Nr. % Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die ^M-chevrr LaEeEtter" werden dem »Anzeigen" viermal wöchentlich beigelegt, das .Frettblstt fLr dev Rreir Hjetzen" zweimal wöchentlich. Tie ..ranSwirtschssllichtn Zeit- frsgev" erscheine» monatlich zweimal. 166 . Zayrgang General-Anzeiger sür Oberhessen Samstag, \5. April \%b Rotationsdruck und Verlag der Brülff'jcher, Universltäts - Buch- uiid Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriitleitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schulstrabe?. GeschäitssteNe u.Verlag:^^51, Schritt- leitung: ^^112. Adresse für Trahtnachrlchtew Anzeiger Gießen. Der zweite Uriegssrühlmg. Man schreibt uns aus Wien: Der zweite Wiener Kriegsfrühling? Eigentlich ist es der öc l er fö wenigstens, den die Wiener mit bewußter, aulatmender Wonne, mit bodenständiger Freude am Grünen, am (Epazierengehen auf den Hängen rings um die Stadt und ?V<^ e r^.i lr( ^l en '-^ on aus den Tagen Schuberts, Bauern- Mos, (Lchwlnds stammenden Lust an „Landpartien" erleben. Denn vor eurem Jahr hatte man für all das keinen Sinn. Der April 191o war für die Wiener die härteste Kriegszeit: es war dte öeit zwischen dem Fall Przemysl's am 22. März 'Uno bem Beginn des großen Sieges bei Gorlice am 2. Mai, !oer nun für uns und die deutschen Waffen ein volles Jahr rrft gegen Rußland, dann gegen Serbien, Montenegro, Albanien nt einem einzigen Triumphzug anhielt. Trotzdem ist auch^dieser April nicht nur eitel Lust und leichtsinniges Jn- oEu^Dag-Leben. Er ist Arbeit, Bodenbestellung, Anbau. Alis allen Wiesen m den mehr ländlichen Bezirken, Döbling, Wäh- 'rutg, Floridsdorf, Hietzilig, Meidliltg, wird fleißig geeggt und gepflanzt. ^^uer Kleinbürgersfrauen, Arbeiterinnen und eine ARenge Stadtkinder debütieren da als Gemüsebauern, die auf Den sonst brachliegenden Bauplätzen der Zukunft, mitten zwischen den ^teinkolossen der Großstadt, Spinat und Kohl und Fisolen und Salat ziehen. Die Gemeinde selbst stellt die ihr gehörigen Gründe gern zilr Verfügung, andere wurden $. e j? en billiges Geld in Pacht genommen. In beit nachbar- 'Iicrjert Oillengürten der Reichen aber ertönt das lustigste Geschnatter, Gegacker iutd Gekrächze: jede zweite oder dritte Kotlagevilla hat nun ihre Geflügelzucht . . . sonntags freilich zeigt das grüne Land um die Stadt cm anderes Bild. Da wandern Hunderttausende iit den bawmvollen Zügen der rotweißen Straßenbahn, in den überfüllten Wagen der schokoladefarbenen Stadtbahn oder auch längs des Donaukanals, der in diesen Tagen mit seinen lichten Hügeln ringsum nicht anders als der Arno bei Florenz aussieht, itach Nußdorf hinaus, auf den Kahlen- und Leopoldsberg oder nach Klosterneuburg. Hunderttausende sonntäglich geputzter Menschen, allerdings in der überwiegenden Mehrzahl weiblichen Geschlechts, mit dem modischen Glockenrock. Niemals hat eine Mode so durchgeschlagen, wie diese. Den Glockenrock tragen, genati wie die große Modetorheit der Krinoline, Frauen aller Stände; die obersten wie die untersten. Uiid das mag daher rühren, daß sich gerade in den untersten Schichten die Einkommensverhältnisse im Krieg äußerst günstig gestaltet haben und einfache Arbeiterinnen oft Löhne bis zu 200 und 250 Kronen im Monat beziehen. Daß sie sich etwas gönnen und wenigstens im Sonntag nach schwerer Arbeitswoche ein wertig Staat machert wollen, ist schon recht. Recht ist nur der Modeunfug der weiten Röcke nicht, mit deren Umfang auch der Umfang des Kostenpreises ins Ungeheuerliche steigt. Der Stoff allein sür solch ein modernes Kostüm kostet 120 Kronen, dasselbe, lwas früher ein gut bürgerliches Kostüm gekostet hat. Bort 130 bis 150 Kronen sind die Preise auf 190 bis 200, von 200 bis 250 auf 350 bis 390 Kronen gestiegeil. Und zur sträflichen Geldverschwendung kommt die noch sträflichere Materialverschwendung, die geradezu unpatriotisch ist! Ungarn ift uns diesmal vorausgegangen. Dort hat sich nämlich eine Frauenliga zur Bekämpfung dieses Modeunfugs gebildet. An der Spitze eine Markgräfin Paalvicini und die Dichterin Cäcilia von Tormay, die an der Spitze der schreibenden Frauen Ungarns marschiert. Dem ungarischen Verein hat sich ilun — in Wien — ein österreichischer angegliedert;! hoffentlich haben unsere Frauen auch in dieser Sache Einsicht. Sonst haben sie sie ja so sehr. Sind wahre Genies/ die über alle Mängel in Speisekammer und Küche hinwegkommen und die Ehre der berühmten „Wiener Küche" retten, trotzdem man ihr ihre berühmtesten Ingredienzien genommen hat. Ja, sogar das Maisbrot ist mit den ersten Schwalben wiedergekehrt. Das heißt: ein richtiges Maisbrot ist es ja nicht! Seine „Konstruktion" hat sich ebenso sehr gebessert, wie unsere Situation auf dem Schlachtfeld. 