rv.W - Der Lt»tz««r Lkze^tt erscheint täglich, anher SorrrrtagS. - Beilagen: viermal wochen ttich SietzenerKaimlftnblatter; zweimal wöchentl.Ureis- vlattfürden Ureis Kietzen (Dienstag und Freitag); zrveiinal monatl. Land- wirtschaftllche Zeitfragen ft-cmfancd) - dlnschlüffe: sürdie Schriftleitung112 Verlag,Geschältsstelleöl Adresse iür Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Zunahme von Anzeigen für die Tagesnurnmer bis zwn Abend vorher. Erstes Mick \U. Jahrgang Montag, \, Um Vlö w Rotaftoasön«? und Verlag der Sröhi'?chrn Unlv.-Sllch- und Steindrmkerei 8. Lange. Zchriftlettnng, Geschäftsstelle und Sruckerei: §chulstr.7. Bezugs v 7 2 : ' monatl. 90 Bf., uicnel* jäbrb Mk. 2.65; durch Aohole- u. Zweigstellen monati. 80 M.; durch die Bost Dck.2.15vierr: l- jährl. ausfchl. Bestell^. Zeilenpreis: lokal15 Pi., ausw. 20 Pi. — Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goen, für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal : Fr. R.Zen;: für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen ce (WTB.) Großes Hauptquartier, 29. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf der Front zwischen dem Kanal van La Bassee und Ar ras andauernd lebhafter, für uns erfolgreicher Mrnenkarripf. Zn der Gegend von Givenchy-en-Gahelle machten wir neue Fortschritte und wiesen zwei dagegen angesetzte starke englische Handgranatenangriffe blutig ab. Im Maasgcbiet sind abermals französische Gegenstöße an der Höhe „Toter Mann" und östlich davon zum Scheitern gebracht worden. * Unsere Abwehrgeschütze holten südlich von Moronvilliers (Champagne) einen französischen Doppeldecker herunter: seine Insassen fiuD tot. Oberleutnant Bölcke schoß Mlich von Baux das vierzehnte feindliche Flugzeug ab. O e st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Südlich des Narocz-Sees machten unsere Truppen gestern einen Vorstoß, um die am 26. März zurückgewonnenen Veobachtungsstellen weiter zu verbessern. Heber die vor dem 29. März von uns gehaltenen Gräben hinaus wurden die russischen Stellungen zwischen Stanarocze und Gut Sta- chowcz genommen. Fünftausend sechshundert Gefangene mit sechsundfünfzig Offizieren, darunter vier Stabsoffizieren, ein Geschütz, achtundzwanzig Maschinengewehre, zehn Minerrwerfer sind in unsere Hand gefallen. Die Nüssen erlitten außerdem schwere blutige V e r l u st e, die sich bei einem nächtlichen, in dichten Massen geführten Gegenangriff noch statt erhöhten. Der Feind vermochte keinen Schritt des verlorenen Bodens wicderzuge- winnen. * Unsere Luftschiffe griffen die Bahnanlagen bei Wenden und an der Straße Dünaburg — Nja- zyca an. Balkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptguartirr, 39. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Mehrfach wiederhottcn die Engländer ihre Gegenangriffe bei Givenchtz-^n-Gohelle, ohne einen Erfolg zu erringen. Nördlich der Somme und nordwestlich der Oise fanden für uns erfolgreiche Pattouillengefechte statt. Links der Maas griffen gestern abend starke französische Kräfte unsere Stellungen auf der Höhe „Toter Mann" und die anschließenden Linien bis nördlich des Eaurettes-WätdchenS an. Nach hartnäckigen Kämpfen auf dem Ostabfall der Höhe ist der Angriff abgeschlagen. Rechts des Flusses scheiterte ein feindlicher Vorstoß nordwestlich des Gehöftes Thiaumont. * Ein deutscher Flieger schoß über Verdun-Belleray im Kamps mit drei Gegnern einen derselben ab. OestlichcrKriegsschau platz. Südlich des Narocz-Sees wurden.nachts noch vier russische Geschütze und ein Maschinengewehr erbeutet sowie dreiundachtzig Gefangene eingebracht. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Wir haben bei wehendem Flaggenschmuck ein lang erwartetes Fest geseiert, den Fall von Kut el Amara, wo unsere türkischen Bundesgenossen nicht weniger als 13 000 Englanger gefangen genommen haben. Das wird in dermohamme- danischen Welt, in der sich das Verständnis für Deutschland und seine Ziele, für das Zusammengehen mit den Mittel-- machten immer mehr durchsetzt, ein gewaltiges Aufsehen geben. Was gibt man noch auf englische Prahlereien? Und sind die großen Kriegsziele der Herren Grey, Asquith, Churchill nicht wie Träume zerflattert? Was hat man für bestimmte Erklärungen und Voraussagen für die Eroberung der Halbinsel Gallipoli ausgegcben, und wie beschämt ist man daun, trotz großer Worte über den „Erfolg" des Rückzuges, wieder von dannen geschlichen. In Saloniki erblüht dert Engländern, nachdem ihre französischen Bundesgenossen zum Teil dringender Geschäfte wegen in die Heimat abgeschoben worden sind, sicherlich ebenfalls kein Segen. Und nun der neue Schlag in Mesopotamien! Er macht ein ansehnliches türkisches Heer zum Kampf gegen die Russen frei! Da jetzt gerade das englische-PMlandrmt wieder tagt, vettohnle es sich, einmal aufzuzählen, was .Herr Asquitb, die Spitze der Regierung, im Lauf des Krieges schon für Erklärungen ab gegeben die hinterher durch die G nisse und Tatsachen als leere Spreu in den Mülüßffru d'r Weltgeschichte geweht worden sind. Auch sein neues Wehrpflichtgesetz, das, I eine Angstgeburt, ein schwächlicher Kompromiß, im Unter- \ hause unter klatschenden Seitenhieben auf Asquiths Zuverlässigkeit in den Grund linfr Boden hinein kritisiert worden ist, hat in diesem Müllkasten seinen Platz gefunden, und wenn ein neuer Andersen die dort zusammengekrümelten Manuskripte und Dokmnente zu einer Unterhaltung, einer Aussprache, erwecken würde, so käme etwas Artiges dabei heraus. Der 2. November 1915 war z. B. ein großer Tag im Unterhaus. Da erklärte Asquith, er sei für Gallipoli voll verantwortlich, und fügte stolz hinzu, daß General Nixons Streitkräfte jetzt innerhalb einer meßbaren Entfernung von Bagdad seien, und daß während des ganzen Krieges keine Operationen sorgfältiger eingeleitet, glänzender durchgeführt und erfolgversprechender gewesen seien. Wird Asquith die Geister, die er rief, die jetzt noch im Mülleimer versteckt sitzen, aber schon anfangen, sich zu rühren, wieder loswerden? Auch über die Lage in Irland hat er eine befriedigte und tröstliche Erklärung abgegeben, obwohl es dort doch noch heute stark durchs Dach regnet. Es ist für England charakteristisch und merkwürdig, wie man dort in stiller Wut aneinander vorbeiredet. Zwar die Kritik wächst sich zu ganzen Wäldern aus, aber sie kann doch, aus vaterländischen Gründen, nicht gut zu den letzten Konsequenzen konkmen.So wird ein Antrag im Unterhause angekündigt, wonach das Haus beschließen soll, den Vizekönig und Staatssekretär für Irland zum schleunigen Rücktritt aufznfordern. Und Asquith? Sein Thron wackelt ganz bedenklich, die Vorwürfe und Flüche gegen seine Regierung mehren sich, aber man hat bisher immer einen Kabinettswechsel möglichst vermeiden wollen, weil man die Folgen und Folgerungen nach außen hin fürchtet. Wir haben in Deutschland beim Eintritt des Maien frisch und fröhlich den Zeiger der Uhr um eine Stande vorgerückt. Das kommende Schicksal fürchten wir nicht. In E'nglaich könnte mau sich kein solches Symbol wünschen, denn dort ist