Ar.M Der Gtetzemr Ruzetg« erschein täglich, außer Sorurtags. — Beilagen: v i c rm<* l tv orihcnttfcl) GießemrK^irsl ienbiStter; atvinnnh oödieiüf.KitiSa black für den llrris Sietzen (Dienstag und Freitag): znieimal monatl. Land- wirtschaftbche scitfrazen Fernsprech - 'Anschlüsse: für die Schriitlei tung 112 Vertag,Geschäitsstellebl Adresie für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen sür btc Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt 166. Jahrgang Dienstag. 2. Mai (9(6 N»tsÄSKS-rsck bsi-ö Verlag der BrShl'schen Unis.-Such- und Lteindruürrei 3. Lange. Lchristleituug, SeschäflLstelle und Druckerei: §chu!str.7. '■$ ezu gSn re: monatl. 9(3 Pß, viertel- jährl. Mt. 2.65, durch elohole- u. Zweigstellen monatl. dO M.: durch diePost A!k.2.45 viertel- jätzrl. ausscht. Bestellg. Zeilenpceis: lokal löPj., ausw. 20 Pf. — Haupt« schristleiter: 2tu$. Goetz. Verailtwörtlich sür bcn politischen Teil und daü Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt nnd Lano, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. R. Zen;- für den Anzeigenrest: v. Beck, sämtlich in Gießen (WD8.) GrotzeS HÄrrptouartier, 1. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegs sch auplah Im allgemeinen ist die Laste unverändert. An der Höhe „Toter Mann" wurde auch gestern heftig gekämpft. ^ Unsere Flugzeuggeschwader belegten seindlichc Truppenunterkünste westlich und Magazine südlich von VerdunausHiebig mit Vombeu. Ein französischer Doppeldecker wurde östlich von N o ys n im Lustkampf abgeschossen; die Insassen sind tot. Oestlichcr und B a lkankriegssch auplatz. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. O b e r st e H e e r ö S l c i t'u n g. Der Kriegsmarsch aus Mesopotamien hat in England kein Wohlgefallen gefunden, und die Londoner Presse ist voll Bitterkeit mehr noch über die Herren in Zivil als über die Militärs. Man fordert in kategorischer Weise, daß dergleichen nicht Mieder Vorkommen dürfe. Unsere türkischen Bundesgenossen aber teilen uns über ihren Sieg bei Kut-el-Amara ein bezeichnendes Stück echt englischer Auffassung mit. General Townshend bot — Geld an sür den freien Abzug aus der türkischen Umschließung. Da aber die maßgebenden tückischen Offiziere nicht mehr der Aera Abdul Hamid ant- gehören, so blieb der Versuch Townshends zur Güte nur ein l-eiteres Stück. Da der amtliche türkische Bericht genaue Zahlen über die Gefangenen macht, darf man seststellen, daß England auch bei dieser Gelegenheit wieder einmal nicht den Mul zur Wahrheit gefunden hat. Wie steht es mit Irland? Der Aufstand in Dublin ist, wenn man den Londoner amtlichen Nachrichten Glauben schenken darf, so gut wie beendet, da die Führer gefangen mrd unschädlich gemacht sind. Im Lande aber scheint noch keineswegs Ordnung wiedergekehrt zu sein, und es wird wohl auch noch geraume Zeit dauern, bis a l l e Gefahren beseitigt und alle Folgen der Nachlässigkeit der englischen Regierung aus dem Wege geräumt sind. Gleichwohl darf inan nicht daran denken, daß es den Iren gelingen könnte, selbständig über ihre Bedrücker zu siegen. Einflußreiche irische Kreise, z. B. Redmmüd, haben sich der Bewegung nicht an- aeschlossen, und diese Bewegung hat etwas zii Flackerndes, Unbeständiges, als daß man große Hoffnungen daran knüpfen könnte. Die Iren haben ein großes Temperament, aber es fehlt ihnen die Stetigkeit. Der Irländer, so schrieb ernst > Herne, „springt und hüpft wie ein Eichhörnchen; und wenn Ir, was oft geschieht, sich an Stamm und Zweigen nicht fest .ocrcug hielt, schießt er herab in den .Kot, steht dort besudelt, wem: auch nicht verletzt, und eine Menge von Hin- und Hersprüngen werden Vottwreitungen zu einem neuen Versuche, der wahrscheinlich ebenso fruchtlos verlaufen wird". Diese Erfahrung geht aus den zahlreichen Aufständen hervor, bic für die Irländer ergebnislos verlaufen sind. Heute aber handelt es sich, soweit das deutsche Interesse in Frage kommt, nicht so sehr darum, daß der neueste irische Ausstand -mit einem vollen Siege der irischen Waffen endet. Es genügt schon, wenn englische Kräfte auf diesem neuen Kriegsgebiet auf lange Zeit hinaus festgelegt werden. Und wenn zunächst auch kein Gewehrgeknatter und keine Bajonettgefechte mehr stattfinden, so bleibt diese irische Gefahr den Engländern doch drolsend im Rücken sitzen. Die Stunde der Iren und Inder, auch der Moslims im Lande der Kalifen wird kommen, wenn deutscher Kampf das englische Holz mürbe gemacht hat. Schon zeigen sich auch in dem geduldigen Griechenland Spuren, daß Englands Ansehen im Schwinden begriffen ist. Die neue Liga griechischer Offiziere ist vielleicht der Anfang vom endgültigen Ucbertritt Griechenlands zu dem Verbände der Mittelmächte. - * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 1. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird .verlauÄnrt: I.Mai 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Im Adamello-Gebiet iesen unsere Truppen die feindlichen Angriffe, die sich hauptsächlich gegen den Fargorida-Pnb richteten, unter beträchtlichen Verlusten der Alpini ab. Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs l v. Hö f e r, Feldnmrschalleutnant. Der Sieg von Mtt-el-Rmara. Der amtliche türkische Bericht. Konstantinopel, 1. Mai. (WTB.) Meldung der Agentur Milli: Nachdem sich die in Kut-el-Amara eingeschlossene englische Armee ungefähr fünf Monate unter dem Druck unserer heldenhaften Truppen befunden hatte, mußte sie sich schließlich der siegreichen kaiserlichen Armee ergeben. Dieses Ereignis, das eine der ruhurreichsten, glänzendsten Seiten in den militärischen Annalen der ottomani- schen Armee darftellt, hat sich folgendermaßen abgespielt: Nachdem die englische Armee in Kat el Amara ihre Lebensmittel aufgebranckst hatte, erwartete sie, daß entweder ihre Landsleute «oder die Verbündeten ihr zu Hilfe ftjmmeit würden. Das eng- liche Kabinett, das die Lage der Belagerten sehr genau kannte, sandte dein Führer Ides englischen Expeditionstiorps im Irak Befehl über Befehl, um ilm zur Eile anzutreiöen, damit er die Stellung unserer Truppen bei Fela hi e, koste cs, was es wolle, angriffe u'.w durchbreche, 'um der Armee des General Townshend Hilfe zu bringen. Die in unseren letzten amtlichen Berichten gemeldeten englischen Angriffe, die unter ungeheueren Verlusten an dem heldenhaften Widerstande unserer Truppen scheiterten, zückten, sämtlich auf die Befteiung Townshends hin. Ta die Engländer merkten, daß sie den Widerstand der Türken nicht brechen mrd ihnen ihre Beute nicht streitig v.iidym konnten, stellten sie ihre Angriffe aus Fctahie ein. Sie versuchten dann mit allen möglichen Mitteln, den belagerten Platz mit Lebensmitteln zu versehen. Sie warfen zuerst Säcke mit Mehl aus Flugzeugen herab. Aber unsere Waffen zerstörten auck diese Hoffnung der Engländer. Unsere Kampfflugzeuge begannen die feindlich-Ln Flugzeuge eins nach dem andern abzuschicßeu. Ter Feind griff nun zu eurem anderen Mittel. Er versuchte unter dem Scknrtze der Nacht ein mit Lebensmitteln beladenes Schiff in die Festung zu bringen, aber unsere allezeit ansmerk- samen Truppei', bemächtigten sich des Schiffes, das Hunderte von Tonnen an Lebensmitteln barg. General Townshend blieb keine Hoffnung. Er war ebenso üb erzeugt, daß das Versprechen des russischen, in Persien kLmpfinden. Generals, ihm in Kut >ck Amara die Hand zu reichen, nichtig sei. Am 26. April wandte sich General Townshend an den Oberbefehlshaber unserer Irak Armee und ließ ihn wissen, daß