Nr. 118 Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die ..Glrtzener Kamllienblätter" werden dem .Anzeiger" otermnl wöchentlich beiqelegt, das „Ureisblatt für den Ureis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Jahrgang Seneral-Anzerger für SamStag, 20. Mai OHG Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scher Universitäts - Buch- und Steindruckerer R. L fljige, G ießen. Schristleitung,GeschästssleNeu.Druckerei^Schul. stra8e7.Geschü'lsstetleu.Berlaq:S^51,Schrut- leitung: e#112. 'Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Mb. Deutscher Reichstag. 50. Sitzung, Freitag, den 19. Mai 1916. Am Tische des Bundesrats: Caspar. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Minuten. Ier Ela! sür das AeichMml des Zmeru. (Zweiter Tag.) Die Aussprache wird fortgesetzt. Inzwischen sind wieder eine Reihe von Entschließungen eingegangen. Ein Antrag Dr. Ab laß (Fortschr. Vp.) ersucht den Reichskanzler, nock im gegenwärtigen Tagungsabschnitt den Entwurf eines Gesetzes vorzulegen, durch den die Handhabung der Zensur in nichtmilitärischen Angelegenheiten, sowie die Aufsicht über das Vereins- und Versammlungsrecht während der Dauer des Belagerungszustandes den Zivilbehörden übertragen und die Verantwortung dafür vom Reichskanzler übernommen wird. Eine sozialdemokratische Entschließung verlangt die Beseitigung der Ausnahmen von den Schutzbestimmungen für jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen. Eine Entschließung der S o z. Arbeitsgemeinschaft fordert reichsgesetzliche Regelung des Mutter- und Säuglings schutzes, sowie der Geburtshilfe. Ein weiterer sozialdemokratischer Antrag bittet den S p a r z w a n g für jugendliche Arbeiter aufzuhebeu. Abg. Giebel (^>oz.): ES ist selbstverständlich, daß die Sozialpolitik weiter fortgeführt werden muh, sonst würde man ja alle Erfahrungen der Kriegszeit tn den Wind schlagen. Uns kommt es hauptsächlich auf den Inhalt und das Tempo an, besonders für die Zeit nach dem Kriege. Die Privatinteressen kapitalistischer Unternehmungen stehen oft im schroffsten Widerspruch zu den allgemeinen Interessen. Wir fordern eine vollsaftige, entschlossene Sozialpolitik. Nach dem Krieg werden die Arbeiter nicht mehr ihre bisherige Lebenshaltung, wie sie vor dem Kriege bestand, aufzuweisen haben. Auch der Mittelstand in Handel und Gewerbe ist auf einen niedrigeren Stand der Lebensführung hcrabgedrückt. Die Prinzipale sind ihren Angestellten gegenüber sehr wenig entgegenkommend. Die ,D urchschnittsgchälter sind gesunken. Schwer arbeitende Frauen erhalten im Bergbau Stundenlöhne von 20—23 Pfennig. Das ist nicht etwa Ausnahme, sondern die Regel. Vor allem wird die Arbeit der Frau überall außer Verhältnis schlechter bezahlt als die der Männer. Selbst die Stücklöhne werden den Frauen niedriger bemessen. Der Lebensstand der arbeitenden Volksklassen hat sich gerade im Kriege außerordentlich verschlechtert. Wir brauchen eine obligatorische Reichsmutterschaftsversicherung, es darf nicht dazu kommen, daß die Frau e n und die Jugend nach dem Kriege dahinsiechen. Die Frauen dürfen deshalb nicht übermäßig zu schwerer Arbeit, wie der in den Gcschoßwerk- st 5 t t e n , herangezogen werden. Das Verbot der Nachtarbeit in den Bäckereien muß den Krieg überdauern. Nnterstaatssekretär Richter: Dem Grafen Westarp und dem Abgeordneten Giesberts danke ich herzlich für die freundlichen Worte, mit denen sie gestern des Staatssekretärs des Innern gedacht haben, auch für bte warmen Wünsche auf Wiedergenesung und die gebührende Anerkennung seiner Wirksamkeit als Stellvertreter des Reichskanzlers und als Staatssekretär. Die Rcichsverwaltung erkennt die große Bedeutung eier pfleglichen Sorge für das Wohl der weibl i che n Bevölkerung sowohl für die Volsvcrmehrung nach diesem Männermorden, als auch für das Volkswohl überhaupt an. Das Ermächtigungsgesetz vom 4 . August 1914 gestattet dem Reichskanzler, von den Arbeiterschutzbestimmungen, also namentlich von dem Verbot der Nachtarbeit für Frauen, generelle Ausnahmen zu gewähren. Die höheren Verwaltungsbehörden können für einzelne Betriebe Ausnahmen bewilligen. Daß solche Ausnahmen für ganze Jndustriegruppen zugestanden seien, ist nicht richtig. Der Reichskanzler hat das vermieden und hat in einem Rundschreiben an alle Bundesregierungen dringend gebeten, daß Ausnahmen auch in einzelnen Fällen nur zu machen sind, wenn das dringendste Bedürfnis vorliegt. Der Gewerbeinspektor hat alle Umstände sorgfältig zu prüfen. Hält er die Beschäftigung nicht für geeignet, so wird oon der höheren Verwaltungsbehörde eine Ausnahme nicht bewilligt. Trotzdem kann der vorliegenden Entschließung nicht zugestimmt werden. Viele Betriebe könnten sich ja nicht helfen, wenn nicht Frauen und Jugendliche tätig wären. Wir brauchen sie für die Munitionsherstellung und für die Wiederbelebung anderer Industrie:-., die nicht zur Untätigkeit verurteilt sein dürfen. In England zieht man Frauen und Jugendliche noch in größerem Umfange heran. Auch die Frauen, die wegen Stoffmangels in anderen Arbeitszweigen keine Beschäftigung haben, finden in der Schwerindustrie lohnende Beschäftigung. Für diese würde es unangenehm sein, wenn man alle Ausnahmen beseitigte. Sobald der Friede eingetreten ist, werden wir in eine eingehende Prüfung eintreten. ob nicht die Ausnahmebeftimmun- gen bald beseitigt werden können. Sofort nach Friedensschluß wird es nicht gehen, einerseits mit Rücksicht.auf die Betriebe, andererseits deswegen, weil manche Frauen einen Erwerb haben müssen, besonders, wenn der Mann :m Felde gefallen ist. Der Sparerlaß für die