Nr. W Erster Matt M. Jahrgang Der Kieheuer Auzei-er erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Eiestener.famU ienvlütter; ztvetmal wochentl.Ureir- vlallfurden Ureis Gietzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wittschaftticheZettftagen Ferigprech - Anschliiffe: ttir die Schritt! ei tting 112 Verlag,Geschaiisstelleöl Adresse st'ir Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige« bis zum Abend vorhin Uotatisks-ruck «n- Verlag der vrühl'schen Uni»..vuch- M!d Lteindruckerei rr. Lange. SchrMIeMyg, Geschastrftellr und Druckerei: Zchulstr Dienstag, 15 . Mal M 6 <> e \ ji <\ 3 51* c ; - , monatl. 90 Pf., viertel- iahrl. Alk. 2.65; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch diePost Dtk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pi., ausrv. 20 Pf. — Haupt- schristleiter: Aug. Goctz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goch; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. N.Zeip: für den Anzeigenteil: v>. Beck, sämtlich m Gießen (WTB.) Trotzes Hauptquartier, 15. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In vielen Wschnitteü der Front war die beiderseitige Artillerie- und Patrouillentätigkeit lebhaft. Versuche des Gegners, unsere neugewonnene Stellung bei Hüll u ch wiederzunehmcn, wurden, soweit sie nicht schon in unserem Artilleriefeuer zusannnenbrachen, im Nahkamps erledigt. Im Kampfgebiet der Maas wurden Angriffe der Franzosen am Westhange des „Toten Mann" und beim C a i l l e t t e - W a l d e mühelos abgeschlagen. O e st l i ch e r und Balkan-Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. * * * Wie mittelmäßig und fade klingt alles, was die Staatsmänner der Entente über die Ergebnisse des Krieges oder seinen Ausgang reden oder schreiben! Und wohin ist der kühle Rechner Sir Edward Grey gekommen, daß er, statt neue Wege und Erkenntnisse zu eröffnen, die dem Wclt- geschehen der letzten beiden Jahre Rechnung tragen, immer wieder an der kalten Suppe des Streiten über die Schuldigen herumlöfseln muß! Was er einem Vertreter des „Daily News" in langen Ausführungen, die wir im Beiblatt wiedergeben, über den Krieg neuerdings gesagt hat, ist so eilfertig ans deur großen Blechgeldkastcu des Jnselvolkes herausgcschöpft, entbehrt so offensichtlich der historischen Tiefe, daß man nur ungern die alten Phrasen von englischer Humanität und deutscher Barbarei widerlegt. Denn daraus läuft das Gerede wieder hinaus, uns als die Barbaren, England aber und seinen Anhang als die auserwühlten Vertreter göttlicher Moral auszuposaunen. Wir wollen darum vorwegnehmen, was in der Greyschen Aeußerung an knöchernen Wünschen oder an Willen noch vorhanden ist, während wir das schwammige Fleisch seiner Phrasen, mit ein paar Salzkörnern beworfen, ruhig beiseite legen können. Es paßt in die englische Stim- murrgspcedigt für Europa und die neue Welt, daß er „lln-- redjt gesühnt", das „Recht" wiederhergestellt wissen will. Also fordert er die Wiederherstellung Belgiens, Serbiens und Montenegros und weitere Entschädigungen. Von Rußland spricht er lein Wort. Das ist in einer so langen Bch trachtung, die ernst genommen sein möchte, doch eine arge und auffallende Lücke. Und Grey spricht vom sicheren Port seines Ministersessels aus auch einige Gewaltworte über den Frieden und seine etwaige Vermittlung, selbstverständlich vom Herrenstandpunkt aus, von der Höhe des Siegers herab. Wenn Neutrale mit Friedensvorschlägen kommen, sagt er, so „müssen sie mich wissen lassen, auf welcher Seit« sie stehen" In, das ist der alte Friedenskon ferenz- standpüukt dieses echt englischen Gtaatsrnannes! Er hebt ihn ja auch bei seinen Beschnllxvglnngen gegen Deutschland sehr sein aufs Neue heraus. Wrr haben bei Beginn des Krieges seine Konferenzv orschlLge ab gelohnt, also'sind wir am Kriege schuldig. War es uns nicht auch erlaubt, wenigstens einmal darüber nach-zndenken, ob die Käufer em auf unserer Seite gestanden hatte oder nicht? Der schalkhafte WeltHtteidenshäitdler dreht in seinen zarten Fingern noch mehr von solch duftigern Zeug. Blumenreiche. Hoffnungen für die Freiheit und Unabhängigkeit der Nationen Europas! „Wir haben Vertrauen in internationale Konferenzen.^ Fa, wir dürfen es anerkennen, England war ein ge- nächtiger Kaufmann in der Welt geworden, dessen Wort und Stimme im Rat der Völler etwas galt und noch heute, wenn auch schon in abgeschwächtem Maße, gilt, well es Länder- interessen zu verschachern, seine Macht brutal zu nutzen versteht. So ist es ganz natürlich, daß Grey aus der Ein- rrechunaskette des "Königs Eduard, die er selbst um manches kunstvolle Glied bereichert hat, einen Rosenkranz der Menschen- und Völkerliebe macht. Die Stacheln sitzen nach seiner Behauptung nur im preußischen Militarismus, gegen den er das große Heer der Nichtgläubigen mobil macht. Die deutsche Demo^atie, auf die er geioisse Hoffnungen setzt, wird ihm jedoch schwerlich bei der Erreichung seiner ; Kriegszielc helfen. Wenigstens haben wir in der „Franks. 'Ztg." bereits eine ablehnende Bemerkung gelesen. Der gnadeiwolle Ton Oveys, mit dem er das deutsche Volk selbst befreien zu wollen vorgibt, erinnert uns an alte, vergangene Zeiten, da Albion uns noch wohlgeneigt war. Wir haben von Heinrich .Heine, dem Nählrer demokratischer Ideale, ein Wort, das von scharfer Beobachtungsgabe zeugt. Er erkannte die Wölfe auch im Schafspelz. In feinen Briefen ans Barsges in den Pyrenäen vom August 1840 schildert ^ uns mit feinem Humor auch einige englische Badc- besucher, „rotgesunde, beefsteakgemästete Gesichter, die mit der bleichen Gemeinde der Büdegäste schier beleidigend kontrastierten". Der bedeutendste dieser Engländer war ein enorm reiches, bekanntes torystisches Parlamentsmitglied, das „besonders unsere Redlichkeit und Treue rühmte". Und in einem späteren Briefe kommt .Heine auf diesen Herrn zurück, von dem er wieder schreibt: „Er zollt noch immer die gerechteste Aneckcirirung unsere H a u s t u g e n d e n und s i t t l i ch e n ,V>v r ft ii a c n. Doch will es mich bedünken, als liebe er uns weniger enthusiastisch, seitdem ich in im fern Gesprächen die Aeußerung fallen ließ, daß die Deutschen jetzt ein o r >o ße s Ge [ di st e c m pfä n d e n nach dein Besitz einer M a r i n e, daß.wir zu allen Schissen unserer f ü u ft i n e n Flotte schon die Rainen ersonnen, daß die Patrioten in Iden Zwangsprytaueen