Nr. *56 Erstes Blatt *66. Jahrgang Der Hietzener Anzeiger erscheint tätlich, anßer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZattiilienblätter: zweimal wöchenll.Nreis- dlatt sürden Ureis Siehe» (Dienstag und Freitag)' zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fcrnsprech - Anschliisie: sürdieSchristleitnna112 Verlag,Geschäitssteueöl Adresse lür Drahtnachrichten: Anzeiger Sichen. Annahme von Anzeigen bis.,um Abend vorher^ Rotationsdruck und Verlag der Srühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Lchristteitung, Seschäitssteile und Druckerei - Schulstr.7 Dienstag, *3 Juni *9*6 eneral- Bezug rp re. monatl. 90 Pf., viertel- ja'brl. Mk. 2.65. , dur l- Aohole- u. Zweigstelle!^ monatl. 80 Pf.: durch iePost Mk.2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf.. answ. 20 Pf. — Haupt- schriftleiter: Llug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtsfaal: Fr. N. Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen, 9 er §turz salandras. (WTB.) Großes Hauptquartier. ly. Juni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem Westufer der Maas wurde die Bekämpfung feindlicher Batterien und Schanzanlagen wirkungsvoll fortgesetzt. Oestlich des Flusses setzten unsere Truppen die Angriffe fort. In harten Kämpfen wurde der Gegner auf dem Höhen kämm südwestlich desFortsDouaumont, im Cha pitre-Walde. und auf dem Fumin-Rücken aus mehreren Stellungen geworfen. Westlich derFesteVaux stürmten bayerische Jäger und ostpreutzische Infanterie ein starkes feindliches F e l d w e r k, das mit einer Besatzung von noch über fünfhundert Mann und zweiundzwanzig Maschinengewehren in unsere Hand fiel. Die Gesamtzahl der seit dem 8. Juni gemachten Gefangenen betrügt achtundzwanzig Offiziere und mehr als fünfzehnhundert Mann. Auf dem Hartmannsweilerkopf holte eine deutsche Patrouille mehrere Franzosen als Gefangene aus den feindlichen Gräben. Oeftlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Bei den deutschen Truppen hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Oberste Heeresleitung. (W^Ä.) Großes Hauptquartier, 11. Jüni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits der Maas heftige Artilleriekämpfe. Die gestern gemeldete Beute aus den Kämpfen östlich des Flusses hat sich noch um drei Geschütze und sieben Maschinengewehre erhöht. Westlich von Markirch machte eine deutsche Patrouille. die in die französischen Gräben eindrung. einen Offizier und siebzehn Mann zu Gefangenen. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Krewo stießen deutsche Erkundungs- abteilungen in die russische Stellung vor. Sie zerstörten die feindlichen Anlagen und brachten über hundert N u s s e n als Gefangene, sowie einMaschinengewehr zurück. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 12. Juni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne nördlich von Perthes drangen deutsche Crkunoungsabteilungen in die französischen Stellungen. machten nach kurzem Kampf dreiOffiziere und über hundert Mann zu Gefangenen, erbeuteten vier Maschinengewehre und kehrten planmäßig in die eigenen Gräben zurück. Beiderseits der Maas unverändert lebhaftes Artilleriefeuer. festlicher Kriegsschauplatz. Deutsche und österreichisch-ungarische Truppen der Armee des Grafen v. B o t h m e r warfen russische Abteilungen, die nordwestlich von Buczacz (an der Strypa) im Vorgehen waren, wieder zurück. Ueber dreizehnhundert Nüssen blieben als Gefangene in unserer Hand. Im übrigen hat sich die Lage bei den deutschen Truppen nicht geändert. Balkan-Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse. Oberste Heeresleitung. Auch m bfefefnt Jahne hat uns Italien eine Pfingst- ^^nraschnng beschert. Während uns im vorigen Jahre, am ^Nar, das Kabinett Galandra die Kriegserklänu i ig zu- '(WpT 1 ist es nach Jahresfrist sämt seiner Kriegspolttik in die Binsen gegangen. Wir Deutsche können ein Gefühl der Gerrugtuunig darüber nicht uifterdvücken, obwohl wir wissen, daß es für Italien wähnend den nächsten Zeit eine Utn- kehn schwerlich geben wird. Wir spielen die objektiven Zuschauer in der zweifelsfreien Deutung, daß die Lage in Rom verfahren ist, welchen. Weg auch den König, der jetzt wieder das ganze Gebücht der verantwortlichen Beschlußfassung zu tragen hat, einzuschlagen beliebt. Selbst die italienische Presse tappt 'öllig im rnigewissen, wer Salandras Nachfolger werden könnte. Uno in der Tat, es ist ja auch rechtschaffen schwer, aus dem Benh'alten der Kammenmehrheit, die Salandra gestürzt hat, die Konsequenzen zu ziehen. Wessen ist er angeklagt'? Seine Politik den .Kriegführung wurde verdammt: aber sein Hauptfehler ist eben doch, daß er keine Erfolge aufzuweisen hatte. Er muß dafür büßen, daß dre österreichische Offensive das italienische Volk w grausam wachgerüttelt hat. Er war auf seinem Posten un- inoglich, nachdem seine hochtrabendeii Phraseii und Prophezeiungen an der Gewalt der Tatsachen zerschellt sind. Salandra mußte über die militärische Kraft Italiens, über seinen Grenzschutz und die Aussichten feindlicher Angriffe besser Bescheid wissen, als das arme, genarrte Volk, das durch einen Rausch von Hetze und Verblendung in diesen Krieg gezogen wurde. Selbstverständlich gestattet es jetzt die nationale Ehre nicht, daß Italien plötzlich das Schwert aus der Hand legt und wieder mit der Friedenspalme wedelt. Laute und stürmische Worte werden vom König verlangen, daß er einen Mann an die Spitze der Regierung setze, der den Krieg entschiedener, kraftvoller führe. Es ist besonders auch ein Teil der n a t i o n a l i st i s ch e n Gefolgschaft des bisherigen Ministerpräsidenten, die seinen Sturz gewollt und herbeigeführt hat. Wie aber, wenn auch das kommende Kabinett über die Tatsache nicht hinwegkann, daß die ursprünglichen Kriegsziele überdieKraft Italiens hinausgehen? Wenn es Cadorna nicht gelingt, den Feind aus dem Lande zu treiben, wenn die Bemühungen des Heeres in dem jetzigen trostlosen Zustande stecken bleiben oder wenn gar der Feind seine Erfolge noch weiter anÄ- dehnen sollte? Dann ertönt vielleicht der Schrei: Weg mit Cadorna! Und eine weitere Stufe zum Abgrund wäre damit erreicht. Oder der König selbst wird den Boden unter seinen Fußen wanken fühlen und die Revolution wird das Ende sein. Wir wollen uns nicht in'Voraussagungen des Schicksals Italiens vertiefen. Soviel ist gewiß: an Salandra wird das italienische Volk nicht viel verlieren. Denn er war ein Mann der Phrase, so viel er sich auch in seiner letzten Rede, die wir im zweiten Blatt wiedergeben, bemüht hat, das Volk nichts wieder durch einen wurmstichigen Optimismus zu erbittern. Man hat den Eindruck, als habe der scheidende Ninister furchtsam uiiter dem Banne der aufgebrachten Volksleidenschaften gestanden und als habe er das Ergebnis der Abstimmung voraus gewußt. In seiner Rede spiegelt sich die ernste, trostlose Auffassung weitester italienischer Kreise. Wir erinnern uns auch des auffallenden früheren Ansspruchs Salandras, daß die Regierung zeitweise unter einem peinigenden Drucke stehe. Jetzt hat er in der Kammer noch deutlicher sein Herz erleichtert. Nicht nur, daß er die österreichischen Erfolge unumwunden zugab, daß er hinzu- fngte, es wäre kühn, sagen zu wollen, daß der kritische Augenblick vorüber sei, nein — er brachte auch Beschwerden gegeii eigene Volksgenossen vor. Zunächst führte er gegen Cadorna einen Hieb, indem er darauf deutete, daß bessere Vorbereitungen dem Volke den Schmerz erspart habeii würden, zu sehen, wie nach einem Jahre Krieg der Feirrd den Fuß auf italienischen Boden setzte. Sodann klagte er gegeii diejenigen, die Alarmgernchte und düstere