Nr. 85 Erster Skatt M. Jahrgang Zrettag, 7. April M6 Der «etzcoer Rnzrttz« erscheint täglich, anijer EonntayS. — Beilagen: v i e rm ct l w lieben tlich SietzenerZMiilienbUMer; Äipetmöl wöcheml.Nreir- blattfürdenNreirSietzen (Dienst,^ und Freitag); zweimal monatl. tanü- wir^chaftlicheAeitfraae» Fernsprrch - Anschlüsie: sürdieSchrntleitungllS Verlag. GefchäftsstellebL Adresie lür Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Avnastme v^n Anzeigen stir die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dos Dorf Haucourt erstürmt. Die Nriegsberatungen des Reichstages. n c zeigte sich unsere Artillerie tätig zlvischen dem Walde von Beaumarais, südlich von Craonne und Berry- au-Bac^ Iu den Argon neu setzte imferc Artillerie ihr Fon jinttifdiic? Feuer auf die Linien und Berbiudungslvege der feind lichen Front fort, so u. a. in der Gegend von Mvnt Faucon und des Gebölres von Malancourt. Westlich der Maas ruhiger Tag. Oestlich der Maas zeitweilig aussetzende Kanonade, im Abschnitt von Douaumont—Baux. Keine Infanterieaktion aus der gesamten Front in der Gegend von Verdun. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 5. April. (WTB. Nichtamtlich.) DaS Häuptauartier teilt mit: An der Iraksront keine Veränderung. An der Ka u kas u s s r on t Zusammenstoß von Erknndungs- labteilungen. Ein feindlicher Kreuzer warf 100 Geschosse gegen die Küste bei Eduindjik, westlich Negri: er erzielte keine Wirkung. Am 3. April beschoß unsere Flotte mit Erfolg die feindlichen Stellungen an der kaukasischen Grenze. Tie feindlichen Truppen wurden durch diesen unerwarteten Türgriff überrascht, sie verließen ihre Stellimgen und sloheic in Unordnung, wobei sie eine Menge Tote und Verwundete zurückließen. An demselben Tage beschoß imd versenkte unsere Flotte ein russisches Schiss, das nrit Nüunition beladen lvar. In der 9«rcht vvMj 3. April zum 4. 9lpril versenkte der Kreuzer „M- dilli" einen großen feindlichen Segler, der mit Kriegs- gerät und anderem Material beladen war, und nahm die Besatzung 'gefangen. Am 4. Avril, früh, begegirete ,,Midilli" der russischen Flotte, bestehend aus einem großen Schiff der Klasse „Kaiserin NLaria", einem Kreuzer und drei Torpedo-booten, die sich damit begnügten, aus der Ferne wirkungslos nach der „Mdilli" zu feuern. Der ruffische Bericht. Petersburg, 6. April. (WTB.) A-nrtlicher Bericht vom 5. April: Westfront: In der Gegend von Riga, Jakobstadt und Tünaburg an mehreren Orten Gewehr- und Artilteriefeuer. Aut der Düna herrscht Eisgang. Südlich von Dünabnrg zahlreiches Erscheinen feindlicher Flngz.eugc, von denen einzelne Bomben warfen oder mit Maschinengewehren schossen. In der Gegend östlich von Bcrronowiffchi wurden in der Nacht zum 4. April Zeppeline gemeldet. Galizien: In der Gegend westlich von Tarnopol griff eine stärkere feindliche Abteilung an. sie wurde nrit dem Bajonett zurückgeworfen und ließ Tote und eine große Anzahl Verwundeter in unserem Stacheldrahthindenris zurück. In der Gegend nördlich von Latacz (7 Kilometer) besetzten unsere Truppen das Tors Swierzkowce und die umliegenden Waldstücke. Kaukasus: In der Küstengcgend g r i f f e n -d i e Tn r k en . unterstützt .durch das Feuer des Kreuzers „Midilli", unseren rechten Flügel an, wurden aber znrückgetvieseN und erlitten große Verluste. Gleichzeitig griffen unsere Truppen in der obengenannten Gegend das Zentrum des Feindes an und bemächtigten sich eines Teiles der Stellungen. Am Flußbett d-es Tscharok warfen wir den Feind aus einer Reihe seiner mächtig befestigten Gebirgsstellungen. i Der Kamps in Mesopotamien. London. 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mitteilung des Kriegsamtes aus Mesopotamien berichtet General Lake vom 5. April: Das Tigriskorps griff die verschanzte Stellung des Feindes bei Ummelhannah an und eroberte sic: die Operationen schrfften befriedigend fort. Zeppelin über der englischen Küste. London, 6. dlpril. (WTB. Nichtanrtlich.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Die „Eastern Morning News" meldet, daß ein Zeppelin über einer Stadt an der Ostküste erschien. Er lvurde gleich gehörig enrpfangen; seine Anwesenheit wurde sofort bemerkt, und die Scheinwerfer itmtbcn auf ihn gerichtet worauf sogleich eine heftige Artilleriebeschießung solche. Es war eine belle Nacht, so daß man den Zeppelin deutlich selxni konnte Tas Luftschiff bewegte sich nicht in großer Hohe. Es blieb einige Zeit aus demselben Punkte stehen, als ob es zögerte, tvelcb- Richtung es emschlagen sollte. Tic Lustschiffer suchten vergeblich, aus dem Strahlenkegel hcrausz-ukomznerr N'an sah die Profckttle rings um das Schiff befften. Schließlich verschlvand der Zeppelin in östlicher Ricksturrg, nachdem er einige Bombrn auf die Borstadt abgeworfen hatte. London 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: An deni grstriiwn Angriff auf die östlichen Grafschaften nahmen drei Zeppeline teil. Ter erste griff um 9 Uhr an. wurde aber durch das Feuer der Absvehrkanoin-U perttiebeu. nach- denk er funs Bomben abgeirwrfen hatte, ohne Schaden auzurichteir oder zemand zu verletzen. Wie berichtet tmrd, w'irrde dieser Zeppelin durch das Kanonenfener getroffen. Ter Minute erschien au einer anderen stelle mtr 10,15 Uhr und ließ keine Bomben 'allen Ter dritte griff wieder an anderer Stelle au und verursachte mir unbedeutenden Sachschaden. Insgesamt ivurden 24 Explosiv und 24 Brandbourben abgeworfen. Ein Kind lvurde getötet, zwei Männer, eine Frau und fünf Kinder wurden verwundet. Es wurde kein militärischer Schaden angerichtet. wrever in London. -L-s-n-do A, 6. April. (WTB.) As qu i th ist nach London zuruckgekehirt. b. Aprll. (WTB. Nichtamtlich.) MeldiMg des «PJw 01 Bureaus. 1lnterHaus. Asquith erklärte, das; sKC^g tegtra mg mit der Prüfung der Zahl bei bereits aufgebrachten ‘ontb lmfer dem gegenwärtigen System noch erreichbaren' Rekruten vescvafttgt sei. ^rie erwäge, luie viele Rekruten noch nötig sein wurden und werbe ihre Entscheidung vor Ostern mitteilen. * * * Ein großes norwegisches Kohlenlager. Kristiania, 6. April. (WTB.) Ein norwegisches Konsortium sicherte dein Vernehmen nach die großen amerika- nischen Kohlenlager bei der Advent-Bay auf Spitz- b er gen, und der noriv-egischen Spitzbergen-Kohlenkom- pagnre bei Green Harbour für Norwegen' Sein Aktienkapital beträgt 10 Millionen Kronen. Man meint, daß Norwegen dadurch von ausländischer Kohle unabhängig wird. Aus Griechenland. Athen, 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Ministerpräsi- dent Skuludis hat gleichzeitig den englischen, französischen und italienischen Gescnidten in längerer Audienz empfangen. Es verlautet, die Entente wünsche weitere Zugeständnisse von Griechenland ihren mazedonischen Militärbezirken gegenüber. — Die ganze Presse betont die Not- wendlgkeit, dre Entente z u r mil i t är i s ch e n R ä u m u n g Salonikis zu zwingen, um ein Lustbombardement der Stadt m vermeiden. Sie erkennt zum größten Teil an, daß die Entente, falls sie nicht fyiercruf einginge, eine schwere moralische und politische Verantwortung übernähme. Ein deutscher Bazar in Milwaukee. Berlin, 5. April. Bon privater Seite wird uns über ernen deutschen Bazar in Milwaukee mitgeteilt: Der große deutsche Kriegsbazar iu Milwaukee, Wisconsin. zugunsten 'des deutsä)- osterrnchEAarischen Hilfsfonds, wird einen Reinertrag v o n beinahe einer Million Mark aufweisen. Der Bazar für den man rnr „Deutsch.