statt der bisherigen Wolle jetzt nur Linnen zu Segeltüchern spinnen wollen, und daß die Eichen int Teutoburger Walde, die seit der Niederlage. des Varus geschlafen, endlich erwacht feien und sich zu freiwilligen Maftbäumett erboten haben. , Dem edlen Briten mißfiel sehr diese Mitteilung, nnd er meinte: wir Deutschen täten besser, wenn wir den Ausbau des ^Kölner Toms, des großen Glaubenswerks unsrer Väter, mit unftersplitterten Kräften betrieben. Jedesmal, tvenn ich mit Engländern über meirte Heimat rede, bemerke ich mit tiefster Beschämung, daß der Haß, den sie gegen die Franzosen I-egen, für dieses Volk weit el-ren voller ist als die impertinente Liebe, die sie uns Deutschen crngedeihen lassen, und die wir immer irgend einer Lakune nnserer weltlichen Mack)t oder unserer Intelligenz verdanken^: He lieben uns wegen unserer maritimen Ultnchcht, wobei siebte .Handelskonkurrenz zu besorgen steht: sie lieben uns.wegen unserer politischen Naivetöt, die sie im Fall eines Krieges mit »Frankreich in alter Weise auszubeuten hoffen." Wir wollen diese weise Festnagelung eines demokratischen Beurteilers nicht vergessen, denn die Zeilen ändern sich, abernur die Methode, nicht der Charakter der Völker ändert sich mit ihnen. Heute sind die Franzosen nnd die übrigen unter der sattsten Obhut Englands stehenden Volker dre ungefährlichen Hausfreunde, die das große Ueberseegeschäst nicht stören, sondern treulich am Ofen jitzen nnd knurren, wenn das „Gleichgewicht" erschüttert erscheint. Wir Deutsche aber haben die spöttische Ankündigung Heines wahr gemacht, und durum lobt John Bull nicht mehr unsere Haustugenden, sondern er wirft uns unter die Bölrerbedrücker nnd Weltfriedensfeinde. „Rotgesnnd und beessteakgeinästet". * . * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 15. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. Mai 1916. Russischer und s ü d ö st l i ch c r Kriegsschauplatz. Unperäudert. Italienischer Kriegsschauplatz. ßsi'steru nachmittag entwickelten sich in mehreren Abschnitten lebhafte Artilleriekämpfe, die auch heute forwauern. Nachts belegten unsere Flieger die Adriawerke von M o ii f a l c o it e , den Huhntzof von Eervignano und sonstige militärische Anlagen uusgiedig mit Bovlben. Alle Flugzeuge kehrten unversehrt zurück. Westlich von San Martina warf unsere Infanterie den Feind aus seinen vorgeschobenen Gräben und schlug mehrere^.Angriffe ab. Vorstöße der Italiener mirdlich des Monte San Michele brachen zusammen. Die Stadt G ö r z stand alrends unter Feuer. Auch nördlich des Tolm einer Brückenkopfes drangen unsere Truppen mehrfach in die italienischen Gräben ein. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Fekdmarschallcutnant. * EreignissezurSee. Am 13. nachmittags hat ein Geschwader von Seeflugzeugen militärische Anlagen Volonas und der Insel S a s c n o erfolgreich mit Bomben belegt und ist trotz sehr heftigem Abwehrfeuer wohlbelwlten eingcrückr. Flottenkommando. Die Handelsverträge Rumäniens mit den Mittelmächten. Petersburg, lo. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Alle Petersburger Zeitntigett haben eilte Mitteilung ans dem Pressebnrean des Mittisteriuins des Answä-rtigen veröffentlicht, itt welcher es heißt: Die Handelsverträge Ru°> m ä niens überschreiten, indem sie ihnen den Markt zur Beschaffung notwendiger Naturerzengnisse eröffnen, ossen- sichtlich den Rahmen rein kvmnterzielter Mkommen. Vielmehr hat das Abkommeit ^ümnärtiens mit Deutschland nnd Oesterreich-Ungarit nach Mfsnssung unserer leitenden Kreise große politische Bedetllung, obwohl die rutnäTllsche Regierung den Verbandsmächten zu versichern sich bertÄht, daß der Älbschlnß dieser Abkommeit tticht als Zeichen für eine Aenderurrg der politischeit Richtung der rumänischen Regierung angesehen werdet! darf. Dalj-er haben die V erbau d smä ch te Sdjvitte für nötig gehalten, um die Umstände, welche zum ^Abschluß des rümärtischen Handelsabkommens zuerst mit Deutschland nnd damn uuch init Oesterreich-Urtgartt geführt haben, genau zu ersa.hren. Eine Kricgsrede Porncar^s. Basel, 15.Mai. (zf.) Präsident Poitrcars hat bei seinem Besuche in Nancy vor dem Gemeinderat nnd den Flüchtlingen aus Lothringen eine Rede gehalten, aus der die Agence Havas folgende Stelle verbreitet: Ich werde nicht t u he n vor der Erreichung eines völligen Sieges. Im Namen der Helden der Mmme, der Dstr und Verduns beteure ich, daß alles Unrecht, das der deutsche Einfall über die französischen Städte und Landschaften gebracht hat, gerächt werden wird. Die Z e n t r a l m ä ch t e, die nun Gewissensbissen gepeinigt werden, weil sie diesen schrecklichen Krieg entfesselt lfaben, und die sich von der Entrüstimg und dem Haß des Men schien ges chl-echts betroffen sül-len, versuchen heute, die Welt glauben zu m-adjim, daß die Alliierten allein für die Verlängerung der Feindseligkeiten vermrtwarllich feiert. Ties ist etrtc arge Ironie, ote zu sendet!, wird hier für bedeutungsvoll gehalten. Abgesehen von ihrem offen'ickülick menschenfreundlichen Beweggrund, wird der Micht des Präsiden- ten, die diplomatisch? Erörterung mit England, welche währen: des kritischen Stadiums des Unterseelwotstreires zivisckten dett Bereinigten Staateil und Deuffchlaird zeitweilig rultte. wieder aufzn- ttehmen, in diplomatisckZnt Kreisen Bcdeuttmg beigemesscn. New Dort,'15. Mai. lWTB.) Funkspruch von dem V>",' tretet des Wolfs-Bureaus. WashingtvTter Depeschen melden: Negierung bereite einen Protest a u England gegen dessen Politik vor, Verschiffungett von Hilfsmitteln des Amerikanistmu. Roten Kreuzes, die für die Mittelmächte bestimmt sind, ausz:: halten. L ans itt g hat einen Brief von dem srüheren Präsidenten Taft erhalten, der jetzt Vorsitzender des Zentralkontitees des Roten Kreuzes ist, in dem dieser solckie Ddaßnahmen dringend fordort. Tafts Briet liat es zttnt erstenmal an deir Tag geßrocht daß England es wrinell abgelehnt hat, die Erlmtbnis für die Verschiffung von Hilfsmitteln an die Nrittelmäcküe zu geben, außer wenn sie für amerikanische Hospitäler itnd sonstige Anstalten best int mt sind. Diese Ausnahme, schrieb Tast, sei wertlos, weil infolge des Mangels an Mtteln das Note Kreuz seit Oktober ver- gangerrcm Jahres in den kriegsichrenden Ländern keinerlei Anstalten unterhalten hat. Taft sagt in dem Briefe: Die Behörden des amenkanischien fftoten Kreuzes sind der