Nr. 80 Zweites Blatt *66. Jahrgang Erschein! lS-llch mit A»snabme des Sonntags. Die ^Aleheaer LamillevHMKe" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigetegl, das ..Lretedlatt für dev «reis Gießen" -rvenna! wöchentlich. Die „ravöwirftchafMchev Zeit- f ragen- erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger Senerck-Anzriger für Gberhchen Dienstag, 4. April Mb Rotationsdruck und Verlag der Drülftlchen Universitäts-Buch- und Steindruckerel« R. L an ge, G ießen. SchrMlettung,Geschäftsstelle «.Druckerei: Schub straße 7. Geschäftsstelle «.Verlag: &® r ol, Schrift- Idtimg: e^ll2. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Rnegsbrrese aus dem Osten. Don unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter NacAruck. auch auszugsweise, verboten.) Hindenburgs Mauer. Bei Wileity, den 28. März-. Nian wußte, daß die Russen augreifeu würden, der Heeresbericht hat es gesagt. Man traf seine Maßnahmen. Der Eisenbahnbetrieb wurde etwas lebhafter. Erhöhte Bereitschaft. Man war sehr ruhig. Der Kommandierende der einen Hindenburgschm Armee, die den ersten russischen Ansturm fühlte, sprach mit einer Sicherheit und Kühle mit dem Chef über die Dinge, die da kommen sollten, <Üs gälte es wirklich die berühmte Partie Schach, unter! der sich der Generalfeldmnrschall die Schlachthandlnngen am liebsten vorstellt. Der Oberst, der Chef, hatte eine Art von den schönen vergangenen Erfolgen, von der Winterschlacht und von der schwarten „spartanischen" Suppe damals, so vor einein Jahre, in Goldap zu sprechen, als gehöre der neue russische Ansturm, »dessen vermutliche Ausmaße doch bekannt waren, zu den Dingen, die eben -erledigt werden. Ruhe. Abschätzung der eigenen Kräfte, wissen, wie die Truppe ist, wie großartig die Truppe ist, wissen, daß alles klappen muß, eben muß. Kenntnis der russischen Methode. Es gibt, nreine ich, keinen Menschen, der nicht an Hinden- Lurgs Mauer glaubte! Sie sollen nur kommen! Sie kamen, suhlten vor. Am 17. begann ihre Artillerie das Abtasten, das Vorspiel. Am 18. begann die Infanterie anzurennen. Die Truppe freute sich. Es ist ja nun nicht so, als ob alles begeistert wäre, in Dreck und Raffe zu stehen und den Unaufhörlichen Einschlag russischer Granaten zu hören. Das hat jeder über. Man soll sich> vor Wortschwall hüten. Aber, da es nun einmal im zweiten Jahre Krieg ist, da nian nun einmal monatelang in saurer Arbeit cm der Stellung gefxuit hat, freut sich jeder Mann, daß seine Arbeit sich bewährt. Es ist eine ingrimmige Freude, wenn L>ie braune Welle näher kommt, die Granaten hineinhauen und das Gewehr im Anschlag liegt. Es ist dieser Humor dickst beim Tode, wenn einer der Maschinengewehrschützen beim Angriff aus die Gräben nördliche von Postawy, dem Kameraden zürnst: „Lat man Wilhelm, die vierzehn da sind ans mein Konto." Das Gewehr sichelte das Konto stimmte. Das Wetter trieb ein merkwürdiges Wesen in den zehn Tagen, da der Angriff dauerte. Tauweiter. Frost. Ein Frühlingstag. Starker Nachtfrost. Schnee und Regen. Endlich Regenduschen: das Land scheint sich in Wasser und Erde zu lösen. Seit gestern steigt das Wasser, steigt, daß die Wasserbäche durch die Gräben lausen. Es wird an diesem Teile der Front jede kriegerische Tätigkeit sottschwemmen. Es ist nicht vorstellbar, wie schnell sich das Land in 24 Stunden verändern kann. Wasser rinnen schwellen an, daß Pferde rettungslos beiln Ueberschrttteu ertrinken. Tie Felder gleichen Seen, tiefen Seen, die Täler sind von plötzlichen reißenden Strömen erfüllt. Ms ich- gestern zu einem Regiment fuhr, war es »ein Zufall, daß meine Pferde nicht ertranken!. In den ersten Tagen, da der russische Sturm ausetzte. )oars Noch erträglich. Als der Angriff am 20. auf einem Höhepunkt war, sprangen die Leute ans den Gräben und feuerten von der Schnlter- mchr. In zwei Gliedern. Die russischen Leichen lagen m dichten Hocken oft auf dem zergehenden L-chnee. tzftrtmütig, wie nach dem Kampf unsere Leute sind, ließen sie die Schwerverwundeten und später die Toten von russischen Soldaten, die ohne Waffen kamen, sortbrrngen. Im Gegensatz zu dieser deutschen Gutmütigkeit steht der Fall eines Musketieös, der am' 21. nachts eine Meldung mit drei Kameraden nach vorne bringen sollte. Die Russen nxrren in das Grabenstück eingedrnngen. Im Gänsenrarsch durch ein Stück des zerstörten Hindernisses. Der Mann stmßte das natürlich nicht. Er sieht Gestalten im Graben, schreit: „Meldirng!" Da kommen Schüsse. Die vier laufen zurück. Drei fallen. Der Musketier fühlt einen Schmerz an der Schläfe und stolpert. Er verbindet sich selbst, ist noch ganz taumelig, da kominen Russen, reißen ihn hoch. Er 'hat keine Waffe. Sie fragen: „Wieviel rechts?" Der Mann sattelt den Kops, taumelt wieder zu Boden. Dann neh>lNen die Russen das Bajonett und stechen ans den waffenlosen Verwundeten ein. Ein paar Stiche gegen den Fuß, Wade, ein tiefer Stich ut den Bauch. Er verliert das Bewußtsein. Die deutschen Reserven stoßen vor. Er wird zurückgeholt._ Es ist der 21. März, an dem das Trommelfeuer sich zu ungeheurer Wucht steigerte. Die Russen werden herausgeworfen. Am Spätnachmittag zählt das eine lothringische Regiment Verwundete und Gefangene von 18 verschiedenen russischen Regimentern. Das war der Höhepunkt wohl. Das russische Regiment Vyborg, dessen Chef unser Kaiser war, Niird an diesem Tage im Hindenburg- Wald völlig zusammenkartätscht. Es verschwindet von der Front. Bis zum Leib oft im Eisrvasser stehen Unsere in den nun folgenden Rächten^ die Angriff um Angriff bringen. Keinen Meter behalten die Ruffen hier. Immer schwerer wird ihre Lage. Das Wasstw steigt noch toller als ihre Verluste. In dem Hämmern der Artillerie wird ein .Hochstand bei Wileity getroffen. Das Rest mit den fünf Mann Beobachtern hängt zwischen Himmel und Erde, da ein Tragbaum glatt durchschlagen ist. Sie kommen heil herunter. Dicht beim Brigade unterstand saust eine „sckpvere Sau" in den Wald, der zerbissen und zerschlagen wird, daß kaum ein Stamm heil bleibt. Die Telephonisten stellen ihre zerschossenen Leitungen iin gröbsten Feuer wieder her. Einmal trifft ein Schrapnellaufschlag den Treffpunkt des Leitungsnetzes dicht anr Fenster. Rach einer halben Stunde sind die Perbindungen, wieder in Ordnung. Kavallerie tut Wunder iin Halten von Feldwachen, die Pioniere bessern das Hindernis mitten im Feuer aus, die Infanterie steht unerschütterlich in ihrer Linie, kein Faden ist mehr trocken. Run ist es der zehnte Tag für alle. Augenblicklich ebbt die Welle ab, weil die Natur so dazwischen spricht in ihrer Frühliugsstärke und andere Hindernisse legt und Röte schafft als es selbst die Kriegsmaschine kann. Ob aber die braune Welke der russischen Infanterie ebbt, ob sie steigt? .Hindenburgs Heldenmauer tut ihre. Schuldigkeit. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Ariegsbriefe aus dem Osten. