Nr. u Srvettes Blatt M. Jahrgang Lochern t Ivtzllch mit Ausnahme des Sonntag«. Die »Hetzen« §O»kkrU-kttter" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, daS „fittisMott Kr dev Kreis Siehev" zwemw! wöchentLich. Die ^Lanöwittschaftlichev Sett- ftvgeu" erscheinen monatlich zweimal. General-Anzeiger für Gberhessen §rettag, 31. Marz lM Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriitteitung,Geschäftsstelle «.Druckerei: Schul* straße 7. Geschäftsstelle u.Berlag:^O51, Schrift« Leitung: e^!12. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. hessische Erste Kammer. rb. Dnrmstadt, 30. März. Am Regierungstische: Staalsminister Tr. v. Ewald, Minister des Innern v. Hombergk, Ministerialpräsident Tr. Becker, Staatsräde Wilbrand und Süsser t, Ministerialrat Dr. Kratz u. a. Präsident Fürst Sol m s -Hohensolms-Lich eröffiret die Sitzung nm IO1/2 Uhr und verliest zuerst das Telegramm Sr. Kgl. Hoheit des Grostherzogs an den Herrn Staats minister, das bereits bei Beginn der Beratungen der Zweiten Kammer mitgeteilt worden ist. Das Haus erklärt sich! mit der Abfendung eines Danktelegvamms an den Großherzog einverstanden. Ter Präsident bemerkt darauf: Es sind in letzter Zeit Bemerkungen darüber lallt geworden, daß die hessischen Truppen, die hervorragenden Anteil an den Kämplsen der letzten Wochen genommen haben, nicht namentlich im deutschen Tagesbericht erwähnt worden sind. Das hat seinen natürlichen Grund darin, daß sie in letzter Zeit immer im großen Verbände gekämpft haben. Tie festen Stellungen, die die hessischen Truppen, genommen haben, sind nicht so allgemein bekannt, wie etwa das Fort Douaumont. Daß die Hessen aber in den letzten Kämpfen sich ganz besonders ausgezeichnet haben, geht schon aus dem Tagesbericht hervor, daß das 18. Armeekorps so große Zahlen an gefangenen französischen Offizieren und Mannschaften erreicht hat. Der Oberbefehlshaber, Se. Kaiserliche Hoheit der deutsche Kronprinz, hat «auch einen Armeebefehl vom 20. März erlassen, worin er allen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften seinen ganz besonnen Dank ausspricht und hinzufügt: W o Hessen schlagen, hält kein Franzmann Stand! — Wir sind auch alle überzeugt, Mi sowohl die Hessen, wie das ganze deutsche Heer in derselben Weise mit Todesverachtung und Heldenmut weiter känrpfen wird, bis der Sieg endgültig errungen ist. Und wir werden auch in der Heimat durchhalten und sind uns eingedenk, daß, die Opfer, die wir hier bringen, nichts sind im Vergleich zu den Leistungen, «unserer Truppen. Ein Beweis für die Haltung der Daheim- gebliebenen ist ja auch das glänzende Ergebnis der neuen Kriegsanleihe. (Zustimmung.) »Es folgt darauf zunächst die Einführung und Vereidigung des jungen, in feldgrauer Offiziersuniform erschienenen Grafen Eberhard zu Erbach-Erbach an Stelle des verstorbenen' Chefs des gräflichen Hauses, Die Vereidigung erfolgt in der üblichen Weise. Das Haus beginnt daraus die Beratung des Staatsvoranschlags. Präsident Dr. Becker leitet die Beratung mit einer allgemeinen Uebersicht über den Staatsvoranschlag und die daran vollzogenen Abänderungen ein. Der Ausschuß der Ersten Kammer habe sich im wesentlichen, mit den Beschlüssen des anderen .Hauses einverstanden erklärt und auch die Regierung habe bereits be- anerft, daß sie sich mit den gemachten Abänderungen absurden werde. Der Minister weist dann u. a. darauf hin, daß jetzt in Bayern eine Steuererhöhung von 53 Proz., in Baden eine solche ßon 20—25 - Proz. für notwendig erachtet wird und selbst im Zäcbsischen Landtage, der sich bisher am schärfsten gegen dre Erhöhung der Steuern sträubte, sie ebenfalls um 10—20 Proz. -erhöht wird. Zum Schluß dankt Präsident Dr. Becker den beiden «-Kammern daftir, daß sie das Bestreben der Regierung, den Ein- »grift in die direkten Steuern seitens des Rerches abzuwehren, «durch ihre bekannten Entschließungen unterstützt hätten. (Beifall.) Oberbürgermeister Dr. Göttelmann bespricht die Verhandlungen des Finanzausschusses und führt aus, daß der in der Zweiten Kammer gemachte Vorschlag, die Vermögenssteuer um 10 Psg. zu erhöhe::, abgelehirt wurde. Ml die Härten, die in dieser Steuerart für viele liegen, damit