Kr. 98 Der Gtefreuer ÄnzeiHrr erscheint tivifid), außer EormtagS. - Beilagen: vieriuak wöchentlich GießeaerAEit iendiätter; zweimal wöckjcntt.Rreis- bUtt! Md« Lkrris Siehen (Dienstag und Freilag): zweimal monatl. Land-- wirftchaftliche Seift ragen Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchristleitung112 Verlag,Geschäftsstelleöl Adresse iür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Amrahme von Anzeigen für dle Tagesnuinnier bis zum Abend vorher. Erster Blatt l66. Jahrgang Donnerstag, 27. April M6 Genera!-Anzeiger für Oberhessen RotaüonrdruS und Verlag der Srühl'schen Univ.-Such- und Lteindruckerei R. Lange. Schristleitung, Seschäftrstelle und Druckerei: Zchulstr. 7. VezuqSvret >: monati. 90 Pf., viertel- fährt. Mk. 2.6ö: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 M-: durch die Post Dlk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Beitellg. Zeilenpreis: lokatlöPf., ausw. 20 Pf. — f>aupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaat: Fr-R.Zenz: für den Anzeigenteil: H Beck, sämtlich rn Gießen Neue erfolgreiche (TO.) Trohes Hauptquartier. 26. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich des Kanals von La Bassee wurde der Angriff stärkerer englischer Abteilungen gegen von uns besetzte Sprengtrichter nach heftigem Nahkampf abgeschlagen. Der Minenkrieg wird von beiden Seiten mit Lebhaftigkeit fortgesetzt. Westlich von G i v e n ch y - e n - G o h e l l e besetzten wir die Trichter zweier gleichzeitig gesprengter deutscher und englischer Stollen, machten einige Gefangene und erbeuteten ein Maschinengewehr. Erfolgreiche Patrouillcnunternehmungen unsererseits fanden zwischen Vailly und Craonne statt. Ein erwarteter französischer Teilangriff gegen den Wald südwestlich von Villc-aur-Bois wurde abgewiesen. Es sind sechzig Franzosen gefangen genommen und ein Maschinengewehr erbeutet. Auf der Höhe von V a u q u o i s, nordöstlich von Avo eourt und östlich von „Toter Mann" waren Kämpfe mit Handgranaten im Gange. Angriffsabsichren des Feindes gegen unsere Grüben zwischen „Toter Mann" und Cau- rettes-Wäldchen wurden erkannt und durch Feuer gegen die bereitgestellten Truppen vereitelt. Oestlich der Maas entwickelten die beiderseitigen Artillerien sehr lebhafte Tätigkeit. Nordöstlich von Celles (Vogesen) brachte uns ein sorgfältig vorbereiteter Angriff den Besitz der ersten und zweiten französischen Linie auf und vor der Höhe 5 4 2. Bis in den dritten^ Graben vorgedrungenc kleinere Abteilungen sprengten dort zahlreiche Unterstände. An un- verwundeten Gefangenen sind vierundachtzig Mann, an Beute zwei Maschinengewehre und ein Minenwerfer ein- gebracht. * Abgesehen von anderen Fliegern n lern ehmu n- -gen, belegte eines unserer Flugzeuggeschwader östlich von Clermont den französischen Flughafen Brocourr und den stärk belegten Ort Jubecourt mit einer großen Anzahl von Bomben. Zwei feindliche Flugzeuge sind über Fleury (südlich von Douaumont) und westlich davon im Luftkampf abgeschossen. — Deutsche H e e r e s l u f t s ch i f f e haben nachts die englischen Befestigungen und Hafcnanlagen von London, Eolchcster (Blackwater) und Ramsgate sowie den französischen Hafen und die großen englischen Ausbildungslager von Staples angegriffen. OestlicherKriegsschauplatz. An der Front keine wesentlichen Ereignisse. * Ein deutsches Flugzeuggeschwader warf ausgiebig Bomben auf die Flugplätze von Dünaburg. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. * Berlin, 26.April. (WTB. Amtlich.) Am 25.April r,\t Hellw erden haben Teile unserer Hochscestreitträftc oie Befestigungswerkc und militärisch wichtigen Anlagen von Great Yarmouth und Lowcstoft mit gutem Erfolge beschossen. Danach haben sie eine Gruppe feindlicher kleiner Kreuzer und Torpedobootszerstörer unter Feuer genommen. Auf einem der Kreuzer wunde ein schwerer Brand beobachtet, ein Torpcdobootszerstörer und zwei feindliche Borpostcn- schiffe wurden versenkt. Eines der letzteren war der englische Fischdampfer „King Stephen", der, wie erinnerlich, sich seinerzeit weigerte, die Besatzung des in Seenot befindlichen deutschen Luftschiffes „L 19" zu retten. Die Besatzung des Fischdampfers wurde gefangen genommen. Die übrigen feindlichen Seestreilkräfte zogen sich zurück. Ans unserer Seite keine Verluste. Alle Schiffe sind unbeschädigt zurückgekehrt. (Gleichzeitig mit dem Vorstoß unserer Secstreitkrüfte griff in der Nacht vom 24. zum 25. April ein Marineluft» schisfgeschwader die östlichen Grafschaften Englands an. Es wurden Industrieanlagen von Cambridge und Norwich, Bahnanlagen bei Lincoln. Batterien bei Winterton, Ipswich. Norwich und Sarwich. sowie feindliche Vorpostenschiffe an der englischen Küste mit gutem E r- f o l g e m i t B o m b e n b c l e g t. Trotz heftigster Beschießung sind sämtliche Luftschiffe unversehrt in ihren Heimathäfen gelandet. Flugzeuge unserer Feld Flieger-Abteilung in Flandern haben am 25. April frühmorgens die Hafcnanlagen Befestigungen und den Flugplatz von Dünkirchen wirkungsvoll m i t B o m b e n belegt. Sie sind sämtlich unversehrt zurückgekchrt. Die bereits gemeldeten Vorpostengcfcchte vor der flandrischen Küste vom 24. April wurden am 25. April fortgesetzt. Dabei wurden durch unsere Secstreitkrüfte ein englischer Torpedobootzerstörer schwer beschädigt und ein Hilfsdampfer versenkt, dessen Besatzung gefangen nach Zeebrügge eingebracht worden ist. Unsere Strcitkräfte sind auch von diesen Unternehmungen unbeschädigt zurückgekehrt. Der Feind fort m aus dem Gebiet der flandrischen Küste wieder zurückgezogen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Erfolge unserer U-voste. Berlin, 26. April. (WTB. Amtlich.) Am 25. April ist das englische U-Boot 822 in der südlichen Nordsee durch unsere Streitkräfte versenkt worden. Zwei Mann gerettet und gefangen. Ein U-Boot erzielte am selben Tage und in derselben Gegend auf einen englischen Kreuzer der „Are- t h u s a" - K l a s s c einen Torprdotreffer. l Der Chef des Admiralstabs der Marine. Wie der deutsche Admiralstab am 25. d. M. mitteilte, haben an den letzten Tagen englische Kriegsschiffe Fahrten nach der belgischen Küste unternommen, um dort Minen zu fischen und Bojen zur Bezeichnung der Bombardementsstellungen .zu legen. Diese Versuche sind nach dem neuesten amtlichen Bericht fortgesetzt worden, aber mit negativem Erfolg: ein englischer Torpedobvotszerstörcr wurde schwer beschädigt und ein Hilfsdampfer versenkt. Der Feind hat sich aus dem Gebiet der flandrischen Küste zurückgezogen und unsere Streitkräfte sind völlig unbeschädigt geblieben. Eine Probe deutschen Könnens hat dagegen zu ganz anderen Ergebnissen geführt. Mit kühnem Vorstoß zu Wasser und zur Luft ist wieder einmal die englische Küste angegriffen worden; London selbst, seine Befestigungen und Hafen-Arv- lagen wurden von „deutschen Heeresluftschiffen" mit Bomben belegt. Es scheint, nachj den beiden vorliegenden Meldungen der Heeres- und dßr Marineleitung, sich um ein von diesen hohen Dienststellen verabredetes, gemeinsames Vorgehen zu handeln; daß die Heeresleitung auch über Luftschiffe verfügt, die über die Nordsee zu ziehen vermögen, ist interessant. Jedenfalls hat unsere Marineleitung bei den neuen Angriffen die größten Triumphe für sich. Denn ganz besonders wird der neue, kühne und überaus erfolgreiche Angriff von Teilen unserer Hochseeflotte in der Welt Eindruck piachen. Es sieht beinahe so ans, als ob' die