit Bergeltungs- matzregeln einzugreisen. Zu den als schlecht bekannten Lagern, wie beson^rs Fougeres, Fort Barraiux und Le Puy, kamen seit April enve Anzahl neu eingerichteter, in denen die Verhältnisse noch bedeutend mangelhafter waren, besonders St. Angean, Cam'sade, Cl-ergoux-Bedrere, Mrougöres, Serviöves und Mons par la Pah. Diese Lager sind außerordentlich überfüllt und befinden sich, in alten verwahrlosten und beschnmtzten Gebäuden. Das Mvbckar ist mehr als dürftig, und die hygienischen Einrichtungen sind, wie in Frankreich landesüblich, äußerst mäßig. So fehlt unter anderem jede Badoeinrichttmg; nachts stehen Kotkübeln in den Zinrmern. Die frmizösische Negierung behauvtet, daß die Ernrichknng der neugegründeten sch lecksten Lager eine durch die Mißstände in den deutschen Lagern Mainz, Halle, Villingcn und Küstrin begründete AiaßregÄ sei. Diese Behauptung ist vollkommen willkürlich, da in den. genanntst Lagern keine Mißstände bestehn!. Daß die kriegsgefangeucn Offiziere von diesen Gegemnaßregeln ihrer Regierung selbst überrascht sind, zeigen die folgenden Briese französischer Offiziere aus Villingen, in denen ausdrücklich hervor- gehoben wird, daß dort'kern Anlaß zur Klage l^estand. Tic „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" druckt dann längere dkbschurtte aus Briefen französischer Offiziere an ihre Angehörigen ab, in denen diese ausdrücklich und besonders die gute Unterkunft, Verpflegung und das günstige Klima hervvrheben. Das Blatt fährt dann fort: „Natürlich wird die Heeresverwaltung sofort die nötigen Maßregeln ergreifen, damit in den schlechten französischen Offizierslagern und vor allem in den sogenannten Vergeltungslagern, bald menschenwürdige Zustände geschaffen werden. Frcmzösisckje Offiziere in größerer Anzahl wurden irr einigen Lagern vereinigt, wo in genauer^ Anlehnung an die aus Frankreich eingehenden Berichte möglichst ähnliche Zustände geschaffen find. Im Interesse auch» der französischen Offiziere in Deutschland kann nur gehofft werden baft die französische Regierung nun endlich die Zustände in der Offizrersgefangenenl-agcrn von Grund auf verbessert und der Will kür der Kommandanten schleunigst ein Ende bereitet." n'meg eccumrn. D-o^ettt war ihuul das Diktattrrgefetz bei KriegsMlsbnuch. Am k>c r lo^o; | mu t xu>t4. i i □) Griechenland. rlin, 13. Juni. (Priv.^Tel.) Die B.Z.a.M." berichtet: Nach einer Londoner Meldung des „Echo de Pari verlangt die Entente die völlige Demobilisierung des griechischen Heeres, sowie die Absetzung der griechischen Beamten und der griechischen Polizei, die das „unberechtigte Vorgehen gegen das Ententeheer" ermöglicht hätten. Berlin, 13. Juni. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." be- richtet: Im Hasen von Marseille sind neun griechische schiffe interniert und weitere im mittelländischen Meer angehalten und nach Marseille zurückgebracht worden. 22 griechische Schiffe wurden von Mylos nach Biserta geführt. Die „B.Z.a.M." meldet aus Genf: Der griechische Deputierte Strapos hat Venizelos wegen einer im interview gemachten beleidigenden Aeußerung zum Duell gefordert. P a r i s, 13. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) „Pettt Journal" nleloet aus Athen: Der Ministerrat hat unter dem Vorsitz des Königs endgültig beschlossen, die allgemeine Domobili- sierung anzuordnen. Der Seekrieg. Der ttabmettswechsek in Italien. Berlin, 13. Jnni. (Priv'-Del.) Das „Berl. Tagebl/ meldet ans Lugmro: In Mailand fanden gestern Kund- g e b uu^nt der Kriegspartei, die ein Kabinett Bissolati verlangt, statt. Die Redner richteten offen Drohungen ■ cm den Kv>n i g, falls er nicht ein kriegsfreundliches Mini sttpiuin gründen werde. Im ganzen Lande treffen die revo lutionären Klubs Anstalten für einen Aufstand, falls das neue Kabinett friedensfrenndlich werde. Man hört vielfach Aufforderungen z-um Sturze der Monarchie, wenn sich diese „schwach" «erweisen sollte. Bern, 13. Juni. (WTB.) Mailänder Blättenneldungen zufolge kam es in der gestrigen Kammersitzung, die eigentlich nnr für die Mitteilung der Demission des Kabinetts war, zu äußerst stürmischen Zwischenfällen. Turati griff die Regierung wegen der Nicht- unterdrücknng der Maiunrirhen in Mailand im Jahre 1915 an, wobei sich der Pöbel an dem Privateigentum der deutschen und österreichischen und selbst der schweizer Bürger vergriffen hatte. Wir hoffen, schloß Turati wörtlich, daß solche Gewalttätigkeiten, wie sie die Regierung damals in Mailand gestattete, nickst mehr Vorkommen werden Bei diesen Worten sprang Salandra erregt auf und schrie Turati ins Gesicht: Das ist eine Lüge und Gemeinheit. Hierauf entstand ein allgemeiner großer Tumult. Die verschiedenen Gruppen riefen einander dite heftigsten Beleidigurlg-en zu, die Sozialisten besonders wandten sich Men Salandra. Der alte Präsident Marcora war nicht imstande, den wüsten Lärm zu übertönen. Salandra wiederholte immer erregter die obigen Worte. Die Sozialisten antworteten mit anderen Anschuldigungen und Beleidigungen. Schließlich ergriff Salandra sein Portefeuille und verließ den Platz, während die Sozialisten weiter