M. Jahrgang Nr. 121 Der Lnzei-er effchei«t täglich, außer Sonntags. — Beitagen: viermal wöchentlich OietzenerKam s lienbtätter; zweimal wöchentl.Nreis- vlatt für den Ureis Gietzen (Dienstag und Freilag)' zweimal monatl. Lano- virtschaf1!iche3eitfta.ren Fernjprech- Anschlüsse: i6rdicSch)rrftleitung112 Verlag, GeschaltSstellebl Adreffe Mr Drahtnachrichten: LnreigrrMetze«. Annichme vou Anzeige« sür dle Tagesnuinmer bis zum Abend vorher. Erft« Blatt Mittwoch. 24. Mai Pit General-AimiM für Oberheßen ALLUgSurel monatl. 90 Pt., viertel- jährl. Mt. 2.65; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch die Post Mt. 2.45 v iovtel- jährl. ausjchl. Beftekg. Zeilenpreis: lokatlatzs., ausw. 20 Pt. — Haupt- schrijtloiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, und Ge- Uermischtes ffch tss a a l: Fr. R. Zenz; Rotonsitsörs«! mid Verlag der BrShl'schen llmv.-Svch- und Steindnukerei 8. Lange. Lchristleitung. «eschäftsjtelle und Druckerei: Schulpr.7. es (WTB.) Großes HauptguLktzirr, 23. Mai.l (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Wsicht eines G-osermngrlffs der Engländer südwestlich von Givenchy-en-Gohelle wurde erkannt, die Ausführung durch Sperrfeuer verhindert. Kleinere englische Vorstöße in Gegend von Roclincourt wurden ab- gkwieseu. Im Maas gebiet war die Grstchtstätigkeit infolge ausgedehnter GcgerrftsArersuche des Feindes befouders lebhaft. Links des Flusses nahmen wir südlich des C a m a r d - Waldes ein französisches Blockhaus. Feindliche Angriffe östlich der Höhe 394 und am Südhcnwe des „Toten Mannes" scheiterten. Rechts desFlnsses kam es auf der Front nördlich des Gehöftes T h i a u m o n 1 bis in den Caillettewald zu heftigen Jnfanteriekämpfeu. Im Anschluß an starke Feuervorbereitung drangen die Franzosen in unsere vordersten Stellungen ein. Unsere GiHerrstöße warfen sie auf den Flügeln des Arr- griffsadchnittes wieder zurück. Südlich des Dorfes und südlich der ehemaligen Feste Douaumont, die übrigens fest in unserer Hand blieb, ist der Kampf noch nicht abgeschlossen. Nordwestlich der Feste Vaux wurde ein vorgestern vorübergehend in Feindeshand gefallener Sappenkopf zurückerobert. Durch Sprengung zerstörten wir auf der Combres- höhe die erste und zweite französische Linie in erheblicher Anlehnung. Bei Vaux-les-Palameix und Seuzey (auf den Maashöhen südöstlich von Verdun) brachen feirrdliche Angriffe in der Hauptstütze im Sperrfeuer zusammen. Kleinere in unsere Gräben eingrÄrungeue Wtrilungen wurden dort nirdergekämp ff. Ein feindlü^S Flugzeug wurde südwestlich von Vailly abgejchossrn. Oeftlicher und BalraurriessschaupLatz. Nichts Neues. OberOe Heeresleitung. ' r » B ■ Wahrend um Verdun die Kanonen donnern und in I heilem Handgemenge um Schützengräben gerungen wird, schreitet der Wettersturz in den Tiroler Bergen unaufhaltsam fort irrfb füllt die zum Rausch des „Gedenktages" erhobenen Becher der Italiener mit einem eiskalten Lethestoff. Zu den neuen Siegen, die der letzte Wiener Bericht meldet, stellen wir neue Armut^Mgnisse der italienischen Hetzer und Hellen. Der Er i r ur er w rg S tag der italienischen Kriegserklärung hat uns aber nicht weniger als drei interessante und beden- l lungsvolle Darlegungen von Staatsmännern gebracht, die alle mehr oder weniger vom kommenden Frieden handeln, j Was unser Reichskanzler einem amerikanischen Journalisten . offenbart hat, ist eine notwendige und nützliche, aber nichts i mehr Neues enthaltende Entgegnung auf die jüngst viel er- r örterte LaienprÄngt Sir Eiooard Greys. Es kamt uns nur -willkommen sein, wenn ein Amerikaner die Brieftasche voll Beweise von englischer Heuchelei und russisch-französischer TücL bei seinen Landsleuten noch einmal ausbreitet, denn idie milde Sonne der Menschlichkeit über dem atlantischen Ozean ist bisher doch noch nicht in die Keller und unterst irdischen Minengänge des Weltkrieges eingedrungen, oder der Präsident dieses Menschlichkeitslichtes hat es nicht gewollt. Wir unterstreichen nur einen Satz der neuen Erörterungen des Herrn v. Bethmanu Hollweg: „Eines weiß ich: Nur wenn sich die Staatsmänner der kriegführenden Länder aus den Boden der wirklichen Tatsachen stellen, wenn sie die Kriegslage so nehmen, wie sie jede Kriegskarte zeigt, wenn sie mit dem ehrlichen Willen, das entsetzliche Blutvergießen zu beenden, bereit find, untereinander die Kriegs- und Friedensprobleme praktisch zu erörtern, nur dann werden wir uns dem Frieden nähern." Und nun können wir auf'der Grundlage dieser wichtigen Feststellung zur Betrachtung dessen übergehen, was die beiden anderen Staatsmänner am denkwürdigen 23. Mai vor der Welt ausgebvertet haben. Zuerst Wilson, der PrAsi- dent der Bereinigten Staaten Er hat am Samstag in Eharlette (Nord-Carolina) zur Feier des 141. Jahrestages der Unterzeichnung der Mecklenburger Unabhängigkeitser- Wrung eine auffallende Rede gehalten, hinter der man bestimmte Absichten suchen muß, die sich auf die Beendigung .des großen Krieges beziehen. Er erklärte, die Zeit sei für \tie Vereinigten Staaten gekommen, ihre Dienste zur L^bei- j fiihrung des Friedens zwischen den kriegführenden LÄrdern .Europas curzübieten. Wir möchten hierzu gleiche die Zwi- schenfrage stellen: Hat Wilson die Bedingung Greys erfüllt, oder will er sie erfüllen? Will er vor Grey hintreten und sagen: ich k am n vermittebn, denn ich stehe auf Englands Seite? Wilson erklärt, aus dem gegenwärtigen Stillstand der kriegerischen Operationen Hoffnungen für den Frieden herzuleiten. „Wenn IW," so redet er die Krieg- führenden an,'„nicht überwäLigeir könnt, so müßt Ihr be- ratschla gen." Liegt in diesem Satze eine Anerkennung dessen, was der deutsche Reichskanzler in dem oben ange- führten Satze gesagt hat? Präsident Wilson müßte, wenn er vermitteln will, zuerst ein Urteil aussprechen, nämlich darüber, ob Sir Grey berechtig L war, zu verlangen, daß der Vermittler auf englischer Seite stehen müsse und ob es an der Feststellung des deutschen Kanzlers irgend etwas zu beanstanden gibt oder nicht. Wir verhehlen nicht, daß noch gar zu kurze Zeit verstrichen ist, seit Wilson an Deutschland, seine Mgterung und sein Voll, ungnädige Worte gerichtet hat, und wir erinnern uns der Feststellung des Herrn von Bethmanu Hollweg, daß das deutsche Volk den amerikanischen Vorwand der Menschlichkeit nicht mit vollem Glauben hinzunehmen vermöge. Wenn Wilson wirklich ernsthast am Frieden arbeiten wollte, so hätte er darauf Bedacht nehmen müssen, dem einen der Kriegführenden nicht die bittere Kost des Mißtrauens hinzuschieben, während