Verinutungen ansstveUten, Leute, die sich selbst in den höchsten sozialen und politischen Schichten zeigten. Die Rede Salandras wird in Frankreich und England nicht gerade Freude Hervorrufen. Denn sie legt davon Zeugnis ab, daß man in Jtalieii der eigenen Kraft nicht mehr viel vertraut und daß man auch die Tragweite der russischen Ent lastnngsoffensive nicht gerade sehr hoch eiuschätzt. Bern, 12. Juni. (WTB.) Die italienische Kabinett- £ rt Anzeichen bereits seit Tagen in dem fortschreitenden Abbröckeln der Regierungsstimmen erkennbar waren, ist zu emer überraschend schnell«: Entwicklung gekommen, da Salandra open bar m der Absicht, sich endlich den längst gewünschten Ab' zu schassen, bei der Stellung der Vertrauensfrage ausdrücklich die Abstrmmung über die Budgetzwölftel und übtx das Ver- rmueit von einander getrennt hat. Bei einer Verquickung beider hatte er vermutlich noch einmal kurze Zeit die Entscheidung hin m^zrehen können. Daß er das rricht getan hat, rvirst ein eigenarti Ms Licht darauf, wie hoch die neueste russische Offensive in italieni di'en Regrerungskreisen gewertet werden muß. Salandras Beschuldigung gegen die Oberkitung des Heeres wegen der Verteidigung des Trentino hat obendrein den Entschluß der Gegner Salandras beschleunigt, mit ihm endgültig abzurechnen. Er hat dre Krpenstimmnng sachlich zur Entladung gebracht. Salandras G e gtte r aber sind, >vie betont werden muß, nicht jene des vergangenen Frühjahrs, die ihn, weml sie ihn -auch nicht unterstützten, dock) inder Folgezeit gehalten haben, mn nicht seine unselige Erbschaft zu falscher Stunde antreteu zu müssen, sondern seine eigens n atronali,tische G> e f o l g> s ch a f t und die interventionistischen Parteien. Ter „Secolo" hebt also mit Recht hervor, daß das treue Ministerium Ms den Reihen der Linken kommen müsse. — Dre Kammer hat sich bei der Abstinnnung fast genau tu Rechts und Links gespaltet, sodaß die Giolittiarker des rechten Flügels für die Regierung, die des linken Flügels gegen dre Regierung gestimmt haben. Das neue M i n t ft e r i u m werde ein nationales sein müssen, in dem vielleicht auch einige Minister des bisherigen Kabinetts sitzen, aus dem aber Salandra,' vermutlich auch Sonino, ausgeschaltet sein würden. Aus italienischen Pressest rmmeii ergibt sich, rme aus der parlamentarischen Entwick- wng der .Krise nicht anders zu, erwarten war, daß die Linke das Kabmett bilden muß. Mau dars also incht annehmen, daß Salan- V? a r Abgang eine Aenderung der Polittk Italiens in sich schließt. ^>ein Rücktritt beweist zunächst weiter nichts, als daß man einsiebt, das; die von fernem Kabinett in den Maitagen des Vorjahres verbrochenen Vorteile des Anschlusses an die Entente nicht eingetreten sind, er also das Scheitern seines Programms zugibt. Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien. 10. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlmttbart: 10. Juni 1910. R u s si sch e r K r i egs scha up la tz. Im Gegensatz zum vorgestrigen Tage sind gestern wieder an der ganzen Nordostfrmtt äußerst erbitterte Kämpft entbrannt. Zwischen O k n a und D o b r o n o n tz wurden an einer Stelle acht, an einer anderen fünf schwere Angnrft'e ab- gewteseu, wobei sich unser Schlesisches Jagerbataillon 4kr. 16 besonders hervortat. An der unteren Strypa haben starke russische Kräfte nach erbittertem Ringen unsere Truppen vom Ost- auf das Westufer zurückgedrängt. Nordwestlich von T a r n o p o l schlugen wir zahlreiche russische Vorstöße ab. Im Raume von Luck wird westlich des Styr gekämpft. Bei Kolki und nordwestlich von Czartorysk wurden russische Uebergangsversuche vereitelt. Italieni sch ^Kriegsschauplatz. Vorstöße der Italiener gegen mehrere Stetten unftrer ^»ront zwischen Etsch und Brenta wurden abgewiesen. .. w 3« den bisher gezählten Gefangenen im Angriffsraum und über 1600, darunter 25 Offiziere, dazugekommen. Vor dem Tolm einer Brückenkopf zerstörten nnfere Truppen nach kräftiger Artilleriewirkung die Hinder msse und Deckungen eines Teiles der feindlichen Front und kehrten mit 80Gefaugeneu, darunter fünf Offizieren, ferner mit einem Maschinengewehr und sonstiger Kriegsbeute vor dieser Unternehmung zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Bojusa wurden italienische Pa'romller durch Feuer zersprengt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Felbmarschalleutnant. Wien, 11. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 11. Juni 1916. Russischer Kriegsschauplatz. . . von Ko lkihat der Feind vorgestern abend mit drei Regimentern das l i n k e S t y r - U f e r gewonnen. Er durch deu mnfasseriden Gegenangriff österreichisch-ungarischer Truppen wieder über den Fluß ?ewo rfe n, wobei acht russische Offiziere, 1500 Mann und 13 Maschinengewehre in unsere Hand fielen. Nordwestlich von Tarnopol eroberten wir durch Gegenstoß eine vom Feinde unter großen Verlusten erkämpfte Hohe zurück. Im Nordostteile der B u k o w i n a wlrrde wieder überaus erbittert gekämpft. Der Druck überlegener gegnerischer Kräfte die mit einem auch- bei dieftm Feinde einzig dastehenden rücksichtslosen Verbrauch des Men s ch e n m a t e r i a l s angesetzt wurden, machte es notwendig unsere Truppen dort vom Geqner loszulösen und zu r ü ck z u n e h m e n. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener erneuerten ihre Vorstöße gegen einzelne Frontstellen uird wurden wieder überall rasch und blutig abgewiesen. s . Auf dem Monte Lemerle griffen unsere Truppen dre feindlichen Abteilungen, die sich nach dem Gipfel noch ar- galten hatten, überraschend an, setzten sich in den vollen Besitz des Berges und machten über 500 Gefangene. Unsere Flieger bedachten den Bahnhof von C i v t d a l e Mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs - i_ v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Eines unserer Unterseeboote hat am 8. lau ftnden Monats abends den von mehreren italicnisckien Vr .törern begleiteten großen italienischen H i ff § kreuzer „Princive Umberto" mit Truppen an Bord torpediert. Das Schiff sank binnen wenigen Minuten Flottenkommando. Wien, 12. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 12. Juni 1916. R u s s i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Im Nordosten der Bukowina vollzog sich die Lo«^ lösung vom Gegner unter harten Nachhutkämpfen Eine aus B u e z a c z gegen Nordwest vorgehende feind ttche Kraftgruppe wurde durch einen Gegenangriff deutscher und österreichisch-ungarischer Regimenter gewor en, wobei 13 00 Russen in unserer Hand blieben. Aut er Höhe östlich von W i s n i e o w c z h k brach heute früh ein tarker russischer Angriff unter unserem Geschützfeuer zu- ammen. Oestlich von Kozlow hoben unsere Streiffommandos einen vorgeschobenen Posten der Russen auf. ^or^westlich^ von Tarnopol wird fortgesetzt heftig ge kämpft. Die mehrfach genannten Stettunoen bei W o r e b i o w k a wechselten wiederholt den Besitzer. An der. I f w a und in Wolhpnien herrschte gestern verhältnismäßig Ruhe. Westlich von Kolki schlugen imsere Trupven einen russischen tt eb e r g a n gsv e rsu ch ab. Hier wie überall ^lttsprechen dem rücksichtslosen MastenauftpPot des Feinde- auch seine Verluste. Italienischer KriegsschüuPlatz. Die Lage aus dem südwestlichen Kriegsschauplatz ist un- verauöerr. In den Dolomiten und an unserer Front zwischenBrentaundEtsch wurden die Italiener, wo sie augriffen, ab gewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. ^ Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v Höfer Feldmarschalleumant. EreignissezurSee. Ein Geschwader von Seeflugzeugen hat in der Nacht vom 11. auf den 12. Juni die