1915: 70 bis 80 Prozent Mais, 1916: 20Prozent; und überdies hat man es mittlerweile in der vom Staat gegrüiideten Versuchsanstalt für Müllerei- und Bäckereiprodukte gelernt, mit dem Maismehl backgerecht umzugehen. Also, die 20 Prozent Maismehl verderben uns Nicht den Appetit und nicht die Zuversicht Der Frühling t|t ja mitten unter uns. Ueppiger grünt und blüht es, als sich einer erinnert. Ueberall lugen die nilgrünen Halme der Wintersaat aus dem Boden. Wenn uns der Wettergott gnädig bleibt, wie er es in diesem fast schneelos ntilden Winter war, dann gibt es in Oesterreich eine Ernte, nach deren Hetmbringung man das Wort „Hungerkrieg" nur mehr wie einen Witz aussprechen darf. H. W Zur dem Reiche. Berlin, 14. April. (WTB.) In der Verordnung des Bun- dcsrats über die st e u e r l i ch e ^Handlung von Biersen - düngen an die Truppen wird bestimurt: Wird Bier, das im Aufträge der HeeresvernZaltung an Truppen geliefert wird, als Militärgut aus einem Brausteuergebiet in ein anderes befördert, so gilt die Versendung nicht als Ausfuhr und der Uebertritt in das andere Brausteuergebiet nicht als Einfuhr. Berlin, 14. April. Die „B. Z. a. M." meldet aus München: In Gegenwart des Königs hielt die Sektion München des Bayerischen Kanalvereins ihre Hauptversammlung ab. Es wurde volle Einigkeit darüber festgestellt, daß der Ausbau neuer Groß-Schifführtsstraßen eines der hervorragendsten Mittel sei, um die Erzielung der höchsten wirftchastlichen Kraft Deuftchlands und seiner Verbündeten zu gewährleisten. Die durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse hätten im wesentlichen dazu beigetragen, den Gedanken von der Notwendigkeit des Ausbaues einer Verbindung Donau-Rhein zu fördern. Außerdem werde im Norden ein durchgehender Wasserweg von der Weichsel zum Rhein mit Anschluß nach Antwerpen erwogen und ein Wasserweg von Nordwesten nach Südosten, an dem Bayern besonders interessiert sei. Die Kosten des Ausbaues des bayerischen Teiles würden auf 300 Millionen, mit Einschluß der noch notwendigen Hasenanlagen 400 Millionen, die Kosten des gesamten Projekts ans V-/.\ Milliarden beziffert. Mün«chen, 14. April. Die Bayerische Fleischversorgung s st e l l e hat vom 1. Mai ab bis 25. Juni 1916 die H ö ch st- mcnge von Fleisch, die auf den Kopf der Bevölkerung verbraucht werden darf, auf 800 Gramm sür die Woche, füjr Müder unter sechs Jahren auf 400 Gramm festgesetzt. Der Kom- inu.nalverband kann die Höchsttnenge innerhalb seines Bezirkes herabsetzen, wenn aus den zur Verfügung stehenden Fleischvor- räten die Nachftage nicht gedeckt werden kann. Aus Kessen. In der Zweiten Kammer hat der Abg. Joutz folgenden Antrag gestellt: Großh. Regierung zu erfucken, einen Gesetzentwurf baldigst vorzulegen, durch welchen den Gemeinden das Recht wieder zusteht, -die Gemeinde Waldungen durch> Sckxff- und Schweineherden beweiden zu lassen, sowie hen mit ihrer Gemarkung an Staatswaltungen angrenzenden Gemeinden desgleichen, gegen eine von den Landständen festzusetzende Pachftumme. Von der Bewerbung ausgeschlossen^ sind die jeweiligen Walddistrikte, die wegen Wald- anpflanzung für einige Zeit Schutz verlängert. Deutsche in Argentinien. Uns geht itachstehender Brief zu, der interessante Einzelheiten aus dern Leben der Deutschen in Ar gentin ieir gibt. Hoffnungsvoll ist der Ausblick, daß die Argentinier nun doch einzusehen beginnen, wie unentbehrlich ihnen der deutsche Handel nach dem Krüge sein ivird, imd daß sie sich von England zu ihrem eigenen Schaden verblenden ließen. Buenos Aires, den 25. Oktober 1915. Hoffen wir, daß der Krieg bald zu Ende ist, damit man wieder aufatmen kann. Für uns heißt's eben anshalten und ab- warten. In Buenos Aires lvird das Elend von Tag zu Tag grösser. Alle Geschäftsleute unserer Feinde entlassen alle ihre Angestellten deuftck/er nud österreichischer Nationalität. Die stellungslosen Lairüslente nehmen an Zahl stets zu, und die großen Opfer, die die deutsche Kolonie in großem Maße bringt, sind bei weitem nicht ausreickiend, um die schrecklichen Leiden zu stillen. Der deutsche Gesandte, Graf Karl von Lnxburg, hat sich der Notstandsangelegenheit in eigener Person angenommen. Dieser Mann leistet in dieser Beziehung ganz Erstaunliches. Eine ganze Reihe von vollkommen verwahrlosten, kranken und völlig erschöpften Deutschen hat er aus ihren H ö hl en Wohnungen! herausgeholt, waschen (entlausen) und neu einkleiden lassen. Daraufhin ließ er Schlafstellen aus hier liegenden deutschen Dairrpfern einrichten, wo sie gleichzeitig abgespeist wurden. Es herrscht aus den Dampfern