( 66 . Zahrgmg Kt. TO Der «c|mr Anzeiger erscheint täglich, archer Sonntags. - Beil«y«n: viermal wöchentlich SietzeserZaEiendlatter; 5 ,vermal wochen tl.Ureis- blattfiirdenUreisGiehen (Dienstag und Freitag): zweinml rnonatl. Landwirtschaftliche Zeüfragen Fernsprech - Anschlüße: iürdie Schriltleitung112 Verlag,Geschä'tsstelle51 Adresse lür Draytnach- richten. Anzeiger Gieße«. Annahme von Anzeige« jür die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erster BM Zreitag, \2 Mai 1916 General-Anzeiger für Oberheßen rz ez uq sprrl . monatl. 90 Ps., viertel- jährl. Mk. 2.65'. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pi.: durch diePost Mk.2.^5 oiertel- jährl. ausschl. Bei'tellq. Zeilenpreis: lokal 15Ps., ausw. 20 Pf. — Haupt- fchristleiter: Auq. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. N.Zenz-, tut» Verlag »er Vrühl'schen Umo.-Buch- und 8temdruckrr-i R. Lange. Lchriftlettung. Seschästrstelle und Druckerei: §chn!str.7. B-ckImiuchuEcßm Ausfische Stellung am Vahnhss 5elburg erstürmt. (WTB.7 Trotzes Hsuptauartier, 11. Mai. (Amtlich.) Westlicher KrirHSschauplatz. Deutsche Flugzeuge bellten Dünkirchen und die iBÄhnaulcvgm bei Adinkerke mit Bomben. Auf dem westlichen Mausufer griffen die F r a n z 0 s e n nachmittags beim „Toten Mann", abends südöstlich der Höhe 304 unsere Stellungen an. Beide Male brach ihr Angriff im Maschinengewehr- und Sperrfeuer der Artillerie unter beträchtlichen Verlusten für den Feind zusammen. Eine bayerische Patrouille nahm im Camardwald Wierundfünfzig Franzosen gefangen. Die Zahl der bei den Kämpfen seit dem 4. Mai um/ Höhe 304 gemachten mwerwuiÄelen gefangenen Franzosen ist auf dreiundfünfzig Offiziere, eintausendfünfhun- /dertfünfzehn Mann gestiegen. Auf dem östlichen Maasufer fanden in der Gegend des Caillette-Waldes während der ganzen Nacht Hand- grarmtenkämpfe statt, ein französischer Angriff in diesem Malve wurde abgeschlagen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nördlich des Bahnhofes S«e l bürg wurden 5 0 0 M t r. jder feindlichen Stellung erstürmt. Hierbei fielen dreihundertundneun unverwundere Gefangene in unsere >Hand. Einige Maschinengewehre und Minenwerfer wurden erbeutet. Balkan-Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. * » • ; Der Krieg, so sehr er ein Schöpfer des Ungewöhnlichen nft, so gewaltsam er die Menschen aus ruhigem Lebenslauf Meine Atmosphäre der Spannung hineinführt, pflegt er doch 'auch Regionen, wo er in langsamem Wachstum seine Früchte rerfen läßt. Wir hatten dies beinahe vergessen, als unr annahmen, die neue Technik, die ungeheure Ausrüstung, rn der Mars heute auf der Bildfläche erscheint, die großen Mittel, die er verschlingt, würden seine Stürme abkürzen: Gestrenge Herren regieren nicht lange". Aber wir haben uns darin getäuscht, und der große Weltkrieg scharf sich Perioden stiller Reife, erschöpft sich nicht lediglich in Schwerterklang und Kanonendonner. Die englisch-französische Sicdelung tu Saloniki befteljt noch immer. Sie ist das lebendigste Beispiel «dafür, daß der große Krieg auch Sinn für Kleinmalcrei und in gewisser Weise sogar für Humor hat.. Das englische Abenteuer in Mesopotamien, so trostloses in Hungersnot und Belagerungseinöde endete, hatte noch etwas Großzügiges, wenigstens m seinen Zielen. Aber das Lager unserer Feinde -in Saloniki gleicht seit sehr gerauiner Zeit dem Idyll eines Froschteiches. Tage und Nächte vernehmen wir monotones Quaken, stets dieselbe Melodie. Und wie in jener netten Fabel ffrtzt Vas quakende Amphibium am Ufer und sinnt auf Englisch : „Was bin ich, was kann ich noch werden!" Da verfiel Man aus den lockenden Gedanken, den Rest der serbischen Erbschaft dem Geschäft nützlich zu machen. Zu welchem Zwecke Vrese Verstärkung eigentlich herangeführt werden soll, ob zu Einer großen Sprungoffensive oder nur zur Verstärkung und ^werteren Belebung des Konzertes, weiß kein Mensch. 'Aber Griechenland, dem das Froschungetüm ohne Erlaubnis und 'Versprechung aus den Schoß gehüpft ist, will durchaus nicht Aur Familie gehören und lehnt den serbischen Durchmarsch «ürch sein Staatsgebiet nach wie vor ab. Es will die serbischen Soldaten nicht.aus seinen Eisenbahnen fahren lassen, da ^ die Einschleppung von Seuchen befürchtet und weil der Transport auf der schmalspurigen Bahn Patros—Larissa >auzu viel Zeit in Aiisprnch nehmen würde. So heißt es heute tet£bunjer Blättern wieder einmal, die Alliierten -batten beschlossen, Griechenland zur Erfüllung ihrer Forderungen zu zwingen, um die Pläne dieses Landes endgültig rlarznlegen. Nun haben wir ja schon sehr häufig Aehnliches rs a 11 diesmal ist den Dingen vielleicht ein gewisser da gleichzeitig aus Athen berichtet wird. Dorr habe der König einen Kronrat abgehalten, an dem auch Der Generalstabsches teilgenommcn habe. Danach soll ferner Der griechische Ministerpräsident eine einstündige Bespre- » dem r u m änischen Gesandten gehabt haben. brande von Hellas eirdlich eine Veränderung geben. ^st der große Zeitgeist des müden Zaubers satt und rt3 f 2 ra J I I längst gewartet haben, der cnglisch-sran- ^sische Frosch eirdlich ins Wasser springen? An einen großen vor Saloniki glauben lvir nicht mehr. Unsere Freunde, Die Bulgaren, halten starke Wacht, und das Konzert der Alliierten scheint uns altes, nur nicht schlachtenlüstern zu lern. ^0 wird es nch am Ende nur entscheiden, ob Griecherr- land es für angezeigt hält, der Entente noch eine Weile entgegenzukommen, oder ob diese einen: neuen Feind sich gegenüber! ieht. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 11. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 11. Mai 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die erhöhte Artillerietätigkeit hielt an den meisten Stellen der Front auch gestern an. Besonders lebhaft war sie im Dolomitenabschnitt zwischen Beutel stein und B u ch e n st e i n. Ein italienischer Flieger warf vormittags zwei Bomben auf den Markt und den Domplatz von Görz ab. Hierdurch wurden zwei Zivilpersonen getötet, 33 verwundet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der französische Bericht. Paris, 11. Mai. Amtliche Berichte vom 10. Mai. 3 Uhr.nachmittags : Zwischen der Oise und der Aisne scheiterte ein Handstreich auf einen unserer Gräben südöstlich von Moickin- Sous-Vents' völlig. In der Gegend von Verdun verlangsamte sich das Bombardement merklich. Westlich der Maas' Kanonade mit Unterbrechungen Oestlich der Maas und in der Woevre meldet man im Laufe der Nacht nur Handgranatenscharmi'itzel ürt Walde von Avocourt und in der Gegend des Forts Douaumont. Im Oberelsaß wurde eine feindliche Erkundungsabteilung, die versuchte, einen unserer kleinen Posten bei Hirzbach südlich von Altkirch zu nehmen, mit Verlusten abgewiesen. 11 Uhr abends: Aus dem linken Maasüfer heftiges Bombardement. Die Deutschen machten auf unsere Stellungen im Borgelände von Punkt 287 einen starken Angriff. Dieser Angriff wurde vollständig zurückgeschlagen. Einige Gefangene blieben in unserer Hand. Eine von unseren Truppeii auf die West hänge d c s M 0 r t H 0 mme geführte kleine O f f e n s i v - A k t i 0 n ermöglichte, uns einige Teilstücke eines deutschen Schützengrabens zu besetzen! Wir machten 62 Gefangene und erbeuteten zwei Maschinengewehre. Verhältnismäßig ruhiger Tag auf dein Rest der 'Front. Franzöfischer Besuch in Petersburg. Kopenhagen, 11. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Pe- tersbnrger Zeitungen vom 5. Mai drucken eine Mitteilung des Pressebirreaus ab, in dev es heißt: Die Reise V i- vianis und Thomas' hat nicht nur die Teilnahme air den technisch-wirtschaftlichen Erörterungen in Petersburg zum Ziele, sondern die französischen Staatsmänner werden, auch an der Lösung mehrerer finanzwirtschastlicher Mengen teilnehmen. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 11. Mai. MTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht: Irak front: Im Abschnitte von Felahie kein Ereignis, abgesehen von Artilleriekampf mit Unterbrechungen und örtlichem Infanterie sc uer. An der Kaukasusfront wurde der Feind int Abschnitt des Kvpeberges in einem Gefechte, rvelches am 8. Mai vormittags mit unserem Angriff begann und bis abends dauerte, durch Bajonettangriff aus seinenen Stellungen in einer Ausdehnung von b-einahe 15 Monte der verdrängt und ostwärts zurück geworfen. In .diesem Gefechte machten wir 6 Offiziere und über 3 00 Mann zu Gefangenen und nahmen vier in gutem Zustande befindliche .Maschinengewehre weg. Unsere Berfolgungs- abteilungen bewährten trotz heftigen Schnoeswrmes Fühlung mit den zurückgehendeir Abteilungen des Feindes. Desgleichen wurden infolge eines erfolgreichen überraschenden Angriffes in der. Nacht znM 9. Mai auf die Lager des Feindes der Beschkjoei, 50 Kilonreter südöstlich Jsmahattm, und südlich Tusla Dare 250 Infanteristen und 200 Kavalleristen, welche die feindliche StveitnMcktt bildeten, mit Bajonett und Handgranaten zil haltloser Muckst gezwungen und bis auf eine geringe Anzahl vernichtet. Wir nahmen den: Feinde eine Anzahl Gewehre ab. Im Abschnitt au der Küste keine wesentliche Veränderung. Der Feind, der westlich von Tschiwislik vorzudringen versuchte, mußte sich infolge einer Umgehungsbewegung unserer Truppen nordwärts zurückziehen. Ein feindliches T 0 r pe d0 b0 0 t warf Geschosse ans die Küste von Kenikli und zog sich daun zurück. Ein Kreuzer feuerte, ohue Wirkung zu erzielen, 50 Geschosse auf die Küste westlich der Insel K'eusben, unsere Artillerie erwiderte. . Keine wesentliche Nachrichten von den anderen Fronten. Wir dementieren die russischen Berichte vom 3. und 4. Mai 1916 folgendermaßen: J'n der Nacht zum 3. Mai machten russische Truppen nacheinander zwei überraschende Angriffe gegen unsere Front ttm Kope im nördlichen Abschnitt der Tschvruk-Front. Der erste wurde aügewiesen, beinr zweiten gelang es den Russen, in die Gräben zweier unserer Kompagnien einziudringen; aber gegen morgen nahmen wir ihnen unsere Gräben durch Gegenangriff wieder vollstcnrdig ab. Folglich sind die Erzählungen ihres amtlichen Berichtes vom 3. Mai, nach dem sie unsere Stteitkräfte in Richtung auf Dierbekit, westtvärts zurückgetrieben haben wollten, und in der Gegend von Rumie den Angriff enrer unserer Abteilungen abgewiesen hätten, ebenso wie die Bchäuptmrg des Berichtes vom 4. Mai, daß einer unserer mächttgen Angriffe in Richtung aus Erzindjan abgewiesen uwrden wäre, in allen Einzelheiten und im ganzen Umfmrge erfunden. Rußland und Schweden. Kop c irha ge::, 11. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Sämtliche Petersburger Zeitungen veröffentlichen eilte lsalbamt- liche Bekanntnrachung, daß die Gerüchte von einer Verschärfung der Beziehungen zwischen Schweden einerseits und Rußland irird England andererseits böswillige Erfindungen seien. Anlaß zu den Gerüchten sei wohl die zeitweilige Einstellung des Verkehrs zwischen Schweden und Rußland über Torneo-tzaparanda infolge Eisganges 90 wesen. Griechenlands Notlage. Kopenhagen, 11. Mai. (WTB.) Folgende Mitteilung des Preßbureaus wirb von Petersburger Blättern vom 5. Mai gebracht: Die griechische Regierung hat bisher der Durchfuhr der serbischen Truppen durch Griechenland ihre Zu- sttmmung nicht erteilt. Die griechische Regierung begründet ihre Weigerung mit der Befürchtung vor der Eirischleppung von Seuchen und damit, daß der Transport der Truppen auf der schmalspurigen Eisenbahn Patros—Larissa allzuviel Zeit beanspruchen würde. Es ist jedoch klar, daß der Hauptgrund der griechischen Negierung die .F u rch t v 0 r Deutsch l a 11 d ist. Die Mliierten haben beschlossen, Griechenland zur Erfüllung ihrer Fvrderimgen zu zwingen. Tie energische Haltung der Alliierten in dieser Frage entspricht dem Wunsche, die Pläne Griechenlands endgültig klarzule- gen. Tie Gesandten der Alliierter: haben die Weisung erhalten, im Einverständnis mit dem Stabe der Truppen der Alliierten in Griechenland vorzugehen. B e r l i n, 12. Mai. Verschiedene Blätter lassen sich aus Athen melden, daß unter dem Vorsitz des Königs ein Kronrat abgehalten wurde, an dem auch der General- st ab sch es teilnahm. Nach dem Kronrat habe der Ministerpräsident eine einstündige Besprechung mit dem rumänischen Gesandten gehabt. Italienische Maßnahmen an der Küste der Cyrenaika. Rom, 1l. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die Agenzia Stesam meldet amtlich:' ^7ach angemessener Vorbereitung haben unsere Truppen ani 4.Mai an der Küste der Ehren aika gegen die ägyptische Grenze hin aus dem Seewege Marsa Mvresa und von dort ans dem Landwege am 3. Mtri den Hafen von Bardia besetzt. Beides sind Zentren für die Verpflegung feindlicher Umerseeboote un.d für den Schmuggel nach dem Innern. An Bord der die Wagen- transporte gelestenden Schiffe befand sich Said Hillal, ein Bruder des! Scheiks der Senuffi, mit einem der bedeutendsten Häuptlinge der Marmarica, welche sich der Expedition aus freien Stücken angeschlossen hatten. Die Besetzung der beiden Ortschaften, die sich in dem Gebiet der Rebellen befinden, wurde inmitten von mit Minen besäten Gewässern durchgeftlhrt und ohne Zwischerffall zu Master und zu Lande bewerkstelligt. * * * Deutschland und Amerika. Berlin, 11. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die vom Reuter verbreitete ErklärungdesStaatssekretärs L a n s i n g lautet nach eitlem Funkspruch des Vertreters vom WTB. aus New Dvrk folgendermaßen: Ter größere Teil der deutschen Antwort ist Ai: gelegen heften gewidmet, welche die amerikanische Regierung mit der deutschen Regierung nicht erörtern kann. Tie einzigen Rechtsfragen, welche mit der deutschen Regierung erörtert werden könnet!, frni> diejenigen, die sich -aus ihrer Handlungsweise oder aus unserer eigenen ergeben, und in keinem Falle jene Fragen, welche den Gegenstand diplomatischer Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und irgend einem anderen Lande bildet:. Ter Kernwintt der Anttvort ist, daß Deutschland unseren Vorstellungen hinsichtlich der Rechte der Kauffahrteischiffe und Nichtkänlpser aus bol)er See nachgegeben imb sich verpflichtet hat, die anerkannten Bestimmungen des Völkerrechts, durch tvelche der Seekrieg in bezug aus den Ge- brauch der Unterseeboote gegei: Kauffahrteischiffe geregelt wird, zu beobachten. Solange Deutschland diese veränderte Politik befolgt, habet: wir keinen Grrmd zu Stteitigkeitcn mit Deutschland über diesen Gegenstand, obgleich die Verluste im Zusammenhang mit der Verletzung amerikauftchcr Rechte durch deutsche Untersee- bvotkommmftmnten unter Anwendung der frühere!: Politik noch geregelt werden müssen. Hingegen könnet: unsere Differenzen mit Großbritannien nicht Gegenstand von Erörterungen mft Deutschland bilden. Es soll festgestellt werden, day in unsere:: BerHandlungen mit der britischen Negierung wir so handeln, wie lvir unzweifelhaft angesichts der klaren Vertrags- Pflichten mit dieser Regierung zu bandeln verpflichtet sind. Wir haben Berttagspslichten bezüglich der Art uut> Weise, in welcher die zwischen beiden Regierungen bestellenden Streitigkeiten zu behandeln sirrd. Köln, 11. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Köln. Zta." meldet arts Washington: Man glaubt hier allgemein, daß Deutschlarft) die letzte Note Wilsons nicht mehr beantworten wird, da es heißt, daß Wilson dem tiasen Eindruck der deutsck-e:: Note durch eine scharfe Antwort entgegen treten mußte. Die Verbands freundlichen Blätter', wie „Times" und „Heral-d", schimpfen wieder wie Fischweiber. Die Anhänger des Verbandes sirrd tatsächlich tief enttäuscht darüber, daß die Krise vorüber ist, und zeigen durch ihre Haltung bereits an, daß sie für Wilson jetzt nichts mehr übrig haben. Die Torpedierung der „Cynieric" findet das Land völlig ruhig. Die allgenreme Aufmerksamkeit richtet sich jetzt nach Mexiko, wo ernste Verwicklungen drohen. Eine amerikanische Einmischung wird für unvermeidlich gehalten. Norwegen und die Mannschaft des L. 29. Kristiania, 11. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Norwegischen Telegraphenbureaus. Sechs M anno 0 n de r B e s a tz u n g d e s L u f t sch i f f e s „L. 20 " s i n d f r e i- gegeben worden. Wegen des Fehlens besonderer völkerrechtlicher Bestimmungen für die Luftschiffe haben die norwegischen Behörden es als ihre Pflicht betrachtet, den Regeln fiir die Schiffbrüchigen von Kriegsschiffen kriegführender Staaten in Uebereinstimmung mit dem Standpunkt zu folgen, den sie bei früheren Gelegenheiten während des Krieges gegenüber den Engländern eingenommen halten. Von den Dampfern „Weimar" und „Indra" haben sie daher diejenigen Mannschaften freigegeben, welche gerettet in privaten Fahrzeugen an Land geführt wurden. Ein Aufstand in Lissabon? Budapest, 11. Mai 'Prft.-Tel.) „Az Est" veröffentlicht ein Telegramm aus Granada, wonach in Lissabon ein Ans- ft a n d ausgebrochen sei und das Arsenal in Flammen stehen soll. Ein Teil der Truppen beteüigte sich ait der Revolte. Per Seekrieg. London, 11. Man (WTB.) Lloiids Agentur meldet: Der b r, t,; ch e Dampfer „C v l c o a t h" (1706 Brutto- tonnen i)t gesunken. _ Eine Thronrede der ttöntgs von Spanien. Madrid, 11. Mai. (WTB.) Bei Eröffnung der Kam mer verlas der König eine Thronrede, in der es heißt: Spanien unterhält mit allen Kriegsführ enden die gleichen freundschaftlichen Beziehungen. Spanien wird die Neutralität auf trckttig fortsehen. Alle Kriegsführenden schätzen die Loyalität seines Verhaltens und die gerechten Gründe seiner .Haltung. Tie Regierung gehorcht, indem sie die Neutralitätspolitik bekräftigt, dem einstimmigen Willen des Landes. Die Botscl-aft kündigt zahlreiche Probleme an, die sich ans dem Frieden ergeben werden. Was Spanien anbelange, so werde man die Auswanderung von Kapital und Arbeitskräften verhindern müssen, die nach dem Kriege von .anderen Ländern für die gewaltige Aufgabe des materiellen Wieder - ausbaues gesucht werden würden. Zu diesem Zwecke werde die Regierung einen organischen Plan wirtschaftlicher und finanzieller .Maßnahmen Nor legen, der die Arbeiterkrise beseitigen und den Ausfuhrhandel mit Hilfe einer Organisation rascher Kreditgebung an- regen solle. Mit Rücksicht aui die Notwendigkeiten der Gegenwart werde die Regierung die Verstärkung der nationalen Verteidigung fordern. Die Kammern würden namentlich über die Grundlagen der militärischen Reorganisation zu beraten haben. Die Botschaft schließt: Tie Kammern würden die Pflicht haben, sich bei den Be rattmgen von den Interessen der Latidcsverteidigung und des Wohlergehens Spaniens leiten zu lassen. Aus dem Reiche. Heu und Stroh für das Heer. Berlin, 11. Mai. (WTB. Amtlich.) Der Bundes rat hat in der heutigen Sitzung eine Verordnung erlassen, durch welche den Bundesstaaten die Verpflichtung zur ratenweiseu Lieferung von 500 000 Tonnen Heu und 700000 Tonnen Stroh für das Heer in der Zeit vom 15. Mai bis 15. August dieses Jahres auferlegt lvird. Auf diese Mengen soll angerechnet werden, was an Heu und Stroh nach der Bestandsaufnahme vom 15. März für die ^Heeresverwaltungen beigetrieben wurde, und was an .Heu iauf Grund des Bundesratsbeschlusses vom 28. Februar d. I. .hereits geliefert wurde oder noch'zu liefern ist. Der Reichskanzler hat die zu liefernden Mengen auf die Bundesstaaten ,unter Zugrundelegung des Ergebnisses der Bestandsauf- 'nahrnc vom 15. März und unter Berücksichtigung des vor chandenen (Großviehs (Pferde und Rinder) zu verteilen. Die ^Bundesstaaten sollen die auf sie entfallenden Mengen auf idie Lieferungsverbände unterverteilen, die ihrerseits wieder fait Gemeinden heranziehen können. Den Gemeinden ist die Befugnis gegeben, Heu und Stroh nach Art der Landlicse- rung zwangsweise in Anspruch zu nehmen. Berlin, 11. Mai. (WTB0 In der heutigen Sitzung Hes Bundesrats gelangten zur Annahme: der Ent- iwtrrf einer Bekanntmachung über die Lieferung von Heu mnd Strob für das Heer, der Entwurf einer Betannt- gnachung über die Antragsrechte in der Invaliden- und ^Hrnterbliebenenversicherung, der Entwurf einer Bekannt nrachnng betreffend Beitragserstattung nach § 398 des Ver- fficherungsgesetzes für Angestellte, eine Aenderung der Be Anrntmachung üher künstliche Düngemittel vom 11. Ja- mrcrr 1916 und der Entwurf einer Bekanntmachung betr. die Prägung von Zehn- und Fimspfennigstücken aus Eisen Berlin, 11. Mai. (Priv.-Tel.) Der ,,Berl. Lokalanz nreldet: Der Minister der ösfentlick)en Arbeiten v. Breitenbach, der heute vor zehn Jahren an die Spitze des Eisenbahnmittisteriums trat, verlebt den Tag in Ems '^Dorthin hat sich Unterstaatssekretär Stieger begeben, um Immens der höheren Beamtenschaft des Ministeriums den: Jubilar die Glückwünsche zu überbringen. Berlin, 12. Mai. Wie das ,,Berl. Tagebl." erfährt, list Unter den Parteiführern im Reichstage erwogen wvr «den, ob es sich nicht empfehle, an Stelle der im Ausschuß beantragten Erhebung einer neuen Wehrbei- jtr a g s r a t e einmalig eine Reichsvermögens st eit e r ^eivKuführen, die neben der Kriegsgewinnsteuer und neben (bet neuen Be sitz zuw a chs st euer erhoben werden soll. Di- !Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen, indessen be stehe Anssicht auf eine Einigung. Aus Hessen. Das KupferHnch der russischen Kirche in Darmftadt. ' Man schreibt uns: Der Lmrdtagsabgeordnete Reh hatte >in der Zweiten Kanrmer den Antrag gestellt, das Kupfer- chach der russischen Kirche in Darmstadt abzunehmen, um 1*3 KU Heeres zwecken zu verwenden. Dieser Antrag war ganz derechliat, denn man hatte bei uns in Hessen angefragt', tfo nicht Kupferdächer unserer Kirchen vorhanden Ivaren. Nun bringt die „Darmst. Ztg." eine Aeuherung .des Inhalts: „Die Entfernung dieses Kupferdaches stehe Mcht in Einklang mit der Zusage, die von der deutschen sReichsregierung auf Grund der Gegenseitigkeit sder russischen Regierung hinsichtlich der unversehrten Erhaltung des Vermögens russischer Kirchen und Wohltätig- Seitsan stallen in Deutschland gemacht worden sei: demgemäß habe das Auswärtige Amt in Berlin die Großh. fRegiornng ersucht, von solchen Maßnahmen abzusehen" Ganz gut — aber wo ist denn die G e g e n s e i t i g k e i t seitens Rußlands zu sehen? Etwa an den Verb rann ten Ki-rchen und Pfarrhäusern Ostpreußens? -Wo solcher Mitlionenschaden aus purem Vandalismus gemacht worden ist, sollte doch ein Kupferdach einer russischen .Kirche tticht geschont werden Sitzung dev Stodtvevovdneteu. 