Nr. 86 Erscheint täglich mit Ausnahme des TonntagS. Die ..Sletzencr FamlltendlStter" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das »Arelrblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seitfragen" erscheinen monatlich zweimal. 166 . Jahrgang General-Anzeiger für Oderhesjen Dienstag, 1t. April Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschäftsstelle «.Druckerei: Schul- straße?. Geschäftsstelle u.Verlag:e«51, Schrift- leitung: S^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Mb. Deutscher Reichstag. 43. Sitzung, Montag, 10. April 1916. 91m Tische des Bundcsrats: Kriegsminister Wild v. Hohenborn, Helfferich. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 3 Uhr 16 Minuten. Die Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. Wald- n (F.. Vp.) wegen Beleidigung wird nach einem Bericht der Abg. Dr. Junck (Natl.) nicht erteilt. Das kapilalabfinbungsgesetz. Als erster Punkt steht auf der Tagesordnung, das Gesetz uberKapitalabfindunganStellevonKriegsver- s o r g u n g. Als Abfindungssumme ist unter Berücksichtigung des Lebensalters das Vielfache der Versorgungsgebühren zu zahlen u.nd zwar beim 21. Lebensjahre das 16fache usw., beim 65. Lebensjahre das 7/Lfache. Der Berechnung der Abfindungssumme wird das Lebensjahr zugrunde gelegt, das der Antragsteller in demjenigen Jahre vollendet, das auf den Tag der Antrygstellung folgt. Preußischer Kriegsminister Wild v. Hohenborn: Meine Herren, es ist das erstemal, daß ich als preu- ß i s ch e r K r i e g s m : n i st e r die Ehre habe, in diesem Hause zu erscheinen, nachdem ich bisher durch die Tätigkeit im Großen Hauptquartier verhindert war, an Ihren Beratungen teilzunehmen. Es liegt vielleicht die Erwartung nahe, daß. wo ich das erstemal hier spreche, ich mich über unsere militärische Lage äußere. Aber ich glaube. Ihres Einverständnisses sicher zu sein, wenn ich davon Abstand nehme, einmal mit Rücksicht auf die Darlegungen, die der Reichskanzler vor kurzem hier gegeben hat, und dann mit Rücksicht darauf, daß die Veröffentlichungen der Obersten Heeresleitung Sie, meine Herren, und das ganze Volk in die Lage setzen, die gute Entwickelung unserer militärischen Lage auf allen Fronten selbst zu verfolgen. (Beifall.) Diese Veröffentlichungen-der Obersten Heeresleitung sind ja kurz, soldatisch knapp abgefaßt, aber sie sind, im Gegensatz zu denen unserer Gegner, stets wahr. (Lebhafter Beifall.) Ein siegreiches Land braucht nichts zu beschönigen, und daß wir bisher siegreich waren, das lehrt ein Blick auf die Landkarte, und daß wissen auch unsere Feinde, auch wenn sie es nicht zugestehen wollen. Und daß wir weiter siegreich sein werden bis zum glorreichen Ende, restlos siegreich, dafür bürgt uns das bisher Gele i st e t e (Beifall) , dafür bürgt uns der Heldenmut, der einheitliche geschlossene Wille und die überlegene sittliche Kraft unseres Volkes (Beifall), und dafür bürgt uns auch, das möchte ich als sorgsamer Hausvater des großen Heereshaushalts betonen, das Vorhandensein von allem und jedem, dessen wir zur weiteren Fortführung des Krieges bedürfen. (Beifall.) Meine Herren, was wir in der letzten Zeit erlebt haben, die Zu.rück- weisung der russischen Offensive im Osten und unsere Kämpfe bei Verdun, das sind nicht, wie unsere Gegner glauben oder zu glauben vorgeben, die äußersten Anstrengungen einer erschöpften und ihr Letztes hergebenden, Nation, sondern daS sind Hammerschläge eines mit Menschenreserven und allen Hilfsmitteln versehenen kräftigen, gesunden und unüberwindlichen BolkSheereS (Beifall), Hammerschläge, die sich wiederholen werden, bis die andern mürbe sind. (Stürmischer Beifall.) Für dieses Ziel, für den Sieg, weiterhin in meinem Amt als Kriegs- minister alles was ich kann, einzusetzen, das verspreche ich hier und vor kein Lande. (Beifall.) Meine Herren, ich möchte nun nicht in den Fehler meiner Ministerkollegen im feindlichen Ausland verfallen und allzuviel von zukünftigen und verflosienen Siegen reden. Mit Kriegsmini st er-Siegesreden wird dieser Krieg nicht beendet werden (Sehr richtig!), sondern mit starken Schlägen draußen und mit dem starken Willen zum Durchhalten. (Sehr richtig!) _ Hundert Meter Schützengraben sind mir noch lieber als die schönste Rede in Paris oder London. (Beifall.) Aber, meine Herren, ein kurzes Wort erlaube ich mir über das Durchhalten. Meine Herren, ich liebe das Wort nicht für die da draußen, da paßt es nicht. Es paßt nicht zu unserem Können, und es paßt nicht zu unserem Wollen, es paßt nicht zu unserer ganzen Kriegsführung, es paßt nicht zu dem Vorwärtsdrang unserer Leute. Wir wollen mehr. Wir wollen eine siegreiche Entscheidung erzwingen. (Lebhafter Beifall.) Aber für daheim, da gilts, und unser Heer kann nur das Höchste leisten, wenn zu Hause durchgehalten Mird und wenn zu Hause alles pro patria geschieht. Gott, lob, so ist's, und für dieses Durchhalten erscheint es mir Pflicht, den Dank der Armee dem deutschen Volke auszusprechen. (Beifall.) Meine Herren, die Armee weiß, daß die Heimat es schwer hat, die Armee weiß, daß die Minderbemittelten mit schweren Sorgen zu kämpfen haben, daß manches Lebensmittel nicht gerade in Fülle vorhanden ist. Das weiß auch das Ausland. Aber freilich, wenn ich das einschließen darf, aushungern, dieser Lieblingsgedanke, unserer Standesvettern, aushungern, das gibt es nicht, wie unf neulich der Reichskanzler hier ausgeführt hat. Es ist doch tatsächlich niemals unter Kulturnationen der Kampf, der zwischen den Heeren auszufechten war, in so verbrecherischer Weise auf das Leben von Weibern und Kindern ausgedehnt worden, wie von England. (Beifall.) Gottlob, vergebens! Wir haben noch zu reiche Hilfsmittel, und unser Wille ist doch zu stark, als daß die .Hoffnung Englands Erfüllung finden könnte. Und woher kam das? An die Seite des Heeres ist in diesem uns aufgezwungenen Kampfe mitkänipfend das unbewaffnete Volk und die unbewaffnete