Nr. 89 Erster Blatt Der #fc$ Verlag öer vrühi'schen Umv.-Vnch- «nt Stemdruckerei R. Lang«. Schriftleitung, Geschäftsstelle unv Druckerei: Schulstr.7. Beck/> '• Unje ' fler “ ea: 41 Bczu gSv rei Z: monatl. 99 •£?., viertel- A jährl. Mk. 2.65 bitV't r& Abhole- u. Zrveigstellei? moitatl. 80 'i’r.; durch diePost'Dtk.2.45 viertel- jährl. allsschl. Bestellg. Zeilenprets: lskallSPi., ausw. 20 Pi. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Veraittwortlich siir den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. (tzoetz; für Stadt und Land, Verntischtes und Gerichtssaal: Fr. N.Zenz; sämtlich m Gießen Ver öfterr.-ungar. Minister des Aeußeren beim Reichskanzler. (WTB.) Krotzes Hauptquartier, 13. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Im allgemeinen konnte sich bei den ungünstigen Be- -obachtungsverhältnissen des gestrigen Tages keine bedeuteu- dere Gefechtstätigkeit entwickeln. Jedoch blieben beiderseits der Maas, in der Wo evre-Ebene und auf der Cote südöstlich von Verdun die Artillerien lebhaft tätig. Südöstlich von Albert nahm eine deutsche Patrouille im englischen Graben siebzehn Mann gefangen. Ein französischer Gasangriff in Gegend von Puise- leine (nordöstlich von Compiögne) blieb ergebnislos. OeftlicherKriegsschauplatz. Südlich desNarocz-Sees verstärkte sich das russische Artillerieseuer gestern nachmittag merklich. Oestlich von Baranowitschi wurdet: Vorstöße feindlicher Abteilungen von unseren Vorposten zurückgewiesen. Balkan-Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. » * * Im Gegensatz zu uirseren Feinden haben wir wenig formelle und geräuschvolle Konferenzen mit unseren Bundesgenossen abgehalten, denn urrsere gemeinsame Kriegspolitik hat den Vorzug, wirklich gemeinsame Interessen zu fördern, während man dies von den Unternehmungen Englands, Frankreichs und Rußlands nicht gerade sagen kann. Wir wissen es auch: die voll besetzten langen Konferenztische der Entente haben nie etwas Rechtes und für unsere Feinde Befriedigendes zutage gebracht. Fiel schon die Einigung über die' politischen Ziele des Krieges, über die Teilnahme auf diesem oder jenem Kriegsschauplätze schwer, wie viel.aussichtsloser waren noch die Beratungen über allgemeine Organisationen, die das Finanz-- und Wirtschaftsgebaren fördern sollten. Erft geftern lasen wir wieder, daß demnächst eine Munitionskonfereuz von den Ministern der feindlichen Staaten abgehalten weiden solle. Man hat sich drüben noch nicht zu der Einsicht ausyeschwmrgen, die bei uns längst in Geltung ist, daß Kommissionen wohl eine kontrollierende, aber keine organis«rende Tätigkeit entfalten können. Man braucht in dieser Beziehung! nur die kleine, den wichtigsten Teil unserer .Kriegswirtschaft schildernde Broschüre Walter Rathenaus zu lesen, des Organisators der deutschen Abteilung für Rohstoffversorgung, um die glänzenden Vorzüge deutscher Leistungen zu würdigen, die uns unsere Feinde niemals werden nachmachen können. Verhältnismäßig selten hört man von Konferenzen des A^ichskanzlers mit den obersten Vertretern der Politik unserer Bundesgenossen, alles geht in der Stille von statten, es gibt keine Nervosität und Aufregung, und die Erfolge zeigen sich aus allen Kriegsschauplätzen. Heute wird aber wieder einmal amtlich milgeteilt, daß Frhr. v. Burian, der Nachfolger des Grafen Berchtold, in Berlin eingetroffen sei, um Mit dem Reichskanzler Rücksprache zu halten. Hängt diese Besprechung bereits mit den Kriegszielen zusammen, deren Verwirklichung immer näher rückt, so daß diese großen Fragen auch von dem 'gewiß nicht voreiligen obersten deutschen Staatsmann öffentlich im Reichstag behandelt werden konnten? Die österreichisch-ungarische Presse hat sich in den lobendsten Ausdrucken über des Reichskanzlers Rede ausgesprochen, und es ist anzunehmen, daß auch Herr v. Burian dem Kanzler glückwünschend die Hand schütteln wird. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß die künftige Gestaltung Polens die beiden Staatsmänner vorzugsweise beschäftigen -wird. Im übrigen wird etz ein Austausch von Nachrichten über den Stand von allerlei Verhältnissen und Bedürfnissen in den eigenen Ländern sein: schwerwiegende Entscheidungen werden darum in diesen Tagen in Berlin, kaum fallen. Die bundesbrüderliche Eintracht hat ja in der abgelaufenen Kriegszeit nie gewankt, und in der Aussicht der gemeinsamen Lösung großer Zukunftsfragen im Osten wird der Siegeswitte der verbündeten Länder mit jedem Tage neu gestärkt. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W ien, 13. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. April 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nach wie vor unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Das Artilleriefeuer hält an zahlreichen Stellen der Front mit wechselnder Stärke an. An der Ponalestratze sind wieder Kämpfe im Gange. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. Der französische Bericht. Paris, 13. April. (WTB. dttchtamtlich.) Amtlicher Kriegsbericht vom Mittwoch nachmittag; Au f dem linken Maas- u f e r richteten die Deutschen morgens a'us unsere Stellungen im Carretteswalde, zwischen den: Toten Mann und Cumiures einen Angriff, wobei sie brennede Flüssigkeiten schleuderten. Der Feind wurde überall zurückgeschlagen. Auf dem rechten User starke Artillerietätigkeil: zwischen Doucuunon. und Baue. Der Feind /nui* rte ledoch whrerch der Nacht fehle Angriffsversuche nicht. Es bestätigt sich, daß die gestrige sehr heftige OffensivtätigkeiL,, die uw. 4 Uhr nachmittags auf diesen Abschnitt gerichtet war, und die wir überall zu rückschlugen, dem Feinde sehr betrachte liche Verluste kostete. Die Nacht verlief aus dem übrigen Teil der Front verhältnismäßig ruhig. Awlticher Abendbecickü vom Mittwoch!: In Belgien war unsere Artillerie in der Gegend von Langemark tättg. Zwischen Somme und Oisi verschiüttete unser Zerstörungsfeuer Gräben westlich von Parvillers und in der Gegend von Roye. In den Argon neu ließen wir bei Fälle Morte, 'Häute Chevauchco :imb bei Vauguois 4 Quetschmin-en auffliegen. Nach einein Kampf mit Handgranaten besetzten wir die Südrcrnder zweier Trichter vor unseren Gräben im Abschnitt von Conrtes Ehaussees. Westlich der Maas hefttg andauernde Beschießung bei der Höhe 304, in der Gegend von Esnes und des Toten Mannes. Oestlich der Maas amd in der Woevre Artillerietättstkeit. Zu einem Vorgehen der Infanterie kam es im Lause des Tages nicht. Der englische Bericht. London, 12. April. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht: Gestern führten wir eine erfolgreiche kleine Unternehmung gegen die feindlichen Gräben in der Nähe von Richebourg und Lavon 6 durch, wobei wir 10 Deutsche töteten. Der Feind griff gestern abend dreimal hintereinander westlich der Straße Pil - cken-Dpern an. Beim ersten Angriff gelang es ihm, in unseren Gräben Fuß zu fassen, er wurde aber rasch vertrieben: seine anderen Angriffe wmwen abgeschlagen, wobei er 25 Tote und 3 Gefangene zurückließ. Wir beschossen faute die feindlichen Graben in d ie sein Gebiete. Besonders tättg war die Artillerie nordwestlich von IW y 1 sch ae t e, etwas auch bei Souchez, Carency und Calonne. Tie feindliche Artillerie war hinter St. Eloi sehr tättg, beschoß aber wenig unsere vorderste Linie und die Trichter. Es stellt sich jetzt heraus, daß die hier in der Nähe kämpfenden tapferen .Kanadier dem Feinde in der letzten Woche schwere Verluste zufügtvn. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 13. April. (WTB.) Amtlich wird ans de!nt Hauptguartier gemeldet: All der Irak front keinerlei Veränderung. Eine «ms persischen Kriegern nrrd unseren Abteilungen bestehende Trnppemnacht griff am Morgen des 8. April bei Sautsch Bnlak und Umgebung die russische Kavallerie, deren Stärke ans unge- fählr brei Regimenter geschätzt wird, an und zwang sie, in Richtung U rmia zu fliehen. Die pesiischen Krieger zeichneten sich bei dieser Gelegenheit besonders aus. Von der kaukasischen Front-fft bis aus Patrouillen- scharmützel nichts Wichtiges zu melden. Einige feindliche Torpedoboote, die in den Ge- wäffern von Smyrna erschienen, wurden durch unsere Arttllerie vertrieben. Mn Wach-tboot, das auf der Höhe von Tschekme erschien, wurde durch einen Schuß unserer Arttllerie getroffen. Am 9. April kamen Banditen in vier großen Barken und versuchten bei Kalamaka, westlich von Kusch-Adasi, zu landen; sie wurden jedoch durch das Feuer unserer Küsten wachere gezwungen, sich wieder einzuschiffen und zu entflickfan. Der russische Bericht. Petersh«ryx 13. April. (WTB.) Amtvvcher Bericht vom 12. April: Westfront: An der Tüna und südlich- von Dünaburg stellenweise Infanterie- und Artillerieseuer. Tie feindliche Ar- ttllerie beschoß gestern in der Gegend des Brückenköpfe! von Uex- küll mehrere Unterkünfte. Bei Kutno .