M.11? Der Otetzener Anzeiger etfäemt täglich, außer 6 #vhc ktgß. — Veilaqen: viermal wöckienllich -ichmer-MnMev'e! ^ :ier; zweimMt wschentl.Nrcis- dlattfürl»« «reisOietzen (Dienstag and Freitag); zweimal »nonall. Landwirtschaftlich« Seitfragen Fernsprech - Anschlüfft: lürdie Schttttleitung 112 Verlag,Sesch«st4stelleS1 2ldreße lür Drahtnach- richte«: Lnzei-erGiefr». Aanahme von Anzeige« für tue Tagesnurnnrer bis zum Abend vorher. Erster Blatt Zreitag, \% Mar \9\t ttjetger Hetafless&red tsiti» Verlag der Brühfscheu lluiv.-Bnch- uuü Lteindruckerei R. Lange. Schristlettnng, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr.7. ‘-6 e * u <* d >) r ; monati. 90 Pf., viertel- jäbtt. Mk. 2.65; durch Aohsle- u. Ziveigstellen monatl. 80 Pf.; durch d ie Post Mk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. BesteLq. Zeilenpreis: lokal ISPs., mrslv. 20 Pf. — Haupt- schriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sin: den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goeß; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen eeres. Einigung über die neuen Aezzem. zwar hat der Staatssekretär Dr. Helfferich sie zu erner Kriegsgewinn fteuer umzufrisieren gewußt. Man geht von dem Gedanken aus, daß derjenige, der sein früheres Vertage« ohm Verlust über die Schrecken und Gefahren des ^reges in die neue Zeit hinübergerettet hat, gegenüber oen V«len, die schlvere Einbuße an materiellem Besitz hatten, einen Gewinn davongetragen haben. Denn die neue Art wird sparsam» sein müssen, und das Geld wird teuer, die Kapitalzinsen werden steigen. Bei der neuen Steuervorlage geht man von der Annahme aus, daß 1 0 Pro- zent aller Vermögen dem Kriegsgewmn gleich zu erachten Http. Bon diestu 10 Prozent aller Vermögen von 20 000Mk. aufwärts soll eine einmalige Abgabe von 10 Pro- zent erhoben werden. Diese einmalige Bernrögensabgabe wrch nr die Kriegsgewinnsteuer hineingearbeitet, die als zwette direkte Steuer kommen wird. Dafür verschwindet chie Heranziehung des Einkommens, die vom Neichstagsaus- schuß gewünscht worden war, und auch die Wiederholung des Wehrbeitrages unterbleibt. Die Kriegsgewinnsteuer soll erhoben werden von jedem Zuwachs des Vermögens von 3000 Mark aufwärts. Man erwartet neben dem nichtzuschätzenden . Ergebnis der Kriegssttner 700 bis 750 Millionen für das /Reich. JEair die Sozialdemokraten können, so heißt es, sich nicht entschließen, der Abmachung beizutreten, da sie die Verkehrs- nnd Verbrauchssteuern bekämpfen wollen. Wenn man sich E Kosten Schwierigkeiten bei den früheren Reformen der E^Hlftnanzen erinnert, wird man auf allen Seiten mit Beendigung die verträgliche Einordnung in den eisernen des Unabänderlichen begrüßen. Allerdings, es han- mt Hä) um eine Neuordnung, die nach dem Kriege wieder umgestaltet werden muß, und daß dann die Dornen des Parlamentarisrnus wieder rasch in die Höhe schießen wer- . **ttf leider recht wahrscheinlich. Einstweilen hütet, wäd- ^ r ^ en toübtt Kampf den Feind abwehrt, der Burg»- 2® e , ^Fluren, wobei wir nur mit dem Reichstage Wünschen wollen, darß der Zensurschütz nicht allzu ängstlich ' und klemlich fernes Amtes walten werde. unlängst verlorene Stellung bei Bagni wieder zu gewinnen, abgewiesen. Im Col-di-Lana-Gebiet scheiterten wiederholte feindliche Angriffe. In Südtirol nahmen unsere Truppen im Angriff zwischen Astach- und Lain-Tal (Astico- und Leno-Tal) den Grenzrücken des Maggio in Besitz, bemächtigten sich nach Ueberfchreiteu des LaintaleS, südöstlich Platze (Piazza) der Costa Bella und schlugen südlich von Moscheri auf der Z u g n a T o r k a mehrere feindliche Angriffe ab. Der gestrige Tag brachte über 9 00 weitere Gefangene, darunter 12Offiziere, und eine Beute von 18Ge schützen und 18 Maschinengewehren ein. Die Berichte deS italienischen General- st a b e s vom 16. und 17. d. M. behaupten, unsere Verluste in dresen Kämpfen seien „schrecklich" und „ungeheuer" gewesen. Dine Angaben, die den Eindruck des Rückzuges abschwächen sollen, sind frei erfunden. Die Verluste des Gegners kann man nur abfchätzen, wenn man das Schlachtfeld behauptet. Die Italiener sind nicht in dieser Lage. Dagegen können wir ber voller Wertung des VlutopferS jedes einzelnen unserer Braven erklären, daß u n s e r e V e r l u st e dank der Geschicklichkeit unserer Infanterie, des mächtigen Schutzes unserer Artllleriewirkung und der KriegSerfahrung unserer Führung außerordentlich gering sind. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. iuncnt^Ylrmce: Beruht ixbcr me zramPsyaEmtgen vom 1. bis 15. Mai: An beiden Wardarnfern, westlich des Doircrnsees verändette sich die Lage nicht wesentlich. In der ersten MaihälflL fand frort keine wichtige Jnfanterietätigkeit statt. Auf beiden Seiten wurde btfc Herrichttmg des Geländes fortgesetzt. Unsere Artillerie beschoß wiederholt das feindliche Lager und Anlagen sowie Arbeitsgruppen. Die Tätigkeit der beiderseitigen Artillerie war besonders bem-erkenswett am 2., 3., 4., 8. und 14. dlkai. Nordöstlich des Doiransees besetzten unsere vorgeschobenen Abteilungen Dowatepe. Andere Abteilungen draügen in der Richtung auf Biwlja vor. — Im Flugdienst war während der letzten 8 Tage eine etwas geringere Tätigkeit als vorhm: zu verz-eichnen. Am 14. Mai beschossen unsere Flieger Acatthi. Der Zeppelin „L. 85", der am 5. Mai ans Temesvar nach Saloniki gekommen war, wurde von unseren Fliegern angegriffen und verfolgt und in der WardarMündung von unseren Schiffsgeschützen! und Llutokanonen ab geschossen und zerstött. Die ganze Besatzung wurde gefangen genommen. Dieses lenkbare Luftschiff hatte vor- her llWt StfirOl» KftS XxoJtx>\\-lsri-e> Qn-rtor Vim« iw< ftW. M«II 1 . men zwei Flüge über das befestigte Lager von Saloniki uuternom- :. In der Nähe von Poroj nahnren die Griechen einige Bulgaren 14-) rfvorr 1T rt t f in deutschen Uniformen gefangen. Ergänzende Meldung zum FLrgdierrft: In der Gegend von Verdun war die Fliegertätigkeit besonders lebhaft. Es wurden 31 Luftkämpse geliefert. Drei deutsche Flieger wurden abgeschossen; die unseren sind alle glücklich znrückgekehrt. Der italienische Bericht. RoM, 18. Mai. (WTB.) Amtlicher Bericht von gestern- Vom Tonalegebcet bis zu den JüdicariM Artilleriekarnpf. Im Lagarinatal richtete der Feind nach heftigem Feuer gestern fünf starke Angriffe auf imfere Stellungen mt den Nordhängen der Zugna Dorka; er wurde zurückgeschlagen und erlitt sehr große Verluste, Me ihnt das vernichlenoe Feuer unserer Artillerie und ^Ilfanterce znfügte. Zahlreiche feindliche Leichen wurden vou den Fluten der Etsch fortgrftihrt. In >dem Gebiet zwischen dem Ter- rasnvlotal und dem Hoch-Ast ico zwang uns gestern die heftige Verstärkung des ArttNeriefeuers aller Kaliber, unsere Front nochnvals zu rektifizieren, indein wir einige vorgeickwbene Stellungen aufgaben. In der Nacht vom 15. ans den IM nvachte der Feind unaufhörlich im Abschnitt von Affago An- grrsfsversuckW, er wurde zurückgesrhlagen und erlitt sehr schwere Verkuste. Während des ganzen Tages verhielt sich der Feind untätig. Im Snganatal griff der Feind ut der Nacht auf den 16. und am folgenden Morgen mit