Jugendlichen ist von militärischer Stelle ergangen, das Reichsamt ist mit ihm nicht befaßt. Im Ausschuß ist anerkannt worden, daß die Militärbehörden bei Erlaß der Verfügung von den besten Absichten^ geleitet waren. Damit die jugendlichen Arbeiter, die eine im Verhältnis zu chrem Alter sehr lohnende Beschäftigung haben, das Geld nicht in unrichtiger Weise verwenden können, muß der Arbeitgeber einen Teil des Verdienstes an die Sparkasse abführen. Daß er das tut, wird nachgeprüft. In einzelnen Fällen mögen ja sich Anstände ergeben. Jedenfalls ist der Kriegsminister bereit, die ganze Frage mit den zuständigen Ressorts noch einmal zu prüfen und unter Umständen auch die Maßnahme aufzu heben, soweit sich nachteilige Folgen ergeben haben sollten. Die Verfügungen sind von den Generalkommandos erst erlassen worden, nachdem sie sich mit den Interessenten, Schüler usw. in Verbindung gesetzt hatten. Jedenfalls soll nach Möglichkeit Remedur etwaiger Schäden eintreten. Dringend , erforderlich ist eine große Handelstonnage nach F r i e d e n s s ch l u ß. Ich bin vom Staatssekretär des Reichsfchatzamts ermächtigt, zu erklären, daß dafür nicht unerhebliche Mittel bereitgestellt werden sollen. Einiges zu diesem Zwecke ist jetzt schon geschehen. Soweit Arbeiter entbehrlich sind, sollen auch die Reichswerften zum Wiederaufbau der Handelsflotte herangezogen werden. Das Nachtbackverbot besteht so lange, bis es vom Reichskanzler aufgehoben wird. Wenn nach Friedens,chlutz eine endgültige Regelung getroffen werden soll, wird der Reichstag dabei gehört werden. „ ^ . £ . rr . .. . Ich glaube nicht, daß wir nach Friedens,chluß mit einem großen Heer von Arbeitslosen zu rechnen haben werden. ^zch bm im Gegenteil überzeugt, daß auf allen Gebieten sehr starke Nachfrage nach Arbeitern auftreten wird und wir eine Hochkonjunktur kriegen werden. Jeder wird das Bestreben haben, tüchtige Arbeiter zu haben, jeder Arbeitgeber wird auch seine alten eingearbeiteten Leute wiederbekommen wollen. Die durch den Krieg der Arbeit entzogenen Arbeiter dürfen ihrer Ansprüche an die Zwangsvensionskasse nicht verlustig gehen. Dafür muß in irgend einer Weise gesorgt werden. Ich möchte sogar annehmen, daß der Richter auf eine Klage das heute schon zugestehen wurde. Sonst wäre es ein schreiendes Unrecht. Denn der Krieg ist ein außer/ ihrer Willensbestimmung liegender Umstand. Abg. Gothein (Fortschr. Vp.): Den Worten der Anerkennung für den Staatssekretär Delbrück können wir uns nur vollkommen anschließen. Er hat ein ganz ungewöhnliches Maß hervorragender Arbeit geleistet, wobei ihm oft der bundesstaatliche Aufbau große Schwierigkeiten bereitet hat. Er hat es immer verstanden, die Aussprache auf einem hohen Stand zu erhalten. Wir hoffen und wünschen, daß feine Gesundheit bald wiederhergestellt ist, damit er seine Kräfte weiter der Allgemeinheit dienstbar machen kann. (Beifall.) Die Familienunterstutzungen werden überall gewährt, wo ein Notstand vorhanden ist. Leider werden allerdings die wohlmeinenden Anordnungen der Negierung nicht immer richtig angewandt. So ist in der Stadt Triebsees' im Kreise Grimmen einer 70jährigen Greisin, die bisher von ihrem jetzt im Felde stehenden Enkel unterhalten wurde, die Kricgsunterstützung versagt worden, obgleich sie nur ganze 7 Mk. Monatseinnahmen hatte! (Hört! Hört!) Das ist ein Vorgehen, das vollkommen gegen den Wortlaut, den Geist und den Sinn des Gesetzes verstößt. Besonders muß anerkannt werden, daß die Großstädte und die Industriezentren in der Kriegsfürsorge Vorbildliches geleistet haben. Unter der Not des Krieges leiden vielfach die Kreise des Mittelstandes mehr als die Arbeiterkreise; sie stehen häufig vor einem völligen Zusammenbruche ihrer Existenz. Hier muß das Reich helfend eingreften. (Zustimmung.) Bei der Beschäftigung der weiblichen und jugendlichen Arbeiter befinden wir uns in einer Zwangslage. Der Mißstand ist ja nur vorübergehender Natur. Mit der Zahl der Ueberstunden und mit der Ausschaltung der Sonntagsruhe ist vielfach ein Mißbrauch eingetreten, der auf die Dauer nicht ohne Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit bleiben kann. Allerdings glaube ich, daß wir durch den Krieg zu einer Aendcrung der wirtschaftlichen Betätigung der Frauen kommen werden. Auch ist keine Arbeitslosigkeit, sondern eher eine Arbeiterknappheit nach Friedensschluß zu erwarten. Namentlich im Bergbau wird ein großer Bedarf an Arbeitskräften eintreten. Dies alles gilt aber für unsere Feinde in noch höherem Maße als für uns. Deshalb ist ihr Beitreben, uns nach dem Kriege wirtschaftlich zu boykottieren, ein Versuch mit untauglichen Mitteln. England mit seinen 46 Millionen Einwohnern kann nach dem Kriege unmöglich den Industriebedarf der Welt decken. England selbst ist auf das deutsche Roheisen angewiesen. Deutschland allein erzeugt ebenso viel Roheisen, wie England, Rußland und Frankreich zusammen. Unsere Feinde werden schließlich froh sein, von uns überhaupt Eisen zu bekommen. Die Konkurrenz Amerikas brauchen wir nicht zu fürchten. Die Vereinigten Staaten haben allerdings in- dem Unglück dieses Krieges das Fett abgeschöpft. Sie haben sich aber nicht bemüht, den Welthandel in Friedensartikeln an sich zu reißen, sondern sich auf die lohnendere Fabrikation von Kriegsmaterial geworfen. In den Vereinigten Staaten ist sogar die Ausfuhr von Friedensartikeln erheblich zurückgegangen. In der ganzen Welt besteht jetzt ein Hunger nach diesen Waren, und wir werden nach dem Kriege eine gewaltige Beschäftigung unserer Industrien haben. Auch bei unfern Feinden wächst immer mehr die Erkenntnis, daß