22 Gießen, 11. Mai. I Die heuckige öffentliche Stadtverordnetenversammlung hatte nur Punkte cruf der Tagesordnung stehen, darunter aber die wichtige ^Beratung des Voranschlages für das Rechnungsjahr 11916/17. Wie schon mitgetettt wurde, konnte der Etat dtesnM whne Steuererhöhung ausbalanciert werdet:. Es' fragt sich aber isehr, ob diesem nächsten Jahre noch möglich sein wird. Vermutlich wird dann sogar die Steuerschraube eine Drehung mehr machen .müssen Tie Zur^Inen Titel des Voranschlages wurden zum größ-- \ten Teil erledigt, ohne daß näher Stellung dazu genommen wurde. cTie Debatten bewegten sich fast ausschließlich außerhalb des Etats. !Wrr behaltet: es ims vor, auf einzelne Punkte des Haushaltungs- Ailanes noch zurückzu kommen. Anwesend rmtai: Oberbürgermeister 'Keller, die Beigeordneten Emmelius und Grünewald, sowie die ^Stodtversrdn rtctt Tr. Ebel, Eichenau er, Faber, Helfrich, Huhn, -Zaun, «r ,b. Löber, Petri. Plant, Schafsstaedt, Simon, Satmurr, Orbiq, Vetters und Winn Als Urkuirdspersonen wur- K>eu gewählt die Stadtverordneten Petri und Winn. Oberbürgermeister Keller erösfnete die Versanrmlung und .ermnecte daran, er l-abc in der lebten Versammlwig die Mitteilung gernacht, daß ein in Amerika lebender Gießener der Hinterbliebe- nensürsorge 1000 Mark zugewres-en habe. Jetzt könne er da' Mitcei- lung^machen. daß ein näht genannt sein wollender Spender, rer in der Schweiz lebe und zu Gießen verwandtschaftliche Beziehungen habe, der Stadt Gießen zu dem gleichen Zwecke 10 00 Mark überwiesen habe. Es sei hocherfreut ich, daß int Auslande der Hinterbliebenen gefallener Gießener gedacht werde. Das Beispiel möge auch in Gießen selbst zur Nacheiferung anspornen, da der Unterstützungsfonds sehr der Unterstützung bedürfe. Dem wohlmeinenden Spetrder sei der Tank der Stadt Gießen schon übermittelt worden. Tie Stadtverordneten bewiesen durch lebhaften Zuruf ihren Tank und ihre freudige Zusttmmung. Eine weitere S t i s t n n g ist nach Mitteilung des Oberbürgermeisters dem Kinderhort von der verstorbenem früheren Lehrerin Elije Tasche letztwillig in Höhe von 2000 Mark Angewiesen worden , Tie Zinsen sollen als Elise Tasche-Stif- tnng zur Hälfte bedürftigen Knaben und zur Hälfte bedürftigen Mädchen des .Kinderhortes zugewiesen werden. _ Das G i e ß euer S t a d t 1 h e a t e r , für das eine Garan- ttejumine von 10 000 Mark bereit gestellt war, brauchte diese Summe nicht anzugreifen. Es hät erfreulicherweise einen Ueber- s ch u ß von 2 499,25 Mk. herausgewirtschaftet. Ferner machte der Oberbürgermeister auf die am nächsten Sonntag hier in Gießen stattstndende Versammlimg des Lahn- k a n a l v e r e i n s aufmerksam und bat die Stadtverordneten, bei der Wichtigkeit des Gegenstandes vollzählig zu erscheinen. Zum Voranschlag fü r da s Rechnungsjahr 1916/17 bemerkt Oberbürgermeister Keller, daß der Voranschlag vom Finanzausschuß gemeinsam mit dem Vorberatungsausschusse vorberaten sei. Tie Nebenanschläge seien schon früher genehmigt worden. Er stelle den Antrag, ob eine allgemeine Beratung statt finoen solle ^oder nicht. Stadtv. B e t t e r s war der Ansicht, daß eine allgemeine Bera tung eigentlich stattsiirden müßte, in Anbetracht der Zeit schlug er aber vor, davon abzusehen. Ta dies einstimmig angeuonrirvAt wurde, begannen die Ei nz e l b era tun g en. Zu Ziffer 5 a, Gaswerk, bemerkte Stadtv. S ch a f f st a e d t, daß am Äbeud vorh .'r die Gaslaternen schon um Uhr unnötigerweise gebrannt hätten. Oberbürgermeister Keller führt das auf ein Versehen eines Gasiverksbeamten zurück. Tie Nackstbeleuchtung sei jetzt so geregelt daß ganz erheblich>e Ersparnisse gemacht' würden. Die Ausgaben für Straßenbeleuchtung sind im Voranschlag für 1916 mit 54 000 V^ark eingesetzt, geggn 68 000 Mark im Vorjahre. An Titel ,14, Volksschule und F o r t b i l d u n g s schule, knüpfte Stadtv. Vetters eine Polemik gegen die Sch n l f e i e r t a g e aus Anlaß größerer Erfolge auf den Knegs- schauPlätzen. Schulleiter hätten es ausgesprochen, man solle Siege ittbtt zum Amüsement der Kinder ausnützen. Kinder und Lehrer wül t?n übrigens mit so nnvorhergesehmen Feiertagen nichts rechtes anzufangen. Er .ereiferteZich auch über die Kriegs a n i e i h e z e i ch n u n g en der Schulen, iiber die man sehr geteilter Meinung sein könnte. Arge Mißstände seien zutage getreten und er glaube nicht, daß es Angelegenheit der Schulen sei, bei dicfcn Anlässen Geld zu sammeln, zumal, wenn von Lehrern bedentliche Mittel angewendet tvürden, um einen Tru'ck auf die Schüler auszuüben und so ein besonders schönes Sammelergebnis zil zeitigen. Oberbürgermeister Keller weist daraus hin, daß die schul- sreren Tage bei Siegesfeiern durch eine Verfügung des 'Schul- minisleriums geregelt seien. Er persönlich halte es für durchaus angebracht, derartige Tage auch in der Schule zu feiern. Was die Kriegsanleihezeichnungen der Schulen angehe, so sei er überzeugt, daß keinerlei Druck ausgeübt worden sei. stadtv. I a n n crtnnert daran, welch erfreulichen Einfluß die Schulfeiern von 1870 71 auf die damaligen Kinder Zeit ihres Lebens behalten hätten. Er wünscht, daß bie Feiern auch weiterhin beibehalten würden und daß man recht viele solcher Feiewa begehen rönne, um bald zu einem siegreichen Frieden zu gelangen. Auch er glaubt, daß bet der Kriegsanleihesammlung kein Druck oder uner- laubte Mittel anoewendet worden seien. Die Einwirkung sei in rein patriotischer Weise geschehnt und habe, gute Früchte getragen. Bei Ziffer 23, S t r a ße. n u n t e rha l t u rt g , fragt Stadtv. Vetters an. ob für die ftädttschen Arbeiter eine Teuerungszulage vorgesehen sei. Diese Anfrage fand nach Schluß der Tagesordnung ihre Erledigung. Zu Ziffer 29, Kanäle, bemerkte Stadtv. Huhn, die Haus - und Grundbesitzer seien durch den Krieg in eine sehr bedrängte Lage geraten, sie könnten derartige Kanalgebühren nicht mehr erschwingetr. Er bat den Oberbürgernieister, bei der ersten Gelegenheit eine Revision der Kanalgebühren vorzmiehmen. Ftadtv. Eiche nauer betonte, im vorigen Jahre bei Turch- bcratimg des Haushaltsetats das gleiche Thema angeschnitten zu haben. Man könne jetzt im Kriege keine Revision verlangen. Er ertoartc aber, daß die Zusage des Oberbürgermeisters, gleich nach dein Kriege eine Revision durchzuführen, eingelöst werde. stadtv. Krumm bemerkt, in der Kommission des Finanzaus- schusses habe man sich schon mit dieser Frage beschäftigt, die gleich nach dem Kriege geregelt tverden müsse. Allerdings stände dem das Bedenken entgegen, daß die .Leute, die Kanal- und Wassergcbühren bezahlen, davon auch nicht entlastet würden, wenn diese Gebühren auf die Allgemeinheit iiber tragen tvürdeit. Stadtv. Vetters will nicht dagegen sein, wenn eine Reform angesctzt wird. Gr bem-erkt aber, daß bei Eütführung der Kanalgebühren die Mieten mit Rücksicht darauf erhöht worden seien. Würden den MiLtern jetzt die Kanal- und Wassergebülsten auferlögt, dann hätten die Mieter diese doppelt bezahlt. Er gebe zu, daß Mieter teilweise sehr unwirtschaftlich mit Wasser umginget:. Würde das aber geändert, und die Gebühren den Mietern aufer- lcgt, so tbürden die Mieten doch die gleichen bleiben. Stadtv. Winn belant, daß die Kanalgebühren nirgendwo so ungerecht seien, wie in Gießett. Tie Gebühren seien sogar auf Gärten ausgedehnt, die gar feilt Wasser abführten. Es sei ja vorgekommen, daß die Mieter infolge der Kanalgebühren gesteigert worden seien, aber das sei fange nicht bei allen der Fall, nndj dam: auch nicht in airgemessener Höhe. Er sei aber trotzdem dafür, eine Reform bis tiach dem Kriege zu verschieben. stadtv. Kru m m igibt an, er sei