-Mheii" Amerikas seit Monaten mit Liebe urrd Aufopferung vorgearbeitet hat, datierte nur fünf Tage 'Xae Leistung ist daher umso anerkeTmenswerter, als sie vcvchält-- nlsinaßrg sogar das Ergebnis des zweiwöckigeu Bazars in New über'trifft Die Besucherzahl bezifferte sich auf 155 000. ~ te Milwaukee'er deutsche Zeitung. „Germauw-Herold" stiftete lur me Verlosung eine neuerbaute VUla nebst Grmidstück Auch E Perfmrnl des Deutschen Theaters beteiligte sich aktiv an dar Veranstaltung. die Frage des Vorsitzenden, ob es sich um ein oeul,chcs Torpedo handle, tagte Canters, er dürfe keine SchlM'e ziehen, da auf den Stucken kein Merkzeichm gestanden habe. Schwartzkopff-Torpedos ,eten an ^>apan, Holland, Griechenland, Spanien und einige süd- amerikamscke Staaten geliefert worden. Er glaube bestimmt, daß dg „Tubantia" von einem Schwartzkopfs-Torpedo getroffen worden sti, über deinen Herkunft er aber nichts mjrtteilen könne. Er habe u?.^Zb.ns vom. Marine-Departement erfahren, daß wiederum ein Stuck Metall m einem Boote gefunden worden ist; auch habe er 90 Hort, daß aus dem Wkdden ein bronzenes Torpedo gefunden wurde. Beides werde untersucht werden. Aus der chemischen Untersuchung sei hervorgegangen, daß das gefundene Metall mit den Schwartzkopft--rc>rpedos, wie sie von der Marine benutzt werden genau übereinstimme. Die englische Willkür zur See. L 0 n d 0 n 6 April. (WTB.) Die (Aussührnngen Lord Robert Eecils im Unter Hause über die jüngste Order in Council zur L 0 nboner f e klara tio n lauten: Den Hauptgegenstand der Order bildet dre Erklärung, daß der Begriff der fortgesetzten m r sollst' ^lusbehming nicht nur aus die unbedingte, sondern auch auf die bedingte Bannware Anwendung findet, ebenso auf die Blockade Ms einziger Unterschied in der Behandlung der unbedingten und bedingten Banmvarc bleibt bestehen, daß bedingte oaimmare nur besch lagnghmbar und verurteilbar ist, wenn sft für du Streitkräfte des Feindes oder für den Gebrauch der feindlichen Regierung bestimmt ist, während unbedingte Bannware dem gleichen Schick,al unterworfen ist, wenn sie für einen Teil des feindlichen Gebietes bestimmt ist. Bei Durchführung der Maßnahme im gegenwärtigen Stadium des Krieges ist eine Unter- s che ibiin g ztmschm deii beiden Arten Konterbande unwesent- l ich, da ja im Grunde alle Güter, die nach dem Gebiete unserer ireindc ge,andt werden, unnrittelbar oder mittelbar zum Nutzen London, 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuterjche Bureau ^ meldet zu der Versenkung des Dampfers iVai n J i ^er Dampfer wurde gestern abend von einem deutschen U-Boot torpediert. 50 Mann der Besatzung sind umgekommcm neun wurden gelanoet. Ein Brand im deutschen Internierungslager in Tokio. Berlin, 6. Llpril. (Priv.-Tel.) Das ..Bert. Tnnphr' Brandes ist unbekannt. Der Seekrieg. Zum Untergang der „Tubantia". fAsf ® * f ‘rl b K W (WTB. Nichtamtlich.) Gestern be- scplftigte sich der Schrftahrtsrat mit dem Untergang der „Bub antra' Der Sitzung wohnten unter anderem bei der Hauptinspektor der Schiffart, Mulle, der Direktor des Lloyds Wil «wV" Sachverständiger loar der Chef des Torpedo dien st es, Canters. anwesend Aus dem Zeugenveihör er- 8Ä oesonvcwen neuen Tatsachen. Canters teilte mit- ^i der^ Untersuchung der Kups^rsLcke, die in einem Boote der st>^Ä^^sunden worden seien, habe sich herausgestellt, daß sie zweifellos von der Luftkaumrer eines Torpedos herrühren. "' ^ Strertkrafte verwendet werden und daher in gleickier Weise der Beichlagnahme unterliegen, ob sie mm bedingte oder unbedingte Konterbande sind. Tie Regierung beabsichtigt, in amtlicher Form eine v 0 l lstandigeListe der Bannwarenartikel zii veropcutlichcn, tn welcher sowohl die unbedingten wie bedingten Bannwaren zusammen gedruckt werden, so daß 'sich alle neutralen Kausleute über deren Zugehörigkeit zu der Zeinen oder anderen Kategorie unterrichteil können. Ties wird geschehen, sobald einige Erweiterungen der Banngutliste, über welche eine Entscheidung schwebt gemacht [ik .. ^t ie Ergänzung der Order bildet eine Erläuterimg gewisser, Umstande die die Vermutung erwecken, daß aufgebrachte Güdr eiue feindliche Beittmmnng haben. Insbesondere wird darin aus ge fuhrt, daß die erwähnte Vermutung besteht, wenn die Waren an eme Person m emem neattralen Lande konsiganert sind, von der schon früher bekannt war, daß sie Bannwaren an den Feind gesandt hat. " » Avril. lWTB, Nichtamtlich.) „Ver. lmgske Ti.deude bcnchtct aus BerMn.' Passagiere des n o r w c g i - schen Dampfer „Nidelven^. der von England ankam. be- die S p c r r u n g d e s e n g l i s ch e n K a n a l z jetzt effektiv sei: nur zu gennsten i-otund«n und Tagen werde die Durchfahrt gestattet. Malmö, 6 Avril. 0WTB. Nichtamtlich.) Der schwebi- !che od:oncr „Alf , von Strömstad mit Grubenholz für Eng- worden^^^^' l /* beschlagnahmt und südwärts geschleppt ou London, 6. 9lpril. (WTB.) Nach einem Telegramm ans , l rt ber Tanrpfer „Clan Campbell" aus Glasgow im Mrttelmeer von einem U-Boot versenkt worden. TieManTv- schaft unirde gerettet. London 6. April. (WTB.) Lloyds meldet ans Havrc^ ■Agc ^noegrsche Dampfer ..Baus- ist torpediert Mordend Vier Mann tverden vernrißt. Ter eirglische Danipstr „Be rwindvale" (5243 Bvntto- rogistertonnen) wurde versenkt. L,^nd o^n , 6. April.^W. B.) Nach einer Meldung von Lloyds Ans» britische Dampfer „Zent" (3890 Tonnen) v e'r Auf lenkt wurden. Die Besatzung wurde gelandet. Die Rede de§ Reichskanzlers. Berlin, 6. April. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kar, er hat den Reichskanzler telegraphisch herzlich zu den kraftvollen Worten beglückwünscht, mit denen er im Reichstage von neuem unsere Stellung zur Vergangenheit und Zukunft dargelegt hat. r..