Nr. 91 M. Jahrgang Ter «ehener Anzeiger erscheint täglich, allßer Smmtags. - Beilagen: viermal wÜclientlich LiehenerKamiNenblättci; z»veimal wöchentl.Ureis- dlaN sürben Ureis Gietzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Lan4- wirtschaftkiche Zeitstagea Fernsprech. Anschlüße: surdie Schriftleitung 112 Aerlag,Geschäftsstell eSI Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße«. Annechme von Anzeige« für die Tagesnummer « ^ ^ ^ ^ ^ - ' M , , b,s zun, Abend vorher, «Otatisnr-rnck Mi» Verlag der Srühl'schen llniv.Siich- und Steindruüerei R. Lange. Schristleltung. SeschSstsstelle und Druckerei- §chulstr .7 Montag, \7. Rprtl General-Anzeiger für Bezugsorcr ^ - »nonatl. 9t) Bf., viertel« jährl. Mk. 2.65; durch Abhole- vu Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch die Po st Mk. 2.-15 viertel« jä'hrl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokallvPf.. ausw. 20 Pf. — Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. R. Zen;; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen Zranzöffsche Angriffe bei Verdun zurückgeschlagen. ^ Wre^tS Hauptquartier. 15. April.I Westlicher Kriegsschauplatz. ^°rstost der Engländer gegen die Trichter- ?Elch min St. E l o I wurde nach Handgranaten- kampf völlig zuruckgeschlagen. und östlich davon teilweise lebhafter Artillerie- und Minenkamvf. konnten feindliche Angriffsabsichten £*öcn unsere Stellungen auf „Toter Mann" und südlich oesRaben--und Cumiß res-Waldes, die durch große wir? 6 !? 1 ” 0 -Artilleriefcuers vorbereitet wurden, in un- i C JcTiL ücr !l lc ^ eK ^ en ' beiden Maasufern auf die bereit- ?^ 7 ^ken Truppen vereinten Feuer nur mit einigen Batail- i?uen ^Sen Toter Mann" zur Durchführung kommen, umer .chwersten Verlusten brachen die Angriffswellen vor blnre zusammen, einzelne zwischen unsere Graben vorg^rungene Leute sielen hier im Nahkampss. . AM^^Maus sowie in der Woevre-Ebene blieb die ^Ä^atAkeit rm wesentlichen auf heftige Feuerkämpfe be- schwächliche feindliche Handgranatenangriffe südwestlich der Feste Douaumont blieben erfolglos. Oestlicher Kriegsschauplatz. „ u U w*6>erk>kten örtlichea Angriffsversuche der von Dünaburg hatten das gleiche Schicksal wie am vorhergehenden Tage. Am Serwetsch südöstlich von Ko r e li tsch i brachten wir einen durch starkes Feuer eingeleiteten Vorstoß schwächerer ferrwlicher Kräfte leicht zum Scheitern. ^ . Dalks „-Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. Oberste Heeresleitung sonnino über die italienischen Erfolge. kAmü^d'^ Gr.tzcs Hauptquartier, 16 April. Westlicher Kriegsschauplatz. ... deü>eri«its des Kanals von La Baisse steigerte nch die Tätigkeit der Artillerien im Zusammenhang mit lebhaften Minenkampfen. In der Gegend von V c r m e l l c s wurde die englische Stellung in etwa 60-Meter Ausdehnuna durch unsere Sprengungen verschüttet. ö Oestlich der Maas entwickelten sich abends heftige Kampfe an der Front vorwärts der Feste Douaumont bis zur Schlucht von Vaur. Der Feind, der hier anschlietzend an sein Vorbereitungsfeuer mit erheblichen Kräften zum d'ngrifi schritt, wurde unter schwerer Einbuße an feiner Gefechtskraft abgewiesen. Etwa zweihuiÄert u«verwundete Gefangene fielen in unsere Hvud. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz Es hat sich nichts von besonderer Bedeutung ereignet. Oberst« Heeresleitung In den feindlichen Ländern treten allerlei Beklemmungen offen zutage und sie werfen ihre Schatwn auch in die dortige Presse. Große Londoner Blätter geben offen zu, daß der U-Bootkrieg ihrem Land« gefährlich werde, und daß die Frage des schwindenden Schiffsraums die ernsteste Frage- des Krieges würde. Ist dies nicht der lebendigste Ansporn für Deutschland, ferne wrrffame Waffe mit aller Ahärfe m suhren? Und können ums die ewigen Sttminwrasbilder ans Ameriva, nach denen PräsDient Wilson bald dies, bald jenes unternehmen wolle, unsere eigenen heißen Wünsche verekeln» Manche deutsche Zeitungen tun so. als habe man in Washington alle Mittel in den Händen, um die europäischen Angelegenheiten zu ordnen, und dabei werden Herr Wilson und Herr Lanjing nicht einmal mit Meriko recht fertig' Wir spielen gegen England noch weitere Trümpfe aus Dazu gehört vor allem das deutsch-rumänische Handelsabkommen über das heute aus rumänischer Quelle näheres berichte« wird und über das ein großes Pariser Blatt, der „Temps", seine große Beklemmung ausdrückt. Denn er gibt offen zu dag das Abkommen die Politik durchkreuze, die Deutschland aushungern will. Wenn das Blatt auch meint, Rumänien wvtte nur aus den Tag> NN denl seine Interessen ihm gestatten, ins Lager seiner Sympathien, nämlich in die Arme der Entente ubzuschwenken, so fühlt man aus seinen Aeußerungen doch eine gewisse Bangigkeit hernus. Wie steht es denn mit der Lage auf dem Balkan? Ist wirklich Aussicht, daß in Saloniki noch einmal günstige Winde wehen werden, um das große Besreiungswewk für Serbien und Montenegro #1 unternehmen? In Italien nracht diese Frage smoihl das meiste Kopfzerbrechen. Das italienische Volk, das keine Siege, sondern nur immer „schlechtes Wetter", „un günstige Winde" erblickt, wird unruliig und begehrt Aufklärung. Und so hat in der Kammer gestern .Herr Sonnino die eNvartetc große Aufklärung s rede gehalten Sic klang wahrlich nicht wie nationales Fnbelgelaute, so viel der Minister sich auch bemühte, seinen Lunds leuteii zn zeigen, wie hoch der Lorbeer der italienischen Tapferkeit stehe. Es ist geradezu jämmerlich, wie er hinter den großen weltgeschichtlichen Geschehnissen des Jahres, der Züchtigung Serbiens, der Bes'etzung Montenegros, des österreichischen Vormarsches in Albanien, herläuft, uin die Höllendämpfe, ^5 uch dc^crus für Italien zusammengezogen haben, in Himmels lüfte zu verwandeln. Es war eine Rechitsertigzungs- rede, die aber nicht den gewünschten Eindruck machen wird. Denn man erkennt zu genau, daß gescheiterte Hoffnungen dahinter versteckt werden sollen, und Enttäuschungen als Siegesertrag ansgegeben werden. Herr Sonnino triumphiert, daß 250000 Personen und 10000 Pferde über das Adriatische Meer hätten transportiert werden können, aber hat er auch einleuchtend erwiesen, daß damit ein vernünftiger Zweck erfüllt worden ist? Steht es nicht klar vor aller Welt, daß Oesterreich-Ungarn in der Adria der Stärkere geblieben ist? Sonnino hat die italienischen Sympathien, die nationalen Wünsche und andere gute Herzensaugelegen?' heiten in einem neuen Frühtingsgewande präsentiert, aber er kann nicht verschleiern, daß die Felder öde und leer sind. Wir werden hören, ob das Parlament sich mit der dürftigen Kost des Ministers zufrieden gab oder nicht. * * * Die Steuerausschüsse des Reichstags sind in die Oster ftrien gegangen, nachdem sie die erste Lesung der Steuergesetz- Entwürfe mit Ausnahme des Entwurfes über die Tabaksteuer erledigt hatten. Im „Deutschen Kurier" fiuden wir eme Zusammenstellung des bisherigen Ergebnisses der Beratungen, die den Reichstagsabg. Kleinath zuni Verfasser hat. Er bezeichnet als das hervorstechendste Merkmal der Verhandlungen, daß