Nr. E\ Der Kletzener Anzeiger erscheirU täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöcherttltch Gichener^im, MeN bi aller; zweimal wöchenll.llreis- blall fkrden Ureis Gictzen (Dienstag und Freitag-; zweimal monall. Landwirt schafMche Zeitfragen Fernerech - Anschlüsse: für die SchriitleitunqllS Verlag,Geschäftsstelleöl Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Hießen. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Matt t-H. Jahrgang Mittwoch, 5. April Wb erger «nd Verlag du SrShi'schen Univ.°v«ch- «Ad Steindkückerci R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr. 7 . Bezugspreis: monatl. 85 Vf., viertel- jährl. Mk. 2.50: durch Aohole» u. Zweigstellen inonatl. 75 Pf.; durch diePost Mk.2.30vierte!- jährl. ausschl. Veftellg. Zeilenpreis: lokal15Pf., ausw. 20 Pf. — Haupt- schrittleitcr: Aug. Goetz. Verantwörtlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadl und Land, Vermischtes und Be- richtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich m Gießen. tu €a!Iefte er gessLiz (WTB.) Großes Hauptquartier. 4. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich von St. Sloi haben sich die Engländer nach starker Feuervorbereitung in den Besitz des- ihnen am 28. März genommenen Sprengtrichters gesetzt. In der Gegend der Feste D o u a u m o n t haben unsere Truppen am 2. April südwestlich und südlich der Feste sowie im CaiLlette-Walde starke französischeVerteidigungs- anlagen in erbitterten Kämpfen genommen und in den eroberten Stellungen alle bis in die letzte Nacht fortgesetzten Gegenangriffe des Feindes a b g e w i e s e n. Mit besonderem Krafteinsatz und mit außerordentlich schweren Opfern stürmten die Franzosen immer wieder gegen die im Caillette-Wawe verlorenen VerteidigungssteLlen vergebens an. • Bei unserem Angriff am 2. Avril sind an unvenvun- deten Gefangenen neunzehn Offiziere, sieben- b u n d e r t f ü n f u n d v i e r z i g Mann, an Beute a ch t Maschinengewehre eingebracht worden. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Die feindliche Artillerie zeigte nur nördlich von W rdsy, sowie zwischenNarocz-und Wiszniew- See lebhaftere Tätigkeit. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. * Berlin. 4. April. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 3. zum 4. April wurden bei einem Marine -Lnft- schiff-Angriff auf die englische Oftküste Befestigungsanlagen bei G r e a 1 Y a r m o u t h mit S p r e n g bomben belegt. Die Luftschiffe sind trotz der feindlichen Beschießung unversehrt zurückgckehrt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * * * holländische Regierung hat nach einer g-ehiettrren Sitznrcg der Kammer eine kurze Erklärung veröffentlicht, bie nach der auffälligen Anordamms militärischer Vorberei- tttnaen erwartet werden konnte. Holland will damit n i ch t in den Krieg errttveten, sondern es will auch weiterhin! strikte Neutralität bewahren. In der Regierungserklärung wird zugegeben, daß gewisse Ereignisse daraus hinausliefen, dem Lande diese neutrale Haltung zu erschweren. Welcher Art diese Ereignisse sind, von welcher Seite her sie Holland bedrohen, darüber schweigen sich die amtlichen Stellen im Haag irus, und sie fügen in einer besonderen. Pressenotiz nur hinzu, daß die holländische Regierung für alle Zeitungsnachrichten, die nicht den Vermerk „amt- liche Meldung" führen, die Verantwortung ablehnen müsse. Gleichzeitig öffnet das Reuter-Bureau in.amtlichem Aufträge den Mund, um die Erklärung abzugeben, daß auf der Pariser Konferenz über die Lattung Lollands nichts beschlossen worden sei und daß „kein Zwischenfall" zwijchen Lolland und der Entente bestehe. Auch die Meldung, daß die „Alliierten" die Landung einer bewaffneten Streitmacht auf holländischem Gebiete im Auge hätten oder gehabt hatten, sei mte „reine Erfindung". Das Renter-Bureau hat lchon zu häufig auf diese Weise Wahrheiten verschleiert, als daß man ihm m diesen Dingen vollen Glauben schenken durfte. In irgend einer Form hat England sicherlich auf Holland einzuwirken versucht, um dessen Neutralität zu Fall zu bringen. Nachdem es nun auf das holländische Schwert- gekttrr die Fühlhörner wieder vorsichtig zurückgezogen hat, scheint die Wolke über dem Haag sich einstweilen wieder verzogen zu haben. Im Deutschen Reiche hat es wegen der Vorgänge im Haag keinerlei Beunruhigung gegeben. Daß die Rechte der neutralen Staaten bei unser'er Seekriegführung geachtet werden sollen, darüber waren sich bekanntlich die deutsche Regierung und die Vertreter des deutschen Reichs- tags einig. Wenn die neuesten Nachrichten wiederum über den Untergang einiger „neutraler" Fnhrzenge berichten, die torpediert worden sein sollen, so muß immer erst abgewartel werden, wre die Dinge sich ereignet haben. Vor englischer Hinterlist kann nicht genug gewarnt werden; hat doch laut emn gestrigen Meldung ein amerikanisches Blatt selbst die Belege dafür geliefert, wie die Engländer die amerikanischen Vorschriften und Bedingungen zu umgehen und die Wett zu täuschen wffsen. < - Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. April 1916. Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine beionderen Eve^nifte. Italiensich«r Kri t gsschanplatz. ™ Teil«, der Front war die Tätigkeit der nfi^ , h < ’ r{e l t!S - '" u u» Abschnitt der Hochfläche *°1 b"do b« Malborghct. am Col di Lana und m den ^udicarren. Im Adam-ello-Gebicte Uta MtonÄT &tn ® re " 3famm L'bbia 2)cr Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldinarschalleutnant Wien, 4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Ereignisse zur See. Die Besuche der italienischen Flieger in Laibach, Adelsberg und Triest wurden Km 3. April nachmittags durch ein Geschwader von zehn Seeflugzeugen in Ancona erwidert, wo diese Bahnhof, zwei Gasometer, Wersten und Kasernenviertel der Stadt mit verheerendem Erfolge bombardierten und mehrere Brände erzeugten. Die Gegenangriffe zweier feindlicher Abwehrflugzeuge wurden mit Maschinengewehrfeuer leicht abgewiesen. Im heftigen Feuer von drei Abweyrbatterien wurde eines unserer Flugzeuge durch zwei Schrapnellvolltrcffer zur Landung vor dem Hafen gezwungen. Ein zweites Flugzeug, geführt von Fttegermeistcr Molnar, ging neben ihm nieder, übernahm die beiden Insassen, vervollständigte die Zerstörung des getroffenen Apparates, konnte jedoch infolge einer Beschädigung bei Seegang nicht wieder aufftiegen. Ein feindliches Torpedoboot und zwei Fahrzeuge fuhren aus dem Hafen, um die beschädigten Flugzeuge zu nehmen, wurden jedoch von