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Generaloberst von Eichhorns goldenes Militärjubiläum. Aus dem Felde, 2 - April. An dem gleichen Tage, da der deutsche Heeresbericht angab, daß sich anscheinend der russische Ansturm von dreißig Infanteriedivisionen vorläufig erschöpft habe, a m 1. A p r i l, konnte G e n e. r a l 0 b e r st v 0 n E i ch h 0 r n, der Führer der Armee, die den stärksten Stoß siegreich und unerschüttert abgewehrt hatte, sein fünfzigjähriges Militärjubiläum begehen. Im Namen der Armee, die eben wieder die stärkste Feuerprobe heldenhaft bestanden hatte, sprach General Litz- mann seine Wünsche dem tief verehrten Führer dieser Armee aus, der als Fähnrich und Leutnant im Einigungskriege, der das Reich geschmiedet, gefochten habe und nun in dem Kriege, der Deutschlands Weltmachtstellung unbedingt sichern wird, als siegreicher Heerführer eine Armee kommandiere. Darauf hielt der Oberbefehlshaber Generalfeldmarschall von Hin den bürg eine Ansprache, die schlicht und herzlich ergreifend in ihrer tiefen Kameradschaftlichkeit war. Auch der Generalfeldmarschall erinnerte an die Zeit der gemeinsamen mutwilligen Iünglingsjahre, an die Mannesarbeit und kam dann auf die Gegenwart, in der durch Gottes Fügung und die Gnade des Kaisers beide gemeinsam an des Reiches Herrlichkeit arbeiten dürften: „Die Armee Eichhorn war der entscheidende Flügel in der Winterschlacht, der Sturmbock, der die Russen über den Njemen gejagt hat, und ist jetzt der Prellstein, an dem der russische Angriff zerschellt ist und zerschellen wird." Generaloberst von Eichhorn dankte: wie ein tiefer Glockenton ginge es durch seine Seele den ganzen Tag: Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehren. Er sprach von dem Glück, an der Spitze einer Armee zu stehen, deren Tapferkeit und Ausdauer das Höchste leiste. Der Einzelne vergehe, indem er das Leben einsetze, um das Leben zu gewinnen, aber der Geist dieser Armee bleibe herrlich bestehen._ l(§s war ein unvergeßliches Bild, wie die Männer, die ein Leben lang im gleichen Geist gearbeitet haben, sich nun nach der heiligen und schweren Feuerprobe ryrer Arbeit m die Augen sehen. Der Generalseldmarschall fährt weiter an die Front, um den Truppen, die so Schweres in diesen Tagen dnrch- gekämpft haben, selbst zu danken, sie an der stelle rhr^> Heldentums zu grüßen. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Ein weg zur Besserung des deutschen Nachrichtendienstes. Nichts hat das deutsche Volk zu Beginn des Krieges so starl. uub so peinlich, überrascht, )t?ie die Erkenntnis von der vollständigen Unzulänglichkeit des deutschen Nachrichtenwesens und der dadurch verschuldete katastrophale Zusammenbruch unseres vermeintlichen kulturellen und staatlichen, Prestiges im fnMstichen und iin neutralen Ausland. Man ist sich einig, daß das künftig anders werden inuß. Von fachkundiger Seite ist seitdem mit Nachdruck immer wieder daraus hingewiesen worden, daß zu folcher Aenderung nicht nur der Ausbau unseres Nachrichtengebens und -einpfangens nach und vom Auslande gehört, daß lfter auch me Frage der Gebühren für die telegraphische mrd telephonische Uebermittlung der Pressenachrichten eine leider bisher Nicht genügend beachtete, bedeutsame Rolle spielt. In klarer Erkennung dieser Bedeutung der Preßtelegrcrmm gebühren haben Frankreich und .England lange vor dem Kriege der Presse ermäßigte Satze für Telegramme und Ferngespräche ttngeräumt. Man hatte dort längst den Wesensunterschied erkannt, der zwisck/mpm östlichen Telegrammen, auch solckien rein geschäftlich privatwirtm-aftlichen Charakters auf der einen Seite und den der gesamten Volkswirtschlaft und dem politischen Leben der Nation dienenden, Preffe- telegrammen aus der anderen Seite besteht. Hier liegt ein nationales und staatliches Interesse offen zutage, und es ist nur recht und billig, daß deshalb auch die Gesamtheit an der Beschaffung dieser Telegramme ihren, Anteil mitträgt durch Einräumung billigerer Besörderungsbedingamgen. Wir zahlen ja heute mit Hunderten von Millionen mu> mit kostbarein Blute unseres Volkes in vielfachem Betrage nach, was an Gebühren für Preß- telegramnre bisher erspart wurde. Wie anders hat das Ausland da gedacht und gehandelt. Frankreich hat noch im Herbst 191o ein Abkommen mit Belgien getroffen, wonach Pre'ptelegramme zum halben Preise befördert werden sollten. Soweit sie es ürcht schon war, wurde die belgische Presse dadurch in erhöhtem Maße dem Pariser Einfluß erschlossen. Aehnliche Vereinbarungen waren von Frankreich- mit Großbritannien,, Oesterreich, Holland und den Vereinigten Staaten getroffen. Wir haben als Volk erfahren, was das bedeutet. Heute haben wir nun die Möglichkeit, bei der Aenderung der Post- und Telegraphengebühren den alten Mangtt zn beseitigen. Das deutsche Volk wird nicht begreifen, wenn die erste sich bietende Gelegenheit, die bessernde Hand an unfern publizistischen Nachrichtendienst zu legen, nicht nur nicht benutzt, sondern der Preffe, die schon wirtschaftlich überaus geschwächt aus dem Krvege hervor- gehen wird, noch erhöhte Telegrammgebühren auserlest, würden. Die technische Durchführbarkeit besonderer Prefferaten ist durch deu Vorgang des Auslandes erwiesen. Eine Erhöhung der Gebühren aber müßte bei unseren schon wirtschaftlick)! nicht gerade günstig gestellten politischen Zeitungen zu einer weiteren Beschränkung des Nachrichtendienstes führen, während allgemeine nationale Interessen erheischen, den Nachrichtenstoff der deutschen Zeitungen umfangreicher und ausgiebiger zu gestatten, auch fordern, daß aus diese Weise die Beförderung von Preßtelegrammen in das Ausland erleichtert werde. Gewiß, wir brauchen Geld — nur Iwt dock) dieser Krieg den überzeugenden und schmerzhaften! Beweis erbracht, wie kurzsichtig und letzten Endes unwirtschaftlick) ein Volk handelt, das an seiner Presse sparen und sie etwa zum Steuerobi ekt urachen wlll. Aöan sollte die Gebühren für Preß- telegramme und für Ferngespräche der Presse ermäßigen statt sie zu erhöhen. _ Gieszener Stadttheater. Frieden im Krieg. Heiteres aus ernster Zeit. 3 Akte, von Mwin und Rolf Römer. Gastspiel von Maximus Rens, Franziska Rens-Hilpert und Otto O t t b c r t. Man versetzt sich unt ein Jahr zurück, als noch der Hurrcr- kitsch, ein Schlvcmklarifari, wie „Herrschaftlicher Treuer gesucht um noch eins der Besten dieser Sorte zu nennen, turne Hau)er brachte, und darrn sollte man eigentlichs so indiskret fern, zu verraten wie viel Plätze gestern abend verkauft waren, als kunstlerriche Qualitäten geboten wurhen. Drei Akte Feuilleton zivar, aber geistreich, gehaltvoll, bühnenmäßig gut zur eckst geschnitten und vor allem ohne patriotisches Phraseugedresche; dafür gesättigt mu warmströmendem Gefühl und einem überlegenen Humor. Das bisher beste Erzeugnis der Kriegsliteratur. , . Drei Akte sind es, jeder anders getönt, reder m sich geschloffen Und zusammen eine harmonische Einheit. Rosen, eine mit zartesten Farben aufgetragene Konrödie. Rosen als herkömmliches Reguisit ausgiebig, aber nicht aufdringlich verivandt. Nett ihnen hat der brave Bursche seinem Hauptmann das Leben gevett^, als er dem Fieberkraiiken vorlog, sie kamen au.s geliebter Hamix An ihnen tastet sich die Kourödie voran, brav geschoben von der biederen Hant, dein Burschen, bis