Nr. 105 Der Giehever Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Hietzener^amilienblätter; zweimal wöchenll.Kreir- dlattfürdcn Ureis Sichen (Dienstag und Freitag): zweiinal mouatl. Land- wirlfchaftUcheZeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: stirdieSchrötleitnng112 Verlag,Gcschäitsstelleöl Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehen. Annahme von Anzeigen für die Tagesmumner bis zunr Abend vorher. Erstes Blatt |66. Jahrgang 5reitag. 5. Mai *9(6 er für Gver RotationsdruS und Verlag der vrühl'schen llniv.Guch- und Steindruckerei H. Lange. Schriftleitung, Seschästrstelle und vruckerei: Schulstr.7. A e; n g S v r c: ». mouatl. 90 Pi., viertel- jäh rl. Mk. 2.65: durch Abhole- n. Zweigstellen mouatl. 80 Pf.: durch diePost Mk.2.^5 viertel- jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für bea politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichts s a a l: Fr. R. Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen Ein neuer Lusian MTB.) Großes Hauptquartier, 4. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Im Abschnitt zwischen Armentieres und Arras herrschte stellenweise rege Gefechtstütigkeit. Der Minenkampf war nordwestlich von Lens, bei Souchez und Neuville besonders lebhaft. Nordwestlich von Lens scheiterte ein im Anschluß an Sprengungen versuchter englischer Vorstotz. Im Maasgcbiet erreichte das beiderseitige Artillerie- seuer am Tage zeitweise grotze Heftigkeit, zu der es auch nachts mehrfach anschwoll. Ein französischer Angriff gegen unsere Stellungen auf dem von der Hohe „Toter Mann" nach Westen abfallenden Rücken wurde abgewiesen. Am südwestlichen Abhänge dieses Rückens hat der Feind in einer vorgeschobenen Postenstellung Futz gefaßt. * Von mehreren feindlichen Flugzeugen, die heute in der Frühe auf Ostende Bomben abmarfen. aber nur dett Garten des königlichen Schlosses getroffen Hab n. ist eines im Luftkampf bei Middelkerke abgeschossen. Der Insasse, ein französischer Offizier, ist tot. Westlich von Lievin stürzten zwei feindliche Flugzeuge im Feuer unserer Abwehrgeschütze und Maschinengewehre ab. In der Gegend der Feste Vaur wurden zwei französische DoppeÄecker durch unsere Flieger außer Gefecht gesetzt. OestlicherKriegsschauplatz. An der Front ist die Lage im allgemeinen unverändert. * Unsere Luftschiffe haben die Bahnanlagen an der Strecke Molodeezno—Minsk und den Bahnkreuzungspunkt Luni- niec. nordwestlich von Pinsk mit beobachtetem Erfolge angegriffen. Balkan-Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. Frrth of Forth in Schottland sin dessen Hintergrund Rosyth lregt), wo sich ständig englische Kriegsschiffe aufhalten, ist nnt Bomben^belegt worden. Südlich davon hat die grotze Fabrikstadt Sunderland in der englischen Grafschaft Dur Ham, an der Mündung des Wear-Flusfes geleaen, die Wirkungen unserer Luftwaffe erfahren. Sunderland ist, so schreibt die „Köln. Ztg." eine Stadt von etwa 160 000 Einwohnern, hat grotze Eisen- und Glashütten und befindet sich in der Nähe ausgedehnter Kohlenlager. Die Stadt unterhält einen starl>en Seeverkehr mit den nordischen Ländern. In geringer Entfernung, südlich, liegt Hartlepool, das unjern Lesern von dem ersten Besuche deutscher Kriegsschiffe an der englischen Ostküste in Erinnerung- ist. Hartlepool ist mehr 'als Seebad bekannt, hat aber auch eine starke Fischer- flotte und Kohlenbergwerke in der Nähe. Folgt man der Küste bis zur Mündung des Flusses Tees, so kommen gleich die beiden Industriestädte Middlesborough und Stockton, an denl eben genannten Flusse gelegen. Middlesborough ist eine Stadt von etwa 100 000, Stockton eine solche von etwa 60 000 Einwohnern. Als Jndustrieort ist Lttockton bekannt durch seine Damast- und Segeltuchweberei und durch sem Bier. Middlesborough hat verschiedene Eisenwerke und ^s^'4?n^^^öriken wie auch Kohlenbergwerke in der Nähe. Wie Sunderland treiben beide Städte einen lebhaften Handel mit dem europäischen Norden und Osten. Die Küste biegt dann wieder nach Olten um, und die nächstgrößeren Orte an ihr sind Whitby und Scarborough: Scarborough ist ebenfalls von dem ersten Besuch deutscher Kriegsschiffe in England her noch in Erinnerung. , „L. 20" ist verloren. mcf)t durch englische Tüchtigkeit, sondern durch Seenot. Es wurde nach Norden abgetrieben und zerschellte an der norwegischen Küste. Die Besatzung wurde von einem norwegischen Torpedoboot gerettet/ und es gereicht uns zur Genugtuung, daß wir bei dem Angriff weder Menschen eingebüßt, noch daß die Engländer mit ihrer Abwehr irgend etwas erreicht haben. Berlin. 4. Mai. (WTB. Amtlich.) Ein Marincluft- schiffgeschwadcr Hut in der Nacht vom 2. zum 3. Mai den mittleren und nördlichen Teil der englischen Ostküste angegriffen und dabei Fabriken. Hochöfen und Bahnanlagen bei Middelborough und Slockton, Industrieanlagen bei Sunderland, den befestigten Platz Hartlepool, Küstenbatterien südlich des Teesflusses, sowie englische Kriegsschiffe am Eingang zmn Firth of Forth ausgiebig und mit sichtbar g u 1 e m E r f o l g e mit Bomben belegt. Alle Luftschiffe sind trotz heftiger Beschietzung in ihre Heimatsbäfen zurückgekehrt bis auf „L. 20", das infolge starken südlichen Windes nach Norden abtrieb, in Seenot geriet und bei Stovauger verloren ging. Die gesamte Besatzung ist gerettet. Am 3. Mai nachmittags griff eines unserer Marineflugzeuge eine englische Küstenbatteric bei Sandwich, südlich der ThemsemünÄung. sowie eine Flugstation östlich Deal m i t Erfolg an. Auch in der Ostsee war die Tätigkeit unserer Marineflieger lebhaft. Ein Geschwader von Wasserflugzeugen belegte erneut das russische Linienschiff „Slawa" und ein feindliches U-Boot im Moonsund mit Bomben und erzielte Treffer. Ein feindlicher Luftangriff auf unsere Küstenstation Pissen hat keinerlei militärischen Schaden ang.richtet. Eines unserer Unterseeboote hat am 30. April vor der flandrischen Küste ein englisches Flugzeug heruntergeschossen, dessen Insassen von einem feindlichen Zerstörer ausgenommen wurden. Der Chef des Admiralstabs der Marine. _ Die nachdrücklich wiederholten Luftangriffe auf England verfolgen sicherlich einen größeren Kriegszweck, als mancher heute glauben mag. Die englischen Berichte über diese Unternehmungen zeichnen sich meist durch eine außerordentliche Kürze aus; mit ärgerlichen und spöttischen Ausdrücken wurde da öfter amtlich von der Bedeutungslosigkeit der Luftangriffe gesprochen, was in einem heiteren Gegensatz stand zu den mehrere Tage später auftauchenden