er dem andern, indem er Greys Bedingung mit wohlwollendem Stillschweigen übergeht, mit der Fackel des Vertrauens voranleuchtet. Mindestens müßte Deutschland verlangen dürfen, daß das amtliche Amerika, bevor es die „heißen Dinge" Europas, anfaßt, auch England zur Anerkennung des Völkerrechts zwingt. Wir wollen sehen, was für eine Note es ist, die in den nächsten Tagen von Washington nach London gehen soll. Immerhin, Herrn Wilsons Worte haben etwas an sich, was uns befriedigt. Er glaubt offenbar nicht daran, daß die Entente die Landkarte, die der deutsche Griffel umi- gestaltet hat, noch wesentlich verändern könnte. Er glaubt nicht an die große Offensive der uns feindlichen Verbündeten. Wir aber dürfen ffeudig darauf verweisen, daß es doch noch einige Veränderungen geben kann, wenn der Friede nicht über Nacht kommt, und die Ereignisse in Tirol sollten dem amerikanischen Präsidenten zeigen, welche Windrichtung die Weltgeschichte eingeschlagen hat. Das ist freilich etwas anderes als das „prophetische Muster für das Menschengeschlecht, das Uns Wilson ^in feitner neuesten Rede> ausgemalt hat. Wir denken weniger an weltferne SymbÄe als an die Notwendigkeiten, die uns der rauhe Atem der Zeit hinstellt. Und wir denken, daß es in absehbarer Zeit wohl Frieden geben wird, aber keine Verbrüderung der Nationen, und wenn uns derSchmelztiegel" noch so verlockend herüber- gehallen wird. Und wollet wir nicht auch dem dritten ^r Friedensredner, Herrn Briand, dem Ministerpräsidenten Frankreichs ein wenig Beachtung schenken? Er erkläre, das Wort Friede sei eine Lästerung, wenn der Angreifer nicht bestraft werden solle. Nur aus Frankreichs Sieg könne der Friede hervorgehen. Es sind also außer Kämmen und sonstigen heißen Dingen in Europa auch noch heiße Köpfe nebeneinander, auf die der Friedensstrahl aus Washington vorerst noch keine große Wirkung tun wird. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 23. Mm. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauümrl: 23. Mai 1916. RussischerKrieg Schauplatz. Unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Unsere Tnrppen rücken nun auch beiderseits des Su- ganata!es vor. Burgen (Borgo) wurde vom Feinde fluchtartig verlassen; reiche Beute fiel in unsere Hand. Das Grazer Korps überschritt die Grenze und verfolgt den geschlagenen Gegner. Das italienffche Werk Monte Verena ist bereits in unserem Besitz. Im Brand tat ist der Angriff aus die feindlichen Stellungen bei Chiesa im Gange. Die Zahl der seit 15.Mai erbeuteten Geschütze hat sich auf 188 erhöht. Unsere Seeflugzeuge belegten die Effenbahnstrecke San Dena di P iave-Porto rruaro mit zahlreichen Bomben. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. . £j L * * * Der Schrecken der Italiener. Köln, 24. Mai. Der „Köln. Volksztg." zufolge verlautet gerüchtweise, König Viktor Emanuel habe bei Nacht und Nebel mit seiner ganzen Begleitung sein Generalquartier bei Udine verlassen und sich mehr nach Venedig bezw. Padua zurückgezogen. — Der Kriegsberichterstatter des Corr. della Sera meldet aus Südtirol, es fei zweifellos der allerschwierigste Augenblick des Krieges seit dessen Beginn. Es handle sich um einen der heftigsten Angriffe, welche jemalsdereuropäische Kriegbrachte. Schrecklich sei die Schlacht entbrannt, riesenhaft sei die Anwendung der feindlichen Artillerie. Die Berge seien dicht gedrängt voll von Oesterreichern, welche von allen Seiten he r an stur m ten, alles mit sich fortreißend. Ein Telegramm des Kaisers Franz Joseph. Innsbruck, 23. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Landesausschuß richtete durch den Landeshauptmann, Freiherrn v. Kathrein, anläßlich des Jahrestages der italienischen Kriegserklärung und der Erfolge in Südtirol ein Huldigungstelegramm an den Kaiser, auf^das folgende Antwort eingelaufen ist: Mit llnffrichkiger Freude und tiefbewegtem Herzen habe ich die anläßlich des Jahrestages, der italienischen Kriegserklärung vom Landesausschuß meiner gefürsteten Grafschaft Tirol zum Ausdruck gebrachten Gefühle unwandelbarer Anhänglichkeit meines geliebten Landes Tirol entgegengenommen. Ich und mein Haus sprechen dafür dem Landesausschuß herzlichsten Dank aus, indem ich zugleich der seit einem Jahrhundert erprobten Tapferkeit und patriotischen Haltung Tirols mit inniger Rührung gedenke. Angesichts der in den letzten Tagen von meinen braven und tapferen Truppen unter bewährter Führung errungenen bedeutenden Erfolge gebe ich der Hoffnung Raum, daß es mit der Hilfe des Allmächtigen gelingen möge, den heimatlichen Boden des Landes vom Feinde zu befreien. Franz Joseph. Der Gedenktag in Triest. Triest, 23. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Gedenktag der italienischen Kriegserklärung wurde durch einen feierlichen Gottesdienst begangen. Abordnungen der Triester Bürgerschaft und der Triester Handelswelt erschienen bei dem Statthalter, um ihm eine Huldigungskundgebung für den Kaiser zu. unterbreiten. Stadt und Hasen sind reich beflaggt und unter der Bevölkerung herrscht Feststimnrung, die durch die Siegesnachrichten von der Tiroler Grenze noch erhöht wird. Alle Blätter bringen begeisterte und patriotische Artikel und betonen die unerschütterliche Treue und Anhänglichkeit Triests und des Küstenlandes an Kaiser und.Reich. Ein Erlaß des Feldmarschalls Erzherzog Friedrich. Wien, 23. Mai. (WTB.) Feldmarschall Erzherzog Friedrich hat nachstehenden Armeeoberkommcmdobefehl erlassen: „Heute vor einem Jahr krönte Italien seinen langgl^ planten, sorgfältig vorbereiteten Verrat an der Moncochie durch seine Kriegserklärung. Ueber eine halbe Million Feuer- gewehre stark, den Kräften unserer Verteidigung achtfach überleMN, stand damals das feindliche Heer drohend an unserer Grenze. Mt vermessener Ruhmredigkeit versprachen die führenden Männer drüben dem betörten Volke einen leichten, sicheren Sieg: Zn raschrnr Ansturm sollten die italienischen Mafien über die „nnerlösten" Gebiete hinaus bis^in das Herz unseres' Vaterlandes getragen werden urrd mit dessen Zertrümmerung den Weltkrieg entscheiden. Tie ftirchtlosen Verteidiger aber geboten dem verhaßten Gegner überall Halt, wo meine Befehle es bestrnimten. Unser Siegeslauf im Norden ward durch derr heimtückischen Rückencmgrifi nicht gehemmt. Allmählich vermochte ich dann unseren schrvachen Grenzschutz durch sreigewordene Truppen zu stützen, wenn es dir Lage forderte. Vier ScUachten am Jsonzv und zahlreiche Gefechte an der ganzen Front vom Stilfier Joch bis zum Meere rechtfertigten mein Vertrauen in die Kraft unserer Abwehr glanzend. 