der jetzt kommende Frieden ein Dauerfriedcn sein muß. Sie müssen sich aber sagen, daß durch die wirtschaftliche Bedrückung -irgend eines Staates nur ein neuer Krieg entstehen würde. (Sehr richtig!) Wir müssen also schon jetzt dafür sorgen, daß wir den Ansprüchen der Zukunst gewachsi.n sind. Namentlich gilt es, auch im Frieden die Streiks nach Möglichkeit za vermeiden. Warum ist das Heimarbeitergesetz immer noch^nicht in Wirksamkeit getreten? Um uns die Ausfuhr zu ermöglichen, muß der Schiffbau nach Möglichkeit gefordert werden, denn die Handelsschiffstonnage der ganzen Welt ist erheblich zurückgegangen. (Beifall b. d. Fortschr. Vp.) Abg. Dr. Stresemann (nl.): Den Worten der Anerkennung, die dem Staatssekretär Dr. Delbrück von den Rednern der verschiedenen Fraktionen gewidmet worden sind, stimmen wir durchaus zu. Herr Delbrück entstammt einer Familie, die die besten Traditionen des preußischen und deutschen Beamtentums in sich vereinigt und die unserem Vaterlande schon viele hervorragende Männer gegeben hat. Die Familie Delbrück hat einmal auf einem Familientage von sich selbst gesagt, daß es wenig unbedeutende Delbrücks gäbe. Die Grundgedanken Delbrücks in seiner Politik waren im wesentlichen auch die unsrigen: auf der einen Seite der Gedanke des sc^ialen Fortschrittes. der nie rasten durfte, und auf der andern Seite die Rücksicht auf die deutsche Wettbewerbsfähigkeit in der Welt. Sein Name wird mit der Verabschiedung der großen Versicherungs- gesetze auf immer verbunden sein. In rastloser vorbildlicher Tätigkeit ist er schließlich doch unter dem Uebermaß der Arbeit zusammengebrochen. Unsere besten Wünsche für seine Genesung und seine weitere Tätigkeit folgen ihm. (Beifall.) Gerade daß er, ein Mann, von dem wir alle empfanden, daß ihm die Arbeit Lebensbedürfnis war, den Anforderungen dieses fortwährend größer werdenden Organismus nicht gewachsen sein konnte, legt uns die Frage nahe, ob dieses Amt in Zukunft überhaupt noch von nur einem Staatssekretktk geführt werden kann. Die besten Köpfe gehen an der Arbe i t Süberh5ufung zu- gründe. Wir müssen ein Reichshandelsamt schaffen, ein eigenes Reichsamt für Industrie und Handel. Alle Kreise bewegt jetzt die Frage des UebergangS von der Kriegs- zur Friedensarbeit. Welche Fülle von Problemen tritt hier an uns heran. Es handelt sich um unsere garize finanzielle und wirtschaftliche Demobilisierung, um die lieber fühvung der ganzen Krieg^gesetzgebung mit ihren tausend Verordnungen in die normale Friedensgesetzgobung, um die Umwandlung und Auslösung der vielen neu geschaffenen Organisationen auf allen Gebieten; es handelt sich um die Regelung der Valutafrage, um die Rohstoffversorgung. Dazu tritt die Woh- wungsfürsorge und das ganze Gebiet des Kriegskredits, die ganze handelspolitische Neuorientierung. Wir stehen vor neuen Anfofderungen, die in gewöhnlichen Zeiten nicht an das Reichsamt de« Innern herantreten. Aber selbst über die,e Jahre hinaus werden sich noch stets neue Arbeitsgebiete für dieses Rerchsamt eröffnen Deshalb wünscht man in weiten Kremen der deutschen Volkswirtschaft, daß hier eine Sonderordnung getroffen totü). Am 13. Dezember 1915 hat der große Ausjchug des Bundes der Industriellen die Errichtung eines Reichsamts für Industrie, Handel und Gewerbe gefordert, und zwar soll diese Errichtung bald erfolgen. Die Vereinigten Staaten z. B. haben m den letzten Jahren unter der Präsidentschaft Wilsons eine große Neuorganisation mit dem Zwecke der Förderung des amerikamjchen Außenhandels geschaffen. Wir haben nur ein- unselbständige Abteilung im Reichsamt des Innern und die haudelspolstifche Abteilung im Auswärtigen Amt Das ist eine nicht völlig geklärte Doppelstellung. Dazu kommt, daß der Staatssekretär des Innern, der als Vizekanzler des Deutschen Reiches Sprechminister ist, 27 Ressorts unter sich hat, daß er sich nicht konzentrieren kann auf diejenigen Fragen, die allein schon einen eigenen Mann für sich verlangen. Man hat die Empfindung, daß die wirtschaftliche. Mobilmachung Deutschlands auf der' Höhe der militärischest gewesen wäre, wenn die Teilung dieses Riesenamtes früher erfolgt wäre. Unsere Gegner behaupten, wir hätten alles sorgfältig vorbereitet, um die Welt zu überfallen. Ach dann hätten wir die Rohstoffversorgung anders vorgenommen, dann hätten wir nicht noch im Juli 1914 Getreide nach dem Auslande geschickt. Das beweist mehr als jede Note, wie fern uns der Krieg lag und wie fern uns die Welteroberungsgedanken waren. (Sehr richtig!) Leider sind viele Anregungen auf Schaffung eines wirtschaftlichen Generalstabs unwirksam gewe'.en. Ich erinnere an die Schrift des Geheimrats Rießer, an den sächsischen Industriellen Kommerzienrat Leonhard und an die Schriften von Arthur Dix. Alles Drängen hat aber keine Erfüllung gefunden. Nur die schnellen Erfolge des Heeres, die uns weite Rohstoffgebiete erschlossen, und die Leistungen der deutschen Wissenschaft mit ihren'Ersatzmitteln haben eine katastrophale Erschütterung des deutschen Wirtschaftslebens verhindert. Heute, da das überwunden ist, können wir es ruhig aussprechen. Eine solche Erschütterung kann aber auch kommen, wenn der Uebergana von der Kriegs- zur Friedenswirtschaft sich nicht in organischer Weise vollzieht. Das Reichsamt für Handel und Industrie muß mich die Maßnahmen des feindlichen Auslandes beachten, die gegen uns nach dem Kriege einsetzen sollen. Ich bin frei von Pessimismus. Aber wer hätte je gedacht, daß England die allgemeine Wehrpflicht einführen könnte. England geht mit großer Konsequenz und Rücksichtslosigkeit vor. Darüber darf man sich