rk. m Erstes Blatt 166 . Jahrgang MetzenerNnvi General-Anzeiger für Oöerhesjen bamstag, 6. Mi M6 Der «etzwer Dtzri»« erscheint tägkch, mrßer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich HichorerZsmtll endratter; -rvennai wöchentl-Nrels- dlattfHrdrnArersHiehen (Dienstag und Freitag): zweimal inonatl. Landwirtschaftliche Zeitftage« Fernsprech - Anschlüße: sürdieSchriitteitunq112 . Vertafl,Gejchäitsstelleü1 Adresie lür Drahtnachrichten: Anzeiger Stehe«. Anacchnie von Anzeige« dis ,um aS™»™ Rotationstrud UN» Verlag der Sriihl'schei, Univ.-Snch- und 5teindru«kerei u. Lange. Schristleilung, Geschästsjielle und Druckerei: Schnistr.7. Beü, Bezu gSv rei >: monatl. 90 Pf., Vierteljahr?. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch diePost Mk.2.45 Vierteljahrs ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokalloPf., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goeh; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. sämtlich in Gießen Die deutsche Antwortnote an Amerika. (VLB.) Trotzes Hauptauartier. 5. Mai. (AmtllchJ Westlicher Kriegsschauplatz. Auch gestern war die Grftchtstätigkeit an der englischen !Frs«t Milchen Armentieres und Arras lebhaft. Bei Gr- ' vrs^en-Gohelle entwickelten sich Handgrana t e n k ä rupft um emeu Sprengtrichter, in den der Feind voriibergehend hatte ! Vordringen können. Südlich der Somme sind nachts deutsche Erkundungs- aützllungcn in die feindliche Stellung eingebrochen, haben eisen Gegenstoß adgewiesen und einenOffizier.fünf- un-vierzig Mann gefangen genommen. Links der Maas drangen unsere Truppen in vor- vortzrrürgende französische Verteidigungsanlagen westlich von AvocouN ein. Der Feind hatte sie unter dem Eindruck unseres Feuers aufgcgeben. sie wurden zerstört und planmäßig wieder geräumt. Südöstlich von Haucourt wurden mehrere französische Gräben genommen und Gefangene eingeb rächt. Ein gegen den.Westausläuftr der Höhe „Toter Mann" wiederholter feindlicher Angriff brach völlig zusammen. Rechts der Maas kam es besonders nachts zu starker Arlitterietätigkeit. * Ein englischer Doppeldecker mit französischen Abzeichen fiel an der Küste nahe der holländischen Grenze unversehrt in unsere Hand. Die Insassen retteten sich auf neutrales Gebiet. Ein deutsches Geschro-ader urarf auf die Bahnanlagen im Noble tte- und Auve-Tal (Champagne) sowie auf den Flughafen Suippesausgiebigunder- fo lgre i ch Bomben ab. Der Lustkrieg hat im Laufe des April, besonders in der zweiten Halste des Monats, auf der Westfront einen großen .Umfang und wachsende Erbitterung angenommen. An Stelle des Einzelg-'fechls tritt mehr und mehr der Kampf in Gruppen und GeschnmÄern, der zum größten Teil jenseits unserer Linien ausgesuchten wird. Im Verlauft dieser Kämpft sind im Alonat April auf der Westfront 26 ftindliche Flugzeuge durch unsere Kampfflieger ab- geschosftn. davon neun diesseits der Frontlinie in uu- ftven Besitz gefallen. Außerdem erlagm 1h Flugzeuge dem Feuer unftrer Abwehrkanonen. Unsere eigenen Verluste belaufen sich demgegenüber auf zusammen 22 Flugzeuge; davon gingen 14 im Lustkampf, 4 durch Nichtzurückkehr, 4 durch Abschuß von der Erde aus verloren. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Es hat sich nichts von besonderer Bedeutung ereignet. Oberste Heeresleitung. # » • Die deutsche Antwortnote an Amerika ist überreicht und verösftntlichl worden, und wir dürfen wegen des darin ent-» hallenen Entgegenkommens gegenüber dem amerikanischen Standpunkt erwarten, daß es nicht zum Bruche zwischen beiden Ländern kommt. Wilson hatte in seiner.Note am 20. April erklärt: „Softrn die kaiserliche Regierung nicht letzt unverzüglich ein Aufgeben ihrer gegenwärtigen Methoden des Unterseebootkrieges gegen Passagier- und Frachtschiffe erklären und bewirken sollte, kann die Regierung der Vereinigten Staaten keine andere Wahl haben, als die diplomatischen Beziehungen zur deutschen Regierung ganz zu lösen." Die deutsche Regierung antwortet, auf den Gebrauch der Unterseebootswaffen auch im Handelskrieg nicht verzichten zu können, bringt jedoch ein „weiteres Entgegenkommen", ein „äußerstes Zugeständnis". Dieses besteht darin, daß „Weisung an die deutschen Seestreitkräfte ergangen ist, in Beobachtung der allgemeinen völkerrechtlichen Grundsätze über Anhaltung, Durchsuchung und Zerstörung von .Handelsschiffen auch innerhalb des Seekriegsgebietes Kauffahrteischiffe nicht ohne Warnung und Rettung der Menschenleben zu versenken, es sei denn, daß sie fliehen oder Widerstand leisten". Um das Maß des Entgegenkommens richtig zu erkennen, muß man sich an die deutsche Antwortnote vom 8. Februar d. I. erinnern, worin erklärt wurde, daß gegen Handelsschiffe der Unterseeboots- ^kricg „nach den allgemeinen völkerrechtlichen Grundsätzen über Anhaltung, Durchsuchung und Zerstörung von Handelsschiffen geführt werden nnirde", jedoch mit der '„einzigen" Ausnahme des Handelskrieges gegen die im englischen Kriegsgebiet betroffenen feindlichen Frachtschiffe, mit andern Worten: daß alle, feindlichen nitd neutralen Handelsschiffe «außerhalb des englischen Kriegsgebietes nur nach vorheriger Warnung und Ermöglichung der Rettung der Besatzung versenkt werden sollten; nur die innerhalb des englischen Kriegsgebietes betroffenen feindlichen Frachtschiffe sollten davon ausgenommen sein. Nunmehr, durch die jetzige Antwort, wird dieses Zugeständnis ausgedehnt auch auf feindliche Frachtschiffe, die innerhalb des Kriegsgebietes betroffen werden. Es ist klar, daß unseren U-Booten künftig ein wirksames Arbeiten außevordentlich erschwert wird. Wir haben Amerika nachgegeben, nicht etwa, weil die deutsche Regierung anerkannt hätte, daß Wilsons Forderungen rechtlich und gerecht seien, sondern weil sich den großen -Dampf um sein Dasein nicht erschweren wollte. In der deutschen Antwortnote kommt diese Begründung nnt klaren, offenen, aber auch mutigen und