die fromme Lüge zutage tritt rmd rote Rosen wieder alles gut macheu helfeu. Das klingt stark nach Feuilleton, ist aber in eine so zarte, leis andeutende Sttnrmiing ^truckt und wird durch den prächtigen, herzensechten Humor des Bicrschen so glücklich kontrapunktiert, daß er sich nirgendswo m weichliche Sentimentalität verliert ^_ ^ Der T euselskast ' n , eine Szene ans den Bergen, macht das bekannte Gefchckhjnis des tapferen Bergführers, der ans Zugspitze den Gestellungsbefehl erhielt und nnt dem Ausrus: ,^5 kimm glei" in halber Zeit ins Tal hinimtereilte, zu einer kraftvoll dramatischen Szene. Der schlickfte Heroismus tmrd dadurch gesteigert, daß Florian Streifeneder sich von seiner Monika losrerßen muß, grad als aus dem Anbandeln eine Liebschaft geiwrden ich Der Teufelskasten ist das Telefon, das, den Ge,tellnngsbeschl rn die Gletscherstille des Wetterwatts hmeinträgt. Mit welch urge- sunder Frische, völlig ohne Pathos diese Szeiie gestakttt ist, das ist eine künstlerische Tat. Ganz anders gibt sich wieder der Kriegsschwank Exzellenz i in S ch l a f r 0 ck. Eine Berwechflungskoinödie,, wie ffe sich wohl da drüben m Polen abgespielt haben urag lns auf die tvemger wahrscheuiliche Mummerei der Gvafrn Äntoschka-Magotnn rnihr eigenes Sttlbenmädchen. Wie Seine Exzellenz, der preußische (tzene^ ral seine durchweichten Kleider mit einem Danrenmorgenrock ver tauscht und vor einem urfidelen Wiener Rittmeister als vermeintlicher Besitzer deiL Schlusses die Giftprobe nmchen Muß, und der Wiener die scksche Pjolrn mit einer barbarischen ^iebenswurdigreil'1 behandelt, das waren köstliche Augenblicke, die das Gießener pubttn kuni sich hat entgcheir lassen. 1 Es ist jammerschade, daß die ausgezeichneten Künstler ihre außerordentlichen Gaben vor beinahe leerem Hause entfalten mußten. Dabei lvar der Abend ein erquickender, künstlettscher Genuß von bleibendem Werte. Marimus Rene war in allen drei Rollen unübettressbar, als treuherzig pfiffiger.Hauptmannsbursche, als ur- gesunder derber Wetterwattbote (hier vielleicht der einzige AuS- stand: Tie allzureichliche Anwendung der unmartikulietten Laute) und als tapferer, fescher Rittmeister. Diese ungewöhnliche Wandlungsfähigkeit, die bis in die lleinftc Äußerlichkeit das feweils Richtige trifft, w.rr auch Franziska Rens -Hilpert eigen. Das gilt für das versonnene und doch zielbeivußte deuffche Mädchen, das derb zärtlick)>e Bauerndirndl und die rassrge, entzückend Mette polnische Gräfin, die das Deutsche so zierlich ihrer eigenen Zunge gerecht machte. Otto O t t b e r g gab in allen drei Stücken die trefflich ausgearbeitete Folie des .KünstlerPaares, am besten als Wetterwattprofessor und als Exzellenz. Um es noch einmal zu sagen: Drei echte ebenbüttige Künstler in dreifacher VmTiante ein kraftvolles Stück Leben gestalten zu sehen, das haben sich Viele entgehen lassen, und die Wenigen, dre es sahen, konnten nicht Gelinge ffuden, den Kün)tlern für die stwhl- tätige Entspannung der von den Kviegseveignissen überstrafften Nerven zu danken. ^ zz - — Ein neuer erfolgreicher Schwank. Man schreibt uns aus Wiesbaden: Im hiesigen Residenz-Theater erlebte das dreiaktige neueste Lustspiel von Pordes-Milv und Harry P 0 h l mann ,,De r Bursche des öerrnDbcrf die sehr erfolgreiche Erstausführung. Bor tvenigen Wochen wurde das Stück am Hanauer Stadttl-eater uraufgesühtt unter dern Titel „Das welsche Huhn". Eigentlich tväre die Umtcmfe nicht nötig geioefen, wohl aber die zu anspruchsvolle Bezeichiiung „Lustspiel". Tenii hier handelt es sich lediglich um einen überaus lustigen, geschickt gezimmerten Schwank, dem mau alles verzecht und ben man gern belacht. Die Lmndlung ist reich au lustigen Emsällen und komischen Situation, so reich, baß sparsamere Versa)ser geiviß einen Teil für ein zweites Werk auf gespeichert haben würden. Ein verlöre!ier Sohn wandert nach Amerika aus, macht fernen Doktor, spricht viele frenide Sprachen, schriftstellert mit gwßem Erfolg und kehrt nach DeutscAt die Freiheit und Größe des Vater- l-cmds im Hintergruno liegen. Was aber helfen die ebelsten Rechte dem, der sie nicht handhaben kann? Kaum ein anderes höheres Reck)t geben mag es als das, kraft welches wir T-eutschev sind, als die uns angeerbte Sprache, in deren volle G-ewälw und reichen! Schmuck wir erst eingesetft werden, soliald wir sie erforschen, rein- halten und ausbilden. Zur schmählichm Fessel gereicht es ihr, ivenn sie ihre eigensten und besten Wörter bintansetzt und nicht wieder abzustreifen sucht, !vas ihr pedantische Barbarei ausbürdete. Man klagt über die ftemd-en Ausdrücke, bereu EinMengen unsere Sprache schändet. Dann werben sie wie Flocken z-erstieben. wenn Deutschland sich selbst erkeuneno stolz alles großen Heils bewußt sein wird, das ihm aus seiner Sprache hervor geht. Wie es sich mit dieser Sprache im guten, und schlimmen bisher angelassen» habe: ihr wohnt noch frisck-e und frohe Aussicht bei, daß ihre letzten Geschicke lauge noch irickft erfüllt sind und unter den übrigen Mttbaverbern wir auch eine Braut davontragen sollen. Tann werben neue Wellen über alten Schaben strömen." — Klingt das nicht wie in den Tagen des großen Krieges geschrieben? Und doch ist Wmisch und Hoffnung, wie sie aus diesen Wotten klingen, schon vor 70 Jahren aLrsgespvockien worden in einem Vottrage von Jcckob Grimm, dem wffsenschs^tlichen Begründer der Deutschkunde. Wer dessen Ansichten lkber Sprwchvinigimg im besonderen und über die Beziehungen zwisck»n Sprache, Vollstum und stattlicher Aöacht überltaupt in sck)önem Strauße beffammeu haben wlll, der nehme die schöne Schrift von Thcwdor Matthias zur >?and: Ter deutsche Gedanke btt J^ikob Gttmm (Lttpzig, R. Voigtlanrer 1915, 134 S. M. 2.—). DratthiaS (Plaueir r. B.) Arrr nnd €* Gieß en, 4. April 1916. Maßnahmen bei der Bestellung im Frühjahr 1916 . Am Sanistag, den 1. d. M. raub im Hotel Grvßherzog vvn z-u Gretzen unter bent Vorsitze des Rcmners August Klein des landwirtschaftlichen Bezirks Vereins Gießen lullt. '> (701 (.m'ii ttuirti /y ^ • tt mLC«*C /r. .r y * ... _. r <ü \ J 1 1 unra HMvrqun ^r. wie berge r, gemachte oer ^vpfitzende der letzigen ernsten und schweren, doch auch großen o^.Lns unserem lieben Vaterlande lastet und forderte zur Opfer-Willigkeit und zum Tnrchhalten auf. Hieraus erhielt Professor D»r. Kleberger das Wort, der »uver Fragen der en, weshalb es sich enrpfiehlt, etwa 10 Pfund Hafer Um bre Reihen früher zu sehen und die Hacke mogllchsr frühzeitig zu beginnen. Tie Düngung der Möhre sei wie die der Kartoffel. Hum Schrch sei nicht versäumt, darauf hm- Mweifen^atz die mit Frühkartoffeln bestellten Flächen im August allen Umständen mit Raps bestellt werden follte^wvzu^das L>aatgut vom Landwirtschaftlichen Verein für rSl bergen werden kann. Mit bau Rapsbau werden o euerseits und der Futternvt andererseits steuern -roiAvZ? Of’erntete für seine sehr interessanten und lehr- rerchm Ausführungen großen Beifall. Der Ersitzende sprach ihm den Tank der Versammlung aus. mrh^l kreien Aussprache wurden noch Fragen geitellt, die Professor Tr. Kle- berger