nicht hinwegtäuschen. Es kennt keine Halbheiten, keine Skrupel und keine Sentimenta- lität, weder politisch noch wirtschaftlich. Die wirtschaftliche Gleichberechtigung sieht England bei uns als Grotzmachtskitzcl an. Wir haben im Ausschuß eine Zusammenstellung der Maßnahmen des feindlichen Auslandes auf diesem Gebiete gefordert, damit man sieht, wie diese Tendenzen sich entwickeln. Bis heute haben wir nichts erhalten. Es war wohl nur eine Entgleisung, daß man im Ausschuß sagte: amtlich fei darüber nichts bekannt. Von privater Seite liegen uns dazu die Nachrichten des Instituts für Weltverkehr und Seewirtfchaft in Kiel von Dr. Harms vor. Wir haben ein großes Interesse daran, zu wissen, in welcher Weise gegen Deutschlands Eigentum im Auslände vorgegangen wird; denn wir müssen diese Dinge alle^ in die Reihe bringen, damit der Frieden nicht mit einem Passtv-Saldo der deutschen Volkswirtschaft endet. Man fragt sich in kaufmännischen und industriellen .Kreisen: wer verfolgt denn bei unS diese Maßnahmen? Welches Amt bereitet bei uns die handelspolitische Neuorientierung vor? Wer holt zum Gegen schlag bei uns aus, wenn es England geling! einen Zusammenschluß gegen uns zustande zu bringen? Wer tritt auch amtlich dafür ein, unsere Stellung auf dem Weltmärkte zu sichern? Wir müssen alle Mitarbeiten bis zum Gesandten herauf. Niemand steht zu Loch in der ausländischen Vertretung des Reiches, als daß er nicht im besten S i n n e des Wortes Handelsagent sein könnte. (Sehr richtig!) Das sind die großen Zukunftsbahnen, von denen viel abhängt. Darum ist ein eigenes Reichsamt für diese Zwecke erforderlich, damit nicht die besten Kräfte in einem Organisationsfehler ersticken, wie das bisher noch bei jedem Staatssekretär des Innern der Fall gewesen ist. Eine wichtige Frage ist die Sicherung der deutschen Auslandsforderungen. Bisher ist eine Registrierung dieser Forderungen noch nicht erfolgt. Niemals war die deutsche Industrie und Kaufmannschaft so einmütig in dieser Forderung wie jetzt. Bisher ist es ihr nicht gelungen, Ümrchzudringen. Immer wieder verweist man sie. wenn auch ehrenderweise, auf die Selbsthilfe. Aber auch die Autorität des Reiches muß hier einsetzen. Niemals hat ein Krieg so sehr in die wirtschaftlichen Verhältnisse eingegriffen wie dieser. Hüten wir uns davor, daß die Feinde nicht nach dem Kriege das erreichen,' was sie im Kriege zu erlangen nicht imstande waren. Der Hinweis der Regierung auf die Selbsthilfe hat in allen Kreisen der Industrie und des Handels die tiefste Depression hervorgerufen. Man hat uns entgegengehalten, daß gerade die Handelskammern der Hansestädte sich gegen einzelne »ns-erer Forderungen gewandt haben; aber über 900 Firmen aus Hamburg haben gegen Liese Stellungnahme der Handelskammern Einspruch erhoben. Weiter bedarf die Frage der Verträge deutscher' Kaufleu'te mit Angehörigen feindlicher Staaten einer besonderen Beachtung. Ein französisches Gesetz annulliert die Verträge, welche vor' dem Kriege mit Deutschen geschlossen worden sind. Ein englisches Gesetz hat ebenfalls die Möglichkeit der Lösung aller Verträge mit uns gegeben. Ich nehme an. daß auch unsere Regierung hier schrittweise Vorgehen will. Wir haben aber noch nichs, was den Deutschen Sicherheit gibt, daß sie nicht zur Erfüllung von Verträgen, die unter ganz anderen Umständen geschlossen wurden, gezwungen sein werden. Während de? Krieges ist ein Reichsgerichtsurteil ergangen, das sich im wesentlichen auf diesen Standpunkt stellt. Hier liegt ein großes Interesse namentlich auch der hanseatischen Kreise vor, daß dieser klaren Stellung, nähme unserer Gegner auch ein ebenso klares Vorgehen Deutschlands folgt. Meine Ausführungen find nicht aus einem gewissen Pefsimis- mus heraus gemacht. Ich freue mich auch über die optimistiscbe Auffassung Gotheins. Hat doch auch Geheimrat Rießer von einem Aufschwung sondergleichen gesprochen, der unserer Industrie nach dem Kriege bevorstände. Ich glaube auch, daß die feind- lichen kriegswirtschaftlichen Maßnahmen, die aus Haß berauS geboren sind, auf die Dauer nicht bestehen können. Gewiß, dieser Haß ist vorhanden, aber auS Liebe für unö hat uns auch vor dem Kriege niemand etwas abgekauft. (Sehr richtig!) W:r können den Dingen ruhig inS Auge schauen. Der deutsche Markt, der Markt eines Volles von 70 Millionen ist für niemand von denen MM entbehrlich, die heute gegen uns känipfen. Das hat der Reichstag selbst durch seinen Antrag auf Erhaliung und Vermehrung des Bestandes der deutschen Handelsschiffe zum Ausdruck gebracht. Wir wollen auch nach dem Kriege die zweite Stelle, die wir in der Schisfahrt schon vorher eingenommen haben, uns wieder sichern. Hieran sind Transportarbeiter und Reeder ebenso sehr wie Handel und Industrie interessiert; es gilt nicht, einen einzelnen Teil der deutschen Volkswirtschaft zu bevorzugen, alle Teile sind gleichmäßig hieran intereffiert. Wir ha-ben uns, abgeschnürt vom Welkmar«, wirtschaftlich gesund erhalten durch Hebung unseres inneren Marktes. Für die Zukunft kann das aber nicht so bleiben. Noch heute gilt, was einst die Denkschrift des Rcichsmarineamts, die erste große volkswirtschaftliche Schrift von Tirpih ausgesprochen hat, daß Gedeih und Verderb der deutschen wirtschaftlichen Entwicklung mit unserem Handel in der Welt eng zusammenhängt. Deshalb ^dürfen auch die Fäden, die uns mit dem neutralen Handel verknüpfen, nicht abreißen. Es ist jetzt ja eine Zentralstelle zur Er- 'ledrgung der Ausfuhranträge geschaffen worden. Wir haben volles Verständnis für die großen Schwierigkeiten dieses Gebietes. Aber nicht alles, was hier an