rv. 82 Tvr «efitüft Tvqetz« erscheint tägtrch, außer Sanntaqs. — Beilagen: viermal wöckrenttich SieheserFaEeEtter; -wermat wöchentftLreK- dlattsürsen llnirHietzen (Dienstag und Freitags zweimal nwnatl. Lavs- »irtschastljchc Aettfraaen Fernjprech - Anschlüße: sÄrdie SchrätteitungUL Vertag,GeschäftsftelleSI Adresse kür Drabtnach- richten: Anzeiger Siehe«. Annahme von Anzeigen sür dre Tagesnummec bis zum Abend vorher. Erst« mm | 56 . Jahrgang vsMerrtag. 6 . April W Bezugspreis: monatl. 85 Vs., viertel- jährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 M.; durch diePost Dtk.2.30 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokallöPs., ausw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den polit,scheu Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: sür Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; Bd««ons*f# / ftdbscwrt \grn *&h f Vbid't. MaLnE^- / , * < *W*V SöT^^* lorrfzgr/f/e Tf *.a*cwv\*V/ . . Wiwv\/^ \ t'fgrrer/ffpmv^ ( V&X' flte/QwrP Englands tust8> Frankreichs im Na:Nen ihrer Regierungen ein Memorandum, in dem auch die Beschlagnahme von Postpaketen zur Sprache gebracht wird. In Verbindung hiermit bemerkt der Minister des Meutern, daß die holländische Regierung nicht die Ansicht teile, daß die durch den. Haager Vertrag bestünnrte Unverletzlichkeit der Ucberseepost auch die Paketpost einschließe. Die holländische Regierung habe nur dann Protest eingelegt, wenn die Beschlagnahme der Paketpost im Widerspruch zu den Rechten der Kriegführenden gestanden habe, soweit diese Güter betreffen, die auf neutralen Ueberseedampfern befördert werden. Tie holländische Regierung steht auf dem Standpunkt, daß die Bezeichmrng Corvespondanoe Postale im Haager Vertrag Sendungen von (Metten, Coupons und anderen Wertpapieren umfaßt. Die Kriegführenden dürfen derartige Sendungen deshalb unter keinen Umständen antasteu. Ter Minister des Aeußern ersucht beim auch um Zurückgabe der von den englischen Behörden beschlagnahmte:: Papiere dieser Art. Der Seekrieg. Zur Versenkung des niederländischen Schoners „Elzina Helena." Haag, 5. April. (WTB. Nichtamtlich.) Das Marinedepartement meldet, daß die Untersuchung über die Versenkung des niederländischen Schoners „Elzina Helena" ergab, daß das Schiff, welches mit einer Holzladung von Drammen in Norwegen nach Poole in England rmterwegs war, am 3. ds. in der diordsee von dem deutschen U-Boot „30" an gehalten und weil es Konterbande führte, versenkt wurde, nachdem die drei Mann der Besatzung von Bord gegangen waren. Das Unterseeboot hat darauf das Boot der „Elzina Helena" nach dem Leuchtschiff Noordhinder geschleppt und die drei Seeleute dem Leuchtschiff übergeben. Vlissingen, 5. April. (WTB.) Ein Torpedozerstürer jhat drei Manu von der Besatzung des torpedierten Schoners „Elzina .Helena" eingebracht. Der Schoner war mit Holz von Norwegen nach England unterwegs. Nachmittags näherte sich unweit der englischen Küste ein deutsches Tauchboot. Die Mannschaft des Schoners mußte helfen, die Ladung mit Petroleum zu übergreßen. Die 'Deutschen legten Sprengbüchsen und riefen damit Explosionen hervor, die wohl Schaden verursachten; das Schiff aber blieb auf der Ladung treiben. Das U-Boot, das die Ankunft englischer Zerstörer befürchtete, entfernte sich und schleppte das Boot mit den Holländern nach Noordhinder. Die Deutschen behielten die Schiffspapiere. m Tersch elling, 5. April. (WTB.) Zwei Mischdampfer brachten offenbar einen britischen Torpedobootszerstörer in schwer beschädigtem Zustande ein. — Nach einer Meldung aus Dmuiden begegnete der Fisch- danrpfer „Celesthne Jnliette" 12 Meilen nordwestlich Ter- schelling dem englischen Torpedobootszerstörer „Medusa III", der ins Schlepptau genommen war. — Nach einer Meldung aus Vlieland ist ein niederländischer Mschdampfer mit einem, vermutlich englischen, Torpedoboot ans dem Wege nach Stortemek. (Offenbar handelt es sich bei den obigen Meldungen um ein und dasselbe Schiff.) Kristiania, 5. April. (WTB.) Der neue deutsche 'Gesandte Micha Helles erklärte einem Berichterstatter des „Morgenbladet", die norwegische Presse sei zu sehr geneigt, jeden Schisfsuntergang auf eine Torpedierung zurückzuführen. Zur Aufklärung der letzten Versenkungen sei noch nicht genügend Material gesammelt worden. Deutschlands U-Bootkrieg sei in den letzten Monaten unverändert geblieben. Deutschland wünsche dringend, auf die Neutralen alle mögliche Rücksicht zu nehmen. Aber zwischen Gefahr und Gewinn müsse stets ein gewisses Verhältnis herrschen. Wenn die norwegischen Schisse sich die höchsten Frachten aussuch- len, müßten sie auch die Gefahr in den Kauf nehmen, auf-i gebracht zu werden, wenn sie den Kriegführenden Banngut zuführen. Wir bedauern, sagte der Gesandte, wenn sich die Stimmung Norwegens gegen die deutsche Kriegführung wendet, so oft eine Meldung von versenkten Schissen kommt, können aber unmöglich den Gegnern die Zuführung von Kriegsbannwaren freilassen. London, 5. April. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentur meldet: Ter britische Dampfer „Bendu" (4319 Tonnen) ist versenkt woroen. Ein Mann ist ertrunken, 27 wurden gelandet. Valencia, 5. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. (An englischer Dampfer eilte einem nor** wegischen Dampfer zu Hilfe, der Notsignale aussandte, kehrte aber, als er ein Unterseeboot erblickte, in den Hafen zurück. on Larrasch gesunken. Die Fahrgäste und die Besatzung stick) bis auf drei Personen gerettet worden. Der Kreuzer „Cassard" fuhr nach Gibraltar, um seinen Bug aus zubessern. Kopenhagen, 5. April. (WTB.) Nach, der „Berlingske Tidenoe" ist die Briefpost des unterwegs nach, Amerika befindlichen dänischen Dampfers „Frederik VIII." von England beschlagnahmt worden. Das Blatt bemerkt dazu: D,as ist also eine Wiederholung dessen, was mit der „Heilig Olav" geschehe:: ist. England behauptet, daß es das Recht hat eine Untersuchung der Briefpost vorziunehmen, daß es aber nickst beabsichtigte, eine Zensur auszuüben. Es beruft sich darauf, daß deutsche Kriegsschiffe Postdcrirrpser versenkt und die Postsäcke auf neutralei: Dampfern beschlagnahmt haben. Die Behauptung aber, daß deutscherseits derartige Uebergriffe stattgefundeu haben, recht- ferttgt uotfy keineswegs die Uebergriffe der Alliierten.. Es kann kein Zweifel bestehen, daß die Beschlagnahme der Briefpost der neutralen Schiffe nach einem neutralen Hafen nicht in Ueberein- strmmung mit der Haager Konvention steht. Tie Behaupttmg, daß damit die Schmuggelei verhindert werden solle, erscheint bei einen: aus fahrenden Dampfer wie beim „Frederik" völlig mrerllärlichi. / Au§ dem Reiche. Die Fleischversorgung für Bayern. München, 5. April. (WTB. Nichtamtlich.) Durch eine heute veröffentlichte Anordnung des Ministeriums des Innern wird die Fleischversorgung für Bayern einheitlich geregelt. A:tf Grund dieser Verordnung setzt die bayerische Fleischversorgungsstelle nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mengen von Schlachtvieh mit Genehmigung des Ministeriums des Innern fest, welche Höchstmenge Fleisch für acht Wochen auf den 'Kops der Bevölkerung verbraucht werden darf. Kinder unter sechs Jahren werden irur mit der Hälfte der Mengte /berücksichtigt. Zur Ueber- wachung des Fleischverbrauches werden durch die Kvm- nrmralv erblinde Fleischkarten ausgogeben, deren Geltung sich auf das ganze Königreich erstreckt. Die neuen Vorschriften treten am 26. April in Kraft. * Berlin, 5. April. (WTB.) Im Hauptausschuß des Reichstages brachten Vertreter aller Fraktionen einen Antrag auf Aushebung der Verordnung von 1915, betreffend Entlastung der Gerichte, ein. Aus Stadt und Land. Gießen, 6. April 1916. Schutz der Baumblüte. Die Blütezeit der Obstbänme steht bevor. Bei unserer Abgeschlossenheit vom igrößten Teile des Auslandes erwächst uns mehr als je die Pflicht, die Baumblüte, soweit dies möglich ist, vor den oft geradezu vernichtend wirkenden Schädigungen durch Spätfröste zu bewahren. Im „Lehrmeister im Garten und Kleintierhof" macht ein Fachmann aus geeignete Frostschutzmittel aufmerksam. Blühende Obstbäume in Zwergformei: lassen sich gegen dvohertden Frost leicht durch Behängen mit. Matten oder Tüchern schützen, ebenso die blühender: Wand- und Schnur bäume. Pfirsiche und Aprikosen, die an der Haus wand stehen und für den Winter mit Tannenreisig gedeckt wurden, soll man überhaupt solange unter der Deckung lassen, bis sie vollständig ab geblüht haben. Schwieriger wird der Blütenschutz bei älteren und hochstämmigen Obstbäumen. Wo es mit Rück- sicht auf die Feuersgefahr angängig ist, entpfiehlt sich das Verbrennen alter, leicht angefeuchteter Strohhaufen, die der längeren Bremchauer halber mit Reisig und anderen geeigneten Abfällen zu durchsetzen sind. Auch gewährt ein ausgiebiges und rechtzeitiges Bespritzen mit Wasser den Blüten Schutz, da daun ein Teil der Kälte durch Flüssigmachen des Wasserdampfes verbraucht wird. Das gebräuchlichste Abwehrmittel der Spätsröste ist für größere, geschlossene Obstanlageu das Rauchfeuer, das bei starker Rauchentwicklung die Blüten wirksam schützt, namentlich in windstillen Frystnäch.ten. Neuerdings ist man aber auch dazu übergegangen, durch direkte Wärmeerzeugung die Frostgefahr vor: der Obstblüte abzuhalten. Man bedient sich hierzu trichterförmig gebauter Heizöfen, die in engen Abständen durch !den ganzen Blütenbezirk zur Ausstellung tonnnen und, mit Kohle gefüllt, in Frostnächten angezündet werden. 