lärmten. Am Ausgang des Saales warf Salandra sein Portefeuille empört auf einen kleinen Tisch, während Abgeordnete ihn umringten und zu beruhigen suchten, worauf Salandra den Saal verließ. Bern, 13. Juni. (WTB.) Soweit sich die Schweizer Blatter mit der italienischen Kabinettskrise befassen, er- ivarten sie ein stärker nchch links orientiertes Ministerium und damit eine verschärfte Krie gsp o tit ik. Die. Sorge für den Sieg der Alliierten werde der „Neuen Zürcher Zeitung" zufolge mehr ahs bisher vor der Sorge für die Interessen Italiens den Vorrang erhalten. Nicht ausgeschlossen rst dabei, daß sich dies bereits auf der Pariser Wirtschastskonferenz bemerkbar machen wird. Eine Schwenkung in der italienischen Haltung zu Montenegro unb Serbien wäre für den Ausgang des Krieges von noch größerer Bedeutung. Man entdeckt in den Ereignissen vom Samstag unschwer die Finger des englischen und französischen Bob-- schafters in Rom. / Kabinett Boselli. (WTB.) „Giornale d'Ftaliw ver- Das neue Berlin, 13. Juni. Zeichnet das Gerücht/ daß der Abgeordnete Bo selli den mnllichen Auftrag erhielt oder in Kürze erhält, ein Kabinett zju bilden. Man wisse nicht, ob Boselli geneigt ist, • BWung desselben zu übewiehmen; wenn ja, so würde er ein Kabinett auf nationaler Grundlage bilden, rvie Es d,e Stunde verlange. Man glaube, daß Boselli, der von allen Parteien sehr hoch geschätzt wird, sofort die nötige Unterstützung finden würde. Rom, 13. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefans. Boselli hat heute morgen Schritte zur Bildung oes Kabinetts begonnen. Er wirb im Laufe des Tages den Besuch einiger Politiker empfangen, oie er zur Besprechung der Lage gu sich berief. Die Beauftragung Bosellis mit der Kabinettsbildung kommt überraschend schnell, nachdem der König nnr wenige Pvlittker angehö-rt hat mit dem offenbaren Zwecke, die Krise baldigst zu beendigen. Boselli besitzt, so schreibt man der Ztg", eine reiche politische Erfahrung, er war M-chnal Minister, für Ackerbau, Schatz, Finanzen und Kultus; er ist Präsident des italienischen Schulvereins „Dante Mighi-eri" und verttitt einen liaurischen Wahlkreis in der Kam«ier Trotz seines Greifenalters ist er körperlich und Leiskig rüstig. ^ r Der König hatte Boselli auch im Mai 1915 dir ' mit bex Kabinettsbildung beaufttagt, als Salandra infolge der Opvo sition Giolittis zurücktrat, doch lehnte Boselli damals init rur ^Degrundung ab, Salandra müsse bleiben, um den Die „Tubantia"-Untersuchmrg. _ . 13. Juni. (WTB.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung bringt eine ausführliche Veröffentlichung über die Untersuchung der „Dubantta"--AngLlegenhett. Bon zuständiger Stelle ist danach der niederländischen Regierung als Ergebnis der deutschen Untersuchung mitgeteilt worden, daß die in den Rettungsbooten der „tubantta" gefundenen Dorpedoteile von dem dentschen 45-Zenti- n ntet>23 do ncd®rpedo 2033 herrühren. Dieser Torpedo ist ain E März 1916 nachmittags 4 Uhr 43 Minuten 4 Seemeilen 7wrd- öpsich des Noordhinder Feuerschiffes vo:i einem deutsck)-en Unterseeboot als F e h l s ch, u ß a u \ einen britischen Zerstörer abgefenert worden. Diese Tatsache wird durch eine dem Artikel der „Norddeutschen Mtgemeinen Zeitunch^ bei gefügte Erklärung des deutschen Admiralstabes Pom 9. Juni belegt. Ter verschossene Torpedo 2033 ist von keinem dentschen Unterseeboot oder einem anderen dentschen Kriegsfahrzeug wieder an Bord genommen worden, wie dienstliche Meldirngen aller in Frage kommenden Kommandanten bestätigen. In der Nacht vom '15. zum 16. März, wo die „Tubantia" .uuterging, befand sich kein deutsches ^ fi uchbovt oder ein anderes deutsches Kriegsfahrzeug innerhalb zehn Seemerlen um die Untergangsstelle der „Tubantia", wie aus den diensckrchen Meldungen aller in Betracht kommenden Kriegs- lahrzeuge hervorgeht. Tie Gutachten der technischen Sachver- sland'.gen lassen es wohl als möglich erscheinen, daß das Schm gegen bcn treibender! Torpedo gestoßen ist. Fehlgegangene Torpedos können oft viele Tage umherschavimmen, wobei der exploswnsfähig bleibende Kopf in Schräglage mehrere! ..'l.etcr unter Wasser bei einem Zusammenstoß mit einem Gegenstand explod!eren muß. Die erschöpfende deutsche Untersuchung hat zur lleoerzeugung der deutschen Regierung ergeben, daß kern deutsches Krregssahrzeug die „Tubantta" versentte. Dem Attikel sind an- . geschlossen eme Erklärung des deutschen Admiralftabes über die in ^Ealtenen tatsächlichen Angaben, ferner ein Gutachten des Werftdapartements des Reichsnmrrneanttes über die Beschädigungen der „Tubantta" und die daraus zu zieherrderr Schlüsse. 