einigen unserer Flugzeuge mit Maschinengewehr und Bomben zunt Rückzug gezwungen, worauf es zwei Flugzeugen, geführt von Seekadetten Vamos und Linienschiffsleutnant Senta, gelang, alle vier Insasse n z u b e r g c n und das beschädigte Flugzeug zu verbrennen. Diese Rettungsaktion vollzog sich unter dein Ma- schinengewehrfeuer und den Bombenabwürfen von zwei italienischen Seeflugzeugen, die in 190 Meter Höhe dariwer kreisten. Es sind somit zwei Flugzeuge verloren gegangen, alle übrigen aber und alle Flieger unversehrt eingerückt. Flottenkommando. * ■ * * Die Neutralität Hollands. Ha a g, 4. April. (z>f.) Die Geheimsitz ungi'der Zweiten Kam me r hat heute um 11.45 Uhr begonnen und 2% Stunden gedauert. Sämtliche Minister waren anwesenld." Ueber die Verhandlungerl wird strengstes Sttllschraeigerr bewahrt Offiziell bekanntgegeben wird nur folgende Erklärung der Regierung : „Die Regierung hält es für wichttg, im Anschluß an die Mit- terlnngen m der geheimen Sitzung öffentlich zu erklären, daß die« Einstellung der weiteren Erteilung periodischer Beurlaubungen eme Vorsorgemaßregel ist, die mit den: unerschütterlichen Entschluß zusammen hängt, die holländische Neutralität strengstens aufrecht zu erhalten. Diese Maßregel ist mcht wc Folge bestehender politischer Verwickelungen, sie beruht lediglich auf Anzeichen, die an die Zunahme der Gefahren, denen' unser Land ausgesetzt ist, denken lassen. Es wäre nicht im Interesse unseres Landes, über das vorhandene Material und diese Anzeichen irgendwelche Mitteilungen zu machen" H a a g, 4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich Uürd gemeldet: Die Regierung nimmt keinerlei Verantwortung für Berichte ans sich, die nicht ausdrücklich als „amtlich" gekennzeichnet . Berlin, 5. April. Zu der Erklärung der holländischen Regierung heißt es m einem Bericht aus dein Haag au die Tägl Rundschau"von gestern: In den Straßen der "Stadt drängten Nch große Volksineiigeii vor den Anschlagssäulen der Zeitungen. Mit großer Zurückhaltung kam danii endlich das äußerst karge Ergebnis der Sitzungen heraus. Nach Verlesung der ersten ans der Tagesordnung stehenden Fragen wurde der Anttag, die Verhandlung aufzuschieben, eingebracht, um die politische Lage zu besprechen Darauf crhrb sich der Ministerpräsident und sagte, die politische Lage ist nicht mehr so ernst, als daß dieserhalb die Verhandlungen der laufenden Angelegenheiten unterbrochen werden müßten. — Die „Tägl. Rundschau" schreibt: Durch die Erklärung bestätigt sich die Annahme, daß sehr ernste Ereignisse vor wenigen Tagen vor sich gingen, daß jedoch die Gefahr vorläufig als über- ivunden aufgesaßt werdeii kann. * * * Der englische Bericht über die Zeppelin-Angriffe. L o n ho n 3. April. (WTB. Nichitamtlich) Amtliche Meldung - An dem Angriff per letzten Nacht nahmen 6 Zeppeline teil - ^überflogen die südöstlichen Grafschaften Englands. Die Luit' Nffe, welche nach Schottland fuhren, kreuzten zwffcheii 9und 101.4 Uhr abends an der Küste Und blieben bis 1 Uhr nachts: sic warfen 36 Spreng- und 17 Brandbomben auf verschiedene Mätze und beschädigten einige Hotels und Wohnhäuser. In. Schottland sind, soweit Meldungen vorliegen 7 Männer imd 3 Kinder getötet worden, 5 Männer, 2 Frauen, und 4 Kinder wurden ver- wimdet. London, 4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Das Prcßbmeau ^üt mit, daß nachts zwischen zwei und drei Uhr ein Z eppel in r^r Ostküste Englands einen kurzen Besuch abgestattct bat innige Explosionen wurden geyött; Schaden ist keiner angerßchttt worden. Verletzt wurde niemand. Die italienische Darstellung des Flieger- angriffs in Ancona. ^ur, 4. April. (WTB. Nichtanitlich.) Amtlich wird gemeldet: Am Montag nackMittag gegen 3h- Uhr erschienen über An- eona^ 5 feindliche Wasserflugzeuge, von zwei Tor- pepobovten bechertet, die sich aber intmsa* auf hoher See hielten. Von Abwehrkanoiien eines bewaffneten Zuges und von vier nn- ftrer Flugzeuge ancngriffeii, entfernten sich die Wasserflugzeuge. Drei wurden sedoch abgcschossen. Eines davon. „I. S. 71", siel ms Meer und wurde erbeutet. Das zweite stürzte ebiwfalls ins Meer und verbrannte. Das dritte sank, während es nach dem Hasen geschleppt wurde. Der Sachschaden ist nicht bedeutend, aber es sind 3 Tote und 11 Verwundete zu beklagen. Der franzöfische Bericht. Paris, 3. April, (zf.) Amtliche Mitteilung vom 3. ÄprÄ. 3 Uhr nachm. Im Laufe der Nacht warf ein Zeppelin acht Bomben über der Stadl Dünkirchen ab, wodurch jedoch mir geringer Sachschaden an^erichtet wurde. Zwei Personen der Zivilbevölkerung wurden getötet und vier verwundet. Westlich der Maas fottgesetztes Bombardement der Dörfer Haucourt und Esnes ohne Jnfanterieaktion. Oestlich der Maas verliefen die Kämpfe, die im Laufe der Nacht in der Gegend von DomrumoM —Vaux andanerten. günstig für uns. Wir gewamren an Terrmn Mi Walde von Caillette. Uiisere Linie stützt sich uechrs auf die Sümpfe von Vaux durchguert den Wald von Cailette, dessen Nordosten der Feind besetzt hält, und gewinnt dann die Stellungen südwestlich des Dorfes Douaunwnt. Es bestätigt sich, daß die gestrigen deuffchen Angriffe sich mrf einer Front von 3 KH.n in aufeinanderfolgenden Wellen eirtsalteten, denen kleine Sturm- tolonnen solgten (folgten? D. Red.). Unser Artillerie- und In- ttln.erlefeuer richtete in den feindlichnr Reihen große Berftrste an In der Woevre ruhige Nacht. ~0 tf)r ingcn rief das Llttilleriefeuer rnehrere Brände in Remabois (ivestttch von Leintrey) hervor. In der Gegend von Ancreviller (südlich von Blämont) wurde eine seirrdliche Erkun- diingvabtei.lung, die unsere Stellung zu erreichen suchte, durch unser Gewehrfeuer verttieben. Bei Moden fiel ein deuffches Flugzeug in unseren Reihen Nieder ; die Ftteger wurden gefangen genommen. .... } l Uhr abends. Zwischen Soissons und Reims voll- Nchrten Imr konzentrisches Feuer aus die deutschen EftrrichttMgrw nordlkch dev Bois des Buttes und gegen Sapiqneulles. Unsere Batterien vonibaMerten heftig o«i Westzipfel des Waldes von Avocourb Ein Blockhaus wurde zerstött und ein Munitionslager siog in die Luft. Westlich der Maas si'ihtten die Deutschen gestern zu, Ende Oes Tages zwischen .Haucourt und Bethincmrrt erneu kräftigen Angriff gegen unsere Stelliuigen auf dem Nordnsen Zorges-Baches die wir , in der Nacht vom 31. März mrrt 1- April unbemerft vom Feinde geräumt und auf das Süduför jurüaselegt hatten. Ueber rasch i durch ein von unseren neuen. Stellungeii gerichtetes Feuer, sowie durch Seftenfeuer Bs- thincourt aus, erlitten die feindlichen Truppen, ohne orfSntjjft zu bcdeMende Verluste. Heute war das Bombardem«tt ziem- ttch kräftig m der Gegend des Bois Bourrus. Keine Inftmterie- attton. Oestlich der Maas entwicketten sich unsere Gegenangriff« ^folgreich rni Laufe des Tages. Wir warfen den Feirrd bis zum No voran d des Wäldchens von Caillette imd nördlich des Teiches ^ou„B.anx zurück. Ein letzter, besonders heftiger Gegviangriff ermöglichte uns, den Westteil des Dorfes Vaux, den wir St Öattcn Meder zu besetzen. In der Woevre anhaltende Tätigkeit der Attillerie im Abschnitte von Moularnville. Als R epressali e auf die von einem Zeppelin wahrend der letzten Nacht aiisgeführte Beschießung warfen 31 Flugzeuge der Verbündeten 83 großkalibrige Graimteii auf die feindlichen ^antonenieittc von Ceyem, Eessen, Tcrrest und Hnthulst. In der ä?