Nr-84 Der «etzeaer 2«zei-er erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SicheverFamMrublätter; zweimal wochentl.Ureir- dlatl für den Ureis Stehen (Dienstag und Freilag): zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitsragen Fernsprech - Anschlüsse: sürdie SchriitlettungHL Verlag,GeschästssteÜeöl Adresse ü'ir Drahtnachrichten: Anzeiger Kietzen. Annahme von Anzeigen iur die Tagesnunnner bis zum Abend vorher. Erster Blatt (66. Jahrgang Samstag, 8. April (9(6 R^tattonsdruS und Verlag der Vrühl'schen Univ.Vuch und Steindruckerei N. Lange. Zchriftleitung, Seschäftsstelle und Druckerei: §chulftr.7. VezugSvrei J: monatl. 85 Ps., viertel- fährt. Mt. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch diePost Mk.2.30 oiertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausrv. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr. R. Zen^; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. /cw AMb.) Großes Hauptquartier, 7. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Durch einen sorgfältig vorbereiteten Angriff setzten sich unsere Truppen nach hartnäckigem Kampf in den Besitz der enguscheu, jetzt von kanadischen Truppen besetzten Trichterstellungen südlich von St. Eloi. _ In den A r g o n n e n schlossen sich an französische Sprengungen nördlich des Four de Paris kurze Kampfe an. Der unter Einsatz eines Flammenwerfers vor- gedrnngene Feind w?:rde schnell wieder zurückgeworfen. ^ Kindliche Angriffsversuche gegen unsere Waldstellung n o r d ö st l i ch von A v o c o u r t kamen über Ersten Ansätze oder vergebliche Teilvorstöße nicht hinaus. Auch östlich der Maas konnten die Franzosen ihre An- griffsabsichtcn gegen die fest in unserer Hand befindlichen Anlagen im Caillettc-Walde nicht durchführen. Die für den geplanten Stoß bereitgestellten Triwpen wurden von unserem Artillericfeuer wirkungsvoll gefaßt. O e st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Südlich des Narocz-Secs wurden örtliche, aber heftige russische Angriffe zum Scheitern gebracht. Die feindliche Artillerie war beiderseits des Sees lebhaft tätig. Balkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. * * * Da bient den Kriegsschauplätzen gestern kerne schwerwiegenden Ereigimsse zu uns gedrungen sind, vernehmen mir den Austausch der Meinungen riber fca<3, was die Welt nach >den letzter: Vorgängen bewegt, umso deutlicher. Die Hrndenbnrgseier wird von einer schönen, stillen Stimmung umschlossen. Der Kaiser hat in seinem Telegramm an den Sieger von Tannenberg keine überschwänglichen Worte gebraucht «nd chm doch das Höchste von Anerkennung dargeboten, das man sich denken kann. Die deutschen Fürsten, der deutsche Reichstag, deutsche Städte, Parteien und Vereinigungen, die deutschen Namen tragen wollen, haben Hindenbnrg aus vollem Herzen Dank dargebracht und Glück gewünscht. Und heute sind wir aus der Ferne die ergriffenen Zuschauer einer eigentümlichen, nicht rauschenden, sondern metallisch klingenden Feier im Hauptquartier des Feldmarschalls selbst. Sein treuer Generalstabschef, der sonst schweigsame Ludendorff, hat vor ihm Worte ausgesprochen, die das ganze deutsche Volk Nachdenken und mitfühlcn soll. Die treuen Kämpfer draußen wissen, daß sie Geschichte machen. Sic fteuten sich über die Kundgebung des Reichskanzlers, der im Reichstage das entscheidende Wort über das Werden und Gedeihen der im Osten eroberten Länder ausgesprochen hat. Es war nichts Ruhmrediges in diesen Aeußerungen enthalten, die unsere leitenden Offiziere im Osten angehört haben. Pflicht, Ergebung in höheres Walten, unbeugsamer Wille, Vertrauen in die eigene Kraft — so klingt es uns aus dem östlichen Hauptquartier herrlich entgegen. Und in diese Klänge mischte der große Feldherr, dem die seltene Huldigung darglebracht wurde, feine Töne einer nicht nur kraftvollen, sondern auch geistvollen und g-anKen Persönlichkeit. Wenig Worte,' und dafür rrms-onrehr fesselnden, edlen Sinn. Wir wissen es jetzt: da dvcrußen herrschen Siegesbewußtsein, Einigkeit, Treue. Wir wollen auch unseren.Parlamenten, die im Innern die Waffen sichren sollen, etwas von dem gleichen G-eiste, demselben herzhaften Sinn und derselben Begeisterung für D-eutschl-crnos Größe wünschen. Die Rede des Reichskanzlers wurde auch im Auslande eifrig besprochen. Unsere Verbündeten haben sie sämtlich -mit herzlicher Zustimmung begrüßt. Aus den neutralen Ländern, besonders der Schweiz und Holland, werden uns ebenfalls Preff-eänßerungen vorgesetzt, die den großen Eindruck und die Achtung widerspiegeln, mit der die deutschen Ankündigungen hingenommen worden sind. Von unseren Feinden konnte man natürlich nicht erwarten, daß sie eine einheitliche Antwort auf des Kanzlers Rede Vorbringen würden. Zorn und Haß sprechen aus den Pariser, Londoner und italienischen Blattern. Ein Einwurf wird uns dabei von vielen beinahe übereinstimmend entgegengeschlendert.