Heimat getreten. Ich wüßte kein Beispiel in der Geschichte, wo Volk und Heer sich so innig zum Kampf verbunden haben. Mitleidend ist Deutschland im langen Laufe seiner Geschichte in vielen Kriegen verwickelt worden, aber mitkämpfend in so idealem Sinn« wie jetzt ist es wohl noch nie geschehen. Das ist das Erhebende in dieser Zeit, daß, während draußen die Feldgrauen in Kampf und Not die Heimat schützen, die Dahsimg^bliebenen nicht bloß mit rastlos schaffender Arbeit, sondern auch mit von Ernst getra- gener Entsagung den Kämpfern da draußen die Vorbedingungen zum Erfolg schaffen und erhalten. Ich meine, daß der Mitkampf der Heimat in diesem Kriege eine Erscheinung ist von geradezu gewaltiger geschichtlicher Größe. (Beifall.) Mag draußen die Gefahr größer sein und mögen draußen die Anstrengungen oft kaum zu ertragen sein, mag es draußen täglich gelten, das Leben einzusetzen, so muß deshalb das stille Heldentum der Heimat nicht minder bewertet werden. (Beifall.) Für den entsagungsfreudigen und Willensstärken Heldenmut der Heimat stattet das Heer seinen Dank ab. (Beifall.) Es weiß aber auch, gestützt auf diesen Heimotsgeist, zu kämpfen und wird seine Pflicht tun, und gestützt auf diesen Heimatsgeist weiter alle? hingeben für des Landes Wohl, für die Heimat und für einen Frieden, der den gebrachten Opfern entspricht und uns und unseren Enkelkindern in aller Zukunft vor derartigen Ueberfällen, wie wir sie jetzt erlebt haben, sichert. (Beifall.) Meine Herren, bis dahin Geduld! Die Signatur dieses Krieges ist es, daß alle Entscheidungen langsam reifen, langsam aber sicher! Der volle Sieg wird schon kommen; wann, kann niemand sagen. Aber daß er kommt, des wollen wir gewiß sein! Meine Herren, schon jetz^während des Ringens um den Erfolg wird es zur vaterländisch^ Pflicht, für diejenigen zu sorgen, die in diesem Kampfe an ihrer Gesundheit Schaden genommen haben. (Beifall.) Da sind wir gern der in einer Resolution des hohen Hauses gegebenen Anregung gefolgt und legen Ihnen heute das Kavitalsabfindungsgesetz vor. Ich bin selbst hierhergekominen. Ihnen Ten Entwurf zu unterbreiten, weil er mir ganz besonders am Hcrzen liegt. Ich empfehle ihn aufs wärmste. Kriegsbeschädigte und Kriegerwitwen sollen Kapital- abfrndungen an Stelle eines Teiles ihrer Bezüge erhalten. Wir können es als ein Zeichen gesunder Verhältnisse ansehen. daß mitten in den Kämpfen eine planvolle, umfassende und, wie wir wohl sagen dürfen, erfolgreiche Organisation durchgesührt worden ist mit dem großen Ziele, die Kriegsbeschädigten alle wieder in unser wirtschaftliches Leben, jeden an seinen Platz, zurückzuführen. Man wird wohl nicht zu viel sagen, wenn man in der Ansässigmuchung der Kriegsteilnehmer und der damit zusammenhängenden Wohnungsfürsorge den Schlußstein oder doch ein ganz besonderes wichtiges Glied dieser ganzen Fürsorge erkennt. In unserem deutschen Vaterlande, von der Wasserkante bis zu den Alpen, ist das eigene Heim der Inbegriff alles Schönen und Erhebenden. Es ist eine Quelle der Kraft und, wie wir für den Frieden hoffen wollen, ein Hort ruhiger Entwicklung. Das ist der Sinn des Gesetzentwurfes. Wir wollen denen, die in Verteidigung des Vaterlandes verwundet sind, und den Witwen derer, die ihre Treue mit dem Tode besiegelt haben, es ermöglichen, ein solches Heim sich zu schaffen oder zu erhalten. Dazu ist die Kapitalisierung eines Teiles der Versorgungsgebührnisie erforderlich, die nach den bisherigen Gesetzen in Renten auszuzahlen sind. Wir sind an den Gedanken der Kapitalsabfindung nicht ohne Bedenken herangetreten. Die Heeresverwaltung betrachtet es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben, daß die Kriegsteilnehmer dauernd in den gesicherten Besitz ihrer Gebührnisse kommen. Aber diese Bedenken müssen höheren Gesichtspunkten weichen, und sie können dies um so mehr, als das Gesetz sich bemüht, nach Möglichkeit die entstehenden Gefahren abzuschwächen. Das kann auf zweierlei Weise erreicht weren. Einmal kann der Abfindung eine gewisse Prüfung vorausgehen, und zweitens kann die Abfindung auf sogenannte Zulagen, die Krankheitszulagen, Verstümmelungszulagen und Tropen^ulagen, beschränkt werden. Der übrige Teil der Gebührnisse bleibt, auch wenn dieses Kapital verloren geht, den Kriegsbeschädigten erhalten. Von Einzelheiten sei auf folgedes hingewre- sen. Die Abfindung wird beschränkt auf ländliche Ansied e- l u n g e n und auf das eigene Heim. Aber diese Ansiedlung ist im weitesten Sinne gedacht. Sie umfaßt ebenso die Ansiedlung als Landwirt wie als Handwerker und Arbeiter. Nach den bisherigen Erfahrungen -ist hierbei die Gefahr des Kapitalverlustes als ganz gering anzusehen. Anders liegen die Verhältniffe bei gewerblichen und sonstigen Unternehmungen, wo alle Verhältnisse noch in Fluß sind, und wo mit weitgehenden Verschiebungen in der Industrie zu rechnen ist. Bei der Beschränkung dieser Abfindungen auf die Begründung eigener Heimstätten ist wohl die zuversichtliche Hoffnung berechtigt, daß die Kriegsbeschädigten in gesunde wirtschaftliche Verhältnisse kommen und in ihnen erhalten bleiben. Namentlich in der Landwirtschaft bietet sich mannigfache Gelegenheit, diese Kräfte nutzbringend zu verwenden. Dann ist hierbei etwas Wesentliches, daß durch daS Gesetz in Stadt und Land die Begründung von Familien gefördert und dadurch die Heranbildung eines gesunden, kräftigen, wehrfähigen Nachwuchses gesichert wird. Es erscheint mir als er- treulicher Gedanke, daß, nachdem der Aushungerungsplan an dem einmütigen Willen d^s deutschen Volkes gescheitert ist, nun gerade die Kriegsbeschädigten berufen sein sollen, dazu beizutragen, daß die Ernährung unseres Volkes durch den erhöhten Anbau von Getreide und Gemüse gesichert wird. Gewisse Ein- schränkungen sind aber geboten. Einmal wird man den jugendlichen Kriegsteilnehmern, den Kriegsfreiwilligen, vor Erreichung der Volljährigkeit eine für ihr künftiges Leben