ttr.86 Der ©iefemr Auzriger erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich H!etzenerZamilie.ib!ä1!er; zweimal wochenll.llreis- dlattsür-enNreisGiehen (Dieilstag und Freitag): zweimal monatl. landwirtschaftliche Zeitfragen Ferirfprech - Anschlüsse: sürdieSchristleilunq112 Verlag.Geschastsstellebl Adreffe iür Tratzinach- richten: Anzeiger Sieben. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt 166. Jahrgang Dienstag, ft. April Mb ÄezuqSvrsi i: monatl. 90 Vf., viertel- jährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zkveigstellen nwnatl. 80 Pf.: durch diePost Alk.2.^5 viertel- jährl. ailsschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pi., ausiv. 20 Pf. — Haupt- fchristleiter: Olug. Goetz. Verantivortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Verinischles und Gerichtssaal: Fr. R.Zenz; Rotationsdruck und vertag der Srühl'schen Univ.vuch- und Steindruüerei R. Lange. Schristleitung, Seschastsstelle und Druckerei: Schulstr.7. B-ck,°ämMch m'Gi-ben^ General-Anzeiger für Oberhessen Die Besetzung von Bethincourt. (WTB.) Großes Hauptquartier, 10. April. (Amtlich.) WestlicherKriegsschauplatz. Zn Den gewonnenen Trichtersiellungen südlich von St. Eloi wiesen unsere Truppen Wiedereroberungsversuche feindlicher Handgranaten-Abteilungen restlos ab. Die Minenkämpfe zwischen dem Kanal von L a B a s s e e und Arras haben in den letzten Tagen wieder größere' LeUafkigkeit angenommen. Auf dem Westufer der Maas wurden B ethin- court und die ebenso stark ausgebauten Stützpunkte Alsace und Lorraine südwestlich davon ab- geschnürt. Der Gegner suchte sich der Gefahr durch schleunigen Rückzug zu entziehen, wurde vou den Schlesiern aber noch gefaßt und büßte nach schweren blutigen Verlusten hier vierzehn Offiziere und rund siebenhundert Mann an unverwundeten Gefangenen, zwei Geschütze und 13 Maschinengewehre ein. Gleichzeitig räumten wir uns unbegueme feindliche Anlagen, Blockhäuser und Unterstünde an verschiedenen Stellen der Front aus,so dicht nördlich desDorfes A v o c o u r t und südlich des R a b e n w a l d e s. Auch bei diesen Einzelunternehmun- gen gelang es, die Franzosen ernstlich zu schädigen. An Gefangenen verloren sie außerdem mehrere Offiziere, zwei hundertsechs und siebzig Mann. Rechts der Maas wurde in ähnlicher Weise eine Schlucht am Südwestrandc des P f e f f e r r ü ck e n s gesäubert. Vier Offiziere, ein hundertvierundachtzig Mann und Material blieb in unseren Händen. Weiter östlich und in der Woevre fanden lediglich Artilleriekämpfe statt. * Im Luftkamps wurde südöstlich von Damloup und Nordöstlich von Chateau Salm je ein französisches Flugzeug abgeschossen. Die Insassen des ersteren sind tot. Je ein feindliches Flugzeug wurde im Absturz in das Dorf Loos und in den Caittette-Watd beobachtet. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Kerne Ereignisse von besonderer Bedeutung. Oberste Heeresleitung. Der Reichstag ist gestern in die Osterferien gegangen, nachdem er in den Grundzügen einer Gesetzesvorlage zu- gestimmt hatte, die für unsere Kriegsverletzten von allergrößter Bedeutung ist: einmalige Kapitals ab ftudung statt dauernder Rentenbezüge und Ermöglichung der Ansiedlung solcher Verletzten auf den: Lande oder auch in der Stadt als Handwerker oder Arbeiter. Die Vorlage will keine Schabloni- sierung. Sie soll nur gelten für bestimmte Altersklassen und sKr wirkliche Förderung von Existenzen; wo die Bedingungen anders liegen, wo man in eine bestimmte Lebensführung ändernd nicht eingreifen mag, findet das Gesetz, das im übrigen keinen Unterschied in der Nationalität, Konfession oder Parteiangehörigkeit macht, keine Anwendung. Der Gedanke ist schön und verheißungsvoll, daß nach dem Kriege die Zahl derer gemehrt werden soll, die ein behagliches Eigenheim besitzen, und dieser Ausblick in die schönere Zukunft, die uns den Frieden bringt, gibt uns einigen Trost bei dem jetzt noch so blutigen Werk unserer Tage und bei den peinlichen Auseinandersetzungen, die uns die Steuerpläne, die Sozial- und Finanzpolitik noch bringen werden. Der preußische Kriegsminister General Wild von Hohenborn, der die Vorlage vor dem Reichstag vertrat, sprach sich in markigen, zuversichtlichen Worten auch über die allgemeine Kriegslage aus. Wie der Reichskanzler sprach er auch dem in der Heimat zurückgebliebenen Volke Dank und Anerkennung aus für treue Hilfe und Arbeit, die das Heer draußen fördern, für festes Aus- und Durchhalten, das die Aushungerungspläne der Feinde zu schänden macht. Das Wort „Durchhalten" will der Kriegsminister nur für die Arbeit in der Heimat, nicht für die kriegerische Tätigkeit draußen gelten lassen. Dort soll mehr geschehen, dort wollen wir alles einsetzen „für einen Frieden, der den gewaltigen dargebrachten Opfern entspricht und uns und unsere Enkelkinder in aller Zukunft vor derartigen Ueberfällen, wie wir sie erlebt haben, sichert". Die Entscheidungen fallen, so fügte er hinzu, langsam, aber sicher. Die Heeresverwaltung verfügt neben dem Geist der Tapferkeit und Siegeslust unserer Truppen über alle notwendigen Mittel, um den Krieg kraftt- voll bis zum guten Ende weiterzuführen. Es war noch einmal eine kraftvolle, selbstsichere Aeuße- rung vom deutschen Regierungstisch, die auch im Auslande neben der Kanzlerrede starken Eindruck machen wird. Unsere Erfolge an den: Fronten halten damit gleichen Schritt. Bethincourt ist den Franzosen genommen worden, und die Lage im Norden und Nordwesten von Verdun gestaltet sich für unsere Heere immer günstiger. Ueber die neuesten, im letzten deutschen Heeresbericht erwähnten Fortschritte schreibt die „Köln. Ztg."; Mit größter Zähigkeit hatten die Franzosen das Nordostende des sogenannten Sacks auf dem linken Maasufer in und um Bethincourt gehalten, als bereits die rückwärtigen Verbindungen durch unser Vorgehen von den Flanken aus aufs schwerste bedroht waren. Aber der Augenblick mußte kommen, wo das Dorf geräumt werden mußte, wenn die Besatzung nicht in Feindesland fallen sollte, und durch amtliche Auslassungen und Bemerkungen der Pariser Blätter wurde das französische Volk darauf vorbereitet. Natürlich hieß es dabei, diese vorgeschobene Stellung ^habc ihren Wert verloren, dagegen werde der deutsche Angriff an einer neuen ,Linie von Avocourt über die Höhe 304 und weiter bis Chattaneourt ein unüberwindliches Hindernis finden. Jetzt ist die angekündigte Räumung zur Tatsache geworden, nur gelang es der Besatzung nicht, ungeschädigt davon zu kommen. Der Entschluß, die Truppen zurückzunehmen, mag von der französischen Leitung ye- faßt worden sein, ehe der deutsche Stoß einsetzte, aber die Ereignisse, die sich daran schlossen, gingen aus unserem Willen hervor. Tic Schlesier, die sich in dieser Gegend schon einmal blutige Lorbeeren erfochten 'haben, gingen rechtzeitig genug vor, um den ab- ziehnrden Feind zu packen, ihm schwere blutige Verluste zuzusügcn, eine Menge von Gefangenen, m^recc Geschütze und 13 Maschinengewehre abzunehmen. Außer Bethincourt selbst kamen zwei stark ausgebaute Stützpunkte, die den Namen der so schmerzlich betrauerten verlorenen Provinzen Elsaß und Lothringen tragen, in unseren Besitz. Damit sind die Erfolge auf diesem Abschnitt noch nicht erschöpft. Westlich nnd östlich der Kampffront von Bethincourt sind verschiedene feindliche Anlagen, welche die Gräben verstärkten und sicherten, dem Feinde abgenommen, der außerdem noch mehrere Offiziere und 276 Mann an Gefangenen einbüßte. Dieser eine Tag hat ihm außer wichtigen Geländestücken ein kriegsstarkes Bataillon an Gefangenen gekostet. Ebenso gelang es auf dem Ostufer, einen Geländegewinn zu erreichen, auf dem Südwesthang des von der Maas nördlich von Bras nach Nordosten streichenden Pfefferrückens. Eine Schlucht wurde hier von den feindilchen Postierungen gesäubert, die gegen 200 Mann und Kriegsgerät einbüßten. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 10. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart; 10. April 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Görzischen hielt die feindliche Artillerie die Ortschaften hinter unserer Front unter Feuer. Ein Caproni- Flugzeug wurde bei seiner Landung nächst Lucinico durch unser Geschützfeucr vernichtet. An der übrigen Front dauern die gewöhnlichen A r t i l l c r i e k a m p f e sorrO Im Sugana-Tal schossen die Italiener Caldonazzo in Brand. Auf Riva warfen feindliche Flieger Bomben ab. An der Ponale-Straße gelang es dem Gegner, sich in einigen vorgeschobenen Gräben südlich Sperone festzusetzcn. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstnbs v. Hü fer, Feldmarschalleutnant. Der französische Bericht. Paris, 10. April. (WTB-. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Sonntag nachmittag: Westlich des Maas schwache Artillerietätigkeit während der Nacht. Oestlich der Maas machten luir einige Fortschritte in den Verbindungsgräben südlich vom Tprfe Douaumont und nahmen südwestlich davon ungefähr 150 Meter feindlicher Schützengräben. Zwei deutsche Granatenaugrisfe gegen unsere Stellungen im Caillctte-Wald wurden zurückgeschlagcn. In der Woevre war die Nackt verhältnismäßig ruhig. In Lothringen wurde der Versuch eines feindlichen Handstreiches gegen unsere Schanzwerie in der Gegend von Embermanil völlig zum Scheitern gebracht. Ter Feind erlitt einige Verluste. Von der übrigen Front ist nichts zu melden. • Abends: In den Argonnen richtete unsere Artillerie ein konzentrisches Feuer auf die Verbindungswege des Feindes. Unsere sckMeren Batterien beschossen, während in einem Nebenabschnitte Operationen im Gange waren, wichtige Truppenansammlungen und marschierende Kolonnen in der Gegend von Montfauoon- Nantillois. Bei der Höhe 285 brachten wir eine Mine zur Explosion, durch die wir die feindlichen Gräben auf eine ziemlich große Breite verschütteten und einen kleinen feindlichen Posten zerstörten. Westlich der Maas fand während des ganzen Tages eine heftige Schlacht statt, die auf unserer gesamten Front zwischen Avocourt und Cumiöres geliefert wurde und sich sogar bis auf das rechte Maasnfer erstreckte. Tie planmäßige Räumung eines vocspringenden Winkels von Bethincourt in der vergangenen Nacht gestattete uns, eine geschlossene Linie zu bilden, welche vom Rednit von Avocourt ausgeht, auf »den ersten bewaldeten Abhängen westlich der Höhe 304 entlangführt und sich unseren Stellungen etwas südlich der Kreuzung der Straßen Böthincourt - Esnes - Bethincourt - Chattaneourt anschließt. Die ganze Linie, wclch>e vom Feinde heftig angegriffen wurde, hielt den wütendsten Anstürmen stand. Auf der ganzen Front Toter Man n—C umiöres erlitt die deutsche Offensive einen blutigen Mißerfolg. Die feindlichen Sturmkolonnen, die in dichten Reihen aus dem Cumiereswalde hervorbrachen, wurden unter unser Maschinengewehr- nnd Artillerieseuer genommen und unter Zurücklassung zahlreicher Leichen auf dem Gelände zerstreut. Die sämtlichen gegen den Toten Männ gerichteten Angriffsversuche wurden ebenfalls mit beträchtlichen Verlusten zurückgeschlagen. Eine gleichzeitig unternommene Angriffsoperation des Feindes gegen unsere Stellungen vom Walde von Avocourt bis zum Forgesbache stieß auf den hartnäckigen Widerstmrd unserer Truppen, die den Feind überall zurückschlugen. Endlich war es einem ans eins unserer nordöstlich des Torsos Avocourt am südlichen Waldesäand gelegenen Werke gerichteten Angriffe gelungen, während eines Augenblicks in unseren Gräben Fuß zu fassen. Unser Gegenangriff warf den Feind sofort hinaus. Oestlich der Maas seh!r große Artilterietätigkeit gegen unsere Einlagen auf dem Pfeffer Hügel, in der Gegend von Donauinont nnd Vaux, sowie gegen die Gesamtheit unserer zweiten Linie. Durch unser Sperrfeuer ungehalten, kamen die feindlichen Jnfanteriean- griffe nicht zur Entwicklung. In der Woevre zeitweilige Beschießung. Bom Sozialismus in Frankreich. Paris, 9. April. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Der Nationalkongreß der s ran z ö s i s ch e n Sektion der sozialistischen Partei, der einberufen wurde, um hauptsächlich die internationalen Beziehungen mit den Par^ teien des Auslandes zu besprechen, hat heute zwei geheime Sitzungen abgehalten, denen die Minister Sem- bat und Guesde sowie der Unterstaatssekretär Thomas beiwohnten. * * * Hindenburg an den Bürgermeister von Wien. Wien, 10. April. (WTB.) Generalfeldmarschall von Hindenburg hat nachstehende Depesche an den Bürgermeister Weißkirchner gerichtet: Euer Hochwohlgeboren und K. und K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien danke ich herzlichst für das mich hocherfreuende nnd ehrende Gedenken gelegentlich meines Diensftubiläums. Ich bin stolz darauf, durch die Gnade seiner kaiserlichen königlichen und apostolischen Majestät auch der tapferen österreichisch-ungarischen Wehrmacht angehören zu dürfen, die mit uns in treuer unlösliche? Waffenbrüderschaft verbunden ist. Ter Geist der Zusammengehörigkeit, der die Völker Oesterreich-Ungarns mit Deutschland verbindet und den? die Stadt Ortelsburg die Kriegspatenschaft der Stadt Wien verdankt, wird mit Gottes Hilfe den verbündeten Waffen den endgültigen Sieg erringen. Rumänisches Getreide. Berlin, 10. April. (Priv.-Tck) Der „Bert. Lokalanz." mel^ detMus B r a i l a (Rumänien): Bis h'ute sind 150 000 deutsche Eisenbahnwagen ein gelaufen. Hiervon sind 130 000 mit Getreide beladen und ausgefühü worden. In der kommenden Woche beginnt die Lieferung aus Grund de5 zwüten Getreide- kontraktes. Von 140 000 Wagen werden täglich 250 Bahnwagen nach Rumänien einlaufen und ebensovieie beladen abgehen. Wien, 10. April. WTB. Nichtamtlich.) Die „Wiener Allgemeine Zeitung" Meldet: Nack? amtlichen Aeußernngen qnit informierter Kreise bestätigt sich die Nachricht, daß die russische Regierung die Entscheidung getroffen hat> keinerlei Ausfuhrbewilligung n a ch Rumänien mehr zu erteilen!. Welche Wirkung dieser unfreundliche Akt in Rumänien hervor- gerusen hat, darüber liegt hier zur Stunde noch keinerlei Meldung vor. Griechenland und die deutschen Unterseeboote. Paris, 9. April. (WTB.) Die griechische Gesandtschaft in Paris stellt amt li ch in Abrede, daß in Korfu weitverzweigte Anlagen zur Benachrichtigung und Verpfke-, gung deutscher Unterseeboote entdeckt worden seien, ebenso daß vier Stützpunkte für Unterseeboote auf anderen > Inseln vorgefunden seien. Die Königliche Regierung weist. darauf hin, daß sie von den Gesandtschaften des Verbandes Mitteilung darüber erbeten habe, ob Benzinlager und Stützpunkte für Unterseeboote entdeckt worden seien, und daß sie jedesmal eine Untersuchung angeordnet habe, wenn genügende Anzeichen für die Möglichkeit einer solchen Entdeckung vorhanden waren. Die englische Bevormundung der Neutralen. Kopenhagen, 10. April. (WTB.) Die „National- tidende" meldet aus Christiansand; Die hiesige Dampf- schifsahrtsgesellschaft erhielt von England eine Mitteilung, daß England ihr für die Fahrten nach Frederikhaven keine Kohlen mehr liefere, wenn sie nicht die Bürgschaft dafür leiste, daß die Güter nicht weiter nach Deutschland ausgeführt werden. Die Christiansand-Linie muß also demnächst den Betrieb einstellen, falls sie nicht anderwärts Kohle erhält. A m st e r d a m , 10. April. (WTB.) Wie das „Handels-, blad" zu einer Meldung des „Nieuwe Courant" ergänzend berichtet, wird die Versendung von Wertpapieren aus Holland zukünftig durch eine Kommission des Nieder- ländiichen Uebersee-Trusts geschehen. Man erwartet, daß die von England beschlagnahmten Wertpapiere, sobald endgültig ein Abkommen erzielt ist, freigegeben werden. Die Leistungen der Engländer ans dem westlichen Kriegsschauplatz. Bern, 10. .April. (WTB. Nichtamtlich.) Das gelegentlich der Schlacht vor Verdun in der französischen und in der ausländischen Presse mehrfach geäußerte Befremden über die mangelnde Kooperation der Engländer scheint in englischen Kreisen! verstimmt zu haben, denn in einer Besprechung der militärischen Lage versucht der „Temps" eine Ehrenrettung der Engländer Zunächst stellt er allerdings fest, daß der aewaltigc Ansturm des Feindes vor Verdun ganz allein von ausschließlich französischen Truppen ausgehalten worden sei, die ziemlich schwere Verluste erlitten hätten. Einrge Kollegen, fährt der militärische Mitarbeiter des „Temps" sott, schreiben, daß es nun am englischen Heer sei, seinerseits große Opfer zu bringen. Aber an unserer Front gibt es nicht zwei Armeen, sondern ran: eine, die einer einheitlichen^ Führung untersteht. Hätte der Feind bei Ypern angegriffen, so waren es die Engländer gewesen, die Widerstand geleistet hätten. Wenn unsere Heeresleitung die Stunde zur Offensive für gekommen: erachtet, werde?? ftch d?e Engländer ebenso aus der? Feind sttirzen. Wir wiederholen: Es gibt in Frankreich nnr eine Armee, dia einem Führer gehorcht. Aeußernngen des englischen Ministerpräsidenten beim Papst. Bern, 10. April. (WTB. Nichtamtlich.) Den „Neuen Zürcher