englische Flotte, die gerühmte Beherrscherin der Meere, gar nicht mehr vorhanden sei. Nicht nur haben unsere Schiffe die bekannten, oft genannten Küstenplätze Parmouth und Lowestoft ausgiebig beschossen, sondern auch die „örtlichen Seestreitkräfte" der Engländer gehörig aufs Korn genommen. Die deutschen Kommandanten haben wohl von vornherein die Ueberzeugung und Sicherheit gehabt, daß sie mit diesen Wächtern Englands leicht fertig werden könnten. Und so wurden denn ein englischer Torpedobootszerstörer und zwei feindliche Hilfsschiffe dem nassen Grab übergeben. Eine seltsame Fügung des Schicksals ist es, daß der feige Fischdampfer „King Stephen", der die Besatzung unseres „L 19" hilflos hat untergehen lassen, von der strafenden Hand Gottes crfaßL worden und versenkt worden ist. Seine Besatzung, die in deutsche Gefangenschaft geraten ist, erfährt deutsche Verachtung, wird aber an ihrem traurigen Dasein sonst nicht ver- sehrt werden. Unsere Schiffe sind sämtlich unbeschädigt von den Angriffen auf Englaird zurückgekehrt. Die vorliegenden englischen Berichte über alle diese bedeutungsvollen Ereignisse sind kläglich und durstig in ihren Angaben. Wir sind überzeugt, daß im englischen Publikum wieder eine gelinde Raserei ansbrechen wird über die Schutzlosigkeit der englischen Küste und über die Harmlosigkeit, mit der die Admiralität den Satz verkündet: „Soviel man im Augenblick weiß, wurden zwei leichte britische Kreuzer und ein Zerstörer getroffen, aber keiner zum Sinken gebracht." Das ist, wie man aus der klaren deutschen Meldung ersehen kann, Unwahrheit. Natürlich werden von den amtlichen Stellen in London auch die Erfolge unserer Luftschiffe wieder verkleinert. Verwunderlich ist der Wortreiche tmn über kleinere, belanglose Ereignisse. Gleichzeitig mit dem siegreichen Vorstoß auf England werden noch weitere rühmliche Taten unserer Marine gemeldet. In der südlichen Nordsee ist das englische U-Boot E. 22 „durch unsere Streitkräfte" versenkt worden; welcher Gattung von Schiffen hier der deutsche Sieger angehört, bleibt uns unbekannt. In derselben Gegend lind am selben Tage aber hat ein deutsches U-Boot mit Erfolg einen englischen Kreuzer der Arethusa-Klasse torpediert. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 26. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart: 26. April 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Am Südwestrande der Hochfläche von Doberdo kam es wieder zu heftigen Kämpfen. Oestlich von Selz war es dem Feinde gelungen, in größerer Frontbreite in unsere Stet lung einzlldringen. Als er aber den Angriff fortsetzen wollte, schritten unsere Truppen zum Gegenangriff, jagten ihn bis in ihre alten Gräben zurück und vertrieben ihn auch aus diesen in einem erbitterten Handgemenge. Somit sind auch hier alle unsere ursprünglichen Stellungen in unserem Besitz. ttlft Italiener wurden gefangen. Das Artilleriefeuer war an vielen Punkten der küstenländischen Front sehr lebhaft. An der K ö r n t n e r f r o n t war die Gefechtstättgkeit gering. Am Col di Lana setzten unsere schweren Mörser das Feuer fort. Die Tätigkeit der feindlichen Artillerie ließ nach. Im Sugana-Abschnitt räumten die Italiener alle ihre Stellungen zwischen Votto und Roncegno, in welchen viel Kriegsmaterial gefunden wurde, und zogen sich nach Rencegno zurück Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. Die neuen deutschen Erfolge in der Nordsee. Berlin, 27. April. Zu den neuen deutschen Erfolgen in b£r Nordsee sagt die „Germania": Das dürfte eine schöne Ueber-- raschung für die Engländer gewesen sein, daß, als sie uns vielleicht niedergedrückt lveaen der Auseinandersetzung mit den Vereinigten ^Staaten von Nordamerika wähnen mochten, sie die Kraft der deutschen Faust zu Wjalffer und in der Luft recht gründlich zr verspüren bekamen. Ter englische Bericht. London, 25. April. (WTB.) Die Admiralität macht bc* kannt: Gegen 4 Uhr 80 Minuten früh erschien ein deutsches Geschwader von Schlachtkreuzern, begleitet von leichten Kreuzern und Zerstörern, in der Nähe von Lowe- st oft. Die lokalen Secstreitkrüfte griffen es ent und nach etwa 20 Minuten kehrte cs nach Deutschland zurück, verfolgt von unseren leichten Kreuzern und Zerstörern. Am Ufer wurden zwei Männer, eine Frau und ein Kind getötet. Der materielle Schaden scheint unbedeutend. Soviel man im Augenblick weiß, wurden zwei leichte britische Kreuzer und ein Zerstörer getroffen, aber keiner zun: Sinkm gebracht. London, 26. April. WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Kciegsamt meldet, daß der Luftangriff in der letzten Nacht auf die Küste von Norfolk und Sufsolk anscheinend durch vier oder fünf Zeppeline ausgeführt wurde, von welchen nur zwei den ernstlichen Versuch machten, weiter ins ücrtb zu kommen. Etwa 70 Bomben wurden abgeworfen; ein Mann schwer verwundet. Weftere Einzelheiten über Verluste an Menschenleben fehlen. London, jj|6. April. (WTB.) Das Kriegsamt teilt mit: Am 24. April aKnds kamen drei Zeppeline von See über die östlichen Grafschaften. Zwei flogen kurz vor IOV 2 Uhr abends über die Küste von Norfolk, ein anderer folgte ungefähr um 11 Uhr. Nach den bisherigen Berichten wurden einige Brandbomben abge- worfen. l London, 26. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Nach der „Daily Times" in Ipswich find die Geschwader der leichten Kreuzer und Zerstörer, die an dem Seegefecht bei Lowestost tciluahmen, sämtlich in den Hafen zurückgekehrt. Zwei leichte Kreuzer wiesen Spuren auf, daß sie getroffen waren, aber nicht an solchen Stellen, daß sie in ihren Aktionen behindert wurden. Ein Zerstörer war bei dem Maschinen- raum getroffen. Es ist aber kein Unglück pafftert. Es scheint, daß der Feind, nach dein er die offene Stadt zwanzig Minuten beschossen hatte,'die Flucht ergriff. London, 26. April. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus : Die Admiralität macht bekannt: Am 23. April früh wurden trotz ungünstigen Wetters von Flugzeugen der Flotte Bombenangriffe auf ein feindliches Aerodroin zu Mariakerkc aus geführt. Die Flugzeuge wurden heftig beschossen, sind aber alle unversehrt zurückgckehrtt Soweit inan beobachten konnte, wurden mite Resultate erzielt. Eines unserer Kampfflugzeuge griff ein feindlickgs Flugzeug an und brachte es zum Niedergelen. Als es zuletzt gesehen wurde, befand es sich dicht am Boten und war nicht mehr zu regieren. Am 24. April morgens wurde *iit neuer Angriff mit demselben Ziele iit Verbindung mit Belgiern ausgchührt und eine grvßcl Bonibenzahl abgeworfcn. Alle Flugzeuge wurden heftig beschossen, aber die britischen halten keine Verluste. Die Resultate scheinen sehr gute gewesen zu sein. Am selben Tage griff ein britischer Aeroplan etwa fünf Meilen von Zeebrügge ein feindliches Wasserflugzeug au. Der feindliche Pilot wurde getötet. Das Flugzeug ftel l erab. Ter feindliche Beobachter stürzte heraus, während sich das Flugzeug noch in 3000 Fuß Höhe befand. Das Flugzeug fiel ins Meer und versank. Während der Operationen gegen das deutsche Schlachtkreuze r g c s ch w ader , das am 25. nwrgens an der Ostküste erschien, wurden zwei Zeppeline durch Landfftrgzeugc und die Flotte über 60 Meilen »veit über die Sec verfolgt. Es wurden Bomben und Pfeile abgelvorfen, aber anscheinend ohne ernstliche Wirkung. Ein Aeroplan und ein Wasserflugzeug griffen die deutschen Schiffe vor Lowestoft an und warfen schwere Bomben ab. Bier feindliche