Trxer Blatt W. Jahrgang Der O-Hsnr «scheirr! täglich, anßer 6e&ittog£. — Beilagen: viermal wöchentlich SichemrLsmi! te ndlätter; z»veunal wochentl.Ureir- blattsür den Ureis Siehen (Dienstag und Freilag): zweimal monatl. Lakd- wirlschastUche Zcitfragcn Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchru'tleitung 112 Verlag, Äeftl) ärtssteUeöl Adresse H'ir Drahtnachrichten: RnzeigerGietzen. Airnahme von Anzeigen für bte Tagesnunnner bis zum Abend vorher §amstag, 29. April Mb RoLatious-ruck und Verlag der Srühl'schen Urrio.Vuch- und Zteindruckerei 8. Lange. Zchristteitung, Keschäftsstelle und Druckerei: §chulpr.7. B e\« f|4 p t c t >. monafl. 90 viertel- jäbrb Mt. 2.65. durch Aohole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch die Post Mk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf.. ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. R. Zen,;: für den Anzeigemeü: H. Beck, sämtlich m Gießen 9 (DTV.) Trotzes Hauptquartier, 28. April. (AmMch.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Kämpfen in der Gegend östlich von Vermelles sind sechsundvierzig Engländer, darunter ein Hauptmann, gefangen genommen, zwei Dwschinengewchre, ein Minen- werftr erbeutet. Im M a a s g e b i e t hat die Lage keine Veränderung erfahren. Durch die planmäßige Beschießung von Ortschaften hinter unserer Front, namentlich von Lens und Vororten, ferner viele Dörfer südlich der Somme und der Stadt Royc sind in der letzten Woche wieder vers- rnchrte Verluste unter der Bevölkerung, besonders bei Frauen und Kinder, ringetreten. Die Namen der Getöteten und Vmnißten mcrfreit, wie bisher, in der „Gazette des Ar^ -ennrs veröffentlicht. * Nach Luftkampf stürzte je ein feindliches Flugzeug westlich der Maas über Bechelainville und bei Verp ab, ein drittes in unserem Abwehrfeuer bei Frapelle (östlich von St. Die). Ein deutsches Geschwader warf zahlreiche Bomben auf die Kasernen und den Bahnhof St. Menchould. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Die Lage an der Front ist im allgemeinen unverändert. * Die Bahnanlagen und Magazine von Njezyca wurden cvon einem unserer Luftschiffe, mehrere russische Flughäfen von Flugzeuggeschwadcrn angegriffen. Balkan-Kriegsschauplatz, r Nichts Neues. i Oberste Heeresleitung. ' . Die englische Marine hat einen neuen schweren Verlust zu verzeichnen. Das Schlachtschiff „Russe l", das die Flagge des Kontreadmirals Fremantle füfyrte, ist int Mittelmeer einer der Todeslilien des Meeres zum Opfer gefallen. Es bröckelt ein Stück nach dem anderen von d?r englischen Seeherrlichkeit ab, während im Innern des Landes der Aufruhr ruhig seinen Fortgang nimmt. Wie sehr er an Ausdehnung gewonnen haben muß, ist daraus zu ersehen, daß Lord Kit- chener aufgeboten wurde, ihm nttz't seiner bekannten Rücksichtslosigkeit Schranken zu setzen. Mittlerweile ist die P a r i s e r H a n d e l s k o n s e r e n z wieder ausgenommen worden. Selbst nach der Meinung des „Avanti" wird sie mit einem großen Fiasko enden. Er meint: Die in Begleitung einer Musikkapelle nach Paris ab- gegaugcnen 41 italienischen Parlamentarier hätten nur eine kühle Aufnahme gesunden. Da die eigentliche .Handelskonferenz des Vierverbandes erst am 4. Juni in London stattfinde, werde die Aufgabe der Delegierten an der Pariser Kowserenz nur in der Teilnahme an zahllosen Frühstücken \mb Banketten bestehen. Uebrigens verfolgtest viele dieser Abgeordneten, wie es in Rom heiße, in Paris rein persönliche Zwecke und wollten mehr oder minder erlaubte Geschäfte machen. * 1 Mr. Justice Gera r d, der amerikanische Botschafter in Berlin, ist itt3' Große Hauptquartier gereist, um in außerordentlicher Audienz persönlich mit dem Kaiser zu verhandeln. Ein ungewöhnlicher Vorgang, der aber durch die Ungewöhnlichkeit der Lage und durch die Eile, die jetzt nottut, genügend erklärt wird. Ist Herr Gerard ins.Hauptquartier gebeten worden, oder hat der Botschafter selbst um die Audienz ersucht? Die Antwort muß lauten: Beides ist der Fall. Die deutsche Regierung hat ihre Bereitwilligkeit, rasche Arbeit zu tun, zu erkennen gegeben, und die amerikanische Botscl>ast will alle Mittel versuchen, um die Spannung zu lösen. So sind sich also die Wünsche! begegnet, und es besteht mm die Frage, welches Gewicht der: Botschafter in die Wagschale werfen konnte, um die schwere Entscheidung im Sinne eines friedlichen Auskommens herbeizuführen., Die Persönlichkeit des Botschafters ist bisher wenig hervor getreten. Gerard weilt erst 21/2 Jahre in Berlin Er kam im Herbit 1913 nach der deutschen Reichshrnptstadt. Ursprünglich für den Botschafterpoften in Madrid aus ersehen, bestimmte er damals den Präsidenten Wilson. ihn nach Berlin zu schicken, was beiderseits eine gewisse Kühnheit war, denn dem neuen Botschafter fehlte bis dahin jede berufsmäßige diplomatische Erfahrung. Aber das ist nun mal amerikanisch, und mir wollen nicht nörgeln, denn erstens haben die deutschen Answahlgrundsähe in der Diplomatie tticht immer die besteht Früchte gezeitigt und zweitens hat die amerikanische Regierung manches für sich. Gerard kam ohne jedes Vorurteil zu uns. Der jccht 49jährige Botschafter besitzt akademische Bildung, stammt aus einer alten Familie des Staates New Bork und hat sich als Richter in der größten Stadt seines Vaterlandes hervorgetan; er hat an der Arbeit der demokratischen Partei tätigen Anteil getrommelt, ohne in Parteilichkeit zu verfallet!. Von gewinnendem Wesens bescheiden und natürlich im Anstreten, ist er zweifellos der Mann' der int persönlichen Verkehr mit dem Kaiser manche Schwierigkeit beseitige t„ 'manche Trübung aufhellen kann. Er ist nämlich _ ein selt :r Fall bei den sog. „Hentdärmel-Tiplomaten" der Vereinigten Staaten — Militär. Während einer Reihe vons Jahrett hat er der Miliz (National Gard) seines Gebtrrtsstaates New Dorr mit Auszeichnung angehört und sich im spanisch-amen- kauisckvn Kriege den Rang als Mchor erworben, zu dein er noch jetzt berechtigt und auf den er besonders stolz ist. Gerard iveiß , aus eigenster Erfahrung, lvas der Krieg ist und solche Diplomaten | neigen stets dazu, ihrem Vaterlande diese Prüfung möglichst zu ersparen. Es ist eine Lüge, ivenit vor einiger Zeit geflissentlich die Behauptung verbreitet lourde, Mr. Gerard oder seine Gattin, eine Tochter des verstorbenen Küpserkönigs Markus. Dalp, seien finanziell an Fabriken beteiligt, die Waffen oder Kriegsmaterial für imsere Feinde Herstellen. Ein verleumderischer Vorwurf tst es auch, daß Gerard sich allzukräftig der gegangenen Engländer und Franzosen altnehme. Der Botschafter der Bereinigten Staateit hat hier in Ausübung seiner Pstächt gehandelt. Er ist von seiner Regierung beattftvagt, die Interessen der Engländer und Franzosen wahrzunehmen und er hat mit voller Zustimmung der deutschen Negierung und ebenso korrekt gearbeitet wie z. B. der spanische Botschafter, der in Berlin die russstchen Interessen vertritt. Von anderer Seite, besonders in seiner Heimat ist Gerard wiederum wegen seiner angeblich allzu deutsch- frenndlicheit Haltung verdächtigt worden. Im vorigen Jahre hatte er einmal bei einem Frühstück des „american Luncheon Club" im Hotel Adlon den Vorsitz und führte mit einigen schmeichelhaften Worten dar Reick-stagspräsidettten Dr. Kaempf als jRebtter ein, der .