er bereit sei, Kat el Amara zu übergeben, falls ihm uw) seiner Armee freier Abzug gewährt würde. Es wurde ihm geanllvoriet, daß ihm kein anderer Ausweg als der der bedingungslosen Uebergabe bliebe. Ter eng!is-che Oberbefehlshaber machte dann neue Vorschläge. Sei es, daß er nicht die günstige Lage unserer Armee kannte, oder daß er glaubte, die türkischen Führer mit Geld gewinnen zrr können, bot er uns an, alle seine Geschütze und eine Million Pfund Sterling zu übergeben. Man wiederholte ihm, was man zuerst geantwortet. Townshend ließ darauf wissen, daß er dies dem Oberbefehlshaber der englischen Irak-Armee melden würde. Dieser befand sich aber zu weit entfernt, um ihm helfen zu körnen. Da schließlich Townshend alle Hoffnung verloren hatte, übergab er sich mit der gesamten englischen Armee Kut el Amaras an den Befehlshaber der fiegreichm türkischen Armee. Die bisherige Zählung ergibt, daß fünf Generale, 277 br i tische und 2 7 4 in di sche O ffiz iere, sowie 18300 Soldaten zu Gefangenen gemacht sind. Tie Aufgabe unserer Truppen bestand auf der einen Seite darin. Ausfallversuche zu verhindern, auf die man von seiten des belagetten Feindes jeden Augenblick gefaßt war, der sich in mit allen Mitteln der modernen Technik furchtbar verschanzten Stellimgen befand, andererseits sollten sie ebenso die wiederholten heftigen Angriffe des Feindes abweisen, die täglich im Hinblick auf den Entsatz Kut el Amaras stärker wurden. Ten Leib bis zur Hälfte im Sumpf, im Kampf mit allen Schwierigkeiten der Jahreszeit und des Klimas, so erfüllten unsere Soldaten ihre Mffgabe. Sie können aber auch mit vollem Recht auf den glänzenden Sieg stolz sein, den sie soeben über die britischen Waffen davongettagen haben. An der Kaukasusfront nichts von Bedeutung. En feindliches Torpedoboot, das sich am 28. April dein Dell der Küste zwischen Ari Bunru und Sedd ül Bahr zu nähern versuchte, wurde von einem Geschoß unserer Attillerie,, die auf sein Feuer antwortete, getroffen. Es entfernte sich in der Richtung aus Imbvos, von Rauch und Flammen emgehüllt. Feff'dliche Schiffe, die sich von Zeck zu Zeit der Küste Smyrnas näherten, beschossen wirkungslos einige Ocrtlichkeiten und entfernten sich alsdann. Konstantin o vel, I.Mai. (WTB.) Ick Erwiderung auf das TelegranckU des Generaliffimus Enver Pascha, in dem er von dem glänzenden Erfolge bei Kut-el-Amara Meldung er stattete, hat die kaiserliche Kanzlei Ewer Pascha eine Depesche mit der Mitteilung übermittelt, der Sieg habe dem Sultan große Freude bereitet. Der Sultan habe geruht,. durch Glückwünsche die Krieger, die seit Monaten dem Feinde kräftigen Widerstand geleistet hätten und die Ehre des Vaterlandes retteterr, zu ehren. Der Sultan entbiete allen Soldaten seine Grüße und bete für weitere Erfolge. Der bulgarische Generalissimus S che ko w hat an Enver Pascha ein Telegramm gesandt, in dem er im Namen der bulgarischen Armee die tapfere osmanische Arnree beglückwünscht und ihr neur. Siege zum Triumphe der gemeinsamen Sache wünscht. Das Urteil der Neutralen. Amsterdam, I.Mai. (WTB. Nichtamtlich) Das „Hau- deksblad" schreibt: Die Uebergabe General Townshends mit seiner Armee an die Türken unrd in England tiefen Endruck machen. Seck Gordon in Ehrrrtum und die englische Streittnackst in Ama- jecba kapitulieren 'mißten, war kein englisches Heer gezwungen, sich denr Feinde zu ergeben. Dieses Ereignis ist von großer Bedeutung nickst nur wegen der Tatsache der Uebergabe allein und wegen des moralischen Endrlvcks, den es machen wird, sondern auch weck man nach dem Siege der Russen bei Erzerum glaubte, daß die russischen Heere versuchen würden, sich Bagdads zu bc> mächtigen und mit den Engländern zu wweinigen. Bern. 1. Mai. (WTB. Nichtancklich) Der „ Bun d" schreibt zu denr Fall von Küt-el-Amvva: England hat in Rdefrporamieit ein-Heer von 20000 Mann eingesetzt, vpfett aber eine Armee von mehr chs doppelter Stärke. Militärisch und politisch ist das ein schwerer Schlag, der nicht nur die Früchte jahrelanger Anstrengungen zwischen dem Persischen Golf und dnn Roten dldeeee zerstört und das Ansehen Englands im Orient und Indien erschüttert, sondern auch den Türken in einem kr ick scheu Augenblick die Handlungsfieiheit in starkem Maße in die Hand gibt. Bern, 1. Mai. (WTB.) Das „Berner Jntelligenzblatt" schreibt: Mehr noch als die neue militärische Medertage bedeutet wohl für England im Hinblick auf seine Millionen mohammedanischer Untertanen der Rückschlag, den es durch die Uebergabe von Kut-el-Amara als islamitische Großmacht erleidet. Dies umsomehr, als sich unter den Gefangenen zwei indische Regimenter befinden. — In den „Neuen Zürcher Nachrichten" nürd betont, daß die englische Kriegslecktung wieder einmal eine erstaunliche Unfähigkeit zeigte. Der englische Feldzug in Mesopotamien sei als gescheitett zu betrachten. Das! englische Anseh.n auch an den Vorhäfen Indiens fei zerschmettert. In der Türkei werde Jubel herrschen, in Petersburg aber keine Trauer: man hätte es dort nicht gern gesehen, wenn England Mesopotamien hätte besetzen können. Die Uebergabe von Kut e!-Amara sei iür England ein schwerer Schlag, so schwer oder noch schwerer, als der Rückv-lg von den Dardanellw. Sie werde ckn fernen Osten mächtig nachzittern. Ergüsse der englischen Presse. Rotterdam, 1. Mai. (WTB. Nichtamtlich/ Me Blät:.7 bringen Leckartikel über General Townshends Uebergabe und die Unruhen in Irland. Tie regierungsfeindlichen Blätter benutzend die Unternehmung in Mesopotamien dazu, das Kabinett scharf en Tag gelegt habe. Das Drama sei die Folge davon gewesen, daß die Regicruug unt-.n- lassen habe, gegen die revolntionäre Bewegung in Ulster entsprechend aufiutreten. Es gereick>e aber zur Genugtuung, daß die Mehrheit des irischen Volkes mit dieser wilden Bewegimg nichts zu tun gehabt habe. Die Haltung Griechenlands. Bern, 1. Mai. (WTB.) Der Sonderberichterstatter des Mailänder „Secolo" in Athen drahtet seinen: Blatre: Die griechische Regierung erkläre die B-er w-e i g e r u n g der Erlaubnis zmn Transport serbischer Truppen durch griechisches Gebiet als unwiderruflich. Man müsse jetzt den bevorstehenden endgültigen Beschluß des Verbandes abwarten. Die venizelistische Parteivresse, die anfangs sür den Plan des Verbandes eingetreten war, sei in letzter Zeit sehr zurückhaltend geworden, da ein beträchtlicher Teil der öffentlichen Meinung gegen den Durchmarsch sei. Mminehr aber erkläre sich Venr^elos durch einen Artikel in seiner „Iris" öffentlich sür die Erlaubnis zum Durchmarsch. Eine Liga griechischer Offiziere gegen die Entente. Wien, I.Mai. (WTB. Nichtancklich.) Die lllolicksche ^Korrespondenz erhält folgende Mcktellimg aus Griechenland: Die das Selbstbcstimnlungsrecht aufs ckesstc verletzende'^ Handlungen b:~: Eckente, die in der Armee des Landes von Beginn > sches serbischer Truppen' durch Griecl>en!and auszuüben urckste, ihren Höhepunkt erreicht. Diese Bewegirng führte jetzt zur Bildung einer Liga unter den Offizieren in Athen, die sich die »oeitestgel-ende nwralisckie Untcrstützirng der Regierung im Widerstande gegen die fortgesetzte Bedrückung tz-cs Landes zuin Ziel setzt. Bern, I.Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Souieck aus den spärlichen und vorsichtigen Näeldungeu der "pariser Blätter zu euttrehmen ist, bandelt es sich bei den Kundgebungen des Atdener Osfizierkorps um somitane nackonale Erllä'-nnaen für Dbänn und Vaterland. „Temps" erzählt, daß eine gewisse Zahl von Offizieren, 'velche die gegenwärckge Lage als gefahrvoll für der öffmr- lichen Frieiu ' ansel'en, sich versammeltcir. um Maßnahmen zu beraten. Sie veröffentlichten eine Erklärung, in der sic vwsick>er:l. entschlossen zu sein, den König zu schiUzeu. Sie sagen, daß sie nicht daöor zurück)'chrecken würden, die äußersten Maßregeln gegen diejenigen zu erg'-eifeu, die sich gegen Dhron und Lwnd Verschwören. Der König und der KriegÄniinner beeinffußten sie beruhigend, sv daß gestenk die Sttaßen ganz ruhig 'oaren. Niemand kann indoffen! bestimmt vorauMagen. Wal che Wendung die Lage non neoma wird. Nach der „Hestie" ließ der Kriegsncknister den Koros'a>rern an- tnnvfehlen, die Offiziere nwchten vcnneiden. Grund zu der Annayure zu geben, daß sie sich in Ausübung ihres Amtes in die gegeuwärck-. gen Fragen einmffchen. Ein rnsfisch-gricchischer Konflikt. Berliu, 1. Mai. (Priv.-Tel.) Der „Berliner Lok :oji;Z* meldet aus Rotterdam: Londoner Blätter schreiben, o&jj ein neuer Kotlflikt zlvischen Rnßland und ö?rrechen lau d wegen des Eigentmnsrechties ans dein Berge mrd im Kloster Athos bevorstehe. Einem Gerickht zufolge fick Tn t 'u f f i) ci> c Truppen, die in Marseille gelandet worden isind. ' 'jeder zurückberufen werden, um den Berg Ath-os $it &C|c{5Cit. Auch in Salonik würden russische Truppen 'erwartet. Deutschland und Amerika. Berlin 1. Mai. iWTB.) Der Botschafter der Bereinigten -Staaten von Amerika, der im Großen Hauptquartier vom Kaiser in Midien z cnlpfangen worden ist, reist heute nach Berlin zurück. I Köln, 2. Mai. Zur bevorstehenden deutschen Ant 'Wort an Amerika meldet die „Köln. Volksztg.": Die Ent scheidung ist noch nicht gefallen, sie inird auch nicht so schnell konrrnen, denn die deutsche Autwort an Wilson wird die Ent- ^scheidung nicht bringen, sondern die s chl ieß l i ch e Ent 'scheiduu g liegt bei Wilson und seiner zu erwartender! Anttoort ans die deutsche Antwortnote. Man ist sich im Hauptquartier über die Grundzüge der deutschen Antwort auf die amerikanische Note einig. Die Entscheidung hängt davon ab, ob Wilson die neuen deutschen Vorschläge als ge mögend anneh inen oder um jeden Preis den Konflikt und Krieg herbeiführen will. Die deutsche Autwortnobe wird nach icpzx Fertigstellung in Berlin dem amerikanischen Botschafter nach dessen Rückkehr aus dem. Hauptquartier überreicht werden. Die Reise bulgarischer Parlamentarier. Sofia, X. Mai. (WTB.) Meldung der Agenee Bulgare. Zu l^ren der Mitglieder der b u l g a r i s ch e n S o b r a n j e, die heute ihre Reise nach Budapest, Wien und Berlin an- treten, fand gestern in der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft ein Enipfang statt, an dem der Ministerpräsident Ra- dosLawow, der Finanzminister Tontschew, die Herren der deutschen Gesandtschaft und mehrere hohe Beamte des Ministeriums des Aeußern teilnahmerl.. Der österreichisch-nnga- rische Gesandte Graf Tarnowski hielt eine Ansprache an die Gäste, in der er sagte: Ich Möchte Ihnen die Versicherung geben, daß man Sie in beiden Hauptstädten der Vaonarchie mit offenen Armen empfangen wird, Unsere eng t Freunds cha ft, die bereits so schöne Früchte gezagt 'hat und die sicherste Bürgschaft für die Wahrung der Interessen beidu Länder in der Zukunft bildet, ist das Ergebnis der durch die Weisheit und das Genie Jhrers Herrschers eingeleitetenj iurcd>urcl> die Regierung, deren Chef in unserer Mitte zu begrüßen wir das Vergnügen haben. zur Durchführung gebrachten Polittk. V«l diesern Gedanken erfüllt, lade ich Sie ein, das Glas zn erheben aus die Gesundheit des Königs der Bulgaren. Der Vizepräsident der Sobranje, Momtftchilow erwiderte mit einer Rede, in der er einen historischen Rückblick auf die Be- Krctzrngen zwischen Pulgari-en und Oesterreich-Ungarn gab und insbesondere der treuen Unterstützung gedachte, die die Monarchie dem ftmgen bulgarischen Königreiche in dem Kampfe gegen die Eingriffe des russischen Kolosses geliehen. Der Redner schloß mit >chttB Trinkspruch aus die Gesundheit des Kaisers Franz Josef. Dü beiden Trücksprüche wurden mit begeisterter Zustimmung rati sprechen sollte, zurückzieht, da die Befürchtung bestehe, daß »die Sozialisten statt der angekündigten privaten Versammlung eine 'öffentliche Volksversammlung abhalten wollten. Die Derrtsch-östereichischen Wirtschaftsbeziehungen. Wien, 1. Mai. (WTB.) Die Verhandlungen mit den kürzlich aus Berlin hier eingetroffenen Vertretern der ^deutschen Regierung über einige zoll -und wirt- .schaftspolitische Fragen haben in den letzten Tagen \ixr, Ministerium des Aeußern unter Teilnahme österrcichi- 'scher und ungarischer Amtspersonen stattgefnnden und einen 'durchaus befriedigenden Verlauf genommen. Die technischen Einzelfragen werden von der nächsten Woche an in Berlin von Fachleuten beider Staaten beraten werden. Der Ausstand in Irland. London, 1. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Die Lage in Dublin ist viel befriedigender. Im Lande bleibt noch viel zu tun, was Zeit in Anspruch nehmen wird. Aber der befehlende Offizier hofft, daß der Aufstand zusammengebrochen ist. Gestern nacht wurden von den Führern der Aufständischen in Dublin an die Rebellen- ; ausschMe in den verschiedenen Bezirken Boten abgeschickt, mit der Anordnung, sich zu ergeben. Die Geistlichkeit und die Königlich irische Polizei tun ihr Möglichstes, um die -Wellung zu verbreiten. Was die Lage in Dublin selbst betrifft, so ergaben sich die Aufständischen in den Hauptbolft- werken aus freien Stücken. Mehrere Brandstiftungen haben llch nachts noch in der Sackvillestraße ereignet. Aber die 7-merwehr ist jetzt in der Lage, ihren Dienst wieder zu verrichten. Wie weiter berichtet wird, sind bisjetzt707Per- sonen gefangen genommen worden, darunter eine Mräqin Markiewicz. Die Rebelten sind, wie gemeldet wird, noch tm Besitz von Enniscorthy in der Grafschaft Wersord. Äns Wexford i)t eine aus Kavallerie, Infanterie und Ar- itifkrk zusammengesetzte Abteilung mit einem 4,7 zölligen Geschütz gegen die Aufständischen von Enniscorthy abgeschickt wvÄ»en. Die letzten Mitteilungen besagen, daß die Führer ider Aufständischen dort an die Botschaft aus Dublin, sich zu ergeben, nicht glauben und unter Eskorte nach Dublin gefahren seien, um sich die Bestätigung zu holen. In der Zwich-cnzeit herrscht Waffenstillstand. Auch von den Auf- . ständischen in Ashbournc wurde zu ähnlichen Zwecken eine »Abordnung nach Dublin gesandt. In Calway haben sich die cren der Aufständischen aufgelöst. Es sind wenige Ber- _ ^ o n vorgenommen worden. In den anderen Bezirken ift Sie 2a$c normal London, 1 Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des M«ierschen Bureaus. Amtlich wird mitgetellt: Alle Re- chelAenführer in Dublin haben sich ergeben London. 1. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die U e b e r - Berlin, 1. Mai. (WTB. Anrtlich.) Durch Beschluß des Bundesrats vom 1. Mai wurde der Reichskanzler ermächtigt, . Preise für den Großhandel von Fischen nach Anhörung von Sachverstäirdigeu festzusetzen. Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen bestimmten Behörden können für ihrer! Bezirk oder Teile ihres Bezirks Abweichnii- gen von den Preisen an ordnen. Bei Verschiedenheit per Preise am Orte der gewerblichen Niederlassung des Käufers und Verkäufers sind die für den letzten Ort geltenden Preise maßgebend. Die Kommnnalverbände und Gemeinden sind berechtigt und aus Anordnung der Landeszentralbehörden verpflichtet, Höchstpreise für den Kle in verkauf festzusetzen. Gemeinden mrt mehr als 10000 Einwohnern müssen diese Preisfestsetzung unter allen Umständen vornehmen. Berlin, 1. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Bundes- rat hat den Nachtrag zur deutschen Arzneitaxe von 1916, den Entwurf einer Bekanntmachung betteffend Beschränkungen des Verkehrs mit gewissen Arzneimittelstoffen, den Gesetzentwurf zur Aenderung das B e r e i n s g e s e tz e s vom 19. April 1908, die Ergänzung dev Ausführungsbestiminungen zum Gesetz betref- nd die Veseitigmlg von Tierlädavern vom 28. März 1912, den Entwurf einer Verordnung- gegen das Fetten von Brotlaiben, den Gesetzentwurf über die Feststellung der 51 r i e g s sch ü de n im Reichsgebiete, die Aenderung der Bekanntmachung über Höchstpreise f ü r P e t r o l eum, den Entwurf einer Verordnung über die Regelung der Fischpreise, dem Entwurf einer Bekanntmachung betreffend Aenderung der Verordnung über den Verkehr mit Kraftfut vermitteln vom 28. Juni 1915 angenommen. Berlin, 2. Mai. Ein Berliner Blatt brachte gestern d:e Mitteilung, daß die Einführung von Fleischkarten für das ganze Reich unmittelbar bevorstehe, ferner eine direkte Festsetzung von Höchstpreisen für alle Fleischgattungen. Desgleichen seien andere einschneidende. Maßnahmen des Reiches, insbesondere auch die Beschlagnahme von Vieh zur Erreichung von stärkeren Zufuhren auf die Märkte, in Aussicht genommen. Das „Berliner Tageblatt" wurde von zuständiger Seite ermächtigt, inttzuteilen, daß die Nachricht von Anfang bis Ende aus den Fingern gesogen ist. Jede einzelne dieser Maßnahmen würde wahrscherMch das gerade Gegenteil dessen erreichen, worauf es heute in erster Linie ankommt. ch: Echzell, 1 . T-at. Die yegftcye ^.crrmrlettSmeocnae eryren Mustetier Herzberger im Infanterie-Regiment 81. Ai i ch e l a u, 1. Mai. Das Eiserne Kreuz erhielt der Reservist Röder. Nidda, 1. Mai. Mit dem Eisernen Kren; ausgezeichnet wurde der Ilnterosfizier Linke im Infanterie-Regiment 167. , Bl. Ober-Widder sh e i in!, 2. Mai. Der Kriegsfreiwillige Gefreiter Wilhelm 5b a mm er von hier, bei der Luftschisier-Ablei- luug Nr. 20, eühielt die Hessische TapferkeitsstredaMe. Er hatte annähernd 12 Jahre in der französischen Fremdenlegion gedient und hat sich bei Kriegsausbruch sofort zur Verfügung der Militärbehörde gestellt. # Selters, 1. Mai. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Gcfteite Sellheim. Un t e--Sch mitten, 1. Mai. Den Heldentod fürs Vaterland starb der Musketier Braun im Jnf.-Regt. 118. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, I.Mai. Die beideir von hier geflüchteten Engländer haben sich nicht lange ihrer Freiheit erfreut. Sie stellten sich selber der Bürgermeisterei in Bad-Salzschlirf, und tonrdenr dort von der hiesigen Gendarmerie wieder in Empfang genommen. Eine wirkliche „Fluchtt^ hatten die Ausreißer hiernach gar nicht beabsichtigt, ftmdern wollten sich, wohl veranlaßt vom schönen Frühlingswetter, ettvas längere Zeit von der Arbeit drücken. Kreis Schotten. [I! Laubach, 30. April. In hiesiger Stadtkirche fand heute vormittag durch Pfarrer Volp die feierliche Einsegnung von 3 5 Konfirmanden, 15 Mädcherk umd 20 5llrabeir, statt. Unter ihnen befanden sich anch die beid.n jüngsten Kinder des versrorbenen Grafen Otto zu Solms-^Laubach, die Gräfin Marianne Berta und Graf Friedrich Botho. — Die Aufnahmeprüfung an hiesigem Gvm- naiium bestanden heute morgen 11 Schüler, die in die Sexta eingetreten sind, und 6 Schüler, die in oberen Klassen ausgenommen wurden. In der Volksschule wurden heute mittag 30 Kinder, 21 Shra&en und 9 Mädchen, eingefühct. Kreis Frirdberg. Bl. F r i e d b e r g, 2. Mai. Heute sind cs 50 Jahre, daß KarNm- maa-er Böhmer in der Katnrmfabrik von Gerhard Mai hier arbeitet. Bl. Bad-Nauheim, 2. Mai. Der Uirtervfftrrer Georg F r s ch erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. y Bad-Naubeim, 2. Mai. Ta in den letzten Tagen bei einigen Metzgern Fleischknavpheit eingetreten war, will die zn- nändige Behörde beim 51reisaint den Antrag stellen, daß Bad- Nauheiin — mit Rücklicht auf den Fremdenverkehr — eine größere Anzahl S ch l a ch t v i e h wie in den letzten Tagen zugewiesen erhält. — In der S l a d t s ch n l e kamen gestern 121 Kinder zur Aufnahme. — Den: Kriegsfreiwilligen Unteroffizier Langsdorf ivurde das Ehrenzeichen für.Kriegsfürsorge verliehen. Bl. O ssenheim, 2. Mai. Der Unteroffizier Konrad Rasch von hier, welcher^ in einenr Infanterie-Regiment rm Westen steht, i/.rt für sein tapferes Verhalten die Hessische Tapfcrkeitsmedaille erhalten. Kreis Wetzlar. 1. Mai. Wehrmann Peter Gombert 52) wurde mtt dem Eisernen Kreuz aus- Aus £>iabi uud Canö. Gießen, 2. Mai 1916. gab« htm JOÖtCl Gtrt Wv i nächst Der Rebellen in Dublin erfolgte, als sie aus rennenden Hauptpostamt herausgetrieben worden 7 r Truppen, bk ben Ausgang nach der Sackvitte !'tzt hielten, stellten das Feuer ein. Die Rebelleu- - - , r^en sich der Parlamentärflagge. Man schloß zu- u'.en Waffenstillstand. Darauf Unterzeichnete Pearce, ** Amtliche Perspnalnachrichten. Der Großherzog hat am 29. Avril den ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversttät Tr. phil. Carl Watzinger in Gießen auf fern Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1916, ans dem Staatsdienst entlasseir. — Der Großherzog hat zum 1. Mai dem Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen Dr. Georg B lecher und den Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Babenhausen Rektor Georg Schaffnit den Charakter als Pvosessvr erteilt. — Der Groß Herzog hat am 29. Lbpril den Oberlehrer an der höheren Bürgerschicke zu Pfungstadt Rektor HerTnann Müller zum Ober lehrcr und Rektor an der höheren Bürgerschule zu Rüsselsheim mit Wirkung vom 1. Mai 1916 an ernmrnt. — Der 'Groß Herzog hat am 29. April den Lehramtsassessor Dr. Ludwig Seibcrt aus Seligenstadt zum Oberlehrer au dem Lehrer' semmar zu Mey errurmtt. — Der Großherzog hat am 29. April den Hckfsdiener und Heizer I-ohann K l o b e r zu Bens- heim vom 1. April 1916 ab zum weiteren Diener, zugleich Heizer, an dem Ernst-Ludwig-Semmar zu Bensheim ernannt. — In den Ruch stand wurde versetzt: am 29. 2lpril 1916 der Gerichtsvollzieher mrt dein Amtssitze in Lmnpertheini Ludwig Rost auf sein Nachsuchen urit Wirkung vom 1. Mai 1916 und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. — Der Groß her zog lat am 29. Aprck 1916 dein OlerichtSvollzieher mit dem Amtssitze in Lampertheim Ludwig Rost die Krone zum Silbernen 5drcuz des Verdiensäordeiis Philipps des Großmütigen verliehen. ** Auszeichnung. Gefreiter Fritz G t e § l c r aus Gießen, Landsturm-Jnf.-Negt. Nr. 10, erhielt die Hess. Tapferkeits- Medaille. "Personalnachrichten der Eisen bahndirektion Frankfurt a. M. Im Namen der Großh. Heff. Regierung in der Hessisch-Preußischen Eisenbahnqemeinschast im Monat April 1916 erfolgten Ernennungen und Beförderungen: Zum Babnlneister 1. Klasse Bahnmeister Beck zu Salmünster. Zum Lokomotivführer : Reserve-Lokomotivführer Karl C o r s e i zu Bebra. ** Der Mai im Bolksmund. Ein kühler Mai wird hoch aeacht, hat stets ein fruchtbar Jahr gebracht", oder „Kühler Mai — groß Geschrei, vial Getreide, langes Hew7 Dagegen: „Trockener Mai — dürres Jahr", oder >,Aus nassen Mai konnnt trockener Juni herbei". ** G e m e i n d e st e u e r n. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich auch die Mahnung des 6. Zieles Gemeindesteuern und Kanalgebuhren für das Rechnungsjahr 191.6. Die Zahliing kann noch bis einschließlich 13. Mai bei der Stadtkassc erfolgen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die Pfändungskosten erhoben werden. *^DieAusmeiskarten zürn Bezug der be st eilten S pargeln sind vom 3. ds Mts. ab im Stadthaus, Zimmer Nr. 8, in Empfang zu nehmen. Die Spargel werde,! nur gegen Vorzeigung der Ausweiskarten abgegeben. Der Beginn des Verkaufs wird noch bekannt gemacht. "Im heutigen Kreisblatt sind die Bundesratsverordnungen über den Verkehr mit Seife, Seilenpulver und anderen fetthaltigen Waschmitteln veröffentlicht. Ferner iveisen wir auf eine Bekanntmachung über Streu-, Heide- und Weide- benntzung auf nicht landwirtschaftlich genutzten Grundstücken hin. Landkreis Gießen. 6. B e t t e n h a u s e n , 2. Mai. Dem Pionier Schäfer ivurde in den Kämpfen bei Berdiln die Hessische Tapferkeitsinedaille verliehen. Kreis Büdingen. f ® 1 eiche n b ach , I.Mai. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Musketier Karl K r a f t. ra. . Ber rrtolt, (Res.-San.-Komp'. Nr. gezeichnet. d. Dornholzhausen, 2. Mai. Der Unteroffizier Johannes Heitz bei einem Reserve-Feldlazarett im Westeii, ein Sohn des hiesigen ^Gemeindevorstehers, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — Der Landsturmmann Johannes Jakobi wurde m beit Kämpfen bei Verdun durch einen Granatsplitter am Knie verwundet. ra. Koster-Attenberg, I.Mai. Für nächste Woche ist ore .Eröffnung. der K-rcis-J nng Viehweide zu Kloster Allenberg angekündigt. Sie besteht bereits ein Jahrzehnt und hat sich bisher aicf das beste bewährt. Es sind in dieser Zeit weder Krank- heits- noch Unglückssälle bei den Weidetteren vorgekonnnen. Dahingegen war stets große GewichtTz imailyrnt sestznstellen, wie auch das Aussehen der Rinder vorzüglich und der Gmig flott geworden. Das tägliche Weidegeld beträgt für die Viehbesitzer des Kreises nur 25 Pfg., da der Rest im gleichen Betrage vom Kreise übernommen ist. Diese Preisernräßigung gilt für die ersten 40 angemeldeten Rinder. Für weiter folgende Tiere haben die Besitzer das volle Weidegeld von 50 Pfg. zu entrichten. Starkenburg und Nheinhessen. — Bingen, 1. Mai. Ans dem Rechnungsjahr 1914 mußte die Gemeindeverwaltung 4460 Mk. Steuern als uneinbringlich iiiedcrschlagen und 6480 Mk. stunden. — Auf Vosichlag der hiesigen Oberiörsterei soll die im Langener Wald vorhandene Fläche von etwa 42 Morgen 35—40jähriger Eichen abgetrieben und auf Lo rinde ausgenutzt werdcn. Hessen-Nassau. H Marburg, 1. Mai. In B r a ch t im hiesigen 5kreise hat der älteste der hiesigen Forstmänner, der Königliche Förster a. D. Johannes Kranz im Mer von 91 Jahren das Zeitliche gesegnet. Wm. Kirchhain, 1. Miaj. Tie letzte Stadtvervrd- n e t e n versa m m l u n g setzt zunächst einen Nachtrag zur Wasser- steuervrdnung und einen Nachtrag zur llmsatzsteuevordnung endgültig fest. Als Vertreter der Stadt beim Hessischen Städtetag wurde von dem Magistrat Bürgermeister Grün genrählt. Eine in der Nähe der Stadt liegende Fläche, die bisher unbenutzt war, soll nach einem Vorschlag des Magistrats eingeelniet und mit Nuß- und Obstbäumen bepflanzt werden. Der Magistrat beantragte weiter, zur Förderung der Z re genzucht sirr jedes zur Aufzucht kommende weibliche Lanttn eine Prämie vor: 5 Mart zu gewähren. Tie Mgeordneten sümmten dem Anträge unter der Bedingung zu, daß die Prämie erst bezahlt wird, wenn das Lanrm ein Älter von einenr Jahr erreicht. Schließlich gelangte noch die Stadtkassenrechnung vom Jahre 1914 zur Feffftellung, und dem Stadt- reckwer wurde Entlastung erteilt. Tie Rechnung wi.es 303 000 Mark in Einnalnne und 297 000 Mark in AusgÄe aus. — Frankfurt a. M., 2. Mai. Die vom Magistrat verwalteten S t i f t u n g e n für die Stadt Frankfurt haben jetzt mit der (Gesamtzahl 99 eine Höhe von 10 719 730 Mk. erreicht. Von diesen Kapitalien stehen der Stadtverwaltung 462180 Mk. Zinsen zur Verfügung.^ Uiiter den Stiftuiigen befindet sich auch eine von 60 000 Kronen österreichischer Währung. X. H a n a u, 30. April. Für den ostpreußischen Kreis Pillkallen, der Patenkind der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Kassel ist, haben die dieser Kammer angehörenden Landwirte und Organisationen bis jetzt an baren Geldntittebi 29136 Mk. ausgebracht, außerdem größere Mengen von Kleingeflügel gespendet. ^ Griesheim a. M., I.Mai. Der Rechnungs- a b s ch l u ß der Gemeinde lasse weist für das Jahr 1915 einen Ueberschuß von 297 800 Mk. auf — allerdings aus nicht verbrauchten Anleihemitteln. Für das laufende Rechnmigs- jahu wurden die Einkommen- und Realsteuern um je 5 Prozent erhöht, was eine Mehreinnahme von 11 000 Mk. bedeutet. Für eine Vergrößerung des Wasserwerks bewilligte man 87'000Mk. — In der Gemeinde wird fortan Fleisch nur noch gegen Fleischkarte verabfolgt. Auf den Kopf und Tag kommen 66,5 Gramm Fleisch mit Knochen. Englisch und die deutsche Leemannssprache. Wie das allgegenwärtige Bewußtsein des Weltkrieges alte Jiiteressen gesteigert nick> neu geschaffen hat, da heute alles, was mit dem Kriege in irgend einem organischen Zusammenhang steht, ftir uns mit Recht von besonderer Bedeutting erscheint, so ivurde auch die Frage des deutschen Sprachgebrauches und der verschiedeiren - Dialekte und sprachlichen Eigenheiten in allen Testen des Deutschen Reiches zum Objekt ebenso auffchlußreicher ivie dankenswerter Betrachtungen. Da aber bisher die Soldatensprachc hauptsächlich imr insofern untersucht ivurde, als sie sich auf die verschiedenen Ölruppen der Landarmee bezieht, ist es nur recht und billig, sich nun auch ivit der deutschen Seemannssprache nDer zu befassen, die ijirabc in diesen Tagen bei allen Deutschen aus besondere Testnahme stoßeir wird. Nichts ist dem Deutschtum ein hesttgeres Pfand als die junge Kraft der deutschen Flotte, und darum' muß auch die Sprache, ich unsere Seeleute bedienen, in auen ttraien Dem)cpuriwL» •nq finden. Ein lehrreiches Md der Zusmmmmsetzuna unserer Mari .y -ack: ' und irr Herkunft bn in ihr üblichen Worte, D.,'ud:n:q-'n un) stehenden Redensarten bietet die „Klar Deck über- «!>!'" betiteUe Schrift des Geh. .Konsistorialvates und früheren Dkarrneobervsarrrrs Gustav Gvedel, die demnächst im Ouickborn- Merlag der Vereinigung von Freunden der niederdeutschen Sv rache' ümd Literatur in Hamburg erscheint. Wie der Verfasser auf Grund seiner jahrelangen Beobachümgen feststellt, hat die deutsche See- mmmssprachc mit dem Niederfächsisch-Friesischen \o viel gemein, bar, sie sich beinahe restlos aus ihr erklären läßt. Man kann sagen, das; die ganze Seeküste von Pommern bis Flandern an der Bildung der Sbrache unserer Seeleute beteiligt war, daß also das eigent- Tidy Seemännische in der hochdeutschen Seemannssprache niederdeutsch ist. Unsere Seemannssprache gebrauch, e das Niederdeutsche, wie es von Pommern bis Flandern gesprochen wird. Unter dem siegreichen Einfluß des Neuhochdeutschen Hai sich äußerlich manches geäardert. aber der Kern der wirklich seemännischen Ausdrücke blieb niederdeutsch und hat sich bis heute vor fremden Einflüssen bewahrt. Ganz besonders ist zu betonen, und dies ist der Hauptzweck dieser Ausführungen, daß es ein ganz unbegründeter Irrtum ist, «rnzunehmen, daß unsere Seemannssprache englisch beeinflußt sei. Ta diese falsche Meinung außerordentlich stark verbreitet ist, ist hier eine energisch' Richtigstellung nötig. Wo es so aussieht, als habe das Englische unsere Seeleute beeinflußt, da ist säst stets das Gegenteil der Fall, denn die beiden Sprachen gemeinschaftlichen Seemaunsausdrücke haben die