9kach, den angestellten Versuchen erreicht man hierdurch einen gute:: Schutz der Baumblüte. Natürlich ist das Verfahren mühevoll und ziemlich kostspielig, indesset: stehen die Aufwendungen an Zeit und Geld doch zmüichst hinter den gewaltigen Verlusten, die eine einzige Frostnacht in der Baumblüte zum Schaden der Besitzer und der ganzen Volksernährung verursachen kann. Au untere e | e c. Dura) besondere Verhat.Ul.ffse ind wir genötigt, bis auf weiteres ein Familienblatt jede Woche, und zwar das am Donnerstag erscheinende, aus- fallen zu lassen. ** Die Feier des 25jährigen Amtsjubi- läums des Geheimen Kirchenrates Professor D. Dr. rüger hielt sich in den Grenzen, die durch der: Ernst der Zeit gezogen loaren. Die Mitglieder des Lehrkörpers, sowett sie sich nicht auswärts oder im Heeresdienste befinden, versammelten sich vormittags fast vollzählig unter der Führung des Rektors Professor Sie Vers in der Wohnung des Gefeierten, den der Rektor in längerer Ansprache herzlich begrüßte, indem er dabei nicht nur seine Erfolge als Lehrer uird Gelehrter hervorhob, sondern auch seiner Verdienste um die Verwaltung und seiner auch der Landesuniversität nützlichen militärischen Tätigkeit gedachte. Ebenso warm gehalten waren die Worte des Dekans der Theologischen Fakultät, Professor Dr. Schi an, der ausführte, wie sich in dem jugendlichen Senior der Fakultät ein Stück ihrer Geschichte sowohl als auch ihrer Geistesart verkörpere. Geheimerat Dr. Krügex betonte in seiner Aittwort dem Rektor gegenüber neben Persönlichem vor allem, lvie er sich mit Stolz gerade als Professor fühle, und wie er hoffe, daß die Eigenart der Laudesuniversität als der Hüterin der geistigen Interessen in Stadt und Land, vornehmlich aber bei der Regierung, auch in Zukunft die richtige Wertschätzung finden lverde. Dem Dekan gegenüber verweilte er bei dem Gedanken der Notwendigkeit innerlicher Arbeitsgemeinschaft bei allen Gliedern der Fakultät. An diese Ansprachen schloß sich die Begrüßung durch L-chüler des Gefeierten. Professor v. Dr. Diehl von Fried der g überreichte eine Festschrift, Arbeiten aus der Hess. Kirchengeschichte enthaltend, u:ck> erzählte in launigen Worten, mit welchen Schwierigkeiten die Herstellung des Werkche::s in Kriegsretten verbunden war. Eine von ihm ebenfalls überreiche, oem Jubilar gewidmete Schrift fdes Archivrats Dr. Herrmann in Darmstadt, hat dreser als Leutnant d. L. im Schützengraben sertiggestellt. Die Grüße der Frankfurter Konferenz 5)essischer Geistlichen überb rächten Pfarrer D. Fuchs-Rüsselsheim, Dekan Hermann -Nidda und Pfarrer Bär-Lindheim. D. Fuchs dankte für die reiche Anregung, die die hessischen Theologen in den Vorlesungen und inr persönlichen Verkehr mit dem Jubilar erhalten haben, und hob als das Wichtigste an dessen Lehrtätigkeit hervor, daß ihm än der Erziehung zur Wahrhaftigkeit im wissenschaftlichen wie im persönlichen Leben alles gelegen sei. Zahlreiche Glücttvünsche gingen im Laufe des Tages ein, darunter Telegramme Sr. Exzellenz des Herrn Ministers von Hombergk und des Dekans der Theologischen Fakultät in Marburg, deren Ehrendoktor Krüger ist, und Glückwunschschreiben des Predigerseminars in Fried- b erg und des 5perrn Oberbürgermeisters der Stadt Gießen, der in herzlichen Worten Krügers vielfach betätigter Anteilnahme an den städtischen Anfgab>en gedachte. ** D i e deutsche Sommerzeit. Wie wir schon dieser Tage mitteilen konnten, scheint sich die bekannte Bewegung zur Einführung der Sommerzeit durchzusetzen. Man geht dabei von dem Gedanken aus. das Tageslicht mehr auszunützen und demgemäß erhebliche Mengen an künstlichem Licht zu sparen. Sparen müssen wir nun doch einmal an allen Ecken und Enden, warum sollten wir es nicht auf die einfachste Weise machen und die Uhr an einem bestimmten Tage um eine Stunde vorrücken? Damit wird des Abends eine Stunde an Licht erspart. Man bedenke allein, was dies, abgesehen von allen privaten Unternehmungen und in jedem 5)aushalte, für einen Großbetrieb wie die Eisenbahnverlvaltung ausmacht. Es hat denn eirre diesbezügliche Petition vom Minister von Breitenbach eine sehr günstige Antwort erhalten. In der Plenarsitzung des preuß. Herrenhauses setzte Oberbürgermeister Matting (Breslau) die Vorzüge dieser Einrichtung auseinander. Da die Regierung sich entschlossen habe, die Sommerzeit auf Grund des Gesetzes vom 4. August 1914 als Kriegsmaßnahme zum I.Mai d.J. zur Einführung zu bringen, so sei es nicht erforderlich, die Sache im Wege der Gesetzgebung durchzuführen, und die Kommission empfehle daher die Ueberweisung der Petition an die Regierung zur Erwägung, ohne zu der Sache selbst Stellung zu nehmen. Das Haus beschloß demgemäß. Nun verlautet, daß der Bundesrat sich mit dieser Angelegenheit, die uns auf die billigste Weise eine Ersparnis an künstlichem Licht bringen soll, befaßt. Inzwischen hat in Paris die Kommission der Deputiertenkammer dem Vorschläge, die Uhr für die Dauer des Krieges um eine Stunde vorzustellen, zugestimmt. Wenn die Neuerung als „Kriegs-, Maßregel" geplant ist, so könnte sie allerdings durch/ Bundesratsbeschluß sehr gut noch zum 1. Mai eingeführt werden. Außer Ersparnissen ist auch