Nr.87 Ter Sietzener erscheint täglich, außer SoiurtagL. — Beilagen: viermal mochentlid) Kiehener^amilienblätter; ^iivcimol wöcheml.Rreir- blktt fÄröen kreis Gießen MiettStaq und Freilag): zweimal monatl. Lanö- wirtfchaflliche öeitjrageu sterusprech - Anschlüße: färbte Schrillleiluiig 112 Verlag,Geschäfts stetlebl Adresse für Dralitnach- rlchten: Anzeige? Gießen. Annahme von Anzeige» für d«e Tagesnmniner dis zum Abend vorher. Erster Blatt ,66. Jahrgang Mittwoch. ,2. April ,9,6 «rtzemrAWM General-Anzeiger für Oberhessen KoL«EonröruS vnd Verlag -er Vrühl'schen Unlv.-Vuch- und Ztein-ruckerei R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: §chu!str. 7. ? \ ii (\ 5 » r : < j> monatl. 90 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- in Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch diePost Mk.2.'t5viertel- jährl. ausschl. Beftellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf.. ausw. 20 Pf. — Haupt- schriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich m Gießen, EU Ein deutsch-rumänisches Handelsabkommen. Englische Niederlagen am Tigris. Asquith über die Reichskanzlerrede. (WTB.) Grohes Hauptquartier. 11. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nach mehrfacher erheblicher Steigerung ihres Artilierie- feuers setzten die Engländer südlich von St. Eloi nachts einen starken Handgranaten-Angriff an. der vor imtyvcr Trichterftellung scheiterte. Die Stellung ist in ihrer ganzen Ausdehnung fest in umserer Hand. In den Argannen bei La Fille Morte und weiter östlich bei Vauguois fügten die Franzosen durch mehrere Sprengungen nur sich selbst Schaden zu. Im Kampfgelchnde beiderseits der Maas war auch gestern die Gefechtstätigkeit sehr lebhaft. Gegenangriffe gegen dir von uns genommenen französischen Stellungen südlich des ForgesBaches. zwischen Haucourt und Bethini court brachen verlustreich für den Gegner zusammen. Die Zahl der nnverwundeten Gefangenen ist hier um zweiund- zwanzig Offiziere, fünfhundertneunundvierzig Mann auf sechsunddrcitzig Offiziere, zwölfhundertein u n d d r e i tz i g Mann, die Beute auf zwei Geschütze. zweiundzwanzig Maschinengewehre g c st i e g e n. Bei der Fortnahme weiterer Blockhäuser südlich des Rabenwald cs wurden heute nachr zweihundert- zweiundzwanzig Gefangene und ein Maschinengewehr cin- gebracht. Gegenstöbe aus Richtung EhaAtan court blieben in unseren! wirksamen Flankenfcuer vom Ostufer her liegen. Rechts der Maas versuchte der Feind vergebens, den am Südwestrande des Pfefferrückens verlorenen Boden miederzugewinncn. Südwestlich der Feste Donau m o n t mußte er uns weitere Verteidigungsanlagen überlassen, aus denen wir einige Dutzend Gefangene und drei Maschinengewehre zurückbrachten. * Durch das Feuer unserer Abwehrgeschütze wurden zwei feindliche Flugzeuge südöstlich von Ypern heruntergeholt. Oeftlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Oberste Heeresleitung. Man darf sich nicht allzu sehr darüber wundern, daß trotz so vieler Mkttäuschungrn, die über England gekommen sind, dessen Maatsmünner noch den alten .Hochmut bewahren und den Kops hoch tragen. Was wollen sie auch anders tun? Wenn ihre Zeit erfüllt ist, danken sie ab, und dann wird das stolze Inselreich, das heute noch „die Erde mit mcich-- tigern Schall füllt", sich in das bescheidene Gewand kleiden, das ihm dieser'große Krieg aufnötigt. Die Zeichen der Zeit mehren sich: die englischen Angriffe, über die in London vor einigen Tagen mit wenigen Zeilen berichtet worden war, haben, das sagt uns der heutige türkische Bericht mit seiner genauen Angabe der englischen Verluste, zu einer großen Niederlage für das englische Entsatzheer geführt. 3000 Tote wurden gezählt, und die Angreifer sind wieder in ihre Gräben zurückgeworfen worden. Der englische Bericht hatte dies nur schüchtern angedeutet: es war nicht gelungen, die feindlichen Reihen zu durchbrechen. Man darf die Lage der Engländer in Mesopotamien als arg bedrängt und verzweifelt bezeichnen. Auf den Zusammenbruch an den Dardanellen folgt die Niederlage am Tigris. Von dem neutralen Respekt gehen auch allmählich große Stücke flöten. Diejenigen Länder, in denen nicht hergebrachte Sympathien, sondern reale Interessen sprechen, schwenken ab. Rumänien hat sich wirtschaftlich mit der Türkei und, so erfahren wir heute, durch die amk- liche „Nordd. Allg. Ztg.", auch mit Deutschland geeinigt. Es ist vor einigen Tagen ein förmliches deutsch-rumänisches Handelsabkommen geschlossen worden, das uns nicht nur rumänische Waren, sondern auch die freie Durchfuhr internationalen Güterverkehrs sichert. Ein Schlag für England, das eben erst in seinem Parlament über die Knechtung dev Neutral-en wieder ein-e interessante und bezeichnende Aussprache gehabt hat. Lord Cecil gab dabei zu, daß die Verwendung der feindlichen Schiffe 'in den neutralen Häsen in erster Linie von der Entscheidung der neutralen Regierun-gen abhinge, aber England erwäge mit! Die Neutralen möchten sich überlegen, daß jeder von deutschen U-Bvoteu zerstörte Schliffs raum mrch die Handelsinteressen der nicht am Kriege beteiligten Länder treffen müsse. Das ist ein Grundzug englischer Politik in diesem Kriege: andere für sich kämpfen und bluten zu sehen, sich mit dem an allem Unheil schuldigen englischen Weltherrschaftsanspruch- zu verstecken, den kleineren Ländern vorzumachen, sie hätten ein Interesse daran, daß das Schlepptau, an dem sie von Britannien geführt werden, nicht durchgesägt werde, und endlich — gegen den „Preußischen Militarismus" zu hetzen, der eine so perfide Methode ablchnt und die nationale Verteidigung selbstredend auf ganz anderer Grundlage aufbauen muß. als das meerbeherrschcnde England. Auch Asquith, der Ministerpräsident, der einige französische Parlamentarier, die sich gegenwärtig in London auß- halten, mit einer längeren Ansprache beglückt hat, reitet wieder dieses wohlbekannte Pferdchen. Sein hohnvoller Ton erinnert an denjenigen Sasonows, der es bekanntlich auch fertig gebracht hatte, nach den furchtbaren Niederlagen des russischen Heeres, nach derEroberungches westlichen, Rußlands in der Duma noch eine von „Humox" und „Satire" getränkte Rede zu halten. Asquith sieht die militärischen Aussichten auf dem Festlande dahinsinken, er betrachtet — innerlich etwas enttäuscht — die Ohnmacht Frankreichs, Rußlands und Italiens, und es kommt ihm leicht von den Lippen, die Wut der geschlagenen Länder gegen den verhaßten militärisch so weit überlegenen Gegner zu schüren, denn England ist ja noch nicht geschlagen, und er schließt die verblendeten Verbündeten mit ein „wir" sind nicht besiegt, außerdem — das ist der Pferdefuß — durch einen feierlichen Vertrag gebunden, keinen Sonderfrieden zu suchen oder anzunehmen. Der preußische Militarismus, und mit ihm das deutsche Volk, soll ausgehungert werden, Belgien soll sein altes Aussehen wieder erhalten und — das ist ein glänzender Gipfel englischer Kriegsziele! — der Friede soll den „Grundsatz gleicher Rechte für alle zivilisierten.Staaten sicherstellen"! Holland und die Nordländer, die einstweilen noch Protestnoten gegen England loszulasseu genötigt sind, mögen sich merken: „Wir sind die Schützer von Vertragsrechten und der Entwicklung schwächerer Länder", oder wir wollen es, so darf man die Asquithsche Rede ergänzen, es später einmal werden, wenn das Uebergewicht Englands auf dem Ozean ein- für allemal sicher gestellt ist. Daß Asquith auch den alten Ruhm der Engländer, die edelsten Vertreter der Menschlichkeit zu sein, wieder aufleuchteu ließ, ist beinahe selbstverständlich. Wenn man den Full „Baralong" erinnern wollte, würde er wahrscheinlich die Achseln zucken. Wir haben aus der Rede des englischen Ministers und des englischen Klönigs, der sich den fremden Parlamentariern gegenüber in den gleichen Redewendungen gefiel, keine anderen Folgerungen zu ziehen, als kraftvoll fortznsahren auf der deutschen Bahn, die wir nicht mit tönenden Worten zu umgeben brauchen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 11. April 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Das Artilleriefeuer nahm gestern in einzelnen Frontabschnitten an Lebhaftigkeit zu. Der Feind beschoß planmäßig die Ortschaften hinter unserer Front: so standen im Küstenland Dnino. der Südteil von Görz, das Spital von St. Peter und mehrere andere Orte im Görzischen, in Kärnten, St. Kathrein und Uggowitz (im Kanal-Tal), in Tirol Levico und Rovereto unter schwerem Feuer. Die Kämpfe bei Riva dauern fort. Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * * . Der türkische Bericht. Eine große Niederlage der Engländer am Tigris. Konstantinopel, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Das H auptquartier teilt mit: An der Irak front erlitten die Engländer eine neue große Niederlage bei Felahie, wobei sie mehr als 3000 Tote auf dem Kampfgelände sowie einen Offizier und einige Soldaten als Gefangene in unserer Hand zurückließen. Am 9. April mittags, nach anderthalbstündiger heftiger Artillerievorbereitung griff der Feind mit sämtlichen Kräften von dem rechten Ufer des Tigris her unsere Stellungen bei Felahie an. Die Schlacht wütete während sechs Stunden. Zuerst gelang es dem Feind, unter ungeheuren Opfern in einen Teil imserer Gräben einzudringen. Aber unsere tapferen Truppen machten die eingedrungenen Feinde mit dem Bajonett nieder, sowie diejenigen, die ihnen zur Hilfe herbeigeeilt waren, und warfen die Ueberlebenden in ihre früheren Gräben zurück. Am Abend der Schlacht konnten wir in unseren Gräben über 3000 feindliche Leichen zählen. Die Gefangenen sagten aus, daß von allen feindlichen Truppeneinheiten diejenigen, die am meisten litten, die 13. englische Division gewesen sei, die ausschließlich aus englischen Soldaten bestehe, seinerzeit an den Dard dnellen kämpfte und kürzlich an die Jrakront geschickt wurde. Unsere Soldaten kämpften mit unvergleichlicher Tapferkeit während der Schlacht am 5., 6. und 9. April und fügten ein neues ruhmreiches Blatt unserer militärischen Geschichte bei. An den übrigen Fronten hat sich nichts ereignet. Die englische Darstellung. London, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird aus Mesopotamien gemeldet: Der Angriff in bei: Morgendämmerung des 9. April aus die feindlickien Stellun- gen bei Saunaiyat konnte nicht durch die feindlichen Linien hindurclZd ringen. Die Operationen sind durch ba* Steigen des Wassers stark behindert worden. Der französische Bericht. Paris, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Montag nachmittag. Westlich der Maas ging das Bombardement im Lause der Nacht heftig weiter. Es richtete sich im besonderen gegxn die Höbe 301. Ter gestern vom Feinde gegem Tagesende .gegen den „Toten Mann" unternommene Angriff, der in seiner Gesamtheit mit bedeutende,: Verlusten für den Feind abgeschlagen wurde, gestattete den Deutschen, ans einer Länge von ungefähr 500 Metern in einen vorgeschobenen Schützengraben! der Höhe 295 einzndringen. Wir machten etwa 100 Gefangene. O estl ich. der M aas wurde im Laufender Nacht sehr lebhaft in dem kleinen Gehölz von Fontaine St. Martin östlich von Vacherauville gelämpft. Wir machten in den feindlichen Verbindungsgräben südlich des Dorfes Muaupont Fortschritte. In der W o e v r c Bombardement der Dörfer am Fuße der Maashöhen. Es bestätigt sich, daß an: 9. Avril in der Gegend von Berdun seitens des Feindes ein erster großer allgemeiner Offensiv versuch) unternommen wurde, oer sich auf eine Front von über 20 Kilometer, erstreckte. Der Gegner, der kein greifbares Ergebnis erreichte, vor allem nicht im Verhältnis zu den gemachten Anstrengungen, erlitt Verluste, von denen die vor den Linien ausgehäustan Leichen zeugen. Bon der übrigen Front ist nichts von Bedeutung zu melden. Kriegsbericht von Montag abend. In der Gegend von Roye wurde eine starke feindliche Erkundungsabteilung durch uuser Gelvehrseuer zerstreut, bevor sie unsere Drahtverhaue erreicht hatte. Nördlich von Andechy in den Argonnen richtete unsere Artillerie an den deutscher: Anlagen ernstlichen Schaden an. Nördlich von La Harazcs beschossen wir mit unserer Artillerie energisch den vom Feinde besetzten Teil des Waldes von Avocourt an. W c st l i ch d c r _ M aas dauerte die Beschießung im Laufe des Tages rnit wachsender Heftigkeit an. Gegen Mittag richteten die Deutschen gegen unsere Stellungen südlich des Forges-Baches einen Angriff, der aus der Gegend Haucourt-Bsthmeonrt hervorbrach. Trotz der Heftigkeit der Anstürme, die dem Feinde sehr ernste Verluste kosteten, rührte sich unsere Linie in ihrer Gesamtleit nicht von: Platze. An unserer Front Toter M a n n - Eumiores wurden Angriffsver suche, die einer kräftigen Artillerie-Vorbereitung folgten, durch unser Sperrfeuer zttm Stehm gebracht. O c st l i ch der M aas sehr heftige Beschießung des Pfeffe^rhügels. .Der Feind griff am Tvgesenoc fviederholt unsere Stellungen in: Cailette-Wald? an, er wnroe jedoch überall zurückgeworscn. In der Woevrc ziemlich große Artillerietätig- leit. An der übrigen Front loar der Tag verhältnismäßig ruhig. Lustkamps: Am 8. April brachte einer unserer Flieger iit der Gegend von Verdun im Verlaufe eines Luftkampfes einem Folter zum Absturz, der in unseren Linien bei Esu cs. niedersiel. Am 9. April wurde ein anderer Fokker durch das Feuer nnscrer Abwehrgeschütze heruntergeschossen. Das Flugzeug, fiel in der Woevre in den deutschen Linien nieder. Ein dritter Fokker landete in unseren Linien in der Campagne. Das Flugzeug ist unbeschädigt, der Flieger- gefangen. Am Nachmittag überflog ein deutsck-er Flieger N alten und warf zwei Bomben ab, die nur wenig bedeutenden Sachschaden anrichteten. General Serrait abberusen. Berlin, 11. April. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Saloniki: Tie hier erscheinende Zeitung „Nouveau Siecle" meldet: General Sarrail, der Oberbefehlshaber der Ententetruppen in Saloniki, ist abberusen und General Simon zu seinem Nachfolger ernannt worden. * * * Asquith zur Reichskanzlerrede. London, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Asauith sagte in seinem Trinkspruch auf den Präsidenten der französischen Republik bei dem gestrigen F e st m a h l zur Ehren der Abordnung des französischen Parlament s: Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Frankreich sind nun seit mehreren Jahren aus dauerhafter Grundlage aufgebaut und sind durch die Probe, der sie in diesem Kriege ausgesetzt ivaren, Beziehungen nicht nur von Freundschaft, sondern von Intimität und Liebe geworden. (Beifall.) In den letzten Tagen hat der deutsche Reichskanzler wiederum an die Sympathien der neutralen Welt für den schweren Fall Deutschlands (Heiterkeit) als vielfach mißverstandenen Friedensfrimd appelliert. Der Kanzler erklärt, daß er am 9. Dezember: seine Bereitwilligkeit geäußert habe, auf Fricdensvechandlnngen einzugehen, daß aber der Feind damals ebenso wie henile ablehnte, sich auf so etwas einzulassen. Asquith zitierte di,e Morte des Reichskanzlers, um zu zeigen, daß dieser mit Bereitwilligkeit meinte, daß die Friedensvorschläge von der Entente ausgehen und die Entscheidung beim Kanzler beruhen sollte. Er fuhr fort: Man will mit anderen Worten von uns, daß wir die .Haltung des Besiegten gegenüber