Schilderungen von Augenzeugen und zu den großen Aufregungen und Vorbereitungen, die sich um die Abwehrmaßregeln handelten. Wir werden später einmal, wenn die Engländer selbst sich offenherziger über die Angriffe unserer Luftschiffe unterhalten werden, erst ein rechtes, vollständiges Bild über die Erfolge unterer Marineflugzeuge erhalten, und es wird sich dabei zeigen, daß sie nicht nur einen militärischen Wert habejn, sondern daß sie an der zunehmenden Verwirrung in England, an der Störung der Organisationstätigkeit drüben, an den Nöten des Kabinetts Asquith gegenüber der Stimmung der Oeffentlrchreit einen ganz beträchtlichen Anteil haben. L-o dürfen wir uns auch über unsere neuesten Luftangriffe auf die englische Ostküste herzhaft freu-en, wenn wir auch idie Einbuße des ,,L. 20" dabei zu beklagen haben. Die Luftschiffe haben diesmal eine nördlichere Richtung ein- ge sch lagen als das letztemäl. Am Eingang des'Firth osForth sind englische Kriegsschiffe „a u s giebig u n d mit sichtbarem Erfolge mit Bomben belegt" worden. Das ist an den Luftangriffen neu und hoch erfreulich. Die englische Flotte, die sich im Norden verkrochen hat, soll beunruhigt und in ihren Verstecken ausgesucht werden. Der Anfang dazu ist gemacht. Der Eingang des' Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbarti 4. Mai 1916. Russische r Kriegss chau pla tz. Nordwestlich von Tarnopol brachten unsere Erkun- dlgnngstruppen einen russischen Offizier und 109 Mann als Gefangene ein. Stellenweise Artilleriekampf. Italic nischerKriegsschau platz. Gegen den Tolmeiner Brückenkopf, den Raum von Futsch und mehrere Abschnitte der Kärntner Front entwickelte dre feindliche Artillerie gestern eine erhöhte Tätigkeit. Im ^rroler Grenzgebiet kam es nur zu mäßigen Geschützkämpfen. Die Gefechte in den Felsriffen des A d a m e l l o t a m m e s zwischen Stablel und Cornodi-Gavento dauern fort. Heute nacht überflog ein feindliches Luftschiff unsere Linien in der Wippach-Mündung, warf hier Bomben ab und setzte sodann seine Fahrt zuerst in nördlicher Richl- tung und weiterhin über dem Jdria-Tal nach Laibach und Salloch fort. Auf dem Rückwege verlegte ihm unser Artillerie- feuer bei Dornberg den Weg. Gleichzeitig von unseren Fliegern angegriffen und in Brand geschossen, stürzte es als Wrack nächst des Görtzer Exerzierplatzes ab. Die 4 Insassen U.ud tot. Mehrere eigene Flugzeuge griffen gestern die italie- nischen Lager bei Messe an und kehrten nach Abwurf zahlreicher Bomben und heftigem Luftkampf wohlbehalten zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Ruhe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Fekdmarschalleutnant. zwei Personen leicht verwundet, zwei getötet. Ms 'die Luftschiffs in Len Bereich unserer Abwehrgeschütze kamen, kehrten sie sofort um. Nach weiteren Berichten wurden noch zwei Männer und eine Fran verwundet. In Deal wurden zwei Häuser ernstlich beschädigt, mehrere Fensterscheiben zerbrochen. Unterhaus teilte Mac K e n n a mit, daß ein Zep - Pel in Inder letzten Nacht die Ostküste Schottlands über st o gen habe, der Bomben ans das flache Land ab warf, ohne jedoch Schaden an Eigentum oder Menschenleben anzurichten. Der Verlust des L. 20. S t a va n g e r, 4. (WTB.) Meldung des Norwegischen Telegrammbureaus. Dar, Luftschiff „L 20" wurde heute vormittag gegen 10 Uhr über dem südlichen Teil der Jaeder-Küste ziemlich nahe dem Lande gesichtet. Es flog langsam nordwärts, und ram der Küste immer näher-, bis nach deni Hafsfjord. wo es aus das Wasser niederging. Der Zeppelin ist anscheinend beschädigt, ^on Molde aus wurde alles versucht, um Hilfe zu bringen. — f erner ergänzenden Meldung trieb der „Zeppelin" gegen eine FeISkuppe;„ das Achterschiff brach direkt vor der hinteren Gondel und stürzte herab. Die Rettung des Schisses war unmöglich; cs brach mitten durch und stürzte in den Hafsfjord. Ein Torpedoboots, welches längs der Küste folgte, rettete die Das vollständig wrakgewordene Luftschiff trieb im westlichen .veile des Hassfjord unmittelbar bei der Mündung ms Meer. Der Chef des Westerlehmsck>en Regiments, Oberst Johann, e n, teilt, mit: Ter Zeppelin „L 20" ist heute nach- mittag an der Westseite von Hafsfjord an Land getrieben und dort verankert worden. Er wird von Militär bewacht Ereignisse zur S«(e. Am 3. nachinitta-s hat ein Sceflugzeug-Ge- chwader Bahnhof, Schlvefelfabrik und Kaserne in Ravenna mit Bomben belegt. Gute Wirkung allenthalben in der ^chwefelfabrik und am Bahnhof beobachtet Von zwei Abwehrbatterien heftig beschossen, sind alle Flugzeuge unversehrt zurückgekehrt. « Seit stieß eine Rekognoszierungs-Torpedo- flottttle südöstlich der Poomundung auf vier feindliche Zerstörer. ES entspann sich ein erfolgloses Feuergefecht auf großer Drstanz, da die überlegene Geschwindigkeit des Feindes em Naherkommen nicht zukieß. Mehrere Flugzeuge beteiligten sich an dem Kampfe, die auch die feindlichen Tov- pedofahrzeuge mit Maschinengewehren beschossen. Flottenko mmando. Die amtliche englische Darstellung. London, 4. Vdai. (WTB.) Amtlich wird mrtgitteitt: Fünf oder sechs Luftschiffe, vielleicht auch mehr, griffen gestern nacht an verschiedenen Punkten Schottland und die Nvrd- küfte von Norfolk an. Nur zwei konnten in das Innere ein- trrngen. An hund^ert Bomben wurden abgeworsen weist auf weit auseiuanderliegende Oertlichikeiteu. Die meisten vielen auf unbewohnte Bezirke oder in die See. Nur an einem Orte lvurdc einiger erheblicher Schaden angerichtet. Dort wurden sechs Männer und drei Frauen getötet, neunzehn Mäim-er und acht Frauen verwundet und achtzehn Häuser beschädigt. An einer anderen Stelle wurden nur Das neue englische Wehrpfiichtgesetz. London, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Im Unterhause hat Asquith das neue Wehr Pflicht ge setz eingebracht, das die Bestimmungen der am 27. April zurück-- gezogenen Bill mit dem Zusatz des Zwangsdienstes für die Verheirateten zwischen dem 18. und dem 41. Lebensjahre enthält. Die Besttmmung wird erst einen Monat nach der Llnnahine der Bill in Kraft treten, um den Leuten zu emnög- lichen, sich fteiwillig einschreiben zu lassen. Ein Sondervor-' behalt für gedient" Leute ist vorgesehen, die nicht sofort gebraucht werden. Diese können zu ihrer bürgerlichen Beschäftigung zurückkehren, bis sie einberufen werden. Die erste Lesung des We'hrpflichtgesetzes ist einstimmig angenommen worden. _ Redmond zollte im Unterhause dem Staatssekretär für Irland, Birrell, warme Anerkerrnung und erklärte,, er teile die