mehr Steuern bewilligt worden seien, als die Regierung verlangt hatte, wobei indessen berücksichtigt wer- den muß, daß einige Parteien für die späteren Lesungen Vorbehalte gemacht haben. Er gibt sodann folgende Zusam menfassung der Beschlüsse: .,,„^ nT Steuerausschuß waren die Gesetz-Entwürfe über die Zu- Nylage zu den Postgebühren, über den Fracht-Urkun- oenstempel, den Q uittungsstem pel und über die Erhöhung der Tabak-Abgaben überwiesen, die der Reihe nach rund 200, 80, 80, 160 Millionen Mark, also zusammen un Beharrungsznstand rund 520 Millionen Mark bringen sollten SX die Kriegsznschläqe zu den Po st gebühren terls erhöht (Postkarten), teils ermäßigt (Briefporto, Telegramme E Telephon), so daß der Gesamtbetrag etwas, aber nicht viel nr '»">» »"« Russischer Kriegsschauplatz. ri*® e i tf , rn 5Nhr früh erschiene,, siebe» feinv- I,che Flugzeuge darunter vier Kanipfflirger über siüin.ke'u dlchnanlagen nördlich der Stadt. Zur Abwehr stiegen einige unserer Flugzeuge auf denen es nach zweistündigem, über Czernowip sich abspielcnden Luft- fkindlichen Kampfflieger aus 30 Schritte ^u ch,e,;e". Das feiudlichc Geschwader flüchtete. Das q- >m «turzflug bei Bojau zwischen ^ unserer Linie und wurde durch unser Gc- schutzfeuei vernichtet. Der feindlicki« Beobachter ist tot Unsere Flugzeuge kehrten unversehrt zurück ,, Sonst verlief der gestrige Tag sowohl in Ostgalizien als Ä!»»«,'‘SK™ «. i'?i !t "i s*a'*n N S,f »"oonneae Vorstellung ab Fn> ^ chnItt nween die Minemverfer heute nackit den FF des (Sol di Lana wird von vk« giidlllil'i'vd heflig beslbosseu Wn naherungsversuche im Sugana-Abschnitt wurden abgewiesen S ü d ö ft l i ch e r K r i r g s s ch n u p l a tz Unverändert ruhig. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs P. Ha f e r, Feldmaeschallentnant. W i c n , 16. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart: 16. April 1916. RussischerKriegsschauplatz. Außer dem alltäglichen Geschützkampfe keine besonderen j Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Front fanden im all- gememen nur mäßige Geschützkämpfe statt. Im Abschnitte der Hochfläche von Doberdo war die Gefechtstätigkcit etwas lebhafter. Oestlich von Selz sind wieder kleinere Kämpfe I im Gange. . . . ^ Plöcken-Abschnitt nahm unsere Artillerie die femollchen Stellungen unter kräftiges Feuer, i«, Tiroler Front beschoß der Feind einzelne Raume in den Dolomiten und unsere Werke auf den Hochflächen von Lafraun und Vielgereuth. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert ruhig. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Das deutsch-rumänische Handelsabkommen. Bukarest, 16. April. (WTB. Nichtamtlich.) „Vittorul" verosfentticht den Wortlaut d^s Mkommcms zwischen Deutschland und Rumänien über den Warenaustausch zwischen den beiden Ländern mit dein Zlveck, daß die Lchwierrgkeiten beseitigt werden, die in letzter Zeit als eine Folge des europäischen Krieges in den wirtschaftlichen Be- zwischen, Deutschland und Rumänien sich eingestellt haben. Zwischen beiden Länderm ist ein Abkommen getroffen worden, nach dem beide Länder in den Goemzen der Möglichkeit die gegenseitige Ausfuhr jener Waren erlauben u>erden, die sie entbehren können. Kompensationen wewen abgeschafft. Für die Durchführung des Abkommens wrro folgendes bestimmt: Die rumänische 'Zentralkommissivn für die Einfuhr errichtet in Berlin ein Bureau, da^ mich der Zeiitral-Emkaufsgesellsch-aft arbeitet. Die Z. E. G. errichtet Bukarest ein besonderes Bureau unter dem Namen ^Deutsche Ausfuhr Z. E. das mit der rumänischen Zen- tralkommrssron Fühlung haben soll. Der Interessent in Ruinnnien, welcher Waren aus Deutschland beziehen will wrw sich vorerst bei der Zentralkomnrission des rumä- Nischen Bureaus in Berlin erkundigen, ob diese Waren pir me Ausfuhr frei sind. Darauf kann er sie unmittelbar bei dem deutschen Lieferanten bestellen. Die Verkäufer verlangen sodann von der Z. E. G. die Bewilligung zur Beförderung. Das rumiänifche Bureau in Berlin gibt die Bewilligung zur Einfuhr nach Rumänien. Rumänische In- und Kaufleute, die Waren ausführen wollen, er- dustrielle otuuncuic, me Ovaren aussuyren wollen, er- halten die Ausfuhrbewilligungen von der rumänischen Zentralro'mmisswn für die Einfuhr. An diese können sich ^ua) me deutschen Jinporteure durch Vermittelung der Zentral-Einkaufs-Gesellschaft oder deren Bureau in Bukarest wendem Die Transportbewilliguug wird von dem Bureau der Z. E.G. m Bukarest erteilt. Die Zentralkom- miffwn und die Z E.G. senden sich zeitweise Listen der Waren zu, die für die Ausfuhr verftiqbar sind. Um die Beförderung zu beschleunigen, wird ab 1. Mai im Einvernehmen mit den österreichisch-ungarischen Eisenbahnen ein besou- d e r e r E i s e ii b a h n d i e n st zwischen Deutschland und Rumänien eingerichtet. Die Absendung und Wer- teilung der Waren sowie die Erledigung der Zollformalitäten liegt der Zentralkommiffion und der Z,E,G, ob, Kriegsmate-- rial bildet im Sinne des Abkommens keinen Handelogegen^ stand. Es hat eine Beratung stattgesunden. in'der bebt, losten worden ist, daß täglich 35 bis 40 Wagen mit deutschen Waren "r. M^uyui um utui|u;t:u uTC1T über $Kbea[emtTeffcn werden und mit rumänischen Waren gefüllt, redoch Nicht mit Getreide, wieder abgehen. Für Ru- Manien bestimmte deutsche Waren werden in Ratibor, Birne, und Regensburg gefammelt. Für die „Carmen" genannten ^uvenzuge aus Deutschland wird ein direkter Tarif eingerichtet werden. ' Die Wirtschaftspolitik Rumäniens. Die Regierung hat dem Parla» ment einen Gesetzentwurf vorgelegt, der bis zu einem Jahr !'^4^^benvlchlutz den Verkauf von Getreide, Hülsen und Samen v o r d e r E r n t e sowie die Einlagerung dieser Früchte verbietet. Damit die Bauern, die oft nicht bi- Verkauf warten können, nicht ohne Bar- &J8BÄ' bk w * bnrd, i>cn b,o Btoaienma zur Ausnahm.- Hnci , am i 91111011)0 tm Betrage von 150 Millionen M 'nächtigt wird. Die Anleihe ist in 40 Jahren rückzahlbar ^"!?!ntrag der OMVsttwn auf Einleitung einer rarlameuiansch-'u rn der SchmuaMlangekegenr^it wurde nach .'