'Bis vor kurzem konnten nur unsere tapfere Flotte imd unsere braves Flieger Schrecken und Verwirrung an die feindliche Küste und in feindliches Land tragen. Fast ein volles Jahr mußten wir uns gedulden, ehe die Stunde des Angriffs und der Vergeltung schlug. Endlich ist diese Stunde gekommen. Schon unser erster Ansturm brach eine gewaltige Bresche in die sefirdliche Front. Viel ist getan, mehr noch bleibt zu tun übrig. Ich weiß, ich fühle es: Tapferkeit und Ausdauer werden es leisten. Soldaten der Süd Westfront! Vergesset nicht im Kampfe, daß Italien an der Verlängerung dieses Krieges schuldig ist: vergesset nicht, die Blutopser, die cs gekostet hat. Befreiet Eure Heimat von den, Eindringlingen: schaffet der Monarchie auch im Südwesten eine Grenze, deren sie zu ihrer künftigen Sicherheit bedarf. — Meine innigsten Wünsche und die innigsten .Wünsche all Euerer Kameraden begleiten Ench! »Erzherzog Friednch, Feldmarschall." Die vierte österreichische Kriegsanleihe. Wien, W. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Das Postspar- kassenamt teilt mit: Die Zeichnungen ans die vierte österreichische Kriegsanleihe betragen 43267 w Millionen. Die endgültige Schlnßzisfer wird erst später festaestellt, weil die Zeichnungen der letzten Tage noch nicht vollständig vorliegerr. Der italienische Bericht. Rom, 22. Mai. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht: In der Gegend vom Tonale- und Adamellv-Gebiet führte die Tätigkeit der beiderseitigen Infanterie zu kleinen Zusammenstößen, die zu unserem Vorteil endigten. Zwischen Gardasee und' Etsch Geschützfeuer und Zusammenstöße mit feindlichen Abteilungen, die überall abgewiesen wurden. Gestern noch immer heftige Beschießung unserer Stellrmgen auf dem Unken Etschufcr; darauf ein neuer heftiger Angriff, der durch unsere Truppen mit schweren Verlusten sür die feindliche Infanterie vollständig abgewiesen wurde. An der übrigen Front kein wichtiges Ereignis außer in hei Astachgegend. Zwischen dem Astachtal, Brenta- und Su- ganatal dauerte der feindliche Angriff, der sich gegen , unsere Vorstellungen westlich von den Tälern Dorra (Astachgegend) . Assa, Maggio und Campelle richtete, ntit Unterstützung einer zahlreichen und mächtigen Artillerie rnit wechselndenr Erfolge fort. 1 In Kärnten und am Jsvnzv Tätigkeit der beiderseitigen Ar- ; tillerie, am lebhaftesten im oberen Buttal und in der Gcgent. von Monsalcone. Feindliche Flugzeuge Nmrsen gestern einige * Bomben em Larntal und in Carnien ab, die einige Opfer forderten 1 und leichten Schaden verursachten. Morgens wurde bei einem Lufiangrifs auf Porto Gruavo ein feindliches Wafferfiugzeug durch unsere Batterie heruntergeschofien. * * * Der französische Bericht. Paris, 23. Mai. (WTB.) Amtlicher Bericht vom M on tag nachmittag: Südlich! von Berry-au-Bac sprengten die Franzosen tut der Höhe 48 zwei Minen erfolgreich In "der Champagne sandten die Deufichen in dein Abschnitt znüschen. der , Straße S o u a i u - S o m ni e - P y mrd der Sllaße S t. S ou. * plet-St. Hilaire erfolglos Gaswvlün aus, da die Äan^ I dernng fir der Windrichtung den ganzen .Gasschleier beinahe sofort bte ücrrthehen Schützsrgraberr zurücktri-eb. Aus dem linker fei bauerten Me Jnfanteri-ekämpfe im Gehölz vor K^oooutt die Nacht hindurch. Die Franzosen errangen int Hund Manatenkampf einige Vorteile und besetzten mehrere Blockhäuser, iBorffeem sie die Deutsckum daraus vertcieberc hatten. In der Gegend westlich des Toten Mannes war der Kampf besonders lebhaft. Verschiedene Versuche der Deutschen, ihre Fortschritte weiter aaszudelpren, wurden durch Sperrfeuer obgervießm: dagcyen mach iett bte französischen Truppar einen heftigen Angriff, wodurch es ihnen gelang, einen Teil des in der Nacht zum 21. Mar verlöre inen Geländes zurücttzugewinnerr. Auf dem rechten Maas User machten die Deutschen wieder hott Gegenangriffe aus die ihnen gestern durch die Franzosen entrissenen Stellungen in den Steinbrucl-en bei Haudromont. Alle Angriffe wurden auf gehalten und kosteten den Deutschen schwere Verluste. An den Zu gangen des Dorfes Va n x machte eine kleine Unternehmung vor mittags die Franzosen zu Herren eines deutschen Schützengrabens. Bei Les Eparges flogen mehrere Minen ans, ohne viel Scha den anzurichten. Amtlicher Bericht von Montag abend: In den Argonnen beschossen unsere -Batterien energisch Nantillois und Montsancon sowie den Wald von Cheppy. Aus dem linken Maas-Ufer rückten wir im Lause dos Tages südlich der Höhe 287 weiter vor und zwange:! den Feind, ein kleines Werk zu räumen, das er seit dem 18. Mai besetzt hiett. In der Gegend westlich des Toten Mannes erlaubten uns unsere Gegenangriffe den Feind aus einigen neuen von ihm besetzten Grabenstücken zu versagen. Auf dem rechten M a a s u f c r setzte unsere Infanterie nach mächtiger artilleristischer Vorbereitung zum Sturm auf die deutschen Stellungen auf einer Front von etwa zwei Kilometern von der Gegend westlich des Gehöftes Thiaumont bis zum Fort Donaumont am. Auf der ganzen Front eroberten unsere Truppen die deutschen Schützengraben und drangen in die Front von Douanmvnt ein, von der der Feind noch den Nvrdteil besetzt hält. Zahlreiche Gefangene blieben in unseren Härchen. Auf den Maashöhen gestattete uns ein glücklicher Handstreich im Walde von Bouchot die feindlichen Schützengräben aus 300 Meter Länge zu säubern und Gefangene zu machen. Flugdienst: Heule ftüh holte einer unserer Jagdflieger, der zur Verfolgung eines deutschen zum Bombenabwurf auf Dünkirchen hevankommenden Flugzeuges aufgestiegen war, dieses ein und brachte es bei Wizzels, nordöstlich Cassel zum Absturz. Im Elsaß wurden zwei feindliche Flieger im Luftkamps herunter geschossen ; einer fiel in unsere Linien bei Sennheim, südlich Thann, der andere in Gegend von Bon-Hamme, kurz vor unseren Schützengräben. tun nur laueret zuatapr äüoux jie ul on ^chiÄ>E, vraßenvorhwidnl gewrfen sei, die los üarakteristischsie ^su^chendm BeiemigtenSi-aoten bildet. Die Männer, dib ur- Iprungllch herkchnen, und drefenigen, die seitdem gekommen sind mrt aNm nchMchm Arten Blutes, Ueberlie^^i und Erfcchrungen, aber alle Mrt der gleichen Leidenschaft sur dre menschliche Freiheit. Amerikas das als Schme?z- ^ •mkmiöfaltüpi Elemente diente, war immer in der bemiffm. ^Wahrend wir uns inmitten dieses Prozesses aus dem Höhepunkt in der Krise dieses Bwzesses, kam Me gwße Katastrophe des europäischen Krieges .In diesem spielt ,ich dasselbe ab, was in Amerika vor sich, tJt ' ^ Eur We ttbewerb nationaler