Kr. m Der Sieheser Ttnufytt erschein: täglich, äußer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich Sietzener^amsikrnblattrr, zweimal tvüchenll.Kteis- dl-att für de« Ureis Giesteir (Dienstag und Freilag): zweimal manatl. trand- «irtschafttiche Zeitfragrn Fernjprech - Anschlüsse: iürdieSchristleit:mg112 Verlag,GeschäftssLeÜeöl Adresse ü'ir Draht,iaeh- richten: Anzeiger Gietze«. Äemahme von Anzeige« \üt btc Tagesnummer bis zun: Abend vorher. Erstes Vlstt M. Zshrgang MrttWsch, r. mal Wb ■S t \ u q 3 ü r c : monatL 90 Pf., viertel- jährl. Mi. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePost Mk.2.4f> viertel- jährl. cnrsschb Bestellq. Zeilenpreis: lokal loPs., ausw. 20 Pf. — Hcnipt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadt und Land, Vermischtes und (Le- richtssaal: Fr.R.Zenz- KotattEdnrck Md verjag der SrShk'sche« Ums.-Bsch- »nd Ltemdruckerei 8. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle und DruckereiSchnlstr. 7. Gemral-ANzetßer fir Ghecheß« (DTV.) Grotzes Hauptquartier, 9. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Im Anschluß an die Erfolge mrf der Höhe 304 wurden mehrere südlich des Termitenhügels (südlich von Hmrcourt) gelegene feindliche Gräben zerstört. Ein Versuch des Gegners, das auf Höhe 304 verlorene Gelände unter Einsatz starker Kräfte zurückzuerobern, scheiterte unter für ihn schweren Verlusten. Ebenso wenig hatten französische Angriffe auf dem Oftufer der Maas in der Gegend des Thiaumont-Gehöftes Erfolg. Die Zahl der französischen Gefangenen dort ist bis auf drei Offizrere.dreihundertfünfnndsiebzig Mann (mrtzer sechzehn Verwundeten) gestiegen, es wurden neun Maschinengewehre erbeutet. Bon den übrigen Fronten ist anher mehreren für uns erfolgreichen Patrouillenunternehmungen nichts Besonderes zu berichten. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. * Berlin, 9.Msi. (WTB. Amtlich.) Gelegentlich einer Grkurümngsfaip-1 tmtten zwei unserer Torpedoboote nördlich Ostende am 8. Mai vormittags einkurzes Gefecht mit fünf englischen Zerstörern, wobei ein Zerstörer durch Artlllerietreffrr schwer beschädigt wurde. Unsere Torpedoboote sind wohlbehalten in den Hafen zurüchgekehrt. Der Chef des AÄmiralstabs der Marine. Wsm Werrafthend meldet uns brs Reuter-Bureau den Text eirrer amerikanischen Antwortnote an Deutschland. Wenn die Quelle also auch durchaus nicht einwandfrei ist, da d einer Weise von dem' Verlause oder dem! Ergebnis ddrdiplornatischen Verhandlungen zwischen den Bereinigten Staaten und irgend einer anderen kriegführenden Regierung abhange, obwohl einige Stilen in der Note der Kaiserlichen Regierung vom 4. Mai so ausgelegt werden könnten. Um jedoch ein mögliches Mißverständnis zu vernteiden, tut die Regierung der Vereinigten Staaten der Kaiserlichen Regierung zu wissen, daß sie sichkeinen Augenblick auf die Idee einlassen, ge ^ schweige sie erörtern kann, daß die Achtung der Rechte amerikanischer Bürger auf dev hohen See durch die deutscher! Marinebehörden irgendwie oder im geringsten Mäße von dem Ver- I halten einer anderer: Regierung abhängig gemacht werden sollte, denn die Verantwortung mit Bezug auf die Rechte der Neutralen und der Nichtkäjmpfer >ist etlwas Jndividrkelles und nichts Gemein schaftliches und etroas Absolutes urrd nicht etroas Relatives. Notiz: Wie roir sestgestellt haben, liegt der deutschen Regierung diese Note noch nicht vor. London, 9. Mai. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Die ,,Pall Mall Gazette" lehnt es ab, zu glauben, daß sich das amerikanische Volk ba#it verleiten lasse, die Initiative zu einer Friedensvermittlung zu ergreifen. Es gäbe aber außer den Deutsch-Amerikanern in der: Vereinigten Staaten zahlreiche pazifistische Idealisten. Tie „Palt Mall Gazette" warnt diese und sagt, daß ihnen Mühe und Enttäuschungen erspart bleiben weroeu, wenn sie ein für allemal die Entschlossenheit der Alliierten einsehen würden, den Krieg .fottzufetzen, bis die Ziett vollständig mtb unwiderruflich erreicht seien. In diesem Kampf sei kein Platz für Kompromisse oder für unparteiische Vermittlungen. Das Matt sästießt, die Alliierten seien entschlossen, daß der Sieg für die Zivilisatton ein absoluter sein müsse. Die Stimmung in Amerika. .».New York 5. SOI«. (28X58.- Tie deutsche Antwort :>t Unckwepe angekommen und wurde ebenso veröffentlicht. Der k fc Üüh vormittags ein getroffen war, machte einen en.iän^^en unvorteckhaäm. Eindruck, der jedoch nach dem Eingang pe* vollbandrgen Textes hoffnungsvolleren Emprin- v,.P” 9 e_ , t wrch. T:e Meinung über den Wert der deutschen Zuge- bandu!,,e ist geteilt: aber die Meinung wiegt über, daß die 3u- gestandnrise annehmbar seien. Metz"-berichtet ntilfk 1 "' M bt !} bl- Antwort sqrgfältig geprüft. Die erste LN"dung. das; ne mcht surriebenReUcnb sei. wurde durch den Zuhal. der neuer: Befehle an die Tanchbootkommandanten ettoas E'g-ewandelt, wahrend man für die endgültige Entscheidung den »Ws??.Einige Mitglieder des Kabinetts haben augedmtet, daß die deutschen Zusicherungen walftscheinlich angenommen und dre diplonraliicheu Beziehungen nicht abgebrochen werden wurden, außer wenn der Beseht an die TauchLootkomman- mrnte:: oerletzt und Amerikaner in Lebensgefahr gebracht werden wurden. Me Sitzung des Kabinetts dauerte 2y 2 Stunden und war d:e langfte )eit vielen Monaten. Während der allgemeine Tan der Note einen ungünsttgen «-Ellten sich die amtlichen K-reise auf den St<ü:d- puntt daß die Ausdrucksweise nichts zur Sache tue. wenn die Burg schäften nur zuverlässig seien. Die Erklärung Deutschlands, da-, neue Befehle an die TauchbootkommaTidanten erlassen ro-ordau feien, unu daß Kauffahrteischiffe nicht ahne Warnung anzttgreifen ftien, wurde als Hauptpunkt de- Note angesehen. Deutschlands Weigerung, den ffiigrrff au: den Tamprer „Sussex" offen zugegeben, wurde neben der Haupt! ächlühen 'Erklärung als neben stickst: ch au- geiehen. Der Kongreß nahm die Note ruhig mtf, feine Mit- Zneder äußerten sehr verschiedene Bdeinuugm. Eimge denken die Antwort te: günstig ; einige, hatten Zweifel wegen'der offen- wit^ihr verknüpften Bedingungen. Einige andere meinten habe die Berhandftmgen ihrem Abrsgleäch überhauvt rächt naher geftchrt. Nach der Kabinettssitzung äußette man im Staatsdepatt-uueut, man werde kerne eilige Aktion beginnen, deiin angesichts der -ange der Note und der ^vne-mdigkeft. sie sorgfältig dnrchzn- arSnten fet es unwahrscheinlich, daß vor der nächst«:"'^che eine Entscheidung getroffen werde. „Evening Post" berichtet aus Washington, dort beMnd des H a u d r o m o n t w a I d e - , vertrieben wir den Feind im Laufe eiirer Reihe von Nochtkämpstm aus dem größten Teile der Grabenstücke der ersten Linien, in die ec gestern eingedrungen war. Ungefähr 30 Gefaiigene. darunter zwei Offiziere, blieben in unseren .Händen. Es bestätigt sich, eo>. die gestrige Offensivaktion, die auf einer Front von über zwei Kilometern zwifcher: dem Haudromontwalde und dem Fort Donan- nront ausgeführt wurde, dem Feinde beträchtliche Verluste kostete. Auf dem Rest der Front ruhige Nackt, außer in den Wäldern ^ von Remiöres und Jury, weAvch. von Pont-ä-Mousson, mo sich die Artillerie s-ehr tätig zeigte. Flugwesen: Zwei deutsche Flugzeuge wurden in einen: Lustkanipse in der Gegend von Verdun abgeschossen. Das eine derselben, fiel in der Umgebung von Ornes isieder, das andere, dos ernstlick: getroffen wnrde, wurde gez-wungen, südlich von Azannes z-i: landen. 