Verzögerungen vorkommt, ist lediglich aus technische Schwierigkeiten zurückzuführen. Es dauert in der Regel acht his neun Monate, bis der erste Ausfuhrschein erteilt wird. Von allen Seiten kommen die gleichen Klagen, daß es unmöglich ist, innerhalb einer bestimmten Zeit überhaupt Nachricht zu erhalten. Auch die einmal gefaßten Beschlüsse werden erst viel zu spät mitgeteilt. So erhielt eine Firma einen Erlaubnisschein auf vier Wochen, datiert vom 15. August, ihr zugegangen am 24. August. Der Schern galt aber nur bis zum 15. September, so daß also fast zwei Wochen für die Firma verloren waren. Sie bat um eine Verlängerung, und diese einfache Sache wurde erst Ende Oktober crledigr. (Hört, hört!) Die Herren werden gewiß sich bemühen, in dreien Dingen sachlich und zeitlich entgegenkommend zu sein. Hier mutz aber ein Organisationssehler stecken. Entweder reicht die Zahl der Beamten nicht aus, oder es liegen sonstige Gründe, vielleicht ein nicht genügendes kaufmännisches Verständnis Dor. Durch diese Verzögerungen wird aber dem deutschen Kaufmann dos Geschäft mit dem Auslande außerordentlich, erschwert. Unsere Feinde bemühen sich überall, sich an unsere Stelle zu setzen. Da fallen solche Erschwerungen doppelt ins Gewicht. So wollte ein Textilindustrieller Muster ins Ausland schicken. Auf dem Kriegsminifterrum wurde ihm gesagt: lasten Sie Las doch; nach dem Kriege werden Sie überhaupt keine Textilfabrikate mehr ausführen rönnen! ^ Der Geschäftsmann entgegnete ganz richtig: Das lasten Sie gefälligst unsere Sorge sein! Hoffentlich werden die zahlreichen Beschwerden der Industrie und des Handels durch die Schaffung der neuen Zentralstes einigermaßen beseitigt, damit nicht die Fäden, die uns heute nach mit dem neutralen Auslandshandel verbinden, auch noch zerreißen. Die Frage hängt auch eng zusammen mit de-r deutschen Valuta. Zur Hebung der Valuta soll man aber nicht Geld ins Ausland senden, sondern gute deutsche Waren. (Sehr richtig I) Für die Kritik, die ich hier geübt habe, nehme ich dasselbe in Anspruchs was mein Fraktionskollege Roland-Lücke für sich erklärt Igt Er hat sich dagegen gewehrt, daß man seine Kritik als eine Kritik an Personen und Sachen anffrrste. Trotz mancher Gegensätzlichkeit im einzelnen bin ich der Meinung, daß wir von dem. was unser Reichsamt des Innern innerhalb der Kräfte, die chm gegeben waren, geleistet hat, den Hut abnehmen musten. Deshalb richtet sich d i e s e a b s i ch t l i ch l ch a r s e K r i t ick dahm: Schafft die neue Organisa- ckron, die diesen Klagen nach Möglichkeit abhelfen kann! Schafft J ielöir dre Möglichkeit dazu haben! Das große Gebiet des Uebergangs von der Kriegs- in die Friedeuswirtschaft gibt fern Einzelnen dre Möglichkeit, sich hmeinzuleben in ein ganz bestrmmtes Restort, wahrend jetzt bei dem Reichsamt des ^nnera bie Gefahr besteht, daß sich ferne noch so große Leistungsfähigkeit !rns einzelne verliert. " Die Frauenarbeit muß im Frieden wieder den normalen Charakter cmuehmen. Der Sparzwang der Jugendlichen erscheint nicht als eine Beeinträchtigung der Jugendlichen sslbst und ihrer Eltern. Gegeri eine Eingabe der deutschen Seidenbaugesellschaft rn Berlin, die deutsche Seidenindustrie von ton Bezüge ausländischer Rohstoffe unabhängig zu machen, hat frch die Handelskammer in Krefeld erklärt. Die Eingaben 4 a "ölrriigsgehilfenverbände üj, eT wirtschaftliche Demobilisierung verdienen Beachtung. Wir haben Briefe aus dem Felde bekommen, die der Sorge Ausdruck gaben, ob auch to heimkehrenden Krieger ihre Stellen noch offen finden werden. Der soziale Sinn der Arbeitgeber wird es-aber sicherlich als eine ^renpsncht ansehen, diese Sorgen zu beheben. Das sind wtr dem Stande der deutschen stellten schuldig. Wir haben selbst eine Entschließung eingebracht, die für die Zeit des Krieges eingerichtete Reichswochenhilfe zur Regelleistung der Krankenversicherung zu machen. Damit arbeiten wir mit an dem Aufbau der verloren gegangenen Kräfte des Volkes. Der Reichstag befindet sich jetzt in einer etwas eigentümlichen Lag6, da der Staatssekretär. besten Verwaltung hier besprochen wird, nicht anwesend ist. Wir kennen die Persönlichkeit des neuen Mannes nicht. Wir hoffen aber, daß er. der in einer wirtschaftspolitischen Schicksalsstunde des Reiches an die Spitze kommt, die Mängel der Organisation beseitigen wird, die dem Reichsamte' noch anhasten. Möge er mit weitausschauendem Blick unsere wirtschaftliche Zukunft sicherstellen und mit warmem sozialpolitischen Verständnis den Weg sozialpolitischen Fortschritts gehen, den wir auch m Zeiten schweren wirtschaftlichen Ringens und schwerer Anspaii- nung aller Steuerkräfte des Volkes niemals verlassen dürfen («efc- Hafter Beifall.) ' v Das Haus vertagt sich. Zensor ^ nna&et!fc " Uhr: Weitecberatung. ferner Wohnungsfürsorge, Schluß gegen 6 Uhr. Generalsberst vsn MM. Zu seinem 70. Geburtstage, 20. Mai. In den ^ersten Kriegswochen lernte das deutsche Volk xl c . Zürnen seiner Helden kennen, von deren Dasein und -Wirten es^solange nichts gewußt hatte. Als besonders hervorragender Führer un Westen wurde — wie im Osten Hinden- ~ Kluck genannt, Generaloberst von Kluck, der am Achten Flügel des deutschen Westheeres die Engländer und Franzosen durch Belgien und Nordfrankreich vor sich her- trreb, ihnen in gewaltigen Eilmärschen ständig auf den Fersen blieb, und oessen „Ulanen", wie die deutschen Kavalleristen von den Femden genannt wurden, in den ersten Septembertagen des Wahres 1914 bis vor die Tore von Paris streiften Der Sieg über die englische Armee bei Maubeuge, den das Hauptquartier am 27. August meldete, der daraus- solger^e Sreg bei St. Quentin uiid die Abwehr des französischen Flankenangristes in der Gegend von Combles — das Und wohl die wichtigsten Taten von Klucks aus den Wochen des Bewegungskrieges. Generaloberst von Kluck hat in vollem Maße alle Er- M*. IC ™ an uach seiner fast fünfzigjährigen ^oldatenlaufbahn beim Ausbruch des Krieges an ihn knüpfte ^ M -^mt dem bürgerlichen Mittelstände; 1846 wurde er zu Munster in Westfalen als Sohn eines Regierungsbaumeisters geboren, als Neunzehnjähriger trat er beim 55. Jn- s^E^/bSlurent aus Beförderung ein, und wenige Monate spater konnte ,er sich bereits kriegerisch betätigen, denn er Mainfeldzug mit. Als der deutsch- französische Kr^g ausbrach, zog Alexander Kkuck als Leut- Ä ~ Lfrr ?