1itc.N1 l I l h C Molmv, 13. Jmri. (WTB.) Das Ritzansche Bureau meldet: ■ c 0 Sv im ty er /,E wm h" aus Stockholm ist gestern nachmittag in errr Mrnenseid bei Falsterbo gevccken 'und wurde in die Luft ge- 1 p r e n g t. Ein Mann wirrde durck). die Explosion getötet, vier andere und ettrunken. Der Kapitän 'imb die übrigen vier Manch der 3>esatzung wnrden in Malmö gelandet. A m u iden , 13: Juni. (WTB.) Ter Kapitän des norme- grschen Dampfers „Bure" erzählte, daß sein Schiss am *' A$Uin, um 4 Uhr 50 Minuten nachmittags Greenwicher Zeit, 55 Grad, 39 Minuten und 30 Sekunden nördlicher Breite und 3 Grad, 50 Minuten und 30 Sekmrden östlicher Länge gesunken ist Obwohl er und feine Leute weder ein U—Boot noch, die Wetlen- bahn eines Torpedos sahen, hatten sie doch den Eindruck, daß der ^-ampfer nicht auf eine Mine gelaufen, sondern von einein Torpedo getrosten worden ist. Sie sahen ungefälir um 1 / 2 6 Uhr, als sie sich im Schnfssboot in der Nähe der Unfallstelle befanden, das Periskop eines Unterseebootes aufiauchen und rasch wieder verschwinden. Stockholm, 13. Juni. (WTB. Nichtamtliche „Aftonbladet" meldet: Der deutsche Dampfer „Hollandia" wurde heute auf dem Wege nach Lick es innerhalb der schwedischen Hoheits gewässer von einem russischen oder englischen Unterseeboot beschossen. Ter letzte -Lchuß fiel, -als der Dampfer iurr eine Minute von der schwedischen Küste enffernt war. Tie „Hollandia" wirrde jedoch- n r ch t getroffen. Tim bm Reitze. Die Reichsckleidungsstekle. Die weitgehend Sicherimg der Web-, Wirk- und Strickwaren durch die Heeresverwalttmg fi'rr mckitärische Zwecke und die im Unteres,e dieser Sicherung am 1. Februar 1916 angeordnete Be- Ullagnahme eines großen Teiles der vorhandenen Gespinste iirnd Bekleidungsstücke hat den Verkehr mit den genannten Waren für den Bedarf der bürgerlichen Bevölkerung so beeinflußt, daß eine behördliche Regelung und Verwaltung der Bestände geboten war Diesen Zweck verfolgt die Bekanntinachung überdie Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk- und Strrck- waren für die bürgerliche .Bevölkerung vom 10 Juni 1916. , Die ^ neue Bundesratsv-erordnung bezweckt houpttächkich die glerüMamge Verteilung und den sparsamen Verbrauch der vorhandenen Bestände, danttt bei einer noch so langen Tauer des Krieges kein Mangel eintcitt und auch nockt Vorräte vorhanden find, wenn nach Fnedensschluß durch Rückkehr von Millionen von Kriegern in die bürgerlichen Berufe ein starker Bedarf einsetzt Neben der Fürsorge für die B^darssbefrüdignng der Bevölkerung im allgemeinen, soll die durch die Verordnung geschaffene Reichsbekleidungsstelle Web-, Wirk- und Staren für die Behörden, die öffentlichen und privaten Krankenanstalten und ähnliche Anstalten bereilstellen, die Stoffe für die notwendigen Uniformen der bürgerlicli-en Beantten besorgen und die Herstellüna und den Vertrieb von Ersatzstoffen fördern. Die der Verivaltungsabteilung obliegende Verbrauchsregelung erfolgt nicht auf der Grundlage einer Beschlagnahme der in Deutschland vorha,rdcncn Bestände. Man hät von einer olchen ti es ei nsch neid L nde u Maßnahme Abstaiid gcnomnien vielmehr dem legitimeii Handel möglichst viel ^Freiheit gelassen und nur dort cingegriffen, wo dies zur Stteckimg der Vorräte und zur Verhinderung preistreibender Spekulationen nöttg erscheint Dies^ Ziel soll vorläufig erreiclst werden, durch eine Beschränkung des Ab- wtzes im Kleinhandel bis 1. August 1916 (Konttngent) und nach diesem Zeitpunkte dauernd durch Aufhebung der Bezugs- freiheit und Erlaubnis der Angabe im .Acinverkehr lediglich geaeu Bezugs)chein. Um deii sogenannten Kettenhandel zu ver- huidern und den Verbrauch einzuschränken, ist angeordnet, daß Fabrikanten und GroMandler nnr au solche Abnehmer Ware liefern d-itten. nick denen sie bereits vor dem 1. Maß. 1916 in dauernder. Gefchattsverbindung gestanden l-abcn, ferner daß die gewerbsmäßige Herstellung von BckleidmigsMcken nur dann vor genomulen tverden darf, wenn der Gewerbetreibende von seinen Müden einen fcften Auftrag schriftlich erhalten hat, in dem Stückzahl und Preis für reden Gegenstand angegeben sind. Zur Sicherung der Vorräte hat jeder Gewerbe- t r eiben oe, der Kleinhandel Mit den von der Verordnung ergriffenen Waren betreibt, un Verzug- 11 -O " , ‘•'‘‘Ul Uull ^ T i n b 1 i ci" c u W a v r n auijunc h m e n. Hierbei finb die bei- if 1 .^ en . Kieinhaudelsverkaufspreise unter Zugrundelegung der ereile nnzipetzen, die deni in der Bekanntmachung über Preis- UZchrankuugen bei Verkäufen von Web-, Wirk- und Strickwaren vom. ^ 0 . Marz 1916 vorgeschriebenea Preisen entsprechen. Vor Abschluß der Inventur dürfen die Waren nicht ^ 55 uu ß e r t werden. Nach Abschluß der Inventur dürfen von K? Fn.der ausgenommmen Waren bis 1.Angust1916höch- n e n s ^ 0 v H., n a ch d c u i n d e r I n v e n t u r e i n g e s e tz t e tt 6 veränßett werden. Vom 1. August 1916 ab dunen Gewerl'etrerbende im Klcinhand,'l und in der Maßschneiderei f^rrL V Verordnung ergriffenen Waren nur gegen Bezugs- andre Vwbraucher veräußern Die Bezugsscheine sollen nur ^ T 9 I J. e und auf Antrag mteilt werden. Der ?^ 0 'teller neup die Nottvendigkeit der Ansckwffrlng auf Ber- Beläitigungen der Antragsteller werden ÄwJl" bnr Neichsberleidun.zs!>!le aufzustellenden Grund- ^ lt Bezugsfctxnne werden von einer diirch cm^EEDentralbAorden zu bestimmenden Behörde des Wohn- ]%£ r? Au^agftellers ausgefettigt werden Wer auf Steifen geht. B^ar^alle vor ferner Abreise sich den Bezugsschein be- Bezugsscheine sind freizügig, d. h sie be- Reiche zum Einkauf der darauf be- sonstigen Waren. Dadurch wird gewerbetreibende s.ttne Kunden behäfi, ^ ’ m b£,t beu°ch' ^ ?