über die (Verteidigung Deutschlands >gegen den von England begonnenen Vernichtungskrieg sprach, in durchaus maßvoller^ Weise. In einem großen New Porter Blatt erschien daraufhin diese Verdächtigung des Botschafters: „Eine Kabeldepesche ans London meldet, daß der amerikanische Botschafter, Geräts, und Mitglieder der Botschaft einer Vnsamnrlung des sogenanntar Amerikanischen Frühsrücksklubs beigewohpt und den engl aitd feindlichen Gift- spritzern (Vituperations) des Dr. Kaetnpf zngehört hat. Nicht nur, daß dadurch die Empfindlichkeit von Engländern, Amerikanern und Neutrcllen verletzt wird, sondenr die weitere Tatsachie, daß, dieses Verhalten des amerikanischen Diplomateit in Berlin dem seines Kollegen in London so diametral entgegengesetzt ist, erregt lebhaftes Aufsehen." Man sieht, es ist für einen Botschafter besonders schwer, es allen recht zn machen. Wenn Mr. Gerard aber sich die vielsagende Unterscheidung des New Borker Blattes: „Engländer, Amerikaner und Neutrale", nicht zn eigen macht, sondern in seinen Verhandlungen mit dem deutschen Kaiser und der deutschen Regierung auf eine wirkliche Neutralität Amerikas hrnarbeiteni hilft, so wäre schon manches gewonnetr. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 28. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. April 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. JtalienischerKriegsschauplatz. Die Gefechtstätigkrit war gering. Die L^rge ist unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Der §ee?rieg. Das englische Flagg-Schlachtschiff „Rüssel" gesunken. London, 28. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die Admiralität teilt mit. daß das Schlachtschiff „Rüssel", das die Flagge des K 0 n't r e a d m i r a l s T r e m a n t l ie führte, im Mittelmeer mtf eine Mine gestoßen und gesunken ist. 124 Mann werden vermißt. 676 wurden gerettet. Notiz: Das Schlachtschiff „Ruffel" maß 14 220 Tonnen, und war mit vier 30,5-Zentimeter-, zwölf 15,2-Zentimerer- und 7,6-Zcntimeter-Kanonen bewaffnet und hatte vier Torpedolancierrohre. Seitw Geschwindigkeit betrug 19'/2 Knoten. * London, 28. April. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Der brittsche Dampfer „Jndustrp" ist von erneut feindlichen U Boot versenkt wordeit. Tie Besatzung wurde in Boot ^ r 120 Meilen von der nächsten Küste im Atlantischen Ozean ztn'ickgelasseir. Tie Boote mit der ganzen Besatzung ivnrden von dem amerikanischett Dampfer „Finland" attsgenommen. Ter Dampfer „Jndustry" befand sich auf dem Wege nach.einem Hafen in den Vereinigten Staaten. London, 28. April. (WTB. Nichitamtlich.) Ter dänische Dampfer „Johann" ist in die Luft geflvaen. London, 28. April. (WTB.) Meldung oes Reuterßchen Bnreaus. Bisher sind 8 4 feindliche Schßffe als Prisen erklärt wordett. 42 davon wurdett verkauft, 42 requiriert. Der Gesam1inl)alt der verkauften Schiffe beträgt 54 722 Tonnen, der der requirierten Schiffe 56 162 Tonnen. Aus dem Verkauf von Schiff und Ladung tourdeit bisher 6 850 000 Pfund Sterling erzielt. Rotterdam. 28. April. (WTB.) Ter „Rotterdamfche Courant" meldet: Die Versicherungsprämien für das Kriegsrisiko für alle Schiffe, die nach oder von der englischen Westküste fahren, mit Einschluß von Liverpool, Glasgow und Bristol, wurdett um 10 Schilling erhöht. H 0 c k v a n H 0 l l a n d . 27. April. (WTB.) Der cbett aus London an.gekommene Dampfer „D ubhe", der von zwei Schleppbooten nach Harwich geschleppt und von zwei Kriegsschiffen begleitet war, kanc hier vorüber. * Das Seegefecht bei Zeebrügge. r. (Zb.) Alle Nachrichten, die die holländische Presse üben das B 0 tu b a r d e nt e n t von Zeebrügge am zweiten Osterfeiertage bringt, stimmen darin überein, daß alt der flandrischen Küste noch niemals ein so heftiges Seegefecht stattgefiinden hat wie diesmal. Die Angaben über die Zahl der englischen Schiffe, die vor Zeebrügge erschienet! sind, gehen sehr auseinander. Wer es müssen doch wohl mehr als ein halbes hundert Fahrzeuge gewesen sein, die sich an der Mion beteiligten. Besond-et's groß war die Zähl der Fischdantpfer, die der eigentlichen Flotte vorausfuhren und Minen streuten, um eine Gegenaktion von deutscher Ätxite zu verhindern »der doch zu erschweren. Es war unt die Mittagszeit, als m-an die englische Flotte am Horizont auftmtchen sah. Die Fischdnmpftr streuten Minen und waren vor allem beurüht, das Kantvf- feld abzugrenzen. Sie setzten Bojen ans, um die Stellen zu kennzeichneir, wo die territorialen holländischen Gewässer beginnet^ Zn gleicher Zeit tvnrden zum Schutz gegen deutsche Unterseeboote Netze anSgespannT Eines der°Netze wurde abgetrieben und kam inueäialb der Territorialgewässer mit einem holländischen Fahrzeug in Berührung. Die Engländer, hierauf anftnerksam gemacht, sprachen sofort ihr lebhaftes Bedauern über den Zwischenfall ans. Um 1/24 Uhr nachmittags setzte das Bombardement de.r englischen Flotte ein. Der Kanonendonner Hatte eine ungeheure MenscheTmrenge herbeigelockt, die anftnerksam das bewältige Schauspiel verfolgte, das sich vor ihr am jenseitigen Ufer der Scheldenründung abspielte. Eine halbe Stunde lang heulte nrmnterbrochen das knatternde Dröhnen. Darttt ließ der Kanonendonner auf beiden Seiten nach. Plötzlich aber setzte die Kanonade von der See her wieder mit doppelter Heftigkeit ein. Äkan hatte drüben entdeckt, daß deutsche Tauchboote im Begriff waren, den Hafett zu verlassen, um den Feind anzugreifen. Um V 26 Uhr nahm das Feuer wieder an Heftigkeit ab. Die englische Flotte machte sich bereit, wieder abzuüampfen. Nur noch ab und zu erfolgte ein Schuß von hüben nach drüben, dann war es wieder ganz Ml. (B. Z.) Zum FloLtenangriff auf England. Berlin, 28. April. Ueber den Angriff auf Lowestost berichten nach verschiedenen Blättern die „Times", daß im Norden der Stadt zwei große Teile durch Granaten in Brand gerieten. Im südlichen Teil seien etwa 30 Häuser ausgebrannt oder zertrümntert, im Geschäftsviertel 12 Läden zerstört. Im ganzen seien 240 Häuser beschädigt worden. Die Deutschen seien überlegen in der Lust, da sie durch ihre Zeppeline unterrichtet würden, auf welche Weise sie die Hin- und Rückfahrt unternehmen könnten, ohne feindlichen Kräften zu begegnen. Die englische Marine habe diese Hilfsmittel nicht und könne deshalb nicht immer zur Abwehr feindlicher Angriffe bereit sein. Clemeuceans Kritik. Manchester, 28. April. (WTB.) Der Londoner Korrespondent des „Manchester Guardian" meldet: Der telegraphäfche Auszug aus dem Artikel Clemenc eaus, in welchem dieser dem englischen Volke vorschreibt, was' seine Pflicht ist, hat eine ge-^ Nüsse Bestürzung hervorgerufen. Kein Engländer, ftcher keiner vom' Range Clemenceaus, Ijfcibe jemaV in dieser Weffe von Frrsrrceich gesprochen. In England habe Man während des Krieges keine Kritik an der ftanzösftchen und russischen Negierung geübt, nicht, weil man keine Kritik hätte über können, sondern weit die Politik und die guten Sitten die Grenze des Erlaubten ziehen würden. So habe man in England kein Wiott der Kritik über die französische Flotte geäußett. Elemenceau möge sich überlegen, ob er wirllich ein Interesse daran >habe, eine voreilige Kritik der