Hr. 123 Der Gktzener Mz«?-er erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GitßenerFamMenblattcr; -ivennalwöchentl.Urrir- blattsijröerNlreis Stehen iTicnStag und Freitag): -tveimal monatl. Landwirt fchastliche Zeitfragen »lernsprech - Anschlüsse: iürdieSchriitleitungl-12 Verlag,Geschäitsstetleül Adresse nir Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen s«r die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Statt 166. Zahrgang Freitag, 26. Mai 1916 AezngSvre: monatl. 99 Pi., viertel- sährl. Alk. 2.65'. durch Abhole- il Zweigstellen monatl. HO Pf.: durch diePost Alk.2.45 viertel- jährl. altsschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokalloPf.. ausiv. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goeiz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; Ute Stadt und Land. Vermischtes und Ge- richtssnal: Fr.R.Zenz; RstaLionLdruck und Verlag Ser Srühl'schen Univ.-Vuch und LteinSruckerei 8. Lange, üchriftleitung, JeschäfLsstelle und SruSerei: Sch»!str.7. BcckImttich^n'Giclsm General-Anzeiger §m Oberhessen Der Aembmch bei haubromont zurückerobett. Sine neue Rede Grey§. (WTB.) WrotzrS Hauplquartier, 25. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Englische TorpeDo- und Patrouillenboote wurden an der flandrischen Küste von deutschen Flugzeugen angegriffen. Westlich der Maas scheiterten drei Angriffe des Feindes gegen das von ihm verlorene Dorf Cumiöres. Oestlich des Flusses stiegen unsere Regimenter unter Ausnutzung ihrer vorgestrigen Erfolge weiter vor und eroberten feindliche Gräben südwestlich und südlich der Feste Douaumont. Der Steinbruch südlich des Gehöftes Haudromont ist wieder in unserem Besitz. Im Cailletrewalde lief der Feind während des ganzen Tages gegen unsere Stellung völlig vergeblich an. Anher sehr schweren blutigen Verlusten bähten die Franzosen achthundertfünfzig Mann an Gefangenen ein, vierzehn Maschinengewehre wurden erbeutet. Bei St. Souplet und über dem HcrbeBois wurde je ein feindlicher Doppeldecker im Luftkampf abgeschojsen. Orstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Balkan-Kriegsschauplatz. UeSleb und Gjevgel wurden von feindlichen Fliegern erfolglos mit Bomben beworfen. ^ Oberste Heeresleitung. Der englische Staatssekretär Sir Edward Grey hat schnell Gelegenheit gefunden, sich zu des deutschen Reichskanzlers letzten Ausführungen über die Friedensmöglichkeit zu äuhern. Bon einigen Friedensfreunden im Unterhaus zur Rede gestellt, hielt er eine Rede, die viel bemerkenswerter ist als seine vorletzte. Freilich nicht klüger und vernünftiger. Allein er hat zwischen fote kriegerisch und abstoßend klingenden Zeilen doch auch vielsagende Andeutungen geworfen, die nicht nur bei uns in Deutschland, sondern vornehmlich in Frankreich sehr beachtet werden müssen. Ueber den gegen den deutschen Reichskanzler gerichteten Vorwurf der Lüge und über die dreiste Behauptung, daß das deutsche Volk sich mit Lügen nähren lasse, können wir schweigend hinweggehen, denn der Mann, der so unwürdige Schiinpferei vom Stapel läßt, ist ja bekanntlich von wicht geringen Kreisen seiner eigenen Volksgenossen offen als Lügner gebrandmarkt worden. Er vertritt heute noch die auswärtige Politik Englands, und seme Aeußerungen dürfen daher als ein freilich nicht ganz einfach, sondern etwas rnnständlich abzulesendes Stimmungsbarometer angesehen werden. Nach Abdeckung des verwelkten und faulen Krautes der Schulderörterungen dürfen wir uns dre Pflänzchen näher betrachten, die der Hauptgärtner der Entente, nämlich England, in der Vorreife des Friedens auf den Markt bringt. Zuerst erklärte er den anfragenden Pazifisten halb entschuldigend: „Wir Verbündete sind verpflichtet, Friedensbedingung-en nur gemeinschaftlich anznerkennen." Dann aber verdrehte erdieaufdiedeutscheiiBedinaunaen bezüglicheil Worte des Reichskanzlers, so ohne Scham, daß chm aus mancher Ecke seines eigenen Vaterlandes wohl im stillen wieder das Wort Lügner zugerufen werden wird. Denn Herr v. Bethmann Hollweg hat keineswegs gesagt, die Karte, die die augenblickliche militärische Lage zeige, würde den Engländern sagen, worin die deutschen Bedingungen bestanden. Er hat vielmehr nur darauf hingewiesen, diese Karte allein tue es dar, wer der Sieger im bisherigen Kriege sei, und dies war nötig geworden, da Sir Grey und seine Mic- nisterkollegen beim Friedensschluß anscheinend alle Ergeb- Nlste des Krieges einfach ignorieren wollen. Auch in seinem neuesten Erguß setzt Grey ja das alte Fangballspiel mit tauben Nüssen fort, denn wiederum erklärt er: „Tatsache ist, daß dre Alliierten nicht geschlagen sind, sie werden auch nicht geschlagen werden." Ja, er wirft der deutschen Regierung vor, sw jei für die Fortdauer des Krieges verantwortlich, wert sie immer wieder sage, Deutschland habe das Kriegsgluck auf ,emcr Seite gehabt. Dabei erlaubt sich dieser Mann das Wort „kindisch" auszusprechen in feiner Polemik gegen oen deutschen Kanzler! Wir meinen, wer so mit Worten und fadenscheinigen Behauptungen kämpft, der wird von der neutralen Welt noch weit bedauernder und geringschätzender nn- geseheii werden als ein Kriegführender, dem etwa die Ar- tillcriemumtwn ausgegangen ist. Grey sagt uns mit seinen windigen Redeblüten in der Tat nichts anderes, als rrx 00r ^ Zukunft hilflos und zweifelnd da- ftelst. Darum der angeführte Hinweis auf die Notwendigkeit gemeinsamer Friedensneigung, dem er sodann noch- eine besondere Spitze gegeben hat, indem " * 7 y^ n c Winand in diesem Augenblicke das Recht hat, vom Frieden zu sprechen, so ist das die franko | i)ct) e R c g i e tu n g." Der Satz ist auf echt englische und Grehsche Art z w e i deutig gemünzt. Denn hinter dem Lob der französischen Tapferkeit vor Verdun, die das Recht habe, vor allen andern zu sagen, wie lange sie noch auszuhalten ver- moge, steckt die ^bftcht, alle Verantwortung für das Kommende den Franzojeu auszubürden. Fd111 in künftigen Tagen Verdun, bricht die französische Verteidigung dem deutschen Ansturm gegenüber zusammen, so gedenkt der gewissensreine Leiter der englischen Politik seine Hände in Unschuld zu waschen und zu sagen: Frankreich hatte am Ausgange des Mai das Recht, vom Frieden zu sprechen, nicht wir! Das ist alles so deutlich und unverblümt, daß die Herren Poincare, Briand und Jofsre erschrecken müßten. Aber Grey fügt gleich den entsprechenden Ansporn hinterher bei. Er legt die französische Politik auf die letzten Aeußerungen Briands sest und fügt hinzu, auch England wünsche einen dauerhaften Frieden, der den deutschen Feind niederwerfen müsse. So nährt die englische Regierung noch immer nicht erreichte Punkt" Hafter uub mit mehr ausgesprochen werden die stille Hoffnung, daß „der noch einmal kommen werde, wo ernst- Lust und Liebe das Wort Friede Der österrcichisch-urrgarische Tagesbericht. Wien, 25. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 25. Mai 1916. Nussischer Kricgsschauplatz. In G a l i z i e n unternahmen unsere Streifccmmandos an mehreren Stellen erfolgreiche Ueberfälle. Lage unverändert. I t a l i e n i f ch e r K r i e g s f ch a u p l a tz. Die Kampftätigkeit im Abschnitt von Doberdo bei Flitsch und im Blöcken war lebhafter als in den letzten Tagen. Wiederholte feindliche AngriffSverfuche bei Peutel- stein wurden abgewiesen. Nördlich des Suganataies nahmen unsere Truppen die Cima Cista, überschritten an einzelnen Stellen den Masobach und rückten in S t r i e g e n (Strigno) e i n. Südlich des Tales breitete sich die über den Kempelberg vorgerückte Gruppe unter Ueber- rvmduug größer Geländeschwierigkeiten und des feindlichen Widerstandes nach Osten und Süden aus. Der Cornodi E a m p o V e r d ist in ihrem Besitz. Italienische Abteilungen wurden sofort zurückgeworfen. Im V r a n d - T a l c, (Valarso) nahmen unsere Truppen Chi e sa in Besitz. Die Nachlese im Angriffsraum erhöhte unsere Beute noch um 10 Geschütze. Eines unserer Seeflugzeuggeschwader belegte den Bahnhof und die militärischen Anlagen von Latisana mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. * Ereignisse zur See. Am 24. nachmittags hat ein Geschwader von Seeflug- zengen Bahnhof, Postgebäuöe, Kasernen und Kastell in Bari ausgiebig und mit sichtbar gutem Erfolg bombardiert und in die Festesfreude der reich beflaggten Stadt deutlich erkennbare Störung gebracht. Das Abwehrfeuer der Batterien war ganz wirkungslos. Alle Flugzeuge sind unversehrt ein- gcrückt. Flottenkommando. Ereys Antwort aus bethmann hollwegs Aeutzerungen. Haag, 25. Mai. (Zf.) Reuter meldet aus London: Die Pazifisten P o n s o n b y und Ramsay Mac Donald lenkten die Aufmerksamkeit auf das Interview, das Bethwann Holl - weg vor kurzem einem amerikanischen Journalisten gewährt hat. Sie legen dar, in dem deutschen Interview sei nichts, was in Widerspruch mit den Erklärungen Gveys stehe. Es seien also unüber- nündliche .Hindernissse zur Anbahnung von Uitterhandlungen, die auf den Frieden abzielen, nicht vorhanden. Grey antwortete: Wenn ich glauben könnte, daß die deutsche Regierung, die öffentliche Näeinung in Deutschland und der Krieg so weit gekommen wären, daß die Regierungen der Alliierten einen IFrieden, der nrit ihren Zielen überein stimmt, durch Friedensreden fördern können, so würde ich Dutzende solcher Reden halten. Soweit ist es jedoch noch nicht. Wir Verbündete sind verpflichtet, >Friedenbeoingungen nur gemeinschaftlich anzuerkennen, und wir können keine Erklärungen über annehmbare Friedensbedingungen für uns selbst und unsere Bundesgenossen nwchen, ehe nidit eine Beratung mit unseren Verbündeten stattgefnnden hat. Das Interview Bethmann Hollwegs enthält keine neuen Erktär:mgen. Pon- sonby meinte, der deutsche Reichskanzler nnd ick> sollten uns nicht M gegenseitige Beschuldigungen über die Ursache des Krieges ein- lcksfen. Ich weiß nickst, nüe oft ich gesagt habe, dieser Krieg hätte vermieden werde,! können, wenn die vorgesckstagene Konßwenz angenommen worden wäre. (Beifall.) Warum wurde die Konferenz md)t angenommen? WM der gute Wille nicht vorhanden war Kurz zuvor fand die Konferenz über die Balkanfragen statt Ich wmstchte, da.