- daß es den deutschen Heeren nicht gelungen sei, Verdun zu nehmen, und daß der deutsche Reichskanzler auf diesen Haupttrumpf in seiner Rede habe verzichten müssen. Man scheint sich alsso doch jschon allmählich darein zu fügen, daß Deutschland der Sieger bleiben werde, nur verlangt man von uns, daß wir 'noch schneller durch unsere Siege das Ende des Krieges herbeiführen. Von den eigenen Leistungen schweigen die Sänger der Entente. Daß sie ja auch sich die Aufgabe gestellt haben, den Feind zu zerschmettern, daß sie besonders durch eine neue große Frühjahrsoffensive das Rad der Weltgeschichte wieder umdrehen wollten, verbergen sie heute. Wir vermögen aus all den verworrenen, erbitterten, höhnenden Entgegnungen unserer Feinde nichts über ihre Absichten und ihre Einsicht in den Gang der Tatsachen herauszulesen. Mer die Rede des Reichskanzlers wird dafür draußen eine desto nachhaltigere stille Wirkung üben. Und was die UeberzeuguNgskraft von Worten noch nicht zu tim vermochte, müssen die deutschen Taten vollenden Mer dann wird der Reichskanzler vielleicht n o ch einmal sprechen, und wir werden dann sehen, ob die deutschen Bedingungen noch so begrenzt bleiben können, wie sie der Kanzler am Mittwoch augedeutet hat. lieber die Zukunft Frankreichs, die Herr v. Bethmann Holtweg äußerst schonend angefaßt hat, wird dann vielleicht einmal ein deutlicheres- Wort gesprochen werden. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 7.April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 7. April 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Au der kü st cn lä n d i sch e n Front unterhielt der Feind gestern nachmittag ein lebhafteres Artilleriefeuer, das gegen den Tolmciner Brückenkopf auch nachts anhielt. Der Nordteil der Stadt Görz wurde wieder aus schweren Kalibern beschossen. Ueber Adelsberg kreuzten zwei italienische Flieger, von denen einer erfolglos Bomben abwarf. ^ Zm Tiroler Grenzgebiet kam es an mehreren Stellen zu kleineren Kämpfen. Am Nauchkofelrücken (nördlich des Monte Eristallo) war es einer feindlichen Abteilung in den letzten Tagen gelungen, sich auf einem Sattel fcst- zusetzen. Heute nacht säuberten unsere Truppen diesen vom Feinde, nahmen 122 Italiener, darunter zwei Offiziere, gefangen und erbeuteten zwei Maschinengewehre. Nördlich des Sugana-Talcs griffen stärkere italienische Kräfte unsere Stillungen bei St. Oswald an. Der Feind wurde zurückgefchlagen und erlitt große Verluste. Dasselbe Schicksal hatten feindliche Angriffe im Ledro-Tal-Ab- fchnitt. Nördlich des Tonale-Passes wurden einige neu angelegte Gräben der Italiener heute nacht durch Minen zerstört. Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. Der Aaiser an hindendurg. Großes Hauptquartier, 7. April. (WTB.) Telegramm Seiner Majestät des Kaisers und Königs. Generalseldmarschall von Hindenbnrg! Dt ein lieber Feldnrarschall! Bor dem Feinde feiern Sie heute den Tag, an dem Sie vor fünfzig Jahren ans dem Kadettenkorps dem 3. Garde-Regiment zu Fuß überwiesen wurden. Mit Befriedigung und Stolz dürfen Sie auf Ihre Dienstzeit znrückblicken. Die in der Jugend gesammelten Kriegserfahrungen haben Sie in langer^ treuer Friedensarbeit zu verttefen und mit hervorstechendem Erfolge der Schulung von Führern und Truppen nutzbar zu'macken gewußt. Insbesondere erinnere Ich mich hierbei Ihrer langjährigen Tätigkeit an der Spitze des IV. Armee-Korps. Ter Geist, dessen Pflege Sie sich zur Aufgabe gesetzt hatten, hat sich im gegenwärtigen Kriege herrlich bewährt. Ihnen selbst aber war es beschieden, den schwersten und höchsten Aufgabe n, die einein Heerführer im Felde gestellt werden können, mit beispiellosem Erfolge gerecht zu werden. Sie haben einen an Zahl weit überlegenen Feind mit wuchtigen Schlägen ans den Grenzmarken vertrieben, durch geschickte Operationen weiteren Einfällen vorgebeugt, in siegreichem Vordringen Ihre Stellungen weit in Feindesland vorgeschoben und gegen stärksten Ansturm gehalten. Diese Taten gehören der Geschichte an. Ich aber weiß mich eins mit der Armee Und dem gesamten Vaterlande, wenn ich Jhüen am heutigen Tage mit wärmsten Glückwünschen versichere, daß Dank und Anerkennung für alles, was Sie geleistet, niemals erlöschen werden. Ms äußeres Erinnerungszeichen verleihe ich Ihnen mein Bildnis in Oel, das Ihnen heute zugehen wird. Gcz.: Wilhelm I. R. Die Feier im Hauptquartier Oft. Berlin, 7. April. (WTB. Nichtamtlich.) AiuZdem Hauptquartier Ost -geht uns folgender Bericht zu: Hauptquartier Ost, den 7. April 1916. Das goldene Militärjubilänm des Generalfe ldmarschalls von Hindenbürg wurde heute vom Stabe des Oberbefehlshabers mit einem schlichten Festakt gefeiert, bei welchem dem Feldmarschall von den .Herren seines engeren Stabes eine von Professor Manzel gesorntte Statuette des Gefeierten für seine Familie überreicht nnrrde. Der Chef des Stabes, Generalleutnant Lndendorff, hielt dabei ettva folgende Ansprache an den Feldmarschall: Herr Generalfeldmarschall! Im Namen der hier versammelten Herren spreche ich Euer Exzellenz die ehrerbietigsten und wärmsten Glückwünsche zu denr heutigen Jubiläumstage ans. 50 Jahre sind eine gewaltige Zeit, nicht mrr im Leben des Men schm, sondern auch in der Geschichte der Völker. Der Llpril 1866 sah noch den Deittscken Bund als ein ohnmächtiges Staatengebilde, ein unklares Ueberbleibsel aus alter Zeit. Erst der Krieg Preußens gegen Oesterreich schaffte Klarhüt. Prens-en errang die Vorherrschaft und der waffenfähige Norddeutsche Bund entstand. Die Welt aber fühlte sich noch nicht berühtt. Für sie war das Ganze eine innere Angelegenheit Mitteleuropas. Und der Krieg 1870 kam. Teutschand eittstand und die Welt horchte auf. Es kani die Zeit, wo den Deutschen und Deutschland der Rock zn cngq wurde, der bisher getragen war, wo alles hinausstrebte, wo unbewußt und bewußt Deutschland ein Rivale der großen Mächte wurde, die da glaubten, die Welt beherrschen zu dürfen. England erkannte dies und so entstand dieser Weltenbrand, der nur damit enden kann, daß Deutschland und Mitteleuropa die Machtstellung ellangen, die ihnen gebührt. 