llr.M »» «fc»«. »jd« txfäeml tag-ich, a«ßer Sonntags. - BeilagE viermal wöcbenilich Sieheser^smtljerrbrötter; # zweimal wöckentl.Arelr- btott (irrest Ur«i$ ®le|en (Dienstag und Freitag)- zweimal monatl. Land- w«LLchastkiche Seitfrage« Fernsprech - Anschlüsse: iürdre Schrill l eitun g 112 Äerlaq, Gescheit tsfte llebl Advefie lür Dratzlriach- richtem Anzeiger «jes;e». Annatzsre von Anzeige, lür die Tagesnummer bis zum 2lbend vorher. Erster Statt M. Jahrgang Sich«« Alyeiger General-Anzeiger für Oberhessen Zamstag. jo. Juni (916 vezu q»»re^ > manatl. 90 M., vlenel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole« u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Mk. 2. ^5 Vierteljahrs. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. — Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Berarrtwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goeh; für Stadt und Land, Vermischtes und Gk» 8otaÄ-srdr«S m,tz Verlag der vrühl'schen Umo.-vuch- und Steindruckerei R. Lauge. Schristleitmig. Seschäst-ftelle und Druckerei: Schuistr. 7 . Em Artilleriegefecht an der flandrischen' Allste. Die Blockade Griechenlands. Pfingsten. GKßen, 10. Juni. Mrk einer gewissen Freudigkeit und einem leuchtenden Stolze hat Herr^ v. Bethmann Hollweg dem Auslande zu- gerufrn, ja, es möge wissen, daß wir in unserem vom Weltver- verkechr abgeschnitcken-en Deutschland zu leiden hätten — und dvescr Ausspruch hatte eine innere Verwandtschaft mit seinem I>erm Ausbruch des Krieges geäußerten Geständnis^, der Einbruch m Belgiens Neutralität sei ein U n r e ch t, ein von ' Notwendigkeit erzwungenes Unrecht, das wir wieder gut zu machen gedächten. Viele nannten dieses Bekenntnis eine ftmrtsmännrsche Unklugheit; allein, wer nicht am oberflächlichen Schein einer geglätteten Polemik hängt, wer die Ueber- zengirngskraft nicht nur in geschickter Rechthaberei erblickt, sondern auch im Wahrheitsspiegel innerlicher, seelischer Betroffenheit, der kann dem Kanzler nicht unrecht geben. Die Spreu skrupelloser Dialektik wird sehr bald hinweggeblasen fern, dre Spuren des Ernstes sittlicher Auffassung dagegen olerben und haben Beständigkeit. Sp hat es denn auch dem obersten Reichsbeamten wohl angestanden, daß er in.der Frage der von unseren Feinden versuchten Aushungerung nrchtDie Miene eines triumphierenden und protzigen Schlemmers aufgesteckt hat. Wir haben es nicht nötig, zu verbergen, daß wrr nicht im Fette schwimmen. Gerade aber der «Ke Hrnwers auf die Knappheit unserer Lebensmittel und D«Wurde und Unbeforgthett, mit der unser Volk sie trägt, mrb Äberzeugen, daß wir dem „Hungerteufel" nicht unterliegen. Dre Einschränkungen und Unbequemlichkeiten, die uns ye«^ auferlegt werden, sollen uns zum Ruhme werden. Und Es rst tn der Geschichte wohl ohne Beispiel, daß ein Regieren- ^der während harter Kriegszeit in so begeisterter Weise von eisernem^Bolke spricht, von „heißer Liebe" zu seinem Volke, wie es der Reichskanzler getan hat. Vom Volk, nicht nur, wie Esrn tot Schützengräben kämpft, sondern auch wie es am petWpchen Herd entsagungsvoll die Mängel trägt, die ihm '.dieser Krieg für seine bessere Zukunft auferlegt. ^ f J®* c FeierhagApjM.se, die uns das liebliche Pfingstfest (beschert, ist wohl geeignaet, daß lvir uns einmal im Zusammenhang hie Veränderungen betrachten, die der Krieg amt der Zeit im Innern des Reiches hervorgebracht hat. So lebhaft manche Erörterungen über die Lebensmittel- 11?^ waren lvir sehen im ganjze-n doch eine ruhige .Stimmung der Fstgirng ins Unvermeidliche. Am Anfang cheim Ausbruch des Krieges', da hat es uns fast erschreckt, sund die Kämpfer draußen waren davon bedrückt, daß in cher Hermat alles schier unverändert seinen Lauf weiter- :ging, das Vergnügen, der Genuß uckd das Wohlleben. Jetzt ichat unser Dasein andere Formen angenommen, und der ^Charakter der Zeit 'hat auch dem Leben der aus der Gefahr- Wone Zurückgebliebenen einen eigenen Stil ausgeprägt. Die , Umwandlung hat durchaus -nichts Schreckhaftes; wir sehen ,uns wie in einen Abschnitt der Vergangenheit versetzt. Die bunten Farben sind vereinfacht und etwas verblaßt, j der hoh e Don des Lebens ist ab gedämpft. Wir hören noch ^Theater und Musik, die Städte haben nach ihre Freuden 'Winkel, aber in viel bescheideneren Grenzen als früher !Wir sparen die Zeit und. das Licht, und zu bestimmter (Abendstunde leeren sich die Gasthäuser so prompt, wie wir «es sonst rmr beim Schluß 'der Schule oder des ^Gottesdienstes gesehen hatten. Die Macht der Gewohnheit, hdie so unerschütterlich war, ist durch die höhere Macht des : Krieges auf ein MnA a-nderes Geleise geschoben worden. ' llitb alles Volk hat seine Wagen nmraagieren lassen. jDie fleischfreien Tage sind uns, so paradox es klingt, in '.Fleisch und Mut übergegangen; in