unerträglich geworden »wären. Tie heutige Vermögenssteuer stehe bei vielen Zensiten in &ar keinem Verhältnis zu den wirklichen Erträgnissen. Im Finanzausschuß hätten sich mehrere Mitglieder aus diesem Grunde überhaupt gegen jede Erhöhimg der Vermögenssteuer ausgesprochen, man habe aber schließlich seine Zustimmung zu dem Regierungs- Nor schlug auf Erhöhung um 5 Pfennig gegeben. Der Ausschuß wollte auch zuerst nur eurer 10 prozeutigen Steuererhöhung Mstimmeu, er habe sich aber im Interesse des Zustandekommens ldes Voranschlags mit 12 Prozent einverstanden-verklärt und gleich- Zeitig der Freilassung der drei unterstell Steuerstufen von der Erhöhung zugestimmt. Es müsse im Staatshaushalt die größte Sparsamkeit geübt werden; die künftige Gestaltung der Verhältnisse rm Reich und in den Einzelstaaten würden ganz andere Steueransätze notwendig machen. Besonders würden nach dem Frieden große Anforderungen an alle prodllktiven Kreise und an die Cxport- industrie gestellt werden, welch letztere umsomehr beschwert werde, je höher sich die Steuerlast beziffere. Ter Redner empfiehlt zum Schluß die Anträge des Finanzausschusses zur einmütigen Annahme. Frhr. Hehl zu Herrnsheim, Exz., bespricht zunächst die allgemeinen ftnanziellen Verhältnisse in Hessen. Im Preußischen Abgeordnetenhause habe der Minister aus aus beut Hause gegebene Anregungen zu einer stärkeren Progression die Antwort gegeben, daß eine zu starke Progression das werbende Kapital vermindern und der Unternehinungsgeist geschwächt würde, und der Redner hätte gewünscht, daß auch im Hessischen Landtag von berufener Seite aus dies Moment aufmerksam gemacht worden wäre. Die Vermögenssteuer habe bisher in Preußen nur 65 Psg. für Tausend Mark betragen, in Hessen aber 95 Pfennig, und sie soll jetzt in Preußen auf 75 Pfennig, in Hessen aber zukünftig aus eine Mark festgestellt werde::. Tas Reich sei im Begriff, das Verinögen in einer Weise zu erfassen, die fast einer Konfiskation gleichkomme. Der Redner loeist daun daraus hin, welche Bedeutung die Steuern der Einzelstaaten, auch die hessischen, aus das Reich haben und wie die besitzenden Klassen vom Reich durch die Zuwachssteuer, die besondere Zuwachssteuer belastet werden. Jetzt komme nicht nur>von demokratischer Seite noch das Projekt einer neuen Wehrsteuer, eine erweiterte Erbschaftssteuer usw. Wir werden im kommenden FriÄren wesentlich höhere Steuern und geringere Einnahmen haben, und wenn es später wieder einmal zu einem Krieg kommen sollte, nicht mehr die Milliarden zur Verfügung habeil, wie dies jetzt der Fall ist. Der Redner wendet sich dann gegen die Nichtheranziehung der Aktiengesellschaften zu diesen Reichssteuern, wodurch 26 Milliarden Aktienkapital und 4 Milliarden Auslandsgelder freigelassen würden. Dagegen habe man alle privaten Wvhlfahrtsfonds stark herangezogen. Es sei doch ungerecht, die ganzen Steuerlasten aus die 5, 6 oder 7 Prozent der besitzenden Steuerzahler abzulvälzen. Es habe im ganzen Lande freudige Zustimmung erregt, daß es gelungen ist, die 20prozentige Steuererhöhung aus 12 Prozent herabzudrücken. Es müsse vor allem eine viel größere Sparsamkeit im ganzen Staatshaushalt erstrebt werden. Daran f wird die Hauptaussprachie geschlossen. In der Einzelberatung gelangen die Kapitel nach, den Aussckußanträgen zur Annahme. Bei Kap. 20, Rheinfchffsahrt, befragt Geh. Komm.-Rat Tr. Bam ber g er die Regierung über den ^tand der Verhandlungen mit Preußen imb ob es nicht Möglich sei, den Einfluß Hessens auf die Rheinschiffichrt mehr zu wahrer. Staatsmimster Dr. v. Ewald entgegnet, die Verhandlungen seien im Juli 1914 mit b*m preußischen Minister o. Bülow eingeleitet worden; tun Dürren besseren Anschluß an den sog. preußischen Konzern zu ^zielen, habe auch schon eine Verhandlung mit Generaldirektor Ott ftattgesundcn. Dann kam der Krieg und seitdem sei weiteres nicht erfolgt. Tie Regierung werde aber gern! bereit sein, sobald wie uroglich wieder daraus zurückzugreifen und» die hessischen Interessen zu vertreten. Darnach, werden außer dem Kap. 23, Ministerium des Innern, das für morgen zurückgestellt wird, die sämtlichen Kapitel bis 72 nach, den Ausschuß an trägen Und den in unserem