d e m siegreichen Gegner eiunehmen, aber wir sind nicht besiegt (Beifall), wir werden auch nicht besiegt werden und bie Alliierten sind durch einen feierlichen Vertrag gebunden, keinen Sonderfrieden zu suchen oder anzunehmen. Die Bedingungen, unter denen wir bereit sind, Frieden zu schließen, find die Durchführung der Ziele, für die wir die Waffen auf-genommen haben. Diese Ziele wurden von mir schon im November 1914 bekanntgegeben Ich sagte n. a., daß mir das Schwert nicht in die Scheide stecken würben, bis die militärische Herrschaft Preußens ganz und e n d - g ü l t i g vvrnichteti st. Der Kanzler zitiert meine Worte zuerst falsch und fährt dann fort, ihre auf der Hand liegende Bedeutung mrd die in ihnen ausgesprochenen Absichten zu verzerren. Großbritannien u. auch Frankreich traten nicht in den Uttea ein. um Deutsche land zu erdrosseln oder unr cs von der Karte Europas wegzuwischon, nicht mn sein nationales Leben zu zerstören oder zu verstümmeln und sicherlich nicht, mn sich in die freie Ausübung seiner friedlichen Bestrebungen hineiuzumischen. Wir mürben beide hier und in Frankreich dazu genötigt, die. Waisen auiznnelstnen, um zu Verbindern, daß D e u t s ch l a n d , womit in diesem Falle P r e ii n r it gemeint ist, eilte milit(nasche Bedrohung für die Nachbaru büde und eine Oberherrichast über dwje errichte. Deutschland hat während dkr letzten 10 Jahre" bei mehreren Anlässen seine Msickt «ttfcfflt, Europa? Unter gleichzeitiger Bedrohung' Vorschriften zu machen, und durch die Verletzung der Neutralität Belgiens hat es bewirken, das; es sein Uebergemicht selbst um den Preis eines allgemeinen Krieges Herstellen will und dadurch, das; es die Grundlage der europäischen Politik, wie sic durch Verträge festgelegt ist, zer reitzt. Die Absicht der an dem Kriege beteiligten Verbündeten ist, die.en Versuch zunichte zu machen und dadurch den Weg für ein internationales System zu ebnen, welches den Grundsatz gl ei Vf** a f ( i\ a i Va • f < C • /t «• i a t« /TU 1 ^ i a v« 11 ober Rechte f ü r alle zivilisierten Staaten sicher- ItcUett wird.^ (Beifall.) Wir wollen als Ergebnis des .Krieges den Grundsatz festlogen, daß internationale Probleme durch freie Unter Handlung unter gleichen Bedingungen zwischen freien Völkern be handelt werden müssen und daß eine solche Uebereinkunst nicht län- ger durch das überwältigende Gebot einer Regierung, die von einer militärischen Kaste kontrolliert wird, aufgehalten und, beherrscht wird. Das ist es, was ich unter Vernichtung der militärischen Herrschaft Preußens verstehe, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auf das Schicksal Belgiens, Serbiens und Montenegros bezugnehmend, sagte Asguith,daß die Verbündeten nicht nur Schützer von Ver-- ' r a g s r e ch t e n , sondern auch von unabhängigen Staa- - e it und der freien Entwicklung schwächerer Länder seien. Beifall.) Es gab kaum einen größeren Zynismus, als wenn der deutsche Kanzler beanspruche, daß Deutschland vor allen Mächten daran bestehen müsse, verschiedenen Nationen Gelegenheit zu freier Ent wicklung innerhalb des Rahmens ihrer Muttersprache und ihrer nationalen Individualität zu geben. Der Versuch, Preußisch-Poleu i: germanisieren, sei während der letzten Jahre hartnäckig betrie beu worden, und es sei dies das größte Fiasko der preußischen inneren Politik gewesen. Was soll wohl das vlämische Volk von der Aussicht denken, die ihm vom Reichskanzler gestellt wurde, 1, nX. ^14. S. __„C. 6 i 1- nachbarlich mit den Deutschen zusammenzuarbeiten, die ihre Kir chen verbrannten, ihre Städte plünderten, ilwe Fel! und ihre Freiheiten niedertraten. Asguith A twort an den R ei chs ka n.z le r i st sehr einfach. Die Verbündeten wünschen und sind entschlossen, das alte Belgien wieder erstehen zu sehen. (Beifall.) Es darf nicht bauentb unter dem leichtfertigen und verruchten Angriff auf seine Freiheit leiden, und was niedergerissen wurde, muß tviederhergestellt und auf gebaut werden. (Lauter Beifall.) Asguith sprach sodann von dem hinkenden, schwächlichen Versuch des Reichskanzlers, die Unterseeboot-Kriegführung zu rechtfertigen und sagte: Wenn ne Alliierten ihre Herrschaft zur See dazu benutzen, wirtschaft- 1 idfien Truck auf die Feinoe auszuüben, so bedienen sie sich eines' Rechtes, das für jede kriegführende Macht in der alten und neuen Welt anerkannt ist, und sie haben sich bemüht mrd bemühen sich noch, so weit als möglich die daraus erfolgenden. Unmrnehmlichkei- mi für den neutralen Haiwel zu mildern. Sie sind bereit, die Gesetzlichkeit aller ihrer Maßregeln zu rechtfertigen und zu beweisen, daß sie mit den Grundsätzen und dem Geist des auf die ' 1 * UU|) I IC- llllt UCll VÜ/1U KU (Ut)LIL UHU UC1II VL/C-l >t trC-X> UW | Ul Entwicklung des modernen Krieges angewandten Völkerrechts über cinstimmen. Diese Maßregeln wurden mit genauester Be rücksichtigung der Menschlichkeit durchgeführt und so viel wir wissen, kann nicht ein einziges Beispiel angeführt werden, daß durch die Blockade der Verbündeten das Leben eines .Neutralen verloren ging. (Beifall.) Die deutsche Unterseeboot- ^kampagne wurde lange vor unserer königlichen Verordnung vom März 1915 begonnen und entwickelt und sie wurde rücksichtslos durchgeführt, ^ sowohl gegen Neutrale, wie gegen Kriegführende und mit rücksichtsloser Verletzung des Völkerrechts und der Mensch- ü.bfcir. Asguith schloß: Können wir nicht dankbar sein, daß wir mt Verteidigung unserer Sache nicht zu solchen Entstellungen di r Tatsachen und zu solchen Sophistereien genötigt sind, wie sie vom Kanzler vorgebracht rvurden? Wir Verbündeten kämpfen Seite an Seite für eine große' Sache mit würdigen Mitteln, reinen Händen und reinem Gewissen (Beifall) und Seite an Seite haben wir ebenso wie den Willen auch die Macht, die Freiheiten -. Topas zu verteidigen. (Lauter Beifall.) London, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Unterst a n s. Auf mehrere Fragen antwortete Premierminister A sq uith, es würde nicht angebracht sein, im einzelnen auf die verschiedenen Gegenstände einzugehen, die auf der Konferenz der Alliierten in Paris besprochen worden sind. Im einzelnen war das Ergebnis der Konferenz eine erneute Bekräftigung der völligen Solidarität der Miierten, die Feststellung der völligen Uebereinstiminnng ihrer Ansichten -und die Versicherung der Einheitlichkeit in der Kriegführung. — Mit Bezug auf seinen Besuch inItalien sagte Asguith, bei dem Besuche sei besonders bemerkenswert die äußerst eindrucksvolle Kundgebung einer erhöhten Freundschaft zwischen dem britischen und dem italienischen Volke, die durch ihre Waffenbrüderschaft bekräftigt worden ist. Es wäre nicht angebracht, mehr im gegenwärtigen Augenblick zu sagen. gerten drei Kompagnien den Dienst. Als Grund wurde angegeben, daß die Mannschaften zu wenig Urlaub hätten. Schließlich rückten die meisten Mannschaften noch aus. Zwanzig Soldaten wurden verhaftet. Eine schwedische Note über Englands Posträuberei. Stockholm. 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Law „D.r- gens Nyheter" veröffentlicht die große argentinische Zeitung „La Nacion" in Buenos Aires eine frühere Note der schwedischen Regierung an den Staatssekretär Lan- sing, in der Nordamerika zum. gemeinsamen Vorgehen, gegen Englands Po stbesch l a g na hme ausgefordert wird. Tie Note lautet: Während des jetzigen Krieges hat die schwedische Regierung Euer Exzellenz mehrmals ein diplomatisches Zusammenarbeiten vorgeschlagen, um gewisse internationale Gesetze zu schützen, die von größter Wichtigkeit sind, aber v-on England verletzt werden. Ihrer Verantwortung wohl bewußt, versäumt die Regierung feine Maßregel, die solchen Uebergrissen zuvorkommen kann. Sie sieht sehr wohl ein, daß es für die Zukunft eine Gefahr bedeutet, wenn Gesetze, die von ungeheurem Wert für die Zivili- lation sind, andauernd verletzt werden. Ter Wunsch. daß sie geachtet werden, ist der Grund dafür, daß die schwedische Regierung sich! mit Euer Exzellenz wegen dieser Angelegenheit in Verbindung setzt. 