englischen Me- tHoden zu veranlassen. England habe alle seine verttagsmäßigen Verpflichtungen gegenüber Frankreich erftM. Es habe getan, was es niemals für ein anderes Land getan habe. England bedauere das nicht, aber, ess müsse seinen eigenen Weg wählen dürfen, um seine Opfer wirksam zu machen. Die Beratungen im Hauptquartier. B e r l i n, 28. April. Wie die „B. Z." erfährt, hat sich auch der Staatssekretär des Reichsmarineamts, Admiral von Capelle, in das Große Hauptquartier begeben, um an den Beratungen über die Abfassung unserer Antwort an die amerikanische Regierung teilzunehmen. Berlin, 28. April. Die Note, in welcher die deutsche Regierung die letzte Note des Präsidenten Wilson beantworten wird, ist, wie das „Berliner Tageblatt" hört, in ihren Grundzügen fe rti ggestellt. Es ist anzunehmen, daß die Antwort in der e r st e n H ü l f t e d e r n ä ch st e n W 0 ch e in Washington überreicht werden wird. Wann der.amerikanische Botschafter Gerard, der heute im Großen Hauptquartier Iveilt, wieder in Berlin eintreffen wird, steht noch nicht fest. Amerikanische Note an England. W a shi n g t 0 n, 28. April. (WTB.) Meldung des Reu- scheu Bureaus. Staatssekretär Lau sing teilte mit, daß am 26. April eine neue Note an Großbritannien gerichtet werde, in der die Freilassung von 38 Oesterreichern, Deutschen und Türken gefordert wird, die von dem Dampfer „China" geholt wurden. Der Aufruhr in Irland. Paris, 28. Llpril. (Priv.-Tel., zf.) Aus Washington wird der Agenoe Havas berichtet: Der britische Botschafter hat dem Staatsdepartement einen atro mimen Drohbrief über-i reicht, in dcnt er mtd allo diejenigen, die in bat Bereinigten Staaten der Sache dienen, m i t d e nt Tode bedroht werden, falls S t r Roge r Ca sent en t nicht als Kriegsgefangener behandelt werde. London, 26. April. (WTB.) Im Unterhaus sagtq Birrell, er wisse nicht, ob die Postverbindimg mit Irland funktioniere und ob die regeltnäßigen Postzüge abfahrett würden. -Zwei Tantpfferlinien seien mtterbrocktien. Ol>erst Sherman Craw- f 0 r d fragte, ob er auf diese Weise keine LVnssicht habe, sich nach Irland tzn begeben, uml sich an die Spitze seines dortigen Bataillons zu stellen. Birrell gab zu, daß die Nackpüchten aus Irland der Zensur unterworfen seien und sagte: Es lag uns viel daran, daß keine Nachrichtett die nartralen Länder, vor alletu Amerika cn reichten, die dort einen falschen Eindruck von der Lage machen könnten. London, 26. ?lpriß (WTB.) U n t e r b a u s. Pemb?-. ton Billin g fragte, nachdein Birrell die Mitteilung über die R e v 0 l u t i 0 n i it Irland gemacht hatte, ob der Premierminister dem Parlanrent trnd der Natton die Versicherung geben konnte, daß Cafe ment sofort er-, schossen würde. As quith erwiderte, diese Frage Hütte in diesenr Augenblick rncht gestellt werden sollen. Londron. 26. April. (WTB.) Ober Hans. Lord Middleton Tritifiertc die Ankündigung der Regierung, daß sie die Lage in Irland beherrsche. Das Umgekehrte schein.? der Fall zu sein. Die Negierung jage, die Lage fei ausgezeickmet, unt> außer in Dublin seien Ifeiire Unruhen in Irland entstanden. Der Redner wünschte eine Bersicherung der Regierung, daß sie in den übri- gmt Teileir Irlands genug Truppen habe, imt eine Ausbreitung der Bewegung zu Verbindern. Die Regierung scheine durch den Airsbruch des Ausstandes in Dublin völlig überrascht zu sein, aber sie sei von zuständiger Seite wiederholt gewarnt worden. -Der Redner fiiljr fort: Seit langer Zeit gab es in Dublin große Körperschaften von Sirm-Feinern, die vollständig bewaffnet und ausgerüstet waren und seit Monaten militärisch! ausgebildet wurden. Sie waren in Besitz-von erheb t i ch!en Mengen von Explosivstoffen und hatten viel Geld. Tic ausgesprochenen Plane der Süm-Feiner wurden in einer Anzahl von Blättern! Woche für Woche verkündigt. Die Regierruig machte nur sehr geringe Anstrengungen, diese zu unterdrücken. Tie Häupter der Vnoegung war«! der Regierung wohl bekannt, aber nur in zwei Fällen wurde gegen sie eingeschritten. Middleton sprach die bestimmte Erwartung aus, daß Staatssekretär Birrell fidj- ungesäumt auf seinen Posten nach Irland begebe. Wenn er cs noch nicht getan habe, handle es sich vor allem darum, die Ausbreitung des Aufstandes außerhalb von Dublin zu verhindern. Die Lage in Irland sei äußerst gefährlich, wenn mau. ihrer nicht schnell Herr inerde. Die Untätigkeit der Regierung in den letzten Wochen habe die loyale Bevölkerung sehr entmutigt. Lord L a n s d o w n -e auvoortete im slörmen der Regierung, er könne die Anzahl der Rebellen m Dublin nicht angeben. Middleton wiederholte darnach seine Angabe, daß die Regierung von sehr einflußreichen Personen in der deutlichsten Weise gewarnt worden sei. Lord Peel bestätigte dies. Lord Salisbury sagte, das Parlament werde. Aufklärungen verlangen müssen, weshalb die Regierung trotz dieser Warnungen niclrts getan habe. Im Verlaufe der Debatte wurde gesagt, daß ein großer Teil der Nachrichten aus Irland aus drahtlosem Wege rrach England käme, da die Rebellen das Kabel durchschnitten haben. London, 28. April. (WTB.) Meldung des Reuterschien Bu reaus . Redmvnd erhielt aus allen Teilen der Welt Tele- grwrrme von Iren, die ihre Entrüstung über den A u f st a n d in Irl-Lnd aussprechen. Das Reutersche Bureau nennt verschieoeire Orte irr Australien rrnd Kanada, aus denen solche Depeschen an Redmsnd geschchkt wurden, aber keinen Ort in den Univnstaaten. London, 28. April. (WTB.) Die „Daily Mail" führt aus: Dieser kolossale Fehler der Regierung stellt alle anderen Fehich während des Krieges in SckMtten. Wie lange wich» b&_ Nation sich noch unter der Herrschaft von Führern daüirrtreiben lassen, die rncht führen und nickst handeln wollen mm an der chronischen Entschlußlosigkeit leiden? Amsterdam, 28. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blatter befassen sich mit der Revolution in Irland und ge- zu dem Schluß, daß die gestrigen Ereignisse viel ernster seien, als bie englische Regierung erst habe zugeben wollen. ^Maasbode^' schreibt: Die Erklärung, die Asquith gestern im Unterhause abgegeben hat und die Maßregeln, die er ankündigen mußte, waren viel dunkler gefärbt, als die beruhigenden uüd allzu einseitigen Mitteilungen, die er an den zwei vorhergehenden Tagen gemacht hat. — „Nieuwe Courant" schreibt: Die Mitteilung der englischen Regierurm, daß sie Herr der Lage sei, sei zum mindesten übereilt gewesen. Es sei ihr noch nicht einmal gelungen, die Sinm-Fein aus den öffentlichen Gebäuden Dublins zu vertreiben. „Standard" schreibt: Wir nchmen zwar an, oaß die Regierung s ch l i e ß l i ch i m st a n d e s e i n wird, der Lage H>err zu werden, aber eins steht fest, daß sre viel ernster war und noch ist, als die Minister und das Parlament zugegeben haben, ja, daß die Minister die Nation mit der Versicherung, daß der Aufruhr bezwungen sei, für sich FÜustrg stimmen mußten. Asquith selbst hat gestern im ünterhause mitgeteilt, daß die Lage in Irland noch sehr ernst sei. Mrchtete er, daß im Laufe des Abends oder am nächsten Morgen doch heraus kommen würde, daß die Negierung sÄbst das Opfer eines übereilten und unbegründeten Optimismus geworden sei? Und wer weiß, was öie Regierung noch