änaerei ^kung, an welcher sich alle Parteien beteiligten, au den Anschuß verwiesen, loao mit Ablehnung gleichbedeutend ist. Die Lage Englands. . ZV lb i n ' lö -- dlpnt- (WTB.) „Daily Cßronicle" moß det, daß gestern ein wichtiger Kabinetts rat sdattgesun- den hat, um hauptsächlich die Rekrutierung-frage i. - $*<£ Mk'tWkÄtzeir. Man gelangte zu keiner Entscheidung. Das '\Jr tS3tett : Die Frage der allgemeinen Dienstpflicht |i J mx&c volltominen in den Schatten gestellt durch das tvich- »tigere Problem Schiffsraum. Die Tatsache kann nicht I r weggeleugnel werden^. ^ aßindenletztendreiWochen I!» he Abhilfe gegen die Verluste des U-Boot-Krieges. Mindestens eine Million ! Bruttotonnen sei nötig, itm die Verluste an Schiffsraum zu decken Ende März befanden sich 424 Handelsschiffe mit W einer Gesamttorrnage von 1,4 Millionen Tonnen im Ban Aber der Bau gel^ langsam vonstatten. Die Regierung .habe ihre Hilfe zur Beschleunigung des Baues eines Drittels dieser Schiffe zu gesagt, aber das reiche keineswegs aus. London, 15. April. (WTB.) Der „Star" meldet: Das Kabin eit hat sich gegen die allgemeine Wehrpflicht entschieden; aber alle jungen Männer sollen, wenn sie des 18. Jahr erreichen, zum Dienst aufgerufen werden. Englische Ausfuhrverbote. London, 15. April. (WTB.) Meldung der London Galette : Me Ausfuhr von Seife und verschiedener Stahl- waren ist gänzlich verboten worden. Die Ausfuhr von 'A s phatt und P e 1 r o l e u m nach den europäischen Län- ! dern, lauster nach Krankreich, Rußland, Italien, Spanien und Portugal, ist verboten worden. * * * Aus der italienischen klammer. Rom, 15. April. (WTB.) Meldung der Agenzia Stefani. » Kammer. Cesare Colon na sagte: Die Erklärungen Son- ninos werden vom Lande mit /Ungeduld erwartet. Dieses wartet ^ besorgt aus die Mitteilung der Ergebnisse der Pariser Kon- f e r e n z, welche das Einvernehmen .zwischen der: Mächten des Vierverbandes -enger knüpßm wird. Unsere ^Alliierten müssen künftig davor: überzeugt sein, daß Italien in den Krieg ohne Einschränkungen, ohne Vorbehalt und ohne Zögern eingetreten ist. Es genügt, daran zu erinnern, daß, als wir in den Kamps eintraten, Rußland in den Karpathen sich im Rückzug'befand. Colonna hob das Vorgehen Italiens zur Rettung der serbischen Armee hervor » und betonte, daß Italien Griechenland gegenüber tu der epirotischen Frage Beweise von der Aufrichtigkeit seiner Absichten gegeben habe. Er sagte: Ich wünsche, daß die Politik Italiens und des Vierverbandes im Orient entschlossener vorgehe. Me einzige politische Haltung, die einen dauerhaften Frieden gewährleisten könne, f >sei diejenige, die auf der Achtung der Nationalitäten! j-gegrü!ndet sei. Zum Schlüsse sprach Colonna den Wunsch aus, ?daß das so überreich vergossene Mut die Völker schützen undi l-chnen Unterpfänder für «Wen dmrerhaften Frieden gewähren möge, der sich auf der Achtung der Nationalitäten und der Heiligkeit der Mlkerrechte gründe. (Lebhafter Beifall.) Gasparvtte erklärte, daß der Vierverband, da er für die Achtung des Nationalitätenprinzips kämpfe, sich schr die Wieder- | /Herstellung Polens intb Armeniens ein setzen müsse, die nsch so langein ^Martern wieder zu natiorraleä Würde erstehen 'Würden. Gasparvtte geißelte die schlechte Behandlung der Kriegsgefangenen seitens der Mittelmächte urrd die von Oesterreäch- 'Urrgacn an dem Eigentum italienischer Untertanen und an den österreichischen Untertanen italienischer Abstamrnung geübte Erpressung. Er forderte als Vergeltungsmaßnahme die Beschlagnahme des feindlichen Eigentums. (Lchhafter Beifall.) Earvtti begründete eine Tagesordnung, welche eine Me- >ftmrr der Konsulavorganisation fvrdeft. Rom, 15. April. (WTB.) Bei der weiteren Erörterirng des 'Haushalts für das Auswärtige Amt legte der unabhängige Sozialist L a b r i o l a eine Tagesordnung vor, in der die Notwendigkeit betont wird, die parlamentarische Aufsicht über die auswärtige Politik sicherzustellen. In der Begründung weist er darauf hin, daß das Parlament von der ganzen, seit 1911 so bewegten äußeren Politik fcrngehalteir wurde. Der Redner erhebt die Forderung, daß der Vertrag mit Oesterreich-Ungarn im Wortlaut veröffentlicht lverde, wodurch jeglichem Zweifel an der Redlichkeit des italienischen Verhaltens die Grundlage entzogen werde. Der Abgeordnete B o n o m i legte ein Tagesordnung vor, in der gesagt wirb, daß das Pariser Abkommen zwischen den Alliierten die höchsten Interessen Italiens fördere. Die Pariser Zusammenkunft habe alle gegenteiligen Erörterungen zum Schweigen gebracht und llar 'erkennen lassen, daß der Krieg Italiens der Kfteg der Alliierten sei. f Sie habe außerdem den Eintritt Italiens in die neue politische Ver- 'bindung die feierliche Weihte «gegeben. Der Redner sagte weiter, .der Vierverband habe keineswegs die Absicht, die deutsche Nation zu zerschmettern, wie man ihr einreden wollte, um dem Stimmungsumschwung in der Oeffentlichkeit, dessen Anzeichen sich schon bemerkbar machen, zu begegnen. Der Redner betont sodann die Notwendigkeit, daß die Alliierten die natürlichen Ziele der russischen! Politik auf dem Balkan und Italiens auf dem Meere, soweit sie sich mit dem Recht und billigen Ansprüchen der Balkanstaaten vertragen, der Verwirklichung zuführen. Man müsse nicht nnr einen vorteilhaften, sondern einen dauerhaften Frieden Herstellen. Abg. Tavidr Demarco (Radik.) sprach sein Vertrauen darauf aus, daß die nächste wirtschaftliche Beratung in Paris der Frage der Wirtschaft^ lichen Beziehungen zu den anderen Mächten nach denr Kriege nicht vorgreiien werde, denn Italien könne auf die natürlichen Bahnen seines Austaufchvertehrs mit dem Auslcmde nicht ohne vorteilhafte Gegenzugeständ-niffe verzichten. Der Redner wünscht, daß die jetzt wieder zu Tage tretenden englisch-lateinischen und französisch-italienischen Freundschaftsgefühle auch dazu benutzt werden, die Zölle zwischen den Verbandsstaaten herabzusetzen. Abg. Fera (Radik.) drückte seine Freude aus über die vorteilhaften Wirkungen, die die jüngsten internationalen Zusammenkünfte auf die öffentliche Meinung in Frankreich und in England zu äußern begimren, indem sie under^Miche Jrrtümer zum Schaden Italiens richtigstellen. Dies werde dazu beitragen, die öffentliche Meinung dieser Länder zu übe^euMn, wie nützlich es sei, daß Italien seine größten An- streiGffnMMt g»qen Oesterreich-Ungarn richte, das viel schwächer sei- als DentsM«»d. Nach Fera sprach noch deFelice Guiffrida. Dieser erklärte. daß. obgleich zwischen Italien und Deutschland keine* ans-- drückliche Kriegserklärung bestehe, auch nicht der Schatten eines Zweifels für die völlige liebere in stimmrsrg zwischen Italien und seinen Bundssgenossen bestehe. Petro l lo brachte eine Tagesordnung ein, in der er für die Kammer eine gerochiLve und wirksamere Teüncchme an der auswärtigen Politik verlangte. Der Nationalist F r e s c a r i verlangte eine Propaganda dahin zielend, in den verbündeten und neirtralen Staaten in der öffentlichen! Meinung eine genauere Kenntnis über die! nationalen Ziele Italiens und der herrlichen Taten des italienischer Hsores und der Flotte zu Gunsten des gemeinsamen Zieles zu verbreiten. Tie Sitzung wurde sodann aufgehoben. Die Erklärung Sonninos. Rom, 16. AprÜ. (WTB. Nichtamtlich.) In der Kammersitzung erklärte Sonn ino : Ich bitte die Kammer, einen raschm Blick auf die Tätigkeit der Regierung in den verschiet^enen inter- nationalen Fragen der letzten Monate werfen zu wollen, um füch besser über die Art klar werden zu können, wie die Regierung die Absicht der Kammer bei Ausführung des weitreichenden Auftrages ausgelegt hat, den die Kammer ihr dazu erteüt hat und, um besser beurteilen zu könneir, ob die Regierung ihr Vertrauen wirllich verdient. In der Sitzung vom 1. Dezember habeg wir nach einenr Rückblick auf die Bemühungen der Negierung um die Verteidigung der Unabhängigkeit Serbiens schon vor unserer Teilnahme an dem Kriege dem Parlament unsere Msichjt mitgeteilt, alles uns mögliche zur U n t e r st ü tz - ung der Armee Königs Peter zu tun, indem