Ansicht, daß gemäß der Genfer Konvention, welche die Bereinigten Staaten uird alle kriegführenden Mächte unterzeickmet haben, die Bereinigten Staaten eilt vertragliches Recht l.xrben, darauf zu bestehen, daß Artikel, die ausschließlich Kranken uird Verwundeten dienen, in Form von Medizinalartikeln von dem atnerlkanisckZen Roten Kreitz an das Rote >ßreuz der Mittelmächte verschickt nnd nicht als Banltware erklärt lnerden, sondern ihnerr die sichere Ueberführmlg an ihren Bestimmungsort gestattet wird. Aus China. Berlin, 15. Väai. (MTB.) Die chinesische Gesandtsck>att teilt über die Lage in China tnit: Trotzdem fünf Provinzen sich für unabbängig erklärt lwben, sdeht fest, daß die Kämpfe nickit fortdauerit. Der Militärgouvcrneur von Nanking, General- feldmarschäll Fona Küvchang utrd der Milltärgonverneur von Anhui, General Ni Shch-Chung, sotvie der Getreralinspetor der Streitkräfte int Nangtsetal, Chang Hsueit, baten gemeinsam den Präsidenten Puan Schikai telegraphisch, auf seinem Posten zr verbleibett. Sie 'haben die Provittzen aufgesordert, vor dem 15. Ma Bertteter zur N a 1 i o n a l k o n f e r e n z nach Nanking zu ent sendet. Es steht außer Frage, daß die politischen Schwierigkeiten aiä friedlichem Wege überivundett tverdett. Der Rei6)tag§au8ichnß nnd die Ernlihrungsfragen. Berti n, 16. Mai. Der R c i ch s ha u s h a l t s a u s s ch n ß des R e i ch s - tage.s trat heute vormittag zusammen, um mit der Pe> ratnng der Fragen der Volksernährung zp beginnen. Von der F o r t s ch r i t t l i ch e n Volk s Partei wurdi Vertagung beantragt, rveil die Beratung doch nicht den vollen Nutzen haben könne, den sic eigentlich haben müßte, da im Augenblick, nachdem Staatssekretär Tr. Delbrück leider ttu» Gesundheitsrücksichten habe zurücktreten müssen, kein verarttw örtlicher Mann der Regierung in der Kommission amoe,end der Rede und Antwort stehen könnte. Die sozial- Qenwtratnche Fraktion und die Nationalliberalen schlossen Uch diesem Antrag an. Die konservative Partei regte an, oo c\ Nicht richtig Ware, doch schon heute zu einigeil Einzeb- srcrgen..Stellung zu nehmen. Das Zentrum glaubte, daß man doa- heute )a>oit das Material der Regierung über getroffene Anordnungen und ihre Auskunft über den Bestand usw. usw. entgegennehmen kömtte. Der U n ter st a a t s se k r e t ä r Re i chsamts des Innern erklärte, das; er im Augen- ^ *** Lage sei, irgendwelche Auskunft über die beabsichtigte Neuorganisation zu geben, es schwebten Verhandlungen, die noch nicht abgeschlossen seien. Darauf bittet das Zentrum um Auskunft, wann denn wohl diese Mitteilungen gemacht werden könnten. Es sei zu befürchten, daß auch der neue verantwortliche Leiter des Reichsamts des Innern nicht sofort in der Lage sein werde, das tun zu können. Ein anderer Vertreter des Zentrums erklärt es für wünschenswert, die Neuorganisation und mindestens das Programm der Regierung zu kennen, bevor weiterberaten werde. Es wrrrden Klagen darüber geäußert, daß über diese Neuorganisatioii schon in der Presse atterHand Mitteilungen gemacht werden, die doch nicht ohne Zustimmung der Mgierirng erschienen seien, daß aber der Reichstag vollkommen im unklaren gelassen werde und keinerlei 2lns- iunst erhalte. Der Unterstaatssekretär erwiderte, keine Auskunft darüber geben zu können, wie die Erörte- rungerr in die Presse gelangt seien. Das, was die Presse über die Gestaltung der Neuorganisation und über die Personerrfragen bisher mitgeteilt hat, erklärt der -Unterstaats- seckretär durchaus für Kombinationen. Inzwischen ist ein Antrag des Zentrums eingegau- geni Der Ausschuß wolle die Erwartung aussprechen, daß dem Ausschuß vor der Aeuderung der Organisation der Lebensmrttelversorgung Gelegenheit zur Aeußerung gegeben werde. Die Fortschr. Volks Partei erklärt sich für diesen Antrag. Wenn der Unterstaatssekretär erklärt habe, daß der Beirat so gewürdigt sei, wie es ihm zukomme, so stimnie das doch eigentlich nur formell, denn in der Sache habe man sich darüber beklagt, daß die Vorschläge, die im Beirat gemacht wurden, keine Befolgung fanden. Eine Entschließung D r. P fl e ge r (Z e n t r.) - Ebert (Soz.) will die verbündeten Regierungen ersuchen, dem Ausschuß möglichst bald genaue Aufstellungen über . Größe und Deckung des Bedarfs in den einzelnen Lebensmitteln für Heer und Marine in den einzelnen Monaten seit Kriegsbeginn, über Resultate der verschiedenen Erhebungen über Jnlandsvorräte, über geschäftliche Ergebnisse der verschiedenen Kriegsgesellschaften, Umsätze, Vergütungen der Direktoren und Auffichtsratsmitglieder Auskunst zu geben, weiter über die in einzelnen Kreisen, Bezirken und Bundesstaaten bestehenden Ausffchrverbote, über die in den ein- zelrren Bundesstaaten getroffenen Maßnahmen zur Fleisch- versorgung, über die Zahlen der Einfuhr und Ausfuhr nach Monaten, Ländern und Gegenständerl. Die Anträge des Zentrums, inbegriffen die Resolution Pfleger-Eberl und ebenso der fortschrittliche Bertagungs- arrtrag werden angenommen. Der Ausschuß vertagt sich aus Mtttwoch vormittag: Petitionen zur Zensurfrage und, wenn der Reichsschatzsekretär sich damit einverstanden erklärt, ztvette Lesung des Kriegsgewinnsteuergesetzes. 197 Metern, erne Breite von 22 ?37dient und erzielt bei einer Kraftentwicklung von 21000 Pferdestärken eine Geschwindigküt von 1 8 Seenverlen in her Stunde. Ter Donnengehalt beträgt 21500 Bruttoregrjtertonnen. Einschließlich einer 460 Mann starken Beladung können reichlich 2000 Personen Unterkunst finden. r 1 ?; M^i. (MTB. Nichtamtlich.) Tie heute im yiejig. n Gewerksck)aftshau,e abgehalteno Reichskonferenz des De u t -- ^uarbeiterverbandes stimmte einstimmig den Belchluslen der auf Wrregung des Reich'samts des Innern am u ^ - Msammengetretenen Konferenz des Deutschen Arbcttgeber- vundles für das Baugewerbe und der im Baugewerbe bestehenden Arbeiterorganisationen, bettefsend die Fortdauer des Reichstarifvertrages kns ZI. März 1917 und auf ein weiteres Jahr, wenn 5K zum 31. ^>ezember 1916 mit einer der feindlichen europäffchen Großmächte ein Friede noch; nichtt abgeschlossen ist, und den vereinbarten Teue run gs zu lagen zu. Ferner wurde beschlossen, an die Familien der an Felde stehenden Viitglieder zum Pfingstfest eine unter)tutzung zu zahlen, die etwa leindreiviertel Millionen Mark erfordert. ./uw andern: Ihr fehlt das Gefühl der KriegskameB r a dlcha f t. Im