den allerletzten Tagen oat sich die Kette unserer Entwöhnungen noch etwas verlängert. Wir'fühlen uns an das köstliche Kapitel Montaignes ; erinnert, wo er von der Gewohnheit als einer „heftigen und Schalmeisterrw' spricht, durch deren Hilfe jener Kvnrg seinen Magen dergestalt einzurichten vermochte, daß [5* ^ 1C ^ vom Gifte sich! nähren konnte. Große Völker- sichasten, unter ganz verschiedenen Hinrmelsstrick>en, vertrugen Sprnnen, Heuschrecken, Ameisen, Eidechsen und Fleder- puaufe, und Montaigne fügt hinzu, daß bei einer großen kTeuSvmrg eine Kröte um sechs Reichstaler verkauft wurde. haben Anlaß, das Walten des Generals Gewohnheit mit errnger Besorgnis wei terzuv erfolgen, aber in s o üder- ßpajattex Weise hat er bisher bei uns "nicht gewütet. Ber etwas schmälerer Kost brauchen wir uns die Pfingst- efrenden doch nicht verkümmern zu lassen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Volks klaffen hat sich bei diesen Män- geln und Noten, die sich ertragen lassen, verstärkt. Unsere ^^lge mw Siege draußen geben uns die Zuversicht, daß s-alle Entbehruiigen bald ein Ende nehmen werden Auf »arrrserer schönen deutschen Erde wogt es von heranwachsen- kdenr Erntesegen In Wald und Aue rauscht es von Psingst- Unmnespende. Dankbarkeit für das Erreichte urtb Gebete ft; iimfeve treuen Kämpfer in blutigen Schlachten führen wrr überall mit uns. Die Kriegsdauer ist länger, als wir im Arffang hatten ahnen können, aber unsere lebendigen Kräfte Nicht versumpft. An unserm geistigen und moralischen Hausstand ist viel gehämmert worden, und die Wirkung Nt nur, daß der Pfingstgeist des Jahres 1916 uns des Lebens Pulse noch frischer und lebendiger schlagen läßt als zuvor. „Er regt und rührt ein kräftiges Beschließen", und sogar in dem Getümmel der Welt entlegenen Revie/en stockt l du Arbeit Nicht; unter der Kriegsliteratur wachsen Bücher I über Impressionismus und Expressionismus heraus, und Literalen führen damit einen Sonderkrieg. Nur die große Welt draußen, die über den wogenden Ozeanen liegt, bleibt uns, solange wir kämpfen, verschlossen. Unsere Sommersehnsucht nach dem glitzernden Meere muß unterdrückt werden; unsere treue Marine jedoch wird nach wie vor hinaussegeln und uns auch dieses Licht der Welt wiedergewinnen. Die Pfingstsonne strahlt uns bei der Aussicht, daß der Deutsche, wenn die Waffen niedergelegt werden, da draußen freier und stolzer atmen soll als je vorher. Möge diese Wärme und Schaffenskraft vor allem auch im Kanzleramt und Kaiserhaus wirksam werden, denn wir wollen nicht nur deutschen Geist und deutsche Tugenden in die neue Zeit hinüberretten, sondern neuen, erweiterten Lebensraum gewinnen für dieses Volk, das im Kampfe, wie vorher im Frieden, sich vor allen anderen bewährt hat. (WTB.) Großes Hauptquartier, 9. Juni. (Amtlich.) WestlicherKriegsschauplatz. Unsere Artillerie brachte bei Lihons (südwestlich von Peroune) feindliche Munitionslager zur Entzündung; sie beschoß feindliche Lager und Truppentransporte am Bahnhof Suippes (in der Champagne) und hatte auf dem westlichen Maasufer sichtlich gute Erfolge gegen französische Batterien, sowie gegen Infanterie und Lastkraftwagen-Kolonnen. Rechts der Maas sch^eftet der Kampf für uns günstig fort. Feindliche, mit starken Kräften geführte Gegenangriffe am Gehöft von Thiaurnont und zwischen Cha- pitre-Walde und der Feste Vaur brachen ausnahmslos unter schwerer feindlicher Einbuße zusammen. In den Vogesen östlich von St. Die gelang es, durch Minensprengungen ausgedehnte Teile der feindlichen Gräben zu zerstören. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Bei den deutschen Truppen keine Veränderung. Oberste Heeresleitung. Berlin. 9. Juni. (WTB. Amtlich.) Im Monat Mai wurden durch deutsche und österreichisch-ungarische Unterseeboote und durch Minen 56 Schiffe des Vierverbandes mit einem Bruttogehalt von 118 599 Registertonnen versenkt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. J¥] \~\~ I F"'~ ■ : * # » Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 9. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart: 9. Juni 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe im Norden waren gestern weniger heftig. Bei Kolki, nördlich von Nowo-Alexiniec. nordwestlich von Tarnopol und am Dnjestr wurden rusnscheAngrifse unter schweren feindlichen Verlusten abgeschlagen. An der bessarabischen Grenze herrscht Ruhe. Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Hochfläche von Asiago eroberten unsere Truppen den Monte S i s e m o l und nördlich des Monte Meletta den von Alpini stark besetzten Monte Cascelgomberto. Unsere schweren Mörser haben das Feuer gegen den Monte Lisset, das westliche Panzerwerk des befestigten Raumes von Primolano eröffnet. Die Zahl der gefangenen Italiener hat sich um 28 Offiziere und 559 Mann, unsere Beute um fünf Mrrschrnengewehre erhöht. Unsere Marineflieger belegten die Bahnanlagen von Portogruaro, öatisana. Palla, Ziwlo, den Binnenhafen von Grado und eine feindliche Seefsugzeugstation ausgiebig mit Bomben. Unsere Landflieger warfen auf die Bahnhöfe von Schio und Piovone Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Doier. Feldmarschalleutnant. Der türkische Bericht. ™ ^onstantinopel, 9. Jmn. (WTB.) AmMher Berichte An der I r k f r o n t ist die Lage unveränd-ert. An der K a u k a s n s f r o n t fanden gestern kerne wichtigen Unternehmungen statt, abgesehen von -unbedeutenden Patrouillen- und Vorpostengesechten auf einigen Mschtnittein der Front. Am linken Flügel wurde ein überraschender Angriff, den der Feind mrt schwachen Kräften unternahm, mit Verlusten für den Feind a b g e s ch l a gen. Wir verjagten aus dem Gebiet der Meerengen zwei feindliche Flugzeuge, die über Sedd-ül-Vahr und K u m Kale flogen. Ein Patrvui llen bo-vt detroffen und mußte sich auf die hohe See zurückziehen, nachdem es einen Erwidernngsschnß abgefenert hatte. Der französische Bericht. ?• Ä'umi. 3 Uhr nachmittags: In den Ar^nnen ließen die Deutschen auf Punkt 285 bei La H ante C h e va n ch e e eine Mine springen, ohne Schaden anzurichten. Die Franzvsen' bewtzten deii Sndrand des Trichters. Auf dem linken Maas- n f e r dauerte die Kanonade mit UnterbrechnTigen gegen die zweite ftanzösische Linie fort. Auf dem rechten Ufer sind die Ar- tillerrekämpse sehr intensiv in der Gegend Thianmont — Dou- aumvnt. Nach siebentägigem erbitterten Kampf gegen die beständig erneuerten * Sturmgrnppen hat die an der Grenze ihrer Kraste angelangte Besatzung des Forts Vanx den Feind Nicht hindern können, das durch ein wütendes Bombardement vollkommen in Trümmer gelegte Fort ^u desetzen. Tie u-ranzosen halten die unmittelbaren Zugänge mrd die Gräben rechts und links des Forts, vor denen alle deutschen Angriff durch unser Feuer gebrochen wurden. Der Artilleriekampf blieb sehr lebhaft am Hart mannsWeilerkopf. 11 Uhr abends: Ans dem linken Maasuftr ttwr die Artillerie- tatigkett heftig im Wschnitt von Punkt 304 und in der G^end von Chattanomrrt. Auf dem rechten Ufer unternahnc der Feind nach ernem heftigen Bombardement anfeinanderfolgende Angriffe aut unjere Stellungen westlich und-östlich des Z$iu ü m o .t - Gehöfte s, die alte an nnsecem Sperrfeuer und Maschineir-- gewehrfener scheiterten. Heftige Kanonade in der Gegend östlich von Pont-ä-Moussön, nnt Unterbrechung ans dem Rest der Arvnt. Der russische Bericht. Petersburg, 8. Juni, abends 5 Uhr. Westfront' Am 6. Juni ergriffen, unsere Truppen ihre Qft>ensive in der Richtnng Rowno—Kowel, folgten dem Feinde hart auf dem Fuße, warfeii ihn über den Hausen und eroberten nach einenl Kwnpfe die^Gegend um die Stadt Luck. Sie besetzten die Stadt selbst. An manchen stellen bemächtigten sich unsere Truppen iricht nur der Linie der Jkwa^ und Strypa, sondern setzten auch ihren V^nnarsch, nachdem sie die Flüsse überschritten hatten, fort. In Galizien an der unteren Strhpa eroberte unsere Infanterie, unterstützt durch das Feuer der Artillerie, durch einen energischen Vorstoß die mächtigen feindlichen Einrichtungen an dev Front Trybnkhowze—Jas- lowice. Unsere Truppen gelangten dann ganz nahe an die Strypa- linie. Außer den gestern gemeldeten 40060 Gefangenen uns Trophäen machten wir gestern ueu-erdings int Laufe dieser Kämpfe 5 8 Offiziere und ungefähr 11 0 0 0 Sollxtten zu Gegangenen. Wir erbeuteten noch eine große Anzahl Geschütze und Maschinengewehre, die noch nicht genau feststeht, Waffendepots, Fahrkuchen und Telcphonmaterial. Die Resultate der Kämpfe währeiid der Periode vom 4. bis zum 7. Juni in Wolhyni-en und Galizien erlauben schon jetzt den erzielten Erfolg als einen bedentenoew Sieg unserer Armeen zu bettachteu, der durch einen ttefen Einbruch in die befestigte Front des Feindes gekrönt wurde. An der Front -der Düna, weiter südlich iwn Dünabucg v und in der Seen-iGegend findet an manchen Stellen heftiges Jnfanteriefeuer statt. Tie Deutschen bo:nbardierten durch konzentrisches Feuer den Brückenkopf vo,i ttexkull. Wiederholte Versuche der Tieutscheii, in der Gegend^ südlich von S'.norgvn vorzurücken, wurden durch unser Feuer abgewieseu. -Südlich von Krewo führte die gegnerische Artillerie gegen die Stellurrgen unserer Truppen Trommelfeuer aus. Kaukasusfro nt: Die Lage ist mrverändert. Eine Konferenz in London. Amsterdam, 9. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) In London wurde am 9. I u n i morgens, dem Reuterschen Bureau zufolge, eine wichtige Konferenz abgehaften Joffre, Cambon, Grep, Llopd George und die Mitglieder des Kriegsamtes nahmen daran teil. Ein amtliches Reutertelegramm meldet noch, daß auch Briand Ro- ques, Clementel urrd Denps Eochin in London angekonrmcn sind, um mit dem britischen Kabinett und dessen militärischen Ratgebern zu konferieren. Bom französischen Parlament. Paris, 8. Juni. (WTB.) Meldung der Agence Ha- vas. Kammer irnd Senat nahmen'den Gesetzentwurf über die Krie gs-gewinn st euer an, sowie einen Eiit- wnrf über die Einführung der S»omnrerz ei t. Dairach wird die Zeit in der Nacht vom 14. zum 15. Juni um eine Stunde vorgerückt. Aus der itatienifchen Kammer. Ro m, 8. Jünü (WTB.) In der heutigen Kam me r fi tz u n g schlug der republikanische Abgeordnete Chiesa vor, die Teb«le über den Etat des Innern zu rmterbrecheu, um der Negierung Ge- bvgewhett zu^geben, in chrer ihr beliebigen Forrn die erforderliche Mitteilung über die militärische Lage sowie über die zrcr Sickerung des Sieges getroffenen Maßnahinangsversteigerung von voricherein abzulehnen, wenn fällige Ansprüche des betreibenden Gläubigers für zwei Jahre nicht gezahlt find. Zum Schutz der Nachhypotheken ist dit Biettrngsgrenze, bis zu der der Zuschlag versagt werden kann, von bisher (§ 1 der Bekanntmachung über die Versagung des Zuschlags bei der Zwangsversteigerung von Gegenständen des unbeweglichen Vermögens) zwei Drittel aus drei Viertel des Wertes erhöht worden. Die Klostenvorschriften der Verordmrug enthalten die nette Bestimmung, daß das Gericht dem Erleichterungen becrnttagienden Schuldner, die Kostet: auch vann aufbürden kamt, wenn seinem Anträge stattgegeben wird. Dies ist aus Blllig^itsgründen gerechtfertigt. Eine andere Bekanntmachung des Bmftesrats vom' 8. Juni, schützt die heimkehrenden Kriegsteilnehmer vor einem für ihr wirtschaftliches Fortkommen bedenklichen Zugriffe ihrer Gläubiger. 2luf Antrag hes Kriegsteilnchm>ers kamt Zahlungsfrist bis zu sechs Monaten bewilligt werden — auch für nach dem 31. Juli 1914, aber vor oder während der TeilTurhme dos Schuldners am Kriege entstandene Forderimgeu. Aus diese Forderung^ findet auch die Verordnung über die Folgen der nicht rechtzeitigen! Zahlung einer Geldsorderung (Reichs-Gesetzblatt 1915 S. 292) Anweirdung. Tie Zahlungsvollstreckung kann aus seck)s Monate eingestellt werden: die Einstellung kann mehrfach erfolgen und ist auch zulässig, wenn eine Zahlungsfrist bereits bestimmt ist. Voraussetzung für die Zahlungsfrist, sowohl wie für die Einstellung der Zwan gsvollstt eckung ist, daß „die wirtschaftliche Lage des Schuldners^ durch die Teilnahnre am Ktckege so lvesenllich verschlechtert ist, daß sein Fortkommen gefährdet erscheirtt. Tie Einstellitng der Zwangsvollftreckmtg kann ansgehoben werden,^ wenn sie infolge ttacksträglicher lvesentticher Veränderungen der Umltände dem Gläubiger einen verhältnismäßigen Nachteil bringen würde, insbesondere, wenn die spätere Befriedigung des Gläubigers durch andere Zwangsoollst-recknugen erheblich gefährdet wird. Als Kriegstsilnehmec gelten auch die Personen, die vermöge ihres Dienstverhältnisses) AMes oder Berufs zu den immobilen Zeilen der Land- oder Seemacht gehören. Eine dritte Bekanntmachung des Bundesrats vom 8. Juni ändert die Vorschriften der Verordnung über die gerichtliche Bewilligung von Zahlungsfristen und Über die Folgen der nicht rechtzeitigen Zahlung einer Geldsorderung (Reichs-Gesetzbl. 1915 S. 290, 292) in einigen Punkten ab, uM sie mit der Sonderregelung der ersten der vorstehend geschilderten Verordnungen (über Geltend- rnachung von Hypotheken, ölrundschulden und Rentenschulden) in Einklang zu bringen, bezw. UM Unstimmigkeiten der Interpretation zu vermeiden. ■' ■' 11 '- ! —L-J-LLL JJJ^UÜIL 'Ll-.JLJ.wi 1 . ■ ..ll » ■ "LP ' 1 1 . NAZ dem Reiche. Bayern und das Kriegsernährungsamt, München, 9. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kowe- spondenz Hoffinann schreibt: Dem Wunsche des Präsidenten des .KriegseMräHrungA- amtes, von Batiocki, sich über die Verhältnisse der Volks ernahrnng Bayerns durch persönliche Aussprache KU unterrichten, erttsprechend, hat gestern nochimittag in seiner Än- wcsertheil unter dem Vorsitz des Ministers des Innern, von Edden, mit Vertretern der Mrigen beteiligten StMrts- Ministerien, Stellvertretenden Generalkommandos, der Städte, Landwirtschaft, des Handels, der Konsument«; und der Presse eine mehrstündige Besprechung sätntlicher einschlägigen Punkte stattgefutiden, die geeignet ist, die verschiedenen Besorgnisse, die sich Mt die Errichtung des Kriegß- ernährungsanrtes bezüglich, der Verscmgung Bayern geknüpft haben, zu zerstreuen. Vor allem wird nicht kxrrän gedacht, die Ausfuhrbeschränkungen, die durch die Sonderre gelunlg bezüglich einzelner Lebensmittel in Bayern geboten sind und die von dem Präsidenten B-atocki im gMtzen als richtig anerkannt wnrften, zu beseittgen. Vorerst gelte