U-Boote wurden ebenfalls mit Bomben angegriffen. Das Wasserflugzeug kam unter heftiges Feuer der feindlichen Flotte, aber obwohl der Pilot ernstlich iwrwimdet war, konnte er doch, sein Flugzeug wieder sicher au Land bringen. Ein Pilot wird als vermißt gemeldet. Er stieg bei dem Zeppelin-Angriff früh am Morgen auf und scheint einen Zeppelin angegriffen zu haben. Man lyat seitdem nichts von ihni gehört. London, 26. April. .WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Kriegsamt mach! bekannt: Feindliche Luftschiffe überfielen gestern nacht Ke nt und Esser. Ihre Zahl ist unsicher, aber es können nicht über vier gewesen lein. Mit lebhaftem Feuer der Abwehrgeschütze empfangen, kehrten sie zurück, nachdem sie wenig oder gar nichts ausgerichtet hatten. Die Unruhen in Dublin. Amsterdam, 26. April. (WTB.) In seiner Erklärung im Unterhausc sagte der Cheffekretär für Irland, Birrel, wie das Reutersch? Bureau nocki ausführlicher meldet, folgende: Gestern mittag sind in Dublin Unruhen ausgebvochen. Eine große Zahl von Leuten, die mit den als Sinn Fein bekannten Revolution ä r e n in Verbindung stehen und größtenteils bewaffnet waren, besetzte den St. «stephensgroSr, ergriff gewaltsam Besitz vom Postamt, durchschnitt dort die Telegraphen und F-erm- fjmsdjfeituTvgen irrtb besetzte schließlich auch die Däuser in den H«u-Ptstraßen und entlang den Kais. Im Laufe des Tages trafen aus dein Lager von Currach Soldaten ein, die jetzt Herren der Lage sind. Soweit hier bekamtt, sind 3 Offiziere :md vier odcp fünf Soldaten, sowie zwei treu gebliebene Freiwillige und zwei Polizeibeamte getötet worden; verwundet wurden 4 oder 5 Osfi- ziere, 7 oder 8 Soldaten urrd 6 treugebliebene Freiwillige. Ueber die Verluste der Anhänger der Sinn - Feffr-Bcwegun g find noch kerne genauen Mittelungen ein gezogen worden. Nach Meldungen aus Cork, Limmerich Ennis, Tralee und Tippe rary haben sich dort keine Unruhen ereignet. Berlin, 26. April. (Priv.-Tel.) Ter „Berl. Lok.-Anz/' meldet aus Rotterdam: Wie aus Dublin gemeldet wird, ist am Sonntag ein Attentat gegen einen Eisenbahnzug mit Vergnügungsreiseichen bei ^Meryborough versucht tvorden. Eine .Lokomotive mit Polizisten, die man über die Strecke schickte, fand, einige Schienen aufgerissen und den Bahnkörper zerstört. Verletzt wurde niemand. Eine Erklärung Asquiths. London, 26. April. (WTB. Nichtamtlich.) Im Unter- Hause wurde eine Reihe von Anfragen betreffend die Lage in Irland an die Regierung gerichtet. Asguith verlas folgendes Telegramm des Vizekönigs: „Die Lage ist befriedigend. St. Stephens Green wurde besetzt. Elf Aufständische wurden getötet. Die Nachrichten aus der Provinz lauten beruhigend. Der Generalsekretär der Polizei meldet, daß, in Dooghda nationalistische bewaffnete Freiwillige auszogen, um der Regierung beizustehen. (Beifall.) Viele eingeborene Personen haben ihre Unterstützung angeboten." Asguith teilte mit, daß, in Stadt und Grafschaft Dublin das Kriegs gesetzverkündet und drastische Maßnahmen er- . griffen toorden seien, um die Bewegung zu unterdrücken und die Verhaftung aller Beteiligten zu sichern. Abgesehen von Düblin . sei' das Land ru!ßiig> Nur drei kleinere Fälle von Unruhe seien gemeldet worden, um das befreundete Ausland über die wirkliche ' Bedeutung dieser Vorgänge zu unterrichten. Asguith erwähnte dann, daß, die Nachricht, das Schloß des Vizekönigs sei von den Äufständischen genommen, und diese seien in: Besitze von Maschinengewehren, unwahr seien und teilte mit. Lang werde morgen das DieMtpflichtgcsetz einbringen. Das Unterhaus nahm darauf die geheime Sitzung wieder auf, 'die wahrscheinlich heute nachmittag beendet sein wird. ArLedenHftrömurrgen in England. London, 24. April. (WTB.) In Salford fand gestern die Jahr esv-ersaurmlung der britischen Sozia- listenpartei statt. Zwischen beiden Gruppen der Abbeiter, der Kriegspartei und den Pazifisten, kam cs zu einem Streit über die Zulassung der Presse. 30 von den anwesenden 150 Delegierten verließen unter Führung von Hyndman die ;Versammlung. Die zurückbleibende sozialistische Partei nahm eine Resolution für die sozialistische Friedenspropa- jganda an. Die ausscheidende Minderheit konstituierte sich sspäter als selbständige Organisation. Die unabhängige Arbeiterpartei hielt in j Newcastle chre Jahresversammlung ab. Der Abgeordnete sagte: Die Partei würde, wenn sic könnte, den Krieg ^tioch heute durch eine Verhandlung beendigen. Die Versammlung nahm sodann einstimmig eine Resolution an, die u. a. tbesagt, daß der ausführende Ausschuß mit allen Mitteln eine .eMrgrsche Kanrpagrn für die Beendigung des Krieges durch Jriedeusverhandlungen betreiben sollte. Der Abgeordnete -Snswden sagte, die letzten Reden des Reichskanzlers hätten gezeigt, daß jetzt nichts zwischen Deutschland und England stände, was die Opfer weiterer Menschenleben wert sei. - Die neue Regelung der Dienstpflicht in England. 26. April. (WTB.) Meldung des Reuterschen M rrriatä. Das P«ssebuvem: teilt mit: In der g e \f e i m e it Sitzung dckÄ Un terhau ses gab As q wi t h Einzelheiten über die Deevesverwehrung und die militärische Tätigkeit des britischen 'Reiches einschließlich der Kolonien und Indien ab. Er gab sodann eirre Uebersicht über die Untersuchung der RegiKung über die Re- krutierungssrage, die Forderungen der Arbeiter und die Bedürfnisse der Harchelsslotte, der Häfen, der MunitionÄndustrie und der anderen -unentbehrlichen Industrien. Er verbreitete sich ferner über die Koftendecku n g der Rekrutierung und der Subvention an die Alliierten und sagte, die Regierung habe erstens beschlossen, den Dienst der Mannschaften, deren Dienstzeit abgelausen ist, bis zum Ende des Krieges zu verlängern, zweitens ;bie Territorualtruppen mit den Regimeittern, die sie brauchen, zu -vereinigen, drittens die befreiten Mannschaften Meder dienstpflichtig zu machen, sobald ihr Befreiungszertifikat abgelausen ist. Ferner schlägt die Regierung vor, junge Leute, die am 8. August noch nicht 18 Jahre alt sind, dienstpflichtig zu machen, sobald sie jdaB 18. Jahr erreicht haben. Zugleich schlägt die Negierung vor: .erstens sofort Maßregeln zu ergreifen, um durch freiwillige 'Anwerbung von nichteingetragenen Unverheirateten die not- rveudigen Mannschaften zu erhalten. Zweftens fordert die Regierung die Ermächtigung, sofort zu Zwangsmaßregeln überzugehen, wenn am 27. Mai nicht 50 000 von diesen angeworben 'firtb. Drittens: dasselbe soll stattsinten, wenn in irgend einer Woche .nach dem 27. Mai weniger als 15 000 eingeschrieben werden. Viertens: die Maßregeln unter 1 und 2 sollen eingeführt werden, bis 200000 Mann von nicht Eingeschriebenen erreicht sind. An der Debatte nahmen 16 Abgeordnete teil. Das Haus wurde vertagt. Am 26. April ft-ndet wieder eine geheime Sitzung statt. Im Oberhause machte Lord Cvewe dieselben Mitteilungen. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 26. April. (WTB. Nichtamtlich.) In ■ btm erst heute eingetrofsenen amtlichen Bericht vom 12. April ' heißt es: Jwa'kf-ront: In -der Nacht vom 12. April erbeuteten wir \ dan? den von uns vorher getroffenen Maßnahmen ein seind- ilirches Schiff, das von Felahie in der Richtung auf Küt-el- - Amara fuhr. Der Kapitän 'und ein Teil der Besatzung wurde getötet j oder verwundet. Wir entdeckten an Bord des Dampfers eine große ßM-enge Proviant und Kriegsmaterial sowie einige Maschinen- , gewahre. Unsere gegen den Suez-Kanal vorgehenden Kräfte ver- ,nichteten vier von ihnen angetroffene Schwa- 'tdronen des Feindes vollständig. Wir machten einige Geftwgene und- erbeuteten große Mengen Kriegsmaterial, Pvo- -vrant und Munition. Unsere Verluste in diesem Gefecht waren ganz i unbedeutend. Deutsche Parlamentarier in der Türkei. Kon stantinope l, 26. April (WTB. Nichtamtlich.) Vorgestern abend gab de: V i z e p r ä s i d e n 1 d er K a m:n e r, Hussein DserhidBeh, den dcutichen Parlamentariern ein Mahl. Er erinnerte in seiner Begrüßungsrede p\ die Eindrücke, welche er vor fünf Jahren von der Reise der Studienkommission nach Deutschland ^ heimgebracht habe und die im „Tanin" in die Wendung zusammen- ; gefaßt wurden: „Wenn die ganze Zivilisation zu Grunde ginge und allein Deutschland aus Erden übrig bliebe, würde sie, ohne ct- : was von ihrem Glanze zu verlieren, fron diesem Lande allein wieder aufgebaut werden können." 'Das bewähre sich heute, wo Deutsch- -land, umringt von furchtbaren Feinden, seinen Verbündete:: noch "helfen könne, während es überall siegreich kämpfe. Oiestern abend gab X a mm erpräs ident Hadschi Adil Bey den Parlamentariern ein Mchl. Abg. Basser m an n dantte itt französischer Sprache für die frcurchschacklich 'varme Begrüßung , urch die Redner und den herzlichen Em-fang in der schönsten .Hauptstadt der Welt. Er erinnerte an den Verlust der bewen großen Männer, welche in'den letzter Ireis/g Jahve.: an dem Fortschritt und der Größe des o-manischen Volkes gearbeitet hätten, von der Goltz-Pascha und Freiherr von Marschall, und wies ferner darauf hin, daß die innere Neugestaltung der Türkei bestände durch Kriege gestört worden sei. Aber nach den Heldenkämpsen dieses Weltkrieges unter einem Führer wie !Enver Pascha, Schulter an Schulter mit den deutschen Soldaten, würde das türkische Volk die Mitarbeit der Deutschen haben. Auch diese Reise würde dazu mithelfen. Der französische Bericht. Paris, 25. April, (zf.) "Amtliche Mitteilungen vom 25. Avril. 3 Uhr Nachmittags. Westlich der Maas griffen die Deutschen gestern zu Ende des Tages nach heftiger Beschießung wiederholt irnfere neuen Stellungen in der M o r t - H o m m e - G e q e it d an. diachdem die ersten beiden Versuche mißlungen waren, unter- näbm ider Feind einen letzten Angriff mit ausgiebiger Verwendung brennender Flüssigkeit. Durch imser ^Sperrfeuer und das Fender unserer Infanterie aufgehalten, waren die Deutschen genötigt, mit' bedeutende:: Verlusten in ihre Linicm zurückzukehren. Anhaltende Tätigkeit der Artillerie in der Gegend von Avo c o urt. Im Lause der Nacht versuchte der Feind ohne Erfolg, unseren vorgeschobener: Posten im Reduit von Avocourt zu nehmen. Oestlich der Maas ziemlich lebhafte Beschießung unserer ersten und zweiten Linie. Im Walde von Apremont Handgranaten kämpfe. In Lothringen zerstreuten wir eine starke feindliche Erkundungsabteilung, welche sich einen: unserer kleinen Posten östlich von Neuviller zu nähern versuchte. Flugweser:: Am Vormittag warf ein deutsches Flugzeug sechs Bomben auf Dünkirchen ab. Eine Frau wurde getötet, drei Männer wurden verletzt. Der Materialschaden ist unbedeutend. Abends 11 Uhr: Nördlich der Aisne nahmen unsere Truppei: nach Artillerievorbereitung heute früh ein kleines Gehölz südlich des Bois des Buttes in der Gegend von Ville au Bois. In den Argonnen zerstörten -unsere schweren Batterien einen deutschen Posten und deckten im Abschnitt des Four de Poris einen feindlichen (Graben auf 50 Meter zu. Be: Punkt 285 ließen die Deutschen eine Mine in fbiie Luft fliegen. Unser Sperrfeuer hinderte den Feind, den Trichter zu besetzen, dessen Südrand wir befestigten. Westlich der M'aas intensives Bo m b a r d e me n t von Punkt 304 und der Gegerrden von Esn-es und Cnmieres. Oestli-chi der Maas relativ ruhiger Tag. In der Woevre sehr heftiges Bombarv-ement in: Abschiritt von Moulainville. Keine Jnsanterieaktion im Laufe des Tages. Eines unserer weittragenoen Gesckütze hat Wirts au: den Bahnhof von Hauoieourt beschlossen. In Lothringen Unternahmen die Deutschen südöstlich von Bado nviller nach intensiver Vorbereitnng gegen Mittag einen starken Angriff gegen unsere bei La Chapelotte vorspriugende Liine. Der Angriff wuvoe vollständig äbgewieser:. Einige feindliche Abteilungen, die im nordvstlichlen Teile dieser vorspringenden Linie Fuß gefaßt hatte::, wurden am Nachmittag wieder daraus vertrieben und zun: Teck durch unser Feuer vernichtet. Wir machten etwa 50 Gefangene, darmtter einen Offizier. Flugwesen: Bei Bauq::ois wurde ein feindliches Flugzeug nadji einen: Luftkampf gezwungen, in seinen Linien niederzugehen. In der Gegend^ von Verdun hat eine unserer Jagdflugzeuge ein deutsches Flugzeug heruntergeholt, das auf dem Psefserrückew nied-erstürzte, ungefähr 50 Meter vor: unseren Gräben entfernt. Ein drittes feindliches Flugzeug, das durch einen unserer Flwger nieder geholt wurde, stürzte im Forges-Wald ab. Schließlich wurde ein Fotter von emem unserer Flugzeuge aus kurze Distanz nrit einem Maschinengewehr beschossen uiib stürzte kopfüber in der Gegend von Hattonchatel ab. In der Nacht vom 24._ zum 25. April warf eines unserer Luftschiffe 10 Eff: hundertsün fzeh n er - G ra- naten und Zwechundertzwanziger-Granatn: auf den Bahnhof von Eonslans ab. Mord eines französischen Offiziers. Berlin, 26. April. (WTB.) Die „Nordd. Mg. Ztg." veröffentlicht die eidlichen Aussagen von fünf Krankenträgern eines im Westen stehenden Jägerbataillons, durch die unumstößlich festgclegt wird, daß ein französischer Offizier deutsche S a n i t ä t s m a n n s ch a f t e n dirrch Bedrohung mit dem Revolver zum Verrat ihrer eigencu Kameraden zu verleiten suchte, und du ihm dies nicht gelang, die Krankenträger meuchlings niederschoß. Der Sanitätsgefreite Hell in ge r wurde dabei durch einen Kopfschuß getötet. Die deutschen Sanitätssoldaten waren vollkommen unbewaffnet und machten den französischen Offizier ausdrücklich auf ihre Roten-Kreuz-Abzeichen und ihre Eigenschaft als Sanitätssoldaten cntfrncrksam. Bulgarischer Besuch. Sofia, 26. April. (WTB.) Etwa zwanzig Mitglieder der So brau je unternehmen am nächste:'. Sonntag unter Führung des Vizepräsidenten der Sobrmffe, Momtschilow, eine dreivwchent- liche Be fuchs reise nach. Ungarn, Oesterreich und Deutschland. Aeußeruugen des bulgarischen Geueralstabschess. Berlin, 27. April. In einer Unterredung, die der bulgarische Generalstaöschef Jo stow gestern einemMitarbeiter des „Berl. Taaebl." gewährte, erklärte er u. a.: Ich habe bei meinem Besuche an ver Westfront sehr viel gelernt und viel gesehen, was man früher für kann: möglich gehalten hätte. Ich kehre voll Bewunderung fiir das zurück, was die Deutschen an Organisation, Kraft und an militärischer Knust vollbracht haben, und das nicht allein an der Front, sondern auch hinter der Front. Ich war in Belgien und habe gesehen, welche vortreffliche Ordnung die Deutschen durchgeführt haben. Wo ftni> die vielerzählten Vernichtungen in Belgien? Ganz Belgien gleicht entern prächtigen Garten außer an den Orten, die im Fenerbereich liegen und wo Verwüstttnaen wohl vorkonnnen. Ich habe auch Gelegenheit gehabt, ven Deutschen Kaiser zu sprechen. Er ist voll Zuversicht, und ich bin von tiefer Bewunderrrng für seine Persönlichkeit erfüllt. Die Lage an der Westfront scheint mir sehr günstig. Deutschland und Amerika. Amsterdam, 26. April. (WTB.) Das Reuterfche Bureau verbreitet folgende Mashin versanken. Ter