großer Kraft den Abschnitt der Front zwischen dem oberen Maggiotale und dem Colloberge an, er wurde zsrrückgeschlagen. Wir machten einen Gegemingriff; er r 300 Gefangene, darunter einige Offiziere, in unserer Lxmd. Auf dem, übrigen Teile der Front fairden gestern noch unaufhörlich Schüsse der feindlichen Artillerie statt, ebenso verschiedene verernzelte Angriffe im Tal von San Pellegrino, das Hohen But- des Monte Rosso (Monte Nero), des Urzli Brh, int Gebiete von Tolmem, auf den Nordhängen des Mdnte San Michele und östlich und Monselcone. Me Angriffe wurden abgeschlagen, der FennÄ^erlitt schwere Berknste; wir uahineu ihm etwa 100 Gffangene ab Feindliche Flieger bombarMerten Castel—Tesino, Os- ^daletto und Montebelluno, sowie einige Bahnhöfe in Jtalienisch- Kchmten und Gemona. Sie forderten einige Opfer, richteten aber keinen Schaden an. Eines unserer Gieschoader warf auf Dellach und Kotschachi im Gail tale Bomben ab und rief Brände hervor. Der türkische Bericht. Konftantinopel, 18. Mai. (WTB.) Bericht des Haupk- quattiers: Keine Veränderung auf dm verschiedenen Fronkm. Tie Russen erklären in ihren Berichten vom 6. Und 7. Mai, daß sie unsere Offensive in Richtung E-rzindjan und mit ihren Vortrnppen auch unsere Offensive in der Gegend von Selmas zurückgeworfen hätten. Da keine derartige Bewegung in der cm- Zegebeiren Zeit stattgesunden hat, so werden die russischen Berichte fcksvn allein durch diese Tatsachen widerlegt. Die Ruffen übertrieben ferner ihre Beute in Trapezunt. Wir wefffli. j^e Behauptung zurück, Me darauf hinzielt, die Beute größer darzn- stelleu, als sie bereits von uns angegeben worden ist. Ter englische Bericht vom 26. April über den Kampf bei Katia sagt, daß Me Engländer uns 4 Mchchmen^ewiHre abgerwurnren hätten. Die Nteldung ist unbegründet. Wir haben schon im Bericht vom 25. April die Beute mitgeteilL, Me wir bei Katta geinacht haben. Wir batten, außer einigen Gewehren Gefallener, nichts verloren, und stellen Me sich daraus beziehenday englisch-en Angaben, in Abrede. Der franzüfische Bericht. Paris, 18. Mai. (WTB.) Amtlickrer Bettcht vom Mittwoch nachnrrttag: ■rr /^ttikleriekampf an verschiedenen Stellen der Front, nanient- ttch in der Champagne und im Abschnitt der Höhe von Le Mesnil. deir Argonnen bei Fille Motte für ims erfolgreicher Minen- kaMpf. Auf dem linken Maasu.fer Beschießung unserer ersten Lcnren. Ein mit Handgranaten unternommener Versuch des Fein des, am Toten Dttrnn Fortschritte zu erzielen, scheiterte vollstän- ^9-. Au« denr rechten Ufer lebhafte Tättgkeft der beiderseittgen Attcklerien in der Gegend ztvischen dem Haudromonttvalde und Mm Derch von Vanx. Nordwestlich des ThiMtmoittgehüftes wurde ern Handgranatenangriff des Feindes gegeir einen unserer Horch- Iml^I X ,rri"r rf Posten zurück geschlagen. 'FlUgdien s Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. . W ie n, 18. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlmrtbart: 'bi"iUscher und südöstlicher Kriegsschauplatz. . Nichts von Bedeutung. Italienische r Kriegsschauplatz. » fy. KilKenlän-ffchen und Kärntner Front war die L!?^EmLctt zumeist durch Bodeuuetzel behindert. Süd- oillltz Monfalconewurde ein Versuch der Jttrlieller, ihre ri «- “ ft: In der Nacht zum 17. warfen 13 von unseren Beschießungsftugzecl-gen 24 Bomben aus die Biwacks in der Gegend von Damvillers und Bille de Vautckmumont, elf auf derc Bahnhof von Brieulles und auf Clery, vierzehn auf die Truppeu- lager von Nautillvis und Nomagne und 21 auf den Bahnl>of von Apvemvut und auf Grand Prc. Es wurden mehrere Brände fest- gcsteut: Einer Unserer Flieger schoß ein ^deuttches Flugzeug nördlich von Vic-sur-Aisne herunter, dessen beide Flügel sich während des Sturzes löjteic. In derselben Nacht warf ein anderes Flugzeugge- schavader zMrnzia Bomben auf Me Bahnhöfe von Ars icnd Metz, vierzig aus die Ballonhallen von Fvescaty, vierzig aus den Bahn- voll Anuaville und dreißig auf Me Eisenbahnlinie und Me Bahnhöfe zwischen Metz uich Mieden Hosen. Anttttck-er Bettcht vom Mittwoch abend: In der Gegend vmi Verdun lebhafte Tätigkeit der beiden Attilletten tu den Ab- ' -v 1 ^ 1,011 Avocvlctt, der Anhöhe 304 und zwischen Donaumont und Vaur. Von der übrigen Front ist kein bedeutendes Ereignis zu berlchten, außer ziemlich starlern Millenkampf iit den Argonnen Flu g-dlell st: Im Laufe >des Dagas schoß einer unserer Führer tm Lnfttanrps einen deutschen Flieger ab, der nvrMvestlich N^anvrlkt- abstürzw. Eiir anderer feindlicher Flieger wurde von dem MaschinengewelTtteuer ttnes der unseren gettxlffen mrd stürzte brennend in der Gegend von Bmr de Sapt ab. Während des Tages belegte eiites unserer Fluggesctilioader den Bahnhof voll Metz-les- Salstons mit 25 Boinbcn schloeren .Kälibers. . del gische r Bericht: Zeitweilige gegenseitige Tättgkeft der Attlllerre an verschiedenen Punkten der bclgischnl Front. Die BeschwevVeu Griecheularrds. M a i l a n d, 18. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Eor- riere della Sera" meldet aus Athen: In der gestrigen Kammersitzung verlangten die Deputierten von Nord- Epirus von der Regierung Maßnahmen, um die durch die Blockade von Santi Quarante drohende 91ushungernng der Provinz zu verhindern. Der Finanzminister erwidette, die Regierung habe Santi Quaranta zu einer Verpflegnngsbasis für Epvrus machen wollen. Es seien ihr aber Schwierige leiten gemacht worden, gegen die Einspruch erhoben worden sei. Auch sei eine Zufuhr auf der Linie Koritza—Florina nicht möglich, da die Straße von den fremden Mächten beansprucht werde. Die Regierung wolle nun versuchen, den Verpflo-- gungsnachschub auf der Linie Trikala—Kalapaka zu bewerkstelligen. Ferner meldet der Korrespondent des „Corriere della Sera", die griechische Presse wende sich gegen den englischen Generalstab, da er die Verpflegung von dttird-Epirns schwere, und behaupte, die Nachschübe seien für die Oester- reicher und Bulgaren in Albanien bestimmt. Die griechische Negierung ist bei den Alliierten wegen der vor Gibraltar erfolgten Beschlagnahme von 160 von Älnrerika kommenden, für Griechenland bestimmten Mcv- schinengewehren vorstellig geworden, desgleichen wegen der Zurückhaltung eines griechischen Dampfers mit italienischem für .Griechenland bestimmten Schwefel. Amerika und England. New Dork, 15. Mai. (WTB."! Fnnksprnch des Vertreters des Wolffschen Bureaus. Die „Associated Preß" meldet ans Washington: Die a-mert-kanttsche: Regierung bereitet einen Protest vor gegen die B^echin- derung des Poftverkechrs von und nach den Ber- eirttgten Staaten durch Eng lanH, welcher von amtlichen Kreisen als seh'r scharf bezeichnet wirL. Die-Note, wE,e binnen kurzem abgesandt wesLen soll, wird den CLemd- Punkt einnehmen, daß die Berenngten Staaterr die Wegnahme nnd Festhaltung solcher Postsacherr, besonders it-eii - traler Herkunft oder Besttnunung, nicht län~g^r dnl- den können. England wird versttindigt iverdeir, daß die Vereinigten Staaten es snr eine gebieterische NotN'endig Item - mr‘ ! " " " fett halten, daß das gegenwärtige Verfahren geändert werde. Die amerikanisckie Regiermtg erhielt Proteste von vielen Einzelpersonen und Firmen, welche durcki die läufige nnd lange Festhaltung von Postsachen geschädigt fi*ix Staatssekretär Lmrsing orftörtc abends, wenn die Mgiv. rung es auch infolge der in der letzten detchchen bootsnote ettthalteuen Aeußernngen schrvierig finde, ans Verhandlnngert mit Eitgland aus freut l^bicte der Block ad e zu bestehett, würden die Verhandlungen doch in ttächster Znkttnft fortgesetzt werden. Er fügte lffuzu. utan )v>üvde größere Eile jaltlft'Nmndth-aven, weint De tt t fei) - • Inttb sich enthalten hätte, darauf zu frrntgen, das. dkc I Beremigten Staateit sofort gegemcher Eugkrud lMtdette». IWui»i|d)C VctJciivmuicuiuj. 