'Hierauf folgt eine Schilderung des englischen Vorgehens, das als eine schwere Kränkung der internationalen Rechte neutraler Staaten bezeichnet wird. Die Note schließt: Demzufolge stellt die schwedische Regierung der Republik der Vereinigten Staaten ein Zusammenarbeiten anheim, um Mittel zu finden, det fortgesetzten Kränkung der internationalen Rechte vorzubeugen. Tie Negierung bittet um möglichst baldige Autwort, um sich eventuell auch mit anderen Staaten in Verbindung zu setzen. Der Mannschastsmangcl in England. Rotterdam, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Rotterdamsche Cour." meldet aus London: Die „Time erfährt, daß der Chef des G e n e r a l st a b e s und die militärischen Mitglieder des Armeerates dem Kabinett in sehr deutlichen Worten mitgeteilt haben, wieviel Männer sie sofort benötigen, um ihren Pflichten gegenüber der Nation und den Alliiertest zu erfüllen. Das Kabinett werde nun Mittel und Wege finden müssen, um diesen Bedarf zft decken Es werde sich nicht länger damit begnügen dürfen, zu beraten, es werde darauf bedacht sein müssen, daß die Opfer, welche das Volk fordert, gleichmäßig verteilt werden. Der politische Mitarbeiter der „Morning Post" berichtet, daß Asguith, Mac Kenna und Chamber lein im Kabinett einen Ausschuß bilden, der mit der vorläufigen Untersuchung der Rekrutierung s frage betraut worden ist. Laufe des März wurden etiua 50 feindliche Handelsschlfse mit ruyd 10 > <>:> Tonnen, davon etwa 75 0Ü0 Tonnen buich* U-Boote, versenkt. Dazu kämen noch zwei Hilfskreuzer von^ zusammen 18 000 Tonnen, die ja auch der Handelsflotte entnommen sind. 1F Neue englische Gelüste. London, 11. April. lWTB.) Unterhaus. Haslaw (ragte, ob die Regierung angesichts der fortwährenden Zerstörung von Handels- und Passagicrschfffcn ohne Warnung durch den (ycuib ebenso der Vernichtung von neutralen Schiffen, erwägen! wolle, ob es nicht angezeigt sei. den neutralen Regierungen sen Vorschlag zu machen, den Verlust an Tonnage durch Verwendung feindlicher Schiffe rvctt zu machen, die in^ neutralen Häsen interniert sind. Lord Robert C e c i l erwiderte, die britische Regierung erwäge die Frage der Indienststellung feindlicher, in neutralen Hä- liegender Schiffe; sie müsse aber in erster Linie von den ueu- tralen Regierungen selbst entschieden werden. Bei ihrer Entschei- mng würden die neutralen RegierANgen zweifellos den Umstand in Bettacht ziehen, daß die Vernichtung von Handelsschiffen durch Verringerung der Welttonnage dem Handel der Neutralen nicht weniger berühre, als den der Kriegführend ein Die Vorschläge der neutralen Regierungen zur Sicherung feindlicher Schiffe, Die von beit Neutralen in Dienst gestellt würden, würden vor der Beschlagnahme von der brittschen Regierung sorgfältig erwogen werden. Eine Ansprache des Königs von England. London, 11. April. (WTB. Nichtanttlich.) Der König empfing im Buckinghampalast die französischen Parlamentarier, wobei er folgende Ansprache hielt: J-ch heiße Sie als MÜglieder der gesetzgebenden Körperschaften der großen Republik willkommen, mit der in enger Vereinigung inid gegenseitigem Verttanen verbunden zu sein, ich mich freue Dieses Vertrauen wird, wie ich hoffe, dauernd sein. Ein Besuch une der Ihrige, trägt dazu bei, den beiden Völkern die herzliche Zusammenarbeit, in der sie sich betätigen, noch näher zu bringen denn sie gibt der Ernhert ihrer Ziele eine konkretere Form Wenn 'P K ewige Orte, wo Munition hergestellt wird, besuchen roerden '? '^rden Sw erst when, wick sehr wir uns anstrengend .oeer und Marme-mit allem Nötigen zu versehen. Wenn Sie unt den Bewohnern unserer Städte sprechen, so werde;: Sie erfahren, welchen Anteil sie nehmen an den Leiden, die ein kriege- ' mcher Eindringling der unschuldigen Bevölkerung ewiger ch.er nördlichen Distrikte anferlegt hat, und wie warm nur die glanzende Tapferkeit des ganzen französischen Volkes bewnn- dcrn. Sie werden auch selbst sehen, wie einmütig das Volk in England, ohne Unterschied der Rasse, des Standes oder der poli- ti,chen Parte: entschlossen ist, den Krieg fortzuführen lene. Bedrohung mit Ueberfall und Wirren, die den friedlichen swichchritt Europas verhindert, endgültig aus dem Wege geräumt 1 -^? ie Alliance bei Monte, die dies vollbringen werden beruht - icht nur aus dem cp t infamen Interesse, dieser Bedrohung ein Ende zu machen, dae sie alle und auch die schwergeschädiaten Lanier Belgien, Serbien und Montenegro in gleiche/ E 9 unc nur haben, sondern sre beruht auch ans unserem gleichen Ideal w ' l 9 riei> ^ n sind die Ideale des britischen ^tkes hier w der Heimat und m den .Kolonien. Wir wünschen mestn Fnedm. für selbst und tvünschm ihn auch für anbere VfAttonen. SBir glauben daß in .feiner A.sbreitnnq allerwätts tue beste ..Hoffnung fnr die Zukunft der Menschheit liegt F ü r Franzöfische Zweifel. . Paris, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Unter der Ueber- „T,e Lehren der großen Schlacht" fordert Autark vermut- Uch oer Historiker der Pariser Sorbonne, in der Zeitung Le Journaldaß man .den l^ldenhaften Mannschaften in den Schützengraben die täglich der grausamsten Wirklichkeit gegen- uomtunden, offen wge was man bei den gemack!ten Anstrengnngm uad der ganzen physischen und moralisckien Wirklichkeit zu Hof m ooer zu furchten habe. Er sagt: Packen wir die Wahr bei nn Jv e * Wurzel, warten wir nicht, bis sie aus dem Wege ouvch dre komplizierten Kanäle der Hierarchie fade und kraftlos geworden m, verkehrt ober entstellt wird, um dieses uiclts- fjeitrügerische Ettvas zu werden, das man vffiziel Wal>r- Eine Meuterei in London. ^Amsterdam, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der -Lcicgraaf' meldet aus London: Heute früh verweiEin deutsch-rumänisches Handelsabkommen. Berlin, 11. Zlpril. (WTB.) Die „Nordd. Allgem. Ztg chreibt: Die aus Bukarest eingegangene Meldung, daß zwischen der rumänischen und der deutschen Regieritng ein Abkommen zur Erleichterung des Warenaus tau sch es getroffen worden sei, ist nach unseren Erkundi gungen zutreffend. Das Abkommen wurde am 7. Llpril in Berlin vom ^Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und idem rumänischen Gesandten unterzeichnet. Danach verpflichten ich beide Regierungen, für den Bedarf des anderen Landes die Ausfuhr ihrer Erzeugnisse — soweit es der eigene Bedarf zuläßt und mit einem Vorbehalt wegen des Kriegsmaterials — zu gestatten, und zwar ohne die Erteilung der Ausfuhrbewilligung von besonderen Gegenlleistnngen abhängig zu machen. Sie verpflichten sich femter, einander grundsätzlicki auch die Durchfuhr von Waren aus dritten Landlern zu gestatten. Durch diese Mmachnngen, für deren Durchführung noch besondere Maßnahmen in Aussicht ge nommen sind, beabsichtigen beide Regierungen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Rumänien, die durch den Kriegszustand stark gelitten haben, soweit wie möglich wiederhlerzustellen und lentsprechend den gegenseitigen Interessen zu erleichtern. Minifterwechsel in Griechenland. Athen, 11. April. (WTB.) Ueber die endgültige Erledigung der Min ist er kr ise wurde gestern amtlich mit- geteilt, daß Staatsanwalt Chatzakos, der als einer der bedeutendsten Juristen Griechenlands gilt, das