Wirtschaftskrieg sind auch wir hinter der Front, > :: i alt yÄ ttrnu und Kind, Krieger. Wir haben Selbstzucht zu üben alMiich wie die an der Front, denn davon hängt der Ausgang Übrigens ist das Gefühl: jeder für alle und alle für jeden, und Frau Hamster: denen, die's haben. SlT Ihr. fehlt' das Gefühl für Größe. Denke dir, wlp o ? nmn i. W Sterben auf den Inhalt deines Lebens zu- pu ■bem Große >ten, das dir vom Schicksal widerfahren ist, rechnen, daß du einmal die Sorgen um dein ein- urri ferne Sicherheit und Zukunft, abwerfen d u r f t e st, ^w^hreii konntest, da); da dein Geschick restlos mit dem deines verbunden war: was mein Volk leidet, will ich auch leiden. $L T ' a v7 babei, jetzt zu entbehren? Wer sich nicht nicht wach, der verschläft das Heute, der lebt Mt nicht. . r m ] Stcrdt und Land. Gieß en, 16. Mai 1916. Aus dem Reichs. Der Füll Liebknecht und die Fortschrittliche Volkspartei. Im Preußischen Abgeordnetenhause wollen die Sozialdemokraten zugamsten Liebknechts ebenso Vorgehen, wie im Reichstag, und seine Entlassung aus der Hast bewirken. — Tie „F r e i- k!12Ll2 c Leitung" sagt: Die Ablehnung der Hastentlassung ^redkuechts durch den Reichstag ist, von verschwindeichen Ausnahmen abgesehen, ton dem gesamten deutschen Volke mit der größten Hreude begrüßt worden. i Werm behauptet wurde, daß die Fortschrittliche Volkspattei gegenüber Liebknecht so bttätiguugSfroh in den Vordergrund getreten ifei, daß der Abgeordnete Müller-Mei im^en wgar gehauen habe, so ist das .durchaus unzutreffend Richtig, ist nur, .daß die Fraktion der Fottschrittlichen Bvlkspatter am meisten imtcr dem Betragen Liebknechts zu leiden gehabt hat da sich der Platz des letzteren unmittelbar neben ihren Bänken beuchet und ihre Mitglieder in der wenig beneidenswerten Lage waren, die Rüveleien Liebknechts aus erster Hand zu genießen. ^ Der bulgarische Besuch. Hamburg, 14. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die bul- garrichenAbgeordneten benutzten den heutigen Tag, um Friedrichsruh einen Besuch abzustatten und abends der Mignon-Ausführung beizuwohnen. Sie verließen abends Hamburg und fahren zunächst nach Oberhansen, wo die '^werkschaft Deuffcher Kaiser besichtigt wird, dann nach Tie -Zähler werden in den nächsten Tagen die nötige Aufnahme machen. Näheres sieheBekannttnachung. und neue Stoffabfälle. Am 16. Mai 1915 ist eine Bekanntmachung betteffend Beschlagnahme und Bc- standserHebung von Lumpen und neuen Sboffabfällen aller Att in Kraft getreten. Durch sie sind sämtliche vorhandenen und weiter ; ansallenden Lumpen (auch karbonisierte) und neue Stvffabfalle, , die ans tierischen oder pflanzlichen Spinnstoffen oder deren Mische ! ungen bestehen beschlagnahmt. 2 lusgenommen sind lediglich die Lumpen und Stofsabfälle in Privathaushaltungen und die nach dem 1 . Mai 1916 ans dem Auslande eingesühtten. Trotz der Beschlagnahme ist fedoch die Veräußerung und Lieferung der beschlagnahmten Gegenstände erlaubt, sofern sie nicht an einen Verarbeiter der Gegenstände geschieht. Erreichen die beschlagnahmten Vorräte eines Eigentümers eine Menge ton 10 000 Kg., so ist die Veräußerung nur noch an einen der ton der Kriegs-Rohstoff-- Abteilnng beausttagten Sottierbetttebe zulässig, deren Namen in den amtlichen Blättern veröffentlicht sind. Erreichen die beschlagnahmten Vorräte jedoch die Menge von 30 000 Kg., so ist der Verkauf nur noch an die Krieg swvllbedarf-9lktteii gesell schuft oder an die Aktiengesellschaft zur Verwertung von Stoffabfällen zulässig. Beide Gesellschaften haben zur Bewittschastung der Lumpen eine Lumpenverwerttnigszenttale gebildet. An Verarbeiter dürfen die beschlagnahmten Gegenstände ausschließlich von der Kriegswoll- bedarf-Aktiengesellschast, Berlin, oder der Aktiengesellschaft zur Verwertung von Stvffabfällen, Berlin, veräußert oder geliefert werden. Eine wettere Verarbeitung der beschlagnahmten Gegenstände ist im allgemeinen nur insowett zulässig, als sie sich bereits bei Jnkrafttttten der Bekanntmachimg im Äirbereittlngs- > verfahren befanden'. Im übrigen ist die Verarbeitung in bestimm- 1 ten einzelnen Fällen erlmibt. So dürfen Betriebe, die Lumpen ' oder Stoffabfälle zu Spinnstoffen verarbeiten, 10 vom Hundert der bei Inkrafttreten der Bekanntmachimg vorhandenen Bestände, in keinem Falle jedoch mehr als 10 000 Kg., Seilereien ,md Seil- fabnken, die bei der Seilerwarenherstellung mifallenden Absall- stücke verarbeiten: cnrch die übrigen Lumpen oder Stoffabfalle verarbeitenden Betttebe, Papier-, Pappensabttken uftv. dürfen bestimmte Mengen verwenden. Em-e monatliche Meldepflicht der beschlagnahmten Gegenstände und die Berpflichttmg zu einer Lager bu ch fü hrun g ist für alle Personen usw. angeordnet, die eine Gesamtmenge ton mindestens 3000 Kg. der betroffenen, Gegenstände besitzen. Zu beachten ist insbesondere, daß trotz bev Beschlagnahme das Sor t ieren der Lumpen uird Stoffabfälle erlaubt und erwünscht ist. Gleichzettig ist am 16. Mai 1916 eine zweite Vekanntniachung erschienen, durch die Höchstpreise für L u mpen und neue Stoffabfälle aller Att festgesetzt werden. Hiernach dürfen die .Kttegswollbedarf-Aktttngeselljchast, Berlin, und die ?lcktiengesellschaft zur Verwertung ton Stofsabfällen, Berlin, keine höheren Preise zahklen, als die in der der Be- kanntmaclmng beig-eftigten Preistafel für die einzelnen Sorten von Lumpen und Stoffabfällen bestimmten sind. Da die festgesetzten > Höchstpreise diejenigen Preise sind, die ton dm beiden Gesellschaften höchstens bezahlt werden dürfen, so muß beachtet werden, daß die übrigen erlaubten Veräußerungsgeschäfte über Lumpen und neue Stoffabfälle zu einem entsprechend nicdttgeren Preise vorgenommen werden müssen. Ebenso gelten die festgesetzten Preise lediglich für die in der Preistafel hezeichntten S-orttmente bester Qualität, so daß ftir minderwertige Sortimente ein entsprechend niedrigerer Preis in Ansatz^ znl bringen ist. Beide Bekannttnachungen enthalten eine größere Anzahl von E i n z e l b e st i m m u n g e n, die für Interessenten von Wichtigkeit sind: die Bekanntmachung über die Höchstp eise cnth'fft ivsbi oudereeine lumfaN'g'rl.Lchle P r e i s- tafel. Der Wortlaut dieser Bekanntmachung wird an einem der nächsten Tage im Anzeigenteile dieses Blattes einzusehen sein und ist an der Bürgermeisterei angeschlagen. ** Spargelbezug. Unter der Voraussetzung, daß