Nr. 12 ? Der t&fcfcaat: Ltzrj«l erschein tagSch, antzer Ssnrstags. __ Beilagen: viermal wöchentlich Sletzcn«Z«^MenbiAter; zweimal wöchentüllretr- vlOtt fick den Xretr Sirtze« (DienStag und Freitag): zrveirnal monatl. Land- Wirtschaftliche Seitftaaen Fernsprech - Anschlüsse: sürdieScheittleitung112 Verlag,Geschäsröstclle51 Adrefie Me Drahtnachricht« ldqeiHeeGietzen. msejmt 9ou Lnzeige« für bte Tagesnummer bis zmn Abend vorher. Erster Blatt Mittwoch, öi. Bi«: 19(6 M- Zahrgang BeznqSver: - . monatl. 90 Pf., viertel- fährt. Alk. 2.65-. durch Abhole- tu Zweigstellen monatl. 40 Pf.; durch die Post Mk. 2. -^5 viertel- fährt. cnrsschl. Bestell^. Zeilenpreis: lokatlüPf., ausw. 20 Pf. — Haupt- fchri^tleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politrfchen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- nchlsfaal: Fr. R. Zenz; Rststions-nttk mb Verlag der vrühl'schen Umv.-Buch- und 5teindru Unsere Flieger griffen mit beobachtetem Erfolge gestern abend ein femdiiches Zerftörergeschwader vor Ostende an. Gin englischer Doppeldecker stürzte nach Luftkampf bei St. Eloi ab und wurde durch Artilleriefeuer beschädigt. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Lipsk stießen deutsche Abteilungen über die Schtschara vor und zersürten eine russische Vlockhaus- stellung. Balkan-Kriegsschauplatz. Deutsche und bulgarische Streitkräfte besetzten, um sich gegen augenscheinlich beabsichtigte Ueber- raschungen durch die Truppen der Entente zu sichern, die in diesem Zusammenhangs wichtige Rupelenge an der Struma. Unsere Ueberlegenheit zwang die schwachen griechischen Posten auszuweichen-, im übrigen sind die griechischen Hoheitsrechte gewahrt worden. Oberste Heeresleitung. Vom Kriege in ein Meer von Leidenschaften gestürzt, dre sich, je länger das blusige Ringen dauert und je näher NNr.der Zeit rücken, da die Zielprob lerne erörtert werden muffen, desto schwerer bezähmen und eindämmen lassen — Nne tief fühlen wir uns da getroffen, wenn wir plötzlich auf Geijtesspuren hingelenkt werden, die, von einem hohen und verehrten Manne aus der deuffchen Vergangenheit mns hinterlaffen, wie fragend und mahnend- in unsere ^Tage hineinsuhren. Die neu aufgesundenen autobiographischen Aufzeichnungen Wilhelm v. Humboldts, mit jener eigentümlichen Selbstcharakteristik, von der wir heute im ! Feuilleton teile einige Satze wiedergeben, scheinen mit dem ; Denken und Fühlen von heute nicht viel gemeinsam zu 'Mven. Und doch, wie erquickt uns dieser Becher aus dem Borne auserwählter deutscher Geistesart und wie gerne und nuffnerksam leihen wir diesem Zeugen einer nicht minder -bewegten Zeckepoche unser Ohr! Was er als das eigentlich Edle rm Menschen bezeichnet, jene Fähigkeit, sich selbst Wollen los zu lösen aus den Tagereignissen, zu- MWttr^en aus dem .Kreise heißer Leidenschaftlichkeit, um •w Wahrheit mchezukommen, die Menschen und ryre streckenden Stimmen zu fckehen, um jenem stillen Lande ' 9enzuerlen, in dem die größeren und sicheren Maß- s E?elegt werden — kann uns dies heute noch vollen , Wert Und Gültigkeit haben, da wir uns nach unfruchtbaren ' Ausernandersetzungen mit dem Auslande von der Erör- terrrng der Schuldfragen des Krieges seufzend Habens abwen- ,den müssen? Er ist den Deuffchen in schweren Nöten ein berufener Lehrer gewesen, war an der Spitze derjenigen, me dem Preußen von Jena und Auerstedt die geistige Wredergedurr erringen halfen. Da war, als in der Blüte sernes Wrrkerrs die Fremdherrschaft deutschen Boden be- .dvohte und besudelte, das stoische Gepräge seines Geistes der Zeckstimmuug entsprechend. Aber die Jahrhunderte über- dauernd, darf das VÄ>rt dieses Staatsmannes „von Peri- rlerscher Hoheit des Sinnes" uus auch heute noch! Prüfer: Und ermuntern. Wenn wir uns wundern über die seichten, wahrheckswidrigen Reden eines Grey oder Sasonow, wenri wrr lyrs allmählich davon überzeugen, daß die Völker dieser Staatsmänner gar nichts anderes aufgetischt haben wollen als solche rednerische Klopffestere:, über oeren handgreifliche Lügen, Maßlosigkeiten und Uebertr'eibungen man sich hinwegsetzt, während in uns das innerlichste Bestreben lebt, die Geschichte, dieses Krieges schon heute im Spiegel der Wahrheit zu schauen, da fühlen wir uns dem Geiste Hrrmboldts doch noch nahe verwandt. Wir vermessen uns auch nicht, heute schon den ganzen objektiven Tatbestand der Kriegsentstehung druckfertig zu legen; nach Humboldt gleicht die historische Wahrheit noch gewissermaßen den Wolken, die erst in der Ferne vor den Augen Gestalt erhalten. , * Aber wir wollen aus der Geisteswerkstatt des großen Gelehrten nicht nur die kühle Ruhe und Abgeklärtheit seiner Wissenschaftlichkeit mit uns nehmen. Wie er es für notwendig fand, vorbeugend festzustellen, daß er bei all seiner Fähigkeit, sich loszulösen vom Gegenwärtigen und Augenblicklichen, doch weder Weltfremder noch Asket sei, so darf unser Volk, will es nicht in Träumen versinken, das harte Gebot der Zeit nicht vergessen. War es im Anfänge des Krieges oft die Leichtfertigkeit, mit der viele aus leerem Geschwätz Gerüchte aufkeimen ließen, die von andern wieder in „bezeugte Wahrheit" umgemünzt und in Umlauf gesetzt wurden, so hat nach beinahe zweijähriger Dauer der Schlachten jetzt mancher eine Puppe des Friedens sich zurechtgemacht, die er überall mit sich herumschlcppt, während er aus denjenigen zu schelten geneigt ist, der sich weigert, an diesem Puppenspiel teilzunehmen. Es ist menschlich, an Frieden zu denken, ihn herbeizusehnen, allein mit Wünschen ist es ja nicht getan. Noch ist es notwendig, dem Auslande unseren vollen Ernst, unsere ungebrochene urast zu zeigen. Wer jetzt, statt über die glänzenden Waffenerfolge der österreichisch - ungarischen Truppen sich rechtschaffen zu freuen, bekümmert seine Zweifel darüber ausdrückt, ob diese.Ereignisse dem Kriegsende uns näher führen, der ist lvi lich kein Bahnbrecher des Friedens. Es ist gut, wenn wir neben die Bekenntnisse Humboldts von der Eigentümlichkeit seines Welterkennens auch die Sätze stellen, in denen er von seinem Bedürfnis, praktisch zu handeln, etwas zu erreichen, spricht. Er schätzt seine eigene Willensherrschaft sehr hoch ein: „Ich tue sehr oft und lange gar keinen sichtbaren Schritt, aber habe meinen Zweck unaufhörlich vor Augen, berecke den Boden vor, aus dem er, wie durch die Natur der Dinge selbst hervorgehen muß, lausche jedem etwas versprechenden Augenblick aus, wähle den wahren und handele dann mit unermüdetem Eifer, lasse mich durch kein augenblickliches Fehlschlagen irre machen, sondern leite wieder jedes selbst zu meinem Ziel." Kann sich diese Willensart auch ein Volk zu eigen machen, das etwas erreichen will, für sich und seine Nachfahren? Wenn man bei all den Vorzügen und guten Eigenschaften, die das deutsche Volk in dieser eisernen Zeit der Prüfung an den Tag gelegt hat, jetzt etwas fürchten müßte, so wäre es die Ängeduld, das Drängen auf den Erfolg, die schwächliche Hinneigung zu einem vorzeitigen, ungenügenden Frieden, der die Opfer nicht wert wäre, die auf dem Altar des Vaterlandes geblutet haben. Und noch Eines: der sacht ins Wanken kommende Burg-t frieden! Noch wird er gehütet von der Hand der Regierenden, aber es scheint, nach den letzten Verhandlungen im Reichstage, schon die Gefahr heraufzudämmern, daß es an ihm bröckelt. Soll der Sturm der Zeit die alte Rechthaberei der Parteien, die so sehr sich entfernt hat von der vornehmen Hochfchule deutschen Denkens, doch noch nicht vertilgt haben, soll sie wiedererwachen, während noch die Feinde am Tor des Reiches lauern? Alle sind wir uns klar darüber, daß nur ein ehrenvoller, siegreicher Friede annehmbar ist, und auch Herr Noske, der sozialdemokratische Sprecher in den gestrigen Reichstagsverhandlungeu, Hut. trotz seiner Klagen und Ausstellungen, im Grunde sich zu diesem Ziele bekannt. Wir wünschen uns eine starke Regierung, stark nicht in engherziger Handhabung der Zeiffur, sondern stark als Führerin auf dem Wege treuen Ansharrens und Kämpfens. Kann sie uns heute noch nicht die völlige Freigabe der Erörterung unserer Kriegsziele geben, so sollte sie wenigstens die Zweifelnden mit neuem Vertrauen stärken und dem Volke Proben ihrer e i g n e n Zielsicherheit und Festigkeit zeigen. Dann wird an die Stelle unfruchtbaren Geredes, der Sucht, sich müßigen Streitfragen hinzugeben, Geduld und Zuversicht treten. Das feindliche Ausland zeigt uns jeden Tag aufs neue, daß wir noch nicht am Ende sind, daß heute noch, um mit Shakespeares Ausdruck zu sprechen, der Krieg dem Frieden in die milden Augen fletscht. Wir brauchen viel vom Geiste Wilhelm v. Humboldts, um die Zeit der Prüfung in Ehren zu bestehen Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 30. Attri 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Lebhafte Feuer kämpfe namentlich an der b e s s a r a b i s ch e n Front nnd in Wolhynien Sonst keine besonderen Ereignisse. I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Gestern fiel Las P a n z e r w e r k P unsere Hand. Westlich von Arsiero untg Corbin in erzwangen unsere Truppen den UebergangüberdenPosinapatz und bemächtigten sich der südlichen Uferhöhen. Vier heftige Angriffe der Italiener auf unsere Stellungen südlich Bettale wurden abgeschlagen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Ruhe. Der Stellvertreter des Chefs des GeneraLftabs v. H ö f e r, FeldmarschalleutNant r- ! ! * * * Der französische Bericht. Paris, 30. Mai. Bericht vvm 29. Mai, 11 Uhr abends. Aus dem linken Ufer der Maas richtete der Feind den ganzen Tag über ein heftiges Bombardement mit Granaten aller Kaliber auf unsere Stellungen erster und zweiter Linie im Walde von Avo- court und Cumieres. Gegen 3 Uhr griffen die Deutschen unsere Stellungen von Punkt 304 heftig griff durch unser Sperrfeuer gebrochen außer an einem Punkte, wo der Feind aus einer Front von ungefähr 300 Meter in einem! unserer vorgeschobenen Gräben nordwestlich von Cu mi6 r es Fuß gefaßt hat. Aus den:' rechnen Ufer heftiger Artilleriekamps östlich und westlich des' Forts von Douaumvnt. Kein bedeutendes Ereignis zu melden aa:f dem! Rest der Front, außer der üblichen. Karwnade, besonders heftig int Wälde von Avocourt. Der italienische Bericht. Rom, 30. Mai. (WTBü NichLaintlüh.) Anrtlicher Bericht. Die allgemeine Lage auf der ganzen Front ist unverändert, nxit Ausnahme des Pvsina-Abschnittes :md im oberen'A st a ch, wo gestern die feindliche Offensive wieder ausgenommen wurde. Im Lagarina-Tal (Effchtal) und rm Absr^rüt von Pasubio heftige Tätigkeit der beiden Artillerien, sowie große Tätigkeit der feindlichen Transporte, die wck durch unser Feuer störten. Südlich Posina griff der Feind nach heftiger Artillerievorbereitung in der Richtung auf Sogli-Eampiglia und vom Pria Fora-Berg an. Nach einem erbitterten Kamps blieben die Unseren im Besitz differ Stellun^n. Auf der .Hochsläche von Schl egen (Asiago) und im Sunana-Tal Tätigkeit von AufklMrungÄrRei- l ungeiz. Die feindliche Artillerie beger gut machen, die die Deutschen in Belgien und Nord- frmrkreich durch den „SRmib" aller lErzeugnifse und Maschinen verursacht Rotten, ferner den beträchtlichen Verlust an gekaperten oder zerstörten Handelsschiffen ansgleichen. Das nmste Mittel hierfür sieht Eruppi darnr, den Ländern der Berbüno-eten den bevorrechteten Gebrauch ihrer eigenen natürlichen Hilfsquellen vorzubehalten. Ferner raffe die Konferenz der Ausbreitung des deutschen Unternehmungsgeistes durch möglichst umfassende neue Schu^naßnahmen Halt gebieten, z. B. bezüglich des Uebersee- verkehrs durch die Schaffung eines Verkehrsbureaus unter den Alliierten. Gegen die UeberschioenÄNunig mit deutschen Erzengnissen, sowie gegen die zu erwartende massenhafte Rü'ckkehr der deutschen Kaufleute, die eine ernste bestimmt vorauszusehende ^Gefahr Kr die Micher der Verbmcketen bedeute, sollten die Abgeordneten dringende Vorkehrungen für die -Friedenszeit treffen. Es lsei das Ziel der Konferenz, die Zusammenarbeit während des Kriegs zu einem dauerhaften Einvernehmen zu gestalten. Hierher gehöre die Entwicklung der Industrien in den Ententestaaten. Rußland zum'Beispiel fordere für seine Ausfuhr die Entwicklung seiner Transportmittel uud die Errichtung von Freihäfen am Schwarzen .Meer. — Mau erstrebe in gemeinsamer tätiger Anstrengung die Befreiung der chemischen Industrie, die bisher ganz von Deutschland abhängig sei. Die belgische «und französische Metallin du strie erheische eine umfassende Wiederherstellung. Die 'Konferenz dürfe -nicht ein Schaustück sein, wo Trinksprüche und utopische ^Jdeen ausgetauscht würden. Die verbündeten Staaten erwarten von ihr, dcch sie nicht eine bloße Erklärung des Wirtschaftskrieges an die MAttlmLchjte darftelle, sondern eine Methodische und berechtigte Verteidigung, dazu bestiMnL, rückhaltlos praktische Ergebnisse zu erzielen. Die Bersorgirng Polens mit Lebensmittel«. Stockholm, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Laut t,Mverrska Daghlabet" haben dV Emtenteländ-er jetzt -eingewilligt, daß von Ame-rika gesandte Lebensmittel nach Polen dirr ch ge lassen werden, vor allem unter der Bedingung, daß Deutschland und Oesterveich-Urrgarn versprechen, aus den Von ihren Truppen irr Polen besetzten Gebieten^ keine Lebensmittel auszuführen. Man märtet nun mit Spannung ans die Antwort der dentzchen und ö-sberveichifch-Nngcrrisc^n Regierung. Da es aber j^-enfalls noch 5 bis 8 Wochen dawert, bevor die Lebensmittel aus Amerika erntreffen, hat sich der polnische VertrauensrNann zusammen mit der amerikanischen Hilss- Lnnmission an die Behörden der skandinavischen Staaten mit der Mtte van Vorstreckung von Lebensmitteln gewandt. Norwegen hat schon 4000 Tonnen Getreide und Mehl versprochen. Man hofft auch von Schweden einen solchen Vorschuß zu erhalten, der dann bei Eintreffen der Sendungen aus Amerika wieder zuttrckerftattet werden solle. Die Versorgung Serbiens. ILondvn, 30. Mai. (WTB.) Unterhaus. Btryre fragte, ob der Regierung bekannt sei, daß in Serbien eine Anzahl Menschen täglich verhungere, und die Mrrgen infolge des Mangels an Nahrungsmitteln so entkräftet seien, daß die Möglichkeit eines Wiederauffchwungs der Bevölkerung ernstlich vermindert