verborgen hält. Amsterdam, 28. April. (WTW.) Einem hiesigen Blatte vvrrd aus London berichtet, daß die irischen Abgeordneten vorläufig keine Möglichkeit Ktten, sich mit Irland in Verbindung zu setzen limb deshalb Nicht in der Lage seien, über die Unruhen in Dublin, die sie völlig überrascht hätten, irgend welche Aufschlüsse zu geben. an Land gegangen und mit Automobilen nach Kanea abgefahren. Es werden Truppenlandungen erwartet. Griechische Truppen sind sofort nach Suvla adgegangen. (B. Z.) Griechenland bleibt fest. Athen, 28. April. (WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter meldet, daß die Lage infolge der griechischen Weigerung, den Serben die Benutzung der griechischen Bahnen zu gestatten, kritisch ist. Die Blätter betonen, daß die Regierung entschlossen i st, fe st zu bleiben. Der serbische Gesandte sprach im Ministerium des Aeußern vor und teilte mit, daß die serbische Regierung von der Weigerung der Griechen peinlich berührt sei. Die Diplomaten der Entente erwarten neue Instruktionen * Zum Bomberrattcutat in Athen. Berlin, 28. April. (Priv.-Tel.) Die „Bossische Zeitung" meldet aus Athen: Im Aufträge des Königs Konstantin stattete der Oberstallrneister dem bulgarischen Gesandten P a s - s a r o w einen Besuch ab und beglückwünschte ihn, daß der An- schlag gegen ihn mißlungen sei. Desgleichen fanden sich Ndinister- prä>rdeut Skuludis, der Minister des Aeußeren Gunaris und Vertreter der Mittel Mächte bei Passarow ein. Fachleute l)aben die nichtexplodierte Bombe uutersuckst und sestgestellt, daß sie fran- z o s i s ch e n Ursprungs war. Deutsche Parlamentarier in der Türkei. Kon ft a n t i nobel, 28. April. (WTB. Nichtamtlich.) Ten Höhepunkt der festlichen Veranstaltungen zu Ehren der deutscl-en rR!?E^iari-er bildete ein glänzendes Festessen, das von der turruchen Parlamentspartei für Einl-eit und Fortschritt a:n Abend oes Thron besteiguu gs festes veranstaltet wurde. An nie send waren von türkischer Seite die Minister, die Spitzen der Zivilverwaltung und^ die geistlichen Führer der Nation, von deutsche Seite Bot- suatter Graf Wolfs -Metternich mit den Herren der Botschaft, Vertreter der deutschen Kolonie, Generalkonsul Mertens, sowie die deutschen Piche stören an der Universität Stambul. Eine Rede des Grasen Wolfs-Metternich und ebenso eine des Ministers des Aeußeren, H a l i l - B e y , wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. Gras Westarp gab die Erklärung ab, die Abgeordneten hätten den Eindruck gewonnen, daß die Türkei ebenso wie Deutschland entschlossen sei, au der Seite seiner Verbündeten a us- z u h a r r e n b i s z um endgültigen Siege uuv einem frieden, der einen wiederholten feindlichen Angriff ausschließe. * * Zweite Pariser Handelskonferenz. Paris, 28. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die zweite parlamentarische internationale Handelskonferenz wurde gestern nachmittag im Luxemburg- Valast in Gegenwart des Präsidenten Poincare und des Amnisterpräsidenten Briand eröffnet. Der Vorsitzende der Konferenz, C h a u m e L, hieß die fremden Abgesandten willkommen und bezeichnete als hauptsächlichsten Gegenstand der Beratung, Zeugnis abzulegen für die wirtschaftliche Geschlossenheit der Alliierten gegenüber Deutschland. ^ Paris, 28. April. (WTB. Nichtamtlich) In einem Bericht üoer die interparlamentarische Konferenz stellt der „Temps" fest, daß Japan und Rußland nicht vertreten seien. Nikolas Rafsalowitsch verlas auf der Konferenz eine Depesche, wonach ^ infolge der verzögerten Schließrmg der Duma und des Reichsratesi me rechtzeitige Abrüse der russischen Teilnehmer und damit ihre -Teilnahme an der Konferenz unmöglich geworden sei Stockholm, 28. April. (WTB.)'lieber die Eröffnungsrede des Präsidenten Poincars zu der wirtschaftlichen Konferenz in Paris schreibt „Stockholms Tag- blad": Wenn Poincare wirklich glaubt, daß eine derartige Sprache bei den Neutralen den Eindruck ruhigen Kraftbewußtseins erwecke, ist er ein schlechter Menschenkeuncr. Die neutralen Staaten, an die sich Poincare wendet, billigen gelviß weder die Verletzung der belgischen Neutralität durch die Deutschen, noch alle von den Deutschen angew'endeten Kriegsmethoden, aber sie fühlen sich auch durch die eigenen Erfahrungen nicht veranlaßt, die Ententestaaten als Inhaber des Monopols auf die Gerechtigkeit anzusehen. Eine Völkerverhetzung, von welcher Seite sie auch kommen mag, stößt der denkende Neutrale zurück. Dieses Streben nach Verhetzung ist der bleibende Eindruck, den die letzten Betrachtungen Poincares über die bewaffnete Gerechtigkeit nnd bin Kampf gegen die Feinde der Menschheit hinterlassen. Haag, 28. April. Ein königlicher Erlaß für Irland hebt vorübergehend die Verhandlung von Kapitalverbrechen durch die Geschworenengerichte auf, so daß Anklagen wegen Aufruhr, Verkauf und Einfuhr von Waffen nnd ähnliches nur durch einen Einzelrichter, der fast immer Engländer ist, ohne Geschworene abgeurteilt werden. Der Minister für Irland, Birrel, ist am Mittivock nach Dublin gereist m Begleitung von drei amerikanischen und mehreren Londoner Journalisten, damit sie die Lage persönlich prüfen können. Berlin, 28. April. Wie verschiedene Morgenblätter melden, wird Kitchener mit unbeschränkten Vollmachten als Vizekönig nach Irland entsandt. — Die „Vossische Ztg " erinnert an den Beinamen, den der Lord sich im Feldzuge gegen den Mahdi erwarb, nämlich „SchlächtervonOn- burma n". * Die zurückgezogene Militärdienstbill. Rotterdam, 28. April. (WTB. Nichtamtlich.) Ter „Rotterdam-,che Courant" meldet aus London: Die „Times" schreibt in ernem Leitartikel über die zurückgezogene Militärdienstbill- Wenige Geietzesiwrlagen haben eine so kurze und schmä blicke L^ensdauer gehabt. Nie ist eine Vorlage mit so viel umstürch- nchem Zeremoniell, so Mel Aufhebens angekündigt worden (R^ensatz zwischen bem Sckchksal der Vorlage und 'den Ereimiissen welche zn ihr geführt haben, itric die Kabinettskrise, die geheim« Sitzung usw. hat geradezu lächerlich gewirkt. Tie getroffene Vereinbarung ist zu Wasser gezvvrden. Man muß die ganze Sacke von vorn anfmrgen. Schwere Explosion in England. London 28., April iPriv-Tel., zf.) Am 2. April fand m erner Pulverfabrik von Kent eine Erplosiou statt .zetzt wird offiziell mitgeteilt, daß bei dieser Explosion 10 6 Personen getötet Mid 6 6 verwundet worden sind * ♦ * Gewattmaßregeln gegen Griechenland. Athen, 27. April. Zb.) Die Engländer besetzten ,in Chios das griechische Telegrapheirmnt. Der griechische Präsekt leistete anfänglich Widerstand, wurde aber von der Regierung angelmescn, sich auf Protest zu beschränken. Mi- nisterprüftdent Skuludis erklärte erucyu ausländischeuPresse- Vertreter, die griechische Reffierung werde, iveun die Entente auf der Beförderung s-erbrscher Truppen mit griechischen Bahnen bestehe, die Bahnlinien sprengen lassem r. (Zb.) Die Schsvcizer. Telegraphenagentur rueldet aus Achen: Die Errichtung eines Fl o t ten stütz p u n k- les der Entente in der Sndabai ist nunnrehr durchgeführt womit ein alter Ftotteirplan Englands verivirklicht ist „Neon Asti" meldet: 2 große englische Hilfskreuzer mit starken Truppen an Bord sind in die Sudabai ein gelaufen. 