Er. *5 Der <§kttz«er ALzejtzer erscheint töflfid), mcher Sornrtags. - Beilagen: viermal wöck:en'tlich OietzenerFawiliendkätter; zwennal,Vock,enil.Nreir- blattfür den Ureis Sietzen (Tieustcrg und Freitag): zweinml monatl. Land, wirtfchafttiche Zettfrazen Fernsprech - Anschlüsse: iürdte Sck^sttleittmg112 Verlag,Geschältsstellebl Adresse stir Drahtnachrichten: Anzeiger Sietze«. Annahme von Anzeigen iur dle Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt *66. Jahrgang Samstag, 22 0 April ;9t6 General-Anzeiger Kr Gderheffen Rotationsdruck und vorlag der vrühl'schen Umo.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulftr.7. r; e; u q » y r L . monatl. 90 Pf^ viertel- jährl. Mk. 2.65. durch 'Abhole- u. Zweigstellen inonatl 80 Pf.: durch die Post Akk. 2.4b viertel« jährl. ausschl. Bestell^ Zeilenpreis: lokal 15Pf.. ausw. 20 Pf. — Hailpt« schriltleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil iittb das Feuilleton: Aug. Goeg: für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. R.Zen-: für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Ostern im welttrieg. Gießen, 22. April. SW* i«bem Tage rückt uns die: Schöpferkraft des Krieges nr neue Leöensverhältnisse hinein. Sein Sturmes ödem vernichtet manche mit liebeüder Gewol)inh>eit gepflegte, uns unentbehrlich scheinende Beete unserer Fried enskultur; aber wtr Nüssen seine Gewalt und Willkür zu därnmen, geben uns neuerdings neben den Brot- und Butterkarten auch dre Anspruchsverteilung auf Seife und Reinigungsmittel, strecken uns in unseren Bedürfnissen nach der Decke und richten uns mit den Mitteln ein, die uns geblieben sind. ?lus engem Dasein schauert wir ins Weite. „Im Frieder:," so lehrten uns Hegels Worte, „dehnt sich das bürgerliche Leben mehr aus; alle Sphären hausen sich ein, und es ist auf die Lange ein Versumpfe:: der Menschen: ihre Parti- knlaritLten werden inrrner fester und verknöchern." Ob den vielen Tausenden, die früher seßhaft auf ihrer Scholle waren, die im Qualm der Städte oder in der stillen M- geschlossenheit der Dörfer nicht hinaustrachlcten in die 28eft, ob ihnen, denen der Krieg plötzlich die Tore der Heimat cheit ausgerissen hat, so daß ihnen bei dem erkalteten, häuslichen Herd die heißen Strahlen des großen Weltgeschehens einen neuen Lebensinhalt geben, da sie ihr Teuerstes im Gewühl der Gefahr rvissen oder vielleicht schon nach fernen Gräbern ihr Gedenken richte::, — ob ihnen diese Worte Hegels vom Bersumpferr der Mensch- h eit in langer Frieden s'dauer heute schon erleuchtende Erkenntnis geworden ist? Wir schwimmen heute alle in einem reißerrden Strome der Ereignisse und haben den Bo der: noch nicht unter den Füßen, ans dem wir die volle Wirkung des Neuen, gewaltig Veränderten ab messen können. Die christlichen Feste, die uns sonst willkormnene Stationen innerer Bescharrlich-keit waren, des Rastens von Mühe und Arbeit, sie werden heute von der Flut und dem Sturm der Zeit umbrandet, die des „Glockentoues Fülle" überdröhnen und die erquickenden Bilder friedlicher Wallfahrt Zerstöre::. Aber da es uns gelungen ist, unsere gewerbliche und wirtschaftliche Arbeit so erfolgreich unter die Bedürfnisse und das Gebot des Krieges zu stellen, sollten wir nicht versuchen, auch den: gewohnten Feierklange unseres Osterfestes eine besondere Färbung §u geben, die ihn neben der Stimme des Krieges zu Elpren kornmen läßt? Ist es, bei der Betrachtiurg früherer Friedensfeiern, so falsch, was Hegel uns über das Verknöcherrr der menschlichen Partikularitäten fugte? Die Hirnrnelstöne der Erinnerung, die Faust das Glas des Verderbens vom Munde zogen, die der „Frühlings- seier freies Glück" mit so viel Woune durchströmeu, er- ivecken uns auch heute in Kriegsnot. Wir trösten uns, daß in wenigen Tagen die Erde sich verjüngen, der Felder 'grüner Segen uns aufs neue das Durchhalten ermöglichen lwird, und die alte Melodie des Frühlingsauferstehens übt 'ihre Wirkung unvermindert. Mer wir sehen mit einiger ^Geringschätzung arrf jene Bürger herab, die au ihren Sonnend Feiertagen bei einem Geschwätz von Krieg und Kriegsgeschrei phlegmatisch ihr gemästetes Philistertum hüteten: „Sre nmgen sich die Köpfe spalten, mag alles durch- ernandergehu; doch nur zu Hause bleibts beim alten." Die Töne sind urrs heute verstunrmt. Das deutsche Volk ist auferstanden, nicht nur aus dem Druck von Giebeln und Dächern, sonder:: auch ans der quetschenden Enge, in die der Neid und Haß unserer Feirrde uns hineindrücken wollte. Und wir haben die Partikularitäten abgestreift, die sich zufrieden gablen, tvenn's zu Hause beim alter: blieb. Jeder Deutsche will und nruß das große, gerneinsame Haus hüten Helsen. Und wir haben einer: Auferstehungswunsch, der alle Glieder des Volkes aufs innigste durchdringt: wir wollen freier, größer, sicherer werden in unserer Kulturaufgabe, die man uns von außen her zu schrnälern gesucht hatte. Mit diesern Wunsche mischen sich herbe Betrachtungen derer, die schwere Opfer bringen mußten, die schwermütiger: Herzens auf die Auferstehung des Frühlings blicken, weil die Gräber noch zu frisch, die Wunden noch nicht vernarbt sind. Tausende m der Blüte des Lebens Gefallene harren der Auferweckung, und der Osterglaube konnte nie mit größerem Ernste verkürzet werden als zu diesem Feste. Mer frommer Glockenschall der Andacht vor Unerforschlichem und der Lärm der Schlach- len tönen schließlich zu einer Harnwnie zusamnren: wir erblicken schon die Morgenröte der neue:: Zeit, zu der wir auferstanden sind. Und in der Ferne zeigen sich die Anrisse des Neulandes, des innerlich und äußerlich größeren Deutschlands, das uns für alle Not und Leiden entschädigen soll. Ueber unseren Partikularitäten und dem Egoismus des Einzelnen steht das majestätische Ganze, das unter der Kriegsfackel alle unsere Kräfte ans sich gezogen hat zu deutschem Ruhme. Noch erblicke:: wir nur die schwächen Umrisse des Werdenden. Wir werden und wällen uns kein Paradies ans Erden erkämpfen; auch am neuen Webstühl der Zeit wird sich uns oft der Faden verw-irrem Mer wir gehen an die uroßen, erweiterten Aufgaben mit neuem Mute, mit einem höheren Grade einige:: Mollert und nrit lebendigem, wage- nmtigem Vertrauen. Eine Gruppe von Kleinmütigen, die bei allen Schritten das ewig offene Grab vor sich sehe::, :nöchte uns mit vielen Fragen und Zweifeln qr:älen: wie wir die in: Kriege verlorene::' Werte wieder einbringen könnten, wie das Volk, in dem ein neuer Kanrpf zwiscl>en Arm und Reich, zwischen Bevorrechteten und Reck)tlosen entbrennen müßte, schwieriger zu regieren sein werde, wie die aus dem Felde Zurlicklehrenden rauhe Sitte einschleppen würden, wie an Külturfortschritt nicht zu denken sei. Ihnen wäre viel zu entgegnen, bis sie sich überzeugen ließen. Wer es mit der Auffassung Hegels hält, der Krieg habe „die höhere Bedeutung, daß durch ihn die sittliche GesmLheit der Völker in ihrer Indifferenz gegen das Festwerden der endlichen Bestimmtheiten erbalten wird, wie die Bewegung der Winde die See vor der Fäulnis bewuhirt, in welche sie eine dauernde Ruhe versetzen würde/" der wird im freien Raume der künftigen Möglichkeiten nicht mir schwarze Schatten seiner Einbildung erblicken. Auch Schiller hat in der Betrachtung des Krieges das wogende Meer als Gleichnis herangezogen. „Mir gefällt ein lebendiges Lebe::, mir ein gewaltiges Wirken imi) Schaffen und Streben auf der fallenden, schwankenden Welle des Glücks."" Wir wollen auch nach dem Kriege frischen Sinnes in ein solches „leben- diges Leben"" Hineinsteuern. Osterstimmung liegt in unserer gewaltigsten Zeiterscheinung: ein Riese überwand seine Traumseligkeit, hat seine Kraft erprobt, ist tvahrhaftig auferstanden. Der deutsche Schild steht fest ge^en Feind und Neider. „Fm Tale grünet Hoffnungsglück."" Wir grüßen des Frühlings Erwachen nicht nrit unseren früheren „Partikularitäten", mit Kuchenbacken und Eiersuchen, aber mit ganzem Herzen und frohem Erkennen! (WTB.) Großes Hauptquartier, 20. April. (Amtlich.) W e st l i ch c r Kriegsschauplatz. Im Ypern-Bogen gelang es den deutschen Patrouillen. an mehreren Stellen in die e n g l i s ch e n G r ä b e n ei nzud ringen, so an der Straße Langemarck—Ypern, wo sic etwa 600 Meter der feindlichen Stellung besetzt und gegen mehrere Handgranatenangriffe fest in der Hand behalten haben. Hier sowie bei Wieltje uiw südlich von Ypern wurden Gefangene gemacht, deren Gesamtzahl ein Offizier, hundertundacht Mann beträgt. Zwei Maschinengewehre wurden erbeutet. Oestlich von T r a c y - l e M o n t hat sich gestern abend gegen innere Linien abgeblasenes Gas nur in den eigenen Grüben der Franzosen verbreitet. Im Maasgebiet richtete der Feind heftiges Feuer gegen die ihm auf dem Ostufer entrissenen Stellungen. Im Ecullette-Walde entwickelte sich aus seinun Dorbereitnngs- feuer gegen Abend ein starker Angriff. Er gelangte an einer vorspringenden Ecke in unseren Graben, im ädrigen wurde er unter für die Franzosen schweren blutigen Verlusten und einigen Gefangenen abgewicsen. In der W o e v r e - E b e n e und auf der C6te südöstlich von Verdun wird der Artilleriekampf mit großer Lebhaftigkeit von beiden Seiten fortgesetzt. Jnfantcrietätigkeit gab cs dort nicht. Oe st licher und Balkan-Kriegs sch an platz. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Oberste Heeresleitung. (WTB.) Großes Hauptquartier, 21. April. (Amtlrch.) We st licherKriegsschau platz. Im Maasgebiet kam es im Zusammenhang mit großer Kraftcntfaltung beider Artillerien zu heftigen In- fanterrekampsen. Westlich des Flusses griffen die Franzosen mit erheblichen Kräften gegen „Toter Mann"" und östlich davon an. Der Angriff ist im allgemeinen b l u t i g a b g e w i e s e n. Um ein kleines Grabenstück m der Gege:ü> des Waldes Les Eaurettes. in das die Franzosen eingedrungen waren, wird noch gekämpft. Rechts der Maas blieben die Bemühungen des Feindes, den Steinbruch südlich des Gehöftes Handromont wieder zu nehmen, völlig ergebnislos. Südlich der Feste Douaumont sind Nahkämpft, die sich im Laufe der Nacht in einigen französischenGräbcn entwickelten. noch nicht zum Stillstand gekommen. Unser zusainmengefaßtes starkes Artillerie- fcuer brachte eine Wiederholung des feindlichen Jnfanterie- angrifss gegen die deutschen Linien im Caillettewalde bereits iin Entstehen zum Scheitern. Im Abschnitt von Baux. in der Wo evre-Ebene und auf Ken Höhen südöstlich von Verdun wie bisher sehr lebhafte beiderseitige Artillerictätigkeit. * Ein feindliches Flugzeug stürzte brennend in Fununwald (südwestlich von Vaux) ab. den Oe st licher Kriegsschauplatz. Bei Garbunowka, nordwestlich von Dünaburg, erlitten die Russen bei einem abermaligen vergeblichen Angriff etivn eines Regiments beträchtliche Verluste. * Bei der Armee des Grafen vonBothmer belegte ein deutsches Flugzeuggeschwiider die Bahnanlagen von T a r n o- p o l ausgiebig mit Bomben. Balkan-Kriegsschauplatz. Unsere Flieger grifftn mit französischen Truppen belegte Orte im Wardartale und westlich davon an. ^ Oberste Heeresleitung. Falsche Gerüchte. Berlin, 20. April. (WTB.) Die „Norvd. Allgem. Ztg." schreibt: Erneut wirrden Gerüchte von Friedensangeboten unserer Fe::^e in Unrlauf gesetzt. So wirb zum Beispiel behauptet, es seien von russischer Seite Schritte ^ur Anbahnung von Verhandlungen unternommen worben. Wir stelle:: fest, daß an hiejigen amtliche:: Stellen von solchen Schritten nichts bekcurnt ist. Me diese Gerüchte beruhen auf Erfindung. Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien. 20. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wirS verlautbart: 20. April 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Infolge günstigerer Sichtverhältnisse waren die Ar- tillcriekämpse gestern auf zahlreichen Frontstellen wieder lebhafter. Der Gipfel des Eol di Lana ist im Besitz des Feindes. Im Sugana-Abschnitt griffen Oie Italiener unsere neuen Stellungen vergebens an. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höser, Feldmarschalleutnant. Wien, 21. Aprll. (WTB. Nichtamtlich.) Amttich wird vcrlautbart: 21. April 1916. Russischer und s ü d ö st licher Kriegsschauplatz. Unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern nachmittag warfen sieben italienische Flugzeuge 25 Bomben auf Triest ab. Neun Zivilpersonen. m:runter fünf Kinder, wurden getötet, fünf Leute verwundet. Das S a l e s i a n e r K l o st e r. in dessen Kirche 400 Kinder beim CZottecdienst waren, ist zerstört. Durch diesen Angriff hat der Feind jedes Recht und jeden Anspruch auf irgendwelche Schonung seiner Städte verwirkt. Der Nordteil der Stadt G ö r z stand unter lebhaftem Feuer aller Kaliber. Sonst kam es an der küstenlündischen und Kärntner Front nur stellenweise zu Artilleriekämpfen. Im Eol di Lana-Gebiete wurden starke ftind- l'.che Angriffe unter schwersten Verlusten der Italiener ab- gewresen. Ebenso Icheitcrten neuerliche Angriffe des Feindes auf die unlängst von uns eroberten Stellungen im S u - g a n a - Abschnitt mW ein Angriff auf unsere Linier westlich Spcrone. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Die englische Niederlage bei Zekahie. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 20. April. (WTB.) Bericht des Haupt» quartiers. Bon der Irak-Front ist keine neue Meldung cingelaufen. W:r stellen fest, baß die Lage des in Kut-el-Amara eingeschlossenen Feindes sehr mißlich:mrd. Der feindliche Führer ließ, um die Schwierigkeiten der Verpflegung zu beheben, kürzlich die ^ £ fl o t 1 ) o n der Bevölkerung räumen. Er erwartet, caß die Flugzeuge kleine Säcke mit Mehl abwerfen. An der Kaukasus-Front, Hauptsäckflich am rechten Flü- gel :nr 1 cho ruk - Abschnitt, nimmt die Schlacht einen de st:gen Ehara kter an. Der Versuch des Feindes, nm den Preis großer Verluste vorznrücken, wurde durch Gegerlanguiffe unserer Truppen vereitelt. Der Feind, der die Lage ausnutzt, die :hnr der befestigte Platz Bat um bietet, drilckt von Zeit zu Zeit durch das Feuer seiner Schiffe unsere Küstenbeobachtungsabtei- l un gen zurück. In Las ist an gervimrt er, indem er seine LDld- träftc verstärkt und so viel als möglich nntersti'ltzt, in den Opera- tronen die Oberhand. Aber unsere dort stellenden Triippm: der- ohne Rücksicht auf ihre kleine Zahl durch ihre Tapferkeit die feindliche:: Operationen zum Sckwitern z-u bringen. Auß den übrige:: Frontabschnitte:: w.rr unbedeutende Vorposten gefechte. Konstantinopel, 21. Llpril. (WTB.) Amtlick^r Bericht! An der Iraksront griff der Feind am Morgen des 17. Ülpril mit mehr als einer Division unsere Vorstellig auf dem recksteu Flügel lmfcrcT Stellungen bei Felahie, am linken Tigrisufe: einen Kilonucker vom Orte Bendissa an, und versuckzte diesen An. griff gegen imfere Hauptstcllung durchzuführen. Diese Versuck>c scheiterten vollständig vor dem Gegenangriff imserer Truppen. Von unseren Truppen euergifcf) verfolgt, mußte der Feind die Vorstellung, drc er an: selben Tage besetzte, verlassen imd mit schweren Verlusten sich ostwärts zurückziehen. Bei K u t - e l - A m a r a keine Veräribernng. Au der Kaukasus fron t leisteten unsere mit der Ueber- , wachnng d^r Ktchte tm Abschnitt von Lasistan lvckrauten ?lbtei- lungen feit dem 11. März ren sie srch gcnrast des emtstaugenen Befehls ans einen Mschnüt zurück wo sie neue Llufgabei: zu erfüllen l^ben lverden. Da gemäß de,: Folgernng-en aus der Kriegslage das Ergebnis dieser jetzt g(x,e- schtoiseuen Operation im Küsten,abschnitt des 5kriegsschauptahcs von vmnll^rern bekmmt tvar, so ist die Stadt T r a P e z n n t bereits vorher von mrs geräumt worden. Sechs 15Ztm Kanonen alten Spstems, die neuerdings in der Umgelncng der Stadt ans- gestellt lvarim, sind zirrückgelasscn lvorden, nachdem sie vollständig zerstört worden waren. Eine englische Darstellung über die Gefechte am Tigris London, 21. April. (WTB.) Wie das Kriegsamt mitleilt. flnd :h>m weitere Einzelheiten über das Gefecht ans dem rechten ^iarisufer an: 16. und 17. April zngegangen. Danach ließ der Fei:ch in de,: genom,neuen Gräben 200 bis 300 Tote zurück. Sttei Feldgeschütze und drei Maschinengewehre wurden erbeutet, 180 Mann, darunter 8 Offiziere wurden gelangen genommen. Die britischen Verluste sind im Vergleich dazu leicht. Nach einem G e - genau griff des Feindes in der Nacht vom 