Grund- anschauungen, nationaler U e be r l ie fer u n g e n nationaler Politik und politischer Systeme. Wilson fuhr fort: Eunopa hat sich in diesen Krreg verstrickt wie wrr am Frieden festhatten, um zu sehen, was aus diesen ,Dingen zu machm ist, wenn sie in eine heiße Berührung mit- ' -graten. Was öie auf der arideren Seite vor sich gehen & ei] } rtefi^er Prozeß, durch rvelchen der Kanrpf der Elemente nach Gottes Ratschluß in eine Beiordnung und Zusam- menarbslt der Elemente nnigewandett werden kann. Tann ist es evt rn le re s s an ter U m stand, daß die kriegerischen 1 T n° 1 ^ € H ' Dinge, die Iiiit- einander m Beehrung stehen, machen kSine großen Fortschrttte ^gm^der. Wenn Ihr nicht überwältigen könnt, 1- ffllicär ^ tschla g e n. Hier in Amerika versuchten wrr em B-ettp^dasur zu geben, wie die ganze Wett auf der Grundlage der Freiheit, der Zusammenarbeit und des Friedens zu- ^mmcngebracht werden kann. Mit dieser großen Erfahrung, die wir SHrt' Yt Armer ika eine Art von prophetischem mw&ex fixe das Menschengeschlecht. Atzas wollt Ihr Bericht. . (WTB.) Kriegsbericht vom 22. Mai. An der Jraksront keine Veränderung. , Da den Bedürfnissen der neuen Lage entsprechend, die sich irrsolge der Einnahme von Kut-el-Amara zu unseren Gunsten ergeben hatte, eine Aenderung in unserern Berteidigungsplan notwendig geworden war, hatten wir vor drei Tagen unsere auf dem rechten Ufer des Tigris stehenden Truppen ein wenig zurückgezogen. Der ^Feind erkannte dies erst nach zwei Tagen. Wir stellten fest, daß der Gcigner gegen unsere Stellungen aus dem genannten Ufer nur einen Teil seiner Kavallerie oorwarf und zwar mit dem einziaen Zweck der Aufklärung. - Kaukasusfront: Auf dem rechten Flügel verlief der ■ri ruhig. Im Zentrum fanden öttliche Jnsanteriekämpfe tott. AE dem linken Flügel unternahm der Feind in der Nacht vomzum 20. M!ai zwei Ueberfälle ans unsere Vorposten, die jedoch alle beide abgeschlagen wurden. Gfa der Nacht zum 19. Mai erschienen acht feindliche t e g e r in der Gegend der Dardanellen st raße. Einer unserer Kampfflieger griff die feindlichen Flieger zweimal an und eropnete auf sie ein wirksames Maschinengewehrfeuer. In derselben Nacht urttermahm ein Wasserflugzeug auf der Verfolgung Megers einen Flug nach Jmbros, wo es aus bOO Meter Höhe neun Bomben aus die feindlichen Flugzeugschuppen wirf urid gute Wirkung feststellte. Bon. der Höhe von Jmbros chleuderte ein_ feindlicher Monitor am 20. Mai wirkungs- ;?? einige Ge-ckwsse gegen Sedd-ül-Bahr. Auf einem seind- W Kreuzer, welcher zwei Barkassen schleppte, wurde durch unser Artulerrefeuer ein Schornstein beschädigt und der große Mast gebrochen, als er sich der Küste südlich Kusche Ada in den Gewässern von Smyrna näherte. Bor unserem Feuer mußte sich der erwähnte * n Richtung auf Samos entfernen, nachdem er nur vier ifj L e . (^^Qjfren hatte. Als Erwiderung aus die Beschießung von El ttvrsch griff emes^ nufer Fliegergeschwader in der Nacht Dom 20. zum 21. Mai Port Said an und warf zahlreiche Bom'- an der Küste und im Hafen verankerten femdlick)en Schiffe ab, sowie auf Militarposten der Stadt. Wrr stellten fest, daN durch diese Bomben große Brände hervorgerufen wurden. hr^stigen Feuers! seitens der Truppen und der feindlichen Schiffe kehrten unsere Flieger wohlbehalten zurück. Englands Kriegsausgaben. London, 23. Mai. (WTB. Nichtmntlich.) Meldnna des Renterschen Buneaus. Unterh aus. As qnith beantragte die Bewilligung eines Kredites von 300 Millionen Pfund Sterling, des elften seit Beginn des Krieges, wonrit die Gesamtsumme auf 2382 Millimien Pfund Sterling steige. AZquith erklärte, die täglichen Ausgaben hätten erneu Durchschnitt von 4 820000 Pfund Sterling betragen, was deri höchsten bisher erreichten Durchschnitt darstelle. Es sei aber möglich gewesen, sie auf 4 600 000 Pfund Sterling zu vernilnderii. Das Awvachsen der Ausgaben habe Jjr tn€1 3 hauptsächlich in den Anleihen an die Verbündeten und die Dominions. Asquith erklärte weiter, daß ohne die finanzielle Unterstützung, die England zu gewähren für seine Pflicht gehalten habe, und die es der gemeinsamen Sache gerne geleistet hätte, die ffereiniqten Kriegsoperativneii der Verbündeten nicht mit Erfolg rrnd mit der notwendigen Wirksamkeit fortgesetzt werden könn- terr. Er erwarte, daß das Haus diese Vermehrung der Aus- S^en, um das ganze komplizierte finanz-ielle, marittme und militärische Gebäude, von dessen Zusammenhalten der Erfolg abhange, wirksam zu erhEeii, nicht mißbilligen wurde. (Lebhafter Beifall.) Ungerechtfertigte Klagen über die Behandlung der englischen Gefangenen in Deutschland. -fiA c" ^ unter Haus. Hunt (Unio- Nifti fragte, ob mit Ruchrcht auf die Behandlung der englischen Gesa ngenen in Deutschland die Regierung durch Vermittlung Ms amerikanischen Bofichafters in Berlin der deutschen Re- gierung zu verstehen geben rvürde, daß die feindlichen Gefangenen in Großbritannien der strengsten Behandlung, beinahe wirklicher Grausam Veit unterworfen würdeii, bis der 'Bvtsckiafter berichten wurde, daß dre englischen Gefangenen in Deutschland gut bohandett ^ Unterstaatssekretär des Lleußern Ce eil erwidette, daß dre Bei-aiidlung der englischen Gefangenen in den gewöhnlichen deutschen Lagern ^ in der letzten Zeit besser geworden sei, daß aber die Verhältnisse m einigen Lagern industrieller Unternehmungen, m denen brittsche Gefangene beschäftigt seien, viel zu wünschen übrig ließe. Die Anregung des Mitgliedes wird nicht aus den Augen ver- wvm werden, aber wir sind aus Gründen, die dem Mitgliede ein- leuchiten werden, ängstlich bemüht, Repressalien zu vermeiden. Amerika und England. WaFtington, 23. Mai. (WTB.) Meldung des Reu- terschen Bureaus: Die neue Note an Großbritannien, betteffend die Beschlagnahme amerikani- sks e nd un glen, wird wahrscheinlich Dienstaa oder Mittwoch abgesandt. Sie wird in ihren allaemeinen vom StaatsdeparteTNMt ftstgestellt imb sodann der Worttaut Wilson zur persönlichen Entscheidung unterbrettet. Berlin, 22. Mai. Der S t e ue rau s sch u ß des Reicks-, tages trat Montag abend nach der Plenarsitzung zusammen, um I die zweite Lesung der ihm überwiesenen Steuervorlagen vorzunehmen. Der Kvmpro mißantrag über die Erhöhung der Post-, Ferw- und Telegrammgebühren mit den Anmerkungen über Ermäßigungen wurden nach kurzer Diskussion über die Steuerfreiheit bex Fürsten gegen die Stimmen der Sizialdemokrateir angenommen. Tie Vorlage über die Erhöhung des Frachturkunden stempele: wurde in der Fassung des Kompromißanttages ohne Diskussion angenommen. Es folgte die