bereitwilligst und emgehend beantwortete. daß etwa 30—40 Prozent im Felde stehen. Bon den rund 62 000 Mitgliedern der Hajsia stehen hiernach etwa 20000 z. Zt. unter dev Fahne. Landkreis Gießen. W e i t e r s h a i li, 3. April. Wiederum hat der Krieg zwei Opfer gefordert in unserer Gemeinde. Nach Mitteilung seines Kompagniesührers ist der seit Anfang des Krieges im Felde stehende Gefreite Wilh. Theiß gefallen. Der seit 25. vor. Mts. vermißte Musketier Gustav Hoch ist nach setzt eingetroffener Nachricht ebenfalls den Heldentod gestorben. Theiß mar Inhaber der Hessischen ffapferkeitsmedaille. — Sehr rege war hier die Beteiligung an der vierten Kriegsanleihe. So zeichneten allein die Schüler den Betrag von 3000 Mark. u "ang- G ö n s , 3. April. In den Kämpfen bei Verdun l -« ~ ** •* y . ... ' v) 11 erhielt der Einfähr. Kriegsfreiw. Hermann Roth die Hessische TapferkeitS mcdaille. Hermann Roth ist der Sohn des Lehrers Roth dahier. e. W i e s e ck, 4. Llpril. Die Schulkinder der hiesigen Gemeinde sammelten auf Anregung ihrer Lehrer für die Osterhasenspende 71,86 Mk. und 343 Eier. Die Gaben wllrden zur Verteilung an die einzelnen Lazarette an Großherzogliches Kreisamt Gießen abgeliefert. Kreis Schotten. El Wetterfeld, 3. April. Der 17jährige Sohn des Landwirts D e s ch von hier ist einem schweren Unfall znm Opfer gefallen. Er war mit seinem Later bei Fuhrwerk und Pferden beschäftigt, als diese plötzlich scheu wurden und davonraslen. Während der Later beiseite geschleildert wurde und mit leichteren Verletzungen davoickam. ging dem Sohne der Wagen über die Brust und brachte ihm schwere Quetschungen bei, die in wenigen Stunden den Tod herbeiinhrten Kreis Friedberg. Q. B a d - N a u h e i in , 3. April. Die hiesige F l e i s ch e r- Innung hält ihre Verkaufsstellen, die früher an den Sonntag Nachmittagen geöffnet waren, seit gestern in diesen Stunden geschlossen. — Das Note Kreuz zahlte im Monat März 2863 Nik. Arbeitslohn für Näh- und Strickarbeit ans. — Fräulein Gertrnde Weckling konnte vorgestern ihr 40jähriges Dienstjnbiläum als Haushälterin der Frau 6öeneralin v o n H i n d e n d n r g , die seit zwei Jahren in Bad-Nauhenn Wohnung genommen, feiern. Die Kaiserin verlieh der Jubilarin das goldene' Verdienstkrenz. - Veranlaßt durch das prachtvolle Frühlingswetter fanden die Nachmittags-Konzerte der Kurkapelle auf der Kurhaus-Terrasse statt. - Auf dem Johannisberg in der Nähe des Aussichlsturmes entstand gestern ein geringfügiger Waldbrand, der etwas Gestrüpp und trockene Gräser vernichtete. Nach viertelstündiger Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr war der Brand gelöscht. emer Geldstrafe von 50 Mark, hikfswerse 10 Tage Gefängnis und Tvagung der Kvst-en beider Instanzen verurteilt. Der Verteidiger, ' .m ~ 't rC r’ rN 1 . . *i luu^'ui lauiuuil. JiSCl IC IUI l^CL, Justizrat K a tz, beabsichtigt, dir Frage, ob im vorliegenden Fall das Krersamt innerhalb seiner Zuständigkeit eine Verordnung zu Recht erlassen hat oder nicht, vor das Oberlastdesgericht zur Ent- Ichevdnng xu bringen. _ Märkte. Gießen, 4. April. Marktbericht. Ans dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1,90-0,00, Hühnereier das Stück 17-00 Pfg., Käse das Stück 8-10 Psg,, Kasematte 1 Stück 3-0 Pfg., Kartoffeln der Zentner 0,00 bis 0,00 Mark, Viilch das Liter 23 Psg., Spinat 25—30 Psg. das Pfd., Gelberüben 00—00 Pfennig das Pfd., Rosenkohl 25—30 Pfg. d. Pfd., rote Rüben 0-0 Pfg., Zwiebeln das Pfund 30—35 Pfg., Nüsse 100 Stück 00 -00 Pfg., Blumenkohl 00-00 Pfennig. Sellerie 0-00 Pfe:n'iz das Stück. Grünkohl 20-25 Psg., Feldsalat 10-12 Psg. - Marktzeit von 8 bis 2 llljr. •er Kreis Wetzlar ra. Wetzlar, 4. April. Lehrerin Fräulein M. Helmers hier ist von der deutschen Zivilverwaltung des französischen Okkupationsgebietes als Lehrkraft in das von uns besetzte französische Gebiet berufen worden. ä. D o r n h o l z h a n s e n, 3. April. Wegen der durch die Post getroffenen Kriegsmaßnahinen erhält unser Ort vom 1. April ab täglich nur noch einmal Landbestellung und zivar am Bor- inittag. Die Nachnnttagsbestellnng fällt von diesem Tage an fort. 1. April. S t a b s a r z t Dr. B r ü e l vom Reserve-Lazarett II wurde zum Gouvernement Warschau versetzt. nhltn Z ? 1 5 r n f , Unb r e l e . naUn i e V id ^ t - Morgen, Mittwoch, abends i/i Uhr, findet im o l d a t e n h e i m ein weiterer Vortrag mit anschließender Aussprache, über die Ansprüche der .Kriegstecknehiner und deren Angehörigen aus der reichsgesetzlichen Invaliden- und Hlnterbliebenenversicheruiig statt 27 o«^!, f s! ntI ^ e ,- 93 S d,e ^ aIlc * 3 m März wurden ow * tilio c • i e } en - Davon kommen auf: Erzählende § ett fcfinfteit 331, Jugendschrifken 211 , Literaturgeschichte 6 Gedichte und Dramen 57, Länder-und Völkerkunde 38 Kulturgeschichte 27, Gesänckste und Biographien 157, Kunstgeschichte 45.' Naturwipenschaft niid Technologie 82, Heer- und Seewesen 27 va;.s- und Landwirtschaft 18. Gesnndheitslehre 13, Religion und Philosophie 41 Staatswmeiischaft 12, Sprachivissenschast 27, Fremd- sprachllches 40 Baiide. Nach ariswärts kameii 60 Bände V aketeinfamml u ng durch die Post. Es ist g?nügenb bekannt, das; die Post abzusendende Pakete mrs Bestellung aus den Wohnungen aühvlen lätzt. Mün brauckK nur E, Karte oder einen Zettel mit den Worten. Paket abzuholen bzi (Name und Wohnung) unfran-, rrert m den näckfften Briefkasten zu werfen oder eiiiem Brief- ilud; Jcmn Me Säeftethmg auf MHMl-ng tun 4,ause des Absenders abgeholt. Das Verfahren ist einfach uird bequem und besonders solchen Personen m empfehlen denen ein Dienstbotd nicht zur Verfügung steht Die hessische Lazarett-Zeitung Nr. 17/die ^ ^?em neuen künstlerisch eiitmorsenen Titelkopf erscheint, bringt eure ckbl-andiung „Was unll die Lazarett-Zeitung . Es folgt ern Stuck Goethe „Tie kluge Frau", ein Auffatz über „Einarmige in der Landwirtschaft^ von Oekononrierat Dr. ^lleger Berlin, die FwNsetzung der Betrachtung über den „Stein der Wersen und Aufklärungen über die Ansprüche der K-riegsteil- nehmer auf Grund der Kraiikew, Invaliden- urch Angestellten- a^ 1 K^itZmarft , aajarrtt-öeratttni und die wwtyv&t Du G-iefeentr Beilage bringt einen Lluffatz „Feldmarschall Blücher m Gießen" von Herviann Haupt Et- was von der Ausstellung der bayerischeir Invatiderisürsorge zu Munchen Obft- und Gemusebaukurs für die Verwundeten und Kriegsbeschädigten m Gießen, sowie bie üblicfjen Ankündigungen. Kriegerkameradschaft Hassia. In ber letzten dräffdialfftznng des LandeLverbaiides der Kriegervereine Hessens der Kriegerkameradschaft Hassia wnrde unter anderem bekannt gegeben, daß in 1915 vom Verband, — abgesehen von den Leistungen der einzelnen Vereine — rund 32 000 Mark Unterstützung an alte bedürftige Mitglieder und an Angehörige von im Felde iteheiideil .gaineraden znr Auszahlung gelangt ,'ind und von der Verbanosu er blasse „Friedrich Wilhelm" über 80 (100 Mark Sterbegelder bezahlt tvurdeil. Mit 100 000 Mark hat sich der Der- band an der vierten Kriegsanleihe beteiligt. Aus verschicdüneii Vereinen ^oldatenverein) wurde berichtet, daß alle