sei, db von zwei verschiedenen neutralen Seiten ein Angebot gemacht wutt>e, leistungsfähige Organisattonert der öebensmittelverteilung verfügbar zu machen, und ob die Dienste, die Serbien der 'Sache der Alliierten geleistet habe, nicht soviel Anerkennung verdienen würden, daß es die gleiche Unte rstützung erhalte, wie Belgien. Lord Robert Cecil antwortete, er habe keine amtliche Kenntnis davon, daß die Bevölkerung verhungere, aber er könne nicht zweifeln, daß in anbetracht der bisherigen Erfahrungen betreffend der Art, wie der Feind die Bevölkerung besetzter Gebiete behandle, die Lage in Serbien sehr ernst sei. Anerbietungen von Neutralen habe die Regierung mehrere erhalten, aber kerne, die eine wirksame Organisation für die Verteilung und' Kontrolle gewährleiste. Die Regierung habe von Deutschland und Oe st erreich - Ungar tt verlairgt, daß sie ebenso für die Zivilbevölkerung Serbiens, Montenegros und Albaniens sorgen würde, als Entgelt für die Erleichterungen, die für die Unterstützung der Lage der Polen gewährt würden. Die Regierung erwarte die Antwort. Ans weitere Fragen, wie sich die Dinge gestalten würden, wenn keine genügende Antwort erteilt werde, sagte Cecil, offenbar sei nichts in Serbien ohne die Einwilligung der deutschen und österreichisch-ungarischen Regierung möglich. Er kenne noch nicht Ergebnis des Anerbietens. .Aber wegen der allgemeinen Fragen über Serbien habe er die Vertreter interessierter Kreise wiederholt gesprochen. Jedesmal sei mitgeteilt worden, daß die Regierung einen endgültigen Plan erwarte, der die Einzekheiten einer mit Sicherheit wirkenden Organisation für die Verteilung und Kontrolle ergebe. * * * Sreq und die bosnische Nrisr. Z o »do n, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Mckdmrg des Neuterschen Bureaus. Das Auswärtig Amt gibt bekannt: Da die deutsche Regierung versucht, die Beschuldiguugxn des deutsche n R eichs ka nz l ers gsgen die britische Regierung wegen der Haltung in der bosnischen Krise zu unterstützen, ist es wünschenswert, Tatsachen fest^nsteklen. Oester Ungarn annektierte durch einen Federstrich Bosnien und die Herzegowina und äübrct-e dadurch willkürlich einen interirationalen Vertrag ab. Großbritannien erhob gegen dieses Vorgehen Einspruch und weigerte mb, es anMerkentum, bis die anderen Mächte, die an dem Vertrag lvoren, düs taten. Die diplomatischen Aktenstücke be- schsckMM M ndchr: wtt den fyturtmmi «ndever Mächte, die damals nMEckkar intevesfiert Ware::, aber, l«nn man ffe dUrch- sielft, findet man darin genügend Material, unr die Beschuldigung des deutschen Kanzlers zu entkräften. Der erste Dell der Beschuldigung lautet: In der bosnischen Krise wendete Deutschland den Krieg ab. Großbritannien äußerte darüber in Petersburg sein Mißvergnügen. Es wird der Versuch gemacht, dies durch Auszüge aus den Depeschen des deutschen Botschafters zu erhärten, die teilweise ans Gerede und Bemerkmrgen des damaliger: Botschafters in Petersburg, Sir Arthur Niooffon, beruhen. Sir Arthur Nieolson erklärt entschieden, daß dieses Gerede nicht wahr ist. Es stellte sich heraus, daß von dem deutschen Kanzler während der bosnischen Krise der Vorwurf erleben wurde, daß die Haltung der britischen ^Botschaft in .Pevrs- burg nicht im Sinne einer friedlichen Löftmg war. Nicvlson wurde davon verständigt und schrieb am 9. März 1909 an Grey: „Ich weiß ganz aen-au, daß der Eindruck besteht, daß ich ihn (den russischenMinister des Aeußeren) in der deutschfeindlichen und österreichfeindlichen Politik best ä r kck e. Das ist durchaus unrichtig. Ich habe niemals geraten, eine Richtung einzufchlasen, die die Kluft Zwischen ihm und Wien erweitern könnte." Das war die Politik, die Nieolson während der ganzen Krise konsequent verfolgte. Es erübrigt sich auch, auf die gegen Grey -erhobene Beschuldigung einzugehen. Eine vom Kanzler gegen ihn persönlich erhobene Beschuldigung ist, daß Grey erklärte: er glaube, daß die britische öffentlich^ Meinung den Krieg Großbritanniens auf Deutschlands Seite billige. Grey hat niemals, weder bei einem Dürer noch bei einem anderen Anlaß eine solche Erklärimg über -die bosnische Krise abgegeben. In einem zusarmnenfassenden Bericht, den -er am 29. Februar 1909 an Sir Arthur Mcvlson schalle, kamen folgende Sätze vor: Nichts als wirtschaftliche Zugeständnisse können für Serbien ohne eüven erfolgreiche:: Krieg errecht werden. Wenn Serbien seine territorialen Ansprüche ncht aufgibt, wird es zum Kriege kommen. Ich erfuhr von Jswolslli im Oktober, daß diese Ansprüche wahrscheinlich schließlich aufgegeben werden müssen. Ich gab zu verstehen, daß wir Rußland dabei unterstützen würden, d-urchzusetzen, was durch eine diplomatische Unterstützung erreicht werden kann, , daß wir aber die Dinge nicht bis zum Kriege treiben würden. Und weiter: Wir sind der Ansicht, daß es in keinem BerMtnis zu -den Interessen, die auf dem Spiele stehen, sein würde, für territoriale Ansprüche Serbiens einen Krieg zu wagen, in den vielleicht der größere Teil des europäischen Kontinents verwickelt werden würde. Die Erklärung des Auswärtige:: Amtes schließt: Ter Eindruck, den man aus den diplomatischen Auf- zeicknungen von 1908/09 erhält, ist, daß der Krieg im Jahre 1909 abgewe:tdet wurde, weil Rußland die serbischen territorialen Ansprüche gegenüber -Oesterreich nicht bis zu dem Pnnlle eines europäischen Krieges unterstützen wollte. Dieser Standpnnll war auch der der britischen Regierung, die niemals davon abgewichen ist. Wenn Deutschland im Jahre 1914, als die österreichischen Forderungen an Serbien bis zu dem Puntte der Vernichtung der serbischen Unabhängigkeit getrieben wurden, denselben Standpnnll eingenommen hätte, wäre der Krieg dmnals vermieden worden. Das ist, gegenüber den Feststellungen unseres Reichskanzlers, eine höchst mangelhafte Verteidigung, die eigentlich alles bestätigt, was Herr v. Bethmann Hollweg über die englisä-e Hetzpolitik ge- sagt hat. Die paar Sätze, die Nieolson an Grey geschrieben haben soll, sagen uns gerade genug, und wir können :ms denken', daß der volle Wortlaut dieses Briefes u::s noch mehr sagen würde. Auch Greys eigentümliche, an Nieolson gerichteten Sätze sind nur die Schalen des englischen Kriegsverhetzungsapsels. Der Seekrieg. Algier, 30. Mai. (MTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agenec Hävas". Ein Unterseebvot ohne Flagge versenkt« im westlichen Mitteln«-«: den «englischen Dampfer ^rimkby". 