Beratung über den Kompromißanttag bett. die Erhöhung der Tabakabgaben. Ter Kompronrihantrag rief einige ^Förterungeir von sozialdeniokratisckM Seite bervvr, in denen auf dre Höhe der Tabakpreise hingewiesen wurde. Ein nationalliberaler Redner hob hervor, daß der inländische Tabak von 75 Mk. aüf ^0 Mk. Steuer herabgesetzt tverde. Dies sei zu bedauern, weil dadurch die wcnsälische Tabakindustrie benachteiligt iverde. Ein sozial- demottatisck-er Redner bemängelte die Bestinrmung über die J-nkraft- setzung des erhöhten Wertzolls; die Preise würden taffie Zeit hoch ’ - , , 17LL JU1U.VLII LdIU{v */VU^ metben. Ein sortschrittl. Abgeordneter betont, daß der Borwurf der Nationalliberalen sie selbst tteffe, da sie die Bemülumgen der Fort- Ickrittttchen Volkspartei, die durch Aufrechter Haltung der Spannung drese Schädigung hintanhatten wollten, durchkreuzt hätten. Der Staatssekretär bestreitet gegenüber einem konservativen Redner, daß eine Verscknebung in beut inländischen Tabakbau durch .Herabsetzung von 75 auf 70 Mk. eintrcten werde. Auch die Schädigung der tvestsälischen Industrie werde nicht eintreten. Die Anseinondersetzamg über die Erhöhung der Spannung zwrschen der Belastung des ausländischen nnd ffrländischen Tabaks geht noch weiter. Ein Vertteter der Fortschr. Volkspattei bleibt daber, daß ihn 'und seine Freunde eine Schuld nicht tteffe, da sie rm geeigneten Moment nicht genügend Unterstützung gefunden hatten. Eine lckrgere'Aussprache entspinnt sich über die übliche Steuer- l^reckMung, die auf Ausführimgsbesttmmungen beruht. Bei dieser . Berecknung wird Sorge getragen, daß die gegen Kttedit kaufenden Fabrikanten nicht schlechter gestellt werden als die barzahlenden. , ^er Kompromißanttag über die Erhöhung der Tabakabgaben wird angenommen. ,. -3^ 2lttikel V, Abs. 1 der Kompromißfassung des Tabaksteuer- gesetzes wird von sozialdemokr. Seite gewünscht, die Frist von fahren (statt einem halben Jahr) ausrecht zu erhalten, wäh- rend derer die infolge des Gesetzes arbeitslos werdenden Arbeiter zu unters Lützen sind. Ein Zenttumsredner erläutert die Bedeutung der Bestimmung. Es bleibt dabei, tmß die Frist, innerhalb deren dre arbertslos^ werdenden Arbeiter uuterstützungsbereck>ttgt sind, dre gleiche bleibt, wie in der ersten Lesung beschlossen mürbe. Ein tocti au. Redner betont, daß in dem -Gesetz zwei Termine für das ^nkrafttteten enthalten sind, daß aber die Fristtestrirrmung für die Unterstützung Arbeitsloser für beide gelte. Darauf wird auch der Kompromißanttag über das Tabak- steuergeietz angenommen. Angenommen wird gleichfalls die Enffchließmrg aus Einsetzung von ,z-achaus)ck>üssen. Nachträglich wird eine fortschr. Entschließung bett. die Post- abgabettecheit der Fürsten behandelt und mit 14 gegen 13 Stimmen ab gelehnt. Znm Tabaksteuergesetz liegen 65 Bittschriften vor, zum Post- r Kort rtn>vo4-» OO ^. Cr — . .. ^ . v r. , - . / x ^ Ällabsnglesetz 22 und zürn Frachttirkruckerrstempelgesetz gleichfalls ich durch die Ausschnßbeschllrsse als er- 22 Bittschriften, die sämtlich ledigt erklütt werden. Darauf vettagt sich der Ausschuß auf Donnerstag vormittag. . d ^ r l i n, 23. Mai. (WTB.) Der Hauptausschuß des Reichstags hat das Kriegssteuergesetz in der Fassung be§ gemein jamen Llnttages in der zweiten Lesung mit einer Mehrheft angenommur sowie die Entschließung der NotvcmalliberaLen, dcchin wirken, daß der Vorsitz in den Steuerämtern fiuonz- und flauer- technisch gebildeteir Beamten im Hauptamt übertragen werde. Aus dem Reiche. Das nrrre Kricgsernährungsamt. Blerliu, 24. ,Mvä. In einer Unterredung mtt einem Vertteter des ,,Lokal-Ar?,zeigers" erklärte Exzellenz Ba- tocki, es sei ihm ein schwerer Entschluß gewesen, fernen ostpreußischeu Wttkuugstteis zu verlassen, in dem noch große, v^ou ihm erngelettete Ausgucken zu Ende zu fichiren seien. Am Fvettcrg werde er die erste Borstaucksfitzuu^ abhalten und daun zur Jnsvrmattou dies Borstaudes eine Anzahl von Bürgermeistern von -großen und mittleren Städten, weiterhin Vertreter der Konsumenteuiuteressen, Vertteter der landwirtschaftlichen Erzeuger, dies Handels und der Industrie usw. sprechen. Einige dringliche ^lckhllsemcchr^xln, insbesondere die Flüssigmuchung erheblicher Geldsummen für die Kommunen, hoffie er alsbaSd anordnen zu können, um sie in -bfie Lage zu setzen, etwas Durchgrerseiüres zu tun. In etwa 14 Tagen soll der grroße Beirat zum ersten Male zusammentteten. Er hoffe, chm daun schon Vorlagen in grundlegenden FvaUen machen zu können. Dan Dar wäre er der Presse, weupr die Bezeichnung „Diktator^ verschwinden würde. Er hoffe auf die llnterstützung der Presse auch da, wo es einmal hart auf hart komme. Er zweifle nicht daran, daß auch in der Ernährungsfrage de? Sieg für Deutschlaud Mwiß sei. Der §eekneg. Sonbit 23 Mai. (WTB. Meldung des Reitterschen Bureaus, zufolge der verminderten Tätigkeit der deutschen Tauchboote haben die Versicherer bei Lloyds die Ver- tcherungsprämien für Kriegsrisiko bedeutend herabgesetzt. Dre Prämien, die jetzt verlangt werden, ^^.chEÜtens unr 10 bis 25 Schrlling per Hundert niedriger als dre bisher geltenden Versicherungssätze.- sie sind im Be- grrff noch weiter herunterzugehen. Marseille, 23. Mai. (WTB.) Meldung der Aaence Havas. Der 1500 Tonnen große Dampfer „Languedv c" • t von einem deutschen Unterseeboot rm Mtttelrneer versenkt worden. Der Kapttän wurde gefangen, weil er sich und sein Schiff verteidigte. Fahrgäste waren nicht an Bord. Die Besatzung wurde nach der Tor- pedrerung aufgefischt. London A. mal (WTB.) Lloyds Agentur meldete Der rtalrenische Damp fer „Birm anin" (225 Tonnen) lttti) die grrechisch«^ Dampfer „Anastassios" und Coroneos'' ( 1 M 1 Tonnen) sind gesunken. Palma (Maklorca), 23. Mai. (WTB. Nichtamtlich) MÄdnng der Llgence Havas. Der n orweg i schc Dam v - 0 mit Kohle von Cardiff nach Genua, unter- rst rn der Nähe von Mudia durch >eäu österreichisches Unterseeboot versenkt worden. < r L v n don, 23. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldtt "Sebricettis" im Berlin, 22. Mai. (WTB.) Der Kriegsansschuß für Kaffee, Dse und deren Ersatzmittel, G. m. b. H., macht bekmrnt, daß diejenigen Mengen von Rohkaffee., für welche bisher die üebernahme nicht ausgesprochen wurde, unter folgerchelr Bedingungen frei ge geben werden: 1. Die frei gegebenen Mengen dürfen nur an die Der- braarcher direkt oder seitens des Großhandels nur an solche Wiederverkänfer des Fachhandels abgegeben werden, dre srch verpflichten, den Kaffee unmittelbar an die Verbraucher a^uführen. 