11 Uhr abends. Am linken Maasufer rauerte das Bmn- bardement mit derselben Heftigkeit au: der: Walo von ?s'>o- court und ft: der ganzer Gegend von Pu n ist 3 04 fort. Ein deutscher Angriff, der am Nachmittag aus 'unsere Siebungen des Punktes 287 westlich oes Punktes 301 nnternommeii ivurde, wurde durch intfer Sperrfeuer aufgehrlten. Auf dein reclft«: Ufer und ft: der Woevre ziemlich lebhafte Artilleriei'ämpse. Unsere Batterien beschossen feindliche Lager iiocdwestlich voi: Grvezin und südlick)', von Thiauoourt wirksam. Ans dem Rest der Front oerüätt- nismäßig ruhiger Dag. Bw Kümpfem Süsz-ffanai, O 5 Al ?5 fort .ZS SO SS **» AasmadisteXert After Susrxs, ssertra/rät 'frmAnmarsch/ri? rfsr Jurten *>Bir Huktu! fussu.n ®A!ntfus& Der türkische Bericht. Konstantinopel, 9. Mai. (WTB.) Bericht des Hauptquartiers: An der I r a f f t o n t im Abschnitt von gelabte nur Zeitweise aussetzende Tätigkeit der beiden Artillerien. Das Steigen des Tigris zerstörte auf beiden Seiten einen Teil der Gräben; •iak setzten die unfengen sogleich luieber in Stand. Die Namen der fegftwert Kommirndeure, die in K n L - e l - A ma r a gefangen ge- - msvtmen wurden, find folgende: Außer General Townshend der '^«n^7Lndant der 6. Infanterie-Division, Powna, und der Divisio- A''SEos, sonne die Kornmandeure der 16., 17. unb^lS. Brigade, arämKch die Generäle Dalmeck und- Hamilton, sowie Oberst Evens. 'serirgr der !Kotnm>andeur der Artillerie, General Smiths und 551 sonnige Offiziere niederen Grades, darmrter die Hälfte Europäer, ;fcer Rest Inder. Äon den gefangenen Soldaten sind 26 5^rt>jent Engländer, die übrigen Inder. Obwohl der W-eirü» vor der Kapitulation -einen Teil seiner Geschütze, Gewehre ; imb des Kriegsmaterials zerstörte und,das übrige in den Tigris verblieb bis jetzt noch eine Bfeule, die bis jetzt noch gezählt wird und mit leichten Ausbesserungen verwendbar ist, nämlich 40 .'Kanone n verschied«:«: Kalibers, 20 M a s ch i n e n g e w e h r e, 'fast 5-0 00 Gewehre, eine große Menge Artillerie- und Jnsan- UeÄMmmition, ein großes rmd ein kleines Schiff, die gegenwärtig wieder verwendet werden, vier A n t o m o b i l c, drei Flug - %tirße und eine !Menge Kriegsgerät, das noch nicht gezählt ist. IWassen und Mmrition, die in den Fluß geworfen wurden, werden 'nach und- naef) geborgen. Diejenigen Einwohner Kut-el-Amaras, die nicht zu hirtüberkommen konnten, empfingen uns mit großer !Fesllick^!eit und vergossen Freudentränen beim Einzuge unserer Truppen, die sich vor allem damit befaßten, an die Belagerten Lebensmittel auszuteilen. K a n k a s u s f r o n t: Nichts von Bedeutung. In Smyrna schossen ein Torpedoboot und zwei Nachtschiffe auf der Hob? der Enge von Mekri nngefähr 100 Granaten wir- skrrrcgsle-s auf die Umgebung von Mekri. In den lekten Kämpfen bei Katia und D i v a r , westlich tdiWon und 15 'Kilometer östlich des Suezkanals nahmen wir dem ^Fernde 240 Lasttiere, 120 Kamele. 67 Zelte, 220 Sättel. 57 Kisten. jMunition, 100 Gewehre, 2 Maschinengewehre, 163 Säbel, eine 'Me: ge Bajonette, Konserven und andere Gegenstände ab. . An der Front von 'Ad e n versuchte am! 10. März eine feindliche ^aus Infanterie und Kavallerie zusammengesetzte Abteilung, durch ^Flan^nbewegring unsere Abteilung nördlich von Scheik Osman >zu überraschen: sie wurde zurückgewiesen und ließ Tote und Ber-r iloundete am Platze. Am 15. und 16. März unternahm unsere auf Ä a b. nordöstlich von Scheik OsMan entsandte Wteilung einen fr'iberraschenden Angriff, der gelang. Der Feind gab nach zweistündigem Widerstand Amad auf und zog sich nach Süden zurück, trotz seiner schweren Geschütze, die er von Scheik Osman Kerangesührt hatte, und trotz der Kanonen eines Kreuzers, der sich ösMch von Amad befaiä). In dieser Schlacht verlor der Feind 7 Offiziere u.no mehr als 300 sonstige Tote und Verwundete. Unsere Verluste betragen dagegen etwa 30 Mann. Dom Valkattkriegsschaupratz. Bern, 9. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) „Corriere della Sera" meldet aus Athen: In der vergangenen Woche erfolgte ein neuer Zwischenfall zwischen griechischen ,und italienischen Truppen in Albanien. Eine griechische Patrouille feuerte auf eine italienische. Diese zog sich ohne Verluste zurück. Der italienische Gesandte Besdari wurde darauf bei Skuludis vorstellig und gestern vom König empfangen. Der Audienz wird Bedeutung Leigemessen, da man sie mit dem jüngsten Zwischenfall in Zusammenhang bringt. Besdari sqll aus freundschaftliche aber entschiedene Absichten der italienischen Behörden in Valona hingewiesen und die Aufmerksamkeit des Königs auf die delikate Lage gelenkt -Haben. Anscheinend ist die griechische Regierung geneigt, eine, -.gemischte Kommission aus italienischen und griechischen Offizieren einzusetzen, um eine neutrale Zone zu bestimmen. Ein deutsches Musikfest in Sofia und Konstantinopel. Berlin, 9. 'Mai. Deutsche Kunstsrlwnde haben sich ver- ittuio.t, um unter Förderung kr Kaiserlichen Regierung noch im .Lause des Monats Mai die 2lb Haltung eines Deutschen Musischstes in Sofia und .Konstantinopel zu ermöglichen. Sie wollen 'durch Entsendung deutscher Künstler Und Darbietung bester deutscher fea$ gegmseitige Verstehen Der verbündeten Völker fördern. Vereinbarung mit den maßgebenden Stellen in den beiden nnvb das Fest in Sofia in den Tagen vom 18. bis zurr 21. Mai, in Konstantinopel vom 23. bis zum 26. Mai statl- tiwkr:. An der Känstlerfahrt 'werden Fräulein Emmi Leisner von der Uni glichen Oper, Herr Earl Elewiug vom Königlichen Schau- spicHcns und die Fürstliche Hofkapelle aus Gera unter Leitung des Herrn Laster teil ne hm eu. Der erste Abend soll mit dem Vorstpirk ru „Meistersingern" beginnen irrtb mit dem Hohensriedc- A'arsch schließen Der zweite Abend beginnt mit dem rS&zm&cnh nrgiirf>en Konzert von Joha::n Sebastian Bach und schließt «rit IDhann Strauß („An der schönen blauen Donau"). Der dritte .Merch roird mit Bc-ethoveus fünfter Symphonie eröffnet urrd endigt ('mit dem Borspiel zum „Taunhäuser". Dazwischen singt an den verschiedenen Abenden Fräulein Leisrrer „Händel, Gluck, Schubert, ^ Schumann und Brahms". Herr Clewing spricht Schiller und Goethe und singt deutsche Volkslieder, teilweise allein, teilweise zusammen mit Fräulciu Leisner. T-ie