^dreute sich in den ersten der Gefechte um .Netz bei Colombey-Nouilly, tvo er übrigens zweimal ver- w T £f ^erne Kreuz. Nach Friedensschluß blieb er bei der Okkupationsarmee, er rückte dann allmählich auf, in deii achtziger Jahren wirkte er als .Hauptmann an N^Ä^bueu Unteroffizierschulen, und im Jahre 1889 war cr Batailwnskommandeur des 66. Infanterie-Regiments 1896 — er war seit kurzem Oberstleutnant — erhob ihn der Kaiser und ernannte ihn zum .Konnnan- ^ur des Landwehrbezirkes I in Berlin. Die weiteren, höheren U ^ ne . n v. Kluck allmählich anfrückte, waren alle im Osten, in Neiße, rn Allenstein, in Posen, bis schließlich der kommandierende General von Kluck im Oktober 1913 die 8. Armeeiiffpektion in Berlin übernahm, der das pommersckie o^usche und das schlesische Armeekorps unterstehen, eine ZEuug v n großer Bedeutung. Am Geburtstage des Kaisers 1914 ward von Kluck zum Generalobersten befördert Nach den Angaben eines Mannes, der dem Heer- chhrer nahe steht, soll es der damalige Erbprinz Bernhard von Sachsen-Meiningen gewesen sein, der den Kaiser zuerst auf die Bedeutung von Klucks aufmerksam gemacht hat. „Je größer seine Aufgaben, desto stärker sind von jeher seine Kräfte gewesen, und je mehr Leute er zu befehlen hatte, desto mehr bekümmerte er sich um ieben ~! n ^ n€n// — >so heißt es nach dieser Quelle über v. Kluck. Ern Neutraler hat in den ersten Kriegsmonatcn einmal eine Charakteristik von Klucks entworfen, in der hervorgehoben wurde, er sei bei seinen Soldaten außerordentlich beliebt, weil.ffe ihn als wirklichen Führer anerkennen: er sei ein .Nann von wenigen Worten und ein außerordentlicher Stra- tege so hieß es da. Mr die Kaltblütigkeit des ruhigen- kraftvollen Heerführers sei schließlich eine gurverbürgte Ge- styrchte angeffihrt, die im Jahre 191.3 spielt. Beim Manöver standen siep die Armeen Mackensens und Kluck gegenüber, und Kluck hatte in der Verteidigung eine sehr schwere Aufgabe vo^sich. Jedermann meinte, er sei am Abend vorher XX i<%r feiner Karten und die letzte Nachprüfung aller^Anordnungen versenkt. Allein Kluck ging seelenruhig zur^agd auf den Rehbock, schoß einen gut „geperlten" und machte am folgenden Tage seine Sache glänzend! liriegsbriefe aus dem Westen. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.> Dre ergebnislosen französischen Angriffe auf Höhe 304. ao .. t Großes Hauptquartier, am 18. Mai. -vahnend an der übrigen Front außer fortgesetzten Hand- 0^^tenkaniplen in Flandern eine ungemein rege, durch das fast wind,ticke ^ommerwetter b.günstigte Fliegertätigkeit ton gestrigen -läge |cm Gepräge gegeben har, traben die Franzosen neben ton gemeli eien schwächlichen Angriff irst den Südvogeferr eine größere L-prengung rn den Ar gönnen vorgenommen, die aber völlig er- gednrvlos blreb. ^m übrigen haben sie ihre gesamte Tatkraft zu nerleNoAngrrnen gegen unsere Stellungen am Südwestabhange der Hohe ■,{.! verbrancht. ^hre Angriffsbasis geht dort von dem völlig m Trümmern lugenden Dorfe Esnes aus und führt von dessen Ansgange ans der Straße vor-.värts, die nach Malanevnrt abzweigt, ^rese Straße dre den Süd Westabfall von 304 überquert, ist voll- Imnmen Egesehen Zu ihr und zu der Talmulde, die sich zwischen ^„und dem südlich gelegenen nächsten Hügel 241 öffnet, fallen die är^O'.^r^lb rm,erer Stellungen wie natürliche Glacis kahl, '^ckung ab Gegen euren entschlossenen und wvhl- Rogner aur solchem Gelände arrznremren, muß ziemlich erschernen, und ,es hat seine triftigen Gründe, daß k " ntIC Schwarzen stark durchsetzte, ganz friche .Lsrrkanermvinon rns Feuer gehetzt haben, die dreimal unter >?^trgsten Verlusten dre Hänge hiituntergetrieben wurde, irnd der der dritten Nrederlage vernichtend von unserem Feuer gefaßt wurde. 'Lw nimmt dre Zerreibungsschlacht ihren Fortgang, und dre franzosrsche Heeresleitung muß. ohne einen Einfluß^ nach eigenem Willen aus dre Schlachtgestaltung zu genumren, die An- ürrfte gegen dre für ihre Front unerträgliche Druckstelle fortsetzen W. Scheuer mann, Kriegsberichterstatter/ Aus d§m Reichs. Hamburger Brief. - Die bulgarischen Abgeordneten im vaseugebret. — Grundmrg der Sozialen ^Frauenschule. 