17. zum 18. beobachteten Flugzeuge eine große Zahl türfifcf>cr Ambulanzen, die den ganzen folgenden. Tag mit der Wegschaffung der Verwundeten beschäftigt nxrren. * * * Der russische Bericht. Petersburg, 21. April. (WTB.) Amtlicher Bericht vom 20. April Westfront: Feindliche Artillerie beschoß die Gegend des Brückenkopfes von Uxkuell. Südlich des Tryswjaty-Lees Artilleriekmnps. . . Ka uka susfront: In der Mstcngegcnd nahm wahrend der Bersolgu-Ng des eilig zurückgehenden Feindes eine k.erne Juij klärungsabteilung von uns unter der Führung des Unterleutnants KowLttow aus dem Hinterhalt 7 türkische Offiziere und 100 Soldaten gefarusen, di« m einem kürzlich unter dem Befehl eines deutschen Offiziers arfen unsere Truppen nach und nach die Türken aus ihren Gebirgsstellungen und gingetr in Richtung auf Seit (oo Kilo- nret-ec südlich Bitlis) vor. Alle (Gegenangriffe des Hemdes, der mehrere hundert Tote auf dem Schlachtfelde ließ, tmeien wir zurück mtb nahmen Astaris gefangen. Russische Hilfstruppen in Frankreich. Haag, 21. April, (zf.) Reuter meldet aus Laudon: Russische S t r e i t k r ä f t e sind am Donnerstag morgen um 9 Uhr in Marseille angekommen. Jo ff re hat folgenden Tagesbefehl ausgögeben: , . „Unser treuer Bundesgenosse Rußland, der bereits so tapfer gegen Teutschlmid, -Oesterreich-Nngarn und die Türkei kämpft, hat Frankreich ein neues Zeichear der Freundschaft und einen noch sicttbareren Beroeis feiner Hingabe an die allgemeine Sache geben wollen. Russische Soldaten, die aus den Tapfersten ausgesucht worden sind und durch Offiziere von Namen befehligt werden, werden in unseren Gliedern kämpfen. Ihr sollt sie wie Brüder aufnehmen und ihnen zeigen, wie viel Sympathie Ihr für diejenigen fühlt, die ihr Vaterland verlassen, um au unserer Seite zn kämpfen. Im.Na men des sranzösischnr Heeres heiße ich die russischen Ofsiziere und Soldaten willkommen, die in Frairkveich gelandet smd. Ich verneige mich vor ihren Fahnen, aus denen bald die ruhnrrerchm Namen der genreinschaftlichen Siege verzeichnet stehcrr tverden." M a r s e i l l e, 20. April. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Die hier angerammenen russischen Truppen haben sich in das Lager Mirabeau bei Marseille begeben und werden morgen nach dem Lager Mailly aufbrechen. General Co- g u e t und General Lachwilsky haben herzliche Ansprachen gewechselt. Es handelt sich bei diesem auf zwei Dampfern.in Frankreich gelandeten russischen Hilfstruppen um eine ganz bedeutungslose Kundgebung, die aus die französischen. Soldaten einen moralischen Eindruck machen soll. Der Militär - kritiker des „Corrierc" verrät die interessante Tatsache, daß es das Kontingent ist, das sich im vergangenen Winter in Bessarabien versammelte, ursprünglich für Saloniki bestimmt war, durch sein Erscheinen die Russo- philen in Bulgarien zum Aufstand und .gleichzeitig die schwache englisch-französische Besatzung gegen den erwarteten Angriff der Deutschen auf Saloniki verstärken sollte. Der Kritiker berechnet, daß die vorn Kontingent zurückgelegte Landstrecke Odessa—Wladiwostok 8600, des Seeweges über den Suezkanal 16 500 Kilometer beträgt und beide zusammen ungefähr ein Vierteljahr beanspruchten. Die Russen führen nur das allernotwendigste Material mit. Ihre Bewaffnung erfolgt durch Frankreich mit französischen Kalibern, da man nicht die Munition für russische Kaliber über Wladiwostok nachschieben oder eigene Munitionsfabriken für sie in Frankreich anlegen kann. Französische Umtriebe wegen der Haltung der Türkei. Konftantinopel,20. April. (WTB.) Me „UgenceMilli" Meldet: „Wir haben in der letzten Zeit einen plötzlichen Umschwung in dem Ton der französischen Presse zugunsten der Tür- k c i festgestellt. Die Beschimpfungen und Verleumdungen, die diese Presse fortgesetzt seit dem Balkankrieg gegen uns geschleudert hat, haben Versicherungen von Freundschaft und Sympathie Platz geurscht. Man könnte sich einen derartigen Umschwung kaum erklären, wenn man nicht die Beweggründe kennen würde. Denn diese hmch- lerische Sympathie ist auf Grund der Anregung französischer Politi- ker entstanden und hat den Ztveck, zu dem Erfolg einer Reihe von Manövern beizutragen, die durch französische Agenten in der Schweiz ansgeführt werden. Diese haben den Auftrag: 1. in der öffentlicher! Meinung der uns Verbündeten und neutralen Staaten eine Atmosphäre von Mißtrauen ivegen der angeblichen Möglichkeit eines Separatfriedens zu schassen: 2. mit gewissen türkischen Staatsangehörigen, von denen die meisten Flüchtlinge sind, die durch die Ermordung des Großwesirs Mahimid Schefket-Pascha kompromittiert wurden, Verbindungen anzuknüpfen mit dem Zwecke, durch ihre Vermittelung in der Türkei eine Propaganda zugunsten einer Annäherung an Frankreich zn treiben. — Unsere Feinde formen überzeugt sein, daß alle ihre Bemühungen in diesem Sinne zn einem Mißerfolg verurteilt sind, denn ihre lügnerisckxm Behauptungen werden keinerlei Eindruck weder bei unseren Bundesgenossen, noch in irgend tvelchen Kreisen in der Türkei machen können, umsotveniger, als diejenigen Leute, die als ihre Wortführer ausersehen sind, in unserem Lande einen sehr schlechten Ruf genießen." Ern feindliches Flugzeug über Sofia. Sofia, 21. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphnr-Agentur. Amtlich wird verlautbart: Heute gegen 8 Uhr frr'ih warf ein feindliches Flugzeug, das aus der südöstlichen Richtung gekommen war, aus sehr großer Höhe zwei Bomben ans -eine der Vorstädte von Sofia. Eine Bombe siel auf ein Sckr.nl gebäude, die andere ans ein kleines W ohnh aus. Dar an gerichtete Schaden ist selxr unbedeutend. M en- scherwpser sind nicht vorgekommen. Das Flugzeug warf aleich- Mtig eine Anzahl Proklamationen ab, in welchen der Feiuo der bulgarischen Oeffentlichkeit den Fall von Erzerunr bekannt gab, was überaus lächerlich ist, da ja den Bulgaren nicht bloß die Einnahme von Erzenem, sondern auch> die Besetzung von Trapezunt bereits bekannt ist. Bei der Rückkehr überflog das Flugzeug den Vitoscha-Berg. Die englische Aabinettslnfis einstweilen beseitigt. London, 20. April. (WTB.) Reuter meldet aus angeblich bester Quelle, daß ein Ausgleich in der politischen Krisis erzielt sei. London, 21. April. (WTB.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. Als die Minister gestern aus der Kabinettssitzung kamen, zeigte schon ihr Aussehen, daß die Krisis beendet ist. Einige sahen geradezu strahlend aus. Irr der Presse kommt die einstimmige Genugtuung znm Ausdruck, daß die Krisis überwunden ist, ohne daß ein eirrziger Minister zurückgetreten ist. „Daily Telegraph" meint, die Krisis sei einigermaßen übertrieben worden. Die Meinungsverschiedenheiten seien nicht so groß gewesen. Der Kompromißvorschlag, den das Kabinett an- genonrmen hat, stammt von dem Minister Henderson von der Arbeiterpartei. Nach den Zeitungen forderte Lloyd George die sofortige Einführung der Wehrpflicht für alle Verheirateten, falls die Freiwilligenrekrulierung nicht eine bestimmte Ziffer pro Woche erreichen würde. Das Kabinett nahnr Hendersons Vorschlag an, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen, wenn es nach einer Irenen sechswöchigen Propaganda für die Freiwilligenrekrutierung notwendig erscheinen sollte. Henderson versprach, seinen Einfluß bei den Arbeiterorganisationen anzuwenden, um ihre Zustimmung zu einer bedingungsweisen Wehrpflicht zu sichern. Englands Rekrutierungsforgen in Südafrika. Paris, 21. Aprck. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet efahr zeigt sich auch in den Ver- sichernngsraten, die seit Verschärfung des U-Boot-Krieges um das Fünffache stiegen. Charakteristisch ist auch die Zahl der Tage, an denen die britischen Häsen geschlossen sind, das heißt, an denen die Behörden die Ausfahrt der Schiffe verhindern. ^ Berlin, 20. April. (Priv.-Tel.) Die „Voss. Ztg." meldet ans Kristiania: Die englische Gesandtschaft in Kristiania meldet: Eine englische Regierungsver- fügung erklärt alle .Häfen des Weißen Meeres als geschlossen. Gesuche um den Anlauf sind au die britische Admiralität zu richten. Die Häfen des Weißen Meeres sollen mit Labungen für das russische Heer üb-gr- füllt sein. Kopenhagen, 21. Llpril. (WTB.) „Berlingske Tidende" meldet: „Ter isländische Dampfer „Gullfos", der direkt aus Tünenrark nach dem dänischen Hafen Lerwik ans Island fährt, ist von den Engländern aufgebracht tvorden. Tie Engländer nahmen nicht nur die Briefe und die Paketpost des neutralen Schiffes weg, sondern auch das gesamte eingeschriebene Reisegepäck der neutralen Passagiere. Tie Engländer sind mithin in ihren Maßregehr gegen neutrale Dampfer, die innerhalb neutraler Hä.fen desselben Landes fahren, noch einen Schritt weiter gegangen, als es bei dem Dampfer „Botnia" der Fall war, der nur die Brief- und Paketpost abliefern mußte." Bmunden, 21. April. (WTB.) Ter englische Dampfer „Sterling", von London nach Harlingen fahrend, landete in Pmuiden36 Mann von dem niederländischen Dampfer „L o de- wyk van Nassau", der gestern mittag bei der Galloper Boje durch eine Mine oper ein Torpedo gesunken ist. Das Schiff führte eine Ladun ^Chilesalpeter. Es sank binnen fünf Minuten. Fünf Menschen sind umgekommen. London, 21. April. (WTB.) Lloyds meldet: Der britische Danrpfer „Cairngowan" ist gesunken; die Mannschaft wurde gerettet. Die britische Bark „R a v e n h i l l" ist am 18. 2lprrl gesunken. Ein weiteres Telegramm besagt, daß der Regierungsdamvfer „Ocean" von Rotterdam Kapitän und Mannschaft der „Ravenhill" gerettet hat. von der Goltz-Pascha 7 Berlin, 21. April. (Zb.) Nach emer amtlichen Meldung ist Generalseldmarschall Frhr. von der Goltz-Pascha nach zehntäFigent Krankenlager am 19. ^lpril im .Hauptquartier seiner türckischeu Aruree am Mecktyphus gestorben. Colmar Freiherr von der Goltz wurde am 12. August 1843 in Bielkenfeld (Ostprcußelr) geboren; er hat somit ein Alter von fast ~<3 Jahren erreicht. Als Kadett erzogen, lvurde er 1861 Leutnant und drei Jahre später als solcher auf die Kriegsakademie kommandiert. Im Feldzug 1866 diente er an der Front nnd wurde bei Trautenau verwrurdet. Nach dem Kriege kehrty er auf die Kriegsakadenrie zurück, von der er 1868 in den Generalstab versetzt wurde. Jln Kriege gegen Frankreichs war er als General- stabsofftzier dem Grasen Häseler unterstglkt, der auf ihn einen irtiefen und bestimmenden Einfluß gewann. Nach dem Frankfurter Frieden wurde von der Goltz Lehrer an der Kriegsschule in Potsdam, schon 1872 aber trat er wieder in den Generalstab, dem er mit einer kurzen Unterbrechung fast zwölf Jahre lang angehörte. 1883 wurde vvp der Goltz nach der Türkei berufen, lvo er bald vom Sultan den Lluftrag erhielt, einen Reorgani-i sationsplan für die gesamte Armee anszuarbeiten. Nur ein kleiner Teil der Anregungen, die er gab, konnte gegen die Widerstände, die das alttürkische Regime ihm entgegensetzte, durchgeführt werden. 