26 Mann, die von der Besatzung gcwettet mtfo nach Algier zurückgebvacht wurden, erklären, daß zw ei andere englische Dampfer in den gleichen Gewässern torpediert worden sind. Aus bm Reiche. Die Ausfuhr von Lebensmitteln aus Deutschlaud verboten. Berlin, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) In der letzten Zeit ist in der Presse mehrfach die Befürchtung geäußert worden, daß eine Ausfuhr von Lebensmitteln aus den Gebieten des Deutschim Reiches stattfände. Tatsächlich ist jedoch die Ausfuhr aller irgendwie wichtigen Lebensmittel, jetzt auch Spargel, verboten. Der Reichskanzler ist zwar ermächtigt, Ausnahmen von den Verboten zu gestatten, es besteht jedoch die Uebereinstimmung zwischen dem Reichsamt des Innern urrd dem Kriegsernährungsamt, daß die Zahl dieser Ausnahmen a«s das denkbar geringste Maß beschränkt werden und daß in jedem einzelnen Falle ein« scharfe Prüfung im Einvernehmen mit dem Kriegsernäh- rungsamt stattftnden soll. Völlig läßt sich die Ausfuhr von Lebensmitteln aus Deutschland aus geographischen Gründen nicht vermeiden. Eberrso wie beispielsweise zahlreiche deutsche Orte an der österreichischen Grenze auf den Bezug von Lebensmitteln aus dem benachbarten österreichischen Gebiet angewiesen find, gibt es umgekehrt auch eine Arrzahl österreichischer, namentlich böhmischer Fabrikorte, die die Einfuhr von Lebensmitteln aus den benachbarten deutschen Kreisen nicht entbehren Lnneu. WeM jedoch gelegentlich in den Zeitungen die Vermutung ausgedrückt wird, daß eine Ausfuhr von Obst und Gemüse nach Holland und Dänemark uud damit mittelbar eine Begünstigung und Versorgung Englands stattgefunden häbe, so ist dies völlig unzutreffend. Die Arbeit des KnegSernährungSamtes. Berlin, 30. Mai. (WTB. Anrtttrh.) Der Vorstand des Kriegrsernckhivmigsanrhes beschäftigte stch in der heutigen Sitzung u. a. mit dem g-egenw'rrttgen Stande der Versorgung auf den verschieden«:: Lebensünttelgebieten. Insbesondere wurde geprüft, auf welchen Wegen für die nächste Zeit der schwerarb-eitenden Bobölk«''r'rrng beson- bexe Mengen von Ncchirnnysmitteln zugeftchrt werden können. Außer den, wie bereits bekanntgegebchr, von der Reichsgetveidesbelle für diesen Zweck Mt Verfügilng gestellten zwei Millionen Zentnern Brotgetreide soll«: noch verschiedene andere Quellen euschlossen werden. Sie sollen insbesondere solchen Staaten und Jndrrstriegemeinden zugute kmnmen, welche die Mafsenspeisung in erheblichem Umfange in zweckmäßiger Weise zur Durchftiihrung bringen Die bezüglichen Beratungen sollen in einer am Samstag ftattfindeuden Besprechung mit Vertretern der Städte iat£> Ardustr-iebrHittKe zchm Abschluß gebracht werden, damit möglichst schon vor Pfingsten praktische Fortschritte erreicht werden Ferner wurde die Frage der Butter- und FettVerfwrgMng rnit den Bettretern aller beteiligten Stetten besprochen. Diese BesprechMrg $olt vom Vorstände morgen Kn^ E-we geführt und das ^gednis in Form be- [Ummler Vorschläge dem Reichskanzler unterbreitet werden. Die Tagesordnung für die, wie schon bekcrmttgegeben, in der -nächsten Woche ftatffindenden Beratungen mit Vertretern der Verbraucher, der LandrvMts'chast, der Industrie und des Handel wurde festgestetlt. BesprechAngea: mit Vertretern des Ernährunqßgewierbes (Bäcker, Zuckerbäcker, Welcher und Gastwirte) solberr alsbrckd nach Pfingsten stattfinden. Die Organisationen sollen um Vorschläge vor: Vertretern ersucht inerden. Der im Reichshaushaltscmsschuß angeregten Ergänzung des Vorstandes b^crf) zwei Vertreter der LaUdwitrtfchiast wurde zilDestmrnrtz. Mit den bei den Ernährungsftagen besoriders beteiligten Frauen beabsichtigt das Kriegsernährungsamt ständige Fühlung herzustellen, indem t>t/e Ernennung einiger Frauen zu Mitgliedern des Beirates in Aussicht genommen ist, wegen deren Auswahl :wch verhandelt wird. Daneben soll für Fragen, die die Frauen besonders berühren, ein aus Ver- treterinnien der verschiedenen Berufe und Organisattorien bestehender, nach Bedarf einzuberufender Fraueirbeirat für das Kriegsernährungsamt gebildet werden * Berlin, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) S. M. der Kaiser hat sich wieder znr Front begeben. B e r l i n, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Dem Reichstag ist der Entwurf eines Kriegskontrollgesetzes zugegangen, durch das der Rechnungshof ermächtigt wird, für die Rechnungslegung der Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete bis zum Schluß des Rechnungsjahres, in dem der Krieg beendet wird, Erleichterungen arrzuordnen, oder auch von der Legung einzelner Rechnungen ganz abzuschen. Der Rechnungshof wird ferner ermächtigt, die Prüfung der Rechnungen über diese Einnahmen und Ausgaben nach seinem Ermessen zu beschränken oder sie an seiner Stell« einzelnen Mitgliedern des Rechnungshofes oder der Verwaltungsbehörden zu übertragen und hierbei eine vereinfachte • Prüfung zu gestatten. Auch kann die Mitwirkung von kaufmännischen oder anderen Sachverständigen bei der Rechnungsprüfung zugelassen werden. Dem Bundesrat und Reichstag ist alljährlich eine vom Rechnungshof aufgestellte Uebersicht über die von iym gemäß diesen Bestimmungen getroffenen Maßnahmen vorzulegen. — Dem Reichstag ist ferner der Entwurf einer dritten Ergänzung des Besoldungsgesetzes zugegangen. Aus und Land. Dießen, 31. Mai 1916 ** Wegen unvorhergesehener Schwierigkeiten muß heute das Familienblatt ausfallen. Amtliche P e r s o n a l n ach r i ch t e n. Der Groß- y e r z o g hat am 24. Mai den Reallehrer an der Realschule zu Oppenheim Anton M i n n i ch aus sein Nachsuchen unter An« erkeninlng seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Juni 1916 an in den Ruhestand zu versetzen und ihm die Krone gum Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. ** Ober hessischer Knnstverern. Die bereits iangekürtdiate Ausstellung! des Dresdener Künstlerbunides ist krunmehr hier angelaugt. Die Sammlung umfaßt zirka 70 Werke der Malerei, Graphik und Plasttk von 12 Mnstlern. Eine weitere Sammlung von Oehgemälden, Aquarellen und Radierungen hat der Frankfurter Kiir^stler Hermann Trenner ansgestellt. Ferner zeiat die Kunstgewerbliche Gruppe des „Wermar-^Bnnd^, dem Eisenacher, Göttinger, Hallenser, Jenenser, Münchener und Weimarer Künstler nick» Künstlerinnen >angehören, eine abwechslungsreiche Ausstellurvg von kunstgewerblichen Gegerrständen in B.at i kar b e tt e n, Schmncksachen und Zier stücken .Die Ausstellung ist morgen, arn Himmelsahrttage, wie an Sonntagen von 11 bis 3 M>r ununterbrochen geöffnet. An Werktagen, außer Samstags, von 11 bis 1, Mittwoch nachmittag auch rwch von 3 bis 5 Uhr. ** Schickt Bücher ins F^ld! Aus allen FeLdpvffbrreftn klingt diese Bitte heraus, und nie ist die Gelegenheit, ihr Folge, zu geben, Einstiger gewesen als gegewvärtig, wo der Gesamtaus- schuß zur Betteilrmg von Lesestoff im Felde -und in den Lazaretten, erne Untervrganisation des Roten Kreuzes, ein« Reichsbuchwoche ins Leben ruft, die vom 28. Mai bis 3. Jrsri bori-ert. Nur sollten diesmal nicht, wie das im Borstchve zum Teil der Fall gewesen, alte -erlesene Bücher choeu Weg ins Fckv nehmen, sondern, ausgehend von der Erkenntnis, daß fick nuftvö tapferen Truppen im Felde das Beste gut gcaatq ist, fällten noit Bücher gesandt werden, die zu billigen Preisen in jeder Buchhandlung vorrätig sind .unt> a:ff die mrsere Truppen doch wohl als Tank für ihre Arbeit ein Recht haben. Wer keine Lust oder Gelegenheit hat, selbst eine Auswahl zu treffen, kann auch Geld- bettäge in jeder Höhe stiften, für derchr gewissenhafte B-rwendMrg! und Mrechnung jede B::chhandlung den amtlichen Stellen gegenüber verpflichtet ist. ** 5)ausschlachtungen. Bon zuständiger Stelle wird der „Darmstädter Ztg." mitgeteilt, drß das Verbot