jeder Schritt in die Zukunft düstev und gefährlich. Unsere Miesmacher und Pessimisten halten die längsten Reden über Teuerung und schlechtes Zugreifen der Regierung in diesem Punkte, aber eigentliche Gefahren des Krieges erscheinen ihnen nicht; selbst Amerikas Drohung erregt in Deutschland keinen Menschen. Das ist in England anders. Dort bringt der Frühling welkende Blätter nationaler Zukunft. Und in der Walpurgisnacht greift ein arger Geisterspuk dem großen Albion mit ernüchternder Uuzattheit in dre Seele. lieber die Lage in Aegypten schreibt der „Berner Bund": Die interessanteste Meldung der letzten Tage ist der Bericht von dem Treffen bei Katia oder El-Katie am Snezkanal. Tie Englmwer haben sich im Lause der letzten Monate am Suezkanal defeirffv so weitschichtig eingerichtet, daß sie auch Punkte östlich des Kanals in den Bereich ihrer Verteidigung zogen. Sie rückten über Kantara aus El-Kcrtie vor, um auch diese wichtige Oase und den Bir el Abd, also die BrunnenstaUon, in die Hand zu bekommen. El-Katie ist nur noch vierzig Kilometer vom Kanal entfernt und kann als Ausgangspunkt jeder Unternehmung gegen die Linie PortSaid-Kantara gelten. So lange die Engländer El-Katie fest in der Hand hielten, war das Herani’omnteit an ihre Kanalstellmrg von E l - A r i s ck her unmöglich gemacht. Doch war die Stellung selbst so weit vorgeschoben, daß die dort ausgestellte Truppe von überlegenen Kräften angefallen und umfaßt werden konnte, wenn sie nicht mit den Hauptstettungen Verbindung hielt. Da Arisch lschon feit Jahresfrist von starken türkischen Kräften gehalten und der Bahn- und Straßenbau in der Richtung aus den Kanal seither emsig gefördert worden ist, wurde Katia immer mehr zum gegebenen Kamp fort. Am 23. und 24. April fand der Zusammenstoß statt, über den die Meldungen auseinandergehen, doch sind sie, was den ArÄgang des Treffens betrifft, vollständig in Uebereinstimnruny zu bringen. Die Engländer sind nach glücklichen Einleitungskäinpfen — es scheinr, daß die Australier nach vorn durchgingen — umfaßt und geworfen worden, zum Teil sogar hängen geblieben. Offenbar waren die Verluste sehr schwer, die Nachhut scheint vernichtet worden zu sein. Größere Bedeutung besäße die Affäre indes nur, wenn dahinter der Vormarsch starker, türkischer Kräfte sichtbar rvürde. Obwohl die Türken den Ban der Annmrschst rasten in den letzten Monaten bedeutend gefördert haben !nnd z. T. vermutlich auf etwa fünfzig Kilometer an die Kanalzone lserangekommen sind, wäre eine Offensive großen Stils in dieser Jahreszeit etwas so Ungewöhnliches, daß man schon deswegen ans dem Gefecht von El-Katie nicht ans weitere Operationen schließen darf. Die Bedrohung der ägyptischen Westfront ist nach der Abweisung der Senussi dahin gefallen. Gegen Westen und Süden hat sich General Maxwell durch weitläufige befestigte Limen gedeckt, am Kanal das vorerwähnte mächtige Ber- teidignngssystem ansgebaut und wartet nun der Dinge, deren Entwicklung er weniger zu fürchten braucht, wenn es ihm gelingt im Lande selbst Ruhe zu halten und er nicht genötigt wird, stärkere Kontingente nach Saloniki oder Mesopotamien abzugeben. Die österreichisch-ungarische» Tagesberichte. Wien, 29- April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbarti 29. April 1916. R u s s i s ch c r K r i c g s s ch a u p l a tz. Nördlich t'.'tt M lyirow an dn- Zkwa warfen Abteilungen der .. Erzherzog Josef rdinand den Feind ausseinenDorstellungen. Es wurden ein russischer Offizier. 189 Mann und ein Maschinengewehr eingebracht Sonst die gewöhnlichen Geschützkämpfe. JtalienischerKriegsschauplatz. Gestern nachmittag hielt der Feind das Plateau von D o b e r d o und den Gürzer Brückenkopf, sowie einzelne Ortschaften hinter der Front unter lebhaftem Geschützfeuer. Unsere Flieger belegten die Bahnhöfe von Cormons und San Giovanni di Manzano mit schweren Bomben. Auch an der D o l o m i t e n f r o n t war der Artitterie- kampf stellenweise ziemlich heftig. Am Col di Lana wurde ein neuerlicher feindlicher Angriff auf unseren Gratstützpuntt adgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstebs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 39. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 39. April 1916. RussischerKriegsschauplatz. Nördlich von Mlynow sind unsere Abteilungen vor überlegenen russischen Angriffen aus den. am 28. dieses Monats erkämpften russischen Vorstellungen wieder zurückgenom- men worden. Die Zahl der gestern gemeldeten Gefangenen ist auf mehr als 299 angewachsen. Italicscher Kriegsschauplatz. Die Geschützkäwpfe, die an vielen Stellen der Fron: geführt wurden, gingen nickt über das gewöhnliche Matz hinaus. Zeitrverse stand die Stadt G ö rz wieder unter Feuer. Unsere Flieger bewarfen die feindlichen Barackenlag-'r bei Villa Visektina mit Bomben. Nach glücklich bestandenem Luftkampf kehrten sämtliche Flugzeuge wohlbehalten heim. Bei San Daniele del Friuli kämpfte em eigener gegen vier feindliche Flieger und zwang einen davon, im Sturzflng niederzugehen. Im Adamello-Gebict griffen italienische Abteilungen, die von Dosfon di Genova nornickten, unsere Stellungen am Topetc-Patz an. Der italienische Pressebericht vom 28. dieses Monats enthält die gänzlich erfundene Behauptung, daß unsere Infanterie immer häufiger von Erplosivgeschossen Gebrauch mache. Demgegenüber sei nur festgestellt, daß die italienischen Handlungen wider das Völkerrecht (Verwendung van Erplo- sivgeschossen und Gasgranaten Beschießung deutlich gekennzeichneter Sanitätsanftalten. Kirchen und Klöster uiw.) als so häufig vottommend nicht mehr verzeichnet werden. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Uut-el-Amara gefaben. Großes Hauptquartier, 29. April. (WTB. Amtlich.) Die in Kut el Amara eingeschlossene englische Truppenmacht hat sich dem tapferen türkischen Belagerer ergeben müssen. Mehr als 13 999 Mann sind kriegsgefangen Oberste Heeresleitung. Konstantinopel, 29. April. (WTB. Amtlich.) Wie der Vizegeneralissimus der Osmanischen Armee Meldet, hat die eng liscke Garnison von Kut-cl-Amara, die aus 13 300 Mann unter dem Befehl des Generals Tolvnshend bestebt, b e dingnngslos kapituliert. London, 29. April. (WTB.) Amtlich, wird mitgeteilt: Nach einem ritterlichen tmd tapferen Widerstande von 143 Tagen, de: unvergessen bleibe mich, ist General Townshend infolge Erschöpfung der Vorräte gezwungen tvorden, Kut-el-Amara zu übergeben. Borlier vernichjkete er seine Geschütze und Pie Munition. Seine Truppe:: bestehen mrs 2970 Brite» aller Gl-ad.' und Dienstzweige, etwa 6000 Mann indischer Truppen und dem Troß. Berlin, l. Mai. Zum Fall von Kut-el-Amara wird hm „Lokal-Anzeiger" aus Kvnstantinopel berichtet: Noä' ge nauer Bewämimg war Kut-el-Amara 1 4 5 T age e i n g e s ch l o s sen. Allein im März urrd April mißrat die Engländer übe. 20 000 Mann. Interessant ist, daß mehrere englische Geschäfte Häuser ebenfalls flaggten imb türkische Fahnen hißten. In der „Täglichen Ru n dsch a u" beißt es: Mft dem Jubel über die bestellte und endlich gelieferte Herau->;ordening Deutschlands durch Amerika begann die Woche, nact: Ostern für England: mit einer Reihe schsverer Mißerfolge und ernster innerer Krisen «endete sie. Die Tatsachen reden lvioder eininal lcurher ,fts die englischen Berichte, und die Kunde des neuen nückischen Sitzes wird die Länder des Islam durcheilen, den Eirtschlnß zmn Dm'öv halten festigen und den Mut zu neuen Schlägen kräftige:!. Das Bündnis zwischen der Tüttci und Deutschbmd und Oesterreich- Ungarn stehl. wie die Rede des ttirkisck^n Mtnifters des A^nßern l>ch "' ^u.dic öer deuttchen Reichstagsabgcvrdneten betveist, stster i-c? mrd imri> »virhrend des Krieges sorgsam MFsgebMit. ^ Der rüi'lrsche Mcinister des Äißern bar, wie die „B o s fisch e ^ tg/'se.reibt, durär markige Worte die Lügen wtgeschwgen, die von llmnmnttgfciüen aimfchni Deuttckstmrd und seinen Derdündcwn zu ^ gb.