50 Jahre sind seit 1866 vergangen. Der Weg, den Prenßen-Tentschland zurückgelegt hat, ist ein gewaltiger Weg. Dp Ernte, die 1866 säte, ist gereift und diese gewaltige Zeit, das Werden Deutschlands, Herr Generalseldmarschall, bietet den Hintergrund Ihres Lebens und Wirkens. Sie haben mitgesät und Helsen jetzt miternten. Die Kriegsjahre führten den jungen Offizier über Königgrätz nach Wien, über Gravelotte und Sedan nach Paris. Als Mcrmi haben Sie dann mittmrken können, das Schwert zu schärfen, das Deutschlands Kaiser und Preußens König ihrem Volke gaben, um diesen Weltkamps bestehen zu können, und nach des Lebensarbeit wurden Sie, Herr Generalseldmarschall, ans der Rübe gerufen, dieses Schwert zu führen. Der Wog von Tannenberg bis zu den Schlachten um Rarocz-See und vor Dünaburg und Jakob- ftabt machte ihren Ramien unsterblich. Er hat Sie dem Herzen des deutschen Volkes zugeführt, daS a» Sie glaubt und auf Sie hofft. Herr General feldmarschall, wir, die wir hier versammelt sind, haben das Glück gehabt, Ihnen in dieser gewaltigen Zeit am nächsten zu stehen, viele seit dem 23. August 1914, ich selbst einige Stunden früher als die anderen. Das warme deutsche Soldateublut, das hier im Osten geflossen ist, das schmiedet den Oberbefehlshaber und seine Truppen zusamnien. Das verbindet den Stab mit seinen Herren unlöslich. Aus diesem Gefühl der Treue heraus entstand bei den Herren, die seit Jahr und Tag unter ihrem Oberbefehlshaber an seinem Tische teilgenommen haben, ber Gedanke, ihren Gefühlen auch äußeren Ausdruck zu geben. Es entstand der Wunsch, Herr Generalseldmarschall, Sie so für Ihre Familie festzichalten, wie wir Sie immer vor uns sahen und in dem Geiste der Treue) und Dankbarkeit bitten wir Sie, das von Meister Mcmzels Hand geschaffene Werk für Ihre Familie anznnehmen. Mit dieser Bitte vereinigen wir alle unsere heißesten Wünsche für Ihr Wohlergehen. Gott^schütze Sie, General feldmarschall von Hindenbnrg.- Hurra! . Der Feldmarschall antwortete kurz, indem er betonte, daß «er zu bewegt sei, um viele Worte zu machen. Was sein Generalstabschef Lndendorff und seine anderen Mitarbeiter ihm seien, müßten sie selbst tund er «am besten wissen. Das Bildnis werde seinen Erben -ein schönes Angedenken sein. Der Mar schall nahm daraus die Glückwünsche der Verwaltung, für die Graf Pork von Wartenberg sprach, sowie der übrigen Spitzen der Behörden entgegxjn. !nnd begrüßte darauf die ''Abordnungen der beiden Regimenter, die ihm besonders nahe stehen:'seine 147er und das 3. Garderegiment. Er sprach mit jedem einzelnen Soldaten und bewunderte die schönen Ehrengaben: einen Ehrensäbel von den 147cnt und den Löwen von Gravelotte vom 3. Garderegiment. Mch der Unterstab brachte dem M-arschall seine Glücknrünsche -dar, der jedem Unteroffizier und jedem Mann die Hand- schüttelte. Ein Trinkspruch HindenburgL. Bei dein Festfrühsttick, an dem die Herren von der militärischen Landesverwaltung teilncchimen, brachte der Feldmarschall folgenden T r i n k s p r u ch aus den Mer-, höchsten Kriegsherrn aus: Meine Herren! Ich form Ihnen in dieser Stunde tote wiederholen, was ich Ihnen heute morgen gesagt fya&e: Nehmen Sie meinen herzlichen Dank für die treue Hilfe, die jeder einzelne van Ihnen an seiner Stelle mir unÄ damit der großen Sache in dieser ernsten Zeit geleistet hat, meinen Dank aber auch dafür, daß Sie mir mciuera heutigen Ehrentag so fesllich gestaltet haben. Ich kann jedem einzelnen von Ihnen nur wünschen, daß er, Wenn er in das Mer tritt, das zu erleben mir vergönnt ist, ebenso dankbar, glücklich und zufrieden aus die Vergangen-, heit zurückblickt wie ich. Wenn ich das tun kann, so danke ich das der Gnade meines allerhöchsten Kriegsherrn, der es mir ernröglicht hat, noch in vorgeschrittenen Jahren mitzuwirken für des Vaterlandes Herrlichkeit, noch einmal in alten TagendasSchwertzuziehenunddenFeind, so Gott will, n ied e rznschl a gen. Wir alle dienen diesem hohen Herrn, und ich weiß, es tut es ein jeder mit Begeisterung, bereit, Blut und Leben einzusetzen, wenn es nötig ist. Und nun bitte ich Sie, meine Herren, an diesem Tage das erste Glas mit mir zn weiheri unseres Preußens königs Majestät Kaiser und König Wilhelm II. Hurra! Darauf ergriff der Chef des Stabes, Generalleutnant! tt.on Lndendorff, das Wort. Er wies daraus hin, daß nelien dem militärischen Stabe heute viele Offiziere anwesend seien, die im Dienste der militärischen LandesDerwüt- tung stehen, Männer, die fast alle früher in der Front ge- sbanden hätten und nun als nicht mehr seldverwendnngs- fähig dem Vaterlande ihre Dienste zur Verfiigirng gestellt hatten, von dem Wunsche beseelt, in dieser Zeit tu FeindeS- l-and zu wirken. Dieser Drang sei' der Ausdruck jenes von unseren Feinden mit solchem Haß verfolgten Militarismus, der in Wahrheit nichts anderes sei als der Ausdruck glühender Lieb-e zum Vaterlande und der klaren Erkenntnis, daß sich jeder unter Zurückstellung seiner Person selbstlos in den Dienst des Vaterlandes zn stellen habe. Solcher Geist der Hingebung bürge dafür, daß jeder zur Verwaltunq des Landes sein Bestes hergebe. Schon vor hundert Jahren hätten große Teile des Landes unter preußisch-deutscher Verwaltung gestanden, und wie kurz auch diese Zeit gewesen sei, so hätte sie genügt, dem Lande Legen zu bringen. Dieser Segen solle denl eroberten Lande von neuem zuteil werden. Freudigen Herzens habe man dies aus des Reichskanzlers Rede vom 5. April vernommen, die so lebhaften Anklang im Stabe des Oberb'-fehls- habers Ost gefunden habe. Dann gedachte (Generalleutnant Lndendorff