so bedeutungsvolle Entscheidung nicht überlasten können, auf der anderen Seite werden Kriegsteilnehmer, die das 66. Lebensjahr schon überschritten haben, meist nicht in der Lage und auch nicht gewillt sein, ihre ganze Lebensführung auf eine neue Grundlage zu stellen. Im übrigen wird jeder einzeln eAntrag unter Hinzuziehung von Sach-. verftändigen-Organisationen eingehend hinsichtlich der nützlichen Verwendung des beanspruchten Kapitals geprüft werden. Im Jntereste der Kriegsbeschädigten und der Allgemeinheit muß die Heeresverwaltung sich die Ueberzeuguna zu verschaffen s u ch e n , d a ß d i e Hingabe des Kapitals die Existenz des Kriegsbeschädigten keineswegs beeinträchtigt, sondern fördert. Die Verschiedenheiten der hierbei in Betracht kommenden Verhältnisse schließen es aus. in dem Gesetze einen Rechtsanspruch auf Kapitalabfindung feftzusetzen Daß aber die Heeresverwaltung von ihren Befugnissen den wohlwollendsten Gebrauch machen wird, soweit es das eigene Interesse der Kriegs- beschädigten irgendwie erlaubt. bedarf wohl keiner besonderen Hervorhebung. Ebenso ist es ja selbstverständlich — aber ich muß eS doch betonen —, daß die in dem Gesetz vorgesehenen Kapitalien allen Kriegsbeschädigten ohne Rücksicht auf ihre Nationalität, ihre Konfestion oder ihre Parteizugehörigkeit gewährt werden wird. (Beifall.) Es widerstrebt mir eigentlich, diesen Gedanken hier auszusprechen, denn das. was daS Gesetz erreichen will, ist ein so schönes und edles Ziel, daß es nur von dem Gedanken getragen sein kann, den Interessen der braven Kriegsbeschädigten zu dienen. WaS die Ausführung der Ansiedlung selbst betrifft, so besteht nicht die Absicht, Jnvalidenkolonien zu begründen. Die Kriegsbeschädigten müssen innerhalb des gesamten Volkes angesiedelt werden, sie müssen von ihren Nachbarn mit Rat und Tat Unterstützung erfahren. Den Wünschen deS Reichstages entsprechend ist auch eine Abfindung der Witwengelder vorgesehen worden. Nun ergeben sich aber gewisse Schwierigkeiten im Falle der Wiederverheiratung. Hier können besondere Bedingungen übel die Rückzahlung nicht entbehrt werden. Da es aber durchaus nicht erwünscht erscheint, die Wicderverheiratung zu erschweren, so muh hier mit größter Nachsicht verfahren werden. Was die Hohe der Abfindungen anlangt, so bauen sich die in dem Gesetze enthaltenen Sätze auf versicherungstechnischer Grundlage auf. Das sind im wesentlichen die Grundlagen des Gesetzentwurfs, denen zuzustiu> men ich Sie bitte. Ich zweifle nicht, daß gerade dieses Gesetz von unseren braven Kämpfern zu Wasser und zu Lande mit besonderer Genugtuung begrüßt werden wird. Indem wir so einen Teil der Dankesschuld an diejenigen abtragen, die in den Tag der Not und Gefahr mit Leib und Seele für das Vaterland eingetreten sind, dürfen wir zugleich hoffen, daß der Segen dieser Neuordnung unserem ganzen Daterlande zugute kommen wird. (Anhaltender Beifall.) Abg. Hofrichtcr (Soz.): Den Zielen des Gesetzes stimmen wir zu. Die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und ihre Angehörigen ist eine unserer wichtigsten Aufgaben nach dem Kriege. Das Gesetz ist nur eine Abschlagszahlung auf unsere Danßesschuld. Weitere Maßnahmen müssen folgen. Der Redner beantragt Verweisung der Vorlage an die Budgetkommission. Abg. Liesching (Fortschr. Vpt.): Wir danken dem Kriegsminister für seine Worte über den Gei st des Heeres. Auch die Heimat wird durchhalten. Das versprechen wir der Heeresverwaltung. (Beifall.) Für die Kriegsbeschädigten und die Hinterbliebeiren der Gefallenen müssen wir ausreichend sorgen. Wir werden den Kriegern gern helfen, sich eine neue Existenz zu schaffen. Was gibt es schöneres für sie als ein eigenes Heim, eine eigene Scholle? Dem Grundgedanken der Vorlage stehen wir freundlich gegenüber. (Beifall.) Abg. Dr. Pansche (Natl.): Auch meine politischen Freunde begrüßen das Gesetz, das der Kriegsminister mit so beredten Worten eingeleitet hat. Wir werden gern mittun, das Gesetz so schnell wie möglich zur Verabschiedung zu bringen. Wir sehen darin einen guten Schritt sozialer Fürsorge für unsere Invaliden und Kriegswitwen. Die Kriegsbeschädigten sollen aus engen Vorstädten hinaus in die frische Luft, auf eine eigene Scholle kommen. So wird ein gesundes' Geschlecht heranwachsen. Gefährlich wäre es aber, den größten Teil der Rente zu kapitalisieren. Hier müssen Sicherungen geschaffen werden. Abg. Giesbcrts (Ztr.): Es ist eine Ehrenpflicht des Volkes, für die Kriegsverletzten nach besten Kräften zu sorgen. Die Vorlage hat bei allen Parteien freudigen Widerhall gefunden. Der Reichstag ist bereit, den Kriegern zu helfen. Sie sollen nicht von der Wohltätigkeit leben, sondern einen Rechtsanspruch haben. Sie sollen eine Heimstätte gewinnen. Die bisherige Dnsiedlungspolitik wird, durch das Gesetz eine starke Förderung erfahren. Abg. Graf Westarp (Kons.):. Die Worte des Kriegsministers werden draußen und daheim ein freudiges Echo finden. (Beifall.) Der Wille zum Durchhalten wird — wenn es noch nötig sein sollte — dadurch noch gestärkt und belebt werden. Verschiedene große Organisationen bemühen sich, den Kriegsbeschädigten die Rente dauernd zu sichern. Manche Kriegsbeschädigte glauben, wenn sie sich um Arbeit bemühen, daß dann ihre Rente später einmal gekürzt wird. Diese Unsicherheit muß beseitigt werden. Die Re- giexuug hat allerdings erklärt, daß eine endgültige Regelung der Versorgungsfragen erst nach Friedensschluß kommen soll. Hoffentlich leistet der Hauptausschuß schnelle, gründliche, und wirksame Arbeit. Abg. Behrens (Dtsch. Fraktion): Das ist der erste praktische Schritt auf dem Gebiete der Kriegsfürsorge. Die Vorlage hat an der Front große Freude ausgelöst. Abg. v. Trampczpnscki (Pole): Wir verlangen Sicherheiten, daß das Gesetz nach allen Richtungen hin gerecht gehandhabt wird. Abg. Henke (Soz. Arb.