}!} ^ er y ii}m - ^upeh die Verordnung erteckten Vollmacht *3? ^r-zeichms derjenigen GegenstÄide er- lassen,^ auf welche die Vorschrift der Bekanntmachung, abgesehen vE emi^n Ausnahhmm, fetm Anwendung fiL (fr Ti* Itft 0 ^itöBcfoniiepe fallt für die in der Freckiste enthaltenen )ott. Für sie ist auch ein Bezugsschein on Berkauf uiiterliegt Nicht der Beschränkung N 20 v. H. wahrend der Uebergangszeit. Wohl aber finden bte Borfchrifien, wonach Großhändler nur an solche Abnehmer Ware liefern dürAi, mit denen sie berecks vor dam 1. Mai 1916 in dauemider Geschäfisverbindung gestanden bälxvi, die Borschrifieir über die gSverbsmäßgre Herstellung von Bekleidungsstücken und die LLLL R»llerd.n^stcllc M.henden ^ Verbrauchs solcher Gegenstände, die hanptfachlick) dem Luxus oder der Wnnehnckichkeit dienen, ist durchs kern öffentliches ^-nbereffe gebotm: sie würde vielmehr wetten Nachteil gereichen, weil sie viele Personen, die mit Herffellung folcher Erzeugnisse beschäftigt sind, brotlos macht, loeriven durch ^dic Freigabe solcher Erzeugnisse Waren gespart, deren die Masje per Bevölkerung zu ihrer Bekleidung ww, s' 37 ^ vermißen werden, daß bereits settiggestellte, unterworfene Konfektion nicht am Lager bleibt, da- ch unmodern und teckweise wertlos wttd imd zum Schaden der Allgemmicheit verloren geht. v deren eingehende Durchsicht für jeden G> ^rouveiidig ist, enthält n. a. Stoffe aus Seide und Haiweide, sowie gewisse Waren daraus. Bänder, .Kordeln, Schnür- ^5-:'?^>entcager, Strurnpfbänder, Spitzen, Besatzsttckereien, Ta- Mutzen, Hute, Schleier, Schirme, Teppiche, Bettüber- oecken, farbig? Tnchdeckeri. abgefmßte Gardinen, und Vorhänge, Tüll- garmnen gewifse wollene Damen- iaib ManLelstoffe, gewisse baum- wollene Kleider- irnd Schürzetistoffe, gewisse 5>errenstofse, Pelze, ^auglingswasche, Tafchentücher, Korsette und Korsettschoner, qe- musterte weiße Ti,chzeuge. Kragen, Manschetten, Krawatten u a. m. Vielfach find Stoffe und Waren freigegeben, deren Preis ein,' oeftimmte G^nze überschreitet, wie z. B. fertige Rockanzüge für Herren übyr 7p Mark, Tamenmäntel über 60 Mark, Kleinhandelspreis. Eme innstliche Erhöhung billiger Waren aus oder über diese H-rcigrerM ist unzulässig, weil nach der am 1. Aprll 1916 in Kraft ZL^Ei Bundesratsvero rdmmg über die Poeisbeschränkmige!, Web-, Wirk- und Strickwaren zu kettiem höheren Preise verkauft, werden.würfen als dem, den der Verkäufer bei Gegenständen und Berranfen glerchex oder ähnlicher Art innerhalb'der .Kriegszeit vor dem 1. Februac 1916 zuletzt nachweislich erzielt oder als Verkaufspreis f^tge,etzt hät. Fehlt es an einem solchen Preise ^wr smd du Gestehuiigskosten zuzüglich Unkosten und angemeffenen ^Ennne hoher als dieser Preis, so sind die Gestehungskosten z-u-. zuglich Unkoften und angemesseueu Gavinne maßgebend. JÜ«r K^uler welcker glaubt, übervorteilt Ar sein, kann binnen 2 Wochen nach Abschluß des Kaufes FeUtellung des Preises durch ein Schiedsgericht beantragen. ™ Reicktsbekleidungsstelle und den zur Ueberwachnng der Vorichrifien bettauten Personen sind Lim fangreiche Befugnisse zur Kvntrollierung der Durchführung der Ber- ^ r a n u u g gegeben. Sft können u. a. Warenlager besichttgen, Auskimtte eruholen und Gff chä ftc- aufzeich. iungen eins ehe n. Die zuständige Behörde kann Betriebe schließen, deren Leiter sich in Befolgung der Pflichten, die ihnen durch die Verordnung auferkegt find, unzuverlässig zeigen. .. . Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften der Berordnämg smd Mit Gefängnis oder Geldstrafen bedroht. * .... ^er lin, 13. Jmri. (WTB.) Der,Mttchsanzeiqett^ ver» offentlrcht die Blckrmnttnach.mrgen betreffend Aenweruntzien der Berordrmngen über aerichtlrche Bewilligung von Zahlungsfristen uno über die Folgen der nicht vecht- zeittgen Zahlung einer Geldfordermrg, ferner über die K- willigung von Zahlungsfrisben an Kriegsteilnehmer und dre Geltendmachung von Hypotheken, Grundschrllden und Reiipenschulden, über die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk- und Strickwaren für die bürgerliche Bevölkerung, aufterdeni betteffend die von der Mgelung des Verkehrs mit Web-, Wirk- und Strickwaren für die bürgerliche Bevölkerung ausgeschlossenen Gegenstände. . Berlin, 14. Juni. Wie dem „Lokalanzeiger" berichtet wird, beschlossen in M a n n h e i m die Vertreter der H i r s ch- Dunckersch en, der christlichen und der freien Tabakarbeiter-Organisationen in einer geinein- samen Sitzung, eine 25prozentige Lohnerhöhung zu fordern. Vom Berliner Arbeits markt schreibt' der „Vorwärts": Die Zahl der bei 38 Verbänden der freien lGewerkschaften ermittelten A r b e i t s l o s e n ist in der Woche vom 29. Mai bis zum 5. Juni von 2372 auf 2133, das ist um 239 oder 10,8 Prozent gesunken, zum größeren Teil als Folge der Mehrbeschäftigung von Holzarbeitern, in geringerem llmfange als Wirttmg steigender Nachsinge von Töpfern. Endlich haben auch die zahlreichen Mmeldungen vmi Arbeitslosen während der Psingsttvoche Einfluß geübt. Das Ergebnis des Nichtrauchertages in Sach- sen war, wie das „Berliner Tageblatt" meldet, ein Zusammenkommen von 190000 Mark in bar, davon allein 40000 Mark in Dresden. Asss Stabt unb '£anb. Gießen. 