ß die deutsche und die österreichische Regierung Beichte uoer die Rolle, dre w:r bei dieser Konferenz gespielt habeir verosfentlrchten. Ich habe diese Berichte niemals gesehen, aber ich vm stcher, daß nch nreinand, der dieler Konferenz beiwohnte weigern konnte, Zeugnis! für die gute Haltung der britischen Regierung wahrend der ganze,:,Konferenz abzulegen. Wenn der Reichskanzler sagt erne neue .Konferenz wäre lediglich gegen Deutschland ausge- uutzt und nur dazu benutzt worden, sich ftft den Krieg vorzubereiten (Behmiptimgen, dre er damals nicht aufstelltest so sage ich, daß die valtung, dre wrr wahrend der gerade zu Errde gegangenen Balkan- ^'^Fbzergt haben uns das Recht gab, zu sagen, daß die kurz vor dem Knege vorgeschlagene. Konfereirz von allen jenen, die uns auf der Balkankonferenz gesehen hatten, voller Vertrauen und mit gutem Willen hätte angenommen werden müssen. Ich kaipr Pon- sonby nicht zugeben, daß im Interview mit denk deutschen Reichskanzler öder in der Rede des Reichskanzlers im vorigen Atonat eine Friedensneigung zu erkenne,: ist, wie sie Ponsonby zu finden scheint. Wenn Deutschland zu all den Bedingungen bereit ist. die Ponsonby anführt, warum sagt Deutschland dann nichts? Ich kairn nichts 9t e u e s im Interview des Reichskanzlers über die Friedensbedingungen entdecken, nur etwas Neues sehe ich darin, nämlich die Behauptung, daß unsere Haltung bei der Annektierung Bsniens durch Oesterreich krieqssüchttg gewesen sei. Das ist etwas Neues. Es ist eine fatale Lüge. Wir sollten Rußland zum Kriege gereizt und ihm gefügt haben, es müsse sich nun bereit halten. Bosniens wegen Krieg zu führen!! Alles dies steht in direktem Widerspruch mit der Wahrheit. (Beifall.) Wenn Sie an die Vernunft appettieren wollen, die Verirunjft, die i'rber die Machjt siegen muß unb an eine vernünftige Aussprache mit dem deutschen Volk, so antworte ich, daß man mstt dem deutschen Volk in Erwägrrngen nickst eintreten kann, so lange es mit Lügen genährt wird und nicht weiß, was die Wahrheit ist. Der deutsche Reichskanzler sagte in seirrem letzten Jntervieiv, diejenigen seien für die Fortdauer des Krieges vermrlwörtlich, die Deutschlands Bedingungen nicht annehmen wollten, und die Karte, die die augenblickliche militärische Lage zeige, nmxbc uns sagen, worin diese Bedingungen bestünden. Wir haben auch die früheren Reden des Reichskanzlers über den Eharakt-er der dänischen Bedingungen, das sind die Bodftrgungen eines siegreickren Deutschland, die deutsche Interessen beschützen, ans die Interessen der anderen Völker keine Rücksicht nchmeir mrd die, wenn sie angenommen werden würden, die anderen europäischen Staaten Deutschland aus Gnade und Ungüade auslieferten, wenn es seine Angrifsspolitik gegen sie wieder ausnelMen sollte. Es ist kindisch, zu sagen: Weil Deutschlands F-einde die Friedensbedingungeu, die Terttschland genehm sind, ohne Mcksicht auf die eigenes Interessen nicht annehmen wollen, deshalb seierr sie verantwortlich für die Fortdauer des Krieges. Das, was tatsächlich in diesem Augenblick mehr als irgend etwas anderes für die Fortdauer des Krieges verantwortlich ist, ist der Umstand, daß die deiftsche Ste* grcrung immer wieder sagt, sie habe den Krieg gcnvonnLU oder sie werde ihn in nächster Woche gewinnen und die Alliierten seien geschlagen. Tatsache ist, daß die Altriert-en nicht ge- schlagen sind (lauter Beifall): sie werden auch nicht geschlagen werden, und der erste Schritt zum Frieden würde es sein, wenn die deutsche Negierung beginnt, diese Tatsache zu erkennen. Wenn erner der Alliierten in diesem Augenblick ein b^/Linderes Recht hat, über den Frieden zu spreche::, so ist es die Regierung Frankreichs, aus das sett einiger: Wochei: die konzeritrierte Wut der deutschen Angriffe gefallen ist. Tie ' Tapferkeit der ftanzösischen Armee während der langen Schlackt vor Verdun rettet Frankreich und auch die Alliierten. Es ist das für uns der Augenblick, um etrvas atrderes zu tun, als uns aus den Ausdruck unserer Entschlossenheit zu beschränken und diesem Alliierter: die vollste Unterstützung zu getvähren, die in unserer Macht liegt. (Beifall.) W e n n j e m a n d i n d i e s e m A u g e n- blick das Recht hat, vom Frieden zu s v r e ch iN:, s o ist. das die französische Regierung. Der französische M:nyterpräickent hat, :vem: die Zeittmgsberichte richtig sind, ge- sägt: Was werden die kommenden Generationen sagen, wenn wir die Gelegenheit entschlüpfen lassen, einer: festen nnd dauermden Frieder: für Frankreich zu schaffen! Das ist auch unsere Empfindung, und wir wünschen mit unseren Alliierten die Früchte dieses Krieges in einem Frieden begrürrdet zu sehen, der nicht nur .wenige ^ahre und nicht uur für eine oder zwei Generationen Dauer I>at, sondern der für alle Z uk unf't die Welt vor einer solck)en Katastrophe w:e dieser Krieg bewahren soll. In diesem Empfinde:: lxalte :ch eS :m gegenwärttgen Augenblick für eine Ausgabe der Diplomatie, die Solcdarität der Alliierten ar:ges:chts des Feindes auf- ^N^uerhalten, mic sie denn auch vollständig aufrechterhalten wird (Beiiatt),' und d:e notwendigen militärischen und maritimen Maßregeln :n vollitens Maße zu unterstützen, die von den Alliierten gemein,am unternommen werden, um diesen Krieg zu dem d un kt zu bringen, der noch nicht erreicht ist, aber wo Aussicht aus einen sicheren und dauerhaften Frieden zur Wirk- ttchkett werden könnte. (Lauter Beifall.) Rotterdam, 25. Mai. (WTB. NicktnnttlichZ Der „Rotter- damsche Courant" meldet aus London: Bei der gesttigen Friedenä- de batte tm Unterhaus sagte der liberale Wgeorducte Pvn- s v n b y: Wir haben keine Ursache, uns zu diplomatische:: Erfolgen vor oder wahrend des Krieges zu beglückwünschen. Wenn der Krieg sort- dauern soll, brs der deutsche Reichskairzler nnd der Staatssekretär des Aeußeren sich darüber geeinigt haben, ,ver für den Äi-^bruck des Krieges verantwortlich ist, fürchte ich, daß das Ende nock: in Wetter Ferne l:egt. Der Redner fuhr fort: Hat Deutschland sich geweigert, Belgien wieder herzustellen w:d Frankreich und Serbien 5 U raunten? Hat es sich getoeigert. ein unabhÄrgiges Königreich Polen auszurichten i:nd an der Erirennung einer inte r nativ na len KoniMlspon zur Erhaltung des Friedens mitznwirle::Wir wissen es nicht und Deutschland wurde nie darum gefragt Das eng- l:,che Volk muß wissen, ob Deutschland diese Dinge verweigert bat «oder ob cm anderes Geheimabtom:ncn England dauw: hindert' Friedensverhandlungen anzufangen. Ramsay Macdonald (Arl 'itcrparter) sagte: England kann, wenn es noch ern^es Ehrgeftiht hat. kmw:: Frieden annehmen, der den Verlust der belgischen Souveränität mit sich brinch. Grey sollte aber >vQutschlalid fragen, ob es Belgieii räuimm sverde, sobald die Frieden^verhandlmige:: beginnen. Es ist auch nolioeiidig, in Europa den beirnruhigenden ^Einfluß twn Nationen zu beseitigen die srch unter ftemder Herrschaft unglücklich fühlen. In diese.^ Znsammeiihange, sagte der Redner, nwchte ich den Staatssette:.:- des Aenßern ersuchen, das Gerücht in Abrede zu stellen, daß wir mit den 'aussen ein Mkommen getroffen haben, wonack: das Na- ttonalttatenpornz:p nicht in Llnwendnvg gcbrackst werden lw," ^:e,er Krieg nmß mit der Vernichtung des Militarist mus in Europa enden. 'Beifall.) Wir nrMen aber erklären w:r , selbst berat sind, das Unferige dazu bewtrwien, um bem Militarismus an Ende zu machen, wenn wir vtm Dartschürnd Verlangen, seinerseits bamit cnrfjitrchtnTim. Die deutschen Sozial- demvkraten verbreiten Reden Zttrnciinans in den Schützengräben «ls Beweis dafür, das; es Englands Absicht sei, die deutschen Kamillen in Armut zu stürzen. Maedrnnld schilderte dann die furchtbaren Leiden der neu- itralen Länder, wie Norrvegeu, Schweden und Holland, vor allem in Holland, wie die Löhne nicht in: Verhältnis zu den Hungersnot- Preisen gestiegen seien. Er setze sich dafür ein, daß der Krieg nrchr läiiger dauern würde, als bis er sein höchstes Maß an guter Wirkung erreicht habe. Greh u:ü> das Unterhaus seien nur dann .wert, den tapferen Viämiern, die für England ihr Leben auf- rxpftrn, in die Flügen zu sehen, wenn sie dafür Sorge tragen, daß kerne Gelegenheit zu diplomatischen .Verhandlungen versäumt werde. . * * Ein bulgarischer Bericht. Sofia. 25. Mai. (WTB.) Bericht des Hauptquartiers über Hrc Lage auf dem mazedonischen Kriegsschauplatz: «Seit zwei Monaten haben die englisch-französischen Truppen be- gomk-en, das befestigte Lager tarn Salon: k zu verlassen, fund sich unlerer Grenze zu nähern. Ihre Hauptstreitkräfte sind im Wardartal ausgestellt und breiten sich ostwärts über Dvva Tepe bis zum Strumatal und westwärts über die Gegend von Subotsko und Bodena bis Lerine (Florina) aus. Ein Teil der wiederhergc- stellten serbischgl Armee ist schon in Salonik gelandet. Seit einem Monat ungefähr herrscht fast täglich Geschiitzfeuer an der Front Dairan—Gewgheli. Aber die Engländer und Franzosen überschritten bis jetzt nirgends die Grenze. Vorgestern wurde eine französische Aufklärungsabteilung von unseren Patrouillen im Dorfe Gorni Garbale befeuert. Die Reiter ergriffen die Flucht und ließen ihre Pferde im Stich, die von unseren Srldaten eingefangen wurden. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 25. Mai. (WTB.) Amtlicher Bericht: An der Irak front keine Veränderung. Tie russischen Streitkräfte, deren Vormarsch aus ^-Richtung Kasri un Schirm auf Kankin (Hanikin) (?) gemeldet Nmrde, würden gezwungen, ihr Vordringen in der Gegend der Grenze e i n z u st e l l e n. In einen: Gefecht mit russischen (Abteilungen, die an der persischen Grenze gerade nördlich Sulei- .ttnanich bemerkt worden waren, brachten wir diesen einen Verlust 'tum über 200 Mann bei. Kaukasusfrvnt: Auf dem rechten Flügel im Mschnitt vm: Bitlis unbedeutende Patrouillengefechte. In: Zentrum und «m linken Flügel nwrden Ueberfallsversuche des Feindes gegen unsere Vorhutstellungen in der Nacht zun: 23. Mai mühelos abgewehrt. An • der Halbinsel Gall: pol: wurde ein Torpedoboot, 'das sich Kuetschiik Kemikli zu nähern versuchte, durch Geschützfeuer d i e Flucht gejagt. Eines unserer Wasserflugzeuge warf auf seinem Fluge in Richtung auf Jmbros erfolgreich Bomben lauf einen Monitor, den er im Hasen von Kephalo bemerkte ßowie aus d:c Einrichttingen des Hafens und Flugzeugschuppen, und !rief dort einen Brand hervor, der genau festgestellt wurde. Von den cutteren Fronten keine Veränderungen. Ein Schreiben des Königs von Montenegro. Bordeaux, 25. Mai. (WTB.) Meldung der Agence Davas. Ter König von Montenegro hat an den rmontenegrinischen Ministerpräsidenten Radowitsch folgenden Brief gerichtet: Herr Präsident! Um zu vermeiden, daß der Aufenthalt Meines jSohnes. des Prinzen Mirko in Wien, der nach Blätter- dUeldungen wegen Erkrankung sich dort zur Pflege au sh alt, in übler Weise ausgelegt werde, erachte ich es fi':r notwendig, den Regierungen unserer mächtigen Alliierten durch Vermittelung ihrer bei uns beglaubigte:: Vertreter zur Kenntnis zu bringen, daß ich sehr entschieden diese Reise mißbillige und streng jedes etwaige Vorgehen verdamme, welches dahin zielen würde, Montenegro 'rmseren Feinden gegenüber zu vers-flickten. Wollen Sie überdies erklären, daß Prinz Mirko krast unserer Verfassungsgesetze, ^besonders des Artikels 16 unserer Verfassung, keinen offiziellen Rang bekleidet und keinerlei gesetzmäßigen Einfluß in ! Montenegro lausznüben vermag. Ueberdres hören die in Mon- Iteireg-ro gebliebene:: Minister nach Bildirng des neuen Kabinetts hruf . zur Regierung zu gehören. Uebrigens hatten sie vor meiner Klbreise keine Vollmachten, die in dem okwnerwäkmten Artikel 16 longeführt sind. Sie kehren setzt in den Rahmen einfacher Beamter kmrftres teuren Vaterlandes zurück, das mit Gottes Hilfe und der dmftrer tapferen und ruhmreichen Verbündeten bald den Augenblick seiner so sehr erhofften Wiederherstellung herankommen sehen wird. Teuerung in Rußland. Berlin, 25. Mai. (Privat-Tel.) Der Berliner „Lokcrl-- nanzeiger" meldet crus Stockholm: Einer Meldung aus -Moskau zufolge hat am Sonntag auf dem Roten Platz eme gewaltige Teuerun g s kund gebuna stattgesun- derr, an der etwa 10000 Menschen, vornehmlich Arbeiter, sich beteiligt haben. Allgeinein wurde geschrien: „Nieder Mit dem Krieg, wir hungern!" Die Menge plünderte eine Anzahl Läden. Fn Bessarabien stehen infolge der Ueberschwem- rnung des Dnjestr über 3000 Quadratkilometer Acker unter Wasser. Der Schaden wird auf 100 Millionen Rubel geschätzt Die Note Amerikas an England. Washington, 25. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Mel- ftmng des Reuterschen Bureaus. Das Staatsdepartement Hut Western dem britischen und französischen Botschafter eine identische Note überreicht, in welcher die Vorstellungen gegen die Anhaltung der regelmäßigen amerikarnschen Post durch Großbritannien und Frankreich lwiederholt werden. leutnant vorrückte. Er sollte den Krieg erst lernen, ehe er ihn lenken durfte. Karl Franz Josef hatte dazu beste Gelegenheit. Zwanzig Monate lang war er — im Standquartier des k. und k. Armeeoberkommandos — in ständiger Gesellschaft Konrads von Hötzerrdorffs —- des überragendsten und genialsten Generals der österreichisch-ungarischen Truppen. Oft durfte er den Beratungen beiwohnen, in denen — sonst nur unter vier Augen — zwischen Konrad und Erzherzog Friedrich Tag für Tag die letzten endgültigen und entscheidenden Beschlüsse gefaßt wurden. Er hatte alle Truppenkörper, an allen Fron ten, aus allen Völkern Oesterreich-Ungarns, nicht nur ein mal, sondern wieder und wieder besucht, im fernsten buko- winischen Nordosten wie im äußersten Südwesten Tirols, und er wird nun, wie kaum einer im österreichischen Heere zuvor, wissen, wie jedes einzelne Volk dieses Völkerstaates sich schlägt. Uns Oesterreichern ist es eine gute Verheißung und ein festes Unterpfand, daß der Habsburger Karl Franz Josef den ersten Stoß gegen den italienischen Schützengraben- und Festungswall geführt hat, den fast auf den Tag vor fünfzig Jahren der Habsburger Erzherzog Albrecht zerschmetterte. An Italien und dem österreichischen Süden ist Karl Franz Josef über das Maß seines künftigen Herrscherberufes rein menschlich aufs innigste interessiert: als Kind hatte er man ches Jahr in Brixen, der Stadt Südtirols, verlebt; Mira mar, Pas Schloß des Kaisers Max von Mexiko bei Görz, war sein Lieblingssitz; Tolmein (wie oft haben wir in diesem Jahre von der heldenmütigen Verteidigung des Tolmeiner Brückenkopfes gelesen!) war der Standort des Regimentes, das er mehst als Oberst kommandiert hat; und am Ende ist seine Frau, Erzherzogin Zita, im italienischen Schloß Pia- nore geboren, die Tochter jenes Erzherzogs Robert von Parma, der 1859 das Land seiner Väter verlassen mußtet Darum soll das Wort Karl Franz Josefs — gerade in diesem Jahr — in den Tagen der Krise mit Italien, besonders ausmerkam gehört worden sein. Seit Beginn des Krieges nahm der Erzherzog-Thronfolger an allen Krön- und Kriegsräten im Schönbrunner Schlosse teil. Beim Besuche Kaiser Wilhelms im Winter 1915 war Karl Franz Josef bei dem kleinen Frühstück, das die beiden Herrscher allein Einnahmen und das ungewöhnlich lange währte, der Dritte an der Tafel. Vor kurzem aber wurde der Hofstaat des Thronfolgers umgestaltet und Graf Berchtold, der ehemalige Minister des Auswärtigen, zu seinem Obersthofmeister ernannt. Der Fall ist einzig in der österreichischen Geschichte! Bis zum 12. Januar 1915-hatte Gras Berchtold an dieser ersten Stelle des Staates gestanden, viel befehdet, vielfach unterschätzt, aber in kürzester Frist von der Geschichte geradezu glänzend gerechtfertigt und bestätigt. Berchtold nämlich war in der Zeit des zweiten Balkankrieges mit pointierter Entschiedenheit für Bulgarien eingetreten. Ec schien manchem damals zu weit gegangen und bekam es bitter zu hören. Im Spätsommer 1915 aber sagte mir ein führender österreichischer Politiker: „Wenn Bulgarien mit uns geht, nehme ich alles, was ich gegen Berchtold gesagt habe^ reumütig zurück!" Am 11. Oft. 1915 ging t3 mit uns! Mittlerweile war der ehemalige Minister des Aeußern, Graf Berchtold, in seiner Charge eines Rittmeisters (a. D.) als einer der ersten Kriegsfreiwilligen an die Front gegen Italien eingerückt. Ein Jahr lang hat Oesterreich-Ungarn gegen den Bundesverräter in Defensive gestanden, Zähne zusammengebissen, Faust geballt. Ein Jahr lang wartete es ans das Kommando „Vorwärts!" Nun siel das erlösende Wort von dem Manne, der nach Franz Josef der Erste im Staate ist! H. W. llekrfrsll auf einen deutschen Botschafts-Attache in New York. .Münchener Neuesten Nachr." ge- Der LeeMeg. Berlin, 25. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der schwache »Dampftr „A n g e r m a n l a n b" hatte am 23. Mai in der Nähe 'von Sartkluppe ein plötzlich vor seinem Bug auftauchendes U-Boot überfahren, das nicht wieder auftauchte und nach Ansicht der Besatzung des Dampfers gesunken ist. Bon schwedischer Seite wird ijes als ausgeschlossen bezeichnet, daß es sich dabei um ein schwedisches Unterseeboot gehandelt habe. Von zuständiger Stelle erfahren wir, daß ein deutsches ul n 1 er s e e b o o t ebenfalls nicht in Frage kommt , London, 24. Mai. (WTB.) Lloyds Agentur meldet: jDas russische Schiff „R e g i n a" und die italienischen Schiffe ^Roberto" und „Genista" sind von Tauchbooten Angegriffen worden. Heerführer Uarl Franz Josef. Man schreibt uns aus Wien: In dem Generalstabs- und Siegesbericht vom 19. Mai 'ist der Thronfolger Karl Franz Josef zum erstenmal als Heerführer genannt. Nach fast zweijährigein Kriege hat nun cuch Oesterreich-Ungarns jüngster General das heiß- :rwünschte Kommando erlangt. An den Daten der Gesckffchte gemessen, ist er freilich nicht der Jüngste. Als der Krieg bc- Mann, zählte Karl Franz Josef 27 Jahre. In diesem Älter Watte der Sieger von Aspern, Erzherzog Karl, schon den Höchsten Rang: er war Feldmarschall der — damals — kaiserlich österreichischen Armeen. Karl Franz Josef aber blieb in sachlicher Bescheidenheit, was er war: der Erzherzog ^Oberst. Ein volles Jahr verging, ehe er sich die rottn Gene- jralsstreifen verdiente, und wieder ein Jahr, bis er vom Rang /des Generalmajors kürzlich erst Min Feldmarschall- 1 rung, sie xurückzugeben, wurde n2ürlich abgetönt, als er aber A:^ New Bork wird den schrieben: Seit der Abberufung des deutschen Militärattachss in Washington, Hauptmanns v. Papen, hat sein früherer Sekretär, Herr v. Igel, die geschästlichen Angelegenheiten erledigt, die nicht abgeschlossen werden konnten. Er 'wurde zu diesem Zweck als Mitglied u:tt Attache der kaiserlich deutschen Botschaft akkreditiert und -erhielt die übliche Zusicherung der Unverletzlich- k e i t seiner Person, seiner Papiere und Geschäftsräume. Däs hat die amerikanisckM: Behörden, die schnell von den englischen zu lernen schienen, nicht verhindert, ihn in der br uta lst en Weise zu überfallen und zu