Bahnstrecke San Dona Me st re und die Bahnanlagen in Me st re ausgiebig mit sichtlich gutem Erfolg bombardiert, mehrere Volltreffer in die Lokomotivremise erzielt und auch das Arsenal in Venedig nrit einigen Bomben belegt. Trotz heftigen Abwehrfeuers sind alle Flugzeuge eirrgerückt. Flottrnksmmando. Der türtifthe Bericht. Kvmftanlinvpel, 10. Juni. (WTB.) Das Hauptquartier teilt mit: Von der Jrak'frvnt keine Meldung von Bedeutung. KEiu koffus front: Ans dem rechten Flügel unb in der Mitte ferne Handlung von Bedeutung. Auf dem linken Flügel wurden verschiedene überraschend ausgeführte Angriffe des Feindes mdr unsere vorgeschobenen Stellmrgen a b ge schlagen. Die Russen verloren in diesen Kamps«: mehr als H: ordert Tote undi Verwundete und einige Gefangene. Unser Artilleriefeuer vertrieb ein feindliches Schiff, das sich'an der Meerenge Alamboghaz nördlich von Kuchada näherte. Zwei feindliche Schiffe warfen ohne Erfolg einige Granaten auf Kentek nördlich von Bodrum und auf die Umgebung von Mekri. Sie Fegen sich darauf zurück. Ein feindliches Schiff beschoß in der Nähe von Jaffa das an der Küste weidende Vieh. Konstantinopel, 11.Juni. (WTB.) Amtlicher Bericht vom 29. Mai türkischer Zeitrechnung: AndarJrak-Frontim Abschnitt von Felah: e bombardierte unsere Artillerie gestern verschiedene Punkte der feindlich«: Stellung. Z wa: f e i n d l i che Ka nonenboote, die nicht entfliehen konuLen, wurden binrri) die Explosion von Artilleriemunition, die sie an Bord hatten, in die Luft gesprengt. Drei gpoße, von diesen Kaiwnenbooten gezogene Schlepper, die el>ensalls mit Artilleriemunit io r : beladen ioaren, wurden versenkt. Außerdem! wurde durch unsere Artillerie an. Bord von . vier mit »Explosivstoffen beladenen Schleppkähnen ein Brand s>ervorgerufen. Die Mhne konnten sich nur dank der Strömung retten. Bier große Mu nit ionsde po ts, die sich am Ufer i>e* Fluss, s befmiden, wurden vollständig in die Luft gesprengt. Durch Ine Explosion der Geschosse, die sich dort befanden, entstand ein Brand in dem Lager eines feindlichen Bataillons, das vollkommen zerstört wurde. Bei einem Zusammentreffen mit dein Feinde in der Gegend von S chendinan (?) wurde die feindliche Kaval lerie in der Stärke von Mehr als tausend Mann vollständig vernichtet. Nur einer ganz geringen Anzahl von Feinden gelang ds!, ffch zu retten. ViK Bi eh, Telephonapparate und Ponton material, sowie eine große Menge von Gewehren und Munition wurde von uns erbeutet. An der Kaukasus-Front keine Veränderung. Ern feindlicher Flieger, der Fotscha im Abschnitt von Smyrna überflog, twurde durch unser Artilleriefeuer in die Flucht gejagt. Ein feind- slichcr Monitor schleuderte aus der Höhe von Fotscha gegen die -Gewässer der Bai von Hadjiloe (?) 20 Oieschosse, ohne eine Wirkung zu erzielen. Andere feindliche Kriegssahrzeuge eröffiwt«: ein wirkungsloses Feuer gegen die Höhen östlich der Insel Keuft«:. Am Nachmittag des 29. Mai (türkische Zeitrechnung) bombardierte ein feindliches Kriegsschiff den Hafen Kala- int-afi in dem Distrikt Kasch. Eine Christi:: wurde getötet, sonst aber kein Schaden angerichtct. Bon der russisch-rumänischen Grenze. Bukarest, 12. Juni. lWTB. Nichtanttlich.) Nachdem am Freitag etwa 40 russische Reiter auf rumänisches Gebiet geraten und dort entwaffnet worden waren, rückte in der vergangenen Nacht ein Kavallerieregiment über den Pruth auf rumänisches Gebiet. Die rumänischen Truppe:: in Botoschan .erhielten Befehl, die Räumung zu verlange:: mrd nöttgenfalls zu erzwingen. Die rumänische Negierung erhob Einspruch beim -hiesigen russischen Gesandten :md beauftragte den rumänischen -Gesandten in Petersburg, bei der russischen Regierung gegen die Gebietsverletzung Verwahrung einzulegen. Die Franzosen aus Thasos. London, 10. Juni. (WTB.) Das Neuterfche Bureau meldet aus Athen: Nach einem Telegramm aus Kawalla haben die Franzosen die Insel Thasos besetzt. Die Kriegsausgaben Frankreichs Paris, 12. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Der Berichterstatter der französischen Heereskommission, Raoul Peret, hat seinen Bericht über die Finanzlage der Regierung vorgelegt. Aus demselben geht hervor, daß allein für die ersten neun Monate des Jahres 1916 die Ausgaben höher sind als für das ganze Jahr 1915. Man könne bei einem konstanten Monatsdurchschnitt die erforderlichen Gesamtausgaben für 1916 auf mehr als 31 Milliarden veranschlage::. Am Jahvesfchluß tverde man, nach Perets Berechnung ungefähr 63 Milliarden seit Beginn des Krieges ausgegeben haben, davon für Kriegszwecke über 48^2 Milliarden. Der Seekrieg. Berlin, 13. Jwn. Wie verschiedenen Müttern aus Sofia -gemeldet wird, versenkte vor Sebastopvl ein türkisches U - Boot fünf von dort ausgelaufene russische Transportschiffe, die mit Munition und Kriegsgerät nach Erzerum be- .stammt waren. Die Mannschaften wurden gerottet. Die amerikanischen Präsidentschaftskandidaten. Amsterdam, 10. Juni. (WTB.) Nach einer Reutermeldung .laus Chicago hat der republikanische Konvent Hughes beinahe einstrmmrg nvminrert. Tie Pro g ress:sten nominierten Rvoffevelt durch Zuruf. — Eine tveiterc Reutermeldung besagt: Dre Republikaner haben Fairbanks für die Vize- (p-räf:dentschaftUDm:niert. Hughes er hielt 9 1 9 Stim- m e n, lvovauf die Nomination einstimmig erfolgte. Hugheshat Hie NominatiD-n angenommen. Washington, 10. Juni. (WTB.) Hughes sagt in einer Mepesche, in der er seme Nominierung als Präsidentschaftskandidat Her Republikaner annimmt, er hätte es vorgezogen, Richter zu Kleiden, aber es sei ferne Pflicht, der Aufforderung in dem tritt - Men Zettpunkt der nationalen (beschichte zu entsprechen Er trete die entschlossene Aufrechterhaltung der Rechte der aniettkonischen r&fogp zn Land und zu See ein. Die auswärtige:: Beziehung«: »er Berm»,gten Staate:: litten unberechenbar infolge der Scbtväche in* 7 **/* 5 Schwankens der Politik Mexiko gegenüber Er billige «sag ^ÄassiBSÄf' Zwei neue Levensmttteiverorsnungen. Berlin, 10. Juni. Im Reichsgesetzblatt werden zwe: Verordnungen veröffentlicht, die der Präsident des Kriegsernährungsamtes bei seiner Rede im Reichstag angekündigl halte. Die eilte betrifft das Versütterungsverbot für Kar-» toffeln und die andere bezieht sich auf die Fettversorgung. Berfütterungsverbüt für Kartoffeln. § 1. Born 10. Juni 1916 ab dürfen Kartoffeln nicht mehr versüttett werden. Der KonrmunalDerbenfr regelt die Zulassung! von Ausnahmen. Ausnahmen dürfen nur bewttligt werden für Kartoffeln, die sich nachweislich zur menschlichen Ernährung nicht eignen. § 2. Viehbesitzer dürfen bis 15. August 1916 an ihr Vieh insgesamt nicht inehr Erzeugnisse der Kartoffelbrennerei verfüttern, als aus ihren Viehbestand bis zu diesem Tage nach folgenden Sätzen entfällt: an Pferde höchste::» 2 1 / 2r Zugkühe höchstens IV 4 , Zugochsen höchstens l s / 4 , Schweine höchstens 1 / 2 Pfund täglich. Die Kommunalverbände können das Verfüttern dieser Erzeugnisse Wetter beschränken oder ganz verbieten. Kartoffelstärke und Kartoffelstürkemehl dürfen nicht versüttett werden. § 3. Mit Gefängnis bis zu eurem Jahr oder mtt Geldstrafe bis 10 000 Mk. wird bestraft, wer den vorstehenden Bestimmungen zuwiderhandett. Bei vorsätzlicher Zuwiderhandlung gegen §§ 1 und 2 ist der Mindestbettag der Geldstrafe gleich dein zwanzig- fachen Wette der verbotswidrig verfütterten Menge. Futter- und Fettversorgung. si 1. Bei Ausbringung des Fleischbedarfs nach der Verordnung vom 27. März 1916 ist Borsvrge W taffta, d-ch Sffi&e, di- totH. P^f' K,Ö T i *ü xt zugsweise zur Milcherzeugung geeignet sind, nicht zur Schlachtung kommen. Die Landesze:ttralbehörden erlassen die näheren