«r. 79 Swettes Blatt Erscheint litzljH mit Ausnahme des Sonntags. Die §a«we«d»tter- werde« dem .21nzeig«ck viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreüblitt ffit den Kreis Sieheu" zweimal wöchentlich. Die „Landwittschaftlichrn Seit- frag««" erscheinen monatlich zwermal. M. Jahrgang iehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Montag, 3. April !9l6 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'jchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriitleitung,Geschäftsstelle «.Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsstelle u.Berlag:^^H51,Schriftleitung: e=^112. Adresse für Drahtnachrrchtew Anzeiger Gießen. Brotgetreide-Reserve und Zpargebot. Mit großer Genugtuung ist vom deutschem Volte die Mitteilung ausgenommen worden, daß wir eine größere Brotgetreide-Reserve als die ursprüglich erwartete in das neue Erntejah-r mit hirvübernehmen werden. Insgesamt beträgt die Reserve an Stelle der ursprünglich vorgesehenen 200 000 Tonnen Brotgetreide trunmehr 400000 Tonnen. Run ist aber während des Krieges gerade bei unserer Brot»-- getreideversorgung lMfig dle Erfahrung gemacht worden, daß erfreuliche Mitteilungen über die vorhandener: Bestände und die lstercrus sich ergebende Sicherheit unseres Durchhaltens leicht zu allzu optinlistischen Betrachtungen oder Schlußfolgerungen Anlaß gaben. So Hut mau auch diesmal im Anschluß an die Bekanntgabe der obigen Ziffern in einzelnen Blättern Artikel lesen können, welche geradezu die Ueberschrift „Brotgetreide im Uebersluß" trugen. Wenn auch sicherlich die Verfasser dieser Artikel keineswegs die Absicht hegten, durch eine derartige Ausdrucksweise einem minder sparsamen Umgehen mit dem Brote Vorschub zu leisten, so liegt doch eine gewisse Gefahr vor, daß diejenigen Konsumentenkreise, welche in die Zusammenhänge unserer Brotgetreideversorgirng im Kriege nicht genügend cingeweiht weiht sind, aus einer derartigen Interpretation unserer Brotgetreide Reserve irrtümliche Schlüsse zielten. Deshalb nnrß immer wieder mit Naä)drnck betont lverden, daß das Vorhandensein dieser erfreuliche): Reserve diejenigen, lvelche noch eine Beschränkung ihres Brotverbrauchs entsprechend ihren Mitteln dnrchfülzren können, nicht davon abhalten darf, dies zu tun. Ist doch vor allen: zu bedenken, daß gerade auf dem Gebiete der Brotgetreideversorgung üeberraschun- gen immer möglich sind, da die Produktton hier nicht allein von dem guten Willen der Produzenten abhängt, sondern in starkem Maße der Laune der Witterung vreisgegcbcn ist. Wie die nächste Ernte aussallen wird, ob die Getreidemengen, aus die wir rechnen, in vollem Umfang geerntet werden, und wie ihre Qualität sein wird, — alle diese Umstände kennen wir jetzt noch nicht. Elerade deshalb urachen wir ja der Vorsicht halber eine beträchtliche Rückstellung von Brotgetreide. Diese ist also gewissermaßen eine Versicherung gegen möglicherweise eintretende Minderargebnisse oder sonstige wenig angenehme Uebcrraschungen aui diesem so wichtigen kriegswirtschaftlichen Gebiete. Deshalb aber rst es unzutreffend und irrefühlrond, wenu mau das Vorhandensein, dieser Brotgetreide-Reserve geradezu mit einem „Uebersluß" an Brotgetreide identifizier^. Niemals wird es, solange dieser Krieg dauert, in Deutschlaich einen Uebersluß an Brotgetreide geben. Immer wird es sich mrr darum handeln können, daß wir mit unseren Brotgetreide-Vorräten unter dem Schutze der Kriegs-Getreidegesetze und der zu ihrer Durchführung geschaffenen Organisationen durchhalten können, und zu diesem Durchhalten gehört eben auch in jedem Fahre die Sicherung gegen Ueberraschungen im neuen Jahre. Deshalb aber Vleivt es auch nach wie vor für die bemittelteren Staiche ein grundlegendes Gebot, von ihrer Brotration zu sparen, soviel sic Wunen. Denn diese so wichtige Vorbedingung unserer Brotgetreideversorgung im Kriege kann durch die gesetzliche Brotratton allein, lneiche für die irnbemittelten Kreise zugeschnitten ist und ketten Unterschied zwischen arm und reich macht, nicht verwirklicht werden; ihre Verwirklichung beruht nach wie vor auf dem Wille:: und der Gewiss c nha f ti gk e i t des Einzelnen gegenüber dem Baterlande im Kriege. Mer z-u der va te r l ä n d i s ch e n Begründung dieses Spargebots kommt noch eine andere, welche die bemittelteren Kreise niemals vergessen sollten. Es gilt, sich immer wieder die soziale Bedeutung des Bvot-Spargebots ein- zuschärsen. Was die reicheren Kreise an Brot mehr verbrauchen, als sie unbedingt nöttg haben, entziehen sie den unbemittelteren Klasse::, lvährend umgekehrt jede Brotmarke, die »gespart wird, auf indirektem Wege wieder der arbeitenden Bevölkerung, besonders den schwerarbeitendcn Personen, zugute kommt. Häufig ist