Justizministerium übernimmt, welches ihm Rhallis überläßt, wo ür dieser den durch den Rücktritt Dragumis' erledigten Posten des Knanzministers üdernirnmt. Hierzu wird aus Regierungskreisen bemerkt, daß dieslem Zwischenfall keine Bedeutung beizumessen und daß er aus die weitere Haltiiiia des Ministeriums von keinerlei Einfluß sei. Die Politik der Regierung werde trotz aller Schwierigkeiten, die die Entente den Finanzen Griechenlands bereite, mit der größten Entschlossenheit weitergesührt, und so können die Versuche der ® n i e r nt r e ^ öemgeriftifd^en Kreise, einen ftabintü^ Wechsel herbelzufuhren, als kläglich gescheitert bezeichnet werden. Eine Geheimfitzung der holländischen Ersten Kammer. Haag, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Me Erste Kammer trat heute mittag v/- Uhr in öffentlicher Sitzuna zusammen. Auf Antrag Dr. Kiwper und 9 anderen Mit- güedern wurde beschlossen, £>« Regierung zu ersuchen, in der Ersten Kummer dieselbe Mitteilung zu machen, wie in der Zwerten Kammer rn der Geheimsitzung am letzten Dienstag Dr. Kuyper sagte, daß die Erklärungen ber krieafüh- renb€n Regierungen einen beruhigenden Eindruck gemacht hatten Er sprach der Regierung für ihr Auftreten ans dem Gebiete der äußeren Politik seine Anerkennung aus und betonte. daß die Erste Kammer das Recht habe, ebenso behandelt zu werden wie die Zweite, damit sie sich ein Urteil über dre Regrernngsmaßnähmen bilden könne, zumal es sich um rnternatwnale Fragen handle und die Reaieruna erklärt habe über Daten zu verfügen, die eine Zunahme d« Gefahr für dre Niederlande befurchten lassen Ministervrä- Cort van d er L i n de n erklärte die Bereitwilligkeit der Regierung, auchi dre Erste Kämmer in einer Geheimsitzuna zu informieren. Die Regierung habe vorige Woche die Einberufung einer Geheimsitzuiig der Zweiten Kammer nur deshalb als nötig erachtet, da diese Kammer ohnehin schon rü- fammengetveten war, während der Einberufung der Ersteii Kammer «ne zu diesem Zwecke viel größere Bedeutung zugemessen worden wäre. Sodann fand eine Geheimsitzuna statt, die ungefähr eine Viertelstunde dauerte Hierauf vertagte sich die Kämmer bis zum 25. April. Der Seekrieg. Die Erfolge unserer U-Boote. ^ Berlin, 11. April. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." schreibt: Nach den bis heute morgen eingelansenen Nackrtcki- ten wurden seit 1. April über 80000 Tonnen f er löblicher Handelsschiffe versenkt. Im Laufe des Monats Januar lmrrden rund 20000, im Februar nn b 40000 Tonnen feindlichen Schiffsraumes vernichtet. Im Engkische Minen. Berlin 11 April. (WTB. Mchtamtlich.) Die „Times" vom 7. April meldet an versteckter Stelle folgendes: Ein Taucher, der das Wrack der „T u b a n t i a" untersuchte, kehitte nach dein Vaag zuruck, um Bericht zu erstatten. Der Schleppdampfer, der ihn von dem Wrack zurückbrachte, vernichtete aus seinem Rückwege 24 treibende Mimen. Von zuständiger Weise erfahren wir hierzu: Die Minen können nur innerhalb des Gebiets angetrofferi worden sein, das nach der Erklärung des deutschen Admiralstabes vom 4. Februar 1915 von oeutichen Minen unbeoingt freigehalten wird, und müssen demnach feindliche Minen gewesen sein. DLe englische Nachricht stimmt übrigens auch mit den letzthin gemcvchten Beobachtunaen üeut Icher L)treitlrafte überein, hernach wurden englische Minen im Gebiete der Noordhinder-, ?Naas- und Schonwenöank-Feuer !chstfe bis zur Phornpenbank festgestellt, also in dem Gebiete dicht unter der--holländischen Küste, wo deutsche Mrneii nicht gelegt werden. Die angetroffenen englischen Minen waren außerdem nur Sun: Teil verankert, znm andern Teil waren es treibendcl Minen. Allem an zwei Tagen, dem 1. und 2. April, schossen! deutsche Seestreitkräfte im englischen Kanal .26 treibende enw lische, nicht entschärfte Minen ab. Zur Versenkung der Dampfer „Palembang" und „Tubantia". l sx' C ¥?R er £ am s April. (WTB. Nichtamtlich.) Der «chlsfahrtsrat hat heute seinen Spruch über die Versen- ‘ H. n \ ^ c , r - den Dampfer „Palembang" und .bekanntgegeben. Es wird darin der Hergang der beiden Unfälle nochmals ausführlich geschildert und das Material der Zeugenaussagen zusammengefaßt. Der Schisf- sahrtsrat gelangte zu dem Schlüsse, daß im Falle „Palenü- I bang die erste Explosion durch das Springen einer Mine, die in einiger Entfernung von der „Palembang" trieb, ver- ursacht wurde. Die zweite Explosion rührte von einem To r- pedo her, das aus einiger Entfernung abgeschossen wurde und die Palembang" traf. Das Torpedo kann nicht durch den englischen Zerstörer abgeschossen worden sein, es ist aber nicht ausgeschlossen, daß es auf den Zerstörer ge- ^ >* Q F.' 'k>n verfehlte und die „Palembang" traf. Die dritte Explosion muß ebenfalls einem Torpedo zugeschrieben werden, das äuf die „Palembang" selbst gezielt war. .' . r ubanti a" handelt es sich nach dem Ur- - Schiffahrtsrates ebenfalls um ein Torpedo. Die j nt den Booten der „Tubantia" gefundenen Metallftücke ' rühren ohne Zweifel von einem bronzenen Schwartzkopftor- pedo her. Das Torpedo wurde entweder von einem U-Boot lM:r von einem Torpedoboot ohne vorherige Warnung ab- geichosjen. Es muß, da kein anderes Schiff in der Nachbarschaft war, der „Tubantia" zugedacht gewesen sein. . - ev ^! x ' April. (WTB.) Der „Reichsanzeig^ meldet: Der Kaffer Hut dein Oberleutnant zur See Otto Steinbrück, Konnnandanten eines U-Bootes, den Orden Pour le merite und den Oberleutnants zur See Wenning er und v. Werner, beide Kommandanten eines U-Bootes das Ritterkreuz rnit Schwertern des Hausordens von Hohen- zollern verliehen. London, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentur meldet: Der italienische Dampfer ,;U n ion e" (2367 Tonnen) ist torpediert worden. San Sebastian 11. April, (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Vier Mann der Besatzung des spanischen Dampfers „San t anderino" sind ertrunken Der Rest wurde von entern norwegischen Dampfer in St. Jean de Luze gelandet. Nach einem Telegramm aus Bilbao wurde von dent deutschen U-Boot der Besatzung 15 Mitmten Zeit gelassen, um das Schiss zu verlassen. London, 11. April. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer „Ellaston" (3796 Tonnen) ist versenkt worden. Die Besatzicng wurde gerettet. Das Schiff war nnberwaffnet. London 11. April. lWTB. Nichtamtlich.) Lloyds daß der spanische Dampfer „San t a n d erino" torpediert und versenkt sein soll. Von der Mannschaft hat man kerne Nachricht. Nach ebner werteren LloydnEnrng ist der en gl ische Dampfer „Marean Abbey" versenkt worden: die Besatzung wurde gerettet. J Lpndom, 11 April. (WTB. Nichtamtlich.) Llotchs meldet aus Cardift: -Ler schwedgche Dampfer „Libra" hat den Köpftwi und die Bemcttrnung des norwegischen Dampfers Sio- l y st" an Land gebracht, der 25 Meilen nördlich von Ushant von emem denftcheii Unterseeboot versenkt wvrdeii ist Nizza, 11. April. (WTB.) Der englische Dampfer „Livonian", der aus New-Eastle hier eingetvoffen ist, hatte an neun Manu der Besatzung des am 30. März im Atlaw- tischen Ozean von einem deutschen Unterseeboot torpedierten französtschun Segelschiffes „St.H'ubert" an Bord Paris, 11. April. (WTB.) Meldung der Agence Havas: Ein enMcher Dampfer hat die Besatzung des däni- chen Dampfers „Caledonia" nach Marseille gebracht. Der dänische Dampfer ist im Mittelmeer von einem österreichischen Unterseeboot torpediert worden. Lin Tagesbefeh! hindendurgs. Königsberg, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) faet vorliegende Feldzeitung „Wacht im Osten" veröffentlicht folgenden Armeetag.esbesehl des Generalseldwarschalls von v in de nbur