Nachrichten" wird von besonderer eingQoeihter Seite geschrieben: Der Besuch Asguiths beim Papste hat im Vattkan keinen guten Eiiidruck hinterlassen. Wir wissen, daß As- guith während der einhalb ständigen ?lndie?iz u. a. der Meiming Andruck gegeben hat, der Krieg werde z n m wenigsten noch 5 Jahre dauern. Diese entsetzlichen Worte sind ftei- lich weniger aus subjektivem Ernpsinden als vielmehr zwecks Einschüchterung gesprocheii lvorden. So werden sie wenigstens beurteilt. Also nicht bloß im englischen Parlament sei in wahnwitzigem Tyrannenzorn der Stab über die Völker Europas .gebrochen, soridern ein Vertteter jener Nation wagte sogar diesen blutrünstigen Entschluß vor dem Vertreter des Friedens fürsten kalt und ttotzig cmszusprechen. Der heilige Vater wirft sich uns ein wahrer Vater zwischen die streitenden Söhne, nun muß er die Ankündigung eines endlosen Zwistes und Krieges bis zur Vernichtung anhören. Protest der Frauenrechtlerinneu in England. Rotterdam, 10. April. (WTB. Nichtamtl.) Der „Rotier dcvnsche Courantt^ meldet aus London: Der Verband fir. Frauenwahlrecht hielt gestern auf dem Trafalgarsquarc unter Leitung von Sylvian Pankhurst eine Versammlung ab um gegen die Reichsverteidigungsakte, das Munitionsgesetz uni das Kriegspflichtgesetz zu protestieren. Die Versammlung wurde von der Volksmenge gesprengt. Der Mob stürmte die Nelsonsäulc und vertrieb die Frauen. * * * Der türkische Bericht. Konstantinopel, 9. April. (WTB.) Amtlicher Bericht. An der Jrakfront keine Veränderung. Unser Artilleriefeuer beschädigte ein feindliches Kanonenboot und verursachte in ihm eine Explosion. Das Boot wurde von einem Motorbot nach Osten abgeschleppt. Westlich von Sporne fand ein Zusammenstoß mit feindlichen Vorposten statt. Von den Engländern wurden 5 Mann getötet, ein. Offizier wurde verwundet. Wir zerstörten telephonische Anlagen des Feindes in dieser Gegend. An der Ka u ka s u s fr o n t keine Aenderung von Bedeutung. Am 8. April näherte sich ein feindlicher Kreuzer Kemilli Liman !und gab einige Schüsse ab. Das Gegenfeuer unserer Artillerie zwang ihn, sich zurückzuziehen. Zwei feindliche Flieger erschienen über der Halbinsel Gallipoli, entflohen aber beim Aufsteigen Unseres Kampfflugzeuges gegen Jinbros. Der §eekrieg. r Drunten wartet ein Freund, nun rasch der: Teller r zur Seite, „Mutter, zum Helfen fehlt mir heute di-e Zeit und ich lerne dann später, nach dein Abendbrot hörst du die Worte wohl ab, ach, und der Einband des Buches ist gänzlich zerrissen, an meinem Mantel fehlt ein Knopf, ich Hab' lhn verloren" — fort ist der Junge, noch ehe die Muttev c Zeit fand zur Rede. Gerade heute sehnte sie sich, den Jungen zu sprechen; sie kann ihm die Mütze, die neue, die heiß- ■ .rsehnte, nicht kaufen, wie sie auch rechnet; die kleinen Ge- ' schwister bedürfen der Schuhe und wollener Strümpfe der Vater draußen im Feldes Müde sind heute die Augen, denn sie saß noch lange am Abend und besserte schadhafte Röck- chen, die die Mädchen beim wilden Versteckspiel achtlos zerrissen. Und den Brief an den Vater, den fälligen, trug sie spät in der Nacht noch zum Kasten. Ging dann zur Ruhe, •' nicht ohne ein Weilchen dem Atmen der schlafenden Kinder > dankbar zu lauschen. Wie ruhen sie friedlich! nxnrm und geborgen im reinlichen Bett, fern von den Schrecken des 1 Krieges. Dank sei dir, tapferes Heer, das uns d'ie Heimat bewahrt. Lernt danken, ihr Kinder, und wißt, daß alles, was heut' ihr genießt, ja ein Gnadengeschenk ist, das euch gütig der Schöpfer beschert! dankt der Mutter, die euch die | Heimat verkörpert und hoch hält, sorgt in Liebe für sie und - scheucht ihr die schweren Gedanken, wenn ihr in zärtlicher Wärme sie leise versucht zu erraten. Nichts übertöne die Rücksicht auf sie, kein Wunsch eines Freundes oder ein eigenes flüchtiges Begehren, das sie betrübt. Wahrt das Gut, das sie sorglich dem Vater verwaltet, wahrt das Geld, das der Vater kämpfend euch schafft! H. S. U-Boote ohne Periskop? Bern, 10. April. (WTB. Nichtamtlich.) Verschiedentlich laufen Gerüchte um, sagt der „Temps", daß es den Deutscher! gelang, Unterseeboote ohne Periskop zu erbauen. Hierzu ist zu bemerken, daß bei zahlreichen Torpedierungen der letzten Zeit man wohl Schaurn- streifen des Torpedos, aber kein Periskop des angreifenden Tauchbootes sah. Das; diese Gerüchte nicht bloß Vermutung sind, beweise ein marinetechnischer Aufsatz in der holländischen Zeitschrift „Landsturm", der von solchen Bauten spreche. ^ e .Ü nT l r e:d)e Anbringung von Linsen und Spiegeln an dem Schiffskörper erlaube dem Kommandanten, die notwendigen Beobachtungen zu machen, um sein Tauchboot zu steuern. Zwar müßten solche Tauchboote sich mehr an der Oberfläche halten, doch werde dies durch den Vorteil ausgewogen, daß sie durch das Fehlen des Periskopes nicht die Aufmerksamkeit begegnender Schiffe auf sich zögen. Die holländische Schiffahrt. Amsterdam, 10. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die Ncticr- lands-Gesellschaft nimmt morgen den Dam pferdim st nach Hollän- disch-Jndim wieder aus. Die Schiffe werden die Route um Schottland einschlagen. * Berlin, 11. April. Ueber den Untergang des „Sussex" liegt nach verschiedenen Blättern der Bericht eines an Bord des „Sussex" gewesenen griechischen Marine offrzrers vor, wonach das Schiss unbedingt auf eine Mini gelaufen sei, die auch eine englische gewesen sein könne. Durck die Explosion sei der Kapitän auf der Stelle getötet worden Der erste Offizier habe in der Verwirrung den Kopf verlöret und Haltesignale gegeben mit falscher Bezeichnung der Unfallstelle. M a l t a, 10. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung dee Reutersch-en Bureaus. Der britische unbewaffnete Dampfer „Yonne", früher „Tastalia", ist versenkt worden. Dü aus 40 Mann bestehende Besatzung ist gerettet worden. London, 10. April. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentin meldet: Der britische Dampfer „Silks worth Hall" (477' Tonnen) ist versenkt worden. Der Kapitän und 30 Manr wurden gerettet. — Der Dampfer „G la n a l n o n d" (2883 Toro nen) ist ebenfalls, v ersen kt worden. Die Besatzung wurde ge rettet. Beide Schisse waren unbewaffnet. London, 10. April. (WTB.) Nach einer Lloyd-Meldung rst der britische Dampfer „Zafiia" versenkt worden. . x 58er J i ?' 10 - April. (Priv.-Tel) Das „Berl. Tagebl." meldet aus Annsterdam: Der französische Dampfer „Jeannette' ijt in bei Nordsee versenkt worden. Nach einer Meldung von Lloyds Agentur soll gestern der dänisch e D a mp f e r „S ankJerneborg" vor Cagliari in Sardinien torpediert worden sein. Die Mannschaft sei gerettet. London, 10. Aprü. (W^B. Nichtamtlich.) Lloyds meldet' Der unbewaffnete Dampfer „Eastern City" ist versenkt waren. Aus Sta-t und Lanv. Gießen, 11. April 1916. Den deutschen Jungen und Mädchen. Nachstehende beherzigenswerte Worte aehen uns zu: Ja, an euch will ich rnich wenden, ihr Hungen Mensche rrn Lande, ihr in den Schulen und ihr zu Hause! Werdend tajb ihr und euer ist die Zukunft, \um hie das deutsch Ahwert in heißem Kampfe ringt! Bielen von euch steht dk ! Vater im Felde und eure Mutter trägt schwere Last. D rst ijie Sorge um den Vater nicht immer die schwerste. Di nagt wohl und zehrt. Tag und Nacht, doch das Taqwer der Mutter fordert ihre Gedanken ganz. Auf ihr allein rul dre Sorge um euch; denn der Vater ist fern, der sie stet liebend geteilt. Fern ist sein Rat und ferne sein mahnende Wort, wenn euer Unverstand törichte Wege euch führt. . Jung seid ihr, wir alle wissen es wohl, und es i ern altes Wort, daß die Jugend nicht immer Tugend ha! aber das ist kern Wort, das euch heute frommt: das Reck Kl der seligen Torheit ging mit dem .Kriege verlöre: Ernst Nt die Zeit, rn die ihr gestellt seid, so furchtba ernst wie dre Welt noch niemals sie sah. Lächelnd tragt- ih dre Gnade der Jugend: dem Tage zu leben; wir nehme sre euch nrcht! Sorgen wie die Großen sollt ihr euch nick eure Mutter dankt Gott, solange ihr es nicht brauch Denken aber sollt ihr, Kinder, und wissen, daß auch ih helfen mußt, dre Sterne zu tragerr zu dem Bau eurer Zn kunft. Schaut euch um! Pflichten erwachsen euch rings' Set eure Mutter! schlaflose Nächte trübten den Glanz ihre Auges und die Not der Tage beugte die liebe Gestal Treulich bedenkt sie euch alle, und das Mahl rst wohl eine bereitet — sagt, wenn ihx stürmisch den Hurrger euch stillte wußtet ihr der Mutter Dank? Jeglichen höret sie au rin jedem werß sre zu Helsen, richtet dem