der Laufbahn des Feldmar)challs. Als junger Offizier aus den Schlachtfeldern Böhmens habe er wohl von tteldherrngröße, aber kaum davon geträumt, daß er einst der erste Verwalter des Kaisers auf diesem eroberten Boden sein werde. Diese Aufgabe sei eine gewaltiae. Es gelte, dem Lande neues Lebeu -einzuflößen, die Richtlinien sestzulegen, nach denen der Deutsche in diesen! Laude wirken müsse zn Nutz und frommen des deutschen Vaterlandes und des Landes lelber. Dazu müsse der Geist der Selbstzucht und der Pflicht- treue, der Geist der Königs- und Gottestreue, den der Feldmarschall 50 Jahre gehegt habe, auch-in dem neuen Lande Einzug halten. Das walte Gott. Mit dem Gelöbiffs, daß alle Angehörigen der Verwaltung ihr Bestes zur Erfüllung dieser dlufgabe iun werden, klang die Rede in ein Hoch auf den Feldinarschall aus. Hannover, 7. Apttl. Aus Anlaß des 50jähttgen Militär- inbiläums des Genernlseldmarsckalls von Hindenbnrg, des Ehrenbürgers unserer Stadt, lvurben heute in den Schulen« der Stadt Festakte veranstaltet, bei denen besonders aus die Bedeutung Hindenbnrgs als Befreier Ostpreußens hingewiesen >—isf L?»; die Soldaten der hiesigen Garnison, besonders für die Benmmdeöm und Genesenden, findet heute Abend im Kuppelsaale der Stadthalle, der von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt ist, ein Hindenburgabend statt, für den auf eine Anregung von privater Seite eine Anzahl von KmEträften ihre Mitwirkung zugesagt hat. * * * Der französische Wctitift. Paris, 7. April. (MTB.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Im März waren unsere Kampfflieger au den ganzen Front, besonders gegen Berdun tätig. In zahlreichen. Luft- käispfen wurden durch unsere Flieger 31 deutsche Flugzeuge zum Absturz gebracht, von welchen neun brennend ab stürzten und innerhalb unserer Linien am Boden zerschellten. 22 Flugzeuge wurden innerhalb der deutschen Linien zum Sturz gebracht. Heber das Schicksal der 22 Flugzeuge, welche von unseren' Fliegern über de:: feindlichen Linien angegriffen wurden, besteht kein Zweifel; 12 sah man brennend falten ,zehn kamen, sich um sich selbst drehend, unter dem Feuer unserer Flieger herunter. Außerdem wurden vier deutsche Flugzeuge durch unsere Flugzengabwehrgeschütze her- urrtergeholt; eines fiel in unsere Linien in der Umgebung vor§ Aoooourt, drei in die feindlichen Linien, eines in der Nähe von Suippes, eines bei Nouvion und eines bei Ste Marie-ä-Py. T:iser Gesamtsumme von 35 im März zerstörten deutschen Flugzeugen ist die Zahl unserer Verluste im Lufttämpf gegenüber zu stellen, welche sich auf 13 Flugzeuge beläuft und sich folgendermaßen gliedert: ein Flugzeug ist in unseren und zwölf sind in den deutschen Linien abgestürzt. Das große Mißverhältnis bei unseren und den feindlichen Flugzeugen zwischen den Abstürzen auf französischem und feindlichem Gebiet ist bezeichncrrd. Nach Schriftstücken, die frei g eiwngmm 'deutschen Fliegern gefunden wurden, müssen sie Befehl erhalten haben, die eigenen Linien möglichst wenig zu überschreiten. Das Ergebnis im März beweist, daß im (Gegensatz dazu unsere Jagdflugzeuge unablässig feindliches Gebiet überfliegen, um Kämpfe zu suchen. Hollands Lage. Berlin, 8. April. Laut verschiedenen Morgenblättern schreibt der frühere holländische Minister Küpper in seinem Blatte ,^S-tandaard": Lolland muß immer auf Griechmland schauen. Tie Geschichte weiß kein zweites Beispiel für einen so gewagten Ueber- rwut, wie er in Saümiki zutage getreten ist. „Wehe der Macht, die beginnt, uns als zweites Griechenland zu behandeln!" Lolland hatte zehnnrak lieber Krieg, als daß es sich wie Griechenland behandeln ließe. Laag, 7. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der Zweiten Kammer wurde eine Vorlage unterbreitet, um im Hiillilick auf die herrschenden außergewöhnlichen Umstände der Regierung Gelegenheit zu geben, wenn dies iwtwendig sein sollte, frühzeitig zur Einberufung der Jahres kla ss e 1917 übergehen zu können. * * * Der türkische Bericht. KonftantiUo pel, 7. April. (WTB.. Nichtamtlich.) Amtlicher Heeresbericht. Bon der Irak front keine Meldung von Wichtigkeit. — An der Kaukasusfront in verschiedenen Abschnitten unbedeutende Zusammenstöße von Aufklärungsabteilungen. Bei einem dieser Zusammenstöße machten wir 60 Russen M Gefangenen. Am 4. April überflogen acht feindliche Flugzeuge die Halbinsel Gallipoli. Hauptmann Buddecke griff sie mit seinem Flugzeug an und brachte im Verlaufe des Lustkampses einen feindlichen Flieger vor Kumdere zum Absturz. Das Flugzeug versank sofort ins Meer. Nachforschungen feindlicher Torpedoboote, die ihm Au HLfe geeilt waren, blieben erfolglos. Der Kampf in Mesopotamien. London, 7. April. (WTB.) Aimtliche Meldung: Die Te- ,PL8che über dte Kämpfe in M e s o p o t a m i >e n gibt folgende Einzel- 'Herten über die gemeldeten Operationen: Das Tigriskonps unter General Gorringe, dem Nachfolger des Generals Aylmer, arbeitete sich, durch Sappen bis' ans 100 Dards an die feindliches Stellungen heran und stürzte sich dann Mrf die erste und zweite Linie des Gegners. In rascher Folge wurde «ne Stnüde später auch die dritte Liirie genonünim. Unsere siegreichen Truppen rückten weiter vor und drangen um 7 Ulst inor- gens in dir vierte und fünfte Linie. Da der Feind starke Verstärkungen erhalten hatte, befahl General Gorringe, den Angriff bis ztum Abend zu verschieben. Unterdessen eroberte auf dem' rechten User eine Division unter General Kearh eine Anzahl Gräben. Der Feind, der nachmittag mit Infanterie, Kavallerie