es nur, die aus ihrer Nnhtlltrmy in den Grenzbezirken entstandenen Hörten zu mildern. Jedenfalls iväre es durchaus unzloeckmäßig, die bestehenden Ausfnlftbeschränkungen auftuheben, bevor nicht eine entsprechende allgemeine Preisregulierung durchgcfthrt ist Eine zwingende NotwendigMt sei, daß die wontiu- gente der Schlachttengen für die einzelnen Bundesstaaten fiir die nächsten Monate möglichst verringert werden. Bon Bedeutung sei die Frage der MassenspeLsuttK lchrsichtlich deren jepoch nirgends ein Zwang ausgeübt, sondern den jeweiligen Verhältnissen Rechmrng getragen werden solle. Der Wirtschastsplan für das kommende Ernteüchr sei die erste Aufgabe, und die Preisregulieruna, besonders^ der Futtermittel, spiele dabei die wichtigste Rolle. Minister v. Soden drückte seine Befriedigung darüber aus, daß nach den Ausführungen des Präsidenten v. Batocki die Zeitungsnachricht unrichtig sei, daß sein Besuch der A«f- hebung der Ausfuhrbeschränkungen gelte. Der ^aats- minister benutzte diese Feststellurrg, um Herrn v. Batocki ans 5-erz ztu legen, die bayerischen Sotll>erei7trichttrngen fiir die Volksernährung, soweit immer möglich, zu erhalten., Bayern sei dagegen bereit, die entbehrüchen Lebensmittel -notleidenden Gebieten zuzttwcnden. Jnsbiesondeve werde er versuchen, für eine baldige Bereitstellung von Kartoffeln zu sorgen. Herr v. Batocki äußerte seine Uebereinstinrmung mit dem Minister und brachdv die Änsicht zürn Ausdruck, baß ein Hineinregieren in d«e W«f- gaben der btrndesstaatlichen Behörden, soweit irgend möglich, mit Rücksicht auf die bundesstaatliche Selbständigst vermieden werden müsse. Zu einer gedeihlichen Tätigkeit des Kriegsernähamngsamtes sei dieses auf die fveiwällige Mitarbeit aller Bundesregierungen angewiesen. * Berlin, 9. Juni. (WTB. RichtanrtLich.) Wie nunmehr bestimmt verlautet, ist gegen den seit 1. Mar in Hast be- findlicherl Reichstags- uno Landtagsabgeordnetetk" Siechts- anwalt Dr. Karl Liebknecht AnÄage wegen versuchten Kriegsverra tes im Krieae auf Grund des 8 89 des Strafgesetzbuches erhoben worden. Die Verhandlung dürfte in nächster Zeit vor dem Berkiner Kvrmnan- danturgericht in der Lehrter Strafte stattftnden. Aus Stadt nnb £anb. Gießen, 10. Juni^1S16. Sonntagsgedartken. Pfingsten, das liebliche Fest es trifft uns diesmal in ,Sturm und Wetter. Alles Gere-e votr nahem Frieden ist wie weggeblasen von den krästigen (üewitterregelt der letzten Wochen. Und wenn der Himmel uns fteundlich blauen sollte in diesen Tagen, wir würden wissen, daß feine Sonne leruhtet über wildem Kampf auf allen Fronten. Man kann -auch (nicht sagen, daß es in der Heimat seßber ganz friedlich sei. Auch da brodelt es in den G-eistevtt und Gemütern, und nicht nur vor allerlei Läderr drängen sich Ungeduld rmd llu- MfrkLe-üMk. auf m «WWYkeit dtzs Festes wird sich niemand -rocht verLasfen teuften. Mer vielleicht ist das gerade recht so. Ern Fest des Geistes fvN es sein. Zwar die Zeiten haben unter Geist sehr Verschiedenes verstanden. Und das würde auch gelten, wenn rntcm nur von christlichein Geist reden wollte. Aber in einem ist -alle Rode vorn Geist sich immer gleich gebliebe,:: ein behagliches Ding ist er den Menschen nie gewesen. I«mer ist er nur in harten: Gegensatz zu anderem ihnen ins Bewußtsein getreten, nur kämpfend von jeher hat er sich in aller sinnlichen Wirklichkeit sein Sonderleben Hu schaffen und zu behauchten gewußt. Er war immer ein Wecker unbekannt-frischer Kraft, wo die gewohnten ermüdet versagen wollten, ein Dränier nach neuem Leben, wo das alte schläfrig in ausgefahrene Geleise geraten mar. Er bewies sich immer als Verächter aller Bequemlichkeit, Uechchigkeit, aller Selbstsucht, die in eigenem Behagen schwelgte. Ihm waren selbst unentbehrliche Bedürfnisse des Lebens wie oft nur lästige Fesseln, die ihn wollüe er wissen. Denn er lebte in ewigen Ausgaben, ewsi- gen Gütern, und blickte verächtlich auf die schwindelnden strafte des körperlichen Daseins. „Ewige Jugend schwöre ich :nir zu." ' Wir wollen in diesen Dagen dem Geist nachsinnen, wie tvir chn brauchen für m:sere Fiihcer, unser Heer, unser Volk. Wir wollen eingedenk sein, daß alle innerliche, auch technische Kraft, und wäre sie aufs höchste gesteigert, nichts ist, wenn nicht der Geist ihr sein Leben einlurucht und iht die Ziele setzt, die sie nicht kennt. Wir wollen uns sagen, daß auch akler äußere Sieg, wie herrlich er sein mag, uns nichts nützen kann und soll, wenn er nicht zu neuen Siegen des Geistes führt in deutscher Zukunft. Lieblich vielleicht wird dann im furchtbiaren Ernst der Zeit das Fest uns nicht werden, aber wahrhaft ein Fest d^s Geistes, wie es uns gut ist. ^ E ck. Der Robert Sommer-Garten der Universität Gießen. L. U. Der am Herrn und Frau Geh. Med.