es in letzter Zeit vor- gelommen, daß die Konsumenten sogleich beim Wochenbeginn einen gvoßeir Teil ihrer Brotmarken in Brot umsetzten und dann mehr verbrauchte::, als ihnen zukam. Durchaus zutreffend ist es, wenn in der Netten Badischen Landeszeitung vom 9>. März 1016 gegenüber einer solchen, einwandfrei fest gestellten Brotmarkeu-Berschwendung gesagt wurde, ,chaß alle diejenigen, die so unvernünfttg wie oben geschildert verführen, sicl: am Wähle ihrer anderen Mitbür- ger versündigten, die sich ihre Brotmarken überlegt einteilten und doch schließlich wegen der llnkl::gheit und Un- 'bescheidenheit der Berschwe:ü>er ihr tägliches Brot :richt bekommen könnten". Auch diese soziale Seite des Spargebots hat ihren Zw samnienhang mit der oben erörterten Frage der Brotgetreide-Reserve. Denn wenn auch an erster Stelle die Notwendigkeit steht, da ß:vir mit dem Brote reichen, so steht doch unmittelbar an zweiter Stelle die Frage, wie wir mit dem Brote reichen, lind für die Lösung dieser letzten Frage wird es immer wichtig bleiben, daß wir die Vorräte nicht überschätze:: und uns nicht zu einer Sorglosigkeit im Brot- verbranche verleiten lassen, welche immer letzten Endes die Verteilung der vorhandenen Vorräte ungünstig beeinflusse:: müßte. Die vorhandene Brotgetreide-Reserve muß daher den Ansporn bilden, durch immer weitere Ersparnisse in: Verbrauche nicht nur unsere Brotversorguug im Kriege sicherzustellen, sondern sie auch in zunehmender Weise zu verbessern und^u erleichtern. Urieg und Geburtenrückgang eine Mahnung für Deutschlands Zukunft. Gießen, den 3. April. Am Donnerstag abend hielt Bros. 2r. E. Opitz, als Vertreter des Rhein-Mamachen Vereins für Dcvöllerungspolilik einen Vortrag, der sich mit der drohende:: Gefahr des Geburtenrückganges beschäftigte. Nach einer kurzen Einleitung, in der es der Vortragende als Pflicht der im Kriege daheim Gebliebenen bezeichnet, für Gesunderhaltung unseres Volkes zu sorgen, besprach er teu Verlauf der Bevölkerungsbewcgung in den letzten Jahrzehnten. Seit den: Jahre 1001 hat der vorher nur ganz geringe Rückgang der Geburtenzahl sich beschleunigt, so daß mir jetzt im Durchschnitt des Reiches mir noch 283 Ge butten auf 10 000 Einwohner haben, während die entsprechende:: Zahlen in de:: 70 er Fahren und tarrficr um 400 herum sich bewerten. Gleichlaufend uni diesem Rückgang der Geburtenziffer rst aber die Sterbeziffer sehr erhälich herabgesetzt worden, so daß vorläufig bis zuin Kriege uns noch jedes Jahr ein beträchtlicher Ueberschuß an neuen Leben geblieben ist. Die Heiratsziffern haben keine »vesentlichen Aenderungen erfahren. Der bisher' noch immer vorhandene Geburtenüberschuß hat es verhindett, daß der Ernst der Lage in der richtigen Weise überall ersaßt wird. Heute aber, wo der Krieg uns ungeheure Menschenopfer auferlegt, ka:m kein Zweifel mehr darüber .sein, daß die Erscheinung des Geburtenrückganges von ungeheurer Bedeutung ist. Bei Fortgang der rückläufigen Bewegung würde uns das Schicksal des Unterganges, wie es Griechenland und das römische Reich erlitten haben, nicht erspart blechen. Es gilt also diese Bewegung zum Stillstand, womöglich zur Umkehr zu bringen. Dazu muß man die Ursachen des Bevölkerungsrückganges kennen lernen. Nach statistischen Darlegungen kommt der Redner zu den: Schlüsse, daß hauptsächlich folgende Umstände au: den Rückgang der Geburten eingewirkt haben. Tie veränderte wirtschaftliche Lage und die Rationalisierung des Lebens, d. h das Eindringen wirtschaftlicher und anderer Berechnung«: auch in die Regelung der Kinderzahl, das Ueberwiegen der Rücksicht au: Okld und Msitz gegenüber der idealen Auffassung des' Familienlebens, der zunehmende Materialismus, die gesteigerte Genuß- sucht, die Hand in Hand geht mit eine::: Verschwinden der Religiosität. Tie tiefste Ursache liegt vielleicht an dem Mangel an freiem Land für die Bevölkerung des Reiclies. Auf Grund dieser Erkenntnis läßt sich mit Aussicht auf Erfolg dev Kampf gegen den Geburtenrückgang organisieren. Er wird schwer sein. Indes, darf die Erfolglosigkeit ähnlicher Bestrebungen im Altertum und' in Frankreich und in anderen Ländern nicht zum Pessimismus' führen. Wenn die Frage von möglichst vielen Seit«: in Angriff genommen wird, so werden sich,'wenn auch :ncht von heute au: morgen, so doch sicher in einiger Zeit Erfolge erzielen lasse::. Borbedingmzg dafür ist, daß die Erkenntnis des Ernstes der Lage in die weitesten Volksschichten cindringt. . Die Mittel zur Bekämpfung lassen sich unter leitende Gesichtspunkte bring«:. Es handelt sich um Erhaltung und Kräftigung der Geborenen, um den Versuch, die Aufbringung eines zahlreiche:: Nachwuchses auch wirtschaftlich votteilhaft zu gestalten, um die Aufklärung des' Volkes und Zurückführung zu idealer religiöser Lebensauffassung und eine entsprechende Erziehung der Jugend, schließlich um die Oiewinnung von Neuland. Es werden dann im einzelnen die Vorschläge kurz besprochen, die nach dieser Richtung wirken können. Es seien hier nur folgende kurz angeführt: Vermehrte Sorge für die Neugeborenen und den älteren Nachwuchs. Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten vor allem durch Herabsetzung des durchschnittlichen Heiratsalters. Schorfe Mittel gegen die Feil- haltuug und Anpreisung empfängnisverhütender Mit - t el und der n eu ma l t h'u s i a n i sdjier Scbr i ften. Wirtschaftliche Maßnahmen bestehend in Aenderungen der Beamt e n g e h ä l t c r , z. B. der Kürzung des GehatteS der Junggesellen, und Einführung von Kindertagen statt Alterszulagen, Gewährung von Erziehungsbeihilf«: an nnrtschoftlich schlecht gestellte Eltern von zahlreichen Knrdern. Für diese letztere Maßnahme muß auch noch der Gesichtspunkt ei:«r Auslese der Tüchtigen maßgebend sein, die darin zu besteh«: Hütte, daß die Gewährung der Beihilfe an die Bedingung geknüpft wird, daß der Nachwuchs ein gewisses Atter erreicht hat und nickst mit den: Strafgesetzbuch in Streit gerät. Weiter wird besprochen eine Ausgestaltung der Arbeiterlöhnung und der Steuergesetzgebung. Weiter die Beschränkung der Bereck-tigung, über den eigenen Nachlaß zu verfingen, ans L«:te, die Kinder hinterlassen. Bevorzugung der Verheirateten bei Anstellung uni) schließlich äußerliche Auszeichnungen der Eltern, die zahlreiche Kinder I^afren, durch Titel und Z u s a tz wa h l sti mm c n für das politische Wahlrecht. Weitere Mittel war«: die Verbreitung der Wettschätzung des HausfranenberufeS als des wettvollsten und wichtigsten Berufs gegenüber allen anderen irnd die Ausbildung der Heranwachsenden jungen Mädchen zum Hausfrauen beruf und zur Kindererziehung. Mit das Wichttgste bliebe die Gewinnunq von Neuland, um Ramn zu schaffen für den Nachwuchs und die Ernährung des Volkes ans eigenen NÜittedr sicher zu stellen. Die Ausgestaltung der einzelnen Mittel muß natürlich der Zukunft überlassen bleib«:. Was vorgebracht wurde, ist mrr Anregung Au eigener Gedankenarbeit auf diesem Gebiete. Vor allen Dingen muß sich die Ueberzeugung durchsetz«:, daß mrr ein zahlreicher und gesunder Nachwuchs uns die Erhaltimg von Staat :md Volk sichern kam:. Wem: diese Ueberzeugung sich durchsetzt, dann ist auch kein Zweifel möglich, daß noch in den fernsten Zeiten ans freiem valerländisckMn Boden zum Schrecken unserer Feinde der Gesang erschallen wird „Deutschland, Deutschland über alles." Gietzeirer Stadttheater. Logierbesuch. Schwank von Fritz Friedmann-Frederich. lieber die mrunrstößliche Selbstverständlichkeit, daß Logicr- besuch für beide Teile, den Besuch Und d«: Gastgeber, höchst unangenehm werden Tara:, zunml, wenn Mexikaner und Deutsck)e, Sonderlinge und Käuze dabei zusammentreffen, einen dreiakttg«: Schwank zu schreiben, erfordert weniger Geist als Witz. Und dieser Witz braucht nur au: die allergröbste Art die Charakter- Puppen d:rrcheinanderz:rwu.rfeln, un: forr tollsten Situationskomik sicher zn geh«:, und die erhoffte Wirkung zu erziel«:. Auf diese Art wurden die drei Me, ohne eigentlichen Aufbau :rnd ohng eigentliche Handlung, mit kaleidoskopartig wechselnden Bildern gestillt, die ganz amüsant zu sehen sind und den Vorzug haben, kein«!« Ansprüche an Verstand oder Gemüt zu stellen. Ob solche Stücke aber gerade dazu angetm: sind, geschinackbildend zu wirken? Fe man, es gebt gqgSn Eiche der Spielzeit. Wir >vollen darum nicht rechten. Unter Betticksicküigrmg der besonderen Verhältnisse ist in der mm benurhe verflossenen Spielzeit viel Wertvolles geleistet worden. Mag darum auch einmal die leichte Muse cttvas stärker sich vordrärwfttn. Sie tat es ja so, daß ihr Inhalt dirrch die Darstellung ausgeglichen wurde. Fast das ganze Personal war l>esckiäftigt, und ein Eifer wurde an d«: Tag gelegt, der einer besseren Sache würdig gewesen wäre. Dem Schwarck kan: das natürlich zugute. Auf die einzelnen Leistung«: näher einzugehen erübrigt sich, da sie im wesentlichen kaum von dem Gewohnt«: abtvichen. Besonders hcrvorzuhebcn sei nur Hertha Zondervan, in der Hauptrolle als Frasguita Linsemann, die das ganze Stück vor dem AwSeinanderfallen bewahrte. .Hertha Zondervan setzte sich ff'ir die hübsche Mexikanerin mit einen:' 'Aufwand vo« rassigen: Temperament ein, der kaum i'lberboten wer- dcm. konnte. Das Tantsche radebrechte sie „besaubernd" und schuf so eine einheitliche Leistung, die nichts zu wünschen übrig ließ. Die Vorstellung leitete Obcrspielleiter Walter Dworkowski in dem vielen Auf und ?lb der Darsteller mit straffer Hand, so daß keine unliebsamen