LLbende siuden statt bei freiem Eintritt für alle türkischen, bulgarischen und deutschen Gäste, die in den beiden Hauptstädten deutsche Kunst hören wollen. " * * Die Einführung der Sommerzeit in England. Amsterdam, 8. Mai. (WTB.) Das Lorcdoner Unterhaus hat mit 170 gegen 2 Stimmen den Antrag auf Einführung der Sommer zei t angenommen. Die englische Regierung hat demgemäß angeordnet, daß am 21. Mai 2 Uhr morgens die Zeitmessung um eine Stunde vorgerückt wird. Die Wiederherstellung der alten Zeitmessung findet am 1. Oktober statt. Die Zeit von Greenwich bleibt für die wissenschafUiche Navigation und einige andere Zwecke in Geltung. Zum irischen Ausstand. Rotterdam, 9. Mai. (WÄB.) Der „Rotterdamsche Courant" meldet aus London vom 8. Mai: Im Unterhaus« fragte N e d m o n d den Premierminister, ob er nicht wußte, daß die fortwährenden militärischen Hinrichtungen in Irland eine rasch zunehmende Erbitterung und Wut in den Teilen der Bevölteruug hervorriefeu, die nicht die geringste Sympathie mit dem Aufstande haben und ob Asguith nach dem Vorbilde Bothas in Südafrika unverweilt den Hinrichtungen ein Ende machen wolle. (Hört, Hört-Ruse.) Asguith antwortete, Redmond habe von Anfang an bei der Regierung darauf gedrungen. Seine Vorstellun- gen um milde Behandlung sür die Mehrheit der Teilnehmer am Aufstand seien nicht umsonst gewesen. Sir John Maxwell war stets in direkter und persönlicher Fühlung mit dem Kabinett und diese habe alles Vertrauen in seine Besonnenheit. Tie allgemeinen'Instruktionen an Maxwell, die sich mit seinem eigenen Urteil deckten, gingen dahin, die Todesstrafe so sparsam wie möglich zu verhängen und nur über verantwortliche Personen, die die größte Schuld an dem Vorgesallenen treffe. In Beantwortung von Anfragen anderer Nationalisten und von Radikalen, die sich gegen die Art, wie gegen die Rebellen vorgegangen werde, wendeten, sagte Asguith, daß die Hinrichtungen von den Militärbehörden angeordnet worden seien und weigerte sich zu versichern, daß keine mehr vorkontm-en würden, ehe das» Unterhaus Gelegenheit hatte, die Sache zu besprechen. Amsterdam, 9. Mai. (MTV. Nichtamtlich.) Ein hiesiges Blatt meldet aus London: Von den letzten vier Aufständischen, die erschossen wurden, gehörte einer, Edmund Kent, zu den Unterzeichnern der Sinn Fein-Proklamution, so daß jetzt fünf von den Unterzeichnern h i n g e r i ch t e t sind. Weiter wird berichtet, daß Connelly so schwer verwundet ist, daß wenig Aussicht -auf seine Wieder ge nesung besteht. Im ganzen wurden bis jetzt 12 Personen hingerichtet, 67 zu Zuchthausstrafe und 2 zu Zwangsarbeit verurteilt. Zwei sind sreige- sprockei: worden. Lio«don, 9. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus Asguith hat mitgeleilt, daß Armee, Marine und Polizei in Irland 124 Mann an Toten, 386 Mann an Verwundeten und 9 Mann au Vermißten verloren haben. Der JeeKieg. B r e st, 9. Mai. (WTB.) Ein deutsches Unterseeboot zerstörte den englischen Vie'rmaster „I a l g a t e". Zwei Offiziere und zehn Mann sind gerettet worden. Das Schicksal von 14 Mann ist unbekannt. A m st e r d a m, 9. Mai. (WTB.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. Der Dampfer „C y m e r i c c" soll von einem deutschen Unterseeboot im Atlantischen Ozean torpediert worden sein. London, 9.Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentur hat einen drahtlosen Bericht von dem niederländischen Dampfer „Gretius" erhalten, daß alle Personen des vcrsenktenDamw- fers „Cymric" gerettet wurden. AAS Sfa&t And Land. Gießen, 10. Mai 1916. Dre Morgensuppe. Man muß verstehen, aus jeder Not eure Tugend zu machen. Das ist die beste Lebensregel — für den Einzelnen wie für ganze Völker. Mlerdings gibt es da noch Unterschiede. Als die Engländer nach ungeheuren Verlusten unverrichteter Sache von den Dardarrellen -abzogen, nannten sie den größten aller Mißerfolge «eine „wunderbar durchgeführte Unternehnrnng". Auf einem andern Blatte steht die Tatsache, daß wir Deutschen durch die teilwetse Verhinderung der Zufuhr aus dem Auslande zu zahlreichen Erfindungen und Verbessermngen von dauerndem Werte veranlaßt worden sind. Jetzt harck>elt es sich um die Wiedereinsetzung einer frid Heren allgemeinen Gepflogenheit in ihr Recht. Kaffee und Tee sind heute knapp in Deutschland. Das ist der richtige Zeitpunkt, um sich der guten alten M o r g e n s U p p e zu erinnern, die bei uirseren Vorfahren nie fehlen durfte. Im weslentlichen aus Weizen- od>er Roggenmehl hergestellt, bot sie dem Mrper die Sättigung und Düftigung, nach der er früh verlangt, und der Wohlgeschmack ließ nichts zu lvünscheu übrig. Jetzt wird von den ersten Sachverständigen dringend empfohlen, der Morgensuppe ^nieder ihren alten Ehrenplatz im deutschen Hause einzuräumeu. Die Roggen- oder Weizenfuppe ist schmackhaft, herzhaft und nahrhaft. Die wichtigsten Nährwerte des Getreides sind in ihr unverkürzt enthalten, und wie wir uns das unerrtß behrliche Brot niemals „überessen" können, so wissen diejenigen, die in einzelnen Gegenden Deutschlands von alter Zeit her an ihrem Morgensupplein bis zum heutigen Tage sestgehalten haben, wie sehr es ihnen alle Tage von neuem mundet. Es ist vielfach üblich, ein Stück Brot dazu zu essen oder auch in die Suppe zu schneiden, damit dem Magen auch etwas feste Nahrilng geboten wird. Um den Geschmack zu verbessern, tun besondere Feinschmecker etwas Schnittlauch, Petersilie oder Kerbel sein geschnitten hinein. In allernächster Zeit werden von Reichs wegen besondere Maßnckhmen getroffen werden, um den größten in Frage kommenden Betrieben Dentschlands die Herstellung eines guten und billigen Mvrgensuppenstofses mit etwas Fettzusatz zu ermöglichen. Man darf sicherlich erwarten, daß die weitesten Kreise unseres Volkes von dieser Gelegenheit «eifrig iGebrauch machen werden. „W erlan gesuppt, lebt lange!" sagt ein sehr altes Sprichwort. Und wer gleich am Morgen dem .Wrper einlvandfveie Näh>rwerte in bekömmlichster und wohlschmeckendster Form zuführt, schafft eine gute Grundlage für den ganzeu Tag. * Leitsätze sür die Kaffeebereituttg veröffentlicht der Kriegsausschuß sür Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel G. m.b. H. Berlin W., Bellevuestraße 14. Es heißt da: Die Güte des Kasfeegetränkes leidet sehr (häufig unter den Fehlern, die bei seiner Bereitung gemacht werden. Um eine möglichst sachgemäße Ausnutzung des gerösteten Kaffees zu sichern, sind folgende Regeln zu beachten: I. Der Kaffee muß frisch geröstet verwandt werden. Im gerösteten Zustande hält Kaffee sein volles Aroma nur kurze Zeit. Gerösteter Kaffee ist trocken, am besten in festverschlos^e- nen Büchsen aufzubewahren. III. Der geröstete Kaffee muß kurz vor dem Ausguß möglichst fein gemahlen werden. Je seiner das Kafieemchl, je höher die Ergiebigkeit. IV. 20 Gramm gerösteter Kaffee (feingemahlen) genügen, um ein Liter Kasscegetränk herzustellen. V. Die zur Kaffeebereitung dienenden Gefäße müssen Pein- lichst sauber gehalten werden: schon eine Spur Fett oder eine sonstige geringe Unreinlichkeit beeinträchtigt das Kasfee- aroma. VI. Die Kasfeebereitung ergibt nur dann ein gutes Getränk, wenn das Wasser richtig kocht, d. h. lebhaft brodelt. Wasser, das schon längere Zeit gekocht hat, gibt keinen wohlschmeckenden Kaffee. * *' A m 11 1 ch e P e r s o n a t na ch ri ch t. Der (tz roß- h^e r z o g hat am 6. Mai ds. Js. den Bauaspiranten Friedrich 2 cb l e e n b e cf e r aus Heuchelbeim, Kr. Gießen, zum Hochbau- ausseher ernauut. ** Bratet ohne Fett! Eine neue praktische Erfindung ist die patentierte Spa r v i a n n e von Fr. Ä. Rnisinqer. Ätikt- woch wird die Erfinderm seldlt die Pianne im Hotel Kobel nach- mittaas 4 Uhr und abends all Uhr vorsühren. ** Die G e w ehre eines Keilers von 264 P f u n b , geschossen von der «kt. 11. Kompagnie Inf.