-Rat Prof. Dr. N. Sommer der Universität geschenkte Garten hat den Namen Robert Sommer-Garten der Universität Gießen erhalten. Er liegt auf der westlichen Böschung des Lahntales hinter der Hardt an der Straße van Gießen nach dem Gleiberg Da. wo am Rande des Tales von der Fahrstraße der Fußweg sich trennt, Lm sich auf der Höhe wieder mit ihr zu vereinigen, befindet sich rechts davon das ans drei zusammenhängenden Teilen bestehende, an 6000 Quadratmeter umfassende Gelände — 1. unmittelbar am Wege ein mit Büschen umgebener, in Terrassen angelegter Garte::, der für gesellige Zwecke hergerichtet ist (2387 Quadvatm-ater). 2. werter rechts am Steinbruch entlang, von dem unteren Weg zu der Fahrstraße sich' hinziehend, ein mit einer dreieckigen Terrasse versehener Stveifen, der sehr schöne Aussichten auf Gießen und ims Lahntal mit Schis fenLsing, Hanget stem. Totenberg, Lollarer Kops, Fronender g bietet, — 3. ein unteres 730 Qnadvatmeder umfassendes Stück, das Nr. 1 und 2 verbindet und später angelegt werden soll. —• Die Garten stücke Nr. 1 und 2 wurden im Jahre 1914 von Professor Dr. Sommer und Frau der Universität überwiese:: mib sollen nach Friedensschluß in den vollen Besch der Universität übergehen. Sie wurden 1916 um das untere Stück Nr 3 erweitert, das von Herrn Prof. Som mer von der Stadt gekauft und alsbald Eigentum der Universität wurde. Drn 18. Juli 1914 fand die erste Benutzung für einen studentffchen Zweck, nämlich die Festlichkeit der Giehewcr Klinizisten statt, wobei auf einer der 6 Terrassen an 100 Teilnehmer Platz fanden. Diese Feier, die vor Ausbruch des Krieges geschah, steht allen Teilnehmern in lebhafter Erinnerung. Im Sommer 1914 fand auch die erste Benutzung durch eine größere Zahl von Dozenten mit ihren Angehörigen statt. Während des Rektorates von Prof. Dr. Sommer 1914/15 wurde der Garten mehrfach, besonders auch bei dem Stiftimgssest der Universität am 1. Juli 1915 verwendet. Ter Vorstand des Gartens besteht aus dem studentischen Ausschuß der Landes-lluiverschät sowie den Stiftern und vorläufig drei an deren Ehepaaren aus der Dozentenschaft, nämlich dem Rektor der Universität Prof. Dr. Sievers und Frau, ferner Herrn und Frau Geheimrat Leist sowie Herrn mld Frau Prof. Jesi-vnek. Tie Mit glieder des Vorstandes gelten als Ordner in dem Garten. Den engeren Vorstand bilden der Vorsitzende des engeren Ausschusses Und Prof. Sommer. Der unter 1 genannte Garten steht allen Studenten, Doz-enten und Assistenten der Universität sowie ihren Angehörigen offen, der unter 2 genannte Teil auch allen anderen Angehörigen der Universität. Ueber die Benutzung des unter 3 genannte:: Stückes wird später Bestimmung getroffen werde,:. Zu geselligen Zwecken von Korporationen und einzelnen Gruppen von Studenten, Dozenten oder Assistenten können der unter 1 genannt umfriedigte Garten oder einzelne Terrassen davon für bestimmte Zeiten vergeben werde::. Anmeldungen hierzu sind aus der S t u dentenschaft an den Vorsitzenden des engeren Aus schuf ses, aus der Dozenten- und Assistentrnschaft an Herrn Prof. Sommer zu richten. * ** Amtliche Personalnachrichten. Nebertrageu wurde dem Schulamtsaspiranten Jakob'Binz aus Nieder-Saul heim eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Bechtolsheim. — Die Stelle eines Oberlehrers an der Elevrwrensckule zu Daranstadt ist erledigt. Lehrbefähigung: Mathematik und Phtzsik. Meldungen an Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegen heften, bis zum. 20. Juni 1916. ** Auszeichnung. Dem Musketier Wich. Schiefer stein aus Gießen im Königs-Ink.-Regt. 145 wurde die Hes Tapfe r k e r t s m cboillc verliehen. ** Militärisch! eAusbildungderJuAend. Am letzten Samstag fand eine kleine 9öachtüüiUDg auf dem Trieb statt, au deren Schluß Stadtbaumeister Braubach au den herrlichen Sieg unserer Flotte in der Nordsee hin wies. Am Mittwoch abend fanden allgemeine Hebungen in den Turnhallen statt. Ein für Freitag abend vorgesehe net Vortrag konnte wegen Verhinderung des Redners nicht stattfiuden. Die nächsten Hebungen finden am 21. Jftni statt ' ** Oberhessischer Kunst verein. Die Ausstel lung, welche Arbeiten des Dresdener Künstlerbuudes, der .st.unstgewerbl. Gruppe Weimar-Bund und' eine Sammlung Aquarelle von Hermann Trenner-Frankfurt aufweist, ist an beiden Feiertagen von 11 bis 3 Uhr geöffnet. ** Gießener Freilichtbühne. Bei ungünstiger Witterung wird die für morgen angesetzte Mette Aufführung von Wallensteins Lager verschoben und dies durch Anschlag am Stadthaus (Süd-Anlage) spätestens um 4 Uhr bekannt ge geben. Der Vorverkauf (bei E. Challier, Neuenweg) schließt diesmal schon heute — Samstag — abend, weil die Musikalienhandlung am ersten Feiertag nicht geöffnet wird Einer Anregung folgend, bat fick) die Leitung der Freilich^ bühne entschlossen, bei Zahlung des Eintrittsgeldes i n G o l d eine Ermäßigung um die Hälfte eintreten zu lassen. Die in hiesigen Lazaretten untergebrachten Verwundeten haben, wie dies überhaupt bei allen Aufführungen seit Kriegsausbruch der Fall geivesen ist, auf numerierten Sitzplätzen freien Zutritt. ** Abgabe von Kaffee. Der Krregsausschuß für Kaffee, Tce und deren Ersatzmittel G. m. b. H., Berlin, macht bekannt: Koffeinfreier Kaffee darf wie anderer Bohnenkaffee an die Verbrauch er nur in geröstetem Zustande unter gleichzeitiger Abgabe von mindestens derselben Gewichtsmenge Kaffee-Ersatzmittel verkauft werden. 