jüngsten Artikel über die Beschlüsse des Finanzausschusses gemachten Angaben erledigt. Bei Art. 73. Landwirtschaftliches Vereins- und Genossenschaftswesen, macht Finanzrat Dr. Mi che l auf eine Anfrage des Frhrn. v. Heyl Exz. nähere Mitteilung über die Entwickelung und dm Stand der Zerrtralgenossenschaftskasse. Die Mittel der landwirtschaftlichen Genossenschaften seien zurzeit recht erlMich gestrsgen, was auch eine so erfreulich starke Zeichnung der Genossenschaften aus die neue Kriegsanleie beweist. Die letzteren waren i.m vorigen Jahre nacht mehr veranlaßt, Wechselkredit in Anspruch zu nehmen, was ebenfalls als ein gutes Zeichen gelter: könne. IM Jahre 1914 habe der Reingewinn 53 000 Mk., im Jahre 1915 etwas lveniger betragen, auch, habe sich die Zahl der noch abseits stehenden Genossenschaften wiccherum verringert. Frhr. v. Heyl Exz. rickstet an den Herrn Minister die Frage, ob nicht jetzt der geeignete Zeitpunkt gekommen sei, die Zentral-, lasse in eine „Hessenkasse" uinzuwandeln, ähnlich, wie die „Preußenkasse", wenn auch vielleicht in etwas beschränkterem Maße. Er halte den richtigen Moment wenigstens für die nötigen Vorbereitungen in diesem Sinne für gekommen. Minister v. Hombergk sagt zu, die Frage erneut in Erwägung zu nehmen. Das Kapitel wird darauf genehmigt, desgleichen die folgenden Kapitel bis 77. Beim Kap. 78, Handelskammern, benrerkt Bankdirektor Pa. re Ns, eS sei nicht richtig, wie behauptet wurde, daß die Handelskammern einen Antrag auf doppelte Kriegssteuer gestellt haben, was jedoch vom Frhrn. v. Heyl Exz. :md Geh. Komm.-Rat Dr. Bamberger näher sestgelegt wird. Beim Kap. 80, Handwerkskammer, richtet Gewerberat F « l f- Mainz an die Regierung die Bitte, daß sie die Interessen der Haildiverksmerster bei den Hecreslieferungen nachdrücklich mrtreten und das von der Handwerkskammer beschlossene Gesuch an den Bundesrat dringlich, befürworten möge. Dem hessischen Vertreter' iin Bundesrate, Exz. Frhr. v. Biegeleben, spreche er für seine Bemühungen im Interesse des Handwerks seinen Dank aus. Daraus wird das Kapitel genehnrigt, ebenso die Restkapitel dieser Hauptabteilung Und der Etat des Ministeriums der Justiz, Kap. 88—97. Tie Beratung wird darauf 'um 1 Uhr abgebrochen. Fortsetzung der Etatsberatung: Freitag vormittag 10 Uhr. > _ ' . —> . . . . . hessische Zweite Kammer. rb. Darmftadt, 30. März. Am Regierunqstische die Staatsräte Lorbacher und Höl- z in g e r . Geh. Legattonsrat Dr. N eidhart, Ministerialrat Dr. K r a tz. Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um IO1/2 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zuerst die Regierungsvorlage 3 a) Nachweisuugen über die Staatseinnahmen und -Ausgaben im Etatsjahr 1911; b) die aus der Rechnung des Fonds zur Ergänzung des Familieneigentums des Großherzoglichen Hauses für 1911 gefertigten Nachweisungen und die dazu gegebenen Erläuterungen betreffend. Dieselbe wird genehmigt, ebenso die Regierungsvorlage Summarische Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Landeskreditkasse im Jahre 1912 betreffend. Es folgt eine Reihe fron Vorstellungen. Der Vorstellung des Vereins der Gehilfen bei den hessischen Staatsbehörden betr. ihrer Anstellungs-Verhältnisse beantragt der Ausschuß keine Folge zu geben, da die Anstellungsverhältnisse der Schreibgehilfen durch die neue Besoldungsordmmg gesetzlich geregelt worden seien. Abg. Henrich (fr. Vpts weist darauf hin, daß die Lage der Petenten nach wie vor bedauerlich sei; er müsse sich aber jetzt dem Ausschußantrag anschließen. Tie Bittschrift lasse sich Haupt-' sächlich auf die jetzige Teuerung zurückführen. Der Ausschuß antrag wird angenommen. Die Vorstellung des Gefangenenauffchers I. L. Schmitt-Butzbach wird abgelehnt, desgleichen diejenige der Frau S. Bernhard-Mainz, des H. Geletfe-Elmer in Zürich, des W. Menges in Mainz und des H. Mehner in Frankfurt a. M., während die Vorstellung der Ehefrau des Kanzleiwärters i P. W. Mattes in Darmstadt der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen wird. Die Vorstellung des Verbandes der Gemeinde- und Staats- arbeiter, Sitz Berlin, betreffend die Verwendung von Pflegerinnen! und Wärterinnen auf den Mannerabteilun^eu