Lücken und Störungen entstanden. Auch die Bühnenbiider waren ansprechend gewählt. zz. * vannftädter Cheaterbries. rb. Darmstadt, 31. März. Das Darmstädtcr Hoftheater bot nnS am heutigen Abend abermals d«: Vorzug einer O Per n - Urauffii hrung und zwar die dreiaktige Oper „Der Richter von Kafchau" des allbekannt«: Kölner Theaterkritikers und Vfufiffchriftstellers Pros. Otto Ncitzel. Er, der soviel andere Komponisten schon seit langer Zeit unter die off recht kritische Lupe genommen und manche HoffiLing ausgehender Talente in: Reich der Töne'entflammt, genährt oder auch zerstört hat, ist nun mit seinen: neuen Werke wieder selber einmal vor den Richtcrstuhl der Kritik getret«:. Und da es fick: um eine „cause celebve", um einen wirklich „inteteffanten Fall" handelte, so war«: die Richter auch aus den verschiedensten Teilen des Reiches sehr zahlreich herbeigöeüt, denen sich als Beisitzer auch eine stattliche Anzahl von auswärtigen Theaterdiaektoren anschloß. Ter Kritikerkoinponist hat den Vonvurf zu seinem Musik- dvama der gleichnamigen Novelle von Mmrrus Iokai entnommen, und Text mid Vertonung selbst geschaff«:, nste das ja in imserer Zeit von literaturbewand«t«: K'on:vonisten niaugels guter Librettisten sehr häuffg geschieht. Er hat aber die Novelle Jokais auch recht glücklick) umgestaltet :n:d den agierend«: Personen zum Teil' ein ganz anderes Gepräge gegeben. Nach 5dokai spielt die Handlung im 14. Jahrhundert: er läßt die .Katerina, die Tochter der Hexe", den Bürger Josef Sandor ehelich'«:, dem sie unmittelbar nach« der Hochzeit anvettrantt, daß sie von den: inäckstigeu Richter von KasckM:, Michael DoraneziuS, vergewaltigt Word«: sei. Sandor zieht darauf von dannen, und .Katerin endet, von DoraneziuS des KmdeSmordeS beschuldigt, auf den: Scheiterhaufen, wie dgS ja zu jener Zeit nicht nur in der königlichen Freistadt Kaschau so Sitte war. Otto Nertzel^ stellt dageg«: die Katerin als Muster von Rechtschaffenheit dar. Sie wird von Josef Sandor als Braut erkor«:, dem sie einst als Schwer verwundeter n: der Schlacht das Leben rettete. Der nenernannte Richter von Kaschau entbrennt ff: Liebe zn ihr und benutzt die Mwesenl-eit Josefs in: Kriege, un: unter dessen Maske bei ihr einzudriugen. Eü:e mehr zufällige Wendung des Gesprächs «rthüllt d«n Zurückgekehrten in der Wonne des Glücks die Sch-anotat des Richters. Katerin ist zwar unschuldig an dem Betrug, fühlt sich aber unwert, dem remeu Josef anzugehören und ersticht sich ^gerade in der Stirn.de, in der ihr Verlobter zum Richter von Kaschau ernamtt worden ist. Was der Musikdvamatiker mit dem ihm zi:sagenden Stoff an- fangen kann, wurde durchs dieses Werk eklatant erwiesen. Denn obwohl gerade die Musik mit ihren einfachen Anlehnung!«: an Meyerbeer und Richard Wagircr des Besonderen nicht allzuviel bietet — sie erscheint uns auch stark geistesverwandt mit Felix v. Weingartners neu hier aufgeführt«: Werken —, so ist es doch! die eben opernhaft toirksame, der diskreten Lvrck :md Rührung nicht entbehrende Handlung, das Buch dieser Oper, das zunäckfft den Erfolg beim Publikum erzielte, der bereits nach dem zweiten Akt scharf auf das Wesentliche zuschreitet, in starkein Beifall zun: Ausdruck kan:. Und hätte nicht die Vettretung Mehrerer HaUptpatti«: — mit Ar^nahme von Joseph Mann (Sandor) — mairches zu wünschen übrig gelassen, dairn wäre für d«: aug«:blicklich«r Erfolg jedenfalls noch rin gnustigiweS Ergebnis erreicht worden. Vor all«:: mußte die Partie der Katerin noch im letzten Augenblick an Stelle der KlUnMerfängerin Sckr-elper Frl. F c i st l c übernehnien, und unter Berücksickstigung dieses Umstandes fand sie sich a:ch sehr gut dcmnt ab, während Robett Perk ins als Vertreter der Titelrolle eS an der erwünschten schärfer«: Charakteristik fehl«: ließ. Hofkap.'llmeister Paul Ottenheim er brachte die Partitur sehr temperamrntvoll zur Geltung. Das girt besuchte Haus — auch ic Frau Großherzogin war zUgeg«: bereitete dem interessanten Werk ein«: warmherzig«: Erfolg und zeichnete auch den anwesend«: Konrponiften mit häufigen Hervorrufen aus. fr. b. ch- — Die Uraufführung der Korngold-Opern im Münchener Hoftheater. Aus München wird uns geschrieben: Im Münchener Hoftheater gelangten zwei Opern zur llranffnhrnng, die der heute 18 Jahre alte Wiener Musiker Erich Wolfgang Korngold mit ^16^ bezw. 17 Jahre komponiert hat. Ueber die Sensation: dieser Tatsache einer Wunder- kmdprvdnktim: hinaus erwiesen sich b«de W«:ke als sehr beachtcns- wette Opern, deren Komponist sich als genial begabter, aussichtsreicher Musiker vorstellt. Für die erste Oper „Biolanta" schttcb der Wiener Hans Müller ein«: romantischen Text, der ttich ist an dramatischen Szen«: und ebenso reich an vpernhaften