wir im Einverständnis mit unseren Alliierten ihre Versorgung mit Lebensmitteln und Munition sicherten und ihre Konzentration erleichterten. In Erwarttrng der Zeit für die Revanck)>ö war es damals nicht angebracht, die Einzelheiten mrserer Mtion zu erörtern, weil diese auch von dem Ausgang der Operationen aus dem Balkan abhängen mußten. Bekanntlich^ ist seitdein 'beschlossen worden, die serbischen Truppen nach Korfu zu brmgen und dort zu sammeln. Nachdem sie sich nach einem Kampfe gegen zwei an Zahl sehr überlegene Arnchen uachj Montenegro und Albanien zurückgezogen hatten und ein Widerstand der serbischer« Armee in Skutari oder Albanien als unmöglich erkannt wurde, war es durchaus nötig und richtig, ihre Eirrschließung und Ueber- gabe zu verhindern. Me erste schwere Aufgabe >var die Weiter- Verslvvgung dieser Armee mit Kriegsmaterial und Lebensmitteln. Hiermit wurde die italienische Marine nebst einigen Schiffen der verbündeten Flotten beauftragt. Zunächst wählte man einen 23^, der allerdings von Schwierigkeiten starrte^ denjenigen über Sarr Giovanni di Medua, und die Landung an Material dauerte dort an, bis der König von Montenegro mit seiner Regierung und das diplomatische Korps jene Gegend infolge des Vormarsches des Feindes verließen. Tie weiteren Transporte und Landungen von Material gingen über D u r a z z o. Das gesamte verschifste und gelandete Material betrug 6900 Tonnen in Sarr Giovamri di Medua und 30 000 Tonnen in den andeverr albanischen Häfen, wofür ungefähr 100 Dampfer verwendet wurden. Ern rroch schwierigeres Unternehmen war die Einschiffung und der Transport der serbischen Armee, die ein neues ruhmreichies Blatt aus der Ruhmestafel mrserer Marine bilden. Äußevdem wurden viele Tausende von Flüchtlingen, Frauen und Kinder, unterstützt und neben der serbischen Armee von San Giovanni di ALedua, Durazzo und Balona fortgeführt und Tausende von Kranken und- Verwundeten auf Lazarettschiffen untergebracht. Ferner brachte nmn die ganze Masse der von der serbischen Ltrmee mitgebrachten öfter- reichrsch-ungarischen Gefangenen nach Italien Daneben darf man nicht vergessen, daß wir zu gleicher Zeit zur Entsendung Eer italienischen Truppenexpeditimr auf das andere Moeresuser schritten, um dadurch alle diese Einschiffungen unmöglich zu machen. Im ganzen sind so über 350 0 00 Personen nnd 10 000 Pferde über das Adriatische Meer transportiert worden. Diese so ansehnliche Bewegung vou Menscherr und Material ist trotz der schlechten Jahreszeit, den ungünstigem. Vorbedingungerr in den ll ei neu albanischen Häfen, die dein Feinde nahe und von unserem einzigen Ausgangshafen Brindisi verhältnismäßig weit ablagen, ohne ernst-r lichen Schaden verlaufen. Die Gefahren durch die feindlichen Unterseeboote waren groß. Außerdem zeigte sich der Feind beständig mit Flugzeugen und unterseeffchem Minen tätig. Dis Versuche des Feindes durch Flottillen von Torpedobootszerstörern, welche durch Spähkreuzer unterstützt wurden, wirksam zu werdenwurden namentlich durch den ununterbrochenen Wachtdienst unserer die Transporte begleitenden Kriegsschiffe vereitelt und die Zahl unserer Verluste hierbei ist rvirklich auffallend gering. Heute bildet die wiederhevgestellte serbische Arnvee die feierliche Versicherung, daß Serbien trotz des,'iMißgeschrckes seiner Waffen ungebeugt weiter lebt, trotz der Angriffe und der Unterdrückrrn^ durch den Feürd. Der Besuck)! des Kronprinzen Mexander, der unserem König und urfferer Regierung die Sympathie der serbischen Regierung^ überbringt, zeigt deutlich!, welche arrfrichtigen Interessen das italienische Volk arr dem Geschick des tapferen serbischem Volkes nimmt. Bei dieser Gelegenheit haben wir das verehrmrgs- würdige Haupt der serbischen Regierung, Pasisch, begriißen können und hatten mit ihm herzliche Urrterredungen. Der feindliche E i n- marsch in Montenegro n>ar frie unvermeidliche Folge des Rückzuges des serbischen Verbündeterr. Man hat behauptet, daß Italien eine Trupperrexpeditriorr nach Montenegro zu dessen Schutz hätte senden könuen mrd müsscm. Aber diese Angaben halten der allerernfachsterr Kritik nickst Stand, wenn man die taktische und strategische Lage kannte. Mnig Nikiti hat den Weg in die Verbannung der Unterzeichnung eines Sonderfriedens vvrgezogen, da er das Vertrauen hatte, daß der schlieUiche Sieg der Mliierten seinem Vaterlande die Unabhängigkeit mrd seine unverletzten Gebiete zurückgeben werde. Die montenegrinischm Trrrp- pen, welche rhrem Herrscher folgten, sind nach Korfu gebracht worden, wo sie in Erwartung des Augenblickes der Revanche ncu- vrganrsrert ^oerdeir. In der Absicht, die Erhaltung der serbischen Armee M sichern, hatten wir den Truppenabteilungen rrach Tu- razzo geschickt, um die Tätigkeit unserer Flotte zu unter- stützerr. Folglich hatte die Besetzung von Durazzv einen begrenzten Zweck und nach seiner Erreichung wurden unsere Lmrdstrettkräfte in Valona Msammengezogerr, wo die Regierung alle nötigen Vorkehrungerr gcttoffen hat, um jeder Ueberraschung zu begegnerr. Wir sind der Ansicht, daß durch die Besitznahme von Valona die italienisch!en Interessen auf diesem Teile des jenseitigen Ufers des Adricttischeir Meeres gesick>ert sind, so lange die Ereignisse auf der Balkanhalbinsel im Fluß sind. — Essad Pascha hat Duraz^o verlasserr und Jtalierr hat rhin neben den ihn begleitender: Truppen herzliche Gastfreundschaft geboterr. Ihre Einschiffung war schwierig mrd setzte die Leistungen unserer Land- nnd Seestreitkräfte in das glänzendste Licht. Hohe See behinderte die Einschiffung und ein an Zahl stark überlegener Feind war nahe. Unter diesen Umständen scheinen unsere Verluste während der beiden Tage des Kampfes zur Dleckung der Einschiffung mit 807 Mann an Toten, Verwundeten und Vermißter: leicht, während wir dem' Feinde viel schwerere Verluste beigebrackst haben. Der türkische Bericht. Konftantino pcl, 15. April. (WTB.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Irak-Front und an der Kaukasus- Front keine wesentliche Aenderung der Kriegslage. In der 9^cht vom 14. zum 15. April überflogen zwei fe i ü blich e F l u g z e u g e, die vor den Dardanellen aufgestiegerr waren, in großer Höhe Konstantinopel und ivarfen einige Brandbomben auf zlvei Oertlichkeiten der Bannmeile, ohne irgendeine Wirkung zu erzielen. Infolge des Feuers unserer Abwehrgeschütze" verloren die feindlickien Flieger ihr Ziel aus beit Augen und kehrten in der Richturrg zurück, aus der sie gekommen waren. K o n st a n t i n o p e l, 16. April. (WTB.) Das Hauptquartier teilt mit: Von deir verschiedenen Fronten ist kein Ereignis von Bedeutung zn nrel^en. Ern feindliches To rpedobo o t, das sich Sedd-ül-B ahr zu näher:: versuchte, und einige feindliche Kriegsschiffe, die mit zwei Flugzeugen irr der Umgebung der Insel Keusten in den Gewässerrr von Smyrna erschienen, wurden durch unser Feuer vertrieben. Die Kttr^crr als Helfer der Türken. Bern, 15. April. (WTB.) Von den Schwierigkeiten, denen der r u s s i s che F e l d z u g i m K a u ka s u s