2. In jedem einzelnen Falle darf nicht über ein halb Pfund gerösteter Kaffee verkauft werden. Der Verkauf ist nur gestattet, wenn gleichzeitig an denselben .Käufer mindestens die gleiche Gewichtsnrenge von Kaffee-Ersatzmitteln abgegeben wird. 3. Der Preis für ein halb Pfund gerösteten Kaffee und ein halb Pfund Kaffee-Ersatzmittel darf zusammen 2.20 Mk. nicht ,übersteigen. 4. An Großverbraucher (Kaffeehäuser, Hotels, Gastwirtschaften, gemeinnützige Anstalten, Laza- ! rette usw.) darf au Kaffee nur die Hälfte desjenigen Quantums in wöchentlicheri Raten verkauft werden, das dem nachweisbarem wöchenttichen Durchschnittsverbrauch der letzten drei Bettiebsmouate entspricht. Es muß auch in diesem Falle mindestens die gleiche Menge Ersatzmittel verkauft werden. 5. Fertige Mischungen gerösteten^ Kaffees mit Ersatzmitteln müssen mindestens zur Hälfte Kaffee-Ersatzmittel enthalten. Wer solche Mischungen verkauft, ist verpflichtet, auf der Umhüllung und Verpackung anzugeben, wi^eviel Prozent reiner Bohnenkaffee rn der Mischung enthalten ist. Der Preis für Mischungen darf, ivenn sie fünfzig Prozent Bohnenkaffee enchatten, 2.20 Mk. pro Pfund nicht übersteigen. Enthalten die Mischungen einen geringeren Prozentsatz Bohnenkaffee, so ist der Verkaufspreis dementspveäMw niedriger zu stellen. — Den- jenigeli Verkäufern von Kaffee, Kaffee-Ersatzmitteln und sonsttgeu Mischungen, die die obigen' Bedingungen nicht einhakten, wird durch den 5Üriegsausschuß ihr aesamter Kaffeevorrat adgeuommen. Bert:n, 23. Mar. (WTB. Amtlich.) Der Bun d e s - r gt beschloß in seiner Sitzung vonr 22. Mai, daß, wer Fleischware n (Flcis chkonserven, Ranch Awaren non Meisch, Dauerwürste allel Art, geräucherten Speck) in Gewahrsam hat, Zur Anzeige der nicht lediglich fii.r seinen HauslM bestimmten Bestände sowohl an den Kommunalverband des Lagerungsortes, wie auch, soweit die Mengen über 2000 Kg. betragen, au die R e i ch s f l e i s ch st e l l e verpflichtet ist. Die näheren Vorschriften über die Fßrm der Anzeige werden von den Laudeszentralbehörde:: getroffen. Berlin, 23. Mai. (WTB.) In ihrer wirtschaftspoliti- schen Wochenrnndschau bringt die „Nordd. Allg. Ztg." sehr beachtenswerte Ausführungen über die Mißernte von 1915 und zieht den frohen und zuversichtlichen Schluß: Wenn wir in einem Jahre nicht auszuhungern waren, in welchem wir an den vier Hauptgetrerdearten allein einen Produktionsausfall von neun Millionen Tonnen gegenüber dem letzten normalen Friedensjahr erlitten, sind wir niemals auszuhungern. Das Blatt macht ferner Angaben über die Viehizwrschenzählung vom 15. April und erklärt: Wir müssen also mit stark eingeschränkten Mengen tierischer Nährprodukte vorlieb nehmen Wir haben aber die Grundlagen des Wiederaufbaues unseres vor dem Kriege so reichen Viehstapels so gut wie unversehrt erhalten. Berlin, 23. Mai. (WTB .Nichtamtlich.) Die Zentrumsfraktion des Reichstags hielt heute in ihrem festlich geschmückten Fraktionszimmer im Reichstage eine Feier zu Ehren ihres Vorsitzenden Dr. Spahn anläßlich seines 70. Geburtstages ab. Aus Stadt und Land. Gie ß tn , 24. Mai 1916 Sammelt Altgummi! Fm Fnteresse des Heeresbedarfs sollte in jeder Haushaltung Umschau gehalten werden, ob nicht in Ecken und Winkeln noch Altgummi irgendwelcher Art unbenutzt umherliegt. Heraus mit allen unbrauchbaren Gummischuhen, Tennis- und Turnschuhen mit Gummisohlen, Fahr- radluftschläuchen und -Dechen, Kinderwagenreifen, Eisbeuteln, Gas-, Wasser- und Weinschläuchen, Bällen und dergleichen! Statt daß solches Wmmni unbeachtet verdirbt, sollte es schleunigst der Neuper- wenduug für Heereszwecke zugeführt webden. Jeder .denke daran, daß er damit eine vaterländische Pflicht erfüllt. Viele für den einzelnen wertlose Kleinigkeiten machen hier ein loertvolles Ganze aus. — Für die Madt und den Kreis Gießen ist eine Gurnmisammelstelle eingerichtet, die sich im städtischen Gas- und Wasserwerk Gießen befindet urrd werktags von 10—12 und 3—6 Uhr geöffnet ist. Wenn etwa für größere Mengen Bezahlung verlangt wird, dann erhält der Ablieferer eine Bescheinigung über die abgelieserten Mengen und es.erfolgt nach- träglich Zahlung nach Bewertung der Waren durch die zuständige auswärtige Stelle. Selbst die lleirrste Menge wird mit Dank angenommen. * ** Finnlandvo rtrag. Professor O eh q ui ft, der am Donnerstag im großen Hörsaal der Universität über Finnland einen Vortrag mit Lichtbildern halten wird, ist Lektor der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Helsingfors in Finnland: er ist als glänzender Kenner des kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Lebens des Landes bekannt und hat sich als Vorkämpfer der fiTrnländischen Freiheitsbestrebungen viel betätigt. Finnland setzt bekanntlich jetzt seine ganze Hoffnung auf den Ausgang des Weltkrieges zu unfern Gunsten; es erwartet von ihm die Losreißung vom russischen Joch und Anschluß an neue, chm freundlicher gesinnte Nachbarn. Wir werden in dem Bortrag die Heimat des Redners als ein schönes Land kennen lerrren, das wert ist, in seiner Eigenart erhalten urrd auf eigene Füße gestellt zu werden. ** Verwundete n-Fürs orge. Um den in den hiesigen Lazaretten untergebrachten verwundeten imb erkrankten Kriegsteilnehmern Gelegenheit zur Gesangs- psiege zu bieten, finden vom 25. l. Mts. ab jeden Donnerstag von 7—^9 Uhr abends im Soldaten he im unter Leitung von Musillehrer Gernhardt Gesangs- Übungen im Mannerchor usw. statt, zu denen stimmbegabte Feldgraue, die Lust und' Liebe zum Gesang haben, willkommen sind. Auch zur Musikpflege, namentlich zu gemeinsamer Instrumentalmusik ist bei diesen Msammenkünften Gelegenheit geboten. ** Unterrichtsknrsc für kriegsverletzte ehemalige Schüler höherer Lehranstalten. Auf eine Anregung der Schnlabteilung Großh. Ministeriums des Innern hin l)aben die Oberlehrervereine von Darm stad t, Gießen und Mainz die Einrichtung von Unterrichtskursen für kriegsverletzte ehemalige Schiller höherer Lehranstalten beschlossen. Fn Betracht kommen solche junge Leute, die bei Ausbruch oder während des Krieges als Kriegsfreiwillige oder ihrer Einberufung ßrlgend, ins Heer eintraten, die aber beim Verlassen der Schule aus irgend welchen Gründen das Zeugnis der Reife nicht erwerben konnten. Zunächst wird es sich selbstverständlich nur um solche handeln können, die infolge einer Erkrankung oder Verwundung den Lazaretten za ge wiesen oder als kriegsuntauglich entlassen worden sind. Der Unterricht in den Kursen wird von Mitgliedern der drei oben genannten Oberlehrervereine unentgeltlich erteilt. Seite^ des