gesundheitlicher Nutzen für die Bevölkerung zu erwarten. ** Amtliche Personal Nachrichten. Die Grvß- herzogin hat am 1. April l. I. den von den Freiherren Löm non und zu Steinfurth auf die evangelische Pfarrstelle zu Nieber- E lorstadt präsentierte:: Pfarrassistenten Otto Kappesser zu odenheim für diese Stelle bestättgt. — Tie Großherzogin hat am 5. April den ständigen Hüfsarbefter im Ministerium des Innern Regierungsrat Paul H echl er zum! Mat bei der Provinzial- direktion Starkenbuvg und zweiten Beamten des Kreisamts Tarn:- stadt unter Belassung des Charakters als Regierungsrat, den Ministerialsekretär bei dem Ministeriun: des Innern Regierungsrat Konrad L ö h l e i n zum ständigen Hllfsarbeiter bei diesem Ministerium :mter Belassimg des Charakters als Regierungsrat, und dein Ministerialsekrelär bei dein Ministerium der Finanze:: Dr. Alfted Fink znm Ministerialsekretär bei dem Ministerium des Innern bestätigt. — Die Großherzo gin hat am 5. Aprll den Oberlehrer ar: der Liebigs-Obervealschule zu Darmstadt Professor Theodor H o f zum Oberlehrer an dem Realgymnasium daselbst, den -Oberlehrer an dem Neuen Gymnasium zu Tarmstadt Professor Ludwig Dietrich zun: Oberlehrer an der Liebigs- Oberrealschule daselbst, und den Oberlehrer an den: Realgymnasium zu Tarmstadt Dr. Heinrich Massing znm Oberlehrer an dem Neuen Gymnasium daselbst, sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1916, ernannt. — Uebertragen wurde: am 29. März der Lehr- amtsaspiranttn Else P et sch er ans Mainz mit Wirkung vom 1. April 1916 an eine Lehrermstelle an der höheren Bürger- (Mädch,en-)schu1e zu Bingen. — Die Großher zo gin hat der Dlnsteherin der Alice-Schule in Darmstadt, Margarethe Fuchs, zum 25 jährigen Tienstjubiläum das Sllberne Kreuz der Damen des Ordens „Stern von Brabant" verliehen. — Die Großherzogin hat am 11. März d. I. folgende Beamte der Hessisch- Prenßischm lÄsenbahngemeinschaft auf ihr Nachsuchcn: von: I. April 1916 ab in den Ruhestand versetzt und ihnen die nachbenannten Auszeichmlngen verliehen: den: Oberkassenvorsteher Rechnunasrat Adam Ko ob zu Trier das Ritterkreuz 2. Klasse des Berdrenst- ordens Philipps des Großmütige::, Idem Oberbahnassistenten Johann T o n s s a i n t zu Mainz die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, und dem Materialienverwalter Johann Fleck zu Mainz das Silberne Kreuz des Verdienstordms Philipps des Großmütige::: an: gleichen Tage dem Werkführ er in der Hessisch-Preusüsch:i: Eisenbahngemeinschaft Johannes Kögel zu. Dannstadt das Silberne Kreuz des Ver- dienstordeirs Philipps des Großmütigen verliehen. — Am 9. März d. I. wurden der Lokomotivführer Friedrich Wollncr zu Bischofsheim und der Werkfüh-rer Johannes Kögel zu Darmstadt Mid tm 10. Marz d. I. der PLajchmenmeiiter Frredruh Lutz zu Darmstadt, sämtlich in der Hessifch-Preußischen Eisenbahnge- weinsöiast, auf ihr Nachsuchen vom 1. April 1916 an in den Ruhestand verseht. ** Vorsicht bei elektrischen Leitungen. Die Bu- derusschen Eisemverke bitten um Aufnahme folgender Warnrmg: Wie uns nachträglich mit geteilt wird, kletterten vor etwa 14 Tagen 3 Sckulknaben an einem Leitungen« st der Hochspannungsleitung der Buderusschen Eismwerke bei Wißmar hinaus mit der Absicht, die Leitmrg zu berühre::. Sie hatten angeblich gehört, daß ein Berühren der Leitungen nicht gefährlich sein soll. Nachdem nnn einer der Junge,rs bereits auf der Hohe der Leitungen angekommen war nnd gerade die Hand znm Greifen einer Leitung aiisgestreckt hatte, sprang bereits ein elektrischer Lichtbogen von der Leitung über seine.Hand zum Leitungsmaste über. Der Junge erhielt dadurch Brandwunden an beiden Händen nnd einem Arni und fiel aus einer Höh' von 8 Metern aus die Erde herab. Ernstliche Verletzungen durch den Fall hat er sich glücklicherweise nicht zugezogen. Die beiden anderen Jungens kamen vollständig heil mit den, Schirecken davon. Es ist als ein großer Zufall zu be- ttachten, daß ans der Tat der Jungen nicht ein größeres Unglück entstanden ist; es wäre nicht unmöglich gewesen, daß die 3 Jungens durch den elektrischen Strom getötet werden konnten. Pflicht eines jeden Erwachsenen und besonders der Eltern nnd Lehrer ist es daher, die Kinder stets »nieder ans die Gefährlichkeit der elektrischen Leitungen aufmerksam zu machen, sie vor Berührung dieser Leitungen und Anlagen zu warnen und nach Möglichkeit davon fern zu halten. ** Der Hessische Diakon ie verein hielt am Montag nachmittag im Sitzungssaale der Landesshnode in D a r m st a d t unter dem Vorsitze von Dekan Z a u b i tz - Bcnsheim seine sehr zahlreich besuchte Jahresversammlung ab. In der geschlossenen M i t g l i e b e r t> c r f a in tu I u n g, in der auch der Ver- tteter der obersten Kirchen behörde, Präsident D. Nebel, und Geheimerat D. Dr. Flöring anwesend waren, wurde zunächst der verstorbene:, Mitglieder des Vereins gedacht, zu deren