Mitglieder znr ^ahne emgerusen sind, von den Veteranen- und Wlit'ärvereinen, Gicßcner StraflEmer. LH. Gießen ^ Ein Butterschwindler. ^er 20 Jahre alte Kaufmami Rudolf R. von Schöneberg bei Berlin gründete in verschiedenen Städten nach einander sonderbare Handelsniederlassungen. Er zog in Gasthäusern, annoncierte unter pomphaften Firinen b i l l ig e Butter und Margarine, die er in Postsendungen gegen Boch?rsendung des Geldes anbot er befatzte sich aber iiur dcmut, die eiirgehmden Gelder anzunehmen, er Nicht liefern, weil er keins hatte wkd wemi ihm der Boden in einer Stadt zu heiß imter den Füßen wurde, verschwand der Mensch und betrieb in einem andern Ort den gleichen ^ckstvindel. — Von Gießen aus hat der Angeklagte den Schwindel Firma R o l f von Kaldern betrieben und zwar un Oktober und November 1915. In Stettin wurde der Ange- klagte aufgegriff'en. Als Ausgleich für die Schwindelei, die der Angeklagte betrieb, haben bereits verschiedene Gerichte im ganzen 2 Jahre Gefängnis für angemessen gehalten. Wegen des Gast- spiels m Hetzen erkannte unsere Strafkammer gestern aus eine Zusatzstrase, die sich in einer Gesamtstrafe von 2 Jahren 9 Monatw ausdrückt. Als gefährlicher P o st m a r d e r erwies sich der während des Krieges von der Post beschäftigte Heinrich O. in Butzbach, der beim dortigeir Postamt tätig war und s i e b e n P o st a n w e i s u n g e n mit falschen Quittungen versah und lich deren Beträge in Höhe von rund 100 Mk. an- eignete. In 17 Fällen hat der Angeklagte sich Feldpoftsen um zu berauben, weiter ist er geständig, 40 Briefe und Postkarten sowie 13 Drucksachen nicht bestellt, sondern unterdrückt zu haben, weil ihm die Arbeit des Austragens zu Mel war. Außerdem lagen noch einige einfache Unterschlagungen vor Die Strafkammer erkannte wegen Amtsunterschlagnng in mehreren Fällen sowie wegeii der übrigen Straftaten unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gefängnisstrafe von acht Monaten. Der Staatsanwalt hatte vier Monate beantragt, doch wurde die höhere Strafe für augenlessen gehalten, weil der Angeklagte rw Dienste des öffentlichen Verkehrs durch sein ge- meingerahrliches unredliches Handeln das Ansehen der Post geschädigt hat. < .< Als schlechte Taxatoren itycex Getreideernte an Roggen, Weizen uiid Gerste haben sich 10 Landwirte von Rodheim an der Horloff und Trais-Horloff er- wieien. Sie haben ihre Ernte im ganzen um runb 250 Zentner bet ber AufnaMe zu gering angegeben und auch trotz der Aufforderung des Kr^eisaurts, die an alle Landwirte des Kreises ergangen war, sich nicht überzeugt, ob ihre früheren Angaben richtig waren Das Schöffengericht Hungen hatte bie Landwirte wegen Verfehlung gegen die Kriegsanord-nung des Kreisamts frcige- gechrochen mit der Begründung, daß nicht das Kreisamt, sondern mich iret Bundesvatsverordnung, welche diese Ernährungs-Maßnahmen betnTrt, lediglich das Ministerium als Zentralbehörde des Landes im vorltegendeii Falle im Wege der Verordnung hätte Maßnahmen treffen können. Im übrigen habe den Landwirten bet Einbringung und beim Dreschen des Getteides Leutemangel geherrscht und es sei ihnen nicht möglich gewesen, die Körncrmenqe benau ^stzustellen. Der Staatsanwalt verfolgte gegen den Frm- spruch Berufung unb führte ans, daß, wenn das schöffengerichtliche Urteil Mit ferner Begründung bestohm bleiben würde, die bisherige Praxis und die Rechtsprechung in diesen Fragen direkt aur den Kopf .gestellt werde. In zahlreichen gleichen Fällen, wo Verurteilung erfolgt sei, wäre den Leuten Unrecht geschehen Der Verteidiger trat der Rechtsauffassung des Schöffengerichts in allen Punkten bet er interpretierte die betrefsende BnndesratSverord- nung rvonach allerdings die Landeszentralbehördc-, hier das Gr Ministerium als ditteiiige bezeichnet wird, die int Verordnunqs- wege betreffend die Aufnahme der ORtteidebestände Bestimntungen hatte erlassen müssen. .Habe sie dieses Recht an das Kreisamt abwetzen wollen, so hätte sie dies öffcntlicf» bekMnt geben müssen. Dres sei nicht geschel-en und deshalb sei die hier in Frage kommende Verordnung des Kreisamts Gießen ungülttg und die Angeklagten mußten straffrei ausgehen. Die Sttafkammer kam aber ^ langer Bergung zu dem Ergebnis, daß das Kreisamt zu Recht die m Rede stehende Berordnirng kraft der rhm vom Ministerium übertragenen Befugnis erlassen hat. Deshalb müßten die Angeklagten vernrt^lt imrtbni. Jeder Mensch im deutschen Reich nniRfce, wvvauf es bei der Bestandsaufnahme von Brorgetreide ankomme, es gelte drm AushungerungsVlan unserer Feinde zu Nichte zu machen. Es sei auch nichts Unmögliches, was das Kl 7 eisamt in ferner Verordnung van bm Landwirten verlangt habe. Ihnen sei von der Behörde Gelegenheit gegeben worden, ihre ersten An- ^rben^ spatzer zu berrchttgen. Die Angekkagtm sind lsterzu auch offeiitlich ausgefordert und haben es nicht getan. Es mag dahin- gestzellt blerben, ob die Angekcagtm absick-tlich Wchc Angaben ge- macht haben, sre haben noch Vlnsichl des Gerichts jeden so kks im hohen Maße grob fahrläsftg gehandelt. Es wurde daher jeder zu Mekroroiorifche veodacht ungen der Station Gietzen. April 1916 2 « 9” So.; 21! § ö 04 OG Z Z 19,3 10,7 4,4 6.2 6.3 5.4 37 65 87 . o = gf *5 £jf> 1 /= ’S E E SB l.c sA-x« co*i z -sf Wetter Höchste Temperatur am 2. bis 3. April 1916: -ff 19,7*6. Niedrigste „ 2. „ 3. , 1916: -f 3,2*6. 9liederschtgg 0,0 mm. Auch als Liebesgabe im Felde begehrtl _ Qm Feldpostbrief portofrei.) Amtkicher Teil. Bekanntmachung. über die Acnderuug des Gesetzes, betreffend Höchstpreise, und der Verordnung gegen übermäßige Preissteigerung. ' w — 00 März 1916. Vom 23. Der Bundesrat hat auf Grund des L 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirlfchastlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 (Reichs-Gesetzbl. S. 327) folgende Verordnung erlassen: J . JÄrtifcI I § 6 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise, vom 4. August 1914 m der Fassung vom 17. Dezember 1914, ergänzt ? der Verordnung vom 23. Sevtember 1915 (Reichs- Gefttzbl1914, S. 339, 516^1915, S. 603) erhält folgende Fassung: Mit Gesangius bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu zehntau, cnd Mark oder mit einer dieser Strafen wird bestraft: 1. wer die nach § 1 festgesetzten Höchstpreise überschreitet; 3. wer einen anderen zum Abschluß eines Verttags auffordert, durch den die Höchstpreise überschritten werden, oder sich zu einem solchen Vertrag erbietet; 3. wer einen Gegenstand, der von einer Aufforderung (§§ 2, 3) betroffen ist, beiseite schafft, beschädigt oder zerstört; 4. wer^ der Aufforderung der zustäiidigen Behörde zum Der-, kaufe von Gegenständen, für die Höchstpreise festgesetzt sind (8 4), nicht nachkommt; 5. wer Vorräte an Gegen st äiiden, für die Höchstpreise festgesetzt sind, dem zuständigen Beamten gegenüber verh.