°Gem.): Hinter dem Gesetzentwurf stehen handgreifliche materielle Interessen. (Unruhe.) Eine oberste Spruchbehörde muß über alle Falle entscheiden. Man soll uns nicht kommen mit Redensarten wie „Dankbarkeit des Vaterlandes". Präsident Dr. Kaempf: Derartige herabsetzende Wendungen dürfen Sie von der Tribüne des Reichstags aus nicht gebrauchen. Ich rufe Sie zur Ordnung. Ein Schlußanttag wird angenommen. Abg. Liebknecht (Wild) meldet sich zur Geschäftsordnung. Präsident Dr. Kaempf: Angesichts der Vorkommnisse in der letzten Woche, wo Sie bewiesen haben, daß Sie das Wort zur Geschäftsordnung dazu benutzen, um zur Sache zu sprechen, obwohl die AuSspracbe geschlossen war, fühle ich mich nicht iu der Lage,J?nen das Wort noch weiter zu geben. (Lebhafte Zustimmung.) Der Gesetzentwurf geht an den Hauptausschuh. Me Herabsetzung der Allersgrenze bei den Invalidenversicherungen. ES folgt die erste Beratung des Entwurfs eines Gesetzes le- treffend die Alters- ued Waisenrente in der Invalidenversicherung. Durch die Vorlage wird die Altersgrenze vom 70. Lebensjahre a»f das 66. herabgesetzt. Ministerialdirektor Caspar: Die Erhöhung der Leistungen bedingt auch eine Erhöhung der Beiträge. Die Höheren Leistungen sollen schon am 1. Januar 1916 also mit tud&mrfenber Kraft — beginnen- bic Beiträge dagegen erst am 1. Januar 1917 erhöht werden. Abg. Molkenbuhr (Soz.): Die Vorlage entspricht einem langjährigen Wunsche meiner Partei. Der Entwurf geht «n einen Ausschuß von 21 Mitgliedern. Dir AbkMnMZ öm MZesetzes. TS folgt die erste Beratung eines Entwurfs zur Abänderung des Gesetzes über den Absatz von Kalisalzen. Durch die neue Vorlage wird die Neufestsetzung der BeteiligungSüffcrn abernlalü und zwar bis zum 31. Dezember 1918 hinauSgeschoben. Ferner werden die Preise erhöht. Die Abgabe wird nutzer für das Jahr 1915 auch für das Jahr 1916 außer Hebung gesetzt. UnterstaaLssekretär Richter: Die Geltung der erhöhten Kalipreise lief eigentlich am 31 . März 1916 ab. Der gegenwärtige Entwurf hätte deshalb dem Hause bereits bei seinem Zusammentritt vorgelegt werden müssen. Die Verhandlungen mit den Jnteressentengruppen haben die Sache jedoch verzögert. Um keine Lücke zu lassen, hat der Bundesrat die Verlängerung der Geltungsdauer aus so lange beschlossen, bis der Reichstag über die gegenwärtige Vorlage Beschluß gefaßt haben wird. Dre Erhöhung der Kalipreise hat ihre Hauptursache in der gewaltigen Steigerung der Generalunkosten. In der Denkschrift des Kalisyndikats wird die Lage der Kali- inbustrie durchaus zutreffend und unter Beibringung von tabellarischen Übersichten gewürdigt. Di« Ausfuhr konnte nur nach den Gebieten der verbündeten Staaten, den besetzten Gebieten und einigen neutralen Ländern erfolgen, für die die Gewißheit besteht, daß das Kali nicht zur MunitionSher- stellung für unser« Feinde verwendet wird. Deshalb ist ja auch die ganze Kaliausfuhr nach den Vereinigten Staaten verboten worden. Die Vorlage geht an einen Ausschuß bon 21 Mitgliedern. Präsident Dr. Kaempf: Damit ist die Tagesordnung erledigt. Ich bitte um die Ermächtigung, Tag, Stunde und Tagesordnung der nächsten Sitzung festzusetzen, die nicht vor dem 2. Mai stattfinden soll. Die nächste Sitzung urd sich nach den Arbeiten der Kommissionen richten, die wenigstens so viel schaffen sollen, damit dann hinter- einander weg im Plenum ge»rbeitet tverden kann. Abg. Ledebour (Soz. Arb.-Gem.) beantragt zur Tagesordnung, die nächste , Sitzung morgen abzuhalten, und zwar mit der Tagesordnung: Der Etat des Reichstags. Nach den Vorkommnissen am Sonnabend sei es dringend erforderlich, daß der Reichstag Beschlüsse fasse, um zu verhindern, daß Abgeordnete künftig durch Gewalttätigkeiten an der Ausübung der Wahrnehmung der parlamentarischen Rechte und Pflichten verhindert werden (lebhafte Zurufe: Landesverräter!) und daß die Sitzungsberichte der Zensur unterworfen werden. (Lebhafter Widerspruch.) Abg. Scheidemann (Soz.): Meine Fraktion kommt durch diesen Antrag in eine sehr große Verlegenhe.it, un-d zwar aus folgendem Grunde. Wir haben gegen eine Beratung, wie sie gewünscht wird, natürlich gar nichts einzuwenden. Aber wir sind nicht in der Lage zuzu-- stimmen, datz das morgen geschieht. Eine Anzahl meiner Fraktionskollegen, die wegen dringender Geschäfte abreise^ mußten, fragten mich, ob heute die Beratungen des Reichstags zu Ende gehen würden. Als ich sagte, darüber könnte ich nichts Bestimmtes erklären, haben sie mich mit sehr zweifelhaften Blicken angesehen und gesagt: aus die gleiche Frage, die sie an Haase gerichtet haben, habe dieser erklärt: Ihr könnt unter allen Umständen abreisen. (Stürmisches Hört, hört!) Ich kann daher nicht dafür eintreten, daß morgen eine Sitzung stattfindet. Abg. Haase (Soz. A.-G.): Die Behauptung ist irrtümlich. Ich habe keinem Abgeordneten gesagt, er könne nach Hause fahren, weil morgen keine Sitzung stattsindet. Ich habe nur gesagt, die bürgerlichen Parteien wünschten, soweit mir bekannt ist, daß heute Schluß gemacht wird. (Lebhaftes Hört, hört« und Zurufe: Na also!) Der Antrag Ledebonr, morgen eine Sitzung abzuhalten, wird daraus gegen die Stimmen der Soz. A.--G. a b gelehnt. Präsident Dr. Kaempf: Wird mir also die Ermächtigung erteilt, die nächste Sitzung sestzusetzen? Widerspruch erhebt sich nicht. Damit sind die Geschäfte des heutigen Tages erledigt. Ich wünsche Ihnen allen ein gesundes Osterfest, so gut, alz das unter den ernsten Verhältniffen möglich ist. Schluß VA Uhr. ) Äus dem Reiche. 