- ^ * e n ' 0- ApsU- (WTB.) Die Blätter würdigen die Aus- n z l e r s als ein Zeugnis von mächtiger geschichtlicher Bedeutung, weck darin die Umrisse des zukünftigen Friedens wie des neuen Europas gezeichnet und Grundlinien len* Neuordnung gezogen werden, welck-e von den Zen- werbm en ^ ^ ßmn mxt Ü}ten 9etreu€It Verbündeten geschaffen aen ^ reü) t : ^bst die höchsten Erwartun-- Erklärungen des Reichskanzlers geknüpft wur- b nZ'J™ b s 5 worben Die Wor.e von Bethmann Hollweg rlf- t r r+ ben 0 ® CI ?. “nerschütterlicher Entschlossen- ^ b ^ ^ber,lcht und des tiefften Vertrauens in die Zukunft. bchrt aus: Die Rede des Reichskanzlers ist ,chon an sich em Ereignis, das die Welt vor einen den letzten Abschmitt des mörderischen Krieges stellt. ^T.Vlatt ermnert an dre Friedensrede vom Dezember, welche verhöhnt, als em Zeicheii von Schwächte gedeutet und von Asanith lichkecken beantwortet sei, und erklärt, der Reichskanzler haoe- auch durch ferne gestrige Rede dem Frieden nutzen ändert werden ^ ^^mnung, sondern nur das Verfahren sei ge- Tagblatt" erklärt: Wenn unsere Gegner ehrlichEn Rat zugänglich wären, könnte man ihnen nur saOgen, nsp ^ Reichskanzlers ebenso ernst nehmen sollten, 55 4 - Dies hätte wenigstens die eine giite &r$ e ' -Zß ben . bisherigen schrecklichen Opftrn an Gut und V^ul Nicht noch wertere gehäuft werden müßten. rnr rv lVL /# ' -Z n Wt bie 5 ^lkennenden Worte des Reichskanzlers bin ^^er,re KHgsleistwngen hervor und drückt hT> ä «nj? Q 11 ! ^ $ bcm Reichskanzler beschieden sein möge, die ,chonen Zukunftsplane zu verwirklichen, welck-e er in seiner gestrigen Rede ent,pickelt habe. ' ^ ct ,^us:Dan Asguithschen Programm! i(n ' BroöTamm ynto "o?bFlsche Volksblatt" sagt: Grundsätzlich und bestimmt, ^ Reichskanzlers waren, bilden sie die ^ Kriege, denn sie künden den hpn ®^ r? ?rn die und eröffnen der ganzen Welt den Ausblick auf eine neue Epoche der Menschheit. /dftwil (WTB. Nichtamtlich.) In der Rede Kärrespnnd^?^ Reichskanzlers imterstreicht der Berlmer SÄÄ ^L''^5 UC uZuricherZeitnng" als am bedeutsam,ten deu deutlich gehaltenen Umriß der deutschen Kriegs- ^ £ an ^ Ier b l c Grundlinien feftliegte, ans denen er zu rirrebenvverHandlungen bereit wäre. Die Aeußerungen der Gegenpartei tvürden zwar zunächst wohl " - ' ^ ~ F>Ti^ Im x sjrÄSf 1 ^ babe Das Blatt sagt: Rück- StM- Übliche mgeti aB ^ 00^01 Grundton den Ä feste Zuversicht, dast Wt nvch erreicht werden soll, auch erreicht werden wich — Das „Luzern er Vaterland" betont den durchs alle .Kanzlerreden gehe, die sich durch Darstellung, ohne prmrkvollen Flitter und ohne blendende Phrasen ausgezeichnet hätten. Das Batcr- land" sagt: Man hatte stets den Eftüamch so Romantische Erinnerungen. - Remlwld Steig, bei unermüdliche Forscher zur Quellentunde .RPuanttk, läßt seinen ftüheren Beröfsentlichmigeii lott-en ern bn Cotta erscheinendes neues Buch über „Clemeus Brentano und vre Brüder Grimm" folgen, das sich wiederum neues Brrefinaterral auszeichnet. worin die Gestalten, Interessen und Schauplätze der Welt der Romantik Berliner Ausent- mu^es von. 1609 bis 1811 hat Brentmw auch Heinrich von .ülerst kennen gelernt und er entwirft Wilhelm Grinrm van ihm dre folgende -Schilderung: „Unsere Tischgesellschaft hat sich rAt ^rvermehrt Der Poet Kleist, derr Müller einmat totgesagft nnd nachdem er ihn hier wieder besucht urrd daraus aufs Land einer» plötzlich mystisch verschwundenen ankündigt, ist fiFch und gesund unser Mitesser, ein untersetzter Zweiund-- dreißiger mit ernem erlebten runden, stumpfen Kops, geniischt- ?Ergt,„ kmdergut, arm und fest. Bon seinen Arbeiteii habe ich P* u ^Fi lItem Vergnügen, die zwei ersten Akte K^^^brsvleles KMhchen von Heilbronn und die Erzählung Kohlbaas, woriii vieles sehr hart, vieles aber ganz ungemein Ehrend und vortrefflich gedichtet ist, es macht Ihnen ' gewiß Klugen. W^Mich aber bei der Sache ängstigt, ist, daß er sehr arbeitet." Kleist kommt, wie man sieht, in Brentarws Nrteck ganz^ gut weg, aber zuweilen konnte der Dichiter auch alle schleusen fernes, ungezügelten Spottes öffnen, und Zerrbilder die lustig und derb genug aus Mallem Z? er Z Elchen ist Chami 1 s o geworden, üder den Clemens KF2 r- : "^ T lttvßen Verwunderung und Gelächter ist Chamisso Euzzenmaul, vor drei Wochen hier herumyegangen,' hat <1b,chied genommen und ist in Moniteur als prosesseur suplementarr zu Napolvonville verkündet woroon . . Ich vergesse den Kerl nimmermehr, er hat mich Montags 12 Uhr, als wir von Lchedes gingen, auf der Gasse umarmt und mir seinen mit Bratensauce grundierten, mit Tabaks öl ausgemalten und- mit gefrormem strii-kendem Atem pesirnißten Schmrrrbart wie ein nasse-. . . . Vogelnest mit zerguetschten Eiern aufs Maul gedrückt." cm-rr^ 0 Mberung war nun freilich der tteuherzige Wilbelm Grrmm ilicht fähig, aber ein guter Beobachter war auch L- und an Schalkhaftigkeit uiw .Käitik hat es ihm nicht gefehlt Das beweist z. B dw Schilderung, die er von dem Norweger Steffens, dem bekannten Genossen der deutschen Romantiker cn ^ n ii-r ''¥5 rst entweder übermäßig gut und nreint es dann auch, küßt ferne Freunde, drückt ihnen die Fäuste blau, daß es nicht zu sagen; . dann tobt er wieder unmäßig uiid jedes Glas Wern entbindet rinmer mehr einen bösen Geist in ihm, der notwendig toben mutz Er chat eine ganz uninäßigc Eitelkeit, rvomit er feben Gegensdmid aufspleßt, daß man iiickst mehr darüber reden Grwim in Gesellschaft Brentanos 1809 in Berlin, wellte sah er sich, die Menschen, denen er begegnete, recht scharf an. An S chl e i erma ch e r stellte er mit Verwunde- runs stst, daß es Nicht möglich sei, ein ordentliches Gespräch mit ihm zustande zu bringen. 9luch Henriette Herz, die damals rn der schöngeistigen imd literarischen Gesellschaft Berlins eine so grosze Rolle spielte, b^kam Wilhelm damals mehrinals zu sehen rl ^^nnt, daß ihr schöner Kopf und ihr verständiges Wesen ihm schon auffiel und gefiel, ehe er wußte, wer sie war „Wie sie aber aufftand, b u^ ck: ganz erschrocken und wenn ich aufrichtig sein soll, muß noch dieses sagen: eine Frau, ganz unab- yanrNF von ihrem Geist ünd ihrer Bildung, macht einen srail- lrch^n Eindruck, dieser aber fehlt der Herz gmiz und gar, ich sage auch, nicht oamit, daß sie unweiblich wäre, oder etwa irtit Gelehr- famtfit dränge, was sie nicht tut, und ich glaube auch, daß Äslänncr nur diesen Mangel fühlen. Die Beziehungen der Brüder Grimm mannigfache Wandlungen durchgemacht. Immer blieb ja B r e n - Da n 0 ein völlig unberechenbarer, und wie auch aus diesen Briefen rockst crtenichar wird, ein echtes Zigeunerblut. In Berlin HE «' Gr-rmm ergötzlich geschildert hat, in einem völligen Bohemien-ZusiWide, und nickst anders war es, als ihn ^^aler^ 1834 in München besuchte. In seiner Ttube lag alles recht durcheinander nnd in seiner Schlafkamm'er daneben wars noch ärger. . . . Möbel waren gar keine da, nur 0^/^?o^wode, woraus die Schubladen genommen waren, die Erde lagm, und eiii paar Stühle. Er selbst saß in einem messet, altes grob von Tannenholz gemacht: sein Arbeitstisch ^"hobelte Dielen mit ein paar Füßen, Tisckst Stühle, «Ähubladen starchen in der Stube herum, alles lag voller Bücher, Papierrollen, Kupferstiche, gedruckten nnd nngedruckten Papi^s. ctu alter Koffer 11 t der Ecke mit schinutziger Wäsche, die halb hevmrshang: sein brauner LlusgehÜberrock und sein Hut lagen • mt L*V te •1 era ^ c Eegte, und wenn er monatelang nicht aus- ging, blreben fte gewiß so an Ort und Stelle liegen. Die nächste cLVbbuna des Platzes, wo er saß, war mir verstreutem Tabak oder TabaAasche, bedeckt. nnD doch l-atte er noch nebni sich an der Wand ein Salzsaßch^en hangen, in das er die Pfeifen ansleerte und reinigte. Tre Stube sah aus, als ioenn sie ihr Lebtag nicht aus-- geftzt wm-dcn w«e. ahn er satz recht behaglich da, imd um die unoronNng, den Treck urrd Staub bekümmerte er sich sehr wenig." * Vanderveldes Erinnerungen an die yserschlacht. Kriegsettn-mrungeii belgischer Staatsmämicr nnd Diplomaten stehen augenblicklich tn Frankreich! und (Ärgland hoch im Kurse mrd ° hat sich türm auch bet felamtc Minister S\S jut Vetoffentlrchmrg eines Menr»lr«ibiuchstück«s entschlossen, das ,ich mit seman Erlebnissen ,n der Yserschlacht beschä tigt iri(d in ^.Londoner Monatsschrift „Nineteenth Century and aftE.