Engländer von uns und nicht wir von ihnen. Abgesehen vom Maschinenwesen ist die. eigentliche deutsckZe Seemannssprache der englischen nichts schuldig, sie ist keineswegs als die Tochter der englischen, sondern viel eher als ihre Mutter zu betrachten. Unendlich reich ist die Zahl der Beispiele, die dies erhärten können. So ist das Wort Packt, das meist für englisch gehalten wird, so niederdeutsch wie nur irgend möglich. Im ganzen Mittelalter gab es in Niederdeutsch!and Pachten, und der Name stammt vom Nennen, Schn-ell fahren, Jagen. Aber gerade diese falsche Meinung hat in unserer Sprache späterhin eine Eng- lmrdsucht hervorgebracht, die wohl für imnrer erledigt ist. So enden die Namen der oftfriesischen Inseln beinahe sämtlich auf oog. was nicht, wie man allgemein glaubt, Auge heißt, sondern Wasser. Im Westen, mehr nach England zu, wurde diese Endung fälschlich anglisiert, daher der Name Norderney (>ep heißt aus Englisch Auge). Auch hier ist also die wirkliche Sprachsorm nicht englisch, sondern deutsch, und nur irrtümliche Auffassungen haben unrichtige Wendurigen hervor gebracht. Auch das Wort Maat kommt nicht von jenseits des .Kanals, sondern es ist von uns nach England ge- wcmdert. Erst die Engländer haben hieraus für sich die Bezeichnung „m-ate" gemacht. Trotz dieser Belehrungen dürfen aber auch vorsichtigere Leute der Ansicht sein, daß wenigstens das Wort „Crew", das Besatzung bedeutet, echt englisch sei. Der Form' und dem Aussehen nach ist dies auch unzweifelhaft der Fall. Und doch ist auch dieses angeblich urenglische Seemannswort ursprünglich deutsch. Athichideutsck,- hieß es gruoan, gruan, croen: mittelhochdeutsch grüejen. Hieraus entstand dann das mittelniederdeutsche,Wort kruch das Herde und Gemeinschaft versinnbildlichte. Es ist offenbar, daß die Angeln und Sachsen das Wort mit hinüber genomm en haben, pro dann aus krup die Bezeichnung „crew" wurde. Darum wäre es nur richtig, wenn wir auch hier ehrlich beim guten Deuffch blielxar und das Wort 'Kru schrieben.. So erweist sich fast jedes ichem- bar englische Seemannswort, das bei uns in Gebrauch i)t, als ursprünglich deutsch. Und es ist Pflicht der deutschen Seeleute wie auch der Landratten, den deutschen Ursprung zu wackren und sich endlich endgültig von der irrtümlichen Meinung zu befreien, daß unsere Seemanns! brache einen großen Teil ihrer Ausdrücke dem Englischen entliehen habe und ohne englischen Einfluß nicht unverändert fortbestehen könne. _ Octjieufieiia) oa» -piuiio unt., UuysteliM 0,00—o,oou>ck. ba* Pftmd, Rindfleisch das Pfund 0,00-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 0,00-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 0,00-0,00 Mk., Hammelfleisch das Pfund 0,00—0,00 Mk.: Kartoffeln der Zentner 0,00 Mk.; Zwiebeln das Pfund 35-40 Pfg.; Milch das Liter 28 Pfg.; Nüsse 100 Stück 00—00 Pfg.; Spinat 25—30 Pfg. das Pfund, Kopfsalat 15-25 Pfg., Karotten 15 Pfg. das Päckchen, Lauch 8 bis 12 Pfennig das Päckchen, Rhabarber das Pfund 20 P'g., Sellerie das Stück IO—40 Pfennig. — Marktzeit von 7 bis 1 Nhr. ke. Frankfurt a. M. V i e h h o f ni a rkt b er i ch t vom 1. Mai. Für den Regierungsbezirk. Wiesbaden kamen durch den Vieh- handelsverbaud zur Fleischversorgimg der Städte für diese 2Loche zur Verteilung: Frankfurt (Anzahl der Rinder steht noch nicht sein, 85 Schweine, Wiesbaden Stadt: O Rinder, 30 Kälber, 20 Schweine, Wiesbaden Land: 3 Rinder, 10 Kälber, 8 Schweine, Westerburg: 2 Rinder, 5 Kälber, 3 Schweine, Montabaur: 2 Rinder, 6 Kälber, 4 Schweine, Limburg: 2 Rinder, 12 Kälber, 8 Schiveine, Diez: 2 Rinder, 8 Kälber, 4 Schweine, St. Goarshausen: 2 Rinder, 6 Kälber, 5 Schiveine, Rüdesbeim: 2 Rinder, 8 Kälber, 5 Schweilie, Höchst a. M.: 2 Rinder, 6 KäIcker, 8 Schweine. Außerdem steheil morgen 400 däiiische Rinder-Viertel für die hiesigen Metzger zur Verteilung. ie. Frankfurt a. M., 1. Mai. Frucht- und Futter- m i i t e l m n r k t. Mangels Angebot ist das Geschäft sehr ruhig, der Besuch ist schivach. Futtermittel entbehren durch den günstigen Grünlutterstand jeder Nachfrage. Getreide geschäftslos. Preise unverändert, fest. ke. Frankfurt a. M., 1. Mai. K a r t o f f e l m a r k t. Kartoffelii in loser Ladung per 100 Kilogramm ab Versandstation IO, IO Mk. F. C. Wiesbaden, !. Mai. Ein Markt fand nicht statt. 55 lebende Rinder ans Dänemark wurden an die hiesigen Metzger abgegeben und zwar gum Preise von 3,00—3,20 Mk. dcnJ Pfund. Vermischtes. * Der Erfchöpfungsschlaf der Soldaten. Ueber die eigentümlichen Erfchöpfungserscheinunaen, die durch die körperliche und seelische Anspannung bei den Kriegsteilnehmern häufig liervorgernfen werden, hat ein amerikanischer Arzt, Dr. George W. Erile, an der französischen Front einige interessante Beobachtungen gemacht, die im »Svenska Dagbladet* wiedergegeben werden. Bei anstrengenden Rückzugsmärschen, bei denen dst deutsche Führung das Tempo bestimmte, wurde der Mangel an Lchtas den französischen Soldaten immer fühlbarer, aber sie lösten dieses Problem auf chre eigene Art. Sie schliefen nämlich, während sie marschierten. Die Müdigkeit hatte ein langsameres Tenwo hervorgernien, das auch während des Scblaies beibehalten werden konnte. Bei kurzen .Valtestellen schliefen sie nur etwas tiefer. Sie schliefen, während sie durch Wasser und Schmntz wateten, sie schliefen, während sie hungerten, und sie schliefen auch, während sie verwundet wurden. Schlafend zogen sie durch die Dörfer, und wenn einer schnarchte, so wurde er von seinen Kameraden geweckt. Manche fielen schlafend ins Waffer, manche in tiefe Gruben, solche waren verloren oder gerieten in Gefangenschaft. Die Artilleristen, die auf ihren Pferden schließen, verloren im Schlaf allesamt ibre Mützen. Ein Arzt der amerikanischen Ambulanz erfuhr bei dem Besuch eines Lazarettes im Schnlhanse einer französischen Stadt durch eigene Anschauung, wie tief solch ein Soldatenschlaf sein kann. Es herrschte Totenstille. als er das Lazarett betrat. Ueberall waren schwer Verwundete aus den strohbedeckten Fußboden gebettet, aber man hörte keinen Laut der Klage, kein Stöhnen, denn alle lagen im tiefsten Schlaf. Diese schlafenden Verwundeten träumen fast immer. Sie laden die Gewehre, sie hären die Explosion der Granaten, sie stürzen in den Bajonettkampf. In den Lazaretten springen schwer- verwundete Soldaten oft im Bett auf und greifen mit einem Schrei nach dem Gewehr. Märkte. Gießen, 2. Mai. Marktbericht. Auf dem heusigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1.90-0,00 Mk.: Hühner- eier das Stück 20—23 Pfennig; Käse 8-10 Pfennig, Kasematte 3 Pfennig das Stück; Welsche 0 00—0,00 Mk.; Einge^ndt. lFür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Helinnthi-Knollen. Im Interesse der Allgemeinheit und der Bolksernährung empfehle ich die.Anpflanzung eines aus Nordamerika stammenden Knollengewächses, benannt H e l ia u t h i. Diese Knollenfrucht zeichnet sich durch große Fruchtbarkeit aus, hat einen vollen Ertrag und liefert ein gutes, nahrhaftes, leicht! betömliches Gemüse, welches sogar als Krankenkost, insbesondere für Zuckerkranke, empfohlen wird. Die Zubereitung ist ähnlich, wie bei Schwarzwurzeln. Die 'Stengel werden zwei bis drei Meter groß. Diese, wie auch das Mattwerk finden als Viehsutter Verwendung. Tie Aussaat erfolgt im Frühjahr aus 70 Zentimeter Entfernung, auf die gleiche Weise, wie bei Kartoffeln. Besondere Pflege erfordert die Pflanze nicht, sie gedeiht aus jedem Boden. Gute Vorbereitung des Bodens erhöht natürlich den Ertrag. Die von mir angestellten Versuche waren sehr erfolgreich. Vier Stöcke lieferten einen Knollenerttag von fünfzehn Pfund. Interessenten bin ich gern bereit unentgeltlich weitere Auskunft zu erteilen, wie auch bei mir die Helianthi angesehen werden kann. Gießerr, Aöarburgerstr. 