Großen das Frük sturk am dämmernden Morgen, näht ihm die männlich Jacke, dre er solange begehrt, zieht mit den Kleinen hinan in den Wald und lacht zu den fröhlichen Spielen. Immer i 1 sie bereit und tätig, die Seele des Hauses. Ihr nun uehm das an, rn ruhiger Selbstsucht der Jugend und düuket euc heldenhaft schon, daß ihr der Butter entsagt und in der Kaffee wohl gar den süßenden Zucker entbehrt! daß euc Theater und Kino zu seltenen Genüssen geworden und ih den Kuchen nur noch in wenigen Fällen genießt' Ueberdeirkt einmal in Ruhe den Laus eures Tages, wi vrer zu. fordern ihr wißt und was dagegen zu — geben! * ** D r e Wochen Märkte beginnen vom 15. d. Mts. ab um 7 Uhr vormittags. ** Städtische V e r k a u f s h a l l e sollte man, wie man uns schreibt, das alte Schulgebäude an der Neustadt nennen, denn als solche hat es sich in der Kriegszeit vorzüglich bewährt. Die Lage des allerdings unmodernen Baues, der noch aus Fachwerk besteht, ist als Geschäftslage für die Lebensmittelbranche die beste, die man sich denken kann, und^der Erfolg eines leistungsfähigen Geschäfts würde selbst im Frieden nichts zu wünschen übrig lassen, wenn ein tüch- riger Geschäftsmann die Neugründung eines großzügig geleiteten modern arbeitenden Unternehmens in die Hand nehmen würde. Was ist nicht alles seit Kriegs beginn in dem alten Schnlhanse verkauft worden. Das Geschäft hat sich unter der Leitung des Stadtbanmeisters Brau b ach durch die Not sder Zeit veranlaßt, immer mehr entwickelt, und so ist marr neuerdings bei dem Handel mit Schweinefleisch angelangt, der gestern bei seiner ersten Einführung in den Vormittagsstunden ein mehr wie flottes Gepräge aufwies. Blitzsauber sah es in dem zu ebener Erde gelegenen städtischen Fleischerladen aus. Direktor Dr. Mod de hatte seinem Kollegen von der andern städtischen Fakultät zwei äußerst geschickte Fleischaushauer in schneeigen weißen Schürzen zur Verfügung gestellt, die es verstehen, die von unseren Hausftauen verlangten Fleischportrorren fast malerisch herzurichten. Unsere Bewohner sind auf diesem Gebiet recht verlvöhnt, und dem mußte auch die Stadt bei der Fleischabgabe Rechnung tragen, wenn sie der Kritik der Kundschaft sich gewachsen zeigen wollte. Die Auslage, auf dern die zum Verkauf zurechtgemachten Fleichstücke Platz finden, ist ebenso wie der Ladentisch, an dem..bedient wird, mit weißem Wachstuch belegt, so daß der Eindruck, den man erhält, wenn man jetzt die städtische Verkaufshalle betritt, !urn Flersch zu kaufen, sehr appetitlich ist. Verkauft wurden gestern 2 H 2 - Schweine in Stücken von ll/?—4 Pfund mtb darüber. Die Käuferinnen, die aus allen Kreisen unserer Bevölkerung sich zur Abnahme eingefunden hatten, lobten die Qualität des Fleisches und sprachen sich besonders an- erkenriend darüber aus, daß die Ware schön fett ist. ^aben doch die halben Tiere, die ohne Kopf geliefert sind, eine Schwarte von 8—12 Zentimeter Fett. Eine Kochprobe Hut ergeben, daß das Fleisch der Ge fr: erschwer ne äußerst schmackhaft und zart ist und frisch geschlachtetem .Schwei nekoch- flersch rn nichts nachsteht. Die Stadt versüat über 60 halbe Schweine und läßt jede Menge Fleisch abgeben, was für solche Käufer angenehm ist, die das Fleisch pökeln oder räuchern wollen. Morgen Mittwoch vormittag wird der Fleifchverkauf in, der Neustadt fortgesetzt. M Amtliche Personalnachrichten. Der Großh. KreiSrat des Kreises Dieburg, Geheimer Negierungsrat Tr. Wagner wurde mit den Tienstgeschäften eines Ministerialrats im Ministerium des Innern mit Wirkung vom 25. April l. Zs. beauftragt. — Durch Entschließung Großh. Ministeriums' des Innern wurde der Lehramtsrefereudar Hans Fluch zu Mainz zlun Lehraintsassessor ernannt. — Entlassen wurde: Am 1. April die Lehrerin an der Volksschule zu Bieber im Kreise Offenbach, Gertrud S e i b e r z auf ihr Nachsuchen vom 1. Mai 1916 an aus dein Schuldienst. ** Gas- und Wasserwe rk. Die Gasabgabe im Rechnungsjahr 1915 skieg auf 2492 750 cbm, das sind 218 230 cbm = 9,15 Proz. mehr als im Vorjahre. Der Verbrauch der Straßen be leuch tun g ist um 26419 cbm = 8,10 Proz. infolge Außerbekriebschung von Straßenlaternen znrnckgegangen. — Die W asserf ordern n q in Queckborn betrug 1858 356 cbm, der Erguß der Quellen bei Großen-Buseck und im Stadtwalde hob sich auf 294 630 cbm. Der Gesamt-Zufluß bezw. Verbrauch belief sich somit auf 2152986 cbm oder durchschnittlich täglich 5882 cbm — 11,16 Proz. mehr als im Vorjahre. ** Gemüsesamen und Anbau Prämie. Die Stadt Gießen ist bereit, Landwirten nnv Gartenbesitzern, die sich verpflichten, mindestens di-e Hälfte ihrer Gemüseernte an die Stadt oder einen von ihr beauftragten Aufkäufer abzugeben, durch, Lieferung von Samen und Gemüsepflanzm zu unterstützen und außerdem bei Anbauflächen, die mehr als ein Viertel' Hektar Gemüseland ausmachen, bei Ablieferung der Erträge, eine Ausbau- Prämie von 10.— Mark für ein Viertel Hektar zu gewähren Näheres im Anzeigenteile des heutigen Blattes. ^ 1^1 ote ©eroanet! 2 -l-e Ausnutzung der < Wässer zur Nahrungsmittelerzeugung ist auch in diesem Ja allgemeine Pflicht. In nicht allzu stark verunreinigteri Gewässe besonders in stehenden, in Teichm, Dorftümpeln, vor allem < wen, dre dnnghalttge Zuflüsse empfangen, befindet sich eine Me niederer Lebewesen, die Fischen zur Nahrung dienen könn Vielfach fehlt es aber an nutzbaren Fischen, tveil sie keine a sachverständige befragen Die Beratung erfolgt kostenlos dr, Fi scher ei beamte und Fischereivereine. Wlo die zuständige St unbekannt ist, wird sie gerne nackigewiesen vom Deutschen Fischei Verein, Berliii W. 10, Königin-Augustastraße 21. . er , ^ lc 1 ! n k 1 i 18 9 9 geborenen Landsturm- d ' l 1 $ t i g e n der Stadt Gießen niüsseu sich anl 15. Zlpril d. Js. zur Landsturmrolle melden. Näheres siehe Anzeige. ** Einrichtung des ^pargelverkaufs. rvrr ver» iveisen auf die tut Anzeigenteil des heutigen Blattes enthaltene Bekamttnmchuiig der Stadl Gießen über die Einrichtung eines Lpargelverkauss. Bei dein große»! Bedarf an frischen Gemüsen und den billigen Preisen ivird diese Einricht»mg voraussichtlich sich lebhaften Zuspruches enreilen köunen. *" S t a d t t b e a t e r. Airs dein Stadttheaterbureau schreibt >uan: 2lußer dem heutigen Gastspiel mit August Strind^ergs „Ostern", auf das nochinals hingewiesen sei, bringt der Schluß der Spielzeit am Freitag eine Wiederholung von „Logierbesuch", ui der Gutscheine gelten; am Palinsonntag, nachnrittags, gibt es eine Wiederholung von Hebbels „Maria M a g d a l e n ä" und abends eine Älilffiihrung der tragischen Komödie „T r a u m u I u §* üoii Arno Holz und Oskar Jerschke. Auf die letztere Vor- Itellung. die zugleich das letzte Auftreten verschiedener Mitglieder bebeuteh kommen wir noch zurück. Ihre Silberne Hochzeit feiern am 12. April Metzger Nathan Günther und Fra»l Johanna geb. Schönthal. Landkreis Gießen. ltz Leihgestern, 10. April. Auch unsere Schuljugend verzichtet zugunftcm unserer verwundeben und kranker: Krieger auf ihre Oster c i e r. Sie überlieferte dem Roten Ztzreuz zur Verteilung 772 Eier. — Die europäische Sumpf-Schildkröte kam im Feldpostpaket von Kara Oglrckar am Dojran-See in Exemplaren vost V ■, und 2 Pfund schwer gesund hier an. Die Jugend hat ihre Freude au diesen Reptilien. Wie lange ihnen das Klüna und die dlahrung hier bekommt, wird sich zeigen. Zwei Brüder, Reservaten unserer 116er, erzähilen von der Jagd auf die Schildkröten, die dort in großer Zahl zu find-en sein müssen. — Dem Reservisten Georg Brück, jetzt im aktiven Regiment Nr. L16, der vor einern Jahre durch einen Schuß ins Bein verwitjndet war, wurde die .Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. E. St 0 ckhausen , 10. April. Am Samstag, den 8. d. M. morgens gegen r »10 Uhr ereignete sich auf der Drahtseilbahn der Grube „H 0 f f n u n g" dahier ein störender Betriebsunfall. Durch irgend ein Henrnmis auf den Drahtseilen geschah es, daß niehrere laufende Wagen, mit Eisenerzen beladen, aneinander hängen blieben und einen imsörmlichen Klrmrpen bildeten. Fast sämtliche leerlaufenden Wagen wurden an drei verschiedenen Stellen zimr Absturz gebracht und durch den Fall beschädigt. Erst nach acarrmin: Zeit konnte nachmittags der Betrieb aus der Drahtseilbahn wieder ausgenommen werden. Menschenleben sind durch den Unfall nicht zu Sä>aden gekommen. e. Birklar, 11. April. Gefreiter Wilhelm W 0 l f im In- anterie-Regiment Nr. 115 wurde am I. April ziim Ünteroffizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. UI. Utphe, 11 April. Dem Wehrmann Karl Schäfer, Der bei Verdun mitkämpst, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verlieheu. e. U t p h e . 