bei Einführung der Gebühren daslir gewesen, daß sie aus die allgemeine Steuer überttomtnen würden. Es sei aber damals berechnet worden, daß auf diese Weise die Gebühren für den GrmrdbZitz doch die gleichen blieben. Er glaube nicht, daß die Grundbesitzer besser herumkämen, wenn die Gebühren ans die allgemeine Steuer gelegt würden. Er habe damals ans Prinzip dafür gesttmmt, alle Gebühren auf die allgemeine Steuer zu schlagen. Auf die Lage des^ Hausbesitzers hätten die Kanalgebühren überhaupt keinen so großen Einfluß, er halle es für besser, ein Jnstitttt zu schassen, das zweite Hypotheken besorgen könnte. Nach dem Kriege körmte man die Kcntalgebühren ruhig besprechen, aber die Stenerbelastung werde doch immer für die Gewerbetreibenden und Hausbesitzer größer sein, als für die andern. Oberbürgermeister 8keller gibt an, sich sehr mtt der Frage beschäftigt zu l-aben. Er wolle sich aber nicht darauf cinlassen, weil alle Redner betont hätten, daß jetzt nicht die Gelegenheit dafür sei. Bei Einführung der Gebühren sei er noch nicht im Amta gewesen, aber er habe nachgeschlagen und gefirnden, daß die Kanal- gebührcn damals einstimnrig in dieser Art imb Höhe beschlossen tvorden seien. Ten Antrag habe sogar ein Hausbesitzer eingebracht. Jetzt sei eine Eingabe von eineni Hausbesitzer an die Stadtverordneten versammlmrg gerichtet, in der auch ans die Kanalgebühren hingewiesen werde. Hierzu wurde beschlossen, daß gegenwärtig eine Aenderung nicht vorgenommen werden könne. ötadtv. Winn betont, die Kanäle seien eine soziale Einrichtung, deren Lasten von der Allgemeinheit getragen werdm müßten. Er meint aber, in der Kanalrechnnng seien Posten aufgeführt, die davon abgesetzt werden müßtet:. Stadtv. Schafs st aedt glaubt, Oberbürgermeister Keller befinde sich im Irrtum, wenn er annehme, die Kattalgebühren seien damals einstimmig beschlossen ivorden. Der gegenteilige Beschluß sei damals mit einenr Geleitwort seines Vorgängers Ntecunr nach ^üj.muaöt gegangen mrd daher dort nicht angenommen worden^ Man b..be infolgSes'en nicksts tun köniren, als anders beschließen. w 3 an n findet es merkwürdig, daß in dem betreffenden Protokoll von einer einstimmigen Annahnte gesprochen werde, ob- wotzl eine große Zahl von Stadwerordneten dagegen gewesen sei. Beigeordneter Emmelius ist dafür, daß die Debatte abgebrochen werde. a berbürgermetster Keller verliest ttocf; das Protokoll vom 1907. wonach der Antrag Wallenfels in namentlicher ttbitrmmung einstinimig angenommen wurde. Hierauf wird die. Tebatte abgebrochen und die Durchberatung des Hanshaltungsplans nimml ilnen Fortgang. . Au Titel 30, Sel b stv e r si chernn gs so n ds , bemerkt f5 r ^fr^pürtfeTitteOter, daß der Finanz- und Vorberatungsans- 1 chuy> bejchlonen haben, daß eine Haftpflichtversicherung wieder abgeschlossen werden solle. Bei Titel 33, Beiträge zur L a n d w i r t s ch a f t s - kam mer, hält es Stadtv. W inti für ungerecht, daß die Stadt emen größeren Beitrag bezahle, wie das Land. Oberbürgermeister Keller begründet das mtt einem Gesetz, zohannesttrche zur Sprache, die er als euren Schildbürgerstreich bc- zeichncte. . - 5U erwarten, daß der Steg bald ausgebessert und den: Verkehr wieder freigegeben wird. Zn Titel 67, G e m c i n d efteuer, lag ein Antrag ^ C o/?a ^ , r ^4 6 vor, die Steuer von einem Einkommen von 900 Nr. abwärts zu erlassen und dafür die Hundesteuer um 5—10 Mk. zu erhöhen. Wie Oberbürgermeister Keller dazu bemerkt, ist die Hunde- 'beuer in Hessen durch ein staatliches Gesetz geregelt. Ter Staat erhebt 10 Mk. und die Stadt ebensoviel. Bei der vorgeschlagetten Steuererlassung sendet der Finanzausschuß, daß der dadurch cnt- stehende Ausfall von 21 600 Mk. erheblich ist und daß eine Deckung dafür nicht gefunden werden Lann. Dem Anttag Vetters kann daher nicht stattgcqeben ^werden. Der Finanzausschuß schlägt aber vor, an Leute dieser Steuerklasse Kohlen und Kartoffeln z u e r m ä fj, taten Preis e tt zu liefern. Stadtv. Vetters bezweifelt, daß der Ausfall 21600 Mark ausmache. Man möge auch bedeiikett, welche Arbeit die Einziehung iie,er Steuer bei Leuten ntache, die meist feinen [tänbigen Wohnsitz yatten. Ofsenbach sei auf cinett derartigen Vorschlag eingegangen Wenn man den Antrag nt der ersten Form nicht annehnre^ so möge inan ihn von 750 Mark Einkomnren abwärts annehmen Weiterhin hält er es iür ungerecht, daß eine V e r m ö g e n s ste ne r von 200 Mark auswärts erhoben werde mrd bittet, später auch hier eine andere Grenze sestznsetzen. Tie .Hunde machten sich in ihrer Ucberzahl in der Stadt unangenehm bemerkbar. Beigeordneter G r ü n c w a l d betont nochmals, die Stadt könne, an der Hundesteuer nichts ändern. Es sei vielleicht verdienstlich daß von der sozialdentokratischeu Fraktton ein solcher Antrag bet der Kammer gestellt werde. Es sei bestrebenswert, die Zahl der Hunde zu vermindern. Wetter wies er danntf hin daß die Polizei die Verordnungen nicht durchführe. Bulldoggen wiirdnr ohne Maulkorb geführt, in den Anlagen dürsten Hunde ohne^ Leine berumlaufen. Viele Sozialpolittker wünschten nicht die Steuer für Minderbemittelte anszuheben, unk keine Parias zu schaffen. Die staatsbürgerlichen Rechte setzten auch staatsbürgerliche Pflichten voraus. Tie Beibehaltung der Steuer werde auch von demokratisch Denfendeti befürwortet. Bei der billigeren Abgabe von Kohlen und Kartoffeln wünsche er zu wissen, um wieviel sie billiger abgegeben tverden sollen. Stadtv. Krumm spricht ebenfalls gegen detr Steuererlaß Bei der billigeren Abgabe von Kohlen und Kartoffebr solle man sich nickt so sehr nach dem Einkvmmett, als nach der Ki überzahl richten. Stadtv. Tr. Ebel weist darauf hm, daß ein Mttnn mit mehreren Kindern und 1800 Mark EinVomnren viE bedürstiger sein könne, als ein Mann mit 900 Mfk. EinkonttNen ohne Kinder Tie Steuergesetzgebung berücksichttge es nicht, trneviel Kinder an einem bestimmten Einkommen teilnehmen. Er glaubt, eine Aenderung hierin sei das beste Mittel zur Förderung der Bevölkerungs- Politik. OberbüngermeisterKe ll e r feilt mtt. daß Beraeordnefer Grüne' Wald sich bereit erklärt habe, einen derartigen Antrag in der Kammer einznbringen. Das Kinderprivileg sei aber schon jetzt versteckt vorhanden, denn die Steuer könne bei ungünstigen Verhältnissen zurückgesetzt werden. Stadtv. Winn bittet um Erneuertmg der Verfügung, daß Hunde nicht frei im Felde herumlaufett dürfen. Auch Beigeordneter Grünewald ist dafür, diesem Unfug entaegenzutreten.' Es sei einmal beschlossen worden, Warnungstafeln anfzustellen, aber die Pvovinzialdttektion habe sich dagegen erklärt. Hilfe sei mir von der Einsicht des Hunde- b e s i tz e r s zu erwarten. Stadtv. Plün k weist darauf hin, daß die Schätzungskammer immer auf kinderreiche Famiilien Rücksicht nehme. Die httrslicben Verhältnisse würden genau geprüft und oft würden Leute 2 bis Sttifen tiefer Egeschätzt, ohne daß ein Antrag vorhandoii sei. Oberbürgermeister Keller stellt den Antrag, die Ermäßigung von Kioblen und Kartoffeln möge vom Sozialpolitischen und Leben.smittelausschuß festgesetzt werden. Der Antrag nmrde angenommen. Wetter wurde auf feinen Pturkt des Voranschlags naher emgegangen und so wurde dieser mtt 5 630 997,27 Mark in Ein- nahnre und Ausgabe gegen 5 543 153,08 im Vorjahre genehmigt. Ebenso wurde der Antrag des Mnanzausschusses genehmigt, keine S t c u e r e r h ö h u n g eintteten zu lassen, sondern es bei 150% auf Einkommensteuer und bei 26.4/o Abzug vergeben. Außerhalb der Tagesordnung beantragte Oberbürgermeister Keller auf Vorschlag des 'Finanzcmsschusses die Beteiligung der Stadt Gießet: an der R e i ch s b e k l e i d u n g s - stelle Berlin, die die Aufgabe hat, der detttschcn Bevölkerung dtc notwendige Bekleidung zu verschaffen. Alle Städte mit über 2o000 Einwohnern sind beteiligt. Der Finanzausschuß hatte eine BcteUi- gung mit 10 000 Mk. beantragt. 