würdigen Worten zum Ansdruck. Ucberhaupt dürfen wir die Fo r m der Entgegnung an Wilson loben, denn sie ist deutsch, männlich und furchtlos > in der KennAeichnung der dem deutschen Volke unverständlichen amerikanischen Politik. Und wir geben unsere U-Boot- waffe keineswegs bedingungslos aus der Hand. Herr Wilson wird sich genötigt sehen, alsbald zu offenbaren, ob es ihm nrn die Freiheit der Meere wirklich ernst ist, ob ^r England gegenüber die gleiche feste und bestimmte Sprache sindet wie Deutschland gegenüber. In diesem Punkte hat die Antwort des Reichskanzlers gut zugefaßt und mit knappen, herben Sätzen, die von deutschem Empfanden durchdrungen sind, wirklich alles gesagt, was der zwiespältigen Moral des amtlichen Amerika vorgehalten werden muß. Im Be r t r a u e n auf die R ich t i g ke i t aller Voraussetzungen, die im deutschen Hauptquartier zur Behandlung der amerikanischen Forderungen ftstgestellt worden sind, schart sich das gesamte deutsche Volk heute hinter die Regierung. Wir haben keineswegs das Gefühl der Beschämung, vor einer Drohung ängstlich zurückgewichen zu sein. Wir stehen im siegreichen Kamps gegen die halbe Welt, und darum wird kein Mensch aus dem Erdenrund sagen dürfen, wir hätten durch unser Nachgeben unsere Ehre verletzt. Im Gegenteil, auf den „Mut" des Herrn Wilson, sich hinter unsere «Feinde zu stellen und in ungefährlicher Entfernung uns zu schädigen, fallen allerlei bedenkliche Streiflichter. Wir billigen es vollauf, und keine Empfindelei darf uns darin stören, daß bei der Entscheidung Amerika gegenüber kühler Kopf und kalte, durchdringende Rechnung maßgebend waren. Aber wie wir von Anfang an in der U-Boot- frage Zurückhaltung bewahrt haben, weil wir die genaue Sachlage nicht zu überblicken vermögen, so können wir auch heute die Entschließung der Negierung keineswegs mit Jubel oder Begeisterung begrüßen. Nur Vertrauen wollen wir hegen, Vertrauen daraus, daß alle Vorteile und Nachteile der Lösung sorgfältig abgewogen worden sind, daß keine falschen Einschätzungen stattgefunden haben und daß die Rechnung stinrmt. Der Reichskanzler hat dem zustärrdigen Reichstagsausschuß gestern noch einmal in langer, vertraulicher Sitzung Rede und Antwort gestanden, aber wir zweifeln, ob die Anwesenden alle in der Lage waren, genau zu prüfen und endgültig zu urteilen, ob die Reichs- leitung richtig gehandelt hat Die. Schwierigkeit liegt nickt zuletzt darin, daß die Entscheidung, aus welche Seite sie sich auch neigen mag, doch wohl auch von Stimmung und Temperament beeinflußt wird. Vor allen Dingen muß sich bald Herausstellen, ob Herr Wilson und seine innersten Absichten richtig eingeschätzt worden sind. Die deutsche Regierung verhehlt sich selber nicht, das spricht sie in ihrer Note aus, daß die Akten in der U-Bootfrage noch nicht endgültig geschlossen sind. Verharrt Herr Wilson in seiner einseitigen deutschfeindlichen Humanitälspolitik, so würden wir vor der Frage stehen, ob der Reichskanzler und seine Berater die Wirkung eines Aufschubes der letzten Entscheidung zutreffend ins Auge gefaßt haben. Pressestimmen. Tic „Kölnische Zeitung" sagt: Unser ganzes Bestreben muß daraus gerichtet sein, den Sieg zu erringen, den Krieg schnell haxb entscheidend zu Ende zu führen. Bei der Erwägung aber, wie dieses Ziel zu erreichen, müsseni jene Empfindungen zirrücktreten fcor Bermmstgründen. denn Gefühl sind in der Politik von Nebel, sie trüben den Blick für das, was zu erreichen möglich ist. Daß aber der Krieg ins Unabsehbare verlängert werden würde, wenn auch Amercka hmznträte, ist nach menschlichem Ermessen wahrscheinlich. Es liegt daher in unserem Interesse, diese Möglichkeit zn oerm-erben oder aber, wenn Herr Wilson seinen Krieg durchaus haben wül, ihn von vornherein nnt einer so erdrückenden Bürde der Schuld $u belasten, daß er im Urteil der Geschichte darunter znsamnrenbrechen wird. Die „National z tg." : sttun liegt die dlntnwrt vor. Sie ist von Würbe umflossen: sie atmet Besonnenheit: und sie witd später einmal, wenn unsere Feinde uns nicht mehr feindlich gegenüberstehen werden, gleich einein spiegelblanken Ehrenschild des deutschen Volkes in der Welt erglänzen. Es ist das wertvollste Rocht des Starken, auch nachgiebig sein zu dürfen, ohne den Vorwurf der Schwächlichkeit aus sich zu laden. Ter „Deutsche Kurier sagt: Das Bewußtsein, sich in der Grundstinrmung eitrig zu wissen mit den Reichslenkern, darf euren Teil der natürlichen Enttäuschung wegwischen nnd Muß jeden Ivillig machen, die Gründe der nüchternen Staatsraison mit einem pu Hören bereiten Ohr zu vernehmen. Von diesem Standpunkt aus enthalt die Note vieles, was man mit Rückhaltlosem Beifall begrüßen kann. Es ist eine echt deutsch)«, männliche Sprache, die in unserer Erwiderung das Wvtt führt. Jetzt ist es zwecklos, rückblickerrd zu fragen, wie es hätte anders gemacht werden können und sollen. Jetzt haben wir rrur die eine Pflicht, allesamt wie bisher hinter unserer Regierung zu stehen und aufmerksam uird kühl abzuwarten, ob Washington M!nnrehr England gegenr'tber seine Pflicht tun lvrrd, oder ob es vorzieht, uns die vorbehaltene Freiheit der Entschließungen zurück- zugeben. Die „Tägl. Rundschau": „Nicht rühmen kann ich's, nicht verdammen", nur mit den gegebenen Tatsachen mich ab finden. Tie deutsche Regiermig hat ncch laugen, gewissenhaften Erwägungen, bei denen alle politisch und militärisch verantwortlichen Männer irnd die Vertreter verschiedener Anschauungen mitivirkten, die Entschädung getroffen, und Pflicht des deutschen Volkes ist es, sich einheitlich hinter diese Entscheidung zu stellen. Kritik u.nd Geltendmachung besonderer Meinung ist in diesem Augenblicke uunützlich nno daher unstatthaft. Tie deutsche Regiermig hat gesprocheti und ihr Spruch ist für alle gültig. Wir wünschen, daß loir auf dem von ihr gewählteu Wege zum Endsiege schreiten. Ter „F r e i s i n n t q e it