verhaften, sowie cmen Teil der unter seiner Obhut befindliche:: Akten mit Beschlag zu belegen. Der Uebersall fand genau 24 Stunden vor dem Augenblick statt, wo der Präsident dem Kongreß über das nach Berlin gesandte Ultimatum berichtete, und der Schluß ist vollauf gerechtfertigt, daß man hoffte, Material zu finden, loelches zu weiteren Angriffen auf die Reichsregierung und die kaiserliche Botschaft dienen konnte. .Um wenigstens eine Entschuldig ung an geben zu können, hatte der Staatsanwalt eine Anllage gegen Herrn v. Igel wegen Beteiligrmg an dem Komplott, den Wellandkanal in Kanada zu sprengen, erhoben, obgleich auch nicht der Schatten eines Beweises für die Anschuldigung vorhanden war. Gegen 11 Uhr vormittags an dem betreffenden Tage kamen zwei^Männer in das Bureau und sprachen den Wunsch aus, Herrn v. Igel zu sprechen. Sie wurden in sein Zimmer geführt und machten frte Tür hinter sich zu, was nicht auffiel. Plötzlich hörte der im Nebenzimmer arbeiterrde Herr v. S k a l biut um Hilfe rufen, rarmte in Herrn v. Igels Stube und sah, wie er auf den Geldschvank zusprang, verfolgt vm: zwei Kerlen, die nicht gerade Vertraue7rer:vecke::d aussahen. Herr v. Skal packte den einen an der Gurgel und stieß deir anderen zur Seite, so daß Herr v. Igel den Schrank, an dem s8ch Äbrigens das Siegel der deutschen Botschaft bef'mrd, schließen konnte. Im Nu hatten die Geheimpolizisten, deren Zahl sich inzrvischen auf sechs vernrehrt hatte, ihre Revolver gezogen und hielten sie den Opfern vor die Brust, was aber nicht den geringsten Eindruck inachte. Ihr Befehl, aus Stühlen sitzen zu bleiben, während die Polizisten das Bureau durchsuchten, wurde nicht befolgt. Herr v. Igel bestand darauf, daß er Mitglied der Botschaft und daher unantastbar sei, und wehrte sich verzweifelt gegen die Uebermacht. Herr v. Skal erklärte, da kein Haftbefehl gegen ihn vorliege, dürft seine Freiheit in keiner Weift verletzt werden, und verlangte das jedem amerikanischen Bürger zustehende Recht, sofort seinen Anwalt benachrichtigen zu dürfen; auch forderte er, ihm müsse gestattet' Norden, das Bureau zu verlassen. Tie Polizisten verhinderten die Benutz::ng der Fernsprecher mit Gewalt :md zerbrachen die Apparate, als ihnen das zuviel Mühe machte. Hierauf ergriffen sie die Akten, die sich auf dem Schreibtisch befanden, und packten sie in eine Reisetasche, die sie mrtgebracht l-atten. Alle Proteste waren nutzlos, und auch das Ansuchen, den Staatsanwalt telephonisch um Erlaubnis zu bitten, daß Herrn v. Igels Rechtsanwalt herbeigerufen und ihin gestattet werde, mit den Men in das Gericht zu gehen, wurde abgeschlagen. Schließlich einigte man sich, daß Herr v. Igel die Reisetasche tragen und in seiner Obhut behalten sollte, bis der Richter entschieden hätte, ob die Akten unverletzlich seiln: oder nicht. Kaum hatten die Polizisten aber mit ihrem Gefangenen das Bureau verlassen, als sie ihr Wort brachen und ihm die Tasche unter Anwendung der rohesten Gewalt und schweren Mißhandlungen entrissen. Inzwischen hatte Herr tf. Skal entdeckt, daß inan von ftinem Pult alle dort befindlichen Privatpapiere und Briefe, darunder eure Anzahl von KorrespEdenzen an deutsche Zeitungei:, die er gerade abschicken wo llte, weg genommen hatte. Die Forde- uun nochmals in der bestimnlteßen Weife erklärte, er ta,fe f:cv nicht langer gefangen halten und werde sich, falls nöttg, den Ausgang mit Gewall erkänrpfen, die Polizisten aber für die Folgen ver- antroortlich machen, machten ihm die Leute, die immer noch ihre Revolver schußbereit hielten, Platz, und er konnte von einem arideren Bureau in demselben Gebärche die Botschaft durch den Fernsprecher von den: Vorfall in Kenntnis setzen. Herr v. Igel wurde bald gegen Bürgschaft entlassen, und die kaq erliche^Botschaft nahm sich der Angelegenheit an. Das amerikanische Staatsdepartement kam bald zu der Ueberzeugung, daß es die Papiere wieder herausgeben müsse, aber der Juftiz- m in rfter ver zögerte die Ablieferung. Er hoffte augenscheinlich, doch noch etwas in den Akten zr: finden, das als Belaftungsmaterial in einem der vielen schwebenden Prozesse dienen könne. Auch er wird sich schließlich fügen muffen. Inzwischen machen f:ch die Behörden aber das Vergnügen, allerlei geheimnisvolle Andeutungen über den überaus wichtigen Inhalt der Akten m Zettungen gelange:: zu lassen, woran kaum ein Körnck»en von Wahrheit ist. Es geschieht eben alles, um Stimmung gegen o:e_ deutsche Regierung und die Deutschen zu machen, und in d:efem ehrenwerten Benrühcn reichen sich alle amerikanischen Beamten, vom Präsidenten bis zum simplen Polizisten, die biederen Hände. Am dem Reiche. Wstimnnmgen über das Vereinsgesetz. Berlin, 25. Mai. Der Reichstagsausschuß zur Beratung der AerrdeTmug des Reichsvereinsgesetzes besprach am Donnerstag noch einmal alle Probleme, außer dem gewerkschaftlichen, sehr eingehend, insbesondere auch die Frage des S p ra chenpcrr a g r a phen. Das Zentrum hatte solge7rden Antrag e:7:gebracht: „Die Kommission wolle beschließen. Idem Reichstage außer dem vom Bundesrat vorgelegten Gesetzentwurf auch noch folgende zwei Gesetzentwürfe zur llebernahme vorzuschlagen: „Die §§ 12, 14 Nr. 1 und 6, 19 9fr. 3 des Vereinsgesetzes werden aufge- hoben." (Das sind die Besttrmnungen über den Sprachen- paragrchihen.) Bei den Abstt77rmungen wurden die weitergeherrden Anträge der Polen und der sozialdemokratischen Llrbeits- gemeinschaft gegen deren Stimmen nbgelehnt, ebenso auch die einschränöenden Anträge der Konservativen gegen deren Stimmen und zwei Zetitrumsstimmen. Sodann wirrden die Regierungsvorlagen mit 19 gegen 8 Stimmen aTtgenom- men. Dagegen stimmten die Konservativen nnb zwei Vertreter des Zentrums, die Polen und die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft. Für die Regierungsvorlage sttmmten die SozialdeTTrokraten, die Fortschrittliche Volkspcrrtei, die Nationalliberalen und die Zentrumspartei mit Ausnahme der zwei Abgeordneten, sowie der Vertreter der deutschen Fraktion. Der Antrag des Zentrums wurde gegen 9 Stimmen angenommetu Aeußerungen v. Batockis. B e r l i n , 25. Mai. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages erklärte der Präsident des Kriegsernährungsamtes v. B a t o ck i, man dürfe nicht eine plötzliche Aerrderung oder Besserung aller Verhältnisse erwarten. Innerhalb von fünf Tagen ein Programm über ein so großes Gebiet wie die Volksernährung vorzulegen, wäre wohl niemand und auch ihm nicht möglich. Von besonderer Wichtigkeit ft: die Zusammenarbeit des neuen Amtes mit den Behörden der Bundesstaaten, der Heeresverwaltung und der Zivilverwaltung. Große Schwierigkeiten biete das Verhältnis zu den einzelnen Bundesstaateu Aus Württemberg hlibe er bereits drohende Zuschriften erhalten, die sich dagegen verwahrten, daß Württemberg durch Preußen ausgesogen werde. Ohne die willige Mitarbett der bundesstaatlichen Behörden und Organisationen sowie der ganzen Bevölkerung könne seine Tätigkeit nicht ans Erfolg rechnen. — Eine der zu lösenden Aufgaben ft: die, mit Hilfe der Kommunen in den großen Wohngebieten Einrichtungen zur M a sse nspe i s un g zu schaffen; dies habe sich in Belgien sehr bewährt. Weiter müsse man sehen, woher weitere Reserven herangeholt werden könnten, um sie den Bedarfsgebieten zuzuführen. Ferner sei eine Kontingentierung und Vereinfachung des Verordnungswesens nötig. Das Verhältnis zum Erzeuger müßte ein gutes sein und allzu scharf dürft man da nicht zufasftn, um nicht mutlos zu machen und die Arbeitsfreudigkeit zu unterbinden. Ein großer Teil der beklagten Uebelstände sei aus die letztjährige Ernte zurückzuführen. Werde die kommende Ernte gut, so könnten manche Wünsche berücksichtigt werden. * Berlin, 25. Mai. (WTB. Anrtlich.) Der Kaiser hat heute früh im Reichskanzlerpalnis einen etwa einstÜTldigen. Vortrag des Reichskanzlers entgegengeTwnrmen. Berl in, 25. Mai. (WTB.) Der Kaiser begab sich am frühen Morgen zu einer Besprechung mit dem Reichskanzler nach dem Reichskanzlerhaus. Um IlVsUhr empfing der Kaiser im Schloß Bellevue die türkischen Prinzen Elmer Farok Efftndi und Amet Maureddin Efftndi und im An- chluß hieran die hier weilende Abordnung der türkischen Abgeordneten. Zur Frühstückstasel bei Ihren Majestäten waren geladen die hier aggregierten Gesandten der deutschen Bundesstaaten und die Staatsftkretäre. Berlin, 25.Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Präsident des Reichstages Dr. Kämpf hatte heute abend die an- weftnden türkischen Abgeordneten zu einem Festmahle im Hotel Mlon enrgeladen. Ueber hundert Gäste leisteten de: Aufforderurig des Präsidenten Folge. Vizepräsident Dr. P a a s ch e hieß die türkischen Gäste in einer Ansprache willkommen, auf die der Abgeordnete von Konftantinopel, Salab Eddin Bey Ddjimdjer erwiderte. Aus Studt und Lund. Gie ßen, 26. Mai 1916 Finnland. Die Vereine, die zum. Baltenvvrttage eingelab#t hatten, hatten ür gestern übend zu einem dritten Vortrage Professor O ehq u i st (Helsingsors l gewonnen. Erve Heimat, Finrlland, über die der Redner sprach, ist auch^ uns in ihren Schicksalerr durch die Kriegsereignisse näher gerückt irwrden. Be: der sehr eingehenden Schilderung von Land und M'enschen, einem harten Volksschlag von etwa 2 1 /* Millionen Menschen in einem Land von herber Schjönheit, betonte der Rcdner vor allem das persönliche Freiheitsgefühl des Finnländers, ians dem sich ein starkes soziales jBewußtsein entwickelt Hobe. Ter finnische Bauernstand habe niemals die Leibe:genschaft kennen gelernt. Dift völkische Eigenart der Finnen blieb von den Schweden, die wohl die .Herren, aber niemals die Bedrücker des Landes waren, während einer 600jährigen Herrsckmft unangetastet. Als Finnland 1809 durch den Krieg mit Rußland von Schweden losgerissen wurde, nahm es sein Schicksal in die e:g>ene Hand, indem es R::ß- lands Angebot annalml, unter der Verfassung, die es bis dahin unter Schweden gehabt habe, selbstständig zu sein. So war es Finnland vergönnt, sich bis 1899 als ein den russischen Ver- hälkniflen ziemlich entgegengesetztes Staatswesen verhältnismäßig ungestört zu entwickeln. Damals herrschten Ordnung und Recht- sicher heit in: Lande, Besteckflichkeit war unbekannt. Es hatte seinm eigenen .Staatshaushalt, seine eigene Heeresverwaltung, nahm selbstständig ausläirdische AttteiHen auf, knüpfte mit seiner eigenen ffoi.be'föttotte Handelsbeziehungen in atfcn JRtocmi an Me' Scrroaftimo im Lande hatte Münz- und ^Posttvesen under sich. Slns kulturellem Gebiete wurden «amarttge Ideal« ur d« Lttrttnh- fcit -umq.'sedt. Das Schulwesen gedreh so erfreulich, daß es kaum mehr Analphabeten im Lande gab und bet der allgememen.hochstehenden Bildung konnte es nrcht ausblnben, daß dre alte Kultur der Ureinqesessene» neu entdeckt und neben der einflußreich gewordenen'schwedischen Kultur Wetter entwickelt WE. zwei kulturellen Strömungen sind bestehen geblieben. Etwa 2, Mi Manen der sinnlündrschen Bevöllerung gehören der ftnni,chkMgr tuchen Bol- kerfamilie an nur etwa 400 OM sind Nachkommen der rm 12. ^ahr- lnmdert als Eroberer in Finnland eingedrungenen , Schweden, '^ie schwedische Kultur war damals derjenigen der erngeseyenen Bevölkerung so überlegen, daß schwedische Sprache und schwedisches -Recht selbst dann nod} in Finnland herrschend bllebm, als Fmn- land sich von Schweden trennte imb unter Rußlands Herrschaft trat Sehr eingehend ging der Redner auf das Erwachen der finnischen Literatur und des ftnnischen Nationalbewußtseins ein, Las damals überragende Persönlichkeiten an die Spitze der nationalen Bewegimg gestellt habe. Rußland, dein diese Bewegung bedrohlich erschien, verbot im Jahre 1850 alle Veröffentlichungen in finnischer Sprache, soweit sie nicht religiö,er oder pvaktrscher Natur tvareii; 1863 wurde dieses Verbot jedoch wieder aufgehoben immerhin wurde die Russiftzierung noch weiterhin angestrebt, und das hatte den Erfolg, daß der scharfe Gegensatz, der lich« Zwilchen Schweden und Finnländern entwickelt 7)atte, allmählich' verschwand. In der bildenden Kunst und besonders in der Musi? hat Finnland stack unter deutschem Einfluß gestanden Me Tpmlomder waren aeaen Ende des 19. Jahrhunderts ein freiheitsliebendes Kultur- Holk geworden, ein Vorposten der Zivilisation gegen oas benachbarte Asien, als Rußland 1899 begmm, die frnuttche Selbsttmdigeett systematisch zu vernichten. Seit der 3§,t. kämpft ftnnyche Volt einen aus reitenden Kamps passiven Widerstandes .gegen die M- pansionsgelüste des russischen Imperialismus, dem em selbftandtges Finnland als Brücke zu den eisfreien Hafen an der atlantischen Nordwestküste Norwegens nicht sicher gemrg ist. Me Privilegien Finnlands sollten eins nach dem andern gebrochen werden ^.a gelang es noch einmtal während der russischen Revomtron 190c> den Finnländern, infolge eines Generalstreiks den Z^mznzwtngen, ein Manifest zu unterzeichnen, in dem die Rechte auf» neue bestätigt wurden. Nicht viel spater, schon im Jahre 1908, stellte «s sich heraus, daß dieses Manifest nur em wertloier m der Not untc^eichneter Fetzen Papier war und die m Rußland wieder gurr Macht gelangte Rcaktimt begann von neuem. Rechts- und Werfassungsbrüche gegen Finnland zu begehen, obgleich das ganze ^rnnttcke Volk wie ein Mann sich der Nichtachtung smner Ver- finnische Volk wie Weltkrieg ^mich den Firmen neue Hoffnungen^ \ ür^ die^Znkunft faffung entgegensetzte. Der Kampf ^schien aussichtslos, bie der wachsen ließ, die eng mit dem r >n ihnen herbugesehntcn Lnege Deutschlairds verftiüpst sind. Rercksticher Beifall dankte ..emRedn^ für den fesselnden Vortrag, der von zahlreichen Lichtbildern de9 seenreichen Landes begleitet war. * Forderungen für das neue Wirtschaftsjahr. Die Zeit der nahenden Ernte und des Ueberttitts in ein neues Verbrauchsjahr erzeugt verständlicherweise, um so nachdrücklicher. ie schlimmere Erfahrungen hinter uns liegen, den Wunsch nach besserer Regelung und Versorgung, besserer Verfügung über unftre Vorräte. Wie die maßgebenden Behördeir Mit der Abwmmg des Wirtschaftsplanes für das kommende V-erbrauchSiahr unttr Ver- Wertung all der Erfahr,rngeii der beiden Vorjahre beichastigt und, besckmftigt sich auch Presse und Oeffentltchkett mtt dmcn Frageu. Vorab möchten wir cinS feststellen: em,g ist man sich überall dar n, daß auch daS dritte Krtcgsjahr, oder, bei den glanzenden Ernte- «Echten, gerade das! dritte KriegSiahr uns Nicht, zum Hunger- Erieden zwingen kann. Ob damit freilich, wie von eener Seite behauptet wird, unsere Ernährungssorgen als Wiktor der auß-ren Tolttik auSscheiden und lediglich eine mnerpolitt^che Angelegenheit werden, scheint uns sehr zweifelhaft: wenn nur auch 'm,;en daß Not uns nicht zum bedingungslosen Frieden zwingt, so zieht doch das Ausland aus der Hitze, mit der gelegentlich solche Debatten kvesührt werden, und aus den tatsächlichen Sckstvtertg ketten breio- Memllierung und Verteilung, für deren Abschätzung chm das^Aug^i- maß fehlt, immer wieder neue Hofsnung aui un,ere demnächsttge Bezwingung. Em Blick in englische und franzottsche Zeitungen (z. B. zE£o&" vom 12. Mai!) beweist das zur Genüge Unsere Ernah- zmngssorgen reckrnen sich ioälMnd des ganzen Krieges untere Gegner als wichtigsten Aktivposten, rvenn auch nur als Mittel, erlah- pLNde Hoffnungen neu zu beleben. . Unter den mancherlei Besferungsvorschlägen betonen die einen tottSfc das Preis- und Organisationsproblem. die anderen melw das MerwendungSProblem Unsere Höchstpreispolitik dem Brotgetreide «egerruLer sei verfehlt, weil sie für andere Getreidearten höhere DrÄfe bQnesseii habe. Unsere KartofselpreiSvolttck habe dre Stabi- ixm vermissen lassen, die Organisationen hätten oft den katschen Weg eingeschlagen, oft versagt. Wir wollen nicht bestreiten, daß wir hier teilweise unliebsame Erfahrungen haben machen müssen, «# soll aber auch nicht verkannt werden, daß diese Erfahrungen manchem Betracht nicht umsonst gewesen sind. Bon anderer Sekte NNiÄ unsere BerwendungSpolittk kritisch beurteilt. Es ser W gewesen, große Viehbestände durch den Wtttter achrecht zu schalten, die, obschon starke Zehrer an den für m«ischlrchen Ver- vrauch geeigneten Grzeugnrffen, durchgehnngert wurden, ohne daß Ke uns den Winter über Fleisch. Milch. Butter und Fett hatten bieten können. Der Viehbestand müsst unseren ^tttermittelvor- räten angepaßt, also verringert werden bis auf den Punkt, wo die vorhandenen Futtermittel die Tiere gut in Mast und Nutzung Hielten. So sachlich begründet diese Ansicht zunächst erscheint, so sprechen doch sekw gewiästige Bedenken gegen sie. Unsere Futter- mittelmenae schwankt mit dem Jahresverlanf, eure Periode großer tMlle wechselt mit einer Zeit scharfer Knappheit, ohne daß nne Möglichkeit bestände, diese Spannung, die in Frieden szmten. cmrch auMndisches Kraftfutter ausgeglichen wurde, auszuglerchen. Soll dieser uiiter Kriegsbedingungen unvermeidlichen Schwankung der Futtervorräte während deck Jahresverlaufs auch eine Regickierung der Mehbestände parallel gehen? Bückteicht ist das bei S chwe in e u, die bei entsprechender Fütterung in neun brs zehn Mmatm günstigenfalls schlachtreif »verden können, m ög l i ch , b e i Rindviehist es positiv unmöglich. Reduziertinmn mit knapper werdender Futtermenge entsprechend die RmdmeHbestonde, dann hat man für eine Reihe von Monaten zwar Futter, aber well das Vieh fehlt, keine entsprechende FutterauÄrutzung. Mechanisch den Viehstapel nach der Fitttermittel menge zn regnkreren — und darauf läuft praktisch der Vorschlag hinaus — wäre eine ideale Lösung, aber eben eine „ideale", der praktisch das natürlich bedingte und also unvermeidbare Auf und Ab unserer Futtermenge entgegensteht. Solange wir aus tierische Produkte nicht verzichten können, solange müssen wir unser Viehkapttal aus der unbedingt nötigen Höhe zu hallen suchen — solange litten wir gleichzeitig die .Konkurrenz des Viehs um bestimmte Nahrungsvorräte in gewissem Umfang in deii Kails nehmen. Es gibt da keine reibungslose Lösung Besser große Rindviehbcstände durchhunaern und in reichen Futterzeiten auf alte Leistungshöhe bringen, als kleine Tierbestände gut durchhalten und — das ganze Jahr in Viehprodukten unerträglich knapp gestelL sein. Im übrigen sei darauf hingewiesen, daß bei Schweinen, diesen schärfsten Nahrungs,,konkurrenten^ der Menschen, die Regulierung in Form der Anpassung an die Futter - wengen in einem Grade stattgefunden hat, der uns für die letztge Fteischnot eine zwanglose Erklärung bietet. * ** Feier des Sonntags Rogat-e in der Kriegszeit in den evangelischen Kirchen Deutschlands. Wie bereits int vorigen Jahr, so ist auch jetzt wieder vom deutschen evangelischen .Kirchenausschuß angeregt toorden, in den deutschen evangelischen Landeskirchen am Sonntag kstogate — also am nächsten Sonntag, den 28. Mai — in den Gottesdiensten eine Fürbitte für die diesjährige Ernte abhalten „u lassen. Demgemäß hat auch die hessische oberste Kirchenbehörde angeordnet, daß an dem genaimten Sonntag in Predigt und Gebet der großen Bedeutung gedacht Voitb, die es in diesen Kriegszeiten für Unser Vaterlaiid hat, daß auch! die diesjährige ^.aat von Gott rn Gnaden behütet nnd eine ausgielnge Ernte uns beschert wird. , ** Erhebun g der K ar t o f f e l v o r ra te am 2 7. M a i. Bei der Bedeutung, die diese Erhebung für dre Maßnahmen zur Versorgung der Bevölkerung hat, ist besonderer Wert daranf