Bestimmungen. § 2. Besitzer von Milchkühen, die im Mai 1916 Milch an die Molkereien gelrefett haben, sind auch, soweit eine vertragliche Verpflichtung zur Wetterlieserung nicht besteht, verpflichtet, die Milch auch künftig an die bisherigen Abnehmer zu liefern. Sie haben nronatlich mindestens so viel Milch zu liefern, als dein Verhältnis der im Mai gelieferten Milch zu der gesamten von ihnen im Mai erzeugten Milch entspricht. Die bisherigen Abnehmer haben die hiernach zu liefernde Milch abzunehmen. Die Vorschrift in Abs. 1 findet keine Anwendung, soweit der zur Lieferung Verpflichtete ans Grund eines mit einer anderen als der im Mai belieferten Molkerei abgeschlossenen Vertrages an die elftere Molkerei liefert. § 3. Die höhere Verwaltungsbehörde kann zur 2Lbwcndung von Notständen Besitzer von Kühen ihres Bezirks, die bisher ihre Milch nicht an Molkereien geliefert haben, zur Lieferung der Milch an eine Molkerei anhalteu. Tie Aufforderung ist nicht auf solche Milch zu richten, deren der Besitzer zum Verbrauch im eigenen Betrieb bedarf. Die höhere Verwaltungsbehörde bestimmt erforderlichenfalls die Molkerei, an die zu liefern ist, setzt den Preis und die Lieserungsbedingmrgen fest und entscheidet über Streitigkeiten, (die sich aus dev Lieferung>ergcben., Ihre Entscheidung ist endgültig. £ 4 bestimmt, daß bei Eintritt von Notständen durch Milch- knappheft Molkereien zur Lieferimg von Voll- und Magermilch an bestimmte Gemeinden angehalten werden können. § 5 erweitert die Verpflichtung der Molkerei«: zur lieber- lassung von Butter dahin, daß bis zu 50 v. H. der im Monat hergestellten Butter mengen zu überlasse:: sind.' Sowett bei Inkrafttreten dieser Verovtnurng das Verlang«: auf Ueberlassung der in: Monat Juni.zu lieier:ft«: Mengen bereits gestellt ist, rann es bis zum 15. Juni 1910 bis auf 50 v. H. deEilcherzeugung erhöht werden. Vom 1. Juli 1916 ab wird die Lieferungspflicht erstteckt auf Molkereien, bei den«: im Jahre 1914 50 000 bis 500 000 Liter Milch oder eine «sprechende Menge Rahm eingeliefert worden sind. Sie habe:: die vorgefch,riäbene Anzeige zum ersten Male am 1. Juli 1916 zu erstatten. Die unteren Verwaltungsbehörden haben der Zentraleinkaufsgenossenschafi m. b. H. in Berlin iAbtettung In landsbutter) bis ziun 20. Juni 1916 die Molkereiei: ihres Bezirkes mttzutetten, die. :urch der ^Vorschrift in Satz 1 dieses Llbsatzes überlasftuuftchlichttg iverden. 8 6 bestimmt, daß Molkereien vom I.Juli 1916 ab Butter :urch Orten innerhalb des Deutschen Reiches Mtt der Post oder Eiserttiah:: außer an Behörden sowie an Kaufleute zun: Weiterverkauf nur gegeo: vorherige Einsendung eines Bezugsscheines verschicken dürfen. Zur Ausstellung eines Bezugsscheins sind nur solche GoMmttoen berechfigt, die den Verkehsr mit Speisefett nach §7 geregelt haben. Der Schein ist von der Geineindebehörde des Bezirks anszustellen und darf nur über die Merken lauten, die den: Bezieher (Selbstverbraucher), Anstalten, Gast- und Speisewittschaf- ten und den Angehörigen seines Hmrshaltes nach der für seine Gemeinde gültigen Verbrauchsregelung in der Zeit, für die Butter bezogen werden soll, znfteht. Jeder, der vom I.Juli 1916 ab Butter mit der Post oder Eisenbahn versendet, ist verpflichtet, auf der Verpackung in deutlich sichtbarer Wefie seinen Namen und Wohnott oder seine Firma und deren Sitz anzugeben und die Sendung als Buttersendung unter Angabe des' Ofewichts der Butter zu kennzeichne::. Molkereien sind verpflichtet, über Bezug und Verarbeitung von Milch und Rahm sotoie über Abgabe von Butter, Butterhändler über Bezug und Absatz von Butter Mich zu führen. Das Kriegser::ährungsamt oder die von diesem bezeichnete Stelle karm nähere Vorschriften hierüber erlassen. § 7 ordnet an, daß Gemeinden über 5000 Einwohner, soweit dies noch nicht gesckilche:: ist, bis zuM I.Juli 1916 den Verkehr mit Speisefett :n ihrem Bezirk und den Verbrauch regeln. Sie haben zu diesem Zn»eck a) anzuordnen, daß alle in dem Bezirk em gehend«: Buttermengen der Gemeindebehörde unverzüglich anxuzeigen sind- v) Speffefettkarten auszugeben.; c) Die Abgabe von Sperfisett im einzelnen ^zu regeln, erforderlichen Falls die Verbraucher bestimmte:: Abgabestellen zuzuweisen, und der«: Einttagiulg in Kunden-Listen vorzuschreiben. Das Ktiegsernährungsanrt oder die von diesem bezeichnete Stelle kann Grmtdsätze über den Verkehr mit Speisefett und den Verbrauch crufstellen. Ms Speisefett im Sttrne dieser Vorschrift gelten nur Butter, Butterschmalz, Margarine. Speisefett, Schweineschmalz und Speiseöl. 8 8 ._ Die Gemeinden über 5000 Einwohner können anvrd- nen, daß die Vollmilch, die in ihren Bezirk gelangt, entrahmt und verbuttert wird. Die Anordmmg darf nicht erstreckt werden auf Vollmilch, die zur Ernährung von stillend«: Fvamm, Kindern, Säuglmgen und Kranken erforderlich ist. 8 9. Die höheren Ver:valtungsbehörden können^ Ausnahmen von den Vorschrift«: der §8 6 und 7, die unteren Verwaltungsbehörden Ansnahmen von den Vorschriften in 8 2 zulassen. Tie Berordnmrg ist am 8 . Juni in Ktafi getreten. Zuwiderhandlungen weiden mit Gefängnis bis Ku einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. am 9. Juni ds. Js. den Vorstand des Finanzamts! Finanzrat Julius Walther zu Heppenheim zum Ans Hessen. Festsetzung von Höchstpreisen ftir Ferkel. Die Abg. Nebel uich Lang haben in der Zweiten Kammer folgenden Antrag gestellt: Die Zweite Kammer wolle beschließen, die Großh grerung zu ersuchen, schleunigst die Festsetzung Höch st preisen für Ferkel herbeizuführen. Retz o n ** Ans Stadt rrnd Land. Gießen, 13.. Juni 1916. Amtliche Personalnachrichten. Der Grvß- Herzog hat am 9. Jami dem Hofmeiereipächter Will,. Schwarz zu Tarmstadt den Charakter als Oekonomierat erteilt. — Der Großherzog tzat am 20 . Mai ds. Js. dem Weichensteller in der Hess:sch-Preutzischen Eis«chahngenleinschafi, Friedrich Engel zu Gustavsburg, aus Anlaß seiner am 1. Juni ds. Js. erfolgten Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeich«: mit der Jnschnist ^Füx treue Disrste" verüchw. « Der Gro ß- Herzog hat .Heppenheim, Vorstand des Finanzamts Offenbach I ernannt. —In den Ruhestand versetzt wurde der Bahnwärter in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschast, Georg Rathgeber zu Maricnborn, vom 1. Juli 1916 an. ** Das Hessische M i l i t ä r - S a n i t ä t s k r e u z a:n Bande der Tapserkeitsmedaille erhielt der Kriegsfreiwillige Rudolf Werner aus Gießen. ** Robert Sommer-Garten der Universität Gießen. Ter von Herrn Geheimen M^izinalrat Professor Dr. Sommer und seiner Gattin an gekaufte und eingerichtete Garten am Gleiberger Weg hat den Nam«: Robert Sommer- Garten der Universität Gießen erhalten. Er ist in erster Linie für die Universitäts-Angehörigen, in zweiter aber auch für Freunde der Universität besttmmt Und soll den Verkehr zwischen der Dozentenschaft, den Assistenten und den Studierenden an einer der am schönsten gelegenen Stellen der ire:mdlich«: Umgebung der Stadt Gieß«: enllvickeln und die geselligen Beziehung-«: z,vischen den Angehörigen der Universität und ihr«: Freunden fördern. Zur Pflege und Unterhaltung des Gartens und zur Ausgestaltung seiner Anlagen ist eine Gesellschaft in der Bildung begriffen, die aus Mitgliedern und Freunden der Univcmtät besteht. Ihr V o r ft a n d wird aus dem engeren Vorstand des (darteirs selbst und aus gewähllen Mitgliedern der 0)esellsck»aft zusammengesetzt. Der jährliche Beitrag beträgt her ikdes i'Ritglied 3 Mk., für Studierende 1 Mk., für studenttscl-e Verbindungen 3 Mk. Von Nichtangehörigen der Universität wird ein Einttittsgeld von 20 Mk. erhoben. Das Geschäftsjahr läuft mit