2loril. Dieser Tage fand eine gut besuchte Versaiuiiiliiuq des Flottenvereins bei Gastwirt Wilh. Tag statt. Der Vorsitzende Wilh. Fi Ising er I. eröffnete die Ver- Miumlung. Pfarrer K »i l l m a u n von Berstadt sprach kernige Lsorte über die Flotte unb den jetzigen Krieg. Anschließend gedachte er des Jubiläiims des Feldmarschalls v. Hindenbirrg und lieg ein dreifaches Hoch ans den Feldherrn ausbringen. Sodann hielt Lehrer Biedenkopf eine Werberede. 7 neue Mit rlieder traten' bei. so daß jetzt der Verein in unserem kleine»! Dorf 55 Mitglieder zählt. Der Vorsitzende Wilhelin Filsinger I. schloß die Ver- tamiuluiig mit dem Wunsche, daß der Verein weiter wachsen, blühen »mb gedeihen inöge ur»d daß es bald Sieg und Frieden geben möge. Kreis Schotten. ^ nE> a ^ ' 1K April. Den Heldentod starb a,n a S-IJiar3 1016 der Landwehrmann Kaspar Nuppel von hier. Der Gefallene war 42 Jahre alt und stand kaum 4 Wochen bei dem Landmehr-Regiment Nr. 81 im Felde. Es ist bereits das sechste L.pfer, welches dieser siirchtbarste aller Kriege aus unserem Torfe gefordert hat. E. Laubach, 11. April. Den Heldentod starben Friedrich Jager und Otto Salzmann von hier. Mit ihnen sind es 22 Opfer, die aus unserer Stadt gefallen sind. Kreis Friedberg. d ad - N a uh eim , 11 . April. Gestern traf Prinz r 1 e d r 1 ch L e 0 p 0 l d v 0 n P r e u ß e n zu längerem Kurartfent- halt lner ent. — Begünstigt durch das schöne Frühlingswetter ist der Zuzug von Kurgästen sehr gut. Unter den Angekommenen be- smben sich Gräfin zu S 0 lms-Lau ba ch. Fürst Jos. Chri- sttan zu S t 0 llb erg-Roßla, Graf Kuno zu Stollderg-Roßla Gräfin zu Stollberg-Roßla geb. Prinzessin zu Bsen- burg-Bstdrngen. ,, ^ B a d - N an h e im, 11. Llpril. Ein arrswürtiger Eier- handler wollte entgegen dem Verbot d-es Kreisamtes öas Er nicht unter 20 Pfg, verkaufen. „Fstr 14 Pfg. verkaufe ich dre Erer nrcht, eher schmeiße ich sie ajU sdie Wand, äußerte der Mann zu dem Marktbeamten. Der Händler ^wurde schlreßlrch samt den 100 Eiern, die er bei sich führte, auf das Polizeiamt geMrt. Hier nahm man ihm, als er obige Drohung mit der „Wand" wiederholte, tur^erhcmd die Eier ab, gab ihm 14 Mk. dafür unb verkaufte in wenigen Augenblicken die 100 Eier Stück um Stück für 14 Pfg. ' LI. Bönstadt, 11. April. Dem Kanonier Albert Berenz, Sohn des Handelsnimtnes Adolf Berenz, wurde da« Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. ma O ffenbach, 10. Aprrl. Die All g e m eine hessische Beamtensterbekasse, der alle Klassen der hessischer: Staats- Städte- und Gemaindebeamten angehören, hielt gestern hier unte dem Vorsitze des Geh. Oberbanrats I m b 0 t h - Darmstadt ihr 14 Jahresversammlimg ab. Das Ergebnis des abgelanferver Wahres war, wie der Vorsitzende betonte, günstig, obgleich de .Kursrückgang der Wertpapiere infolge des Krieges den Abschln! stark beeinflußt hat. Die Kasse zählt über 2200 Mitglieder mi einer Versrchernngsftmrme von 1489 896 Mk., eine Prämien-Re serve von 215 847 Mk., eine Gewinn-Reserve von 50 739 Mk und eine Sicherheits-Reserve mn 24 000 Mk. Infolge des güu sttgeir Abschlusses konnte auch diesmal eine Dividende vvn 31 »/ festgesetzt werden. In den Jahren 1914/15 sind 12 Mitgliede rn folge Teilnahme am Kriege gestorben. Die gezahlten Sterbe Llder chettagen rmrd 8000 Mk. gegen 17 500 Mk. im Vorjahre Als nächster Versammlungsort wurde Gießen bestimmt c. r d) - Zi.N6.en, 10. ApA. Vor vielen Wochen vermißte eir lstestger Wern Händler senren Trauring. Er komlte sich den Verlust nicht erllärm. Jetzt erhiekt er ihn mit einem Schreibm dabe von ernem Truppenteil aus demr Felde zurück. Man hatte der Rrng in einer Krste mit Flaschmwein, die dew Truppenteil zuge gangm war, gefundm. Kreis Wetzlar. ^ Lehrer Jäger, zurzeit mi der Verwaltung der Schule rm nahm Salzböden bcauftvagt, wurd mit dem Eisernm Krmz ausgezeichnet. ra. O b e r kle tu ,11. April. Lehrer Dallinger lnerselbs ttntt auf sein Ansuchen mct Schluß des Schuljahres rn den Ruhe stand. Unter dm schwierigstm Verhältnissm (Halbtagsunterricht hat der verdienstvolle Mann volle vier Jahrzehnte unserer Schul vorgestanden. Der HohmzoUernsche HMlsovden wurde dmr be Zapften Lehrer bereits vor einigm Wvchicn übermittelt, von eine Abschredsferer hat man Abstand genonrmm. Hessen-Nassau. ][ Marbürg, 11. April. Im nahen Dorfe Marbach gingen anr Sonnabend dem Landwirt Johannes Naumann einen: etwa 60 Jahre alten Mann, zwei Kühe durch Als er mit ausgebreitetm Amnen eines der Tiere anil-alten wollte wurde er Fon diesem! so zu Boden geschlendert, daß er bervußtlos in die Mmrk gebracht wurde, wo er an dm Folgen einer Ge Hirnverletzung in der folgenden Nacht starb. — Ans Lebensüb.'r- drilst grng gestcm abend in der Nähe der Elisabethkirche eine ältere Witwe von hier in den Mühl grab m mrd ertränkte sich Die Leiche wurde heute früh gelandet. Ihr Gatte hat vor Jabrm ccux^ tnrrcö SeWstmvrdjgeendet. — Die für den 12. April in Drsiyansen kund den folgenden Dag in Marburg angesetzten Schweine- Vtärtte fallen aus. ---Frankfurt a. M., 10. April. Welche Kräfte und Mittel der 'Krieg nwbil macht und nrit welcher Findigkeit man sie zu wecken vermag, davon legt die in der nächsten Zeit hier zur Ausspielung kommende Verlosung rühmliches Zeugnis ab. Um eine bestimmte Abteilung der Kriegsfürsorge weiter unterhalten zu können, schenkte die Vorsitzende dieser Abteilung, Frau von Mumm, dem Ausschuß aus ihrem Privatbesitz ein Brillanten Halsband im Werte von 80 000 Mark mit der Bedingung, den kostbaren Schmuck zu verlosen. Das Vorbild ivirkte. Dieser ersten Gäbe folgten bald andere Spenden von ebenfalls hohem Werte, so daß bis jetzt mehr als 1000 Gewinne im Werte von 80 000 Mk. bis zu 20 Mk. zur Verfügung stehen. Der Staat hat die Verlosung bereits genehmigt. = Frankfurt a. M., 11. April. Aus ein von allen bürgerlichen Parteien Frankfurts dem früheren Kommandeur des 18. Armeekorps, Generalobersten von Eichhorn zu dessen Militärjubi- laum zugegangenes Glückwunschtelegramm erwiderte der Jubilar durch folgendes Telegramm an Justizrat Dr. Joseph: „Verehrter Herr Justizrat! Tausend Dank sür Ihre Zuschrift und den mich ehrenden Telegrammentwurs. Ich bitte, meinen herzlichen Dank allen zn übermitteln. Frühlingssonne scheint jetzt auch hier. Sie macht uns alle fröhlich. Ihr erg. von Eich hör n." e. Frankfurt a. M., 10. April. Große Ticrtrans- porte für den Zoologischen Garten trafen in letzter Zeit wohlbehalten hier ein und haben dein Institut sehr benrerkens- werte Schaustücke zugeführt. Durch Verkäufe überzählig gewordener, größtenteils hier gezüchteter Tiere, war es möglich, eine Anzahl größere Anschaffungen *u machen. Besonders eine Reise des Direktors nach der Großtierhandlnng von L. Ruhe in Alfeld a. d. L. führte zur Erwerbung einiger großer Seltenheiten. In erster Linie muß ein, vor dem _ Kriege von der Firma Ruhe ans Südafrikas importierter prächtiger Kudu-Bulle, zurzeit der einzige in Deutschland, hervorgehoben werden. Me Art war in einem erwachsenen Exemplar bisher noch me im Besitz des Frankfurter Gartens und gilt überhaupt als eine der größten Seltenheiten) des Tierhandels. Ter zu den „Drehhörnern" gehörende Große Kudu ist eine der stattlichsten, dabei elegantesten und schönsten Antilopen. Der Bulle ist durch den majestätischen Schmuck seines prächtig gewundenen Gehörns eine der begehrtesten afrikanischen Jagdtvophäen. Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich vom Kapland fast über den ga'nzen Osten Afrikas bis in die Nilländer und westlich über Deut schsüd west bis Guinea. Der seit Frühjahr 1915 „verwitwete" Böhms - Z e b r a - H en g st — Selim — hat den Garten verlassen und seinen Platz einem prachtvollen jüngeren Paar 'Zulu-Zebras geräumt, die einer hier noch nicht gesehenen Unterart angehören. Auch sie stammen von dem letzten, vor Kriegsbeginn in Alfeld ein getroffenen Südafrika-Import. Ein van Ruhe aus dem Himalaja in einem stattlichen Widder importiertes Wildschaf ist das Kreishornschaf, das gleichfalls für Frankfurt neu ist, ein übermütiges, lebensprühendes irnb kraftstrotzendes Tier, das durch seine Munterkeit und seine staunenerregenden Kapriolen bald ein Liebling des Publikums werden dürfte. Außer diesen von Garten erworbenen Tieren stellte die Firma Rühe ein Sjxeifengnu und einen mächtigen Wäpitihirsch ein, der einer anderen als' der hier schon vertretenen Lokalform angehört. Provinzial-Ausschutz der Provinz Obcrheffen. Kz. Gießen, den 8. April 1916. 