Zeitung" erscheint es das Beste, daß, während die Wilfonfche Note es so darzustellen suchte, als ob es in der Regelung der Beziehungen znüschen Deutschland und den Vereinigten Staaten in der Zukimft mir ein Entweder-Oder gäbe, die deutsche Anvvort einleuchtend nachioeise, daß die Forderungen wahrer Humanität auel), im Kriege von uns in gleiche Weise anerkannt tverden, nne von Amerika, daß es sehr wohl einen Ausgleich gibt zwischen den milÄärischcic Notwendigkeiten! dieses Krieges und der Forderungen des durch ürkerUakromcke Ber^ träge geschaffenen Völkerrechtes, und daß gerade das anrerikanische Bol? in hervorragenden: Maße dazu berufen ist, anerkaanteu Regeln des Völkerrechts Geltung zu verschaffen. Die „Freisinnige Zeitung "meint, daß der Appell der deutschen Note-an das so rege HumanitätsgeMl der Bt'irger der Vereinigken Staaten nicht umsonst verhallen werde. Die „Bo ss. Z t g." schreibt: Wem: es itad} Deutschlands Wunsch und Willen geht, wird die so angebahnte Verständigung dauernd sein — ob sie es wirklich feilt wird, hängt von Herrn Wilson und noch mehr von dem amerikanischen Volke ab, dessen oft gerühmter Sinn für Gerechtigkeit nnd Humanitüt^ sich jetzt^ bewähren muß. Auerkirrnung verdient der feste, würdige Ton, in dem die deutsche Antwortnote gehalten ist. Sie weist nnt einer vornehiUen Häudbewegmrg küe gehässige Cha- rakteriitik unseres Unterseebootkriegs in der Süsser-Note ab und hält Herrn Wilson offen die Einseitigkeit und Parteilichkeit seiner bisherigen Politik vor. So ungeschminkt ist mit ihm noch nie gesprochen worden, aber es war auch nachgerade an der Zeit, daß es geschah, sollte schweres Unheil für die beiden, seit alten Zeiten eng b.'freundeten und fo vielfach aufeinander angewiesenen Völker verhütet werden. Tie „Post" : Das Urteil darüber, ob es richtig gewesen ist, den Forderungen des Präsidenten Wilson in einem so wichtigen Punkte nach-zugeben, wie es die ^Frage der vorherigen Warnung feindlicher Schisse vor denr Angriff 'durch die U-Boote bedeutet, muß den verantwortlichen Stellen unserer Regierung überlassen bleiben, die allein das zuständige Material in Händen haben, sich ein vollständiges Bild der gegeneinander abzuwägenden diplomatischen und militärischen Waffen zu mocf at. Entweder kommt man denr deutschen Verlangen Nack:, die Vöikerrecktsbräche Englands mit derselben Schärfe zu behandeln wie den deutschen Unterseebootskrieg, oder man bekennt angesickits der von Deutschland erfüllten Haup'tsorderung der letzten Note öffentliche vor aller Welt, daß die schörwu Reden voni Menschlichkeit und Völkerrecht nichts gewesen sind als diplomatische Phrasen zur bequemen Einleitung unfreundlicher Handlungen, die man herbei zu führen wünscht. Der „Reichsbote" erachtet es als patriotische Pflicht, sich auf den Boden der vollendeten Tatsachen zu stellen und begrüßt ebenfalls den entschiedenen, waiirheitSneutigen Ton der Note. „Deutsche Tagesz eitung" und „Kreuz zei tu ng", die von vorn herein auf dem Stai st>lnm kt gestarcden haben, daß Nur auch eine Ablehnung mit unseren JUteresseu hättet vereiulgen können, beziehen sich ohne weiteren Kommentar auf ihre bckauute Stell un gna hure. Tie „Kölnische Volkszeitun^: Tie Lage ist also aus ihrem! akuten Stadrunr keineiswegs, heraus^ Alles hängt ab von der Entscheidung — Washingtons, und wir wissen nicht, wie diese airsfallen wird. Wenn es jetzt doLnoch zum Bruche kommen sollte, so wird die Schuld nicht bei uns; sondern bei Washington liegen. Wir dürfen sagen, daß wir alles, wirklich alles getan haben, nur ihn zu vermeiden. Eine weitere Kritik dürfte in dem gegenwärtigen Augenblick nicht er-, sprießlich sein. * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 5. Mai. (WTV. Nichtamtlich.) Amllich tute, verlautbart: 5. Mai 1916. NussrscherKriegsschau platz. Unsere Flieger bclegten vorgestern den Babnknstenvunkt Zdolbnnowo südlich von Nonmo mit Bomben. Im Bahnhofsgebäude, in den Werkstätten, im rollenden Material und auf den Schienenanlagen wurden Treffer beobachtet. Mehrere Gebäiwe gerieten in Brand. Gestern wieder überall erhöhte Geschütztätigkeit-, vielfach auch Vorfeldgcplänkel. I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Am R o m b o n vertrieben unsere Truppen nach kräftiger Artillerievorbereitung den Feind aus mehreren Stellungen, nahmen über hundert Alpini, darunter drei Offi^ ziere, gefangen und erbeuteten zwei Maschinengewehre. Im Marmolata-Gebict wurde nachts eine schwächere ftindliche Abteilung am Oschang des Sasso-Undici zersprengt. Sonst nur müßige Artillerietätigkeit. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarfchallcutnant. EreignissezurSee. Am 4. Rkai vormittags haben unsere Seeflugzeuge V a - l o na, am Nachmittag Brindisi bombardiert. In Balona wurden Batterien. Hafenanlagen und Flugzengftation mehrfach wirkungsvoll getroffen, in Brindisi in-'hrere Volltreffer auf Eisenbahnzüge, Bahnhofsgebäude und Magazine, ferner im Arsenal inmitten einer dicht zusammenliegenden Gnrppe von Zerstörern beobachtet. Mehrere Bomben sind in der Stadt explodiert. Ein zur Wwehr aufsteigendes ftindlicheS Flugzeug wurde sofort vertrieben. Auf dem Rückzuge wurde weit in See der Kreuzer „Marco Polo" angetroffen und die auf Deck dicht zusammenstehende Bemannung mit Ala- schinengcwehren wirkungsvoll beschossen. Trotz des heftigen Abweht-feuers sind sowohl von Valona als auch Brindisi alle unsere Flugzeuge wohlbehalten zurückgekehrt. Flottenkommando. * * * Ein Telegrammwechsel zwischen dem Erzherzog Friedrich und dem deutschen Kaiser. Wien, 5. Mai. (WDB.) Ans denr Knegspressequattier nstrd gemeldet: Feldnmrschall Erzherzog Friedrich hat folgenden Armeeoberkvmmandobefehl erlassen: Ich Hobe am ersten Jahrestag der D u r ch b r u cb s s ch lacht von G v r l i c e - T a r n o n> an den deutschen Kaiser folgende Depesche gerichtet: „Heute vor einem Jahre