der Hausschlachtungen längstens bis 1. Oktober d. I. in Kraft bleibt. Jeder, der jetzt noch Ferkel einlegt, kann also damit rechnen, sein selbstgezogenes Schwein im Laufe des Winters schlachten zu dürfen. Wer in der Lage ist, Schweine zu mästen, sollte es deshalb schon im eigenen Interesse nicht unterlassen. ** Briefkasten. Mit dem Nenanstrich der Briefkasten in der Stadt lvird demnächst begonnen werden. Dem Publikum wird daher möglichste Vorsicht bei deren Benutzung an ernp fohlen. ** Städtischer Seefischmarkt findet Freitag, den 2. Juni 1916, vorm. 6 Uhr, in den Marktlauben statt. Verkauf von besten, frischesten Seefischen (Schellfisch, Cabliau, Schollen, Dorsch, Seelachs, Rauchfisch als Ersatz für Rauchfleisch, neue Salzheringe). ** Eilnftuhr nnck WerLri-eH von fchw«iz,«r , dis che m und norwegischen Käse. Die Zenttalernkauft^ gefellschast, tu. b. $x, teilt ans Grund der Verordnung vom 11. März 1916 mit, daß sie bis auf weiteres dem Handel allgemein die Genehmigung erteilt, .KGe ans Schweden un Norwegen ein- zuführen und in den Verkehr m btingem Bei jeder Einfuhr fft mrc die vorgeschrieber« Anmeldung vorzrunehweu, auf welche dir Z. E. G. ansnähmslos iwitteilen wird, daß sie auf die Ablieferung! verzichtet. Ferner wird die Z. E. G. zunächst bis man 31. Fall 1916 die Einfuhr von Schtveiser KUe unter der Bedffrgnns, daß sich ldie Emftchr in den von der Z. EG vorgrschriebenen oFrm vollzieht, dem Handel überlasten. Die Abdrücke für die Geschäfts- verkeh rund die vvrgchchricbenen Bckingnngei: sind unentgeltlich von der Berechwungsstelle für Schweizer Mse, München '8, erhältlich. Die wesentlichsten BsdiNgimgen gehe:: dahin, daß Zahlungen cm Schwerer Lieferanterr :rur durch die Vermittelung der genannten Verrechnungsstelle erfolgen üürfen und daß! für den Betrieb im Jülcmde gewisse Beschränkungen beWiglich des Verdienstes vorgeschrieben rverden. Tier Höchstpreis, der bei M>giabe von Käst an die Verbraucher gefordert uud gezahlt werden darf, bctt-ägt bis auf weiteves 2.30 Mark für «n Pftmd. ** Fürsvrg-e für bie Kriegsbeschädigten im Grv ßherzlo^gtirm Hessem. Auf Einladmrg des Laudesaus" schvffses Kr die Krvegsbesck^gteuftttsorge im Großlvrzogtnw Hessen fand am 26. ds. Ms. in den Technischen Lehranstalten in Offen- bach a. M. eine Dersancmttmg der Bvrsitzewden :wd der Gefchäfts- ftihrer der örtlichen Ansschüffse der KriegsdeschLdigt«Mrsorge statt, ltnt die bisherigen Erfahrungen in der ft'ttrqsbefchädigtt'uff, ttorge mrszudruschen und pvaktrsche Fragen ans dem gx>memsa:ni»r Arbeit gebiet zu besprechen. Der Vorsitzende des Landesansschusses, (Yeheim- rat Dr. D i etz - Darnfftadt gab in längeren Ausfühnmgen einen eingehenden lleberblick über die allgerneinen Gesichtspunkte hei der Durchführung der Fürsorge. Er teilte dabei mit, daß die Grvßh. Staat^regierrnDg beabsichtige, die L a n d nni itt s ch.a f t s sch n l e n in den Menst der KttegsibefchiidigtenKr sorge zu steften ivonn ein Bedürfnis hierfür vorliege. Ebenso sei sie bereit, Kurse für Kriegsbeschädigte zur Erlernung der F e in ob st - und Frü h- gemüsezucht an der Obst- und "?i>einbauschule in Oppenheim einzurichten, um auch auf oiese Weise emc lohnende Ver- dierrstmöglickskeit, für Wciegsibeschähigte zu schaffe^:. I,: Verbindung damit stteffte er die Frage der Ansiedelung und -dit -Kapitalabftn-i Mny der ffirfflfl&MdjÄbfetet. In der anschließenden AuÄsvrache sprach Oberstabsarzt Medizrncllrat Dr. Rebentisch-Offenbach haiiptsächlich über Lazarettbeschäftigung und über die Mitwirkung ärztlicher Sachverständiger bei der Berufsberatung. Amtmtann Be chtel- Darmstadt verbr-eitete sich über die Rechtsberatung der Kriegsbeschädigten, über die Mitwirbrng der Vertreter von bcrilssgenossensck>aftlick)en Organisationen bei der Berufsberatung und über- die G-rurrdsätze bei der Arbeitsvernttttelung. Ter Geschäftsführer des Mitteldeutschen Arbeitsnaäiweisverbandvs, Dr. Schlotter -Frankfurt a. M. sprach sodann über die S teilen Vermittelung an Wriegsbeschädigte, besonders über die Mitwirkung der öffentlichen ArbertÄnachweiÄstellen imd der Sonderarbeitsnachweise der 'BeruBverbände. Es müsse verlangt werden, daß der Kriegsbeschädigte nach seiner Leistungsfähigkeit bezahlt werde: die Höhe der^Rente dürfe nicht ans den Lohn drücken, hieran reihte sich unter Führung des' Direktors der Techuischen Lehranstalten, Profeffor Eber Hardt, ein Rundgang durch die Einrichtungen, die zur Berufiseimibung von Kriegsbeschädigten in den Technisclien Lehranstalten geschaffen worden sind. In der darauf wieder aufgenoittMenen freien Aussprache berichtete Laudgerichtsrat Dr. Krug-Mainz eingehend über die Erfahrungen des Ortsausschusses Mainz in der Durchführung der Fürsorge. Da die Versorgung der nervenkranken Kriegsinvaliden bisher nicht befriedigend gewesen sei, beabsichtige der Ortsausschuß Mainz mit Unterstützung der Stadt Mainz die Erri chtung eines Arbeitsheimrs. in dem den Nervenkranken Gelegenheit gegeben werden soll, sich! unter Anleitimg einer erfahrenen Meisters langsam wieder an die Arbeit zu gewöhnen. VeachteuÄvert waren ferner die Aüslsüh- rungen des Geh. Regierimgsrats von H ahn- Heppenheim an der Bergstraße über die Beschäftiming Verioimdeter in kleinen Lazaretten, über die Ausbildung ftn egsbeschädigter in der Landwirtschaftsschule in Heppenheim und über den. Frühgemüsebau durch Kriegsbesckwdigte. Schließlich wwrde noch das von Professor Eber Hardt, Offenbach entworfene Plakat, das zur Bekanntmachung der . Kriegsb'schädigtenfürsorgr in weitesten Kreisen des Großherzogtums dienen soll, vorgelegt und Mt geheißen. Die ganze Veranstaltung erwies sich, wie allerseits mrerkannt wurde, für die praktische Arbeit in der KriegsbeschNchchm-Fürsorge überaus förderlich. Kreis Büdingen. A Büdingen, 30. Mai. In unserem Kreise ist der Höchst- preissür Eier, beim Hühnerbesitzer abgeholr, von 15 Pfennig aus 17 Pfennig erhöbt worden. Händler und Ueberbringer der Eier dürfen 19 Pfennig für da? Stück nehmen. F. E. Büdingen. 31. Mai. Der Voranschlag der letzten Kreistagsitzung schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 408 789 17. Mark ab und enthält wie in den Vorjahren eine K'reis- umlage von 190 000 Mk. An Kapitalschulden aus der Friedenszeit sind 557 664 Mark vorhanden, denen ein Kapitalvermögen von 49 898 Mark gegenüüersleht. Für die „Ostpoeußienhilfe" (Kriegs- Patenschaft für den Kreis Oletzko) Wurden 2000 Mark vorgesehen. Rechnungen und Voranschlag fanden Genehmigung. Kreis Alsfeld. --Alsfeld, 30. Mai. Im benachbarten Renzendorf wurde ein lOjährigerKnabe von einer explodierenden Granate, die ein Anverwandter aus dem Felde mit heimgebracht hatte, lebensgefährlich verletzt. Kreis Lmtterbarh. -Ü-. Freien-Steinau. 31. Mai. Wiederum forderte der Krieg ein Opfer von unserer Gemeinde. In Rußland starb den Tod fürs Vaterland Wehrmann Kasvar H o f m a n n. A Heisters , 31. Mai. Lehrer Wilhelm Rabenau von hier, der f«t Kriegsbeginn beim Jni.