änckicht; 6. wer den nach § 5 erlassenen Aussührungsbestunnrungen zuwiderhandelt. Bei vorsätzlichen Zuwiderhandlungen gegen Nr. 1 oder 2 ist die Geldstrafe mindestens auf das Doppelte des Betrags zu be- messen um den der Höchstpreis überschritten worden ist oder in den tf allen der Nr. 2 überschritten werden sollte; übersteigt der Min- Restbetrag zehntausend Mark, so ist auf ihn zu erkeiuren. Im Falle mildernder Umstände kann die Geldstrafe biÄ auf die Halste des Mindestbetrags ermäßigt werden. Bei Zuwiderhandlungen gegen Nr. 1 und 2 kann lieben der Strafe angeordnel werden, daß die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekannt zu machen ist; auch kann neben ^Gefängnisstrafe auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Artikel II. §§ 5 und 6 der Verordnung gegen übermäßige Preissteigerung vom 23. Juli, 22. August 1915, ergänzt durch 87 der Verordnung vom 23. Septentzber 1915 (Reichs-Gesetzbl. Ä. 467, 514, 603), erhalten folgende Fassung: 8 5. Mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu zehntausend Märk oder mit einer dieser Strafen wird bestraft: 1. wer für Gegenstände des täglichen Bedarfs, insbesondere für Nahrungs- und Futtermittel aller Art, für rohe Natur- erzeugnisse, Heiz- und Leuchtstoffe, sowie für Gegenstände des Kriegsbedarfs Preise fordert, die unter Berücksichtigung der gesamten Verhältnisse, insbesondere der Marktlage, einen übermäßigen Gewinn enthalten, oder wer solche Preise sich oder einem anderen gewähren oder versprechen läßt; 2. wer Gegenstände der unter Nr. 1 bezeichneten Art, die von . ihm zur Veräußerung Erzeugt oder erworben sind, znrück- hält, um durch ihre Veräußerung einen übermäßigen Gewinn zu erzielen; 3. wer, um den Preis der Gegenstände der unter Nr 1 be- zeichneten Art. zu steigern, Vorräte vernicklet, ihre Erzeugung oder den Handel nrit ihnen einschränkt oder andere unlautere Machenschaften vornimmt; 4. lver an einer Verabredung oder Verbindung teilnimmt, die eine Handlung der in Nr. 1 bis 3 bezeichneten Art zum Zwecke hat; 5. wer zu Handlungen der in Nr. 1 bis 3 bezeichneten Art auftordert, anreizt oder sich zu Handlungen solcher Art erbietet, soweit nicht nach den bestehenden Gesetzen eine höhere Strafe verwirkt ist. Bei vorsätzlichen Zuwiderhandlungen gegen Nr. 1 ist die Geldstrafe Mindestens auf das Doppelte des übermäßigen Gewinns zu bemessen, der erzielt worden ist oder erzielt werden sollte! Wer- steigt der Mindeflbetrag zehntausend Mark, so ist auf ihn zu er- kennen Im Falle mildernder UNistcmde kann die Geldstrafe bis auf die Hälfte des Mindestbetrags ermäßigt werden. Neben der Strafe kann auf Einziehung der Vorräte erkannt werden, auf die sich die sttafbare Handlung bezieht, ohne' l^ter- schied, ob ffe dem Verurteilteii gehören oder nicht. Neben G>Ung- nisstrafe kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt iverden. Neben der Strafe kann ferner angevrdnet werden, daß die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bckamrt zu machen ist. . * «V J 0- Die Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Die Vorschrift^ der 88 1 bis 4 ftndeti keine Amvendüna owert Höchstpreise bcstz^h'en. Der Reichskanzler bestimtzüt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens. Artikel III. Diese Verordnung tritt am 1. Aprü 1916 in Kraft. Berlin, dm 23. März 191.6. Der Stellvertreter des Reichslanzl-erS Deldrwck. Heinr. Hahn, Giessen Samenhandlung für Gartenbau u. Land Wirtschaft Neustadt 8 Telephon 403 Empfehle zur bevorstehenden AUSSAAT in bekannter Qualität: Erstklassige Gemüsesamen, Blumensamen, Runkelrüben, spez. Eckendorfer Riesen-Walzen, Futtermöhren, gelbe und weisse, seidefreie Kleesaaten, wie schlesischen und -Pfälzer Rotklee, Luzerne, provencer, Schwedenklee, Weissklee und Gelbklee, Grassamen - Mischungen zur Anlage von Wiesen und Zierrasen. my lllustn.Preisliste aufWunsch franko zu Diensten "\ (Essener Paedagogium Individueller Unterricht in kleinen Klassen Sexta-Oberprima. Arbeitsstunden unter strenger Aufsicht. Vorbereitung auf Einjährigen-, Primareife- u. Abiturientenexamen Kinder nnt. 14 Jahr, sind durch d. Besuch des Paedagogiu ns von der öffentlichen Schulpflicht lt minister. Verfüg, befreit. Schülerheim in groß. Park. — Nur geprüfte akadem. gebild. Lehrkräfte. Drucksachen Nr. 55 durch Direktor Brackemann, Giessen, Ludwigstr. 70, in d. Nähe d. Universität. Fernruf 633. Im vergangenen Jahre bestanden von den nur im Paedagogium unterrichteten Schülern 1 die Reifeprüfung, 3 die Primureifeprüfung, 6 die Ein.j&hrigenprül ung und 5 die Aufnahmeprüfung in eine öffentliche Schule, das heisst siimtliche Prüflinge. [1633 Holzsrtbnrission. Aus den Waldungen der Gemeinde Oppenrod oll folgendes Holz auf dem Submissionsweg vergeben werden. Los 1. 1 Kiefernstamm 4. Kl. ----- 0,49 Fstm. 3 Kiefernstämme 5. Kl. ----- 1,11 Fstm. Los 2. 1 Fichtenstamm 3. Kl. ----- 1,06 Fstm. 6 Fichtenstämme 4. Kl. = 4,08 Fstm. 74 Fichtenstämme 5. Kl. — 18,87 Fstm. Der Kaufpreis ist pro Festmeter anzugeben. Die Gebote sind nach Sortimenten und Klassen, sowie nach Losen getrennt zu halten, da keine Zusammenrechnung stattfindet. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift zu versehen, bis zum Donnerstag, den den 6. April, nachmittags 1 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Oppenrod einznreichen, wo alsdann der Eröffnung stattfindet. Kleine Abweichungen werden nicht berücksichtigt. Oppenrod, den 31. März 1916. 2666 Großh. Bürgermeisterei Oppenrod. Balser. Treibriemen alle Sorten Maschinen-, Motoröl Cylinder-Oel Maschinenfett Putzwolle Gummischläuche Asbest eg L Neue Mainzer Str. 82 Frank fort a. 1, iffa-Laval Separator Buttermaschinen sowie jegL Art mllsh- wirflschaftlicher Saräte empfiehlt Edgar Borrmann Eisenhandlung XoGsiadt 11 79 a Tel. 165 I Wollen Sief ® gute iüfjc und saftige 1 Apfelsinen ® kaufen,so gehenSie i. den G g Spanischen Garten | g Bahnhofstraße 48. g 3 Filiale: SelterSweg 9, G S Kirchenplatz 10. • Täglich frische Waren. § Z :: Billige Tagespreise. :: 'i R. Nlase @ aus Oesterreich. J* Tel. 932 «*, Tel. 932 m 9t 3 mripetfin vom loten flrcaj. Die Hauptversammlung soll Mittwsilj, De« 5. Avril d. Z., nodunittagS 0 Uhr, im derzeitigen Geschäftszimmer des Zweigvereins in der alten Klinik, Liebigftratze, stattfinden, wozu die Vereinsmitglieder hiermit ergebenst ein geladen werden. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit des Zweigvereins 2. Rechnungsablage für 1915 3. Beschlußfassung über Anträge des Vorstandes oder der Mitglieder 4. Borstandswahl. Gießen, den 18. März 1916. Der Vorsitzende: Wiener. 2202 c Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Nieder-Bessingen für 1916, liegt vom 5. dieses Monats an eine Woche zur Einsicht der Beteiligten auf unserem Amtszimmer offen. Während dieser Zeit können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vor gebracht werden. Es wird Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Nieder-Bessingen, den 2. April 1916. 2701 Großh. Bürgermeisterei Nieder-Bessingen. I. E.: Roth. Beigeordneter. lärsterearen TörvoHagen Kämme Schwämme usw. empfiehlt in beiter Qualität Wilh. Leichtweis, Bürstenlabrihstion und Handlung Sonnenitratze 18. Taschenlampen mit und ohne Blende Taschenlampen mit drehbarem Scheinwerfer r*GH 8 TasclieBlaiflpe „Perlax,, als besondere Signallampe auch als Tisch- oder Wandlampe zu gebrauchen. 