2. Der Preis ftir ein Paket ((7.-, Kilogramm) koffein- fveien Kaffee u::d 7s Kilogramm Kaffee-Ersatzmittel darf zusammen 2,24 Mark nicht übersteige::. Im übrigen regelt sich der Verkauf von koffeinfreiem Kaffee rauf? den bekannt gegebenen Bedingungen. ** Dieb sta h l. In der verflossenen Nacht wurden aus einer Höfreite in der. Frankfurter Straße 22 alte und junge Stallhasen gestohlen. Da derartige Diebstähle sehr häufig Vorkommen, seien hiermit Besitzer solcher Tiere und von Geflügel nack>- drücklichst gewarnt. W'er über den Verbleib der Hasen Auskunft zu geben vermag, wird gebeten, dies der hiesigen Kriminalpolizei mitzuteften. ** Oeffentliche B ü ch e r h a l l e. In: M a i wurden 446 Bäu de ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1473, Zeitschriften 164, Jugeirdschriften 25)9, Literaturgeschichte 16, Gedichte und Dramen 46, Länder- und Völkerkunde 68, Kulturgeschichte 25, Geschichte und Biographien 122, Kunstgeschichte 16. Naturwissenschaft und Technologie 99, Heer- und Seewesen 22, Haus- und Landwirtschaft 19, Gesundheitslehre 2!, Religion und Philosophie 43, Staatswissenschast 10, Sprachwissenschaft 9, Fremd- prachliches 32 Bände. Nach auswärts kamen 49 Bände. ** P o sts ch-eckve rkehr. Im Reichispostgebiet ist die Zahl er Po st schock künden Ende Aäai 1916 auf 120230 gestiegen. (Zugang im Monat Mai 1977).. Aus den Postscheckrochmmgeu würden im Mai gebucht 2422 Millionen Mark Gutschriften und 2437 Millionen Mark Lastschriften. Bargeldlos würden 2723 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesonttguthaben der Postscheckkunden betrug in: Adri durchschnittlich 309 Millonen Mk. Im Uebettreisungsvervehr mit dem Auslände würden 6,1 Millionen Mark umgesetzt. ** Deutsche Seidenraup enzu cht. Durch die Zeitungen geht die Nottz, daß die Zuchten von mit Schwarzwurzelblättern angefütterten Seidenspinnern urid der nordchinesischen Eichenraupe (Antheraca pernyi) im deutschen Seidengebiet in Kre- eld ausgestellt sind. Unsere Leser dürfte es interessieren, daß im Jnsektenhause des Zoologischen Gartens zu Frankfurt seit über einem Jahrzeht Versuche im Gange sind, die sich nicht nnr auf diese, ändern auf über 20 verschiedene, aus allen Erdteilen stammende Seidenrauüenarten beziehen. Auch« gegenwärtig sind die Zuchten von aus Schwarzwurzelzüchten erhaltenen Maulbeerspinnern wie auch von Eichenspmnern dort ansgestellt. Wie :ms die Leitung des Frankfurter Zool«ogischen Gartens versichert, sind im dortigen Jnsektenhause Resultate gewonnen worden, welche für die Oeko- nomie des Deutschen Reiches, für unser Wirtschaftsverhältnis zur Türkei urck besonders bezüglich der gegenwärtigen Bewegung für deutsche Seidenzucht von größter Wichtigkeit sind und die demnächst veröffentlicht werden sollen. Landkreis Gießen. -Ü-. A l l e r ts h a u s e n , 9. Juni. Dem Pionier-Geireiten Karl Hauth, der seit Kriegsanfang im Felde steht, wurde die Hessische Tapfe rkeits medaille verliehen. -n- Großen -Linden, 9. Juni. Unteroffizier Heinrich ViehMann, Sohn des Bergmanns Wilhelm ViehMann, ist Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Als aktiver Soldat zog er Mit dem Giehener Regiment aus und kam bald verwundet zurück. Zum zweitenmal im Feld, sta:ü> er beim Regiment 186, wurde durch Granatsplitter schwer verwundet und geht jetzt iM Lazarett einer guten Heilung entgegen. ** Lich, 9. Juni. Im großen Saale des hiesigen fürstlichen Schlosses wird auf Anregung I. D. der Fürstin an: 18. d. Mts. (Soirntag inrch Pfingsten) um 4 Uhr nachmittags ein weiteres Wvhltätigkcilskonzert unter der künstlerischen Leitung des Herrn F. Kaufmann veranstaltet rverden. In Anbettacht der außerordentlich günstigen Aufnahme, die gerade das letzte Konzert vom 5. März (Stteichorchester nrft 2 Klavieren) bei den cMwesen- den einheimifckien, sowie auch den recht zahlreich aus Gießen und Hungen erschienenen Hörern gefunden hat, soll das Orchester diesmal eine weitere Verstärkung bekommen, so daß bei dem sehr gewählten Programm das musikalisch interessierte Publikum auch diesmal wieder auf seine Rechnung kommen :vird. Neben Schu berts unvollendeter Symphonie in H-moll und L. v. Beethovens