begegnet, berichtet der Petersburger Sondervertreter des „Tcmp-s". der unter anderem drahtet: In der Gegend von Urmia treffen die russischen Trrrppen auf große Kurben- Massen, die der: regulären türkischen Truppen ange- gliedert sind. Die Kurdenstämme führen einen förmlichen Fceischärlerkrieg, der sich durchaus der örtlichen Gestaltung des Landes anpaßt und unfern Verbündeten ernste Sck)wie- rigkcrten bereitet, indem er chre Verbindungen stört, sowie die Nachhuten belästigt und so in gewissem Maße den Vormarsch gegerr Bagdad verzögert. Die deutsche Sprache in Bulgarien. Sofia, 15. April. (WTB.) Die bulgarische Zeitung ,, D n e v n i k " schreibt über das Streben nach dem Erlernen der deutschen Sprache in Bulgarien: Der Weltkrieg hat Bulgarien zweifellos fest an die Zentralmächte gebunden. Das auf dem Schlachtfelde Schulter an Schulter oergosfene Blut besiegelte und befestigte die soliden Beziehungen zu deir Verbündeten noch weiter. Sehr bemerkenswert ist das'lebhafte Streben nach dem Erlernen der deutschen Sprache, das in ganz Bulgarien zutage tritt. Ueberall im Lande, in der .Hauptstadt wie in den Provinzstädten, lo^den im Laufe der fünf Kriegsmonate zahlreiche Kurse für deutschen Unterricht eröffnet, die von Männern und Frauen sehr stark besucht sind. Nicht weniger als zehn neue Hilfsbücher zrrr Erlernung der deutschen Sprache lvurden herausgegeben Kein geringers Interesse für die deutsche Sprache haben auch diejenigen, die sich an der Front besirrden. Offiziere nnd Soldaten nützen jede freie Stunde aus, um Deutsch zu lerneu. Unser Volr ist in tiefster Seele von den Sympathien für die Verbündeten durchdrungerr. Mit vollem Vertrauen auf die Zukunft, fest gestützt auf eigene Kräfte und Harcd in Harrd> mit den mächtigen Verbündeten, werden wir immer vorwärts gehen, bis wir den Höhepunkt und einen den gebrachten Opfern wüxdigeu Frieden er^ reichen. Der Seefrfeg. Die englische Posträuberei. Stockholm, 16. April. (WTB. Nichtamtlich.) Nach emer Meldung der schwedischen Amerikalinie ist sowohl die für Amerika bestimmte Brief- wie die Paket post des schwedischen Dampfers „Stockholm" in Kirkwell zurückgehalten worden. * Amsterdam, 15. April. (WTB.) Die Londoner „Times" will aus guter Quelle erfahren haben, daß der Dampfer, mit dem sich der neue Vizekönig von Indien, Lord Chelmsford, mit seiner Familie nach Indien begab, von einem deutschen U-Boot angegriffen wurde. Der Angriff sei ersolgllvs gewesen. London, 15. Aprrl. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der britische Dampfer „ She nando ab!" (3886 Donnen) ist auf eine Mine gelaufen und gesunken. Die Besatzung mit Ausnahme von zwei Mann, die vermißt werden, ist gelandet. Kopenhagen, 15. April. (WTB.) Aus Halmstad wird der „Nationaltidende" gemeldet, daß der dänische Schoner „Elisabeth" und die schwedische Bark „Alma", beide mit Grubenhoh nach England bestimmt, von deutschen To rpedobo otenaufgebracht wurden. Der Dampfer „Ellen Jensen" in Aarhus mußte der „Nationaltidende" zufolge auffiegen, weil er von Errg- land auf die Schwarze Liste gesetzt wurde und keine Kohlen mehr b^ekommen kmrnte. Er wurde jetzt für eine Million Kronen der Hafengesellschaft Roediby (Laaland) verkauft. London, 16. April (WTB. Nichtanttlich.) Lloyds Agentur meldet aus Boulogne vom 15. April: Der norwegische Dampfer „Pusnantoaff" aus Christiansund ist auf der Fahrt von New ^Castle nach Boulogne versenkt worden. Die Mannschaft ist gerettet, ein Mann ist verletzt. Der britische Dampfer „Fair Port" (3818 Tormen) wird ebenfalls als versenkt gemeldet. Bern, 16. Llpril. (WTB. Mchtamtlich.) Ab 16. April ist der Passagierverkehr zwischen Frankreich und England über Dieppe aufgehoben. Er verkehrt nur noch auf der Lime Havre-Southampton. Ass dem Reiche. Zur Regelung der Kohlenpreise. Berlin, 15. Apvil. (WTB.) Eine am 13. April beschlossene Bekanntnrachung des Bundesvats dehnt die Vorschriften der Bekarmtmachung vom 11. November 1915, betreffend Einwirkung von Höchstpreisen auf laufende Verträge, auch auf Lieferungsverträge über Steinkohlen, Braunkohlen und die aus solchen hergestellten Brennstoffe (Koks, Briketts) aus, sofern und soweit für diese Produkte Erzeuger- oder Großhändlerhöchstpreisc festgesetzt werden. Die Bekanntmachung vom 11. November 1915 bezieht sich bekanntlich nur auf eine Anzahl von Nahrungsmitteln. Sie bestimmt in der Hauptsache, daß irach Fesffetzung eines Höck)stpreises für eine bestimmte Ware bei laufenden Lieferungsverträaen über diese Ware der Höchstpreis an die Stelle des — höheren — Vertragspreises tritt, wenn beim Inkrafttreten des Höchstpreises die Lieferung noch nicht erfolgt ist. Außerdem enthalt sie Vorschriften über ein schiedsgerichtliches Verfahren zur Schlichtung von Streitigkeiten aus der Anwendung der Verordnung und zur Beseitigung von Unbilligkeiten. Die Ausdehnung dieser Bestimmungen auf Kohle und aus der Kohle erzeugte Brennstoffe kam: natürlich erst dann praktffche Bedeuttrng gewinnen, werm Höchstpreise für diese Produkte festgesetzt werden. Ob sich dies als notwendig erweisen wird, ist noch ungewiß. Da aber die Möglichkeit besteht, daß eine eventuell Festsetzung von Höchstpreisen erst in einem Augenblick erfolgen kann, in dem der größte Teil der Förderung bereits auf längere Zeit hinaus zu höheren Preisen an den Großhandel verschlossen ist, war der Erlaß der Verordnung erforderlich. Blieben die im Augenblicke der Höchstpreisfestsetzung abgeschlossenen, aber noch nicht erfüllten Verträge von der Preisbegvenzung unberührt, so könnte die letztere unter Umständen in weitem Urnfange unwirksam gemacht werden. * Kiel, 15. April. (WTB. Nichtamtlich ) Der K aiser hat der heutigen Enthüllungsfeier des Gedenksteins für den Vizeadmiral Grafen v. Sp e e durch nachstehendes an die Gräfin v. Spee gerichtetes Telegramm gedacht: „Ich will die heutige Enthüllung der Gedenktafel, welche die Kameraden als Zeichen dankbarer Verehrung für Ihren heldenmütigen Gatten,gestiftet haben, nicht vorübergehen lassen, ohne Ihnen, Frau Gräfin, erneut zu versick)ern, wie auch General und seine Heldensöffne stets aeaen- wartig bleiben werden als leuchtende Vorbilder der Pflicht- treue bis zmn Tode. Was Ihnen genommen worden ist, gehört der Geschichte an und lebt weiter im Herzen der Angechorrgen Meiner Marine und des ganzen deutschen «olkes, das sei auch bei der heutigen Feier Ihr stolzer Trost. ~ r . Wilhelm I. R. . r ^* 15. April. (WTB.) Eine Bekanntmachung des Magistrats ordnet an, daß ab 17. April Zucker uu Kleinverkauf mir bei Vorlegung der Groß-Berliner Brotkarte der laufenden Woche abgegeben werden darf, auf jÄ)e nur ein halbes Pfund; das Mittelstück der Brotkarte rst vom Verkäufer zu entwerten. ..Berlin, 15. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der österreichisch-ungarische Minister des Aeustern, Baron Bu- rt 2 tt «^ öt heute abeud 7 Uhr 15 Min. die Rückreise nach Wien angetreten. Posen, 16 Avril. (WTB.'