^ scheint^ Ms Vartdervelde anl 15. Oktober von Dünkirchen nach Fnrnes fuhr, wo sich das königliche Hanptguartier befand, tw er den Eindruck, als. sei es mll der Nervenkrast der bel- gischen Bevölkerung, des belgrscheri Heeres zu Ende. Zur Zilrück- ^6ung des Weges brauchte sein Kraftwagen volle zwei Stunden obwohl Dirnkirafjm von Fnrnes nur 20 .Kilometer entfernt ist- Ltraßeii und Felher waren mit Flüchtlingen bedeckt, die sich und zu Brentano haben Besitztümer Frankreich in Sicherheit brachten^ ovhl bOOOO Meirichen zogen da erschöpft, verbittert, dem Zu- am menbrechen nahe, an dem Wagen des^ sozialistischen Ministers ~ a rL b(rit ^^ teren Eindruck des Bildes steigerte, waren zahlreiche Soldaten dre aus Anttverpen flüchtend, tellweise waffenlos, fast ohne Ausrüsturigsgegenstände, die sie rücks'ichtslos in den Straßengraben geschleudert hatten, übernächtig und disziplinlos her Grenze zustrebten und dort erst durch französische Gendarmen gebracht werden mußten. Tie Stimmung in Fnrnes ^ auf bn r^abrt entrollt Iwtte: aus s-'^^Platz des Ortes traf Bandervelde deii Brüsseler Groß- industtiellen Paul Lippens, der seit Ausbruck des .Krieges als Freiwilliger dem- belgischen Heere cutgehörte nnd neun Monate pater siel; Lrppens ioar gärtzlich entmutigt und rief Bandervelde chnewend ?.ust „Wemr unser Heer in seinem jetziaeii Zustande Tingen^zu^ Widerstand leistet, so geht es nicht mit rechten Die folgenden^ Tage waren für die Truppen König Alberts Er diesen Umstandeii die härtesten, die sie im Weltkriege überhaupt durchlebt habeil. Der Verlust von Antwerpen hatte ihre ^-.oral untergraben, ihr Zutrauen in die Zukunft erschüttert: dabei versagte bte Intendantur gänzlich, Verstärkungen von sraitzösischer oder englischer Lette blieben aus, und so sckicn eine gänzliche Zer- noch eine Frage der Zeit. Wenn überhaupt Widerstand geleistet wurde, so lag das in der sttategisch überaus ^ günstigen Stellung, die,das belgische Heer zwischen Dirmuiden und ? mtCr hem Yserkanal eiirgenommen hatte: aber auch diese ^ begann rn der Nacht vom 22. zum 23. Oktober zu wan- >2,! Tervaet-e erstürmten und den U ebergang Äke Yseruser erzwangeii. Alles schien verloren, als J fHhln ^ Oktober etn englisches Geschwader vor der belgi- VarllervStellungen unter Feuer nah^i. Bandervelde befand sichi damals gerade nt Nieuport und zwar hinter den belgischen Feldbatterieen, die, hinter dichten Verhauen TJZ U Z n - Zwergen versteckt der Deutschen Artlllerie anttEet^ sstl- ern Teil der Bediemutgsmamischaft Hatte sich schlafen gelegt, aß oder rasrerte sich Der Minister hatte nn Basse Kaffee genommen imd trat nun ms Freie. ,^r Geschützdonner tvar lebhafter geworden nrtd nZ bemühte ich nllch, unter 'deii Detonatio- JZIc uns herum stattsanden. das trockene Gebell der ber Mörser hmter uns, deren ??/$ {[' übsr , hmwegsansten, das Krachen der Schrap- mlls zu unterscheiden, deren gelbliche Rauckchälle uns an mn Feuerwerk tim hellerlichten Tage erinnerten. Plötzlich setzte in dumpscrer Donnn ern: wie das Brüllen eines Löwen der semc lungenschwacheren Genossen übertönl: drunten ^ Egen See englische Schiffe beran- ^S^n die feindlichen Linien eröffnet^ rwki Kilometer weit von uns entfernt, wie wir zehn Meter hinter unseren Batterien standen, aber ihre schweren derartig laut, daß jeder widere Laut nebeu Eure ganze Stunde lang sahen lvir sie meilen- wett landeinwärts schießen und den deutsckeii Vormarsch in dieser ^rotz dieser Hllse gelang es den französischen Elk^F^.^rAbniiral Ronachl im Verein mit den bel- ^ ^.bersten Maiser nur schwer, dem deutschen Ansturm standzuhalten: Nieuport mit seinem Brückenkopf spar noch ttittmo ^ Ur t f °r Ä lo& .Ü d > belgische .Hee?^ lettung am 25 Oktober, ihre letzte Verteidigungslinie durch Her- stellung eines werten U ebc rschwemmu n gs geb ie- seroeich und dem Damm der nach Nieuport sühr^iden Eisenbchn zu sscherm Zwei junge Pionierosfiziere, -Edtleute Thys uno Ulmo, brachen in der Nacht zum 28 ?Äl besttnrmten innen alten Schleusenwärter durch Geld und Aus- * ux Hilfeleistung und arbeiteten mit ^Sen zehn Mamr drei Tage lang zwischen der belgischen und ^bflime an der .Herstellung des Ueberschwem- Jtzte die Nut ein, so öffneten sie die Schleusen, der Einttitt ber Ebbe schlossen sie sie, um das bereits eingedrungeire Wasser am Abflreßen »» verhindern. A,uf diese Weise begann das Gelände vor den belgischen Stellungen allmählich feucht zu werden: nach enugen Tagen dehnte sich vor der sechs Kunden langen Front eine vier bis fünf Kilometer brelle künstliche Lagune, die neunzig bw emhunderlztoanzig Zentimeter lief war und jedes weitere Vordringeii der deutschen Truppen immöglich machte, da der Boden von kleinen Wasserläuferi duretn der wHl Be.vußtscin spricht, daß er und sein Kaiser mir ein« friedliche politische und ivirtschastliche Enffvickelung des Volkes wollten und an dem jetzigen furchtbaren Völkerkrieg keine Schuld tragen. A m st e r d a m, 6. Avril. (WTB. Nichtamtlich) „Handels- b l a d" schreibt über die Rede des deutschen Reichskanzlers: stark die Friedensliebe, die der Reichskanzler persönlich suhlt, auch in seiner gestrigen Rede zum Ausdruck kam, glauben wir doch seinen Worten entnehmen zu müssen, das; sich in der Haltung Deutschlands wenig geändert hat und das deutsche Krie«s- ziel dasselbe geblieben ist. Obwohl in der Rede des Herrn von Bethmann Hollweg vieles enthalten ist, was wir hier in unserem neutraler; Staate, wo wir so herzlich der; Frieden herbeisehnen, mit Zustimmung gelesen haben, so können wir doch nicht vergessen, das; hei aller Vorsicht in der Wahl der Worte der Kern der Rede des Reichskanzlers doch so wenig Hoffnung auf einen baldigen Frieden .einflößt, wie die Aeußerungen, die stets von der anderen Seite gehört werden. Das Matt ist mit der Erklärung des Reichskanzlers über den U-Bootkrieg nicht ganz zufrieden, nennt sie undeutlich und betont das Recht der Niederlande, daß kein Schiff torpediert werde, wenn nicht sicher festgestellt ist, daß es kein holländisches Schiff ist. Liebesgaben des Königs von Bayern. Luzern, 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Ten in den Kurorten am Vierwaldstättersee, Weggis, Cersau, Buochs, Brunnen und Flüelen kürzlich aus Frankreich eingetroffenen kranken deutschen Kriegsgefangenen wurde dieser Tage eine freudige Ueberraschung bereitet. Sie erhielten Liebesgaben, die König Ludwig von Bayern in hochherziger Weise unseren von der Schweiz gastfreimdlichst beherbergten Kriegern gesendet hatte. Der mit der Verteilung der Gaben betraute bayerische Kapuziner Coelestin Schwaighofer, der als Konsulator der päpstlichen Kongregationen zurzeit in der Schweiz weilt, hielt an jedem Ort in Gegenwart des Schweizer Kommandanten an die Mannschaften eine vaterländische Ansprache und überreichte im Aufträge des Königs