Symphonie Nr. 5 in C-moll werde:: zwei Nummern ans den 6 Stimmungsbildern „Draußen", einer Komposition - Sr. Hoheit des Großherzogs von Hessen, in der Bearbeitung von Herrn F. Kaufmann für Stteichorchester, 2 Klaviere und Harmonium, zur Aufführtmg gelangen. Das Violinkonzert in A-moll (Nr. 8) von L. Spohr, gespielt von Herrn Kaufmann, sowie Liedervorttäge von Frl^ Tilde Walther aus Darmstadt werden das Programm vervollständigen. Sicherlich wird bei dem zü erwarteirden seltenen Kunstgenuß und in Anbetracht des edlen Zweckes der Veranstaltung das musikverständige Publikum von Lich. und Gießen sich auch diesmal wieder in Lich ein Stelldichein geben. (Näheres ist aus der noch er- schenrenden Anzeige zu ersehen.) -r-. Lich, 9. Juni. Die zum Besten der Kriegssürsorge durch die Schüler der hiesigen Volksschule nüt großem Eifer veranstaltete Sa nun lung von Altpapier hatte das schöne Ergebnis von 200,70 Mk. tt. Langsdorf, 7. Der Vize-Fftdwebel Hrch. t e n g l e r aus Lich und die Gefreiten Louis M ü n st e r aus Burkhardsfelden und Joh. Maul aus Ober-Bessingen, welche bei einer Fuß-Art.-Batterie stehen, erhielten heute die Hessische Tapferkeitsmedaille. Der Erstgenannte ist auch schon im Besitze des Eisernen Kreuzes. Kreis Lauterbach. L a u t e r b a ch, 9. Juni. Nachdem die E i e r h 5 ch st p r e i s e am 24. dNiai, auf 16 1/2 Pfennig für den Verbraucher und 15 Pfg. beim Aufkauf durch Händler festgesetzt waren, wurden sie nach einer neueren Bekanntmachung des Kreisantts auf 17 1 /* bezw. 16 Pfg das Stück erhöht. Auch der Landwirt kmrn den Höchstpreis von 171/2 Pfg. verlangen, wenn er die Eier selbst in das Haus der Verbraucher bringt. Händler müjssen eine vom Kreisamt genehmigte Ausweiskarte bei sich führen, die ans bestimmte Orte zum Aufkauf lautet. -ü- Mooser-Grund, 9. Juni. Durch auswärtige Händler waren hier die E i e r p r e i s e innerhalb zehn Tagen von 15 auf 20 Pfg., vereinzelt auf 22 Pfg. gettieben worden. Nun sind Höchst preise zu 15, bezw. 16*/, Pfg. festgesetzt worden. Kreiö Schotte». 4t M i ch e l b a ch, 9. Juni. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Becker in der Maschinengewehr-Kompagnie des Jnf.-Regts. 353. # Rebgeshain, 9. Juni. Die Hessische Tapserkeits-- medaille erhielt der Wehrmann Decher im Landwehr>Jnf.° Regt. 61. PH Wingershausen. 9. Juni. Auf dem Felde der Ehre starb der Gardist Luft im Ini.-Regt. 115. Starkenburg und Meinhessen. Wb. Mainz, IO. Juni. Der Kommandant der Feste V a u x, Oberstleutnant R a y n a l d , ist, wie das „Berliner Tageblatt" meldet, als Kriegsgefangener in die Festung Mainz eingeliefert worden. Der deutsche Kronprinz habe chm in Anerkennung der tapferen Verteidigung der Feste den Degen gelassen. Kreis Wetzlar. ra. Hohensolms, 9. Juni. Für Donnerstag und Freitag waren die Heu gras - Versteigerungen der Fürstlich Solmsischen Obersörsterei festgesetzt. Trotz der überaus günstigen Futteranssichten wurde der Morgen durchschnittlich mit 45 -50 Mk bezahlt. Bei der überreichen Feuchtigkeit steht auch ein guter Grnmmetgrasfchnltt in Aussicht- Hesserl-Nassmr. ---Frankfurt a. M., 9. Juni. Der Landwirtschaftliche Verein erhielt die Erlaubnis zur Einfuhr von 60 Ziegen aus der Schweiz nach Frankfurt. Der Preis eines Tieres bettägt etwa 150 Mark. — Frankfur t a. M., 9. Juni. Mit Wirkung vom 11. Juni an ist es im Gemeindebezirk Groß-Frankfurt verboten, in Wirtschaften jeder Art, Kaffeehäusern, Gaschösen, Pensionen, Kan tinen und ähnlichen Betrieben eine Zuckerbeigabe sürKafsee 0 b't t Tee zu verabfolgen. An Stelle des Zuckers kann Süßstoff (Saccharin) verwendet werden. ... ra. Altenhain i. T., 9. Juni. Bürgermeister Elz en- h e i m e r, welcher bereits 28 Jahre an der Stütze unserer i»*- metnbe steht, wurde abermals auf 8 Jahre gewählt. ttnivcvfiiät$*Tl<*dftldb4en. = Frankfurt a. M., 9. Juni. Der von Dr. W. Mer ton gestiftete Lehrstuhl für Pädagogik an der Unrversitat soll nach dem Willen des Stifters ganz neuartige:: Aufgaben oienen. wie sie bisher noch an keiner anderen Universität gepflegt werde«. Tie Professur soll vor allem die wissenschastkiche Erforschung osS Bildungswesens nach der wirtschaftlichen und sozialen Seite vfleaen, sich mit dem Aufstieg der Begabten und der kullürg-mäßen Ausgestaltung des Bildungswesens beschäftigen. P^ofeffpr Dr. Z t e y e n, der Leiter des Frankfurter Schulwesens, hat sich bereits zur An- nähme dieser Professur bereit erklärt _ wöchenü. Krberflcht derTsdesfiAe i. -.Stadt Gietzen. 21. Woche. Voin 21. bis 27. Mai 1916. Einwohnerzahl: angenominen zu 33100 (inkll 1300 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 21,99-^. Nach Abzug von 7 iörtsfremden: 10,99 ft«,. „ Er. Kinder 6* starben an 34 wachsen« T&tf Angeborener Lebensschwäche 1 (1) — 1 (1) — ki) - - 7