9cach einer Statistik des Städtetages entfällt auf Gißßen eine Beteiligung von 15 000 Mk., die jedenfalls tticht in Anspruck) genommen werden. Oberbürgermeister Keller bittet, den Antrag zu genehmigen, was auch geschieht. Es folgte ein Antrag auf E r h ö h u ti g der T e n e r u tt g s - znlagen für städt. Beamte, Arbeiter und Bedienstete. Dic letzte Teuerungszulage wurde am 21. Juli 1915 für städt. Angestellte beschlossen, deren Einkommen 1600 Mk. nicht übersteigt Da das Gesuch um Erhöhung gerechtfertigt ist, werden als monat- Hebe Teuerungszulage bcimiliflt: tui '-bec^eicatete ohne Xtinbeu sechs Mar? (früher 4 Mk.), mit einem Kinde 7.50 Mk. (5 Mk.), mit zwei Kindern 9 Mt. (6 Mk.), mit drei Kindern 10.50 Mk. (7 Mk.), mit vier .Andern 12 Mk. (8 Mk.), mit fünf und mehr Kindern 13.50 Mark (9 Mk.). Die bisherige Aussvendung von 9800 Mk. wird dadurch auf 16 470 Mk. erhöht Stadv Ebel fragt an, ob sich drese Erhöhung auch für Arbeiterfamilien versteht, deren Ernährer nn Felde stehen. Wenn nicht, wünscht er, lmß Aes so sei. . . Oberbürgermeister Keller erklärt, von Knegsbegrnn an habe die Stadt die halben Löhne mit prozentualem Zuschlag weiteraezahlt Tiefe Regelung entspreche der in größeren Städten. Er bittet, wenn der Anregung des Vorredners entsprochen werden solle, die finanzielle Tragweite zu bedenken. Beigeordneter Gr unewald wünscht zahlenmäßig zu erfahren was die Angeihörigen von Kriegsteilnehmern erhalten. Stadv. Ebel gibt an, daß eine derartige Stattstik ausgearbeitet werde. Es gebe tatsächlich Familien, die mehr Einkommen hätten, wie vor dem Kriege. Es sei aber nicht möglich, ihnen das BLehr zu streichen und sie auf den Satz zu bringen, den sie vorher gehabt hätten. Bon seiten der Angehörigen von Kriegsteilnehmern würden oft die unerhörtesten Forderungen gestellt Bei Zuwendung vonSchuhwerk habe man geradezu mit innerer Roheit das derbere Schuhwerk zurückgewiesen, weil es ihnen nicht gut genug scsi, Im allgemeinen herrsche aber doch Krankheit und 9tot unter Angehörigen von .Kriegsteilnehmern. Die Stadt habe bis zu 50 Prozent Zusckmß beschlossen. Es geschehe alles, was geschehen könne. Am schlimmsten seien die Angehörigen'von Gewerbetreibenden -und v-on Angestellten, überhaupt die Angehörigen des Mittelstandes betroffen. Der Arbeiterbevölkerung gehe es im allgemeinen besser als dem Mittelstände. Rühmlich für die Hausbesitzer sei es, daß» sie den Kriegerfamilien die Mieten herab- gelassen hätten. Oberbürgermeister Keller fugt zu dem Antrag des mnanz- ausfchusses den hinzu, die E i n k om men sg r e n z e bei der Teue- imngszulage von 1600 Mk. auf 1800 Mk. zu erhöhen. Dieser Zusatzantrag wird einstimmig angenommen und damit die öffentliche Sitzung geschlossen. Fn der nichtöffentlichen Sitzung lag u. a. ein Antrag der Kriegsgefangenen des Gießener Lagers vor, auf de« h^sigen Ehrenfriedhose neben dem noch zu errichtenden Denkmale der Stadt aus eigenen Mitteln ein Denkmal zu errichten. Der Antrag wurde ebenso wie in anderen Stuten genehmigt. Das Modell des Denkmals weist als Mittelstück auf einer quadratischen Fläche das Relief einer Trauernden über einem Grabe auf. Das Relief ist durch breite Treppenstufen, die zu ihm hinführen, und abschließende steinerne Geländerfasfung zu einem schlicht und eindrucksvoll wirkenden Ganzen zusammengefaßt. Aus Stadt und Land. Gießen, 12. Mai 1916. Ersatzmittel für Tee. Infolge des ständigen Steigens der Preise für chinesischen, japanischen und sonstigen asiatischen Tee muß gerade letzt im Frühjahr darauf hingewiesen werden, daß es zahlreiche einheimische Tees gibt, die im Haushalt an Stelle von asiatischem Tee Verwendung finden können. Die Zubereitung der einheimischen Tees entspricht der des chinesischen Tees. Als einheimische Tees kommen vornehmlich die jungen getrockneten und alsdann zerkleinerten (geschnittenen) Blätter der Erdbeere, Brombeere, Heidelbeere, Moosbeere, Kronsbeere, Preißelbeere, schwarzen Johannisbeere, Himbeere, Stechpalme, Kirsche, Birke, llftne, Weide und Eberesche sowie des Schwarz- oder Schlehdorns und Weidenröschens in Betracht. Es hängt vom Geschmack des einzelnen ab, welchen Blättern er den Vorzug geben will. Bei der erheblichen Auswahl wird jeder, der in der gegenwärtigen Zeit an Stelle des sehr teuren asiatischen Tees ganz oder teilweise billigen einheimischen Tee verwenden möchte, schon ein ihm zusagendes Getränk herausfinden. Bemerkt sei noch, daß davon abzusehen ist. als tägliches Familiengetränk solche Tees zu verwenden, die als Arzneimittel besondere Wirkungen auszuüben vermögen, wie z. B. Lindenblütentee und Fliedertee. Die zuvor genannten einheimischen Tees werden zum Teil noch in Apotheken und Drogengeschäften geführt. Es ist erwünscht, daß auch der Drogengroß- und -kleinhandel dem Einsammeln, Trocknen und Vertrieb der als Genuß- mittel in Betracht kommenden einheimischen Tees alsbald besondere Beachtung schenken möge, zumal es der Bevölkerung nur zum Teil möglich ist, sich selbst derartige Tees ,zu sammeln. * ** Die ersten Fleischnrarken werden morgen mit den Brottarten ausgegeben. Ohne sie bars kein Ueisch, Wurstwaren. Wurstkonserven oder Fett abgegeben werden. Die Fleischkarten lauten auf 1200 Gramm für 2 Wochen und den Kopf der Bevölkerung; Kinder unter 5 Fahren erhalten nur die Hälfte der Marken. Gasthäuser erhalten zur Versorgung Ortsfremder besondere Bezugsscheine, auf denen diese den Empfang von Fleisch- und Fleischwaren durch Unterschrift zu bescheinigen haben. Näheres siehe in einer städtischen Bekanntmachung im Anzeigenteil. ** Die Zuckerkarte tritt in Gießen von morgen ab in Kraft. Von nun ab darf jede Art von Zucker nur auf diese Karte hin abgegeben werden. Die Zuckerkarten lauten auf 400 Gramm für den halben Monat und den Kopf der Bevölkerung. Sie werden zusammen mit den Brotmarken ausgegeben. Es bleibt Vorbehalten, die Menge, auf die die Zucker- karteu lauten, jederzeit zu ändern. Die in den Haushaltungen aufgenommenen Bestände werden den Besitzern angerechnet. Sie erhallen erst Karten, wenn der Vorrat aufgebraucht ist. Für das Einmachen von Früchten werden besondere Z u s a tz k a r t e n auf Zucker ausgegeben, wenn der Nachweis des Besitzes der Früchte zum Einmachen oder Einkochen erbracht wird. Hierüber werden noch besondere Vorschriften erlassen. Bei der Abgabe ^ion Getränken in Gastwirtschaften und Kaffeehäusern darf reine größere Menge als ein Stück Zucker verabfolgt werden. Näheres ist aus dem Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zu entnehmen. ** Hammeldiebstahl. In der vergangenen Woche »w-urde in Garbenteich von der Herde weg ein Hammel im Werte von 130 Mk. entwendet. Der Verdacht lenkte sich auf einen hiesigen Korbmacher, der um die fragliche Zeit durch Gcrrbenteich fuhr und bei dem bei einer Untersuchung noch der abgekochte Hammelskopf und andere Fleischteile gefunden wurden. Da der Dieb trotzdem noch leugnet, ist es für die hiesige .Kriminalpolizei vön Interesse, zu wissen, ckvo das Fell und die übrigen Flefichterle hingelangt sind. 