^A,k>om -. zum 3 . April belegte efties unserer Geschwader den Bahnhof voii Cvnffans mit Bomben. Am Tage wurden in der Ge- gend von Berdim zahlreiche erfolgreiche Luftkämvfe geliefett Unsere Flieger schossen vier deutsche Apparate ab. Weitere feindlich« dlpparate Mrrden in die Flucht geschlagen oder zum Landen nötigt. Die Kartoffelkrise in Frankreich. , Der.. ^Jlatin"^ vom 1. März meldet: Ter Provinzpräfekt der Basses-Phrenöes droht mit Beschlagnahme der Kartoffel- Vorräte. Wie aus Pau gem-eldet wird, ist der Preis für einen Sack voii 75 Kilogramni um 10 Frmikeu in einer Woche gestiegeii D'er Präfekt hat den Bürgernicistern Vcitteilung gemacht, daß er die Vorräte beschlagnahmen würde, falls die Preise nicht ans die Nornialhöhe zurückgingen. Ter „Mattii" vom folgenden Tag bemerlt, daß die Kartoffelpreise, die in gewöhnlichen Zeiten 150 Fvaitken für 1000 Kilogramm betrugen, heute bis aus 320 dis 350 Franken gestiegen sind. Nachi Ansicht des „Matin" ist dieser Zustand bedenklich. Eine neue französische Zertrechnung. Paris, 5. April. (WTB. Nichtamtlich. 1 Die Kommission der Kaimmer hat dm Vorschlag, die Uhr für die Dauer des Krieges um eine Stunde v 0 r zu st el l cn , angenommen. * * • Kriegsausgaben und neue Steuern in England. London, 4 April. (WTB. Mchitamtlich.) Unterhaus. Mac Kenna brachre den Staatshaushalt ein und Mrtc aus- Um die aus 182o MUlronen Pfund Sterling veranschlagten Jahres-, ausgaben aufzubringen, muffen 1323 Millionen Pftrnd Sterling durch Anleihe ausgenommen und 502 Milttonen in laufenden Eimicchmen aufgebrackit nrerdeu. Tic Steueverliöhungen umfassen eine Einkommensteuer, die bis zu 5 Schillsiig aus das Psimd Sterling abgestuft ist und 43 500 000 Psirnd einbriugen sollen, eine Llijtbarkeltssteuer mit emem Erttage von 5 Nttllionen eine Mihrkartensteuer mit 3 Millionen, eirrnt Zuschlag auf die Zucker- fteuer omi emem halben Pennp auf das Pfund mit einem Ertrage 7 Millionen Psund Sterling, Zuichl-ige von 4 r.> Permv ans ^nnO Kalmi. ,und von 3 Pemw ans das' Pfund Kasch? ond Eiichorie 2 Millionen bringen sollen, eine Zündlwlzßcner mn 4 Pennv airf 1000 Streichhölzer, die 2 Millionen Pfund Sterling Ee Steuer auf Nttuerälwasser mit einem Ertrage von ^ Millionen eme außerordentliche Autonivbilsteuer im Be- trage von 800 000 Pfund Sterling und eine Cr- vobung der Kriegsgewinnsteuer rvn 50 ans 60 Pro- kV E Kenna teilte mit, daß der Voranschlag aus der Annahme beruhe, der Kn eg werde das game Finaniiahr mmnirch. vndaucrik. Die Ausgaben des letzten Ja''res betrugen! 1n59 Millionen Pfund Sterling, 31 Millionen roenige^ veranschlagt.^ 264 Millionen seien den Alliierten und - v - .*'i ii 1 imreit den Dominions borge fl reckt worden. Der Fehlbetrag de- werde sich aus 1222 Millionen Pfund Sterling belaufen und die Staatsschuld sei bis zum 31. Ndärz auf 21-40 Millionen Pfund Sterling gestiegen, wovon 368 Millionen ans die den All^erterr borgetfreeCtert Summe» nttfueleit. Der ^-chatzkan-ler wies darauf daß das Vertrauen der Gläubiger zum Staat dadurch befestigt werde, daß die Einnahmen der Alliierten erhöht werden. Grotzfeucr in einer englischen Pulverfabrik. London, 4. 2Lpril. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des 'PreßburecrnS. Der M unitions min ist er teilt mit, daß während des Wochenendes in einer Pulverfabrik in '&'eut ein größeres Feuer ausbrach, welches mehrere Explosionen verursachte. Das Feuer entstand rein zufällig und wurde .um die Mittagszeit entdeckt. Die letzte Explosion fand kurz nach 2 Uhr nachmittags statt. -Die Zahl der Opfer beträgt ungefähr 200. Aus Griechenland. B e r l i n, 4. Llprll. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." mcll)^ aus Athen: Der Kriegsminister hat telegraphffch augeordnet, daß die den ^Jahrgängen 1884 bis 1916 angehörenden Professoren und Lehrer, die bisher vom Militärdienste enthoben waren, innerhalb 24 Stunden zu ihren Regimentern einzurücken haben. Der Zeekrreg. Englische Tücke. Amsterdam, .4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die Zeitung i'„New Dark Sun" enthalt einen Berückt über das nrysteri,öse BersckSründen von Papieren, Photographien und Passen, welche den Passagieren deS Holland-Amerika-Danrpfers „Rotterdam" gehörten. Man glaubt, daß britische Spione ihr Wesen auf dem Schiffe trieben. Passagiere, die häufig Geschäftsreisen über den Atlantischen Ozean gemach haben, erklärten, es sei die regelmäßige Gepflogenheit der Beamten des britisck^cn Geheimdienstes, aus Schiffen der Holland-Llmeriiä-Lrnie als Passagiere erster Klasse zu reisen und die Reisenden zu überwachen. Ern gewisser Foote, der von einer Gxschästsreife von England zurilckkehrte, erzählte, daß sein Paß, mehrere Geschäftsbriefe und einige Photographien au? einer früheren Reise aus seinem Rock gestohlen worden seien. Ändere Passagiere haben ähnliche Erfahrungen gemacht. — Hier eingettwffene amerikanische Blätter enthalten eine Meldung der Associated Preß, nach voelchr ein gewisser Oliver Vickery aus ! St. Louis, der auf einem britischen Dampfer beschäftigt war, erzählte, daß die britischen .Handelsschiffe die amerikanischen Häfen zwar rm bewaffnet verlassen, aber auf hoher Sec Kanonen an Bord Nähmen. Bickery ftrhr am 15. Juni 1915 auf dem Dampfer „Leonatus". Ms sie in einiger Entfernung von Hatteras gekommen waren, begegneten sie dem britischen Kreuzer ..Glory", von dem zwei Kanonen an Bord des Dampfers ,Leonatns" gebracht wurden. Eine wurde vorne und eine rückwärts aufgestellt. Drei Mann von der Besatzung, die in Amerika für gewöhnliche Seeleute ausgegeben worden N-aren, entpuppten sich als britisches Marinepersvnal, das die Bedienung der Geschütze übernahm. Als der Danrpstr in Para in Brasilien eintraf, wurden die Geschütze verborgen. Ms sie später nach Boston zurückkehrten, wollten die Offiziere Vickery Trübt erlauben, an Land zu gehen. Er entfloh. * Haag, 4. April. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Nach einem beim Marine-Departement eingegangenen Bericht wurde der niederländische Schvoner „Elzin Helena" gestern nachmittag 3 Uhr in der Nordsee torpediert. Die Besatzung wurde in einem Boote nach dem Leuchtschiff Novrdhinder gebracht und gestern abend von dem Rettungsschiff „Atlas" übernommen, von wo sie haute abgeholt wird. Bei ihrer Ankunft wird die nähere Untersuchung ein geleitet. Weiter teilt das Marine-Departement mit, daß die Unter- suchimg des Wrachs' der „Tnbantia", für welche zuerst durch den Königlich Holländischen Lloyd Maßregeln getroffen worden ivareu, von der Regierung übernommen wurde. Infolge des ungünstigen Wetters konnte nicht vor der letzten Woche mit der Untersuchung begonnen werden. Es glückte gestern, die genaue Stelle, wo das Wrack liegt, festzustell-en, und von dem Dampfer „Wodan" die erste Untersuchung durch Taucher anstelle zu lassen. Heute früh sollte das Tauchen fortgesetzt werden, das Wetter war aber iviedevum zu ungünstig. Vlissingen, 4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der Korrespondent der Niederländischen Delegramma gentur sprach den Kapitän des holländischen Schvoners „Elise Helena". Das Schiff ist nicht torpediert, sondern um 3 Uhr nachmittags tum einem deutschen U-Boot aus der Höhe des Noordhinder- Leuchlschiffes angehalten worden. Es hatte eine Ladung von gehobeltem Holz. Ein Offizier des deutschen U-Bvvtes verlangte 4>ie Schiffspapiere, die er durchsah. Er gab der Besatzung fünf Minuten Zeit, um die Boote zu besteigen. Die Deutschen brachten , Bomben an Bord und sprengten das Schiff in die Luft. Kristiania, 4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die norwegische Gesandtschaft in London hat nerei und Kartoffelstärtcfabrikcrtion: der Entwurf einer ;Belanntmachnng über .die Bereitstellung' von städtischen! «Gelände zur Klein garten beste klung usw. und der Enttvurf eines Gesetzes betreffend Aendernng der Reichs- chersicherungsordnnng und des Einfuhrnugsgesetzes zur flieich sversich ernngso rd nung. Zur Gewinnung einer Grundlage für die Anordnnnaen j>cr Reichskartoffel st ele bei Durchführung der Speise- kartofselvcrsorfxung ist es erforderlich, eine Erhebung darüber anzustellen, welche Vorräte cm Kartoffeln in den Händen der Erzeuger, sowie Gemeinden, Händler und Verbraucher vorhanden sind. Ter Bnndesrat hat als Erhebungstermin den 96. April festgesetzt, ein Zeitpunkt, an dem die Mieten im wesentlichen geöffnet zu sein pflegen. Da die Trockenpvo* Linkte in gewissen Mengen die frischen Kartoffel ersetzen, Ist die Erhebung auch auf alle Kartofjeltrocknungöerzeng.- arisse ausgedehnt worden. Der SteuerauSschuh des Reichstags erledigte die erste Lesung des Entwurfes betreffend die mit ^>en P o st - u n d T e l e g r a p h e n g e b ü h r e n zu erhebende ^außerordentliche Reichsabgade. DerMgUdentarifwurde gegen die L>trnrmen der ^oziatoemorraren enrjpoea)-eno einem gemeinsamen Anträge der bürgerlichen Parteien wie folgt gestaltet: Für Briefe a) im Orts- und Nachbarorts-, verkehr 3 Pfa.; b) im sonstigen Verkehr 3 Pfy.; Drucksachen 2 P, g. Pakete bis 5 Kilogramm bis 75 Kilometer 5 Pfg., bis 5 Kilogramm auf alle weiteren Entfernungen 10 Pfg-, über 5 Kilograrmn bis 75 Kilometer 10 Pfa., über 5 Mlogramm auf alle weiteren Entfernungen 20 P,g. Telegramme pro Wort 2 Pfg., mindestens jedoch 10 Pfg.; Robrpostbriefe und Rohrpostkart e n 5 Pfg. Anschlüsse an das Fernsprechnetz 10 Prozent mehr, Nebenanschlüsse 10 Prozent niehr; Ferngespräche aller Art 10 Prozent mehr. Postanfrragsbriefe, Postanweisungen und der Postscheckverkehr sollen abgabenfrei bleiben. Der Ertrag beziffert sich auf rund 190 Millionen. Von den vorliegenden Anträgen wurden angenommen: Ein Antrag der Nationalliberalen und der Fortschrittlichen Volkspartei betreffend die Aufhebung der Reichsabgabe spätestens nach Ablauf des ersten Etatsjahres nach Friedensschluß, wenn der Reichstag dies verlangt;,ein Antrag der Fortschrittlichen Volksparrei, daß die regierenden Fürsten, ihre Gemahlinnen und Witwen von der Reichsabgabe nicht befreit sein sollen; ein Antrag des Zentrums aus Ab g abefrHäh e it für Pakete, welche ausschließlich Zeitungen oder Druckschriften enthalten, wenn sie an beiden Seiten zur Kontrolle offen gelassen fiitb und Anträge der Nationalliberalen, betreffend die Einführung e in h e i t l i ch e r P o st we r t z e i che n und betreffend Abgabefreiheit für Pressemeldungen im Telegrammverkehr. Der letzte Antrag wnrde einstimmig angenommen Die Einzahlungen auf die Kriegsanleihe. Berlin, 4. April. (MTB.) Soweit bis Dienstag mittag Mitteilungen Vorlagen, sind bis zu diesem Zeitpunkt bereits 5 705 Millionen Mark auf die vierte Kriegsanleihe eingezahlE worden. Nicht enthalten sind in diesen! Betrage diejenigen Zahlungen, die außerhalb Berlins am Dienstag vormittag geleistet wurden. Die Darlehnskassen wuroen für Zwecke der vierten Kriegsanleihe bis zum 31 .März, mit 118 Millionen in Anspruch genommen. Berlin, 4. April. (WTH. Amtlich.) In seiner heutigen Sitzung hat der Bnndesrat zwei Verordnungen beschlossen, die sich auf die Benutzung von Grundstücken städtischen Charakters zu landwirtschaftlich enund gärtnerischen Zwecken beziehen. Durch die eine wird die Möglichkeit gegeben, solche Grundstücke, die sich zur Bebauung mit Gemüse und landwirtschaftlichen Produkten eignen, dieser Nutzung zuzuführen. In der anderen Verordnung wird bestimmt, daß Grundstücke in Gemeinden von mehr als 10000 Einwohnern zur gärtnerischen Nutzung nur zu mäßigen, von einer unteren Verwaltungsbehörde festzusetzenden Pachtpreisen verpachtet werden dürfen. Es soll dadurch einer spekulativen Ausnutzung durch den Besitzer Einhalt getan werden. Weiter hat der Bnndesrat eine Verordnung über Kaffee, Tee und Kakao erlassen, durch die die bisher schon bestehende Befugnis des Reichskanzlers, den Verkehr mit diesen Gegenständen zu regeln, dahin ausgedehnt wird, daß der Reichskanzler nunmehr Bestimmungen über den Verbrrauch dieser Gegenstände treffen kann. Weiterhin kommen die betreffenden Bestimmungen nun auch für K a f s e e e r s a tz m i t t e l in Anwendung. Die entsprechenden Bestimmungen des Reichskanzlers sind schon für die nächste Zeit #u erwarten. Endlich hat der Bundesrat die Verordnung über die Einfuhr von Salzheringen vom 