Schlepper „No-ordzec" ist nrit den geretteten Mmnschaften im Neuen Wasserweg eiu- getrosfen. Arrs Sittdt nnö Larrd. Gießen, 27. April 1916. L. U. A n d e r L a n d e s u n i v e r s i t ä t Gießen ist 5)erc M eh m c b Ali Bey Haschwet, bisher Direktor der Musterschule zu Schischli, einem Vorort von Konstantinvpel, als L e k t o r s ü r d i e t ü r k i s chi e S p r a ch e angestellt wor- dem Mehmed Ali Bey ist 1889 in Philippvpel geboren, er entstammt einer alten türkischen Familie. Für die Stelle des Lektors ist er vom türkischen Unkerrichtsministerium empfohlen worden. Er wird seine für Anfänger und Fortgeschrittene bestimmten Uebungen, die in Verbindung mit den an der Universität gehaltenen Vorlesungen über die türkische Sprache stattfinden, in der ersten Maiwoche beginnen. Der Besuch der Vorlesungen und Uebungen ist auch Nichtstudiereuden gestattet. Eine Vorbesprechung ist auf Montag, den 1. Mai, abends 7 Uhr, angesetzt (Hörsaal 44 der Universität). ** V o r t r a g sa b e n d. In dem am Freitag, den 28. Llpril im großen Hörsaal der Universffät stattftndendet: Orienta- l i s ch c n Abend wird caad. phil. H ö cke r zunächst Balladen und Gedichte von Goethe, Heine, Heoder, Platen u. a. bringen., Im zweiten Teil des Mends werden besonders moderne Dichtungen noch lebender A::toren zum Vortrag kommen. Sv u. a. ein Kapitel 'aus der „Südlick-en Reise" von A. H. R^us ch, dem Friedberger Dichter, ferner Gedickche von R il ke, wie eine Asiatische Novelle pon Tauthendey. Der Abend verspricht mithin recht interessant und abwechslungsreich zu werden. ** Eine weibliche Leiche wurde heute morgen gegen 7 Uhr in der Nähe des Biebertalbahnhofes aus der Lahn gezogen. Wer die Gelärchete ist, konnte noch nicht fest- gestellt werden. ** Zinss ch e in e als Zahlungsmittel. Im Anschluß an die von uns kürzlich gebrachte Notiz wird uns von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß nunmehr sämtliche Bezirkstassen sowie sämtliche staatliche Unt'ererhebstell-en angewiesen worde:: sind, die Zins-^ scheine der 9!eichsanleihen, insbesondere der Kriegsanleihen in Zahlung zu nehme::. ** Au f Anordnungder Reichs stelle für dieVe r- s o r g u n g m i t V i e h« u n d F l e i s ch (Reichsfleischstelle) sollen die im Eigenttline der Komnmnalverbände und Gem^emden befindlichen Vorräte an Gefrierfleisch, Fleischräucherwaren und F le i s ch ko n se r ve n, oh::e Rücksicht auf de:: Ort der Lagerung, nach dem Stande in der Nacht vow 30. Aprll zum 1. Mai 1916 festgestellt werden. Die Großb. Zentralstelle sür die Landesstatistik, welche vom Großh. Ministcrmm des Innern mit der Durchführung der Erhebung im Großl»erzogtt:m beauftragt rvorden ist, wird die in Betracht kommeuden Fragebogen den Kommunalverbänden und Gemeindan in den nächsten Tagen zukommen lassen. ** Die L an d e sve r t e i lnng s stelle für Futtermittel in Darmstadt gibt bekannt, daß holländische Run-> ie { r ii b c:: zu 2,50—2,60 Mark pro Zentner erhältlich seiet:. Ferner werden die Sa a t n: a i s b e st e l l u ng en im Laufe btefet' Woche restlos au-ge führt. NachbesteUungen aus Saatmais könnQv noch eingereicht werden. Ms Hühnerfutter steht Hirse und etwas Ausputzgcrste zur Verftgung. Den Milchwirtschaften kann nock ctivas getrocknete Schnitzel (TrvckM.swnitzel, Zucker- schnitzcl und 9Nelasseschn:tzel) bei der -Schlußverteilung, die jetzt stattsffwet, überwiesen werden. Sämtliche Auftageu und Bcstellm:- gen sind durch die örtlichen Futterverteilungsstellen an die Zentralgenossenschaft der Hess, landw. Konsumverein e i n Darmstadt zu richten. ** Bestandsaufnahme von Verbrauchszucker. Laut Verordnung des Bundesrats vom 10. April 1916 ist eine Bestandsaufnahme von Zucker über die vom 25. April 1916 vorhandenen Vorräte angeordnet. Diejenigen, die mft dem Beginn des' 25. April 1916 Zucker in Gcrvahrsam hatten, werden in einer Be- kanntmachung in unserem heutigen Blatte aufgesordert, binnen 24" Stunden den Vorrat nach Mengen und Eigentümern aus dem Stadthause, Zimmer 9, anzuzeigen. Landkreis Gießen. e. Heuchel-Heim, 27. Llvril. Hoboist Sergeant Sack beim Jnionterie-Regiment 116 wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. u Lang- 63 öns, 27. April. Feld-Unterarzt Phil. Freu, z. Zt. in Frankreich, Sohn von Kd. Joh. Frey II-, Landwirt, wurde zun: Sanitätsosfizier befördert. Kreis Büdingen. <£ Ortenberg, 27. April. Ter im September 1914 verwundet in französische Gesaugenschait gefallene Vizefeldwebel Hermann Je cke l von hier kam vor kurzem nach schwerer Krankheit als Austaufchgefangener nach Käppis in der Schweiz, wo er . nach IlLjähriger Trennung den Besuch seirwr Angehörigen en:pfangen ' durfte. Kreis Alsfeld. Up. Mücke, 27. April. Der Osterverkehr vom hiesige:: Bahn-» - Hofe in den nordwestlichen Vogclsberg war diesmal so groß, wie noch nie in den Friedensjahren. Unter den Ostergästen üderwog die Uniform; auch mancher Feldgraue mit Sack und Pack war aus dem I Westen beurlaubt worden. Tie Großstädter, die ebenfalls so zahl- \ reich das Land besuchten, mochten wohl wissen, daß der Vogels- ! berger Osterhase noch gut legt. up. Ruppertenrod, 27. April. Dem Fahrer Sann von j hier bei der Munitions-Kolonne^ des Fuß-ArtiUerie-Regiments t Nr. 3 wurde vom Großherzog die Hessische Tapferkeitsmcdaille vcr- | liehen. Aus der Reinhard Allcndors'schen Stiftung wurden -u \ Ostern 13 Konfirmanden mit Gesangbüchern beschenkt. So wc.o dem Stifter und seiner Ehefrau, denen die darikbLre Gemeinde eine » Gedächtnistasel in hiesiger Kirche gewidmet, ein ehrendes Andenken j bewahrt. Kreis Schotten. L. Lardenbach, Kreis Schotten, 26. April. Die hessische % Tapferteitsmedaille erhielt am 12. ?lpr:l d. I. der Sergeant Eduard M ö lche r von hier, im Feldartillerie-Regiment Nr. 27, ß nachden: er gerade vor einem Jahre das Eiserne Kreuz zweiter Klasse eckl)alten hatte. Ferner erlchelten ^dri-egsauszeicbnungen aus! -- unseren: Torfe: Karl Lein, Feldartillerie-Regiment^ 241, -und . Otto Keller, Reser Ve-Jnfcmterie-Regiment 223: die Hessische i Tapserkeitsmedaille. Ter schwer verwundete Wffhelm Keller, welcher wegen seiner Verwundung entlassen ist, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. —- Hier befinden , sich gegenwärtig 17 russische Kriegsgefangene. Sie stammen zun: Teil aus Sibirien, zum Teil aus der Ukraine. Sie haben sich bisher Mt bewährt. Es sind meistens ruhige und fleißige Leute. | Es sollten alle Bewohner der Dörfer des Vivgelsberges, wo die 1 Arbeitskräfte mangeln uitb wo man bisher mit der Einstellung I von Kriegsgefangenen aus nichtigen Gründen gezögert hat. die f Gelegenheit benützen, die fehlenden Arbeitskräfte aus diese Weise zu ersetzen. Kreis Friedberg. TA. Friedberg, 27. April. Der Gefreite Kanonier in: Artillerie-Regiment Nr. 25 Ernst Mai von hier wurde zun: Unter« osfizier befördert. LI. B a d ° N a u h e : n:, 27. April. Der Gefreite Tjard H a jf t erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. -o- Butzbach, 27. April. Heute begehen die Eheleute Hermann B e r u o h ä u s e r, Betriebsleiter des städtischen Elektrizitätswerkes, und Anna Maria Katharina Lüdecke von hier das Fest der Silberhochzeit. LI. O s s e n h 'im, 37. April. Der Reservist Karl H e b l e r on hier, welcher seit Anfang des Krieges bei einem Pionier-- Bawillon im Osten steht, hat bei den Durchbruchsversuchen der Russen im März das Eiserne Kreuz erhalten. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 27. April. Unsere Volksschule gilt schon von jeher als ein Schmerzenskind. Sie erfordert diesmal einen Gesamtaufwand von 110 225 Mk.; dazu lässt sich der Bau einer neuen Schule nicht mehr länger hinausschieben. Für Wetzlar- Niedergirmes wurde die Errichtung zweier neuer Lehrerstellen genehmigt. ra. Wißmar, 27. April. Die Wiederwahl unseres Gemeinde-Vorstehers Ludwig L a u tz hat die Bestätigung gefunden. Starkenburg und Nheinhessen. = Bens h«e:n: a. B., 26. April. .Heule schickte der Bäckermeister I. Schurlz seinen zehnten Sohn ins Feld. Von den übrigen neun wird einer seit Kriegsbeginn vermisch, einer war verwundet: die anderen sieben haben die Mühen des Feldzuges bis jetzt sehr gut überslirnden. Hessen-Nassau. I] M ar bur g, 27. April. Die Höchstzahl der nn hiesigen Kreise zugelassenen Schlacht nn g en ist für die Zeit 1. April bis 30. Juni noch weiter herabgesetzt worden. Sie stellt sich in diesem Vierteljahr auf 304 Rinder, 596 Kälber, 554 Schweine nnd 49 Schafe. Auf die Stadt Marburg entfallen etwa 19 Rinder, 27 Schweine, 43 Kälber und 3 Schafe, auf den übriger: Teil des Kreises 4 Rinder, 15 Sch»veme, 2 Kälber nnd 1 Schaf. Weiler wird anfgefordert, sich nicht durch Befürchtungen vor etwaigen Schlachtbeschränknngsmaßnahmen von der Schweinezucht abzu- ivenden, da diese für den kommenden Winter jedenfalls nicht zu emarten seien. Der Verkauf von Fleischovaren, die aus den vor dem 29. März erfolgten Schlachtungen stammen, ist den Landwirte:: gestattet. js Marburg, 27. April. Für die Stadt Marburg wird jetzt die Zuckerkarte eingeführt. Die Höchstpreise für Zucker sind jetzt wie folgt festgesetzt: Würfelzucker 34 Pfg., Kristallzucker 32 Pfg. Und gemahlener Zucker 30 Pfg. das Pfund. Für den 'Monat 2lpril darf noch für jedes Hai^haltungsmitglied 1 Pfund Zucker unter Vorzeigung der Brotausweiskarte verkauft werben. Spater entfallen auf den Kopf der Bevölkerung monatlich 1' -- Pfd. Vorhandene Vorräte werden angerechnet. — Seitens des - Landratsmuts ist die Ausfaatmenge für den Morgen Leinsaat auf 90 Pfund bemessen worden. --- Frankfurt a. M., 26. April. Der Vertrag zwischen Hofrat Tr. Z e i st - Dresden und dem Aufsichtsrat der Neuen T he ater - Mttengesellfchaft und dem Magistrat ist nunmehr unterschrieben worden und bedarf nur noch der Genehmigung der Stadtverordne tenversammluug. Damit ist Geheimrat Dr. Zeiß endlich Generalintendant der Frankfurter Theater. Er wird sein neues Amt bereits im Herbst d. I. antreteu. — Der Verkehr in den Kriegsostertagen 1946 auf dem Hauptbahn Hof stand dem zu Friedenszeiten wenig nach. An den Tagen vom 20.—24. April wurden cm den Fahrkartenschaltern 263 000 Mk. in barem Gelde vereinnahmt. Dazu .kommen noch 70 000—90 000 Mk. für gestundete, also nicht bar bezahlte Militärfahrscheine uftv. O 95 o m Westerwald, 27. April. Ein altes Bergwerk wurde bei der Station Elben, an der neuerbauten Strecke Scheuerfekd—Nauroth, in der Nähe der Kruppschen Grube Bindweide neu aufgeschlossen. Bei den Schürfarbeiten fand man neben hochprozentigen: Eisen auch Kupfererze, deren Analpfe ein sehr gutes Resultat ergab. Die vor kurzem tagende Gewerkenversammlung hat deshalb eine energischere Ausbeutung der Grube beschlossen, mit deren Leitung die Kurenbesitzer Grubendrrektor Weyer in Struthütten, einem alten Westerwälder Bergfachmann, beauftragt haben. = Schlüchtern, 27. April. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde ein aus dem Bayernbrnde ein geführtes Faß mit einen: Zentner Butter auf telegraphische Einordnung der wachsamen Bayern angehalten MÄ> mutzte ins Ursprungsland zurückgesandt werden. In Brückenav kam die kostbare Ware zur Verteilung. Am de« Paschajahren des Leldmarschalls v. d. Goltz. Colmar v. d. Goltz gehörte zu den vielseittgsteu Größe:: der deutschen Gegenwart: er war einer ihrer genialsten Feldherren, stand an der Spitze ihrer Militärschriftstell-er und Hot in jungen Jahren als Feuületvnist und Romanschriftsteller seinen Mann gestanden, und doch, ist er dem deutschen Volke eigentlich vor allem, als militärischer Präzeptor des Osmanenreiches, als Reformator des ttirkifchen Heeres, das heute an unserer Seite kämpft, ans Herz gewachsen. Und in der Tat haben seine türkischen Jahre auch für den Feldmarschall die bedeutendsten Kapitel seines reichen Lebens bedeutet. Als er 1883 als Generalmajor :md Chef des gesamten Militärlehrwesens in die Dienste des Sultans trat, da wußte er, daß es hier als Nachfolger Hellmuth v. Moltkes ein Erbe .zu heben galt, das des Schweißes der Edelsten :vert war. So ließ sich der junge Pascha nicht einen Augenblick davon abhalten, die Ausgabe, die er auf sich genommen, mit unermüdlicher Kraft so weit durchduff'chren, wie es ihn: die schwierigen Verhältnisse am Goldenen Horn gestatteten. Freilich ging es damit nur langsam, sehr langsam vorwärts: wie Goltz 1884 selbst gestand, herrschte am Hose des Großherrn bezüglich der Armee vollständige Teilnahmlosigkeit: der Geueralisfiiwus Osman Pascha verließ sich für den Fall eines neuest Krieges ganz auf die allerdings vortrefflichen soldatische:! Anlagen des türkischen Volkes, während der Sultan vielleicht mehr instinktiv als chewußt eine gute Armee fürchtete, weil sie seine Herrschaft gefährden konnte. Dazu kam, daß Gol tz keine ansführende Gewalt zu stand, so daß jeder seiner Wünsche eine Unzahl von Instanzen zu durchlaufen hatte, ehe er auch nur geprüft wurde. Besonders erschwerend fiel ins Gewicht, daß der Sultan sich standhaft weigerte, seinen Truppen Schießübungen zu gestatten: der türkische Soldat erhielt sein Gewehr lediglich zu Exerzierzwccken, es praktisch zu gebrauchen, war ihm verwehrt, da dem Großherr:: jeder Schuß, der aus den Reihe:: seines Heeres fiel, auf die Nerven ging. War es Goltz hier zunächst versagt, durchzugreifen, so gelang cs ihm mit erstaunlicher Schnelligkeit, sein engeres Gebiet von Grund aus zu reorganisieren^ Er war es, der die Pläne zu der 1886 tatsächilich. in der Türkei eingeftihrtcn allgenieinen Wehrpflicht entwarf, Mobilisierungs- und Kriegspläne ausarbeitete, Handbückier für den Felddienst, den Generalstabsdienst, die angewandte Taktik, den Befestigungskrieg verfaßte und die in Konstantinopel bestehende Generalstabsschülc zu einer den modernsten Anforderungen genügenden Fachschule ausgestaltete: er war es, den: es glückte, ihre Kurse durch regelmäßige Generaistabs'reisen nach preußischem Muster abzurunden. Seinen Lieblingsplan, attgemeine türkische Heeresmanöver in die Wege zu leiten, vermochte er freilich nicht durchzusetzen, da Abdul Hamid schon bei dem Gedanken an größere Truppen Vereinigungen schwach wurde. Goltz suchte sich dafür in einer möglichst gründlichen Durchbildung der Heranwachsenden Ofsiziersgeneration zu entschädigen: was er in dieser Beziehung geschaffen, was er dadurch gleichzeitig in politischer Beziehung geleistet hat, hat in diesen weltgeschichtlichen Tagen ferne Feuerprobe bestauben. Hand in Hand mit seiner amtliche' Tätigkeit gingen ausgedehnte Studienreisen durch das gesamte Osinanenreich, von denen er in einer ganzen Reihe anziehender Aufsätze und Bücher berichtet hat: er war ein Schilderer von Gottes Gnaden, der Land nnd Leute mit plastische A.nsck>aulichkeit zu schildern wußte, und so haben sich seine ,,A' atolischeu Ausflüge" in der deutsehen Reiseliteratur eine:: dauernde Platz erworben. Heber dem unvergeßlicher: Zauber der Landschaft übersah er nicht das Menschliche, Allznmenschliche, das