in den Landes- Heil- und Pflegeanstalten, beantragt der Ausschuß für erledigt zu erllären. Abg. Raab (Soz.) ist der Meinung, daß die Sache doch nicht so einfach abgeteur werden könne, wie der Ausschuß gemeint habe. Ohne Zweifel hätten sich in den Anstalten infolge der Verwendung von Frauen in den Männerabteilungeu Schwierigkeiten und Gefahren ergeben, denen man möglichst Vorbeugen solle. Jedenfalls sollten junge MÄxhen nicht verwendet werden. Letztere " seien in Alzey sogar gezwungmi worden, ihren Dienst in der Frauenabteilung mit dem in der MLnnerabteünng zu vertauschen., Auch wirr den in Mzey n-okweirdig-e Ausgänge cm der Urlanbszeit abgezogen, auch über die Kost der Wärter werde gellagt und eines Tages sei der zur Revision erschienene Gehermerat iiber die Art des Wärtevefscns getäuscht worden. Er stelle daher den Antrag, die Kammer wolle beschließen, den erhobenen Beschiverderr nachzu- gehcn und erkennbare Mißstände abzustellcn. Staatsrat Ldölzinger benrerkt denr Vorredner, daß er allen diesen Beschwerden nachgegangen sei. Er meine übrigens, daß- der Älzeyer Direktor voll seine Schutzngkeit tue und daß dort unzufriedene Etemei'.te feien, die nicht ruhten. Ein Regierungs-« beamter habe die Kost Untersucht imfr für gut uird genügend befunden, also mwfy in Alzey. Bei der Auswahl von Wärterinnen! für Männer gehe mau sehr sorgfältig vor. Ilebrigens habe sich solches Personal in Breinen seft 25 Jahren gut bewährt. (Zurufe: Auch in den Kliniken?) Bon einem Zwang habe er nichts gehört. Abg. K 0 r e l l - Ingelheim (fteiss nimmt den Ausschuß gegen den Vorwtrrs in Schutz, daß er berechtigte Vorstellungen von Arbeitern ablehne. Dieselben seien eingeheick) geprüft worden. Redner Uunst «nd Wissenschaft. — Die Schwalben in der Kriegszeit. In einenr in Westfalen und in anderen niederdentscheu Gegenden Deutschlands verbreiteten Liede begrüßen die Schwalben, die Ende März oder Anfang April zu uns aus dem Süden heimzukehren pflegen, fhre Quartierg^ber mit folgen.den Worten; To Joar ar ik furt genk, Wören alle Stoppen un Skiuren vull; Nu, ar ik weer kam, Js alles verauickelt, vcrquackelt, verheert un verteehrt. (Als ich iuc vorigen Jahre fortzog, waren alle Schuppen mcd Scheunen voll, jetzt, wo ich wiederDmine, ist alles durchgebracht, verlottert, zerstört und verzehrt.) An diese niederdeutschen Verse spat sich x^iebricf); Rückert angelehnt, tvenir er in denr bekannten /Liede „Aus der Jugendzeit" die Schwalben singen läßt: „Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm, waren Kisten und Kasten schwer; Als ich wieder kam, als ich wieder kam. War alles leer." »Die Ruckcrtschen Verse haben natürlich den Sinn, daß bei dem Abzüge der Schwalben im Herbst alle Vorratsräume der bäuerlicheir Besitzungen mit dem Segen der »Ernte gefüllt waren, daß aber iM ^Frühjahr bei der Wiederkehr der Schwalben alle Vorräte aufge- ^zehrt sind. Das Wort „v e r h e e r t" aber, das wir iit dem letzten von den angeführten niederdeutschen Verseil vorfinden, läßt uns /darauf schließen, daß es sich hier ursprünglich nur ein Lied ge- shandelt haben muß, das auf den Krieg und die Greuel des Krieges Bezug hat. Und ein solches Lied ist wirklich vorhanden. Es findet sich in der von Georg Ellinger herausgeg-ebenen Sammlung der Gedichte Nikolaus Peuckers, die deir merkwürdigen Titel „Wohlklingende Paucke" führt. Der aus Jauer in Schlesien stammende "Dichter, der zu der Zeit des Großen Kurfürsten in Cölln, der damaligen Schwesterstadt von Berlin, als Kammergerichtsadvokat, Stadtrichter und Ratskänrnrerer gewirkt hat, ist wegear verschiedener seiner einen barocken und oft llnfreiwittigen Humor aufweiseudell Gedichte noch heute so manchein bekannt; nicht ohne Ergötzen liest man beispielsiveise ein an beit Großen Kurfürsten gerichtetes .Begrüßungsgedicht, das mit den schönen Versen anhiebt: „Mein Pauckenschlag, das bom dibidibom Spricht: Friedrich Wilhelin komm!" Das Gedicht aber, in dem von der Schiivalbe die Rede ist und das den Titel „Der Frühling" führt, zeichnet sich durch warme Enrp- finduug und ein echtes Naturgefühl aus, so daß es uns in mancher Beziehung an Paul Gerhards berühmtes Frühlingsgedicht „Geh aus mein Herz und suche