(40 Kilometer) südwestlich Pinsk hatten freiwillige Erkundungsableillmgen von uns einige für uns erfolgreiche Zusammenstöße mit deutschen Patrouillen. Nördlich und südlich des Bahnhofes von Olyka machte der Feind Versuche, an unsere Gräben heranzukommen und sich vor ihnen emzugraben. Wir wiesen ihn zurück. Kaukasus: In der Gegend westlich von Erzerum eroberten unsere Truppen wiederum Teile der türkischen Stelllmgen. Bei Bitlis wurden alle Angriffe des.Gegners abgeschlagen. Tie süd lich des Urmia-Sees geworfenen Banden gehen flnchtarttg nach dem Süden zurück. Die Enthüllung eines „eisernen Mörser»" in Konftantinopel. . Konstantinopel, 13. April. (WTB.) Gestern wurde nt Gegenwart zahlreicher Würdenträger, darunter Vertretern der verbündeten Staaten, der in Stambul aufgestellte „E i s e r n e M ö r s e r" enthüllt, der nach Art des Berliner „Eisernen Hindenburg" und des Wiener „Wehrmanns in Ersen" zugunsten bedrängter Sioldatenfamilien benagelt werden soll. Kriegsnttnister Enver Pascha hielt eine Ansprache. Die ersten Nägel wurden namens des Sultans und der verbündeten Souveräne eingeschlagen. Asquith vor dem Sturze? Sir Herbert Henry Asgrüth, nachdeitt er aus Rom zurückgekehrt ist und auch die parlamentarischen Gaste crus Paris gut eingeseift hat, wird noch vor Ostern einen neuen. .Sturnr bestehen müfferr. Es ist diestnal fraglich, ob er ihn aushält, ohne zu stürzen. Die Kab inetts krisis steht wieder vor der Türe. Letzten Dienstag lief die Fpist ab, die dem Kabinett in Angelegenheiten der allgiemeinen Wehr- pfiicht gesetzt war. Die Unionisteit hadert ihre Dampf- tnaschine Ccrrfon bereits geheizt. Carson muß den Antrag einbringen, über den Asguith und die mit ihm noch im Amte sitzenden libetalerr .Kabinettsntitglieder fallen sollem Mr. Asqutth Hirt so oft ausdrücklich erklärt, er sei gegen jede allgemeine Wehrpflicht und w-erde am Tage ihrer Ern- führung gehen, daß er jetzt nichts arideres mehr erklären kann. Das Gesetz der beschrärtkten englischeir Dienstpflicht hat versagt. Lord Derby hat die versprochenen 650000 lln- verheirateteit tttcht znsammengebracht. Wohin sich die Drückeberger verkrüntelt haben, weiß man nicht. Genug, an die Reihe kormnen jetzt jene verheirateten Freiwilligen, die sich im vorigen Jahre gemeldet haben uitd die min, da. sic das Khaki — meist ganz gegen ihre Ertoartmtg — anziehen müssen, begeisterte LobrÄ>en halten und Agitatoren der allgemeinen Dienstpflicht sind. Tie Konservativen behaupten, daß sie ihre sichere Mehrheit für den allgemeinen Wehr-" zwang int Parlament haben. Was tut aber dann Herr Asguith? Die neue Wehrpflichtkrise verschärft sich endlich durch Enthüllungen der „Daily Mail", die, verä-rgert wie sie ist, nun nach den Grüinden des Mißlingens der bisherigen Rekrutierung sucht- „Nur wenige," so schreibt sie, „sind sich bewußt, wie groß die Furcht und Abneigung gegen die allgemeine Wehrpflicht in weiten Schtchtert ttnseres Volkes ist" Die Gegner lassen sich in drei Klassen einteilen. Zur ersten gehöreit diejenigen, die aegett Zwang in jeder Form sind. Matt fürchtet, daß die Arbeiter zunt Dienst gezwungen werden, während die oberen Klassen Mittel findeit, ihm zn entgehen. Zur zweiten Klasse lassen sich die zählen, die befürchten, daß Famllien ihres Ernährers beraubt werden. Zur dritten Äaffe, und das ist die größte, rechnen die Drückeberger, die sich aus allett Gesellschaftsklassen zu- sammensetzeit. Noch eine vierte Klasse wird erwähttt, nämlich ein Teil der irischert Bevölkerung. Rotterdam, 13. April. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Londoner Korrespondent des „Rotterdamschen Gourant" meldet über die polittsche Lage, daß der Streit über die Rekrutierung' und die Bewegung gegen die Koalitton sich iveiter enrivickeln, die Aussichten aber, daß die Rekrutternngsfrage gegen die Regierung mit Erfolg ausgespielt werden kann, sich vermindern. Earsow brachte gestern seinen Antrag ein, in dem die nt i l i t ä r i s ch e Dienstpflicht für alle Männer militärischen Alters für die Kriegsdauer gefordert wird. Das Kabinett tritt morgen zusammen. Die Minister werden dann vermutlich einen vorläufigen Besicht der Kabinettskomnttssion, die sich mit der Rekrutterungs- ftage besaßt, vorgelegt erhaltet. Der parlamentarische Mitarbeiter der „Times" erwartet, daß A s g tri t f) am Dienstag eine Erklärung über die