53ertin . 18. Mai. (Pviv.-Tel.) Der „Berliner Lokal- ÄNKei^er" meldet ans Stockholm: In allen Gouvernement-' des nördlichen und mittleren Ru ß 1 and s hat starker R a ch t f v o ft eingesetzt, so daß die gesamte Wintersaat vernichtet ist. In russische?: Landwirtschafts- und Re- gienmgskreisen herrscht große Besorgnis. Die allgemeine Lebensmittelnot wird nach den Zeitungen täglich unerträglicher. Wilson und der Papst. London, 18. Mai. (WTB.) Das Reutetsche Bureau meldet aus Washington: Wilson bat die jüngste Botschaft des Papstes beantwortet. Amtlicherseits wird eine Aeußerung über die Antwort Wilsons abgelehnt, doch wird angedeutet, daß der Brieftoechsel nur -“**— p ‘ ' ' ‘ gap m| MMjgaB ^— Verne UJ/m It'ljlll, UUUF 11/1117 UUHLüViUU, w*. entfernt auf die Friedenssrage Bezug nehme. Dem hat Wilson dein Papst mitaereilt, er sei eifrig ciit vollkommenes Einverständnis zu erzielen. Jedenfalls kann aber die Tatsache, daß die Steuer Vorlagen in der ab geänderten Form nunmehr edier Mehrheit gewiß sind, als feststehend angesehen werden. Tie sozialdemokratische Fraktion hat sich allerdings nicht dazu bestimmen lassen, dieser Mehrheit beizutreten. Sie hält an ihrem Widerspruch gegen die Verbrauchs- urtd Verkehrssteuern fest, trotzdem das Gewicht der direkten Krieg sgewim:- > steuer nach durch die auf Betreiben der Fortschrittler auf getrommene Vermögensabgabe beschränkt werden soll. Tie „Kreuzze itung" schreibt, über die weitere Ausgestaltung der mitgeteilten Grundlagen für eine Verständigung in der Steuersrage würden noch Verhandlungen geführt. Sie unterlasse .jede Mitteilung' über das Verhallen ihrer Parteifreunde im Reichstage, bis die konservattve Fraktion endgültig zu den schwebenden Fragen Stellung genommen habe. .-sjcimfmren nach hat Wilson oerN papit c». r-c,».»» darauf bedacht, die Bereinigten Staaten vom Kriege fern zu halten und alles mögliche zu tun, was sich mit der Ehre und den Rechten der Vereinigten Staaten vertrage. Weder die. Botschaft des Papstes, nodj Wilsons Antwort werden verösfentticht werden. Der englische „Lustrat". London, 17. Mai. (WTB.) Im Unterhaus fand abends eine Erörterung über dort Luft dienst statt. CH u r ch i l l führte die Opposition und warf der Regierung vor, daß sic die neue Waffe vernachlässige. Er sagte geradezu, die Regierung stehe einer gründlichen Neugestaltung im Wege, utrd fordere Einführung eines besonderen Luftdienstministeriums. Bvnar Law antwortete Und fragte ihn, weshalb er das Ministerium für den Luftdienst erst einige Monate, nachdem er aus der Regierung ausgetreten sei, für nötig halte. Churchill unterbrach! ihn mit der Bemerkung, daß er mit dem Premierminister über die Zweckmäßigkeit des neuen Ministeriums gesprochen Iwbe. Bvnar Law antwortete: Ja, aber erst, na^em Sie zurückgcrretcn sind. Bonar Law betonte ferner, daß.Churchill, der jetzt für einen einheitlichen Luftdienst eintrete, als erster Lord der s?Ünniralttät röten besonderen Flugdienst für die Flotte eingerichtet habe. London, 18. Mai. (WTB.) Im Unterhaus teilte der Unterstaatssekretär T e n n a n t mit, daß ein Luftrat unter dem Vorsitz von Curzon eingesetzt worden sei. Er lmbe die allgemeinen Maßnahmen des Luftkrieges zu beraten, insbesondere die gemeinsamen Luftoverationen der Armee und Marine und werde Vorschläge Inerüber, wie bezüglich der erforderlichen Maschinentpps Machen und die Organisation leiten, sowie eine Uebereinstimmung herbei führen und ferner für Material sorgen, sowie eine Konkurrenz beider Tiensttzweige verhindern. Hinsichtlich der allgemeinen Lage des Luftkrieges sagte Tcnnant, daß die große Mehrzahl der Lnftkämpfe von den Engländern gewonnen worden sei, die zwei Typs von Flugzeugen besäßen, die schneller als irgend eine deutsche Maschine seien. Zwei weitere Typs seien ebenso schnell wie die Fokkerftugzeuge. Die Sommerzeit in England. London, 18. Mai. (WTB.) Das Oberhaus hat das Sommerzeitgesetz angenommen. Es tritt am 21. Mai in Kraft. Der §eekrieg. Stockholm, 18. Mai. (WTB.) Der deutsche Dampfer „Hera" ist auf der Höhe von Landsort torpediert worden. Die Besatzung wurde durch den schwedischen Dampfer „Goeta" gerottet; sie wird nach Stockholm gebracht werden. Laut „Aftonbladet" soll der Kapitän gefangen genommen worden sein. Stockholm, 18. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern nachmittag sind noch zwei deutsche Dampfer durch ein U-Boot, wahrscheinlich ein russisches, auf der Höhe 'von Landsort versenkt UVrden. Tie „Ko lga", aus der Reise von Hamburg nach Stockholm, wurde um 5,20 Uhr nachmittags bei Landsort von einem U-Doot mit Granatfeuer^ beschossen. Zwei Mann der Besatzung wurden leicht verletzt. Der Dampfer wurde danach torpediert und sank schon. 18 Mann der Besatzung wurden von dem schwedischen Dampfer „Soedra Sverjge" gerettet. Der Kapitän, der Steuermann und noch zwei andere Männer werden vermißt. Um 6,20 Uhr wurde der deutsche Dampfer „Bianca" an dem gleichen Platze ebenfalls beschossen. Zwet Mann wurden leicht verletzt. Ter Dampfer wurde torpediert und sank nach 20 Minuten. Der Kapitän tourde gefangen genommen. Die Besatzung wurde von dem Dampfer „S>edra Sverige" ausgenommen urtd ist heute früh in Stockholm rötgetroffen. „Tagens Nyheter "teilt mit: Die Torpedierung des Dampfers „Hera" hat ungefähr 25 Tistanzminuten von Landsort um 9 Uhr früh durch ein russisches U-Boot stattgefundcn. Tie Besatzung erhielt Befehl, in zehn Minuten das Schiff zu verlassen. Ter Dampfer ist nach 20 Mitruten gesunken. Rotterdam, 18. Mai. (WTB. Nichtamttich.) Wie gemeldet wird, ist der Dampfer „B a t a v i e r 5", dessen Untergang gestern berichtet rvurde, in der Nähe der Gabbard-Boje aus eine Mine gelaufen. Vier Personen find ums Leben gekommen, darunter ein amerikanischer Reisender. Aus „Batavier 5" befanden sich n. a. 14 Kisten mit 60 000 Pfund Sterling Gold. Der Dampfer hatte 28 Mattn Besatzung unb 8 Fahrgäste an Bord. London, 18. Mat. (WTB.) Die Admiralität gibt bekannt: Eine verspätet eingetrosfene Depesche des Befehls Habers im Mittel me er mröbet, daß in her Nacht zum 13. Mai ein lleiner Monitor von 30 Meter von der feindlichen Artillerie getroffen wurde, in Brand geriet und vernichtet worden ist. Wir hatten 2 Tote und 2 Verwundete. Die Mitteilung von dem Verlust des Schiffes im türkischen Kriegsbericht wurde für falsch erllärt, weil zwet Tage nach dem Vorfall ein gegangene Meldungen von der Sache ntchts erwähnten. Es ergibt sich jetzt, daß die erste britische Meldung ein Irrtum gewesen ist. London, 18. Mai (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der britische Dampfer „Mac Research" wurde in der Nordsee versenkt. Ein Mann ist tot, dm verwimdet, die übrigen gelandet. London, 18. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: D« französtsche Dampfer „Mira" wurde versenkt Die Einigung über die Steuersragen. Berlin, 19. Mai. Die Beratungen der Fraktionen über dasSteuerkompro- Miß ftnd, wie das „Berliner Tageblatt" schreibt, gestern abend zum Abschluß gekomntvn. Ein gemeinschaftlicher Antrag der i bitterlichen Parteien auf der bereits mitgeteilten Grundlage sei unterzeichnet und werde heute in den Ausschüssen eingebracht werden. Völlig ablehnend gegenüber dem Kompromißvorschlag verhaltet! sich, so heißt es weiter in dem Blatte, nur die beiden sozialdemokratischen Fraktionen. Dagegen hat die Fraktion der Fortschrittlichen Bolkspartei, wenn auch zögernd, und nur mit schwerem Merzen, ihre Zustimmung gegeben. lieber die Stellungnahme des Bund^rates hört das „Berliner Tageblatt" noch, daß dort sehr Einsprüche zu überwinden waren, insbesondere von Seiten Preußens und Sachsens, die sich gegen jede direkte Neichssteuer ?!L^V^khen haben sollen. Die bundesstaatlichen Minister hätten schl ießlich dem Kompromiß unter der ausdrückliches Bedingung zu- geRm«», daß es »ich tatsächlich mir um eine einmalige Kriegs abgabe handeln dürfe, daß die Bundesstaaten nach wie vor das ganze Gebiet der direkten Steuern als dem einzelstaattichen Zugriff Vorbehalten ansehen und daß dies letzt der letztf (Eingriff bcz Reiches fB'bte ^-teuer rechte der Bundesstaaten sein müsse. -m .Lokal- A n zeiger" wird mitgeteilt: Im Reichstag fef r - chi o eitern luubputtag der Eindruck vor, daß alle bürgerlichen ^artzeren na) ck>ltetzlrch am >^en Boden der neuen Negierungsoor- erden. Nachdem oie Fraktionen in Sondersitzungen lHecken des Kompromisse - beratet: hatten, traten zu eurer gemeuiichaftlichen Besprechung zusammen. d i irtem. Aus dem Reiche. Eine Neichsftelle für Gemüse und Obst. Berlin, 18. Mai. (WTB. Amtlich.) Der Bundes- rat beschloß in seiner heutigem Plenarsitzung eine Bekanntmachung über die Gründung einer R e i chs st e 11 e f ü r G e - müse und Obst. Danach wird eine Reichsstelle für Gemüse und Obst mit einer Berwaltungs'abteilung und einer Geschäftsabteilung unter Aufsicht des Reichskanzlers ge bildet. Die Reichsstelle hat die Aufgabe, die Erzeugung, Verwertmrg und Haltbarmachung von Gemüse und Obst h 11 fördern. Die Derw-a 1 tungsabteilung ist eitie Behörde, die Geschäftsabteilung eine Gesellschaft mit beschränkter Haf- ; tung, die, ohne in den Gemüse- und Obsthandel untiötig einzugreifen, für eine rechtzeitige Abnahnie, Beschaffung, Untervrrngntrg und Verwertung des angekauften Gemüses mW Obstes zu sorget: hat. Sie hat Abnahmestellen einzu- rtchten. Die Geschäftsabteilung wird bekannt 'machen, welche Sorten Gemüse und Obst sie erwerben will, unter welchen Bedingungen und bei welchen Abnahmestellen. Wer Gemüse und Obst zu den bekanntgemachten Bedingungen abgeben will, kann es bei der Geschäftsabteilung anmelden, die es durch ihre Abnahmestellen abzunehmen hat. Hat sich die Geschäftsabteilung bereit erklärt, Gemüse und Obst auch ohne vorherige Anmeldung abzunehmen, so kann es den bekanntgegebenen Abnehme stellen ohne weiteres zur Abnahme zugesaudt werden. Betriebe, die sich mit der Halt- I barmachung von Gemüse und Obst beschäftigen, haben oie ! Mengen, die ihnen von der Reichsstelle zugewiesen werden, nach deren Anweisung zu verarbeiten. Die Verordnung ist sofort in Kraft getreten. Die Nachfolge Delbrücks. Berlin, 19. Mai. Währelid der „Lokal-Änzei- g e r sagft datz, wenn die Verhandlungen heute zum Abschluß kommen willen, die in Aussicht genommene Ernennung von Exzellenz H e l f f e r i ch zum Staatssekretär des Innern und Stellvertreter des Reichskanzlers als Nachfolger Dr. Delbrücks ihrer Verwirklichung näher kommen würde, heißt es ™ 2 e - r /' SS °U i ^ en Zeitung": Als Kandidar für die Nachfolge Delbrücks im Staatssekretariat des Innern wird neuestens Regierungspräsident H e r g h t in Oppeln genannt. Staatsfekretär H e l f f e r i ch , so wird weiter versichert, werde lein Amt behalten, aber an Stelle Delbrücks Stellver- t r e t e rdes Reichskanzlers werden. Die Lebensmittel kandidatur sei dem Unterstaatssekretär Dr. M i ch a e 1 i s zugedacht. — Wie die „T ä g 1 i ch e R u n d s ch a u" hört, werde -Ltaatssekretär Helsterich Reichsschatzsekretär bleiben, aber die Stellvertretung des Reichskanzlers übernehmen. Als Nachfolger des Staatssekretärs Delbrück als Chef des Reichsamts des Innern werde Unterstaatssekretär Göppert genannt. * Berlin. 18. Mm. fWDB. Nichtamtlich.) In der Sitzuna de-. BundeSrats gelangten zur Annahme der Entwurf einer Be- katmtmachung über dieGründungeinerReichsstelle für Gemüse' unb Ob ft, über die äußere Kennzeichnung der Waren und über die Erhebung der Ernteflächen im Jahre 1916, fertier ein Anttag betteffetrd die Verwendung der MalzkontingeMe der Klein- brauernen und der Entwurf einer Bckamtttnachung über die Aende- su^g bsr Verordnung zur Entlastung der Gerichte vom 9. Septem- Berlin, 18. Mai (WTB. Nichtunrtlich.) Die Reichstags frattrorr -der Fortschrittlichen Volkspartei richtete ten Etire Exzellenz zwingen, ans Ihrem verantwortungsvollen Amt zu scheiden, ^imal in einer Zeit, in d-er Ihre vEewährte ! lettenve Hand schwer vermißt werdet: wird. Wir wünschen 'Eurer EMNenK Rat und Tatkraft möchten nicht fehlen' wenn es gilt, nach einem gjkücklich beendeten Kriege die großen Ausgaben der Zukunft zu lösen. Heute verbinden ^.^^^^lichsten Wi'mschen für Eurer (^zellenz baldige vollrge Genesung den wärmsten Dank für das große Maß erfolgreichen Wirkens in der Friedens- und Kuiegs^eit dessen Zeugen wir waren. ' " Berlin, 18. 2Äai. (WTB. Nichtamtlich.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion brachteeinen Antrag ent, der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß von den Stellvertretenden Generalkommandos die erlassenen Verordnungen über den Sparzwang für jugendliche Ar- oerter und Arbeiterinnen au fgehoben iverden. Aus Stadt und Land. Gießen, 19. Mai 1916. Zur Fleischversorgung. schreibt^ awtfi( ^ e Nachrichtendienst für Ernährungsfragen Aus einer Reihe deutscher Städte wird gemeldet, daß die rn Aussicht genommene Verbrauchsmenge an Fleisch pro Kopf stark herab geschraubt werden muß, teibveise auf die Halste. Es wäre verfehlt, darin die Wirkung einer über alle Berechnung großen Viehbestandsminderung zu sehen. Die Erklärung des preußischen Landwirtschaftsministers über die Hohe unseres Viehbestandes und die vorhergehetüren Erklä- rungen der Reichsfleischstelle bezeichnen als Ursache die mangelnde Schlachtreife des Viehs, veranlaßt teilweise durch das ungenügende Alter der Tiere, teilweise durch ungenügende Mastrerfe. Es muß der Grundgedanke jeder rationellen Be wirtschaflung unserer Viehbestände sein, das Viehkapital der Zahl wie der Güte nach zu erhalten. Und daher inuß das innge Futter und die Weide benutzt werden, die Tiere auf stärkeren Fleischansatz zu