14. Juni 1916. Erlrteaussichten im hinteren Bogelsberg. Ta das Frühjahr regenreich! war. stcht das Gras unseren Wiesen in einer solchen Fülle, wie seit Jahren nicht. Besonders schars ist der Gegensatz znm vorjährigen Grasstand. Nur die befteu Wiesen brachten damals neben der geringen Heuernte einen Grummetertrag. Tie Weiden und Bergfviesen sal)-er aber braun verbrannt ans. In diesem Jahre haben wir eine vorzügliche Heuernte. Von schlechteren, sog. „einschürigen" Wiesen erlasst mau einen zweiten Schinttt. Sobald die regnerischen Tag? der Pfingstwoche ovrbei sind, wird man liier allgemein mit beirt Mähen des Heugra,es beginnen Ter Klee zeigt einen für unsere Höhenlage beachllnswert guten Stand. 9luf mana>n Aeckern ist der zwecke Wuchs fast handhoch. - Tie Weiden haben sich gelebt und 5eigen, uns, welchen Reichtum an Vieh unser Bog^s-. feig in sich birgt. Fast bei jeder Viehherde sieht man eine oder zwei Ziegen. Sie ticiem die Gebranchsmilch, besonders für dte Minder. Tie übrige Mlch kommt in eine der zahlreichen Molkereien, von denen sast'jedes Torf seine eigene besitzt. Das Vieh- hüten ruht gallz in deir Landen der Kirrer. Diese Arbeit Morgen meistens gemietete, auswärtige „Lütekrnder' ut ichulpflichtigem t>f[ter Unter dem (betreibe erregt besonders der Roggen die Anf- merksamleit Er zeigt jetzr nicht nur eine ansehnliche Löhe, die im Vorjahre bei der Ernte noch nicht erreicht war, sondern steht auch lückenlos da. Gar häufig sah num sonst, leere Stellen, wo die Wintert alte den! Samenkorn den Trieb vertagt hatte, T^as ist diesmal nicht der Fall. — Auch die übrigen Getreidearten zeigen einen ersreulichen Stmid, da der Himmel mit seinem nassen Segei' nicht geUt. — Das Letzen der Dickwurz-pflanzen hat begonnen Ten Stecklingen kommt ebenfalls die feuchte Witterung zugute Auch das erste Säubern und Behacken der gutstehenden Kartoffelfelder wird bereits in Angriff genommen. -^ü— wo 20 •* Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Fenerwehren wurde vom Groß Herzog verliehen dem Heinrich Dietmar II. in Osthofen. - Zn den 'Ruhestand wurde versetzt am 3. Juni 1916 der Gefangen aufseher am Provinzialstarresthaus Mainz Jul. Reinelt au/ sem Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit^-Wirkung vom 1. Juni 1916. . __ p . . ** Reiseprüfun g kriegsbeschadlg terO f srziere. Infolge Kriegsdienstbeschädigung ansgeschiedenen Offi- zieren, die nicht im Besitz eines ALi.tnrierckenzeugin.sses sind, aber mmdestens die Reife für Obersekunda erlangt haben, wird Ln vom Stellvertretenden Generalkommando des 17. Armeekorps Lu Tanzig eingerichteten, am 19. Juni beginnenden Kursen Gelegenheit geboten, sich gründlich, unter Ersparung von Zeit, nachträglich auf die Reifeprüfung vorznbereiten. 3Xe Anmeldung jst «mn geltend an das Stellvertretende Generalkommando des 1 1. Armeekorps zu richten, das nähere Auskunft erteilt. ** Kartoffeln heraus! Die „Darmst. Ztg." schreibt: In den Städten herrscht fühlbarer Mangel an Kartoffeln. Ihm kann und muß ab geholfen werden. Ein Verb ot des Berfutterns ist bereits erlassen. Es stehen mithin alle Vorräte für die menschliche Ernährung zur Verfügung. Sache der Kartoffelerzeuger ist es nun, ihre überschüssigen Mengen alsbald freiwillig an die Kommunalverbande zu verkaufen. Zurückbehatten'werden dürfen nur Vorräte von etwa 1 Pfund täglich für die Zeit vom 27. Mai 1916, dem Taoe der letzten Bestandsaufnahme, bis zum 15. August 1916, das sind rund 80 Pfund auf den Kopf jeder zürn Haushalt oder stärwigen Gesinde gehörigen Person. Das Mehr muß der Allgemeinheit zu geführt werden, wenn nötig, tnt Wege der Enteignung, bei welcher niedrigere Preise gezahlt werden, wie bei dem freiwilligen Verkauf. Bei der vatet> ländischen Gesinnung aller beteiligten Kreise darf jedoch erwartet werden, daß jeder seinen Ueberschuß freiwillig an den KoinmunalverLand verkauft. Auch geringe Mengen werden gern erstanden: denn viele Wenig machen ein Viel ** Durchsucht Kisten und Kasten! Fast in allen deutschen Staaten wird jetzt mit behördlicher Befürwortung und Unterstützung die Re i chs s a mm l n n g Vaterlandsdank durchgeführt. Zahlreiche Vorstände von Frauenvereinen, vom Roten Kreuz und anderen Wohlfahrtseinrichtungen haben sich in den Dienst der guten Sache gestellt: mit großem Erfolg beteiligen sich auch dte ^Schulen an dem Sammeln von entbehrlichem Gold und Silber und Schmuck aller Art, goldenen und silbernen Uhren, silbernem Tischgerät, Ketten, Münzen und Medaillen, goldenem Zahnersatz und ähnlichem. So kommt aus Kisten und Kasten nutzlos Umherliegendes in- solcher Menge Msammen, daß die Hauptgeschäftsstelle des Vaterlandsdantes zur 3. Kriegsanleihe für die Witwen und Waisen der im Kriege Gefallenen bereits Vs Million Mark zeichnen konnck. Roch liegen große Mengen solcher Dinge ungenützt umher, deshalb sammelt der Vaterlandsdank weiter und» gibt jedem Spender zur Erinnerung an unsere große Zeit einen Ring aus dem von der Firma Krupp gestifteten platinähnlichen, nicht rostenden Eisen, zu