durchbrachen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen in siegreicher Schlag bfa* rafftfdjen ©teüirreqot 'in In Treue und tn Verehrung «fcenfcn ich imi> mJeiitc braven NlriegÄeute an diesen Ruhmestag Euerer Majestät und de? g-lorveickjen dorischen Leeres!! Jene innige dnrch Not uitb Tod «gestählte Waffenbrüderschaft, die vor Jahresfrist einen der größten und folgenreichsten Siege der Weltgeschichte errungen hat, wird mit (&>tta3 Hilfe auch weiterhin die sicherste Gewahr für unseren Erfolg bilden. Mag auch noch heute Arbeit be- vorsteheu, der Sieg bleibt unser. „ „ _ .. Erzherzog Friedrich, Feldmarschall. Der deu ts che Ka i se r , der treue Freund und Bmrdesgenosfc unseres allergu-ädigsben obersten Kriegsherrn, Hot hieraus huldvoll st qeontwortet: , _ * ,S^ch danke Dir freundlichst für Dein hnzftches Lelegranrm. Auch ich erirrnere mich in dielen Tagen. in denen sich der Beging der grasten galizischen W^ensivc fährt, danlbaren Herzens aufs neue der Tapferkeit und Einmütigkeit, womir die Soldaten unserer verbündeten Heere begeistert zum Stnim schritten. Ich bllte pich. d«s den unter Deinem Koniwando stehenden Trirvsteu nntzuteuen. Mn Rückblick auf die Ruhmestaten deS Vorjahres berechtigt uns zu der vertrauensvollen Hvffnimg. da.st der aemeinstime Wille den endgültigen Sieg erringen wird. Gott helfe dazu! Wllhelm. Diese beiden Kundgebungen sind an alle Truppen zu vorlaut- baren. Erzherzog Friedrich, Feldmarschall. London, 5. Mai. (WTB?« Unterhaus. Meldung des Reuterschen Bureaus. Bei der Debatte über die Militärdieust- pflichtbill wurde von einem Wgeordneten, teils aus allgemeinen, hauptsächlich aber aus wirtschaftlichen Gründen deren Ablehnung beantragt. Ll»yd George erklärte in seiner Antwort, das Kabinett sei einstimmig zu dem Beschluß gelangt, da st die Forderung des Armeerates nach jedem verfügbaren Mann unbedingt berechtigt gewesen sei. Eine Ueberlegenheit an ausgerüsteten Mannschaften sei für ^den Sieg lorerlästlich. Term während sich die Ausrüstung der Rusien wieder bedeutend verbessert habe, sei es wesentlich, das; Frankreich und Grvstbritannien, die ftir ihre Aus- Pistung selbst sorgen körrnten, dieses Jahr sofort so viel als möglich von den Kriegslasten auf sich nehmen, bis Rußland seine Ausrüstung vollendet habe. Tie Einberufung aller Männer Grostbritanniens, die von der grosten Mehrheit des Hauses unterstützt werde, würde die schlechteste Nackiricht für den deutschen Generalstab sein. Rotterdam, 5. Mai. (WTB.) Ter „Rotterdamsche Courant" ineldet aus London: Carson hielt bei dem Festmahl des uuimnstischen Krregskomitees eine sehr feind selige Rede gehen die Koalition, vor allem gegen Asguith. Er sagte, der Premierminister sei nur als Parteiführer und Redner groß. Man sei seiner Redekünste überdrüssig und glaube, daß es ein Unglück für das Land sei, daß der Premierminister ein so großer Redner sei. Eine holländische Stimme. Der türkische Bericht. Kvnfi«ntiir»pel, 5. Mm. (WTB, Nichtamtlich.) Be- richt des Hmwtguartiers. . ^ „ An der Irak front ist die Lage unverändert. Am Tage vor der llebergabe von Kut-el-Amara glückte es einem unserer Flugzeuge, das von Hcncptmann Schutz geführt wurde, im Lustkamps ein feindliches Flugzeug avzn- schießen, das von uns genommen wurde. Der Führer ist tot, .der Beobachter gefangen. Hauptmann Schütz schoßt an selben Tage ein anderes feindliches Flugzeug ab, dessen Insassen verwundet in unsere Hände fielen. An der Kaukasus front überraschte eine unserer Kavallerieabteilungen feindliche Kavallerie, schlug sie und vernichtete ebenso eine inzwischen erschienene Aufl'läruitgs- abteilung «des Feindes. Auf den anderen Teilen der Front unwichtige Gefechte zwischen Aufklärungsabteilungen. Bon den übrigen Fronten nichts Wichtiges. * * * Das Luftschiff L. 20. Stav a nge r, 5. Mai. (WTB.) Meldung des Telegramm -Byran: Der Regimentskommandeur Oberst Jo- hannsen hat nachmittags das L u f t schiff „L. 2 0" von einer Abteilung Soldaten beschießen lassen, so daß es explodierte. Das Lnftschifs begann wegen des starken Wftrdes heftige Bewegungen zu machen und hätte sich^ weil es noch stark mit Gas gefüllt war, leicht losreißen und Schaden anrichten können.-Die Explosw'.Owar sehr stark und weithin hörbar. Ein paar Bootsschuppcn gerieten in Brand; in den Häusern sind Fensterscheiben zertrümmert worden. Die englische Schiffsnot. London, 5. Mai. (WTB.) Im Oberhaus sprach Lord Beresford über die Schiffsnot und sagte, England hätte bei Kriegsausbruckii über 11 000 Schiffe von über 4M Tonnen gehabt. Die dldnüralität hätte 2M0 bis 3000 in Anspruch« genommen und für den Handel seien etwa 8853 übrig geblieben. Die Verluste des Krieges seien auf diese Ziffer zu beziehen: sie , betrügen also nicht 4V» Prozent, sondern 14 Prozent des für den Handel verfügbaren Schiffs raum es. Lord Beres- borf evvähnte, daß mehrere Schiffe gekentert seien, weil die Geschütze auf Schiffen, die zu wenig Ballast führten, falsch aufgestellt worden waren. Der Schiffsbau wurde verzögert, da die schottischen Werke sich w-eigern, für den Schiffsbau Stahl zu den Preisen zu liefern, die der MunitionSnrmister für den Schiffbau in England festgesetzt habe. Curzvn erwiderte, 43 Pvozent der Harr- delsflotte such von der Regierung für militärische und andere staatliche Zwecke requiriert worden, 14 Prozent werden zur An- ffchr von Lebensmitteln und Rohstoffen benutzt und 43 Prozent bleiben den britischen Reedern unter Staatskontrolle. 