und Geschützen einen starken Gegenangriff unternahm, wurde mit Erfolg Mrrückgeschlagen. Am späten Abend setzte Gorringe den Vormarsch a die Grotzherzogliche Staatsanwaltschaft Gießen schon kurz nach dein Austauchen der Postkarte eine Untersuchung nach dem Urheber'der Mystifikation ein- geleitet hat, die auch bereits -gegen einen Angehörigen amerikanischer Staatsangehörigkeit, der in Frankfurt wohnhaft ist, schwerwiegende iBerdiachtsgrintde ergab, «steht ß.u hoffen, daß die Angelegenheit arich nach dieser Seite in e:ner gerichtlichen .Sühne bald ihren Abschluß finden wird. Jedenfalls aber :nnß schon heute wieder aufs eindringlichste davor gewarnt werden, solchen wild auf- tanchenden Nachrichter: und Gerüchten allzurasch Glauben zu schenken, bevor sie von den dazu berufemren Stellen einer genauen Prüfung unterzoigen sind. Dieser so bedanerlnche Einzelfall sollte jeden, der in den Besitz irgend einer Nachricht über Vermißte oder Kriegsgefangene -gekommen ist, veranlassen, sich sofort mit dem für fernen Wohnort zuständigen Bezirksausschuß für vermißte und krregsgefanigene Deutsche, der meist mit dem Roten Kreuz verbunden ist, in Verbindung zu setzen, ehe noch eine Beunruhigung der beteiligten Kreise Platz gegriffen hat. * M Auszeichnung. Der etatsmäßige Sanitäts-Feldwebel Adolf Falken st ein von hier wurde am 4. April mit dem Eiserne n Kreuze ausgezeichnet. — Leutnant Rohrer von Gießen erhielt bei den Kämpfen vor Verdun das Eiserne Kreuz 2. Klasse. ** PersonUlnachrichten der Kaiserlichen Ober- Po st direktion in Darm stadt. Verliehen wurde: Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse dem Ober-Posbassistmtm Petr y m Darmstadt und dem Postassistarten Hart köpf in Nieder- Ingelheim; die Hessische Dapferkeits medgille dezst Postsekretär Bausch in Butzbach. — Aus Anlaß des Scheidens 'aus dem Dienste: Der Rote Adlerorden vierter Klasse dem Ober- Postkassenkassier, Rechnungsrat Happel in Darmstadt, und das Preußische Allgemeine Ehrenzeichen (in Silber) dem Ober-Pvst- schaffner Friedrich Vogel in Darmstadt. Ferner: der Charakter als Rechnungsrat den: Postmeister Supp in Eberstadt (Kr. Tarm- stadt); der Charakter als Postsekretär: den Postverwaltern Diehl in Leidesheim (Rheinhessen) und Feile in Nierstein, den Ober- Postassistenten Mahr in Bensheim, Flohrin Gießen. Joseph in Neu-Isenburg, Lange, Höchst, Sommer und Zachow in Darmstadt, Laubach und Langohr in Friedberg (Hessen), Beike, Konr. Diehl, Geißner und Mardner in Mainz, Friedrich Müller, Sattler uird Steffens in Offenbach (Main): der Charakter als Telegraphcnsekretär den Ober-Telegraphenassistenten Hohn in Offenbach (Main) und Spatz in Alzey; der Titel „Ober-Postassistent" den Poslassisten- ten Schwalm in Alsfeld (Hessen), B o l l e r in Darmstadt, B o l - pert in Gießen, Fuchs, Hofmann, Nagel und Schmandt m Main^, Nieder und Stumpf in Worms, Diehl in Erbach (Odenwald), Geist in Heppenhenn (Bergstraße); der Titel „Ober-Telegvaphenassistew" den Telegraphen:- assistenten Johs. Krämer in Darmstadt, Buß und Henning in Mainz. Ueb-ertragen wurde: dem Ober-^stkassen- buchhalter Hol) mann aus Hamburg die Stelle eines Ober-Pvft- lassenlassiers in Darmstadt, dem Delegraphensekretär Jung aus Mainz eine Ober-Telegrapl-ensekretärstelle in Frankfurt (Main), dem Postsekretär Wilhelm Müller aus Mainz eine Postsekretärstelle in Oberstein (Nahe) und dem Telegvaphensekretär 5kirschke eine Telegraphensekretärstelle in Mainz. Etats mäßig an- a e stellt wurde die Delegraphengehilsin Marg. D ö r s a m in Osienbach (Main). Versetzt wurden: Poswerwalter Bech- told von Waldmichelbach (Odenwald) nach Lorsch (Hessen), Ober- Postassistent Becker von Erbach (Odenwald) nach Waldmichelbach (Odenwalds unter Ernennung zum Postverwalter, die Postassisteu- len V o l z von Seligenstadt (Hessen) nach Langen lBez. Darmstadt) 'und Mohr tarn Frankfurt (Main) noch Erbach (Odenwald). Angenommen wmrrde als Postagent der Rechner der Lrrndesversiche- stung Friedrich Löbert in Fürfeld (Kr. Alzey). Freiwillig a u s g e sch re d e n ist Postagentm R o d r i a n in Fürfeld (Kr. Alzey). In den Ruhestand treten: Ober-Postkassackassier, Rechnungsrat Happel in Darmstadt, Postsekretär Bänder in Lorsch (Hessen) ui:d Ober-Postassistcnt Klein in Bensheim. ** O b e r h e s s i s ch e r K u n st v e r e i n. Die Bilder deutschösterreichischer Künstler und die erst seit acht Tagen ausgestellte Sammlung Bildnisstudien von Olga H a s s e l in a n n - K u r tz- Wiesbaden bleiben nur noch morgen, Sonntag, und am Montag ausgestellt. Die Arbeiteim der Wiener Künstlerin gaben in dieser Woche Anlaß zu einem regen Besuch der Anstellung und fanden allseitig anerkennende Beurteilung. Von Dienstag an bleibt die Ausstellung geschlossen. Die neue Ausstellung wird am 30. April eröffnet und bringt Sammlungen von Eduard E u c u e l - München, Oito Jung -Stuttgart und von Bildhauer Franz Scheib er.» Müiicheii. ** Der Lahv kanalverein beabsichtigt seine diesjährige Generalversammlung in Gießen Mitte Dtai abzuhalten. Einladungen hierzu mverden ergehen, sobald Zeitpunkt, Versammlungslokal und Tagesordnung endgiltig feststehen. ** Pvstscheckverkeh r. Im Monat März sind im Reichs- Postgebiet dem Pvstscheckversahren 2125 Teilnehmer bcigetrcterr, d. s. «gegenüber dem Monat Februar 834 mehr. Den stärksten Zugang 'weist das Postscheckamt :n L e: p z i g mit 504 Postscheckknnden aus. Die Zahl der Postscheckktlnden bei den neuen Postscheckänckern des Reichs-Postgebiets betrug Ende März 116 486. Tie