-en Normten. Er tzar drs Angebv!. ixrs die Enknite der Türkei ernit uiachrc, dem Angebot gegenüber gestellt, wcrch dessen Annabme o.ne Türken die Verbündeten Deutschlands und Oesterreich- llngarns geworden sind, und damit seinem, eigenen Volke deutlich Icreist, wcsl-alb die türkischen Staatsmänner mcht anders handeln lLmnten. als sich den Zentral inächten zn verbürlden. Gleichzeitig aber htt er der Welt gegenüber dargetwi, lvelcbe ticswurzelnde ^:ueress^igemernschuft zwischen Deutschland und seinem Berbün d-eten besvcht. Kvnstantinopel, 29. April. (Priv.-Tel., zs.) Die rn - - u t - el -Anc a ra eingebrackxte Beute ist noch nicht festgestellt. Urrter den Gefangenen befinden sich vier Generäle, £:* *P t? ^ J 1 * ^ c ,lnt ^ ^ ^ 0 inbis che Offiziere. Der tür- n ^ ^brrromTnarchierendc Haftl Pascha lieh dm Gene-a! Towns hmd im Besitze seines Degens. Die deutschen Parlamentarier in Konftantinopel ^ 29. April. (WTB) Die Abreise der dr'utschen Parlamentarier mit dem heutigen Balkanzug vollzog w l>cnfii»iirbigcn Kundgebungen. Frhr. v. Ga mp gab in ferner Abschiedsrede die eben eingetroffene Nachricht von dem .valle von Knt el Amara brLurnt, die. obwohl lange er- ^vartet, surrst freudige Ueberraschung heriwrries wegen der Voll- Ulmse gkctt des ^reges und der Zahl der Gefangenen. Der Zug fuhr unter den stürmischen Zurufen einer beweaten Menge aus, unter der hch ein Adfutant des Sultans, der Kammerpräsident, Mitglieder des Komitees für Einheit und Fortschritt, hohe Beamte m Zivil und Militär, als Vertreter der deutscksen Botschaft L.ra^)man Weber, Generalkonsul Mertens und viele andere befanden. Das gleichzeitige Eintreffen der Nachricht von der Versen- rung eines engli schen Ad m iral sch i s f es im Mittel- die Begeisterimg. Tie Stadt ist reich beflaggt. Die 'Bevölkerung veranstaltet Fveudenkundgebungen. Die Nachricht b'trlle von Kut el Amara, der hier unverzüg- ^ bekannt wurde, verursachte in der ganzen Stadt großes Aufsehen und ungeheure Freude. Es wurde sofort ST? 6^6gt- Die Freude ist umso gerechtfertigter, als es sich feit '-k^ginn des Krieges um die erste große Kavitulation einer ch Nicht nntteilbar, doch könne gesagt werden, daß dnit'che Konsuln in der Türkei dieselben Rechte und Bemguisse smlelpm, wrc osmamsche in Deutschland. Tie Untertanen beider ^anoer werden rn beiden Laridern gleiche Rechte haberr Die Be- ^lspielsweise England und Frankreich einander -.bff nnruns in den bevorstel^nden Konvention^: fff £&* Stacsten haben ftch^alsv aus der Grundlage gegen- festi^r -bhtung der Rechte der rwuverenität geeinigt mid trotz ^ Konventionen beraten und abgeschlossen, um ». .< künMgeu Beziehungen vor jeder falschen Auslvgmig zu sichern, Kosig Ko«fta»ti« »nr> der englische General Mahon. Berlin, 29. Aprst. lPriv.-Tel 1 Die R rr ^ M " % U P n 'r ° fccr Befehlshaär de^engl^! gruppen m Saloniki, hatte durch den englischen Gesandten Elliol um eme Audienz beim König Konstantin nachaesustn um mit bie^em über bie schwebenden Streitfragen zu beraten, ^ie Wwemng t?awbem (Wmibtett mit, ba& ber K-mig nTch^in bei &xg« fet mit Gkmerol Mahon über die militärischen, nach wmi«r vb:r^ie dipkunatychän Fragen zu sprechen ^ - 29. lPriv.-Tel.> Die „B. Z. a. M" meldet aue, Amsterdam: Die Festlmibsausgabe der „Daily Mail" meldet aut Gnrna eines Berichtes aus Athen mnn 22 April ln,h O.i'.ecfaenUnb fe w bei dem Verband 63 Proteste vandlnncpm eruqe-leqt hat. darunter au einem ^agc der letzten Woche allem sechs. densschstlst. Dieser Punkt, sorvie des Problem für die Entsäiäcigung snr sdre durch den Krceg erlittenen Unbilden wurden einenr Ausschuß zur Vorvera tung überwiesen. Beraten wurde ferner der Plan etncr öe <5 ^ o!t- und Telegraph cngebühren, die Zernage uoer den mternationalcn Gütertransport und die wchassung eineS^ inlerrrLticmalen Patentrechtes unter den — Die Frachtenteuernng, zu der der französische Referent * ^Rkühcte, daß jetzt der Transport einer Tonne Kohle -O? ch Casste nach Genua 112 Francs gegen 12 früher koste, ries die i t a l i e n i s ch e n A b g e o r dn e t e r: auf den Plan, die energi,ch aus die hurten Ovser hinwiesen, die dieser unhaltbare Zu- lyffr oosonders Italien auferiege und nachdrücklich forderten, daß die Alliierten schleunig»! Gege.:maßrege!n ergrisscu. Demgemäß wurde auch eme iLntschließung gefaßt, die die Beschlagnahme von tvandelsschisfen gegen »Entschädigung als ein notwendiges Mittel Mpschl uin durch wirtschaftlich? Einigkeit di. Widerstandskraft zum ^urchhalten bis zum höchsten Ziel zu sichern, c befaßte sich die Konferenz mit der Jnternationalisierungl Gesetzgebung über^ Äandelsgesellschasten mit Maßnahmen zur Minderung dev Metallgeldumlauses durch Schaffung einer inter- - ^^^^^onskammer. Luzzatti entivickelte seinen tzlan erne^. internationalen Clearmg Öonse, iirdem er die Ein- ^^^L.^^rnationalen Scheckverkehrs zwischen Emissions^ k n ^l r t ait ^ ü ' Rußlands und Italiens zur VerUnderung der Kur^spekulatwn enrpfiehlt, , Luzzatti schloß mit einem deutliches stpVAl an England, »erneu s?-ltiierten nickt immer bloß mit ttmerlsen au» ihren Geldvorrat beizustehen, sondern an der Sck^lf- Mng ernes solchen Instituts tätig mitzuwirken. Sodann wurde ■ bes P vstscheckverkehrs und die Aufstellung einheitlicher Grirndsätzc in der Ges-etzglbung, betreffend falsche Warenbezeichnungen bclMidelt. Auch die Frage der Bankerott-t Klange nach einer Unirersalisierunq ihrer Wirkung, ^chuetzlich wurde die Gesetzgebung bezüglich den Verlust uiid Dieb- Ualit von v>nl>abcrpav:eren besproch.m, deren Vereinheitlichung durch die wrrtschastlichen Interessen gesiorderst würde. Rüstungen Schwedens und Norwegens. ^ S t o ck h o l m . 29. April. (WTB.) Meldung des Schwedischen ^.elegramm-Burem:S. Der von der Regierung verlangte Kredit ist mit 40 300 006 Kronen für eine Verstärkung des Dee- ^ b'-'^ hauptsächlich duvck Anschaffung von schwerer Artillerie, und von Naterral für dre Pioniertruppen, für die Intendantur und dre Ausru,tung des. Landsturms bes'timmt und mit 12 229 000 Kionen für die Verstärkung der Marine, davon vier Millionen zur Anlchaffung eines neuen TorpedobootsZerstörers und von Tauchbooten. Kristian ia, 29 April. (WTB.) Dem Staatsrate ist der geheime und der öffentliche Haushaltsvoranschlag für Heer und Flotte vorgelegt worden. In dem geheimen Voranschlag sind für das Heer 12 282 400 Kronen, für die-Marine 2 320 000 Kronen aus- ges-etzt, ut dem öffentlichen 1002 300 bezw. 806 476 Kronen. * * * Die Wehrpflicht und das englische Unterbaus. . ^ London. 