'JP U ' mein leve Mann, wählt Se unk'n bittje wat köpen^" — „Nee, mlrn bette Fru, dat nu just nich! Abers, kennt Se woll den grantigen Mrster Grey? Den köhnt Si nahsten moal inladen ^aß makm^" ^ ^ ratfLc£en beiht. Dat ward am l-ells-cheil fe|e meinen Wog fort. Die Frau blickt mir nach als war rch ern Ge,penst gewesen. Es gibt imnrer noch Leute, dre dm großerr Lrr Grep nicht kennen. Der Helle Sönnenston die. die Fruchtbarkeit d^s . Landes hnv^rgebracht hat. Gs ist, als sähe man ein zum Bild artor ^^ t |'üUe Ul0,aTn X °^ Aachen der Mutter Erde. Frredens- -^Der HEburger Markttag hat eigene Art. Schiffahrt und /d0^. ^ 1 $ auc ^ Hier, gehen eng zusammen, geben ein ver- ^bckd der gewaltigen Nachbarwelt im Hafen. Von den Elblandern, dm Gcrnme- und Obstkarnmern der Stadt, fuhr Kahn w ^ ^"5 in den Kanal herein und machte to Hochg-eschichtete Ladungen werden gelöscht Korbe, sauber, appetitlich zu schauen mit Grün-ei^o gefüllt, Kisten voll Eier. Kiepen voll Blumm, Rhaba^? Hunderten, Tausmden von untm herauf durch ^ Männer und Frauen gervandert. Das 5oerbcitragm und Schleppm geht ohne Urtterlaß. Beladene Karren rollen aus Halbwüchsige Burschm, dralle kleine Jnuams und Deems « iSSflSZ 15 » »” eutanber, von beugter Geschäftigkeit durchwogt, die mb^ laufet im (»Sewerr von Bogen und Winümgen über weite Pläne rie^n g«ne brette m die Marfthalben. und in üwm bmte Lager nufgebant, Stand amr beriet der Ausfckmß über 8 719 der Reichsversftherunas- vr4mung betreffs dre Verwendung der Rücklagen bei den! Dampsschiffahrtsgesellschaft, „Cay Polonia", festgemacht, dessen Bau wor^dm ' iei ^r% e,t a f uf ^V' Serfl dlohm und Bost vollend-i Der Danrpfer hat ernen Raumgehalt von 21500 Re- bie (SteIIc des Schwesterschiffes „Cay Tra- ait öer Küste Brasiliens verloren sS? Renkte Bulgarm an zroewn der hervorragmdsten Bei- jf l . el ^7 Grpfelleiftungen der deutschen Schiffbautech- dem Hafen^ kreuzte ein Zeppelin in freier * ^ ^. l ? 9C ^ lt9en im ^vnnmlicht zeichneten den Weg Riesmschiffe^E^^^' unverändert still liegen die großen s^^^Kbwichttger Entwicklungs'schrÜt im Gemeinwesen des Stadtstaaten rst mrt der kürzttch vollzogenm (Gründung der S v z i a I c n fV ra uen [a>u Ie und -beö 1 sozial pädagogischen Institutes zu ver- Gesellschaft hm auch Me! ,Zn fegend l^ltend gemacht. Eröffnet werden die Anstalten' vor- ausjrchtlrch zu Ostern 1917. Die Leitung ist Fräulein Gertrud B a umer und Fräulein Maria Bau m Übertrag ^rden die berde auf dem Gebiet der Soziallvissenfchast und der prakttschen mit ^^!g tätig waren und reiche Erfahrungen m Anwendung bringen können. Die neue Frauen, chule Wird ihre i>i un Vorlesnngsgebaude haben. Für die Ausbildungsku^e, BroZ^^iachÄlt^ ^Ech-n^ Ist herefts.ern graueres •ft ^ kunNvolitiicke Wirkeir im aeistiaen Strom! der Stadt ist werter toichtenswert, daß der Verein der Kunstfreunde in&nllZ «r b f^ r T l? ^ ^Ll^sten Muserrmstoeins iit Europa für sich m Aiypriich nehmen darf, sich jetzt neii oraani .Satzungen angenommen hat. Di/vor- nehmste Ausgabe dieses Vwems besteht darin, die Pläne der Kunst- ä . u bbMnsttgQi und Anregungen zu geben, indem er Kunst- ^ ^isade an die Sanmünngen des Instituts' Reuorgarnsatton wird der Einfluß des Vereins m dieser Hrnsrc^ künftig wohl noch gehobeii werden Heinri ch Greter. Neues aus dem Sprachschatz der Zeldgrauen. bte Krregszert m viel stärkerem Mäße eine Bereicherung und An-Sbrertting der Soldattmspräche bewirkt als di^ m früheren Kriegen der 'Fall war, so erklärt sich das zum aroßen Teile aus dem alles Frühere in den Schatten stellenden Umfang fl? ^ au ^> b £ m regen Zusammenleben der Truppni aller Bundesstaaten im Felde Auf diese Weise n-erden die DialZe e^ ander genähert, mancherlei Verschntelzungen finden statt und der eine ubermmmt vom andern, was ihm passeiid und m'undaereiw scheint. Wetter kommt hier auch die Zahl der kriegstechnischen RE- !SrfV n strackst, für die neben den offiziellen Namen selbstver- starwlich auch volkstümliche Bezeichnungen geprägt werden inustterl ^euer Worte und sstedewendüngen aus dem der Feldgnruen, die ftch in dem bei Alfted Tövelmauu Büchlein „Wie der Feldgraue spricht" vou 5barl Berg- van neuem zu ersehen, dast wir bereits über eine sehr gehaltreiche Soldalensprache des Weltkrieges verfüge die uock^ ! umer rm Zunehmen begriffen ist. Ami naheliegendsten^ es natür- mit besonderen Namen zu belegen. So wird Schutz in Südtirol „Bulldogge" genannt- die feindlichen (Z-liegerkanonen, die sich gegen unsere Flugzeuge richten, wegen ihres an Hundegebell erinnenrden Geräusches als ^Wauwau oder auch „Spitzerle" bezeichnet. Die schweren Fcld- ^vbchen wurden wegen ihrer gedrungenen Form „.Kröten" ge- r£?- Sv ^ uredriges Rad gestellt inontierten ösL- Gebir^kanonen wurden von den Deritschen „Dackel" qe- Batttri^?^tt5 n u l Geschütze, sonderrr auch gauze L.atterren erhalten ihre besonderen Namen. So heißen die Motor- batterren wegen ihres oft raschen Wechsels der Stelluimen Wander- lunaene 'fl^Ä^^iger" und „Reiseonkels". Eine besonders^ge- iSSßJpt Bezeichnung erfand man für dem Feinde abqenommene BL LL/Lu-eter. feindlicher Wunitton getZZ uTZ bedient ,verden. So nennt man die bel- un^?ngMchen^Ä^ französischer M.nition englischen Zielen — die „Internationale" Ta der GesMtz- kamps humoristisch als Liebesgabenpaketaustausch bezeichnet wird Mke Kett^i^nE" ^ ftanzöttschen 'Flachbahn-SclmelllemrLe- „zcerreuounde . weil He wie ein Fiftfar ‘«SimS, Sm-rA o r. AmLBdnbBLLLÄrnch wLn"E^En^ftnnzö^ I fttÄ? SÄÄsS'K SS. »ft «US*. « 5 ® ss»*; •?»» • n * llleS Selbstbildnis Dürers. Im jüngsten Hefte des bei Gairg Reimer in Berlin erschernenderr , Repcrtv ht .Kunsümssenschast" veröffentlicht F. Rvh die lMsche Enideckung mnrs l«n«i^Selbstbildnisses Dürers. Es handelt sich um eine Znchnnng des Meisters rm Weimarer Museum, die mr lich J 11 * 1 > mbeka nrrt, fonbeni von Livpmann schm, früher verüffcnt snat e . 