Geschenke, die aus Zigarren, Zigaretten, Schokolade und nützlichen Gegenständen bestanden. Der Gesundheitszustand der Mannschaften ist den Verhältnissen entsprechend günstig, die Unterkunstsverhältuisse sind vortrefflich Nicht genug zu rühmen, ist die aufrichtige Hochherzigkeit, mit der die biedere Bevölkerung der Urkantone imseren Kriegern begegnet. Kommenden Sonntag wird die Verteilung der von König Ludwig gespendeten Liebesgaben in Davos fortgesetzt. Aus dem Reiche. Die Altersrente und die Waisenrente in der Invaliden^ Versicherung. Berlin, 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der dem Reichstag zugegangene Entwurf eines Gesetzes betreffend die Altersrente und die Waisenrente in der Invalidenversicherung ändert § 1257 der Reichsversicherungsordnnng wie folgt: Altersrente erhält der Versicherte vom vollendeten 65. Lebensjahre an, auch wenn er noch nicht Invalide ist. § 1292 erhält folgende Fassung. Der Anteil der Versicherungsanstalt beträgt bei Witwen- und Witwerrenten drei Zehntel, bei Waisenrenten für eine Waise drei Zwanzigstel, für jede weitere Waise ein Zwanzigstel des Grundbetrages und der Steigerungssätze der Invalidenrente, die der Ernährer zurzeit seines Todes bezog oder bei seiner Invalidität bezogen hätte. Die Neuuniformierung des bayrischen Heeres. München, 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Durch königliche Entschließung ist eine Neuuniformierung des bayerischen Heeres angeordnet worden. Die Hauptbestimmung der Entschließung ist die, daß das Grundtuch des Wasfenrockes, Hose und Schirmmütze — ebenso wie jetzt int Kriege — auch nach diesem feldgrau bleiben wird. Ein besonderes Kennzeichen erhält die bayerische Armee durch eine schmale, blauweiß gerautete Borde, die an dem .Kragen sämtlicher Kleidungsstücke der neuen Art angebracht wird. Die mittlere Sonnenzeit. Berlin, 6. April. (WTB. Amtlich.) Der Bundesrat hat heute beschlossen, daß in der Zeit vom I.Mai bis 30. September 1916 anstelle der mitteleuropäischen Zeit, die in Deutschland durch Reichsgesetz vom 12. März 1893 eingeführt worden ist, als gesetzliche Zeit die mittlereSon- n e n z e i t des 30 . Längengrades östlich von Greenwich gelten soll. Das bedeutet, daß die Uhren für diese Zeitspanne u m eineStunde vor zu stellen sind. Demgemäß wird der I.Mai 1916 bereits am 30 . April 1916 nachmittags 11 Uhr beginnen, der 30 . September 1916 aber um eine Stunde verlängert werden, damit am 1. Oktober 1916 die mitteleuropäische Zeit wieder in Kraft treten kann. * Berlin, 6. April. (WTB.) Fm Hau Pt aus schuß des Reichstages wurde bei Beratung des Etats für die Reichsjustizverwaltung ein Antrag betreffend eine Entlastung der Gerichte gegen zwei Stimmer: abgelehnt. Mit großer Mehrheit wurde der Anttag angenommen, daß alsbald eine Aendernng unter Berücksichtigung der gewonnenen Erfahrungen und insonderheit die ßß 19 und 22 aufgehoben werden und im § 20 die Berufungsmöglichkeit erweitert werde. Weiter verlangt der Antrag, daß vor Erlaß einer Verordnung die Vertreter der Rechtsanwälte gehört werden. Ans Stadt rrnd Land. Gießen, 7. April 1916. ** D i e Himmelserscheinung am Montag ist besonders im nördlichen Teil des Kreises Marburg und im Kreise Frankenberg deutlich beobachtet worden. Die Leute hörten zunächst einen starken Donnerschlag, dem ein dumpfes Rollen folgte. Tann erschien eine große feurige Kugel, die einen langen Schweif, der fast 5 Minuten lang sichtbar war, hinterließ. Im Burgwalde arbeitende Holzmacher wollen sogar gemerkt haben, daß nach dem Einschlag der Boden zitterte. Selbstredend gibt die Erscheinung dem Aberglauben große Nahrung, und es erzählen sogar manche Leute von' Schriftlichen, die im strahlenden Schweife zu sehen gewesen wären. Derartige.Phantastereien sind natürlich ein barer Unsinn, dem man nicht scharf genug entgegetreten kann. ** Die V c r mißt e n von Quesnvy. Vor einiger Zeit haben wir darüber berichtet, daß der Bezirksausschuß Gießen zur Ermittelung vermißter und kriegsgefangener Deutscher eine telegraphische Anfrage nach der Stadt Nanaimo in Kanada gerichtet hat, mit der Ansrage, ob dort deutsche Gefangene aus den Kämpfer; bei Quesnoy interniert seien. Die telegraphische Antwort ist, wie wir eben erfahren, über Frankfurt eingelaufen. Demnach befinden sich in Nanaimo nur Gefangene vom Schiff „Kaiser Wilhelm" und internierte Zivilpersonen. Kriegsgefangene Soldaten von der westlicher' Front sind in Kanada nicht tnternierl. Wir werden morgen noch einmal näher auf die ganze Angelegenheit zurückkommen, die durch eine mysteriöse Karte hervorgerufen wurde. **DieFrühjahrskontrollversamm l u n g e n 1916 im Kreise Gießen beginnen Dienstag, den 11. April, vormittags 9 Uhr. Wir machen nochmals ans die arntliche Bekanntmachung im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes aufmerksam. ** Stadttheater. Aus Dem Stadttheaterbüro mttb mit* geteilt: Eine ganz besondere Darbietung bringt noch die letzte Woche vor Schluß der Spielzeit, indem am Dienstag, den 11. April, eine einmalige Aufführung von August Strind- b e r g s „Ostern" durch das Maria R e h o s f - Ensemble, das ja hier durch frühere Ibsen-Gastspiele bestens bekannt ist, stattfindet. Der Dichter will in seinen: „Passionsspiel" genannten Werk ein menschlich dramatisches Gegenspiel zu den Stimmungen geben, die um die Osterzeit durch die Vorgänge in der Natur in nns ausgelöst werden. Eine Aufführung des Werkes vor etwa einem Jahre im Frankfurter Schauspielhaus durch ein Gesamtgastspiel des Dresdener Hoftheaters hatte damals tiefsten Eindruck gemacht. Kreis Friedberg. # Aus der Wetterau, 7. April. Begünstigt durch das herrliche /Wetter sind die Bauersleute' mit der >Aussaat fertig geworden. Der milde Regen hat nun das Seine getan, so daß, wie der Landmann sagt, die Frucht schon in Reihen steht. Soeben ist man damit beschäftigt, die Kartoffeläcker zu düngen und zum Setzen vorzubereiten. Frühkartoffeln werden schon hier und da gesteckt. Ueberall blüht jetzt der Wintersamen. Herrlich gelb leuchten die Aecker hervor, den Bienen reichliche Nahrung liefernd. Der Klee zeigt einen prächtigen Stand, und so ist zu hoffen, daß bei den zu erwartenden guten Futterverhaltnissen die Buttennot wenn auch nicht behoben, so doch gemildert wird. Was die Ob stanssichten betrifft, so kann wohl gesagt werden, daß es dieses Jahr eine reiche Steinobsternte gibt, während Kernobst eine knappe Mittelernte verspricht. Geringen Blütenansatz zeigen die besseren As selsorten, Busche und Spalierobst haben reichlich angesetzt. Kreis Schotten. # Babenhausen, 6. April. Die Hessische Tapserkeits- medaille erhielt der Gefreite Scharmann. Kreis Wetzlar. ra. Aßlar, 7. April. Unteroffizier der Reserve Heinrich Kaps aus dem nahen Klern-Altenstädten wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. ra.Aus der Bürgermeisterei Atzb ach-Launs- bach, 6. April. Kreishaushaltungslehrerin Frl. Müller inspizierte in diesen Tagen den Industrie-Unterricht in sämtlichen Schulen der Bürgermeisterei. Dieser Unterricht war wohl ehedem ein Stiefkind