-Regt. 116, sind im Laden der Papierhandlun,g Noll ausgestellt. Wie d-ie Trophäe erworben wurde, schildert folgendes Begleitschreiben. Am 8. 2. 16 gelegentlich einer WÄdübung hatte die Kompagnie das Glück, einen Keiler vor ihrer Gefechtsfront zu habeir. Die alten kriegserprobten 2lugen einiger der 11/116 an gehörigen. Mannschaften hatten durch wohlgezühlte Schüsse das Wildschwein zur Strecke gebracht. Nach großer Bewunderung aller dem.'Regiment an ge hörigen Offiziere und iüi aunschasden wurde die willko-mmene Beute der Feldküche Mgeführt, die den Mannschaften der Kompagnie einen Leckerbissen daraus zubereitete. Zur späteren Erinne- an den Jagdersölg will die KvTnpagrlie aus dem Flur des Kompag- nikreviers die Gewehre dos erlegten Keilers aufhängen. ** Ein städtischer Seefischmarkt findet Domrers- tag, den 11. Mai 1916, nachmittags 2 Uhr beginnend, in den Marktlauben statt. ** Land stur man Meldung. Tie im April 1899 ge- borcueu Laudsturmpstichtigeu. der Stadt Gießen müssen sich am 15. Mai ds. Js... vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags von 2—6 Uhr im alten Rathaus am Marktplatz zur Landsturmrolle melden. Siehe Anzeige. ** Zur Butterversorgung. Die in Gießen arrsässi- gen Butterhän-dler werden in einer amtlichen Bekanntmachung im heutigen Blatte aufgefordert, bis zum 13. Mai 1916, vormittags 12 Uhr, aus dem Stadthause, Zimmer 9, schriftlich anzumelden,' wieviel Butter monatlichste in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Mai 1916 nachweislich bezogen unb in der Stadt Gießen verkauft haben; die Bezugsquellen sind dabei anzugeben. ** Eine Sitzung der Stadtverordneten ist au Donnerstag, 11. Mai, naclnnitlaqs 5 Uhr, anberaumt. Als Tagesordnung ist sur die öffentliche Sitzung vorgesehen: 1. Mitteilungen. 2. Voranschlag für das Rechnungsjahr 1916/17. 3. Rechnung der Armenkasse für 1914. 4. Vergebung der freien Lernmittel sür das NechnllngsjaHr 1916/17. ** Waldmeister und Ma itrank. „Schon naht , die durst'ge Maiweinzeit, Du mußt mir wirrer her?" erklärt in einem der Rodensrein-Li-eder Viltor v. Scheffels der allzeit durstige Herr von Rodenstein zu seinem Stabslrvmpeter Hans Schleumng. Zu einem richtigen deutschen Maitrank, dem Maiwein, ist das Kräutlein Waldmeister eine ganz unerläßliche Zutat. Wenn man alle die Erfindungen und Entdeckungen preist, durch die sich die Deutschen vor -allen übrigen Völkern der Welt ausg^-eichnet haben, sollte man auch ihr Verdienst nicht vergessen, das darin besteht, daß sie zn allererst die vortrcsslicben Eigenschasten mkmmt haben, die der nur tm Buchen- ; walde wachsenden Pflanze Aspeuula lvdorata, unserem lieben Waldmeister, innewohnen und die geeignet sstld, auch einen minder guten Wein in einen trinkbaren Tropfen zn verwandeln. In manchen Gegenden, unseres Vaterlandes führt das lieblich dustende Kräutlein die poetisch klingenden Namen „Unserer lieben Frmren Bettstroh" oder „Liebfrauenstroh"; nach einer Logerrde soll das Lager, auf dem die JuNgfra-u Mstria den Heiland geboren hat, mit Waldmeister gefüllt gewesen sein. Noch hewc hängt man auf dem Lande in Nvrddcutschlaud vielfach Kränze, die aus Waldmeister geflochten sind, im Zimmer auf oder legt sie zwischen die Wäsck)e. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde das Pslüirzlein als besonders wirkendes Heilmittel gegen Herz- und Leberleiden angepriesm. Als beste Methode erwies sich bald diejenige, die Heilpflanze in Wein zu legen und diesen dann zu trinken. Jakob Brauner schreibt in seinem 1713 erschienenen „Deutschen Kräuterbuche": „Stern-Leberkraut, von etlichen Waldmeister genannt, pflegen die !2eute im Mayen, wenn das Kräutleiil noch frisch ist und blühet, in den Wein zn legen und darüber zu triukeu, in Maynuny, daß es der L-eber dienen und dieselbe stärker: solle; so soll es' auch das Herz erquickerr und erfreuen, weshalb es auch den Namen „Herzfreild" bekommen hat." Denjenigen, die an einem Herz- loder Leber leiden erkrankt warerr, hat das Waldmeistertränklein offerrbar so vortrefflich gemurrdet, daß es auch Gesunde tranken, um einem derartigen Leiden vorzubeuyen; später kam der -Medizinische Zweck ganz in Vergesse:ch>eit .' . . Seinen lieblichen Geruch verdankt der Waldmeister einem! in ihm enthaltene;: Stoffe, dem Kumarin, der sich auch in anderen Pflanzen wie in Ruchgras, dem Hönigklee und ir: der Tonkabohne vorffudet. Der im Handel erscheineiche Waldmeifterextrakt wird gewöhnlich aus der Tonkabohne hergeftellt. Aber zu einem richtigen Maitrank gehört doch das frisch gepflückte Maikraut, dem auf j-eden Fall der Vorrang gebührt gegeirüber einem an sich vortrefflich«: Surrogat oder Ersatzmittel, wie man heute in der Zeit der Sprachverdeutschung sagen muß. ** Einschränkung des Stoffverbrauchs. Aus Berlin wird berichtet: In der Sitzung der Handelskammer vom Freitag wurde eine SachverständigenZommission der Modegeschäfte gewählt, welche die Höchstmaße fürKonfektionsartikel sestsetzen sollte. Diese Kommission hat jetzt getagt um> nach dem „Konsektionär" folgende Höchstnmße für den Stoffoerbrouch als Zweckmäßig beschlossen: Für Paletots 3 3 U Meter, für Kostüme 4Li Meter, kür Röcke 4 Met-er, sür Staubmäntel 41/2 Meter. Bei Größen über 46 soll ein entsprechender Mehrverbrauch gestattet sein, für Kindermäntel wurde von Höchstmaßen Abstand genommen. ** Die Zahl der Postscheckkunden ist im Reichspostgebiet Ende April 1916 ans 118 253 gestiegen. (Zugairg im Monat ?lpril 1767.) Aus den Postscheckvechrmngei: wurden im Aprll gebucht 2398 Millionen Mark Grüschristen rmd 2440 Million«: Mk. Lastschriften. Bargeldlos wurden 2695 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtguchaben der Posffcheckkunden betrug im ?lpril durchschnittlich 332 Millionen Mark. Im Ueberweifmrgs- verkehr mtt dem Ausland wurden 4,9 Millionen Mark umgesetzt. Landkreis Gießen. s. Alten-Buseck, 9. Mai. Der Ersatzreservist Heinrich H 0 f m a n