große Ordnung, Pünktlichkeit wie militärische Zucht. Diese armetr Kerle schädigten natürlich kolossal den guten deutschen Ruf hier. Eine beträchtliche Zahl davon hat bereits Arbeit gesunden. Der deutsche Gesandte hat wirklich Enormes geleistet, um die Not der unverschuldeterweise ins Elend geratenen Deutschen zu lindern. Der Mann ist überhaupt sehr für das Emporkoininen des Deutschtums bemüht. U. a. machte er bereits größere Reisen ins Innere, um die deutschen Schulen, Kolonien und Kulturstätten aus eigener Erfahrung bis aus die Einzelheiten kennen zu lernen. Tie Stimmung lder hiesigen Einwohner ist int Vergleich zu der bei Ausbruch! des Krieges eine sür uns loeit günstigere geworden. Der deutsche Handel ivird daher nach dem Krieg nicht viel Zeit benötigen, um hier wieder an erster Stelle zu sein. England wollte doch die deutschen Waren in der ganzen Welt ersetzen können. Man kann jedoch nichts davon wahrnehmen, denn es herrscht hier — wie wahrscheinlich überall — ein fürchterlicher Mangel an den («upftächttchsten Artikeln. Biele Artikel, besonders pharmazenftsche. sind überhaupt nicht mehr zu haben, auch gegen die höchsten Preise nicht. Das Volk legt sich ^allmählig Rechenschaft darüber ab, wre sehr es von Deutschland abhängig ist. Es ist dies eine gute Lehre für die Gesellschaft. Viele haben auch bereits, gerade aus diesen Gründen Ansehen gelernt, daß der fürchterliche Welt-! krieg lediglich aus Neid von Eiigland angezettelt wurde. Aus Stadt und Land. Gießen, 15. April 1916. Anegsarheit in Gießen. XX. Die Kriegstätigkeit des Großh. UnterfuchungSamte für Infektionskrankheiten in Gießen. Obwohl das Untersuchungsamt für Jnfektionskrank Herten während der Friedenszeit nur in seltneren Fällen be der Seuchenbekämpfung im Heere in Tätigkeit trat, so wa bei dem Kriegsausbruch doch zii erwarten, daß das Amt ii größerem Umfange bei der Feststellung und der Bekämpfun« von Jnfektionskoankheiten Ort Heere in Anspruch genommen und daß dabei seine Mitwirkung nicht ans die Gießener xm\ hessischen Lazarette beschränkt bleiben würde. Die nach stehende Zusammenstellung -gibt Aufschluß darüber, inwie weit diese Erwartungen eingetroffen sind. Es wurden einges-aiidt und für das Heer untersucht in Jahre 1914 folgende Pro be n unste ckun gs v erdäch tigen Materials: September 106, Oktober 332, November 278, Dezembei 549, weiterhin im Jahre 1915: Januar 869, Februar 974 März 795, April 659, Mai 461, Juni 522, Juli 465, Auguf 321, September 347, Oktober 392, November 729. Dezembei 702 und schließlich im Jahre 1916: Januar 568, Februm 560 nild März 612. — Die Gesamtsumme der Eingüngi infektwusverdächtigen Materials belief sich demnach an über 10 000 (10 241) Proben. Die Zahl der ausgesührter Untersuchungen war über eine wesentlich höhere, da be einem großen Teil der Eingänge nach verschiedenen Rich tun gen hin bakteriologische und serologische Erhebunger anzustellen waren. An der Ausführung dieser Untersuchungen, die bei den übrigen Ausgaben des Amtes eine erhebliche Belastung bedeuteten, wareii außer dem ständigen Persona! des Amtes noch 1 bis 2 Sanitätssoldaten sowie seit diesen Jahre -eine Bolontärin mitbeteiligt. In der Hauptsache handelte es sich um die bakteriologische Aufklärunig und Bestätigung von Typhus- sowie Paratyphus--^.-- und -L- verdächtigen Erkrankungen bezw. uni Untersuchungen, welche zur Verhütung dieser Kvantheiteti angezeigt erschienen (5816 Fälle). — 442 llnler- suchungerr waren.auf den Nachweis von Ruhrerreqern gerichtet. Wegen Tuberkuloseverdacht oder zur Ausschließung emes solchen kamen 3344 Proben (Lungenaus- wurf, Eiter, Kot, Urin, Lumbalflüssigkeit usw.) zur Untersuchung. Zu 612 Fällen galt es, den Verdacht auf Lues, Gonorrhoe, Diphtherie, Streptococcen Pnenmococcen, Influenza, Wundstarrkrampf, Malaria, Genickstarre, Recurrenz, Cholera, Rotz etc. bakteriologisch bezw. serologisch zu bestätigen oder auszuschließen. Es wurde endlich noch eine Reihe iticht ansteckungs- verdächtigen Materials sür die einzelnen Lazarette bezw. Militärärzte untersucht. An der Einsendung deS vorstehenden Materials beteiligten sich die Reserve- und BereinSlazarette in: Alsfeld, Alsbach, Alzey, Auerbach, Bensheim, Butzbach, Babenhausen, Büdingen, Bingen, Burg, Darmstadt, Dieburg, Dillenburg, Eberstadt, Friedberg, Gießen, Goddelau, Hungen, Heppenheim, Hanau, Ober-Ingelheim, Lich, Limburg, Lauterbach, Langen, Bad-Nauheim, Nieder-Weisel, Offenbach, Rüsselsheim, Salzhausen, Sickendorf, Schotten, Wetzlar, Worms, sowie die Kriegsgesangenenlager und Seuchenlazarette in Darmstadt, Gießen, Friedberg und Wetzlar. Es wurden fernerhin noch fortlaufeiide