Freud!" erinnert. Nikolaus ^>eucker singt in seinenr vom JaHra 1654 datierten läirgeven Frühlingsliede von der Schwalbe: Die Schwalbe kam und satzte Sich für das Taubenhaus auf eine Stang und schivatzte: Geleert, verheert, verzehrt, Was Gott der Herr beschert! Als ich im andern Jahx Moch hier zugegen war. Lag Schuppen und Boden und Scheune mit Früchten beschweret. Ich finde dies alles geloeret, verheeret, verzehret. Dnrchkrocheir, zerstochen, zerbrochen! Vor sechsundzwanzig Wochen, Als ich gab gute Nacht, Stund mein Nest noch gemacht? Itzt trauet, mir grauet nur unter dem Dache zu suchen, Ich finde die Mauer dnrchkrochen, zerstochen, zerbrochen. Aus diesen Versen g^ht deutlich hervor, daß Nicolaus Peucker dainit aus die Greuel des dreißigjährigen Krieges Bezug genom- m.en hat, der erst sechs Jahre vorher sein Ende gesunden hatte. Wenn in diesem Frühjahr die Schwalben zu uns iviederkehren, rver-den sie srellich auch überfall Kisten und Kastor, Schüippeu und Scheuern geleert vorsürden, aber die Schrecken des Krieges haben dank der Tapferkeit unserer Feldgrauen in unserin Lande ihre Nester und die Häuser, an denen diese hängen, völlig unversehrt gelassen, so daß sie bei uns nicht, wie einst im Dreißigjährigen Kriege, eirrem! „verheerten" Heime ihr Klagelied zu singen brauchen. — I ak 0 b Grimm und die V l a m en. In einem soeben in der Weidmannschen Buchhandlung zu Berlin erschienener! Buche „Altdeutsche Stimmen" veröffentlicht^ der große gelehrte Archivar der deutschen Kommission bei der König!. Preußischen Akademie der Wissenschaften Dr. Fritz Behrend in einer Abhandlung über die Anfänge der altvlämischen Bewegung in Französisch^Flandern einen bisher ganz unbeachtet gebliebenen Brief von Jakob Grimm, der gerade jetzt, da langgehegte Wünsche in der Errichtung der vlämischen Universität in Gent ihre Erfüllung gefunden haben, für uns von besonderen: Jntereffe ist. Nachdem um 1840 die vlämische Bewegung in Belgien kräftig eingesetzt hatte, griff sie bald auch nach Frcurkrsich über. 1853 bildete Edmoird Henry de Conssenraker mit einer Ai^ahl von Gesinnungsgenossen ein „Comitö Flamaud de France", deren Zeitschrift bis heute besteht. Die Gesellschaft, die sich der germanischen Zusammengehörigkeit rvohl bewußt !var, bat in dcullicher Hinneigung zu deutschen: Wesen Jakob Grintm, das Ehrenpräsidium auzimchnnn. Der greise Gelehrte mtsprach der Bitte und sandte an den Vorsitzerchen ein in französischer Sprache abgefaßtes Dankschreiben, das manche bedeutsame Aeußerm^ des großes: Sprachforschers über vlämische Sprache und Eigenart entbiÄt. So heißt es darin: „Die Lsbens- krast der vlämffchen Sprache muß in Erstaunen setzen; nach Jahr-' hunderten und unter dem beherrschenden Einflnß der französischen Sprache hat sie ihr Leben :md ihre Volksguust bewahrt. Ich begrüße Ihre Bemühungen mit vielem Beifall; das Erdreich, das Sie bebauen, ist ergiebig und fast unberührt, eine überreiche »Ernte kann nicht ausbleiben. Wir Deutsche fühlen uns immer als Ihre alten Landslertte; der Dialekt, den Sie nicht aufgehört haben zu sprechen, eint sich in unserm „deutsch", dcennen Sie nickst Gott, Vater, Mutter, HimMel und tauserrd Dinge genau so !vie wir? Also müssen lvir uns in unendlich vieler Hinsicht besser verstehen als Fremde es begreifen könnten. Sie verzeichnen und sammeln durch Ihre Arbeiten eine Menge Wörter, Ausdrücke, Gebräuche und Anschauuimen, die der Aufbewahrung und näheren Durchforschung wert sind. Mit Ungeduld erwarte ich Ihre Sammlung von Volksliedern, die ohne Zweifel in Frankreich wie in Deutschland bestens ausgenommen werden wird.. . — Das „P 0 rz e l l a n-R e g i m e n t". So wurde in früherer: Zeiten ein preußisches Dragoner-Regiment genannt. Wie es zu diesem Namen kam, besaaen 2lkten, die sich im Hauptstaatsarchio zu Dresden befinden. Den Ursprung jenes Regiments bildeten nämlich 600 Reiter und Dragoner, die König Angickt II. von Polen und Kurfürst von Sachsen den: König Friedrich Wilhelm I. von Preußen im Austarfich für ein kostbares PorzeNan-Kabinett überlassen hatte. Es ist bekanist, wie jener König von Sachsen bestrebt ivar, die sächsische Vorzellarrmamckaktur zu heben, und deshalb wünschte