250 Millionen für Kleinwohnungsbau? Der Wo hnungsaus sch u ß des Reichstages stimmte nach kurzer Beratung folgender Resolution zu: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen: 1. in« nächsten Reichshaus halt als regelmäßige Ausgabe 30 000 Mart einzusetzen zur Unterstützung derjenigen Verein i- gungen, weleba^die allgemeine Förderung des Kleinwohnungswesens bezwecken: 2. b€t Vorlage des Reichshaushaltsvoranschlags für 1916 beim Etat des Reichsamts des Jmrern im außerordentlichen. Etat, „ReichiAivohnmigssürsorgesvnds", a) das Dispositiv wie folgt zu ändern: „zur Förderung der Herstellung geeigneter Kleinwohnungen für Arbeiter und gering besoldete Beamte in den Betrieben des Reichs und Reichsheeres, sowie für Kriegs- beschädigte imd Hinterbliebene. Rückeinnahmen (Zins und Tilgung' fließen dem Fonds zu." b) die Etatsposition zunächst aus 10 Millionen Mark zu erhöhen. Diese Anträge, die von Vertretern fast aller Parteien gestellt waren, sollen noch den Hauptausschuß beschäftigen. Die gleichen Antragsteller erstreben eine Novelle zum Gesetz betreffend Bürgschaften des Reiches zur Förderung des Baues von Kleinwohnungen für Reichs- und Mllitärbedienstete (vom^lO. Juni 1914)/ wodurch die Wirkungen des Gesetzes vor allem auch den Kriegsteilnehmern und deren Hinterbliebenen zugute kommen solle::. Der ReiMkanzler soll die Ermächtigung erhalten, zur Förderung der .Herstellung von geeigneten Kleinwohnungen für Darlehen an Gemeinden, Kommunalverbände und gemeinnützige Unternehmungen Bürgschaften bis zum Gesamtbeträge von 250 Millionen Mark zu übernehmen. Ein Regierungskomnrissar äußerte gegen diese weitgehende Forderung ernste Bedenken und bezweifelte, daß die verbündeten Regierungen zustimmen könnten. Man dürfe die gewaltigen Aufgaben des Reiches nach dem Kriege auf den verschiedensten Gebieten nicht außer acht lassen. Dampferverbindung Kownos mit Tilsit. Berlin, 11. April. Laut „Becl. Tagebl." wurde die für die Entwicklung des Kownoer Geschästslcbens wichtige Dampserverbin- dung Kownos mit Tilsit aus dem Memel gestern eröffnet. # Auf bic vierte Kriegsanleihe sind bis zum 7. April 6889,4 Millionen Mark gleich 64,3 Prozent der Gesamtzeichnung eingezahlt worden, wobei sich die Inanspruchnahme der Darlehnskassen um 21 auf 139,7 Millionen Mark erhöht hat. Berlin, 10. April. (WTB.) Der Kriegsausschuß für Kaffee, Tee 'und deren Ersatzmittel G. m. b. H. in Berlin, Bellevuestr. 14, Telegramm-Adresse für Kaffee „Kriegs kaffte", für Tee „Kriegstee", teilt mit: Die große Anzahl der an uns ergangenen Zuschriften veranlaßt uns, nochmals aus die Verordnungen des Reichskanzlers vom 6. April 1916 (Reichsgesetzblatt Seite 245 folgende) zu verweisen, wonach seit dem 7. April Rohkaffee nur mit Zustimmung des Kriegsausschusses geröstet werden darf. Tic Zustimmung wird, solange sich, die vorhandenen Vorräte nicht übersehen lassen, nicht erteilt werden. Berlin, 10. April. (WTB.) An den Oberverwaltungsge- richtsrat Schisser, Berlin, Peichstag, ist folgende Drahtung des Kaisers gelangt: Der reichsdeutschen Waffen brüderlichen Vereinigung für Recht und Rechtspflege danke ich herzlich für die freundliche Begrüßung bei Beginn ihrer Tätigkeit. Ich freue mich über die Bestrebungen, das in Kamps und Not so glänzend bewährte Band der Treue, das die deutschen und öster- reick.isch-älngarischen Volksstämme zusammenschließt, auch ans dem Gebieter der Rechtspflege enger zu gestalten und wünsche der Arbeit der Vereinigung einen guten Erfolg zum Segen der verbündeten Völker. Berlin, 11. April. Tie gestrige Besprechung der Groß- Berliner Gemeinden . über die Regelung des Fleischverbrauches hat über die Gemeinsamkeit des Vorgehens volle UebereinstimMung erzielt. Es wurde beschlösse::, von oer Einführung einer Fleischkarte vorläufig abzusehen und zunächst die Ergebnisse der amtlichen Viehzählung abzuwarten. Straßburg, 10. April. (MTB. Amtlich.) Durch kaiserliche Verordnung ist der L a n d t a g v o n E l s a ß - L o t h r i n g e n auf Mittwoch, den 26. ds. Mts. einbernfen worden. Stuttgart, 10. 2lpril. (Priv.-Tel.) Der Deutsche Kronprinz hat einem württembergischen Reserve- Regiment vor Verdun eine große Zahl Eiserner Kreuze übersandt mit dem eigenhändigen Zusatz: „Mit einem herzlichen Gruß an meine tapferen Württemberger." Die englische flgst im Uriege. Interessante Einzelheiten über die Einwirkung des Krieges auf den Postverkehr enthält der soeben veröffentlichte Bericht ..es englischen Generalpostmeisters. Zn Kriegs beginn kam das cuglische Postwesen in starke Verlegenheit, da es den plötzlichen Umwälzungen nicht gewachsen war. Darum herrschte Anfangs große Unordnung, und erst nach und nach gewöhnte man >ich an einen dem Krieg angepaßten Betrieb, der allerdings auch heute noch infolge der Verkehrsschwierigkeiten, besonders zur See, an mancherlei Unregelmäßigkeiten zu leiden hat. Im ersten Kriegsmonat bestand das Personal der Kriegspoftverwaltung aus nicht mehr als 300 Offizieren und Mannschaften. Bis Ende März 1915 kam die Zahl durch sortwähreude Erhöhungen aus 1500, und die Ausdehnung des Kriegsgebietes erfordert auch heute noch andauernde Ergänzungen. Am unregelmäßigst n suittlionierte der Kriegspostbetrieb während des englischen Rückzuges von Mons. Tie Zahl der Kriegs Postsendungen nahm seit Beginn der Feindseligkeiten ununterbrochen zu. Im Oktober 1914 belief sich die wöchentliche Zahl der Briefe und Pakete an Milftärs auf 708 000, davon waren 650 000 Briefe und 58 000 Pakete. Bis März 1915 erhöhte sich, die wöchentliche Zahl der Solidatenbriese auf 3 Millionen und der Pakete aus 230 000. Tie Briese, Postkarten und Pakete im Verkehr mit den englischen Kriegsgefangenen in Deutschland und Oesterreich werden ourch cft Postverwaltung der Niederlande übergeleitet. Im März 1915 betrug die Zahl der an englische Kriegsgefangene gesandten Pakete 19 300. Der Zivilpostdienst in England selbst wurde durch den Krieg vermindert. Die Zahl der Briese sank in England und Wales um 2 Stück aus den Kops der Bevölkerung, desgleichen in Schottland und um 1 Brief aus den Kops der Bevölkerung in Irland. Stärker war der Rückgang im kehr, wo eine Verminder ung um 10 bis 12°,o scsrzustellen ist. verninchtes. * Frühling in Rußland. Man schreibt uns^von der Ostskront: Tage, Wochen haben wir hinter uns, die Strapazen brachten, wie sie nicht zu ertragen schienen. Sechzehn bis zwanzig Pferde wurde«: erforderlich, die Munitionswagen und Geschütze