Rüchicht auf den Beginn des 1. Mai bis 30. April. ** Z^r Zucker Versorgung. Um hervor getretenen Zweifeln zu begegnen, wird darauf hingew-iesen, daß die Bestimmungen über die Anrechnung vorhandener Zuckervorrüte eine Aenderung nicht erfahren haben. Eis bleibt daher bei der bei der Ausgabe der Zucker karten eingefiihrten Regelung. Nach Mitteilung der Einkcrufsgesell- schaft für das Großherzogtum Reffen ist das Eintreffen des Einmachzuckers in etwa einer Woche zu erwarten. Der Beginn der Ausgabe dieses Zuc^rs wird bekannt gemacht. Nachfragen vor diesem Zeitpunkt sind zwecklos. ** -3) a fin gstwe tter ließ diesmal, von wenigen Lrchtblicken ^abgesehen, alles zu wünschen übrig. Eine Reihe von Regentagen hatte sich in der Woche vor den Feiertage:: die Hand gereicht. So glaubte rrkarl erwarten zu dürfen, daß diese selbst mit dem gewohnten Psingstsonnenscheine begnadet würden. Es hat sich auch heute am dritten Feiertage noch nicht ausgeregnet, und die Regenfaden häng«: dicht und grau vom Hiiumel herab. Ar: den beiden ersten Feiertagen glaubte man im April zu sein, so unbeständig folgte Regen auf Sonnenschein Am tollsten lvar es jedoch an: Montag nachmittag, als nach scheinbarer Aufklärung etn kurzes, heftiges Gewi tt er einsetzte, von einen: minutenlang andauernde:: Hagelschlag starker .fivrner begleitet. Welche Verheerimgen in den Gärten und Jeldern dadurck) an gerichtet wurden, ist noch nicht abznsehen.' Heute morgen kagen die Anlagen voll abgeschlagener Blätter und Blüte::. Bon einem eigentlichen P sing st verkehr war wenig zu merken. Der Bahnverkehr war trotz des stärkeren Urlauber- Verkehrs ohne Doppelzüge zu befvältigen. Nur gestern abend, als die durchnäßten Ausflügler nach Hause strömten, war der Andrang zu den Zügen zeitweise außerordentlich stark. ** Da s Kreiskomitee für R-otes Kreuz rrnd Kriegshilfe schreibt >uns: In unserer dinch den Gießener Anzeiger vom 8. Juni 1016 erfolgten Veröffentlichung über ern- gegangene Geldsi>end«: ist zu berichtigen, daß der Betrag von 50 Mark aus Leihgestern durch die Ksiche und nicht durch den Ortsausschuß eingeliesert worden ist. Ferner ist ergänzend a::zu- fügen, daß in d«n fraglichen Zeitraum noch eingegmrgei: 1. Für erblindete Krieger: durch die Konfirmanden von 1916 xu Leihgestern 21,80 Mk., durch die 1. Schulklaffe zu Lang-Göns 15 Mk.: 2. für heimatlose ^erieger: durch die 1. Schulklaffe zu Lang-Göns 15 Mk. ** Zurückstellung Militärpflichtiger. Bei der außerord«:tlichen 5>äusu::g der Ge su ch e u m Z urü ck st el l u n g Militär-un dLand sturm! Pflichtiger vom Militärdienst und uw Beurlaubung und Versetzung dienender Mannschaften wird, um die rasche Erledigung dieser Gesuche zu gewährleisten, darauf hingewiesen, daß diese niemals unmittelbar bei dem stellvertretenden General- Koiumando, dem Truppenteil oder b x em Bezirkskommando, so ndern (durch Vermittelung der Großh. Bürgermeistereien) bei dem Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission einz urei chen sind. Sofern dieser Weg nicht eingehalten wird, haben es sich die Gesuchsteller selbst zuzuschreiben, wenn die Erledigung der Gesuck>e hierdurch eine erhebliche Verzögerung erleidet. Bei Abfassung der Gesuche ist darauf Bedacht zu nehmen, daß die Namen der Gesuchst^ller deutlich geschrieben werden, der Wohtchitz genau angegeben, bei eingestellten Rell a nri ert«: der Truppenteil klar bezeichnet ist und daß Gesuche, die Mehrere Leute betreffen, in einem Schreiben zu vereinigen, diesem aber Sorwerliften nach B^irkskomMandos oder Truppenteilen getrennt, beizulegen find. WMter wird darauf aufmerksam gemacht, äch durch Erinnerungen und- Einreichung ztveiter Gesuche, bevor das erste entschieden ist, nicht nur keine raschere Erledigung der Gesuche erzielt, sondern häufig sogar durch die dadirrch notwendige Verbindung der Akt«: eine Verzögerung verursacht wird. Mle Gesuche werden Mit der größten Beschleunigung bearbeitet, verlang«: aber zur Erledigung eine gewisse Zeit, da eine Zurückstellung, Versetzung oder Beurlaubung nur ausgesprochen rverden kann, wenn nach Anhörung der Behörden und Sachverstärwigen die dringendste Notwendigkeit nachgewiesen ist. Was insbesondere die Gesuche um Zurückstellung betrifft, so wird daraus Hrugewiesen, daß jeder kriegsverwendungsfahige Mann der Front z«^ geführt werden muß. Die Zurückstellung kriegsver- wendungsfähiger Personen kvm: daher nur in tum aller- dringendsten Fällen^ erfolgen. Aber auch solche Personen, die nicht kriegsvenvendungsfähig, sondern nur garnison - oder arbeitsverwendungsfähig sind, köirnen nur bann zu- rückgestellt werden, wenn das öffewliche und volkswirtschaftliche Interesse wesentlich höher ist wie die rnAitärffche Verwendungsfähigkeit des Reklamierten. Dementsprechend ergeht an die Arbeitgeber die dringende Aufforderung, den erforderlichen Ersatz in erster Linie durch Einstellung Militärfreier .Kräfte, z. B. Frauen zu beschaffen. Rur wenn alle Mittel zur Besckfaffungmilitärfreier Leute nicht zuM Ziele gefiihrt haben sollten, kann eine Reklamation Wehrpflichttger, d-ienur garnison- oderarbeitsverwendungsfähig sind, in Betracht kpMmen. ** Tie Ge st ellung der bedeckten Wagen im öffentlichen Güterverkehr ist in letzter Zeft befriedigend gewesen: nennen^rerte Wagenausfälle sind nicht entstanden. Die Gestellungsverhältnisse der offenen Wag«: unterliegen zwar immer noch nicht unerheblichen Schwankmig«:, doch wird es voraussichtlich gelingen, auch bei ihnen größere Schwie-igkeit«: in der Gestellung bis aut weiteres zu vermeiden. Es empfiehlt sich daher für die Verkehrstreibenden, die jetzige ruhige Verkehrszeit zur Regelung ihrer Bezüge und zur Ergm:zung und Ansammlung von Vorräten nach Möglichkeit anszunUtz«:. Hierdurch! )vird die vorw^sichtlich im Spätherbst wieder einsetzende Zeit des stärkeren Verkehrs entlaste:. Auch Verlegenheften bei plötzlichen Verkehrsbehinderungen, mit deren Entrewn unter den vor liegeichen Verhältnissen selbstverständlich nach wie vor gerechnet werden muß, können durch, das Anhäufen ausreichender Vorräte sicher vermied«: rverden. treue Dien st e par an: ersten Feiertage Katarinchen Klinke! von Lollar der Familie des Hoflieserantcn Heinrich H e t t l e r geleistet. Vor 25 Jahren kam die Jubilarin als Hausmädchen in die Stelle, sie hat die Kinder in der Fainilie mit erzogen und 5at sich durch warme Anhänglichkeft an die Herrschaft besonders ausgezeichnet. Das Haus Hettler hat den Ehren- tag der ^uottavui mcl)t vorudergeyett lauan, ohne He eut Geschenk 51 t erfreuen. ** Die AusL a hlu ng der Fa mr 1 renunterstutzun -- (iou an bk Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für 16. bis Ende Csitni 1916 fiitbrt statt: An diejenigen, deren Namen beginnen mit A —H Dorurerstag, bcn 15. Juni, J~R Freitag, den 16. Juni, S—Z Samstag, den 17. Iran. Tie Untergen dürfen nur an den vorgenannten Tagen äbgehvlt werden. Näheres siehe Vekarmlmachimg. ** Spargel-Perkauf. Unter Voraussetzung, daß regel- nlästige Lieferung erfolgt, werden Spargeln abgegeben gegen Bor- »amict der Auc>weiskarte in tveister Farbe am 15. Juni, gelben Farbe' am 17. Juni, weißer Farbe am 20. Juni. Ferner gegen Vorzeigung der Ausweiskarte in gelber Farbe am 22. Juni, blauer Farbe am 24 Jmri Näheres ist aus einer amtlichen Bekannt- maämng im Anzeigenteile dieses Wattes KU ersehen. " P 0 st s 6 ) e ck v e r k e li v. Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Postscheckkunden Ende Mai 1916 auf 12|0 230 gestiegen. Ruaaita im Monat Mai 1977 .) Aus den Post checkrechmmgen wurden im Mai gebncht 2422 Millionen Mark Gutschriften und 2437 Millionen Mark Lastschrülen. Bargeldlos wurden 2723 Mtl- ltonen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtguthaben der Postschecttnnden betrug int Mai durchschnittlich 309 Millionen Mark. Int lieber,veisungsverkehr mit dem Auslande wurdet 6,1 'Millionen Mark umgefeht. ** Der Lriegsausschust für Verb rauchsinte essen in Griesten .