dem Professor Peter Behrens den Entwurf geliefert hat. Per gl. die Anzeige in der heutigen Nummer des „G. A.". ** Viehüberweisung. Für diese Woche wurden der Stadt Gießen von dem Kommunalverband (Kreisamt) Gießen 8 Rinder, 24 Schweine und 61 Kälber zur Versorgung der Bevölkerung, der Kliniken und Anstalten überwiesen. Diese Zahlen erscheinen im Vergleich zu Wetzlar, der Stadt für die vergangene Woche 8 Rinder, Schweine und 6 Kälber überwiesen wurden, gering. Landkreis Gießen. -n-. Großen-Linden, 14. Juni. Installateur Heinrich Wein an dt wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet und zum Vizefeldwebel befördert. Bei Ausbruch des Krieges als Gefreiter eingezogen, war er längere Zeit dem Aus- bildungspersonal des Gießener Regiments zugeteilt. Seit Herbst vorigen Jahres steht er bei einer Minenmevfer-Kompagnie. Kreis Büdingen. s. B i n d f a ch f e n , 14. Juni. Die hiesige Kirche erhält aus der bekannten Orgelbauanstalt Förster & Ricolans in Lich eure neue, mit den modernsten Errungenschaften der Orgelbautechnik aus- gestattete zweimanualige Orgel. # Dauernheim, 14. Juni. An einer abschüssigen Stelle rutschte im unbewachten Augenblicke ein Kindersportwageu mit einem zweijährigen Kinde in die Nidda. Ein in der Nähe arbeitender französischer Gefangener rettete das Kleine vom sicheren Tode. Kreis Lauterbach. ^ Lauterbach, 12. Juni. Einer der ältesten Bürger unserer Stadt, Bäckermeister Heinrich Schmidt V., ist" int Alter von 90 Jahren gestorben. Er war wenige Stunden vor seinem Tode noch in seinem Berufe tätig; niemals in seinem langen Leben war er krank. Kreis Friedberg. Friedberg, 14. Juni. Bahnhofsvorsteher K r i e h m von hier wurde nach Bad-Nauheim versetzt. An seine Stelle ist Bahnhofsvorsteher Loeb von Etter mach hier versetzt worden. — Dem Chefarzt des hiesigen Reserve-Lazarettes, Stabsarzt Dr. Ackert, wurde das Militär-Sanitätskreuz am Kriegsbande verliehen. — Vilbel, 14. Juni. Den Dieben ist heutzutage nichts mehr heilig. Am Hellen Tage stiegen sie in die hiesige Turnhalle und stahlen aus ihr die große Uhr. Starkenburg und Rheinhessen. — Rüffelsheim , 14. Juni. In die Wohnung des hiesigen Gemeindebaumeisters drang gestern früh ein maskierter Mensch ein und verlangte mit vorgehaltenem Revolver von der allein anwesenden Frau die Herausgabe des Geldes. Die tapfere Frau setzte sich kräftig zur Wehr, wöbe! sie laut um Hilfe rief und dadurch die Nachbarschaft alarmierte. Der Räuber ergriff die Flucht, wurde aber eingeholt und verhaftet. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 14. Juni. Der Spar- und Bauverein Wetzlar zählte im abgelauienen Geschäftsjahre 341 Mitglieder mit 424 Anteilen bei einer Gesainthaftsumme von 127 200 Mark. Die Bautätigkeit hat durch den Krieg erhebliche Beeinträchtigung erfahren; Neubauten sind an der Brannfelser Straße vorgesehen. Der Verein besitzt jetzt 33 Häuser mit 99 Familienwobmmgen, darunter 20 Einsantilien-, sogenannte Eriverbshänser. Tie Vermögensübersicht ergibt die stattliche Summe von 614 760 Alk. Als höchster Einnahineposten seien die Mieten mit 27 860 Mk. und unter den Ausgaben die Zinsen mit 1b 877 Mk. an erster (höchster) Stelle erwähnt. ^ „ _ . r p , ra. Wetzlar, 13. Juni. Torpedomatrose Karl L e t ft e r starb im Alter von 23 Jahren den Ehrentod. ra. Groß-Nechtenbach, 13. Juni. Musketier Heinrich Z ö r b (8. Komp. Jns.-Rgt. Nr. 41) starb im Alter von 22 Jahren den Ehrentod. ra. Niederlemp, 13. Juni. Vizefeldwebel Wilh. Kuhl- mann (Jnf.-Rgt. 118, 5. Komp.) starb den Ebrentod. Er war Inhaber des Eisernen Kreuzes, sowie der Hessischen Tapferkeils- medaille und vorgefchlagen zuin Eisernen Kreuz erster Klasse. Hessen-Nassau. ---Frankfurt a. M., 14. Juni. Die Goldausbeute der Frankfurter Rennen am 4. und 6. Juni ergab 28 640 Mk. Die Summe ist abermals ein Beweis dafür, daß noch viel Gold verborgen gehalten wird, selbst in der aufgeklärten Großstadt. X. S ch l ü ch t e r n, 13. Juni. Das 10 Jahre alte Töchterchen des im Felde stehenden Schmiedes August Greubel in Arni- hausen wollte Feuer im Herde schüren, wobei seine Kleider Feuer singen. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe erlag das Kind unter qualvollen Leiden den erlittenen Verletzungen. rtnrveVsrtcits-Nachrr^-ten. --- Frankfurt a. M., 14. Juui. Professor Dr. Wilhelm Weber von der Universität Groningen hat den Ruf als Lehrer der alten Geschichte an der hiesigen Universität angenommen. Berlin, 13. Juni. Tie „Bosnsche Zeitung" meldet aus Halle: Professor Tr. Friedrich Ernst Dorn, Ordinarius für Physik, ist int Alter von 68 Jahren gestorben. Geriehtsscral. == Frankfurt a. M., 14. Juni. Das Amtsgericht bestrafte den jugendlichen Arbeiter Johann Edel aus Langendiebach mit 40 Mark'Geldstrafe bezw. 8 Tagen Gefängnis, weil er sich, nach 9 Uhr abends auf der Straße aufhielt, eine Wirtschaft be,achte und Zigaretten geraucht hat. Weitere 13 jugendliche Ver,onen wurden wegen zwecklosen Aufhaltens auf der Straße nach 9 Uhr abends mit'Geldstrafen bestraft. Ter Wirt Henrict in Seckbach, der jugendliche Personen in seiner Wirtschaft duldete, erhielt 20 Mark Geldstrafe, und mit 15 Mark wurde die Händlerin Kömpel bestraf, weil sie jugendlichen Personen Zigaretten verkauft hat. — Mit 100 Mark bezw. 10 Tagen Gefängnis bestrafte das Amtsgericht den Metzgermeister Me ss er sch m i dt, Weißfranenstraße, weil er sich 5 Brotscheine zu viel verabfolgen ließ. Meteoroioglsche Beobachtungen der Station Gietzen. Juni 1916 S v zb. | if 1 e c £ Ä * p a 'H s-> n o £.o 0.Z «£> ^ c 'äj S 5 n C5 JO — if i-t -L SD i ||| äS « 5 COji =-§• 13.