oft den vollen Genuß des Tages beeinträchtigte: a::s seiner Feder stammt denn auch der hübsche Vierzeiler, der die türkische Mittelmeerküste mit den Worten schildert: „Wer nie Pilaw mit Un- schlitt aß — wer nie am Mangal (Mangal ist ein Kohlenbecken) frierend saß —, toer nie im Bett den Schirm aufspannte, — der keirnt dich nicht, du herrliche Levante!" Ms Goltz endlich 1894 seine Mission für beendet hielt und um seinen Mschied aus tür fischen Diensten einkam — er war inzwischen bis zum Marschall (Muschir) aufgerückt —, da wurde es ihn: schwer, sehr schwer ums Herz. Er hatte das schöne Land des Großherrn liebgewonnen und zahlreiche Freunde in der türkischen Armee erworben, „da der gebildete türkische Offizier dem preußischen in Wesen und Anschauung sehr viel näher kommt, als die Offizierskorps fremder Armeen, die ich sonst noch kenne"; der chronische Schlendrian der leitenden Kreise machte ihm jedoch ein? Fortsetzung seines Wirkens am Goldenen Horn unmöglich. „Tie Wirtschaft des Sultans wird täglich toller", schrieb er damals an einen Freund, „und es wäre unmoralisch, sobald man nicht gezwungen ist, die auch nur passive Mitverantwortlichkeit zu übernehmen." Daß sein Glaube an die Türkei an sich dadurch in keiner Weise erschüttert wurde, das bewies er in den folgenden Fahren, als er immer tvieder die soldatische Vortrefflickffeit des niederen Osmanenvolkes unterstrich, das bewies er Ende 1914, als er erneut nach der Türkei aufbrach, um dort die Leitung einer Heeresgruppe zu übernehmen. _ von unseren Milklär- und Zivilbehörden am meisten verschwendet?* liefen aus allen Kreisen des Publikums eine Unzahl von Antworten ein, die deutlich beiveisen, wie wenig das französische Volk mit den gegenwärtigen Zuständen einverstanden ist. Eine der am häufigsten gegebenen Antworten lautet: Am meisten wird Papier verschwendet. Tatsächlich scheint der Papierverbrauch der fran^öüschen Aemler geradezu ungeheuerlich zu sein, was von um so großei-ec Bedeutung ist, als die Papiernot bei den Alliierten nachgerade einen bedentlichen Umfang anzunehmeu beginnt. Doch trotzdem alle Antworten einen unleugbaren Fehler der Regierung anfdvcl'len, erklärte sich der „Matin" noch immer nicht zufrieden, bis endlich jene Antwort eintraf, auf die die Frage hingezielt hatte. Sie enthielt kurz und bündig nur das eine Wort: Zeit. ,Das ist," schreibt Forest, ,die einzige Lösung ineiner Frage, die die volle Wahrheit in ihrer ganzen Größe zu umschließen vermag. Und wenn, wie aus dem eingesandten Brief hervorgeht, dieser Bescheid rvirklich von einem jungen Mädchen stammt, so gebührte ihr hierfür der Preis, einen idealen Eheinann zu erhalten. Trotzdem unsere englischen Bundesgenossen daS Sprichwort .Zeit fit Geld* geprägt haben, scheinen unsere Beamten, mögen sie nun für Militäroder für Zivilzwecke verwendet werden, nach wie vor der gegenteiligen Ansicht zu sein. Die Verluste, die wir durch die bei uns herrschende Zeitverschwendung täglich, ja geradezu stündlich erleiden, lassen sich kamn zahlenmäßig TeftfteCIen. Jedenfalls ist es Ueberlreibung, wenn wir es aussprechen, daß bei uns seit Kriegs- ausbrucb täglich für 30 Millionen Frs. Zeit vergeudet wird!” Vernaschter. * Russische O stc r feicr::. Das Osterfest ist im Bereich der russischIriechischen Kirche mit einer großen Anzahl verschiedenartiger Sitten verbunden. Es ist allgemeiner Brauch, daß am Ostertage alle Leute einander init dem Gruß „Christ ist erstanden!" umarmen, und auch der Zar war bisher dieser Sitte ^stets getreu. Wenn der .Kaiser aller Reußen die Mitglieder seiner Familie nnd die ersten Großwürdenträger seines Hofes feierlich umarmt, bilden hierbei Truppen in Galauniform Spalier, und nach dem Zarenkuß umarmen auch die Soldaten sich untereinander. Wie bei uns zu Weibnachtei:, so ist in Rußland zu Ostern das gegenseitige Beschenken Mich. Auch Festmähler und Gastlichkeiten gibt es in großer Menge. Die russischen Osterkuckien, „Baba" genannt, bestehen aus Mehl, Rosinen, Butter nnd Eiern. Mancherlei Legenden sind mit dem Backen des Osterkucherts verknüpft. So heißt es, daß man die Türe des Zimmers, in dem die Kuchen zubereitet werden, während des Backens nicht öffrren darf. Die Ostereier fiitb meist rot gefärbt und trägen die Aufschrift „Christos voskres!" (Christ ist erstanden). Im Mittelpunkt der Osterzeremonien aber steht das Festmahl, dessen Gerichte vorher in der Kirche gesegnet werden. Die Tafel ist häufig durch ein Lamm aus Butter, in das eine kleine Fahne gesteckt wird, geschmückt. Das Mahl selbst muß stehe:ü> eingenommen werden. Vor Beginn der Mahlzeit überreicht der Hausvater jedem der Teilnehmer eine Schnitte eines hartgekochten Eies, das die Auferstehung des Leibes symbolisiert. * Was man in Frankreich an: meistenver- s ch w e it b c t. Im „Matin", der sich seit einiger Zeit in bemerkenswert scharfen Ausfällen gegen die Regierung und den völligen Mangel an Organisation in Frankreich wendet, setzt Louis Forest, der schon seit Wochen den Behörden durch sein das herrschende System bloßstetlendes „Frage- und A-ntwortspiel" zu schaffen macht, den Feldzug wider die Verschwendungssucht und Leichtfertigkeit des französischen Bureaukratismus fort. Nachdem vor einer Woche von den: genannten Matin-Redakteur eine Preisfrage veröffentlich: worden war, die den Titel führte „Was wird Witterungsbericht. (Ocffentlicher Wetterdienst.) Das trübe Wetter am Ende voriger Berichtswoche hielt auch noch am Anfang dieser Berichtswoche — 19. bis 25. April — an. Ein Tiefdruckgebiet, das mit seinem Ken: über England und der Nordsee lagerte, incktc allmählich ostivärts vor und brachte über ganz Deutschland und Oesterreich verbreitete Niederschläge. Die Temperaturen, bffonders die Tagestemperatnren, stiegen nunmehr allmählich au; so betrug das Temperaturmaximum am Montag, den 17. April in Gießen nur ff-8 Grad und stieg aus ff-18 Grad am Samstag, den 22. April. Wirbel tiefen Druckes riesen avt diesem Tage nachmittags Gewittererscheinungen hervor, so daß vielerorts erhebliche Regensälle pieder gingen. Don da an kam unser Bezirk immer mehr unter den 'Einfluß eines von Südwesten rasch vorrückenden Hochdruckgebiets. Während noch am Sonntag unter dem Einfluß nordwestlicher Winde ziemlich trübes Wetter herrschte, heiterte sich das Wetter am Montag vollständig auf, und mildrcs, schönes Frülflingswetter mit verhältnismäßig hohen Tagestemperaturen (44—45 Grad) und niedrigen Nachttemperaturen (3—4 Grad) trat ein. Nur in höheren Lagen trat infolge des klaren Himmels iwch stärkere Abkühlung ein, so daß sich hier die Temperaturen uin Null herum bewegten. Zlvar erscheint heute (Dienstag) im Westen auf der Rückseite des nach Osten abzielien-. den Hochs ein neues ausgedehntes Tiefdruckgebiet, doch dürften ünr vorläufig noch unter dem Einfluß des festländischen hohen D rufls mild?