22 I_H. Schaumberger. Mchentl. lleberstcht derTstzexsälle i. d.Stadt Gießer?. 16. Woche. Pom 16. bis 22. April 1916. Einwohnerzahl: angenommen zu 33 100 sinkt. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 29,85 0 / 0 -.- Nach Abzug von 14 Ortsfremden: 7,85 % 0 . ES starben an Altersschwäche Maiern Diphtherie Tetanus Ltlngentuberkulose Tuberkulose anderer Organe 2 (2) Krankheiten des Herzens 3 (2) Krankheiten des Nervensystems Krankheiten der Verdauungsorgane Krankheiten der Harnorgane 1 (1) sonstigen benannten Krank heilen _ Summa: 19 (14) 9 (7) 4 (2) 6 (5) Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Zus- Er- Kinder wachsene kn l.Lebenr- jahr vom 2. bis 15. Jahr 10) 1(0 — — l 0) — 1(0 — 2(1) — 1 KD 1(1) — — 1 IO 2(1) 2(1) — 2(2) — — 2(2) 3(2) 3(2) — 2(1) KD — 1 2(2) KD _ KO 1(0 KD — — 2(0 — 2(1) - Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 3. Mai 1916: Wechselnd bewölkt, meist trocken, keine ivesentliche Temperaturänderung. Letzte Nachrichten. Luftangriffe im Ostseegebiet. Berlin. 2.Mai. (WTB. Amtlich.) Am t.Mai mur- den 'die militärischen Anlagen am Moonsund und von Pernau von einem Marineluftschiff mit gutem Erfolg angegriffen. Das Luftschiff ist unbeschädigt gelandet. Gtelchzellig brteglv r.ii uuimi die militärischen Anlagen und die Flugstation von Papen* Holm auf Oesel mit Bomben und kehrte unversehrt zurück. Gute Wirkung wurde beobachtet. Ein feindliches Flugzeug-Geschwader wurde an demselben Tage gegen unsere Marineanlagen Windau angesetzt, mußte aber durch die Abwehrgeschütze unverrichteter Sache zurückkehren. Der Chef des Admiralstabs der Marine. * Gegen den Wirtschaftskrieg. Lugano, 2. Mai. In einem Artikel, betitelt: Ter Zweite Krieg ! erhebt der M a il ä n,der, „S ecol o", dem sicherlich Dcutschfreundlichteit nicht vorgeworfen werben kann, seine Stimme gegen jene Richtung auf der Pariser Handelskvnserenz, die nach dem Ende des Krieges mit den Waffen einen wirtschaftlichen Krieg aller Verbündeten gegen Deutschland und Oesterreich-Ungarn anstrebt. Ein solcher Krieg könne durchaus keinen Vorteil für die Verbündeten bringen. Eine Sperre gegen den deutschen Markt wäre gleichbedeutend mit einer Verwilderung des allgemeinen. Rechtes und mit einer Verarm u n g Italiens. Aber auch in politischer Beziehung würde dem Bierverband kein Vorteil daraus erwachsen. Deutschland würde mit allen Mitteln den neutralen Markt erobern und dadurch die Wirtschaft der Verbündeten schädigen. Außerdem müßten Absperrungsmaßrcgeln der Verbündeten gegen Deutschland unter ihnen selbst I nter essen- konslikte schaffen, daß ihre Einigkeit daiüber in Trümmer ginge und Deutschland sich bald in der Lage befinden könne, den Krieg mit der Gewißheit eines raschen Erfolges wieder aufzu- nehmen. Tie deutsche Ausfuhr unterbinden, würde auch bedeuten, ihm die Mittel zur Zahlung einer .Kriegsentschädigung (?) entziehen. Man könne nicht 120 Millionen Menschen durch einen Vertrag unterdrücken, ebensowenig ihre Handelsbeziehnngen vernichten. Wenn das Verlassen der wirtschaftlichen Gesetze nickst einmal politische Vorteile bringe, sei cs Zeit, vor Beschlüssen zu warnen, die für die Gesamtinteressen und den künftigen Frieden die schwersten Gefahren bedeuten. Der irische Aufstand. i. Köln, 2. Mai. Laut der „Köln. Ztg." meldet der „Petit Parisien" aus London, daß die irischen Ans ständigen sich aus dem Stephens-Green verschanzt haben und aus die Vorübergehenden schießen. Am Eingang des Graststoneftreet errichteten sie eine aus aufgebotenen Kraftwagen bestehende, gewaltige Barrikade. Die Ausständigen hatten sich der Bureaus der Zeitungen „Daily Expreß" und „Evening Mail" bemächtigt, von wo aus sie auf die Truppen das Feuer erösfneten. In einem Leitartikel sagt das „Journal des Debats", daß England mit seiner problematischen Politik in Irland ernte, was es dort gesät l-abe. Die Schifsstorpedicrungen, die Zeppelinslüge und der Aufruhr in Irland habe die Engländer daran erinnert, daß es sich in diesem Kriege auch für sie um Sein oder Nichtsein handelt. Russische Truppen in England. Haag, 2. Mai. Nicht nur Frankreich, sondern auch England ist mit einer Sendung russischer Truppen beglückt worden, wodurch das tteue Zusammenhalten der Entente- glicder bewiesen werden soll. Eine Abteilung Russen mit einigen Offizieren, sowie mit einer Gruppe Munitionsarbeiter sind in England eingetroffen, und am Freitag I>at Kitchener sie mit einer Ansprache begrüßt und besichtigt. Aber selbst die Engländer scheinen sich dieses hohlen Bluffs zu schämen, denn die Presse hat die Ankunft der Russen nicht gemeldet, und nur ein hiesiges Blatt teilte die Besichtigung durch den General Kitchener mit. Russische Einberufungen. Stockholm, 2. Mai. Ein Ukas des Zaren Nikolaus veröffentlicht die Einberufung der russischen Militärpflichtigen vom Jahrgange 18 9 7 für den 8. Mai. — Ter Generalstabsches, General der Infanterie A l e x e j eiv, wurde zum Generaladjutanten des Zaren ernannt unter Beibehaltung seines bisherigen Postens. Die deutschen Schiffe in Brasilien. Rotterdam, 2. Mai. Eine Havasmeldung ans Rio de Janeiro besagt, die Unterhandlungen über den deutschen Vorschlag hinsichtlich der in Brasilien liegenden deutschen Schiffe blieb erfolglos und sei anscheinend endgültig aufgegeben. (Ter Vorschlag ging bekanntlich dahin, daß die brasilianische Regierung die Schiffe pachtweise übernehme und nur in der Küstenschiffahrt verwenden solle. D. Red.) Aus der sozialdemokratischen Partei. K ö l n, 2. Mai. Wie die „Köln. Ztg." berichtet, hat die Konferenz der sozialdemokratischen Kreisleiter in den Regierungsbezirken Köln, Aachen, Koblenz und Trier einstimmig folgende Entschließung angenommen: Die Konferenz verurteilt das Vorgehen der 18 entschieden. Sic fordert, daß allen Zersplitternngsoersuchen nachdrücklich entgegengetreten wird. Sie verurteilt noch schärfer die offenbar auf eine Spaltung gerichteten Bestrebungen der Gruppe Liobkncchl- Rühle. Ebenso verurteilt die Konferenz, auch die Aufwerfung im- nötiger verwirrender Streitfragen durch eine Anzahl Genossen. Alle Sonderbestrebungen sollten in dieser geschichtlich denkwürdigen Zeit unter dem bringenden Gebot völliger Einigkeit der Partei zurücksteljen. Indem die Konferenz verspricht, alles auszubicren, um den unheilvollen Geist der Zersetzung zurückzu drängen und dem Bezirk der oberen Rheinprovinz fernzuhalten, fordert sie zugleich, daß unvermeidliche Auseinandersetzungen innerhalb der Partei streng sack.sich und im Gciste der Brüderlichkeit und Duldsamkeit geführt werden. i Lichtspielhaus Bahnhcfsti*. 34- Spielplan vom 2. — 5. Mai. Ui© Einodspfars*e Eine Tragödie in den Bergen, in 4 Akten. Lis^ im Fslcl© Zeitgemässes Lustspiel in 2 Akten, in efer Hauptrolle Lise aus dem Zirkus Schumann. Dazu ein gutes Beiprogramm. 3456a Militär nach dem Feldwebel abwärts zahlt werktags die Hälfte. waschkessel cmalllert und verzinkt in allen Srötzen wieder aus Lager. Edgar Sorrmann. Sietze», Eisenhandlung. 8} ©lli ■*!!•© werden ausgebessert und von ttberzogan. puade s, Go., Selterswe#c_52. Gießen. Yisitkarten liefert billigst Brübl'sche Univ.'Dructerei Gießen. Holzversteigerung. Freitag, den 5. Mai i. I., vormittags 9 Uhr, soll im Staufenberger Gemeindewald, im Distrikt Eichwald und Schabenberg nachverzeichnetcs Holz versteigert werden. 