17. Januar 1916 dahin erweitert, daß der Reichskanzler neben der Möglichkeit, BestimTnnngen über die Einfuhr zu treffen, nunmehr auch den Verkehr mit den eingeführten Salzheringen regeln darf unb daß er weiterhin befugt ist, die betreffenden Vorschriften auch auf andere Fischarten ans- zndehnen. Die entsprechenden Ans führ un gsbestim m u ngen des Reichskanzlers, durch die die für Salzheringe bestehende Zentralisation verschärft wird, und durch die weiterhin die Einfuhr von Salz- und Klippfischen sowie Fischrogen zentralisiert wird, werden ebenfalls bald erlassen werden. Berlin, 5. April. Der „Vorwärts" bringt einen Artikel von Scheidcmann. Darin heißt es: An eine militärische Niederwerfung Deutschlands glaubt das Ausland nicht mehr. Alle Hoffnung wird deshalb auf wirtschaftliche Not, Hunger, Zerrissenheit im Volke und Zwietracht unter den Parteien gesetzt. Jedes Zeichen zunehrnen- der Uneinigkeit und Spaltung ist eine neue Hoffnung der Feinde, verlängert den Krieg und kostet Tausenden unserer eigenen Genossen das Leben. Wir wollen den Frieden, aber wir wollen ihn nicht auf den Knien erflehen, wollen ihn auf dem Wege der Verständigung. Wollen das unsere Gegner nicht, wollen sie den Krieg weiter führen, dann müssen wir weiter zu unserem Lande stehen. Ans Stadt nnd Cattö. Gießen, 5. April 1916. •• Amtliche Personalnachrichten. Die Großherzogin hat am 1. April d. I. den Gerichtsaffessor Dr. Franz S ch r o d in Darmsladt zum ständigen Hilfsarbeiter im Ministerium der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschait und Eisenbahnwesen, mit dem Amtstitll „Oberfinan'zassessor" ernannt. L. U. Vergrößerung des Universitätsgartens. Geb. Modizinalrat Professor Dr. Sommer und seine Gattin haben der Ludwigsnniversität ein Grundstück von 729 Quadratmetern am Gleiberger Weg zur Ergänzung des von ihnen im Sommer 1914 zur Verftigung gestellten Universitätsgartens geschenkt. ** Professor D. Dr. Gunkel in Christiania. Wie uns aus Christiania gedrahtet wird, hielt am Montag abend Prof. 11. vr. Gunkel-Gießen in der Überfüllten Aula der Universität den ersten seiner angekündigten Vorträge über die.„biblische Schöpfungsgeschichte". Schon bei seiner Ankunft am Bahnhof lvurden dem deutschen Gelehrten, der die Würde eines Ehrendoktors der norwegischen Universität innehat, b e g e i st e r t e Huldigungen dargebracht von den Abordnungen, die das Universitäts^ kollegium, die Studentenvereine und die theologischen Vereine sowie die deutsche Kolonie entsandt hatten. In letzterer Namen hatte Pastor Günther den Gießener Gelehrten herzlich willkommen geheißen. Mrt RektorM o r g e n st j e r n e an der Spitze hatte sich Christianias Elite zu dem Vortragsabend eingefunden, die der etwa zweistündigen Darbietung mit regstem Interesse folgte und mit nicht endenwollendem Beifall den Dank für den Abend abstattete. An den Vortrag reihte sich ein Festmahl, an dem Norwegens erste Wissen-- schaftler, die deutschen Gesandtschafts- und Könsulatsmit- glieder sowie die Repräsentanten der deutschen Kolonie, vornehmlich der deutschen Vereine sich beteiligten. ** Ein starkleuchtendes M eteor ging, wie wir gestern schon aus Hungen und EttingshAnsen berichtet yaoen, vorgegeru etwa um 5.30 Uhr am r!ordoirUcy.eu Hun^ mel nieder. Das Niederachen des Meteors wnrde auch von Gießen ans beobachtet. Die Leuchtkraft war trotz des Hellen Sonnenscheins blendend. Den Weg, den das Meteor genommen, bezeichnete ein schmaler, dünner Nebelstreifen, der noch einige Minuten nach dem Niedergehen sichtbar blieb. Bei Hungen war, wie wir ergänzend erfahren, ein Rauschen in der Luft zu vernehmen. Wie ans Stockhansen berichtet wird, handelte es sich um ein kugelsörmitzes sehr helles Meteor, welches explodierte und eine klerne Rauchwolke hinterließ, die sich in Zickzackform anflöste. Berichte aus Münster und Queckborn gÄen folgende Einzel- lteiten: Heute nachmittag 3Vs Uhr wurde hier bei hellstem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel in nördlicher Richtung eine glühende Kugel beobachtet. Der Kugel folgte ein langer, glühender Schweif, der sich schließlich in eine Zickzacklinie verwandelte. Noch lange nach der Erscheinung tonnte man in der Bahnrichtung des Meteors kleine weiße Wölkchen beobachten, die erst nach etwa 20 Minuten verschwanden. — i. Queckborn, 3. April. Heute nachmittag 3Vs Uhr fuhr am nordwestlichen Himmel langsam ein in reinem Weiß hell leuchtendes Meteor senkrecht herab und verschwand nahe über dem Gesichtskreis. Ich schätze die Lichtstärke auf das Vielfache der zurzeit am Abendhimmel hell strahlenden Venns. Man konnte noch hinein- sehen, ohne geblendet zu werden. Nach dem Verschlvinden war noch etwa 10 Minuten lang ein Heller Ranchstreisen an der Stelle sichtbar, eine unregelmäßige Linie, die iinmer unregelmäßiger wurde, etwa wie eine Linie arabischer Schrift, und' sich schließlich in kleine wagrechte Wölkchen anflöste. Nicht uninteressant ist eine Deutung, die man in Hausen der Himmelserscheinung beilegte. Da angeblich in Gießen ein Flieger niedergegangen sein sollte, hielt man den Vorgang für einen Teil einer militärischen Uebnng. ** I m hiesigen Kunst verein ist gegenwärtig ein großes Gedenkblatt für unsere gefallenen Krieger ausgestellt, dessen Besichtigung wir den Lei'ern unseres Blattes anempsehlen. — Bon dem bekannten Historienmaler Professor Johannes G e h r t s in Düsseldorf geschaffen und in der angesehenen Weltfirma von I. B. Obernetter m München (Graphische Kunsbanstalt) künstlerisch ausgeftihrt, gehört dieses Ge- denlblatt unstreitig in die allererste Reihe der schon vielfach vorhandenen derartigen Erinnerungsblätter, ja die meisten überragt es vermöge seiner feinsinnigen ernst-würdevollen Gestaltimg. —' Da das hier ausgestellte Geoenkblatt eine in allen Teilen fertige Ausführung vor Augen führt, indem es Bildnis und Namen eines Gefallenen mit Angaben der nötigen Daten unter Glas und in passendem Rahmen vor Augen führt, gewährt es dem Beschauer gleich den richtigen Eindruch von denr Gedcnkblatt, wie mcni es dem Gedäcktnis an einen teEren, auf dem Felde der Ehre gefallenen Faniilienangehörigen zu widmen boabsichitigt. Auch Vorstände von Vereinen, feien auf das Gehrts'sche Gedenkblatt -aufmerksam gemacht; die offengelassenen Felder gewähren Raum zur Einführung mehrerer Namen von Gefallenen. ** Im Seminar für Kindergärtnerinnen und Jngendleiterinnen der Mainzer Frauenarbeits-Schule beginnt am 1. Mai ein neues Semester.