! Fijx das zu errichtende H r n d e n b u r g - M u s e u m sind außier den von der Provinz und der Stadt Posen bewilligten 100 000 Mk. bis fetzt schon 150000 Mk. durch Speriden eingegangen, so daß bereits eine Viertelmillion Mark zur Verfügung steht. Aus Stadt und Lund. Gießen, 17. Avril 1916. Für Angehörige von Gefallenen und Vermißten. Mr die Angehörigen der Kriegsteilnehmer, die als vermißt geführt werdchi und die reichsgesetzlich gegen Alter und Invalidität wie zugunsten der Hint erb liebeneu versichert waren, ist es von größter Wichtigkeit, daß sie ihre Ansprüche auf Grund der Reichsversicheruugsordnung (Witwengeld, Witwen- und Waisenrente usw.) rechtzeitig anmelden. Nach §§ 1253, 1300 ReichsversichernngsordnUng verjährt nämlich der Anspruch aus Witwengeld, wenn er nicht innerhalb eines Jahres nach dem Tode des Versicherten angemeldet wird, Witwen- und Waisenrente aber werden für die Zeit, welche länger als ein Jahr vor der Anmeldung zurückliegt, nicht gezahlt. Ist zum Beispiel ein .Kriegsteilnehmer am 1. Sep- ternber 1014 vermißt worben und wird später festgestellt, daß er an diesem Lage tatsächlich gefallen ist, so ist, wenn die Anmeldung der Hinterbliebenenbezüge erst am 1. März 1916 erfolgt ist, der Anspruch auf Witwengeld ganz, der Anspruch auf Witwen- und Waisenrente aber für die Zeit vor dem 1. März verjährt. Ob die Tatsache, daß die Angehörigen erst später von dem Tode des Versicherten Kenntnis erhielten, genügt, um die Verjährung nicht eintreten zu lassen, ist nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht zweifellos. Da nun mit der Möglichkeit des Todes bei jedem Vermißten zu rechnen ist, so empfiehlt es sich daher dringend, spätestens vor Ablauf eines Jahres seit dem Zeitpunkte, an welchem der Vermißte sicheren Nachrichten zufolge noch gelebt hat, die Ansprüche auf die Hinterbliebenenbezüge anzmnelden. Mit der Anmeldung sind die Ansprüche der Hinterbliebenen gewahrt. Die Anmeldung erfolgt bei dem Versicherungsamt des letzten Wohn- bezw. Bvschäftigungsortes des Vermißten. Sofern ein Bersicherungsamt nicht am Platze ist, kann die Anmeldung auch bei der Gemeindebehörde des letzten Wohn- bezw. Beschäftigungsortes erfolgen. Zur Auszahlung der Hinterbliebenenbezüge ist im übrigen nicht der Nachweis des Todes erforderlrch. Nach A 1265 RVQ sollen die Bezüge schon dann aus- gezahlt werden, wenn der Versicherte verschollen ist. Er gilt als verschollen, wenn während eines Jahres keim glaubhaften Nachrichten von ihm eingegangen sind und die Umstände seinen Tod wahrscheinlich machen. Zum Beweis hierfür legen die Angehörigen dem Bersicherungsamt am einfachsten eine sogenannte Verschollenheltsbescheiniguna vor, die bezüglich der an der Westfront Vermißten nach Jahresfrist, wenn alle Nachforschungen ergebnislos gewesen sind, ausgestellt werden kann. Die Anträge auf Ausstellung dieser Bescheinigung sind für den Bezirk Gießen (für die Kreise Gießen, Alsfeld, Lauterbach und Schotten) von den Angehörigen des Vermißten an den Bezirksausschuß für vermißte und kriegs- gefangene Deutsche, Gießen, Alte Klinik, Liebigstraße, zu richten, der dann das Weitere veranlassen wird. Auch wenn eine solche Bescheinigung noch, nicht vorgelegt werben kann, ist aber jedenfalls die Anmeldung innerhalb Jahresfrist bei dem Versicherungsamt oder der Gemeindebehörde zur Vermeidung von Verlusten dringend notwendig. * L. U. Von der Land es Universität. An die Stelle des nach Leipzig berufenen ordentlichen Professors der Physiologie Dr. Garten ist der ordentliche Professor an der Universität in Innsbruck Dr. Trendelenburg getreten. — Der ordentliche Professor in der juristischen Fakultät Dr. i s ch e r hat einen Ru.f an die Universität in Halle als Nachfolger Stammlers erhalten. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzog hat am 15. April 1916 dem Vorsitzenden der Abteilung sttr Landwirtschaft, Handel und Gewerbe des Ministeriums des Innern, Großherzoglichen Ministerialrat Schliephake, in Anerkennung feiner ganz hervorragenden Leistungen während der Kriegszeit, namentlrch aus dem Gebiete der Volksernährung und der Förderung von Handel .und Gewerbe, die Goldene Verdienst- Medaille für Landwirtschaft und Gewerbe verliehen. — Der Großherzog hat am 15. Llpril den Rektor der höheren Bürgerschule zu Bingen Oberlehrer Professor Friedrich Wenzel zum Oberlehrer an der Oberrealfchiule zu Gießen und den Oberlehrer an.der Oberrealschnle am Stadthaus zu Offenbach Hans Will zum Oberlehrer an dem Wolfgang-Ernst-Gymnasium zu Büdingen, beide nrit Wirkung vom 1. Mai ds. Js., ernannt. — Der Großherzog hat am 15. April den Heinrich K a b e y in Alzey zum Werknreister an der Landes-Heil- und Pflegeansta.lt bei Alzey ernannt. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung der Großherzogin Ludwig Volkmann VII. zu Heuchelhoim. ** Anszei ch n u n g. Dem Leutnant Karl E i d m a n » von Gießen, der bereits früher mit dem Eisernen Kre z a lsliezeicbuel wurde, wurde die Hess. T a p i e r k e i t S m e b a i (l c verliehen. — Dem Wachtmeister Ist R o s e n b a u m von Gießen im 3. Bat. oft. Jnf.-Regt. 116, wurde das Eiserne K r e u z 2. Klasse verliehen. - Dem 17jähr. Kriegs fr ei m. Karl Glenz ans Bad- Nauheim von: Regiment Kaiser Wilhelm wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. - Lehrer Kling, der als Unteroffizier bei eiiiem Landsiurm-Regimeut im Osten steht, wlirde ziim Dizefeldwehel befördert. ** Gießener Hansfranen-Verein. Der Vorstand des Gießener Hausfranen-Veveins hat Frl. Oh aus, Frankfurt a.. M. für einen Vortrag über „zeitgemäßes Kochen" gewonnen. Der Vortrag, sowie praktische Vorführungen mit anschließender Kostprobe soll Dienstag abend 8 Uhr stattfinden. Bauunternehmer Rinn hat wieder in dankenswerter Weise die Räume des Metropol zur Verfügung gestellt. Da voraussichtlich die Räumlichkeiten nicht ausreichen, um alle Teilnehmer ccuf einmal zu fassen, so ist ein zweiter Vortrag für Mittwoch, den 19. April, nachmittags 5 Uhr, vorgesehen. Karten, die zu der Teilnahme berechtigen, werden Montag von 6—8 Uhr nachmittags und Dienstag von 3—5 Uhr nachmittags in der Geschäftsstelle des Vereins, Mäusburg 5, nur an Mitglieder abgegeben. Es empfiehlt sich, für die Kostproben Dellerchen und Löffel mitz'übringen. Landkreis Gießen. e. G r ü n b e r g , 17. April. Die hiesige Realschule wurde im vergangenen Schuljahre von 128 Schülern besucht, unter denen 25 Mädchen waren. Gegen Schliiß des Jahres unterzogen sich 17 Schüler mit Erfolg der Einjährigenprüfung. Voli ben sechs Lehrern, die zu Beginn des Krieges zu den Fahnen eilten, blieben zwei aus dein Felde der Ehre. Dein bisherigen Rektor, Professor Angelberger, wurde der Titel eines Direktors verliehen, Auch in diesein Jahre stand das Schnlleben in hohem Maße unter dem Einfluß des Krieges. Grob war die Begeisterung und Teilnahme der Schüler an allen vaterländischen Bestrebungen und Fürsorge- tätlgkeiten. An der zweiteri und vierten Kriegsanleihe beteiliglen sie sich jedesmal mit 4000 Mark. Die Goldsammlung brachte die für die Schiile recht bedeutende Sunime von 16 000 Mark. Siegesfeiern und andere festliche Gelegenheiten wurde,i in hergebrachter, doch zeitgemäßer Weise begangen. 