regelmäßige Lieferung erfolgt, ^werden Spavgeln abgegeben gegen Vorzeigung der AusweiSkarte.in gelber Farbe am 18. und 27. Mai. weißer Farbe am 20. und 25. Mai. grüner Farbe am 16. und 23. Mai. Die .Ausgabe erfolgt jedesmal nachinittags zwischen 2 und 6 Uhr im Hanse Neustadt 61. Näheres siehe in unserem Anzeigenteile. - ** Der n ä ck, st e st n d t i s ch e S e e \ t [ c 6 m a x f t findet am Donnerstag, den 18. Mai 1916. vormittags 8 Uhr, in den Marktlauben statt. Zum Verkant kommen Schellfische, Kabliau, See» lachs und Rauchfisch als Ersatz für Rauchfleisch. ^ Die Friedhöf e sind in der Zeit ocmt 16. Mai bis lö. August von 6 Uhr morgens bis 9 Uhr abends geöffnet. *• liebet öie Todeserklärung Kriegsverschollener findet sich eine Bnndesratsverordnung im heutigen Kreisblatt. ** Zahlungen an Postkassen mit Scheck und Platzanweisung. Zur Förderung der bargeldlosen Zahlungen ivcrden bei den an Reichsbankplätzen befindlichen Kassen der Reichs- Postverwaltung außer Reichsbankschecken und Postschecken and) Schecke auf Banken, Anstalten, Genossenschaften und Sparkassen sonne Platzanwesiungen in Zahlung genommen, wenn die im Scheck oder in der Platzattwesiung als Bezogene genannte Bank usw. ihre Geschäftsstelle im Orte hat und ein Girokonto bei der Reichsbankstelle des Ortes unterhält. Im Bedürfnisfalle kanu die Annahme von Schecken und Platzmrweisungen auch auf die in der näheren Umgebung der Reichsbankplätze liegenden Orte ausgedehnt werden. Derartige Schecke ufw. können u. a. in Zahlung gegeben werden bei Einzahlungen auf Postanweisungen und Zählkarten, beim Einkäufe von Wertzeichen in: Betrage von mindestens 20 Mk., bei Entrichtung von Fernsprechgebühren, gestundeten Porto betragen, Telegramm gebühren, Zeitungsgeld, Schließfach gebühren. Tie mit Sck»eck eingelieferten Postanweisungen und Zahlkarten werden von den Postanstalten abgesandt, sobald die Reick>sbank den Betrag der Postkasse gutgefchrieben hat. Es ist dafür gesorgt, daß diese Gutschrift möglichst rasch erfolgen kann. Eine vorzeitige Abfindung der Postanweisungen und Zählkarten — vor der Gutschrift — tritt jedoch ein, wenn die Teilnehmer an dem Verfahren für die von ihnen ausgehenden Postanweisungen und Zahlkarten beim Post- antt bis gatr Höhe der Einzahllrngen Sicherheit geleistet haben. Die von öffentlichen Behörden, Kassen und 2lnstalten sowie von Sparkassen der Kreise, Stadt- und Landgemeinden aufgelieferten, mit Schecken beglichenen Postanweisungen und ZahlkMen werden ohne Sicherheitsleistung vor der Gutschrift der Scheäv abgesandt, wenn sich die Behörde usw. mit der Postanstalt über das ein für allemal zu beobachtende Ernliefirungsverfahven verständigt hat. ** Bienenzucht verein. Die vorgestrige Frühjahrsver- santmlung des Bienenziuchtvereins für Gießen und Umgegend war über Erwarten stark besucht. Es wurde u. a. bekannt gegeben, daß der Preis für Bienenhonig einheitlich pro Pfund auf 1,40 Mark (ohne Glas) für Oberhessen festgesetzt sei. Zum Schlüsse folgten die Besucher einer Einladung des neu gebildeten Eisenbahn-Iwker- vererns und besichtigten dessen herrlich, gelegenen Vereinsbienenstand. ** Mohns aat. Die große Wichtigkeit, die alle maßgebenden Stellen, um der Fettnot zu steuern, dem Anbau von Mohn zumeffen, veranlaßt die Nachrichtenstelle der Landwirtschasts- kammer iür die Provinz Brandenburg nochmals und zwar in letzter Stunde, darauf hinzuweisen, daß der Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette in Berlin SW. 7, Unter den Linden 68», Mohnsaat zum Preise von 1 Mark je 1 Kilogramm gegen Nachnahme liefert. Da der Mohn möglichst frühzeitig ausgesäet werden soll, ist nunmehr allerschnellste Bestellung erforderlich. Landkreis Gießen. —s— Bersrod, 16. Mai. Ter Vorsitzende unseres Kriegervereins, Schreinermeister Philipp Kutscher, starb am 12. Mai den Heldentod. Mit ihm bringt unser Torf sein 12. Kriegsopfer. — Gefreiter Jakob Hofmann im Fuß-Art.-Regt. Nr. 18 er- lstelt die Hessische Tapferkeitsmedaille, Musketier Philipp Schnei- der im Inf.-Regt. 81 ein Photographiealbum „für eifrigen Fleiß und reiches Tienstinteresse". — Unsere Schüler sammelten 200 Eier für die Lazarette in Gießen. e. Holzheim, 15. Mai. Ludwig Müller, der den Krieg von Anfang mitgemacht bat, erhielt das Eiserne Kreuz und wurde zum Gefreiten befördert. --- Hungen, 15. Mai. Vergangene Woche weilte Prinz OsMan Fuad, der Neffe des Sultans, als Gast im hiesigen! Schlöffe. Der Prinz traf mit seinem Adjutanten am Freitag mittag au Automobil hier ein. Nach der Tafel fand zu seinen Ehren ein kleines Konzert statt und später begab sich Prinz Ernst August mit deni Gast -auf die Jagd. Tie Abreise erfolgte am Samstag morgen und« zwar begab sich der türkische Prinz nach Braunfels. Kreis Büdingen. Fc. Büdingen, 15. Mai. In Zukrmft dürfen keine Br ot- kar t en oder Marken von nichthessischen Kommunalverbänden oder Gemeinden in Wirtsckiaften oder Bäckereien angenommen werden/ ausgenommen diejenigen des Magistrats Frankfurt a. M. Die Freizügigkeit fremder Brotmarken kann nicht fortbestehen, weil die betreffenden Komnrunalverbände z. Zt. auch hessische Landes-Brot- marken nicht anerkennen. Kreis Alsfeld. e. Dannenrod, 15. Mai. Sanitäts-Unteroffizier K ü st e r, »elcher seit Beginn des Krieges im Felde steht, wurde mit dem Hessischen Sanitätskreuz ausgezeichnet. A Vom vorderen Bvgelsberg, 16. Mär. „Mai kühl und naß, füllt dem Bauer Scheuer und Faß" sagt eine altä Bauernregel, „kühl aber nicht Ealt, feucht, aber nicht naß", so wünscht sich der Bauer den Mai, so sst er auch heuer, Nachtfrost trat nur einmal ein, ohne Schaden zu tun, deshalb steht es in Feld, Wiesen und Gärten bis jetzt ausgezeichnet. Das Korn hät schone Achten und dürfte noch Ende dieses Monats zur Blüte üomrnen. der erste Klee ist vorzüglich geraten und wftd schon eifrig zur Grünfütterung benutzt, auch der zweite Klee hat durch das feuchte Wetter gute Aussichten genau so wie das .Heu, die Sommerfrucht steht bis jetzt gut, das Kartoffel stecken ist beendet und die Tickwurz zeigen bereits die ersten Blättchen. ylber lvenn dije guten Aussichten nicht verdorben werden sollen, muß bald warmes Wetter eintreten, denn der We^en ist infolge der . kühlen Witterung in einzelnen Gemarkungen eher zurück als vorwärts gegangen, das Unkraut, besonders die Disteln, treten stellenweise zahlreich auf, daß Schulkinder zum Ausstechen herangezogen