500 Schiffe sind zur Verfügung Frankreichs, Italiens und Rußlands gestellt nwrden. Der tatsächliche Verlust durch den Krieg sei durch Beschlag- . nähme und Erbeutung feindlicher Schiffe fast gmtz ausgeglichen worde::. Tie britische Handelsflotte habe jetzt fast genau so viel .Schiffe wie vor dem Kriege. Salisbury bezweifelt diese Angaben. * m * Dar v?en?tpslichtgesetz im englischen Unterhaus. London, 5. Mai. (WTB.) Das Unterh aus hat das Dieustpflichtgesetz mit 328 gegen 36 Stimmen in zweiter Lesung angerwmmen. London, 2. Mai. (WTBö Premierminister Asguith sagte in einer Rede, in der er die neue Dienstpflicht ankündigte: ■ Tue Armee bestand im August 1914 aus sechs regulären und vierzehn DerritoriakdivisionQl oder zusammen mit den überseeischen (Garnisonen aus 26 Divisionen. Jetzt baben wir 42 reglkläre und j 28 Territorialdi Visionen, also zusammen 70 und mit der Marinedivision 71. Heer und Flotte zählen jetzt fünf Millionen Mann. Im letzten Juli war festgestellt, daß eine Armee von 70 Divisionen zrr ihrer Erhaltung eine wöchentliche Rekrutierung von 25 000 bis 30 000 Nöann brauche. Asguith gab sodann einen Ueberblick über die Rekrutierungspvlitik der Regierung, erwähnte kurz die Uebergabe von Kut el Am-ara und sagte: In dem Krieg gegen 3äapoleon habe man Pitt und Wellington ebenso UneMschtvffenheit, Hinzögerung und Aufschub vorgeworfen wie der jetzigen Regierung. Er schloß mit der Verteidigung der Regierung und sagte, sie könne ihre Aufgaben nur voklsühren, wenn sie das Vertrauen der Nation besäße. — Car- s 0 n erwiderte, er brauche die Regierung nicht zu rühmen oder ihr seine Sympathie auszusprechen, da sie das stets selbst besorge. An dem Tage, wo die ganze Nation über solch ein 11 n g l ü ck, wie die Uebergabe von Kut el Amara trauere, könne man ihre Sorge nicht verscheuchen lntb ihr Gemüt nicht beruhigen, indem man mit schönen Worten abzuschwächen suche, wovon jeder wisse, das; es ein großes Unglück sei. Was die Rekrutierung betreffe, sage Asguith bei solchen Gelegenheiten stets, was das Land alles getan habe; aber es komme darauf an, ob es genug getan habe. Wenn Asguith während des ersten Kriegsjahres an die Nation appelliert hätte, wäre die allgemeine Wehrpflicht schon damals angenommen worden. John Simon sprach gegen das Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht. Sir Alfred Mond sagte, die Nation könne die Bemühungen der Regierung nur noeft ihren Ergebnissen beurteilen. Wenn, die Ergebnisse schlecht seien, könne die Regierung kein Vertrauen erwarten. Angesichts Irlands, Kut-el-Amaras und Galli- volis sei es unmöglich, aus die Regierung zu vertrauen Es sei wichtig, daß die Regierung das Vertrauen, das unzweifelhaft sehr ersäMtert sei, wiedergewinne Wenn es möglich sei, seien Neuwahlen ein geringeres Uebel als Negierung und Parlament, die keine Fühlung mit der allgemeinen Stimmung im Lande hätten. In diese Lage treibe man hinein; es könne eine gefährliche Lage werden. P r i n g l (Liberal) sagte, die Schwierigkeiten der Regierung hätten mit der Bildung der Koalition begonnen, weil ein Teil der Presse seitdem gegen das Prinzip der Frenvilligkeft agitiert l)abe. Major W-ood «Uniomst) sagte, die Ncgrerrmg habe in der Frage der Rekrntierung nichts getan, aicher wenn sie durch die Presse oder das Parlament dazu gezwungen werde. Es sei Zeit, daß die Kompromisse auchörten. Thomas iArbeitmvartn sagte, es sei nicht erstarmlich, wenn bk .Arbeiter tief eingewurzelte Vorurteile gegen die allgemeine Tienstpfllcht hätten. Die Arbeiterkonferenz habe sie säst cmftinmiM r — Ta rn diesem Kriege 20 Millionen kämpfen, würden 200 W) Mann die Entscheidung kaum herbüführen. Amsterdam, 5. Mai. (WDB.) „Nie'uws van den Dag" schreibt über die Dienstpflicht in England: Wenn die letzten Zelmtausende der Verheirateten aus gebildet und ein gereiht sind, ist England mit seiner großen Reserve fertig und traut höchstens noch wie in den andern Ländern die Altersgrenze erhöhen. ?lber mit den linerschlöpflichen Hllfsguellen an Gut und Blut, über die die englische Presse in den ersten Ktiegsmonatest den Mund so voll geirourmen kMt, ist es dram aus. Wenn diese Maßregel kein Heer ergeben sollte, das zur Vernichtung des preußischen Militarismus ausreicht, dann wird vielleicht auf seiten der Enterrte die Stimmung für den Frieden etwas anders werden. Der Seekrieg. London, 5. Mai. (WTB.) Der fvanzösische Fischereischoner ,,Bernadott«e" (486 Brirttvregifterlonnen) ist am 1. Mai im Atlantffchm Ozean, 150 Mellen von der nächsten Küste entfernt, vers«enkt worden. 34 Mann der Besatzung sind in Booten ent- komnien; 8 Mann sind ausgenommen worden, die übrigen 26 treiben noch. F re der i.ks stad , 5. Mai. (WTB.) Der Leichter „Mars" aus Frederiksstad, der von Sarpsborg nach Englmtd uiiterwegs war, ist am Tietistag abend in -der ^äordsee Vvii einem deutschen Unterseeboot cmgdjatoi und in Brand gesetzt worden. Tie Besamung von 7 Mann ist an Bord eines Schleppdampfers hier an ge lom ntren. _ * _ Au§ dem Reiche. Die Beratung des Reichstagsausschusses über die -auswürligr Lage, die am Freitag vormittag begonnen hatte, dcru-erte bis in die sechste Mendstunde, und der Reichskanzler, der mehrfach das Wort ergriff, um Fragen zu beantworten, blieb bis zum Schluß anwesend. Der Chef des Rcichs- marineamts, Admiral v. Capelle, gab marine technische Auskünfte. In der Debatte sprachen die Mgeordneten (gröber (Ztr.), Bass ermann (Ntl.), Ledebour (Sozialdem. Arbeitsgem,), v. Paper (Vp.), Graf Westarp (Kons.st Scheide mann (Soz.), v. Gaanp (Deutsche Ftaktion), Hoch (Soz.), Dr. Struve (Bp.) urrd Dr. Rösicke(Kons.). Am Sanrstag steht der Reichsp 0 ste tat auf der Tagesordnung. Berlin, 5. Mai. (WTB.) Zu der heutigen Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages waren erschienen: Der Reichskanzler, die Staatssekretäre Dr. Delbrück, v. Jagow, Dr. Helfferich, Kraetke, Lisco und Capelle, der stellvertrskende Kriegsnrrnister v. Wandel, Unterstaatssekretär Wahnsckmffe, Vertreter der Bundesstaaten, sowie etwa hundert Reichstagsabgeordnete. Gleich zu Beginn der Sitzung nahm der Reichskanzler das Wort, um die deutsche Antwortnote an Amerika bekanntzu- geben und unser Verhältnis zu Amerika darzuleg-en. Hieran schloß sich eine Besprechung, an der sich Vertreter aller Parteien beteiligten. Die Atlsführung des Reichskanzlers sowie die Besprechung