1Iten -Eöfften Mann, der in leichter Schräge, ftchtbarbrs zum Kn« vor uns steht. Das Haar ist zu- ruckgen!» mmen unter eine »oröse Haube, unter der man damals ben langen >chE>^>ocken,chmall unschädlich mockitr Es lrandelt ich um eine Aktstudre unmittelbar mich der Natur und «Mr durch den Vergleich mrt den.erhalienrm sich^SEbL,^ Dürers überzeugend nachMMmpen, daß, der Meister lier sei mr kop, und fernen Körper vvr dem Spiegel selbst aere ckmet hnl dcm Stile der Zeichnung glmibt M ihle EntWa ge^ 1500 ansetzen M sollen. Was der Zelchmmg ihren besonderen LÄrt verleiht, ist, daß s« neben der Erlanger Zeichnlina einerr selten' erdimhen Eindruck von dein Schädel DürerU gilit den wir s-mü nur in gemiffer Tracht Positur und Stilisimung halüm M steht einmal Tnrer gleich,am in nuce. ochie alle Historie vvr uZ «l- wäre ein Bvrhang aufgenssen und lrestr w,s den Mensch« ploUich in aller Erdnahe wittern, zugleich die formenden unb teS kenden Energien des ruhelosen Suc^rs. *9-er»fs«tENvssen schäften. Don einen: Aüsschustmftgliede wurde dafür plLmert, diese:: Paragraphen so Luszülegen, daß diese Gelder mehr als bisher verwendet tverden, nn: dem Mittelstände die w^twaildigc .Koedftqetvährmiebung erfolgt gemeindeweise. Die Lai:deszentralbehörden sind berechtigt, die Erhebung auch auf andere .Früchte zu erstrecken. Ans Hessen. Von der Zweiten Ständekammer. rb. Darm stadt, 19. Mai. Die beiden wichtigsten Ausschüsse der Kammer wüchrend der Kriegszeit, der Finanzausschuß und der erweiterte wirtschaftliche .Kriegsnusschuß, werden in der nächsten Zeit wieder zu mehrtägigen Beratungen zusmnmen kommen, um die von der Grosch Regierung vorgelegten neuen Gesetzentwürfe und die sonst noch unerledigten Beratungs Fegen stände firr eine event. noch ab- znhaltende kurze Sommer ta gu ng der Kam m er vor- zubererten. Der Finanzausschuß kommt am Dienstag, den 30. Ma: und folgende Tage zusammen. Er wird sich neben de:- Verlesung und Genehmigung verschiedener inzwischen fertiggesteNter Ausschußberichte besonders mit der Regierungsvorlage befassen, welche die Befreiung gemeinnütziger, auf bie Errichtung von Wohnungen für Minderbemittelte gerichtete Unternehmungen von Stempel- und Gerichtsgebühren betrifft. (Wir haben über den Gesetzentwurf bereits berichtet. D.Rtzd.) Weiter kommt die Reg^rungsvorlage, betr. die Karto ffelver.fo r gun g , zur Beratung, und ebenso eine Anzahl Vorstellungen finanzieller Art, so die Vorstellungen der Gerichtsvollzieher, betr. ihr Diensteinkonnnen, ferner der Staats- unterbeamten, betr. ihre Besoldungsverhältnisse und TeuerungsMagen während des Krieges, und eine Anzahl Einzeldarstellungen, in denen es sich meist um Gehaltsverbesserungen handelt. Der Erweiterte (Kriegs-) Ausschuß ist für den 6. und 7. Juni einblerusen worden. Auch er wird sich zunächst nnt der Verlesung und ^Genehmigung von Be- rrchten über bereits fertiMestellte Beratungsgegenstände beschäftigen, darunter den Beschluß über den Antrag Lang, betr. die Hegezeit des Wildes und Mer die Zuwendungen für die Hinterbliebenen von Kriegsteilnehmern. Den Hauptberatungsgegenstand bildet der letzthin wegen anderer Verhandlungen zurückgestellte Antrag Dr. Osann, betr. den Haus- und Grundbesitz (Erleichterung der Hypothekenbeschaffung, Hausbesitzerkammern usw.) und der dieselbe Materie betreffeirden Vorstellungen des Landesverbandes der Hcrusbesihervereine (Sitz in Mainz) und des Offenbacher Haus'besitzervererns. Weiter wird auch der Antrag Reh, betr.'die Stbdeckung des Kupfer- oaches auf der russischen Kapelle in Darmstadt zur Beratung gestellt. — Erst mit der Erledigung dieser Ausschußarbeiten werden Regierung und Kammerpräsidium die ,yrafle zur Entscheidung bringen, ob es zioerkmäßig und not- ivendrg erscheint, noch vor Eintritt des Sornmers im Laufe des Monats Juni eine Plenartagung der Zweiten Kammer stattfinden zu lassen. Airchliche Nachrichten Loangettsche Gemeinde. Sonntag, den 21. Mai, Cantate. Gottesdienst. In der Ztaüttirche Vorm. 8 Uhr: Pfarrer M a h r. Zugleich Christenlehre flir die Neukoufirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vorm. 97, Uhr: Pfarrer S ch w a b e. Vorn:. 11 Uhr: Militärqottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachm. 2 Uhr: Kinderkirche für bie Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. — Die Versammlungen des Frauenvereins der Markusgemeinde finden wie seither wöchentlich an jedem Donnerstag, abends 8 Uhr, statt. — In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. Zugleich Christenlehre für die Neukoufirmierten aus der Lukasgemeinde. Vorm. 9y% Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeiude. Pfarrer A u s f e l d. — Mittwoch, den 24. Mai, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Psarr- assistent H o f f m a n n. — Nächsten Sonntag, den 28. Mai, wird in beiden Kirchen eine Kollekte für die Evangelischen im Auslande erhoben. Äirchberg. Sonntag, den 21. Mai, vorm. 10 Uhr. (Heil. Abendmahl für Lollar.) — Danbringen. Mittwoch, den 24. Mai, abds. 91L Uhr: Kriegsbetsttmde. Dekan Gußmann. katholische Gemeinde. G o t t e s d i e n st. Samstag, d e n 20. M a i: Nachm. 5 Uhr und abds. 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 21. Mai, 4. Sonntag nach O st e vn: Vorn:. 67, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. 7 Uhr: Hl. Messe. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 9 Uhr: Hochamt nnt Predigt. 11 Uhr: Hl. Messe n:it Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre: darauf sakramentalische Bruderschafts-Andacht. — Dienstag und Freitag, abe>:ds 8 Uhr, ist Maiandacht. Diaspora-Gottesdienst am 21. Mai: In Hungen 8 Uhr. In Sich 9*/, Uhr. ficrid?tsfaal, . v' Mai. In der Strafsache gegen den Gutspachterssohn Rudolf Vftttmer vvm Dottenfelder Hof wegen Jagdvergehens (nur berichtete:: am 1. M3076 7-Zimmerwohnung mit all. Zubehör, herrschaftlich eingerichtet zum 1. Juli z. verm. 21871 Ludwigstraße 45. ! 6 Zimmer | Lndwigstr. 20 6 -Zimmer- Wohnung zu vermieten per sofort. 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