Ansicht Mrrells, daß keine wirkliche Gefahr des Ausstandes in Sicht gewesen sei. Seine Meinung hätte Birrells Politik vielleicht beeinflußt. Redmoud wie Carson empfahlen dringend, die große Masse der Rebellen nicht mit allzugroßer Härte zu bestrafen. London, 4. Mai. (WTB.) Meldimg beä Reutersckien Bureaus : Im U nterhause jagte B a n b u r y (Unionist) mit Bezug auf Asquith,s ^Erklärung, es befänden sich 83 Divisionen im Felde die zusammen 1 660 000 Manu park se-en. Asquitb umerbrach den Redner und bemerkte, daß eine Division auf 25 000 Mann geschätzt merben könne. Burnes (Arbeiterpartei) sagte, er würde gern ür das Dicnstvflichtgesetz stimmen. Er fei zwar im Prinzip nicht ür den Zwang, aber abstrakte 'Erwägungen kämen nicht in Betracht, wenn es gelte, Männer aufzutreiben, die nodvendig seien, nur den Krieg zu gewinnen. Wenn das !Land die gewaltige Größ» der ihm ge,teilten Aufgab'en begriffen hätte, hätte es die Dienstpsticht schon vor anderthal'o Jahren eingeführt. Die Mehrzahl der Arbeiter wünsche, sich in dieser Krisis nicht von den anderen Klassen zu ,cheiden. Der Aufstand in Irland. London, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Lord French be- richtet, die Lage m I r la n d sei ruh-g: das Einsammeln der Waffen m Dublin und die Verhaftung flüchtiger Aufständischer mache be- triedigende Fort,chritte, die strengen Absperrungsmaßrogeln würden noch aus:cchterhalten. Die Aufständischen hätten die Polizeiba'-acken in Oranmere bei Gatway angegriffen, die Polizei hätte aber stand- gehlalten, bis sie befreit wurde. Der Süden Irlands sei ruhig und kehre zu geregelten Verhältnissen zurück. Die Lage in Ulstckr sei normal. Eine amerikanische Acußerung über Englands Mißerfolge. New P o r k, 3. Mai. Funkspruch vom Vertreter oon WTB Die stark alliiertenfreundliche „Tribun e" bringt einen werten Leitartikel über Englands Mißerfolg e. Dar- Blatt sagt: In militärischer Hinsicht ist die Kapitulatioil der brittschen Armee in Mesopotamien ein ganz nnbedeut-ender Einzelvorfall des Weltkrieges, aber seine Wirkimg ans Englands Prestige in der Welt und aus die vertrauensvolle Stimnnmg des britischen Volkes in der Heimat kann kaum unterschätzt werden. In dem Augenblick wo Dublin in Asche liegt mrd durch den irischen Aufstand die verhängnisvolle Smnlosigkcit der brittschen inneren Politik urtage tritt, kommt die unsinnige Aussendung einer Armee zu sicherer Vernichtung und llebergabc nicht an die Deutschen oder Ocster- revcher, sondern an die Türken. Auf Gallipoli folgt Kut el Amara Was die Russen am oberen Euphrat an Presttge für die Mliierten gewonnen haben, haben die Briten in Mesopotantten und Irland wieder vergeudet. Dies gereiäst allen Mliierten zum Sckmden. aber der Verlust an Prestige, den England selbst in der Welt erleidet, kann gar nicht hoch genug ciugeschätzt werden. Das Blatt nimmt dann aus die brittschen Mißerfolge bei Mons. an der Marne, bei Ypern, bei Loos, im! irischen Mifftand und bei dem Streit um die Wehrpflicht Bezug wrd sagt: Die britische Regierung kann der Lage nicht Herr werden, wiül sie sie nicht begreift, !veil sie dm Tatsackren glicht gerecht wi'rden kann und \v:\[ sie nur yi red-m, versteht. L-ic hat das britische Volk jahrelang vor dem Kriege belogen. Sie hätte sich fast ganz und gar um den Krieg herum- gelogen lind Frankreich untergehen lassen, und sie hat seither nicht ausgehört zu lügen. ..Tribüne" vergleicht sodann die Verhältnisse in Frankreich und England und hemertt dazu: In Frankreich redet inan von! der Stärke Deutschlands, uxum man aber bic brittschen Zeitungen liest, so muß inan den Schluß ziehen, baß Deutschland am Der Hunger» und Bankerott ist, daß das deutsche Bolk auf dem Punkte steht, Norden: sich zu erheben, um den Kaiser zu vertreiben und Asquith und Grcy an seiner Stelle die Krone an-itbielen. Man liejt von mtgeblich.'n britischen (Erfolgen, die in Wirklichkeit Niederlagen waren. Man erfährt, wie die Engländer Frankreich und Rußland errette« haben und dabei sind, Belgien qu retten. ll:ü'dokrieg durch ein Wunder gewonnen werden wird, weil die Deutschen böse Menschen ! seien. Tic Männer, die sich gestern wxh für fähig hielten, dü Welt zu regieren. küitnen jetzt nicht England und Irland, noch nicht einmal Wales in dar Stunde der höchsten Krise regieren. Ein ganzes System ist in England zusammengcbrochen. Eine Randvoll unbedeutender und eigennütziger Politiker hat lange Zeit die Macht über die Völker gehabt, und hat cs fertiggebracht trotz ihrer Mißerfolge, die sic in Frankreich an den Latcrnenpsahl gebracht haben würden, sich diese Macht zu erhalten. Sic haben das britische Volk betrogen, und das Ergebnis sieht man in Flandern, irl Ästen und in der ganzer: Welt, und cs kommt jetzt auch in Irland zum Vorschein. * * * Der türkische Bericht. Berlin, 4. Mai. lagen zu schassen, aus denen der Friede ausgebaur werden könnte. Die welthistorische Aufgabe Amerikas scheint zu sein: Es erkläre nicht nur, daß es sich mit aller Gntschicoenhät gegen den deutschen Tauächootkrieg wende, sondern mtt der gleichen Gutschiedenheit erkläre cs England, dab Amerika die Hand zum Aushungerungskrieg gegen Deutschland nicht biete und aus seinem Rechte bestehe, die Einfuhr n:cht gebannter Wären nach Deutschland ohne Englands Benachteiligung durckzuführen. Erklärt sich Deutschland zur Beendigung des ^auchboottrieges unter der erwähnten Bedingung bereit, und ist Amerika gewillt, auf dem Rechte der Ausfuhr nicht gebannter Waren zu bestehen, so ist der Krieg zu Ende. Den Kriegführenden ottebe nur Eines, worauf die Völker lange warten, daß sie sich -» besannen, wie endlich diesem unseligen Kriege ein Ende gemacht werden könne. Die Alandsfrage. _ Stockholm, 4. Mai. (WTB.) Der in der Alands- -frage von Professor Steffen eingebrachten Interpellation hat sich die erste schwedische Kammer mit ' ' gegen 52 Stimmen angeschtossen. Me Blätter bespreche:: die Interpellation ausführlich, wgar die liberale Zeitung „Stockholms Tidningen" stellt fest, hast es ein starkes schwedisches Interesse sei, daß auf den Alandsinseln keine dauernde:: Befestigungen anq-ebracfit werden dürfen. der Seekrieg. Die englische Anmaßung zur See. . Kopenhagen, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Tie „Na- tronal Tioende" meldet: Letzter Tage aus England hier eingetrof- fene K o h l c n d a m p f e r musste:: sich zu R ü ck f r a ch t e n ver- Pflichten. Nach der Mitteilung eines davon bettoffenen Reeders fordert England keine bestimmten Ladungen, sondern