27. April. WTB.i Unterhaus. Lony legte den von der Regierung ausgearbciteten Rckrutierungsplan vor. drehte sich hauptsächlich uni 'die Einsrellurig der Achtzehniahrigen mrd bie Verlängerung der Dienstpflicht der Sol- daten, namentlich in der Territorialarmee, sie sich z-u einem vicr- lahrigen Straft verpftich eten und deren Dienstzeit abgclaufen ist Ear» on »agte, cs »er ausgeschlossen, daß die Bill in einer ein- 2 ^en Komml>».onsb:ratung erledigt »verden könnte, wie Lang es u fj. Printe sich gar keine ungerechteren, unlogii'ckerer,' und unvollstandtgetcvi Vorschläge denken, als die, welch' die Re- S^ung loeben gemacht habe. Die allgememe Wehrpflicht für alle »ei die einzig mögliche Lösrriig. Tie Negierung nehme geg.enüb"r ^n Burgerchltchlen erne Stellung ein, die jeden Maßstab^ verrücke. Vui Mann an der Front, der sich weigere, in die Schützengräben zu .gehen,^ werde erschossen^ Wer wenn ein Räunitionsarbeiter bekomme cr ftrnf Ästling mehr., Tie Einstellung der .. chizehnjahr^en lehnte Kstchener selbst erst vor kurzem ab und STÄ & züchtig. Leif Jones (Liberal' bekämpfte tr der Regierung, weil sie die teilweise Anwendung £l r ttlfgciufmcn Wehrpflicht enthielt. Balfvur und Asguith er- daß "fte keine Erweitewrng C ^ batten. Dieser Versuch einer' Lösung ßn Iwcbst unglücklich und umvelse. Er würde im Laude die Empfmduug großer Ungerechligkei: und Ungleichheit Hervorrufen. Walch (Ar- Zagst er Persönlich würde für die allgemeine Wehr- pstrcvü strmnien wenn che Maßregel Trotzoendig sei. Wenn man 5 ?^ die Bergleute nicht dafür gewiiine, so wäre jeder Ber uck> che Wehrpflicht elnzufuhren, hoffarurigslos. Es wurde estieu Bürgerkrieg der fürchterlichsten Art geben. Walch er- vor einiger Zeit den Anbeiterftührern ff verstehen gab, daß »ern erstes Dienstpflichtgesetz km Vor- ''Ec, und daß, weiin eine - rächt würde, es unter anderen ^^. '^^oniter geschehen werde. Jetzt sckseme Asguith diese n.is'cü- wer für Ae Mehrheit der Minister eine völlige lieber^ raschimg, obwohl iie über che Stellung des Unterhauses gegen die Bül gcw rn: worden waren. Sir waren daher auf die neue Lage ganz inoorbereiter. Jetzt haben sie wieder keine Politik. Sicher r»t, daß die Regierung am Dienstag ein sehr viel kritischeres Unterhaus finden nnrd, als seit Monatar. Ein Antrag ist eingebracht, p 'd Absetzung des Vizekönigs urrd des Staatssekretärs von Irland verlangt. — Die „Times" sagt in emem' Leitartikel: Die Ablehnung der Regi-erungsbill ivar der Ich,Werste Schlag, den die Regierung bisher erhalten hat. Der seekrieg. Ber,enkt:ng eines dcntichett Tauchbootes. London. 29. April. MTB.) Ein deutsches Unter- s e e b oo t ist gestern an der Ostküste versenkt worden. Ein Ofti-' zier und Ij Mann ergaben sich und wurden kriegsgefangen. Berliri, 29. April. (WTB. Amtlich.) S. M. U nter see- boc>t ,chI0 5" ist von seiner letzten Unternehmung nicht zurückge- 'etf^ n Unterseeboot 15 Meilen vom Lande verseirrt ivorden. Tie Besatzung bestieg die Boote und wurde von elirern arideren Schiff ausgenommen. (Notiz: Falls sich die Nachricht bestätigt, wird das Schiff Bawnware geladen Haben s London, 29. April. (WTB.) Meldung des Neutersckseü BureauL. Der Koutreadmiral F r e m a n t l e und 22 Offtziere des Schlachtschiffes „R u s s e l l" sind gerettet worden. London, 30. April. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der englische Dampfer „Teal" ist versenkt worden. Er war unbewaffriet. Au§ dem Kelche. Die hundertjährige Zugehörigkeit der Pfalz zu Bayern. München, 30. April. (WTB.) Die Korrespondenz Hoffmann meldet: König Ludwig Ijat aus Anlaß der hnndertjahrigen Zugehörigkeit der Pfalz zur Krone Bayerns folgende P r o k l a »n a t i o n erlassen: ^ An meine lieben Pfälzer! Hundert Fahre sind seit dem ^age verflossen, an den: die pfälzischeil Lande nach langer Fremdherrschaft und wechselvollmi Geschicken mit der Krone Bayerns vereinigt,'wurden. Mehrhundertjährige lange Bande verknüpfen mein Hans mit Eurem Geschick, ötern hätte ich Den erinnernngsreichen Tag bei meinen lieben Psülzemr in innrer schönen Heimat, wo meine Vorfahren so gern weilten, wo rch und die Königin nnd meine Kinder noch jüngst so herrliche Älusnahme fanden, festlich begangen. Die Vorsehung hat es anders gewollt. In dem gewaltigen Völker- rcngen ist nicht Zeit zu festlichem Feiern; jetzt gilt nur dre üat. Durch die Tat hat die Pfalz in ruhiger Friedensarbeit, Kleber ein deutscher Kansul verhaftet. w Crn '(WTB. Nichtmntlich.) Der „Bund' meldet mrs S a l o n i k i: Englische .Kavalleristen verhafte- ttn rm Bahnxug nach Serres den deutschen Konsul in ^roma unter der Beschuldigung der Spionage. Er 8üI(mifl auf einem englischen Dampfer ein geschifft. Die Pariser HandetSkonferenz. Baris, 30. Aprü. (WTB.) Meldung der Ageuce Havas- Dl/ rnterparlamentarrsche Han delskvnferenz sckchm ihre Arbeiten nach der Annahme einer E n t s ch l i e ß u u a ff ber SNvwert wird: 1. die Aufttellung von Lrzugstarisen ftx. ben B erühr unter den Alliierten, 2. die Festlcquna ac- f™' R^ms migm firr ben Warctioerkchr olw rKhr.mg fniu.hd.en Gebiete m > b, f Aufftellung cütcb Tarifs, ber dem ,-erripe mi^rkat werb«, toll, um die Hmbermsie des Worenperschrs ?"^^uMtiertrn SmtKzn zu beseitigen, bic .harabiepmg »ft »iebuhreu für die Schiffsfrachten ' v u dlprrl f28®3. Nichtantttich^) Dir aus der iuter »-'l Ee nl - ntchm W , r t scha, 1 s k ° n fe , e n z aui der TageSord ^ nad,|t '-imUtch von f r a itj ö f i. ^ betrafen die flemfinfam.- £)on. ■'* <-flf{>unfl,^bernelmilich Echutzinannainnen gcgrn die ,u er- * ' ■ m Ueberschwnmmmg mit deutsche» Erzengnisscn nach Frie- §Erun« 5^ ec • s°»te E!l,e Gris- U t h liberal), er glaube, daß dee RegzerungsTrist beendet sei Das ® tE £ ( fr ns h?ben, daß sie nun mich! mich« ai BrE4c Das merkwnrdUste an der Rede LmrgS war, dass sic nichts ra^s S t Tfmi ' m ' £ e J k beschaffen solle, und wo- rauf doch das alles ankom77rc. — Thomas (Arbeiterpartei) er- klarte: Aspnich habe am Tage vorher eine Anzahl von Aroeiter- ttetnitimintt*7cmoacm zu eröffne* In »reicher ^ . ^ffben sich nun dre Arberterführer, wenn es' jetzt hieße, bS ivas ^r Premiernnmster gestern sagte, heute nutzlos Wmm der Abgeschlossene Handel rückgängig gemacht wiirde, könne man daß man dm Dienstzwmg um seiner ^bft vnllen haben wolle, nnd gewaltige Schtmerigkeiten wurden ^nt- steh-n, wenn das Wort des Premiernrmisters, das er gegeb^Ä, als er dre Untersttitzung der Arbeiterftihcer erbat, gebrochen wü?d^' ~ ? ft _° ^ffo.nist) sagte, die Lage fei rm höchsten Maße demüti- betonte, daß kein einziger der Rednivr M Ä& ber ^fnenmg emgetveten sei, und dabei sei d^e desl neuen Uebercinkommens mrgckündiqt worden durch das dre Koalitwn verlängert ,und an Unheil der fürchterlichs^! Art vermißen werden sollte. Aber nach dieser Debatte von ew paar Stunden tue die Regierung, was fte so oft getan hrbe sie ttd* einen glänzenden Mickzug an. M ^ llc tme _ Das Hans ^örtert sodann die Zensur über die Nachrichten aus I r l anb. H e rbe rt Samuel teilte mit, daß in den großen Becken Irlands völlige Ruhe l^errsche. Mjc. Neill ernüderte .nulitanschen Ok'eratwnen gesprochen habe, zeige, daß eme ernste Gefahr vorhanden sei. Eine militärische Zensur sei bei eimmr bloßen, Aufruhr nicht nötig, sondern ilur bri eineari Krieg oder emem Zustand, der einem Klüege nah-^ käme — r -^ lC 1Tcu ^ e Geheimsitzung war, was die Information anbetrat, eine rnnc Ttarcc. Wenn es tvieder eine ltzchümsihung erhaltel^^ hoffen, daß die Abgeordneten wirkliche Aufklärungen ttrrr^SPP' (WTB. Nichtamtlich.) Der- parlamen- ^^.