bringen. Damit wird eine starke Beschränkung unseres Fleischverbrarrchs unbedingt erforderlich und wenn zu dieser Derbrauchsbeschränkung kommunale Ra- tronrerung durch Fleischkarte tritt, die. das, was vorhanden ist, glelchmasttg verteilt, dann wird jeder Verbraucher sich und willig in die Last der Einschränkung fügen. Was der preußische Landwirtschastsminister über unse ren Blehbcstand sagte, läßt sich dahin zusammenfassen: die g e )lcgen ^ um 21,8 Prozent; das bedeutet eine Ver- ttlngmlg unseres Schafbestatldes, deren Wirkung auf die Fletsch-und ^olleversorgung sich erst nach Monaten bemerk- ^genüber der erwähnten Zählung ist der .Nlndviehbeitand um 1 Prozent zurück gegangen, während vre Zahl der Kälber unter drei Monaten um 72,2 Prozent l ß* Dw Abnahme liegt in der Altersklasse von oret Monaten b:s zu zwei Jahren, gerade in den Klassen also, d:e für die. Fleischversorgung ^in Betracht kommen. Futtertnangel und die Massenschluchtung des Vorjahres ftUv,o:e Ursachen des starken Rückganges unserer Schweine- F.b'kirnde Da in Friedenszeiten über die Hälfte unseres Ftetjchbedarfs durch Schweinefleisch gedeckt wurde, wird die ^^^bfletschversorgung jetzt sehr unzureichend sein müssen. Freu ich vretet d:e Zahl der am 15. April vorhandenen weniger als acht Wochen alten Ferkel (3,7 Millionen) gute Aus- ftchten auf Ergänzung der Bestände. Erfreulich ist es, daß Kaninchen- und Ziegenzucht größere Ausdehnung gefunden yaven; der Minister bezeichnet es als das beste Mittel für 'Vergrößerung unserer Kleinviehbestände, wenn auch Stadtbewohner und Industriearbeiter sich ihr widmen. ^ «« x 1 x! nn - r te gegenwärtige Versorgung also in manchem Lretracht viel zu wünschen übrig läßt, so kann man für die Zukunft ohne überspannten Optimismus bessere Aussichten erwarten. * im m i cofi X ^ n a l n ^ ^ r t t ctt. Aus Grund her ^o96 zwischen bett Regierungen von Hessen, Preußen unv Bayern gctwffeneti Vereinbarung tvtttde die Stelle eines Auf- mrli Zweiten N h c i n a n fsi ch t s be z ir k nach der Amtstzert hes Königlich Bayerischen Bauamtmannesi Entschließung des Gvoßh. Staatsmmi- ^ ^.ro ß h. Wasserbauinspekto r ^ a S* T Äl Schmitt in MaiNA übertragen. ~ n 11 ” K ^utnant Karl SieverS tm 10. Rhein, verlieben ^ 161 ' l ° Urbe b ° 5 Eiserne Kreuz erster K da s s e rnung vor minderwertigem „Fleisch- MittröirnSachsens werden nach einer dersachischen Mimstermms Fleischer m Erwerbung ; Z^enzen Ur eine n.irter der Bezeichnung „Fl ei s ch e r s a k". Zubereirung ans Blut ausgefordert. ^ s«f J cr ^- Clte snerzu mitacteilt: Ganz abgesehen davon, Blut von etnwandweier Beschafseuyeit, wie sie Vor^ssetzung kaum hc ? L^rikates sein würde, in größeren Metigen- kaum erhältlich sem tverde, koitne dte erwähnte Zubereitung nack» cunein Gutachten des sächsischen Landesgestmdheitsamles weder als s'Än i "^^^ch'. uoch als „Sparfleisch" angesehen werden. Auch scnen be: der geringen Haltbarkeit Gesundheitsschädigungen nicht Ü l nr 9 Vr , 0 rJ-™ 1“ interessierten Gewerbetreibend^ müssm deshalll werden der angebotenen Lizenzen dringend gewarnt . T* ^^l»r ief f aften Bei dem außerordentlichen Umfange, den der Bricsverkehr seit Jalwen angenontmert hat, wind die Brief- bellellung beionders ut den Städten innncr schwieriger Die Briei- ttager ,md häufm nicht im Sftande, die Bestellung mit der/ wü nsche nswerten Schnelligkeit auszusühren und die Poswerwasttmg Üt nreist üuht m der ^ge Abhilfe zu schaffen, weil eine Der- mehrung der Zalü der Briefträger allein die Schwierigkeiten nicht beserttgr. Das wirkiamfte Mittel zur Beschleunt- fOT.S ber Briefbestellung hat das Publikum selbst tn der Hand; es bei'teht in der Anbringung van Hausbriefkasten an den Eingängen der Wohnun- g e n. s.enn nicht mrr das Warten des Briefttägers auf das Oeffnen der Tur, das wiederholte Schellen usw. Mt überall da weg, wo ein Haii-.'muefka)len angebracht ftt, londern es sind auch in den Fällen wo inenmnd zu .Hause arrgetroffen wird, keine wiederholten Gänge zu machen. " D ie Verkehrsbestimmungen mit Seife haben eme Abänderung erfahren, die aus dem heutigen Kreisblatt -u erleben i,t. Wettere Bekanntmachungen im Kreisblatt betreffen die H o ch st p r e t s e für R i n d -, K a l b - und H a m m e l f l e i s ch, sowie Anlragsrechte in der Invaliden- und Hinterbliebenen- verftcherung. ** Soda für die Wa s chmittelindu strie. Die tm Jntereisc ztoockmäßiger Bewirtschaftung unserer Fett- nnd Oel- vorräte notwendig gewordene >Einschränkung des Seiferwerbraus hat eme^ starke 8^chftage nach nicht fetthaltigen Waschmitteln erzeugt Zur Herstellung des weitaus größten Teiles dieser Ersatz- Mittel. wie Kristall-, Fein-, Sleichsoda usw. roerden erhebliche Mengen S o da benötigt. Da auch an Soda eine gewisse Knappheit herrscht, soll tn Zukunft eine geregelte Verteilung auf die Verbraucher durch eine Zentralstelle für Sodaverteilung durchgeführt werden. Bei der Zentralstelle sollen die einzelnen Verbrauchergruppen durch Vertrauensleute vertreten sein, die den Bedarf ihrer Gruppe ammlden und Vorschläge für die Ber- tellung auf die einzeltten Betriebe machen^ Für die gesamte Waschmittelindustrie soll der Kriegsausschuß firc pflanzliche und tierische Oele und Fette diese Aufgabe übernehmen, da er bereits dttrch Zuteilung voti Fetten itsw. an die Seifenindustrie mit einem erheblichen Teile des in Betrack-t kommenden Kreist in dauentder Füh- lung steht mtd aml besten in der Lage ist, die wirklichen Bedürfnisse zu übertehen. In ihrem eigenen Interesse werden daher alle Hersteller von nicht fetthaltigen Waschntittellt, die Bedarf an Soda haben, gut daran tun, ihre Adresse möglichst umgehend der Sodastelle des KriegSausschusseS für pflanzliche nnd tterifche Oele und Fette. Berlin NW. 7, Unrer den Linden 68 a, anzuzeigcn, damit diese die erforderlichen Erhebungen über den Bedarf an Soda in die Wege leiten kann. ** Maikäfer als Schweinefutter. Bon verschiedenen Setten wird lebl-aft auf die Verfütterung von Maikäfern lstngewiesen, deren Auftreten in diesem Jahre in besonders hohem Umfange zu gewärtigjen ist. Diese Bestrebungen verdienen eine tatkräftige 8 örderung durch die gesatnte Bevölkerung. Namentlich den Schwüne- haltern unter den Arbeiten: wird in den Käfen: ein Futtermittel gebotet:, das durch seinen hohen Eiweiß- und Nährwertgehalt geeignet ist, die fast unerschnnnglicken Kraftfuttennittel z:i ersparen, (ückrvck- nete Maikäfer sind dreimal so eiweißreich als mittlere Roggenllei' und auch von höheren Stärfemcrten. Bei der Verfütterung ist aber zu beachten, daß der Mftikäfer häuftg eine Getterationsform des Niesen kratzers, eines höchst schädlichen Eingeweidewurmes, enchält. Dcck)iec ist es dringend geboten, die Käfer vor Verbrauch als Sckiweinefutter stets durch kochendes Wasser zu töten. — Ein Verftltten: der lebendet: oder zerstampften .Käfer kann zu lni>enflickten Gesundheitsstvntngen der Schtveme führen. In landwirtschafüichen Kreisen ist dies seck langem bekannt, und man handelt dort den Verhältnisse:: entsprechend w. F l a s ch e n s p i r i t u s. Zur Behebung des dtrrch die Spor ^ rung der Mgabe von Flaichenspirckus eit:getretenen ^cvtstandes soll durch Großvertriebsstellen der Spirittlszentrale eine Menge von 25 Prozent des früherei: Verbrauches au Flaschenspftittisi wieder abgegebet: werden trnb Mtwrr 20 Pvo-zent davon zum bisherigen Beztigspreise von 55 Pfemüg für eincii Liter gegen die non bett ©emembet: zu verteilende Bezugsmarüm westliche 5 Prozent zttm Preise von 1,50 Mark für eitwn Lcker ohne Bezugsmarken Durch dt>e vorerwähnten 20 Pvvzent soll der Bedarf der minderbemittelten Bevölkerung, der Elektrizität oder Gas nicht zur Verfügung steht, beftiedigt werden, wozu die Stadt- w:d Kreis- verwalttmgeii Bezugsmarket: und ztvar im 91Lonat l)öchstens fünf Marken für eniüt Hwisbalt aus geben. Die Abgabe erfolgt durch Kletnhätrdler. Der Vorkmrf der Restmenge von 5 Prozent zu 1.5() Mark Mr den Liter soll Paben sich mii rhret: Anträgen an ihre bisherigen Bezugsguelln: zu wenden. **Milchs cha f c Infolge der AOtchcnopphell i\t ine Aufzucht van Ziegen ..nd deren Haltung enrpfaVen '°ü> »-fördert mo^en. «iegmmilck „at da,irr auch \dm dKC meioitlufi nrofierc »ctbrei tung gesunden als früher, Äder auch Schafmilch kann dm ßieikm Zwecken dienen, denn ic i|t ebenso bekonmllrch wie wohl- K rt und , «hrbaft,,,, Dabei bietet dir Haltung M,ittermildifdiakn selbst gegenüber der Ziegenzucht, erhöhteBor- wit Schafwolle liegt in sehr er*eUu$em krieaswirtschastlichem Interesse Für die Fleischgenimnung kommt haü&iyJ ebenfalls sehr in Frage. Tuber i)t das ^ckxu in der Nabrunascmfnahme sehr genügsanr. Es bedarf keines besonderen Graftssondern ern.ährt sich dnrch Werdegang und Grun- futter allein Die bisherige Pflege der SchafzE, die unter, der Krieaswittschaft erheblich zugenonrmen hat, sollte sich auch au) die (^rveumiua ,md Verwertung der Milch erstrecken, der bisher noch nicht genügend Interesse zugewendet, -worden ist. Dre Milchge- minnrrna von Schafen kann gerade m der fetzigen Zeit, da das ggncbSt.rm der jungeri Lämmer nickst mehr von der Stillung ab- die Knappheit am Milchmarkt wesentlich bessern. Sie sollte habe?'in größerem Maststabe von der Landwirtschaft mid sonstigen a-i^bnltern gevftegt werden, da eine gewimibringeirde Verwertung Mlch gegeben ist und hierdurch die Rentabilität der Schaf- haltmrg nicht unwesentlich gesteigert werden durfte. } ** Unbestellbar zurückkommende Pakete an Angehörige des mobilen Feldheeres uiid an deutsche Kriegsgefangene im Auslande können häufig an die Absender nicht zurückgegcben werden, weil die ursprünglichen Aufschriftsangaben auf der Außpirfeite der Sendungen infolge Beschädigung oder Erneuerung der Umhüllung nicht mehr vorhanden oder unlesbar qewvrden sind und somit seder Anhalt zur Ecmittelung der Abseiüxn: fehlt. ES wird deshalb empfohlen, bei derartigen Senduilgen neben den vorgeschriebenen Vermerken in der Paket-, cmffcknift den Namen, Wohnort und die Wohnung des Absenders noch auf einem besonder en, in das Paket einzulegenden Zettel deutlich und vollständig anzng^en. Zu sonstigen schriftlichen Mitteilungen darf der Zettel nicht beirutzt werden. ** Förderung der Zucht von Champignons. Die allnväÄich herannalfende Zeit der Pilzsnche, die dank der immer mehr verbreiteten Bolksbelehrungen und der in Aussicht genvm- rnenen Pilzv>anderungen unter sachverständiger Füllung hoffentlrch daM beitragen wird, die Knappheit eiweistreicher Nahrungs- und Futtermittel ettvas zu mildern, hat dem Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Veranlassung gegeben, ement auf die sowohl in geschlossenen Räumeii wie an schattigen Platzen leicht Q"^übrbare Zucht von Champignons und anderen estbaren Pilzen bili^uweisen Beim ElMMpigiwkwau in geschlossenen Räumcm kommt e 2 vor allem auf die Art dieser Räume, auf die Herstellung der "teete nrid Behandlung des Düngers sowie auf die Be,chafsenheit her Brut und Reinzucht au. Uesber alles dieses spricht sich eine) ^.aö^ttlichung des Preußischen Landwrr ts ckmfts -Munster rn m s aus, die außerdem ioertvolle Fingerzeige gibt über dre Ernte und Verwertung, Schädlinge und Krankheiten, Betrieb und Ertrag. Das Flugblatt, das, sowett der Vorrat reicht, kostenlos von der Brairdenburgischeu Landwirtschaftskammer zu beziehen ist, erwähnt weiter die ChaMpignonzncht im Freien und nemtt Bez!ugsstellen für Chontpignonsaat, von denen besonders das Mykologische Zn- stttut der Königlichen Forstakademie Hannoversch-Münden genannt sei, von dem auch Brut für andere Edelpilze zu beziehen i\t. Landkreis Gießen. ** Eberstadt, 19. Mai. Das Deke na ts-G u sta v Adolf-Fest findet am nächsten Sonntag, nachmittags' 3 / 4 4 Nln hin statt. Festredner ist Pfarrer Schrimpf von Hirzenhain a. G Ö b e l n r o d , 19. Mai. Auch in unserer kleinen Gemeinde wurden zwei Söhne mit Auszeichnungen bedacht. So erhielt vor einiger Zeit der Gefreite Heinrich N i e b e r g a l l im Ref.-Jnf..Regt.' 87 die Hess. Tapfe rkeits medaille und m diesen Tagen Hermann Velten im Jnf.-Regt. 116 das Eiserne Kreuz. Hermann Velten i st i n d e n letzten Kämpfen schwer- verwundet worden. ü. Lollar, 18. Mai. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde Unteroffizier der Landwehr E h r i st, der Besitzer der Holz- wühle, im 14- Pommerischen Jnf.-Regt., früher tm Landst.°Bat. Gießen. Ferner erhielt diese Auszeichnung Musketier Ludwig Fuchs, der seit Beginn des Krieges beim Jnf.-Regt. Nr. 99 im Felde steht, Kreis Schotten. § Herchenhain, 18. Mai. Vor wenigen Tagen hat, wie wir berichtet haben, der Gefreite Kalbfleisch beim Dragoner- Regiment Nr. 24 das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten; nun ist auch sein älterer Bruder, der Kriegsfreiwillige Unteroffizier Kalbfleisch im Ref.-Jnf.-Regt. 223, mit dieser Auszeichnung geschmückt worden. Beide sind nun im Besitz der Hessischen Tapfer- keitsmedaiNe und de? Eisernen Kreuzes 2. Klasse. Sie stehen noch von Anfang des Krieges im Felde. Der Aeltere ist seit einigen Tagen am rechten Oberarm verwundet und befindet sich im Feldlazarett. Aus unserer Gemeinde sind nun acht Mann ausgezeichnet worden; drei von ihnen doppelt. e. S t e i n b e r g b. Gedern, 19. Mai. Der Gefreite Eschen- rüder von hier erhielt am 3. März 1915 die Hessische Tapferkeit s m e d a i l l e und am 22. April 1916 das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. Kreis Friedbera. 93t. Friedberg, 19. Mai. Von einem Landwirt der Umgegend wurde ein Drachen nebst mehreren hundert Vöeter Draht, sowie ein Registrierapparat anfgefnnden. Der Llpparat war während des Aüsfindens noch im Gang. Anscheinend gehört der Fund einem meteorologischen Institut, das ihn vielleicht ungern vermißt. Ter Registrierapparat trägt die Firmenaufschrift I. und A. Boch, Straßbnrg, sowie die Fabriknummer 737.. Vielleicht gelingt es hierdurch, die gefundenen Gegenstände ihren Eigentünvern zuiück^uerstatten. Bl. Frisdberg, 19. Mai. Der Infanterist Jsrdor Ehrlich im ostpreußischen Infanterie-Regiment Nr. 61 erhielt dre Hessische Tapferkeitsmedaille. o-o Vilbel, 19. Mai. Die Rechnung der S p a r - u n d Leihkasse Vilbel schließt für das Geschäftsjahr 1915 bei einem Gesamtumsatz von 1 442 030 Mk. mit einem Verlust von 4489,42 Alk. ab. Die Zahl der Mitglieder ist aus 60 heruntergegangen. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Aus Rheinhessen, 19. Mai. Die Reben sind Mt vorangekommen und haben unter dem Frost und der ‘saÜfjle der letzten Tage und Nächte, abgesehen von einigen tieferen Stellen, nicht gelitten. Der entstandene Frostschaden ist ganz geringfügig. Das Weiugeschäst erweist sich noch immer als äußerst lebhaft. Fortgesetzt kommt es zu Verkäufen. Vor allem werden 1915er genommen. Bezahlt wurden für das Stück 1915er in Stadecken 970—980 Mk., Spieslfeim 960, Mottenheim 1000, Oppenheim 1200, Nierstein 1400, Bechtheim 1050, Alsheim 1100, Groß-Wmtern- Heim 980—1000, Heßloch 950 Mk. Bl. Rümpen he im a. Main, 19. Mai. Dem Sohn, des Land-gräflichen Gutspächters Ed. Viehmcmn, dem Bizefeldwebel Ed. V i e h m a n n-, wurd e das Eiserne Kreuz verliehen. Hessen-Nassau. Die bulgarischen Abgeordneten in Frankfurt. --- Frankfurt a. M.. 19. Mai. Unter Führung des Regierungspräsidenten Dr. von Meister und des Stadtrats Dr. Saran besichtigten die bulgarischen Gäste gestern früh die IKühlanlugen der Wild- und Geflügelhandlung E. und I. Mayer. Die Herren bewunderten vor allem! die in den Räumen aufgestapelten riesigen Fleischvorräte — rund 5 Millionen Pfund —, die füL verschiedene deutsche Städte bestimmt sind. Hieran schloß sich ein mehrstündiger Besuch der chemischen Fabrik „Elektron" in Griesl>eim a. M. Um 1 Uhr wurden im „Römer" in Gegenwart der Spitzen der staatlichen und städtischcu Behörden die bulgarischen Abgeordneten, durch Oberbürgermeister Vvigt fesllich empfangen Auch etwa 15 bulgarische zur Zeit im nahcu Homburg wellende Vfsiziece hatten der Einladung Folge gelerstet. .An die Begrüßung schloß sich im Hafter,aal eru Jrnbiß. Bei dreser Gelegenheit hielt der Oberbürgermeister eine Rede, in der er vor allem auf die blslorr,chen Beziehungen iFrankchrts zu Bulgarien hinwies und dann die bulgarische Armee feierte. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Bulgarien schloß er seine Ansprache. Vizepräsident Dr.M o m t - schiloff dankte in französischer Sprackye für den herzlichen Empfang !©r feierte bann das Hamburger B i s ma r ck de n km a 1 als das Symbol deutscher Kraft und den Genius Goethe, m dem Bulgarien den Berkörperer deutschen Geisteswesens verehct. Beide — Bismarck und Goethe — seien das Symbol jenes 5tolosies, an dem alle Feinde zerschellen und verbluten müssen, und jenes Kolosses, der arbeitet, weil er die Arbeit liebt. Mt dem Wunsche, daß für Deutschland und Bulgarien ein Zellalter der Brüderlichkeit und Gemeinsamkeit von nun an aufblühe, schloß er mit einem Hoch auf den deutschen Kaiser und Deutschland. — (später besuchten die Gäste das Goethehaus!, die Universität, den Palmengarten und die städtischen Krankenhäuser. Abends ivohnten sie einer Festvorstellung im Opernhause bei. Ihre Abreise nach München erfolgt Freitag vormittag. Eine lEinladung nach Darmstadt mußten die Herren wegen Zeitmangel ablehnen. sj Marburg, 19. Mai. Ein seit Kriegsausbruch vermißter junger Mann namens Bertram von hier, der sich damals in Südrnßland befand und aus seiner Tätigkeit als Ingenieur in Ge- sangelischnst abgesührt wurde, hat jetzt zum ersten Riale seinen Angehörigen ein Lebenszeichen geben können. — Eine am Sonntag von der hiesigen Ortsgruppe des Flotteubundes deutscher Frauen ueranftdtete Sammlung für die Marinelazarette ergab die stattliche Summe von 1510,50 Mark. nl. Weil bürg, 19. Mai. Auf der hiesigen Station ereignete sich ein schwerer Unfall. Beim Rangieren geriet der Eisenbahn- arbeiter Haibach aus Ahausen zlvlschen die Puffer zweier Wagen und erlitt so schrvere Verletzungen, daß er bald daraus starb. -- Frankfurt e reichte, herrschte Einsamkeit. Aber eine steim'nre >Ein- samkeit, die etwas Ergreifendes und Widernatürliches an sich hatte, etwa wie ein Theater, a^rf dem man die Schauspieler nicht sicht, während das Drmna doch gespielt wird. Hier standen die Gewehre sich Rede und Gegenrede. Die Schüsse ertönten zuweilen so in unserer Nähe, daß wir auf Befehl des Kapitäns uns in die enge Kajüte zurückziehen mußtpn, während der Zerstörer drehte, so daß jetzt das Kanonenrohr sich in finsterer Drohung dem Ufer zuwandte. Noch ein leichter Stoß und wir waren am Ufer, gegenüber dem Zollgebciu.de, einem schöneir .Marmorbau, der noch, ganz frische Wunden trug, nur 200 Meter von der O'Connel-Brücke entfernt, an der sich dre Front der Mifrührer und der Truppen entlang zog. Etwa 50 Met^er davon erhob sich im klaren Morgenlichit die berühmte „Liberty Hall'5 die jetzt wie zu Larkins Zeiten, wieder der Mittelpunkt der Empörung geworden war. Bald mll dumpfem, bald mit scharfem Ton schlugen die Geschosse um uns ein. Sckmelles Landen war also geboten, und dann ging Birrel an dem einsamen Ufer entlang, ohire jegliche Begleitung, den wcichien Hut tief ins Gesicht gedrückt, seine gelbe Aktenmappe unter dem Arm, gerade als sei er der erste beste Gieschastsmann. Wir anderen suchten den Weg an den Mauern, mir in die totbringende Stadt zu gelangen. Selw bald begegneten wir den ersten englischen Soldaten., die sich in dieser ftühen Stunde an einem Feuer wärmten. Die Ausrührer waren bereits in die Verteidigung zurückgedrüngt und kämpften mit dem wütenden Mute der Verzweiflung auf verlorenem Posten. Von einem Hotel aus konnte ich dann ganz genau das Bombardement Dublins beobachten. Das Kanonensckiff „§)elga", das gerade vor unserem Fenster Anker geworfen l-atte, eröffnete das Feuer auf die etwa 300 Meter eirtfernte große Brrnrnttocinbrennerei,, von deren Dache die grüne Fahne der Rebellen wehte. Gleich! bei den ersten Entladungen stiegen wir in das obere Stockwerk unseres Hotels, welches einem englischen Regimentsstab als Beobachtungsposten diente und dessen Fensterscheiben unaufhörlich! beschossen wurden. Dort bot sich Uns ein wahrhaft phantasttsches Schauspiel. Aus nächster Nähe spie dü „Helga" ihr Feuer gegen das große Gebäude. Bei der erstaunlichen Munittonsverschwendung — über hundert Geschosse wurden gegen dieses^ eine Haus! gesandt — sank das sechsstöckige Gebäude rasch zu einem Trümmerhaufen zusammen und die grüne Fahne fiel heruitter. Traurig war der Anblick der vielen städttschen Krankenwagen, die die Opfer des Aufftandes, darunter Greise, junge Mädchen, Mütter und Kinder, sortführtcn. Die Kutscher dieser Wagen trugen eine Art rote Muse — ähnlich der der Garibaldiner —, und dieses Rot erschien mir plötzlich als das Symbol all.dieses vergossenen irischen Mutes." 1 — 1 (1) - 7 (4) — 3 (3) 2 1 — 1 ( 1 ) - 6(3) - 2(1) - 5(5) - 1 4(3) 4(3) 2 ( 1 ) _3(2) 1 ( 1 ) 1 46 (29) 1 ( 1 ) 1(D 3(2) 3 Altersschwäche Maiern Diphtherie und Krupp Typhus Wundkrankheiten Tuberkulose Lungenentzündung Jnsiuenza Krankheiten der Atnrungsorgane Krankheiten der Kreislauf- organe Gchirnschlag anderen Krankheiten des Nervensystems Magen-Darmkatarrh anderen Krankheiten der Ver- bauungSorgane Krankheiten der Harnorgane Krebs Selbstmord Verunglückung anderen Todesursachen unbekannte T odesursache n_ Summa: 67 (39) Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betresferrden Krankhett aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Veröffentlichung des v;roßb. Kreisgesundheitsamts Gießen. - Med.