gestattet aus Schweden und Norwegen .Kiesel, Holz, Erz und Stückgut mitzu- nehmen. Auf;erden: wird über eine Erleichterung der sehr drastischen Bedingungen mit England verhandelt. * London, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Wie aus Jersey gemeldet wird, ist der S ch o o :: e r „M a u d" von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden. Haag, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer amtlichen Mitteilung hat die Untersuchung des Marine-Departemeuts über die Versenkung des niederländischen Schisses Ber- ke l ft r o o m" in der Nordsee ergeben, daß das Schiff' durch zwei deutsche U-Boote am 24. April morgens um 4 Uhr 45 Mrnuten angehalten wurde. Nach den Schiffspapieren bestand die Ladung aus ungefähr Ml) Tonnen, darunter Strohpavve, Kätao und Fisch m. Ter Bestimmungsort des Schiffes war London TaS Sä in wurde ctrva aus Abstand von vier Seemeilen von einem der Unterseeboote mit drei scharfem Schüsse:: gewarnt. Nachdem das wd,nT angchaltem hatte, wurde auf das Signal eines der Unterseeboote ein Boot abgeschickt, mit die Säffffs Papiere zu zeigen Nach einer Untersuchung beschloß der Kommandant des Untersee- iwttj, das Schiff zum Sinken zu bringen iuit> signalisierte: Verlasset so schnell wie möglich das Schiff! Daraus ging die gesamte Bemannung mib der Kapitän in die Boote. Das zweite Unterseeboot machte sich daran, das Schiff zmn Sinken zu bringen. Ter Kommandant des U-Bootes erbot sich, die Boote nach dem Noord- hindcr Leuchtschiff zu schleppen. Aber nach einer Viertelstunde Fahrt näherte sich ein feindliches Flugzeug das das Icheppende Unterseeboot augriff. Das Unterseeboot tauchte. Das Schlepptau wurde abgebrochen. Aber cs blieb am Untersecbvo« hangen und die Trosse mußte abgeschnitteu werden, damit die Boote nicht :n die Tiefe gezogen würden. Darauf segelten die Boote nach der englischen Küste und wurden um 10,15 Uhr durch ueu britischen Kreuzer „Penelope" ausgenommen Aus dem Reiche. Seife. Berlin, 4. Mai. (WTB. Amtlich.) Um entstandene Zweifel über die Auslegung des § 1 Ansatz II der Ausführungsbestimmungen zu der Bekanntmachung über den Verkehr mit Seife usw. vom 18. April 1916 zu beheben, ist durch eine heute im Reichsgesetzblatt veröffentlichte Bekanntmachung eine Neufassung der Bestimmung vorgenommen worden. Danach darf Seife währeno-ides ganzen Monats gegen Vorlegung der für den 22. Tag des betreffenden Monats gültigen Brotkarte abgegeben werden. Futtermittel. B e r l i n, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) DieBezugs - Vereinigung der deutschen Landwirte, Berlin W. 35, K r a f t f u t t e r m i t t e l a b t e i l u u g, weist auf Grund der Bundesratsverordnnng vom 1. Mai 1916 darauf hin, daß sich ihr Ueberlassungsverlangen nunmehr auch auf alle solchen Futtermittel der ihrem Anforderungsrecht unter worfenen Arten erstreckt, die aus ausländischen Rohstoffen im Inlands hergestelU sind, ebenso auf alle Mischsntter, die irgendwelche Bestandteile solcher Waren enthalten. Die Eigentümer solcher Futtermittel werden ersucht, sie der Bezugsvereinigung ohne Verzug brieflich anzumelden. Jeder freihändige Verlauf und die Ablieferung ans noch unerfüllte Verträge ist strafbar. Stcuerberatungen in Bayern. München, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kam- mer der Abgeordneten hat sich in ihren letzten Sitzungen mit Steueranträgen beschäftigt. In der heutigen Sitzung lehnte sie einen Antrag der Sozialdemokraten betreffend die Einführung der Vermögenssteuer in Bayern und betreffend die Einführung von Zuschlägen zur Einkommensteuer auf größere Einkommen ohne entsprechendes Vermögen ab. Dagegen fand ein Antrag der Liberalen auf Fortführung der Reform der direkten Steuern und ein auch von: Finanzminister v. Dreunig lebhaft befürworteter Antrag des Zentrums Annahme, der die Staatsregierung ersucht, mit allem Nachdruck im Bnndesrat darauf hinzuwirken, daß bei der bevorstehenden Erschließung neuer Einnahmequellen im Reiche jeder weitere Eingriff der Reichs- gesetzgebung auf dem Gebiete der- direkten Besteuerung von Vermögen oder Einkommen vermieden uird so den Bundesstaaten die Möglichkeit, auch zukünftig wichtigen kulturellen Aufgaben gerecht zu werden, ungeschmälert erhalten bleibe. * ' Mai. (WTB. Amtlich.) In seiner Sitzung vom 4. Ma: hat der B u n d e s r a t zu der Bekanntmachung betreffend die Ausführung dech§ 8 des V e r s i ch e r u n g s - gef e tzes ffür Angestellte vom 9. Juli 1913 (Reichs- gesetzbuch, S. 571) beschlossen, daß von der Bersicherungs- pslicht nach dem Versicherungsgesetz für Angestellte befreit ble:ben Dienstleistungen von Angestellten, die durch Stellenlosigkeit in gemeinnützigen Schreibstuben oder in Verpsle- gungSstationen oder in ähnlichen Wohltätigkeitsanstalten während eines verhältnismäßig geringen Zeitraums des Kalenderjahres beschäftigt werden, auch wenn ihnen eine Geldentschädigung gewährt wird. Berlin, 4. Mai. WTB.» In der heutigen Sitzung des ,B uu de s retes gelangten zur Llnnahme: Eine Aendcrung der Grundsätze für die Besetzung vo r: B e a m t c n st c l l e n mit Militäranwärtern, der Entwurf einer Bclänntmachung betr. Ausführung d-es ^ 8 des Vers ich e ruug s g e setzcs für Auge- stellte mrd der Euwurf einer Bcwnntmachung über das Verbot des Mal z Ha ndels. Dre Tabaksteuer im Aurschuft. B e r l i n, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der S t e u e r - a usschuß des Reichstages Hut die erste Lesung des Tabaksteueraesetzentwurfs begonnen. Der Staatssekretär des R e i ch s s ch a tz a n: t s führte u. a. aus: 5)ier handelt es sich um die einzige Verbrauchssteuer unter den verschiedenen Vorlagen. Dia sollte der Reichstag sich durch die Stimmung in Interessentenkreisen nicht irre machen lassen. Die Finanzlage des Reichs erfordert dringend neue Einnahmen, mrd die verbündeten Regierungen legen aus das Zustandekommen des Gesetzes den größten Wert. Berichterstatter Abg. Molkenöuhr (Soz.) bekämpfte die Vorlage aus wirtschaftlick>en und sozialen Gründen. Mittlere und kleinere Existenzen würden in großer Zahl zugrunde gehen. D:e Arbeiter würden sehr leiden. Mitberichterstatter Abg. Dr. Haas (Fortschr. Volksp.) bestätigte dem Staatssekretär, daß die größeren Fabrikanten recht uneinig seien. Sie hatten ::: erster Linie an die eigenen Interessen geoacht. Der Redner erörterte, ob sich nicht die Einführung einer Banderole empfehle, vielleicht ohne Markensystem. Der Verttet-er der Deutschkonservativen sprach sich grundjatzlich für