^ Prospekte, Auskunft, Amnekdungen: Mainz, Rosengasse 12, Zimmer Nr. 1. Näheres siehe im heutigen Anzeigetelle. ** Gewerbescheine. Tie diesjährigen Gewerbescheine (Patente) können bei Großh. Bezirkskasse — Senkenbergstraße 7 — im Lause dieses Monats ohne Kosten gegen Bezahlung eines Stemvelbetrages von „Einer Wiark^ eingelöst werden. M Auszeichnung Musketier Karl Heimes aus Gießen, im Jnl-Regt. 116, welcher seit Beginn des Krieges im Felde steht, inzwischen zum Gefreiten befördert, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wnrde zuni Unteroffizier ernannt. ** Postanweisungen nach Bulgarien sind nicht mähr in Franken und Centimen, sondern in Leva und Gdotiirki aus^ustAlen chl Lev --- 100 Stotinki). Postanweisungen nach der Türkei haben gleichfalls nicht nrefa auf Franken und Centimen, sondern aus türkische Goldwährung (türkische Pfund, Piaster und Para) zu lauten. (1 Pfund türkisch! = 102 Piaster 24 Para.) Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten. ** Seidenbau in Deutschland, als Fürsorge für Kriegsinvaliden und Kriegerwitwen. Es ist ein erhebendes 61e- fühl, wahrzunehmen, wie in ganz Deutschland in allen Herzen sich das lebhafte Bestreben zeigt, unfern Invaliden und Kriegerwitmen ihr Los zu erleichtern. Diesem edlen und volkswirtschaftlich hochwichtigen Zwecke soll auch die Wiederbelebung des Seidenbaues in unserem Vaterlande dienen. Zur Erreichung dieses nationalen Zieles hat sich eine Vereinigung „Deutscher Seidenbau-Verband^, Vorsitzender Konsul Mühlberg, DreSden-A., Wallstraße 15, gebildet. Die Organisation eines Zweigverbandes für das Großerzog- t u m Hessen hat Ingenieur Georg Müller-Leon ha rdi, Butzbach, „Waldhaus Werdeniels^ übernommen. Interessenten und 'Menschenfreunde werden gebeten, sich zu näherer Auskunft an diesen zu wenden Zur Informierung über Ausführung und Rentabilität des Seidenbaues sei das aus langjähriger Praxis entsprungene Büchlein: „Der Seidenbau in Deutschland" von Kantor cm. E. Großkops in Liebenwerda (Verlag von A. Schröter in Ilmenau, 60 Pjg.) empfohlen. ** Gießener Fröbel-Seminar. Montag, 3. Aprll- fand die mündliche Prüfung der sechs abgetzenden Kindergärtnerirr- nen unter dem Vorsitz des Großherzoglichen Prüfnngskommisfars Herrn Prof. Dr. Alles statt. Dieser schloß sich die Prüfung der abgehenden Kindcrpflegerirmen an. Mle Prüftinge bestanden. — Die Ausstellung, die schon Samstag, 26. März für die Schulbehörde geöffnet war, wurde am 1. April dein größeren Publikum! fteigegebcn. Der rege Besuch zeigte, daß der Veranstaltung viel Interesse entgegengebracht wurde. Wäs in der kleinen Ausstellung geboten wurde, war auch des höchsten Jntereffes wert. Jede der Prüftinge hatte in einer besonderen Abtellung' ihren ganzen Ent- ivicklungsgang dargelegt und an Hand dieser niedliäien kleinen Gegenstände, die mit Hilfe der Kindergärtnerinnen von zarten Kinderhänden gefertigt iverden können und gefertigt werden sotten, ließ sich leicht der ganze theoretische Aufbau des Fröbelschen Systemes verfolgen. Gar vielfach sind die Beschäftignngsspiele, die gleichzeitig dem Anschauungsunterrichte dienen und den Sinn für die praktische Ausnutzung der allerunscheinbarsten Gegenstände, wie Streichholzschachteln, Nußschalen usw., wecken. Mtt den einfachen Mitteln waren ganz entzückende kleine SächÄchen gefertigt. Es sei nur noch emm^ an die Klebe- und Flechtarbeiten, die ausgezupften und mit wenigen Sticheln verzierten Puppendeckchen, die Faltblätter und Stäbchenarbeiten erinnert. /Für größere Kinder waren schwierigere Aufgaben gezeigt. Laubsägearbeiten (ein «ttlll mit allem Zubehör), ganze Puppenaussteuern und Puppenzimmer. Was so gesckiaffeu wird, ist unfehlbar dazu geeignet, Kinderberzen: zu entzücken, und deutet ans eine hervorragende Ausbildung der Schülerinnen. — Das Sem ina r , das im Oktober 1915 auf sein fünfjähriges Bestehen znrückblicken konnte, zählte in dem ersten Jahre acht Schülerinnen. Ihre Zahl nahm so zu, daß mit Beginn des neuen Kursus über 40 Schülerinnen die Anstalt besuchen iver- den. — Die Anerkennung unserer Prüfungen auch in Preußen bringt verschärfte Aufnahmebedingungen mit sich, und es wird gut sein, wenn alle diejenigen jungen Mädck>en, die in das Seminar eintreten wolleir und das Abgangszeugnis einer höheren Mädchen- schule uichit besitzen, sich frühzeitig im Seminar Rat zu holen, damit sie sich für eine Aufnahineprüsung vorbereiten können. ** B r i c f a u f s ch r i f t e n. In der jetzigen Zeit, wo der Bestelldienst der Postanstalten zum großen Teil durch wenig geübte Hilfskräfte besorgt werden muß, wirken Mftngel in der Aufschrift der Postsendungen (ungenaue iBezeichnung des Empfängers, Fehlen der Angabe von Straße, Hausnummer, Gebäudeteil, Stocklverke usw. auch bei wenig bekannten Personen oder GeschäfleNl besonders- erschwerend auf den Betrieb und vernsach-'rr nicht selten erhebliche Verzögerung in ihrer Bestellung. Richtigkell, Deutlichkeit und Vollständigkeit der Aufschrift sind die unerläßlichen Vorbedingungen für die ordnungsmäßige Beförderung und Zustellung der Post- auf iciLDutigen. Ber Br i e \ e uw a d) iö e 1 1 i tt macyr es der Manen verkehr dringend erforderlich, in der Aufschrift anher dem Post bezrrre (C., NO., W. mm.) auch die Kummer des Postamts anzu aeben. Zon dem dre Senkung bestellt oder abgoholt rnird (z. B. Berlin » .Berlm 0.17). Selbstverständlich darf aber auch die Angabe der, Straße, der Hausnummer, des Gebäudeteils und des Stoäwert^ m der Ausick-rrft nicht fehlen. Man muß also beispiels werje schreiben: Herrn Kaufnmnn Karl Müller in Berlin NW. 6 Albrechtstr. 7, Hinterhaus er\ * l «r, r * 3 Treppen, links. E von der Postverwaltung herausgegebene „Straßenver- zeichnis von Berlin und den angrenzenden Orten mit An gäbe, der Bepellpostanftalt" kann an den Postschaltern eingeschen uno follte vom Publikum zur Vervollständigung der Aufschiiftm im flennt Jntevefs« stets benutzt werden. Das Verzeichnis nebst ^taolplan ist durch alle Po;tanstalten und Briefträger für 5 Psg zu beziehen. ^ Landkreis Gießen. Der S t ä d t i s ch e S e e N s ch m a r k t beginnt Donners tag, den 6. Avril, nachmittags 2 Uhr in den Marktlanben. a £t?