1. Der Klage der Heinrich Klein Ehefrau, Elise geb. Maus, gegen den wa n d er g ew er b e schei n ve r- sagenden Bescheid des Groß herzoglichen Kreisamts Gießen vom 19. Januar 1916 wurde, insoweit die Erteilung des Wandergewerbescheins' für die Ehefrau in Frage stand, stattgegeben und zu Recht erkannt, daß der beantragte Wandergewerbeschein für die Ehefrau Klein für 1916 zu erteilen sei. Soweit es sich um Mitführung des Ehemannes handelte, blieb der oben aug^ogene Bescheid des Großherzoglichen Kreisänrts in Kraft. Die Kosten des Verfahrens fielen der Gesuchstellerin zur Last, und der Wert des Streitgegenstandes wurde auf 200 Mark festgesetzt. 2. Gemeinderechner Weck zu Hungen war bei der Gemeinde für besondere Dienstleistungen um eine entsprechende Vergütung ein gekommen, die jedoch abgelehnt wurde und wodurch der Genannte zuerst Klage an den Kr eis ans schuß des Kreises Gießen eingereicht- hatte, der diese wegen verspäteter Einreichung zurückwies. Hierauf verfolgte Weck Berufung an den Provinzialausschuß, der derselben stattgab und unter der Feststellung, daß die Klage des Rechners Weck gegen die Gemeinde Hüngen innerhalb der durch Art. 98 der L. G. O. gesetzten Frist erhoben worden sei, die Sache zur nochmaligen Verhandlung und Entscheidung über die Berechtigung und die Höhe des erhobenen Anspruchs selbst an den Kreisausschuß znrückverwies. 3. Die Klagesache des Ortsarmenverbands Paderborn gegen den Ortsarmenverband Schlitz wegen Erstattung von Armenpflegekosten für den Former Karl Hantke aus Königsberg wurde von der Tagesordnung abgesetzt, da Verhandlungen wegen Zurücknahme der Klage im Gange sind. vermischtes. Die Zeitungen in der Kriegszeit. Berlin, 10. April. Die Zeitungsliste deS Reichspostqebietes für 1916 weist neuerdings 1255 Zeitungen und Zeitschriften aus, die infolge der Kriegszeitläulte ihr Erscheinen einstellen mußten. Die Gesamtzahl der seit Kriegsbeginn eingegangenen deutschen Zeitungen und Zeitschriften ist damit auf 3000 gestiegen. * * Berlin, 11. April. Infolge einer Windhose kenterte gestern unweit der Stadt Brandenburg auf der Havel die mit e l s Personen besetzte Dacht „Hetta". Zwei Frauen und zwei Männer ertranken. Tie anderen Insassen konnten sich retten. * Der Kamps um die Friedensmadonn a. Im Gebiete von Otrantino nahe von Lecce in Apulien hat sich eine Bewegung gebildet, die für die geistige und seelische Verfassung des italienischen Dauerntumes recht bezeichnend ist. Wie wir ernem Berichte der Neuen Zürcher Zeitung entnehmen, geht bie ganze Angelegenheit auf den angeblichen Traum eines achtzigjährigen Bauern der Gegend zurück. Der Alte will die Madonna gesehen haben, die ihm befahl, sich nach dem Gehöfte Pasulo zu begeben und dort cm einer bestimmten Stelle in einer Erhöhung bei einem Gebäude den Bogen auszugraben. Zuerst würde er Steinplatten, dann menschliche Gebeine und zu unterst eine Kapelle mit dem Bilde der Friedensmadonna finden, und sobald dies Bild aufgesunden sei, werde der europäische Krieg anfhören. Das gedachte Gehöft gehört einem sehr geschätzten, in Berlin, Wien und Paris ausgebildeten Arzte, dem Tr. Villani. Kaum hatte der 2llte seinen Traum bekannt gegeben, als die Bauern bereits von allen Seiten herbeftiefen, um die Ausgrabungsarbeiten zu beginnen, lind nun führten diese wirklich zu positiven Ergeb- lttffert: man entdeckte Gebeine und stieß auf einen Begräbnis platz, dessen zertrümmerte Steine zusammen mit den Mauern einer alten Krypta nach Ansicht der Archäologen zu der im 14. Jahrhundert zerstörten Kirche des Fleckens Pasulo gehören. Tie Kirche war also aufgesunden, das Bild der Friedensmadonna aber noch nicht, und da die Fortsetzung der Ausgrabung den umliegenden Baulichkeiten gefährlich zu werden drohte, so wehrte sich Tr. Villani gegen sie und ließ Mauern und sein Gehöft aufrichten. Eskalierte aber nur einige Nächte, da schickten die Bauern sich schon wieder an, die unterbrochene Arbeit fortzusetzen. Jetzt begann ein Kamps zwischen dem Arzte und Mischen den religiös erregten Laudleuten, unter denen nach und nach ein gewaltiger Haß gegen Villani entstand. Die Behörden traten aus^ festen des Arztes: eine ganze Truppe von Karabinieri und Soldaten wurde auf- geboten und mehrmals kam es zu scharfen Zusammenstößen zwischen diesen und den Bauern, mit denen auch ein paar hundert Frauen gemeinsame Sache macksten. Der Humor der Sache mm — lvenn man in diesem Falle das Shgkespearesche Wort passend gebrauchen kann — liegt darin, daß die Bauern und Bäuerinnen chließlicl) Meister blieben. Der Präfekt gab nach und versprach die Ausgrabungsarbeiten zur Auffindung des heftigen Bildes fortsetzen zu lassen. Auch hat sich bereits ein Frauenausschuß ge- bftdet, der Gelder sammeln will, um Dr. Vftlam für etwa ihm entstehende Nachteile zu entschädigen. Darauf scheinen sich vorläufig die Gemüter der Bauern von Otrantino beruhigt zu haben, und nun bleibt abzuwarten, ob man das Bild der Friedensmadonna finden, und ferner, ob die Auffindung dann auch die verheißene! Wirkung haben wird. * Wie man heilte von Moskau nach Petersburg reist. Tie Reise von Moskau nach Petersburg, die sönst in einigen Stunden zurückgelegt wird, ist unter der: heutigen Verhältnissen, wie die „Rußkija Wjedomosti" erzählen, eine recht chwicrige Angelegenheit. Eine gewisse Protektion stt überhaupt erst erforderlich, um eine Fahrkarte für einen bestimmten Tag zu erlangen, und dann kann es auch noch Vorkommen, daß der Zug an dem vorgesehenen Tag gar nicht abgeht. Problematisch ist alles, was mit der Fahrt von Moskau nach Petersburg zusammenhängt, da der Waggonmangel noch immer vorhanden ist und alles verfügbare Besörderungsnraterial in den Dienst der Lebensmittelzufuhr gestellt werden nmß. Daß es dabei, trotz der anscheinend strengen Ueberwachung, jetzt dennoch nicht ganz ohne Verschiebungen fraglicher Art zugeht, versteht sich in Rußland ganz von selbst. Eine Reise ohne Hindernisse gilt als gewonnenes Lotteriespiel. Aus dem Bahnsteig in Moskau sind immer Gruppen von Enttäuschten anzutreffen, die sich in der Hoffnung wiegten, den Weg nach Petersbrrrg zurücklegen zu können, und sich nun mit ihrem Gepäck zurückgelassen sehen. Es hilft auch gar nichts, wenn der Reisende sich einen teueren Platz im Schlafwagen sichert. Er kann mit der Fahrkurte in der Tasche doch sitzen bleiben und zwar nicht einen Tag, sondern mehrere. Auchl der Prozeß der Fahrkartenerlangung ist sehr kompliziert. Erst muh auf dem Polizeibezirk ein Erlaubnisschein eingeholt werden, dann beginnt die Reihenfolge am Eisenbahnschalter, die eine solche lange Kette bildet, daß ihre letzten Glieder gewöhnlich vor lauter Müdigkeit und Erschöpfung ihren Platz aufgeben, um nicht kraftlos hinzusinken. Wer in diese Lage kommt, hat nun am folgenden und etwa nächstfolgenden Tage dieselbe Qual durchzumachen. Am Schalter werden jedoch noch keine Fahrkarten nach Petersburg verkauft, und der Beamte fragt erstaunt: „Wissen Sie denn das noch nicht?" Es wird nämlich nur eine Karte mit laufender Nummer verausgabt, die zum Empfang einer Fahrkarte aus dem Balwsteig selbst berechtigt. Mese Bftlettverteilung beginnt erst eine Stunde vor Mgang des Zuges. Bis dahin weiß niemand, ob es ihm beschic- den sein wird, mitzukommen. Wieviel ist von der Bestechlichkeit auf den Eisenbahnen gesprochen und geschrieben worden, und schließ - lich dankt jeder Gott, wenn er das Fahrgeld um 5, 10 und auch 15 Rubel erhöht und sich durch einen Agenten den ersehnten Platz in einem bestimmten Zuge an einem bestimmten Tage verschafft. Diese Fachmänner wissen schon durch verschlungene Wege das Ziel zu erreichen, und alle Theorie, alle guten Vorsätze werden zu Wasser angesichts der Möglichkeit, am Äbeird von Moskau abzureisen, anstatt viele Tage auf die löbliche „Reihenfolge" zu warten, von der noch niemand die eigentliche Bedeutung ergründet hat. * Tatsachen,dies ür sichselb st sprechen. Angesichts der nach wie vor höchst ungeordneten Zustände in der französischen Heeres- und Zivilverwaltung setzt Louis Forest im „Matin" sein gegen die Fehlgriffe der Regierung gerichtetes Frage- und Antwortspiel' fort: „Trotzdem es sehr begreiflich ist, daß die Armee unter anderem auch aste möglichen Eisenbestandtefte in Massen requiriert, ist es doch! nicht