Untersuchungeil für 27 Militärärzte (Bataillons-, Stabs- und Revierärzte) aus-, »geführt. Es fanden weiterhin im Untersuchungsamte je zwei Ansbildungs- und Wiederholungskurse für Desinfektoren sowie zwei Unterrichtslürse in der Bekämpfung des Fleck- und Rückfallsiebers statt, an welchen Militärpersoncit und Angehörige des Roten Kreuzes teilnahmen. — Schließlich sei noch bemerkt, daß sich das Amt troch bei Schutzimpfungen gegen Pockeii, Typhus und Cholera betätigte. A. Bötticher. * Unsere Frühjahrsbestellung. Aus der Gegend des Hinteren Vogetsberges gehetl uns folgende stolze und zuversichtliche Ausführungen zu, denen wir gerne Raum gewähren, da sie Anerkeiinung und Ansporn zugleich sind. Die Größe unseres Heeres zeigt uns zur Genüge, welche Meuschenmassen unserer Bevölkerung entnommen sind. In den Dörfern des hinteren Vogelsberges dürfen wir durchschnittlich auf einen hohen Prozentsatz von Eingezogenen rechnen. Die größte Mehrheit der Kämpfer gehört hier oben dem Banertistande an. Mit trübern Blick sah am Anfänge des^neuen Jahres manche nun alleinstehende Bauersfrau der Frülffahrsbestellung entgegen. „Was soll das werden?" war vieler Gedanke. Nun ist diese Zeit herbeigetomk- men. Wir stehen hier mitten in der Frühjahrsaussaat. Ueberall sieht man emsigen Fleiß. Die Fr aue st gehen frisch ans Werk. Was sie früher als selbstverständliche Männerarbeit ansaheti, wird angepackt und auch zu Ende gebracht. Die Frau ist viel selbständiger geworden. Ein sonst wenig gesehenes Bild: häufig sieht man Fraiten als Lenterin eines Pferdegespannes, Peitsche und Zügel in der Hand, als müßte es so fein. Ja, es muß so sein! Unsere Franeni kommen voll und ganz ihrer Pflicht gegen sich selbst und gegen ihr Vaterland nach, ebenso wie ihre Männer da draußen auf blutgetränktem Felde. Doppelt schwere und sorgfältige Bearbeitung erfordert der Vogelsberger Boden. Aber als schönstes Zeugnis für den Pflichteifer unfever Frauen prangen die Wintersaaten in vollem, üppigem Grün und berechtigen zu den schönsten Hoffnungen Aber anch die Kinder stellen ihren Manti. Schon in Friedenszeiten mußte der Vogelsberger Schüler viel arbeiten. Nun aber ist die Arbeit iwch gewachsen. Oft schon einige Stunden vor Begiitn der. Schule fängt ihr Tagewerk an. Kaum ist der Unterricht zu Ende, so wartet schon wieder die Pflicht auf sie. Zwölf- bis Vierzehnjährige fahren ihren mit Dung beladeneii Wagen allein ins Feld, eggeii ohne Mithilfe und versorgen das Bich. Auch die nötige Zeit für die Schulaufgaben grird noch gefuitden. Und wer wohl meint, der. Vogelsberger Schüler stche deshalb hinter anderen zurück, der komme, sehe und höre. — Da fast durchweg Halbtagsunterricht erteilt ivird, kommt der Rest des Tages der Arbeit zugute. — Auch die oberste Schulbehörde hat, wie überall, den Kräftemangel berücksichtigt und eine vorzeitige Entlassung der Konfirmand e n zum 1. April gestattet. Den Riesenanteil der fchlendeii Kräfte ersetzen aber im hinteren Vogelsberg die K r i e g s g e s a n g e n e ii. Fast jedes Dorf hat sein Arbeitskourmando. Die Feinde, Franzosen und Russen, haben in ansehnlicher Menge ihren Einzug im Vogelsberb gehalten, natürlich in anderer Weise, als diese „Kulturbringer" es sich träunten ließen. Auf den Feldern leuchten nun die gelben Armbinden uiid die Farbstreifen der Kleider unser-er Feinde bei fleißiger Arbeit. Zwar ist die ftemde Sprache ein Hindernis, aber mit jedem Tage wird die Verstäudiguna leichter. Die Zerstörer Ostpreußeus hier bei friedlicher Kulturarbeit! Welcher Wechsel des Schicksals! Zahlreichen Feinde braucht, gewährt sür die Frühjahrsbchtel- lungen Beurlaubungen. Mit Wehr und Waffen sieht man die bärtigen, gebräunten Krieger nach dem lange entbehrten Heim eilen, um in kurzer Frist das Nötigste zu tuti, anzuownen und auch noch Erholung zu finden. — Garnison- diensttaugliche Landwirte werden sür längere Zeit beurlaubt oder ^injtweilen nicht eingezogen. — Die Nachricht, daß Landstürmer, die während des Krieges das 45. Jahr über- chritten haben, nach Hause entlassen werden, kommt gerade zur Bestellung recht. Unseren Feinden, die uns durch die Uebermacht erdrücken wollen, mag das wohl unverständlich sein. Uns aber soll es nicht nur eine neue 5)ilfe zur Aussaat ein, sondern auch neue Kraft zum Ausharren geben: „Wir sind stark genug, selbst gegen eine Welt von Feinden. Bautz daheim in Frieden eure Scholle!" Aber auch die Witterung scheint unser Bundesgenosse zu sem. Keme mächtige Kälte, keine überstarke Schneedecke hat, wie vor zwei Jahren, den größten Teil der Winter- aat, des Herbstfteißes und der Sommerhosfnung vernichtet Der März brachte prächtige