waren streng vertraulich. Im Sitzungsziinmer waren die gewohnten Absperrmaßnahmen getrofferr Ein Telegramm des.Kronprinzen. Berlin, 5. Mai. (WTB.) Der Kronprinz hat an die Witwe des im Luftkamps gefallenen Herrenreiters G r a- fen.Holck folgendes Telegramm gerichtet: Die Nachricht, daß die tödliche Kugel des Gegners Ihren lieben braven Mann in einem kühnen Luftkampfe ereilte, hat mich aufs schmerzlichste betroffen. Sie wissen, liebe Gräfin, wie ein guter, werter Kamerad er mir war, und wie oft und gerir ich seinen Schneid, seine Willenskraft mch Geschicklichkeit bewundert habe. Einzig stehen seine sportlichen Leistungen als beste des Larrdes da. Und so gehörte er auch zu meinen verwegensten und mutigsten Fliegern, dessen mir und meiner Armee in unermüdlicher und aufopfernder Tätigkeit vor Verdun geleisteten Dienste unvergessen bleiben werden. Seien Sie versichert, daß ich Ihren Schrnerz urtd Ihre Trauer aufrichtig teile und dem leider zu früh abberustnen heldenhaften Offizier und Freund ein ehrendes und treues Andenken bewahren werde. Wilhelm, Kronprinz. Die Vereinigung der schwar.zburgifchen Fürstentümer. Rudolstadt, 5. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Ausschuß der beiden schwarzburgischen Landtage zur Beratung über die Vereinigung der schwarzburgischen Fürstentümer zu einem Staate der öont'l. bis 4. Mai in Arnstadt unter dem Vorsitz des Staatsmmisters v. d. Recke tagte, erzielte u. a. eine ZÄtffbecndigirng dah-rn, daß er einen Zusammenschluß' für zweckmäßig und durchführbar hält. Er ist überzeugt, daß eine einheitliche Verwaltung beider Länder organisatorische, finanzielle und andere Vorteile mit sich bringen würde. Der Sitz der Regierung soll in Arnstadt sein. * Berlin, 5. Mai. (WTB.) Der Magistrat der Stadt Berlin hat beschlossen, alles von den Viehhandelsverbä-nden angelieferte, cruf Berlin entfallende Vieh unter Ausschaltung der Gr 0 ßschl achter unmittelbar den Ladenschlächtern bezw. Maekthallenständen zufiihreri zu lassen. Die Fleischverfvrgung der RestmwLtimden und Hotels bezw. Anstalten erfährt eine besondere Regelung. Der Versand von Fleisch aus Berlin nach auswärts soll verbotet; werden. Ferner wird eine Einschränkung der Verarbeitung von Fleisch zu Wurst herb ei geführt werden. Schließlich^ ha't )er Magistrat noch Höch st preise für Kalb- und Hatmnel- fleisch festgesetzt. Berlin, 5. Mai. (Priv.-Del.) Das Berlitrer Polizeipräsidium hat ein besonderes Dezerimt für die U e b e r - wachun g des Leben smittelmarktes eingerichtet, >as der Kriminalpolivei untersteht und von dem Kommissar Lehnart geleitet wir Das Dezernat hat bereits in den letzten Tagen eine a...',erordentlich ergiebige Tätigkeit entfaltet. In Berlin sirid bei 16 Schlächtermeistern große Vorräte an Fleisch- und Wurstwaren beschlagnahmt worden. Es handelt sich zumeist um Meister, die schon seit Jahren ihre Geschäfte betreiben und durch diese reich geworden sind. Insgesamt wurden gestern 200 Zentner Schinken und Wurst beschlagnahmt. Aus Stadt nnd Land. Gießen, 6 . Mai 1916. Sonntagsgcdanken. Unvergleichlich blüht um uns der Frühling. Wieder, zum zweitenmal im Kriege. Und deutsches Genrüt läßt sich von dieser blühenden, ariineiiden Herrliche keit umfangen, wie nur je in glücklichsten Friedens- tagen. Es Mngen uns alte kleine Frühlingslieder durch die Seele, auch wenn kein Burschenjubel in unserer Stadt den geliebten Mai begrüßte. Wer weiß, wo sie draußen, weit- tin zerstreut, dem ersten Finkenschlag, dem ersten Lerchentriller lauschten. Aber sie hörten ihn gewiß, und sie sahen die junge Pracht, und sie glauben an die unendlichen Kräfte, die überall wieder wirken und weben. Erinnerung an vergangene Mainacht spinnt sich zu goldner Hoffnung aus. Sie schauen in srühlingsstarker Ahnung die Zukunft Heraufziehen über deutschern Volk und Reich. Und es hämmert etwas in ihnen mit freudig-stolzem Herzschlag: sie, sie selbst sind der neue Frühling des Volkes, der reife Frucht verheißen soll und will. Viele Blüten gewiß müssen vom alten Stamm fallen nn Frühlingsfturm. Aber die da bleiben, die Gottes Wunder uns bewahren, die werden stark und frei den Stamm mit jungem saftigen Leben schmücken. Und das Blut selbst, das Blut der gefallenen Blüten, rvird durch die Adern ihres Gemütes ziehen, daß ihr Wille, vom Staube rein, dem blauen Himmel offen, der Sommerglut des Lebens im Vaterland zu trotzen fähig wird. AüH^Msträume! — Haben sie uns nicht schon einmal getauscht? Sollen wir ihnen diesrnal trauen? Auch vor ernem Jahr schien uns der Lenz herrlich wie nie. Und in das Gewoge seiner jungen Kräfte mengten sich die Siegesdonner von Galizien, Bürgen deutscher Kraft, Verkündiger deutschen Heldentums. Aber wie haben wir dann fragen müssen nach Wiesen und Feldern, bangen müssen um die kommende Ernte. Und heute? Kann das blüljende, klingende Frühlingsleben uns über die Sorgen wegtäuschen, die unser Herz beschweren? Wohin wir uns wenden, da slüsterffs von Alltagsnötcn: Fleisch, Butter, Milch! Diese kleinen Dinge, tnie joerden sie uns kostbar, da wir ihver bedürfen, sie uns mangeln wollen. Und wir hören und spüren: in unserer lieben Stadt haben.wir es noch« so gut, aber die Großstädte! Wo sich die Hunderttausende und Millionen um den magern Brotkorb drängen, wo noch anders als bei uns Mutterangft hilflos um bleiche Kinderwangen bangt. Wie wird es werden, bis uns die neue Ernte kommt? Wird sie kommen, und noch rechtzeitig kommen, so wie wir sie brauchen? Llber der Frühling schaut sprießend und jubilierend über uns Soraende hin. Noch sind seine Kräfte da in unermeßlicher Fülle. ES ist nicht wahr, er hat uns vor einem Jahre nicht getäuscht. Wir leben noch und regen uns. Wir hatten dennoch Brot genug. Und wenn das Jahr manchem den leckeren Bissen vom Munde toegnahm, was hat's geschadet? Nur fester stehen wir da, nur kühner sind uns Glauben und Hoffen geworden. In dieserFrühlingspracht