er chinesische Porzellane, die in: Besitz des preußischen Königshauses sich befanden, zu erlangen. Erhalte zu diesem Zwecke bereits einen Händler veranlaßt, der für ihn jene im Or schaut sich noch einmal glücklich nach den beiden ^rindern um. Das war alles so dumm, so ungeschickt Aber wer den Mann verstmiden hat. der aus der männermordendcn Schlacht zurückkonnnend, die Seligkeit auStosten loollte, wieder m Kinderaugen z-u schauen, der hätte ihn wohl küssen mögen. In dm Trümmern eines Ortes der bisherigen französischen .Rechtsanwalt, enoartet hatte. Bei Ueberreichung der Spende erllärte er, es __, schwebe ihm der Plan eurer Verwerrdung für die akademisch ge-! ich den Vierten, bildete Lehrerschaft vor, und diesen Plan setzte er in die Tat uni. sagen die drei Kurzsichtigen. Und Sie, frage .Trapezkünstler im Zirkus " " _ . .. . WI L . _ . . I WW Sie haben heute ± JJlan Wc a m bic Xat une ganz vorn Stellungen gebaut und einen schlechtzen Tag hinter ?Wk&, t»e er bannt ben „Siesern von SWntggrftB". eine Tankes- |i*. Schwere Arbeit, fortmä&tenb beschossen, bann langer, müb- whl «tt+uf n 11 r Xii> MfjiirÄii+utt-. I . .... OTi_ X. _v i. _r. • r * r- .. V ' ^ schuld abtragen mollte, wvrnnter ,a wohl mcht nur dre Volks,chul- sanier Marsch nnb babei noch zweimal beschossen, llnb morgm " aai U S , ..»um re, . r .. müssen sie hier bie zerfahrene Straße flicken, bas ist eine müh. LÄr der Gedanke glmvrch ? Für mente Per on muß Ich btc same, langwellige, schnüerige Sache, „ft'ünnte man denn nicht .rrag-tmbedmgi vernernen^nck tch habe damals lebhaft bedauert, hier Russen verwenden?" fragt ein Feldgrauer. „Zum Wege, daß mrni rn Gteßen gezeichnetes Sckzerfletn mcht der vrenßtfck^n bau werden die faulen Bengels doch zu gebrauchen sein!--Da Sammlung zngefckssen war; tch'kann mtch auch keiner bei. kriegt er ganz entrüstete Antworten, „bier kamt man doch von andrer Sette rrmnern^ Auch der wettere keine Russen Herdringen. Hier sind wir doch in der Feuerzone /Becken zt, zerstreuen, U-ber D°s müssen wir machen. Rtrffcn hier, das wäre ja gegen das bres soll Bhlkerr-cht!« «o antworten sie wirklich erregt ^urZekn°»d-r. nach Meyers, Konversations-Lexikon der offizielle Titel sein hören auch die beteiligten Kreise so gut wie nichts. Einmal ÄJ* Ä % Äk ÄÄ.r* I i“ . dm 5SÄ die Schipper. Das wäre gegen das Völkerrecht, und darum lind sie stolz darauf, daß sie hier ihre Haut für das Vaterlmid England durch die Hände, z>i der, tvie auf deni Titelblatt zu' der "Herr Rechtsanwalt und der Traverkünstler aus dem AirViia' lesen, reue Stiftung die Mittel gewährt hatte. Andrerseits sind Sie haben sicher- im Frieden nie aeobnt die m er hSfe \ hessische Kvllogen, die vor ettva 25 Iahrcri zu ähnlicheti schiedene Menschen so einig empfinden, daß sie Deutsche sind Zwecken unabhängig von ernarrder sich an die Stiftung gewandt » / u ' ,ino - l’VTirTtvnmf f I rv m hatten, überhaupt keiner Antwort gewürdigt worden. Ätöglich, daß sie in der Form ihres Gesuches etwas verfehlt hatten; es rrmr nämlich an den Fürsten Bisinarck persönlich gerichtet, und roenn eine 91-usHinft richtig ist, die vor Jahren einmal im Brief kästen eines Fanrüienblattes zu lesen war, sind die Gesuche bei dem Präsidenten des preußischen HerrenIranses (!) einzureich,en. Ob dies der Fall ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Das ist eben das Seltsame mid Bedauerliche, daß auch in den Kreisen der Bernfsgeiwssen kein Mensch etwas Näheres über jene Stiftung torifc- Hierzulande wenigstens haben die älteren Kollegen ihre Existenz so zienüich vergessen, die jüngeren nie etwas davon ge- hört- Nach der geiiannten Quelle hatte sich Fürst Bismarck selber die letzte Entscheidung vorbel-alten: lvem ist sie denn nach Bismarcks Tod zngefallen? Und an tvelche Voraussetzungen ist die Gewährung geknüpft? An Bedürftigkeit, Würdigkeit, gewichtige Emp- Jm Walde von Hennenwnt fand ich in einer vom Feind geräumten Stellung einen französischen Wegweiser, auf dem folgender Vers aufgekritzelt war: Aux Fram^ais rhonneur, Aux abeillt s les fleurs, Et ponr que rien ne se perde — Anx Allemande la. le 25, 3. 