Darmstadter Oberlehrervereins haben sich bis jetzt 30 Sperren in uneigennütziger Weise der guten Sache zur Verfügung gestellt. Für diejenigen ehemaligen Schüler höherer Lehranstalten, die die LDsicht haben, durch Teilnahme an den Kursen ihre durch den Krieg unterbrochenen Schnlstudien wieder anfzunehmen und sich für die Reifeprüfung vorzubereiten, dürfte es sich empfehlen, sich einem der Lazarette zu Darmstadt, Gießen oder Mainz überweisen zu lassen. Meldungen zu den Unterrichtskursen nehmen die Vorsitzenden der Oberlehrervereine entgegen: für Darmstadt Prof. Dr. Roller (Darmstadt), für Gießen Prof. Dr. Wittmar (Gießen) und für Mainz Prof. Dr. Meyer (Mainz). •* Fest stellung der Kartoffelvorräte. Die Großh Bürgermeistereien werden in einer Veröffentlichung der »Darmst. Ztg." darauf ansmerksam gemacht, daß bei der Feststellung der Kartoffelvorräte am 27. ds. Mts. Vorräte unter 20 Pfund außer Betracht bleiben, wie dies auch für die Erhebung vom 26. April ds. Js. angeordnet war. Landkreis Gießen. 6. E b e r st a d t b. Lich, 23. Mai. Am letzten Sonntag, Eantate, wurde hier das Iah ressest des Sol in fischen Gustav- Adols-Dereins gefeiert. Bei dem prächtigen Wetter kamen viele liebe und werte Gäste von allen Seiten herbei. In der überfüllten Kirche hielt Pfarrer S ch r i m p f von Hirzenhain die Fest- predigt über den weltüberrviudenden Glauben (I. Joh. 5, 4), wie ihn der Schwedenkönig Gustav Adolf und viele andere bewiesen. Darauf begrüßte Kirchenrat Dekan H a i n e r von Hungen, als der Vorsitzende des Vereins, die Festversammlung und beschrieb die geleistete KriegSarbetl unseres Solmsifchen Vereins unv wies auf die gewaltigen Kriegsausgaben des Gesamlvereins hi»,. Den Schluß machte sodann der Ortsgeistliche mit herzlichen Daukesworten. Die Kollekte ergab 97 DU. und der Schriftenverkaui 11 Mark. e. Rüddings hausen, 23. Mai. Tie hiesigen Schüler sammelten 5)00 Stück Eier für die Lazarette in Gießen. tt. Treis a. Lda., 24. Mai. Der Gefreite der Reserve Heinrich Kehr, Cohn von Phil. Kehr V. dahier, Krankenträger im Jnf.-Regt. 116, hat dieser Tage das Eiserne Kreuz erhalten. Er ist nun der 12. aus unserer Gemeinde, der diese Aus- zeichnung erhalten hat. Kreis Büdingen. — Büdingen, 23. Mai. Im Lause dieses Jahres findet durch den Landesgeologen Bergrat Dr. S ch o t t l e r eine geologische Ausnahme des Kreises Büdingen statt. fc. Büdingen, 24. Mai. Dein Antrag auf Errichtung einer Zwangsinnung für das Metzgergewerbe im Kreise Büdingen wurde stattgegeben und der Regierungsaffessor Henrich in Büdingen als Kommissar bestellt. * Echzell, 23. Mai. Daß eine ganze Familie gleichzeitig gewissermaßen geistesgestört werden kann, dieser Fall hat sich, roie der „Büdinger Allg. Anz." berichtet, in Echzell ereignet. Tie meist ledigen Personen dieser Familie haben seit vorigein Herbst ihren gesamteil großen landwirtschastlicheii Grundbesitz verwildern laffeil lind sich von allem meilschlicheli Verkehr abgeschlossen. Kein Metzger, Bäcker, Häildler hat in diesem Zeitraum ihre Schwelle betreten. Wie und auf ivelche Art sie sich cr- uähren, entzieht sich jedermanns Kenntnis. Bemerkt muß werden daß ihnen die Ernte des vorigen Jahres belassen wurde. Dieser Tage sind endlich von Amtswegen die Grundstücke verpachtet und somit der Allgemeinheit 31t Nutz und Frommen zurückgegeben worden. Das Ende dieses Dramas ist nicht vorauszusehen. Hirzenhain, 23. Mai. Am vergangenen Soniltag fand in unserer Kirche die feierliche Gedächtnisfeier für den durch einen beklagenswerten Unglücksfall an? dem östlichen Kriegsschauplatz ums Leben gekommenen langjährigen Arzt unserer Gemeinde, Dr. Albert H e n s e l statt.. Die allgemeine Beliebtheit, deren sich der tüchtige Arzt durch sein menschenfreundliches, allezeit hilfsbereites Wesen überall erworben hatte, kam noch einmal sichtbar und ergreifend bei allen Zuhörern zum Ausdruck, die aus der ganzen Umgegend herbeigceilt, das iveite Gotteshaus füllten und tu stiller Teilnahme noch einmal das Lebensbild des Verstorbenen, wie es der Prediger entwarf, an ihrem Auge vorüberziehen ließen. Ortenberg, 24. Mai. Der in Anierika kürzlich verstorbene, voll hier stamnlende Kaufmann Rosenb erg errichtete in seinem Testament ein Vermächtnis zugunsten der hiestgeil Ortsarmen. Es ist dies um. so höher anzuerkennen, als auch schon sein ebenfalls in Amerika verstorbener Vater gleichfalls ein Legat zugunsten der Ortsarmeil ausgesetzt hatte, au§ dein diese jährlich eine ansehnliche Unterstützlulg erfahren können. Kreis Schotten. A Schotten, 23. Mai. Der Musketier Ernst Döll von hier erhielt bte Hessische Tapserkeits medaille. A Michelbach, 23. Mai. Denl Kanonier Dietrich Möller voll hier wurde die Hessische Tapserkeits medaille verliehen. Kreis Friedberg. A Friedberg , 23. Mai. Unteroffizier Will). Lang, Sohn des verstorbenen Dr. Lang, erhielt das Eiserne K r eu 5; ebenso Heinrich Leschh 0 rn, Sohn des Fabrikarbeiters Georg Leschhorn. A Bad-Nauheim, 24. Mai. Alls Einladung der Bade- und Kurverwaltung werden heute die in Homburg weilenden b ll l g a r l s ch e n Offiziere hierher nad) Bad-Nauheim kommen. Einer Besichtigung der Kuraillagen, Badehäuser, Sprudel usw. wird sich ein Besuch des Kurhauses anschließen, lvohin die Bade- und Kurverwaltung die Herren zum Nachmittagskonzert und Abendessen eingeladen hat. 4- Bad-Nauheim, 24. Mai. Das dritte Sinfoniekonzert der Kurkapelle findet Donnerstag, den 25. Mai, unter Leitung des Königl. Professors Hans Winderstein statt. Als Solist ist Raoul von Koczalski gewonnen. Das-' dritte Sin- soniekonzert unserer Kurkapelle steht im Zeichen einer Uraufführung, welche in der gesamten musikalischen Welt beträchtliches Aussehen erregen dürfte: Raoul von Koczalski, der seit Kriegsbeginn sich hier aufhaltende berühmte Pianist, l>at — außer anderen großen Werken, die hier bereits bekannt wurde;l — ein Konzert für Klavier und großes Orchester vollendet, dessen erstmalige Aufführung für das dritte Sinsoniekonzert angesetzt ist. Ter Komponist wird fsm neues Merk, das Nicht nur a:\ben Solisten, sondern auch an den Dirigenten (Pros. Hmrs Wind er stein) sehr höhe Ansprüche stellt, eigenhändig Vorträgen. Das Interesse an dem neuen Werk wird dadurch bedeutend erhöht. Beethovens ,,F ü n f t c" — die volkstümlichste unter den neun großen sinfonischen Offenbarungen! — bildet den Eckpfeiler der Vortragsordnung des Abends, der mit dem „Meistersinger-Vorspiel" von Wagner eingeleitet wird. Smelanas liebliche „Räoldan-Tondichtimg" bildet die Mitte des Konzerts, welches auch von auswärts starken Besuch erhalte;: dürfte. öl. N i e d e r - W ö l l st a d t, 23. Mai. Der Artillerie-Gefreite Karl Beck vom Feld-Art.