10 Schiffe blockieren den Hafen. Die Offiziere sind Der französische Bericht. Paris, 27. April. (Priv.-Tel., zf.) Amtliche Mitteilung, vom 27. April nachmittags 3 Uhr: Nördlich der A i s n e wurden mehrere deutsche Patronillcu mit Handgranaten zurückgeschlagen. Ju der Gegend von Verdun anhaltende Beschießung des Reduit von Avo- court und der Eirrrichtungen des Pfefferrückcns Ein gegen ein Grabenstück nördlich des Forts von Baur gerichtedw fcindlickier Angriff wurde durch unser Sperrfeuer unverzüglich zum Stehen gebracht. In Lothringen zerstrenten wir eine deutsche Erkundungsabteilung, die sich unseren Stellimgen östlich von Le Mcsnil zu näl)ern suchte. Auf dem. Reste der Front, abgesehen von der üblichen Kcuwnade, kein wichtiges Ereignis. Mends 11 Uhr: .Lluf dem linken Ufer der Maas Tätigkeit der Artillerie in den Gegenden von ?lvvwurt' Esnes und Cumiöres. Auf dem rechten Ufer machte der Feind zwei schwere Angriffe, begleitet von heftigem Bombardement den einen auf der Ftont Haudronwnt—Gehöft von Thianmvnt'Und den anderen zwischen Douaumvnt und Baux. Aufgehalten durch unser Sperrfeuer, kamen die Deutsche-.! aus ihren Grüben nicht heraus. Llus dem Reste der Front verhältnismäßig ruhiger Tag ausgenommen in der Gegend von Ro ye und im Abschnitt locst- lich von Pont-äMoussvn, wo unsere Batterien sich tätig zeigten. Flugwesen: Im Läufe des gestrigen Tages fiel ein feindliches Flugzeug, vom Feuer unserer Autogeschütze äbgeschosscn vor dem Fort von Baux nieder. In der Nacht vom 26 zum 27. April führten drei unserer Lcnkballons Bombcnwurf- vperationen aus. Zahlreiche Geschosse großen Kalibers wurden von ihnen auf den Bahnhof auf Eta in und Bersdvrt nnd aus die Bahnstrecke von Arnaville geworfen. In der gleichen Nacht warfen unsere Flugzeuge 137 Granaten auf verschiedene Bahnhöfe des Aisnetales, 25 Granaten auf die Biwaks des Orne- tales, 6 Granaten und 2 Brcurdbomben auf den Bahnhof von Thiauville, 8 Granaten auf den Bahnlwf von Conflans ^ Havre. Amtliche belgische Mitteilung vom 27. ?kpril: Artillerie-Aktionen auf verschiedenen Punkten der Front, ganz besonders gegen Dixmuiden. Unsere Batterien nahmen feindliche Gruppen ^egen Cehm wid Myshuisen unter Feuer. * * * Höchstpreise in Italien. Rom, 28. April. (WTB. Nichtamitlich) Meldung der „Slgen- zia Stefani": Ein Erlaß setzt Höchstpreise für den öffentlichen Verkauf der gangbarsten Marktwaren, sowohl ffidustrieller wie landnürtschiaftlicher .Herkunft fest. Ponr Je m^rite. Berlin, 28. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Reick auzeiger" meldet: Ter Kaiser hat dein Oberleuttiaut der Reser Budde cke^ zurzeit in türkischen Diensten, den Order: pour märite verliehen. Ans Stordt rinL Land. Gießen. ^9. April 1916. Sonntagsgedankeu. ^ Menschlichkeit! und wieder Menschlichkeit! Vvn allen Seiten dringt das große Wort auf uns ehi. Kaum eilt Tag vergeht, daß wir es nicht von Norden uttr) Süden, vom nahen und vom fernen Westen, gar auch vom Osten her vernehmen müssem Von so vielen Stimmen \uizb uns zugerufen, in so eiritöniger und doch unermüdlicher Wiederholung wird es als der Weisheit letzter Schluß uns an-' gepriesen, daß wir uns beinahe verpflichtet fühlen, uns fragen, ob diese Menschlichkeit uns bisher wirklich unbekannt geblieben ist, ob sie jetzt erst von außen her in deutscher Geschichte und deutschem Gemüt Eingang sucht und Aufnahme fordert. Oder wäre sie einnläl schon bei uns heimisch geweseri, um aber im Sturm des Krieges von un- lvirtlichem deutschem Boden entflohen urü» der verzauberten deutschen Seele fremd geworden? Menschlichkeit uns unbekannt? Und doch war kaum ein Wort unseren großen Dichtern und Denkern so vertraut wie dieses. Der Menschheit ganzer Jammer hat in tiefster Seele )ic angefaßt, sie haben erschütternd von ihin zu singen gewußt. Alle Mtsel dieses Menschenlebercs, vom Himmel durch die Welt zur Hölle, haben ihre staunenden An gen gesehen, in alle haben sie ihr Volk sich! hm einzugrübeln gerrötigr. Bon stolzen .Höhen aus haben sie Menscheirarbeit nnd ihre reichen Erfolge überblickt, zu aller aufgeweckten Tätig^it den Bürgersinn der Städte und Staaten gerufen. Das nie genug geschätzte Dach der Friedenshütte, den klernen Herd, den nie genug verehrten Eirgraum hat ihre Dichtung irr lieblichsten Tönen besungen. Wer auch der Völker (beschick: haben sie, das dunkle Buch, niit heiterem VLick gelesen. Höhen und Tiefen, Nähe und Weite waren ihnen gleich vertraut. Ganz ihrer Gegenwart lebend, waren sie dennoch in aller menschlichen Vergangenheit heimisch. Wirklich, wer sie kennt, der weiß: ihnen ist nichts Menschliches fremb geblieben. Aber was sie waren, das sind sie doch aus deutscher Vergangenheit von Jahrhunderten heraus geworden. An dem Werden ihrer deutschen Seele hat die Geschichte aller jj Zeiten mitgearbeitet. Und wie sie nun waren, haben sie sich selbst deutschem Gemüt und Empfinden, dentsck-em Leben und Wollen eingepflanzt und eingewurzelt. Menschlichüeitz wäre dieser deutschen Seele, die unauslöschlich ihr Gepräge trägt, unbekannt? Menschlichkeit wäre ein Wort und Gat, das wir von Fremden, Feinden und Neutralen, erst noch lernen und uns bringen lassen mußtest? Aber freilich^ was sie unter Menschlichkeit verstehen, das kennen wir nicht oder wollen es gar nicht kennen. Wir wissen nur zu gut, daß in des Menschen Brust Menschliches mrd Allzumenschliches nahe beieinander Hansen. Wenn der Sturm die Welt durchbraust, alle stillen Wasier bis in die Tiefen anfrührt, dann am sicheren Ufer stehen, mit feinem Lächeln dem wilden Kamps der Ringenden zusehen: ein Schauspiel, weiter nichts! — menschlich mag das sein, groß ist- cs sicher nicht. Und lvenn das Blut in Ström-en fließt, edles Blut, das sie dem Vaterland zum Opfer bringen^ dann die Welt mit ihrem Wehgeschrei erfiMen, wenn das mächtige Schicksal unversehens auch ihrer etliche getroffen — menschlich mag das sein, edel ist es sicher nicht. Jie Uhren aus 12 Uhr gestellt werden sollen, treten anr 30. April und 1. Mai Aenderungeu in den Ankunfts- und Wfahrts- zeiten der in der Nacht verkehrenden Züge ein, die in einem Aushange der Königt. Eisenbnhndirektion Frankfurt zusammengestellt sind. Infolge Verkürzung der Stundenzahl des 30. April um eine Stunde gehen sowohl bei den am 30. April früher zu legenden als auch bei den am 1. Mai später verkehrenden Zügen Anschlüsse verloren. Ferner macht die Königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. darauf aufmerksam, daß wenn auch für die Innehaltung der hiernach fahrplanmäßig verbleibenden Anschlüsse nach Möglichkeit Bedacht genommen wird, doch wegen der schwierigen Betriebsführung in dieser Nacht darauf mil Sicherheit nicht zu rechnen ist. * ** Die Gr oßherzogin wird heute morgen 10 Uhr hier eintreffen und den Zweigverein vom Roten Kreuz Gießen in der Alten Klinik, das Reserve-Lazarett in der Men Klinik und wahlrscheinlich auch das Säuglingsheim und die Kriebsbeschädigtenfltrsorge im Gewerbehaus besuchen. Ein offizieller Empfang findet rncht statt. ** Auszeichnungen. Der Großh. Hess. Reqierungs- baumeister E. Höckmann, der seinerzeit am hiesigen Amtsgerichts- Neubau tätig war und augenblicklich als Leutnant d. Res. und Kompagniesührer in einem Res.