^Ee'^rder "Times" schreibt: Die Rekrutimungs- rrr,e tzat mc cfute Form angatommm. Dar KorschLag beSi Komprv- in schwerem Ringen um die Existenz des Reiches be- wiesen, daß ein Fühlen, ein Deriken nnd ein gemeinsames Jiel sie mit beit Brnderstümmen verbindet. Ferner Donner oer Geschütze inahnt daran, »v-as ihr drohen konnte. Wer die Tapferkeit der deutschen Heere hat die Pfalz vor feindlichen Einbrirchen bewahrt. Eure Söhne nehmen ruhmvollen Anteil an dem schweren Kampfe. In emsiger Tätigkeit wirkt dre pfälzische Industrie mit an den Arbeiten, die den Kämpfern draußen das schaffen, was sie brauchen, um das Schwert scharf zu halten, und eine mit Fleiß gepflegte Landwirtschaft sorgt in fruchtbaren, von Rebl).üge1n um- rranzten Gefilderi für die Erhaltung der imreren Kraft des Volkes, die unsere Feinde rnit uirerhHrten Mitteln vergeblich zu schwächen versuchen. Es ist mir ein .Herzensbedürfnis, am heutigen Tage meinen königlichen Dank auszuspvechen für alle Beweise erhebender Liebe und Treue, die seit 100 Jahren und besonders jetzt in der Zeit des rtaLwualen Verteidigungskampfes Bewohner der Pfalz im Felde wie in der Heimat geben. Diese opferwillige Hingabe für das engere und das weitere Vaterland ist nicht zuletzt, in der Erkenntnis begründet, zu tvelch hoher Stufe geistiger und Nnrtschaftlicher Wohlfahrt die aufstrebende Pfalz unter der wohlwollenden Fürsorge ihrer Landes- fürsten und unter dem Schutz des Deutschen Reiches emporbestiegen ist. Mein hochseliger Zlhnherr hat vor 100 Jahrerl in feierlicher Kundgebung den wieder gewouneiien Gebietsteilen seinen Schutz und die gleiche landesväterliche Fürsorge verheißerl, !vie die übrigen bayerisck)en Lande sie ae- nießeii. An der Schwelle des zlveiten Jahrhunderts errreuere ich menten lieben Pfälzern hiese Versicherung. Gleich meinem in Gott mchenderr Vorgänger wird das Gedeihen meines treuen Volkes das ober^e Ziel, des nrir von Gott übergebenen Fürstenamtes fekn. Die Einmütigkeit des deutschen Volles und seine unerschütterliche Ausdauer geben die feste Bürgschaft, daß der Sieg über uiisere Feinde treue Beoin- gungeti für eine kraftvolle Entwicklung des Reiches schafft, daß wir aus der gegenwärtigen Prüfung innerlich wie äußerlich gestärkt hervorgeheu loerden, und daß cuts der bluttgen Saat eine gesegnete Ernte strotzen wird. Ich hoffe zu Gott, daß es mir vergönnt sein möge, mein Volk einer glücklichen Zukunft entgegen^uführen, aus daß es den Lohn ferner Opferfreudigleit in langert Fahren gesegneten Friedens genieße. * Berlin, 29. April (Priv.-Tel.) Das „Berl. Tagebl" meldet: Dre nächste Sitzung des Reichstages iuird voraussichtlich erst am 9. Mai stattftnden. Die Steuer- nnsschüsse des Reichstages nehmen ihre Arckeit bereits am 2. Mai auf. Berlin, 30. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der heute hier abgehaltenen Mitgliederversammlung des Deutschen Luftflotten Vereins, die vom Geheimen Kommerzienrat Dr. Bresten-Mannheim geleitet wurde, wohnten Vertreter des Kriegsministeriums, der Inspektion der Fliegertruppen und des Reichsamts des Innern bei. Dü Mitgliederzahl ist im letzten Jahre von 9000 auf 30 000 gestiegen. Der Neinüberschuß des letzten Jahres beträgt 231745 Mk. Für Wohlfahrtszwcckc sind 72 450 Mk. be stimmt. Ein erheblicher Teil der Vererrrsmittel sind zunächst dazu verwendet worden, genesenden oder erholungsbedürftigen Luftfahrern den Aufenthalt in geeigneten Kurorten zu ermöglichen. Anträge zur Unterstützung noUeidender Familien gefallener Luftfahrer sind an die Hauptgeschäftsstelle Berlin W. 50, Maxburgstraße 6, zu richten. Die mit dem Deutschen Fliegerverein in Bremen, der sich dem Verein anschließen will, iwreinbarten Satzungsänderungen wurden genehmigt. An den Kaiser wurde ein Huldignngstclegrmnm abgesandt. Essen, 29. April. (WTB.) Ter Kaiser hat in Auer- kemrung der von der Ftrma Krupp erzielten Kriegs lei ftim- neu Herrn Krupp von Bohlen und Halbach bei seiner Anwesenhert im Großen Hauptqunrtior das Eiserne Kreuz erster Klasse verliästm und überreichte ihm die Auszeichnung persönlich. Aus mit Land. Gieß c\u, 1. Mai 1916. Schonung der Obstbarrm-lttte. Fn diesen Wochen pilgert man in i\cn verschiedenste:! Teilen des Reichs, in denen der Obstbaw znhanse ist, zur Baumblüte; und, wie sonst, werden auch diesmal die meisten Ausflügler ein paar blichende Zweige als WLild der Frühlingspracht nach Hause nehmen wollen. Die Eigentümer der Daimipflanzungen konimen diesem Wunsch leicht entgegen, weil der Verkauf der Zweige ihnen ja nrinde-stens so viel, wahrscheinlich viel mehr einträgt, als sie für die verloren gehenden Früchte erlösen würden. In Friedenszeiten mag dieser Gesichtspunkt zulässig sein; jetzt ist er es unter keinen Umständen. Für eine rasch vergängliche, rein ästhetische Freude darf auch nicht der kleinste Teil der deutschen Obst- wnte geopfert werden. Fn sieden: einzelnen Falle ist der Verlust natürlich ganz geringfügig; häufen sich die Fälle aber tausendfach, jo lvird er zu einer Große, nrit der man rechnen muß. Niemand soll deshalb Mutenzweige von Obstbäumen abrcißen, verkaufen oder kaufen: nach wo das Pslicht- esübl der Einzelnen versagt, sollten öffentliche Berate nachhelfcn. ^ ** Das hcUt ige Familienblatt fällt aus. An seiner Stelle wird der neue Sommerfahrplan veröffentlicht ** Die neue Sommerzeit. Gestern abend hatten sich kurz vor 11 Uhr etwa 40 Menschen an! Marktplatz ein- esunden, um das Vorstellen der Uhr der Stadtkirche und es Nathauses in der Nähe mitzuerleben. Die Uhr des Uhrmachers Schmidt am Eck vom Faberschen Hause lief schon seit dem Nachmittag eine Stunde vor, zeigte also schon verfrüht die neue Sonrmerzeit 2Kn Kriegerdenkmal ging ein Eck)üchmann auf und ab, aus einer Wirtschaft klangen die Töne des Liedes „Der Mai ist gekommen", dunkel, nur spärlich mit Gas beleuchtet, lag der Markt, da hoben die Uhren zum Schlag aus; 1, 2, 3, 4, so zählte alles die Diertelstundenschläge, dann kam der Stundenschlag mit 11, eine kurze Ruhepause. Die Uhr am Rathause schlug 'vorlaut noch 1412 Uhr und daun kamen gemeinsam die 2 Schläge von dem Turme der Stadtkirche und vom Rat- wause. So nreinte ein Mann zu seiner Frau, jetzt sind wir um eine Stunde unseres Daseins zu kurz gekommen. Lebhaft über das Ereignis des Eintritts der ne".en Sommerzeit plaudernd, verliehen seine Zeugen den Platz. •* Amtliche Personalnachrichten. In den Ruhe- Hand versetzt wurde am 19. April die Lehrerin an der Volksschule zu Weisenau im Kreise Mainz Julie Weber auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste, von: 1. Mai 916 an. — Erledigt ist die Stelle der Direktors der Höheren Mädchenschule zu Offenbach a. M. Die Meldungen sind an Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheilen, zu ichten. Meldeschluß 10. Mai 1916. •* Auszeichnung. Dem kriegsfreiwilligen Schützen Hans Hauser, Jnf.