Ehren die Versammlung von ihren Plätzen sich erhob. Alsdann erstattete Pfarrer R n ck e r t - Darmstadt den Jahresbericht, der ein anschauliches Bild von dem segensreichen Wirken des Vereins, seiner Kriegs- nnd Lazarettätigkeit, sowie seiner Heimarbeit bot. Das stete Wachsen des Vereins offenbarte icmchlder von PfarrerS criba- Groß-Geran vorgetragene Rechnungsbericht der Jahre 1914/15, sowie die Aufstellung des Voranschlags für das neue Bereinsjahr. In der sich hieran anschließenden öffentlichen Versammlung, die ebenfalls sehr stark besucht war, sprach Geh. Kirchenrat Professor D. Tr. Eck-Gießen über: „O p f e r und Liebe". Ausgehend von der Unvergleichbarkeit dieses Weltkrieges mit früherer: tfrusgen, betonte er zunächst die Größe des Opfers, die die Liebe in der, fast siebenviertel Jahren hat bringen müssen. Opfer und Liebe, beides Morte, die unbedingt znm christlichen Wortschatz gehören, sind keineswegs von vornherein eine Einheit, sondern Glieder eirres Gegensatzes innerhalb des menschlichen und ckffristlichea Empfindens. Wie das Christentum ans der einen Seite kein Leiden der Erde anerkennen kann, ohne es zugleich, innerlich aufs wirksamste bekämpfen zu müssen, so chbt es umgekehrt auch kein Leiden in der Welt, vor dem das Christentum sich nicht zugleich auch beugen müßte als unter einer Fügung einer göttlichen Hand. Ter Gegensatz erhöht sich noch, da Opfer und Liebe jedes für sich zugleich unbedingte Größen sind. Eine etwaige Lösung des Gegensatzes durch den Gedanken einer Ervigkeitshoffnnng nach dieser Zeit befriedigt allein nicht. Er läßt die Frage offen nach der ungleichen Verteilung des Leidens in der Welt, wie auch ,mch der verlchiebenen Einwirkrrng des Leideps auf die Menschen, denen es teils inneren Gewinn, teils aber auch inneren Verlust bringen kann. E,ne Lösung ist nur zu finden, indem wir den Hauptinhalt des Gedankens der Einigkeit, losgelöst von allen sinnlichen Vorstellungen, Gott selber schon in diese Zeitlichkeit hineinnehmen und ihm deft Ausgleich des Gegensatzes anheimbefehlen. Ihm bleibt es überlassen, daß Leiden sei und warum; wir haben es lediglich nur anzufassen in Liebe und im Opfer. Das gilt auch von der Sonderliebe und dem Sonderopfer, das wir in dieser Zeit für unser Vaterland zu bringen haben. Denn auch der Staat ist ein Gottesgeschenk, wenn anders Gott auch unsere deutsche Geschichte durch große Männer (Friedrich d. Gr., Freiherrn v. Stein und Bismarck) hat werden lassen. Ein Sieg unserer Feinde müßte ihnen selbst und der Welt bei den, Tiefstände ihrer ethischen Gesinnung zu nnetm, moralischen Fluche werden; Deutschlands Sieg aber kann — ohne Ueberheüuna sei es gesagt — der Welt und selbst unseren Feinden noch einmal Heil nnd Segen bringen, nachdem es so gewaltig hat ringen müssen. Gott hat uns unser Volk als dasjenige hingestellt, dem zunächst gemäß der Frage des Samaritergleichnisses vor anderen Völkern unsere Liebe und unser Opfer zu gelten hat. Sollten wir nicht bereit sein, jedwede Liebe und jedwedes Opfer für es zu bringen? — Reicher Beifall lohnte die tiefen, fesselnden Ausführungen des Redners. ** I m Lichtspielhaus, Bahnhofftraße 34-, wird heute und morgen noch der wirklich sehenswerte Film, „Der Katzensteg" gegeben. Dieser Film ist nach dem gleichnamigen Roman von Hermann Sudermann, dem neben Frau Sorge am meisten gelesenen Werke dieses bedeirtsamen Schriftstellers bearbeitet. Ter Ronmn führt uns in die Zeit, da Napoleons Heere in Deutschland ein- gedrnngen sind, nnd gibt eine fesselnde Episode aus jenen großen Tagen. Tie Filmbearbeitung wußte die Motive des Romanes gefdiät m verarbeiten und auf ihre Art zu verlebendigen. Berühmte Filrnschauspieler wie Georg Lengbach vom Frankfurter Schauspielhaus, Ludwig Trautmann und Ferdinand Bonn geben den Gestalten eine außerordentliche Wirksamkeit nnd Lebenswahrheit. Vorzüglich wie immer sind die laMchaftlichen Bilder. Landkreis Gießen. J- fi o 1 1 a r , 6. April. Tie Schüler der hiesigen Schule zeichneten als Kriegsanleihe 1773 Mk. und sammelten auf Anregung ihrer Lehrer 1600 recht große Eier und 42,10 Mk. in bar. Die Eier wurden zur Verteilung an die Lazarette in Großberzoglichem Kreisamt und der Barbetrag dem Roten Kreuz abgelieiert. e Lick, 6. April. Tie Pfennigsparkasse der Licher Spar- und Kreditaktie ngefellschaft hat sich auch in der gegenwärtigen Kriegszeit als viel benutzte und wohltättge Anstalt erwiesen. Die Einlagen betrugen im letzten Jahre 12 742 Mk. Das eingelegte Geld wird zu jeder Zeit mit Zinsen zurück bezalstt, um jedem Einleger die Möglichkeit zu geben, bei größeren Ausgaben bar bezahlen zu können. Rreis Büdingen. # Rohrbach, 5. April. Den Heldentod starb der Musketier Adolf Mülle r. Kreis Alsfeld. lUp Aus dem Ohmtal, 5. März. Ein so gewitterreicher Jahresbeginn mit Frühjahrszeit l-at man während eines Menschen- alters ,roch nicht erlebt, wie es