ß 0 us, 5, ^lpril. Heinrich Wagner, Pflasterer und ferne Ehefrau, geb. Albach, Tochter des Gemeinde-- und Unter- Neuer einnehm ers Joh. Mbach zu Burkhardsfelden, f-ierten gestern ! -? Hfvch-5^- Von ihren drei Söhnen steht der älteste c> t ? ! ^vfte der Kaifcrliche?! Marine, der zweite ist dem Felde der Ehre gefallen, der dritte Sohn ist verwundet. Bellersheim, 5. April. Durch ungenügenden .lbfchuß hat sich der Rehbestand hier so vennreh'rt, daß man oft ganze Herden auf den Aeckerm werden sieht. Unsere Boltsernahrung aber muß dadurch eine beträchtliche Schä oigung erleiden. Behördliche Regelung wäre daher sehr zu wünschen. — Ein wertvoller Schäferhund des hiesigen Guts Pächters wurde in der Nähe des Waldes vergiftet auf- gesunden. teinbach, 5. April. Dem Reservisten und Richtkanonier Karl B als er un Feld-Artillerie-Regiment Nr. 25, der seit Be gmn des Krieges im Westen kämpft, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. U Lang - Gön s , 5. April. Vizewachtmeister d. Res. Alfred Rompf (früher Einjähriger beim Ulauen-Regiment Nr. 6) im akttven Infanterie-Regiment 116 erhielt das Eiserne Kreuz. Kreis Büdingen. r-r £ ^bril- Bor etwa einem Jahre verheiratete Nch der 2< Jahre alte Maler und Weißbindergeselle Leonhard D r er eI aus Oberbayern mit einer Tochter des hiesigen Maurers H. M o m b e r g e r und zog bald nach seiner Verheiratung nach Asiedberg. rtm er Beschäftigung gefunden hatte. Gestern abend nach 8 Uhr kam er ganz unenvartet hier in das Haus seiner Schwiegereltern und verlangte die Herausgabe seiner Frau, die schon vor einigen Wochen sich von ihm wieder getrennt hatte und hierher zu ihren Eltern zurückgekehrt war. Als Dresel sein Verlangen nickst erfüllt wurde, gab er z w e i S ch ü s s e auf seine Frau ab, ohne sie aber erheblich zu verletzen. Dennoch fiel die Frau zu Boden, und nun versuchte der Unhold sie zu erwürgen. In der Meinung, diese Absicht erreicht zu haben, lieh er sich von seiner Schwieger mutter hinausweisen irnd gab dami vor der Haustür einen Schuß auf sich selbst ab. Die Kugel blieb im Kopfe stecken. Bewußtlos wurde der Selbstmörder zum Arzt nach Nidda und dann in das dorttge Gefängnis gebracht. Doch gelang es bis heute morgen nicht, ihn ins Bewußtsein zurückzurufen und die Kugel zu entfernen. Deshalb wurde der Täter heute in die Klinik nach Gießen überführt. Die Gendarmerie von Nidda machte noch in der NacÄ die nötigen Vernehmungen. Drexel soll schon schwer vorbesttaft und deshalb auch nicht zum Heere einberufen worden sein, obgleich er gedient hat. Man bezweifelt, daß er am Leben erhalten werden kann. A Kohden, 5. April. Der Selbstmörder Drexel ist in der Klinik zu Gießen am Tage seiner Einlieferung abends seinen Verletzungen erlegen. A Nidda, 5. April. Musketier Fritz Stein von hier, beim Infanterie-Regiment Nr. 143, erhielt die Hessische Tapferkeilsmedaille. Er steht seit Kriegsbeginn als Krlegsireiwrlliger beim Heere und ist in den letzten Kämpfen verwundet worden. (D Ortenberg, 5. April. Die Eheleute Jakob Streuber und Lisette Jakobine Rudolf, geb. Katz, begehen in seltener körper licher und geistiger Frische am 8. April ds. Js. das Fest der Goldenen Hochzeit. Leider kann der einzige Sohn, da er im Felde steht, an dem Jubelfeste seiner Eltern nicht teilnehmen. Die einzige Tochter verstarb schon vor einigen Jahren. Kreis Schotten. § Herchenhain, 5. April. Am vorigen Sonntag fand in unserem Gotteshause die Gedächtnisfeier der beiden zuletzt fürs Vaterland gefallenen Krieger aus unserer Gemeinde statt. Es sind dies: Wehrmann Heinrich Schäfer und Reservist Louis Appel. Beide waren verheiratet und hinterlassen Frau und Kinder. Mit ihnen hat unsere Gemeinde von 350 Seelen schon das neunte und zehnte Kriegsopfer verloren. Reservist Louis Appel ist der dritte Sohn, den die Fanülie des Karl Appel schon hat hergeben müssen. Die beiden Krieqervereine von Herchenhain und Hartmannshain waren mit umflorten Fahnen erschienen. Frauenhände hatten den Altar sinnvoll mit Tannenreisig geschmückt. Von den Schülern wurden zwei Lieder vorgetragen. Kreis Lanterbach. Ll. Lauterbach, 4. April. Die Wilhelm Dotzertsche Brauerei in der Bahnhofstraße hier, -Bürgerliches Brauhaus*, ging in den Besitz der Freiherrlich Rredeselschen Brauerei hier käuflich über. § Aus dem oberen Vogelsberg, 4. April. Die wieder. eingekehrten schönen Frühlingstage haben aus unserer einsanven Berglandschaft neues Leben und Erwachen 'hervorgernfen. Die Landwirte bespannen wieder den Pflug, nur der Erde das Samenkorn anzuvertrauen. An Stelle der fehlenden einheimischen Arbeitskräfte, die zur Verteidigung des Vaterlandes zum Heeresdienst einberufen sind, sieht man überall, in fast jedem Ort, neben und hinter dem Pflug einen Kriegsgefangenen hergehen. Ern anschaulich seltenes Kriegserinnerungsbild! Die Frauen nnd Kinder sind mit hem Putzen der Wiesen beschäftigt, die zum Teil schon schön grün gekleidet sind. Auch manches Blümlein hat schon seine Blüten geöffnet, wie: das Märzveilchen, Buschwindröschen, Gänseblünichen, die Schlüsselblume und Sumpfdotterblume. Die Vögel fliegen zu Paaren und suchen sich versteckte Plätze auf, um ihr Nestchen zu bauen. Die Schwalben sind noch nickt znrückgekehrt. Lllles in allem, der Frühling ist da! Starkenburg und Rheinhessen. c. Darm st adt, 5. April. Das Darm stad ter .hoftheater zahlt seinen Mitgliedern seit dem 1. März wieder die vollen Gagen. Außerdem erhalten die Niedrig gegi erten eine Teuerungszulage. Kreis Wetzlar ra. Münchholzhausen, 5. April. Unteroffizier Otto A l t h a u s , früher im Res.-Drag.-Rgt. Nr. 7, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Hessen-Nassau. = Frankfurt a. M., 3. April. Der. Frankfurter Ein- b r e ch e r z u n f t ist nichts mehr heilig. Denn in der vorvergangenen Nacht räumten Mitglieder von ihr eine von der Polizei amtlich versiegelte Gastwirtschaft in derAorkstraße vollständig aus. Ferner stahlen sie aus einem Materiatwarengeschäft an der Martthalle große Mengen von Lebensmitteln und raubten aus der Ladenkasse 700 m bares Geld. [j Aus dem Kreise Marburg, 5. 