-Regiment 116 steht und in Nordfrairkreich verwundet wurde, bat das E i f e r n e Kreuz erhalten und ist zum Leutnant der Res. befördert worden. Kreis Schotten. r. GlaUhKtten, 31. Mai. Gefreiter Friedrich Ritzel Sohn von Adam Ritzel, int Reserve-Dragoner-Regiment Nr. 4 wurde Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. F. C. La u b ach , 30. Mai. Mit den: Eisernen Kreuz er st er Klasse wurde Unteroffizier Alwin Moses von hier, Sohn des Gastwirts Moses, im Pionier-Regiment Nr. 29, aus . bezeichnet. r. AuK dent nördlichen Boy-elsberg, 31. Mai. Ein Unwetter, wie wir eS seit langer Zeit nicht erlebt haben, ging am letzten Freitag abend, kurz vor Mitternacht, über unsere Gegend nieder. Das mit dem! Unwetter verbundene Gewitter entlud sich mit grösser Heftigkeit: gewaltige Regennvassen gingen, fast eine halbe Stunde lang, nieder, so daß vielerorts die Dorfstraßen unter Wasser standen. Auch in Scheunen war das Wasser eingedrungeu Beträchtlicher Schaden nmrde den Obftbäumen, den Erdbeerpftan- zungen und Genrüsebeeten in den Gärten zugefügt. Leider haben auch die !Feldsrüchte, die gerade zurzeit in schönster Pracht dastanden, stellenweise unter dein in gewaltiger Menge uieoecgegangeneu Re- geu sehr gelitten. Der hier angerichtete Schaden erstreckt sich auf das Korn, das infolge der bisher herrschenden Witterung in schönster Blüte bereits auf einem langen Halm stand> Menu in den ersten Tagen ivieder schönes Wetter eintritt, kann der eingerichtete Sckwden zu einem guten Teil wieder ausgeglichen ivorden. Bei gutein! Wetter werden die Haln« wieder aufgerichtet und die Blüten reifen weiter. § Aus dem Vogels berg, 30. Mai. Eine Beere, welche durch ihren altzährlichen reichen Ertrag viel mehr angepflanz-t zu werden verdient, ist die Stachelbeere. Sie gleicht in jeder Lage unseres Gebirges. Selbst Nachtfröste schaden ihr zur Zeit der Blüte wenig. Dies kann man dieses Jahr wieder so deutlich sehen; eine wunderbar schön« Entunckelung haben die Beeren angenommen, trotzdem, daß es zur Blütezeit ein paar Nächte gefroren hatte. Nicht allein in den Gärten, muh außerhalb von ihnen — an gehegten Plätzen und dergleichen — sollte man die Stachelbeere aupslanzen, denn aus der reifen Beere, die vorerst einmal dem Munde so wohlschmeckt, werden auch noch verschiedenerlei andere NahMMgs- und Erftischungs mittel zubereitct, die nicht weniger munden. Daß Mau aus der Stachelbeere einer, guten und wohlschmeckenden Gelee zubereiten kann, weiß wo bl jedes — aber einen guten Wein aus ihr zu keltern, dürfte an verschiedenen Orten wohl noch wenig bekannt sein. Vereinzelt findet sich auch die Stachelbeere unldwachsend in den Wäldern vor und jedes null ist dann £m solcher Strauch, der gelegentlich von den Waldbesuchern gefunden wird, mit guten Beeren reich behängen. Kreis Friedberg. e. Bad-NaUheim, 31. Mai. Am Samstag abend fand im Restaurant „Gaudes" die 48. (Generalversammlung des Kur- und Verschönerungs-Vereins statt. Der longjälnige Vorsitzende, Lelwer August Wagner, möfsnete die Versammlung mit einer längeren Ansprache. Redner verbreitete sich in längeren Ausführungen über die Einführung der Winterkur, bei der er besonders hervor hob, daß Bad-Nauheim rund 10 000 kranke und verwundete Militärpersonen, darunter 1600 Offiziere und unter diesen ^ehn aus der Türkei, während der Kriegszeit beherbergt habe. Aus dem voin dem Vorsitzenden vorgetragenen Jahresbericht ergab sich, das Bad-Nauheim, kraft seines guten Rufes, mit 23 420 Kurgästen und 306 938 Bädern im letzten Jahre tatsächlich an der Spitze sämtlicher Badeorte steht. Tiie Zahl der Mitglieder beträgt zirka 300. Der Verkehrskommission, der Kommiissioft für Blumenschmuck, der Sanitätskolonne, dem Lmidesverein für Vogelschutz * wurden wieder größere Summen überwieseir. Für Neuanschaffung von Bänken, sowie Winterfütterung der Vögel, wurden größere Beträge verausgabt, auch an der neuen Kveisstraße nach Friedberg wurden Rul-ebänke angebracht. Bon Verschönerungen sind die Neuanlage nach dem Ludwigsbrunnen, sowie die Bepflanzung der Kreisstraße nach Friedberg mit schattenbringenden Bäumen anzuführen. Den Kassenbericht erstattete an Stelle des aus Gesundheitsrücksichten aus dem Vorstände ausgeschäeden en Herrn Wallmann der neu eingetretene Hausbesitzer Richard Schwab. Tie Einnahmen betrugen 518 Mark, die Ausgaben 534 Mark, das Vermögen beträgt 458 Mark. Bei der satzimgsgemäß vorxu- nehmenden Bvrsticmdswahl wurden die ausscheidenden Mitglieder die Herren: Gkstwirt Gaudes, Stadtverordneter Jakobi, Beigeordneter Kissel, Mllabesitzer Lentz, Kauffnaun Bernhard Schwab, sowie an Stelle des Herrn Wall mann Richard Schwab durch Zuruf gewählt. Die Vertretung deö Vereins im Vorstände des Konitzkystifts übernimmt wieder der Vorfitzende Lehrer A. Wagner. Starkenburg und Rheinhessen. ^b D a r m st a d t, 31. Mai. In verschiedenen Zeitungen inden sich Nachrichten über Engagementsverhandlungen zwischen dem Münchener Hoftheater und dem Generalmusikdirektor von Weingartner. Die Generaldirektion des Darmstädter Großherzoglichen Hostheaters erhielt, wie das .Darmstädter Tageblatt" erfährt, folgende Depesche: Nachrichten über mich und München ind vollständig erfunden. Generaldirektor von Weingartner. Kreis Wetzlar. A Wetzlar, 3l. Mai. Am Himmelsahrttag findet von 4 Uhr arr ein M i l i t ä r - K o n z e r t im Schühengarten statt, das ausgeführt wird von der Kapelle des Ers.-Batl. Jns.-Regts. Kaiser Wilhelm. ra. Wetzlar, 31. Mai. Der Landwirtschaftliche Verein des Kreises Wetzlar zählte im abgelaufeneu Vereinsjahre 662 Mitglieder gegen 735 im Vorjahre. Nach der Jahresrechnung lehen einer Einnahme von 3491,25 Mk. insgesamt 3586,57 Mk. Ausgaben gegenüber, worin 4925 Mk., aus dein Vereinsvermögen entnommen, enthalten sind, die zur Zeichnung von Kriegsanleihe verwendet wurden. Sämtliche ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. r». Groß-Alten st ädten, 31. Mai. Gemeindevorsteher Rücker ist von seinem Amte zurückgetreten. Die Zusammenlegung der Feldmark wurde unter ihm vollendet, wichtige Wegebauten ausgesührt und die Quellen zur Wasserleitung gefaßt. Von der letzten Ernte lieferte unser Dorf mit seinen 78 Haushaltungen 5800 Zentner Kartoffeln, 1192 Ztr. Roggen und 308 Ztr. Hafer ab. Zur Förderung der allgemeinen Volksernährung wurde eine Heide- läche von 3*/, Morgen urbar gemacht und mit Kartoffeln ausgestellt. Ebenso sucht man den Flachsball wieder zll heben. ! Hessen-Nassau. Bezirkstag des Deutschen Flcischewerbandes für Hessen und Hessen-Nassau. --- FrankfUrt a.M., 31. Mai. Bei sehr guter Beteiligung aus dem Verbandsgebiet hielt der Bezirksverein des Deutschen Flaischer- verbandes für Hessen und Hessen-Nassau in der „Alemannia" seine Frühjahr shauptversamMlung ab. Im Mittelpunkt der ausgedehnten Verl-andluiigen, die Obermeister L a u tz - Darmstadt leitete, standen die durch den Krieg hervorgerufenen wirtschaftlichen Maßnahmen ür das Fleischergewerbe. Der Vorsitzende bot einen U-eberblick über die derzeitige .Lage, die ernst sei, da Man mit einer solchen Kriegs- daner nicht gerechnet habe. Der Regierimg sei jedoch wegen der mangelnden Fleischversorgung kein Vorwurf zu machen, sie habe im guten Glauben gehandelt. Obermeister Pfeiffer-Frankfurt ftchrte in einem