jetzt der Fall ist. Das erste Gewitter war am 3. Januar d. I. Trotz der ungewöhnlichen Zeit waren die elektrischen Entladungen stark. Ihm folgte am 16. Februar das zweite Gewitter, hiernach eins am 21. März nnd am 28 März. Gestern abend wlgte das fünfte mit Blitz nnd Donner so stark um im Hochsommer. In nächster Nähe Ruppertenrods rvar ein Einschlag mit eigenartigem Donner begleitet, der lebhaft an den Schuß aus einem Geschütz erinnerte. Ein gewitterreiches Jahr bedeutet ein fruchtbares Jahr. Kreis Schotten. # Schotten, 5. April. Gestern wurde hier Hauptmauu Muhl, im 4. Großb. Hess. Infanterie-Regiment 118, Sohn des hiesigen Pfarrers Muhl, beerdigt. Er starb an den Folgen einer schweren Operation. t _ , # Michelbach. 5. April. Auf dem Felde der Ehre starb im Westen der Musketier Becker im Jnsauterie-Regiment 116. # Ulrichsleiu. 5. April. Den Heldentod fürs Vaterland starb der Reservist Schmalbach in, Res.-Jnf.-Reqt. 1>6. Eschenrod, ö. April. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Wehrmann Betz im Jns.-Rgt. 349. up. Aus dem vorderen Vogelsberg, 5. April. Unter den landwietschastlichen Arbeiten, welche den, Mangel an Oel wirksam begegnen können, steht der Anbau von Winter- und Sommerraps in eurer Lrnre. axx Stand des Winterrapses ist sehr gut; er hat vortrefflich überwintert und beginnt schon in die Blüten zu schießen. Nun gilt es, A:vordmmgen z-n treffen, daß auch Sommerraps mehr wieder gebaut wird. Gerade dessen Anban wird nicht so emsig betrieben, obgleich das aus ihm ge- wmrnene Speiseöl das des Wirttersamens an Wohlgeschmack übertrifft. Kreis Friedberg. LI F r i e d b e r g . 6. April. Unteroffizier Otto Engel, Sohn des Gerbers Philipp Engel hier, in, Infanterie-Regiment 365, erhielt das Eiserne Kreuz - Der Sanitäts - Unteroffizier Franz Nees. zurzeit in einem Reservelazarelt in Bad-Nauheun, wurde zum Vizeieldwebel befördert. LI. Oppershofen, 6. April. Dem Leutnant der Reserve ch m i d t von hier, einem Sohne des Bürgermeisters Schmidt, .wurde das Eiserne Kreuz erster Klasse vom Kaiser überreicht. LI. B ü d e s h e i n,, 6. Avril. Der Gefreite Heinrich Christian Weber, der am 33. Februar als Kriegsgefangener entlassen wurde, ist jetzt mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. LI. O ck st a d t, 6. April. Der Kanonier Gottfried E w a l d. der fett Kriegsbeginn in, Felde steht und jetzt die schweren Kämpfe bei Verdun untgemacht hat, erhielt am 1. April das E,ser>,e Kreuz, das ihn, vom Kaiser selbst überreicht wurde. In dem Briese, worin Ewald diese Ehrung semen Eltertk initleilte. schreibt er: „Ich hatte nie ii, meinem Leben geglaubt, daß rch mit dem Deutschen Kaiser jemals ins Gespräch käme." Kreis Wetzlar. 6. O d 6 n h a u s en , 6. April. Der vor kurzem mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnete Vizeieldwebel L. Becker von hier wurde zum Offiz,er-Slelloertreter befördert. e. Dornholzhausen, 6. April. Ein weiteres, bereits das achte Opfer, forderte der Krieg von unserer kleinen Gemeinde. Der Schmiedemeisler Heinrich Heiser, der bei einer Munitions- tolonne im Westen stand, starb am 29. März d. Js. den Heldentod. Hessen-Nassau. J] M arburg, 6. April. Hier in Marburg, wo schon seit 1867^ mit kurzer Unterbn das Kurhessische Jäyerbatai.llon Nr. 11 seinen Standort hat, soll ein Heim für rn valide Jäger und Schützen errichtet iverden. Als Banplatz kommt ein 42 000 Quadratmeter großes Gelände am Abhang des mit dem Kaiser-Wilhelmttrrn: gekrönten Spiegelslustbergs südlich des Haupt bahnhofs in Betracht. Das Barckapüal wird durch Sammlungen und Spenden aufgebracht. Frankfurt a. M., 6. April. In der Uniform eines Oberleutnants verübte ein Soldat hier längere Zeit eine Reihe von Schwindeleien. Er trug an der Brust eine Menge Orden, wohnte in einem der ersten Gasthäuser am Bahnhofsplatz und machte durch sein sicheres Auftreten überall guten Eindruck, zumal er sich auch den Freiherrntitel zugelegt hatte. Erst als er vom Oberkellner bis zum Zimmermädchen herab alles angepumpt hatte, wurde man mißtrauisch und erstattete Anzeige. Bei einem Ausflug nach der Gerbermühle verhaftete man den »Freiherrn", der sich recht bald in einen gewöhnlichen Musketier, namens Schulze verwandelte. = Frankfurt a. M., 6. April. Bei dem Durchsuchen von Uniformen, die einer Reinigungsanstalt zn^eführt werden sollten, fanden Kinder auf den, Bahnhof Mederrad !eine Sprengkapsel. Der 14fährige Schüler Bruno Liebler machte sich an der Patrone zu schaffen, die plötzlich explodierte und dem Jungen die linke Hand zerriß, die rechte schwer verletzte und ihm sonst am ganzen Körper noch bedenkliche Verletzungen zufügte. Der Kuabe kam in nahezu hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus. Bereinigung auf gemeinnütziger Grundlage getntdeü neue Vereinigung bezweckt die Erteilung von Kreditauskünften und Informationen handelswirtschastlicher Art an Mitglieder, me tiä) aus den Kreisen des Handels, der Industrie, Finanz, des Gewerbes, des Bergbaues, der Schisfahrt und der Landwirtschaft zusammen- chließeu. Die Geschäftsstelle der Handelsa,lskunftei-Veremlgung befindet sich in Hau,bürg, Levantehaus. It rt i rfi tats*Tl a cfy ri d} iciu — Frankfurt a. M., 6. April. Stadtrat vr. jar. W o e l l wurde wegen feiner Verdienste um die Gründung der Frankfurter Universität von der Medizinischen Fakultät zum vr. med. h. c. ernannt. _ js Mar bürg, . 