zu legen, daß zutreffende Ergebnisse erzielt werden. Das Großh. Ministerium des Innern hat deshalb die Kreisämter angewiesen, mit Hilfe der Polizei, gegebenenfalls unter Zuziehung ^ von Sachverstandigen, Stichproben vornehmen zu lassen, uni festzustellen, ob die bei der Kartoffelerhebung gernachten Angaben richtig sind. Gegen Anzeigepslichtige, die vorsätzlich oder sahr- lässig fauche Angaben gemacht haben, soll nnnachsichtlich vorgegangen weroen. Wir verweisen auch ans die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserem heutigen Blatte. ** Verkehr mit Verbr auchs zuck er. Um vielen Anfragen zln begegnen, wird daranf hingewiesen, daß besondere Zuckermengen zum Einmachen und Ein kochen von Früchten von der Reichsznckerstelle in Berlin nt Aussicht gestellt sind. Die Zuteilung von Zucker für die Stadt Gießen erfolgt durch die Einkaufsgesellschaft für das Großherzogtum Hessen in Mainz. Die erste Sendung Zucker wird voraussichtlich in den nächsten Tagen eintressen, nnd es steht zu erwarten, daß auch bald von dieser Gesellschaft aus Zucker zürn Einmachen und Einkochen von Früchten zur Verteilung kommt. Die näheren Bestimmungen über die Ausgabe von Eiiimachzucker werden noch veröffentlicht. Auch wird voraussichtlich die Reichsregierung Saccharin für Einmachzwecke in genügender Menge zur Versügung stellen. Wir verweisen auch ans eine Bekanntmachung des Kommnnalverbandes im Anzeigenteile dieses Blattes. ** T i e Auszahlung der Fa milienunter stütz un- gen an die Familien der zum Heeresdienst Einberufenen Nudel statt: a) Reichsunterstützung i An diejenigen, deren Ramm beginnen mit A—H Mittwoch, den 31.. Mai 1916, J—R Freitag, Um 2. Juni 1916, S—Z Samstag, den 3. Jum 1916. b) Weitere Unterstützung (Mietszuschuß): An diejenigen, deren Namen beginnen mit A—H Montag, den 5. Juni 1916, J—R Dienstag, den 6. Juni 1916, 8—Z Mittwoch, den 7. Juni 1916. c) An Vermieter, die Mietbeträge abholen: Donnerstag, den 8. Juni 1916. Tie Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nr. 7, statt. ** Das Meteor. Wie das Marburger Physikalische Institut mittcilt, sind ihm auf seine Aufforderung hin über 100 Mitteilungen von Beobachtern des großen Meteors vom 3. April zugegangen. Nach Feststellungen sei das Meteor etwa 80 Kilometer über Corbach als Leuchtkörper zuerst gesehen worden und bei Treysa etwa über eine Meile ^hoch über der Erde erloschen, nachdem es steil nach Süd-Süd- osten geflogen. Vermutlich sei der erloschene Körper noch ein bis zwei Kilometer weiter geflogen und dann erst ziemlich tief in die Erde eingedrungeu. "In den M n r k t l a n b e n kommt herite und morgen Prima Kopfsalat ztun Verkauf. ** Dörren im Haushalt. Die Erfolge der Werbearbeit für das Dörren von Gemüse und Obst, auch von Küchenabsällen, begegnen vielfach Schwierigkeiten darin, daß die Haussranen, insbesondere die städtischen, nicht wissen, wie man dörrt. Unsere ländlichen Haushaltungen wissen darin von jeher besser Bescheid; -das Dörren ist für sie, die nicht zu jeder Zeit einen Laden in der Nähe haben, wo sie alles kaufen lönnen, eine altgebräuch- lickje Weise der Vorratsbeschassung. Beim Dörren kommt es darauf an, die im tzsemüse oder im Obst enthaltene Feuchltigkeit^ herauszuziehen Und durch ttockene Luft zu ersetzen. Natürlich geschieht das drtrch Wärme. Die gegebenen Wärmeerzeuger sind die Sonne und der Küchenherd. Apfel- und Birnenschnitzel. Pflaumen, auch Pilze werden aus Schnüren ousgereiht und in die Sonne oder auf die Herdplatte oder in dm Backojen gelegt: die Temperatur soll nickt zu heiß sein; als Unterlage empfiehlt sich dickes Papier oder Horden, aus dünnen .Holzlatten oder gutverzinkten Drähten in Holzrahmen X G r o ß e n - L i n d e n , 26. Mai. Gestern vormittag wurde der weithin bekannte Wirt Peppler des Gasthatpes „Zur Lmde am hiesigen Bahnhof als Leiche bei der UmverNtalsmuhle aus dent stleebach geborgen. Schon seit einiger Zeit hat seme Umgebung Gemütsveränderungen an ihm, der leidend war, bemerkt, so daß der allgemein beliebte Mann wohl etnem Augenblick geistiger Umnachtung erlegen ist. )( M a i n z l a r, 25. Mai. Dragoner Wilh. S ch w a r z von hier, der vor einiger Zeit die Hessische Tapserkeitsinedaille erhielt, wurde nun auch mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Kreis Schotten. r Glashütten, 26. Mai. Seit Februar ds. galt bet Mu^tttier Karl Weber von hier rm Inf.-Regt. 116 als oermißt. Vor einigen Tagen erhielt der Vater die Nachrnst, datz stm Sohn bereits im Februar gefallen ist: Weber ist das fechlte ^^0?oPler in nnserer Gemeinde. Tie Namen der Gefallenen sind: .Nuskttrer Rudolf Eck, Wehrmann Reinhard Schmidt, Wehrmann Kar Reinemer, Unteroffizier Otto Schmidt, Musketier Kar! dem oberen Vogelsberg, 25. Mar. Geradezu sichtbar ist das Gras in den paar Tagen gewachsen, an denen die Sonne mit voller Wärme zur Erde niederschien. Allerorts hat man denn auch mit dem ersten Grasschnitt begonnen, um ihn als Grünfutter zn benutzen. Somit hat nnn^ die Ernahrungsttage bei jedem Landwirt eine fürsorgliche ^ Lösung gefunden, denn Vieh, welches nicht zur Werde getrieben wird, kann nun durch Grun- futter (Gras) ernährt werden. Die mckgeren Bergwteien haben ebenfalls ganz gut angesetzt, und wenn der Regen ^kommt, bleibt eine gute Ernte in allem zu erwarten, powert sind die Aussichten gut. Tie Saaten aut dein Felde und in den Garten haben auch ganz gut begonnen, das Land mit eirtem erfreulichen und vielsagenden Grün zu kleiden. Tie Frühkartoffeln kommen ebenfalls langsam an die Erdoberfläche hervor. Kreis Friedberg. = Aus der Wetterau, 26. Mai. Infolge des überaus günstigen Wetters gehen die l a n d w i r t s cha s t l i ch e n Arbeiten gut vorwärts. Die Kartoffeln sind gesetzt und,bereits zeigt es sich, daß sie gut aufgegangen sind. Frühkartoffeln werden schon gehänselt. Allerdings könnte ein guter stiegen niMs schaden, obwohl noch viel Winterfeuckitigkeit vorhanden ist. Denn dann könnte mit dem Setzen der Dickwurzpflanz-en begonnen werden. Tie Pflanzen haben sich gut entwickelt und sind von Erdstößen verschont geblieben. Auch der zweite Klee würde besser loachsen, wenn der Himmel seine Schleusen öltnete. Tie Frucht zeigt erneu präckttigen Stand und bereckrttgt zu deu schämten Hoffnungen. Das Korn hat einen großen Halm getrieben und steht bevettd ut Sßivit Viele Arbeit macht das Vertilgen des Unkrautes. Besonders- Disteln treten massenhaft auf. Auch der Hederich findet sich viel und sängt bereits an zu blühen. — Was den Behang der Obstbau me an belangt, so kann gesagt loerden, daß die Obsternte die des Jahres 1915 nicht erreicht. Es dürste eine gute Mttelernte geben Die Zwetsck-en haben teilweise schlecht angesetzt, eme Folge davon, daß es in oie BlütM regnete. Besseren Behmig zeigen die Birnbäume, besonders dre Wirtschaftsbirnen. Tire Achelbamm» werden eine Mittelernte geben, ausgenommen ^-chamase, Goldparmäne iurd Gravensteiner die sehr voll hängen. Der WrMer- ravs geht der Reife entgegen. Die in Aussicht steh-ende auß^ortzarr- licke Erute wird das Ihre tun, daß nächstes Jalw noch mehr diele so sehr in Vergeß geratetie Oelpflanze angebaut wird. Dies wird immer mehr der Fall sein, als die Aeckier noch Ernte liefern, da sie gewölMlick) noch' mit Dickwurz oder Kohkraven bebaut werden. Vereinzelt trifft man auch Sommerraps. Starkeuburg und Rheinhessen. ö. Mainz, 25. Mcn. In der gestrigen Sitzilng der Stadtverordneten iviirde der Haushaltvoranschlag für das Nechntlngsjahr 1916 beraten. Der Stetterausschlag wurde um ] 5 Prozent, von 144 auf 159, erhöht. Sämtliche Anträge des Finanzausschusses wurden ohne Debatte angetiommen und das ge- amte Budget genehmigt. Kreis Wetzlar. ra. Münchholzhausen, 26. Mai. Grenadier Friedrich L i ch wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. ra. B o n b a d e n, 25. Mai. Schütze Heinr. N h l, Gren.-Rgt Nr. 7, erhielt das Eiserne Kreuz. d Aus dem Kreise Wetzlar, 26. Mai. Tie Forstbehörde hat imtzt Rücksicht auf den Manges an Streumaterial, der sich jetzt, wo die Streuvorräte zu Ende gehen, allgemein bemerkbar macktt die Gemeindewaldungen zur Gewinnung von Streu- ~ " " 1 ' Y ‘ 1 an Diese Horden kann sich jeder leicht Herstellen. Feuchtigkeit ist beim laub freigegeben. Es sind sogenannte ^Landtage eingerrchtet, Dörrett möglichst sernzuhalten. Man lege die zu trocknenden Er-»denen das Laub nach Anweisung der Förster an die viehl^lttn- zeugnisse nicht aufeinander, sondern in dünnen Schichten nebenein-l g^n Haushaltungen abgegeben wird. Für das abgegebene Kumtt' ander. Licht, Feuchtigkeit, Staub und Insekten sind von der meter wird meistens eine Gebühr von 25 Pig. erhoben, auch und ~ r " "" .. . . -. Gemeinden vorhanden, in denen die Abgabe unentgeltlich gestattet ist. - - Dem Kreise ist die Lieferung erheblicher Kartoffel-, mengen aufgegeben worden. Es sollen, nne man hört, 15 000 Zentner geliefert werden, die der .Kommtinalverband Mühlheim (Ruhr^ und die Stadt München-Gladback)' erhalten sollen. Die Genteindevorsteher haben in den _ ein^-eltren dvieinden bereits mit dem Aufkauf begonnen, auch sollen schon Sendungen an die Empfangsstellen abgegangen sein. Hessen-Nassau. sl Kirchhain, 25. Mai. Im hiesigen Kreise sind jetzt H ö ch st p r e i s e für Eier festgesetzt worden, und zwar 15 Pfq. für den Hühnerhalter nnd 17 Pfg. für den Händler. Im Kreise Marburg sind die Preise nach Aufhebung der Höchstpreise sofort wieder auf 20-22 Pfg. gestiegen. A Frankfurt a. M., 26. Mai. Eme beachtenswerte Neu- einrichtung des Zoologischen Gartens ist die Ausgabe von Block- besten zu k 3 Mk., enthaltend 12 Karten von dreimonatiger Gültig, keit, die an den Werktag-Abenden ab 8 Uhr zu>n Eintt'tt be- rechtigen. Die Konzerte werden während des Sommers von ver- stärkten hiesigen Zivilorchesteru oder von Militärkapellen aus- geführt. Abendlouzerte ftirden außer Sonntags am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag statt. Am kommenden Sonntag ist der Eintritt während des ganzen Tages auf 50 Pfg., Kinder 25 Pfg. (Agirarium 20 Pfg.) festgesetzt. = Frankfurt a. M., 26. Mai. Die am Montag morgen im Hausflur Fahrgaffe 136 tot ausgefundenc Frau des Packers Simmediugcr ist keinem Verbrechen zum Opfer gefallen, wie man zuerst annahm, sondern durch eiucn Sturz von der Treppe ums Leben gekommen. Der Ehetnamr wurde aus der Haft entlasten. — Kapellmeister Otto Sekberg wurde an Stelle des Kapell- nrcisters Pollak, der sich zurzeit in Amerika beftndet nnd kein freies Geleit rmch lster erhält, vom 1. August an zunächst ftir ein Jahr für die hiesige Oper verpflichtet. Er war bisher an den Stadttheatern in Essen, Hamburg und Graz als Kapellmeister tätig. = Bad H omburg v.d.H., 26. Mai. Die Stadtver- ordnetenver sam mlnng beschloß die Errichtung einer Milck- küche zur Abgabe einwandfreier Milch an kleine Kinder. An Nackkrediten für Einguartierungskosten, Lcbensmittelbe'chtfftlng usw. bewilligte man 6 20 33 7 Mark. Diesen Ausgaben stehen jedoch Rückeinnahmen und Ersparnisse in Höhe von 391 350 Mark gegenüber. Die l^eanttagtc Einführung einer 'Fleischkarte wurde entern Ausschuß zur Beratung überwiesen. 