werden crlbe, unvergängliche Worte in uns wach, die wir von Kindertagen her kannten, die nur unter Alrbeit uitd Sorgen in uns vev- graben lageji. Von Lilien reden sie, die der Vater im Himmel kleidet, von Vögeln, die er nähret. Wir sehen cs wieder und immer wieder. Unser Auge leuchtet auf über den alten neuen Frühlingswundern. Und durch die Seele klingt die ernste und doch so unbeschreiblich hoffnungsvolle Mahnung: „sollte er das nicht viel mehr euch tun, 0 ihr Kleingläubigen?" Eck. * ** Geburtstag des Kronprinzen. Se. Kaisers, und Königl. Hoheit Kronprinz Friedrich Wilhelm vollendet heute sein 34. Lebensjahr. Aus diesem Anlaß haben die öffentlichen Gebäude Flaggrmschmuck angelegt. ** Am tliche Per svnaln ach richten. Ter Grvß- h erzog hat den evangelischen Pfarrer Rudolf Schlosser zu Rodheim, Dekanat Nidda, auf sein Nachsuchen zwE Uebernahme einer Pfarrstelle an der St. Jakobikirche in Chemnitz, mit Wirkung vom 30. April 1916, aus dem Dienste der hessischen evangelischen Landeskirckie entlassen. — Der Großherzvg hat dem Rechnungsrat Ludwig Götz zu Darmstndt, bisherigen Gc- hllsen und St ellve rtreter des Schatzmeisters des Uliee-Frauen- vereins das Ritterkreuz 2. Klasse mit der Krvne des Ordens Stern von Brabant verliehen. — Ter Grv ßher^vg hat am 19. Ärit dem Mitglied der Königlichen Eisenbahndrrektion zu Frankftcrt a. VH., Regierungsrat Otto Tresche r den Charakter als Ge^ heimer Regierungsrat vom 5. 9lpril d. Js. an verliehen. M Auszeichnung. Dem Obermatrosen Joses F e g b e i t e l von hier wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. ** W v hl tätigkeits-Konzert. In der neuen Universitäts-Aula findet am 12. Mai, abends 81/2 Uhr, ein Wohltätigkeits-Konzert zugunsten des Ro ten Kreuzes statt, zu dem erste Mitglieder der Wniglichen Hosoper in Wiesbaden ihre Mitwrr^rng freundlichst zu- gesagt haben. ** Kunstverein. Die diesmalige Ausstelkmgerregt lebhaftes Interesse nicht allein wegen des kütrstlerischür Wertes des Gebotenen, sondern auch, weil ste eirre Reihe von Bildnissen hiesiger bekannter Persönlichkeiten enthält. Neben den Porträts ist Landschaft und Plastik nicht minder gut vertreten. ** Ziegen- und Kaninchenzucht. Die Stadt Gießen wird demnächst die Einrichtung einer städtischen Ziegen- und Kaninchenzucht in die Wege leiten. Landkreis Gietzen. ^ Grünberg, 6. Moi. Tie hiesige Realschule hat das neue Schllljahr mit 14b Schülern und Schülerinnen begonnen; im ganzen wurden 47 neu ausgenommen, davon in die Sexta 17 Knaben und 20 Mädchen. In dem Lehrkörper trat wiederum eine Veränderung ein, indenr Tlssesior Steuernagel, seither stellvertretender Direktor, und Assessor Walther zum Heeresdienst eingezogen wurden. , a. Göbelnrod, 5. Mai. (Schwindlerin.) Auf die gestrige Notiz im .Gießener Anzeiger" von Allendors (Kr. Kirchhaiu) kann mitgeteilt werden, daß am vorigen SamStag mit deni Mittaqs- zuge eine in Schwesterntracht gekleidete Dame hier ausstieg, bei oen Leuten unter deur Vorwände vorsprach, sie sei vom Großherzog geschickt und sammle Geldbeträge sür verwundete Sanitätshunde. Nebenbei nahm die Schwindlerin auch Butter, Matte und Käse in Empfang. So wird wohl nnt der in Allendorf Verhafteten identisch sein. N. Reiskirchen, 5. Mai. Ein bedauerlicher Falt ereignete sich hier in letzter Nacht. Ein in Urlaub befindlicher Soldat vergrrügte sich auf der Straße mit Schießen. Der Polizeidiener, der nach der Ursache des Schusses sehen wollte, nnrrde hierbei durch einen zweiten Schuß schrver verletzt, so daß er nach Gießen in die Klinik verbracht werden rnußte. Der unvorsichtige Schütze wurde verhaftet. Kreis Büdingen. D Ortenberg, 4. Dücn. Im Hotel zur Post fand gestern die ordentliche Generalversaminlung der LAttvnäre der hiesigen Vorschuß- «»V ÄrebttTaffc statt. Nach brtit ttorltegaibeu Geschäftsbericht Über boä obgcloufenc 42. Geschäftsjahr erreichte feer Jühvesumsatz die Höhe von 3 461198,39 Mark, der Rein- yewrim war 2033,28 Mark höher als in 1914 und betrug 9698,52 Mark, obwohl für mildtätige Zivecke bedeutende Beträge zur Ver- Dgmrg gestellt wurden. Es korinten daher 10 Prozent Dividende auf das Aktienkapital verteilt werden. -Die aus dem Aufsichtsrat «ausschneidenden Herren Stadtverordneten Heinrich Weckesser. August Keltz und 9lugust Meiler lwlrden einstiurmig wiedergewählt. — msi (Dfierrt wurden 15 Kinder aus der Schule entlassen und 13 junge Schickrekruten neu aufgcnonrnren. Kreis Schotten. L. Lardenbach, 3. Mai. Bei dem schweren Gewitter, welches gestern abend 8 V 2 Uhr über unser Dorf zog, schlug der Blich hier und in nächster Umgebung viermal ein, ohne jedoch besonderen Schaden auzurichten. Im Ort schlug der Witz in die Scheune des Landwirts Knötz ein. Da sofort H>ilft zur Stelle war, gelang es, den Brand im Keime zu ersticken. Der Blitz schlug ferner in dem benachbarten Klein-Eichen in einen Apfelbaum. Beim Stockhäuser Hof rist ein Blitzstrahl auf dem Felde in der Nähe eines dastehenden Wagens eine große Furche in einen Acker, und auf der Seenbrncke schlug er in eine Eiche. Der Umkreis dieser vier Blitzschläge betrügt kaum .eine halbe Stunde. Außerdem hat es gehagelt. Schaden ist nicht entstanden. Kreis Friedberg. Bl. Friedberg, 5. Mai. Pfarrer S chneider zu Babenhausen bei Tarmstedt, dem Schwiegersöhne des Geh. Medizinalrats Dr. Weckerling hier, wurde die zweite evangelische Pfarrstelle zu Butzbach übeickvagen. — Tie hiesigen städtischen Obstanlagen stehen gegenwärtig in einer solchen Blütenpracht, wie seit langen Fahren nickst. Schon Mitte April singen die Birnen Und Frühäpfelbäume zu blühen an, und man merkte bei manchen Spät- obstbärrmen, insbesondere Birnen, daß sich Blütenknospen entwickelten. Daß aber Bäume, insbesondere späte Aepfelbämne sich in solchem Maße noch zum Blühen entwickeln konnten, das hätten selbst ältere Pomolvgen nicht erwartet, zumal Mitte April noch kein Blütenansatz vorlianden war. Diese