1896 kehrte von der Goltz nach Dentschlland zurück. Er erhicit zuerst das Komnrando der 5. Division, dann nmrde er ClM des Jngenierrr- und Pionierkorps und von 1902 bis 1907 kommandierender General des 1. Armeekorps. In den letzten Jalnen vor dem ^lnsbruch des jetzigen Krieges bemühte er sich besonders um die Jung-Teutschlmrdbeweanng. Nacki der Besetzung Belgiens wurde von der Goltz als Generalgouverneur mü der Leitung des Okkupationsgebietes betraut, bald rrach dem Enrtritt der Türkei in den Krieg aber als Sonderbotschafter nack) Konsrantinvt'el entsandt. In der Türkei übernahm von der Goltz die Leirung einer Armee, an deren Spitze der Feldherr nunmehr den Tod gc- sunden hat. _ _ Aus dem Reiche. Berlin, 20. April. (WTB.) Durch Bekanntinachumg im Reichsgesetzblatt tverden die Vorschriften der Bekanntmachung über die Einflchr von Kakao vom 3. März 1916 auf Kakao Pulver und Schokolademasse aus- gedehnt. Aus Studt und Gießen, 22. April 1916. Sonntagsgedanken. Osterglocken wolleir ihren Klang über deutsches Land ertönen lassen. Sie werden überallhin die frohe Botschaft tragen: der Tod ist verschlungen in den Sieg. Man wird die Glocken hören in Stadt urrd Land. Dringlicher nock) als sonst werden sie für ihre Kunde Einlaß begehren: Wach auf, das Alte ist vergangen. Wach auf, du froh verjüngte Welt! Wird die Botschaft Glauben finden, wird nicht der Klang verhallen, nicht ungehürt, aber unempfunden, wirkungslos ? Ja, wenn es Friedensglocken wären! In das eine Wort Friede sammelt sich ja heute siir so viele alles heiße Verlangen und Hoffen. Dann erst, wenn er endlich, endlich wiederkehrt, werden sie all dies Sorgen und Bangen, all diese Schrecken und Dies Grauen in eine Nacht der Vergarrgenhert versenken, einem neuen, hellen Tage der Arbeit und der Liebe, der Ruhe und ungetrübter Gemeinschaft entgegenschauen dürfen. Auch die, denen der Friede ihr Liebstes nicht mehr wiederbringen wird, haben, wir trauen es ihnen zu, doch gelernt, für Ändere zu zittern und zu hoffen. Diese Anderen! werden dann gesichert wohnen im gesicherteir Vaterland. Friedensgkpcken! Llber Ostergtacken? Es war eine kleine Schar, die die Botschaft zuerst vernahrn. Frieden, so wie die vielen den Friedeir sich denken, hat sie ihnen nicht gebracht. vdun erst rvurdeil ^ie zu einer rechten Wntpfer- schar. Ihr Weg auf Erden blieb hart und dunkel. Sie nrnß- ten hindurch durch alle Not, die sich um Me ns chm leben; ' häufen kann. Feindschaft und^ Hatz begegneten ihnen, wohin sie blickten. Die Wahrheit, wie immer, wurde in Menschenseelen nur unter herbeir Schmerzen geboren. Aber sie wurde geboren. Und die Wahrheit war das Leben, dies Leben aber Gottes ewiges Leben. Und wenn sie ihr-en Sckratz iwch baren in irdisch vergänglichem Gefäß, wie sollten sie. dieses e'bens gewiß, nicht jubeln auch unter Druck und Pein, dcnr letzten Steg entgegen schon mitten in allem Kmnpf! Wann die Frtedensglocken läuten werden, wissen wir nicht. Noch ist Kampfeszeit. Und wenn der Friede kommt, luie heurlich er kommen m'ag, das meinen wir doch mu)t, daß er eine kampflose Zeit uns bringen wird. Für Erden- bamps und Erdenfrieden läutet, ihr Osterglocken, brinaet . Kunde Allen von Gottes Leben, Gottes Nahe, Gottes Liebe! UUd die sie recht vernahmen, die mögen fröhlich ihr Haupt erheben, sie wissen von einem Leben, das kein Tod iharen je zerstören kann. Klinget, ihr Osterglocken, über deutsches Land! Seit Jahrhunderten hat das Volk, dem dies Land gehört, den Glauben an Gott mid Ewigkeit tief in [cui frerj geschlossen. In immer neuer Weise haben seine besten Söhne von dieser unsichtbaren Welt zu sagen und zu singen ge- svußt. Deutsches Volk wird arrch heut, und heut zurnal. dre alte Botschaft in neuem Glauben hören, zu trotziger Mast im Kampf, zu ernster Besinnung für künftiZen Fciederu Sommerzeit und Eisenbahn. Zur Ueb erleitun g der Züge in die Sor.rmev- zeit in der Nacht vom 30. Llpril zum 1. Mai wurden von den Eisenbahndirektionen Frankfurt und Marnz folgende Bestimmungen getroffen: 1. Diejenigen Züge, die nach dem alten Fahrplan am 30. April v or 11 Uhr abends ihre Zielstation erreichen, verkehren nach dem Winterfahrplan. 2. Die Züge, die nach dem neuen Fahrplan nach Mitternacht die Zugausgangsstation verlassen, verkehren nach dem Sommerfahrplan. 3. Diejenigen Züge, die sowohl nach denr Winter- wie Sommerfahrplan vor Mitternacht beginnen, aber erst nach Mitternacht ihre Zielstation erreichen, verkehren in der Nacht vom 30. April zum 1. 97kai, bezw. am 1. Mai in den neuen Fahrplänen. . ^ " Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung der G r o ß h e r z o g t n : Otto Karl Ludwrg M i l d n e r zu Offenbach a. M. *' A rl's z e l ch n u n g. Dem Gefreiten Hermann Eimer im Jnf.-Regt. 83 wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. — Leutnant der Res. und Kompagnieführer im aktiven Jnf.-Regt. 116, Diefenbach, Sohn des Geh. Oberforstrates Diesenbach in Darmstadt, bei den letzten Kämpfen schwer verwundet, wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse mts- gezeichnet. — Dem Kanonier Lob beim Feld-Art.-Regiment 61 wurde vor einigen Wochen das Eiserne Kreuz 2. Klosse verliehen unter gleichzeitiger Beförderung zum Gewelten. L3b steht schon seit Kriegsbeginn im Felde. Er ist der zweite von fünf im Felde stehenden Söhnen Jakob Lobs hier, der das Eiserne Kreuz erhielt. — Der früher in Buer-Resse ansässig gewesene Peter K r e nr m e r s vom Kaiser Aler.