Tage, aber auch der tlärrische April kann trotz abwechselnder Kühle, trotz Regen- und Schneeschauern kein Unheil mehr anrichten. Ja, der andauernde Regen soU unserem Boden zugute konnnen, damit er leichter eine etwa eiutretende sommerliche^Trockcnzeit überdauern kann. ^ Eine prächtige Wintersaat, grüne Wiesen, günstige Witterung, einigermaßen ausreichende Hilfe zur Frühjahrsaussaat und zur Sommerarbeit, das sind die Zeichen, mit )enen wir hier oben ins neue Ernte- mtd Arbeitsjahr hineintreten. Dazu noch unsere Siege im Westen! Der Landwirt !ann und darf mit Rühe und mit den bestem Hofsnungell der kommenden Ernte entgegensehen. Spielpran -er serewigren zranffutter SLa-ttheater. Opernhaus. Sonntag, den 16. April, abends 7 Uhr: „Larmen/ Montan, den 17. April, abends 7 1 /, Uhr: „Martha." Tienstaq , den 18, April, abends 7 Uhr: „Aida." Mittwoch, den 19. April, ge- schlossen. Donnerstag, den 2». April, abends 7 Uhr: „FraTwoolo." Freitag, den 21. April, geschlossen (Karfreitag). Samstag, den 22. April, abends 7 1 /, Uhr: .Der Troubadour." Sonntag, den 23. Avril, abends 7 Uhr: „Der Bärenhäuter." In 3 Akten von Siegfried Wagner. Montag, den 24. April, nachmitags 5 Uhr: Zu ärmsten des Roten Kreuzes : „Parsifal." Große Preise mit 10 % Äiisschlag. Zchauspielhaur. Spnntag. den 16. April, nachniittags 3 Uhr: „Wilhelm Teil." Absnds 7 4 /, Uhr: „Alt-Heidelberg." Äliontag, den 17. April, geschlossen. Dienstag, den 18. April, abends 7'/, Uhr: „Das Wintermärchen/ Mittwoch, den 19. April, abends 7'/, Uhr: „Die gilt- geschirttlene Ecke." Tonnerstag, den 20. April, abends 6 Uhr: „Farrst." Freitag, den 21. Avril, geschlossen (Karfreitag . Samstag, den 22. April, abends 7'/, Uhr: „Rosinersholm." Sonntag, den 23. Avril, nachmittags 3'/, Uhr: „Glaube und Hermal? Abends 7 Uhr: Zum 300jährigeii Todestag Shakespeares: Zu- guiisten des Roten Kreii^eS: „Hamlet." Kleine Preise mit 19 % Aufschlag. Montag , den 24. April, nachmittags 3 1 , Uhr: Deutscher Komädienabeiid: „Der Fremde." Hierauf: „Fritzchen." Danir: „Die sittliche Forderung." Zum Schluß: ,Tüe Hasen- psgle." Abends 7'/, Uhr: „Das Diniermärchen." _ Märkte. GHcßcit, 14. April. Marktbericht. Ails denr heutigeii Wochenmarkt kostete: Butter das Pfuiid 1,98—0,00 Mk.: Hühner- eier das Stück 18—20 Pfennig; Käse 8 — 10 Pfennig, Käse- matte 3 P'ennig das Stück; Weliche 0.00—0,00 Mk.; Ochsensleisch das Pfund 2,00-0,00 Mk., Kubfleisch 2,00-0,00Mk. da» Mund, Rnidfleisch das Pfmid 2,00 — 0,00 Mk., Schweinefleisch das Mund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 1,80-1,84 Mk., Hammelfleisch das Pfund 1,80—0,00 Mk.; Kartoffeln der Zentner 0. 00 Mk.; Ziviebeln das Pfund 30—35 Pfq.; Milch das Liter 28 Pfq .i Nüsse 100 Stück 00—00 Psg.; Spinat 30-00 Pfg. das Piuud, Kopfsalat 15-25 Pfg., Karotten 15 Psg. das Päckchen, Lauch 5 bis 8 Pfennig das Päckchen. Mnrktzeit von 7 bis 1 Nhr. - Fleischpreise auf dem Markte von aiisivärtigen Hänldlern: Ochsenfteisch das Psd. Mk. 0,00-0,00 Riiidfleisch d. Psd. 1,80-0/10 Mt., Rindfleisch-Bratenstück das Pfund 0,00—0,00 Mk., Nrerenielt das Psd 1 ,B0 Mk., Leber- und Blutwurst 1,60 Mk. das MunÄ, Mettwiirst 0,00 Mk. das Pfund, Schweinefleisch 0,00 Mk. Schmatz 2 Mt. das Psund. e. Fulda, 14 April. Der gestrige Bi eh markt ivar mit 30 Ochsen, 6 Stieren, 15 Kühen, 28 Rindern wid 1 Bullen befahren. Die Preise waren hoch, der Handel schleppend. Es kosteten Ochsen 2400 —3000 Mk., Stiere 1000—1400 Mk. das Paar, Kühe -das Stück 700—1100 Mk. und Rinder 300-500 Mk. = Herboru, 13. April. Ans dein heilte abgehalteiien 3. dies- Mrtgen Markte waren ausgetrieben 2 Stück Rindvieh und 215 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen 1. Quatrtat 00—00 Mk., 2. Qualität 00-Oo Mark, Kühe und Rinder 1. Qualität 00—00 Mk.. 2. Qualität 00-00 Mark für 50 Kilo Schlachtgewicht. — Auf dem Schweiiieniarkt kosteten Ferkel 100—160 Mk., Läufer 160—200 Mk. und Einlegschweine 00 —00 Mk. das Paar. - Der nächste Markt findet am 11 Mai 1916 statt. Börsen-Wochenbericht. --- Frankfurt a. M., 14. April. Zur fr-eren Vermehr der Börse bleibt die Stimm mrg unentwegt ;ioverftchtlick> Die feste Haltung entspricht dem Vertrauen, nüt dem üderwregend auch unsere wirtschaftlichen Krci.se in die Zukunft schauen. Man ist fest davon überzeugt, daß, wenn erst nfteider Friede herrscht, unsere Industrie nicht nur eine starke llntenichimiirgslust zeigen, sondern auch die Kraft haben wird, sich erfolgreich M betätigen. Mgesehen von der i'riverändert günstigen Beurteilung unserer militärischen und politischen L-a ge, enrpftng die Phrrrtafie und Unterrrehmungstust T""’ — »—— — I I I I , ■ T der Börse in füngster Zeit neue Nahrung durch einige Verscharrel zunqspläne in der Kühlen- und Eiseninoustrie, durch die in der iNußrwhme bei der Woermann-Linie sich äußernde ?teuoricntrerung im Schift'ahrtsgcwerbe und durch die inanr-rgfachen Pläne zu einer umfassenden Elektrizitätsverwrgung des Landes. (Mnitigen Eirrdruck machte in dieser Woche vor allein auch das Handelsabk o m men Rumäniens mit den Mittelmächten, dem eine hochpolitische Bedenturia brig. messen wurde, ferner die große Steigerung aller russischen Werte, woraus man aur eine gewisse Friedensneigunq der Russen schließen wollte. Anhaltende Käufe der nordisch.'n Länder urrd Hollands in russischen Bankaktien und Staatspapiercn hoben deren .