unserer Landschulen, ist aber jetzt durch einen einheitlichen Plan von Erfolg gekrönt. ra. Wetzlar, 7. April. Haushaltungskurse für erwachsene Mädchen wurden diesmal in unserm Kreise nur zwei zu Krofdorf und Aßlar abaehalten. Beide waren über Erwarten stark besucht, ja die Anmeldungen konnten an beiden Orten nicht alle berücksichtigt werden Hessen-Nassau. ra. B iedenkops, 7. April. Stadtförster Jakobi, welcher nahezu 42 Jahre unseren städtischen Waldungen Vorstand, ist in Ruhestand getreten. e. Frankfurt, 7. April. Am kommenden Sonntag ist im Zoologischen Garten der Eintritt während des ganzen Tages auf 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.) herabgesetzt. Der Eintritt in das Aguarium mit den teilweise neu und naturgemäß eingerichteten Reptilien- und Lurchbehältern ist auf 20 Pfg. für die Person ermäßigt. Nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr finden Konzerte statt. vermischte». , * Dfts Marketender wesen einst und jetzt. Von dem farbigen, romantischen Marketenderwesen. aus der Zeit Wallensteins, wie wir es ans der Dichtung Schillers kennen, bis zum Marketender des Weltkrieges ist ein weiter Weg. Stets aber erfreute der Markertendenvagen sich der größten Beliebtheit bei den Soldaten, und wenn das nwdenne Marketenderwesen auch prosaischer ist als da^ der Vergangenheit, so hat cs doch wieder andere, rein praktische Vorzüge, die ihm eine Sonderstellung im Felde sichern. Der Hauptwert des Marketcnderwagens besteht, wie rn einem Artikel von Kurt Ziesenitz im nächsten Heft der bei der Deutschen VerlagS-Anstalt in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Ueber Land und Meer" ausgeführt wird, in dem Urnstaird, daß er dem Heere alle die kleinen Unentbehrlichkeiten zuführt, auf deren Mitführnng im Kriege sin Heer von sich aus unbedingt verzichten muß, wenn es schlagfertig sein will, die aber das Dasein des Soldaten in den Stunden der Ruhe und Muße verschönen. Deshalb haben die Heere aller Zeiten den: Marketender ein kleines Plätzchen in ihrem Organismus gegönnt, nnd auch unsere inoderne Heeresverwaltung ließ es ihm, indem sie bestimmte, daß von den fünf LebenSmittclwagen, die ein Bataillon in den Krieg mitnimmt, einer der Markelenoerwagen sei. Zu seiner Führung wird eine vertrauenswürdige ältere Persönlichkeit bestimmt, die verpflichtet ist, gegen einen von der Heeresverwaltung festge etzten Pre s den Soldaten im Felde die Marketenderwaren zu verkaufen. Im 15. Jahrhundert war in den Feldlagern dem Marketenderioagcn der Platz angewiesen worden, an dem auch der Galgen stand, als ein recht fataler Mahner an das, was dem unehrlichen Marketender oder Merkadanten, wie er noch damals hieß, drohte. Er trat anfangs als bescheidener Händler auf, der seine Wttrsn in der Kiepe mit sich trug. Bald aber begegnet man seinen großen Verkaufsständen im Lager, in denen er nicht nur Tand feilhält, sondern auch andere notwendige Lebensmittel. Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht nrachte auch dein romantischen Abenteurerleben der Marketender ein Ende. Aber im Grunde blieb der Marketender, was er war, halb Kaufmann, halb Soldat. Die Marketeirdec haben auch in diesem Kriege ihre Schuldigkeit getan, ja in geradezu unvergleichlicher Weise sich den modernen Bedürfnissen unserer Riesenhecrc anzupafsen verstanden. Wenn wir erfahren, daß ein kleiner Marketenderwagen etwa für 4000 Mark leichte Waren bergen kann und daß der Tagesumsatz einer solchen kleinen Marketenderei im Lause des Feldzuges sich aus 1000 Mark gesteigert hat, so bekommen wir einen Begriff von der intensiven Arbeit, die hier hat geleistet tverden Müssen, um diesen monatlichen Umsatz von 30 000 Mark zu ermöglichen und in Fluß zu halten. Aber nicht nur im kLeiwen hat miau in diesem Kttege Anerkennenswertes geleistet. Die ungeheuren Truppenmengen, die an unseren Fronten versammelt sind, haben auch dementsprechende großzügige Neuschöpfungen auf dein weiten Gebiete des Marketenderwesens gezeitigt. So schuf man für die einzelnen Korpsverbände besondere Korpsrnarketendereien von einer dttartigen Reichhaltigkeit und Vollkomnrenheit in ihren Vorräten, daß dieselben unerreicht dastehen und wohl den für sie geprägten Ausdruck „Kriegswarenhäuser" rechtfertigen. * Die „Daily Mail" als Ratgeber für Ehefrauen. Die Poesie der Ehe hat in England unter der Einwirkung des Krieges seltsame Umwandlungen durchgenmcht. Als der Rekrutierungsplan Lord Derbys — der übrigens längst sein völlig ges Fiasko erleben mußte — bekannt wurde, schenkte man der Mitteilung von der Dienstfteilheit der verheirateten Männer ganz befördere Beackstnng. Die Folge ivar, daß Tausende von wenig kriegsdürstigen Männern sich in das jedenfalls weniger lebensgefährlichere Abenteuer der Ehe stürzten. Aber da in Großbritannien auch die Regierungsversprechungen keinen Ewigkeitswert besitzen, tvurde die Dienstpflicht bald auch auf die verheirateten Kandidaten des Derby-Systems ausgedehnt. Nun sitzen die unglückseligen englischen Männer, die auf so schlaue Weise deu Gefahren an der Front entrinnen zu können gedachten, in der Falle. S;e lverden trotz alledem Soldaten und haben außerdem die goldene Freiheit ihres Junggesellendaseins eingebüft. Daher befürchtet man, daß die Zahl der Ehescheidungsanträge fiel: bald ebenso häufen könnte , wie vorher die der Eheschließungen. Um dein vorzubeugen, sucht die „Daily Mttil" durch eine Reihe sorgfältig numerierter Ratschläge für die jungen Frauen das lose Eheband fester zu knüpfen. „Die Hauptsache in der Ehe." versickert das Blatt mit gewichtigem Nachdruck, „war, ist und bleibt bte Liebe. Und die meisten Ehen werden nur darum aufgelöst, weil die Frauen sich nicht genügend bemühen, die Liebe ihrer Männer zu bewahren. Die meisten Frauen, besonders in England, glauben durch den Ehering den Mann zu ewig gleichbleibenoer Liebe gezwungen zu haben und verzichten daher au; jede weitere Bemühung in biefer Richtung. Sie verlassen sich auf die. Gesetze der Kirche, ohne die Gesetze des menschlichen Herzens in Betracht zu ziehen. Die folgenden Ratschläge sind einzig und allein geeignet, den Frauen die Liebe und Bewunderung zu sichern, die sie wünschen: 1. Halte dich immer gesund, so wirst du deine Schönheit am sichersten bewahren. Bewegung und ein tätiges, nicht im Luxus vergehendes Leben sind 'hierzu die besten Mittel. Belaste nicht deinen Mann mit deinen kleinlichen Sorgen, die mit dem Ernste des Lebens nichts zu tun haben. 2. Halte deinen Haushalt durch persönliche Aufsicht in Ordnung. Lasse die Wäsche nach Möglichkeit im Hause waschen, um zu sparen, treibe aber nicht die Sparsamkeit in falscher Weise, indem du zu Hause ungepflegt und in Gesellschaft überflüssig kostbar gelleidet erscheinst. 3. Folge in deiner Kleidung triefjt jeder Modetorheit mte eine Anziehvnppc. Bedenke dabei stets die Grenzen des Einkommens deines Marmes. 4. Lies gute Bücher und bringe den Geschäften deines Mannes Interesse entgegen. Höre auf die Meinungen erfahrener Leute, bevor du dir eigenwillig ein Urteil bildest. 