-Garde-Gren.-Regt. Nr. 1 Berlin, erhielt nach seiner Rückkehr aus französischer Gefangenschaft nachträglich das Eiserne Kreuz 2. Klasse. ** D ie Fleischversorgung Hessens. In einem Privattelegranrm aus Darmstadt wird der „Franks. Ztg." mitgeteilt: Die Fleischversorgung für das Großhc'rzogtum Hessen wird demnächst durchgreifend geregelt. A'achdem dieser Tage eine Bestandsauftrahme der Dauerfleisch-Vorräte in Stadt und Land vorgenonrmen wurde, der sich eine Verbrauchsregelung unter Auftechmrng der festgestellten Vorräte anschließen wird, ist nunmehr auch eine Lande s- F^eischversorgungs stelle ins Leben getreten, von der die Metzger ihren Fleischbedarf beziehen. Die Stelle, deren ausführendes Organ Der Biehhandelsverband ist, kauft durch Beauftragte das Vieh bei den Landwirten. Ueber die Frage, ob das gesamte Vieh auf einer Zentrale gesammelt oder durch die Kreise verteilt wird, schweben -roch Verhandlungen. Durch diese Regelung wird ein Ueb ' schreiten der Höchstpreise unmöglich, und man erwartet bestimmt^ daß die Ladenpreise herabgesetzt werden können. Die Ver- sorgungsstelle ist auch mit Enteignungsrechten ausgestattet. größter Zunächst eilte Ver- ^ ftSVIEsche S^b-enSwitrelverkau f bat h-^v^rm^ ^ letzter Scheine glatt gb- ge^tzt. Dre 6000 Erer, welche die Stadt anaetauft hatte waren am Donnerstag m vier Stunden an 600 Personell abgese^t, daher war der Preis von 14 Pfennig das Stück Durchaus nrcht prerswert, wenn nran erwägt, daß es sich um sogenannte Krsteneier handelt, vor: denen 12 Stück ein Pfmch wogen wahrend unsere oberhessischen Landeier, die nllevdmcp, 20 Pfg. das Stuck kosten, zu 9 Stück auf ein Pfund gehen. Danach Lostet also frische Ware das Pfund 1.80 gegen 1.68 Mk., die für >galirische Ware bezahlt wurde Heute, Sanrstag, na.chnrittag findet kein Verkauf statt ** Militärkonzert findet cm 2. Oster tage im Mlv- soichennvldo statt Näheres siehe Anzeige. ^ W r- ^^lung der KarLoffelvorräte, der Erzsugnuft der Kartoffeltrvcknerer und der Kartoffelstärkefabrikation snrdet laut Bundesratsbeschluß am 26. d. Mts statt Näheres siehe in eurer amtlicheu Bekanntmachung der Äadt Gießen im Anzeigenteil. ** Nach Bedrohung« und Brand stiftu na ift her rnssrsch-polnisäM Arbeiter Lorenz Stuzenski, geh. 10 Maust l*J? M ^dolin vonFranffurt a. M. flüchtig gegangen. Wer über den Aufeickhalt des Fluchtigen Auskunft geben kann, wird gebeten, dies unverzüglich Großh. Polizeiamt dahier mitzutnlcn. ^tnzenski pt 165—167 Zentim. tec gooß schvächich hat schwarze .Haare und ichwarzen Schnurrbart, schmales Gesicht, hohe Stirne, und dunkelbraune Augar. Er spricht polnisch imb gebroclien deutsch, r " o graphre. Die Ste.wgraphengesellsctmst ^Gabels- berger und Damenabteilung, e. 93., eröffnet am 2. Mai in ihrem Unterruchlslokal Kirchstraße 11, wieder einen netten Anfänger- lehrgang m der Gabeisberger'schen Stenographie. worauf an dieser stelle besonders hmgewiesen fei. (Siche Anzeige in heutiger Nummer.) ** Poftprotest'aUfträg'e für Elsaß-Lothringen. Nachdem der Bundesrat durch Bekanntmachung vom 13. April bestimmt hat, daß die Protestfrist für Wechsel, die in Elsaß- Lothringen zahlbar sind, frühestens mit dem 31. Juli 1916 statt mrt dem 1. Mai 1916 abläuft, ist die Postordnung vom 20. Marz 1900 entsprechend geändert worden. Danach werden die Postprotestaufträge mit Wechseln, die in diesem Gebrete zahlbar sind und deren Zahlnngstag in die Zeit vom 30. Juli 1914 bis emschließlich 28. Juli 1916 fällt, am 31. Juli 1916 uoctMals zur Zahlung vorgezeigt iverden. Landkreis Gießen. 21 ■ Ap-L Dem Gefreiten Christ. Sanitsch im ^uff-Arttllerre-Rsgiment Nr. 7 wurde da- Eiserne Kreuz 2 Kl verliehen. § Großen-Bufeck. 21. April. Mtvn Volk von hier, bei Beginn des Krieges aktiver Soldat im Jnf.-Rgt. 168, verwundet,am 15. Okt. 1914, zurzeit im Jnf.-Rgt. 365, wurde mit dem Eisernen Kreuze II. Kl. ausgezeichnet. — Lehrer St oll, zuletzt hier tätig, starb rrach 20 monatl. treuer Pflichterfüllung : als Leutnant bei einem Musketenbataillon am 3. April den Hel- 1 deutod fürs Vaterland. e. Lreuchelheim, 22. April. Hoboist Sergeant Volkmann tm Jnf.-Rgt. 116, zurzeit verwundet im Lazarett zu Rastatt, erhrett das Eiserne Kreuz 2. Klasse. lj Lang-Göns, 21. April. Den Tag der Silbernen Hochzeit konnte daL Ehepaar Wilh. 93 r ü cf e l II., Spengler- meister, feiern. Aus der ersten Ehe entsprossen drei Kinder, aus der zweiten Ehe drei Söhne und eine Tochter, wovon zwei Söhne im Felde stehen. Kreis Büdingen. Fc. Büdingen i. Oberh., 21. April. Im Urstlich>en Schloß dahier ist gestern Prinz Osman Fuad, ein Neffe des Sultans, zum Besuche eingetrvffen. ** Bad-Salzhausen, 22. April. Mit Beginn der diesjährigen Kurzeit wird in unserem oberhessischen, als Kinderbad so sehr geschätzten Solbad Salzhausen ein K i n d e r - E r h o l n n g s - h e i m eröffnet. Es ist dadurch ein in interessierten Kreisen tief empfundener Mangel beseitigt. Das Heim wird im Haus Sonnen-! blick durch die Besitzerin Frau Margarethe D i e h l geführt. — S t o ck heim , 22 . April. In einer hier abgehaltenen Versammlung der Metzger und Fleischbeschauer des Kreises Büdingen wurde die Gründung einer Ät e tz g e r i n n u n g für den Kreis Büdingen beschlossen. Den Vorsitz der Innung übernahm vorläufig Metzgermeister Aiethseffel--Büdiitge». Zur Durchführung der Versorgung