-Nsgrmeut im. Felde steht, wurde mit dem E i s e r n e n 5k r e u z erster Klasse ausgezeichnet. Seit Anfang Seotember 1914 ist er bereits im Besitz des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Hessischen Tapseckeitsmedaille. — Dem Geüssiten Ernst Unverzagt, der seit Beginn des Krieges beim Landwehr- Nieqiment Nr. 116 im Felde steht, ivurde vom Großherzog die Hessische Tapferkeitsmedaille versönlich überreicht. ** Auszeichnung. Dem knegsfteiwilligen Schützen Hans Häuser, Jnf.-Rogt. 117, Vüaschinengemehr-Kompagnie, seit Beginn des Kriegäs! im! Felde, wurde die Hessische Tapferkeitsurrdaille verliehen. ** Im Ob crhe s s i s ch e n Kn n st verein haben drei Künstler, der bereits hier bekMmte Makep Otto Jung, Stuttgart, der Münchener Maler Eduard Cucuel und der Bildhauer Franz Scheiber, München sich zu einer gemeinsamen Ausstellung vereinigt. Jung bringt eine große Sammlung Bildnisse zum Teil aus hiesigem Privatbesitz und Landsck-aften. Cucuel ist meist mit figürkichen Bildern vertreten, loelche zuvor im Frankfurter' Kunstverein mit gutem Erfolg ausgestellt waren. Bildhauer Scheider, der noch bei vielen aus der Dezember-Ausstellung bekannt sein wird, hat diesmal 9 seiner Arbeiten aufzuweisen. Die von den drei .Künstlern ausgestellten Kunstwerke bieten des Schönen wieder soviel, sadaß auch diese Ausstellung, wie die zuvorige der deutsch,-österrcichisck)en Künstler, ihre Anziehungskraft auf unsere Kunstfreunde nicht verfehlen wird. Die Ausstellung ist täglich, mit Ausnahme Samsta-gs, von 11 bis 1, Mitt.vochs auch uachmittags von 3 bis 5 Uhr und an Sonntagen ununterbrochen von 11 bis 3 lU/? geöffnet. ) öe&rerjuWHh«*. Sott 18 I»^«n «iskt er fet aufwem Orte. Augenblicklich steht er in einem Landsturm-Bataillon. LI. Bad-Nauheim, 29. April. Der KriegssrenvtMge Paul Draber, Unteroffizier in einem Jnstmterie-Negirneut, erhielt die Hessische Tapserkeitsmedaille. — Otto Blau, Küchenchef im Sprudel- Hotel, sowie Gastwirt Nikolaus Hertlein, zur Trrrnhalle, beide im Lazarettzug L. 4 tätig, erhielten die Rote Kreuz-Medaille. Bl. Wohnbach , 29. April. Dem Wehrmann Otto Müller in einem Pionier-Regiment wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. > l Kreis WeMr. — Löhnberg, 29. April. Eine hiesige Frau K. geriet auf bisher unaufgeklärte Weise in das Mühlenwehr und ertrank, ehe der Unfall bemerkt wurde. Die Leiche wurde erst am folgenden Tage gefunden. Hessen-Nassau. ra. Aus dem Biebertal, 27. April. Erneu frohen Air- blick gewähren jetzt die Ob ft bäume und das Wachstum der Saaten. Die Wärme der letzten Tage nach dem Regen hat gute Wirkung getan. Das Wintergetreide steht besser als in den zwei Vorjahren. Auch der Klee hat sich vortrefflich entwickelt. Winter - und Frühgemüse sind wohl geraten. Die Odstbäume stehen in voller Blütenpcacht, am Zahlreichsten sind die Apstchämne mit Blutenknospen beladen. Wenn diese Blüte gut duvchöonmrt, ist eine sehr reiche Ernte in Aussicht. Tie Frühkartoffeln sind alle gesteckt, auch die Frühjahrssaat soweit beendet. ' ra. Dauborn, 29. April. HauptleHrer W. Laut trftt am 1. Oktober nach einer 46 jährigen Dienstzeit in Ruhestand. ra. Eisemroth, 29. April. Die hiesige Lehrerstelle wird zunt 1. Mai durch Ldhrer Bücher aus Breckenheim besetzt. = DillenburS, 29. April. Bei der staatlichen Grude Oberscheid gerieten die beiden Kinder des Bergmanns Srer- wend unter einer: Gr u Len zu g. Sie wurden überfahren und so erheblich verletzt, daß das ältere Kind der Gießener Klinik zugefichrt werden mußte. = Fran kfurt a. M., 29. dlpril. Der 14jührri^ Sohn Otto des Kaufmanns Georg Ziegler wurde am Donnerstag abend tot in seinem Bette cmsgefunden. Anscheinend liegt in geistiger Umnachtung begangener Selbstmord vor. --Kahl, 28. April. Aus dem hiesigen StaEbckhsnhvf wurde heute mittag der Mühlenbesitzer Lab von dem Frankfurt-Münchener Schnellzuge überfahren «nd sofort getötet. vermischte». MrEWZm ZdK m WickMg aer desnscftcn §SAMr:reir. te Dsrstchesiöes graphischer. Darstellung ist genau ersichtlich, um welche Zeit Ss cks jefcess ÄllonaLs auf* und mtfergcfyt Am (. Mai geht sie auf 5 -U nach •■{$££. vcrch der allen ober Ivmterzeit) und geht unter 8~ nach der Sormuer« jn der Zeichnung ist auch Beginn un2> Schluß der 6 Ahr t sowohl Kach der allen Iert, als auch nach der Sommerzeit angegeben, so daß man Ms drr tlask crsiherr hWt wrevÄ.Sormeystunderr man in jedem Monate am Abend, roch. Kr LsAgllsg hat. ** Umstellung der Uhren. Jin der Nacht von Sonrrtag ans Montag rnacht die deutsche Sommerzeit den Sprung u m eine Stunde vorwärts. Damit niemand in Versuchung kommt, hinter der Zeit znrückzuLleiben, ist dafür gesorgt, daß alle öffentlichen Uhren in Gießen zeitig umgestellt werdem An Betracht kommen die Uhren am alten Rathaus, cmr Schbachthof, an alle:: Kirchen und Schulen, auch an der alten katholischen Kirche, am Gailschen Tonwerk ustv. Damit nimmt alles nach der neuen Zeit seinen gewohnten Gang. Auch der Schulanfang beginnt mit -der neuen Zeitrechnung. Damit im Privatleben keinerlei Störung eintritt und nicht zum Beispiel das Mittagessen mit einer Stunde Verspätung auf dem Tisch erschaut, erneuern wir daran, auch sämtllche Uhren im Hause sowie die Taschenuhren rechtzeitig ihre Zeiger um sine Stunde vorrücken zu lassen. ** Erhöhung des Milchpreises. Um die seitherigen LSollmilchlieserungen, trotz der so sehr gestiegenen Milchpreise, möglichst aufrecht erhalten zu können, sehen sich laut einer Anzeige in unserem heutigen Blatt die Milchprodu- zerrten von'Gießen und Umgegend gezwungen, den Preis für ein Liter Vollmilch im Einzelverkauf von 28 auf 30 Pfg. mit Wirkung vom 1. Mai d. I. zu erhöhen. ** Der Mai und die Humoristen. Während die deutschen Lyriker in Tausenden von Gedichten den „wunderschönen Monat Mai" verherrlicht haben, scheinen die jHumoristen keineswegs in dieses Lob des Monats einstim- •men Au wollen. Friedrich Theodor Bischer hat sich in dem Ronvan „Auch einer" in sehr kräftiger Weise seinen Aerger über den Mai und den Frühlingsschnupfen von .der Seele gesprochen. Und beinahe noch drastischer tat das Wilhelm Raabe in einen: seiner weniger bekannten Werke, nämlich in „Christoph Pßchlin". Da heißt es an einer Stelle: „O süßer Herbst, was ist lieblicher als beim Schritte im Dal? Redet uns nicht von den Wonnen des Maien: der Mai ist ein Lump, und wer ihn aus dem «KalnLer striche der 'würde ein gutes Werk lau der durch- den grinsenden Betrüger vergällten Menschheit tun. Der September ist die Zeit, Gedichte zu machen und aus dem Leben ein Gedicht. — Was bedeuten die zärtlichen Geftchle, die mit den ersten Veilchen von der feuchten Wiese unter regentriefenden Hecken hervoraeholt werden und unter heiße:: Kräuterkissen und durch den Aufguß der Kamille des vorigen Jiachres abgebrüht werden müsse::. Was bedeuten sie geger: de:: HerSensrausch, welchen im Herbste Aphrodite von Iden Trauben pflückt und aus den überschäumenden Bechern trinkt?" Bischer war freilich ein alter Herr, als er „Auch einet' schrieb, und solchem nimnrt man es nicht übet, wenn er „verschnupft" ist durch eine Mcri-Erkält::ng, Raabe aber verfaßt als Vierziger seinen „Christoph Pecl)- lin", und in solchem Mer sollte man sich leichter über Erkältungen hinwegsetzen und sich für die erwachende Natur erwärmen