18 2a ia, Säten, GlüSibirneB elß. empfiehlt ingroherAuswahl Edgar lorrmann Eiserrwaren-, Haus- und KüchengeräteHandlung. Holzversteigerung Freitag, den 7. April l. Fs., vormittags 9 Uhr beginnend, kommt in den Distrikten Heeg wald, Burghain und Appelspeck folgendes Holz zur Versteigerung: Scheit : 109 Rm. Buche, 2 Rm. Kiefern, 4 Rm Fichte; Knüppel: 184 Rm. Buche, 12 Rm. Eiche, 19 Rm. Kieser, 3 Rm. Aspe, 59 Rm. Fichte Reiser: 228 Rm. Buche. 172 Rm. Kiefern; Stock 53 Rm. Buche, 40 Rm. Kiefer, 71 Rm. Fichte Zusammenkunft auf der Kreisstraße Beuern Geilshausen.' Beuern, den 3. April 1916. Großh. Bürgermeisterei Beuern. I. B.: Otto._ 2721 Holzversteigerung Montag, den 10. Avril l. Fs. werden von vormittags 9 Uhr an in der Gastwirtschaft „Zum Frankfurter Dos" in Göbelnrod versteigert: 1) aus Distrikt Breiteloh, Schutzbezirk Saasen: Stämme: 3 Kiefern =■ 2,22 Fstm. 1 Fichte — 1,22 Fstm., 20 Rm. Kiesern-Scheit und 4 Rut Kiefern-Knüppel: 2> aus den Distrikten Zuhaag, Koppe Grauwtnkel, MöSgesrod und Breiteloh, Schutzbezirk Har bach: Stämme: 1 Buche 4. Kl. — 0,60 Fstm., 28 Fichten = 12,13 Fstm. Derbstangen: 11 Fichten = 1,92 Fstm. Rm. Scheiter: 376 Buche. 18 Eiche, 28 Kiefer, 4 Fichte Knüppel: 128 Bliche, 100 Eiche, 24 Aspe. 20Fichte. Knüppel reisig: 6 Buche. Gewöhnliches Reisig: 342 Buche 42 Eiche. 5 Fiäite. Stöcke: 44 Buche. Das Holz ist vorher einzusehen; auch erteilt Forstwart Kinkel, Harbach nähere Auskunft. Die unteritrichenen Nummern kommen nicht zum Ausgebot. __ _ Grünberg, am 31. März 1916. 2723 Groklierzoglidie Obersörsterei Grünberg Holzversteigerung Versteigert werden: Freitag, den 7. TÄril l. Js., vormittags 9'/, Ubr, aus den Distrikten WeiKedriesch 100 u. a, Hupbach 20 u. Sdilemperwald 10, 20, 25 it, 26 des Markwaldes Grüningen—Dorf-Gill: Stämme: Buche 2. Kl. 1 St. -1,72 Fstm., Kiefern: 3. Kl. 1 St. = 0,98 Fstm., 4. Kl. 4 St. = 2,63 Fstm., 5. Kl. 1 St. — 0,34 Fstm.: Scheiter Rm.: 159,7 Buche, 10,8 Buche 2. Kl., 6,7 Eiche. 6 Kiefer: Knüppel Rm: 59,3 Buche. 2 Eiche, 4,6 Kiefer, 8.6 Fichte. Reisig Rm.: 254 Buck^, 30 Eiche, 13 Kiefer, 65 Fichte: Stöcke Rm.: 43,2 Buche, 3 Eiche, 14,7 Fichte. Ä ^ Zusammenkunft aus der Welffedrccsch-Schneise bet Brennholz Nr. 267. Das zerstreut sitzende Holz aus dem Dtstr. Schleruperivald 19, 20, 25, 26, sowie Hupbach 29 wird nicht vorgezeigt und kommt am Schlüsse der Versteigerung zum AtlSgebot. ^ ^ Gletzen, den 3. April 1916. . 2719D Der Mnrkvorstand. Trautwetn, Grotzh. Forstmeister. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Alle noch rückständigen Rechnungen über die für städtische Gebäude im Rechnungsjahr 1915 fl. April 1915 bis 31. März 1916) ausgenihrteu Arbeiten u. Lieferungen sind bei Meidling der Nichtberlicksichtiguug bis spätestens den 1. Mai ds. IS. in doppelter Ausfertigung unter Beifügung der Bestellscheine an das Hochbauamt einzureichen. >26696 LesfentlilheBtrpMüiill! der Wtisteil Marktlagen. Samötar«. den 8. April, vormittags ! 1 Ubr, werden die städtischen Marktlauben für das Rechnungsjahr 1916 an Ort und Stelle anderweit verpachtet. 27106 Alle noch rückständigen Rechnungen über Arbeiten und Lieferungen, die in der Zeit vom 1. April 1915 bis 31. März 1916 für das Tiefbauamt erfolgten, sind bei Meldung der Nichtberücksichtigung vis spätestens den 1. Mai ds. Fs. in doppelter Ausfertigung unter Beifügung der Bestellscheine an das Tiesbauamt einzureichen. <26686) Bei dem Oberbürgermeister der Stadt Gictzcn sind seit der letzten Veröffentlichung weiter cingegangen: ») für die allgemeine Kriegssürsorge (Liebes gabenfonds): Sonntags-Skatgesellschaft iu der Wirtschaft Jaskomsky 11,60 Mk., Kt. 10 Alk.. Oberbürgermeister Keller 100 Mt., Hrch. A. Junker 3 Mk., Oberstleutnant Naumann 30 Mk. Ertrag der Wohltätigkeitsvorstettung im Stadttheater an Kaisers Geburtslrg 7-3,35 Mk., Stadtverordneter Krumm für Oktober, November, Dezember, Januar und Februar 500 Mk., I. m. K. 2« Mk., D. W. 5 Mk., von einem Gerichts zeugen 10 Mk., H. Di. Burkhardt-Nem Britain Mord anterika) 100 Mk., Kt. 10 Mk., Justizrat Grünewaid 8. Rate 2-0 Dif., Frau E. 10Dck., aus einem Sühncversuch 25Aik. Hauvtmann und Bezirksrichter Bruel-Wielun lPolen) hX) Mk., Wklh. Hornberger f. d. Vorstand des Vereins der fortschrittlichen Lolksvartei 64,50 Mk., auS einer Gewerbe strettigkeit 2 R>k., Landgertchtsdirektor Prätorius 20 Mk., aus der Sammelbüchse der Stadtkaffe 12,07 Mk., zusammen 857,05 Mark. b) für die Sammlung für erblindete Krieger: L. R. 2 Mk., Gesammelt in der Stadtmädchenschule 19.10 Mk., C. H. 50 Mk., Donnerstagskränzchen auf der LiebigShöhe durch Frau Auguste Walter 10 Mk., Frl. Dehaahel 5 Mk-, Damen-Skatklub 20 Mk., zusammen 106.10 Mk. c) für die Hinterbliebenen der im Felde gefallenen Gietzener Krieger: Oberst Svohr 50 Mk., Hrch. A. Junker 3 Mk., C. H. 50 Mk., Vogesenklub Sektion Grotzer Belchen 100 Mk-, N. di. 3 Mk., zusammen 206 d) für die Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen: Kommerzienrat Müller 100 Mk., Schwesternkranz durch Frau Kommerzienrat Heyligenstaedt 60Mk., Vogesen- klub und Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Taufstein 100 Mk., zusammen 260 Mk. l26986 Für alle diese Gaben sei hiermit herzlich gedankt. Das Umlage kataster der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Groffherzvgtttm Hessen für das Jahr 1915 liegt 2 Wochen lang, näm- lich vom 4. bis 18. April dieses Jahres, auf dem Stadt- Hause, Garten straffe 2, Seitenbau, zur Ein fickst der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüche dagegen, daß ein Betrieb in das Kataster ausgenommen oder' nickst ausgenommen, sonne dagegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der O f f e n l e § un g s f r i st bei dem Vorstände der land- und forstwirtschaftlichen Berufs genossen schuft in Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung mehr finden. 27118 Rckchsieyknde Bekanntmachung bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 26. März 4916. Der Oberbürgermeister Keller. Bekanntmachung Schlachtverbote betreffend. Vom 15. März 1916 Auf Grund des § 4 Abs. 2 der VeLarmtmackMng des Reichskanzlers Aber ein Schlachtverbot für trächtige Kühe and Sauen vom 26. August 1915 (Reichs-Gcfttzbl. S. 515, Regierungsblatt S. 185) bestimmen nnr: 8 1. Das Sckstaüsten und der Verkauf #wn Schlachten folgender Tiere ist verboten: . 2 ) Kühe, Rinder, Kalbinnen und Sauen, die ftch m einem derart vorgeschrittenen Zustand der Track>- tigkeit beftnden, daß diese den mit ihnen beschafttg- ten Personen erkennbar ist; b) Milchkühe; ^ c) männliche und weibliche Jungrinder von 2 Monaten bis 2 Jahren; , d) männliche Kälber unter 4 Wochen und werbliche Mlber; 6) Schaflämmer. ^ . 