g: Hauptquartier-Ost, 7. April. Der Erinnerungstag an meinen vor 50 Jahren erfolgten Diensteintritt soll nicht Cornberg eben ohne daß ich in GeöanTen bei den mir anverirauten Truppen em- kehre. Ich weiß sehr wohl, daß ich meine Erfolge sehr wesentlich aus ihre Treue, AusdNier und Tapferkeit zurückzuführen habe Darum danke ich> Euch heute so r c cht v o u Herzen ür alles das, was Ihr vor dem Feinde geleistet habt Dessen/ Kraft \\t tni Erlahmen begriffen. Daher wetter vorwätts mit Gott für Kaiser und Reich. Der Sieg ist uns gewiß. Aus dem Reiche. Die KriegSgewmnsteuer. Berliu , 11. April. (WTB.) Im Hauptausschuß des Reichstages erklärte zur Fra^e der Kriegsgcwinnbc-- cuerung von Kunst geg e n st*änd en Staatssekretär Helf- serrch, das'; es sich darum handele, eine Hinterzi. yung der Kriegs- gennniisteuer durch die Ansammlung von Kunst- und Luxusgegen- ständcn »wccks späteren Verkaufs zu verhindern. Tc. Ausschuß beMwd, den Wert des Emzelgegenstandes aus mindestens 500 Ml. festzusetzen. Ter Antrag aus Einbeziehung der Kunstgnverbegegm- stände wurde abgelehnt und die Bestimmung, die den Erwerb von Kunstwerken lebender oder seit 1. Januar verstorbener deutscher Künstler sowie rin Teilt,chen Reiche wohnender Künstler von der Hinzurechnung zu dem der Kriegsgewinnsteuer unterliegenden Per- mogeuszuwachs freilassen will, gestrichen. Tie Mindestgrenze des abgabepflichtigen Kriegsoermögeils§uwach'eS wurde entsprechend eurem Zentvumsantrage von 3000 aus 1000 Ml. herabgesetzt. Die Mindestgrenze des abgabepflichtigen Vermögens blieb, wie im Entwurf. mit 6000 Mark besteh -u. Der Hauptausschuß beschloß in der Weiterbcratrmg der Kriegs- aewrnnsteuer-Vorlage, von den Mehreinkonrmen während des Krreges eine Abgabe mrter Zugrusdelegung der Sätze für den Kriegsverrnögcnszrewa-chs zu erheben. Staatssekretär Tr. H c l f - ferrch hatte,im Laufe der Aussprache erklärt, daß dieser Antrag sowie eru m ähnlicher Richtung sich bervegendcr Antrag des Zentrums in ernstlicher Weise das Zustandekommen der Vorlage gefährden würden, da sie einen Eingriff in die Vermögens- substanz selbst, und zwar in eine ohnedies verminderte Vermögenssubstanz, bedeuteten. Eine Reichszuckerftelle. , Berlin, 11. Llpril. (WTB. Amtlich.) Ueber den Verkehr mrt Berbrauchszucker hat der Bundesrat gestern eine Verordnung erlassen, die sofort in ftraft tritt. Darnach wird Mr Regelung des Verkehrs mit Verbrauchszucker eine Reichs- suck er stelle als Behörde errichtet. Sie l>at für die Verteilung der Zuckervorrätc auf die Kommunalverbände, gewerblichien und svnftlgen, Zucker verarbeitenden Betrierbe, sowie auf die Heeresverwaltungen und die MarineverivalttcLg zu sorgen. Der allgemeine Verbrauch in Haushaltungen imd Anhalten, dann auch in (Gasthäusern, Büchereien und Konditoreien ist von den Konrmnnalver-- bäncen zai regeln: sie können insbesondere vorschreiben, daß Zucker an dre Verbrauelser nur gegen Zuckerkarten gegeben lverdeir var>... Der Reichskanzler setzt die Zuckenmenge für den .Kopf der Bevölkerung fest, die dieser Regelung zugrunde zu legen ist. Der Bedarf für die Obstverwertung im Haushalt wird besonders berücksichtigt werden. Welche Mengen für den Bedarf der zuckerverarbeite irden Betriebe, namentlich für die Herstellung von Marmelade, Kunsthonig, Frust),tsyrnp usw. zur Verfügung gestellt werden, wird der Reichskanzler besonders bestimmen. Die Abgabe und der Bezug des Zuckers im Handel wird, soweit es sich nicht um den von den.Kommunal verbänden zu regelnden unmittelbaren 'Absatz an die Verbraucher handelt, von einem noch vom Reichskanzler zu bestimmenden Zeitpunkt an nur gegen Bezugsscheine geschehen dürfen, die die Reichszuckerstelle ausstellt. Die Durchführung dieser Verordnung wird durch eine alsbald stattfindende Bestarrdausnahnre des gesamten Zuckers vorbereitet werden, die sich) auf die Privathaushaltwngen erstreckt. Die Einführung der Fleischkarte in Süddeutschland. Dem Beispiel Sachsens und Bayerns, die vom 17. April ab die Fleischkarte zur Einführung bringen, ist nun auch Württemberg gefolgt. Die Fleischkarte erstreckt sich auf den Bezug von Fleisch, Wurst, Speck, Wild, Geflügel und Fleisch korrserven. Im Gegensatz zu Sachsen zieht Württemberg Geflügel bei der Regelung mit eiu Die Höchstmenge für jede über 6 Jahre alte Person ist auf täglich 160 Gramm festgestellt. Für die fleischlosen Tage werden keine Fteischkarten ausgestellt. Kinder unter sech Jahren erhalten halbe Fleischkarten. Die Einführung der Fleischkarte ist ebenfalls für den 17. April in Aussicht ge* nommen. Um bis zu diesem Termin das Hamstern in Dauer fleischwaren zu verhindern, ist es nur erlaubt, Wurst und Schinken im Aufschnitt und verboten, Neischkonserven zu verkaufen. Fichtenharz. Vom Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette wird uns folgendes imit- geteilt: Nachdem durch Erlaß des Herrn Reichskanzlers vom 29. Oktober 1915 dem Kriegsausschuß die Gewinnung von Harz in Deutschland und den okkupierten Gebieten Übertragen worden war, hat der Kriegsaus schuß sofort eine umfangreiche Propaganda zwecks Sammluirg von sogenanntem Wildharz in die Wege geleitet, deren Ergebnisse der deutschen Industrie bereits zugute kommen können Es sind schon beträchtliche Mengen aus Fichtenscharrharz gewonnenes Kolophonium verfügbar, weitere Mengen des Produktes fallen dem Kriegsaussckprß laufend an. Das fertige Fichtenharz eignet sich gut für die Seifenfabrikation, die Herstellung minderer Papiersorten, für die Brauerpech- Dachpappenindustrie, sowie für fast sämtliche andere Harz- .produkte, und in beschränktem Umfange für die Lackindustrie. Anmelduugeri auf Zuteilungen sind an die Harzabrech- rmngsstelle, Berlin NW. 7, Unter den Linden 68 a zu richten. Blaues *■* Aur Stadt rrrrd Land. Gießen, 12. April 1916. ** Die Zeichnungen der 4. Kriegsanleihe sind in unserer Stadt bereits zu 70—75 Prozent durchs bare EinzaHlungen beider Reichsbank gedeckt, ein Beweis, daß die Gelder dazu größtenteils bereits bei der Zeichnung flüssig waren. ** In der Herb erge zur Heimat waren im Februar emgekchrt 564 Fremde (gegen 831 im gleichen Monat 1915 und 1498 Gäste im Februar 1914). Von den Fremden nahmen 99 Herberge gegen Arbeitsleistung an (gegen 118 und 700) Die Zahl der bezahlenden Herbergsgäste betrug 465 (713 und 798) Mt Zahl der Logiergäste und das daraus sich ergebende Ein- kommen zuzüglich der Zuschüsse deckt lange nicht die Unkosten welche das gemeinnützige Unternehmen im Monat erfordert — Offene ©teilen waren im Februar angiemeldet 48, von denen 46 besetzt wurden. Uiitergebracht wurden 37 Arbeiter und 9 Hand- lverker, sämtlich bei Arbeitgebern in unserer Stadt. _ 2X u § 3 c i cb n u n g e n. Wilhelm Emrich , beratender Ingenieur für Gießerei- und Feuerungsweseu, der sich seit September v. I. auf Sonderkommando in der Türkei befindet, wurde am 27. Januar d.