Rekrütiernng abgeben 'wird. Wenn seine Mitteilungennticht befriedigen, wird der folgende Tag für die Verhandlung des Antrages Carson festgesetzt werden. Mese Regelung der 'Angelegenheit ioerde heute int ttnterhause in aller Form mitgeteilt werden. Der polittsche Mit- ar&nter der „Daily News" schreibt, daß die Anbänger der Regierung, die Beziehungen zu den Ministern unterhalten, gestern auf die Möglichkeit hingewiesen \yabai, daß die Altersgrenze bis ans 45 Jahre erweitert und die Dienstpflicht dann aut die Unverheirateten bis zu 45 Jahren mtsgedehnt wird. Man nimmt allgemeüi an, daß das Kabinett vor einer Agitation zur Ausbreitung der Dienstpflicht nicht zurückioeichen wird, erwartet aber, daß das Dienstpflichtgesetz auf alle jungen Mätmer anskyebdimt wird, die das 18. Lebensjahr erreicht oder nach August 1915 erreicht haben. Man hofft, auf diese Weise mehr Mannschaften! ffir die Armee zu erhalten, als wenn man dert Dienstzwang auf die verheirateten Männer ausdehnen würde. England» künftige Handelspolitik. Rotterdam, 13. April. (WTB.) Der „Rotterdamsche Courant" berichtet: Der Kongreß der englischeit Handelskammern hat, wie man sich erinnert, seinerzeit den Wunsch ausgesprochen, daß nach dem Kriege von den Sch iss eit jener Länder, mit denen England jetzt Krteg führt, für das Anlaufen englischer.Häfen eine Gebühr erhoben werden soll. Die in England erscheinende „Jndependance Belge" meldet dazu, daß dieser Vorschlag auf einem Kongreß der Handelskammern sämllicher Ententcftaaten beraten werden soll. Das Blatt erklärt sich gegen eine solche Maßregel. England sei zwar vielleicht stark genug, um die Folgen zu tragen, Belgien sei es aber sicher nicht. Belgien dürfe die Fretheit seiner Häfen in keiner Weise beschränkeit, besonders Antwerpen müsse als Ausfuhrhafen möglichst viele Schisf- fahrtsltnten an sich ziehen. Belgien habe die ausländische Schiffahrt für die Einftihr von Rohstoffen und die Ausfuhr seiner.Erzeugnisse nötig. London, 13. ?lpril. (WTB.) Oberhaus (ausführliche Meldung). Lord Courtney sagte, Runcnnatts Erklärung im Unterbause, daß der deutsche Handel nach dem Kriege nie wieder das Haupt erhebeit dürfe, wie vorher, ntüffe in Verbindung mit der Ankündtgung der Pariser Konferenz in England Besorgnis erwecken und in Deutschland sehr unglücklich wirken. Die Derttschen müßten durch die Erklärung^ an fge re i z t werden, daß auf den militärischen Krieg ein Handelskrieg folge, und daß eilt neuer Aufschwung von Hondel und Industrie in Detttschland im Keime erstickt werdait müßte. Lord Courtney erörtert die Schwierigkeiteit etner Schutzzollpolitik für England und Indien tnid fuhr Tort: Asguith sagte, Belgien müsse die alte Unabhängigkeit lvieder erlangen. Aber das alte Belgieit kann nickst foieder erstehen, lvenn Rutschlland mcht foirttchafflich gedeiht. ?lntwerpett und Rotter- « sind geographische Vorposten Deutschlands und von ifmt abhängig. Wenn man Deutschland niederhaltckn wfll, muß tnan «urch Antwerpen und Rotterdam meberfalten. Lord Cre w e enviderte, Courtney mache sich *ofseirbar Jllu- sio,ien über die Verhältnisse in Deutschland, als ob eine Partei in Deutschland zu einein sofortigen Frieden bereit sei, dessen Bedingungen für die Verbündeten annehmbar seien. Die Aeußernngen über die Vernichtung des preußischen Militarismus imd die Vernichtung Deutschlands seien vielfach mißverstanden lvordeu. Was habe Deutschland in kommerzieller Hinsicht getan, daß die Leute htcr und in Frankreich entschlossen seien, Deutschland späterhin nicht die Macht zn lassen, seine srüliere Tätigkeit wieder aus- zilnehmeil? Deutschland lzabe eine i o in m erzielte C x p a n - fion imb eine polittsche Jntrigue kü-hiit und erfofetretd) kombiniert, für bic es ui der Vergangenheit keine Parallele gebe. Wenn Lord Courtney den deutschen Untetmehmnngsgeist von dein Dnttfdu'iL Militarismus und den Cfarakter des deutschen Volkes von den Ambitionen des ßstneralstabcS zu trennen sucht, so Nabe er ein Unmögliches vesiucht. Man könne die militärisch e u A in b i - tionen, nrelcke die Welt in Brand gestockt faden, von der a l l g e m einen A n g r i s f s l u st Deutschlands auf der ganzen Welt nicht trennen. Deni Bilde Deutschlands, das Lord Courmen entworfen habe, nach ivelchem dort zwei Nationen gebe- eine, die für jede Art von Angriff gedrillt und bereit sei. und eine andere voller friedlicher Absichten, und itut bestrebt, cm deulscive '8ü)tit)aUott in der ganzen Welt auszubreiten, in was^ sie 1 g - Göns , 14. April. Musketier Heinrich Reu sch im Jnianlerie-Regt. 253 starb am 6. Avril m Rußland den Heldeniod. - Kriegssreiw. Geireiter Karl Stoll, früher Juf.