^ F rühli::g swetter bcha ltni. Amtlicher Wetterbericht. ^ Oefsen tlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 28. April 1916: Noch ziemlich heiter und trocken, mild, Gewitterneigung._ Letzte Nachrichten. Das Lecgeftcht bei Lowestost. Amsterdam, 27. April. Ein Bericht der ixt Apsrv:chi erscheinenden „Daily Times" besagt, daß bei dem Seegefecht bei Lowestost das englische Geschwader, vor allem auf zwei leichte:: Kreuzern schwere Treffer davontrug. Doch scheine auch hier die Havarie nicht so ernst zu sein, daß die Akttonssähigkeit der beü>en Kreuzer ausgeschaltet wurde. Unter den Mannschaften wurden mehrere venoundet, aber keine ernsteren Fälle. Einer der To-rpedo^ jäger, der bereits an einem frühere:: Gefecht in der Nordsee teilgenommen hatte, erhielt einen Treffer an die Maschinenhammer. Die gesamte Zahl der Toten imb Verwundeten wird auf 25 Mann! geschätzt. Dieser von Reuter verbreitete Bericht des englischen! Lolalblattes erscheint, mit. der Darstellung des awv-esenden Korrespondenten der „Everring News" verglichen, nicht zuverläsffg. ^ Aus Vlissingen liegen verschiedene Meldungen über die Beschießung von Lowestoft vox, die von der Darstellung der engl. Admiralität erheblich abweichen. Vor allem scheint die Admiralität die Dauer der Beschießung mit 25 Minuten ganz falsch angegeben zu haben. Die ^holländischen Wahr::ehmunge:: stellen vielmehr ähnlich wie der Korrespondent der „Evenrng News" fest, daß der Kanonendonner mehrere Stunden dauerte. Abschaffung des belgischen Stahlhelmes. Genf, 27. April. Wie dem „Journals aus Le Havre gemeldet wird, verfügte der belgische Kriegsminister, daß der Stahl- Helm in: belgischen Heere a b ge sch a s s t und wieder durch die frühere mützenartige Kopfbedeckung ersetzt würde. Eine spanische Bahn in englischem Besitz. .Haag, 27. April. Die „Times" weist darauf hin, daß die englische Regierung im Süden von Spcv::en die Bahn von dem wichtigen Jndustriezei:ttum Le n a r es zu dem Hafen von A l me - ria, die auch eine Zweigbahn nach Granada hat, in ihren Besitz brachte. Diese Strecke ist etwa 200 Meilen lang und stellt die Verbindung zu den wichtigsten Grubengebieten Spaniens her. in denen sich Blei, Kupfer, Eisen und Quecksilber findet :md die gleichzeitig landwirtschaftlichen Zwecke:: dienen können. Die „Times" sagt, damit habe die englische Regierung mehr als einen diplomatischen Erfolg erzeilt. Auf Feindesboden, schwer und müde, Sank hin dein Haupt zur letzten Ruh’, Für s Vaterland gabst du dein Leben, Schlaf wohl, du wackrer Streiter, du. Warst noch so jung, starbst viel zu früh, Wer dich gekannt, vergißt dich nie. Doch liegt es in des Höchsten Plan, Was Gott tut, das ist wohlgetan. Weun Liebe könnte Wunder tun Und Tränen Tote wecken. So würde dich im fernen Land Nicht fremde Erde decken. Ruhe sanft, du treues Herz, Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluss traf uns unerwartet die tieferschütternde Nachricht, dass am Karfreitag unser lieber guter Sohn und Bruder euer wiineim nenne Leib-Kompagnie, Infanterie-Regiment Nr. 116 im blühenden Alter von 19 Jahren den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefem Schmerz: Die trauernden Eltern, Schwester und Verwandten Kd. Wilh. Ant. Henrich. Lang-Gön3, 26. April 1916. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herz- licherTeilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres lieben Sohnes, Bruders und Schwagers sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die tieftrauernde Familie: Ludwig Rinn XI. B325D Wiedersehen ist unsere Hoffnung! 09213 Heuchelheim, 27. April 1916. Hente nacht 12 J / a Uhr verschied sanft nach kurzer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Grossvater und Schwiegervater, der Königliche Rechnungsrat Im Dienst fürs Vaterland verstarb unser 1. Alter Herr Ferdinand Mentzel Dr. med. Albert Hensel im Alter von 72 Jahren, Assistenzarzt der Reserve. Bitter des Eisernen Kreuzes II. Klasse In tiefer Trauer: Ottilie Mentzel geb. Duchesne Ottilie Kowarzik geb. Mentzel Ehre seinem Andenken! 3317 D Giessen, den 27. April 1916, Die Landsmannschaft Chattia 09228 Heute nachmittag entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere geliebte Mutter, Schwiegermutt er, Großmutter. Schwester, Sehwägerin und Tante H X A t Q geb. Hofmann I* tiefer Trauer: Familie fff. Rinn XTI. Familie Fr. Rinn III. Familie Lndw. Lenz IT. Familie Ang. Adolph. Die Beerdigung findet Freitag den 28. April nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause Brauhausstr. 14, aus statt. [3324 Gestern abend entschlief sanft nach kurzem Krankenlager im von 63 Jahren 3 Monaten 10 Tagen meine innigstgeliebte ' unsere herzensgute, treusorgende Mutter und Großmutter Heuchelheim u. Weilburg. den 26. April 1916. geb. Wenzel. Im Namen der Hinterbliebenen Gurt von Münchow, Giessener Paedagogium Gießen, den 27. April 1916, Individueller Unterricht in kleinen Klassen Sexta-Oberprima. Arbeitsstunden unter strenger Aufsicht. Vorbereitung auf Einjährigen-, Primareife- u. Abiturientenexamen Kinder unt. II Jahr, sind durch d. Besuch des Paedagogiums von der öffentlichen Schulpflicht lt minister. Verfüg, befreit. SchüScrheim in groß. Park. — Kur geprüfte akadem. gebild. Lehrkräfte. Drucksachen Nr. 55 durch Direktor Breckomann, Giessen, Ludwigstr. 70, in d. Nähe d. Universität. Fernruf 633. Im vergangenen Jahre bestanden von den nur im Paedagogium unterrichteten Schülern 1 die Reifeprüfung, 3 die Prinaareifeprttfting, 6 die Einjährigenprüfung nnd 5 die Aufnahmeprüfung in eine öffentliche Schule, das heisst w amtliche Prüflinge. [1633 Die Beerdigung findet in der Stille statt. Beieidsbezeugungen dankend verbeten. Regenschirme in der soliden Ausführung. Me kwaiil, g In aller Stille getraut: Hermann Rau, Lehrer Philippine Rau geb. Döring Beuern, Kreis Giessen. Ostern 1916. Am Dienstag nachmittag entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere unvergessliche Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter Schirm- ’> fabrik, Gießer im 78. Lebensjahre, Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Gustav Sonntag Familie Carl Caemmerer. Giessen (Sonnenstrasse Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 3328 beste Sattlerarbeit für Knaben und Mädchen in großer Auswahl empfiehlt bietet meiu Lager die grösste Aus- -wähl in kräftigen- iMiiiiiMiiiiiifiuiiiiiiiiriiiiniiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiimiiMiiiiiiii Selterswcg 79 iiiiimmiiiiimiiiiiiiiimimiimimmiiiiiiiiiMtmmmmmiiii — in verschiedenen Preislagen. — Turnschuhe Tennisschuhe Nachruf. . Am M. Avril starb unser lieber Kamerad, der Musketier Danksagung. i>ür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer heißgeliebten Tochter, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers! sowie für die vielen Blumenfpenden sagen innigen Dank. t»2< 3m Namen Der lieftraucrniicu Familie "udwia Svaar, Schuhmachermeister. beginnt wieder AcnvUg. Deu Ü. Mai Neuanmeldg.crbitt. schriftlich Helene Zufall Rodheimer Slrasteöl v. (<*,,*, Infanterie-Regiment 116 , Leib-Kompagnie m treuer Pflichterfüllung den Heldentod fürs Vaterland. Ehre feinem Andenken! Die Kameraden: Musketier Avemann Grenadier Artz Kanonier Böller zurzeit im Feld Musketier Bopf zurzeit im Feld Pionier Fabcr Musketier Fischer Lanonier Keßler Musketier Kramer zurzeit im Feld Grenadier Leicht Musketier Müller I. zurzeit im Feld Musketier Müller II. Unteroffizier Stoll zurzeit im Feld Musketier Mentzel. Lsna-GönS, 26. April 1916. 09214 Alleinverkauf der berühmten J3S0” „Herz“-Sch.uh waren. -"Wx DienStaa, 2.Mai lfd. JbrS. nachmittags 3 Uhr. sollen im stabt. Pfandlokale Scltcröwcg ! 1 dahier die wegen rückst. Gem.-Lleuern, Kanalgeb. usw. gepfändeten Gegenstände Möbel aller An wie Schränke. Schreibtische, Spiegel, Sofas. Bertikow, Büfett, 2 Kasfenschränke, 2 Gasherde und versch. Andere versteigert werden. [3326D Gemme der, Pfandmeister. Neiskirchen, den 26. April 1916. 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