des Kreises mit Fleisch beschloß die Versammlung, in Gemeinschaft mit dem Lreisamt und den Vertretern anderer in Frage kommenden Behörden die geeigneten Maßnahmen 31t treffen. Kreis Schotten. ö Laubach, 20. April. Heute fand die Versteigerung der von der Gemeinde Laubach in Löhre i. Hannover angekauften Ferkel statt. Es waren insgesamt 151 Stück. T-er Kopf kostete etwa 85 Mark. Kreis Friedberg. Bl. Ober-Rvsbach, 22. Aprck. Dem Gefreiten Karl Grill beim Feld-Artillerie-Regiment Nr. 61 wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Bl. Friedberg, 22. April. Donnerstag war der erste Tag, an dem Schlachtvieh vom Kommnnalverband für den Kreis Friedberg aufgetrieben nmabe. Es waren aufgetrieben 11 Stück Großvieh, 4 Schweine, 13 Kälber, sowie 12 Ziegenlämmer. Hiervon kam ein Teil nach Bad-Nauheiw, der Rest blieb hier. — Theodor Scheuermann, Gefreiter im Landwehr-Jnsanterie-Regimeitt 9fr. 116, Unteroffizier Heinrich Kaiser im bayerischen Ersatz- Jnfanterie-Regimcnt Nr. 1, Inhaber des Eisernen Kreuzes, uird Otto Kaiser im Feld-Artillerie-Regiment Nr. 64, sämtlich aus dem Stadtteil Fauerbach, wurden mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille au sge zeichnet. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 20. April. Endlich ist es gelungen, den Schleppkahn „Go ttv er trauen" zu heben, zwischen zwei Schiffen mit Balken zu befesttg-en und auf diese Weise schwinnnfähig zu machen. Der vordere Teil des Schiffes sowie der Hintere Teil sind besonders mit Ketten befestigt w-orden. Der Kahn soll morgen oder übermorgen abge- schleppt werden. — Aus dem Odenwald, 22. April. Am Mittwoch gingen über dem nördlichen und östlichen Odenwald und über dem Spessart schwere Regengüsse nieder, die verschiedentlich erheblichen Schaden anrichteten. Auf der Hanauer—Eberbacher Eisenbahn unterspülten die Fluten bei Kailbach den B a h n d a m m, so daß die Stützmauer der Böschung blvßgelegt und die Gleise verschüttet wurden. Ein unmittelbar nach dem Unwetter die Unfallstelle passierender Zug entgleiste, konnte jedoch noch vor dem Absturz bewahrt werden. Menschenleben kamen nicht 31t Schaden. Tie Strecke war längere Stunden gesperrt. Bei der Station Wertheim im Kinzigtal ist die Kinzig ausgeufert und hat die Verbin- duugssttaße nach dem Bahnhof überflutet. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 20. April. Der Ueberschuß der Stadtsparkasse im Jahre 1915 betrug 7809.69 Mk. ** Hörnsheim, 22. April. Dem Fliegerfunker Heinrich V u r ck von hier, bei der Feldfliegerabteilung Nr. 9, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Hessen Nassau. Frankfurts Milchvcrsorgung. = Frankfurt a. M., 22. April. Ilm der Bevölkerung, Frankfurts während des Krieges und auch, später eine geregelte Milch Versorgung zu sichern, plant die Stadt die Anlage' eigener Milchwirtschaften. Zu diesem Zwecke erhöhte sie bereits den Bestand an Milchkühen in der Genesungsstätte Hohenwald (Taunus) von 25 auf 50 und belegte ihr Pachtgnt bei Nieder- Erlenbach mit 25 Milchkühen. Irr den Köpperner Heilanstalten wurde die Zahl der Kühe von 20 auf 56 gesteigert, und in der „Tickmühle" bei Köppern, einer städtischen Heilanstalt, ist die Einstellung von 24 neuen Kühen vorgesel)en. Tie Stadt verfügt damit über rund 160 Kühe, die jetzt täglich etwa 1660 Liter Milch liefern. Hiervon werden 980 Liter der städtischen Milchküche Angeführt, der Rest kommt Krankenhäuser:: und sonstigen gemeinnützigen Anstalten zugute. Für den weiteren Ausbau dieses Systems fordert^der Magistrat 1.~~ r gtöfjmma bet MklchNiche. so daß täglich bis 4000 Shcr Bi •> lingsmilcb bereitet rverden können. H rer für'fordert er 54 009 .uci. 60000 Mk. sollen in der Anstalt Hohenwald zu neuen Stallungen für weitere 75 Kühe Verwendung finden. In Nstver-Erlenbach soll ein neuer Stall für 50 neue Kühe gebaut kverden. Dir der Mainlur wird eine neue Milchkuranstalt für nmb 28 000 Mark errichtet. Auch private Anstalten und Landgüter sollen unter städtischer Verwalttmg sich mit der Milchversorgung F-rankmr.s befassen. Für den Ankauf von Kühen fordert der Magistrat euren Bor schuß von vorläufig 200 000 ML. * H Marburg, 21. April. Gestern nachmittag zog ein Gewitter, strichweise mit Hagelschlag verbunden, über das Lahntal. — F r a n k f n r t a. M., 22. April. In der Mainzer Land' straffe wurde am Donnerstag bei dem Verkauf st ä d t i s cb e n Schweinefleisches eine Frau derart gegen ein Gartengitter gedrückt, daß sie ein Bein brach und dem Krankenhause zugesührt werden umffte. _ Nri'.VersitcLts-Nr. mcd. K. Strünckmann. Stoncgrapfcs*- Gesellschift iltbirgir 4 Glessen und Damenabteilung E. V. Wir eröffnen Dienstag, den 2. Mai 1916, abends 8'/, Uhr, in unserem Vereinslokal „Zum Gambrinus", Kirch- stratze 11, einen AHiMkLehWNß i.lKabclSbcraerscherSteno grapbic für Damen und Hcrren.Unterrichlsgeld6Mk. Anmeldungen an Herrn A. Karnbach, Landgrafen- stratze 5, oder zu Beginn des Unterrichts erbeten. Beginn des Fortbildungs- Unterrichts Freitag, den 5. Mai abends 9V 2 Uhr. 3122cI Der Vorstand. Mittwoch, den 20. Avril. abcndS 8*/» Ubr im oberen Snale des „Postkellers" Anfünger-Lchrgnng in der Gabelsberger'schcn - Stenographie fnrDamen «.Herren. Teilnehmerkarten zu Mk. 6.— sind in der Pfeifferschen Buch- ha ndlupaWolltorstr.woselbst auch die Lehrmittel crhäli lich, zu haben. [3087v Babelsberger Stenographen- Verein von 1861 nnd Dämon- Verein Babelsberger Gietloi,,