16 nn 44 me. Ein sinniger Kampfspruch, wie man sieht? — Mir summte eine alte Ritterdevise durch den Kops: A Dieu mon &me, Mon corps an roi, Mon coeur anx darnM L’honnenr pour moi 1 'ÄH a m nnE b E Mndckatm Stipcnbic^ 'crlwiten'lfo I geglast hall an dir noch"vä^bis znm^K^^gjmtb^^' ?^at^ ch ^O.^obm^^Rafernchm^tttch^O^lchrm^Dasj-TaS rtUcrUchc^Frankreich denMor Dichter von Wolfrani ^n " .. ‘ r J ° ^ ' Niemand von uns hat orr . _ . . Frankreich im Kriege gefunden. . ... . . -- - . z.Aber daS andere Frankreich freien wir überall, das Frankreich Stistung sind für das Jahr . Stipendien in denen Kriegergeist sich in dem Spruche ans deni Hennenwntwal^ Bewerbungen fmb bis bekundet. Man reißt vor dem tapferen Gegner aus man muß zn richten. Dieser gewiß recht nahelreaenö- I ihm die ganze Beute überlassen, aber dazu findet man noch Zeit ihm einen linflätigen Schandvers an den Bauni zu schreiben.' Ängste, stda>o man erwarten, ,a fordern dar,. r,t eine alliühr-. Eschenbach bis Börries von Münchhausen Uök Veröffentlichung m mindestens einem geeigneten Blatte, eine lebmde Spur von biefem Frankrri S. B. dem Literari,chen Zentralblatt, ettva in folgender Form: . - - - ,.Aus der . . . Sti^—“ ri “'- c "-- c ^ ‘ .. Hohe von . . . an znni .... an . . . zu richten." Dieser gewiß recht" naheliegende Gedanke scheint der Verlvaltnng nie gekommeii zu sein. Ta die M . W_|L_|_ ÄU IIIirrinFTT „Svnfen s-über doch tiwhl nicht wivergeben geblich-n sinb, mufj Es paßt bai zu dem Volke. haS seine gesallena, Selbst IV. matt tast M,ittl>mcit, baß der tscküitnel zn dem golbcnm Schaß lang uill'eerbigl vor bat SchüSenatabrn rtegen läßt unb baä ben dvrch persönlich- Trabiiton ,tch m Sirtdlon forterbt, bic ber Quelle toten Feiitd tm Grab verlwhnt. Dieses Frankreich kennen aelernt ttal^r stehen. DaS ist hoch ketn erträglicher Znstanb! zu Huben, ist einer bsr ble-bcnden deutschen Gewinne l»s K?ieg^ lind NUN nt 1 irns hpr ___X _ tv *7 J1 - Ll ‘ : y c ». VScherltsch. f* D^ie beste Wochenschrift der Neutralen in deutscher Sprache, die sich auch durch ihre drucktechnische Ausstattung (Kuvsertiefdruck' auszrichnet. ist zweifellos die „Schweizer Illustrierte Zeitung". Sie bemüht sich, in Wort und Bild ein» Spiegel der Welt- und Zeitexeiamjsc vom neutralen Standpunkte ans zu sein, und man muß gestehen, daß ihr dies in trefflicher, nie- niand verletzeiider Weise gelingt. Tie soeben erschienene Nr. 13 läßt erkennen, welchen gewaltigen Eindruck der machtvolle deutsche Angriff ans Verdun allerwärts hervorgerufen hat: nicht weniger als 12 Bilder beziehen sich auf dieseu Riesenkamps. Besonders eindrucksvoll ist das Titelbild mit dem Auszug der Zivilbevölkerung aus der Festung. Das Halbjahresabonnement kostet 4 Mk.. die Einzelnummer 20 Psg. Alle Buchhandlungen und auch die Post nehmen Bestellungen entgegen. Märkte. fo. Frankfurt a. M. Diehtzofm arktbericht vom 30. März. ?luürieb: Rinder 73 Stück (eimcdlteßltch 19 dänncve). darunter Ochsen^«, Bullen 2, Kühe und Färsen 63), Kälber 312, Schafe 61, keine Schweiiie. Vlarkwerlaus: Bei l"bhastem Handel schnell Preise kür 100Pid. ausverkaust. Lebend- Schlacht- gewicht. llS4ber. Mk. Mt. Feinste Mastkälber ^ . .140—145 233 -241 Mittlere Mast- und beste Saugkälber' . . 130-140 317—333 Schake. Weidemastschaie. Masllämmer und nmaere Mastharnmel. . 93-00 200-00 0 Wiesbaden. 29. Dlärz. Diehmarkt. Austrieb: 1b Rinder, dall.nier 3 Ochsen. 1 Bulle, II Kühe, 85 Kälber, keine Lchale und keme S.-bweine. Zu den Höchstpreisen und sehr raschem Geschait imlrde sct netl adgeient. ke. Wiesbaden. 30. März. Heu- und Strohmarkt. Bezablt wurden für Heu 9,00 - 9,25 Mk. für 60 Kg. einschließlich Fnhrlohn. Stroh fehlte. - Fruchtmarkt. Am Fruchtmarkt war nichts angeiahren. lvSchentl. llebrrficht derCotzessSlle l -.Stadt Stehen. 