das Monopol aus, für das gerade die Sozialdemokraten eiutreteu müßten, wenn sie höhere Löhne ansttebten. Bern rinderte das Gesetz die Zahl der Zigarren- Händler, so wäre das kein Unglück/es gebe viel zu viele und d:e könnten, insbesondere nach dem Kriege, nützlichere Arbeit leisten. Im übrigen stellt er sich auf den Boden der Vorlage und wünscht möglichste Berücksichtigung der in Frage kommenden Interessen. Einem Zentrumsredner kommt es vor allem darauf au, daß die Steuer nicht von einer kleinen Mehrheit gemacht werde, die dann von der Minderheit agitatorisch angegrissen werde. Auf Zurrffe der Sozialdenwkrate:: erklärt er, daß er an diese Partei dabei gar nicht gedacht habe. Wenn die Steuer nicht von einer großen Mehrheit oder fast vom ganzen Reichstage gemacht werde, würde das Zentrum sie auch nicht machen. Die Deutsche Fraktion spricht sich für die Vorlage aus. Ein nationalliberaler Abgeordneter wünschte, daß die Steuer dem Reiche möglichst viel ein- bringen, die Industrie, den Handel und die Arbeiter möglichst wenig schädigen und auch die Verbraucher nicht allzusehr belasten solle. (Zuruf: Seid umschlungen Millionen') Der dem Reichstage als Sozialdemokrat angehörende Vorsitzende des T a b a k arb e i te r v e r b a des schließt sich den Vorrednern insofern an, daß, wenn schon die Steuer gemacht werden müsse, dies allerdings besser'jetzt wie spater geschehe, lveil jetzt weder Arbe:tslos:gke:t, lwch große Lagecdestände vorhanden, noch eine umfangreiche Vorversorgung möglich wäre. Aber gleich den anderen Rednern seiner Partei lehnt auch er die Vorlage cn:s den bereits oben wiedergegebenen Bedenken ab. Der R e i ch s s ch a tz s e k r e t ä r erwidert, daß schon nach den früheren Tabakfteuererhöhungen sowohl die Zahl der Ar- better als auch ihre Löhne gestiegen seien. Unregelmäßig- leiten waren hauptsächlich aus die Vorversorgung zurück- znflihren. Auch dem Reich-ssckmtzsekr ttär liegt sehr viel daran, daß jetzt in Kriegszeiten Steuern möglichst einmütig vom Reichstage angenommen würden, wie dies in England durchaus der Fall gewesen sei. — Die Weiterbera- tung wurde auf Fieitag nachmittag vertagt. Aus Hessen. T a r m st a d t, 4. Mai. Der erweiterte Erste Aus - schuß der Zweiten Kammer setzte heute seine Be- rattingeu fort. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden auf Anregung Großh. Negierung in die verschiedenen Zweigstellen der Landeszentrale für die Lebensmittelverteilung Vertreter des Kriegsausschusses delegiert, und zwar wurden gewählt als Delegierte der Landeskartoffelstelle 2lbg. Mol- than, als Stellvertreter Abg. Breitenbach, der Landesfleisch- jtelke: Abg. Ulrich, alS Stellv. Abg. Dr. Fulda, der Landesverteilungsstelle für Futtermittel: Abg. Uebel, als Stellv. Aba. Lang, der Landesvertcilungsstellc für Butter: Abg. Heerdt, als Stellv. Abg. .Henrich. Auf eine Anregung des Abg. Brauer erörterte die Großh. Regierung die Gründe, me zum Verbot der Hausschlachtungen jührten. Gegenüber den von verschiedenen Mgeordneten gccmf;erte*t Bedenken, daß ein auch zeitlich unbeschränktes Verbot der Hausschlachtungen leicht zur Einschränkung der Schweine- 3 T ia R kehren könne, sagte Großh. Regierung eine nochmalige Prüfung der Frage zu. In Ergänzung der Ausfirhlrungen :n der gestrigen Sitzung gab Großh. Mgierung die Maßnahmen zur Verminderung zu großen Wildstandes bekannt und beantwortete eine Anfrage des Abg. Dr. Fulda wegen der Verwendung des Fleisches der abgeschossenen Sauen oe^.' Großh. Wiloparks. Die Vorstellung des Darmstädter Kons umen ten-Ans s chu s s cs, Getreide preise betr., über 'welche Abg. Henrich Bericht er,tattele, wurde, nachdem der Re- g:erungsvertreter eine Entscheidung des Kommunalverbands harmstadt in derselben Angelegenheit mitgekeilt hatte, für eine spätere Sitzung vertagt, ebenso die Beratung des Antrags Tr. Osann in Verbindung mit der Vorstellung der Hausbesitzervereine. Aus Staöt und Lnnd. Gießen, 5. Mai 1916. Baut Oelpflanzen! Man schreibt uns: Schon vor dem Kriege konnte mau die bedenkliche Tatsache wahrnehmen, wie Deutschland beim Bezüge von Oelen mehr und mehr in Abhängigkeit vom Auslände geriet. Heute empfinden wir den Aushungerungsplan unserer Feinde am meisten in dem Mangel an Fetten und Oclen. Wie diesem Notstände abgeholfen, vielmehr für die Zukunft vorgebeugt werden kann, das ist eine Aiifgabe, der wir viel mehr Aufmerksamkeit eutgegenbringen sollten und die weite st geh Ans einer Reihe von Beispielen wurde erwiesen, daß unsere Feinde erst von da an uns achteten, als sie uns wirklich kennen lernten; daraus ergibt sich für die Erziehung die Aufgabe, aus nationale Charakterfestigkeit zu dring?»». daß wir unsere deutsche Art zeigen auch vor den Fremden. — Auch vom religiösen Erleben wurden ergreifende Zeugnisse geboten und die Notwendigkeit auch für die Frauen betont, dieses tiefste, hehrste Erleben der gewaltigen Zeit, in der die Grundlage unserer Zukunft geschmiedet wird, zu kräftigen und zu vertiefen. — Tie ganze i nner e Mobil ma chu ng der Geister frisch und stark zu erhalten, das ist wesentlich der deutschen Frauen Pflicht und Werk und Ehre. ** Waldbrände. Mit Rücksicht aus die bei trockener Witterung bestehende Gefahr her Entstehung von Waldbränden Macken wir darauf aufmerksam, daß es verboten ist, mit irnver-, wahrtem Feuer oder Licht einen Wald zu betreten, oder sich diesem zu nähern, oder in der Nähe eines Waldes Feuer anzuzünden. ** Das heutige Kreisblatt enthält folgende besonder? zu beachtende Bekanntmachungen: Verbrauchsregelung mit Zucker für den Bezirk der Landgemeinden des Kreises Gießen; Zuckerausfuhrverbot aus dem Kreise Gießen; Bekanntmachung über die Verpflichtung zur Abgabe von Kartoffeln, Verwertung der Weiß- dornsrüchte zu Volksernährungszwecken. "* Der Verkehr mit Wild und Geflügel, sowie die Absorderung der Gerste werden durch Bekanntmachungen in unserem Anzeigenteil geregelt. ** Papier, Früchte, O b str e st e und sonstige Abfälle sollte man nicht aus Bürgersteige und Straßen werfen. Hierdurch nerden die Straßen verunreinigt und Gefahren für die Passanten hervorgernsen, die durch Ausgleiten aus Obstresten und dergleichen zu Falle kommen und sich erheblich verletzen können. (Siehe amtliche Bekanntmachung.) Landkreis Gießen. U Lau q-Göns, 4. Mai. Trotz der guten Verpflegung hier e n t w i ch gestern nacht ein hiesiger gefangener Russe. Anscheinend hatte er keine Lust zur Arbeit. — Rodheim bei Hungen, 5. Mai. Ter Reservist Otto, Nagel von hier, bei der 8. Kompagnie Jns.