Erkenntnis von den Vorzügen des Postscheckverkehrs bricht sich hiernach immer mehr Bahn. ** S t a d t t h e a 1 e r. Aus dem StadttheaterblLveckn wird uns mitgeteilt: Tie beiden Aufführungen des morgigen Sonntags sind zugleich die letzten von „Glücksmädel" und „Gatte des Fräuleins" überhaupt. Ausdrücklich sei auch darauf 'hin- gewiesen, daß für Herrn Karl Rotte ck, der in „Gatte des Fräuleins" nochnials die Titelrolle spielt, dieses Auftreten zugleich den Abschied von der Bühne bedeutet. D«e vielen Freunde des beliebten Künstlers werden sicher diese Gelegenheit nicht Vorbeigehen lassen, ihn nochmals zu begrüßen. ** Sparkassen und Kriegsanleihe Die in dem hessischen Spark-asscnverband zus-ammengeschlossenen öffentlichen Sparkassen -des Großher^ogtnms haben zu der vierten Kriegsanleihe für eigene Rechnung und für Rechnung ihrer Einleger insgesamt 53 123 600 Mk. gezeichnet. Mit den bei frei: früheren Kriegsanleihen gezeichneten Beträgen (rund 20, 52, 57 Millionen Mk9 'ergibt sich eine G-esamtbeteikigung der hessischen öffentlichen Sparkasse:: von über 186 Millionen Mark, d. i. 42,1 Proz'ent des Einlagebestandes vom 1. Januar 1915. Das Ministerinm des Innen: als höchste Auffichts- behörde der Sparkassen hat dem Vorsitzenden, des Sparkassen- verbandes für diese hervorragenden Leistungen seine dankbare 'Anerkennung ausgesprochen, wie dies auch schon der Zcntralkasse der laudwirts dyx ftlichen Genossenschaften des Großherzogtums und dem Verband- Raiffeisenscher Genossenschaften gegenüber geschehen ist. ** Die Metaklabnahmc ist am 30. vorigen Monats geschlossen worden. Trotz der für die Säumigen, deren Geräts mit Beschlag belegt sind, angedrohten drachteile und Strafen, sind aber noch 70 dieser Posten unabgeliefert geblieben. Diese sollen aber unnachsichtlich noch herangeholt loerden. Im Ganze:: sind adgeliefert worden 834,5 Zeutn er Metell, für das der Betrag von 157 010.— Mark zur Auszahlung gekommen ist oder rl-och ausgezahlt wird. Von dieser Metallmenge wurden freiwillig auf dem Mtar des Vaterlandes geopfert: 107,86 Zentner Kupfer, 121,92 Zentner Messing und 16.70 Zentner Reinnickel, im Ganzen 346,48 Zentner, wofür 58310.-^ Mark bezahlt worden sink). Nach der Bejchlaglmhme drwch den Oberbürgermeister wurde:: in 17 Ablieferungstagen im Ganzen rund 1750 Posten abgeliesert, welche erbrachtm: 454 Zenbier Kupfer, 26,60 Zentner Messing und 7,46 Zentner Reinnickel, zusammen nach- Gewicht 488,06 Zentner Metall, wofür gezahlt wurden 98 700.— Mark. Bei den beschlagnahmten Geräten, welche abgeliesert loerden mußten, war un- ' sere Bevölkerung gewitzigt geworden. Man hatte,^ um die immerhin wlilkürlichen Abzüge am Gewicht oder Preis^ für die Atzetalle zu vermeiden, von dm Kesseln und Messingaerätm usw. meistens alle eisernen Beschläge vor der Ablieferung durch geeignete Handwerker entfernen lassen, was bei der freiwilligem: Spendung — wo es de:: Mliefercr:: teilweise auch wohl wmiger auf dm Erlös ankam — nicht so durchgängig geschehen^ ivar. Bei der Ablieferung der beschlagnahmtm Metalle warm die Ablieferer also pvofitlicher, aber trotzdem freut maUcher Hausvater bei der Beschaffmrg z. B. von Ersatz-Waschkesseln noch Geld drMif- legm miissm. Das Ergebnis der Metallablieserung in unserer Stadt im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl ist, verglichen mit dm, Resultatm in anderen, gleichgvoßm und größerm Städten, überaus glanzend. Würde pro Kopf der Bmölkerung^ im deutschen Reiche ikberall soviel Metall abgeliesert worden sein als ^ in unserer Stadt — was aber nicht entfernt der Fall ist —, so würde dev Metallbedarf unseres Vaterlandes zur Herstellung von Munition usw. für den Kriegsbedarf -auf noch weitere 10 Kriegsjahre gedeckt sein. Dabei ist aber noch lange nicht alles Kupfer und Messingi in »unserer Stadt abgelief-ert, das durch Eism ersetzt werden könnte, wmns Nötig wäre. Das Elektrizitätswerk verfügt allein in seinen Kabelleitungen usw. für über eine Million Mark Kupfer Und welche Mmgm Kupfer und Messing steckm nicht noch in Beleuchtungskörpern, Türdrückern, Kralmen^ usw., Metalle, die ent- G ehrlich sein würdm, wenn es die Berteidigimg des! Vaterlandes nötig machm würde. Kreis Büdingen. # Selters, 7. April. Die Hessische Tapferkeits^ Medaille erhielt der Pionier U l r i ch. Kreis Lauterboch. M. Lauterbach, 7. April. Ter Großh. Feldbereinigungsgeometer 1. Klasse Zimmer m ann von hier, seit Kriegsbeginn als Vizeseldwebel in einem Pionierregiment bei der FestunaS. besatzung Straßburg, wurde zum Leutnant der Reserve besör. iu einer Bekrhung noch dem Osten kommandiert. Des- Zeichen wurde der FeldberemiqungSgeometer 2. INaffe, Gefreiter Sommer, der in einem Pionierregiment im Westen stand und dort verwundet wurde, zum Unteroffizier befördert. Das Gvferne Kreuz 2. Klasse hat er sich zu Anfang des Feldzuges verdient. *d-m oberen V-gelSberg, 7. April. G-r-,dezu erstchlitch smd die Wirkungen des gestern und in der vorhergehen- den Nacht niedergehenden Regens. Auf den Wiesen prangt schon da» Brun zur Freude eines jeben Landmannes, und wenn es noch einige Tage so werter treibt, sind ihm die Sorgen wegerr Ernährung fernes Drehes genommen. Es kann dieses dann schon auf die Werde getrieben werden. Wenig bekannt ist ja hier das Hüten um diese Zeit — vor Anfang Mai wurde niemals damit begonnen — doch es kann sein, daß das Kriegsjahr 1916 einmal ei,re Aus- nahme machen wird. Sehr erhofft und begehrt wird es auch von iedem Bauer, denn über Mangel an Futter werden jetzt überall Klagen laut. Kreis