6 . April. Der Lektor der französischen Sprache an der Universität Frankfurt, Clemens Liebergesell, wurde für das Sommerse mesder mit der iBertretung des abwesenden Läktors der französischen Sprache an der hiesigen Universität beauftragt. Gerichtsfaal. Zürich, 5. April. (WTB. Mchtamtlich.) Das Bezirksgericht hat zehn Postbeamte, die aus der welschen Schweiz stammen imd angeklagt waren, in den Monaten Januar, Februar und Marz 1915 Muster ohne Wert-Sendungen (Liebesgaben) f ü r deutsche Soldaten entwendet zu haben, zu Gefängnisstrafen von einem bis zu 6 Tagen verurteilt, verbunden mit Geldbußen. Die Angeklagten bestritten, daß sie ans böser Absicht oder wegen deutsch-feindlich er Gesinnung gehandelt hatten. Sie hätten sich bloß aus Naschhaftigkeit vergangen. Es handette sich um Mustersendungen, die Schokolade, Zigaretten und Stumpen enthielten und einen Wert von einem bis acht Franken darstellten. vermischtes. Bern, 5. April. (WTB.) Ter „Secolo" meldet cnt3 Bres eia: Am Arno-See verschüttete eine unge Heu r e L a- wineeineKaserue, ivobei 140 Soldaten unter den Trümmern begraben wurden; 40 Dote und ebenso viele Verwundete wurden geborgen. * Berlin, 5. April. (Priv.-Tel.) Vor etwa 14 Tagen ist au' dem hiesigen Stetttner Bahnhof von einem unbekannten Manne ein Reisekorb mit dem Bestimmungsorte Stettin aufgegeben worden. Da sich innerhalb dieser Zeit auf der Reisegepäck stelle^ des Personenbahnhofes Stettin niemand zur Abholung meldete, öffnete man heute vormittag den Reisekorb und fand in ihm die Leiche eines etwa 20 Jahre alten Mädchens, das nur mit Strümpfen, sonst unbekleidet war. Der tote Körper tvar mit Stricken umschnürt, der Kopf, und das Gesicht mit einen, Tuch umhüllt. Der Berliner Kriminalkommissar Gennat befindet sich bereits aus dem Wege nach Stettin, um das Verbrechen, denn un, ein solches scheint es sich zu handeln, aufzuklären. * Kinderarbeit in den französischen Kriegs Werkstätten. In Ermangelung ruhmreicher Berichte aus dem Felde bemüht sich die französische Presse neuerdings, die Arbeit der zu .Hause Gebliebenen über den Klee zu loben und daheim nach Helden zu suchten, da an der Front keine Erfolge zu verzeichnen sind. Die jüngste Begeisterungswelle des „Matin" gilt den französischen Kindern, deren Haltung man in den höchsten Tönen preist. Allerdings vergißt man bei diesem Loblieb ganz, daß die Tatsache, daß die Kinder im zartesten Alter von, frühen Morgen bis zum späten Abend zur Arbeit in den staatlichen Kriegswerkstätten gezwungen werden, der sozialen Ordnung, der Organisation und den Mitteln der Franzosen nicht gerade ein beglückendes Zeugnis ausstellt. Fast in allen französischen Munitionsfabriken sah man sich genötigt, die Lücken in der Zahl volbvevttger Arbeitskräfte durch schwache Kinder auszusütten. Kinder müssen die Hebel der Maschinen bedienen, mit schwerem Werkzeug umgehen (unb Arbeiten leisten, die ihnen vom Standpunkt der Volksgesundheit nicht gerade zum Vorteil gereichen. Wie es sonst um die Arbeiter in den Kriegswerkstätten in Frankreich bestellt ist, geht aus der Bemerkung des „Matin" hervor: „Neben den schwächlichen, traurigen Frauen, den blassen und niedergeschlagenen Mädchen und den stummen, starr vor sich hinblickenden Greisen sind diese munteren Kinder in den Sälen der Munitionsfabriken ein erfreulicher Anblick..." Berlin, 5. April. Die Deutsche Erdöl-Aktien G es e l l s ch a s t verteilt bei reichlichen Abschreibungen und Rück lagen 20 Prozent Dividende. Hamburg, 5. April. (WTB. Nichtamtlich.) Heute wurde von führenden Firmen Deutschlands eine H a n d e ls a u s k u n f t e i Märkte. 5. April. ke. Wiesbaden, 19 Rinder, darunter 2 Ochsen, 3 Bullen, 14 Schaie, 9 Schweine. Der geringe Austrieb festgesetzten Höchstpreisen abgesetzt. V i e h n, a r k t. Auftrieb: Kühe, 82 Kälber, war schnell zu den Wrtterungsbericht. (Oeffentlicher Wetterdienst.) Am Anfang dieser Berichtswoche — 29. März bis 4. April hatten wir die sonst im allgemeinen vorherrschende Wetterlage; auf dem Fesilande lagerte nämlich hoher Druck, während int Nordwesten ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet lag, das sich allmählich nach Nordosten bewegte. Am Südrande des Tiefdruckgebiets herrschte zumeist in unserem Bezirk bei wechselnder Bewölkung vorwiegend ttockenes Wetter. Doch bald stieg auf der Rückseite der nach Nordosten abzichenden Depression