-Rgt. 116, erhielt für' erwiesene Tapferkeit bei der Erstürmung des Forts Douaumont das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Nagel wurde 511 Beginn des Krieges schwer verwundet, rückte aber Weihnachten 1914 wieder ins Feld. Kreis Büdingen. 1\- Büdingen, 5. Mai. Der Reservist Trent erhielt die Hessische Tapferleitsmedaille. — In der Heimat bestattet wurde gestern der im vorigen Jahre in Rußland gefallene Kriegsfreiwillige Henrich, Sohn dÄ Fürstlichen Revierförstms .Henrich. .ft G l a u berg . 5. Mai. Tic Hessische Tapferkeits medaille erhielt der Pionier Me i ß n c r. # Haingr ün da u, 5. Mai. Tas Eiserne Kreuz erhielt der Wehrm-cmu Mohn. Kreis Lauterbach. -ü- Gunzen au, 5. Mai. Zu den rvenigen Dörfern, von bcircn der Krieg iwch keine Blutopfer gefordert hat, zählt auch daS unsrige. Etwa 40 Kämpfer hat es hinausgeschickt, und bis jetzt lwt ein gütiges Geschick sie vor dem Tode bewahrt. Nur einer von ikmeu, der Freiherrlich Riedeselsche Förster Georg Böger, wird seit längerer Zeit als vermißt bezeichnet. -ü- S alz, 5. Mai. Wiederum lut der Krieg ein Opfer ans unserer kleinen Gemeinde gefordert und zwar .Heinrich Berlin g, Sohn des Landwirtes Johannes Berting. Kreis Schotten. e. N u v p e r t s b u r g, 5. Mai. Dem Wehrmann Adolf Lehr, Feld-Art.-Regt. 63, wurde die Hessische Tapferkeit s m e d a i l l e verliehen. = Ulfa, 5. Mai. Pfarrer Bock wurde nach l^jähriger Tätigkeit in unserem Dorfe nach Rh ein Hesse»! versetzt. E. Wetterseld, 5. Mai. Die in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai d. Is. aus dem Wetterülder Gcsnureueulager entwich e u e u 4 französischen Gefangenen sind bereits in Tartustadt wieder ergriffen und daselbst interniert ivordeu, so daß ihre geplante Heimreise eine unliebsame Unterbrechung erfahren hat. Kreis Friedberg. Butzbach, 5. Mai. Heute bewegte sich durch unsere Stadt ein großer Trauerzug, wie er lange Zeit hier nicht gesehen wurde. Leutnant der Reserve Flock vom Infanterie-Regiment Nr. 81 war im Feldlazarett am 17. April an den Folgen seiner schweren Verwundung gestorben. Die Leiche war ans dem Friedhof Arzanncs bestattet und wurde nach hier überführt. Eine Ehrencompagnie des hiesigen Bataillons, der Miegerverein und der vereinigte Männergesangverein schritten dem Leichenwagen voran. Pfarrer Loos hielt eine kernhaste Audackcksrcde. Alsdann sprach der Vorsitzende des Krieg er Vereins. Medizinalrat Tr. Vogt, dem Verstorbenen den ihm gebührenden Dank aus, indem er gleichzeitig allen Gefallenen und Kämpfern dabei gedachte Kränze wurden niedergelegt von der Studentenschaft „Burschenschaftt^-Gießen, dem Lehrcot- legium in Bingen, von der lausmännisäien Schule Bingen, Bottsbild ungs Verein Bingen, dem Lehrerkollegium der hiesigen Realschule. Flach war Oberlehrer, Professor, in Bingen a. Nb. und daselbst wohnhaft. Er 'ist der Sohn des hiesigen Bürgermeisters Flach und war ein allseitig beliebter echter deutscher Mann in hiesiger Gemeinde, dessen Verlust Idie Gemeinde in tiefe Trauer versetzt hat. Starkenburg und Rheinhejscn. n. Darmstadt, 4. Mai. Tie heute Abend abgebaftene Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich neben zahlreichen anderen Punkten, auch mit der Vorberatung des Voranschlags für 191 6. Ter Voranschlag schließt mit 9 928 340 Mark in Einnahme und Llusgabe ab. Hiervon entfallen 453 600 Mark auf das Vermögen, die ganze übrige Summe auf die Verwaltung. Tie Ausgaben der letzteren weisen gegen oas Vorjahr eine Steigerung um 200 410 Mark aus, die Verwaltungseinnahmen ca gegen eine Verminderung von 199 390 Mark. Im Ganzen liegt eine Verschlechterung gegen das Vorjahr um 722 000 Mark vor, sodaß mit den beiden vorgenannten Summen für 1916 Deckungsinittel für einen Fehlbetrag von 1121800 Mark zu beschaffen sind. Zur Deckung dieser, Summe sollen nach dem Vorschlag der Verwaltung und des Finanzausschusses durch Entnahme ans dem Ausglerchsonds der Stadt 650 000 Mark und durch erhöhte Umlagen 471 800 Mark beschafft werden. Es muß daher eine Erhöhung des Ausschlagssatzes für die E i rt 1 0 tu nt c n u m 120/0 also von seither 128,40/0 auf 14 0,4 0/0 und für die Vermögenssteuer,um 2,1 Pfennig, also von 24.6 Pfennig a u f 2 3,7 Pfennig für je 100 Mark Vermögen ein treten. Dabei ist' vorgesehen, daß d« Einkommen bis 900 Mark ebenso, wie bei der Staats- sleucrerhühung, von dieser Erhöhung befreit bleiben solle»:. Kreis Wetzlar. ra. W e tz l a r, 4. Mai. Die Rote Kreuz-Medaille 3. Klasse ist verliehen worden den Schwestern Lydia Eckhardt, Ella Grote, Hedwig Löhr, Anna Rost, Elisabeth Hoch- Netter, den Ordensschwestern L u c a, geb. Altgott, Epiphania, geb. Kemps, Evern oda, aeb. Weber hier, den Schwestern Bertha L a u t e r b a ch , Elise D r e s s e l in Brauniels nub Martha Fachs in Ehringshausen. — Die Schlußrechnung der Kreis- s p a r k a s s e zeigt auch im zweiten Kriegsjahr ein erfreuliches Bild mit einer Gesamtspareinlage von 13210156 Mk. Der Reservefonds ist jetzt auf 1348 095 Mk. angewachsen, gewiß ein ansehnliches Sümmchen. Hessen-Nassau. e. Frankfurt a. M., 5. Mai. Im Zoologischen Garten ist am Sonntag der Eintrittspreis bis l Uhr auf 30Pfg. (Kinder 20 Pfg.) und das' Aquarium mit den Reptilienhäusern aus 20 Pfg. ermäßigt. Ilm 1 Uhr wird der Garten für die Vormittagsbesucher geschlossen und von da an kostet eS 1 Alk. (Kinder 50 Pfg.) für den Garten und 50 Pfg. (Kinder 20 Pfg.) für das Aquarium. Nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr finden Konzerte des Frankfurter Orchester-Vereins statt. — Bad Homburg v. d. H., 4. Mai. Tie Ka rs erä n traf heute abend kurz nach 7 Uhr im fahrplanmäßigen D-Zug von Kassel über Friedberg liier ein und nahm im Schloß Wohnung zn längerem Aufenthalt. In Kassel war die Kaiserin bereits l-eutr früh 6 Uhr von Berlin ein ge troffen und verweilte dort bis gegen 4 Uhr »rachmittags. Israelitische Religionsgemeinde. Sgmstag, den 6 . Ata» 1910' Vorabend: 8.30 Uhr — Morgens: 8.30 Uhr. — Abends: 0.10 und 9.45 Uhr. Jrraelitijche Neligionrgesellschaft. Sabbatseier am 6 . Mai 1916: Freitag abend 8.10 Uhr. — Samstag morgens 8.30 Uhr. — Nachmittags 4.00 Uhr. — Sabbatausgang 0.45 Uhr. — Wochengottesdienst morgens 6.00, abends 8.30 Uhr. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 6. Mai 1916: Weitere Zunahme der Bewölkung. Zeitweise leichte Niederschläge etwas kälter. ___ Letzte Nachrichten. Die Ueberreicknug her Note an Amerika. Berlin, 5. Mai. Die „Voffische Zeitung" berichtet: Unsere Antwort an die amerikanische Negierung ist, wie wir erfahren, gestern abend dem amerikanischen Botschafter, Herrn Gerard, übergeben worden. Der Botschafter stattete gegen halb 6 Uhr dem Staatssekretär Herrn von Jagow im Auswärtigen Amt einen Besuch ab und bei dieser Gelegenheit wur!