können. * "Die Gießener frciro. Feuerwehr hält heute, Samstag abend, in der Wirtschaft zur Stadt Cassel, Kaplaucigasse, ihre diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. ** D i e vereinigten Haffia-Militärvereine Gießens haben eine Beratungsstelle eingerichtet. Kriegsteilnehmer und deren Angehörige erhalten in allen Fragen Auskunft unentgeltlich. Dnrch uneigennützige Mitwirkung bewährter Kräfte wird die geschaffene Einrichtung Ersprießliches leisten. Schriftliche wie mündliche Anfragen sind bei der Leitung der Beratungsstelle, Bahn- hosstraße 66 II. dahier - legiere Sonntags vorm. 10—11 Uhr — vorzubringen. ** Sammlung von nicht mehr gebrauchsfähigen G ummrw aren. Im nationalien und wirtschaftlickM: Interesse ivrrd die Bürgerschaft ersucht, die in den Haushaltungen und Geschäften nutzlos Lagerndem, rächt mehr gebrauchsfähigen Cftrmmi- waren (Handschuhe, Eisbeutel, Katheter, Luft-, Gas , Wasser-, Weinschläuche, Radiergaumrä ustv.) in der ftüdtisckm: Sammelstelle abzuÄofern. Die Sammelstelle beffndet sich im'städtischen Gesund Wasserwerk, Gartenstr. 3 (technisches Bureau) und ist Werktags von 10 bis 12 und 3 bis 6 Uhr geöffnet. Selbst die llcinste Menge wird mit Dank angerwnnnen. Wenn cttva für größere Mengen Äecm. Lese, Hameln. Bezahlung verlangt wird, dann erhält der Ablieferer eine Bescheinigung über die abgeliefcrten Meißen und es erfolgt nachträglich Zahl:::lg durch die Stadtkasse nach Bervertung der Waren durch die zuständige auswärtige Stelle. ** Wechselnder Nachtdienst der Apotheken. Mit ministerieller Genehmigung wird vom 1. Mai ds. Js. an in den Gießener Apotheken neben der seitherigen teilweisen Sonntagsruhe ein wöchentlich wechselnder Nachtdienst eintreten. Näheres siehe Bekanntmachung. Die Wirtschaftslokalitäten müssen Sonntag, den 30. April, nachts 11 Uhr, geschloffen werden. Diejenigen Wirte, welche dieser Weisung nicht Nachkommen, machen sich strafbar. Nach Einführung der Sommerzeit, also von Montag, den 1. Mai ab, ist die Feierabendstunde wie seither auf 12 Uhr nachts festgesetzt. Landkreis Gießen. e. Beltershain, 29. April. Karl Schäfer, Eisenbahnbaukompagnie Nr. 31, der seit Beginn des Krieges im Felde steht, wurde mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet und zum Gefreiten ernannt. e. Staufenberg, 28. April. Ans dem Felde der Ehre starben der Landsturmmann Philipp Geißler (Jns.-Regt. Nr. 81.) und der Res. Gefreiter Wilh. H e n k e l m a n n (2. Komp. Jm.-Regt. Nr. 116) von hier. Ter Krieg hat bis jetzt aus unserem Orte 21 Opfer gefordert. Außerdem gelten 2 Mann seit September vor. IS. als vermißt, 2 befinden sich in russischer und 1 in französischer Gefangenschaft. Kreis Schotten. — Schotten, 29. April. Heute feiert der „Großher- z o gch-o m^V o g e l s be r g ", wie ihn das oberhessische Volk in * Berlin, 28. April. (Priv.-Tel.) Ter „Berliner LoLck- anzeiger" meldet ans Rotterdam: „Deich Chronicle" teilt mit, daß in Kürze die Verlobung des Prinzen Georg v«n Battenberg, eines Sohnes des Admirals Lo:äs von Battenberg, mit der Prinzessin Nadeschda, einer Tochter beä Großfürsten Michael von Rußland, bekanntgegeben werden wird. Der Prinz ist Leutnant zur See in England. * B e r l i n. Jn den Waldungen bei Schtettstadt wurde ein 22jähriges Mädchen namens Lina Je vis mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden. Es sch?mt ein Lustmord vorzuliegen. ' K r i st i a n i a, 29. April. (WTB.) Wie ^Norske Jntelli- genssedler" halbaintlich mitteilt, bereitet die norwegische Regie r r» u g einen Gesetzvorschlag über die Einführung der - d c n t s ch e u S o n: m e r z e i t vor, wozu der Beschluß der Stör« ihings notig ist, tun, wie beabsichtigt, gleichzeitig mit Schweden und Täneinark die nette Soitttnerzeit einzttsühren. Schönfeld im Dftobrr 1911 nach nahezu 25jähriger Tätigkeit als Kveisrat des Kreises Schotten sein Amt niederlegte imd damit airch nach 54jähriger Tätigkeit aus dem hessischen Staatsdienst schied, wurden ihn: für seine hervorragenden Verdienste nur sein Heimatland die größten Ehrungen bereitet. Mit besonderer Wehnntt aber sahen die Vogelsberger ihren lieben Geheimrat scheiden: l)atte er es doch meisterlich verstanden, in langen ^Jahren sich die m:begrenzte Liebe seiner Kveiseingesessenen zu erwerben und für immer zu bewahren. Das kam zun: Ausdruck, als n:an hier einen Karl Theobald-Brunnen stiftete. Dos Lonmtt aucts heute wieder zum Vorschein, wenn an: Brunner: eine von den Oberhessen gestiftete Plakette mit dem Reliefbilde des Jubilars (von Bildhauer C a u e r - Darmstadt gesckaffc::) angebracht wird. — Möge den: hochverdienten Manne noch manches weitere Jahr n: Gesundheit und Frohsinn beschießen sein. Das ist heute der Wunsch aller Vogelsberger für ihren „Großherzog". L. L a r d e n b a ch, 29. April. Die O st e r s p e n d e des hiesigen Kirchspiels, wozu atrßer Lardenbach noch die zwei kleinen Filialgemeinden Solttts-Jlsdorf und Stockhäuser Hof gehören, hat für ititsere verwundeten und kranken Feldgratten ein recht günstiges 9iesttltat erbracht. Es tvltrdet: im ganzet: fteigebig und freitvistig 410 Ostereier zusantmengebracht, welche an das Lazarett in Laubach abgeliesert wurden. — Außerdem werden eben in unserem Dorfe altes Papier tntb Lumpen zum Einstampsen gesatnmelt. Der etwaige Erlös dafür wird zugunsten des Rote:: Krettzes Ver- wenduttg finden. pp. Rap Portsbur g, 29 .Llpril. Sä'.»ver sind die Blut- opfer, die das Vatarland von wfferer Genraiiche varlat:gt. Diesinal ist der Traaerbobe im Pfarrhaus-e eingekehrt und Ixrt mtfcocmi Pfarrer Frits cfji die Nachricht gebracht, daß der älteste von seinen drei im Felde stehenden Söhnarr, der Leutnant d. R. in einem Feld- artillcric-Regiment Wilhelm Fritsch, im Lazarett des Diakonissen- hauses zu Posen: ain Mrsraitag verschiedet: sei Eür Leichenzug^ so gwß, une er wohl i:: unseren: Dorfe noä> nicht gesel-en worden ist, gab ihm heute dahier das letzte Geleite. Inn Felde hatte sich der Entschlafene das Eisarne Kreuz 2. Masse erworbenr und tvar für das Eiserne Kranz 1. Klasse vorgeschlageu. Das Ersatzbataillon des Jnf.-Regts. Nr. 118 hatte die Leiä^enparade unter der Füh- nmg des Leutnants W>Ber gestallt, dluch die Ersatzabteilrmg bcS Feld-Artillerie-Regimants, dem der Verstorbene migehörte, war d>uvch einen Offizier vertretet:. Kreis Friedkerg. 6. D a d - N a n h e i in , 29. Avril. Bis zum 27. April 1916 tvaren 52 7 2 K u r g ü st e attgckotntttet:. 