Friedberg. ~ . r T rier»Werg. 8 April. Unter dem Vorsitz des Kreisrats FreWerrnS ch en ck fand hier eine Sitzung des Kreistages für den Korns Frickdberg statt, die sich erwächst mit der Prüfung ^llzoaenen Kreistaxgswahlen beschäftigte und die Wahlen bestätigte. Geivählt wurden durch die O^ememden ueun luw durch dre 50 HöclMx'sdenerterr sechs Abgeordnete. — Ein Gesuch der K rersstraßenwärter um eine Lohnerhöhrmq wurde aut T>orschlaq ldes Kreisausschusses abgelehnt, dagegen bewilligte man ledem Wärter für das laufende Jahr eine Teuerungszulage von 100 Mk. Insgesamt entstehen dadurch 3200 Mk. Mehrkosten, >votton dre Hälfte der Provinz zur Last fallt. Die Vorlage über den Unckau der Kreis stratze Nieder-Rosbcrch nach Rodheim v. v. H. ivurDe unter der Bedingung genehmigt, daß dem Beschluß der Merten Kammer der Landstände und der Provinzialvertretung, gemäß dtaat und Provinz ihve gesetzmäßigen Beiträg-e zu steuern. für Brehverlüfte Air zahlenden Entschadiaungen und Fest- steMmgstzsten soll«: m Zukunft aus die Viehbesitzer ausgeschlagen ive^en. Der Mchluß des Hans ha ltu n g s p lan s der Kreiskasse wurde ut Ausgaben und Einnahmen auf 721 556.61 Mk festgesetzt. Der Kreistag gab sodann seine Zustimmung zu der Krebs t- erhohung für den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl bei der MitteLentschen Kreditbank von 1 600 000 Mk. auf 3 Millionen 9Rark. Hierfür haben die Kreise Friedberg und Offen- bach je zur Hälfte die Haftung übernommen. Der im Großherzvgttmr gegründeten Einfanfsgesellschaft für Nahrungsmittel trat der Kreis mit einem Stammkapital von 8000 Aöark bei. Die Zahlung dieser Summe erfolgt aus dem Geschästs- gew-inn der Mehlversorgung. Längere Zeit erforderte die Wahl von Kreisanssch ußmitgcki edern. Schließlich wurden gewählt Bürgermeister Dr. Kap ser-Bad Nauheim, Rechtsanwalt Dr. v. H e l m o l t -Nieder-Wöllstadt, Rerttner Keller -Mehlbach eine Explosion erfolgte, die der Frau die vechte Hand ganz unÄ die linke nahezu wegriß. Außerdem erlitt die Aermfte infolge des grenzenlosen Leichtsinns ihres Mannes noch erhebliche Verletzungen am ganzen Körper. _ Spielplan der vereinigten Hrantfurter Staüttheater. Opernhaus. Montag, den 10. April, abends 7'/, Uhr: „Hoffmanns Erzählungen/ Dienstag, den 11. April, abends 7 Uhr: „Die Kaiserin." Mittwoch, den 12. April, abends Uhr: „Rigoletto." Donnerstag, der, 13. April, abends 6 Uhr: „Die Meistersinger von Nürnberg." Freitag, den 14. April, abends 7 Uhr: Einmaliges Gastspiel der Hosopernsängerin Frau Paula Windheuser vom Hos° Operatheater in Wien: „Tie Jüdin." -Samstag, der, 15. April, abends 7 Uhr: „Die Kaiserin." Sonntag, den 16. April, abends 7 Uhr: „Carmen." Montag, den 17. April, abends 7*/, Uhr: „Martha." Schauspielhaus. Montag, den 10. April, abends 77, Uhr: „Die Zierpuppen." Hieraus: „Der eingebildete Kraule." Dienstag, den II. April, abends 77a Uhr: „Rosmersholm." Mittwoch, den 12. April, abeirds 67, Uhr: „Faust." Donnerstag, den 13. April, abends 7^, Uhr: Deutscher ^Koiuödieuaberrd: „Der Fremde." Hierauf: „Fritzchen." Dann: „Sittliche Forderung." Ferner: „Unter blonder, Bestien." Zum Schluß: „Die Haseupfote." - Freitag, den 14. April, geschlossen. Samstag, den 15. April, abends 77, Uhr: „Die Quitzows." Sonntag, den 16. April, nachmittags 3 Uhr: „Wilhelm Tell." Abeirds 7 1 /., Uhr: „Alt-Heidelberg." Montag, deir 17. April, abends 77, Uhr: „Trartnrulus." Banken und Schiffahrisaktien. Der Airl ag ent ctr? t zeigte ebenfalls vorwiegend feste Haltung im Zusammenhang mit der Flüssigkeit am Geldmärkte. Privatdislont 47s Prozent _ vüchertisch. — D i e Schönheit. Heit 2. XIII. Verlag der Schönheit. Dresden-A. 24, hat folgenden Inhalt: Von der Liebe, von Theod. Müller. — Das Streben nach Schönheit in der Theaterkunst, von Dr. Viktor Eckert. — Kef von Wilhelm T. Völa-Guido von List n. s. gesaminelten Werke, von Meier Gortendorf. — Balkanmärchen. Zur Wohnungsfrage der Schönheitsfreunde, von Dr. Ing. Werner Scheibe. Hamburg. Ferner Natur- und Kunstaufnahmen. Textbilder und die Beilage Licht, Lilft und Leben. Das Heft 0,90 Alk Jährlich 12 Hefte 10 Mk und Lederhändler Heil mairn Ferd. Damm Stoll-Bad Nauheim. -Butzbach, und als Ersatzmitglieder: Käuf- -Friedberg und Kaufmann Harturann Kreis Wetzlar. d. Launsbach, 8. April. Der Ersatz-Reservist Heinrich Bechthold wurde mit dein Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Hessen-Nassau. sj Marburg, 8. April. Der Gefreite Konr. Vollmershausen aus dem nahen Dorfe Bracht wurde vor Verdun mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet. — In vergangener Nacht wurden von der Polizei hier zwei durchgegangene russische Gefangene festgenommen. Ferner gelang es gestern hier, einen aus Neu-Ulrichstein entwichenen Mann festzunehmen. --- Höchst a. M., 8. April. Seit längerer Zeit arbeiten in einem hiesigen Betriebe zahlreiche Franzosen zu allseitiger Zufriedenheft. Der Burgfriede erlitt aber jählings eine Störung, als dieser Tage vier gefangene Engländer in die Fabrik ein- traten. Mft Händen und Füßen wehrten sich die Franzosen gegen ein gemeinschaftliches Arbeiten mft den Engländern: sie erklärten, sofort in das Lager zUrückkehven zu wollen, wenn man ihnen ein gemeinsames Arbeiten mit den „Bundesgenossen" zumute. Dem Wunsche der Franzosen wurde entsprochen. -- Oberkaufungen, 8. April. Eine hiesige junge Frau erhielt von ihrem im Felde stehenden Manne ein Paket, in dem sich eine — Ha ndgra na te befand. Ahnungslos stocherte die Frau an denr ihr unbekannten Gegenstand herum, als