Borttag über die Maßnahmen zur Fett- und Fleischversorgung die vielfachen dabei zu Tage getretenen Mißstände ans die ungezählten Zwischenhändler zurück, da diese nicht über die geringsten Fachkenntnisse verfügten. Auch die Ausfuhr Verbote der einzelnen Bundesstaaten müßten als schwere Hemm niffe für eine geregelte Fleischzufuhr angesehen werden. Direktor Ph. D e i s n e r - Frankfurt behandelte die Beschlagnehmung der Häute und Fette. Ec begrüßte die Erhöhung der Häutepreife, obwohl die Preislage noch nicht ganz den zurzeit obwaltenden Verhältnissen entspreckle. Lobenswert sei jedoch das Eintteten der Roh- häute-Aktien-Gesellschaft für die Interessen der Fleischer. Men Vorträgen schlossen sich rege Besprechungen an. — Der geschäftliche Dell des Bezirkstages brachte u. a. auch die Wiederwahl der ausscheidenden Vorstaiidsmitglieder Stahl- Limburg, S a ck --> Gießen wnb S chwarz-Fulda. Obermeister Lautz wurde abermals in den Reichsverbandsvorstand gewählt. * 0 Ans dem Kreise Frankenberg, 31. Mai. In letzter Zeit sind im hiesigen Kreise wieder Zigeuner mifgetaucht. In einem Falle war es eine Bande von beinahe 50 Köpfen, die über die Waldecker Grenze abgeschoben wurde. — Im nördlichen Teile des Kreises, z. B. in den Gemarkungen Harbshausen und Kirch- lvtheim, richten dieWildschweinciniden Kartoffeläckern großen Schaden an. — IN der Nähe von Willersdorf wurde ein kaum der Schule entwachsenes MädckM belästigt. Der Täter ist jetzt in der Person eines Burschen aus einem Nachbardorse ermittelt worden. — Ter Landrat des Kreises fordert in nachahmenswerter Weise die Landwirte, welche Ferkel zu erschtvinglichcn Preisen höchstens 65 Mark für das Paar, abgeben wollen, auf. ihre Adressen schriftlich ^oder mündlich mitMtellen. Es soll ans diese Weise versucht werden, den bedürftigen Bewolm-ern zu Schweinen zu verhelfen. — Die Kgl. Oberförsterei Frankenberg hat den Kriegerfrauen, Um ihnen die Teilnahme au den Holzverfteigerungen zu ersparen, je nach Größe der Familie Holz zum Taxwerte überlassen. --- Frankfurt a. M, 30. Mai. Staatssekretär Dr. Sol stattete heute nrittag vor seiner Wreise imch Berlin dem Völker Mu seu m unter Führung von Hvfrat Dr. Hagen einen längeren Besuch ab. — Tie städtische KriegskomMission zeichnete als Artteil bei der nengegründetm Reichsgemüsestellc 60 000 Mark. Für die Einrich.tung einer städtischen Schweinemästerei stellte sie 200 000 Mark zur Berfügrmg. — Diez, 30. Mai. Ein Grabdenkmal der Gräfin Walburga von Eppstein in der hiesigen Stiftskirche wird alrgenblicklicb aus Veranlassung des Kaiserlichen Hofmarschallalntes zu Berlin wieder hergestellt. Die Gräfin Walburgia ist eine Ahn- fran des Kaisers. Mit der Ueberwachung der Herstellungsarbeiten des prächtigen Epitaphiums wllrde der Bezirkskonservator Geheim rat Luthmer (Frankfurt) betraut. ra. Älus Nassau, 31. Mai. Die in LinrbUrg tagende Hauptveesannnlung der Gemerbcvereine Nassaus war von etwa 260 Vertretern besucht. Im Mittelpunkt der Verhandlungen starrden zwei ivichtige Fragen: Engerer Zusammen schluß des Handwerks zur Uebernahme größerer Lieferungen, besonders Heeresueferungen, und Fürsorge für die aus dem Felde heimkehrenden 5-andwecker. Der ziveite Vorsitzende, Architekt Wolf-Wiesbaden, begrüßte die Erschienenen namens des Zentralvorftandes. 74 Mitglieder des Gewerbev-er'eins für Nassau und 145'Söhne von Mitgliedern starben bisher den Ehrentod fürs Vaterland. Die finanziellen Verhältnisse des Vereins haben sich sehr gebessert vermischter. * Stiigebauer im Dienste der Entente. Die ^Gazette de Hollande" veröffentlicht en^n umfangreichen Artckel über einen neuen Roman von E. S t i l g « b a u e r, in dem Belgien verherrlicht und das deutsche Heer beschimpft wird. Erst vor kurzem hatte dem gleichen Schriftsteller ein Aussatz von ähnlicher Tendenz in einem Amsterdamer Blatt kräftiges Lob der englischen und französischen Preffe eingetragen. ES kann also kein Zweifel bestehen, daß Stilgebauer sich zu einem Liebling der Entente- preffe entwickelt. wöchenü. Aederficht k^rToderMe l «Herr. 19. Woche. Vom 7. bis 13. Mai 1916. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (intt. 1ö0ö Mann MMär). SterblichkettSziffer: 28,50*/^. Nach Abzug von 13 Onsfremden: 7,85 EL starben an Zvj. Erwachsene Folgen der Geburt KD MD Lungentuberkulose 3(1) 3(1) Lungenentzündung Krankheiten der Atmungs- 4(1) Ml) 4(1) organe — Krankheiten des Herzens Krankheiten des Nerven« Kl) Ml) systemS 3(3) 3(3) Krebs 3(3) 3(3) Selbstmord 10) Hl Totschlag 1(1) 1(1) 00 * Kinder tm>.Leben»- vom2. bl» lehr 1*. Sah, KD ©umm«: 18 (13) 17 (12) - 1 (1) A n itt.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel )er Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Med.-Rat Dr. W a l g e r. Amtlicher Wetterbericht. O effentlicher Wetterdienst, Gießen. LLetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den l. Juni 1913: Ziemlich heiter, meist trocken; Temperatur wenig geändert. Letzte Nachrichten. Kriegsrat in Petersburg. Wien, 31. Mai. Die „Wien-er Allgem. Ztg." meldet aus Sofia: Das Blatt „Dnevuek" meldet aus Petersbilrg, daß in Zarskoje Siselo 'Unter dem Vorsitz des Zaren ein .Kriegsrat stattfand, -an denr die Generale Fwanoff, Alexandrewitsch, Brnssilow, Radio Dinritriew, Kuropatkin und sämtliche Armeekommandanben, Ministerpräsident Stürmer und Saso-now teilnahmen. Der Kriegsrat hat die Entscheidung bezüglich der Maßnahmen getroffen, die für die deutsche Front notwendig sind. Die Besetzung von Rüpel und Demir Hissar. Haag, 31. Mai. Die englische Presse ist bemüht, die Besetzung der Gebiete zwischen Rüpel und Dernrr 5)iffar für ein für die Griechen katastrophales verhängnisvolles Ereignis hinzustellen. Tie Bevölkerung von Serres und Mazedonien befinde sich dadurch in der schwierigsten Lage, denn sie werde jetzt vom Hunger bedroht. Jetzt, nachdem Demir Hissar durch die Bulgaren besetzt sei, irrüsse die Anfuhr vmr Lebensmitteln, welche bisher von den Franzosen mit Automobilen nach diesen Gebieten geliefert wurde, aufhören. Der Vormarsch von Demir Hissar kann aus zwei Richtungen erfolgen, erstens aus Serres und zweitens gegen den Strumalauf. Die venizelistischen Blätter erschienen in Trauerrand wegen der Tatsache, daß die Bulgaren imstande waren, das Fort Rüpel zu besetzen, das das weitestvorgescho- bene Verteidlgungswerk ist. Kundgebungen in Saloniki. Amsterdam, 31. Mai. In Saloniki wurde am Sonntag, wie die „Times" berichten, eine große Stt-aßendemvustrativn, dre nitter Führung englischer und fiauzösischer Abteillmgen den Schmerz Griechenlands über die letzten bulgarffchen ?iraßnahmen gegenüber General Sarrails StellungiM dartun sollte, peinlich gestört. Als die Prvzeffion, in der englische, frmrzösffche und serbische Fahnen gettagmr wurden, die Hauptstraße passierte, veranstalteten griechische Soldaten trotz der Absperrung durch sranÄvsffche Gendarmerie eine Ge ge n kund ge bu n g Md überschrieen den Lärm der ProAeffiou imt Hochrufen auf König Konstantin und Deutschland. Damft errnchte die Prozession ihr Ende und es kam zu Zusammenstößenc zwischen f«mzösischen Gendarmen und