| 2«! 11,8 7.6 74 _ 7 13. 9 16 — 10,4 7,9 1 84 — — 10 14.1 7 ,# 1 2,5 8.4' 95 10 Wetter Bew. Bed. Himmel Höchste Temperatur am 12. Niedrigste * , 12. Niederschlag 4,4 mm. bis 13. Juni 1916: . 13. .. 1916: 4-12,5*C. + 7,5'0. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Lessen am Donnerstag, den 15. Juni 1916 Wechselnd bewölkt, Regenfälle, kühl. vernrnchtes. * München, 13. Juni. . In Oberbayern und'Oberösterreich sind schwere Unwetter, von Hagelschauern begleitet, niedergegangen. In Oberbayern sind etwa 72 Gemeinden und zehn Städte, in Oberösterreich 20 Gemeinden, und fünf Städte betroffen worden. Die Obsternte wurde teilweise geschädigt. In Ober- Österreich sind die Verwüstungen so groß, daß eine Hilfsaktion ein- geleitet wird. . - * Aus dem Schwarz Walde wird berichtet, daß crit eu t heftige Schneefälle niedergingen, und daß die Bergzüge bis gegen tausend Meter ein winterliches Gepräge tragen. Letzte Nachrichten. Die letzten Reserven Frankreichs. i. Köln, 14. Juni. Laut der „Köln. Ztg." meldet die französische Zeitung „Bataille", daß am letzten Freitag etwa 3 0 00 anamitische Soldaten durch Paris gekommen seien. Auch sie sind jedenfalls für die französische Front bestimmt und ein neuer Beweis dafür, daß Frankreich mit seinen eigenett Reserven aus dem Mutterlande am Ende ist. Was die Verwendung dieser Anamiten anbetrisft, so erklärte kürzlich der Vertreter von Eochin- '(Sbina in der französischen Deputiertenkammer im Echo de Purist Die Eingeborenen würden in der skandalösesten und gewaltsamster Weise zum Heeresdienst durch förmliche Menschenjagden gepreßt, dst die Kolonialbehörden veranstalteten. Der russisch-rumänische Zwischenfall. Bukarest, 14. Juni. Generäl Potrescheu, der nach Marmoritzo abgesandt wurde, um das Vordringen der Russen auszuhälten, koitnte sich diesem Orte wegen des zwischen Oester- reichern und Russen tobenden Kampfes nicht nähern. Darauf, begab sich General Potrescheu nach Besi'arabien, wo er dem russischen General 'Keller, dem Komniandanten der russischen Truppen in Nordbessarabien, den Vorfall schilderte. General Keller erklärte, er wisse nichts voii der Grenzüberschreitniig, dre dem groben Fehlw eines Offiziers zuzuschreiben sei, und traf Maßnahmen zum Wegzug jener Truppen. Trotzdem hat einer Blättermeldung zufolge, die rumänische Regierung wegen des Eindringens einer russischen Mllitärabteckung aus rumänisches Gebiet bei Dorohei militärische Maßnahmen an der Grenze getroffen. Die Trauerfeier für Kitchener. L 0 n d 0 n, 14. Juni. Am Dienstag fand in der St. Pauls- Kathedrale der Trauergottesdienst für Lord Kitchener 'tatt. Der König, die Königin, das Kabinett, das diplomatische Korps, Vertreter der Ärmee, der Flotte und der Dominions, sonne eine riesige Menschenmenge nahmen daran teil. Vaterlandsdank Sammlung von entbehrlichen Gold- und Sllbergegenständen zugunsten der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der rm Kriege Gefallenen. flCine Dankesschuld ist abzutragen. Bon vielen Tausenden der Tapferen, die für das Vaterland gefallen sind, haben wrr, die ^Daheimgebliebmen, eine heilige Pflicht übernommen: die Fürsorge für ihre Hinterbliebenen, ^.reue um ^leue. Es ist schon manches dafür geschehen. Aber noch viel bleibt zu tun übrig. Und es gjbt eine Hilfe, die dem Helfer kein schweres Opfer auferlegt, und doch, wenn sie von allen Seiten her einfetzt, einen Strom von Kraft bedeutet. In Schränken und Kasten ruhen noch Schmuckstücke und andere Geräte aus Gold und Silber, die nicht mehr Sebmucht werden: alles nutzlose, wie Werte. Laßt sie uns zusammentragen, nicht gegen Entgelt, sondern als ftere Liebesgaben, ^aßtsteun um- fetzen in lebendige, sorgenscheuchende Kräfte, zur Hilfe allen Witwen und Waisen, deren Ernährer ihr -eben für nnv und unsere Kinder geopfert haben. Dieser Aufgabe will die Sammlung „Vaterlandsdank", nachdem sie in anderen Gebieten des Reichs bereits einen hohen Erlös gebracht hat, nun auch hier dienen. Jede in den Schulsammetstellen und in den öffentlichen Sammelstellen etitgelicrerte spende gibt das Anrecht auf einen eigens für den „Vaterlandsdank" hergestellten eisernen Erinnerungsnng. Der bewährte vaterländische Sinn unserer Bevölkerung läßt uns hoffen, daß sie auch bei diesen! Liebesw^k nicht zurückstehen wiid. Mögen Herzen und Hände sich rühren, die Dankesschuld abzutragen, die auf jedem lastet. Lrene um -reue. Sammelstellen: I. Für Schüler mi ,««.„>>>>,.> Di- »,».«. «»..«, - B-,-N- f ÄKiiSKÜS %«„#«# nrfjmS-s tttr, ©amätag norm. 10-1 V, Uh- -3. S.tl».. J. *»<.