6 Wiesbaden, 25. Mai. Im Sitzungs^aalc der Stadtver- ordnctettversammlung fand, Wiesbadener Blättern zufolge, eine von etwa 70 Personen besuchte Versammlung unter dem Vorsitz van Stadtrat Meier statt, in der abermals die Frage zur Erörtermtg stand, in welcher Weise sich die Stadt Wiesbaden als größte Kur- nnd Fremdenstadt Teutschlatcks den tl?r gebührenden Einfluß bei der Schaffung einer nationalen 9Nvde sichern kann. Die Mvdeschau lstclt man für Wiesbaden für nrindestenS ebenso wichtig wie die Remran und die Maifestspielc. Wenn Wiesbaden keine Modeschau veranstaltet, so wird die Frünsturter Ntodeschau das bessere Publikum dorthin ziehen, das würde natürlich für die Wieslmdener Ge- srhäftsivelt von großem Nachteil sein. Gewcrbeschuldirektor Ben- tirrger hob die nationaleit und wirtschaftlichen (Rsichtspunkte hervor und betonte, daß gerade die (Rgemvart der Ausführung des Gedankens, eine nationale Mode zu schaffen, aufrerordentlick günstig sei. Dem Sieger folge gewöhnlich auch die Mode, meinte er. Er tvies ferrrer darauf hin, daß bis jetzt zwar Paris die Mode de- Trockenwarc fernzuhalten. Wo entsprechende Herdvorrichtungen nicht vorhanden sind oder größere Mengen gedörrt werden sollen, etwa in Dörfern oder lleineren Städten oder bei Genossenschaften, können auch Backöfen oder Brauereidarren benutzt werden. — So kann ftder Haushalt mit bescheidenen Mitteln sich seine Gemüse- iirrb Obstdauerwaren selbst her stellen. Das Verfahren ist einfach und spart viel Kosten, Zeit und Arbeit. Einige Werke haben sich auch mit der industriellen .Herstellung von Herddarren befaßt, die sich teilweise ausgezetchnet bewährt haben und für billiges Geld beschafft lverden können. Bei Dörrgemüse hat man den Vorteil, daß dem Gemüse Farbe, Geschmack und Nämwerl voll erlialten bleiben. ** Anbau Don Winterraps und Rübsen. Infolge der Knappheit an Fetten und .Oelen hat der Anlmu von Oel- frt'jchten in diesem Jahre durch Aussaat txm Sommerrubsen, Leindotter. Sonnenblumen und Molw, welche vom Lriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette zur Versügung gestellt wurden, eine we.sentlichc Ausdehnung genommen. Dieses ' wird aus die Befriedigung des Bedarfes von Fetten und Oelen im nächsten Winter einen günstigett Einffnß haben. Da wir aber nicht wissen, wie lange der Krieg dauern tottd, und auch nach Beendigung des Krieges die Ergänzung des 'Vorrates an pst an z- lichen Fetten ans den Tropen nicht sehr schnell erfolgen tvird und somit für Oelfrüchte noch aus Jahre hinaus hohe Preise zu erwartet sind, ist zu empfehlen, daß sich die Landwirtschaft in erweitertem Maße auch wieder dem Anbau .von Winterro.ps und Rübsen zuwendet. Im Nordosten Deutschlands ist allerdings die Voraussetzung des Oelfruchtbaues nteistens die Brache, über deren Ausdehnung in diesem Sommer die Entscheidung wohl bereits ge- fallett ist. Unter günsttgeren llimattsck)ett Verhältnissen wird aber auch 1er Anbau nach Wintergerste, deren Aulmu in diesem Jahre erheblich zugenommen hat, und Roggen, sowie nach früh umge- brocktenen Klee- und Luzernebeschlägen, möglich sein. Eine An- leittlng wurde bereits in Nr. 35 der Flugblätter der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft gegeben. Aut eine neue, bessere Grundlage ist der Anbau von Winterraps und Rübsen auch dadurch gestellt worden, daß es jetzt mehrere Züchttmgen von Raps und Rübsen gibt, welche die alten unveredelten Landsorlen immer tragen und sonstige Attbaueigenschaften erheblich übertrefsen. Diese Origfftalzüchtungen werden in der Landwirtschaft bis zur Saatzeit ftir Winterraps und Rübsen in ausreichendem Maße vou den Originalzüchtern geliefert werden können. — Tlnfragen sind zu richten an den Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette, Berlin, linter den Linden 68 a, und die Saatzuchtstellc der Deutschen Landwirtsck>afts-Gesellschast, Berlm SW. 11, Dessauerstraße 14. Landkreis Gießen. ne. Bellersheim, 26. Mai. Gestern morgen gegett 3 Uhr erscholl hier plötzlick Feuerlärm. Es brannte in der Holz- schneideret von Karl Weil. Die Maschinenhalle stand in Flammen und mußte nieder gerissen werden. Nachdem an einen Hvdrantcn eine Schlauchleitung angelegt war, wurde man bald Herr des Feuers. Die Wasserleitung bewährte sich bierbet vorzüglich, aber allgemein wurde der Wunsch laut, es möchte eine Einrichtting geschaffen werden, düe es ermöglicht, die elektrischen Straßenlampen für derartige Zwecke emsckalten zu kömren. Die Lampen, die automatisch ein- und ausgeschaltet werden, können außer der eingestellien Brennzeit nicht benutzt werden Eine entsprechen.de Aenderung wäre daher wünschenstvert. lieber die Ursache des Feuers ist nickchs bekannt. Weil ist nicht versichert. J>tr£fd?e, baa btc Konfektion int allgemeinen aber in Deutschland gemacht werde. Die vor etwa zwei Monaten geplante M o d e - au^stellung mutzte bis zum September ds. Is. verschoben eine Umfrage haben sich 15 Firmen der Danren- konfertion, eine Unzahl Firmen der Herrenkonfektion, ferner solche ^ Wascheaus>tattung, der Putzmacherei und Juweliere bereit er- ?® r: o-jllfV 011 ^ er "^oe?chatu zu beteiligen, so datz heute schon mit oer Beteiligung von Firmen gerechnet werden kann. In die früher gewählte Kvmmiuwn wurden aus Antrag eines Fachmannes rwch einige Vertreter der Herrenkonfektion gewählt. Diese £>cnmfd*fcs. ® I e ,, n * f ch e >i W a s s e r s ch rr h - S o l d a t e n. Ein tragikomischer Zllfatz will, daß die Presse der Alliierten den krieae- r,, fS C S* der Italiener gerade in dein Augenblick entdeckt lind nbcr den grünen Klee lobt, da die Truppen des'schein- bar mehr weiter- als kriegskundigen Eadorna troiz dieser wunderbaren Erfindungen sebr eilserlig vor der österreichischen Ossenstv- znrnckwinchen. Und es liegt kein großer Drost darin, daß die englr^icn Blatter ans itastenücherQuelle inelden, ihre romanischen Bnndesgenohen halten ihre Armee technisch mmmehr soweit zur Vollendung gebracht, daß ihr kein Hindernis inchr nnüberwindlich >et. besonders werden die von einem erfinderischen Geist ansgeheckten „Kriegs-Wasscrichnh^' gepriesen, die einen Flußi'ibergang zn elnem Kmde^pkel machen »ollen. Dcigemgte Illustrationen zeigen, dag mese Lchnhe ans zwei hohen Schivirnmkörpern bestehen ^O 'vw Sk-er mt Füße angeschnallt werden Vorläufig haben ab.r d,e Italiener allein Anschein nach nur die Aussicht, dieses wunderbare Leiorderungsmittel zur Beschleunigung der Rückwärts- Bewegung liii wasserreichen Gebiet verwenden zu fönneiu von Nordwesten _ eine Depression südostwärts vorrückte. Lire, Wetterlage — festländisches Hochdruckgebiet mit Hoheit Tempera turen umgeben von Ausläufern tiefen Druckes — ließ auf Gewitter- erscyeinungen schließen, zumal die Temperaturen, Tages- rrne 9? acht- temperatureu, stark angestiegen waren iGießen: Temperaturmari- ^ cn ^ ^ai -f 25 °, Temperaturminimu-u -h ib ). Rachdem es am Montag nachnrittag trotzdem nur zu Gewittorwolkenbildungen gekommen »rar, gingen in der stacht zu Dienstag vielerorts Gewitter mit allerdings im allgemeinen nicht starken Regenfallen nieder. Das festländische Hochdruckgebiet ist nunmehr zerfallen, und eine schmecke Ticfdruckfurche reicht von der Nordsee quer über Deutschland nach Böhmen hinein. Diese zieht fedoch sudostwart^ ab, ohne uns stark zu beeinflussen. Auf der Rückseite dieses tiefen Druckes hatten wir heute mit zunächst wolkigem, spater wieder ausklarendem Wetter zu tun. Der hohe Druck im Südwesten scheint sich wieder nach Deutschland hin auszubreitcn und uns »v-reder immer Mehp unter seinen Einfluß zu bringen. Meteorologische veobachtimgen der Station Gießen. Arrchliche Irraelitlsche Religionzgemeinöe. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 27. Mai 1915: Vorabend: 8.3« Uhr. — Morgens: 8.30 Uhr — bends: 0.40 und 10.15 Uhr. 9 Mai 1916 h |b.l | £ ^ \ß G U u a 'H 2- ^ £ JO & — c 4 s z to « « .0 5 if i J? ^ cL 5 o) dJ «iol 5 = 2 tr E Wetter 25. 2 K 23,3 10,1 46 _ 6 Sonnenschein 25. u 20.5 | 10,5 59 — — 9 Bew. Himmel 26. 7'" 17,0 ( | 12,4 86 7 Sonnenschein Höchste Temperatur am 24. bis 25. Mai 1916: Niedrigste „ „24. , 25. „ 1916: Nrederschlag 3,5 mm. 4-24,2-0. 