5. Wende deinen Liebreiz deinen: Gatten gegenüber auf und benütze die Waffen, die dir die Natur verliehen hat, nicht im Klub oder im Seebad, sondern zu Hause. 6. Suche den Ernst und die Sorgen des Lebens zu verstehen." Es fällt nicht schwer, aus diesen Ratschlägen der „Daily Mail" die Bemühung herauszulesen, den; Ernst des Krieges wieder einrnal die dem englische;; Publikum gegenüber so notwendige Betonung zu verleihen. Ob aber die englischen Frauen der „Daily Mail" gehorchen werden, bleibt eine andere Frage. Yüchertisch. I m A r g o n n e r w a l d. Worte nach Landwehrinann Wolter, Melodie von Rittmeister Sachse. Neu bearbeitet von Wilh. Gößler. 2. Austage. Ulm a. d. D. Musikhans HanS Kaim. Ausgaben : kür mittlere Singstimme mit Klavier Mk. 1,— ; für Männerchor Part. Mk. —,60, Singstimme Mk. — ,15; für Klavier mit unterlegtem Text (Volksausgabe) Mk. —,20; für Violine allein Mk. —,30; für Zither Mk. -,80. Amtlicher Wetterbericht. O effentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 8. April 1916: Noch ziemlich heiter und trocken. Temperatur wenig geändert. Heute Gewitterneigung. Letzte Nachrichten. Der Zeppelinangriff auf Dünkirchen. Gens,?. 9lprll. Die Lyoner „Däpeche" "veröffentlicht solgendL Einzelheiten über den Zeppelinangriff auf Dünkirchen: Das deutsche Luftschiff wurde gegen 11,30 Uhr abends gesichtet, von zwei Flugzeugen begleitet, welche die unserigen zum Kampfe aus sinterten. Diese Gelegenheit benutzte der Zeppäin, um die vom Lichte der Scheimverfer hell beleuchtete Stadt zu überfliegen, aus bi-c er zwei Geschosse schleuderte. Ter Knall dev explodierenden Bomben wurden von Geheul der Sirenen übertöni. Ter Luftkveuzer, in etwa 1500 Meter Höhe segelnd, wandte sich dann in voller Geschwindigkeit dem anderen Stadtende zu. Zahl reiche Personen sahen ihn. Bon neuem blitzten die Strahlen seiner Scheinwerfer und gleich daraus erschütterten mehrere auseinander folgende Explosionen die Luft. Jetzt gelang es einem unserer Scheinwerfer, den Kreuzer zu entdecken, der trotz des heftigen Feuers unserer Abwehrkanonen uiü> der Verfolgung unserer Flugzeuge ungestört entkam. Während des Bombardements, das fünf Minuten gedauert hatte, waren acht Geschosse nieder gefallen. Eftres dieser Torpedos, deren Explosionskrast und Einschlagskraft gewaltig ist, wühlte, einen Trichter von zwei Meter Tiefe und vier Meter Breite, nachdem es ein Haus vom Dach bis zum Keller durchschlagen hatte. Neben Sachschaden sind auch mehrere Personen getötet oder verletzt worden. Die Einberufung der 48 jährigen in Frankreich. Genf, 7. April. Der „Petit Parisien" erfährt, daß die Tepotbefehlshaber von dem Kriegsminifter den Auftrag erhalten habet;, die Mannschaft des Hilfsdien st esinden Kasernen durch Frauen zu ersetzen. Man hofft, durch diese Maßnahme die Einberufung der JahresAasse 1868 aus das notwen- tigste Maß zu beschränken. Aus dem Vattkan. Lugano, 7. April. Aus kirchlichen Kreisen erfährt der Korrespondent der „Vvssischen Zeitung", daß in der verhältnismäßig kurzen Unterredung des Herrn A s q u i t h mit dein P a v st t wesentlich nur die Friedensbeftrebnngen des Papstes und die vatikanische Klarstes des Londoner Verttages zur Sprache gekommen sind. Der Papst sprach dem englischen Ministerpräsidenten sein Erstaunen darüber aus, daß England das italienische Garantiegesetz seinerzeit garantieren wollte. Tatsächlich hat die vatikanische Klausel die besondere Verstimmung des Vatikans gegen England verschuldet, die in dem langet; Fernbleiben des englischen Gesandten Howard von der Kurie zum Ausdruck kam. Die Wirren in China. i. Köln, 7. April. Der „Köln. Ztg." zufolge meldet der Ruskoje Slowo aus Tientsin: Verschiedenen Nachrichten zufolge l-at Juanschikai den Aufständischen folgende Bedingungen zur Wiederherstellung der Ordnung gestellt: Juanschikai tritt zurück und begibt sich nach der Provinz Tschenang. Ein neuer Präsident wird aus drei, von Juanschikai vor geschlagenen Kandidaten gewähl t. Die Verfolgung der Monarcktzsten hat sofort aufzuhören. Juanschi- kai bezieht jährlich 10 Millionen Taels. Er wird eine allgemeine Amnestie erteilt und ein Nationalkongreß einberufen. Das Zentrum und die Steuerfrageu. i. Köln, 7. April. Zu dem angeblichen Antrag des Abgeordneten Müller-Fulda, bettcffend Einführung einer Umsatzsteuer, ersucht Herr Müller-Fulda die „Köln. Volksztg.", mitznteilen, daß er oder die Zentrumsftaktion bis zun; heutigen Tage keinen derartigen Antrag im Reichstage eingebracht haben. Der angebliche Antrag Müller-Fulda ist ein Vorschlag eines bekannten Berliner 'Großkaufmanns, der wohl als Unterlage für den Entwurf einer Umsatzsteuer gelten kann, aber weder einen fertigen Anttag, noch einen Gesetzentivnrf darstellt. In; übrigen schwachen allerdings Ber Handlungen und Beratungen wegen Einbringung eines Gesetz entwurfs zur Besteuerung des Umsatzes unter de;; Parteien. Der Gedanke selbst scheint allgemeinen Anklang zu ftnden. Ueber die Forn; einer Ausführung gehen die Meinungen stark auseinander. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Bc tr.: Ausschließung unzuverlässiger Personen vom Handel. Ter Kreisausschuß hat durch Beschluß vorn 22. Marz 1916 die Viehhändler David Engel zu Grüningen, Josef Nürnberger zu Holzheim, Nathan Grüne bauin zu Holzheim, Jakob K a tz zu Holzheim, Sander W e i s e n b a ch zu Leihgestern als unzuverlässige Personen vom Handel mit Vieh ausgeschlossen. Gießen, den 3. April 1916. Grvßbcrzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Langermann. Heute entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unsere gute, stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter geb. Lettermann im 61. Lebensjahre. 2830 In tiefer Trauer: Familien Walther und Schmalz. Giessen (Marktstr. 10), den 6. April 1916. Di© Beerdigung findet Sonntag, 9. April, nachmittags 3 1 /, Uhr, in Hungen statt. Codes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nacht um 2 Uhr meinen lieben Mann, unseren lieben, herzensguten Vater, Schwiegervater, Grohvater, Bruder, Schwager und Onkel Jost Kimme! im Alter von 72 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katfterinc Simmel geb. Mng. Grohen-Buseck, 5. April 1916. Die Beerdigung findet statt Samstag, den 8. April. nachmittags 3‘/_- Uhr. 2824 oiai s * •> ® & | gute süste und saftige ^ i Apfelsinen | | kaufen,so gehenSiei. den ^ ^ 8pani8obön Karten g \ Bahnhofstraße 48. g 8 Filiale: Seltersweg 9, § N Kirchenplatz 10. 20241 Ia. leichtentzündbares Benzin wieder eingetroffen Central Drogerie,Schulstr Iljg'.iLL krlsvdv Waren. :: Billige Tagespreis«. :: ' R. Hase? aus Oesterreich. | Tel. 932 2096 Tel. 932 « 1 Todesanzeige. Heut© morgen entschlief sanft nach kurzem aber schwerem Leiden unsere innigstgeliebte Tochter, Schwester und Schwägerin Elisabeth Sehepp im Alter von nahezu 19 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Sehepp, Grossh. Bürgermeister. Saasen, den 7. April 1916. 08867 Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. April, nachmittags 2 Uhr statt. Jugend Vorstellungen sind am Samstag, den 8. und Sonntag, den 9. April von nachm. 