Unwahrscheinlichkeiten: Biolanta beschwört ihren Gatten, einen venezianischen Hauptmann, d«n sie sich aus Schmerz über den Tod ihrer Schwester versagt, den „Berstihrett' der Schwester zu erinorden. Ter Jüngling, Alfonso, kommt zu d«n verderblichen Stelldichein, lwi den: Biolanta stihlt, daß sie d«: Todgeweiblrm —• liebe. Den Dolchstich des Gatten fängt sie selber er zu runden versteht, das alles zeiigZ von einer Ueberlegenheit, der man daS Alter des Koinponisten nicht glaub«: will. Ter pathettsch-dramattsä>en „Biolanta" folgte ein entzückendes Scherzo, das früh biedermeierlich gewandte Lustspiel „Der Ring des P o l^i kra tes", dess«: sehr glücklich erfundener Text von Heinrich Tewel es stammt: Ein schwarzschender Freund, Pechvogel von Beruf, ist über das Glück seines jungvcr-, heirateten Freundes bestürzt :md rät ihm. sowie einem nicht minder glücklich verlobten Notenkomponisten, dem Glück ein Opfer zu bringen — und mit der geliebten Frau einer: Streit von: Zaune zu brechen. Kurze Zeit lebt das LiebeSauattett wie in Zwietracht, aber bald klätt sich der Irrtum und als Opfer fürs Glück wird der guttatende Freund nur: an die Lust gesetzt. — Dieses Stückchen «erhielt von Korngvld eine entzückende Musik, die von Laune und frischem Humor übersprudelt. Erscheint die Violanta-Partitur schwcr :md wuchttg, so ist hier eine an Mozart erinnernde Anmut am Werke. Duette und Quartttte von eleganter Fröhlichkeit bereiten d«n Hörer erlesene Genüsse. In d« „Biolanta" liebt Kvrngold die ln::sikalische Untermalung, a«: Lustspiel lvirkt die Leichtigkeit, Freiheit, Bttvegimg in übersprudelnoer Lust. Die Aufführung war unter Walters Leitung hervorrag«id. In „Biolanta" gab es szenische Bilder von berückender Schönluit, als es in den ersten m:d letzten Bildern den Eindruck eines reis manischen Karnevalfestes zu vermitteln galt. DaS voll besetzte .Haus applairdierte nach jeden: Stticke reichlich und rief d«: Kompounttn, der sich oft vor der Rampe vnmeigen durfte. R. R Bekanntmachung Nr. W. n. 1800/2. 16. K.R.A. übev Höchstpreise für Banmwoll- spnttrstoffe n.BaumwollgesPinste. Aus Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 — m Bayern auf Grund des Bayerischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912 in Verbindung mit der Allerhöchsten Verordnung vom 31. Juli 1914 — mird nach- stcheude Bekanntnrachung mit dem Bemerken zur allgemeinen Meuntnis gebracht, daß Zuwiderhandlungen nach der Vorschrift des Gesetzes, betreffend Höchstpreise, vom 4. August 1914 (Reichs- Gcfttzbl. S. 399), in der Fassung vom 17. Dezember 1914 (Reichs- Gefthbl. S. 516), der Bekanntmachungen über die Aenderung dieses (Gesetzes vom 21. Januar 1915 (Reichs-Gesetzbl. S. 25) und vom 23. September 1915 (Reichs-Gesetzbl. S. 603) bestraft werden,*) sosern rstcht nach den. allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen augedroht sirrd. 8 1. W dürfen Tttcht übersteigen die Preise: ch für Baumwolle, Linkers, BauMwollabgänge, Baumwollabfäl le und Ku n st da u m wo l l e die in der Preistafel 1 („BauTMvollhöch.stpreise'O, b) für B a n m w o l l g e s p i n st e die in der Preistafel („Baumwollgarnhöchstpreise") genannten Sätze. Sind in vor dem 1. April 1916 abgeschlossenen Verträgen höhere Preffe vereinbart, so ffndet § 10 der Bekanntmachung, betreffend Beschlagnahme banmiwollener Spinnstoffe und Garne [ W. Ö. 1700/2. 16. K. R. A.), Anwendung. 8 2 . Von den Anordnungen gegenwärtiger Bekanntmachung sind Ausgenommen: 1. Baumwolle, BauMwollabgänge imd Baumwollabfälle, welche ^ nachdem 15. Juni 1915, 2. Linkers und Kunstbaunrivolle, welche nach dem 1. Januar 1916 ans dem Ausland nach Deutschland eingeführt worden sind, 3. Baumwollgespinste, die ausschließlich aus in Ziffer 1 und 2 genannten Bauncwollsptnnstoffen hergestellt sind, 4. Baumwollgespinste, die nach dem 15. Juni 1915 vom Ausland nach Deutschland eingeführt worden sind. Die von der deutschen Heeresmacht besetzten feindlichen Gebiete sowie das zum Deutschen Reiche gehörige Zollausland gelten nicht ,als Ausland im Sinne dieser Bekanntmachung. Die Bamnwvllhöchstpreise gelten ab Lagerftelle bei sofortiger Zahlung ohne Abzug. m § 4. Die Baumwollgarnhöchstpveise verstehen sich ab Fabrik oder! Lagerstelle bei Zählung binnen 30 Tagen mit 2 v. H. Kassenabzug. Bei Bündelgarnen soll das gepreßte Bündel von 10 Pfund englisch ohne Schnüre, Deckel und Papier nicht weniger als! 9Vs Pfund englisch (4,480 Klgr.) oder bei metrischer Numerierung > 4,938 Ktgr. netto Garn wiegen. Abweichungen sind zu vergüten. Bei Hülsengsruen verstehen sich die Preise einschließlich der Hülsen. Das Gewicht der Hülsen soll jedoch bei Warpcops und Mulecops auf kurzen Hülsen l 1 / 2 v. H., bei Pincops von normaler Größe und darüber, ferner