plötzlich Börserr-Wochenbericht. — Frankfurt a. M., 7. April. >J!m freien Verkch«r der Börse entwickelte sich auch in dieser Woche eirr sehr lebhaftes Geschäft und die Aufwärtsbewegung der Kurse -machte weitere, zum Teil recht ansehnliche Fortschritte. Die klare und großzügige Darlegung der Ziele der deutschen Politik in der Reichskanzlerrede unter gleichzeitigem Hiniveis auf unsere fortschreitend g ü n st i g e m ick i t ä r i s ch e L a g e, des wci- teren die Riesengewinnziffern der Deutschen Bank, deren Abschluß über alle bisherigen Erwartungen hinausgeht, trugen im Verein mit den weiter ermutigenden Sftuationsbecichten aus der Montanindustrie zur Ausprägung einer sehr festen Grnndslimmnng wesentlich bei. Der Freiverkehr, der uns zurzeit an Stelle eines ofsiziellen Marktes als Spiegelbild der wirtschaftlichen Lage zu dienen lhat, ist von Woche zu Woche erstarkt, da die Zeichen unserer Kraft sich offensichtlich mehren. Für die meisten Industrien sind die Zeiten gut. In der Schivexindustrie insbesondere streben die Verbraucher trotz der gestiegenen Preise nach möglichst langsichtigen Kontrakten. Man kauft schon für das dritte Quartal und die Konventionspreise werden an vielen Stellen überboten. Selbst für manche Friedensindustcien haben sich die Aussichten im neuen Jahre verbessert. Zeichen der Kraft waren auch die Jahresabschlüsse unserer Banken. Man konnte beobachten, daß alle Abschlüsse die in Deutschland herrschende GeÜ>klüssi§keit w der- spiegelten, daß die Gewinnergebiftsse der Banken gewachsen sind, ihr Status ttotz aller Kriegs folgen liquider geworden ist. Mehr durfte man nicht erhoffen. So blitzt denn auch die Spekulation der Zukunft voll Vertrauen entgegen, und es werden immer mehr Werte in den Kreis des Handels gezogen. Neben den schweren Montan- papieren, von denen besonders Phönix, Bochumer. Deutsch- Luxemburger, Harpener und Gelsenkirchener zu höheren Kursen aus dem Aiarkte genomnben wurden, wurden auch einige schlesische Werte zu steigenden Preisen gehandelt. Bedeutende Erhöhungen erfuhren auch Rüstungswerte unter Führung von Deutschen Waffen und Munition, wobei allerdings auch Gerüchte über eine Kapftals- erhöhung und eine Schätzung der Dividende auf 35 Prozent in Frage kamen. An leitender Stelle wurden aber die Gerüchte später als nicht zutreffend bezeichnet. Lebhaftem Interesse begegneten auch Auto werte und die Aktien ch e m i s ch e r F a b r i k e n , für die man in den bevorstehenden Abschlüssen erhöhte Ergebnisse erwartet, wenngleich die stark gesteigerten Preise für Auslairdslieferungen in der Hauptsache erst dem neuen Jahre zugute kommen werden. Besonders waren Höchster Farbwerke, Badi'ch'e Anilin und Hön- nigen höher. Holzverkohlung waren andauerno gefragt unter Hinweis auf die großen Holzbeftände, die bei der Gesellschaft zu billigen Preisen einstehen. Reger Kauflust begegneten auch Blei- und Silberhütte Branbach, ferner Moenus, Munscheid unb Elektro- werte. Lederfabrikaktien blieben gut behauptet. Sehr fest lagen Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdien ft, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 9. April 1916 : Ziemlich heiter und trocken. Temperatur wenig geändert. Nachts etwas kälter. Letzte Nachrichten. Das französisch-englische Verhältnis. Berlin, 8. April. Oberst Müller schildert im „Bund"', wie er mit Franzosen, die bei Verdun gefangen genommen wurden waren und die er sprechen durfte, über ihr Verhältnis zu dem englischen Bundesgenossen und der militärischen Mithilfe befragte. Einzelne Gefangene verhielten sich zurückhaltend, andere beobachtete er jedoch, so erzählt Müller, die bei seiner Frage die Zähne zu sa mm erlbissen, die Lippen kniffen und die Fäuste zu- s ammenkrampften. Kriegsminister Schuwajew sieht einen langen Krieg. Kopenhagens. April. Die Kopenhagener „Nationa! - tidende" erfährt aus Petersburg: Der neue Kriegsminifter Schuwajew erllärte den Presseverttetern, er sei davon überzeugt, daß der Krieg noch sehr lauge dauern werde. Deshalb sei es notwendig, daß alle Werkstätten und Fabrikerl, die im Dienste der Landesverteidigung arbeiteten, ihre Produktion bedeutend erweiterten. Die Epirusgrenze. Wien, 8. April. Die „Südslavische Korrespondenz" meldet aus Athen: Zwischen derl Kabinetten von Rom und Athen finden seit einigen Tagen Verhandlungen statt, die die Frage einer Grenzregulierung im Epirus betreffen, um eine Wiederhol mlgderletztenV orfälle im Grenzq eb i et hin tan z u halten ; Für Rheumatiker und Neuralgieleidende. In einem Tage von seinen entsetzlichen Schmerzen befreit. Herr Josef Wilhelm, München schreibt: „Seit 2 Monaten litt icki derart an Ischias, daß ick nicht gehen und nicht stehen und das Bett nicht verlassen konnte. Ich hätte ausschreien mögen vor Schmerzen. Kein Mensch glaubt, was ich gelitten habe, Nichts half mir. Da brachte mir meine Frau aus der Avotbeke Togal mit. Die Wirkung war geradezu wunderbar. Nachdem ich nur wenige Tabletten genommen hatte, war ich vollkommen wiedcrhergeüell!. Ich gebe daher jedem Leidenden den Rar. sich sofort aus der nächsten Apotheke das überaus billige und unfehlbar wirkende „Togal" zu besorgen. „Niemand wird diese Ausgabe bedauern". Aehnlich berichten viele andere, welche Togal gegen Rheumatismus, Hexenschuß, Schmerzen in den Gliedern und Gelenkem svlvie bei Influenza und Kopfschmerzen gebrauchten. Es gibt nichts besseres. Alle Apotheken führen Togal-Tabletten. Best.: Acid cet. salic. Chinin. Me. 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