8 2. Im Fall anderer Verkäufe von dem Verbot m Ziffer 1 unterliegenden Tieren ist, wenn sie nicht unmittelbar zwischen Landwirten des Grostherzogtums stattftnden, der Verkäufer verpflichtet, sich z« verlassr- gen, datz die Tiere nickst zur Schlachtung weiterverkauft werden. Auch hat der Verkäufer in solchen Fällen den Verkauf unter Namhaftmachung des Käufers der Ortspolizeibehörde anzuzeigen, die diese Anzeige alsbald dem Kreisamt leinzusenden hat. , Der Verkauf von Tieren, die dem Schlackstvervvt unterliegen, nach außerhalb des Groffherzogtums ist nur an Landwirte gestattet. Der Verkäufer hat in solchem Fall eine beglaubigte Bescheinigung des Käufers, daß die Tiere nickst zur Sckstackstung bestimmt sind, vor Ueberlieferung der Tiere dem zuständigen Kreisamt vor- zulegen. , ^ „ § 3. Für Kälber gilt die Altersgrenze von 4 Wochen als errleicht, wenn die acht Milchschneidezähne vollständig aus dem Zahnfleisch hervorgetreten sind und das Zahnfleisch so weit zurückgewickien ist, daß der Zahnhals deutlich sichtbar ist. ^ v Für Jungrinder gilt die Mtersrente von 2 Jahren als erreicht, ioenn wenigstens 2 Schneidezähne gewechselt und so weit vorgeschoben sind, daß sie annähernd dem oberen Rand der Milchschneidezähne gleichstehen. 8 4. Ausnahmen von dem Verbot in Ziffer 1 können in Einzelfällen beim Vorliegen eines dringent^n wirtschaftlichen Bedürfnisses vom Kreisamt zugelassen werden. Sie sind zu beschränken auf nickst trächtige Mhe und auf Jungrinder, die nach sachverständigem Ermessen zur weiteren Haltung und zur Aufzucht ungeeignet sind, sowie auf männliche Kälber, die der Besitzer wegen Platzmangels oder wegen Mangels an Milch infolge Erkrankung oder Verlust des Muttertieres nicht weiter zu halten vermag. - Für trächtige Kühe, Rinder und Kalbinnen. sowie für weibliche Kälber ist der Verkauf zum Schlachten nur dann zu gestatten, wenn der Verkauf an einen Landwivt zur wetteren Haltung auch durch die Vermittelung der Landwirtschaftskammcr nicht möglich ist und letztere dies bescheinigt. 8 5. Die Verbote in Ziffer 1 ffnden keine Anwendung auf Verkaufe zum Schlachten und auf Schlachtungen, die erfolgen, weil zu befürchten ist, daß die Tiere an einer Erkrankung verenden oder wenn sie infolge eines Unc^lückssalles sofort getötet werden müssen. Solche Verkäufe und Schlachtungen sind innerhalb dreier Tage dem Kreisamt anzuzeigen. 8 6. Die Verbote in § 1 ffnden keine Anwendung «uf Schlachtvieh, das aus dem Ausland in das Reichsgebiet eingeführt worden ist. Die Verbote in 8 1b) bis e) finden keine Anwendung auf Schlachtvieh, das aus einem anderen Bundesstaat in das Landesgebiet eingesührt worden ist. 8 7. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Bekannttnacknmg werden rrack) § 5 der Bekanntmachung des Reichskanzlers voni 26. August 1915 mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark oder mit GefängTris bis zu 3 Monaten bestraft. 8 8. Unsere Bckanntmachimgen über Schlachtverbote vom 22. Dezember 1914 (Ngsbl. S. 499), vom 12. Februar 1915 (Rgsbl. S. 11), vom 30. August 1915 (Rgsbl. S. 186), vom 25. Januar 1916 (Rgsbl. S. 27) und vom 25. sftbruar 1916 (Rgsbl. S. 41) sind mit folgenden Ausnahmen aufgehoben. In Kraft bleiben die Ausfuhrbeschränkungen in Ziffer 6 der Bekanntmachung vom 25. Januar 1916 und die Strafbestimmung in Ziffer 7 daselbst hinsichtlich des § 17 der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 25. September 1915, sotvie die Ziffer 2 der Bekanntmachung vom 25. Februar 1916. 27066 Darmstadt, den 15. März 1916. Groffherzogliches Ministerium des Innern, v. Homberg k. Die nachsteherrde Bekanntmachung wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 31. März 1916. Der Oberbürgernreister Keller. Bekanntmachung. Betr.: Aufruf der jüngsten Jahresklasse des nichtgedienten Landsturms I. Aufgebots (Geburtsjahr 1899). Nach den Bestimmungen der Wehrordnung werden alle, die deutsche Reichsangel-örigkeit besitzenden männlichen Personen mit dem vollendeten 17. Lebensjahr wehrpflichtig. Ick) sordeve daher alle in Bettacht konrmendetr Wehrpflichttgen auf, sich bei der Bittgermeisterei ihres Aufenthaltsorts zur Landsturmrolle anzumelden. Wer bis zum 31. ds. Mts. 17 Jahre alt wird, hat sich ant 15. April anzumclden, und wer nach dieser Zeit 17 Jahre alt wird, hat sich an: 15. des auf den Geburtsmonat folgertden Monats anzimrelden. Befreit ist, wer sich bereits angemel- dct hat. Rickstanmekdmrg hat Besttaffmg zur Folge. Gieffen, den 28. März 1916. Der Zivilvorsitzende der Ersatzkommiffion des Kreises Gieffen. 27126 I. V.: Hemmerde. Vom 1. Avril 1916 bis dahin 1917 hat die Kamiu- reiniaung anszuftthren: Kaminfeger Keil in dem südöstlich der Straffe von Frankfurt nach Marburg belogenen Stadtteil. Kaminfeger Zwesch in dem nordwestlich dieser Straffe belegenen Stadtteil. 127276 Stadt.Wohnungsnachweis Gießen, Asterweg 9. Es sind rn vermieten: f2708B 1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern mit Zentral« Heizung, 1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern, 7 herrschaftliche Wohnungen von 6 Zimmern. 7 Wohnungen von 5 Zimmern, 7 Wohnungen von 4—5 Zimmern. 8 Wohnungen von 3 Zimmern. 1 Wohnung von 3 Zimmern, mit oder öhne Laden. 6 Wohnungen von 2 Zimmern, 1 Wohnung von 1 Zimmer, 2 Ladenräume mit je 1 Zimmer, 3 Lagerräume mit Arbeitsraum, 14 möblierte Zimmer. 2 davon nebeneinauderliegend, 4 leere Zimmer, 2 Stallräume mit Burschenzimmer. Zu mieten gesucht: 30 Wohnungen von 1—7 Zimmern. In den Wagen der städtische Straffenbahn wurden in der Zait vom 1. Februar 1916 bis 31. März 1916 rrackffvlgende Gegenstände gesunden: 6 Tamensckstrm-e, 1 Uederzieher, 2 Schlüssel, Awei Schürzen, 5 paar Harrdschulie. 1 Kinderhandtäsch- ck:en, 2 Bücher, 2 Spazier stocke, 1 Feldflasche, ein Ring, 1 Notenl-atter und ein Wachstuchmappcherr Die obigen Sachen köimen im Bcrn>alttu»gsgebäude der stabt. Elekttizilätswerke und Straßenbahn, Lahn- sttaffe 28, Zimmer Nr. 4, in Empfiurg geiroinmen werden. £3076 kftädt jtfrheitsnachiäeis "giessen, Asterwcg 9. !2709£ ES können eingestellt werden: s, bei hiesigen Arbeitgebern: Gartenarbeiter und -arbeiterinnen, 1 Fornter und Kernmacher, 5 Dreher, 8 Schlaffer, 5 Fornier, ein Reparaturschloffer, 1 jung. Schmied, l Buchbinder für Parliearbeit, 3 Schuhmacher, 1 Sveirgler, 1 Mittler, 1 Tavezierlehrling, 1 Schriftsever, IBuchdruckmvickiinen- uteister, 1 Bureaugehilse, 3 jung. Fabrikarbeiter, ein Scknrhutacherlehrling, IBuchbiuderlelirlnra. 1 Schneider' lehrling, 1 Glaserlehrling, 1 Bäckerlehrnna zu Ostern 1916, 3 Fabrikarbeiterinnen, 2 Mühlenarbeitcr, 2 Hausburschen. 1 Kellnerlehrltng, 1 Kaufnzannslehrling, Pu und Laufftünen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern 1 Postillion, 1 Gärtner, 1 Arbeiter, der mit Ochsen fahren kann, 6 Eiseudreber und 4 Arbeuer zum Bedienen von Bohrtnaschinen, 10 Möbeltischler, 15 Holzbildhauer, 9 Schreiner. 3 Drechsler. 5 Holzbearbeitungs- Maschinenarbeiter, 1 Schuhmacher, 3 Dtenstmädcheu. Es suchen Rrbeit: 2 Gartenarveiter. mehrere landwrrtsch. ?lvbeiter, 1 Fuhrmann. 1 Küfer. 10 Putz- und Lauffrarren. 1 Büglerin, 1 Kaufmann firr Düngemittel. 1 Kaufmann, 5 Arbeier- und HauSburschen.mebrcre Krieasbe|ch«digte.5Sch!oSter lehrlinge, 1 Mechaniker- und 1 Schnhrnachertehrling, 2 Kauinmnnslehrlmse. UnterKontroH© einer staatlichen Untersuchungssfcafcion hergestellt SSeura Lecithin-Perlen zurKräftigung von Körper und Nerven, blutbildend. 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