n, welcher seit ?lnfang November 1914 bei dein Jni- Regt. Nr. 140 iin Felde steht, wurde im Septenrber 1915 zum Unterossizier d. Res. befördert und einen Monat später mit dem Elsernen Kreuz 2. Klasie ausgezeichuet. Jetzt ist ihm die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen worden. ö. Lollar, 8. Mai. Gestern fand bei schönem Maienwetter eine größere Hebung d e r I u g e 1 : d w e h r e n Lollar, Staufenberg und Maiuzlar statt. Um 9 Uhr vorunttags trat die Jugend- wehr Lollar an der Post an und rnarscküerte mü klingendem Spiel an den Bahnhof, von wo sie mit der Bahn bis Geilshausen fuhr. Auf Station Alainzlar schlossen sich die Jugendwehren von Staufenberg und Maiuzlar an. Alsbald nach Ankunst des Zuges aus EtaNon Gerlshausen begann die (äefectjisuoung. Die ti>e|ecl)i*lugc war folgende: Eine am Tage vorher geschlagene Armee zieht sich durch das Lumdatal zurück. Tie Nachhut hat die Höhe am Wasser, türm bei Rainhardshain besetzt. Das hügelige und waldige Gelände gestaltete den Anmarsch und die Entwicklung aufeerorbentlid) reizvoll. Nach Beendigung des Gefechtes wurde abgekocht. Um 8 1 /, Uhr wurde der Rückweg «angetreten. Es ging zu Fuß bis Lumda und von da mit der Bahn nach der Heimat. # Holzheim, 10.Mai. Aus dem Felde der Ehre sielen säst an demselben Tage zwei hoffnungsvolle Söhne unserer Gemeinde, die Lehrer Ludwig Jung, Leutnant d. Nes., zuletzt dienstlich verwendet in Wünschen-Moos, Kr. Lauterbach, und Lehrer Wilhelm R e u h l. Beide verließen 1912 das Seminar zu Friedbera. e. Reiskirchen, 10. Mai. Dem Unteroffizier Petri im Garde-Dragoner-Regiment Nr. 23, der schon Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille ist, wurde das Eiserne Kreuz 2. Masse verliehen. Kreis Büdingen. «= Altenstädt, 9. Mai. Mm Sonntag abend kam es hier Mischen jungen Burschen zu einer Schlägerei, in berat Verlauf einer der Messerstecher seinem Gegner das Messer mit solcher Wucht in den .Hals stieß, daß der junge Mann nach knrzer Zeit an Verblutung starb. Einige andere Burschen wkurden ebenfalls erheblich verletzt. ---- Bad-Salz hausen, 9. Mai. Mit Beginn der diesjährigen Kurzer t ist in unserem Bad ein Kinderheim eröffnet worden. Die Inhaberin hat mit der Lcrndesversicherimgsanstalt für das Gvoßherz-ogtum Hessen ein Abkommen geschlossen, wonach sie für die Lffriegsdaner deit ganzen Sommer über 25 er- holungsbErftige Kinder cruftrimmt. -< Bergheim, 9. Mai. Schon wieder forderte der Krieg ein Opfer aus nuferer Gemeinde. Hugo Klipper, der erst vor kurzem schwer verwundet war und nur auf wunderbare Weise durch einen Bleistift vor dem Tode bewahrt blieb, fand wenige Tage nach seinem zweiten Auszug den Heldentod fürs Vaterland. Die alten Eltern trifft sein Tod um so härter, als auch von dem seit August 1914 vermißten Bruder bis jetzt jede Nachricht fehlt. — Nidda, 8. Mtti. Tie O st er Hasenspende der Schulkinder ergab im ganzen 210,25 Mark in bar und 448 Stück Ostereier, davon 430 von den Schackkindern zu Borsdorf. 4ß Ortenberg, 10. Mai. Hier starb der in weiteren Kreisen bekannte Gastwirt A l l e n d o r f. Kreis Lautervach. M. Lauterbach, 9. Mai. Die von dem Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Oberheffen unterhaltene Jungvieh- und Fohlen weide in der hiesigen Gemarkung ist am 3. Mai für den diesjährigen Weidegang geöffnet worden. Zum Austrieb gelangten 22 Fohlen und 73 Rinder gegen 27 Fohlen und 69 Rinder im Vorjahre. Die Futterverhäktniffe sind in diesem Jahre durch die bisherige feuchte Witterung außerordentlich günstig, so daß gute Aussichten vorhanden sind, auch reichliches Dörrkutter neben der Weide auf Vorrat für die trockene Jahreszeit im Spätsommer zu gewinnen. Kreis Schotten. 4ß Rainrod, 10. Mai. Die Hessische Tapferkeits- in e b a 1 11 e erhielt der Reservist B i n g e l im Jns.-Regt. 116. --- Ulfa, 10. Mai. Welch große Mengen Milch im Vogelsberg erzeugt werden, ist aus denr Jahresbericht der si.i es:gen Molkereigeirosseuschast m ersehen. Es wurden im Jahre 1915 im ganzen 1 290 352 Liter Milch abgeliefert. Der Reingewinn belauft sich auf 6800 Mk. Die (Genossenschaft zählt 400 Mitglieder. Die letzthin ab gehaltene Generalversammlung beschloß weiterhin, den Lazaretten vom Roten Kreutz in Nidda, Bad-Sutzhauseu und Schotten eine Butter spende zu stiften. Diese wird unsern verwundeten und erkrankten Kriegern bei der jetzigen Kettknappheit sehr willkommen sein, Kreis Friedberg. LI. F r i e d b e r g , 9. Mai. Morgen, den 10. d. Mts., findet seit langer Zeit wieder einmal Schwei ne markt statt. LI. F r i e d b e r g , 9. Mai. Die P a p i e r s a m m l u n g , welche zugunsten des Roten Kreuzes veranstaltet wurde, ergab einen schönen Erfolg.' Aus dem Erlös für das verwertete Papier wurden der Kaffe des Roten Kreuzes 1400 Mk zugeffihrt. LI. Bad-Nauheim, 9. Mai. Der Unteroffizier Wilhelm E u s e r von hier, Inhaber der Hessischen Tapserkeilsmedaille, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. Q. B-ad--Nauheim, 10. Mai. Gestern hiekden die Ber- trever der Linienkomma n da n tu reit Hannover, Frankfurt c. M., Kassel, Altona, Mainz, Saarbrücken, Magdeburg und Erfutt eine gemeinschaftliche Sitzung im Kurhaus ab. Ungefähr 30 Tecknehmer waren erschienen. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten versammelten sich die Herren zum Mittagessen im Kurhaus und machten dann einen ausgedehnten Spaziergang durch unsere Badeanlagen. — Heute mittag treffen etwa 100 österreicstisch-un gattsche, türkische und bulgarische Offiziere aus dem Deutschen Genesungsheim zum Besuch hier ein. Außer diesen_ Gästen werden noch zwei kaiserlich türkische Prinzen erwartet. Tie Herren sind nachmittags und abends Gäste der Grvßh. Bade- und Kurverwaltung. e. Butzbach, 10. Mai. Der cand phil. Willy Büttner, Bizefeldwebel d. Res., zurzeit in Braunschweig, wurde am 5. Mai zum Leutnant d. Res. befördert. 4t Hoch-Weisel, 10. Mai. Zum Unteroffizier befördert wurde der Landsturm-Gefreite Lehrer August Metzler. Starkenvurg und Nheinhefsen. "Darmstadt, 9. Mai. Graf Zeppelin in Darm- st ad t. Heute nachmittag ist der Schöpfer unserer mächtigen, erfolgreichen Luftkreuzer, Graf Zeppelin, hier zum Besuch eingetroffen und hat im Äotel „zur Traube" Wohnung genommen. Sein Aufenthalt erfolgt atts Anlaß der morgen stattfindenden Vermählung seines Neffen, des Rittmeisters d. Res. Grasen Ferdinand Zepvelin, mit Fräulein Marietta v. Alvensleben, Tochter der seit einer Reihe von Jahren ansässigen Frau Major v. Alvensleben. Kreis Wetzlar. ra. A tz b a ch , 9. Mai. Postassisteitt Friedrich Müller Leutnant im Reserve-Regiment Nr. 7, wtlrde mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet. Müller ist ehemaliger Schüler der Realschule zu Gießen. ra. G r o ß - R e ch t e u b a d ), 9. Mai. Kraftfahrer Friedrich S t e i n b a ch, beim Generalkommando des 14. Reservekorps, rvurde mit dem Eisernen Kretiz ausgezeichnet Hessen-Nassau. sl Marburg, 9. Mai. Seit Donnerstag voriger Woche ivird der 80 Jahre alte Auszügler Seibert Becker crus Schwarzenborn im hiesigen Kreise vermißt. Der Greis wollte an dem Tage nach Marburg, hinter Cölbe schlug er jedoch die Richtung in die Lahnberge nach Bürgeln zu ein. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, daß er ist der Lahn oder der Ohm verunglückt ist. --- König stein, 9. Mai. Auf einem Neubau grün dstücke wurden bei Ausschachtungsarbeiten die Reste der 1703 in die Luft geflogenen ehemaligen k u r m a i n z i s ch e n P u l v e r m ü h l e freigelegt. Man fand außer den Fnndamentmauern noch zahlreiche Eisenstücke, Aschenreste, Scherben und sonstige Brandüberbleibsel. Durch die Ausgrabungen konnte die Lage der Mühle mit Sicherheit festgestellt werden. Tie Mühle war 1668 von der kurmainzischen Regierung gebaut und stellte jährlich über 100 Zentner Pulver her. 1670 flog sie in die Luft, 1703 zrmi zweitenmal. LTniveLdUKts-riachrichten. --Frankfurt a. M., 9. Mai. Dem Jahresbericht des Physikalischen Vereins zufolge hat der verstorbene Vorsitzende Professor ©uqen Hart m a ii n den Verein mit zwei Legaten von je 10 000 Mk. bedacht, die als Hartmann-Fonds besonderen Forschungs- Zwecken auf dem Taunus-Observatorium dienen sollen. Größerer tetiaitammer. . , th. Gießen, 8. Mai. Am Frettag voriger Woche verhandelte unsere Sttafkammer nach den -Osterferien das erstemal wieder und hatte gleich 3 Fülle hintereinander unter Ausschluß'der Oeffentlichkeit abzuutteiletl: Ter 70jährige Joh. W. von Lich hatte in mehreren Fallen sträflichen Umgang mit noch nicht erwachsenen Personen. Er wurde für schuldig befunden und zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. — H. G. von O. sollte sich an einem Mädchen unter 16 Jahren ?aw' § 182 des RSG. vergangen haben. Der Gerichtshof war rer Ansicht, daß im vorliegenden Falle die Erfordernisse des ß 162 uicht nachgewiesen sind, nnd sprach den Angeklagten kostenlos frei. — Ein Landwitt und ein Mädchen wurden wegen Ehebruchs zu 3 beziehungsweise 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Der Spielteufel hat den noch nicht" 16 jährigen Eisenbahnarbeiter Joh. St. von Holzhausen ins Verderben gebracht. Ter junge Mann, der das Institut in Friedrichsdorf bis zur OHersekunda besuchte, hat gewußt und 17 und 4 gespielt und dabei Beträge verloren, die er nicht decken konnte. Um seine Spielschulden zu bezahlen, hat. er seinem Vater 10 Mark unterschlagen, womit er das Schulgeld bezahlen sollte, ebenso hat er für Rechnung s-eines Vaters Eingezogene Versicherungsbeträge unterschlagen (im ganzen 5 Mark! und beide Beträge verspielt. Bon einer Frau verschaffte sich der Angeklagte unter falschen Vorspiegelungen zweimal je 2 Mark. Um nun diese Beträge nachträglich wieder zu begleichen, beging der jugendliche Mensch einen schweren Diebstahl und eignete sich 22 Mark an, doch wurde er hierbei gefaßt. Reumütig gestand der Angeklagte seine Verfehlungen zu. Tie Sttafkammer«erkannte wegen der Bettugs fälle auf einen gerichtlichen Verweis und wegen des Diebstahls aus 1 Woche Gefängnis. Wegen der Unterschlagungen zmn Nachteil des Vaters konnte Verurteilung nicht erfolgen, da ein Strafantrag des Vaters nicht vorlag. Ter Vorsitzende Landgerichtsrat Wiener eröffnete dem in der Verhandlung anwesenden Vater, einem Eisenbahnbeamten, der sich das Geld am Munde abgespart hat, um seinen: sehr geweckten Knaben eine bessere Schulbildung angedeihen zu lassen, daß im vorliegenden Falle Anlaß vorliege, eine bedingte Begnadigung eintteten zu lassen, die der Gerichtshof zweifellos auch befürwottcn würde. > Ein unverbesserlicher Sünder ist ,der 58 jährige vielfach vorbestrafte Arbeiter Kaspar K. von Queckborn. Er ist geständig, in Vilbel und Frankfurt a. M. mehrere Geldbeträge, zusammen 25 Mark, sich durch einen Schwindel verschafft zu haben, den er schon früher mit Erfolg an gewendet und wofür der Angeklagte als rückfälliger Betrüger schon wiederholt bestraft ist. Ter Angeklagte erllärt, seine Schwindeleien, die er begangen, zuzugeben, er hat aber noch einen anderen Schuldposten glatt zu machen, indem ihm der Staatsanwalt zur Last legt, in Vilbel bei seinem ehemaligen Tienstherrn, einem Arbeitskollegen, einen Geldbettag von 300 Mark durch Erbrechen eines Koffers gestohlen zu haben. Diesen Diebstahl begangen zu haben, bestreitet K., doch wird er dessen überführt. Tie Sttafkammer war der Ansicht, daß man bei einem Menschen, der schon so hälftig wegen Eigentumsverbrechen bestraft ist, und der sich nicht scheut, einem Mitarbeiter das sauer ersparte Geld zu nehmen, keine Milde walten lassen dürfe. Der Angeklagte wurde zu 3 Jahren Zuchthaus und zu einer Geldstrafe von 300 Mark verurteilt. GeViÄltSMKl. Der Rauba nfall in Himmelsberg. st Marburg, 8.Mai. In der Nacht vom 22. zum 23. November V.Js. drangen im Dorfe Hintmelsberg im Kreise Kirchhain zwei Männer in die Behausung der hochbetagten Eheleute Bohlandt ein, um dort aus' der in der Wohnstube befindlicher Kommode Geld und vielleicht auch noch sonsttge Sachen zu entwenden. Die beiden alten Leute wurden jedoch durch das Geräusch geweckt und als sie in die Stub-e eiltetr, wurden sie von der Einbrechern zu Boden geworfen und schwer miWandelt. Erst als die in den oberen Räumen befindliche Haustochter, die das' Stöhnen der Mutter hotte, aus dem Fenster um Hälfe rief und die Nachbarn crufmerksajm wurden, ließen die Eindringlinge von ihren Opfern ab und machten sich eiligst sott. Als dringend der Täterschaft verdächtig wurden bald darauf ein in Marburg sich aufhaltender früherer Fürsorge- zögling, der 24 Jahre alte Maurer Friedrich Schick und der mck diesem verwandte Korbmacher Johannes Sauerwald aus Göttingen bei Wetter festgenommen, und heute hatten die beiden Männer sich wegen dieser Sache vor dem hiesigen Schwurgericht, das unter dem Vorsitze des Geh. Rats' Klingenbiel tagte, zu verantwotten. Sie gaben beide ihre Schuld zu, Schick betonte jedoch, daß er nur dem alten Bohlandt, weil ihm dieser einmal, als er als Fürsorge'-' zögling bei. ihm! gewesen, zu einer Strafe verholfen hätte, durchprügeln wollte. Sauer Wald, der am Tage Vovher mit ihm an der Wohra Korbweiden geschnitten, habe ihm nur Gesellschaft geleistet. Zudem seien sie beide betrunken ge.vesen. Nach der Tat hätten sie sich durch den Burgwald nach Göttingen gemacht. Aus' der Verhandlung ging jedoch hervor, daß sie sich verabredtt hatten, aus der Kommode das Geld zu fjblen. Bem'erkt sei, daß Bohlandt au dem! Tage vorher beabsichttte, in Nanschenberg einen, größeren Geldbetrag für verkaufte Frucht eiuzukaffieren. In letzter Stunde wurde er jedoch verhindert und so kam es, daß sich in der Kommode gar kein Geld befand. Die Geschworenen sprachen die beiden Angellagten des gemeinschaftlichen Raubversuctzs mittelst Einschleichens unter Mitnahme von Waffen schuldig und verneinten die mildernden Umstände. Schick wurde ztt 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehr- Verlust und Sauerwald, der noch mehr Vorstrafen wie sein jüngerer Genosse, u. a. auch Zuchthaus verbüßt hat, zu 4 Jahren Zuchthaus. 