verständlich, daß man uns im Lande nickst einmal mehr genügend Schuhnägel übrig gelassen hat. Was haben Sie davon, wenn man, wie ich, vier Kinder hat, dereU Schuhe schließlich doch einmal neu genagelt werden müssen? — Ich halte diese Beschwerde für um so .gerechtfertigter, als die Kinder durch das viele Soldatenspielen ihre Schuhe setzt noch schneller abnützen als im Frieden. . ." „Ein Wagen der Schlafwagen gesell schuft wurde in einen Sanitätswagen nmgewandelt. Unter anderem liegen auch ständig 300 neue Hemden bereit. Sowie ein Verwundeter in den Wägen gebracht wird, reicht man ihm eines dieser ftischen Hemden, doch bevor er den Wagen wieder verläßt, muß er es zurückgeben, um wieder das alte, schmutzige anzuziehen. Was halten Sie davon? — Ich denke, daß dies mehr als lächerlich, aber insofern verstcnMich ist, als unser Gesetzbuch Hierfür keine Bestimmung vvrfieht v ." „Ein Mann geht zur Steuerbehörde, um ordnungsgemäß die Höhe seines Einkommens anzugeben. Als er die Fra^e, ob er Kinder habe, bejaht hat, verlangt der Beamte die diesbezüglichen Dokirmente. Und da der Mann sie nicht- bei sich hat, wird er nach Hause geschickt, uml sie zu holen. Doch nachdem er den weiten Weg zweimal gemacht hat und die gewünschten Papiere vorlegt, begnügt sich der Beamte, zu nicken,-ohne auch nur einen Blick aus die Dokumente zu werfen. Was halten Sie davon? — Ich denke, daß der Beamte zu jener großen Gruppe französischer Staatsangestellter gehört, die in der Steuereinziehung weniger eine fiskalische Maßnahme, als ein Mittel zum Quälen des Publikums erblicken. . ." „Bereits vor langer Zeit befahl eine Mftitärverordnung, daß jedes neugebftdete Regiment seine Musikkapelle haben solle. In pflichtschuldiger Erfüllung dieser Anordnung beeilte man sich, Militärkapellmeister und Militärmusiker einzustellen. Aber trotzdem schon drei Monate vergangen sind, konnte noch keine einzige Note gespielt werden, da man hierzu ja «cht nur Musiker, sondern auch Instrumente braucht. Tie letzteren aber sind bis heute noch nicht zur Stelle. Was halten Sie davon? — Ich erlcrube mir zu prophez-eien, daß in Kürze ein Zirkular erscheinen wird, das die Mllitärmusik verbietet, und daß sich am selben Tage sämtliche Musikinstrumente einsinden werden..." Vüchertisch. — Eine kräftige Schützengrabenkost sind die „Vergessenen Dichtungen" in Frankfurter und Sachsen Häuser Mundart, welche zum Preise von nur Mk. 1.— soeben in Ludwig Ravensteins Verlag (Frankfurt a. M.) erschienen. Besonders die derbhumorfttischen Langenschwarzschen Arbeiten, welche militärische Einrichtungen zur Zeit der freien Stadt Frankfurt behandeln, fordern zmn Vergleich mit der Gegenwart heraus, so die französische Einquartierung in Sachsenhausen (1792), der Frankfurter Rekrut von 1839 und Herr Bimbler in der Nachtkapp (bei der Revolution 1848). Die gemütlichen Zustände in den früheren Frankfurter Schulen finden im Sachsehänser Exame beim Schullehrer Sägbock und dem bekannten „Grass, wie er leibt und lebt" originelle, humorvolle Schilderung. Auch die sonst im Merkchen enthaltene Auswahl bringt so viel Humor, daß sie gewiß jedem im Felde Stehenden ans Frankfurt a. M. und Umgegend gebürtigen Vaterlandsverteidiger einige lustige Stunden bereiten wird. — München und das Bayrische Hochland. Der Münchener Fremdenverkehrsvereln bringt mit einer reizvollen neuen Schrift dem reisenden deutschen Publikum München und das Bayrische Hochland in Erinnerung. Kein Geringerer als Fritz von Ostini hat den Tert geschrieben; er zählt aber nicht bloß die „Hauptstücke" aus, sondern schildert mit liebevoller Eindringlichkeit die unendlich mannigfaltigen Schönheiten und Sehenswürdigkeiten, die in München wie im Bayrischen Hochland mehr oder weniger noch unbekannt geblieben sind, und regt auf diese Art in verdienstvoller Meise das „Abseits-vom-Wege°Wandern" an, das unsere natur- und kunstsreundlichen Altvordern weit mehr geübt haben als wir. ..JJi—'ül . - -- Briefkasten -er Redaktion. Muouyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.» Leutn. v. Tie Bestimmung, wonach hessischen und in hessischen Regimentern kämpfenden Offizieren nach Verleihimg des Eisernen Kreuzes 2. Klasse ohne weiteres auch die H-esstsche Tapserkeits- medaille verliehen wird, hat insofern eine Ergänzung erfahren, als jetzt bestimmt ist, daß sich der betreffende Offfzrer nach Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse e r n e u t vor dem Feinde ausgezeichnet hat. Ter Airtrag wegen Verleihung der Hessischen Tapferkeitsmedaille ist vom Truppenteil zu stellen. Die Instandhaltung der Mietwohnungen durch den Vermieter. § 536 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bestimmt, daß der Vermieter verpflichtet ist, die Wohnung während der Mietzeit in einem gebrauchsfähigen Zustand zu erhalten. Vielfach ftt die Ansicht verbreitet, daß die durch den Krieg geschaffenen Verhältniiie eine andere Rechtsauffassung zuließen. Nach wie vor hat der Vermieter — sofern nicht durch besonderen Vertrag etwas anderes bejtrmmt ist — alle Mängel, welche durch gewöhnliclw Abnutzung bezw. ohne Verschulden des Mieters entstanden sind, zu beseitigen, wloit auch dann, rann der Mietpreis infolge des Krieges nmuffsigt wor den ist. Wenn in dieser Zeit auch alle Sonderwünsche der Mic ter zurückgestellt werden müssen, so erscheint es doch, schon »m Interesse unserer Gewerbetreibenden, wünschenswert, mit n o t wendigen Neuherrichtungen von Wohnungen mcht allzniehr zurückzuhalten. , , . Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Ainnuom, vea 12. April 1916. Zunahme der Bewölkung, zeltweise leichte Niederschläge, tags wann, ilachts kalt._ _ Letzte Aachrichten. Die neuesten Erfolge im Westen. i. Köln, 11. 2lprft. Der Sollderberichtcrstatter der „Köln. Ztg." auf dem westlichen Kriegsschauplätze meldet, daß durch die Einnahme von Bethincourt der letzte Rest der ursprünglicher? französischen Linie vor Verdun in unsere Hand gefallen ist. Vom Walde von Avveourt bis zur Cote Lorraine bei Champion haben wir die Front in einer 70 Kilometer langen Lirric eingedrückt und stellenweise ans mehr als 8 Kilometer Tiefe. Man vergleiche damit die gewaltige französische Septemberoffensivc. Günstig gerechnet bedeutete sie eine Frontverschiebung twn 25 Kilometer Breite und viel geringerer Tiefe. In der Champagne war das franzö sische Vorrgehen gleich nach dem ersten überraschenden Ansturm zu Eli de. Bei Verdun dringen wir seit Beginn der Offensive rm- aufhaltsam Schritt ffir Schratt vor. Rotterdam, 11. April. „Meuwe Rotterdamsche Eourant" schreibt zu den Ereignissen vor Verdun: Nachdem die Franzosen von Haucourt ihren linken Stützpimkt der Stellung anc Forgesbache verloren haben, räumen sie jetzt auch, wie sie selbst zngestehcn, den östlichen Endpunkt ihrer Stellimg bis Smucmm. Tie Abbröckelung der französischen Front schreitet dadurch weiter. Mit ihrer neuen Methode, welche darin besteht, Einonch>tiurgen in die Front hineinzndrücken, und dann von dort durch Flanken- angrifs den Feind zn zwingen, die durch die Eiubrrchllmgen ent-i standenen vor springenden Stellungen zu räumeu, gelang es den Deutschen, die Franzosen aus der wichtigen Stellung zwischen Malaucourt mrd Bethincourt heranszuwerfen. Das Ergebnis ist, daß die Deutschen seit Beginn ihrer Offensive gegen Verdun die ftanzöfische Froirt ivestlich der Maas in einer Breite von über 10 Kilometer rurd einer Tiefe von vier bis acht Kilometer zurückdrängen konnten. Zwar sei dabei nur ein Teil des Vorgclärrdes der Festung dem Verteidiger verloren gegangen, aber die Bewegung, die noch immer im Gange sei, gehe in einer für die Franzosen verkehrten Richtung weiter. Deutsche Haubitzen für die Schweiz. Zürich, 11. Llpril. Wie die „Zürcher Post" erfährt, trifft in den nächsten Tagen die erste deutsche Sendung der von Deutschland an die Schweiz zn liefernden 15-Zentimct er-Haubitzen nebst Munition dort ein. Es handelt sich um neue Geschütze nwdernster 2lrt, wie sie in der deutschen Armee Gebrauch sind und sich bei den bisherigen Erfahrungen des Krieges vorzüglich bewährt lzaben. Die hervorragende Leistungsfähigkeit der dwftschen Waffen.