'April. Seitens des Landratsamts sind jetzt für Stadt und Laüd folgende Höchstpreise für Fleisch festgesetzt worden: A. Frisches' Fleisch: Schieres Fleisch (ohne Fett) 2,40 (2,25 Land), Lende und Gehacktes 2,20 (2,10), Kamm, Rücken, sowie Keule ohne Pfoten und Kniestüück 1,80 (1,70), Schulter 1,70 (1,55), Bauch 1,40 (1.40), Rückenspeck 1,70 (1,70, Backen 1,50 (1,40), Tickbein ohne Pfote 0,90 (0,80), Kniestück von der Keule ohne Pfote 0,90 (0,80), Kopf 0,70 (0,70), Pfoten 0,30 (0,30), Flomen 1,80 (1,80), Nieren, Leber imb Herz 1,00 (0,90). B. Wurst und Dauerwaren, letztere gepökelt und geräuchert: Geräucherter Speck 2,20 (2,10), gcräucher- ter Schinken mit Knochen 2,40 (2,25), geräucherter Rollschinken ohne Krwchen 2,80 (2,65), frische Leber- und Blutivurst 1,50 (MO), Fleischwmfft 1.90 (1,80), Servelatwurst 3,00 (3,00'), geräucherte Mettwurst 2,40 (2,25), frische Bratwurst 2,30 (2,15), geräucherter Schinken im Aufschnitt, sonne gekochter Schinken 3,00 (8,00). C. Schmalz imb Fett: Ausgelassenes Flomenschmalz und Lchloeinefett 2,20 (2,20), Wurstfett 1,40 (1,40) Mark das Pfund. Für Telikateßgeschäste gelten die Preise nicht. — Bad Homburg v. d. H., 5. April. Die Englische Kirche wird nunmehr zu einem städtischen Museum umqewandelt. Tie hierzu erforderliche Einrichtung wilrde in Höhe von 2500 Mk. von der Stadtverordnetenversammlung bewilligt. ko. Wiesbaden, 5. April. In, ersten Vierteliahr 1916 wurden insgesamt 22 850 F r e ni d e gezählt und zwar 10 138 Kurgäste und 12 712 Passanten. Das bedeutet ein Mehr von 4050 gegen die gleiche Zahl des Vorjahres. X Hanau, 3. April. Der Hofmarschall des Landgrafen Alexander Karl von Hessen zu Schloß Philippsruhe. Kgl. Kämmerer von Strahl ist aus seiner langjährigen Tätigkeit im Treuste des Landgrafen ausgcschieden und in den Ruhestand ge- tteten. Aus diesem Anlasse ist ihm vom Kaiser der Stern zum Kronenorden zweiter Klasse und vom Grvßherz-og von Hessen die Krone zum Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen worden. Mit der Führung der Geschäfte des Hofmarschallamtes ist vom Landgrafen von Hessen der Kgl. Kämmerherr Hauptmann z. D. Freiherr Schenk zu Schweinsberg beauftragt worden. Me Führung der von dem Hofmarschallamte IS jä i COx> 4*1 Wetter 4. 2» ■ _ 20,0 7,6 48 _ 1 Sonnenschein 4. 9" — 13,4 8,8 77 — — 0 5. 8,4 7,7 94 10 Regen Höchste Temperatur am 3. bis 4. April 1916: 4- 20,5* C Niedrigste Niederschlag 2,8 mm, 1916: 3,2* 0. Amtlicher Wetterbericht. O öffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 6. April 1916: Abnehmende Bewölkung, trocken, keine wesentliche Temperatur- änderung. _ Eetzte Nnerrichten. Der Zeppelinangriff aus Dünkirchen. Genf, 5. April. Tie jüngsten dringenden Beschwerden der vanzösischen Reeder über gesteigerte TransportschlvierigSeiten in den französischen Häfen weisen ans die Zustände in Tüntirchm hin, wo massenhaft Material, darunter auch eine Menge leichtentzündlicher Stoffe, aufgestapelt warerr. Darum erregt der vollkommen geglückte Angriff anf Dünkirchen starke Besorgnis in Paris, wo die Zensur die Bekanntgabe der Einzelheiten über die Verheerungen in der Stadt uird im Hafen verhinderte. Englische Zumutungen an die Neutralen. i. K ö l n , 5. April. Tie „Köln. Ztg." meldet aus Kopeichagen: Laut „National-Tidende" haben die dänischen Schiffsreeder die gleiche Mitteilung lvie die norwegischer von der englischen Regierung erhalten, daß in Anbetracht des geringen Frachtraumes mW der geringen Kohlenlager die englische Regierung den Kohlenerwerb davon abhängig nracht, daß sämtliche Schiffe auf der Hinreise mit Fracht beladen sein müfseir. TaS bedeutet, so benrerkt dre „National-Tidende", daß alle Schiffe " i* g e bei dem Minister des Innern schlug der Regierung die Eirckringung eines Gesetzes im Parlament vor, wonach die Steigerung der Mieten slir Wohnungen und Geschäfte über den Satz vom Oktober 1915 verboten wird rnrd für Mieten aus zweiter Hand nur der vom ersten Mieter gezahlte Bettag verlangt werden^ darf. Ferner wurden Maßnahmen zur Behebung des Mehl-, N'ersch- UND Fischmangels getroffen. Zum U-Bootkrieg. i. Kopenhagen, 5. April. Laut der „Köln. Zeitung" ist in Norwegen, nachdem in der letzten Zeit so viele Schiffe verloren gegangen sind, die Prämie bis 100 °/o für die am meisten gefährdeten Linien erhöht worden. Denkt an unslsendet SalttnÄleikum (HohlmundsfücKJ Oettern (GaldrnunclsfCicK) FrgLrr-siten. Willkommenste Liebesgabe! Preis Nr 3% 4 5 6 a io 35i4 5 6 6lO PfAStfck. Tabak-u. .Hu&> Ziel 2 , Ho: abiryenidz^Dresden. SJldiföni&svSöchsen. Amtlicher Teil. Betr.: Das Verbot der Ausfuhr voic Rindvieh, Schafen und Schweinen und von Fleisch und Fleischwaren aus dem Großherzogtum Hessen. Anf Grund der Verordnung des Bundesrats über Fleischversorgung vom 27. Marz 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 199) hat die Reichsfleischstelle angeordnet, daß im Groß herz ogtiim Hessen die für die Hecvesverpflegung ihm auferlegten Mengen von Schlachtvieh (Rindvieh, Schafen und Schweinen), sowie die zur Versorgung der Zivilbevölkerung einschließlich der Garnisonen, Lazarette und Gefangenenlager aufzubringenden Schlachttiere der genannten Atten aus dem Lande selbst beschafft werden nrüssen. Aus diesem Grunde when wir uns veranlaßt, die Ausfuhr von Vieh der genannten Arten und von Fleisch nnd Flcischwaren (8 11 der Verordnung) aus dem Großherzogtum mit sofortiger Wirkung zu verbieten. Alle in bezug auf die Ausfuhr von Vieh und Fleisch einzelnen nichthessischen Landesteilen gegenüber zugestandenen Ermächtigungen merben hiermit zurückgezogen. Bereits in dieser Hinsicht abgeschlosjeue 5?auf- und Lieferuugsverträge dürfen nicht mehr ausgeführt werden. Weitere Entschließungen im Sinuc obiger Verordnung blei^ ben Vorbehalten. Darmstadt, den 3. Avril 1916. Grvßherzogliches Ministerimn des Innern, v. Homberg k. An den Oberbürgermeister zu Gießen, die Großb. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, Großh. Polizci- amt Gießen und Großh. Gendarmerie des Kreises. , Auf vorstehendes Verbot machw wir Sie mit dem Aufttage ^fort und wiederholt ortsüblich bekarmt zu machen, alle Vrehhändler, Metzger nnd sonstige Beteiliate zu bedeuten und lebe Zuwiderhandlung zur Anzeige zu bringet. Auch die Post- amter und Güterabfettigimgen fiirb zu verständigen. Greßen, den 4. Apnl 1916. Großberzogliches Kreisamt Gießen. _ I. V.: Lan a ermann. _ Betr.: Kontrollversammlung. An den Oberbürgermeister zu Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir iveisen Sie auf die in Nr. 74 des Gießcncr Anzeigers! erschiEnc Bekanntmachung des Bczirkskommandos Gießen mit, den: Aufträge hin, diese in ortsüblicher W1. Stock) zu vermieten. 1253 Näheres Atterweg 52 p. 2 Eüünc Köhü. äU Ä Liedigstrafte 65. Sdjöisc 1-ZiMkmchil. mit Zubehör u. Bleichplatz per sofort oder spät. Glaub- rccktitrafte 511. z. verm. Näh. Nord Anlage 31 1. 12546 4*£immerw. in. Gas u. elektr. , | Licht z. vermieten. Näheres - j Uahlldolslr. 28 3. 2642 Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr; Familiert-Konzert miiiiiiimmimimiimiiiimiimmmimiiiiiHiiMimmiiiiümiiimmimiiimm! Lichtspielhaus Bahnhofstraße341| Heute und folgende Tage Oes* Kaftzensteg« Großes Drama in 5 Akten nach den Motiven des Romans von Hermann Sndermann. Dazu ein reizendes Lustspiel in 1 Akt. Beginn der Vorstellung nm 5, 7, nnii 9 Uhr. 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