6 Allendorf (Lähm), 17. April. Unweit der Sorge r Mühlen wurde gestern morgen in dem flur etwa 40 Zentimeter tiefen Mühlbache, der hier dicht an der Kreisstraße entlang fließt, die L ei ch e eines älteren Mannes aus dem benachbarten Dutenhofen gefunden. Es handelt sich anscheinend um 1 einen Unfall, da eine ziemlich große Summe Geldes, die der Mjann vorher hier einkassiert hatte, noch bei ihm-gefunden wurde. e. Holzheiin, 16. April. Der Gefreite der Landwehr Georg Jung in dem Landwehr-Jnfanterie-Reqiment Nr. 116, seit Mobilmachung ununterbrochen im Felde, wurde im September 1915 mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet und am 1. April 1916 zum Unteroffizier befördert. tt. Treis a. b. Lda., 17 April. Dem Unteroffizier Heinrich Erb von hier, der bereits im Besitze der Hess. Tapferkeftsmedaille ist, wurde vor Verdun auch das Eiserne Kreuz verliehen. Das Ehren Zeichen wurde ihm vom Kaiser im Beisein des Großherzogs eigenhändig an geheftet. Bis jetzt haben 11 Krieger unserer Gemeinde das Eiserne Kreuz. Kreis Alsfeld. 6. G leimen heim, 16. April. Bei einem hiesigen Landwirt wurde vor einigen Tagen ein frecher D i e b st a h l verübt. Den Dieben gelang es, in der Nacht durch das Fenster in die Wurstkammer zu kommen. Sie ließen eine große Anzahl Würste, Speck, sowie Butter Und Eier mitgehen. Trotz sofortiger Nachforschung durch die Gendarmerie fehlt von den Tätern jede Spur. Kreis Lmtterbach. ri. Sickendorf, 1b. April. Gestern fand hier die Beisetzung des infolge eines Schlaqanfalls aus einer Reise in Frankfurt plötzlich verschiedenen Freiherrn Albrecht Riedesel zu E i s e n b a ch auf Schloß Sickendorf statt. Die Traueneier im Schloß wurde von Pfarrer Schorlemmer von Frischborn abgehalten, die Einsegnung am Grabe vollzog Oberpfarrer und Dekan Müller von Lanterbach. Der Verstorbene, der im 59. Lebensjahre stand, war Oberleutnant der Kavallerie a. D. und Rechtsritter des Johanniterordens. Bei Kriegsausbrilch hatte er ein Lazarett in der Reithalle seines Schlosses errichtet, in dem er mit warmer Liebe an den Verwundeten tätig war. Um ihn trauert seine Gattin mit drei Söhnen, die alle noch unmündig sind. Kreis Friedberg. LI. Friedberg, 16. April. Das Kreisamt teilt mit, daß wegen der vorgeschrittenen Jahreszeit und der wärmeren Witterung von nächster Woche ab Genehmigungen zu Hausschlachtungen nicht mehr erteilt werden. Q. Bad-Nauheim, 17. April. Der vor einigen Tagen aus dem hiesigen Amtsgerichts gefängnis entsprungene Kupferschmied Berg wurde am Samstag in seiner Behausung — die als vollständige Räuberhöhle eingerichtet war — aufgegriffen und verhaftet. Der Sicherheit halber wurde Berg gestern in das Untersuchungsgefängnis in Gießen überführt. — Reservist Iah. Fleischhauer wurde mit. der hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet. — Unter starkör Beteiligung der Kurgäste und Einheimischen fand gestern die Eröffnung der Sommerkur zeit statt. LI- Griedel, 16. April. Dem Gefreiten August Dörr von hier, Landwehrmann im Laudwehr-Jufauterte-Negiment Nr. 116, wurde die Hessische Tapferkeitsinedaille verliehcu. LI. D o r h e i m , 16. April. Dem Unteroffizier Adam S ch h b t von hier, der bei einer Futzarlillerie-Muuitiouskoloime in Rußland steht, wlirde die Hessische Tapferkeitsinedaille verliehen. Das Eiserne Kreuz hat er bereits früher in Frankreich erhalten. LI. O b e r - W ö l l st a d t, 16. April. Dem Gefreiten im Infanterie-Regiment Nr. 98 Hermann O d e n lv ä l l e r, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. LI. Bauernheim, 16. April. Heinrich G i e b l e r von hier, Landivehrmann beim Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 116, der scholl seit Kriegsbeginn im Felde steht, erhielt die Hessische Tapfer- keitsnledaille. Hessen-Nassau. Wm. Kirchhain, 17. April. Der hiesige Zweigverein des Vaterländischen Frauenvereins hat im Bahnhofshotel einen Holzblock in Form einer Granate zur Nagelung aufgestellt? Die Na-gelung des städtischen Wahrzeichens brachte der Kriegsfürsorge mehr als 800 Mk. ein. — Zum Königl. Kreistierarzt für den hiesigen Kreis wurde Stabsveterinär Wenderhold ernannt. W e i l b u r a a. d. Lahn, 15. April (WTB.) Aus dem hiesigen Osfiziersgefangeneulager sind die beiden englischen Offiziere Hauptmann Stewart und Leutiiaiit Medlicott ent- sprangen. Sie trage,, wahrscheinlich englische Uniformen, von denen die militärischen Abzeichen entfernt sind, und haben ver- mutltch falsche Pässe als A in er i kan er. Stewart spricht deutsch; beide sind mittelgroß. Stewart hat auffällig aufgeworfene Lippen. W. Frankfurt a. M., 16. April. (Privatmeldung.) Die.Direktoren der deutschen meteorologischen Zentralstellen hielten gestern in Frankfurt a. M. eine Beratung ab, in der sie sich mit den durch die bevorstehende (Anführung der osteuropäischen Zeit in diesem Sommer entstehenden Verhältnissen befaßten. Da die meteorologischen Vorgänge sich nach der wahren Sonnenzeit richten, so wird die Zeitverschiebung hier sehr bemerkbar. Es wurde beschlossen, im inneren wissenschaftlichen Dienst die bisherigen Beobachtungstermine, 7 Uhr vormittags und 2 und 9 Uhr nachmittags nach mittlerer Ortszeit, beizubehalten, also nach öffentlicher Zeit eine Stunde später als bisher zu beobachten. Die Beobachtungen für den praktischen Wetterdienst werden jedoch mit der öffentlichen Zeit um eine Stunde früher als bisher erfolgen, also wie bisher um 8 Uhr vormittags, 2 und 7 Uhr nachmittags (nunmehr osteuropäische Zeit), damit die Prognosen und die Wetterkarten möglichst zu denselben Tageszeiten herauskommen können. Die Notierung außergewöhnlicher Wettervorkommnisse, z. B. der Gewitter, soll ebenfalls nach der neuen öffentlichen Zeit erfolgen. — Wächtersbach, 16 April. Aus dem hiesigen Schloß fand die Kriegstrauung der' Prinzessin Jda zu Psen - burg-Büdingen mit dem Regierungsassessor beim Gouvernement Warschau, Thilo von Trotha-Scopau, im engsten Familienkretse statt. — O b e r l a h n st e i n, 16. April. Der Rangierer August Schmidt wurde von einem Rangierzug überfahren und getötet. Universitäts-Nuchrichten. ][ Marburg, 16. April. Hier wurde ein „Verein d erblinden Akademiker Deutschlands" gegründet. Er will die wichtigste Vorbedingung für das Hochschulstudium Blinder durch Schaffung seiner Bibliothek für wissenschaftliche Fachliteratur in Blindeirschrist erfüllen. Vorsitzender des Vereins ist eanä. pbil. Earl Strehl in Marburg. Dem Ehrenausschuß gehören die Spitzere der verschiedenen Behörden, sowie der Direktor der Kgl. Blindenau- - mrstalt in Berlin-Steglitz, Schulrat Matthies, an. = Frankfurt a. M., 16. April. Der Privatdozent für Zoologie an der Frankfurter Universftät, Dr. Otto Steche, ist für das Sonrmerhalbjahr 1916 mit der Vertretung des Ordinarius dieses Faches, Professor Dr. zur Straßen beauftragt worden. Wetteraussichten in Hessen am Dienstags den' 18TApril^1916 : Bedeckt, Nidersctzläw, etwas warmer. _ Letzte Nachrichten. Die französische Hauptverteidigungslinie vor Verdun. Genf, 17. Llpril. Eine