- industrie, führt das Blatt * aus, die nicht für den ungeheuren Bedarf des eigenen Landes Mi sorgen hat, sondern auch die Möglichkeit besitzt, schwere Artillerie iirs Ausland abzugelwn, kommt hierbei deutlich! zum Ausdruck. Angesichts der Tatsache, daß im Vierverband Munitionssorgen nack> in erster Linie stehen, in Lmcdon, Paris, Rom unb Petersburg eigene MunitionSnrmiste- rien gebildet werden, muß das ganz besonders überraschend I vir kan. — Die die „Neuen Zürcher Nachri-chtew' erfahrcar, sollten die Haubitzen zuerst bei den Crcuzot-Weckken in Auftrag gegeben werden. Diese lehnten jedoch ab mit der Begründung, daß sie jetzt nickst in der Lage seien, Lieferungen ins Arrsland zu machen. Französische Befiirchtungen einer neuen deutschen Offensive. i. Köln, 11. April. Laut der „Köln. Ztg." meldet der „Corriere dela Sera" aus Paris: Man erwartet innerhalb kurzer Frist eine neue deutsche Osfensive im Norden und eine großeSchlachtanderDser. Zwischen Mer und der Nordsee sei auf deutscher Seite zahlreiche Artillerie herangeschafft worden und gewaltige Verstärkimgen an Trirppen se^en in den belgischen Städten hinter der Front angesammelt. Die Sa'nitätvmannschaften seien in neuester Zeit verdreifacht worden. Die Wahrheit über Litte. Paris, 11. April. Im „Petit Journal" wird mit b:nn'crkcns-» werter OffenWt ein Auszug aus einer Lftler Zeitung gebracht,- in dem eine Lftler Einwohnerin Angaben über die Verhältnisse in Bille unter deutscher Herrschaft macht. Sie waimt davor, den überall umlaufenden wilden Gen'ichten zu glauben. An gewissen Lebensmitteln sei ja Krrappheit nngetreten, aber die Bevölkerung leide keinen Hunger. Venizelos gegen den König Konstantin. Athen, 11. April. Die neue Agitation, die Venizelos begonnen hat, nimmt unter seiner Leitung einen Charakter an, den man in anderen Ländern bedrohlich nennen konnte. Zu seiner neu gegründeten eigenen Wochenschrift ist eine weitere Tageszeitung getreten. Von jetzt ab iverden alle Sonntage Volksversammlungen in Anstalten, Theatem von Atheir und Piräus ab gehalten, in denen die Treuesten der Venizelos-Ge- treuen zum Volke sprechen werden. Ter Sturz des gegenwärtigen Kabinetts ist das direkt eingestcrndene Ziel dieser 2lgitation. Der Uebergang zur Entente mit Waffengewalt ist die uneingestandene Absicht. Aber die Regierung hält sich ivacker. Lllle Millionen, die ihr die Franzosen angeboten haben, lehnte die Regiernrng noch wegen der Bedingungen, die daran gekuüpft sind, ab. Als solche Bedingungen werden genannt: Griecheulmrd soll den Franc zum Parikurse nehmen: es soll versprechen, keüresfalls zu Ungunsten Frankreichs und Englands mis der Neutralität heraus- zutreten, und was das wichtigste und unmöglichste ist, es soll mit der Zahlung der ersten Rate demobftisieren. Der französische und der englische Gesandte verhandelten mit Skuludis hieri'iber, stets aber erfolglos. Jetzt ist ein neuer Diplomat mcs Poais angekündigt, der Griechenland mit Gold bezwingen soll. Deutschlarld um Geld anzugehen, kann die Regierung, wie ein Staatsmann offen cinrämnte, nicht wagen, wett unerträgliche Repressalien von seiten der Entente folgen würden, die dies als ein heimliches Einverständnis mft dem Vierbund betrachten würde. Anarchistische Mordpläne? Basel, 11. April. Dem Pariser „Journal" wird aus London berichtet Nach einem Telegramm aus Chicago hat man in einer Stadt ein anarchistisches Komplott zur Ermordung aller europäischen Staatsoberhäupter entdeckt. Eine formelle Erklärung des General-- staatsanwalts bestätigt, daß die Liste der Opfer mit dem Zaren und dem deutschen Kaiser begonnen habe. Wichtige Bettenfrage bei Materialmangel. Erst recht ist es jetzt, wo fast keine Pftauzendmmen (Kapok) und keine Roßhaare vorhanden, also Kapokmalratzen fast so teuer wie Roßhaarmatratzen sind, eine Notwenoigkeit, meine 3teil. Matratzen „Stabil", Patentamt!, gesch. unter Nr. 420 684 (Zusatz Verbesserung beim Patentamt angemeldet), in Llnwendung zn bringen. Noch genügender Vorrat in Kapok mit : 'onl^arüber- lage ermöglichst, die Vorzüge des gesunden Lagers einer R.stwanr- matratze zn erreichen. Jederzeit in Roßhaarmatratzen umznändern. 2luch Kapoküberlage mit Einlage billigeren Biaterrals gibt seit Jahren bestbewährte rmd mxfy billige Bdatratzen. Hosuwbel- und Betten fabrrk Th. Brück, Gießen, 2936 Unübertreffliche Neuheiten der deutschen Frühjahrs-Mode bieten auch jetzt wieder die Marken „Herz" und „Ringia". Vornehme Einfachheit, beste Paßform, gediegenes Material. Konfirmanden-Stiefel Box-Calf und Chevreau mit und ohne Lackkappen. Halbschuhe Lackleder, Chevreau und Box-Calf mit und ohne Lackkappen. Schuhhaus L. SÜSS Marktstr. 9/11. 2940a Wettergasse. Beachten Sie meine 8 Schaufenster. T " Ls. j;.._; Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom liebsten, was man hat, mnß scheiden. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. Hiermit erfüllen wir die traurige Pficht, Verwandte, Freunde und Bekannte von dem schmerzlichen Verluste unseres lieben, einzigen Sohnes, Bruders und Schwagers Heinrich Ruth Musketier im Infanterie-Regiment Xr. 117 Inhaber der hessischen Tapfcrkeitsmedaille geziemend in Kenntnis zu setzen. Seit Kriegsausbruch im Felde, fand er am 13. März, nachts um 11 Uhr, auf einem Erkundigungsgang den Tod durch eine Infanteriekugel im Alter von 22 Jahren. Daubringen, den 10. April 1916. Die trauernden Hinterbliebenen: Johannes Ruth und Frau Familie Stein Familie Hilberg. Hier trennt die Welt; was heut sich liebend fand, dehnt morgen sich nach Blick und Wort vergebens; Es drängt sich zwischen Seelen, Meer und Land Und starrer noch das Machtgebot des Lebens. Der Himmel sammelt, was die Welt zerstreut; Wir werden bei dem Herrn sein allezeit. 08944 Wlr können Dir nun nichts mehr bieten, Mit nichts mehr Dich erfreu'n. Nicht eine Hand voil Blüten Aufs kühle Grab Dir streu'n. Du gingst von uns mit frohem Herzen Und hofftest auf ein Wiederseh'n, Doch gröber sind jetzt unsere Schmerzen, Da dieses kann nicht mehr gescheh n. Du warst so gut. Du starbst so früh, Wer Dich gekannt, vergibt Dich nie. Du gutes Herz, ruh still in Frieden, Ewig beweint von Deinen Lieben. Nach 9monatlicher treuer Pflichterfüllung starb infolge einer schweren Krankheit am 31. März im Feldlazarett unser lieber, treuer, hoffnungsvoller und einziger Sohn Heinrich «rock Musketier im Res.-Jnf.-Rgt. Nr. 224, 8. Komp. im blühenden Alter von 21 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Kröck VII. und Frau Marie Kröck. Familie Karl Kröck II. Familie Ludwig Hartmanu II. Familie Ludwig Kröck XII. Heuchelheim, den 1L April 1916. [2947 Auf dem Felde der Ehre erlitt am 19. März ml Alter von 19 Jahren unser geliebter Sohn und Bruder Ernst Schmidt Gardist im Ins. Regt. Nr. 115. 3. Komp., den Heldentod für'S Vaterland. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Andreas Wilhelm Schmidt und Frau. Dorf-Gill, den 11. April 1916. . 08959 Wiedersehn war seine Hoffnung! Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß der liebe Gott unser liebes Töchter- chen und Schwesterchen 08955 Mariechen im Alter von 2 1 /* Jahren zu sich genommen hat. In tiefer Trauer: Familie Eiscnhuth. Metzen [Frankfurter Sir. 30), den 10. April 1916. Die Beerdigung stndet Mittwoch, den 12. April, nachm. 3V« Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. sofort vorn Lager lieferbar, offeriert Asterweg 53 Ludwig Lazarus Photograph. Apparate !! der ersten deutschen Firmen !! Klapp-Kameras * Feld-Kameras ♦ Projektions-Apparate - Kopiermaschinen Sämtliche Bedarfs- m für die Photographie fMotutArfiM , Photogr.- Alben | zum Einkloben und Einstecken der Bilder für alle Formate Postkarten Alben Platten nnd Films verschied. Fabrikate ln Jeder Preislage empfiehlt Medizinai-Drogerie zmm Kpsuzplatz SPEZIJtL-Plf©¥@«liJiys Fernsprecher 706 Kreuzplatz 9 Fernsprecher 708 ^ Alle Arbeiten werden prompt nnd gut ansgeführt! -Wz Nach 19 monatlicher treuer Pflichterfüllung starb infolge seiner am 2. März erlittenen schweren Verwundung in» Festungölazarett zu Mainz am 8. April den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebter Mann, unser UeberVatcr,Bruder, Schwager und Onkel Zoham .pciuridj Kraft Gefr. imPionier-Bataillon21,l.Komp. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Freu Kath. Straft nebst Kinber. Gieben [Seltersweg 38), den 10. April 1916. Die Beerdigung findet am 12. April, nachmittags 3 Uhr, vom neuen Friedhof aus statt. [2946 Giessener Paedagogium Individueller Unterricht in kleinen Klassen SextarOberprima. Arbeitsstunden unter strenger Aufsicht. Vorbereitung auf Einjährigen-, Primareife- u. Abiturientenexamen Kinder unt. 11 Jahr, sind durch d. Besuch des Paedagogiums von der öffentlichen Schulpflicht lt minister. Verfüg, befreit Schülerheim in groß. Park. — J