«fsSS. Auch ist die Geschäftsstelle des „Vaterlandsdank" für Gießen, Juni 1916. bereit. Hofbuchdruckereibesitzer Der Orlsausschuh: Professor Dr. Sievers, Rektor der Landesuniversität. Geheimerat vr.Ufinger.PromimaLire^r. Keller. Ob-rwr^mnsö-r^ Et. ^ Professor Dr. Alles, Kreisschulinspektor. Dr. Baur, Direktor des Realgymnasiums. Bucklng, Landgenchtsdlrettor a D r G \ G h • d ^ banIb \ reftor . g rau Geheimrat Gebhardt. Heichelheim. Geheimer Kommerzienrat. Kindt, Hosbuchdruckereibchtzer Dr. Ätam '.i , { t \J tor ' @ r„ I u r „ D i, Stoer-ko, Direktor der Oberstleutnant Naumann, Vorsitzende des Allg. Deutschen Frauen-Verems. Dr. «chnell D-rektor de Ob^asichu-e. G-he.mer Schulrat Dr ^.^^sse. Höheren Mädchenschule. Landgerichtsrat Wiener, Vorsitzender des Zweig-Berems Gretzen vom Roten Kreu.,. .^acoers. ~ 4430D Frau Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, uüseren lieben Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Gestern nachmittag entschlief sanft nach langem, überaus duldig ertragenem Leiden unsere liebe Mutter Kohlenhändler und Landwirt heute morgen 8 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 63 Jahren zu sich in die Ewigkeif abzurufen. IHe trauernden Hinterbliebenen. Klein-Linden, den 13. Juni 1916. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. Juni, nachmittags 3 Uhr statt. ln tiefer Trauer: Paula Gass geb. Scheel Albert Scheel, Apotheker Eugen Scheel Emmy Scheel Karl Gass, Oberlehrer Käte Scheel geb, Stridde Milli Faber Giessen, den 14. Juni 1916. Ludwigstrasse 34 Für die uns von allen Seiten ausgesprochene herzliche Teilnahme beim Heimgange unseres geliebten Entschlafenen sagt innigen Dank im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Luise Krause geb. Heinemann. Gießen, im Juni 1916. Die Beerdigung findet statt: Freitag nachmittag 3y 2 Uhr von der Kapelle des alten Friedhofes aus. 4438 Statt besonderer Anzeige. Lreunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass unsere liebe Mutter Danksagun Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem so schmerzlichen Verluste, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hofmanu, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen herzlichen Dank. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Familie Bürgermeister Aumauri Familie Johann Friedrich Schneider. Londorf, den 13. Juni 1916. heute abend nach langem, schwerem Leiden in ihrem 72. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 13. Juni 1916. 44410 Die Beerdigung findet Freitag, den 16. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofes aus statt. Blumenspenden sind nicht im Sinne der Verstorbenen Dr. Karl Klein Spezialarzt für Hautkrankheiten 4 hält wieder Sprechstunden Todes-Anzeige. (Statt jeder besonderen Mitteilung.) Heute morgen 3 Uhr nahm Gott seinen treuen Diener, unseren lieben Vater, Grossvater, Bruder und Onkel Zigarren JÜNKER‘RUH GASKOCH HERDER für Händler stets vrompt liefert). C. Kuba, ftaif. Allee 18. Gassparlierde Gaslampen m in grosser Auswahl = empfiehlt billigst s JL Tho^nes* ingiall.-Giisciiäil, Latlwigslraijo4ü Hermann Bichmann Hof- und Domprediger a. D. zu sich in sein himmlisches Reich, (jesaias 54, 10.) Für die trauernden Hinterbliebenen: Meline Breunlin geb. Bichmann Assenheim, Groß-Bieberau, Berlin und ßraunschweig, 13. Juni 1916 Die Andacht im Pfarrhause zu Assenheim findet Donnerstag, den 15 [uni die Beerdigung in Braunschweig, den 16. Juni statt. 442 autogen ge sch weißt : Bester Ersatz f. Ku kesse l. Einziger für die Landwirtschaft brauc h? barer Kessel. Ei gnet sich für alles Zn bezi ehen durch_ alle grö Eisen war c nha ndTu ngen. 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Die Verkaufs bedingnngen, denen sich die Käufer mit 5inre.ch.mg ihrer Gebote unterwerfen, liegen bei Grog- herzoglicher Bürgermeisterei Lich zur Einsicht offen Nähere Auskunft erteilen auf Wunsch die unterzeichne Stelle sowie die Grohherzogliche Oberförsterei Lich Das Holz ifi mit der Rinde gemessen. Wegen Vorzeigung des Holzes wolle man nch an den Forstwart Findt in Lich wende»? Elchen Stämme: 2. Kl. 1 Stück, Fstm. 1,23 3 Kl b Stück, Fstm. 8,66. 4. Kl. 85 Stück, Fstm. 50,45. , Kiefern Stämme: 3. Kl. 2 Stück, Fstm. 2,33 4 Kl 2 Stück, Fstm. 1,43. 5. Kl. 6 Stück, Fstm 2,47 _2ß?iujutdficfcrit: 3. Kl. 3 Stück, Fstm. 2, . 4 Kl 3 Mch Fstm. 1,72. 5. Kl. 5 Stück, Fstm. 1,43. Ü oen 12. Juni 1916.. [242® lÄrotzherzogliche Bürgermeisterei Dörmer. Täglich von morgens 9 Uhr ab frische Absatz Ferkel Offene Weine von 35 Pfeiani, A c§> 0 »., D GG A D G WLLdA cZ £4 Erdbeeren OJ0033 von bester Zucht, K AMM », schuellwüchsige Edelrasse, lang- BSt i ggS BuS gestreckte, breitbuckelige Tiere,die besten zur Zucht und Schnellmast. Sehr gute Fresser. Kerngesund. 6 —8 wöchige. 42-48 Mk. 8—10 wöchige . 48—51 Mk. 10—12 wöchige. 54—60 Mk. 12-16 wöchige. 60-78 Mk. Für vrima Schweine lebende Ankunft Garantie. Nachnahmeversand. Bahnstation genau angeben. F i*. .1 0 8. Hoch Bii a n a, Eborutadt b. d. „Schweizer* hans“. Fernruf Nr. 282. empfiehlt in prima Qualität zu billigsten Tagespreisen W. Hantel, 4335 Telefon 612. Neuen Baue 7. Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr I. M. Schulhof Telephon 110. — Prompter Versand nach auswärts l 91 %