-Rgt. Nr. 63, seit Kriegsbeginn in: Felde, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmcdaille, wurde zum Unterofsizier befördert. — Kriegsfreiwilliger Heinrich Balser von hier wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. ü. Trais-Münzenberg, 23. Mai. Das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhielt der Landwehrmann Karl Walter im Landw.» Jnf.-Regt. 116. Kreis Wetzlar. — Wetzlar, 23. März Auf der Friedrichshütte wurde ein 45jähriger Monteur von einem abstürzenden Gerüst erschlag eil. Hessen-Nassau. A Frankfurt a. M„ 24. Mai. Am 22. Mai wurde laut Frankfurter Blättern unter Heranziehung eines großen Aufgebots von Polizeibeamten bei sämtlichen Gewerbetreibenden der einschlägigen Zweige des Fleischhandels zlir Nachprüfung der Angaben in den Bestandsann:eldlingen eine sorgfältige Revision vorgenommen. Die Kontrolle der Fleischer, Kühl- und Lagerhäuser, Geflügel- und sonstigen Händler und Agenten hat, wie der Polizeibericht mitteilt, im wesentlichen die Richtigkeit der Bestandsanmeldungen ergeben. Einige Abweichungen sind zum Gegenstand besonderer Erinittelungsversahren gemacht lvorden. — H ö ch st a. M., 23. Mai. Der Frühzug nach Königstein mußte Sonntag früh wieder nach dem Bahnhof zurückkehren, weil man vergessen hatte, die Wagen an die Maschine zu koppeln, so daß die Maschine allein losdampfte. Nach gerauiner Zeit aber merkte man, daß hinten etwas fehlte. Hurtig gings dann zurück und die Maschine holte bqß »Zügele* nach. fc. Aus Nassau, 23. Mai. Begünstigt durch das warme Wetter, findet man seit einigen Tagen fast allenthalben blühendes Körn. ° Die Hauptversammlung des Gdenwaldklubs. h. W e i n h e i m , 21. Mai. Der Gesamtverein des Odenwaldklubs, der 83 Ortsgruppen aus ganz Hessen und dem benachbarten nördlichen Tell des Großherzig tum s Baden vereinigt, hielt heute mittag in der Turnhalle des Realgymnasiums in dem herrlich gelegene:: badischen Städtchen Weinheim seine diesjährige ordentliche Hauptversanrmlung ab. An Stelle des dienstlich verhinderten ersten Vorsitzenden, Oberbürgermeister Tr. Gl äs sing- Darmstadt, leitete der Oberbürgermeister von Worms, Kammerpräsident Kö h- l e r, die aus alle:: Teilen des Klubgebiets sehr gut besuchte Versammlung; als Vertreter der Großh. badischen Regieriurg war Oberamtmann H a r t n: a n n zugegen, der die Versammlung auch mit freundlichen Worten begrüßte. Nach Erössuung der Tagung hielt Kammerpräsident Köhler eine längere, vaterlLndiscl>e Ansprache. Sodann warf der Redner einen kurzen Blick aus die schönen Aufgaben des Odenwaldklubs, besonderslaus dem Gebiet der Heimat- pslege. Ueber die Tätigkeit des Klubs im §briegsjahr 1915/16 hat an Stelle des im Felde erkrankten Schriftführers Professor Tr. Köser dessen Stellvertreter, Direktor Daub, de;: Bericht an- gestrtigt. Aus der Zahl der Ehrenmitglieder ist der Odenwald- dichter Karl Schäfer durch den Tod geschieden. In den Zentralvorstand wurden einem Widerstand gezwungen, die ihn verhinderten, seine Streitkrästc gegen Italiens Verbündete zur Entwicklung zu bringen. Das Blatt kömmt sodann ans den Vorwurf zu sprechen, Italien habe sich weder an den Dardanellen, noch bei Saloniki und Durazzo ans seiten der Verbündeten gestellt, und weist darauf hin, wie wichtig es gewesen sei, die Kräfte zusammen zu halten, um dem gewaltigen Angriff der Oesterreicher die Spitze bieten zu können. Das „Giornale d'Jtalia" empfiehlt größere Wachsamkeit int Inner:: des Landes gegen die alar:nierender: Gerüchte auch dann, wenn sie von Personen ausgehen sollten, welche sich aus ihr politisches Mandat berufen und deshalb imstande sein sollten, die Tragweite ihrer Worte und deren verhetzenden (finflnß auf Leute, die von der Kriegslage nichts verstehen, beurtellen zu können. MollenÄethff vertilgt xutterßassig CHZaäen und deren J3nd 135,2.00 , 3£0 und 6.00M. AS1 jjyiQJ iASTHMA-PULVER, schafft sofortige Linderung bei Asthma, Kurzatmigkeit. ? Preis Mk. 2.50 die große Blechdose J^ r SL 2 40 K° , ffic a 2 o°'iS L £ KEc.' 20 : * n Apotheken. Hauptdepot Engel-Apotheke,* Frankiurt a. M. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen 9 UL_r entschlief sanft infolge eines Herzschlages unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter und Urgrossmutter Auguste Sofeapis. Stein im 76. Lebensjahre. Emmy Hcffmann geb. Schwan Dr. Otto Schwan August Schwan, z. Zt. Hauptmann und Komp.-Führer Medizinalrat Dr. Adolf Schwan, z. Zt. Stabsarzt Berta Schwan geb. Kühn Geh. Med.-Rat Prof. Dr. August Hoffmann, z. Zt. Generalarzt Lore Schwan geb. Bovenschen Marie Schwan geb. Breitenbächer Berta Schwan geb. Naumann 10 Enkel, 1 Urenkel. Giessen, den 23. Mai 1816. imm Heute wurde mir mein lieber Mann, unser guter Vater und Grossvater Herr Philipp kühl im Alter von 70 Jahren dnrch den Tod entrissen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lisette Kühl. Giessen (Neustadt), Kassel, den 23. Mai 19 1 6. 3983 Die Beisetzung findet in der Stille statt Hiesig© Bank sucht zum baldigen Eintritt Ferner finden _ tDelcfie bereits auf größeren Bureaus tätic waren und im Maschinenschreiben tüchtic sind, sofort Anstellung. Angebote mit Angaben über seitherige Tätigkeit, Zeugnisabschriften und Gehalts- forderungen find unter 3975V an die Ge- schäftsftelle des Gießener Anzeigers zu richten. 3992 Die Beerdigung findet rtatt am Freitag, den 26. Mai, um 4 Uhr nachmittags von der Kapelle des alten Friedhofs aus. and) Kriegsbeschädigte für dauernd gesucht. Clsr*., SCr'emjjj üf’etziaa'j Werkstättte für Präzisionsmechanik. 3971 Danksagung. Für die uns bei dem Heimgang unseres lieben unvergeßlichen Entschlafenen erwiesene wohltuende Teilnahme, sowie für über- sandte Blumenspendcn und die sehr zahlreiche Beteiligung des Kutscher-Vereins sagen wir unseren innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Fra» Chr. Sich Ww. u. Kinder. Gießen, den 24. Mai 1916. 09797 Für die uns in so reichem Maße von allen Seiten dargebrachten Beweise wohltuender Teilnahme bei dem Heimgange unserer heißgeliebten Entschlafenen Ir» ® ihm KM |tl. Mer fagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank Die tiefiMmden AutMießenen. Gießen, den 24. Mai 1916. 09794 Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert 7-Zimmerwobnung mit all. Zubehör, herrschaftlich eingerichtet züm 1. Juli z. verm. 21871 Ludwigttratze 45 Parterre und 1. 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