der Druck auf dem ganzen Festland, so daß wieder heiteres Frühlingswetter eintrat. Allerdings herrschten kalte Ostwinde vor; die Temperaturen sanken daher bei Nacht stark, ja sogar unter Null, besonders in höheren Lagen. Aber puch die Tagestemperaturen blieben gegenüber denen am Ende der vorigen Berichtswoche verhältnismäßig niedrig. So war auch das Tagesmittel in Gießen von -ft 8 ° am Dienstag,28. März auf nur ft- 2,5 ° am Donnerstag, 30. März gesunken. (Minimum in Gießen — 3°). Von da ab sttegen jedoch die Temperaturen, hauptsächlich bei Tage, sehr stark an; von nur ft- 9 ° am Donnerstag stieg das Temperaturmaximüm am Freitag auf -ft 12 am Samstag auf -ft 17 am Sonntag auf ft- 19 0 und am Montag ögar auf -ft 20 o. Die Nachttemperaturen hielten sich jedoch nur wenig über Null. In dieser ganzen Zeit, war der Luftdruck über dem Festlarrd noch immer weiter gestiegen. Nunmehr beginnt er wieberum zu zerfallen imd wird von einem im Nordwesten auf- 'teigenden Tiefdruckgebiet nach Osten zurückgedrängt. Ausläufer dieses nordostwärts vorrückenden Tiefdruckausläufers brachten uns bereits heute, Dienstag, 4. April, am Nachmittag vielerorts Gewittererscheinungen und Gewitterentladungen mit Regenfällen. Letzte Nachrichten. Zimt Rücktritt des italienischen Kriegsministers. Berlin, 6. April. Wenn ein Kriegsminister einer der kriegsührenden. Mächte während einer neuen großen Offensive der Truppen von seinem Amte zurücktritt, ohne daß auch nur der Versuch gemacht wird, erne Erkrankung als Grund oieses Schrittes anzugeben, so kann man annehmen, daß er nicht mit dem Verlauf des ererseits ergäbe:: die dauernden Einnahmen mit Ausschluß von 86 Millionen Pfund Ertrag aus der Kriegsgewinnsteuer die Summe von 423 Millionen Pfund, so daß ein Üeberfchuß von 88 Millionen Pfund Sterling verbleiben würde. Umfangreiche Vorsorge sei für die Erfordernisse des Krieges getroffen, imb wenn der Friede komme, werde ein; weiter Spielraun: für Ermäßigung der Besteuerung vorhanden sein, lieber 300 Millionen Pfund würden jährlich aus den seit Beginn des Krieges geschaffenen Steuer:: aufgebracht werden. Mac Kenna schloß: Während der deutsche Schatzsekretär Helfferich eine zweifelhafte Zunahme des Steuereinkommens um 24 Millionen Pfund angekündigt habe, konnten loir imt Recht darauf Hinweisen, daß bei' uns sich weder auf den: Gebiete der innere:: Venvaltung noch in bezug aus die militärischen Erfordernisse ein Mangel gezeigt hat. Eine Kundgebung deutscher Frauen gegen Auswüchse der Mode. i. Köln, 6. April. Die nationaler Frauengemeinschaft Köln und die ihr angeschlossenen 35 Fraucnvereine haben an den Gouverneur der Festung Köln eine Eingabe gerichtet, in der sie darrun bitten, ein Verbot zu erlassen, das sich auf die diesjährige Frauenmode, insbesondere auf die kurzen, weiten Röcke, die halfen Stiefel und die hohen Absätze bezieht. Es heißt darin: Tie vereinigten Kölner Frauenvereine :md mit ihnen alle denkenden Männer und Frauen betrachten es als einen vollständigen Mangel an vaterländischer Gesinnung und als eine Schmach für die deutsche Frau, daß diese von ihnen in einer Kleidung einhergehen, die durckf ihre auffallend leichtfertige Art der ernsten S t i nr m u n g Hohn spricht, die unser Volk beherrscht, in einer Zeit, wo vielfache Not und schweres persona liches Leid des einzelnen das Mitempffnden aller wachrusen sollte. Mehr als je 'wirkt der üsbermüUge- Kleidecln^Us, die berausfordmw« Wichtigkeit, die der Einzelne sich dadurch beiznlegen sucht, :vr- letzend auf diejenigen, die in Not geraten si:ü). Es ist zudem im höchsten Maße unnnrlschaftlich, daß die deutsche Frau eine Mode befolgt, die teilweise aus deru feindlichen Auslände stammt :uü» über das neutrale Ausland nach Deutschland eingeschmuggelt sein soll. Sparsamkeit bei jeder Material Verwendung ist heute geboten. ES hat dem Herrn gefallen, unfern lieben Ehrenphilister Martin Waas (Gi. Eph. 05), Oberkoufistorialrat u Superintendent von StarLenburg in Darmstadt zu sich zu nehmen. Den Heldentod fürs unsere lieben Aktiven Vaterland starben Kritz Weber (Gi. 12, Be. 13, Gi. 14) als Kriegsfreiwilliger Unteroffizier im Jnf.-Regt. 115 am 23. Februar 1916 und Otto Müller (Gi. 14) theol. als Kriegsfreiwilliger Unteroffizier im Jnf.-Negt. 116 am 25. Februar 1916. EfÜl.Wolm-n.Sclüafz.aiicIJöCt ä. ücrm. 0rabe«*tr. 4II!. ,* ^sonn. schön möbl. Zimmer mit Gas zu verm. 108860 Wchsteimtraste 36 p. Möbl. Zimmer zu uer mieten. Eder, Kaplansgaffe 21. 08846 &cl)la\\tcüc frei. 08848] Schanzenstraste 16 III. Lüden u. dgL j Lagerraum ober Werkstatt zu vermieten. 08792 Näheres Neustadt 13. Dame sucht iiitr >M inöbl. Ziniiüct Nähe der Kliniken. Schriftl. Angeb. mit Prcisang. unter 08848 an den Gieß. Anz. erb. sucht eins. möbl. vlUV1l»NUZintmcrm.Pens. Schriftl. Ang. mit Preisung, u. 088ö4 a. d. Gieß. 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