-Regt 117, Maschinengewehr-Kompagnie, seit Beginn des Krieges im Felde, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. ** Beförderung. Der Vizefeldwebel der Reserve Heinrich Nicolai aus Gießen, früher in: Jnf.-Regt. Nr. 116, jetzt im Jnf.- Regt. Nr. 39, wurde zum Leutnant befördert. ** bvjähriges Arbeitsjubiläum. Am 1. Mai find 50 Jahre verflossen, daß der Werkmeister Heinrich K o l b au? Wieseck in der Bock'schen Zigarrcnfabrik tätig ist. Der Jubilar, dessen Pflichttreue für alle seine Mitarbeiter vorbildlich ist, wurde von leinen Prinzipal-en beglückwünscht und beschenkt. Von einer besonderen Feier hat man mit Rücksicht auf die Kriegszeit Abstand ' genommen. ** Verwendung von mißratenem Brot. Es kommt gelegentlich vor, daß beim Backen aus dem eilwn oder a>de:-enGrunde Brot mißrät und für den menschlichen Verbrauch ungenießbar wird. Die Reichsgetreideüelle hat aus Anfragen, was ,rnit diesem Brot geschehen soll, erwidert, daß der Gemeindeverbaud 'das mißratene Brot, wenn Mißbrauch verhütet werden soll, sich von den Bäckern zur Verfügung stellen lassen muß und ihnen für das verwendete Mehl nur insoweit Ersatz überweisen darf, als es der an den Gemeindeverbaud abgelieferten Brotmenge entsvricht. Ter Gemeindeverband kann das ihm überlassene Brot für andere Zwecke, für Fütterung nsw., verwenden. ** Streu-, Heide- und W e i d e n u tz n-n g. Die Vorschriften der Bekanntmachung des Bundesrats über Streu-, Heide- und Weidenutzung auf nicht landwirtschaftlich genutzten Grundstücken vom 13. April 1916, die für die Viehhaltung von sehr erheblicher Bedeutung sind, haben in ländlichen Kreisen noch nicht überall die gebührende Beachtung gefunden. Es sei deshalb daraus hingewiejen, daß durch diese Bekanntmachung alle Besitzer von Forsten und nicht landwirtschaftlich genutzten Grund- stücken verpflichtet worden sind, ans Anordnung der höheren Verwaltungsbehörde , Kommunalverbände, Gemeinden oder auch Einzelpersonen die Gewinnung von Streumaterial und Futter jeder Art und außerdem den Eintrieb von Schweinen und Rindern zur Meide, sowie die Errichtung der nötigen Hürden und Unterkunftsräume zu gestatten. Im Interesse tunlichst starker Ausiiutzung unserer natürlichen Futtergnellen, die sehr große Werte für unsere Ernährung zu bieten vermögen, sollte von den Möglichkeiten, die die Bekanntmachung gibt, der ausgedehnteste Gebrauch gemacht iverden. Familienunterstützung u n d G n a d e n g e b ü h r - n s s e. Nach dem Erlaß des Ministers des Innern vom 10. Avril 11 G sind die Jamilienunterstützungen den Angehörigen der in den 'Dwnst eingetretenen Mannschaften nicht für die Dauer ihrer zeitweiligen Beurlaubung in die Heimat infolge Erkrankung oder Verwundung, sondern auch für die Zeit einer kürzeren Beurlaubung z:»r Erholung, zur Besorgung häuslicher oder wirtschaftlicher Geschäfte unverkürzt weiter zu zahlen. - Sofern die Hinterbliebenen der im vorletzten Absatz des Erlasses vom 17. Februar 1915 erwähnten Beamten der Militärverwaltung aus der daselbst erwähnten Kricgsstelle (eines Ofsizierstellvertreters, Wachtmeisters usw.) Gnadengebührnisse oder an deren Stelle gemäß Erlaß vom 31. Januar 1915 Versorgnngsgebührnisse beziehen, sind ihnen außerdem die aus der Friedensdienststelle des Verstorbenen zuständigen Gnadengebührnisse unverkürzt zu gewähren. ” Erhöhung des Milchpreises. Um die seitherigen Vollmilchlieferungen trotz der so sehr gestiegenen Plilchviehvreise möglichst aufrecht erhalten zu können, haben sich die Milch- produzeuten von Gießen und Umgegend gezwungen gesehen, den Preis für ein Liter Vollmilch tm Einzelverkauf von 28 auf 30 Psg. mit Wirkung von: 1. Mai d. I. zu erhöhen. ** Nicht zuge l a s s ntc Fel dposts eud un gen. Neuerdings wechn: vielfach Fläschchen rnit Essigessenz, 80 pro - zeuti scher Essigsäure, ins Feld verschickt. Diese Säure gehört zu den ätzenden Flüssigkeiten, die nach der Postordnung zur Postbes örderung nicht zu gelassen sind. Gleichzeitig wird ans ^lnlaß zahlreicher, in letzter Zeit festgestellter Zuwiderhandlungen daran erinnert, daß auch Kalzium karbid wegen inner Feuergefährlicksteit nrit der Post nicht versandt werden darf. Eine Ilebertretung dieses Versendungsverbots würde strafrechtliche Verfolgung lUKfy sich ziehen. ** Viehversorgung. Das Kreisamt rnacht bekannt i Da der Bedarf der Lazarette, Kliniken und immobilen Truppenteile gedeckt worden ist, wird die deu Metzgern erteilte Ermächtigung zum frLrhändigeu Ankauf von Schlachtvieh zurückgenommen. Alles von Metzgern in der Zwischenzeit angekaufte Vieh ist den Vertrauensleuten des Oberhessischen Vühhanüessverbau des zur Abnahme an- zumelden. ' ** Ladesertige Bezettelnng der Stückgüter. Seit Anfang Noveniber vorigen Jahres müssen Stückgüter ladejectig bezettelt ausgelieserl werden, d. h. vom Absender außer « mit Zeichen und Nummer, sowie dem Namen der Bestimmungsstation auch mit dem Tage der Aufgabe und dem Namen der Versandstation deutlich und haltbar bezeichnet sein > Aussührungs- bestrmuinngen IV—VI zu 8 62 der Eisenbahn-Verkchrsordnung). Diese für die Dauer des Krieges getroffene^Maßnahme hat weesitt- lich zur Beschleunigung der Aunahnw der Stückgüter und zur Verminderung von Unregelmäßigkeiten bcigetragen, jedoch werden die einzelnen Bestimmungen von den Verkehrtreibenden nicht immer richtig ausgeführt. Es sei deshalb erneut daraus hin gewiesen^ daß sich als am zwecknräßigsten die Verwendung von Beklebezetteln oder Archängeschildern nach nachstehendem Muster empfiehlt: Zeichen und Nr.: Von (Versandstation) am (Tag der Aufgabe) nach (Bestimmungsstation.) Zur Kennzeichnung von Frachtgut sind Beklebezettel oder Anhängeschilde von weißem Papier, zur Kennzeichnung von Eilgut oder eilgut mäßig zu beförderndem Frachtgut solche aus roten: Papier oder auch weißem Papier mit roten: Rande z ti verwenden. Hat der Msender Stückgüter nicht vorschriftsmäßig oder nur undeutlich bezeichnet, oder hat er unvorschrists- mäßige Beklebzettel oder Anhängeschilder (weiße statt roter oder- weißer mit rotem Rande oder umgekehrt) verwandt, so :vird die Bezeichnung von der Eisenbahn gegen Erhebung der in: Neben- gebührentarif (Teil I, ^Abteilung B des deutschen Eisenba hn guter- tariss) vorgesehenen Gebühr nachgeholt. Landkreis Gießen. Wa. Lang-Göns, 1. Mai. Ein bedauernswerter Unalü cks- ^all ereignete sich vorgestern. Der 16jährige Arbeiter Sp. von Lang-Gons schoß einem hier beschäftigten russischen Kriegsgefangenen mit einer alten Schußwaffe ins Auge, so daß dieser ins Gefangenen- Lazarett nach Gießen verbracht werden mußte. 