- üegt. 222, jetzt Jiri.-Regt. 116. wurde zum Unteroffizier befördert. e. Stockhausen, 14 April. Bei dem am 10. d. Mts. au dieses Stelle berichteten Drahtseilbahn Unfall handelte es nch, wie lvir zu berichtigen gebeten wrrdeu, nicht um die Drahtseilbahn der Grube Hoffnuna, sondern der Grube Werckartsheim, Eigentum der Gewerkschaft Louise zu Essen. Kreis Lauterbach. § Aus dem O b e r w a l d , 13. April. Wieder haben die Kulturarbeiten der Forstwirtschaft begonnen. An vielen Stellen des Oberwaldes und der angrenzenden Waldgebiete sieht man nun wieder Frauen und Mädchen, und solche von 14—16 Jahren männlichen Geschlechts mit diesen Kulturarbeiten beschäftigt. Nachdem erst verschiedenerlei sonstige Arbeiten, wie Aufräumen der durch Schneebruch im Winter 1913—14 hart mitgenommenen Fichtenbestände, die inzwischen nun ganz abgcholzt werden muß-" ten, gemacht worden sind, werden nun diese nutzenbringenden Flächen wieder neu mit jungen Fichten bepflanzt. Auch magere schlecht gelegene Waldwiesen werden ebenfalls auf diese Weise umgebaut: andere Wiesen werden von Maulwurfshügeln und dergleichen gesäubert, damit bei Werntung des Grases dem.Mäher die Sense nicht stumpf wird. Kreis Friedberg. Bl. Friedberg, >4. Avril Dieser Tage fand in Anwesenheit des Geh. Regiernngsrats N o a ck -- Darmstadt in der hiesige» G e w e r b e s ch u l e die feierliche Ueberreichung der Gesellenbriefe an die zu prüfenden Gesellen statt. Außer den Elter,i und Angehörigen der Prüflinge waren sämtliche Mitglieder des Gewerbevereins, sowie der Beigeordnete Landtagsabgeordneter Karl Dam m - Friedberg erschienen. Der Vorsitzende des P'üsnngs- ausschnsses, Klempnermeister E F. Frick, gab einen kurzen Bericht über den Verlauf der Prüiung. Hierauf sprach Geh. Reg.-Rat N o a ck über die Bedeutung der Gesellenpruinng in der gegenwärtigen Zeit. Der Vorsitzende des Prüsungsatisschnsses überreichte hieraus unter Handschlag die Gesellenbriefe. Sämtliche Prüflinge, 35 männliche und 8 weibliche, insqesaint 43, bestanden die Prüfung, davon 14 mit der Note gut. Mit der Besichtigung der ausgestellten Gesellenstücke und Werkzeichnungen schloß die Feier. LI. B a d - N a l> h e i m, 14. April. Der bei der Marine stehenden Stabsarzt Dr. Fischer, der schon mit dein Eisernen Kreuz ailsgezeichnet wurde, erhielt jetzt aitcf) das Friedrich-August- Kreuz 2. Klasse. Der Ersatzreservist Alfred Volk wurde durch Verleihung der Hessischen Tapferkeitsinedaitle ausgezeichnet. Q. Bad-Nauheim, 14. April. Eine hübsche Ueberraschung wurde unseren im Militärlazarett liegenden Feldzugsteilnehmern gestern zuteil. Dreißig Kinder aus Rodheim v. d. H. überbrachten eine große Menge gesammelter Liebesgaben bestehend in Honig, Gelee, Obst und ähnlichen Sachen und sangen den Feldgrauen eine Anzahl reizender Lreder vor. — Der Vortragsverein hielt gestern seine Hauptversammlung ab, in der beschlossen wurde, daß die Tätigkeit des Pereins, die durch den Krieg beeinflußt war, im nächsten Winter wieder voll einsetzen soll. Der Verein zählt zur Zeit 175 Mitglieder, sein Vermögen beträgt 860 Mk. Kreis Alsfeld. e. Alsfeld, 14. April. Die städtische höhere Bürger- (Mädchen-) Schule wurde im verflossenen Schuljahre von 82 Schülerinnen besucht, wovon 74 evang., 3 kath. und 5 isr. waren. 77 waren a»ls Alsfeld, 5 aus anderen Orten. Den Unterricht leitete Geh. Schiilrat Dr. Ritz mit 10 Lehrkräften. Kreis Friedberg. LI. A u s der W e t l e r a u, 14. April. Der ttt den letzten Tagen niedergegangene Regen hat geradezu Wunder gewirkt. Troß des kühlen Wetters sieht man das Gras förmlich wachsen. Der Klee zeigt eine Ueppigkeit, wie seit langen Jahren nicht. Welche Vorteile der Regelt brachte, zeigt sich auch an den blühen- deii Bäumen, welche durch den Frost großen Schaden gelitten hätten, wenn der Regen den Frost liicht sofort wieder ausgezogen hätte. Diesmal heißt es nicht Mai kühl und naß, sondern April kühl und naß, füllt dem Bauern Scheune und Faß. Hessen-Nassau. hs. Marburg,- 14. April. Am Mittwoch abend fand im Hörsaale der Anatomie ein Kammermusikabend von Frl. Herta Z onde r van-Gießen (Sopran) und Frau Joh. W eichelt (Klavier) statt. Zum Vortrag gelangten Werke älterer und neuerer Meister, sowie eigene Werke von Frau Joh. Weichelt. Tie Klavierdarbietungen dieser Künstlerin zeugten von einer reifen Technik und ttefem Verständnis, ebenso erwies sie sich bei voller Beherrschung des Instruments als eine feinsinnige Beglefterin. Ihre eigene Sonate in L-äur war mü ihren meisterlichen Abtönungen und der elementaren Kraft einzelner Stellen ein ganzer Erfolg, und eine ganz eigenartige Märchenstimnrung liegt in ihrem kleinen Stimmungsb-ildchen: am Fluß. Die Gesangsleistungen von Frl. Zander van standen ans einer sehr hohen künstlerischen Stufe. Man weiß nicht, was man bei dieser jungen Künstlerin höher einschätzen soll: die erstaunliche Wandlungsfähigkeit des' Ausdrucks, wodurch sie die zartesten, lyrischsten und die dramatisch bewegtesten Werke absolut glaubhaft zu Gehör brachte, oder die glockenreine, metallene Stimme, die mühelos alle Schwierigkeiten überwindet. Hervorzuheben ist auch ihre reine und deutliche Llus- sprache. So sang sic das Egmvntlied: Die Trommeln gerührt: mit einer entzückenden Frische: „Welch Glück sondergleichen, ein Mannsbild zu sein". Glänzende Leistungen waren das Gebet der Elisabeth und Weylas Gesang: Du bist Orplid. Das neckische Liedlein von D'Albert: Zur Drossel sprach der Fink, ivurde durch den Vortrag von Fräulein Zondervan zu einem ganz erlesenen Genuß.' ra. Waldgirmes, 14. 2lpril. Die Holzfällung, welche in früheren Jahren für die Gemeindekasse eine Durch- schnittseinnahine von 6000 Mk. ergab, hat eine bedeutende Einschränkung erfahren. In unserrn großen Gemeindewnld finden sich noch herrliche Eichenbestände vor. ra. Naunheim, 14. Llpril. Lehrer Fr. D o n s b a ch ist nach einer achtjährigen erfolgreichen Tätigkeit in hiesiger Gemeinde auf seinen Wunsch nach Herb ornsoeld ach versetzt. ra. Fri e d ri ch s d o r f, 14. April. An Stelle des gefallenen Bürgermeisters Schneider wurde Beigeordneter F ru g a r zum Bürgermeister gewählt. e. Frankfurt, 14. April. Ein interessanter Neuankömmling im Rundbau des Zoologischen Gartens ist ein Halsband- p e k a r i, ein Vertreter der kleinsten lebenden wilden Schweineart, die in den Wäldern von Süd-, Mittel- und südlichen Nordamerika heimisch ist. Die fünfte Nachzucht erzielte der Garten von den: ungleichen, aus einem weiblichen Rotstirnmaki und einem männlichen M o n g o z bestehenden Halbaffen paar. Das zierliche Junge wird von der Mutter wieder mit rührender Sorgfalt betraut. Im A n t i l o p e n h a u s erfreuen die ersten diesjährigen Sprößlinge der Hirschziegenantrlovcn den Besucher.. Auch aus 'dem Schafberg zeigt sich bereits diesjähriges Jungvolk. — Homburg v. d. H., 13. April. Die Hotelbesitzer von Baden-Baden, Bad-Nauheim, Bad Homburg, Bad Ems usw. haben vereinbart, während der teuren, durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse Mindestpreise für Pension feftzusetzen. Der Pensionspreis für eine Person beträgt auf den Tag mit einem Fleischgang zu jeder Mahlzeit 10—11 Mk. Auch der Internationale Hotelbesitzerverein (Sitz Köln) hat sich an das Kriegsministcrium gewandt und um Erhöhung des Pensionspreises für Offiziere von 6 auf 7,50 Mk. gebeten. — Bad Orb, 14. April. Auf dem hiesigen Bahnhose wurde dem Arbeiter Josef Schreiber durch einen Rangierzug der rechte Arm abgefahreu. * Aus dem Kreise Kirchhaiu, 14. Avril. In der vorgestern int Kreishause zu Kirchhain abgehaltenei: Kreistagssitzung wurden die bisherigen Mitglieder des Kommunallandtags, Konsistorialpräsident Freiherr Schenk zu Schw e i ir sberg in Kassel und Gutsbesitzer Karl B o p p - Kleinseelheim ivieder gewählt. Der Krcishaushaltsvoranschlag schließt ab mit einer Einnahme und einer Ausgabe von 648 700 Mk. Die Kr ei s st e u er n, die einschließlich 10 Prozent Betriebssteuer mit 50 Prozent veranschlagt sind, bringen eine Einnahme von 86 632 Mk. Unter den laufender: Posten befinden sich 500000 Mk. für F a m i l i e n nute r st ü tz u n g e n der zum Kriegsdienst emberufenen Mannsäzaften. Die Kreiskommunalkassen-Rechnuug für 1914 wurde mit einer Einnahme von 280 982.08 Mk. und einer Ausgabe von 269 323.73 Mark genehmigt. Wie aus dem Verwaltungsbericht für, 1915 zu entnehmen ist, sind im Etatsjahr 1915 an Kriegsunterftützunchejr im Kreise rund 411 000 Mk. gezahlt worden. .Beim Zweigckerein vour Roten Kreuz ginger: über 10 000 Mk. freiwillige Gaben ein. Die