>tzurse bcträck;.lich, so daß weitere Kreise diesen Werten Einstige Meinung entgegen- brachten. Ter Kreis, der für das Geschäft in Betracht kommenden Wertpapiere hat sich überhaupt im allgemeinen noch mehr crweirert. Bevorzugt waren Montan Papiere, von denen hauptsächlich Phönix. Bvchumer, Teutsch-Lurcmburger, Gelscnkirck>ener und einige obcrsch.lcfische Werte, nne Oberbcdarf, Bismarckbülte und Riebed Montan größere Steigerungen erzielten. Tann waren auch S ch i f f a h r t S a k t i en lebhaft gefragt rrnd höher. Bon anderen Industrie papieren lagen Elektrowerte, namentlich Ediüm, Felten u. Guilleaume, Siemens n. Halste und Schuckert-Aktien sehr fest. Auch Kabelwerk Rhevdt, Aitgslurrg-NürnbergerMaschinen, Metallwaren-Ring, Lberurseler Motoren konnten bei lebl-aiten Umsätzen sich wefter befestigen, für chemische Werte zeigte sich eben falls wieder einiges Interess.-. Dagegen herrschte für R ü st u n g s- werte, wie Testtsche Waffen, Rh-inmetall, Lve.ve, Köln-Jiotl- weiler Pulver und Hie meisten Auto werte größere Ztirücl- haltung wegen der Verschärfung der Kriegsgewinnfteuer; die .Kurse aller dieser Werte bröckelten aber nur langsam ab. Teutsche Erdöl gaben schärfer nach ans Meldungen über eine beabsichtigte Verstaatlichung des Petroleum-Verkaufs in Rumänien. B a n k a k t i e n blreben gut behauptet. Am Anlage markt lageir deutsche Anleihen sehr seit, auch die meisten fremden Fonds konnten etwas anzichen. Geld war leicht. Privatdisront 4 5 /ig Prozent. Für Rheumatiker und Neuralgieleidende. Jahrelange Schmerzen waren in 3 Tagen verschwunden Herr E. Kelch, Hagen, schreibt: „Ich leide schon seil Jahren an Rheumatismus und Blasenleiden und konnte vor lanter Schmerzen kaum noch anftreten. Da ich mir schon öfter alle möglichen Mittel hakte kommen lassen, ivelche oft sehr teuer waren und rein gar inchtS geholten hallen, kaufte ich mir eine Packung Togab denn ich ,agte mir: „wenn eS nicht hilft, dann ist nicht viel verloren. Das Ret'.lltat war so überraschend, daß ich es selbst kaum glauben konnle. Schon nach dem Gebrauch von 2 Tableltcn konnie ich gehen und am nächsten Morgen konnte ich wie seit langen Jahren frei und unbehindert annreten. Heute, an, dritten Tage, fühle ich mich am ganzen.Körper trotz des miserablen Wetters so wohl, dan es eine Freude ist. Ich kann daher Togal allen Leidensgefährten sehr warm empfehlen." Aehnliche Erfahrungen und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur der Rheumatismus, sondern auch bei Kovfschmerzen. Hercn- schun, Jtchias, schmerzen in den Gelenken, sowie bei Jnflnenm gebrauchten. Alle Apotheken fuhren Toga l-T ab letten. Best.: Acid. acct. c a1i . Chinin. Mg. Li. _ l262588 Wichtige ^cttcnfrage bei Materialmangel. Erft recht ist es jetzt, wo fast keine Pslanzendaunen iKapoy und keine Roßhaare vorhanden, also Kapokmatratzen fast so teuer wie Roßhaarmatratzen sind, eine Notwenoigkeit, meine 3teil. Matratzen „Stabil", patentamtl. gesch. unter Nr. 420 684 (Zusatz Verbesserung beim Patentamt cmgcmeldet), in Anwendung zn bringen. Nock)! genügender Vorrat in Kapok mit Noßlnarüber- lage crniöglichl, die Vorzüge des gesunden Lagers einer Roßhaarmatratze m erreichen. Jederzeit in Roßhaarmatratzen nmzuändern. Anch Käpoküberlage mit Einlage billigeren Matcriaks gibt seit Jahren bestbewährte und noch billige Matratzen. Hofmöbel- und Bettenfabrik Th. Brück, Gießen. ___ 2936 T Hederichbekämpsung. Nach den En'ahrungen der letzten Jahre ist der feingenmhlene Kamst lSondermarke 1 ohne Zusatz Sondermarke 2 mit Zusatz von Kieselgur zur Verhütung des Zusammenballens) gegenwärtig das beste und billigste .Hederichbc- kampftmgsmsttel. Er nmß in Vtengen von 4—5 Ztr. pro Morgen auf noA möglichst jungen Hederich (2 —4 Blätter) morgen? im Tau ausgesrreut werde«. Wenn dann kein Rclp-n iolgr imi> dir Sonne scheint, ver-'ckpvstrdet der Hederich rwllständig. imd die Saat gedeih: infolge der d'.'mgeriden Wstkung des Kastnts üppig; diese Bekämofungscutt lohnt sich wie feine andere. f lb U Amtlicher Teil. Bekanntmachung. B e tr.: Einkaufsgesellschaft für das Grosherzogtum Hessen; hier: Verpflichtung des .Klemhandels. _ Dm 30. März dieses Jahres ist auf Anregung der Grvßh. 