>e ihm das Dokir- ment überreicht. Es wurde sofort nach Washington gekabelt. Einem unserer Mitarbeiter gegenüber, der nach der Ueberreichung der Note Gelegenheit hatte, Herrn Gerard zu sehen, zeigte der Bopchafter eine zuversichtliche und gute Stimmung. Er hat gestern abend das Deutsche Theater besucht. Der Reichskanzler, 5>err von Bethmann Hollweg, hat gestern nachmittag 6 Uhr die Mitglieder des Bundesrates empfangen und ihnen Mitteilungen über die Lage gemacht. .Heute wird der Reichskanzler im Hanshallsänsschnß des Reichstages Mitteillcngen über die äußere Lage nrachen. Die Sitzung des Ausschusses beginnt schon um 10 Uhr. Ob sich an die Mitteilung des Kanzlers über Amerika eine Besprechung anschließen wird, steht noch nicht fest. Der „Berliner Lokal-Anzeiger" schreibt: Nach dem,, was wir über den Geist der deutschen Llntwmtnvte.an Amerika in Erfahrung bringen konnten, geben wir der Erwartung^Raum, daß der in der amerikanischen Note betonte Gerechtigkeitssinn des amerikanisch.'n Volles aus seine Rechnung kommen wird.. Das deutscherseits damit verlnüpsce Entgegenßnnmen ist natürlich, wie es nur der Würde des Reiches cnrtsvricht aus dem Bewußtsein der deutschen Stärke, der deutschen Erfolge und der Gerechtigkeit unserer. Sacke geboren. An dom deutschen Standpunkt wird ,gerechteriveise ebenso wenig Kritik zu übeü sein, als er unseres Wissens auf der von Amerika wiederholt betonten Basis des geschriebenen VÄker- reckftes und der Menschlichkeit beruht. Der König von England an König Konstantin. B 1» d a p c st, 5. Mai. „Est Ujszag" berichtet, daß, König Georg von England an König Konstantin ein Tele- gram m gerichtet habe, in dem. der Mnig nachdrücklich darauf ausmerksam mackt, daß der letzte Moment gekommen sei, wo der griechische König das Land imd die Interessen des gesamt«: Hellene.nums durch die entschlossene Stellungnahme an der Seite der Verbündeten schützen könne. Griechenland könne drrrch sein, Festhalten an der bisher befolgten Politik seine ganze Zukunft großen Gefahren ausseian. König Konstantin antwor- te'tc in einem freundschaftlich gehaltenen Telegramm, in dem er erklärte, gerade die von ilrnr und seiner Regierung betriebene Politik iverde durch die vitalen Interessen Griechenlands ovr- geschrieben. An diesem Standvimkt könne er eben unter ^Berück- sich-tigung der Zukunft seiner Interessen und der Interessen des Hellenentums keine Acnderung vornehmen. Der Luftangriff auf die englische Ostküste. Bern, 5. Mai. Wie der „Matin" mitteill, soll der Zeppelinflug über die Graflchast Port alle seine Vorgänger an Bedeutung übertreffen. Namentlich die Zahl der Luftschiffe soll bedeutend größer gewesen sein, als früher. Bei dieser Gelegenliert stellt er fest, daß in d«r voraugegarrgenen 29 Luftschiffangriffen, im ganzen 326 Tote rmd 710 Verwundete in England zu beklagen waren. Der Aufstand an Irland. i. Köln, 5. Mai. Die „Köln. Ztg." meldet aus Kopenhagen: Äian ist sich« hier klar darüber, daß tvotz amtlicher Versicherungen. der irische Aufruhr sei so gut wie beendet, dies bei weitem nicht zutrisst. Verschiedene Meldungen lassen die öffentliche Meinung nicht daran zweifeln und die Presse kann die Revolte als noch immer bestehend betrachten. „Ex tr a blad e t" schreibt: Der Aufruhr ist ein ernstes Memento für England. Die Revolte ist mehr als eine oberflächliche Bewegung, sie hat ihre tiefen Wurzeln in dem Jahrhimderce alten 5paß gegen den eng-, lich'LN Unterdrücker. Ein Haß, dex sicherlich »licht in Ergebenheit verwandelt wird, rveil der erste Arcfßandsversuch mißglückt ist, oder die Aalfruhranfttstcr erschossen werden. Man darf nicht übersehen,. daß Jrlmcd sich noch im Aufstand befindet. EISSE BLUSEN Ständige 303 Stuck Hergestetit aus Batist, Voile, glattem nod gesticktem Mull, teils handgestickt, teils mit Spitzen u. Stickereien verziert Wir garantieren fiir tadellosen Sitz und Ausführung Preislagen: 15 00 12 00 9 50 7 00 6 00 bis 3 50 üUark ffiu:iWöhäen bereitwilligst! 3517a A. Salomon L Cie. Schulstrasse 4 Schulstrasse 4 Jetzt bekommen Sie bei nasser Witterung „affe Füffc und schwarze Zimmerböden weil Sie Wasserschuhcreme benützen. Verwenden Sie vr. Gentners Oel-Wachs-Lederputz Nigrin dieses ist durch Wasser nicht lösbar, das Schuhzeug bleibt bei Regen absolut ttocken und auch der tiefschwarze Glanz hält sich. Stets prompt lieferbar, ebenso Schuhfeit Tranolin und Universal-. Tran-Lederfelt. 9 [3505hv (Earl Beniner, chem. 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Ter Präsident Großherzoglichen Landgerichts d^r Provinz Oberhessen. 3506D Holzversteigernng in der Fürstlichen Obersörsterei Sich. Mittwoch, den 10. Mai, vormittags S»/s Ubr, sollen aus den Distrikten Hard, Höler und Konzebühl versteigert werden: Scheiter, Rm.: 31 Buchen, 12 Eichen lrund), 3 2('adelholz: Knüppel, Rm.: 46 Buchen, 113 Eichen, 12 Birken usw., 1 Linde, 3 .Kiefern. 38 Fichten: Stöcke, ß> Buchen, 79 Eichen, 1 Kiefern. Reisholz-Wellen: 3864 Buchen, 1640 Eichen, 70 Birken, 160 'Nadelholz. 116 Erchen-Gartenpfosten 12,2 Mir. lang) ■= 5,83 Fstm.; 13 Eichen-Derbstangen Rm. Buchen-Stöcke, 14 Buchcn-Wetlen, lauter Andruck hol .1 am Schluh der Berileigernng. Tie Zusammenkunft ist am Hölereck bei der Schuh Hütte, aller Weg an den Wald. von Llch nach Garbenteich bei Ankunft 13496c Eära jusiges* Kaufmann zum 1. Juni auf das Kontor einer Zigarrenfabrik gesucht. Schriftl. 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Gerichtsseitig zum Verwalter desNachlaffes Ausust Echn cider,Spenglermeister und ,>nstallatcur in Kietzen verpflichtet, bitte ich etwaige Ansprüche innerhalb einer Woche bei mir anzumelden, da solche sonst bei der Erb- regulierung unberücksichtigt bleiben würden. Zahlungen sind ebenfalls rechtsgültig nur au mich zu leisten. "" Gießen, den 5. Mai 1916. I.. Althrif, Nachlatzverwalter. y*'&**ym Schiebkarren Leiterwagen Pflanzenkübel Waschbntten empfiehlt 109412 Küferei Tb. Sommerkorn, Blcichstraste 12. NM« „lumel“ D.«. S.M.-^-Patent. Öfferr. u. imgar. Pat. angem. Jeder sein eig.Repa. rateurl Sie nSyl Steppstiche wie eine Nsthrnasch. Größte Erftnbuna, um Leder, Felle. Leinwand vsw. mit der Hand zn niihen. ZnmReparieren von Schuhen, Geschirr., Sätteln, Segeln, gelten usw. Preis p. St. an« Metall mit 8 verschiedenen Nadeln und Faden MK. 3.30 unter Nachn. P,rto u. Verßack. frei. Ständig viele Anerkennungen. Bitte beim Ankauf zn beachten:. 