^ I. das Eiserne Kren; 2. Klasse und der Türkische Eiserne H a l b in o n d (türkische Kriegsmedaille > verliehen. — Der bayr. Militär-Verdienstorden mit Schwertern wurde dem Oberleutnant d. Res. Otto Boeckner z. Zt. kommandier! zum k. b. Kriegsministerinm, verliehen. "Verwendung von Kriegsbeschädigten bei der Post. Wie wir erfahren, besteht für Kriegsbeschädigte, die sich auf dem Lande ansiedeln wollen, auch die Möglichkeit, Vost- agenturen und Hilfsstellen übertragen zu erhalten. Natürlich müssen ste endgültig ans dem Heeresdienst entlassen sein, und es ist selbstverständlich, daß sich das Zugeständnis auch nur ans erledigte und neubewilligte Stellen besteht. Die Rechte der bisherigen Inhaber derartiger Stellen werden durch die geplanten Maßnahmen nicht berührt. # * Bankenschlnß am Ostersamstag. Wir verweisen auf die schon gestern in unserem Anzeigenteil veröffentlichte Bekanntmachung der Bezirkssparkasse Gießen, der Darmstädter Bank Mitteldeutschen Eredilbank, Geiverbebank und der Firma Baruch Strauß Nachf.. nach der diese am Ostersamstaa ihre Geicbäits. räume vollständig geschlossen Hallen. ** Etwa 1700 Gefangene aus ben Kämpfen vor Verduu sind heute morgen gegen 8 Uhr nach unfenem Gefangenlager überführt worden. Es waren zumeist kräftige Gestalten in hellblauer Uuiforin und Stahlhelmen. Verstreut waren auch wieder einige Turkos darunter. '* D e r n ä ch st e S l ä d t l s ch e S e e f i s ch m a r k t beginn« Donnerstag, den 13. April 1916, nachmittags 2 Uhr, in den Markilaubeu. Zum Verkauf kommen beste, ' frischste Seefische, lSchellfisch. Eablian, Schollen. Brakfische und Rauchftsch als Ersatz für Rauchfleisch) zu Selbstkosten der Stadt. ** Erhebung der Vorräte von Daner - Flcisch- waren. Am 15. April sollen die Vorräte an Dauerwaren ans Fleisch von Rindvieh, Schaken. Schweinen unb von Wild und Geflügel festgestellt werden Nicht anzeigepflichtig siiid diejenigen Personen, die Vorräte von weniger als «0 Pfund im ganzen, alle Vorräte znsammengerechnet, in Gelvahrsam haben. Näheres ist aus einer amtlichen Bekanntmachung im Anzeigenteil unseres heutigen zu ersehen Eine V i e h z w i s ch e n z ä h l n n g ist für den 15. April anaeordnet. Gezählt werden das Rindvieh und die 2ch»veine nach vestiinn'tcii Altersklassen, die Pferde. Schake und Zuthn'chiveiii - nur insgesamt. Näheres bringt eine amtliche Bekanulmachuuß in iinserem Anzeig meil. ** Abgabe von F r ü h s a a t k a r t o k f-e l n. Die bei dem städtischen Tieihnnamt bestellten, aber noch nicht abgeholten Früh, saatkarlosieln (Frührosa) können iioch am Donnerstag den 13. d. Dl., in Empfang genommen werde,,. Näheres siehe Anzeige. Landkreis Gießen. Bl. L a n g - G ö n s , 10 '.'lpnl. Der Leutnant der Reserve Albert Buckel, beim Artist. Ue-Regiment Nr. 63, erhielt das Eiserne Kreuz, nachdem er die Tapferkeitsmedastle schon früher erhalten hatte. ü. Lollar, 10. Aprst. Gestern fand bei schönem Wetter eine größere Hebung der Jugend wehren Lollar, Staufenberg und Mainzlar statt. Um 9 Uhr vormittags rückte die Jugend- wchr Lollar mit klingendem Spiel ab. Tie Jugendwehren von Staufenberg und Mainzlar hatten den Ort Odenhausen imd die dahinterliegende Höhe 297 besetzt, während der Jugendwchr Lollar die Rolle des Angreifers übertragen worden war. Das hügelige Gelände gestaltete den Anmarsch imd die Entwickelung des Gefechts äußerst reizvoll. Die eingreifenden Jungmaimen zeigten anerkennenswerte Leistungen in Marsch'ick>erungen, Patrouillen- und Meldedienst,- sowie in der Gelandeausnützung beim Vorgehen. Nach Beendigung des Gefechts wurde aus 'der .Höhe 297 abgekocht. Weiter ivurden Jugendspiele veranstaltet. Gegen 5 Uhr nachmittags wurde der Heimmarsch an getreten. Das erste Abkochen der Jugendwehren wird den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. u. Mainzlar, 10. April. Gestern abend zwischen 8 itnb 9 Uhr entwich von dem Arbeitskommando auf der Chamotte fabrik dahier em rllssischer Krieasgesangener. Der Entwichene ist Ukrainer und spricht nur rlissisch. Kreis Büdingen. 4L E ch z e l I, 12. April. Der Austrieb zum gestrigen Schweinemarkt war gering. dagege»i waren viele Käister er schienen, die zum größten Teile nichts erstanden, da die Preise zu hock waren. Für 8 bis 10 Wochen alte Ferkel schwankten die Preise zwischen 150 bis 160 Mk. für das Paar. Kreis LauLerbach. M. Lauter ba ch , 11. April. Baron A l b r e ch t R i e d e s e I Freiherr z u Eisenbach auf Schloß Sickeiidorf ist gestern in Frankfurt a. M. an .den Folgen eines dort erlittenen Schlaganfalles gestorben. Kreis Friedberg. Bl. Friedberg, 12. April. (Drahtn.) Am 12. Februar hatten bekanntlich die hiesigen Schweinenretzger ihre Läden ge schlossen, indem sie in hiesigen Blättern veröffentlichten, daß sie ihre Läden schließen müßten, weil die Fleisch- imd Wurstivaren niedriger gesetzt seien, als die vom ft k rei*amt festgesetzten H ochst- preise für Schlachwieh. Von der Strafbehöröe war das Schließen der. Läden als eine Auflehnung gegen die Bestimmungeu des Krusamtes aufgefaßt. Das Gericht faßte die Sache sehr niilde auf und nahm ari, daß die Metzger sich nur in der Forni vergriffen! hätten nnd daß sie sich tatsächlich in eprer gewissert Zwangslage besmrden hätten. Der.Staatsanwalt beaittragte 600 Mk. für den Inuungsmeifter, 200 Mark für die übrigen Metzger und 80 Mk. Mr die Metzgerfrauen, deren Männer im Felde stehen. Das Ur teil lautete 400 Mk. Strafe für den Jnnungsmeister, 100 Mk. für die übrigen Metzger und 50 Mk. Geldstrafe für die Metzger frauen, deren Männer im Felde stehen. Bl. Butzbach, 12. April. Leutnant d. L. Postsekretär Baus ch erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. — Dieser Tage tag-te im Gasthaus zum Stern eine Verfaumilung der S chmicde- meister des hiesigen Anttsgerichtsbezirks, welche vom hiesigen Gewerbeverein ernberufcn war. Die Bersanrmlung beschloß eine Zwan gsinnnn g für das Schmiedehandwerk einzusühren. Bl. Bad-Nauheim, 12. April. Den Offizicrsstcllvertre- ttrn Staubach und Wolf, beide im Landsturm-Bataillon Friedberg, wurde das Eiserne Kreuz verliehen, deni Gefreiten Heinrich Götz wurde die Hessische Tapferkeitsmedaillc'verliehen. Bl. Dorheim, 11. April. Dem Ing. Cand. an der Berg- akar^Mie zu Freiburg i. S. Friedr. Knoche, Kriegsfreiwilliger rm Feldarttllerie-Regiment 249, einem Enkel der Witwe des verstorbenen Großh. Hess. Obersteigers Friedrich Knoche von hier, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. M. B r u ch e n brücken, 12. ^lprit. Ter Wehrmann Heinrich Vetter von hier, der auf dem westlichen Kriegsschauplatz verwundet wurde und seit S-onrmer vorigen Jahres in Rußland kampst, erhielt das Eiserne Kreuz. o-o Vilbel, 12. April. Dem MlrSketier Heinrich Jung hier, bei dem Reserve-Jnkanterie-Regiment Nr. 83, wurde die Oesterreichische Tapferkeitsmedaillc verliehen. — Dem Vize-Wacht- meister Karl Schwinn beim Stab der mobilen Ersatz-Abteilung .^eld-Artitlerie-Regiments Nr. 25, in Frankreich, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Kreis Wetzlar. tu. Wetzlar. 11. Avril. RegierungS - Landmesser Arzt, Leutnant und Battcrieführer bei einer Landsturniformation, wurde mit deni Eisernen Kreuz ausgezeichnet. ra. Krofdorf, 11. April. Das Kriegs-Schuljahr 1915/16 geht mit Freitag zu Ende, ein neues beginnt im Zeichen des Krieges. Aniaug u,id Ende eines wichtigen Lebensabschnittes bringt der letzte Schultag. Während der Kriegszeit wurde hier- etbst ein stattliches S ch u l h a u s erbaut, das für die Folge die Schüler von Gleiberg und teilweise atlch diejenigen aus Kroidors ausuehmen soll. Eingerichtet ist es für vier Klaffen, aber die Lehrerwohnungen fehlen in dieser neuen Schule. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 12. Tstiril. In den letzten Tagen wurden hier zahlreiche verivegene Diebstähle von .Haus- und Nutztiercu aitsgeführt. Dem Landwirt De sch im Borort Hausen stahl man zivei Kälber und zwei Ziegen, schlachtete, die Tiere an Ort und Stelle ab und ließ Kopf und Eingeweide liegen. Aus eriwm Bockeilhümer Gartenhause raubte man ein ganzes Sühner- votk und den Kanin-chenbestand: einer armen Frau in Sachsen- liausen holte man die einzige Ziege aus dem Stall, nachdem man ihr nachts zuvor die Hühner gestohlen hatte. In der Oppenheimer Landsttaße^ließ ein verfolgter Dieb einen Sack mit ab geschlachteten Hühnern, Hähnen und Kaninchen im Stich. Die Räuber konnten nochi nicht ermittelt werden. und habilitierte sich im Wintersemester 1897/98 in der Leipziger medizinischen Fakultät, wo er später zum a. o. Professor befördert wurde. Im Jahre 1905 kam .Hosmann als Nachfolger von O. Zoth nach Innsbruck, 1911 an die Prager deutsche Universität an stelle von I. Gad, und Ostern 1913 nach Königsberg als Nachiolger von Gch.'imrat Prof. L. Herinann. 