durch die Schneewehen von 3—6 Meter Tiefe und über die vereisten Höhen zu bringen. Wettn in einem Tage 6 Kilometer zu- rückgelegt n>erden konnte::, war's viel, und Mensch und Tier waren erschöpft bis zu den: Stadium inneren Empfindens oder vielmehr Nichlempsindeus, das vollständig abstumpft gegen alle Bedürfnisse des Daseins, nichts ersehnt als Ruhe, Schlaf, Schlaf. Und über die Höhen brauste ein grausamer, zorniger Sturm, der Schneeflocken brachte, die «Eisnadelu rvaren. Eisnadcln, die uns die Gesichtshaut in Fetzen rissen und gegen die selbst die hartgewohnten braven russischen Pferdchen, die sonst so willig sind, nicht ankämpsen wollten. Und ein Tag kam über Nacht, da es von den Höhen linder wehte und Schneeschmelze brachte. Schneeschmelze mit Regengüssen bei kaltem Nachtwinde, der alles am Morgen spiegelglatt vereiste und die Wege unseres verlassenen, in einer Talmulde liegenden Dörfchens in Gießbäche wandelte, 1 ' 2 —1 Meter tief und tiefer. Wohnstätten und Ställe kamen in Gefahr, überschwemmt zu werden: daß die Kanoniere Tag'und Nacht arbeiten mußten, mit Pickel und Spaten den Wassermassen Abfluß zu schassen. Und die Spuren des Krieges, die der Schnee gnädig und pietätvoll, verdeckte, traten zutage. Neben Pferdelcichen am Wege kreisten ächzend Schwärme von Nebelkrähen und Naben, die schreiend und schimpfend auseinanderstoben, wenn ein Geier, der Stärkere, nahte, sein Mahl zu halten. Wv die Wassermassen zu Tal geschossen,- ließen sie tiefen, knetenden, klebenden Schlamm-, schlimmer noch als Schnee und Wasser und Eis. — Und wieder über Pacht ist der Früh-' ling gekommen! Lacht die Sonne, die wir seit Wochen so schmerzlich mißten. Eilte Wunder wirkende, wärmende Frühlrngssonne. Lacht blauend von den .Höhen herab in unser stilles, kleines, schmutz- starrendes, russisches Dorf. Dompfaffen, Meisen, Finken, Stieglitze und Spatzen hat sie erweckt, die ihre jubilierenden Zlpitscher-, Triller- und Pseiftöne zu ben Wlolken und zu uns herabschallen lassen und sieghaft das Gekrächze der Raben und Krähen über- tönen. Und wir? Ja, wir lachen und jubeln mit! Freuen uns der herrlichen, belebenden, warnren, goldenen Sonne, vergessen die Wochen schwerster Strapazen, die hinter uns liegen: waten spielend wie die Kinder im tiefen Schlamm, den wir ja passieren müssen, wenn einer zum andern will. Vergessen, daß heute nacht uns noch der Tod lauernd umschlich und daß er in ein paar Stunden wieder- kommt aus seinen Schleichwegen, wie jede Nacht oder granatensausend wie jeden Tag, und fühlen mir die, einzige große Freude über die lachende Frühlingssonne: nur das große, einzige .Hoffen, leise durchzittert vom Sehnen nach der Heimat, nach Weib und Kind, — nach Frieden! Und wenn/ was sicher ist, morgen wieder der Eissturm von den Höhen braust und aufs neue der Kamps entbrennt zwischen Winter und Frühling, gleich heiß, wie der Mensch gegen Mensch — dieser einzige herrliche Frühlingstag heute hät uns gestärkt für viele, lange Wochen. Nuust ««& rV??sen?chokt. — ©in Opernzhklus i m Deutschen Theater zu Lille. Aus Lille wird uns geschrieben: Ein für vierzehn Tage berechnetes Operngastspiel deutscher Künstler im Theater zu Lille nähert sich soeben seinen: Ende. Genußreiche Wende waren es, die den vielen Tausenden feldgrauer Zuhörer bereitet wurden. Gegeben wurden „Fra Diavolv", „Wildschütz", „Fide- l i 0 ", ,,.H 0 f s m a n n s Erzählungen" urrd zum Schluß die unverwüstliche „Fledermaus". Tie Spielleitung lag in den bewährten Hänoen des Oberregisseurs Paul von Bongard vom Großherzoglichen .Hoftheater in Karlsruhe: in die musikalische Leitung teilten sich die Herren Kapellmeister Otto U r a ck (von den Bayreuther Festspielen) und Hofkapellmeister Wilhelm Furt- w ä n g l e r (vom Großh. Hof- und Nationaltheater in Mannheim). Dieser machte sich namentlich um die Aufführungen von Beethovens „Fidelio" verdient, die zu den besten gehören, was je im Deutschen Theater zu Lille geboten worden ist. Beethovens Musik, seine große Leonoren-Ouverture (Nr. 3), das ergreifende hohe Lied der Liebe übten aus die feldgrauen Zuhörer einen sichtbar tiefen Eindrrick aus. Die große Schar der mitwirkenden Künstler war aus einer Reihe der angesehensten deutschen Bühnen zusam- mengestellt worden. Von der Kgl. Hofoper Berlin wirkten ^ mit Erwin Hey (Spalamzant und Crespel in^Hoffmanns Er- X zähtnngen), Heinrich Schultz (in Fra Diavolo. Wildschütz und f Hoffmanns Erzählungen), Margarete P a r b s ebenfalls in Hoff- manns Erzählungen; vom Deutschen Opernhaus inCharlotten- bürg: Joseph Plaut, Irene Eden: vom! Hamburger Stadttheater : Karl A r m st e r; vom Opernhaus Köln: Sophie Wolf: vom Elb er selb er Stadttheater: Else Ben gell, Willy Zil- k e n; vom Hoftheater in Stuttgart: Kammersängerin Johanna Schönberger, Rudolf Ritter, Otto H e l g e r s; weitere Mitglieder des Stadttheaters in Magdeburg, der Bolksoper in Hamburg, des Stadttheaters in Chemnitz und anderer deutscher Bühnen. Der Herrenchor bestand, abgesehen von einigen Fachkräften, aus sangesknndigen Feldgrauen, um deren Einstudierung sich ganz besonders der Kieler Gesangslehrer Richard Maatz verdient machte. Trotz all der vielen Schwierigkeiten, die ein bunt zusammengewürfeltes Ensemble naturgemäß mit sich bringt, standen sämtliche Aufführungen aus durchaus künstlerischer Höhe. Ganz besonders hervorragende Leistungen boten Karl Ärmster, Sophie Wolf, Hans Battenx und Heinrich Schultz. Tie feldgrauen Zuhörer waren für die an der Front gewiß recht seltenen Darbietungen äscherst dankbar. Die Leitung des Deutschen Theaters in Lille hat sich jedenfalls mit diesem Opern-Zyklus ein großes Verdienst erworben. Nicht unerwähnt darf die glänzende äußere Ausstattung aller Opern bleiben. Es ist gewiß kein leichtes Stück, unmittelbar hinter der Front in rascher Folge fünf Opern zu inszenieren. Auch hierin hat sich wieder einmal die deutsche Tüchtigkeit bewährt: der Kriegsmaler O l b e r tz