20 Eichen-Derbstangen 15 Fichten-Derbstangen 15 Ittn. Eichen-Nutzscheiter 6 „ „ Nutzknüppel, 2 Mtr. lang 12 „ Buchenscheit 61 „ Eichenscheit 275 „ Buchen-, Eichen- und Fichten-Knüppel 434 „ .. „ Reiser 110 „ .. m „ „ Stöcke. Die Zusammenkunft ist auf der Marburger Straße, diesseits der Tiefenbach. Staufenberg, den 30. April 1916. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan ' Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Staufenberg für 1916 Rj. liegt vom 3. Mai ab eine Woche zur Einsicht der Interessenten aus dem Amtszimmer Unterzeichneter Bürgermeisterei offen: Zur Erhebung einer Umlage werden die Ausmärker herangezogen. Staufenberg, den 30. April 1916. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan. 3463 MIM BckilniitlilMllllgeil Der AM Sieget!. Die Auszahlung der Familicnnnterstützuuacu an die Familien dev zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: Reichs- und Kreisunterstüpung. An dieienigew deren Namen beginnen mit A —H Montag, den 1. Lstai .1—11 Dienstag, den 2. Mai 8—2 Attttwoch, den 3. Mai. bl Weitere Unterstützung (Mietsznscbuh). An diejenigen, deren Namen beginnen mit: A-H Doni»ers1ag, den 4. Mai J—R Frei lag, den 5. Mai 8—2 Samstag, den 6. Mai. c) An Vermieter, die Mictbeträgc abbolen. Montag, den 8. Mai 1916. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer dir. 7, statt. Tic Untersttttzungeu dürfen nur an den vorge- nannten Tagen abg ebolt we rd *n. __ Das im Monat März d. I. fällig gewesene 6. Ziel Gemeinde'teuern und Kanalgebtthreu kanli nocl, bis zum 13. Mai 1916 ohne Kosten au die Stadtkasse bezahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung dieses Zieles noch im Rückstände sind, werden hiermit gemahnt, die Abgabe bis zum 13. Mai all die Stadtkasse zu entrichten. Vom der Stadtkaffe gutgeschrieben sein, aitdernsalls die vor- geschriebe nen BeitreibungSkoiten erhoben werden, ff"'6 Tie AuSwciökartcn zum Bezug der bestellten Spargel sind vorn 3. dS. MtS. ab im Stadthaus. Zimmer Nr. 8, in Empfang zu nehmen. Tie Spargel werden nur gegen Vorzeigung der AuSwelSkarien abgegeben. Der Beginn des Verkaufs unrd non, bekannt gemacht. 1844/B Am Freitag, denk. Mai l. Fs., nachm. 2 Uhr, werden int ilädt. Hospital, SclterStveg 11, die im Fahre 1915 gc- snndenen Gegenstände, sowie verschiedette Oiachlaß-Gegen« stände insbesondere Mobiliar und Hanögegenstände versteigert. IW78 * Du ahnfcst es wohl, daß dir der Tod beschieden, Als dn Abschied nahmst von deinen Lieben Peru, getrennt vom lieben Heimatland, Kunst du gebettet von Kameradenhand. Der Schmerz ist zu groß, wir könnens nicht fassen* Doch dort in jenen lichten Hohn Hoffen wir auf Wiedersehn. Du guter Sohn lebst nun nicht mehr. Dein Platz in unserm Kreis ist leer, Du reichst uns nicht mehr deine Hand, Du starbst zu früh fürs Vaterland. Wir konnten dich nicht sterben sehn, Und nicht an deiner Seite stehn. Du warst so gut und starbst zu früh, Wer dich gekannt, vergisst dich nie. Von den Deinen früh geschieden, Verliesst du schon der Erde Glück; Hörst nicht der Eltern Klagen, Hörst nicht der Mutter Schmerz. Und wir könnens kaum ertragen. Und vor Wehmut bricht das Herz. Wenn Liebe könnte Wunder tun Und Tränen Tote wecken, So würde dich im fernen Land, Nicht fremde Erde decken. Schlafe sanft, du treues Herz, Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Nach Gottes unerforschlichem Willen traf uns gar plötzlich hoffnungsvoller Sohn und unvergesslicher Bruder und unerwartet die tief erschütternde Kunde, dass unser lieber, z-Reservist Wilhelm’ Aktives Infanterie-Regiment Nr. 116, 6. Kompagnie nach ^monatlicher ununterbrochener treuer Pflichterfüllung am 13. April an Keiner erhaltenen schweren Verwundung im 27. Lebens- jahre den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefem Schmerz: Ludwig Vogel IV., Grossh. Bürgermeister Karl Vogel, in französischer Gefangenschaft Frau Elisabetha Vogel geb. Vogel z, Zt. Interniert in der Schweiz. Ludwig VOgel, z. Zt. in einer Genesungs-Komp. Familie Ludwig Röhrsheim Familie Kasper Müller IV. Hfehr, d» 1. Mai 1916. "»a 8110 Verwandten. Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung! 3M9D 0 helfe Gott uno überwinden Den Schmerz, er drückt uns nieder. Laß uns durch deinen Trost verkünden, Daß wir uns seh’n einst wieder. Tief erschüttert, erhielten wir die traurige Nachricht, dass am 20. April mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, unser unvergesslicher Sohn, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Auf dem Felde der Ehre starb am 25. März unser lieber Bundesbruder Philipp Geissler Musketier im Res.-lDf.-Regfc. Nr. 81, 5. Komp. im Alter von 29 Jahren den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. stucl inatk. Georg Horn Kanonier im Feldart.-Regt. 25, Leibbatterie. Ehre seinem Andenken! S4SD Math. Hat. Verbindimg, In tiefer Trauer: Frau Elisabeths Geissler geb. Becker Familie Kaspar Geissler Familie Heinrich Becker II. Familie Heinrich Geissler Familie Marie Hartmetz Ww. Staufenberg, den 2.’Mai 1916, Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass heute Montag, abends 10 Uhr, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Cirossvater woA Urgrossvater Johannes Briege! II. Statt besonderer Anzeige. Heute früh entschlief sanft nach langem Beiden meine liebe gute Frau, unsere treue Mutter Marie Kutsch geb. Schulz im 56. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Professor Ernst Kutsch Luise Kutsch Assistenzarzt Dr. Wilhelm Kutsch. Giessen, Ludwigstr. 38, den 1. Mai 1916. seit 2% Jahren Direktor des Konsumvereine in dem hochbetagten Alter von 85 Jahren nach kurzem Krankenlager dem Herrn sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ln ihr. Bop;) „ Karl Stumpf I. „ Ludw. Schäter Garbenteich, „ Gg. Briegel den 1. Mai 1916. ,, Karl Briegel Heb. Briegel, z. Zt. im Feld, und Familie. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. Mai, nachmittags um 3 1 /, Uhr, statt. 8463 4 liackül Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhofe statt. Von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bitten wir absehen Im Regiment starben den Heldentod fürs Vaterland: zu wollen. 3441 Leutnant der Res. Kar! Schmitt Leutnant der Res. Heinrich Wendel Ldctuaat äer Reserve lm Infactorta-Rsfliasett US Wilhelm Fernau Für die überaus wohltuende Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen herzlichen Dank 09318 Familien Mentzel, Kowarzik, Pickert. für die uns erunefenen Buftrrcrk- famReiten anläßlich der frier unterer Goldenen Hochzeit lagen herzlichen Danfe ftertnann Petri und frau. Uch, den 1 . mal 1916 . mit ihnen viele tapfere Unteroffiziere und Mannschaften. Das Regiment wird den gefallenen Helden und lieben Kameraden ein ehrenvolles Andenken bewahren. Im Namen des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Grossherzogi. Hess.) Nr. 116. 3421D Hasse Oberstleutnant und Regiments-Kommandeur. Bel Mals- u. Luugenleiden verlange man kostenlos hochinteressante belehrende Broschüre mit Abbildungen, über Ozon-Wirkung und Urteile ans Aerzte- und Laienkreisen d. Versand Adalbert Avotveke, Berlin 34, C. 54. [3434 Metall betten Holzrahmenmatr., Kinderbett. biN. an Private. Kat. frei. Elsenmfibelfabrik, Snäii. Tfc. Alfa-fjaval- §eparator Bcttermaschiaen sowie jegL Art adlch« srlrtscfcaEtüchar Gsräis empfiehlt Edgar Borrmaan Eisenhandlung Xe&stadt 2i J9 a Tel. 165