bei Twsftlcops auf leichten Hülsen imd bei Kreuzspulen 2 1 / 2 v. H. des berechneten Copsgewichtes (Gewicht von Garn und Hülsen) nicht übersteigen. Ueberfchreitet das Hülsengewicht diese Grenzen, so ist der Unterschied zwischen dem erlaubten und dem tatsächlichen Hülsengewicht zum vollen Garnpreis zu vergüten. Trosselgarne und Zwirne auf schweren Hülfen werden eben-! falls einschließlich der Hülsen, die Hülsen also znm Garnpreis be- rechnet, doch sind bei Rücksendung der Hülsen innerhalb üblicher oder angemessener Zeit die Hülsen dem Käufer zum Garnpreis netto zu vergüten. Anderweittge Vereinbarungen über HÜlseuvergütung find Nur insoweit zulässig, als sich hierdurch nicht ein höherer als der nach § 1 zulässige Höchstpreis für Garne errechnet. Ballenpackung ist frei. Für Kisten kann bis 2,50 Mk. das Stück berechnet werden. Im übrigen gelten die ich „Deutschen Baumwol'lgarnkoNtrakk" Luit Wortlaut vom 22./2Z. November 1912 niedergelegten technischen Grundlagen. ^ 8 5. Die gegenwärtige Bekanntmachung tritt ach 1. April 1916 m Kraft. Preistafel 1. Baurnwollhöchstpreise. a. Baumwolle. (middling) Sea Island, niedrigste Preis für 1 kg in Pfennig 196 425 1 Nord- und mittelamerikanische Bau wolle! a) vrdinary b) gvod ordinarh c) low middling w d) middling, Mtfarbig, 28 mm e) fully middling, gutsarbig, 28 mm good middling, gutsarbig, 28 mm 2) fully good middling, gutsarbig, 28 mm h) middling fair, gutfarbig, 28 mm „ Ntz ^Mtveichimgen in Klasse, Stapel und Farbe smd lediglich dre üblichen Zuschläge und Abschläge zulässig. 2. Ostindischc Baumwolle: a) Sein de, Bengal, Klasse fine b) Khaudeish, Omra, Masse fme c) Eomilla, Tipperah, Assam d) Tharwar, Western, Northern, Madras, Klaffe good e) Coovnada, fair red i) Bhvwnuggar, Klasse fine g) Brvach, Tinivelly, Comptah, Klaffe fine 3m a6iwMKn.be Klassm sind lediglich die üblichen Zn- und Abschläge zulässig. 3. Afrikanische, insbesondere ägyptische ferner Sea - Island-Bau mw olle: - .a) oberagyptssche und sonstige nachstehend nicht besonders bezeichnte Sorten afrikanischer Herkunft: niedrigste Klasse (fair) oberste Klaffe (fine) b) Mitafift, medrigste Klasse (fair) oberste Klasse (fine) Preis für 1 kg in Pfennig. m- 214 232 247 260 266 272 276 282 210 220 220 215 215 230 235 262 367 295 410 Gefängnis bis zu einen* Jahr ober mit Geldstrafe bis KU zehntausend Mark wird bestraft: 1. >oer die festgesetzten Höchstpreise überschreitet: 2. wer einen anderen zmii Abschluß eines Vertrages ausfordert durch den, die Höchstpreise überschritten lverden oder sich zu einem wlchen Vertrage erbietet; 3. wer einen Gegenstand, der von einer Aufsorderuna (8 2 3 betreffend Höchstpreise) betroffen ift; beiselte- tchchit, bemckdigt oder zerstört; 4. mct der Aufforderung der zuständigen Behörde zum Verkauf von Gegenständen, für die Höchstpreise festgesetzt sind nicht naä)k>mmt; ' ' 5. wer Vorräte an Gegenständen, für die Höchstpreise festgesetzt und, den zujbändigen Beamten gegenüber verheimlicht- 6. wer den nach, 8 5 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise,' erlassenen AussührungsbestimmUngen zunüdcrhandelt. den Fällen der Nummer l und 2 kann neben der Strafe »pgwrsnet werden, daß die Verurteilung auf Kosten des Schul- bckannttzumacheil ist; auch kairn neben Gefängnis- praw aus Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt iverden. c) Nubari, niedrigste Klasse oberste Klasse (fine) 6) Joanovich, Sakelaridis, Klaffe (fair) ~ ' 323 oberste Klasse (ftne) 450 . rv, abweichende Klassen im Verhältnis. 4. Asiatische Baumwolle:*) asiatische Baumwolle, beste Sorte 250 5. Peru- und Brasil-Baumwolle:*) Peru- und Brasil-Baunnvolle, beste Sorte 300 d. Linkers.*) 1. Beste spinnfähige Linters 180 2. Beste Afritti und Scarto 170 c. Baumwollabgänge und Vaumwollabfalle.*) 1. Baumwollabfälle ägyptischer Herkunft, beste Sorte 200 2. Sonsttge Baumwollabfälle, beste Sorte 175 6. Kunftbaumwolle.*) 1. Kunstbaumwolle aus besten Fäden 200 2. Kunstbaumwolle aus gebrauchten und ungebrauchten Stoffahällen, auch gemischt mck KNustbaurnwolle aus Garnabsällen. bester Sorte 180 Für gefärbte und gebleichte Baumwolle usw. treten zu obigen Preisen noch angemessene Veredelungszuschläge hinzu. Preistafel 2. Baumwollgarnhöchstpreise. Nr. 100 „ 120 „ 140 „ 160 „ 180 200 englsscy 238 Pfg. 308 „ 392 „ 490 „ 588 700 1. Rohe einfache Garne a u sschlie ßl ich ans ame rrkauischer Baumwolle, auf Kops: Nr. 20 englisch Zettel oder Schuß „ 36 Zettel und Nr. 42 Schuß 2. Rohe einfache Garne aus amerikanischer Baumwolle, gemischt mit Baumwolle and e r e r Herkunft, jedoch mit mindestens einem Trrttel des Gewichts in Baumwolle amerikanischer Herkunft, auf Kops: Nr. 20 englisch 3. Rohe einfache Garne aus 0 stindischer 0 der ähn - l i ch e r Baumwolle, ferner aus nicht unter Ziffer 2 fallenden Baumwollmischungen und aus Mischungen vorwiegend aus Baumwolle mit Zusatz von andereil Spinnstoffen einschließlich Kunftbaumwolle (wollgemischte Garne usw.), aus Kops: Nr. 20 englisch Preis für 1 kg in Pfennig 365 435 345 335 Sämtliche Garne der Ziffern 1, 2 und 3 hergestellt^ nach dem Drerzybndersystem. Zu 1., 2. und 3.: Mir abweichende Nummern bestimmen sich die Höchstpreise nach folgenden Abstufungen: a) on'/on 6 ®^ b i£. % 26 -"«lisch einschließlich (Basis ^ 2 0-n«lr ch ohne Unterschied, ob Zettel oder Schuß: Nr. 6/8 J0/1S 14 16 18 20 22 24 26 —12 —10 -8 —6 -3 — 4-3 b) bei Abschlüssen von Nr. 28—44 engisch englisch): Kettgarne 28 30 32 34 36 38 40 +6 +10 (Basis 36/42 -8 —6 —4 —2 Schußgarne 28 30 32 34 -H +8 36 38 40 42 44 —10 —8 —6 —5 — 4 —3 —2 T- +4 c ) bei Abschlüssen von Strumpf-, Zwirn-, Trikot- oder 51m Itfben weuligedrchten Garnen bestimmen sich die Höchst £"1* Wr I? englisch, steigend um je 2 Psg. für die Nummer brs Nr. 50, abwärts fallend brs zu ernem Abschlag von 10 Pfg. für Nr. 10/12* Nr. 10/12 14 16 18 20 32 24 26 28 —10 -8 —6 Nr . 30 32 34 -3 56 ^ V +8 +12 +16 325 - j -20 +24 +28 +32 +36 +40 4. Vigognegarne, ans Kops: Nr. 6 englisch Abweichende Nummern nach folgender Abstufung 3/4 5 6 7 8 9 10 11 12 —6 —4 — +8 +16 + 28 +-38 + 48 +58 0 Garu?, nach dem System der Z weizylin derspinnerei hergestellt, auf Kops: Nr. 6 englisch 335 Abweichende Nummern nach folgender Abstuftmg: 3/4 5 6 _ 7 8 9 10/12 — 4 —2 - +6 +12 +18 +Ä 6. Rohe einfache Garne aus ägyptischer oder aus Sea Island-Baumwolle, aus Kops. Die Höchstpreise setzen sich aus folgenden Werten zusammen: a) Preis der verwendeten Baumroollsorte nach Maßgabe der Anlage 1, vermehrt um den Absallzuschlag von 15 v H ,, bei kardierten, von 25 v. H. bei gekämmten Garnsr b) Sprnnlohu: Ausgangspunkt - Nr. 50 episch mit einem Spinnlohn von 200 Pfg. für 1 Rgr. Imr abweichende Numnrern folgende Skala: bis Nr. 20 abwärts 4 Pfg. für die DoppelnmnNrer weniger als der Sprnnlohn für Nr. 50, von Nr. 20 abwärts weiterhin für jede Doppelnunrmer 2 Pfg. weniger, . von Nr^O aufwärts bis Nr. 80 für jede Doppelnummer 5 Pfg. mehr, von Nr. 80 mstwöns bis Nr. 90 für jede Doppelnunrmer o Psg. mehr, nrehr^i ^° 90 aufwärts für jede Doppelnummer 8 Psg. 7. Abfallgarne, auf Kops: a) Nach dem Dveizylindersyftem gesponnen, Nr. 6 englisch Abweichende Nummern nach folgender Abstuftina* 3/5 6 7/8 9/10 11/12 9 * —1 — +1 -s> 2 +3 b) Nach dem Zwe^ylindersystem gcftwnnen, ?lbwcichende Nummern nach folgender Abstufung- 3/4 5 6 7 8 9 10/12 . J- 4 “ 2 - +6+12+18 +24 c) Nach dem System der Vigognespimrerei hergestellt Nr. 6 englisch Abweichende Nummern rmch folgender Abstuftmg* 3/4 5 6 _7^ 8 9 JO 11 1*2 —6 -4 — + 8~+T6 +28 +38“+48 +58 d) Abfallgarne Nr. 1 und 2 ^englisch (sogen. Schlauch- ko.ps): Nr. 2 englisch, beste Sorte ' 205 Geringe Sorten und stärkere Nummern entsprechend billiger 8. Zwirne ferner Strick- und Stopfgarne- ., Höchstpreis für zwei- oder mehrfach gezwirnte Garne m Bündeln oder auf Kreuzspuleu ohne Rücksicht auf die Trehung gilt der Garnpreis, vermehrt um folgende Zuschläge Pro Kilogramm: ^ u Wf ; : : ; ; : ; ; Z 275 285 285 24/26 28/32 36 40/42 50/54 60 80 72 80 96 104 128 150 200 *) Geringere Sorten entsprechend billiger! Dazwischen liegende Nummern nach Verhältnis. Für gezwirnte Zwirne, sogenannte Kordonetts, besttmint sich der Höchstpreis durch Zuschlag aus die Zwirnpreise von . , Plü- per Kilogramm für die Nummern bis Nr. 36 einschließlich, , 52 Pfg. per Kilogrvnun für die Nummern bis Nr. 80 emschtteßlich, 75 Psg. per Kilogramm für die Nummern über Nr. 80. Mir Aufmachung aus Kops ist der handelsübliche Abschlag zu bcrechncu. Für Aufnrachung in Zweileas darf der handclsübliclie Zuschlag bereck)net werden. Bei Sttick-, Stick-, Stopf- uiid Häkelgarnen in Handels- ferttgen Ausmack.uugen für den Kleinverkauf sind die^Be- sttmmungen über die Höchstpreise von Zwirnen nicht anwendbar. 9. V e r e d e.l t e Garne und Zwirne mit Ausnahme von 9c ä h f a d e n und N ä h z w i r N e n: a) Für gefärbte, melierte, merz-erisituche, lüstriertc und gasierte Garne und Zwirne tritt zum Garn- bezw. Zwirnpreise ein angemessener Veredelungszuschlag hrnzu. b) Gebleichte Garne und Zwirne. Zuschlag aus die Garn- bezw. Zwirnpreisc per Kilo- giamm. . . 30 Pw 10. Besondere Aufmachungen: Soweit der Höchstpreis für Kopsaufmachung besttmint ist, kann für die Aufmachung in Bündeln, auf Kreuzspulen oder als Kuauelwarps zu den Kopsprei,'«i ein Zuschlag von 3 v. H für die Aufmachuiig in Zweiloas ein solcher von . . 6 v H hmzuger-echnet werden. Frankfurt (Main), den 1. Aprll 1916. Stellv. Generalkommando des 18. Armeekorps. B e t r.. Tie Beschlagnahme von Web-, Wirk- und Strickwaren. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Durch die Beschlagnahme von Web-, Wirk- und Strickwaren, bic durch die Bekanntmachung der zuständigen Harren nwiegsminliter vom 1. Febriiar 1916 angeordnet wurde, ist es allen nicht der Heeresverwaltung unterstellten Krankenanstalten, also allen staatlichen. Provinzial-, kommunalen wie privaten Krankenhäusern, den Kliniken, Vereins-Lazaretten, Lazaretten der Gefängnisse und Strafanstalten, den Knappich-.ftslazaretten, Siechenaustalten, Säuglingcheimen Fürsorgestellen, Entbindungsanstalten usw. (auch den vom Noten Kreuz unterhaltenen Anstalten und Veremslazaretten) unmöglich gemacht, sich in der bisherigen Weise mtt den genannten Stoswn und den aus ihnen geferttgten Gegenständen zu versorgen , Es wird beabsichtigt, den irotwendigen Bedarf der Mstalteu einheitlich m Verbindung mit der Kriegswhstoffabteünng des Kriegsministeriums zu decken. Um möglichst bald den Bedarf der Krankenhäuser und der ubngeu geirannten Anstalten übersehen zu können, müssen diese umgehend 1. ihren voraussichtlichen Bedarf an Web-, Wirk- Und Strickwaren vom Tage der Anmeldung an bis znm 31. Dezember 1917 angeben und 2. etwaige Bestellungen auf Lieferungen solcher Waren, die bis zum 31. Dezember 1916 bestimmt benötigt werden, bereits jetzt er nv e icheii . - Zie Bestellungen «ms Lieferung von Gegenständen haben auf den BesteNblattern zu ertzlgen, dre je nach den bestellten Stoffen ^irch verschiedenfarbige Stressen kenntlich gemacht sind. Diese Bestellblätter sind anfder RegistraturdesKreis- a m ts zu erhalten. Alles Nähere über die Eiuzelheiten der Angaben gehl ans dem beigefügten Vordruck hervor.' Zu der Bedarfs bis znm 31. Dezember 1917 ,md gleichfalls die Bestellblatter zu benutzen, aber am Kops durch den Ziyatz „BvranssrchLlicher B^xrrs vom Tage der An- meldnng an bis zum 31. Dezember 4917" kenntlich zu machen. ™ ?vpfehlen Ihnen, die in Ihrer Gemeinde befindlichen Anstalten der genannten Art so so r t mit der nöttgen Anweisung zu versehen. Die Anstalten sind anzuiveisen, bei ihren Bestellungen sich aus das unbedingt Notwendige zu beschränken. Auch empfiehlt es sich dre eingehenden Bestellungen unter sachverständigem Beirat aus ihre Angemeffenheit und Notwendigkeit nachzuprüfen. r .^ Anvvhl die Bestellungen als die Anmeldungen des voraus- ichtlichen Bedarfs müssen bis spätestens Mitte April dem Reichsamt des Innern voogelegt werden. Wir emp- ehlen Ihnen da per, alle in Betracht kommenden Anstalten zur ^leunichten Erledigung aufzufordern und die von Ihnen gesammelten Bestellimgen imd Anmeldungen binnen einer Woche uns vorzulegen, daß, iwchmals die Angemessenheit der Bestellungen einheitlich geprisst werden kann und die Zeitbestimmung für die Vorlage an das Reichsamt des Innern eingehalten werden kann Zil spat emtreffende Bestellungen können nicht berücksichtigt werden. Gießen, derl 31. März 1916. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: Langermann. An die Gwßh. Bürgermeifterkien der Landgemeinden des Kreises. Ter Kriegsausschuß für pslairzliche und tterische Oeke ur Fette m Berlin beabsichtigt, den Mohnanlnru in allen Teilen d- Reichs soweit der Boden für die Pflege dieser Pflanze geeigw ist, aus das Energischste zu fordern, und in den Kreisen der Gut' befttzer, Landwirte usw. daraus hinzuwrrken, daß Mohn sovi wie möglich angebaut wird. Tie möglichst umfangreiche Anpflanzung von Mohn lie< oivohl im gemeimrützigen Interesse, da er einen hohen Prozentto von Oel enthält als auch im Interesse der Landwirte, da dc Ernteertrag im Verhältttts zur Aussaat ein außerordentlich hob-. *ii sein pflegt. Der Kriegsausschuß ist bereit, den Jnteressente das Saatgilt, soweit der Vorrat reicht, zum Preise von 1 M per kg zu liefern, kann aber keine Gewähr dafür übernehmen o die jeweils zur MMbe gelangende Saat solche von Schließmob oder Klappnwhn ist. Ta die Aussaaf des Mohns spätestens im Lauft des Monat April erfolgen muß, ist die Angelegenheit als dringlich zu bk bandeln und werden Sie angewiesen, die Ihnen zugehende Anbauempsehlungen an allgemein zugänglichen Stellen znm Au^ Hang zu bringen. Gleichzeitig werden eine Arrzahl Anlettungen zur Anpflanzuu übersandt werden. Weitere Exemplare können von den Gemeindc Vmstandeu bei dem genannten Kriegsausschuß direkt anqefvrdei iverden. Gießen, den 1. April 1916. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: Lan germann. Bekanntmachung Betr: Mäul- Und.Klaueisseuche im Kreise Frredbcrg • In Großkarben ist die Maul- und Klaueirscnche ai gebrochen; sie i st erloschen in Helden bergen. Masse heim und Friedberg-Fauerbach. Gießen, den 30. März 1916. .Großherzogliches ftreiöamt Gießen. I. V.: H c m merde.