eigentümliche Somrtagsüberraschung brachte dem französischen Publikum die heutige Havas-Note. Danach betrachtet die ftanzöfische Heeresleitung fortan als Verteidigungslinie das durch folgende Punkte gekennzeichnete Gelände: Hessewald, Esnes, Höhe 304, Bouroswald, Fort Marne. Alle französischen Stellungen nördlich dieser Lüne ausschließlich der Höhe 304 seien als Vorstellungen der genannten Verteidigungsorganisatidn zu betrachten. Entgegen der Darstellung des deutschen Hauptquartierberichtes, der General Petain Offensivabsichiten zuschickt, versichert die Havasnote nachdrücklich, daß der genannte General sich nicht zu 3Ärstößen drängen lasse, solange er das für unangebracht halte. Bemerkenswert ist, daß vor Bekanntwerden dieser offiziösen Erklärung General Berthaul im „Petit Journal" den Verteidi- gungsmöglichkeften der Front Höhe 304 bis Cumiöres folgende Würdigung widmet: Tie heftige Artillerievorbereitung der Deutschen auf die Front Höhe 304 bis Cumieres scheint einen neuen vom Malancourtwalde ausgehenden Angriff gegen die genannte t öhe vorzubereiten. Der Feind versucht deshalb, unsere ersten inien zwischen Höhe 304 urrd Malanaourtwald aus der Fllinke zu bedrohen. Tie Höhe 304 ist immer einer der Hauptangriffs- pnnkte der Deutschen gewesen, denen eine artilleristische Bestückung dieser Stellung gestatten würde, die Höhe 395, die bereits von Nordwesten mid Nvrdosten von feindlichem Feuer flankiert wird, im Rücken zu fassen. 3U3ssl Guter Kartoffelsalat ohne Oel. Ein Kaffeelöffel Kartoffelmehl wird mit etwas Fleischbrühe glatt gerührt, dazu kommt ein Eßlöffel Hengstenbergs Weinessig und eine Messerspitze Salz. Diese Mischung wird unter stetem Rühren einmal ausgekocht, über die abgekochten Kartoffeln gegossen und gut gemischt. Zwiebeln nach Geschmack, und wer sich's leisten will — ein rohes Ei. Altes Bindegarn (Strohkordei) kauft das Kilogramm zu Mk. 0.50 Friedrich WetOaulfer, Seilerei Groß Gerau, Fernsvr. 40. Aufkäufer an allen Orten geg. Provision gesucht. Omss Gut erhaltener gebrauchter Teppich zu kaufen gesucht. SchriftlAng. m.Preis «.09052 a. d. Gießener Anzeiger erb. AI erhalt. Damenrad gesucht. Gartenttr.151. 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Es werden Kostproben verabreicht, deshalb bittet man, Tcllerchen und Löffel mitzubringen. Der Vorstand. Papier-Bindfaden in allen Stärken, erstklassiges süddeutsches Fabrikat, Ia. gezwirnte Ware von grösster Haltbarkeit, gegen Msse pr&pariert, * empfiehlt zum billigsten Tagespreis g A 'W Ludwig Lazarus p,n, sr rt - Allgeineine LrtskrNkellkllßc Achen. Die Beiträge zur Krankenkasse und Invalidenversicherung für Februar 1916 können noch bis zum 27. d. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 15/April 1916. * Der Vorstand. A.: Alb. Lentz. 3U2D 4 Radium'ialtige Solquellen Bewährten Heilbad bei: Katarrhen der Atmungsorganc, Herzleiden Blutarmut, Frauenkrankheit., Rheumatismus, Gicht, Skrofulöse Rachitis, Rückstand n von Influenza, Langen- und Rippenfollentz. Bahnlinie Götllnqen Bebra. :: Geschützte herrliche Lage Inmitten ausgedehnter Gebirgs- *aldungen. :: Solbäder ali*r Art Inhalationen. Gradierwerke. Pneumatische Appa- ® •■ate u. Kammern. Trinkkuren. Auskunft und Prospekte durch die Badeverwattung. f:si lOhv Generalversammlung. Montag, den 24. April 1916, nachmittags 2 V 2 Uhr findet im Saale des Bahnhossrestaurant Ranft hier ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage 1915 und Entlastung des Vorstandes. 2. Beschlußfassung über den Reingewinn. 3. Ersatzwahl von AusfichtSratsmitgliedern. 4. Abänderung von § 58 der Vereinsstatuten. 5. Vereinsangelegenheiten. Der AüWörat des Spr= und Psrschußverein Mendorf an der SmnDa c. 6. i. u. §. Wießner, Vorsitzender. 3132 In unser Genossenschaftsregister wurde bei dem Vorschuß- und Creditverein eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Langsdorf eingetragen: Die Vertretungsbefugnis des Philipp Weller als Stellvertreters des Christian Krämer II, sowie die Vertretungsbefugnis des Heinrich Kneipp V., als Stellvertreters des Heinrich Roth V.. sind beendet. Dagegen hat der Aussichtsrat sein Mitglied Philipp Weller als Stellvertreter des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Jakob Fritz bestellt. Lich, den 14. April 1916. Großh. Amtsgericht. 8116 B Holzversteigernng. Mittwoch bcu 19. d. M. vormittags 9 Uhr beginnend wird im hiesigen Gemeindewall), Distrikt Bruch und Beckerswald folgendes Brennholz versteigert: »123 7 Rm. Scheiter 1 35,3 Rm. Knüppel | cv-. 2540 Wellen ( * Xqitn 171,9 Rm. Stöcke ) Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde int Distrikt Bruch auf der Straße Gießen-Steinbach am Ausgang vom Wald. Hausen, den 17. April 1916. Großherzogliche Bürgermeisterei Hausen. Müller. Todes-Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen geliebten Mann, den treusorgenden Vater seiner Kinder, Grossvater und Schwiegervater Herrn Franz Stumpf Maurermeister im Alter von 66 Jahren zu sich zu rufen. Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen: • 4 Fraa Cii. Stampf Wwe. n. Stumpf z. Zt. im Felde u. Familie F. Stampf z. Zt. im Felde u. Familie Fr. Stampf z. Zt. in Garnison a. Kraut K. Manrer z. Zt. im Lazarett n. Familie M. Becker IV. z. Zt. im Felde u. Familie W. Pit* z. Zt. im Felde a. Familie Garbenteich, Münzenberg, Steinbach, den 17. April 1916. Die Beerdigung findet Dienstag, den 18. April, nachmittags 3 Uhr, statt. 3133 Für die herzliche Teilnahme der Verwandten, Freunde und Bekannten bei dem schweren Verluste unserer lieben Tochter und Schwester BCatcben Wolle für die zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte, sowie allen denen, die uns wohltuend in diesen schweren Tagen zur Seite standen, für die zahlreichen Blumenspenden von nah und fern, ganz besonders für die wohltuenden Worte des Herrn Pfarrer Bröckelmann sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Wilh. Volk, Schreinermeister. Klein-Linden, 16. April 1916. 3130 ö Zimmer j Vshnhsftr. 18,1. Stoff, ist eine 5-Zimmer-Wohnung nebst 2 Mansardenzimmer dazu gehörend, per sofort od. L Juli zu verm l^" Näheres Babnvofstr. 5V 1. Wegen K.9 .M v. 1. Juli Wegzug v'J.'LV. evtl. früh, zujverm. Kaiier-All.22. <2339 4 Zimmer j ^Zegzugshalber schöne 4-Zimmer-Wohnung ev. v. 1. Dtai an zu vermiet. Näh. Ldslstr. 16 XXI. 3088 3 Zimmer | Sdjönc 3-ZiüiMer-Wshn. 2. Stock, zu vermieten. 29571 Gehr. Weil. 3-Zinimrivsh!l.^°^ 08964, Müblstraße 20. Schöne 3-Zim. Wohn, mit Gas u. all. Zubeh. monatlich 26 Mk. an ruh. Leute z. verm. Näh. m der Geschäftsstelle des Gießener Anzeig. l09030 2 Zimmer | 2-8ib.-Siii.gM verm. Bodheimer Str. 29 (09047 | Verschiedene 2696J 5 u. 6-Zimmer Woh nung mit allem Zubehör per 1. Juli zu vermieten. Näheres Ludwigstraße 28. W. Scipp XIX. 2 kleine Wohnungen an ruhige Leute zu vermieten. Liebigstraße,65. (09064 09000, Maas.-Wohn, zu vermieten. 5^rosdorscr Str. 6. J Mo bl. Zimmer \ 09003, Gut möbl.Zim. bist. z. verm. Blcichstraße 6, v. H. 0«"^, 82b. m. Zim. m. 1 o.2Bett. el. 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