grischffchen SoLaten. Die Sttnnnnng in Mcrnza. Lugano, 31. Mai. Die Zeitung „Benetv von Padua" veröffentlicht eine Korrespondenz aus Vicenza, in der es hcrßt: IN V i c e n z a ist man viel ruhiger und gefaßter als in Padua, obglelch ein Teil der Provinz vom Feinde besetzt ist. Einige Ortschaften, die von den Kanonen des >Feindes bedroht sind, werden von der Zivilbevölkenuig geräumt. Auch Asiago gehött dazu, es rst aber übertrieben, zu sagen, das Stäbchen sei in einen Schntthaufm verwandelt worden. Viele seiner Häuser, die oberen Swckwerke und die Dächer sind aus Holz. Von diesen sind welck)e von den ftrnd- lichen Bombe,: gettoffen worden und medergebrannt. Vicenza ist zum Hirn und Herzen des Kampfes geworden und der Feind weiß es Fast kein Tag vergeht, an dem nicht Meger ein- cLer n^hverc Male über der Stadt erscheinen und Bomben abwersen, bis letzt aber nnt geringem Erfolge. Die Bevölkerung ist sehr aufmerksam, so daß e§> bis jetzt mu wenige Tote gegeben hat. Ungeheuer ist die Bewegung der Trichpen. Der Zu- und Abzug derselben ruht keinen Augenblick, weder am Tage noch bei Nacht. ^ Im ersten Augenblick hat man den Eindruck, als ob die Menschen. Pferde, Kar.oneu und Karren vom Fieber getrieben würden, als ob ein toll gewordenes Hirn ihre Vewegimgen leite. Bei näherem Zusehen erkennt man aber die Methvde und Ordnung. Der erste Eindruck ist mir das Resultat der Intensität der »Erscheinung. Ter niilitarische Automobildienft hat einen kolossalen Umfang angenommen. Tausende von Ccrnrmns fahren unermüdlich, geführt von wunderbaren Lenkern, die imstande sind, 50 Stunden ohne Unterbrechung zu fallen. Vicenza sieht mit Schmerz und Bitterkeit, seine umliegeiidcn Berge, seine grünen Höhen vom Feinde besetzt, aber es übergeht den Schmerz ohne zu llagcn und ohne zu weinen imd seine Ruhe entspricht der stdrhe des Oberstkommandierenden. Cadonra. Vor einigen Tageir speiste er in einmi Restaurant. Allgemein fiel sein guter Humor und seine geistsprühende Unterhaltung guf. Tann aber sagen sich die in Vicenza aittlk: Wir haben ein riesiges, an Zahl und Soldaten dem Feinde weit überlegenes Heer, gut bewaffnet und gut ansgerüstet. Word es dem Feiiide gelingen, in die Täler mrd die Ebene hcrabzu- steigen, wird er es überhaupt wageit? Es ist wenig wahrscheinlich! Alle Äliisgänge sind durch eine ungeheure Ueberzahl von Truppen gedeckt und in der Ebene lvtürdc die gegnerische und unßwe Artillerie mindesteiis gleichövertig sein. Nichts deutet daraus hin, daß der Feind sich in diese gesährluoc Unternehinung einlasft-'. wird. Sodann sind alle Vorkchrnugeii getcvffen, um zu verhindern, daß sich die Oesterreicher in den Besitz der Berge setzen. In Schro kam es einmal iovgen des Vorrückars der Ocsterreicber zu einer Panik, die jetzt aber vorüber ist und sich hoffentlich nicht wieder- holeii tvird. Meuterei in Aegypten. Am ste rvamt, 31. Mai. Wie ein Londoner GrwThrsmann meldet, haben latü Mitteilungen aus Aden Anfang Mai zwei Regimenter indischer Truppen südlich von Kairo gemeutert. 16 europäische Offiziere und annähernd 100 englische ©oßirten kamen dabei ums Heben. Die meuternden Reginrenter werden in einem Lager von südafrikarnscheu Truppen bewacht. Die Ursache der MünVevei soll in ungenügender Ernährung KU suchen sein, weil die Äebensmitteltronsporte ausgeblieben waren^; TTnser geliebter Sohn und Ba^ider Hans Olt Kriegsfreiwilliger Unteroffizier und Offiziersaspirant im Inf.-Regiment 186, 7. Kompagnie Inhaber der Sächsischen Fried rieh-August-Medaille fiel am 26. d. Mts. auf dem Felde der Ehre. # Oie trauernd Hinterbliebenen: Frau Maria Olt, geb. Bott Fritz Olt, cand. phil. und Leutnant d. Res. Giessen, Bleiehs-ferasse 27, den 30. Mai 1916. z - Zt - im Felde 4142 Es hat dem Herrn gefallen, unser» Heben Philister August Schmeckenbecher (Gi. 76.) Landgerichtsdirektor in Gießen am 27. Mai zu sich zu nehmen. 4114V Der Gfeßötier Wingolf. Todes-Anzeige. „ n^Ü Cn ZT*\ dt ? n ' Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unser geliebter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Friedrich Engel II. S£SE.*K" ” 7 nhl ---- In tiefer Trauer: Familie Friedr. Engel Familie Philipp Weber Hochelheim, den 3». Mai 1,1«. nebst allen Verwandten Die Beerdigung findet Donnerstag, den 1. Juni, nachmittags um 2 Uhr statt.” [4150 Nachruf. Bet einer schneidig nusgeführten Patrouille blieb in der Nacht zum 26. Mai unser lieber Kamerad Krikgsfreiw.Bizeskldwebrlu.Offiziersaspmmt Hans Olt aus dem Felde der Ehre. Ob seiner treuen Pfichtcrfüllung und Zuverlässigkeit war er Allen ein lenchtendeS Borbild, ein Mann von echter, treuer Kameradschaft, et« offener, ehrlicher Charakter. Mit einer echt dem- scheu Gesinnung paarte sich seine höhere ortSan- erkannte Tapferkeit, Unerschrockenheit und Auf. opferungsfreudigkeit. Ein liebevoller Kamerad, gleich hochgeachtet bei seinen Borgesetzten und Untergebenen, ist mit ihm in treuester Bstchterfüllung so jäh ans unseren Reihen da hingerissen. Sein Name aber wird in der Ruhmesgeschichte der Kompagnie ewig fortleben und wir werden dem treuen und anfrich. tigen, bei jedermann beliebten Kameraden ein ewiges Angedenken bewahren. 26. Mai 1916. 4165 Unteroffiziere und Mannschaften der r. Körnt)., Jnf.-Regt. Nr. t86. 3. fl.: Becfer, vizeseldwebel. Hierdurch die traurige Nachricht, dah gestern Schwiegermutter, Großmutter und Urgrotzmutter Frau Mörit Msadchr greunfl geb. Becker im Sfltct von 86 Fahren sanft entschlafe« ist. Die trauernden Hinterbliebenen: A«mitte Heinrich Dsmrm. Alten-Bufeck. den 31. Mai 1916. [09934 mÄÄT # ftni,ct *»""«««* n-ch. Ferker’icbclBjTersjtift-licbhaidlBBg __ Selter aweg 87 41 jJ Samm^lstelle für Spenden zar Reiohsbuchwoche die auf Wunsch auch abgeholt werden (Tel. 657) Unser Lager bietet reichste Auswahl fftr jeden G-oochmeck und Geldbeutel J ed * r Schriftart u. Ptarft«»- V II IIKSriCTfl f^-te.rawlemlt Zirkeln alter «tttdcntfrdtea --- Bröbrfcfee Otiiverffft‘ate-l>ruelwrel, Sdwtt H. j. Auf dem Felde der Ehre fielen unser Heber Bundesbrader FeldenSerarzf Walter Sand Ritter des Eisernen Kreuze* 2. Klasse ^ und unser lieber Bnndesbrnder und A. H. Oeorg Flach, Leutnant der Reserve Die Giessener Burschenschaft Germania: 4107V i. A.: Otto Mahlerwein, X. Tief erschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß Sohn und Bruder 8 m ° natllCher treuer Pflichterfüllung unser lieber Schreiner Georg Philipp Musketier im Res.-Inf.-Regt. 224, II. Komp. im blühenden Alter von 22 Jahren auf dem Felde der Ehre lauen ist. In tiefer Trauer r 14?40 Joh. Karl Philipp Katharine Philipp, geb. Hirz Karl Philipp im Felde Seminarist Otto Philipp, Friedberg Marie Philipp. Watzenborn, den 29. Mai 1916. Wiedersehen war seine und unsre Hoffnung. '-il. : »» - VV’ ,; Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir hierdurch allen Freunden und Bekannten, dom Postbeamtenverein, sowie den barmherzigen Schwestern für ihre liebevolle Pflege unseren herzlichsten Dank- Frau Oherpostschaffnor Zink Ww. und Tochter. Giessen, den 30. Mai 1916. 4128 (Carl Ltückrach, Aktrrwrg 47 :: Lei. 2005 " Strmstrrchr 56,58,60 brr elektrischen