2-7 Uhr mit den 2 großen KriegSfilms Lieb' Vaterland magst ruhig fein in 3 Akten vie Todesbraut in 2 Akten ©8845 sowie da» übrige erstklassige Programm. Union-Theater, Seltersweg 8t kik. Kinder Hab. zu diese« Vorstellungen ohneBegleitung Zutritt . Hais- ii. LiRgeileifci aller Art, mit Katarrhen, taberkutösev Erkrankungen, Asthma x. erzielten, wie zahlreiche Mittellungea von Rrzten, Apothekern und Leidenden einmanüfrei oemetsen. unsere RotoliN - PillSN in jahrelanger Praxis — vorzügliche Erfolge. Husten, Lerschletmung, Luswurs. Slachtschwetst. Stiche im RNcken u. Brustschmerz horten «uf: «ppetU u. LSrpergewtcht hoben fich rasch: allgem. Wohlbefikrden stellte sich ein. — Erhätt'.tch die Schachtel z» 2 Ul in allen Zpotfjeten; trenn nicht vorrätig, auch direkt von »ns durch unsere Dersandapotheke. Ausführliche Broschüre kostenfrei. Pi-en * s... Berit« sw«» vestanvtetle: Pix fägl spec. m. parat. Ledth. ex er. Add. benz. e Siam Rad. Llquir. 28180 | Möbl. 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Avril 1916, nachmittags 3V, ttbr: Yolfe?preise Vpl’izpreiüe Hi£nlieit! ItüuheiU Bös Glücksmädel Volksstück mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Max Reimcmn und Otto Sckuvartz. Musik von. Otto Schwartz. Ende gegen 6 Uhr. Abends 7 1 /, W)v: Kleine Preise! Kleian Preise! Nonbeit I arenheit! Sfr Kutte ftf§ ftrii'üfiub Lustspiel in 3 Akten von Gabriel Dregely. Ende 10 Uhr. 12821c 15/25 lrommelweise abzugeben, solange Vorrat reicht. Gbbaf&Appsi Alicestratze. ]2794 Zcllvlksare« beftö SaLtlerardcit für Knaben und Mädchen in groher Auswahl empfiehlt Äug. Kifbinger Seltersweg 79 2817 ^lmtliche Bekanntmachungen der Stadt Gietzen. Nächste hende Bekanntmachung bringe ich zur öffentlichen Kenntnis. G i e tz e n, den 4. Avril 1916. Der OberburgerErfter. Keller. Bekanntmachung. B e t r.: Frühjahrs-Kontrollversammlungen 1916 im Kreise Gietzen. ES haben, ohne weiteren Befehl, tn . Giesten, Hof der ZeuabauSkaierne, zu erscheinen. Dienstag, den 11. Avril 1916, vormittags 9 Uhr. Sämtliche Unteroffiz, und Mannschaften der Reserve, Landwehr 1 und II aller Waffen und dckr Seewehr I u. II. Sämtliche Ersatz-Reservisten. Sämtliche als Ersatz-Rekruten ausgehobenen Militärpflichtigen, die in den Jahren 1895 u. 1894 geboren sind. Militärpflichtige, die die Entscheidung: „zurück bis zur nächsten Musterung" erhallen haben, brauchen nicht zu erscheinen. Sämtliche bereits eingestellten Mannschaften des Heeres und der Marine, die sich zur Erholung wegen 5krankheit. auf Grund häuslicher Verhältnisse oder aus anderen Gründen auf Urlaub befinden, soweit sie marsch- fahig sind, dah sie den Kontrollplatz erreichen können. Dienstag, dcrr 11. Avril 1916, nachmittags 2V, Uhr. Sämtliche Untfsz. u. Mannschaften des ausgebil- d e t e n Landsturms aller Waffen. Sämtliche zur Verfügung der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften. Es sind dies Mannschaften, die als Ersatz-Rekruten zur Einstellung gelangten und als dienstuntauglich entlassen worden sind. Sämtliche als Ersatz-Rekruten ausgehobenen Militär- pflichtigen, die im Jahre 1896 geboren sind. Militärpflichtige, die die Entscheidung: „zurück bis znr nächsten Musterung" erhalten haben, brauchen nicht zu erscheinen. Mittwoch, den 12. Avril 1916, vormittags 9 Uhr. Sämtliche unausgebildeten Landsturm- pflichtigen, dte im Jahre 1897 geboren und in der Stadt Gietzen wohnhaft sind Landsturmpffichtige dieses Jahrgangs, welche die Entscheidungen: „zurück bis zur nächsten Musterung" oder „zeitig untauglich" erhalten hahen, brauchen nicht zu erscheinen. Donnerstag, den 13. Avril 1916, vormittags 9 Uhr. Sämtliche unausgebildeten Landsturm- pflichtigen, einerlei welche Entscheidtrng ffe erhalten haben, die in den Jahren 1894 bis einschltetzltch 1878 geboren sind. Es sind dies Personen, welche im Besitze etues weihen Landsturinscheines sind. . Donnerstag, den 13. Avril 1916, nachm. 2V, Ubr. Sämtliche unausgebildeten Landsturm- pflichtigen. einerlei, welche Entscheidung sie erhalten haben, die in den Jahren 1877 bis einschließlich 1873 geboren sind. Es sind dies Personen, welche im Besitze eines weihen Landsturmscheines sind. Freitag, den 14. April 191«, vormittags 9 Ndr. Sämtliche unausgebildeten Landsturmpflichtige n, einerlei, welche Entscheidung sie erhalten haben, die in den Jahren 1872 und 1871 geboren sind. Es sind dies Personen, ivelche tm Besitze eines weihen Landsturmscheines sind. Freitag, den 14. Avril 1916, nachmittags 2'/, Ubr. Sämtliche unausgebildeten Landsturm- pflichtigen, einerlei, welche Entscheidung sie erhalten haben, die in den Jahren 1870 und 1869 geboren sind. Es sind dies Personen, welche im Besitze eines weihen Landsturmscheines sind. Samstag, den 15. April 1916, vormittags 9 Ubr. Sämtliche früher Dien st untauglichen, soweit sie seither gemustert worden sind, ohne Rücksicht daraus, ob sie gedient haben oder nicht und welche Entscheidung sie erhalten halten. Die ungediettten Mannschaften sind im Besitze eines gelben Ausmusterungsscheiues. Ausgenominen bleiben diejenigen, ivelche die Entscheidungen : „dauernd weder seid- noch garnisondienst- fählg", »zeitig untauglich" und „dauernd untauglich" erhalten haben. Llllgcmein: Es haben sämtliche bis aus weiteres oder bis zu einem bestimmten Zeitpunkte vom Heeresdienste befreiten oder zurückgeslellien Personen teilzunelimen. Die bei der Bahnverwaltung beschäftigten als unabkömmlich anertannien Personen sind von der Teilnahme an den Kontrollversammlungett befreit. Mann schäften, welche die Entscheidungen: „dauernd weder seid- noch garnisondienstfähig" oder „dauernd un» tauglich" erhallen haben, sind zum Erscheinen nicht verpflichtet. Cs wird besonders darauf hingeiviesen, dah mit ihrer Jahresklasse oder Waffeugattung alle diejenigen Personen zu erscheinen haben, die auf Grund von Reklamationen oder nl" dienstnntanglich von den Truppenteilen in dte Heimat entlassen sind. Das Gleiche gilt für die Landsturm- pflichtigen. die infolge ihres Alters — über 45 Jahre — von den Truppenteilen zur Entlassung gekommen sind. Kriegsrentenempfänger, tvelche dauernd garnison- diettstunfähig sittd, haben nicht zu erscheinen, dagegen haben alle diesenigen zu erscheinen, dte zeitig garnisondienft- unfähig, oder arbeitsverwendungsunsähig sittd. Erscheinen in bürgerlicher Kleidung: Stöcke, Schirme, Pfeifen, Zigarren nlw. sind vorher tvegznlegen. Die sich auf Urlaub in der Heiinal besindlichen Unter- vfsiziere unb Rtannschäften erscheinen tu Uniform. Die Dtilitttrpässe und Führungszeugnisse, sowie sonstige Ausweise «Landsturm- oder Atrsmusterungsscheine usw.) sind mitzubringen. Wer über sein Militürverhältnis oder über die Be« stimmungett im Zweifel ist, bat sich im eigenen Interesse vorher bei seinem Bezirksfeldwebel zu erkundigen. Unpünktlichkeit oder Versäumnis der Kontrollversamm- lungcu werden nach den Krtegsgesetzeu auf das Strengste bestraft. G i e h e u, den 26. März 1916. Grohher.-oglicheS Bezirkskommando Giehen. N a u m a n n, Oberstleutnant nnd Beztrt'skommandeur. 38328