'oein Spezial- arbci' - gebiet ist Allgemeine Mu-t lphvsiologie, phpsiotogische Optik, Herzphh.iologie und vergleichend-phoiiologische Arbeiten. Dr. Universiieits-N^cl-xichten. Hk. Marburg, 12. April. Wie wir hören, hat Professor niep. Franz Hvfmann, Direktor deS physiologischen Instituts «m Königsberg i. Pr., einen Ruf an die Universität M arbu rg, als Nachfolger von Geh Rat Friedrich Schenck er- halten. Pros. Hofmann ist 1869 zu Skalka in Böhmen geboren. Er i)t Schüler von Etvald Hering. 1891 promovierte er in Prag, war Assistent bei seinem Lehrer E. Hering in Prag und Leipzig verrnißchtes. Die Leiche im Korbe. Der Leichenfund aus dem Stettiner Bahnhof, Berlin, von dem wir vor einigen Tagen berichtet haben, hat jetzt folgende Aufklärung gesunden: Berlin, 12. April. (Privattelegramm.) Als Mörderinder Martha Franzke ist eine gewisse Helene Bahl ermittelt worden, welche die Franzke in der Wohnung der beiden bekannten Friseurin Johanna Elsner mit einem Rasiermesser ermordete mid die Leiche dann durch einen Dienstmann in einem Korbe nach dem Stettiner Bahnhof schassen ließ. Die Bahl beging die Tat in Abwesenheit der Friseurin, die in Wirklichkeit Johanna Ultmann heißt. Sie bekannte ihr die Tat bei deren Heimkehr mit den Worten: Ich habe ein Rasiermesser genommen und sie kalt gemacht.. Sei nicht böse, ich mache alles wieder in Ordnung und schasse die Leiche fort. Dip Friseurin machte diese Mitteilungen, der Kriminalpolizei. Als Motiv dürfte lediglich die Gier nach dem Gelde der Franzke in Betracht kommen, die nahezu 1000 Mark- Bargeld besessen haben soll. Bon der Täterin hat man bisher kerne Spur. Sie ist etwa 1,68 bis -1,70 Meter groß, vollstUarck, hat einen üppigen Busen, ein blasses, längliches, volles Gesicht, dunkelgraue Augen mit dunkelbraunen bogenförmigen Augenbrauen. Ter Mund ist mittelgroß mit etwas dicken Lippen, die Hände sind fleischig und groß, der Gang affektiert. Die Stimme ist hell: sie spricht eine ordinäre Berliner Mundart. Auf die Ergreifung ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. * * Dessau, 11. April. (Priv.-Telegr.) Wie das ^Anhaltische TageblatlE aus Ballenstedt am Harz meldet, wurde die dort wohn- hn'te a l l e i n st e h e n d e W i t ;v e Baumeister heute in ihrer Wohnung in einem verschlossenen Kleiderschrank tot auf- gefunden. Die Leiche zeigt ÄZ ü r g e s p u r e n am Halse, sie wurde von der Gerichtsbehörde beschlagnahmt. * A s g »l i t h , d e r W i tz b o l d. Daß der englische Ministerpräsident Asquith, der gegenwärtig wohl allzu sehr mit Sorgen überhäuft ist, um sich über ein Uebermaß von guter Laune beklagen zu können, in den schönen Zeiten des Friedens nicht dem Witz abhold war, beiveiseN die folgenden in der „Nouvelle Revue" berichteten Anekdoten: Als ein Sekretär Asguiths auf einer Wahlreise auf dem flachen Lande in das Haus eines armen Bauern kam, war er nicht wenig erstaunt, an dem Ehrenplatz im Wohnzimmer ein ans einen' illustrierten Blatt herausgeschnittenes Bild seines Herrn und Meisters zu erblicken. Voll beglückten Stolzes rief der Sekretär aus: „Es ist recht getan, daß Sie dieses Bild hierher gehängt haben ! Sie bewundern auch diesen großen Mann, nicht wahr?" . . „Ich weiß gar nicht, wer es ist," erwiderte der Bauer. Ich habe das Bild nur darum aufgehoben und an die Wand gehängt, weil es meinein verstorbenen Vater sprechend ähnlich sieht." Wie der Sekretär behauptet, soll Asguith niemals stärker gelacht haben, als da ihm diese Geschichte berichtet wurde. — Wenige Monate vor dem Kriege erhielt Asquith oft die Besuche eines Parlainentsmitgliedes, das sich jedesinal eifrigst bemüht zeigte bei dem Ministerpräsidenten gut bezahlte Stellungen für politische Freunde zu erlangen. Einmal, als ein Herr Smith, der eine äußerst einkömmliche Stellung bekleidet hatte, gestorben war, erschien der in Frage stehende Abgeordnete wieder, um die Situation nach Dlöglichkeit sofort auszunutzen. „Könnte nicht mein Freund fragte er den Ministerpräsidenten, „den Platz des verstorbenen Herrn Smith einnehmen?" . . „Das ist seine Sache," erwiderte Asquith ernsthaft, „er braucht sich nur eckundigen, ob der Sarg -einem Körpermaß entspricht." Märkte. ko. Frankfurt a. M., 11. April. Heu- und Strohmarkt. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt ivar nichts angefahren. F- C- Frankfurt a. M., 12. April. S ch w e i n e m a rf t. Auftrieb 2 Schweine. Zum Verkauf standen 247 städtische Schweine, die schnellen Absatz fanden. ko. Frankfurt a. M., 12. April. Frucht- und Futter- m i t t e t m a r k t. Die große Nachfrage bei ungenügendem Angebot halt an. Stimmung sehr zurückhaltend. Einzelne Abschlüsse, für die sehr hohe Preise verlangt und gezahlt wurden, kamen zustande. Man horte folgeuge Preise: Spelz 17—20 Mk., Spelzspreumehl 34—38 Mk., Reiskleie 38-40 Mk., Haferersatz 65—70 A!k.. Biertreber 85—90 'Mk.. Kakaoschalen 35-37 Mk., ausländische Kleie 82—87 Mk. Alles per 100 Kilo in loser Ladung ohne Sack ab Versandstation. ko. Frankfurt a. M., 12. April. K a rt o f f e l m a r kt. Kartoffeln im Großhandel in loser Ladung ab Versandstation 6,10 Mk per 100 Kilo. Denkt öhuns! r V// Sende! W'--. 1 . ’ R ; (rlidoimuridsl illcK) Salem &ctö ^Goldmundstück) % : igav&U&n. Willkommenste Liebesgabe! Preis m 3)4456810 n 5 0 610 Pfd.S-hVlc Qrieni.Tobak- aO^w^snfobnyenidjr, Dresden Jnh.Hu$g Zieh, Hofi leferanf Südifct uKvLüvcn. Trustfrei l m Tod83-AtlZ6!£je. Heute nacht entschlief sanft unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Tante Frei Sobne Otterbein iw., geb. Bourgeois im Alter von 65 Jahren. isij IfS Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Üf Chr. Otterbein. W PH Giessen (Walltorstrasse 73), Berlin, den 11. April 1916. M W Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 2 1 / 2 Uhr von der m W Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 2933 Statt besonderer Anzeige. Nach Gottes Ratschluss entschlief heute meine liebe Frau, unsere gute Mutter Katharina Amendt geb. Wagner nach kurzer schwerer Krankheit. In tiefer Trauer: Konrad Amendt, Zugführer, nebst Kindern. Giessen (Steinstrasse 50), den 11. April 1916. Die Beerdigung findet Freitag, den 14. April, vorm. 11 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. 29J9 V Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern abend ganz plötzlich und unerwartet meine innigstgeliebte Tochter, unsere treue, herzensgute Schwester Fräulein Luise Kling im blühenden Alter von 27 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Frau Keiuhard Kling Ww. Mari© Kling Musketier f&einli. Kling Musketier Ang. Kling je. Lt. Orb. Giessen (Licher Str. 37 p.), den 9. April 1916. Die Beerdigung findet Freitag mittag um 2^ Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 2996 Scij.5-Zimz:ßrw. m. Zubeh. u. c. irla^Lsröellw. v. 3 Zimmern ver sofort zu Vermietern 95 Blcichstra» e 31, 1. Etage. Sch. 4—6 Zimmer-Wobn., neu hergerichlet, preisw. zu verm. !2992! Marktpl. 17. 2 -, zu 3- si. 4-Zimmerwohn. vermieten. Wchrum, Lrednerstraße 50. 133 Mfluföröcn - Soinimü, 2 Zimmer, kl. Kabinett mit Zubehör per 1. Mai zu ver- miercn. Seltersweg 33. Eine kleine Familicnwoh- nnng an ruh. Leute zu verm. 9täh. 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