werden müssen, und erst recht die Kartoffeln wollen jetzt warm haben, auch die Erdbeeren in den Gärten, die in selten schönest Blüte stehen, verlangen nach Sonnenschein. Tie Obstaussichten lassen sich allmählich ein wenig genauer übersehen, im allgemeinen dürfte die Steinobsternte mäßig ausfallen, da zur Zeit der Blüte meist kaltes, regnerisches Wetter herrschte, die Kupferkessel werden zum Latwergkochen kaum vermißt werden, dagegen haben Frühäpfel gut angesetzt, weniger die Birnen, über die Spätäpfel läßt sich noch kein abschließeiches Urteil fällen, doch dürfen wir wohl auch hier mit einer Mittelernte rechnen, besonders auch deshalb, weil trotz des Krieges im Herbst fast überall der Frostspanner durch Anlegen von KlebgürteOt energisch und mit gutem Erfolg bekämpft wurde. Kreis Lauterbach. M. Lauterbach, 15. Mai. In der Nacht vom Samstag aus Sonntag wurden dem Müller Krümm elbein auf der Steinmühle an der Alsfelder Straße über einen Z e n t n e r g e -- räucherten Schinken und Wurstwaren aus derFleischkammer gestohlen Dem Täter ist die Polizei auf der Spur, die nach Maar führt und durch einen Polizeihund verfolgt wurde. Kreis Friedberg. Bl. Fried borg, 15. Mai. Oberpostschaffner Adolf Schauer mann von hier tritt am 1. Juni nach 40 jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand. — Karl Haustein, Sohn des Mechanikers Christian Haustein, seit Beginn des Krieges nn Feld, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen, ebenso Heinrich Mehring, Sohn des Gastwirts Heiärich Mehring, im Ulanen-Regiment Nr. 6. LI. Friedberg-Fauerbach, 15. Mai. Den Heldentod starb int 22. Lebensjahre Karl Sang, Sohn des Rangiermeisters Sang von hier, Gefreiter im Feld-Art.-Regt. 61. A Bad-Nauhei nt, 16. Mai. Auf Befehl des Groß- herzogs erging an die österreichisch-ungarischen, türkffchen und bulgarischen Offiziere, die als Gäste des Deutscheit Genesungsheims in Wiesbaden und Bad-Nauheim weilen, eine Ein ladung auf Somttag abend zu einer Festvorstellung im Großh. Hof- theater zu Darmstadt. Es ivurde „Carmen" gegeben. Bor Beginn der Vorstellung wurden die Gäste durch Oberkammerherr Exzellenz Port Riede fiel und Generalmtertoant .Tsr. Eger im grünen Foyer empfangen. 9Lach dem ersten Akt liehen sich die Großh. Herrschaften, die unter Führung von Oberst von Friede- burg und Beigeordneten Borgmann aus Wiesbaden, und Oberftnanzral Bal s e r und Badedirektor Baurat von B o e h - m e r aus Bad-Nauheim erschienenen Gäste vorstellen, woraus im Prinzen-Fv)er ein Imbiß gereicht wurde. Es herrschte unter den Geladenen einstimmige Anerkemiung und Freude über die mustergültige Vorstellung und den überaus freundlichen Empfang. Vor ihrer Abreise durfte Oberst von Friedeburg für die aus Wiesbaden und Baurat von Boehmer für die aus Bad-Nauheim erschienenen Offiziere dem Großherzog den Dank aussprechen. LI. N i e d e r - W ö l l st a d t, 16. Mai. Dem Leutnant Georg P f l rr g vorr hier, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Bl. Nieder-Weisel, 16. Mai. Dem Unteroffizier Löwen- st e i n wurde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt er schon vor längerer Zeit. LI. Ockstadt, 16. Mai. Der Gefreite Nikolaus Klein II. von hier erhielt das Eiserne Krei>z 2. Klasse. Bl. Ossenheim, 16. Mai. Der Oberförster Maul von hier, Sohn des' Bürgermeisters Maul, Leutnant und Kompaanie- führer im Reserve Infanterie-Regiment Nr. 40, wurde zum Oberleutnant befördert. — Ter Pionier Karl Heller, der vor einigen Wochen mit dem Eisernen Kteuz ausgezeichnet wurde, erhielt jetzt noch die Hessische Tapferkeitsmedaille. LI Vilbel, 16. Mai. Wilhelm Lehr wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Bl. Wohnbach, 16. Mai. Ter Ersatz-Reservist Rudolf Wolf, Prokurist der Landwirtschaftl. Bezugs-Absatz-Zentrale zu Friedberg, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kt. Er steht seit September 1914 im Felde. Kreis Wetzlar. rru Wetzlar, 14. Mai. Der Stadt Wetzlar sind für diese Woche durch den Kreisviehverband zugewiesen: 9 Rinder, 19 Schweine und 20 Kälber. — Wetzlar, 16. Mai. Im Dom wurde unter starker Beteiligung der evangelischen Gemeinde die feierliche Einführung des neuen Stadtpfarrers Schmidt aus Jselburg vollzogen. r». Holz Hausen, 15. Mai. Unteroffizier Karl S ch nt i d t (Res.-Artitlerie-Regt. Nr.33, wurde mit dent Eisernen Krenz ausgezeichnet. r». H e r nt a n n st e i n , 1b. Mai. Ersatz-Reservist Wilhelnt Zehner, Res-Jnf.-Regt. Nr. 251, starb den Ehrentod. Starkenburg und Nheinhessen. D a r m ft a d t, 15. Mai. Der Darmstädter Hausbesitzer- Verein hielt dieser Tage seine diesjährige Hauptversammlung ab, in welcher der Vorsitzende, Stadtv. v. Hessart, ausführlichen Bericht über die Lage des Haus- und Grundbesitzes in Darmstadt erstattete und u. a. feststellte, daß nach der vom Verein veranstalteten Erhebung über die Mietsgeldverluste festgeftellt wurde. daß in Darmstadt während des ersten Kriegsjahres in rund 1400 Häu- sern die Besitzer einen Mietsausfall von rund 625 000 Mark erlitten haben. Der Hausbesitz konnte aber trotz dieser schweren Einbußen bisher seine Ab gäbe pflichten erfüllen und auch bei Hypothekschwierigkeiten Zwangsmaßnahmen gegen Vereinsmitglieder verhüten. Im Laufe der weiteren Beratung wurde von alten Rednern die Errichtung einer H a u s b e s i tz e r k a m m e r , ähnlich der Landwirtschaftskammer, für dringend notwendig erklärt. Da der Vorstand sich bereit fand, sein Amt bis zum nächsten Jahr beizubehalteu, konnte von einer Vorstands-Neuwahl Abstand genommen werden. ^ ch. C"rb a ch im Rheingau, 15. Mai. Mit dem heutigen Tage nahmen hier die diesjährigen Weinver st eigerungen der dem Verbände deutscher Naturwein-Verstei- ever angeschlossenen Bevernigung Rheinaauer Weinguts- esitzer ihren Anfang. Im vergangenen Jahre hatte die Vereinigung keine Weinversteigerungen. Den Anfang machten die Ausgebote wie fast immer mit der Weinversteigerung der Administration des Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen zu Schloß Reinhartshausen in Erbach. Ausgeboten wurden 50 Nummern 1908er, 1911er, 1913er, 1914er und 1915er Schloß Reinhartshansener, Erbacher und Hattenheimer Weine. Sämtliche Nummern wurden bei flottem Geschäftsgang zu hohen Preisen zugeschlagen. Die höchsten für das Stück erzielten Preise beliefen sich für 1908er auf 29 200, 1911er auf 5780 , 8240, 10 000, 10 020, 10 060, 