(Vertretung von 30 wirtschaftlich tätig OrgamstrtionLN) hat an den Präsidenten des Reichs-Ernährungs achtes, Oberipräsidenten von Batvcki-Bledau, folgende Ern gäbe gerichtet, die wir au dieser Stelle veröffentlichen wollen, wer! die Unterlagen der Eingabe aus unserem lGrnähtungsbezirke eirt- iwmmen sind, irnd die Anregungen, die sie gib-t, auch dann allgemeines Interesse beanspruchen, warn sie nicht zur Ausführung stomnren sollten. Ew «Exzellenz wollen nitterzeichnetem Ausschuß« gestatten, über eine gerechte Verteilung der slärhruugsmittel folgendes vorzutragen: Daß die vorhandenen Lebensrnittel zur Volksernährung geizigen, wenn eine gerechte Verteilung stattfindet, davon sind wrr überzeugt. Ter Erbitterung weiterer Bevölkerungsschichten ent- geq-enznwirken, dürfte ebenso wichtig sein, wie die eigentliche Kriegs- sührnng. Die Mnssenansammbrngerr vor den Lebensmittelgetchästen dürfen nickt noch größeren Umfang nehmen. Welchen Eindruck weiten diese A n s a m m 1 u ng e n auf die vi^ffach vorübergefüh-rte^t Gesangemm machen? Der Fleischgenuß kann imzwmfelhasl etn- geschrÄkt werdet:, wenn es pti Turchhalten erforderlich ist. Eine Zwangsregelnng derart, daß obtigatorischl allerorts so viele numerierte Nah rungsmitte Harten verausgabt 'werden, üme tatsächlich Mengen zur Verfügung stehen, ist unb^ingt forderlich. Gbensv sind die Verkaufszeiten und -Stellen nach N ummern z«u regeln. Haus-fch lach turn gen müssen unter strengere Kvntrotwn ^ (gestellt und den. Haushaüungen dürfen dabei nicht mehr Flepch, Fleischworen Fett znstehm. wie sie im allgemeinen sonst der BevöKerung Futeil werden. Als ungerecht empfindet ma n^eä, v ast die ländllck^ Bsiölkerrrng aus der Gerste beliebig viel Brotmehl hat. dagegen die sonstigen Verbraucher einschl. unserer Soldatest sich mit der ihr zugeteillen Ration begnügen müssen. .... Bwtter und Eier müssen der Bevölkerung gleichmäßig zugeteitt werden, während jetzt nur derjenige Butter und Eier erhält, dem es an Zeit und Ausdauer nicht mangelt, m stundenlangem Gedränge sich ein Viertelpfündchen Butter oder ein paar Eier in öfterer Wiederkehr von der Verkaufsstelle zu erobern. Auf dem Lande stnd noch große Mengen Landbutter rnrd Eier, die nach Belieben abgegeben oder vom Händler ausgekauft und nach den StÄchen zu wahren Fantasiepreisen verbracht werden. Anderseits ziehen Städter, selbst unter Außerachtlassung aller Vervrdnnngeu scharenweise aufs Land, um in vevabscheunngswürdrger Weise unter gegenseitigen Ueberbietungen Butter und Eier einz-ukaufen. Es ge- i'ditrfrt di^ auch da ganz öKentlich und fast unbehindert, wo Höchstpreise bestehen. Uni dem vorKnbeugen, sind wohl auch so manckie partikularistische Ausfuhrverbote entstanden. Schließlich überbot ein Kreis oder eine Stadt die andere mit Anreiz-Höch-stpr et sen zur Lebensmittelheranlockung oder Abhaltung von Nachbarmärkren. Das sind uiiwürdige Zustände, die ohne Zögern abgestellt werden müssen. Wenn auch jeder Zwang sin allgemeinen zuerst lSstig erscheint, so wirkt er schließlich doch äußerst wohltuend für jeden einigermaßen sozial deiikenden Menschen. Im Interesse der Durchhaltung sind einheilliche Zwcmgsmaßiiahmen unerläßlich. Das Ein Hamstern von Nahrungsmitteln müßte verboten werden. Nicht allein, daß solche eingehamsterten Mengen der gerechten Verteilung entzogen werden, sie verderben auch vielfach durch Mangelnde Einrichtungen und Erfahrungen. Es erregt große Erbitterung, daß diefemgeti, die Geld genug, und destoweniger Gewissensskrupel haben, sich reichlich versorgen könrten, andere dagegen verzweifelten Aiisblick nach Lebensmitteln halten. Letztere treten stets in die Reihen der Unzufriedenen, Machen sich mehr oder weniger laut bemerkbar und regen andere ebenso an. Damit wird dem unbedingt nötigen Durchhalten entgegengewirkt. Wohl un- beabsichtigt haben seitlsier Milckärverwaltungen Aufkäufe mit Ueber- schreitung der Höchstpreise gemacht, was vermißen werden sollte. Der Zwischenhandel, hauptsächlich derjenige, wo Lebens- Mittel nur von Hand zn Hand gehen, um jedesmal einen Verdienst herausMschlageu, der die Lebensimittel schließlich ungewölmlich der teuert, wußte verboten wmden. Es wären daher folgende MahnahlMen dringend erforderlich: . ^ t 1. Alle bestehenden Höchstpreise für die Lebensmittel mtd anfznheben und dafür möglichst übereinstimmende Sätze anfzusteilen, die wesentlich niedriger sind, als die jetzt in partikular,sttscher Werse entstandenen Anreizpreise in den StKüen. Der Zwischenhandel ist zu verbieten. Auch die Militärverwaltungen haben sich an die Höchstpreise zu halten. ^ . - 2. Soweit es noch nicht geschehen, srnd Einkaufsorganr- sationen zwangsweise zu hüben. Für Butter und Eier z. B. sollten die schon früher den Handel ausübenden Händler demrt organisiert werden, daß sie allein berechtigt siiid, Butter und Eier aufzukausen und nach Weisung der Zentrale gegen^ angeme ssen« Vergütung abzuliefern. Privatpersonen sollte das Kaufen direkt vom Erzeuger verboten sein. 3. Erzeuger und Verbraucher sollen nur berechtigt fern, pro Hcrushaltungsmitglied (oder Gast in Gast- und Speiseh äusern usw.) eine festzusetzende s 3Jbmgc von Lebensmitteln im Vorrat zu haben 4. Die Gerste sollte auch beschlagnahmt bezw. nur im Verhältnis der zustehenden Brottation belassen tverden. Zu Futterzwecken, würde die Gerste nur als Kleie wieder zuzu teilen sein, well sie sonst doch nur zur Stteckung des Brotgetreides Verwen dimg findet. 5. Für die hauptsächlichsten Lebensmittel sollten numerierte Bezugskarten nur im Verlstlltnis der zur Ver sügung stehenden Mengen ausgegeben werden. Die Abgabe der Lebensmittel hätte in nach Nunnnern bestimmten Zeiten und ^ Verkaufsstellen zu erfolgen. Wir sind überzeugt, daß die Durchführung der vorstehend empfohlenen Maßnahmen möglich ist, wenn sie von maßgebender Stelle angeordnet wird, und hoffen gerne, daß Ew. Exzelttnz das Erforderliche baldmöglichst einleiten werde. In aller Hochachtung Valentin Müller, Vorsitzender. Kreis Büdingen. sc. Büdingen. 12. Jirni. Der Kreistag genehmigte den Kreislässenvoranschlag für 1916 mit 408 789,17 Mark in Einnahmen und, Ausgaben und setzte die Kreissteuer wie in den Vor fahren auf 190 000 Mark fest. — Der Kreis l>at bis jetzt an Fä milienunterstützungen in 3452 Fällen Bewilligungen eintreten lassen, 480 Fälle abgelehnt An Reichsunterstützungeu wurden 1.221 060 Mark und an Preiszuschüssen 210 280 Mark gewährt In 142 ^Fällen wurden 12 294 Mark Wochenhilfen verausgabt Zur Bestreitung dieser Aufwendungen nahm der Kreis insgesamt 1502 000 Mark aus A Kohden, 12. Juni. Gefreiter Otto Uhl von hier, Fahrer im Feld-Artillerie-Regiment Nr. 61, 2. Batterie, erhielt die Hes' Tgvkerk?itsmedcl!l.", A U n ter*(betynu 11 en, 12. Jumi. DiVMstchlfehvLen sich in unserer Gemarkung! so vermehrt, daß sie zu. einer wahren Plage werden und den Geflügelzüchtern sehr großen Schaden verursachen. In der letzten Woche sind etwa sechzig Hühner ans unserem Dorfe von Füchsen geholt worden. Am Hellen lichten Tage holte ein Fuchs eine Henne mit sämtlichen Kücken. Auch den Elstern fällt manches Küchlein zur Beute; sie treten in diesem Jahre in hiesiger Gegend ebenfalls sehr zahlreich auf. Der Schaden ist in der gegenwärtigen Zeit doppelt empfindlich. Hoffentlich Helsen die Jagdpächter bald dieser Plage ab; ein Jäger erlegte am Samstag bereits drei Füchse. Kreis Alsfeld. ---Alsfeld, 12. Juni. Der H aus ha l tun gs p 1 a n des Kreises Alsfeld für 1916 wurde vom Kreistag aus 334 906 Mark (i. V. 331958 Mark) festgelegt. Die Unterhaltung des Kreisstraßen erfordert 155 000 Mark. Für Unterstützungen an ehemalige Kriegstelliiehmer sind 27 152 Mark, für die Fürsorge an Geisteskranke, Taubstumme und dergleichen 30 000 Mark, für Landarme 5000 Mark und für gemeinnützige Zwecke und Anstalten 2900 Mark vorgesehen. Der Ostpreußenbeihilfe stellte man 2000 Mark zur Verfügimg. Als Selb sNvir t scha ft er verausgabte der .Kreis 274 733 Mark, gegen 282 623 Mark Einnahmen. Insgesamt erzielte er aus dem Verkauf von Ueberschußg-etveide einen Reingewinn von 16 417 Mark. Der Kreis konnte aus der letzten Ernte verkaufen 29 004 Zentner Hafer, 82 458 Zentner Weizen und Roggen und 30 490 Zentner Kartoffeln. Die Metallablieferung ergab einen Umsatz von 360 000 Mark. Für Lebens mittelbesch a ffüna verausgabte er 120 000 Mark, für Famllienunterstützlmgen 850 000 Mark. Kreis Laulerbach. -ü- Freiensteinau, 13. JiUii. Den Tod fürs Baterlülid starb der Musketier G^org Fehl. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. -ü- Gunzenau, 13. Juni. Bisher wurden unter den hiesigen Kriegern der Wehrmann Karl Stroit und der Kanonier Heinrich Orth mit der Hessischen Tapfcrkeitsmedaille ausgezeichi'.et. Gefreiter Heinrich S ch m a 1 b a rf) erhielt Ende Mai, nachdem er kilrz vorher befördert worden war, das Eiserne Kreitz 2. Klasse. -ä- Ober-Moos, 13. Jtmt. Lcmdstnrminann Anton Döring wurde mit der Hessischen Tapserkeitsmedaiste ausgezeichnet. rr Schlitz, 13. Juni. In der vergangetten Woche suchten Diebe zur tiäciülichen Stunde das nabe gelegene Dorf Nieder- Stoll heim. Eilt zuerst in der Gastwirlschasi von Lips beabsichtigter Einbruch wurde durch die Hausbewohner vereitelt. Bei bem Wagnermeister Govpel hatten aber dam: die Einbrecher -- es waren deren mindestens zwei — mehr Gluck, denn hier siel ihnen außer einem kleinen Geldbetrag noch der gesamte Inhalt der N ä u ch e r k a m m e r in die Hände. Die Spur der Spitzbubett weist nach auswärts. Kreis Schotten. □ Lanbach , 13. Juni. Dem schriftlichen M a t u r i t ä t s- xamen haben sich in dieser Woche an biesigent Gynmasitlm drei Oberprimaner unterzogen, die Ende Februar die Einberttfung zum Heeresdienst erhalten hatten, um dann zur Erlangtmg ^der Reise- vrüftmg wieder entlassen zu werden. — Hermatm Schneid, Sohn des Taitziitetsters Schltcid von hier, Musketier im Jttf.- Rgt. 116, hat das Eiserne Kreuz verliehen bekommctt. — Das Fest der Goldenen Hochzeit feierten hier die Eheleute Schreiiter- meister Arnold A tz b a ch und Fron, geb. Frmtzisktts. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 13. Juni. Trotz des ungünstigen Weiters! brachten die P i i n g st s eiertage unserem Bads einen außerordentlich starken Verkehr. Um die große Zahl der Gäste aus nehmen zu können, mußten zu den Konzerten der Kurkapelle, nebeii dem großen Saal des Kurhauses, sämtliche Räume des Kurhauses den Besuchern geöffnet werden. Für die Verpflegung ber_ vielen Tausend Ausflügler hatten die Behörden durch Bereitstellung von Lebensmitteln, die vor bem Fest zum Verkauf kamen, gesorgt e. Bad-Nauheim, 13. Juni. Lola Artot de Pa dilla, die Solistin des dritten Philharnionischen Konzerts am l 8 iährlge Adolf Geiger aus Schonberg ni Württemberg^ Jar feiner Wohnung fand man eine Monge Prügel Werkzeuge : Ochien- ziemer, Schlagringe, Stöcke u. s. w. ---Frankfurt a. Ai.. 12. Juni. Heule nachmittag schlug auf b c in M ai 11 ein mit zwei Personen besetztes Boot um. Während einer der Insassen von de»n am Ufer stehenden Publikum mit größter Mühe gerettet wurde, ertrank der 17jährige Jakob Weingarten aus der Neuen Krame 18. Die Leiche wttrde nach kttrzer Zeit geborgett und dem .Hauptfriedhof zugesührt. „Gedenket der Gebnrtrtagsjpende für'; Kote Are«;"! Vermischtes. ' Wie die Franzosen im eigenen Lande h a u st e n , davon legen noch heute die Ruinen der Stadt Les Baux in der Provence beredtes Zeugnis ab. In der Nähe von Arles an den Abhängen der Chaine des Alpines gelegen, war Les Baur im Mittelalter die-Hauptstadt einer der mächtigsten Grafschaften der Provence und zählte damals 4000 Einwohner. In den Httgeitottenkriegen unter Richelieu und Ludwig XIV. wurde die Stadt in den Jahren 1633 und 1663 von sraitzösischen Truppen belagert und in vattdalifcher Weise fast vollstättdig zerstört. Ter Rersende, der «uf der Wanderung durch die sonnige Provence nach Les Baux kommt, findet dort ein kleines, artnseliges Landstädtchen von katlm 400 Einwohnern, die in halbzellastenen Gebäuden Hausen, die allenthalben ttoch Spttren der eittstigen Größe und Vergangenheit atisweisen. Ueberall neben diesen heute noch bewohnten Häusenr erhebeit sich die düsteren, verfallenen Ruinen der alten Befestigungsanlagen mit ihren Turnten, Bastionen und Schanzen, die sich in malerischem Panorama durch die kleine, enggebaute Stadt bis aus die Berghöhen ziehen,-wo man heute noch die puren des alten Ilöinerlagers erkennen kantt, das hier der Konsul Marius int Jahre 102 v. Ehr. gegen die Zimbern und Teutonen errichtete. Vielleicht bleiben näch dem Kriege auch Städte wie Ypern, Arras, Reims und Verdun teilweise in ihrett Ruinen erhalten, um noch, wenn längst über ihre »ont Pulverdampf geschwärzten Trümmerstätten Moos und Efeu gewachsen sein werden, die spätesten Getterationetr immer wieder an die Schrecken des Weltkriegs zu erinnern, der einst diese Gegenden verheerte. Donnerstag, den 15. Juni, -abends 8 l /.i Uhr, im Konzerthcms, ent lammt einer berühmten Künstlerfamilie: ihre Eltern, Xefirec Artot, Koloratursängerin. und 'Pablo de Padilla, der bekannte Baritonift, waren regelmäßige Gälte an den ersten Opernbühnen der Welt. Am meisten heimisch aber fühlte sich das berühmte Künstlerpaar in Berlin. Auch Lola Artot, der Gast am nächsten Donnerstag, ist ein Liebling der Berliner; sie hat in Berlin die Schule besucht, spricht und schreibt deutsch wie eine Deutsche, s i e em pfändet deutsch, trotz ihrer spanisch französischetc Abstammung, und beteiligt sich an allen vaterländischen Wohltätigkeits-Veranstaltungen in Berlin lvährcnd des Krieges in tut eigennütziger Weise. Sie ist seit einer Reihe von Jahren am Königl Opernhaus als jngendlich-drnmattsche Sängerin tättg und sowohl als Mozartsängerin wie auch als Liedersängerin ganz ansgezeich net. Lola singt am Donnerstag die bekannte Rvsen-Aric aus Figaros Hochzeit, ferner zwei Liederreilfen am Klavier von Franz Schubert, Robert Schumann. Hugo Wolsf und Richard Strauß. Jedenfalls bietet das Auftreten einer so vorzüglicheti Ojesangskünstlerrn ein Ereignis in un serem so reichen, musikalischen Kimstlebeti. Stmckenburg nnd Rheinhessen. ch. Bingen, 12. Juni. Der P fing st verkehr hätte gestern in unserer Gegend einigermnßeii unter ungünstigem Wetter zu leiden, im übrigen aber war er befriedigend. Die Hotels waren besetzt und die Ausslugspunkte der Uni gebnng, wie das Nattonaldenknral aus dem Niederwald Rochusberg, Rochnskapelle, Scharlachkopf, der Binger Wald mit seinen verschiedenen Forsthänsern wiesen eiitert starken Besuch auf. Auch die Rheindampfer iixrmt besetzt nnd so enttnickelte sich lMtte lvie gestern am Mittelrhein, an der Nahe nsw. ein lebhafter Pfingstverkehr. Kreis Wetzlar. # Wetzlar, 12. Jtmi. Lln der Kreuzung der Lähnbnlm und der Sttecke Lollar—Wetzlar hat sich gestern ein bedauerlicher Unfall ereignet. In einem Mckitärzug war ein 19jähr. mgger Feldgrauer auf die Decke des Wagens gestiegen, ktrrz bevor der Zug die Kreu zung passiette. Er schlug orit dem Kopf gegen die Eisenkonsttuktton der Ueberbrückung, die den Bahnkörper überspannt, imtrde vom Wagetl herabgeschleudert und war sofort tot. ra. Lützellitiden. 