'Zweckdienliche Mitteilungen werden an die Kriminalabteilung erbeten. ** Aufnahme der Viehbestände am 15. M a i 1916. Die Reichsstelle für die Versorgung mit Vieh und 'Fleisch (Reichsfleischstelle) bedarf einer fortlaufend berichtigten Angabe über die Viehbestände, um das Schlachtvieh auf die einzelnen Bezirke in gerechter und zweckmäßiger Weise zu verteilen. Diese Kenntnis läßt sich aber nur dadurch erreichen, daß in kürzesten Zwischenräumen kleine Viehbestandserhebun- gen vorgenommen werden. Das Ergebnis der Viehzählung vom 15. April b. I. jotl deshalb nach dem Stand vom 15. Mai berichtigt werden, dieses dann nach dem Stand vont Ib.Junss und so allmonatlich weiter. — Die Großh. Zentralstelle für die Landesstatistik sendet in diesen Tagen die bei der Zählung am 15. Avril d. I. ausgefüllten Zähllisten und Gemeindebogen an die Großh. Bürgermeistereien zurück, damit diese die Angaben nach dem Stand vom 15. Mai durch Umfrage bei den einzelnen Vrehbesitzern fcststellen und in den Listen selbst die früheren Angaben berichtigen. Die ab- geänderten Zählpapiere sind spätestens am 18. Mai an )ie Großh. .Kreisämter einzusenden. ** Die Auszahlung der Familienunterstntzn n g an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für 16. bis Ende Mjai 1916 findet statt: An diejenigen, deren Namen beginnen mit A—H Montag, den 15. Mai. I—R Dienstag, den 16. Mai, S—Z Mittwoch, den 17. Mai. Zahlstunden: von 8—1 Uhr vormittags. Zahlstelle: Stadthaus, Zimmer Nr. 7. ** Städtischer Ver kau f von Eiern. In der städtischen Verkaufsstelle Asterweg 25 (Alte Gerverbeschule) werden von Montag, den 15. Mai ab jeweils nachmittags von 2—6 Uhr Eier znm Preise von 14 Pfg. das Stück abgegeben. Die Abgabe erfolgt nur gegen Vorzeigung der Brotausweiskarte. Es werden für jedes Haushaltungsmitglied bis zn 3 Stück verabreicht. ** .Städtische Spargel. Eine kleine Teilsendung der durch die Stadt Gießen bestellten Spargel wird voraussichtlich heute eintreffen. Die Inhaber von weißen Bezugskarten, die nicht mehr als drei Pfund bestellt haben, können am 13. ds. Mts., nachmittags von 2 bis 6 Uhr, im .Hause Neustadt 61, Spargel abholcn. Preis 45 Pfennig das Pfund. ** Metallablieferung. Um den mit der Ablieferung der beschlagnahmten Gegenstände Säumigen nochmals Gelegenheit zu geben, diese abzuliefern, wird die Metallsammelstelle Sams- tag, den 13. Mai 1916, geöffnet. Nach diesem Tagewiro die Enteignung auf Kosten der Säumigen endgültig dnrchgesührt. Diejenigen, welche zur Ablieferung Frist bis znm 30. April 1916 erhalten haben, werden aufgefordert auch diese Gegenstände am Samstag abzuliefern. Diejenigen, welche die Anerkenntnisscheine über abgeliefertes .Kupfer, Messing und Reinnickel bis setzt iroch nicht abgeholt haben, haben diese unter Vorlage der Wiegescheine innerhalb acht Tagen inr Stadthaus, Zimmer Nr. 16, in Empfang zu nehmen. ** Richtpreise sür Saatkartosfeln u n d F u t t e r - r ü ben sind in einer Bekanntmachung der PreiSprüfungsslelle st'ir die Provinz Oberhessen im heutigen Kreisblatt bekannt gegeben. ** H ö ch st p r e i s e für Schweinefleisch und F l e i schwären, die für den Bezirk Gießen morgen in Kraft treten, sind im Anzeigenteile unseres heutigen Blattes veröffentlicht. Wir weisen l Toth dasjenige ihrer verschwundenen Tochter Margit. Am Vor- lililtag erschien bei der Stadthallptinanilschaft der Honvedkorporal Majde lilid sagte aus, daß er mit Kiß im serbischen Spital voll Valjevo beisamnleu lvar. Er habe ihn sterbeil sehen. Kiß sei m Valjeoo beerdigt. Universitcits-Na», 20 Kilo Schlachtgewicht. — Auf dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 120—165 Aik., Lällser 160—200 Alk. und Einlegschiveine 210—260 Alk, das Paar. - Ter nächste Markt siudet am 29. d. Alts. statt. Witterungsbericht. (Oeffentlicher Wetterdienst.) Gießen, den 9. Mai 1916. Das westliche Tiefdruckgebiet, bas am Ende der vorigen 3k* richtswoche uns Gewittererscheinungen mit Regenfällen brachte, verstärkte sich am Anfang dieser Berichtslvoche — 3. Mai bis 9. Mai — und drang zunächst ostwärts vor. Unser Bezirk kam jedoch nur unter den Einfluß seiner Ranbwirbel, so daß auch !lwch am Mittwoch, den 3. Mai, die Wetterlage sich kaum veränbert hatte. Es kam bei sonst wechselnder Bewölkung vielerorts zu Gewitterbildungen, verbunden mit zum Teil heftigen — in Gießen allerdings nur geringen — Niederschlägen. Trotzdem die westliche Depression sich weiter verstärkte und ostwärts vordrang, heiterte sich bei südöstlichen Winden infolge Föhnwirkung das Wetter nunmehr auf und nur in der Nacht von Freitag zu Samstag gingen in ganz West- und Süddeutschland verbreitete Regenschläge nieder. Die Temperaturen waren seit Anfang dieser Berichtswoche stark gestiegen, besonders die Tagestemperaturen, so daß das Tages mittel in Gießen von st- 15,75 Grad am Mittwoch auf st- 19,75 o am Freitag sich erhöht hatte. Das Temperctturmarimum betrug am Freitag in Gießen sogar st- 27 o. Von Sonntag an zog sich die Depression wieder nach Westen zurück: ihr folgte hoher Druck von Osten her nach, so daß das ziemlich heitere Wetter weiter anzuhalten schien. Doch schon in der Nacht vom Sonntag zum Montag zweigten sich von dem nordwestlichen Tiefdruckgebiet Wirbel tiefen Druckes ab und riefen auf ihrem Zuge guer durch Deutschland ausgebreitete Regenfälle hervor. Auf der Rückseite des nack dem Balkan abgezogenen Teil- tiefs stteg der Druck über dem Festlande wieder an. Wir liegen nunmehr auf der Südseite der mit einem Ausläufer über die Ostsee bis nach Polen reichenden nordwestlichen Depression und haben zunächst bei Winden aus westlichen Richtungen mit teils bedecktem, zeitweise aufklarendem Wetter und mit stellenweisen Regenschauern zu rechnen. Meieorologi sche Beobachtun gen der Station Eietzen. Mai 1916 \u po.2i |5*C; 3 l O J: C CJ '' öo & 5 • ® l§ j- -c -xT i § £§ - •o 5 ^ 5 UP COjs L c.g- Wetter 11. 2» 13,7 5,4 46 _ 7 Bew. Himmel 11. 9« — 11,6 6.9 67 — — 10 Regen 12. 7'° 8,5 7.4 89 10 Bed. Himmel Höchste Temperatur am 10. bis 11. Mai 1916: st- 14,5'6. Niedrigste „ , 10. . 11. „ 1916: + 1,4*0. Niederschlag 0,1 mm. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 13. Mai 1916; Zunehmende Bewölkung, zeitweise leichte Niederschläge, nachts etwas wärmer. Letzte Nachrichten. Wieder eine englische Neutralitätsverletzung? Budapest, 12. Mai. Dem „Az Est" wird aus Sofia berichtet : England richtejte am 18. April eine geheime Note an Spanien, worin es die Regierung crussordett, die in spanischeu Häfeu liegenden deutschen Schiffe zu konfiszieren und die Meerenge von Gibraltar abzusperren. Damit wollte England erreichen, daß der holländische imb griechische Handel gehemmt werde. England versprach, daß^es, wenn Deutschland ivegen der Konfiszierung seiner Schisse Spanien den Krieg erklärte, die spanische Küste verteidigen und nach dem Kriege Tanger Spanien übergeben wollte. Die spanische Regierung hielt die Note geheim urrd wird die englische Aufforderung zweifellos zurückweisen. Der Kölner Fleischhinterzichungsskandal. i K ö l n, 12. Mai. In dem skandalösen Fall der Fleisch- Hinterziehung des Metzgermeisters kommet erfahren wir noch, daß die Fleischmengen doppelt so groß fiud-, als bisher angenommen wurde. Bisher wurden aus den verschiedensten Aufbewahrungsräumen Gommers 25 000 Pfund gute Fleischware, 5 0000 Pssind minderwettige und 9 000 Pfund verdorbene Fleischwaren heraus- besorgt. An 18 Zentner Fleischwaren mußten dem Zoologischeu Gatten zur Tierfütterung überwiesen Ivetten. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Das diesjährige Jnvaliden-Prüfungsgeschäft im Kreise Gießen ssndtt wie folgt statt: Am 18. Mai ds. Js., beginnend 9 Uhr vormittags, im Hotel Hirsch in Grünberg. Am 29. und 30. Mai ds. Js., beginnend 9 Uhr vormittagD. im Rathause in L i ch. Am 31. Mai, 2., 3., 5., 6. und 7. Jüni ds. Js., beginnend» 9 Uhr vormittags, im Bezirkskommando in Gießen. Tie bis 1916 anerkannten Invaliden, Friedens- und Kriegs- Rentenempfänger haben zu diesem Geschäfte zu erscheinen, sorveit sie hierzu einen besouderen Gestellungsbefehl erhalten. Gießen, den 11. Mai 1916. 37116 Gvoßherzogliches Bezirkskommando. N a u m a n n, Oberstleutnant und Bezirks Kommandeur« Todes-Änzeige. Allen \ erwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass meine liebe gute Frau Katharine Krug, geh. Beiloff gestern abend 8y 4 Uhr nach kurzem, aber schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gotthardt Krug, Dienstmann. Giessen, Walltorstr. 15, den 12. Mai 1916. 37is Die Beerdigung findeU§onntag, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhofe statt. Junger Kaufmann sucht für 1. Juli paffende -Ltellung für Büro. Schrift!, ^lng. u. 0^5 58 a- d. Gtetz. Aus. 00571; Jq. Fran m. g. Emvslg. lucht Lausstell» für 2—3 Std. morgens. Zu erfragen in der GeschästSst.d. Gietz. Anz. WWM- . _ __ _ _____ ^1 1 schön., stark., spruugsäh. immentaler Bulle m. aut. Abstammung istz. verk Wlftito Schott I, Grob-Felda 36721 Eine g. aüsEichenh.erb. Sedea»s auf den Abbruch *u verk., ein- f. a. *. e. Feldscheune. Nah. Strofborf H. 2. Erstklassiges Reitpferd bildschöne hellbr. 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I. nach nultags 2-^ Uhr nach Gietzen. Gasthos „Groffberzog vou Hessen, Weft-Anlage 39, Ecke Bahnhofstraffe, ergebenst einzuladen. ^ur Beratung steht folgende Tagesordnung: Bernlit über die Vereinstätigkeit bezw. die Ergebnisse der Versuchsfahrten mit dem Probe-Motorschiff; Ablage der Vereinsrechnung für 1915 und Entlastung des Vorstandes: Wahl zweier Rechnungsprüfer zur Prüfung der Rech- , uung des Jahres 1916; 4. Wahl des Ortes der nächsten Hauptversammlung: 5. Vortrag de^ -verrn Direktor C. Bansa-Limburg [Lahn» über ,.DlL Blnnenschiffahrl im Kriege und die Zukunft der Lahn",- 6. Sonstiges [Kleine geschäftliche Mitteilungen, Anfragen usw.) .. H^-^r^rnlung jst öffentlich,- nicht nur Mitglieder unsere^ Vereins, sondern auch alle sonstigen Freunde unserer Bestrebungen haben treten Zutritt, w’r*. l Gn fln ,ö e Ä protzen Bedeutung, welche den Wasserttranen als Verkehrsweg gegenwärtig und in Zu- kuust belzumessen rst, um recht zahlreichen Besuch. Geschäftsstelle Wetzlar, den 20. April 1916. 3336D Lahnkanai-Vevein, e. B. Der Vorsitzende Groebler, Bergrat. Zu der anläßlich im Hotel Großhcrzog stattfinden- dcn Haupt.Vcrsammlung des Lahn-Kanal-Vereins am Sonntag, den 14. Mai, nachm. 2»/, Uhr mit Vortrag des Herrn Direktor Bania-Limburg Nähr-und Kräftigungsmittel für Schwächliche und Genesende wie: Lecimalz, ßlomaLz, Qaictamalz,]Mafzcxtract rein, Itioson, Riocittn, Ovomalünc, Hjfflama, Sanatocen, Somatose, Haematogen Dp. Schleffer’« aromatische Fisentinktnr mit " Eecithira ■ » n IW" empfiehlt stets frisch "fü -Mx fMiz.-Drogerie zum Kreuzplatz Kreuzplatz 9 3714a Kreuzplatz 9 Oktober geräumige fff Vertreter u. Vermittler gesucht ^um . . ^...vvkv yvvuumiDt mit reich!. Zubehör gesucht. Schristl. Angeb. m. Preis u. 3690 a. d. Gietz. Anz. erbet. Student sucht vom 15. Mai ab möbl. Zimruer mit Gas oder elektr. Licht bei ruhigen Leuten in ruhiger Straße. Schristl. Angeb. u. 09579 an den Giest. Anzeiger. Grosser Laden mit schönen Schaufenstern au mieten gesucht. Schristl. 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Mai 1916 J—B Dienstag, den 16. „ „ b — Z Mitwoch. den 17. Zahlstelle: Stadthaus, Zimmer Nr. 7. Zahlstundem von 8—1 Uhr vormittags. Die Unterstützungen dürfen nur genannten Tagen abgcbolt werden. au den voi 3691 Herren und Damen, die sich dieser Sache vollständig lvtdmen können, erhalten neben Proruuonen Gehalt und Reisespesen. Schon tm Verstcherungssach tätig gewesene Personen werden bevorzugt. Anfragen an die Direktion des ftesterr. Phönix Walter Straus«, Karlsruhe I. U. Zühringerstrasse 110. (3612ss Aittrvog 53 Für unsere Getreidegroßhandlung suchen wir emeu in einfacher Buchhaltung durchaus perfekten, bilanzsicheren Buchhalter und Korrespondenten zum sofortig. Eintritt. Schrift, liche Angeb. unter 3706 an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers erb. Befähigter Agent für etngeführte Feuerversicherung mit Inkasso gesucht. Offerten unt.F. CJ.P.120 NN NudolfMosse, Frankfurt a. M. 13613.88 Treues, fleisffges [3667 llädchen für alle Hausarbeit gesucht. 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Angeb. unter 3715 an den Gieffener Anzeiger erbeten. blldMZ Lazarus Ftrnsprech. 585 Konkursverfahren. lieber das Vermögen des früheren Postagenten Wilhelm Rupp von Alten-Bufeck wird heute am 11. Mai 1916, vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann L. Althoff in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssorderunge» sind bis zum 31. Mai 1916 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschkußfassung über die Bei- behaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag, den 8 . Juni 1916, vormittags 9 Uhr, vor dem Unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 6 , Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegcben. nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter 'bis zum 31. Llai 1916 Anzeige zu wachen. 37 ^ Großherzogliches Amtsgericht in Gießen. Die im Avril >898 ncborcncnLandsturmvflichtiae! der Stadt Gienen muffen ,ich am 15. Mai dS. Is vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags von '>-6 Uh- un alten Rathaus am Marktplatz zur Landsturmroll, melden. Auswärts Geborene haben bei der Anmeldung ihrer Geburtsschem vorzulegen. Giehen, den 6. Mai 1916. 33491 Ter Oberbürgermeister. Keller. holzversteigerml^derZtM Gießen. Montag, den 15. Mai 1916, vormittags 9'/* llbi bcamuend, werden m den Waldungen der Stadt Gie^r tn dem Distrikt Fernewald II versteigert: 1100 Fichten-Bohnenstangen 6 Rm. Birken-Rnndscheil 61.2 „ Kiesern-Rnndschelt 22.5 „ Jichtcn-Rundsche.i 16.2 „ Birken-Knnppel 33.5 „ Kiefern-Knüppel 68 „ Ftchten-Knüvrel 2310 Wellen Kiefern-Reing 2410 „ Dichten-Reisig /1,6 Rm. Kiesern-Stockholz 74,9 „ Fichten-Stockholz. Die Zusammenkunft ist aus der Hauptschneise am Dachsbau. m ,36038 Sftädt. jtfrbeitsnac/ndeis giessen. Afterweg 9 . Es können eingestellt werden. a. bet hiesigen Arbeitgebern: 1 Gartenarbeiter, 1 Schmied. 5 Dreher, 8 Schlosse 5 Former, 1 Elektromonteur, 1 Uhrmacher, 1 Buchbindl sur Parttearbeit, 3 Schuhmacher, 3 Schreiner, 1 Mülle 1 Maurer, 1 Schriftsetzer, 1 Waschmaschinenarbeite 1 Glasremiger, 1 Buchdruckmaschinenmeister, 1 iüu Fabrikarbeiter, 1 Kutsche.. 1 Kohlenarbeiier. 2 Han! langer, 1 Buchbinderlehrling. 1 Schneiderlcbrling, ei Glaserlehrling, 2 Hausburschen, 1 jung. Kellner, 2 Dien, madchen, 1 Lansmädchen sür tagsüber, 1 Laussrau, ei Krtegsbeschüdigter, der fahrett kann. d. bei auswärtigen Llrbeitgebern: A) Erdarbeiter, 1 led. Kutscher. 1 Schmied. 1 Polstere 9 Schreiner., 10 Möbeltischler, 15 Holzbildhauer, dri Schretner, 0 Stuhlschreiner, 3 Drechsler, 5 Holzbi arbettnngsmaschinenarbeiter, 1 Schneider, 2 Diens Mädchen. ' Es suchen Arbeit: ? Gartenarbeiter, 1 Gärtuerlehrling, mehrere landwir schaslliche Arbeiter, 1 Üuhrmann, 1 Krankenwärte 5 Arbeuer, 15 Putz- und Lauffrauen, 1 Schreiner, ein Büglerin, 1 Buchhalterm, 1 Kaufmann für Kolonia warenfach, mehrere Kriegsbeschädigte.