und der Bühnentechniker Warmbrunn — beide ebenfalls Feldgraue — haben als wahre Künstler in ihrem Fache Hervorragendes geschaffen. F. A. — Das älteste Buch über deutsche Kriegs- technik. Heute, da die Kriegstechnik Kur höchsten Vollendung gelangt ist und fast jeder Monat weitere Verfeinerungen und Neuerungen bringt, ift es von doppeltem Interesse, die Krieg s- technik vergangener Zeiten zu betrachten, die überraschenderweise mehr als eine Ähnlichkeit mit den Mitteln der Gegenwart aufweist. Zwar waren die Maschinen und Werkzeuge des Mittelalters im Vergleich mit den modernen Errungenschaften äußerst primitiv, doch verfolgten sie zum großen Teil denselben Zweck wie unsere neuesten Kriegswerkzeuge. Tie beste Gelegenheit, die jüngste uno die älteste deutsche Kriegstechnik miteinander zu vergleichen, bietet das erste deutsche Buch über Kriegstechnik, das der ftänkische Ingenieur Konrad Kyeser von Eichstädt im Jahre 1405 der Oessentlichkeit übergab und dessen dem Kaiser Rupprecht von der Pfalz gewidmetes, „Bellisortis" bettteltes Original sich im Besitze der Göttinger Universitätsbibliothek befindet. Schon in diesem frühesten kriegstechnischen Werk, über dessen Inhalt L. L. Gräfner im neuesten Heft der „Umschau" interessante Mitteilungen macht, wird die deutsche^ Kriegstechnik als die führende bezeichnet. Die Konstruktion der im Mittelalter gebräuchlichsten Kriegsmittel, wie Wagenburgen, Streitwagen, Sturmhütten Und Sichelwagen wird mit eingehender Sachlichkett erörtert. IM Festungskriege verwandte man hauptsächlich Widder zum Einrennen der Mauern, Krane und Hebetürme. Vielfach! fanden fahrbare Schutzschilde Ver- wendNng, air die besonders die voir den Franzosen im Stellungskrieg gebräuchlichen Schilde erinnern. Daß es schon damals Schützengräben und Unterstände gab, ergibt sich aus der folgenden Erklärung: „Man schafft einen Zugang, der aus schief ineinander- greisend-em Flochtwerk hergestellt wirb und in den Graben herausragt. Er schützt die darin Verborgenen und bewahrt sie vor den Fährlichkeiten des Krieges. Darunter treten die Greise, die Führer und die Unerfahrenen." Um Schneefelder zu überschreiten, ivurdm den Soldaten, manchmal sogar auch den Pferden, Schneereffeni untergebunden, die als Vorläufer der heute bei den Alpentruppni. gebräuchlichen Skier zu betrachten sind. Zum Ueberschreiteu von Gewässern kannte man neben ttausportablen Brücken auch« kleine, zusammenlegbare Boote und Schiffe, die durch Schaufelräder bewegt wurden. Pferde wurde«: an einer Seilschwebebahn durch das Wasser geführt. Zur Sicherung von Engpäffen ließ man mit Steinen beladene Wagen von den Höhen herabstürzen, wie ja auch heute an der italienischen Front künstlich erzeugte Steinlawinen als Kampfmittel dienen. Um den Feind zu erschrecken, bediente man sich mit warmer' Lust gefüllter, farbiger Drachen, die an Schnüren gelenkt wurden. Auch die modernen Handgranaten hatten bereits im 15. Jahrhundert ihre Vorläufer. So schleuderte man kleine Fässer, die mit flüssiger Seife geficklt waren, |um Brücken und Wege schlüpftig zu machen, damit die Feinde stürzten. — Archäologisches aus Saloniki. In dem bekannten Weißen Tnrnre, jenem alten massigen Bauwerke, das den Sttand von Saloniki gegen Osten abschließt, ist unlängst ein archäologisches Kriegsmnseum eingerichtet worden. Das Hinterland von Saloniki birgt, worauf u. a. von der Goltz-Pascha, mit Nachdruck lstngewiesen hat, in seinem Booei: aller Wahr-' scheinlichkeit nach noch zahlreiche Ueberreste des Mterttuns, und es ift nicht überraschend, daß die ftanzösischen und englischen Truppen bei der Anlegung von Schützengräben um> Befestigungen in der dortigen Gegend aus allerlei Fimde stoßen. Diese Funde sollen im zweiten Stockwerke des Weißen Turmes vereinigt werden und zur Verfügung. der griechischen Regierung bleiben, in deren Besitz sie nach Kriegsschlriß übergehen. Ein bei den englischen Truppen in Mazedonien dienender Professor der Archäologie hat die Oberau flicht über die Samnckung übernommeir. Ter wichtigste bisherige Fund wurde in einem Grabe genmcht, das bei den englischen Arbeiten in der Nähe des Langaza-Sees ausgedeckt wurde. Dies Grab enthielt ein Skelett, welches mit Schmucksachen von Gold und Bronze in einem Stile bekleidet war, der in Griockiimland nicht üblich war, wohl aber aus Mittelsuropa bekannt ist. ^ Möglicherweise können diese Fundstücke ein wichtiges archäologisches Verbindungsglied bilde«:. Auch die Knochen des Skeletts sollen genauer untersucht werden, und zwar wird diese Aufgabe einem Archäologen von Beruf anvertraut werden. — Ein R 0 diu-Museum in Paris. Ter schon in dein! letzten Kriegsjahr aufgekommene Plan, in Paris ein dein Bildhauer Auguste Rodft: gewidmetes Museum zn errichten, wurde «runmehr theoretisch verwirklicht, indem die Verhandln::ge:: zwischen Rodin und den Minister:: der schönen .Künste und des Haichelns in Rodins Wohnsitz zu Meudon zum Wschluß gelangten. In sechs-Monaten soll ^dieses Abkomme vom ftanzösischen Parlament ratifiziert werdlen, und gleichzeitig sollen die Summen scstgestellt lverden, zu deren jährlicher Verausgabung zur» Erhaltung des Museums der Staat sich verpflichtet. Sämtliche Gegmstände, die das Museum bergen wird,^ werde:: von Rodin gesch^enkweise überlassen. Die Sammlung soll alle bisher sertiggestellten und noch nicht in Privatbesitz befindlichen Werke des Mldhauers, sowie eine Aus- «vahl seiner Skizzen und Zeichnnugen unc> schließlich die Antiquitäten, Bilder unc> Möbel vo«: Kunstwert umfassen, die sich bst-ber in Rodins Wohnsitz befanden. Wie das Jouriral behauptet, soll diese Schenkung mehrere Millionen Franks lvert sein. — Eine neue Quartett-Vereinigung in Da rm * ftadt. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Unter dem Namen ihres ersten Geigers, des Hoskonzertmeisters A. S ck« i e r i n g, des früheren Konzertmeisters des Wiesbadener Kurorchesters, hat sich in Darmstadt eine neue Streichquartett-Vereinigung gebildet, die sich in den musikliebenden Kreisen der Residenz «leben! dem altbewährten Mehmel-Quartett als ein Bedürfnis erwies. Zu seinem ersten Konzertabend spielte das Sch: ering-Q Harte tt ztve: Klassiker: ein .Haydnsches Streichquartett in G-Moll und Beethovens Streichquintett op. 29 in C-Dur, die ei«: Streichquartett, in D-Moll (op. 24) von Generalmusikdirektor F. von Weingartner umrahmten. Die vorzüglich cursgeführten Nuinmern wurden überaus beifällig vom vollbesetzten Saale (im Hotel „Traube") ausgenommen. Der Abend erhielt durch die Anwesenheit der Groß Herzogin von Hessen den Charakter eines gesellschaftlichen Ereignisses, das einen vielversprechenden Anfang für die junge, strebsame Vereinigung bedeutet. cü. Bekanntmachung wir bringen hiermit zur Kenntnis, dag am oster Samstag, rr. April äs. J$. unfere 6efd)äftsräuraefür jeglichen verkehr gctchlolfm find ^ Ein zuverlässiger 8 k Maschinist ü wenn möglich gelernter Schlosser [Kriegstnoalide könnte berücksichtigt werden), sowie tüchtige WerkzcUij-ll.Maschinmschloffri finden bei uns unter günstigen Bedingungen dauernde Beschäftigung, Heyligettstaedt «& Comp. Werkzerrgmaschincnfabrik und Eisengietzerei Aktiengesellschaft, Giesreir. 2813 Ich suche für sofort eine jüngere Stemvclfabrik Krcutcr, Frankfurter Stras;e 129. 12933 Siefem, iv. Tlprll 1916 . Banfe für Handel und induftrie lUedcrlaffung Sieben MtttcldcuMc Creditbanfe filiale Sießen 2934V Sewerbebanfe zu Sießen c. 6. m. b. h. Baruch Strauß Pacht. 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Mts. an eine Woche lang auf dem Büro der Großherzoglichen Bürgermeisterei dahier zur Einsicht der Interessenten und Vorbringen von mündlichen oder schriftlichen Einwendungen offen. Es werden Umlagen erhoben, zu denen auch die Ausmärker beizutragen. Holzheim, den 11. April 1916. Großh. Bürgermeisterei Holzheim. _ ^ 0 _ 2037 Holzversteigerung. &reitaQ, den 14. ds. Mts. wird lm hiesigen Gemeindewalde folgendes Holz versteigert: a) Nutzholz. 5 Eichen-Stämme = 3,03 Fftm. 17 Nadel- „ — 4,59 „ 8 Rm. Eichen-Nutzscheit 9 „ Nadel b) Brennholz. 89 Rm. Eichen-Scheit 28 „ Birken- „ 25 „ Nadel- „ 66 „ Eichen-Knüppel 14 „ Birken- „ 22 „ Nadel- 87 „ Eichen-Stöcke 23 „ Nadel- „ 2400 Eichen Wellen 600 Nadel Die Zusammenkunft ist mittags 1 Uhr beim Lindenbaum am Ruhberg. Großen-Linden, den 8. April 1916. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 2914 0 s—I D 2- CD ffl 0 2-t a * 4—1 u 0 2 0 2 s- 0 0 .0 U < Empfehle mein gutsorfciertes Lager in: Herren-, Jünglings- u. 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Avril 1916 von vormttti Montag, den 17. Avril 1916 von vormittags 9 Uhr an werden bei Herrn Gastwirt Wilhelm S che pp II., Saasen versteigert: 1. Aus Distrikt Langebuchen und Bnchwald des.ehemals Elemmschen Waldes . Stämme: 1 Lärche —0^83 Fstm., 3 Fichten --1,95 Fstm. Derbstangen: 1 Lärche 0,07 Fstm., 702 Fichten --- 34,52 Fstm. ReiSttangen: 1476 Fichten —14,38 Fstm. Rm. Scheiter: 83 Buche, 3 Birke. Knüppel: 227 Buche, 18 Eiche, 4 Lärche, 2 ^eista: 43ö Buche, 2 Eiche. Stöcke: 51 Buche, 2. Ans Distrikt Bettenwald, Schutzbezirk Harbach. Stämme: 3 Eiche -- 2>17 Fstm., 1 Buche --- 0,60 Fstm. Rm Scheiter: 160 Buche, 2 Hainbuche. Knüppel: 48 Buche, 2 Hainbuche, 6 Eiche. 6 Linde. Reisig: 284 Buche. Stöcke: 50 Buche, 2 Eiche. 3. Aus Distrikt Kleiner und Grober Seng, Zeileichen, Birkwaldhege, Winneröderhaide, Belmrod, Kälber- staU. Gunlersgraben usw., Schutzbezirk Saasen. Stämme: 1 Kiefer *= 1,36 Fstm., 2 desgleichen 0,93Fstm. derbstangen: 19 Fichten —1,36 Fstm. Rm. Scheiter: 165 Buche, 6 Hainbuche, 14 Eiche, 16 Kiefer, 4 Fichte. Knüppel: 70 Buche, 20 Hainbuche, 139 Eiche, 2 Afve, 8 Kiefer, 35 Fichte. Reisig: 53 Buche, 656 Eiche, 33 Birke. Stöcke: 20 Buche, 10 Eiche. Das Holz ist vorher einzusehen. Auch erteilt Forstwart Kinkel, Harbach und Forstwart Svaar, Bersrod für den ehemals Clemm scheu Wald nähere Auskunft. Die unterstrichenen Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Grünberg, 7. Avril 1916. [2950B Grofrbcrzogliche Oberförsterei Grünberg. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Die im März 1899 geborenen Landsturmpflichtigen der Stadt Giehen müssen sich am 15. April dö. Fs., vor- mittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 4 Uhr im Rathaus am Marktplatz zur Landsturmrolle melden. Auswärts Geborene haben ihren Geburtsschein vorzulegen. Giesien, don 6. April 1916. 129438 Der Oberbürgermeister. Keller. Die Stadt Gietzen ist bereit, Landwirten und Gartenbesitzern, die sich verpflichten, mindestens die Hälfte ihrer Gemüseernte an die Stadt oder einen von ihr beauftragten Aufkäufer abzugeben, durch Lieferung von Samen und Gemüsepflanzen zu unterstützen und auherdem bei Anbauflächen, die mehr als ein Viertel Hektar Gemüseland ausmachen, bei Ablieferung der Erträge eine Aubauprärnic von 10.— Mark für ein Viertel Hektar zu gewähren. Landwirte und Gartenbesitzer, die gewillt sind, mit der Stadt Giesien in ein derartiges DertragSverhältnis zu treten, werden gebeten, ihr Angebot unter Mitteilung der Gröhe der Anbaufläche und der etwa benötigten Samen- oder Pflanzmenge alsbald an die Stadt Glesien, Zimmer 16, einzureichen. 29448 Zum Anbau kommen in Betracht: Weißkraut. Rotkraut, Wirsing, Blumenkohl, Butterkohl, Kohlrabi undGelberüben verkauf von gefrorenem Schweinefleisch. Der Verkauf des von der Stadtverwaltung bezogenen ausländischen Gefrier-Schweinefleischs findet Mittwoch, den 12. April, Donnerstag, den 13. Avril. Samstag, den 16. Avril 1916, vormittags 9— 12 Ubr, in dem städtischen Verkaufsraum Neustadt 61 statt Der Preis beträgt für Lenden 220 M.. für die übrigen Stücke 2 Mk. Glesien, den 8. April 1916. 29678 Der Oberbürgermeister. Keller. 202411a. leichteutzündbareS Benzin wieder eingelrossen ei««tral-Lrogerie,Schulstr. Rheumatische Schmerzen, Hexenschuß,, Reißen.. ln Apotheken Fl. M UO; Doppolfl. M 2,40.