riesige Entwickelung ist geradezu ein Wunder der Natur, und ist lediglich auf die warme Frühlingswitterung in Verbindung mit den: milden Winter zurückzuführen. — Das im Lause dieser Woche aufgetriebene Schlachtvieh betrug ungefähr 46 Stück Großvieh etwa 50 Schweine, sowie etwa 45 Stück Kälber und Hämmel. Diese verteilen sich auf den gesamten Kreis, insbesondere finden Berücksichtigung die Städte Friedberg, Bad-Nauhrim, Butzbach und Vilbel, auch wurden einige Stücke von der stldilitärbehörde nach Mannheim requiriert. Die Verteilung des Viehs geschieht Treuerdings durch die Stadt. ZXBad-Nauheim, 5. Mai. Es sind jetzt schon fast doppelt soviel Kurgäsw !hier als zur gleichen Zeit be£' Vorjahres. Das schöne, wanne Frühlingswetter trägt dc^u bei, die Zahl der alten und neuen Freunde Bad-Naichnms von Tag zu Tag zu vermehren. Die Badehäuser ssind in vollenr Betrieb. In der Trinkkuranlage «haben die Movgvrkonzerte wieder begonnen und ihr lebhafter Besuch ist ein Beweis dafür, daß der Wart der Bad-Naührimer Trinkkuren immer mehr erkannt wird. Durch die Lage Bad-Nauheims in der fruchtbaren Wetteran ist die Versorgung der Kurgäste mit Lebensüntttlu bestens gesichert. Außer Brotkarten bestahlen keinerlei Beschränkungen. Die Einführung von Fleischkarten wird in: Laufe dieser Kurzeit auch nickst erfolgen. — Die Unterhaltungen im Kurhaus boten in dieser Woche viel Abiveckstlung. Professor; Winderstein eröffnete seine beliebten Donnerstags-Sinfoniekonzerte mit einem Beethovenabend unter Mitwirkung des Klavier- virtuosen Otto Weinreich aus Leipzig. Ferner fanden gut be- süchte Gastspiele vom Frankfurter Opern- und Schauspielhaus und vom Darmstädter Ho schrater statt; letzteres mit dem neuen Lothar Schmidtschen Lustspiel „Nur ein Traum". Ein Vortragsabend von Mar H 0 f p a n e r - Vstünchen brachte ein ausverkauftes Haus. Prinz Friedrich Leopold von Preußen Sohn, die fürstlich und gräflich Stolberg-Ro ßla scheu Herrschaften, die Prinzessin Marie zu Dsenburg-Büdingen, die Gräftn Solms-Rödelheim. Admiral von Capelle und Frau General vonMudra sind u. a. zum KurgÄrauch eingetroffen. e. Bad-Nauheim, 5. Mai. Bis zum 4 . Mai 1916 waren 6312 Kurgäste angekommen. Bis dahin wurden 73462 Bäder abgegeben. -- Aus der Wetter au, 3. Mai. Dank des ausgezeichneten Wetters schreitet die F r ü h l i n g s a r b e i t gut vorwärts. Gegen- ttvärtig ist nrcm mit dem Setzen der 'Kartoffeln beschäftigt; Die Frühkartoffeln sind schon am Aufgehen. Bereits werden die Tickmurz- äcker vorbereitet. Einen geradezu vorzüglichen Stand zeigt die Winterfrucht. Das Korn 'hat teilweise schon Aehren getrieben und der Weizen hat sich gut entwickelt. Nicht minder gut steht Gerste irrtb .Hafer und wenn die Witterung einigermaßen günstig -bleibt, steht eine sehrguteErnte in Aussicht. Allerdings hat das günstige Wetter auch das Unkraut sehr gefördert. Besonders die lästigen Disteln treten stark aus und überall ist dasDisteleisen an der Arbeit. Auch dem überall auftreteudeu Hederich wird kräftig mit Spritzen und Kainit zu Leibe gegangen. Was das Grünfutter anbert'stft, so kann gesagt werden, daß »vohl seit Jahren so kein guter Klee wuchs, wie Heuer. Schon holt man ihn heim und bald wird man von Milch- und Fettnot rächt mehr sprechen können. — Die Obstbäume haben ausgeblüht. Gut haben — soweit es sich überblicken läßt — Birnen angesetzt, Auch MrtfchaffNlpfek versprechen eine einigermaßen g:lte Ernte, während bessere Aepfel schlechten Fruchtansatz zeigen. Da es in die Zwetschenblülen regnete, steht eine geringe Ernte in Aussicht. Starkenburg und Rheinhessen. M. Offenbach a. M., 5. Mai. Im Offenbacher Stadtparlament wurde gestern beschlossen, die Beschäftigung von Arbeitslosen beim Waldhof fortzusetzen. Ebenso bewilligt wurde dem Soldaten heim für die Tauer seines Bestehens, längstens aber bis zum 1. Oktober 1916, ein barer Z u schiu ß in Höhe der für den Verbrauch an Wasser, Gas und Elektrizität der Stadt geschuldeten Beträge mit rückwirkender Kraft seit dem Bestehen des Soldatenheims. Auf ein Gesuch der Droschkenkutscher wurde deren Taxe mit Rücksicht auf die teuren Pferde und Ficktermittel um 20—50 Pfg. erhöht. Für eine bessere Er n ä hr u n g der K i n der, die zu 10—2Ö°/p an Unterernährung leiden sollen, werden 50 000 Mk. zur Verfügung gestellt unfr die Verwaltung beauftragt, fdjim jetzt unter Benutzung von vorhandenen Mitteln mit der Frauenkriegshilfe die Organisation zu schaffen inrb demnächst der Stadtverordnetenversammlung zu berichten. --- Mainz, 4. Mai. In: Hause des Oberbürgermeisters G ö t te l m a n n versammelte sich gestern abend eine Anzahl hvch- angesehener Mainzer Persönlichkeiten zu dem bestimmungsgcmäß am 3. Mai stattfindenden „R 0 s e n b r a u t e s s e n". Den Ehrenplatz an der Festtafel hatte diesmal Fräulein Barbara Schätzle, als die 79. Mainzer Rosenbraut inne.' Mit der Feierlichkeit hat es folgende Beivcmdtnis. Am Hofe Napoleons I. in Paris lernte die südfranzösische Gräfin de Brosse den Freiherrn von Eberstein kennen, dem sie später als Gattin nach Mainz folgte. Kurz vor ihrem Tode stiftete nun die Freifrau von Ebersteiu — 1835 — der Stadt Mainz rin Legat von 12 000 Gulden mit der Bestimmung. daß von den Zinsen alljährlich 500 Gulden dem tugendhaftesten Mädchen von Mainz überreicht und der Rest von 100 Gtüden zu einem alljährlich am 3. Mai im Hause des Bürgermeisters statt findende „Rosen braut essen" verwendet werden sollen. Tie eigenartige Stiftung, die einem ähnlichen Brauch in der Heimat der Frau von Ebersteiu entspricht, hat für „ewige Zeiten" Giltigkeit. Gestern kam sie zum 79. Mal zur Anwendung. f Die diesjährige bereits genannte Rosenbraut wurde von einem städtischen Beamten im herrschaftlichen Wagen von ihrer elterlichen Wohnung in der Lauternstrcrße zu dem Essen abgeholt und später in gleicher Weise wieder nach Hause lWgleitet. Während des Mahls wurden der „Rosenbr