-Rat Tr. W a l g e r. 2 ( 1 ) 2 ( 2 ) 1 ( 1 ) 2 ( 1 ) - ^( 2 ) 14187 vermischtes. * Halle (Saale), 18. Mai. (Priv.-Tel.) Gestern abend wurde der Trödler Hermann Haedicke, genannt Roeder, in seiner Wohnung, die ihm gleichzeitig auch als Geschästslokal diente, durch Beilhiebe ermordet ausgesunden. Die Volizei hat aus die Ergreifung des Täters eine Belohnung autzgesetzt. * H a in b n r g, 18. Mai Heute morgen wurde der praktische Arzt Dr. Grunr brecht in seiner Wohnung von einem Patienten aus Rache durch zwei Schüsse getötet. Seiner Verhaftung erwehrte sich der Täter durch mehrere Schüsse; er verwundete einen Polizeibeamten nicht unerheblich an der Schulter. Die herbei- germene Feuerwehr konnte den Täter überwältigen. * Geld oder Orden. Friedrich der Große pflegte für de sondere Leistungen im Kriege nicht nur Orden, sondern rnanchmal an Stelle solcher Auszeichnungen auch Geld zu spenden. In einem Gefecht hatte sich nun ein junger, schneidiger Offizier besonders ausgezeichnet; der Köiiig halte davon vernommen, ließ den Ossi zier kommen und legte ihm eine Rolle von 50 Friedrichsd'or aus den Tisch, daneben aber einen Orden und sagte zu dem Offizier: ^Hier! Wähl' er! Eins von beiden kann er nehmen!" Der Ossi zier trat au den Tisch, steckte unbedenklich das Geld zu sich und machte eine militärische Dankeserweisung. Friedrich der Große, der eine andere Wahl erwartet hatte, blickte den Offizier ernst an und sagte: „Bei einem tüchtigen Offizier hätte ich mehr Ehre im Leibe erwartet 1* - „Sire," sagte der Offizier, *td) habe Schulden die will ich so schnell tuic möglich bezahlen, das verlangt die Amtlicher Wetterbericht. Oesfentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sanistag, den 20. Mai 1916 Heiter und trocken, warm. kehle Nachrichten. Der Deutschenhasser Nicolson. Budapest, 19. Mai. Der „Pester Lloyd" bemerkt yu dem Rücktritt der Unterstaatssekretärs Nicolson: Damit scheidet ein böser Geist aus dem britischen Answärttgen Amt, der für die gehässige aggressive Richt'mg der englischen Politik eine starke treibende Kraft bildete. Er ist einer der treuesten und verbiffensten Verwalter der Tradition Eduards gewesen. Zur Zeit, als er Botschafter in Petersburg war, trat er in einen verhängnisvollen intimen Verkehr mit der Redaktion der „Nowoje Wremja" und schürte dort das Feuer, das zum Weltbrand aufflammte. Sein eigener Sohn, Offizier der britischen Armee, sagte vor Beginn des Krieges zu einem Bekannten, der nach dem Befinden des Vaters sich erkundigte, sein Vater würde vor Deutschenl-aß noch irrsinnik» werden. Das überlastete England. Bern, 19. Mai. „Hvmme enchcrma' empfing einen Brief einer aus dem (Sobiete des Seehandels hervorrugOtden englischen Persünlichkeft, die sich gegen die Angriffe des Blattes gegen England wehrt. Der Englmrder schreibt, er ll-abe die englische Regierung von vornherein daraus aufmerksam gemacht, daß die Frachten- und Kohlen frage große Verstimmung in Frankreich Hervorrufen werde und soivvhl während des Krieges wie nachher auf die guten BeziehMigcn der beiden Länder schädlich wirken könnte. Jetzt aber müsse er sagen, daß die beständigen Rellamattonen der sranrösisckien Regierimg bei England einen sehr bedenklichen Einfluß ausüben können. Schon jetzt sage man in sehr einftusneichen Kreisen Englands: Warum haben die ftanzöfischen ffieeder oder hat die französische Regierung nicht am Anfang des Krieges neutrale Schiffe gekauft oder Lechartert, ehe man radikale Maßnahmen brauchte, um die Lage zu verbessern, anstatt sich immer an unser Land zu inenden? Wir müssen Italien^ Rußland, Belgien und Serbien versorgen, und der 2lugenblick wird bald kommen, wo wir das nicht mehr können werdeir, wenn die Verbündeten nicht selbst ein wenig sich bemühen. — Diese Betrachtung, schreibt der Engländer, ist nicht ohne Berechttgung. Mes will man von England. Sckfifte, Kohlen, Explofivstvffe, Stahl, Waggons. Lokomotiven, Fleisch, Brot, Geld. Alles soll England liefern. Im selben Augenblicke fordert man auch noch Armeen, die in einem geuau-en Verhältttts zu Englands Bevölkerungszahl stehen, und die Aufrechterhaltung seiner ungeheuren Kriegsflotte. Ist das nicht ein wenig zuviel verlangt? Uud dabei denkt mau in Frankreich durchaus nicht liebenswürdig über uns: „Der Krieg ist ein gutes Geschäft für England. Was Wunder, wenn die Englöudt'r wünschen, daß er lange dauert!" — Langsam macht sich dieser Zustand der Dinge in >England fühlbar. Mir scheint, er bat eine Bedeutung, die man nicht übertreiben kann. Wir find fern vom Ende des Krieges und Man davf diesen Oteift des gegenseitigen Adißvergnügens nicht noch wachsen lassen. Wias l>at aber der französische Staat getan, um die Lage zu verbessenr? Man hat sehr viel erörtert, aber man hat nichts getan. Am Schluffe seines Briefes gibt der Engländer den Franzosen ben Rat. Schleppschiffe zu bauen, wie sie im Kohlen- verkehr zwischen Deutschland und Schweden vielfach in Amvendnng sind. Dieses sei ein billiges Mittel, uni die Frachtsätze etwas zu vermindern. Anschlaa siegen Admiral Monplaisir. Wien, 19. Mai. Das Athener Blatt „Enrbros" meldet, daß ein Attentat gegen den Reorgairisator der Serben in Korsu, den ft N Erstlings-Wäsche vorrätig Sn vielen Ausführungen. Bei Extra-Bestellung prompteste Lieferung. C. Ä. Hartmann Spezial - Ausstattungs - Geschäft Wäschefabrik ! 3770 a Am 5. ds. Mts. ißt der Oberst und Kommandant der Festung Thom Schimmelfennig infolge eines Herzschlags sanft entschlafen. Der Verstorbene war vom Februar bis November 1914 Kommandeur des Infanterie- Regiments „Kaiser Wilhelm“. Er hat das Regiment von Sieg zu Sieg geführt und seinen Namen für alle Zeiten mit der Geschichte de» Regiments verbunden. Das Offizierkorps wird seinem verehrten ritterlichen Kommandeur, dem lieben Kameraden ein treues Andenken bewahren. Im Namen des Offizierkorps: Hasse Oberstleutnant und Kommandeur des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm“ (2. Grossherzoglich. Hessisches, Nr 116. 3856D Allen Bekannten. Freunden und Verwandten die schmerzliche Nachricht, dah unser liebes Kind und Schwesterchen Kätchen Habicht im Alter von 13 Jahren nach kurzem schweren Kranksein sanft entschlafen tst. In tiefer Trauer: Familie Schmidt. Gregen (Muhl)tr. 25», den 18. Mai 1916. Beerdigung Samstag nachm. 5 Uhr vom neuen Friedhof aus. 0970? LQLQL LL> QL LL> L>L> Männer-Badeverein Scli wimmbad, Bad f'ürNicbtsch wimmer Luft-, Licht- und Sonnenbad Ij&P' Die Anstalt ist eröffnet. Beitrag für ordentliche Mitglieder Mk. 4 —, deren Sohne können das Bad bis zum 14. Lebensjahre unentgeltlich benutzen. Die außerordent- lichen Mitglieder zahlen einen Beitrag von M. 5—. Für Schüler, deren Väter dem Verein nicht angehören, ist der Beitrag auf Mk. 2.— festgetzt. Milltfirpersoisea können während dieser Badezeit gegen einen ermäßigten Beitrag als außerordentliche Mitglieder beitreten. [3868D Nach wie vor unterhalte ich ein Lager von ca. 2000 Kilo Hanf-Bjodfadenii. Kordel sortiert in verschiedenen Stärken und Wickelungen. 1 h«a