10 Jahren Ehrverlust und Polizeiaufsicht verutteckt. Der Verhandlung wohnte auch Oberlandesgerichtsipräsident Wirll. Geh. Ober- justtzrat Greifs aus Kassel bei. * Berlin , 9. Mai. höhere Bedeutung zumißt, ist eine höchst originelle populär-medizinische Betrachtung ans der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts „über die Heilarten der Schauspielerkrcmkhecken" von ganz besonderem Interesse. Ter diese Betrachtungen wieder gebende Brief, dessen Wortlaut von Otto Ernst Sntter im nächsten Heft der Schaubühne er- cheint, entstammt dem 11. Heft des Jahrganges 1782 der „Pfalzbayrischen Beiträge zur Gelehrsamkeit", und der Verfasser, Franz Anton Mai, der von 1742 bis 1814 in Mannheim und Heidelberg lebte, war einer der ersten populär-medizinisch wirkenden Jesuiten, dessen 'medizinische Fastenpredigten sich, an dem kurfürstlichen Hofe besonderer Beliebtheit erfreuten. Die charakteristischsten Stellen des aus Mannheim, 1872, datierten Briefes seien hier als besonderes Kuriosum wiedergegeben: „So eben, mein Bester! komme ich voll Wehmut Mm der Bühne, wo die innersten Falten des leidenschaftlichen Menschenherzens zur Bes- 'erung der Sitten, zum Vergnügen und zur Erbauung meinen Mitbürger wöchientlich dreimal zergliedert werden . . . Nicht als bloßer Zuschauer ftaub ich da, als Arzt machte ich medizinische Betrachtungen über das Schicksal der Schauspieler, über die vorbereitenden Ursachen ihrer unvermeidlichen Krankheiten,' über die Schwierigkeiten, diese zu Hecken, über die notwendige, aber unglückliche Empfindsamkeit ihrer Nürven, über die Gefahren, welchen der gefühlvolle Schauspieler unmöglich ausweichen kann, über das auf die Nerven heftig wirkende Gefühl abwechselnder Leidenschaften, und in diesem Ätügenblick, wo sich alle diese Bilder in meine (Unbildung hrneindrängten, fühle ich Hochachtung und Mit-. letoeit )nc vteie Gattung ‘jtcu/ciLuiüuficL, u>cui)\c §n uh\tcci unux» Haltung, zu unserm Besten, sehr wohlfeile Schlachtovfer ihrer Kunst und unseres Vergnügens werden." Nachdem der Verfasser betont hat, daß diesen Gefahren natürlich nicht der banale und bedeutungs- foft, ftndern nur der künstlerisch wettvolle, d. h. sein ganzes Gc- fichl hrngebcnde Schauspieler ausgesetzt sei, gibt er einige medizi- nilche otat^chläge, die an Originalität nichts zu wünschen übrig lafien. ,,-ver Schauspieler muß überhaupt alle Gattungen von. ^.chwelgereten meiden. Nach einer luftigen Rolle muß er dem Gc tuhl oer Entkräftung und den: Bedürfnisse, sich zu stärken, nicht zu viel trauen, tonst überladet er den Magen mrd stört den Schlaf. .. Das beste Frühstück für Schauspieler'ist, im Winter, eine gute -Klippe von Zwieback und Fleitchbrühe, im Sommer Schwalbackzer orer Pirmonter Wasser mit ftisch gemolkener, ungefottener .Kuh- milo; und etwas ab geriebenem Zitronenzucker . ." Nach einer unendlich genauen und in jeder Einzelheit köstlichen Ausstellung des tiir den < 2 ch.anspielernragen einzig mtb allein richtigen Speisezettels geht dieser nierkwürdigste aller Aerzte aus ein arrderes, nicht Minder wichttges Gebiet über: „Ruhiger Schlaf sst Balsam für die Werden der Theaternralyrer. Nächtliches Machen ist außerordent- 1i.ci!>..schadttch. Reitende smd fahrende Bewegungen in freier Luft A lür den Sck;auspieler Lebensbalsam. Statt das Geld nrit dem ^^tensprel zu verprassen, dabei das Geblüt zu erhitzen urrd das Eallcnbläschen zu überladen, wäre dasselbe viel besser an das Reiten und Fahren angewendet.. Die Beschäftigung des Gedächtnisses bn vollem Magen ist gefährlich . . . Tie Vermählung ohne vrie- !^Niche Einsegnung ist schleichendes Gift fiir den Schauspieler." Mit Vieser, nur in kurzem Auszug wiedergegebenen Lebensordnung glaubt der Verfasser die besonders zu behandelnde, weil besonderen Gefahren ausgesetzte Gesundheit des Schauspielers in gutem Stande erhalten zu können. Interessant ist es, daß in dem Briefe auch die Abhaltung ausreichertder Theaterferien und die Schäden von Ueber- lastung durch zu zahlreiche Proben nachdrücklich betont roerden, ^ststüe, dre in das soziale Leben des Theaterberufes hineinspiefim und auch heute noch die lebhafte Sorge der Schauspielewrgani- Wttonen bckden. Ein besonderes Kapitel wird schließlich dem Schminken gewidmet. So heißt es,.daß alle Gattungen weißer schminke schädlich seien, da sie meist Quecksilber und Blei enthielten. lieb erHaupt solle der Schauspieler sehr darauf achten, sich bei seiner Maskenkunst stets nur eines „unschädlichen. Farbenvorrats" M. pedrenen. „Wie vergnügt wäre ich," schließt diese seltsame. Eprstel, „wenn diese schriftliche Unterredung die Gesundheit eines ernzcgen, rechtschaffenen Schauspielers wiederherstellen oder erhalten könnte. Hochachtung, Freundschaft und Mitleid verdienen diese guten Meisschenseelen, diese Machrer des Publikums! . . ." 'Der „K i ii o - K ö n i g"-. In Betzwood befindet sich, wie die „Totnenica JNustrata" ^ zu erzählen weiß, ein riesenhaftes Besitz, tuni, das dem durch seilte Films atich bei uns bekamtten amerikanischen „Kino-König", S. Lubin, gehört. Dieser 2^„dsitz. der einen Palast, Latidgüter^Urwälder und mehrere Flliffe.umiaßt, ist voti deni „Kino-Köitig" tür 6\i 7 Millionen Mark erworben tvorden. Der heute 62jährige Filnv'abrikant, der immer noch Optiker, Ingenieur, Direktor, Photogravh, Elektriker in einer Person ist, begann seine erfolgreiche Lailibahn mit einem Film-Negativ, das e,n Pfero beim Haseriressen zeigte. ^ uud das damals in den primitiven An- iängert der Kino-Jndtlstrie die höchste Bewundermtg erregte. Heute hat er für seilte „Eorv-boy^-Films auf seinem Landsitz eine gewaltige Zucht von Pserdeli, Kühen, Stierett, Enten, Gänsen tmd Hühnern angelegt, die er eigens atis Texas kommen ließ. Zwei Ailtomobile und eilt Aeroplait stehen ständig zur Verfügung. Das Etabliffemem des Film-Königs in Philadelohia, das 4 Millionen Mark kostete, besteht fast gänzlich aus Kristall und Stahl. Seine große Ausdehuung ermöglicht es, daß zu gleicher Zeit vier ver- schiedeue Aufnahmen gemacht werden können. Ganz in der Nähe befinden sich stets 500 Menschen mit Pferden und Autos, so daß die Möglichkeit besteht, aktuelle Sttaßengeschehniffe sofort im FUitt festztihalten. * Das Kennzeichen eines Königs. Ein preußischer Offizier aus der Umgebung König Friedrich Wilhelms IV. erzählt in seinen Lebenserinnerimgert eine sehr drollige Geschichte, die sich auf die nächtlichen Spaziergänge bezieht, die der König im Sommer in Sanssouci zu unternehmen pflegte. Als er unmittelbar vor Mitternacht heimkehrte, rief ihn die Schildwache an: „Halt — wer da:" - „Der König!" war die Llntwort. - „Dos glob ich itich!" war die Antwort des Wachtpostens, eines oberschlesischen Grenadiers des 1. Garde-Regiments, der als sogenannter „Wasser- pole" der deutschen Sprache nicht gattz utächtig war. „Nun denn," so meinte der König, „koittnte Er doch an die Laterne, so wird Er mich erkennen!" — Mit gefälltem Bajonett kam der Grenadier an die Laterne, überzeugte sich, daß der Aitgeruftne in der Tat der König sei, und sagte, das Gewehr präsentierend, zu ihm: „Können passieren!" — „Woran hast du mich denn erkannt, mein Sohlt?" fragte der König, worauf der Grettadier mit lauter Stimme erwiderte: „i?ln Ihre dicke Kupp!" -- Der König mußte laut lachen und reichte dem Biederen zwei Talerstücke, die sein Bildnis trtlgeit, mit den Worten: „Hier, mein Sohn, schenke ich dir zwei Dickköppe!" ____ Markte. fc. Frankfurt a. M., 9. Mat. Heu- und Strohmarkt Auf dem hetttigelt Heu- ultd Strohmarkt war »tichts angetahren. b'. 