1913er 4220 1914er 4120, 1915er 7000, 7200, 7600, 8280, 8800, 9800, 10020, 10060, 12100, 12 240, 13 000, 13 260, 13600 und 16 820 Mk. Bon dem 1908er kostete also das Liter Wein rund 25 Mk. Hessen-Nassau. Eine achtzigjährige Fürstin. --- Frankfurt a. M., 16. Mai. Das älteste Mitglied des preußischen Königshauses/ die Landgräfin Anna von Hessen, geb. Prinzessin von Preußen, vollendet morgen bei großer geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit das 80. Lebensjahr. Sie ist die Witwe des' am 14. Oktober 1884 verstorbenen Landgrafen Friedrich von Hessen, mit dem sie sich am 26. Mai 1853 zu Charlottenburg vermählte. Der Ehe entsproß der am 1. Mai 1868 auf Schloß Panker geborene Prinz Friedrich Karl von Hessen, der Gemahl der Prinzessin Margarete von Preußen, der Schwester des Kaisers. Die Tochter der greisen Fürstin, Prinzessin Sybille, ist mit dem Freiherrn Friedrich von Vincke auf Haus Retters bei >Fischbach i. T. vermäblt. Zwischen der Landgräsin und ihren Kindern besteht ein sehr herzliches Verhältnis. Vor mehreren Jahren trat die Landgräfin zur katholischen Kirche über, ein Schritt, der damals großes Auffeliten erregte und zu einer Entfremdung mit dem Berliner Hofe führte. Noch heute unterhält die Landgräsin in ihrem schönen Frankfurter Heint rege Beziehungen zu der Frankfurter Gesellschaft. Den Sommer verbringt sie meistens auf Schloß Adolfeck bei !Fulda, der ehemaligen Sommerrefidenz der Fuldaer Fürstbischöfe. * 1> Marburg, 16. Mai. In der gestrigen Stadtver- o rdneten s i tz un g gaben die Stadtverordneten einem Tauschvertrag mit Exzellenz von Behring die Zustimmung, der dahin geht, -daß erfterem zur Anlegung einer dem öffentlichen Verkehr dienenden Fahrstraße von der Schutzhütte Annablich nach Marbach städtisches Gelände gegen solches, welches an den Dantmelsberg grenzt «und Exzellenz v. Behring gehört, zur Verfügung gestellt wird. Das der Stadt gehörige Waldgrundstück wird besonders vergütet. Der Erwerb der Geländeflächett am Dammelsberg ist ein aller Wunsch der Stadt. r». Biedenkopf, 15. Aiai. Leutnant d. Res. Fritz Funk, Unteroffizier Karl Funk und Gefreiter Wehrmann L. Vogt »vurden mit dent Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — Vizefeldwebel Karl Werner aus Homertshaujeu (Jnf.-Regt. 88) wtwde mit dent Eisernen Kreuz erster Klaffe ausgezeichnet. r». O b e r s ch e l d , 15. Mai. Der hiesige Bahnhof erhält jetzt dem Bedürfnis entsprechend ein Entpfangsgebäude mit an- geballtem Güterschuppen. A Frankfurt. 16. Mai. Ueberrascheudc Wirkung hat, wie die „Frankfurter Nachrichten" schreiben, die Anorduung des Kvmntandierendett Generals, die in der Stadtverordnetensitzung veröffeirtlicht wurde, und hie in Aussicht stehende Bestandsauf- nahnle von Fleisch und Wurstwaren. Plötzlich' sind wieder alle mög- lichett Wurstsorten zmn Borschiein gekommen Gestern war von der bisherigen Knappheit an Würsten. Schinken, Speckseiten, Kvnserven- sleisch usw'. nichts mehr zu merkst, nur hatte die Wäre den Nachteil, daß sie sehr teuer tvar, weil sie weist aus dem Ausland stantmte. T!och korrnte man gestern nachmittag ivieder ein Stück Wurst ohne Vermittlung der Stadt nrrd. e!*ne Fett karte bekommen, und diese angenehnve .Wirkmtg ist zweifellos das Verdienst des Kommandierenden Gienerals sowie des Oberbürgermeisters, die mit ihrem Vorgehen eine dankbar zu begrüßende Besserung der Nahrungsmittelversorgnng herheiseführt haben. = Frankfurt a. M, 16. Mai. Lctndgevichtsdirektor Dr. Komorowski, der heute den Vorsitz in der Strafkammer geftchrt hatte, neigte sich, als er eben das letzte Urteil verkünden wollte, plötzlich nach vorn über und war tot. Ein Herzschlag hatte ihn getroffen. Der als Jurist und Mensch sehr geschätzte Herr hat ein Alter von 54 Jahren erreicht. X Hanau, 15. Mai. Bei der behördlich an geordneten Kar- toffelbestandsaufnahme im Herbst v. I. hattet: eine Anzahl Lattd- wtrte des Dorfes Aufenau ihre Vorräte zu gering angegebett, so daß bei der Nachprlffung sich ein Akehrvorrat von 547 Zentner ergab. Die Folge war, ^daß 32 Landwirte Geldstrafen von 25—100 Mark erhielten. 16 Lmtdwirte bean-ttagten gerichtliche (Ättschei- dung und erzielten vor dem Sckwffengericht Bad Orb Freisprechwng. Durch die vom Staatsanwalt eingelegte Berttfung gelangte die Sache vor die Strafkammer Hanau, die 14 der Angellagten zu insgesamt 2175 Mark Geldstrafe verurteilte und zwei der Angeklagten fveisprach. Bl. Wink-ecken, 16. Mai. Den Heldentod starb am 3. Aprst der Schulverwalter und Leutnant der Reserve Friedrich St oll, Sohn des Käufinanns Jakob Stall van hier. Ter so früh aus dem iLeben Geschiedene war an verschiedenen Orten Hessens, zuletzt in Graßen-Buseck, Kreis Gießen, als Lehrer tätig. Er war beliebt ber allen die ihn kannten. r . ob. K a m p a. Rh., 16. Mai. Die ersten reifen Kirsche n ftnb hier jetzt schon geerntet worden. Es dürfte nicht länger als zehn bis vierzehlt Tage bis ztutt Begittit der Frühkirschenernte dauern. L,ie Spätkitschen sollen mit der Blüte in die kalte, nasse Witterunc geraten und bei dem darauf folgenden heißen, trocketten Wettet durchgefallett sein. — Lohr, 16. Mai. Auf der Bahnstrecke Lohr-Neuendorf geriet während der Fahrt ein mit Torf beladeiter Eisenbahnwag e it i lt Brand. Der brennende Wagen wurde in die hiesige Station -gebracht, wo es itach stundenlattgett Bemühungen gelang des Brandes Herr zu werdett. cd. Vom Mittelrheitt, 16. Mai. Wieder sind vier Schraubenboote, welche die Nameit „Karl^, „Minna", „Otto I." und „Alma" trägen, auf der ersten Vergreise beit Rhein bergauf gefahren, um durch den Maitt und beit Ludwigskanal die Donau zu gewinnen, wo sie die dortige Flotte verstärken sollen. Univerfiiäts-Nachrlchten. 0 Marburg, 15. Mai. Das So m mersemestet an der hiesigen Uuiversität ist im Gegensatz zu den vorhergegangeneu drei Kriegssentestern, gut besucht. — Für das Jahr 1916/17 sind die beidett Kommissionen für die Vor- und Hcruptprüfnng der Nahrungsmittel-Chemiker für Hessen-Nassau late folgt bestimmt worden: Vorsitzender der beiden Kommissionen ist der Kurator der hiesigen Universität, Geh. Ober-Reg.-Rat Hassenpflug, Mitglieder der ersteren die Geh. Reg.