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S. 728) bestimmen wir unter Aushebung unserer Bekanntmachung, Llus- rechming und Anzeigepslicht über den Verbrauch von Wild und Geflügel betreffend, vom 20. April 1916, das Nachstehende: £ 1. Die Ausfuhr von Wild und Gesiügel aus dem Gebiet des GrotzherzogtumS ist verboten. 8 2. Wild in unzerlegtem und zerlegtem Zustand. so> wie Wildbret und Gesiügel jeder Art ist unter Angabe von Art und Gewicht demjenigen Kommunalverband anzumelden, in dessen Bezirk es verbraucht werden soll. Anmeldepsiichtig ist: a) für Wild und Wildbret der Händler, wenn er es zum Verkauf übernimtnt lWildbrethändler). sowie der Jagdeigeutümer oder Jagdtstichler, wenn er Wild oder Wildbret in seinem Haushalt verbraucht oder an Wirte oder Verbraucher nbglbt: b) Für Geflügel der Gesiügelhändler. wenn er es zum Verkauf übernimmt, sowie jede andere Person wenn sie rs an Wirte oder Verbraucher innerhall des Gvoßherzogtums abgibt. Die Anmeldung ist innerhalb 48 Stunden zu erstatten nachdem der Händler das Wild oder Gesiügel zum Der- kauf übernommen oder nachdem es der Jagdeigentümer, Jagdaachter oder derjenige, der sonst Geflügel verkauft, abgegebenwder selbst übernommen hat. § 3. Wild und Gesiügel unterliegt erst vom Zeitpunkte der Anmeldung 18 2) ab der Vorschrift in III unserer Bekanntmachung über Fleischverforgung vom 8. Avril 1916. Klernach hat jeder, der nach 8 2 angemeldetes Wild, Wi ldbret oderGesiügel in einen anderenKommunalbezirkeiN' mbren will, dieGenehmigungdesVorstandesdesKommunal- verbandes einzuholen, bei dem das Wild oder Gesiügel ange- meldetist. Diese Genehmigung kann Wild-und Geflügelhänd- lern zum Versand von bereits angemeldetem Wild und Geflügel in andere Kommunalbezirke allgemein unter de, Bedingung erteilt werden, daß sie am Schluffe jedes Monats dem Vorstand des Kommunalverbands ihres Wohnortes eine Uebersicht vorlegen, in der der Bestimmungsort und die Empfänger der im Laufe des Monats nuf Grustd der erteilten Genehmigung versandten Waren, sowie deren Art und Gewicht angegeben sind. 8 4. Wer dieselt Vorschriften zuwiderhandelt, wird nach^8 17 der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 25. September,'4. November 1915 mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu fünfzehnhundert Mark bestraft. 8 5.. Den .Komluunalverbänden u>rd Gemeinden bleibt überlasten, bei der tbnen nach VI Abs. 2 unserer Bekanntmachung über Fleischversorgung vom 8. April 1916 ob llegenden Verbrauchsregelung von Fleisch und Fleischwaren das Erforderliche über den Verbrauch von Wild und Geflügel zu veranlassen. Darmstadt, den 28. April 1916. Grobherzogliches Ministerium des Innern. v. Hombergk. 135038 Gash 6 rd 6 einflammig u. mehrflammig sowie Oasbrattffen in bester Ausführung und in allen Grössen empfiehlt zu billigen Preisen [1764 Edg. Borrmann Eigenhändig., Neustadt 11 Waffelmischung l U Pfund 40 Pfennig. Nachstehende Bekanntmachuna des Großh. KreiSamtS Gießen bringe ich zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 1. Mai 1916. 3503 8 Ter Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachung. Betr.: Abforderung der Gerste gemäß 8 20 Abs. 2 der Gerstenverordnllng. Von der Reichsfuliermittelstelle in Berlin ist durch Erlaß vom 25. ds. Mts. die Frist zur freiwilligen Ablieferung der beschlagnahmten sogenannten 2. Gersteil- Hälfte auf den 1. Mai ds. Js. festgesetzt lvorden. Die Kommunal-Berbände haben jedoch die Ermächtigung erhalten, freiwillige Ablieferungen zu dear Höchstpreise von 30 Mark für den Doppelzentner noch bis zum 10. Mai 1916 zuzulassen, sodann aber zur Enteignung zum Preise von 24 Mark für den Doppelzentner zn schreiten. Alle Gerstenbesitzer, die bis jetzt unserer Aufforderung in der Bekanntmachung vom 15. März 1916. KreiSblatt Nr. 24 vom 17. März 1916, nicht nachaekommen sind — nämlich: „eine Berechnung darüber oorzunehmen. welchen Teil ihrer Ernte sie für sich behalten dürfen und sodann den verbleibenden Rest an die mit dem Ankauf betraute Firma „Vereinigte Getreidehändler" in Gießen zu veräußern" — werden auf die vorstehende Bestimmung aufmerksam gemacht und nochmals ausgefordert, die ab- zuliesernden Nestbestände sofort bei den zuständigen Bürgermeistereien anzumelden. Bon der Pflicht zur Ablieferung und von der dem- nächstigen Enteignung kann nach § 12 der Gerstenverord- nung nur befreien der Nachweis a) entweder, daß die Gerste von dem Erzeuger iu einem ihm gehörigen Betriebe mit Kontingent innerhalb dieses Kontingents verarbeitet wird, b) oder, daß die Gerste für Betriebe mit Kontingent an die GerstenverwertungS-Gesellschasi oder einen ihrer Oberkommisnonäre oder NrrterLommissionärk bereits verkauft ist. c) oder, daß die Gerste unter Beachtung der von dei Reichsfuttermittelstelle in Berlin gegebenen be sonderen Vorschriften als Saalgerste bereits ver äußert ist. Gießen, 27. April 1916. Großh. Kreisamt Gießen: __ Dr. H ft n g e r. _ a Mit Rücksicht auf die bei trockener Witterung bestehende Gefahr der Entstehung von Waldbräuden mache ich darauf aufmerksam, daß eß verboten ist, mit unverwahrtem Feuer oder Licht einen Wald zu betreten, oder sich diesem zu nähern, oder in der Nähe eines Waldes Feuer an- zuzünden. __ 35048 Das im Monat März d. I. fällig gewesene 6. Ziel Gemeindesteuern und Kanalgebühren kann noch bis zum 13. Mai 1916 ohne Kosten an die Stadtkasse bezahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung dieses Zieles noch im Rückstände sind, werden hiermit gemahnt, die Abgabe bis zum 13. Mai an die Stadtkasse zu entrichten. Vom 15. Mai an gelangt das 6. Ziel zur Beitreibimg, wodurch Pfändungskosten entstehen. Ueberweisungen im Bank- und Postscheck-Verkehr muffen am 13. Mai ebenfalls bei der Stadtkasse gutgeschrieben sein, andernfalls die vor- geschriebenen Beitreibungskosten erhoben werden. P“»B Holzversteigerung derStadt Gießen. Montag, den 8. Mai 1016, vormittags 0'/, Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen Forstwarlei l (Forstwart Brück-Rödgrnl in den Distrikten Haingesboden und Hochwarte versteigert: 28.2 Rm. Buchen-Scheit 1,6 „ Fichten-Scheit 29 „ Buchen-Knüppel 19 „ Kiesern-Knüppel 8 „ Ficht en-Knsippel 730 Wellen Buchen-Reisig 1200 „ Kiefern-Reisig 1130 „ Fichten-Reisig 10.2 Rm. Buchen-Stock 21 „ Kiefern-Stock 24 „ Fichten-Stock. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße, an der 6. Schneise.