12. Juni. Um den Schwierigkeiten der Petroleumktiappheit zn begegnen, haben die Gemeinden Kinzen bach, Dtünchholzhausen und Lützellinden beschlossen, im Anschl'.iß an die U e b e r l a n d z e n t r a l e der Buderusschen Eisenwerk elektrische Ortsttetze ztt batten. Diese tverdett ttach dep Projektett des sachverständigen Jngettiettrs Dr. Kraetzer ans Bingen mit verzittkten Eisenseilen attsgeführt. Hessen-Nassau. [] 931 arbürg, 12. Jtmi. Bon Montag, den 19. ds. Mts werden in der Stadt Marburg F l e i s ch k a r t c u eingeführt. Die Metzger müsien sogenannte Kundenlisten vorlcgen. — Nachde, kürzlich alle Gemeinden ttoch Kartoffeln geliefert habett. ntacht das Laitdratsamt bekannt, daß jedes Verfüttern von Kartoffeln der alten Ernte fortan verbotet: ist. Es tttuß unverzüglich festgestellt werden, ivelche Kartosseltr noch abzttgebeit sind. Ztt belassen sind nur die zttr menschlichen Ernäbrtmg ttoch erforderlicheit Vorräte. = Frankfurt a. M., 12. Juni. Die städtisch Sch we inemä sterei l>at mit der Einstellul^g voit 377 Jtmg schweinen ln den 3Uederhöfeit einen verlieißtmgsvollen Anfang genommen. Die Aufzucht gestaltet sich verhälttn^näßig recht billig da die sechs städtischen ..Sckit^iuemastwagen" ununterbrochen au der ganzen Stadt Küchenabsätte in reich>em Aiaße herveifahren In den nächsten Tagen treffen zahlreiche neue Schtveine ein. Die Polizei verlwftete in einem Mstadttaffee emert 18iährtge Burschen, der sich durch allerlei Reden verdäch'ttg gemacht hatte Er entpupvte sich als die Person, die vor 14 Tageir den 48jährigen Schisser Simon Wippe l am Schillerplatz niedergeschlagen bat so daß dieser nock> in derselbeii Nacht verstarb. Der Täter ist der Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 14. Juni 1916 i Veränderlich, Regcnfälle, kühl. Letzte Nachrichtey. Salandras Sturz. Berlin, 13. Juni. Die „Vosfische Zeitung" sagt: Der Polittk, die den Namen Saümdra mtb Sonnino trägt, verdanke Italien den Einmarsch Oesterreich-Ungarns in Albanien, es verdankt ihr die blittigen Opfer fünfmaliger, vergellliä)«: Arr- stürme italienischer Heeresmassen an der Jsoiizoftont,, sie ilt verantwortlich für den drohenden Verlust TripolitanienS, für die Vernichtung blühenden, italienischen Wohlstartdes, für die Ausbreitung österreichisch-ungarischer Truppen in Oberitalien nnd nicht zuletzt für den Verlust der volitisck-en Ehre Italiens. Die ^geschmeidige Politik des .Hauses Savohen" pries in öffentlicher Rede nach dem Eintritt Italiens in den Krieg Herr Paul Deschanel, der Vorsitzende der französischen Kammer. Die Prokura dieses geschmeidigen 5)anses hatten bis vorgestern die HeiTren tLa- landva und Sonnino inne. Bei ihrren kanii sich wie das Volk, so auch der König dafür bedanktM, daß er an einem Punkt angelangt ist, wo bereits das Gespenst des Bmrkerotts sich drohend vor ihm erhebt. Salandra und Sonnino setzten in der Lotterie, um für Italien das große Los zu gewinnen. Pfingsten 1916 lehrte sie, daß es alte Niete ivar. Das Glücksspüll des Bierverbaiides hat sie genarrt itnd wird auch jedes andere Ministerium narren, dos ihm B e r 1 i n >e r Morgen post" schreibt: Der jetzt, wie der Mailänder „Corriere della Sera" sich sehr richtig ansdrückt, schimpflich- davongejagte Ministerpräsident Antonio Salandra, ist 64 Jahre alt. Vor 30 Jahren ttat der junge Rechtsgelehtte der römischen Uirwersität in das ösfeiitliche Leben. Lange Jahre hindurch war er enter der entschiedenste^ Bertteter der ins Klerikale schillernden komervariveii Richtung. Seine Feinde gaben chm deshalb den Spitznaineir: der Propst. Das „Berliner Tageblatt" uttellt: Das .Kabinett Sa- landra-Soirnttro, das Italien in den Krieg hinerngestoßen hat, ist gestürzt. Nach einer parlamentarischen Szene, deren tragische Bederrtung man rrich-t überschätzen darf, entpfiehlt sich Salandra. heilsrod durch die Hintertüre. Gemeinsam nrll den Kriegsgegnern dc r äußersten Lin IM habeti die wildesten Kriegspatrioten gegen das Kabinett gesprochen und gestimntt. ^ie gaben dem Kabinett die Schuld an dem Unglück in Südtirol und dem Mangel der Ver- terdigmrg und haben trotz dieser Mängel bisher auch noch die Kriegserklärimg an Teutschland und die Enveiterung des Kriegs- schaichlatzes verlawit. Das Zßabinett Salandra-Svnnirw erlebte seine erste Eiittänschung, als Rumänien, auf dessen Mitgehen man während der russischen Karpathenoffensive vielleicht hätte zählen könneti, auf fernem Tteittralcn Warteposten blieb. Wir alle sind wohl überzeugt, daß die Haltung Runtäniens auch jetzt noch einzig und allein von den Ereignissen abhängt. Aber die bisherigen italienischen Berechmmgen waren verfehlt. Abermals hoffen die Russen mm ihren Erfolgen in der Bukowina und Rumänien mit sortreißwi zu können itnd ein russisckies Kavallerie-Regiment ist in Nimtänien eingcrückt. Aber die rumänische Regierung hat sich einstweilen nicht forrreißen lassen und hat gegen den 9ceuttalitäts- bruch protestiett. In all diesen Erwägungen ist die Beseittgung des Kabinetts Salandra nicht als ein Ereigitis -n bettachteii, das uns dem!'Frieden näher bringt, sie ist in diesent Kriege nur ein Zivischen- fall, der geeigiret feilt mag, gerecht empfindende Gemitter mit Genugtuung zu erfflllen. Lloyd George beinahe auch ertrunken. Manchester. 13. Juni. Dem „Manchester Guardian" wird von einem .Korvespvndenten mitgeteüt: es werde erz-ählt und von unterrichteter Seite - bestätigt, daß Lloyd George mit K'itchener aus dem Kreuzer „Hampshire" nach. Rußland gefallen wäre, wenn er nicht durch seine Vermittelungstättgkell in der irischen Frage baxmi verhindert gernesen wäre. Es heißt, daß der Beschluß zur Reise nach Rußland schoii vor einiger Zeit gefaßt würbe und daß Lloyd George als Rttmitionsminister hätte teilnehmen sollen. Da er aber wegen seiner Mitarbeit an der Home Rulg Frage verhindert ivar, Iwben andere Vertreter des Rtmiittons- ministermms Mchener ans seiner Reffe nack> Rußland begleitet. Schließung englischer Häfen. Haag, 13. Juni. Englische Matter meldcat, daß die N eben- flüsse der Themse, MedJvay und Swals (Gallem) für den Verkehr neutraler Schiffe und Personen geschlossen worden sffrd. Bereits in der vergangenen Woche wurden Stadt und Hafen von Varmouth nnd Dundes für den nicht eng* Eschen Schiffahrtsverkehr geschlossen. Polnisches Obst. Berlin. 13. .Juni. Für die dem Oberbefchlshaber-Oft nnterstelltetl Gebiete Rußlands steht eine reiche Obshwute zu erwarten. Es sind in dem Berwalttmgsgebtete alle MatznaInnen gv > troffeii worden, diese Obsternte voll und uanz zu verwetten Ein Teil des Obstes wird wahrscheinlich im >K rn»a 1 t m^gebtet e l« lbst verwertet werden, ivähreird ein großer eil Obst aller on-en rn die Heimatsgebiete geffihrt und dort verwertet «all Es wird hierdtträ! em wertvoller üusclum für unsere Joltt-criialwungl geliefert. Das-Obst soll in WaggonladungQt cut die Haupftüätze Deutschlands geführt tverden. Bäder - Sommerfrischen - Erholungsheime 1 f f ^ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ 4 # 4 ♦ ♦ I6 4A4# **»»»- > . . .. ... . . , . . 2 aa Uolsl-Maorani Sauiles ,^^:,, 6 ,1! - Tension. Mittags- Erich. .Reichhaltige Abendkarte. Neben derSprudelapotheke. l 3730 D iJlliP* B»hnllni« '''Wz^' iLM-X Fr(ys(*arg.M{d*a v. Frank' mß, ^ furt a b. u L Std.. v.GJas*8n i. 1 Std. %? _V. tiQinhaailOtn :n 1 Std. za «rreiobMi. 5o?bad »n elaatUabar Vona/aJtcsng Kochsalz-, Lithium-, Stahl- und Schwefelquellen, Harri. Park u. Wald, ruh. Lag*. Erholung b. Folge- zuiilnd. d. 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