6. Weitershain, 1. Mai. Unterofsizier Theodor D ö r r beim Regiment 254, der im Herbst die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt, wurde jetzt auch mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Kreis Friedberg. A Friedberg, 1l Mai. In letzter Zeit sind Gerüchte überein starkes Auftreten von Genickstarre verbreitet worden. Der „Oberhessische Anzeiger" gibt eine Mitteilung von maßgebender Seite wieder, daß die Gerüchte über das Auftreten der Genickstarre weit übertrieben sind. Es kann angenommen werden, daß für die Bevölkerung keinerlei Gefahr besteht, und daß es den Behörden gelingen wird, ebenso wie in früheren Fällen bei ansteckenden Krankheiten, die vereinzelten Fälle auf ihren Herd zu beschränken. chp Butzbach, 30. April. Auf dem Felde der Ehre starb der Unteroffizier Wilhelm H a r r e s, früher Lehrer an der hiesigen Stadtschule, gebürtig aus Ober-Gleen. Hessen-Nassau. s> Aus dem Kreise Marburg, 30. April. Seitens des Landratsamts sind jetzt für Stadt und Land folgende Höchstpreise festgesetzt ivvrden: Lappen, Brust- und Bein fleisch 1.60 (in der Stadt Marburg). 1.50 (in den: übrigen Teil des Kreises), Nackenstück, Kamm, Blattrippe, Hochrippe 1.80 (1.70), Bug 1.90 (1.80), Roastbeef, Keule und Lende (letztere mit 20 °/o des Gesamtgewichts Knochen beilege) 2.10 (2.00), Lende ohne Knochenbcilage 2.40 (2.30), Schieres Fleisch (ohne Knochenbeilage) einschließlich Rollladen 2.50 (2.40). Gehacktes 2.40 (2.30), Nierensett 1.80 (1.80), Snppenknochen 0.30 (0.25), Sckstvanz 1.00. (0.90), Kopf im ganzen oder in halben Köpfen 0.45 (0.45), iibops in: einzelnen Pfunde 0.80 (0.75), Zunge mit Schlund (ohne Knochenbeilage) 2.00 (1.90), Magen (Pansen, Haube, Blättermagen, Labmagen) 0.80 (0.75), Leber 1.20 (1.10), Herz 1.30 (1.20), Lunge 0.50 (0.45) Mk. das Pfund. Sämtliche Eingeweideteile ohne Knochenbeilage. Tie gewerbliche Ausfuhr von Fleisch- und Wurstwaren aus den: Kreise Marburg ist den Metzgern verboten. — Ein langjähriger früherer Lehrer am hiesigen Königlichen Gymnasium Philipprnum, Professor Earl Bogt, ist gestern nach längerem Leiden verstorben. Win. Kirchhain , 30. April. Tie vor 14 Tagen abgehaltenc Sammlung von Altpapier in hiesiger Stadt durch die Schuljugend hat jetzt bei den: Versand ein Gewicht von 2213 Kilo ergeben. --- Frankfurt a. M., 30. April. In der Freitagnacht warrdcn durch Einbruch aus einem Schuhtvcrrenlager für mehrere tausend Mark Herren-, Damen- und Kinderstiesel gestohlen. Ferner erbeuteten Diebe bei einem Einbruch in eine Villa, deren Bewohner verreist lvaren, Kleidungsstücke und Silbersachen im Werte von etwa 5000 Mk. ---- Frankfurt a. M., 30. April. Vom 1. Mai ab verkehren im Hauptbahnhos täglich 508 Schnell-, Eil- und Personenzüge, d. h. mcr etwa 200 weniger als in Friederts- zeiten. ---- Frankfurt a.M., 30. April. Die städtische Kriegskcmv- miffion hat eine bettächtliche Erweiterung der von der Gesellschaft für WoWfahrtseinrichttmyeu betriebenen Volksküchen beschlösse::. Sie stellte dem Nationalen Fauendiecht zur Beschaffung vmt deutschem Tee durch Dörren von Kräutern 1000 Mark zur Verfügung. ** Frankfurt a. M., 30. April. Die Kaiserin traf heute abend gegen 6 Uhr von Bad Homburg zur Begrüßung des Prinzen Eitel Friedrich, der sich auf der Durchreise von Karlsruhe :mch Wtn befand, im hiesigen Hauptbahnhof ein. Die zahlreich versammelte Menge brachte ihr herzliche Kundgebungen dar. Fm Hairptbahnhof unterhielt sich die Kaiserin mit verschiedenen ihr begegnenden Soldaten. Nach kurzem Aufenthalt int Salonwagen des Prinzen begab sich die hohe Frau, während der Zug aus der Halle rollte, unter dem Jubel der Anwesenden nach dem Fürstenzimmer und fuhr um 7 Uhr im Kraftwagen nach Bad Homburg zurück. --- Bad H o nt b u r g v. d. H., 30. April. Die Kaiserin ist Freitag abend zu kurzem Aufenthalt hier eingetrosfen und hat im Kgl. Schloß Wohnung genomn:en. Fn ihrer Begleitung befiitden sich Oberhoftneister Kammerherr von Trotha und die Palastdame Gräfin Keller. UnLversiiätS'Nachrrcbten. - Ter ordentliche Professor Dr. jur. B. F r e u d e n t ff a l ist mit Rücksicht aus seine Tätigkeit in der Reichs-Entschädigunqs- Konnnission bis Ende de? Sommer-Sen:esters beurlaubt. Dtit der Vertretung der Disziplinen des öffentlichen Rechts während des Sonuner-SemesterS ist, ivie schon in: Winter-Semester, wieder der Geheüne und Oberbergrat Prof. Dr. Arndt ans Eharlottenbnrg von: Minister beauftragt worden. Gerichrsfaal. --- Vilbel, 28. April. Ein interessanter Fagdpvozeß, der wobt noch weitere Jnstawen beschäftige:: dürfte, kam vor dem hiesigen SWsfengericht zur Verhandlung. Ter 26jährige Sohn des Gutspächters Wittmer vom Dottenfelder 5)os fck>oß am 6. Februar auf den: väterlichen Jagdgebiet — in Gronaner Gemarkung — i5me Wildente, die lenseits der Nidda cnff Vübeler Gebiet niederftel, also ans fremdem Fagdboden. Ta der Hnnd nicht die Ente holte, ging Wittmer über die nahe Eisenbahn brücke und holte sich vom frenwen Gebiet das Tier. Hierbei wurde er vom Gendarmericivachtmeister Wc n z e l aus Bübel betroffen und tvege:: nnbefugten: Betreten eines Bahnkörpers und Fagdvergeherrs angezeigt. In der Verhandlung gab der 'Angeklagte seine „Vergehen" ohne weiteres zn, erklärte aber, daß er dazu das Recket gelebt zu haben glaube, da zwischen seinem Vater und dem Vilbeler Jagdnachbar eine Vereinbarung über gegensettige Fagdfolge bestehe. Diese Annahme wurde jedoch von dem als Zeugen eidlich vernommenen Vilbeler Pacyter verneini. -ber ache ist man gespannt. . , , s> M a r b u r g . 29. April. Vor den: Landgencht l)atte s:m gestern ein aus Wiesbaden staimnnü-er älterer Mann, vor: Bern: Friseur, wegen Bettelns und Landstreich)erei zu verantworten. Von: Schöffengericht zu 12 Wockie:: Haft uch> zur UeberlverNrng an die Landespolizei verurteilt, hatte er gegen die letztere Verfügung Einspruch erhoben, roeil er trotz seiner 1 2 4 V o r st r a f e n , die er wegen Umber ziehen s als Bettle-r abgebüßt, versrchcrte, er )e: kein Landstreicher. Er begründete dies nrit der ürm von ärztlmrer Seite bestätigten Angabe, daß. er an einer unheilbare:: Darm- Krankheit leide und überall überflüssig sei. Das Gericht erlief' ihm die Uebenveisung und erkannte :vegen Bettelns auf -> Woäie:: Haft, welche Strafe durchs die Untersuchung als verbüßt galt. Die Straskanmier verurteilte gestern einen Zwangszöglrng, der in Niederbeishein: eingebrochen und allerhaird Lebensmittel und sonstige Sachen gestohlen hatte, imter Einbeziehung in Cassel und Frankfurt verübter Straftaten, zu 6'/- Vionateu Gefängnis. Bemerkt fei, daß der Bursche von einem geswhle::en 2lckstpsünder Brot die Hälfte an Ort und Stelle Mlfgegessen hatte. Eine Brotkarte besaß er nicht. Handel. — Dortmund, 29. April. (WTB.) Das in Liquidation befindliche Eisenwerk Rote Erde umrde für 2 135 000 Diark an die deutsch-lnpemburgische Bergivcrks'Hütten-2lktiengefellschast verkauft. Nach Abzug der Obligationsschuldeu und einer bevor rechtigten Forderung von 135 000 Mark der Essener Kreditanstalt verbleibt für die Gläubiger noch eine Dividende von rund 60 Prozent. Meteoroiogische veobachtungekr der Station Eietzen. April Mai 1916 S t; ^ o Q - ^ « ö 8 N Q S c ° w o rt «U 'S ag , Xi ~ i| =C Xj i £ ^ i agSE COjS t C ."