68 136 Bader wttrden bis dnhit: abgegebeu. Bl. Nieder-Weisel, 29. April. Nächsten Montag feiert der hiesige israelitische Lehrer Max G o l d s ch n: i d t seit: Lbjähriges Letzte Nachrichten. Italiens KriegskosLen: 10 Milliarden. Lugano, 29. April. JNr „Corriere della Sera" veröffentlicht der ftalienische Volkswirtschaftler Einaudi einen Artikel über die bisherigen Kosten des Krieges, dessen Barausgaben er für Italien mit sieben Milliarden Lirs beziffert. Dazn kämen noch eine halbe Milliarde ordentliche, IV 2 Dtilliarden außerordentliche Schatzgutsck^inc und eine Barentnahme von einer halben Milliarde aus der Staatskasse. Met:n man bedenkt, daß ein großer Teil der italienische:: Kriegslieferungen erst nach mehreren Monaten bezahlt ivird, kann das Kriogs!erforderr:is sicherlich auf rmü> 10 Milliarden beziffert werde::. Dir Konsuln drr Mittelmächte verlassen Canea. Haag, 29. April. „Morning Post" meldet aus Athe::, daß der deutsche, der österreichische und der bulgarische Konsul in Canea die Stadt Mit ihrttm Pier^otml und den Ärchiven verlassen haben, um sich nach dem 'iroßen Gebrrgsdorfe L a c c 0 i zu begeben, :oo sie zu bleiben beabsichtigen. Sie fürchteten bei eMer Landung der alliierten Stteitkräste in Ca:wa gefangen gen-nnmen zu werden. Kurz nach ihrer Abreise besuchten zwei englische Offiziere das^ deutsche Konsulat, das aber schon geschloffen worder: war^ ' Der Erfolg der Beschießung Englands. * Kopenhagen, 29. April. Uebcr die WrrLrng der letztent Zeppelinangriffe auf England wird in London das stvervgste Still- sch-oeigen beivährt. Tor bei der Beschießung von Lowestost mü> darmouth angerich-tete Schaden ist sehr groß. Am 25. April mittags Ivurden heimlich mehrere Sanitätsabteilungev mit Äerzten trach Parnwuth gescksickt. Ai an entnimmt daraus, das; dort eine große Anzahl von Mcmsckten verwecndet worden ist. Nach LMveswft sind mehrere Sanitätsab tkilrrngen ab gegangen, wo einige hindert Personen, darunter viele Soldaten, in de:: Hvlpi- tälenr liegen. Fast die Hälfte von Lowestoft ist bei der Beschießung durch die deutschen Kriegsschiffe in Trumm er gelegt wvrde::. Nan^ntlich> am Strande ist keck: 5)aus :mbeschädigt. Zahlreickie Brände sind ansgebvochen; die Haftnanlagen sind zerstört. Die Zahl der Opfer ist groß. Jn Parmortth wurde eine Kaserne in Brand geschossen, wobei rnehrere Explosionen der dort lagernden Munition stattfcnchen. Wichtige Bettenfrage bei Materialmangel. Erst reckt ist es jetzt, wo fast keine Pslanzendaunm (Kapok) und feine Roßhaare vorhanden, also Kapo tnm trotzen ft st so teuer wie Roßhrarrnvtratze:: sind, eine fftotwenoigleit, nreme 3teil. Matratzen „Stabil", Patentamt!, gesch. unter Nr. 420 684 (Znsatz Verbesserung beim Patentamt angenreldet), in 9lnwendung zu bringen. Noch genügender Vorrat in Kapok mit Roßlxrarüber- läge ennöglicht, die Vorzüge des gesunden Lagers eurer Roßhaar- nratratze zu erreichen. Jederzeit in Roßl-aarnkatratzen umzuändern. Auch Kapokülwrlage mit Einlage billigeren Materials gibt seit Fahret: bestbewährte und :wck: billige Matrotzei:. Hosmöbel- und Bettenftbrik Th. Brück, Gießen. ' 2936 Lefaiile ffip Schuttmaclier äußerst günstiaesiZlnacbot. 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Lebensjahre unsere liebe, treusorgende Mutter, Grossmutter und Urgrossmutter Sanitätsrat Dr. med. Otto Großmann Oberstleutnant Ernst Großmansi, z.Zt. im Felde Emma Landmann, geb. Großmann Mary Großmann, geb. Wilson Ottilie Großmann, geb. Schmitz Dr. med. Gustav Landmann, Korpshygieniker, z. Zt. im Felde 6 Enkel, 2 Urenkel. Darmstadt, Schiesshausstrasse 108, 34Q8D Den Heldentod fürs Vaterland starb an den Verwundungen durch ein ArtiUeriög'esdaoss unser lieber Sohn, mein innigstgeliebter Bräutigam, unser guter Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Neffe und Onkel, der Vizefeldwebei Ernst Schönsee Wiaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse 3499 im 28. Lebensjahre. Giessen, den 29. April 1916. Im tiefsten Schmerz: Familie Gustav Schönsee Gustel Frenzei, als ßraut Familie "Richard Frenzei Eduard Reusch Familie Eduard Schönsee Frau Reinhold Schönsee Ww. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, dass am Palmsonntag, den 16. April, mein innigst- geliebter, unvergesslicher Gatte, der treusorgende Vater seiner 2 Rinder, unser guter Sohn, lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Gustav Weller Pionier der Pionier-Kompagnie 225 im Alter von 34 Jahren auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Weller und Kinder. Wieseck, den 29. April 1916. 3592 Minna Körners Heute morgen verschied nach kurzen Leiden unsere liebe gute Tochter, Mutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Schwiegertochter fts» fMnm KM geb. Giesler im 33. Lebensjahr. ZU N«MN kt trauern lM Hinterbliebenen Familie Wilhelm Giesler. Landmannstr. 7 Karl Münch, z. Zt. im Felde und Kinder. Gietzen, den 28. April 1916. Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. Avril, uni 4 Uhr, vom neuen Friedhof aus, statt. 3390 und Vorschule West-AMlase 48 Heute morgen 7 d U Uhr verschied nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Grotzmutter Mjurke Mmm, geh. Wn im 59. Leben-jahre. Dies zeigt tiefbetrübt an im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Hofmann und Kinder. Giehen (Neustadt 47), Hamburg, Holtenau, Reiskirchen, Heuchelheim, 28. April 1916. Die Beerdigung findet Montag, den I.Mai, nachm- 3 Uhr, von der Kapelle d. neuen Friedhofs ans statt- pn Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei dem Hinscheiden unserer lieben Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Lina Kalb sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Kolb II. WieseL den 28. April 1916. 3391 a erd L'.tkTrt,- " Juj*J1ö 4 BtKrtBO-, <% tiyi Aratttskta:. — (ELaenbetonbeu nnd Kolrartechalk.) TT Neuo L&bonatorleii. W Lehpfiicher: Gehörbildung, Musikdiktat, Analyse, Primavista- Singen, Theorie der Musik, Harmonielehre, Llswso- far-KIavierspiel, Höhere» Klavierspiol (Solo, Ensemblespiel, Hebungen im Begleiten). — Anfang des Sommer-Semesters 1916 Montag, den 8. Mai. Festsetzung des Stundenplanes Dienstag, den 2. Mai, nachmittags 2 Uhr. .,377 Gafe Ernst Ludwig Heute Samstag und morgen Sonntag KONZERT Statt Karten Regierungsassessor Dr. Ah! und Frau Hedwig, geb. Bredienbach beehren sich die Geburt eines SOHNES anzuzeigen Darmstadt, z. Zt. im Felde z. Zt. Gießen, Lonystraße 20 den 28. April 1916. 3378 /! Caf 6 Amend Samstag «nd Sonntag Künstler - Konzert 2860 Für Stotternde! 3402 Um allen Anfragen zu genügen, wobei ich um Auskunft über mein neues Verfahren zur Beseitigung des Stotterns gebeten werde, so habe ich mich entschlossen am Freitag, der ö. Mal von 12—7 Uhr in vissssn im Lahnhors-UoiklI-ünz,Sprechstunde abzuhalten,um allen Interessenten, welche sich vertrauensvoll an mich wenden wollen, mündlich Ausknuft zu geben über mein neues bedeutend verbessertes gesetzt, gesch. Verfahren nnd das diesbezügliche D. N. P., welches einzig dastehend ist. Stotterer können sich mit Hilfe meines sehr ein fachen Versaiirens iebr bald von ibrem Stotterübcl befreien(bel .Kindern kann dasUebelmtt Hilfe der Eltern beseitigt werden). Biele haben sich in kurzerZei: m. Hilfe nieinesVerfahrensv.Stotterübelbe- freit. Innerhalb llTagen giiigen bei mir schon über 50 Danksagungen ein. Eingrvfi.Teil dieserOriginal-Briese liefen in der Sprechstunde zur gefälligen Einsicht bereit. Manche davon hatten scheu vorher anderweitig mehrere Kurse ohne den gewünschten Erfolg besucht. Mein Verfahr, ist der billigste u. eins. Weg z. gründl. Beseitig.d.SlolterübelSlo.Berufsstörnnnu.Hetlmtttei). Versäume es kein Interessent meine Svrechst. z. besuch FürdieAuskunfterteil.ist eineGebiihrv.1 Mk.z.entricht. SprachanstultHagenburg (Sch- Livve). vir. Llotnmsisr. Bitte nicht zu verwechseln mit Warneke Hannover. mww CARL BERG GIESSEN SchuhwarengsQhäft - Mäusburg Nr. 4 -Anfertigung nach Maß__ Lag-er fertiger Herren-, Damen- u. 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