Einkommensteuern für 1915 betragen 64 448 Mk. gegen 62 830 Mark im Vorjahre. Die Vermögenssteuer ist von 25 175 Mk. gegen 25 594 .Mk. in 1914, die Gewerbesteuer auf 4236 Mk. (gegen 4300 in 1913), mrd die Betriebssteuer 1915 auf 1775 Mk. zurückgegangen. In den 33 Kreisgemeinden wurden am Umlagen erhoben: in 3 unter 100, in je 1 120 und 125, in 5 15,0, in 1 160, in 4 175, in 1 190, in 10 200, in je 1 220 :md 230, in 4 250, in 1 300 Prozent. _ % Kircfje und Schule. qit Gedern, 14. April. Eine gemeinsame Konferenz von P f a r r e r.n und Lehrern der Bezirks-Lehrervereine Schotten, Ortenberg und Gedern tagte vorgestern nachmittag, auf dem Hof Zwiefalten. Auch von dem Bezirks-Lehrerverein Hungen waren einige Lehrer erschienen. Zweck der Tagung war Besprechung des neuen Lchrplaues für den Religionsunterricht in den Volksschulen. Das Referat hatten übernommen Pfarrer Rü hl - Wingershausen und Lehrer Würz- Eschenrod. Pfarrer Rühl legte seinen Ausführungen die folgenden drei Hauptleitsätze zu Grunde: 1. Neuorientierung der wissenschaftlichen Theologie vom „Dogma- tizismus" und „Historizismus" ft'chrt auch zur Neuorientierung des Religionsunterrichtes, der nicht mehr der Erlernung dogmatischer Lehrsätze, sondern der Darbietung religiösen Lebens aus der Geschichte diene:: soll. 2. Tie Neiwrientierung des Religionsunterrichtes zeigt sich a ) in der überwiegenden Bedeutung, die den geschichtlichen Stoffe:: — der biblischen Geschichte und der Kirchen- geschichte — zngewiesen wird, b) In der Forderung, auch den bekenntnismäßigen Stoff — Katechismus und Kirchenlied und Spruch — geschichtlich zu unterbauen, o) In dem Zurücktreten der Rücksichten auf bekenntnismäßige Rechtgläubigkeit zu Gunsten einer kindlich verständlichen Darbietung der in der Geschichte hervorgetretenen religiösen Personen und Gedankeii. 3. Die Neu- orientierung des Religionsunterrichtes fordert: a) eine Neueinteilung des Stoffes bezw. # der Religio ns stunden, b) eine neue Methode des Unterrichts. Die Ausführungen, die von großer Sachkenntnis zeugten, wurden von den Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen. Tie Leftsätze des zweiten Redners, Würz, werden erst demnächst an dieser Stelle mitgeteilt, da von der Versammlung beschlossen 'wurde, diese Leitsätze, die sich aus die neue Methode des Religionsunterrichtes beziehen, in einer zweiten Tagung am 17. Mai zu besprechen. — An die zwei Vorträge schloß sich eine sehr rege Aussprache, an der sich insbesondere die Lehrer Link- Rudingshain, Lehrer Ludwig-Burkhards, Lehrer Hensel- Hirzenhain, Lehrer S o m m e r - Inheiden, Lehrer Kraushaar- Trais-Horloff, Pfarrer Weidner -Ober-Lais ruid Pfarrer R ü h l- Wingershausen beteÜigten. Die Versammlung wählte zu ihrem Vorsitzenden — auch für alle künfttgen Konferenzen — Lehrer Link- Rudingshain, zum zweiten Vorsitzenden Pfarrer H ö g y - Burkhards. Es wurde beschlossen, im Laufe des Sommers öfters zu tagen, inonatlich einmal. Im Mittelpunkt der Tagung soll jedesmal ein Vortrag stehen über zeitgemäße Fragen aus dem Gebiet der Religion oder der Polittk oder der Kunst. Gegen sieben Uhr schloß der Vorsitzende die in allen Teilen recht anregend ver- lanfene Versammlung. _ Gerichtssaal. Schn eidemühl, 13. April. Das Schwurgericht hat nach viertägiger Verhandlung den ehemaligen Lehrer, jetzigen Gntspächter W e st p h a l wegen Mordes, versuchten Mordes, schwerer Urkimdenfälschung, Ansttftung zur schweren Urkunden- fälschung und Anstiftung zum wissentlichen Meineide und Betrug unter Versagimg mildernder Umstände zum .Tode, dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, 15 Jahren Zuchchaus und noch zu 10 Jahren Ehrverlust und 6000 Mark Geldstrafe, den Angeklagten Tischlermeister Weftphal senior wegen chrverer Urkundenfälschung unter Zubilligung mildernder Umstände zu sechs ?1donaten Gefängnis, von denen 2 Monate aus di^ erlittene Uitter- suchungshaft angerechnet werden, verurteilt. Die Geschworenen haben beschlossen, für Westphal senior ein Gnadengesuch einzu- reich-en. * ^ L ———p—— Handel. Wien, 13. April. Die Skoda werke weisen einen Rohgewinn von 24 758329 Kr. utrd euren Reingewinn von 9 957 860 Kr. auf. Als Dividende schlägt der Verwaltrurgsrat 34 Kronen gegen 28 Kronen im Vorjahre vor. 1090 510 Kr. sollen aus neue Rechnung vorgettagerr werden. Ter Verwaltungs- .rat hat ferner beschlossen, bei der Generalversammlung zu beantragen, da-, Aktienkapital von 42 auf 45 Millionen Kr. zu erhöhen.