1 Regierung eine „Einkaufsgesellschaft für das Gros»- 1 Herzog tum Hessen m. b. H." gegründet worden. Tie Gesell- \ schuft hat den Zweck. Nahrungsmittel und sonstige Bedarssgegen- , Nände des täglichen Lebens während d-s Kric^zcs. und, solange die ^ durch den .Krieg geschaffenen Verhältnisse raxh crndauern. int In- ! land und AuslMtd zu erioerben und der Bevölkerung im Groß- ' Herzogtum Hessen möglichst ausreichetcd und zu angemessenen \ Preisen zu zu führen Ihr geboren sämtliche Kreise des ! Großherzogrums und u?rerst die Städte Mainz, Offenbach utcd Gießen, uns ir-rner NahruugsmtltelgroßkätrdlTr und Konsumvereine an. Tie Gesellschaft hat ihren Sitz in Mainz, die EKiellschaftS- ‘ stelle befindet jick) Breidenbacherstraßc 15. Tie Waren der Gesellschaft iverden teils durch die.^kreisämtcr bezw. Oberbürgermeister. Bürgermeistereien usw., teils durch die angeschloisenen Großltzjndler imd Konsumvereine in den Verkehr gebracht. Svrveit die Aaren durch Vermittelung des Handels verteilt tverden. ersolgl die Abgabe nur an solche K l e i n h a n b e I ^ lg cf cfcäfte, welche sich schriftlich verpflichtet haben, den Verkauf nur nach den vom AufsichrSrat der Gesellschaft festgesetzten Bedingungen vorzunehmen. Tiefe Bedingungen liegen auf sämtlichen Bürgermeistereien aus. Tic Unlerzeickmung kann dort t»r- genommert werden; sie erfolgt auf einem blauen Vordruck und zwar in doppelter Llusfertigung. Ta nur solche Geschäftsleute, welche die obengenannten Bedingungen unterzeichnet haben, an dem Vertrieb der Waren der Gesellschaft teil- haben können, so ergeht an die Inhaber aller BcinhondelS- gcscl.äste mit Spezerei- und ähnlickien Waren die Aufforderung, jspä teste ns bis zum Mittwoch, den 19. d. Mts. die Unlerzcichnurrg auf der Bürgermeisterei vorzunehmen. Nach diesem Tage werden Unterzeichmmgen nicht mehr vorgenommen. Gießen, den 14. April 1916. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Unter 5)inweis aus vorstehende Bekanntmachung werden Ihnen umgehend eine Anzahl weißer und blauer Verpflich. ttmgsscheine übersenden und weisen Sic an: a) bnrd> ortsüblickie Bekanntniachnng zur Unterzeichnung der Bezugsbedingungen auszufordern, b) die blauen Scheine in doppelter Atlsferftgung unterzeichnen zu lassen, die weißen dem Gesckiäftsinhaber nach Unter-^ich- nuug in jc eincni Abdruck auszuhändigen, e) rtach Mlauf des 19. April die je doppelt mtterzeichneten blauen Scheinc an uns sofort gesammelt zurückzusenden - d) dabei zn berichten, welche Kleikchandelsgeschäfte die Bedingungen nicht unterzeichnet haben. Unter den Begriff „Kleinhändler" fallen atte Geschäfte, die regelmäßig Spezerei- und ähnliche Wanm im Kleinen an die Bevölkerung abgeben. Weiter benötigte Schrine können von der l^örkaussgeseUschaft für das Großherzogtrml Hessen in Mainz, Breidenbocherfrraße 13, telegraphisch bezogen werden (Telegrammadresse: „.Hessackarst Mainz^O- Nicht benützte Scheine sind zurückzusenden. Gießen, den 14. April 1946. Grvßherzogliches .Kreisamt Gießen. Ör. U s i n g e r. 5 Giessener Paedagogium Individueller Unterricht in kleinen Klassen Sexta-Oberprima. Arbeitsstunden unter strenger Aufsicht. Vorbereitung auf Einjährigen-, Primareife- u. Abiturientenexamen Kinder unt. 14 Jahr, sind durch d. Besuch des Paedagogiums von der öffentlichen Schulpflicht lt minister. Verfüg, befreit, ftchirlcrheim in groß. Park. — Nur geprüfte akadem. gebild. Lehrkräfte. Drucksachen Nr. 55 durch Siraktar Braekamani, Giessen, Ludwigstr. 70, in d. Nähe d. Universität. Fernruf 633. Im vergangenen Jahre bestanden von den n«r im Paedagogium unterrichteten Schülern 1 die KelfeprUfang, 3 die Priraareifeprüfnns:, 6 die Einjährigenprüfung und 5 die Anfnahmeprüfnng in eine öffentliche Schule, das heisst shmtliehe Prüflinge. [1633 Wasserdichte Westen und Ä Füßlinge ßudde s, Go., ßeltersweg 52. ■ ► 4 !fa-Laval- Separator Enttermaschlnen sowie jegt Art allch- virtsckafüickor fisräta empfiehlt Edgar Borrmann Eisenhandlung | Scti stadt II 7 ,a Tel. 188 Bekanntmachung. Am 30. März ds. Js. ist aus Anregung der Großh. Regierung eine „Einkauföckesellschast für das Groß- h erzog tum Hessen m. b. H." gegründet worden. Die Gesellschaft hat den Zweck. Nahrungsmittel und sonstige Bedarfsgegenstände des täglichen Lebens während des Krieges der Bevölkerung im Grotzherzogtum Hessen inög- lichst ausreichend und zu angemessenen Preisen zuzuführen. Ihr gehören sämtliche Kreise des Großherzogtums und vorerst die Städte Mainz, Offenbach und Gießen und ferner NahrungSnuttelgroßhändler und Kon silmvereine an. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Mainz, die Geschäftsstelle befindet sich Breidenbacherstraße 13. Die Waren der Gesellschaft werden teils durch die Krersäinter bezw. Oberbürgermeister, Bürgermeistereien nsw. teils durch die angeschlosienen Großhändler und Konsumvereine in den Verkehr gebracht. Soiveit die Waren durch Vermittlung des Handels verteilt werden, erfolgt die Abgabe nur an solche Kleinhandelsgeschäfte, welche sich schriftlich verpflichtet haben, den Verkauf nur nach den von, Aussichtsrat der Gesellschaft festgesetzten Bedingungen vorzunehinen. Diese Bedingungen liegen aus dem Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 16, auS. Die Unterzeichunng kann dort vorgenommen werden; sie erfolgt auf einem blauen Vordruck und zwar m doppelter Ausfertigung. Da nur solche Geschäftsleute, welche die obengenannten Bedingungen unterzeichnet haben, an dem Vertrieb der Waren der Gesellschaft tcilhaben können, so ergeht an die Inhaber aller Kleinhandelsgeschäfte nnt Spezerei- und ähnlichen Waren die Aufforderung, spätestens bis zum Mittwoch, den 19. ds. Mts. die Unterzeichnung vorzu- nehmen. Nach diesem Tage werden Unterzeichnungen nicht nrehr vorgenommen. Der Oberbürgermeister. 3078B1 Bilanz des ltshivirtschaftliliieil KensWierrms eingetrii- geiic Kkiissseirschkst mit MbeftrünkterH-lstzM zu WajjekSöril-Aeiiiberg vom Fahre 1815. Aktiva Passiva Kajsa-Konto Bestand am 31.12. 15 230.04 Waren-Konto Bestand am 31.12. 15 11227.80 Inventar-Konto 15 °/o Abschreibung 159.30 Rückstände a. 31.12.15 7617.65 Debitoren diverse Debi> toren 724.11 Zusammen Zahl der Konto-Korrent-Konto Diverse Kreditoren . . BetriebS-Rück- lage-Konto Mitglicder- Konto . . Reserve-Fonds- Konto . . Ueberschuh in ISIS . Zusammen 7103.40 2805.52 1710.— 3150.— 5189.98 19958.90 Mitglieder Ende 1914 Abgang 1915 3066 19958.90 173 9 164 Zugang 1915 . 4 Mitglieder-Stand für 1916 168 Wakenborn-Steinberg, den 15. April 1916. Sommer VII. Dam asky. Leicht. Holzversteigerung. Montag, den 17. April l. I., vormittags 8^/2 Uhr im Mühlberg beginnend, soll nachstehendes Holz versteigert werden: 115 Fichte-Stämme — 27,26 Fftm., 231 Fichte- Derbstangen —21,35 Fstm., 10 Rm. Eiche-Nutzscheit 2,50 Mtr. lang, 24 Rm. Nadet-Scheit, 175 Nm. Eiche-Scheit, 5 Rm. Nadel-Knüppel. 74 Rm. Eiche- Knüppel, 4800 Nadel-Wellen, 77 Rm. Eiche-Stöcke, 56 Rm. Nadel-Stöcke, 4700 Eiche-Wellen. Das zerstreutlagernde Holz wird nicht vorgezeigt. Leihgestern, den 10. April 1916. Großh. Bürgermeisterei.^ J Snd Deine Miuherioch »rsthmalzig Mil .ImmaiirC sie» ßalz Chem. Fabrik Eisendrath 6.m.b.H. Fabriklager: Frankfurt am Main, GutleutstraSeS. [1713D Hsateallerlrl Be4«H In Jeder gewöusofctw» Ausetattung stilrein u. preiswert dis kriidi'sOde üaiv.-Druckerei Holzversteigerung. Montag, den 17. dS. MtS., wird m den Waldungen der Gemeinde Rödgen folgendes Holz versteigert: & Nutzholz 61 Stück Eichen-Derbstangen (Wagnerholz) 62 Stück Fichten-Derbstangen h Brennholz 24 Rm. Kiefern- und Fichten-Rundscheit 34.4 Rm. Eichen | 37 Rm. Kiefern i Knüppel 22.4 Rm. Fichten | 350 Stück Buchen 650 Stück Eichen 350 Stück Kiefern 600 Atück Fichten 18,6 Rm. Kiefern- und Fichten-Stöcke. Die Zusammenkunft ist mittags 1 Uhr im Utersberg. Rödgen, am 14. April 1916. Großh. Bürgermeisterei Rödgen. Kraushaar. 307 * Wellen Vermietungen Zur Vermeidung von Verwechselungen btt AbbefteUun s von Dermittunys. »«zrigen ober dql. wird dringend um ANS««« derLnrelgennummer gebet. Verlag des Gieß.Anzeigers Wicestwsje U Wohnung zu verm. (76 . NabereS d aselbst 1. Stock. P 7 Zimmer | 7 Zimmerwohnung mit all. Zubehör, herrschaftlich ein» acrichtet zum 1. 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Gaben werden an der Kaffe des Roten Kreuzes in der Hüten Klinik entgegengenommen. suc / tli \1 \l ) SM, ly fj A f WrZm Hederich durch Bestreuen mit und andere Unkräuter werden vernichtet feingemahlenem Kaimt (Sondermarke 1 ohne Zusatz, Sondermarke 2 mit Zusatz von Kieselgur zur Verhütung des Zusammenballens) Sobald der Lederich 2 — 5 Blätter angeseht hat. Wird der feingemahlene Kainit frühmorgens auf die tarnraffen Felder gestreut. Der Kaimt entzieht der Lvkrautpflanze den Saft und bewirkt so das Absterben derselben. Durch die gleichzeitig düngende Wirkung bildet der feingemahlene Kainit neben deni besten zugleich auch das billigste UnkrautvertilgungSmittel. - Äu»führlLche Broschüre mit zahlreichen Urteilen aus ***'' der Praxis durch: Kalifyndikat G.m.b. 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