§• Wetter 30. 2" 18,0 7,0 46 7 Bew. Hirnme 30. 9» — 14,0 8,0 67 — — 0 Klarer Hi'nmc 1. 7 »6 11,4 7,4 73 0 Höchste Temperatur am 29. bis 30. Llpril 1918: -s- 18,9' 0. Niedrigste „ „ 29. , 30. . 1916: 4- 9,1'6. Niederschlag 0,0 mm s Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 2. Mai 1916 Wolkig bis heiter, trocken, Temperatur wenig geändert. Letzte Nachrichten. Zur Regierungskrise in England. Amsterdam, 1. Mai. Der „T e l e g r a a f" erinnert daran, daß wan in England vielfach dun Rückttitt der eirglischen Regierung verlangt habe, falls Kut-el-Amara falle, und sagt sehr schwere Tage für das englische Kabinett voraus. Auch der „Telegraaf" gibt im Gegensatz zn dem amtlichen englischen Bericht oie Stärke der übrig- gebliebeuen englischen Armee ans 13 000 Mann an. Italien und das feindliche Ausland. Bern, 1. Mai. Ein Erlaß ermächtigt die Regierung, gegen A,:gehörige feinblick>er Staaten, sowie gegen Personen und Einrichtungen auf feindlickiem Gebiete gewisse Vergelttmgsmaßnahmen zn treffen, darunter die Beschlagnahme beweglickier und unbeweglicher Güter, die Ernennung eines Verrvalters für solche Güter, der verpflichtet ist, die Einnahmen daraus einer bestimmten .Kasse zuzu- führe::, ferner ein Verbot, Zahlungen zu leisten und Verpflichtungen einzuhalten, außer der Ueberwachnng von Häusern und Unternehmungen komnverzieller Natur jeder Art. Paul Schlcnther f. Berlin, 1. Mai. Im Mter von 62 Jahren ist gestern der frühere Direktor des Wiener Hofbnrgtheaters, Paul Schlen- ther, derselben Krankheit erlegen, der sein Freund Otto Brahm zum Opfer fiel. Seit Mttte der Achtziger Jalne, sagt der „Lokal- Anzeiger", hat Schlei: ther, der in Sttaßbirrg zn den Schulen: Syrers gehörte, gemeinsam mit Otto Brahm, Harden i:nd anderen eine führeilde Rolle an denr Kampf einer jüngeren Generation für literarische Erobenmg der Bühne gespielt. Er hat genrcinsamj mit Brandes :md Elias die deutsche Ausgabe der Werke Ibsens gelettet. Er war der Biologe Ha:wtmanns. Ern Jahrzehnt lang :var Schlenther Mitglied der Rcdakttm: des „Berliner Tageblattes". 64 raf Holck f. Berlin, 30. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der bekannte Rennreiter und Mieger Rittmeister Graf Holck hat im Luftkampf den .Heldentod erlitten. Die Rechtsstellung der Gewerkschaften. Berlin, 1. Mai. Tie vielbesprochene, lang errvartete Nv- volle zum Vereinsgesetz (RechtssteNnng der Gnverkschaftew ist, wie das „Berl. Tagebl." erfährt, nunmehr ferttggestellt. Sie wird schon in den nächsten Tagen an de:: Burwesrat gehen und vermutlich nock: in dieser Woche den: Reichstag vorgelegt werde::. 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Ensemblespiel, Uebungen im Begleiten). — Anfang des Sommer-Semesters 1916 Montag:, den 8. Mai. Festsetzung des Stundenplanes Dienstag, den 2. Mai, nachmittags 2 Uhr. 3377 Familie Gustav Sonntag Familie Carl Caemmerer. Giessen, den i. Mai 1916 . 3413 Gießen, Süd-Anlage 7. 3301 153 j Beginn des Unterrichts in allen weiblichen Hand- W ^ arbeiten, Weihnähcn, Stickereien jed. Art, sow. 5lnnst- kLW 1 arbeiten, Brandmalerei, Ticfbrand, Schnitzerei, Lcdcr- plaftik uiw. Montag, den 1. Mar 1816. ft-iir Auswärtige aame oder leihoetfe Pension im Hause Regierungsassessor Dr. Ab! und Frau Hedwig, geb. Breidenbach beehren sich die Geburt eines SOHNES anzuzeigen Darmstadt, z. Zt im Felde z. Zt. Gießen, Lonystraße 20 den 28. April 1916. 337 L ZM- khS Lorsihch-Lcreiii Soünr e. G. m. u. H. in Liquidation. Die verehrlichen Mitglieder unserer Genossenschaft werden zu der am 9. Mai d. Fs., abends 8 Uhr im hiesigen Nathaussaale stattfindenden ordentlichen Generalversammlung ergebenst einge- laden. Tagesordnung: 1. Vorlage der Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung pro 31. Dezember 1915. 2 . Eraänzunaswahl des Aufsichtsrates. 3. Verschiedenes. Die Rechnung liegt von heute ab 8 Tage im Geschäftslokale offen. Lollar, den 1. Mai 1916. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates “ Schmidt. 3422D Papier-Bindfaden in allen Stärken, erstklassiges süddeutsches Fabrikat, Ia. gezwirnte Ware von grösster Haltbarkeit, gegen Nüsse prApnriert, „ empfiehlt zum billigsten Tagespreis I Astsrweg 53 Ludwig Lazarss Fera ir ei - rvaschkessel emalliert und verzintt in allen Größen wieder aus Lager. Edgar Borrmann, Gießen, Eisenhanölmg. Erhöhung des Einkommens! durch Versicherung von Leibrente bei der Preimischen Renten-Versicherungü-Anstalt. Sofortbeginnendegleichbleibende Rente für Männer: : 50 j 55 | 60 j 65 j 70 | 75 jäSflieh 0 /,, der Einlage: 7,,« j $, U4 j 9 mt | l\ U9e jf4 viM | I8 m0 Bei längerem Aufschub der Rentenzahlung wesentlich höhere Sätze. Für Frauen gelten besondere Tarife. Aktiva Ende 1914: 125 Mllionen Mark. Tarife und sonstige Auskunft durch Chr Emil Derschow in Frankfurt a M., Kaiserstr. 76. [13id f 5 Zimmer j LchOfstr. 18 , 1 . 'Stift, ist eine 5 -Zimmer-Wohnung nebst 2 Mansardenzimmer dazu gehörend, per sofort od. 1 . Juli zu verm. P 637 Näheres Ballnllos.'tr. 50 I. 33131 5-Zimmer-Wolln. mit Zubehör und Gartenantell, sos. beziehbar, billig zu verm. Näheres Walltorirr. 75 v. 4: Zimmer itebüj = chöne 4-Zim. Wotzn. mit Zubehör und Bleichpl. per 1. Mar oder später zu vermieteil. I. Stock. Krosdorser Str. 9. Anzusehcn Vormittags. ^ 2 Zimmer 2717 irfjüuc 2-Zim.-Wobn. mit Zubeh., Gas, p. 1. Mai z. vermiet. Babnbokstr. 1811. Schöne 2-Zim.-Wohn, mit grotz.Küche, Gas u. a. Zubeh. im 1. St. Wolsstr. 2 ! z. v. kwM j Verschiedene 26961 5 n. (i-Zimmer Wohnung mit allem Zubehör per 1. Jirli zu rernneien. Näheres Ludmigstrahe 28. W. Sc-vv Hl. Schöne |3366 4 ZmmmchiAU mit Zubehör Hochparterre sofort zu vermieten, ebenda auch kl. Maniarden-Wob- nung. 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Im vergangenen Jahre bestanden von den nar im Paedagogium unterrichteten Schülern I dso Reifeprüfung, 3 die I*rlj*j&reifeps , ttfi2ng, C die Einjahrigeiaprüfis^g und 5 die Aufnahmeprüfung in ein« öffentliche Schule, das heisst sämtliche Prüflinge. £1333 LMh.FmR'E^n,. 09307] utzen gesucht. Crcdiierstraöe 14 1 . Zlmmsr-, Haus- und Eacheu- määchan sowieMädch.,welche gut Maschine nähen können, erhalten gute Stellungen für sofort n. Bad Nauheim durch Frau Margarethe Herr, gewerbsmässige Slellenver- mntleriy. Sonnenstr. 6. f 09318 Bissen a. Kleider werden billigst angefertigt rLNlslslLLkJZrivdvo 28. l3395 Janges ErRuieiu mit guter Handschrift: in Maschinenschreiben u. Stenographie (Gabelsberger» bewandert, sucht per sofort oder später Anfangsstelle. Schristl. Angeb. u. 00239 an den Giestener Anzeiger erb. AUftLrlsier, Slterör Hcrrr, gelernter Mechaniker, kaufmännisch gebildet, sucht pass, dauernde Stellung. Schriftliche Angebote unter 09316 an den Giehener Anz. erb. 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