0. Frankfurt a. M., 10. Mai. S ch w e i n e m a r k t. Zum Verkauf startden 270 stadiuche Schweine, die zu den festgesetzten Höchstpreisen schnelleit ^Ilbsatz fanden. fc. Frankfurt a. M., 10. Mai. Frucht- und Futtermitt e l nt a r k t. Am Fruchtmarkt hat das Geschält durch die jültgsten Verordituugen über Mischfutterntittel und Malz eine er« neute Einschränkiing erfahren. Die im freien Verkehr befindliche Ware wird immer kleiner. Doch ist auch die Nachfrage dank der günstigen Wittertmgsverhältniffe tmd der guten Ernteausstchten geringer. fc. Frankfurt a. At.» 10. Mai. Kartoffelmarkt. Kartoffeln 10,10 Alk. per 100 Kilo, in loser Ladung ab Bersandstatioit bei Abltalmre volt mindesterts 500 Kilo. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 11. Mai 1916: Wechselnd bewölk t, leicht e 9liederschläge , fälter._ Letzte Nachrichten. Amerikas Antwort an Deutschland. A m st a r b a m , 10. Mai. Die Antwvrttrote des Präsidenten Wisivn 'war vom „New Pott Herold" berecks 24 Stunden vor ihrer amtlichen BekautttmachnTrg in dett Haüptzügeu veröffentlicht worden. Der „New Port Herold" konnte weiter mckteckeii, daß die 9tt>te das Resultat eiires bis tu die Nacht wohretrd-en KabinettK- rates iir Washingtchl war. Reuter sairdte der Note oerschiedeue irrende Kommentare voraus, von denen einer sogar „Glatte Absage in 200 Worten" aukündigte. Fortschritte der österreichisch-ungarischen Truppen vor Valona? Gens, 10. Mai. Der Lyoner „Progres" meldet aus Athen: Nach Depeschen aus Janina nmcheit die ösrerreichisc1>-uil.garischen Truppen in der Nähe von Valona Fottschritte. Zahlreiche Vor- postengttechle fanden zwsschen dett itali-ettischen Truppen und der: österreichischen Vorhuten statt. Von Argyrv Kastro her wird eine lebhafte Kanonade vertwmmetl. __ F IhmJMhm ?iten und dam J3,nd - 135.2.00.3<50 ar.d 6.01 Brotkrnckeufrei: Maismehl l/iWbi 60 Wi zmn Strecken von Backmehl N!üisgriest ^ 60 Pf. 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Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Ludwig Stumpf im Alter von 78 Jahren gestern mittag um 12 Uhr nach einem plötzlichen Unfall sanft in dem Herrn entschlafen ist. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Stumpf SI. Familie Heinrich Rau IV. nebst allen Angehörigen. Todes-Anzeige ' 17.-» mm Hierdurch allen Verwandten, Freunden und Bekannten die tieferschütternde Mitteilung, daß unsere innigstgelicbte Tochter, unsere herzensgute Schwester.und Schwägerin Greichen Volk im blühendsten Alter von 19 Jahren an einem kurzen, aber schweren, mit Geduld getragenen Leiden heute morgen sanft entschlafen ist. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen: ?9einrich Volk nnti Frau xeBonarias Heinrich Volk und Frau geb. Klinkler M'iria Volk I>ieciekeii Volk Wilhelm Volk Großen-Buseck, den 9. Mai 1916. (3631 Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittags 2 Uhr vom Sterbehaus Zeilstraße 14 aus statt. Hattenrod, den 10. Mai 1916. 09580 'aiÜhrf ,W AS Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. Mai, nachmittags 4 Uhr statt Avij:; i 'i i'i • rlachmf. Der allgemeinen Entrüstung über verhängnisvolle Schtcksal unseres Orts- Polizeidteners das und der am 4. ds. Mts. bti der Ausübung feines Dienstes durch einen auf ihn abgegebenen Nevolverschuß schwer verwundet wurde und heute am 8. ds. Mts. an seinen Verletzungen in der Klinik zu Gießen gestorben ist, ist allgemeine stille Trauer in der ganzen Gemeinde gefolgt. Durch das Hinscheiden dieses Mannes, der seit dem Jahre 1897 nicht nur als Orts- und Polizeidiener, sondern auch als Flerschbeschauer und Wiegemeister, sowie in Erledigung sonstiger Funktionen, i« seltener Pflichttreue seinen Dienst versehen hat, Ist der Gemeinde ein schwer ersetzbarer Verlust entstanden. Wie er der ganzen Gemeindebevölkerung, welcher er so lange Jahre hindurch treu gedient hat, unvergeßlich sein wird, wird ihm auch der Gemeindevorstand ein dankbares Andenken bewahren. I. 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November 1915 über die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die Bersorgungsregelung fordere ich die in Gießen ansässigen Butterdäudler auf, bis zum 13. Mai 1916, vormittags 12 Nhr, auf dem Stadthause, Zimmer 9, schriftlich anzumelden, wieviel Butter monatliä) sie in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Mai 1916 nachweislich bezogen und in der Stadt Gießen verkauft haben; die Bezugsquellen sind dabei anzugcben. Gießen, den 16. Mat 1ÜW. 385GB Der OberbürgermeiAer. Keller. VekauntMnchrMg» Die im Avril 1899 geborenen Land stnruwstichttgen der Stadt Gießen müssen sich am 15. Mai ds. Js., vormittags von 8—12 Nhr und nachmittags von 2-6 Uhr im alten Rathaus am Marktplatz zur VandstnrMroUe melden. Auswärts Geborene haben bei der Anmeldung ihren Geburtsschein vorzuiegen. Gießen, den 6. Mat 1916. 3640B Ter Oberbürgermeister, eilet. ; Städtischer Seefischmarkt. Donnerstag, den 11. Mai 1016. Nachmittags 2 Uhr beginnend, in den Marktlauben. 13641B Verkauf von besten, frischsten Schellfischen, Kabeltau, Schollen und Seelachs. feste t?IlClD8i-Illl m Cafe Amend Heate Mittwoch, 8 Ufer: Familien-Konzert — — &;jä& miiii Ins Bll Telephon Nr. 40 Biedenfaopf Telephon Nr. 40 Jlerriicher Wald-Aufenthaltsort für Erholungsbedürftige a§! Bruchleidende tragen oft kein Bnichband, weil ihnen der Druck ihres Federbandes zu lästig ist, verschlimmern ihr Leiden aber dadurch. Mein Bruchband „Ideal Qfcae Feder, eigenes System, auch bei Nacht tragbar, bietet die grö te Erleichterung, unter Garantie für tadelloses Passen. Leäfc- , nM VorSaliy-adön, CeradohFlier. Langjährige Erfahrung. Reelle Bedienung. — Zwecks Anpassung persönlich zu sprechen in <*iefSen Samsia&-, 13. Mai, von 2 bis 5 Uhr im Sfotel Kobel. 3630ss Bandag.-Speziaiist Eugen-Frei, Stuttgart, Kronenstrasse 48. 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