-Räte Professoren Dr. E. Schmidt, Dr. A. Meyer, Dr. v. Auvers, Dr. Richarz, Mitglieder der letzterst die beiden erstgenannten Herren und Privatdozent Dr. Keller. — Dem an die Universität zu Konftantinopel berufenen hiesigen Privatdozenten der philosophischen Fakultät, Tr Obst, wurde der Professorentitel verliehen. Märkte. io. Frankfurt a. M., 15. Mai. Frucht- und Fntter- m i t t e I m a r k t. Geschäft sehr still, Besuch schrvach, Preise werden nicht geitannt. Ditrch den günstigen Weidestand sind Futterartikel vollständig vernachlässigt. In Saatkartoffeln ruht das Geschäft ebenfalls. ko. Frankfurt a. M., 15. Mai. Kartoffelmarkt. Kartoffeln iit loser Ladtutg per 100 Kilograntm ab Versandstation 10,60 Mk. 'bet Abnahme von mindestens 500 Kilogramm. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 17. Mai 1916 Wechselnd bewölkt, meist trocken, tagsüber etwas wärmer. Letzte Nachrichten. Denizelos gegen die Dynastie. Athen, 16. Mai. Venizelos veröffentlicht heute in seinem Organ „Kyrix" einen Artikel, in dem er noch einen Schritt weiter geht und das tut, was^er bisher nicht wagte, nämlich seine anttdynostischen Gefühle selbst öffentlich zu betätigen. Er sagt unter anderem: Griechenland mtt seiner historischen Vergangenheit könne sein Schicksal nicht durch die Ideen eines Menschen, der das Glstck habe, zum König geboren zu sein, und dessen Umgebung nicht gut sei, bestimmen lassen. — Die Presse stellt in bezug auf diese Auslassungen fest: Venizelos gibt hiermtt offenkundig zu, den Weg der revvlutioktären Umtrrebe, den er schon früher in Kreta befchritten habe, wieder betreten zu haben. „Esvc- rini" erfährt, Venizelos werde wegen seiner )leußerung sich vor Gericht zu verantworten haben. Wie bekanrtt, schtvebt gegen die Redaktion des ,Kyrix" beretts ein gerichtliches Verfahren wegen Beleidigung und Verleumdung der griechischen Armee. Die Entrüstung gegen dies'es unvaterländische Vorgehen Venizelos in allen Kreisen ist allgemein und stark. Die Nachricksten aus Saloniki über das unerttägliche Verhalten d>er serbischen Armee, besonders der Offiziere, werden bestätigt. Bei jcter Gelegenheit äußern serbische Offiziere, aus zynische Weise, sie betrachten Saloniki als zukünftige Hauptstadt Serbiens. Die Erbitterung in griechischen militärischen und zivileit Kreisen, die sich bewußt sind, Serbien soweit wie möglich Gastfteundschast und Erleichtermrgent gewährt zu haben, und die als Dank nur .Flecktychhus, Cholera und jetzt,obendrein llnverschümt- heiten bekamen, ist groß. Die hiesige ftanzössiche Propaganda hat wieder mit großer Kraft emgesetzt. Die amerikanisch-englischen Verhandlungen. Amsterdam, 16. Mai. Die „Times" lassen sich aus Washsitgton kabeln, daß mit einem neuen Protest Wilsons gegen die englische Blockade nicht zu rechnen sei. Die „Times'" erwarten vielmehr, daß die amerikanisch-englffchen Verhandlungen „gänzlich auf die lange Bank geschoben werden". Später werde dann eine gemischte Kommission entsprechend dem mit Bryan geschlossenen Verttage von 1914 die Meinungsverschie- denhetten regeln. Eine neue Anleihe in Amerika. Bern, 16. Mai. (WTB.) Die „Neue Zürcher Zeitung" zufolge wurde eine neue französische Anlerh-e mit der amerikanischen Bankfirma I. P. Morgan u. Co. unterzeichnet. Frankreich erhalte 100 Millioneit Dollars aus 3 bis 5 Jahre gegen 6 Proz. Zinsen einschließlich Bankprovision und gegen Hinterlegung eines Faustpfandes an neutralen Börsenwerten. Berichte von lieberlebenden der „Chmric". Amsterdam16. Mai., Tie gerettete Besatzung des angeblich torpedierten Dampfers der White Star Line „Cymric", dte vorgestern in Liverpool ^ankam, gibt folgende Darstellung der Katastrophe: „Die „Cymrie" sank 160 Mmlen westlich Liverpool infolge einer Explosion im Maschinenrarmt. 107 Mann der Be- satztntg ginget: in die Boote imd hielten sich mehrere Stunden! lang neben dem langsam sinkenden Schiff. Ein holländischer Tamp'fer empfing die drahtlvseit Hilferufe der „Cymrie" und eilte zu Hilst. Die See ging sehr hoch und die Mannschafi konntti aus den Booten nicht übernommen werden. Die Versuche, die noch immer schwintmende „Cnmric" in den Hafen von Bvutry Lu schleppen, mißglückten. Die „Cymrie" jft gesunken. Am 15. Mai nachm, entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unser lieber Vater, Bruder, Schwiegervater, Großvater und Onkel Es ist bestimmt in Gottes Rat. Daß man vom Liebsten, was man bat. Muß scheiden. Jakob Joseph im 66. Lebensjahre. Ihm folgte am Abend des 15. Mai nach längerem schweren Leiden mein lieber Gatte, unser lieber Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Heute erhielten wir die uns tief erschütternde Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, unser treubesorgter Vater, mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Schreinermeister Philipp Kutscher Adolf Joseph im 39. Lebensjahre. Dies zeigen in tiefer Trauer an Die trauernden Hinterbliebenen: i. d. N. Frau Rosa Joseph, geb. Wallenstein, nebst Kind Familie Sally Joseph. Landwehrmann der 9. Komp. Inf.-Regt. Nr. 14 im 37. Lebensjahre durch Granatfeuer den Heldentod erlitt, nachdem er über 21 Monate treu seine Pflicht für das Vaterland erfüllt hatte. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Elisabet.Ue Kutscher geb. Döriug nebst 4 Kindern. Bersrod, Reiskirchen. Saasen. Queckb rn, Annerod, den 15. Mai 1910. 3802 Wiederseht® war seine nnd unsere Hoffnung. Aliendorf a. d. Lumda, Gießen, Herborn, den 16. Mai 1916. Die Beerdigung findet statt Mittwoch, den 17. Mai, nachmittags 3*/, in Allendorf a. d. Lumda. Heute morgen entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber Bruder, unser guter Onkel und Schwager Herr Louis Holberg im 75. Lebensjahre. Für die Hinterbliebenen: Minna Baermann geb. Holberg. Gießen (Goethestr. 35 I), den 15. Mai 1916. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. Mai, nachm. 37s Uhr, von der Leichenhalle des neuen israelitischen Friedhofes aus statt Von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bittet man giitigst ab- sehen zu wollen. Li©!htsps©iha&as, Baimfcofstrasse SPIELPLAN vom 16. bis 19. Mai: Deutsche Fraaeaa. Eine Kriegsepisode in 3 spannend. Akten. Am Fasse des Ortlers. Naturaufnahme. I>er Schwiegervater seines Leutnants. Feinpikantes Lustspiel in 3 Akten. 3738a Wenn man verliebt ist. Komödie in 1 Akt. MiHtar nach dem Feläwebal abwart* xihlt verklag* die Ballte. .viirrhciibiOh 21 3Dl!Mi-Mhl!IW Sit vermieten. 12935 Marbnrger Strafte 71. ““‘J Frdl. 3. Z.-W. NI. all.Zub. a.l.vhiiuob.fp.uerm. Fritz Kre-Mtr,üf;s!l!.Stad! 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