4- 13,2'0. Mitterungsbericht. (veffentlicher Wetterdienst.) Niesten, de^n 24. Wllai 1916 „ - vorigen BcrichtLtvoche lagen wir nur nock- aul..der Rnchei.e einer nach Nordostcn abziehenden starken ^e^ prenwn. so datz wech,clnde Bewölkung, doch im atlgeme nen bn-ärt “ Wetter herrschte. Bon Südwesten breitete sch "unmchr hoher Druck nordostwarrs aus und bedeckte bereits zu Anfana dieses Berichtswoche - 17. M,ai bis 23. Mai - fast das ganze ZUaL Das Wetter heiterte sich vollständig auf, und die TaMstemchraturen beMtnnm star anzu,bergen. In den nächsten Tagen verstärkte sich Si - L°S>ruc.gebiet immer mehr und orang weiter ostwärts vor auS nordsicher Richtung sanken nunmehr trotz des hertcrcn Wetters vorübergehend die Temperaturen, sowohl die Tagestemvmaturew^e vor allen Dingen auch die Nachrtempera- Ü'ren. „sGichen: Mnrmum am vrntag ch 5 °.) Allmählich ver- !^oÄruchpebiet und lag mit mir noch einem verhält- Ul-4n^rg^rleuierk^Kiern über Mittel- und Süddeutschland, während Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 27. Mai nenttich heiler,.meist trocken. Temperatur wenig geändert. Geiüittcrncignng. 1913 Heute Müller'jche Badeanstalt. W a s s e r w ä r in e der L a h n am 26. Mai 17 R. Letzte MchnchteR. Französische Ernüchterung. Rotterdam, 26. Mai. Der „Nieuwe Rotterdemsche Con- ^nt rneldet aus Paris: Die Morgenblätter besprechen ohne Juruckhattung die Ebbe, die gestern für die Franzosen in der Maas- schlachc erntrat. Das „Journal" sagt: Der gestrige Tag entsprach weder den Erwartungen, welch,e Wan hegte, noch den Anstrengungen der letztest Tage und besoitders der Verluste, die des Forts ^ouaunwnt wegen gemach ,i rvovden sind, um es zu erlern und zu^hatten, und brachte eine Enttäuschung. Ter Schutthaufen von Tlouaumont wird aber reinen anderen Wert buben als den moralischen einer Fahne. Düs Watt ist der Ansicht, daß der Erfolg der Deutschen am liüken Maasufer eine ernste, wenn auckii rt t beunruhigende Wendung genommen habe Der Ltalienischr Minifterrat. Lugano, 26. Mai. Ter letzte italienische Ministerrat dem alle Mrnrster beiwohnten, währte über drei Stunden. Es wutt^ kem offizieller Bericht ausgegeben. Nach dem „Secolo" und dem „Eorriere della Sera"^ !-atte die Sitzung grötzere politische Bedeutung. bomtino erstattete einen langen Bericht über die inter-- na.ionale Lage und Kriegsminister Morrone berichtete über di? militärische Lage. Aus den Berichten des Obersten Hecreskomman-- eos gehe hervor, daß dieses die Lage mit Vertrauen betrachtet. 4it Bezug aus dre am 5. Juni in Paris zusammcntretende Wirtschaft s f o jt Te r e it 5 der Vierverbandsmächte beschloß der Mi- msterrat, daß Italien durch den Finanzminister Danes in Beglei-- lung des Generaldirektors der Zölle Luccielli, des Generalinspek- tors mt Mrmstertum für Ackerbau, 5oandel und Industrie Dragoni unoemej hoh^u Beamten des Finanz nnnisteriums vertreten sein werde. Die Wahl der genannten Personen mit Einschluß des ein- stütz- und bedentungslosen 'Finanzministers Dunes ist Beweis genug .^ulandra und ^onnino der Pariser Konferenz nur einen aka- demtschen ^vert beilegen. Der Ministerrat bcinet ferner die Ver- nnsachung der Verwaltung der militärischen Werkstätten und dü Einführung erner besseren Kontrolle derselben. Kriegsfeiern in den Städten Italiens. Lugano, 26. Mai. Der Jahrestag der italienischen Kriegs- erklarung, für den die Italiener merkwürdigerweise den 24. Mai S ^ruch nehmen, ist in Rom mit einem großen Umzug mit Uustt und Fahnen durch die ^tadt und Reden des Bürgermeisters pursten Eolonna und ernrger Abgeordneter auf dem Capitol gefeiert worden. ^Auch in Neapel und Messina fanden Umzuge statt. ^it den übrigen Städten machten sich entweder nur die Studenten bemerkbar, oder man verhielt sich still. In Turin fprach der Schriftsteller Eorradini im Teatro Mvieri, in Mailand der Dichter Bertacch.t im Teatro del Berme. Die Neu- tralrsten verhielten sicktz soweit bis jetzt bekannt ist, überaus ruhig. Der Tagesbefehl des Königs an Heer und Flotte, worin er diese wegen ihrer huiiderr Siege gegen den Jahrhunderte alten Feind belobt und zu werteren Ansttengungen und Opfern ermuntert geht nn allgemeinen^ mroemerkt vorüber, findet aber das Lob res „Eorrrere della Sera" wegen der sehr würdigen Sprache, die sich vorteilhaft von der des österreichischen Thronfolgers nnte'-- scherde der m seinem Tagesbefehl die ganze Rückständigkeit seiner teutonischen Rasse zuni^Ausdruck gebracht habe. Aus Rußland. ™ /Aoln, 26. Mai. Die „Köln. Ztg." meldet ans Kopenhagen Nach Mitteilungen liberaler Blätter sind die echt russischen Z.vZro misten seit einiger Zeit wieder tatsächlich nicht ohne Einfluß gewesen. Mitte nächsten Monats gedächten sie unter dem Namen „Monarchistische Konvention" in Petersburg eine große Zusammenkunft abzuhalten, deren Programm als Hauptpunkt die Frage der Entrechtung der Juden und nichtru-ffischen Nationen sowie ine Besetttgimg der Reichsduma entlM. Rüstungen Portngals. i Köln 26. Mai. Der „Köln. Zeitung" zufolge meldet Havas aus Lissabon: Erlasse ordnen eine ärAtkiche Unterputbuna aller Männer unter 45 Jahren an, welche wegen Krankheit'untauglich erklärt wurdnr, und eine Zählung der Männer von 20 bis 45 Jahren, die noch nicht zum Militärdienst hermrgezoqen worden sind. V erwancken, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass mein lieber Mann i «V t* nach längerem Leiden heute morgen gestorben ist. 4034 In tiefer Trauer: Christine Peppier. Grossen-Linden, 25. Ma! 1916. Die Beerdigung findet Samstag nachm. 3 V 2 Uhr statt. er sc hie de ne 1 i^öM. ?, Liruro., Eticke, l^roö8plro«ka. SSäuci z. verm. 3778 9iäh. Lie'yjgst r. 611. \ MöbL ZixnmQr\ Peaslon ErandJ Kaaea Bümin i«d ßinntBESiirarfid *um Verkauf. An 6Züte un- uvertroffen. 09839 Hochachtungsvoll Fr. Hammöf, Sehr gut erhaltener ßriliing, rauchlos beschossen, preiswert zu verkaufen. 109836 Falkcnh a h n,Zrlcln^'in^f n. Packstroh verkauft 14005 Möbelhaus Gßmann. 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Unter der Voraussetzung, daß regelmäßige Lieferung erfolgt, werden ^.pargeln abgegeben gegen Vorzeigung der Auswerskarten m weißer Farbe am 30. Mat, 10. und 15. Juni blauer „ „ 3., 8. und 13. Juni <^.^lber „ ,, 2., 6. und 17. Juni. ?^,:i,u^babe erfolgt ledesmal nachmittags zwischen ^ und 6 Uhr rm ^ause Neustadt 61. Verspätetes Eintreffen von Lieferungen imrd durch Aushang (liehe Karte) bekannt gegeben. Zwecks Ersparung von Bindematerial wird ersucht, zum Abholen der Spargeln Körbe oder dergl. mit- zubringen. 4036 B Durch Großh. Ministerium des Innern ist an geordnet, rÄ die Kartoffelvorräte erneut festgestellt werden sotten. Ausgenommen werden sämtliche Kartoffeln (Speise-, Saal-, Futterkartoffeln und Kartoffeln für gewerbliche Zwecke). Es soll nicht festgestellt werden, wieviel Kartoffeln per Beiltzer nöttg hat oder verwenden darf, sondern es tst ledtgltch der am 27. Mai vorhandene Vorrat im ganzen festzustellen. Vorräte unter 20 Pfund bleiben aufter Betracht. Die Erhebung erfolgt durch die Zähler. Die Richtigkeit der Angaben nt durch Unterschrift in die vorgelegten Ltsten zu beschemigen. Da die Erhebung von ganz besonderer Wichtigkeit nt- werden die Anzeigepflichtigen aufgesordert, genaue Angaben zu machen. Wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben ma rk m'/. Gefängnis biö ^chs Monaten oder nur Geldstrafe brs zu zehntausend Mark bestraft: auch rönnen Vorräte, die verschwiegen worden sind, im Urteil für dem Staat verfallen erklärt werden. Die Zähler sind berechtigt, Nachprüfung der ange- meldeten Bestände vorzunehmen. 4023B Gießen, den 24. .Mai 1916. Der Oberbürgermeister. _ Keller. _ AnsMk mt das Wl. Gas- rnid Wafsermert Die nunmehr erfolgte Beschränkung der Spiritusabgabe für Leucht- und Kochzwecke macht es für jedermann, der noch keme Beleuchtungsanlage besitzt, rätlich, schon jetzt die nötigen Schritte zu tun, damit die Leitungen gelegt und die Einrichtungen mr die Beleuchtung und für das Kochen au» Gas getroffen werden, denn bei der beschränkten Zahl von Arbeitskräften^ ist es nötig, die Arbeiten zur .^er» stellung der Anschlüsse über die Somnrerszeit zu verteilen. Aufträge, die erst im Spätsommer oder Herbst an uns gelangen, können daher nicht immer wunschgemäß erledigt we rden. _-_[4014B Tie Rechnung der Armenkaffe Gießen für 1914 liegt vom 2. Juni l. Is. ab eine Woche lang zur Einsicht auf dem vädtischen Armenamt, Asterweg 9, offen. 4025 6 Mrstap-las!« Feld-ScndHiigcn. Schokoladengeschäsk. Soltarfc- wea 22. Aua. Scip. !3923 Versteigerung. $RontaQ, den 29 . Mai, nachmittags 1 Uhr, soll auf dem hiesigen Rathaus der abstämmige, ziemlich gut angefütterte Gemeindefaseleber versteigert werden. ' ^ois Climbach, den 25 . Mai 1916. Großh. Bürgermeisterei Climbach. Stein. Die Auszahlung der Jamilienunteritützunaen an die Familien der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt' ») Reichsunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit A-H Mittwoch, den 31. *3lai 1916. J—R Freitag, den 2. Juni „ 8—2 Samstag, den 3. Juni „ kl Weitere Unterstützung (Mietszuschuft). An diejenigen, deren Namen beginnen mit: A—H Montag, den 5. Juni 1916. J—R Dienstag, den 6. Jttni „ 8—2 Mittwoch, den 7. Juni „ c) An Vermieter, die Mietbcträgc abholen. Donnerstag, den 8. Juni 1916. Die Auszablunkien finden von 8-1 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nr. 7, statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den vorge- nan n ten Tagen abgrbo lt werden. 4024 6 HolzversteigerungderStgdtUieWi verste?g§t^E^" Obersörsterswiese und Bruch 2 l Buchen-Scheit 0 Rm. Flchten-Scheit ^0,1 Rm. Bucben-Knüppel Rm. Kiefern-Knüvvel '-'d Rm. Fichten-Knüppel Weilen Buchen-Reisig *o60 Wellen Fichten-Reisig Rm. Buchen-Stockholz Fichten'Stock§o.lz 9 &cbneife ' ammentun ^h ht auf der Lichor Straße an der