^ Die neuen Mtien sollen ab 1. Januar 1916 dividendenberechtigt fein und den bisherigen Aktionären zum Bezüge an- geboten werden. _ Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienste Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 15. April 1916: Wechselnd bewölkt, vereinzelte Niederschläge, später anfklärend, Teniperatur wenig geändert, nachts kalt. Letzte Nachrichten. Die russische Presse über die baltische Frage. Stockholm, 14. April. Die Erklürimgen des Reichskanzlers, battesfend das baltische P r o b l e m, werden von der russischen Presse schadmfroh kommentiert. Die Worte deo Reichskanzlers werden zur Verschärfung der deutschfeindlichen Propaganda ansgenutzt. Die „Rjetsch" schreibt: Wir sind keine Enteignungsfteunde, jedoch einen größerer: Bärendienst konnte der Reichskanzler den Freunden der' Entcigrurng nicht erweisen, dir sich nun auf seine Rede berufen können. Die „N o w o j e W r e-m j a" meint: Mm ist der rätselhaften baltischer Loyalftät der Boden unter den Füßen weggezogen. Die ,,W et scher Naja Wrem- j a" erklärt: s>dmr hebt Deutschland jelbst den Unterschied zwischen den Deutschen derrtscher Staatsangehörigkeit und russischer auf. Das ist ein frecher Hohn, aber diese Offenheit wirkt wohltuend. Der „T j e n" beschäftigt sich in eincur Leitartikel ebenfalls mit der Rede das Reichskanzlers. Auck; diesural, sagt das Blatt, habe Herr von Bethmann .Hollweg das Problenr nicht präzisiert. Wles sei nur in groben Umrisserr gezeichnet. Nrrr an Polen u. Belgier: lv-erde in seiner Rede gedacht. Man dürfe daraus schließen, daß das Weichsclgebict nicht länger dem Zarerrreichc angehören solle, das heißt: Oester-- reich-Ungarn und Deutschland wollen es annektieren, ohne näl>er zu bestimmen, welche Staatseinrichtung sie dort beabsichtigen. Da die Frage der Autonomie übergangen und der unllare ?llrsdruck „Reichsgebiet" angervandt wurde, so beweist das, daß Deutschlarrd wünscht, das Gebiet zu behalten, ohne den Polen etrvas dafür zu geben. Im übriger: rvürde die Rede erst dann eine Bedeutung traben, rvenn ne in der flieichstagsdebattc weiter erttrvickelt rvorden' wäre. Die Reichstagsmitglieder würde«: dann korrekte Tatsachen gegenüber den unllarcn Sätzen der Rede des Kanzlers verlangt haben. — Es ist merkwürdig, daß der „Djen" die Frage der Ostseeprovinzen und Finnland ganz übergeht. Neue Unruhen in Irland. Amsterdam, 14. April. Die Unruhen in Irland nehmen arr Umfang und Bedeutung zu. Ar: verschiedener: Orten ist es zu Straße nkämp fei: gekonrmen. Große Waftenmagazinc wur- dcr: entdeckt und ein Magazir: vor: Feucrrvafter: beschlagnahlmt/ Zahlreiche Zeitungen sind verböte:: worden. An der Agitation be- tciftgen sich auch ^Lausende von dier:stpfl:chtigen Engländern, die in Irland eine Zuflucht gesur:den I-abeu. Das Miuntionsgesetz kan " zurzeit in Irland nicht mehr durchgesührt rverden. Tante Statt jeder besonderen Anzeige. Heute morgen entschlief sanft im Herrn unsere liebe, gute Fräulein Anna Nover jm fast vollendeten 75. Lebensjahre. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Rechtsanwalt Arnold, Direktor der Gewerbebank, und Frau Anna geb. Kratz. Gießen, den 14. April 1916. 3053 md Blumenspenden und Beileidsbesuche herzlich dankend verbeten. Die Beisetzung findet in der Stille in Darmstadt statt Nach Gottes unerforschliehem Ratschluss verschied gestern morgen ganz plötzlich und unerwartet infolge Herzlähmung unsere innig geliebte Tochter, meine liebe Schwester, Nichte, Kusine und Patin Fräulein Käthchen Volk im blühenden Alter von 25 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Volk Schreinermeister. Klein-Linden, Offenbach a.M., Neu-Isenburg, Guntersheim beiWorms, Giessen, Grossen-Buseck, den 14. April 1916. 3063 Beerdigung findet Samstag, den 15. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Brandweg 7, aus statt. m .JiF Am 26. März fiel unser lieber Verbindungsbruder Gerichtsreferendar Hermann Müller (Ar. Gö.) Kriegsfreiw. Kanonier in einem Res.-Feld.-Art.-Regiment. Kleine Familie von 3erwachs. Personen such: freundliche 4-Ziinmerwohmng mit Gartenanteil. Schrift!. Angebote mit Preisangabe u. 3038 an den Gietz. Anz. erb. Möbl.Zimmer, evtl. Wohn- und Schlafzimmer Nähe der Univ. gesucht. Schr. Ang. a. 08896 an den Gietz. 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