11. Woche. Vom 12. bis 18. März 1916. Einwohnerzahl: angenommen zu 33 100 (infl. 1600 Mann Militär). SterblichkettSzlffer 34.60 Nach Abzug von 12 Onsfremven: 15,71 ff starben an ö«f. Angeborener Lebensschwäche 1 Diphtherie und Krupp 3 (3) Keilchintuen 1 ^1) Tnberkulo!e anderer Organe 1 Lungenentzündung 3 (S) Krankheiten der 2ltmungS- Er- wachsen« 1 3(3) Kinder Im t. LebenS- vom 2 btt jaLr 1 NI) IM U. gab, 2 ( 2 ) orqaiie 1 1 Kraiikneiten der Kreislauf- orqane 2 2 Gihtrntchlaq 1 1 anbeven Krankheiten des Nervensystems 2(3) 1(1) _ 1 fl) anderen ftraufhetten der Der- dauungSoigane 2(1) 2(1) Kronkyeiten der Harnorgane r (l) — 1(1) Krebs 1 1 Selbstmord 1 1 anders benannten Todes- Ursachen 1 (1> 1(1) _ Unbekannter Ursache 1 — 1 14 (6> 3 (2) 6 (4) Summa: 22 (12) Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an. wie viel der Todesfälle in der betresferchen Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. k!lettorc>!sgische veobachtungen der Station Gießen. März 1916 O w o ^ ^ o .2i Ö ‘5 - c a Und nun ist über uns der fuEbare Krieg l>ereingebr?chen, der Deutschland ans ungezählten Wunden bluten läßt. Gibt cs da wirklich keine bessere Berlvendung für die Zinsen der Millionen- süftung? Gewiß ist »es nicht leicht, eine Stiftung ihrer ursprünglichen Bestimmung zu entfremden, allein außerordentlich' Zeiten rechtfertrgeii, ja erhrisckien außerordentlich Maßnahmen. Wenn cs als sicher gelten muß, daß jene Bestimmung dem Sinn der Geber in ihrer erdrückenden Mehrheit keineswegs entsprach, lvenn man die feste Gewißheit hat, daß Bismarck, lebte er freute, der Aende- rnng freudig znstimmen würde, danir müssen alle entgegenstehenden Bedenken schwinden. Heute ist die deutsche Oberlehrerschaft in einem über alle Bundesstaaten verbreiteten Verein organisiert. Lehnt sie, die ja wohl auch für ihren jungen Nachwuchs sprechen darf, das Almosen ab. so kann der tttsprüngliche Zweck der Stiftung gar nicht ansrecht erhalten iverden: er kann es auch so schon kaum, da ja fast die gesamte akademische Jugend unter rA steht. Mit einem Beschlliß in diesem Sinne können scü, die deutschen Oberlehrer der großen Zeit wahrhaft gewachsen Und würdig zeigen. c^. l c Bismarckspende der Kriegs- Ter Wegweiser im Walde von Hennemont lorist auf einen gan^ richtigen Weg der Erkenntnis. %>• S;t cuCrmann, Kriegsberichterstltttcr. Utt'versiiäts-N^chriridten. — Frankfurt a. M., 31. März. Zahnarzt Profeffor Frik S ch a e f f e r • 6 t u cf e r t tritt am 1. April von seiner Stellirna als Leiter der konservierenden Abteilung am zahnärztlichen Institut der Universität Frankfurt zurück. ' -- Frankfurt a M 31. März, Professor Dr, Ernst Rubel, der bekannte Zwilrechtslehrcr in Göttingen, hat einen Ruf an die Universität Frankfurt erhalten. Rabcl wurde in Wien 1874 geboren, studierte in seiner Vaterstadt und wirkte später nachdem er längere Zeit praktisch an Wiener Gerichtshöfen tärig gcnvesen war, als Dozent und Professor in Leipzig, Basel und Del. In Göttingen lehrte er seit 1911 römisches und bürgerliches deutsches Recht. Rabels Arbeiten auf juristischem Gebiete, die sich tu erster Reifr^' auf zivilrechtliche Fragen erstrecken, sind bei seinen Fachgenonen wegen ihrer Klarheit und Tiefe geschätzt. Amtl icher Teil. Bekanntmachung. Auf Grund des § 2 bet Kaiserlichen Verordnungen vom 31. Juli 1914, betteffeiid das Verbot 1. der Ausfuhr und Durchfuhr von Waffen, Munitwn, Pulver usw. und 2. der Ausfuhr und Durchiillhr von Rohstoffen, die bei der Herstellung und dem Betriebe von Gegenständen des Kriegsbedarfs zur Verwendung gelangen, bringe ich nachstehendes zur öffentlichen Kenntnis: ES wird verboten die Ausfuhr und Durchfuhr von: Feinsilber, roh oder gegossen, gehämniert oder gewalzt, in Stangen oder Blech: legiertem Silber, roh oder gegossen, Silbermünzen (Nr. 772 des Zolltarifs); legiertem Silber, gehämmert oder gctvakzt, auch in Form von Blech: logiertem oder unlegiertem Sllber, vergoldet oder auf mechanischem Wege nnt Gold belegt (Nummer 773 des Zolltarifs); Silberdraht, auch legiert, rund, geglättet oder geformt, vergoldet oder mif mechanischem Wege mit Gold belegt , (Nummer 774 des Zolltarifs). Ausgenommen von dem Verbot blribt die Mitnahme von Silbermünzen nach dem Ausland bis zum Betrage von 10 Mk. für eine Person. Berlin, den 15. März 1916. Ter Reichskanzler. In Vertretung: Delbrück. '£ u ök&> Heinr. Hahn, Giessen Samenhandlung fürGartenbauu. Landwirtschaft Neustadt 8 Telephon 403 Empfehle zur bevorstehenden AUSSAAT In bekannter Qualitlt: Erstklassige Gemüsesamen, Blumensamen, Runkelrüben, spez. Eckendorfer Riesen-Walzen, Futtermöhren, gelbe und weisse, seidefreie Kleesaaten, wie schlesischen und Pfälzer Rotklee, Luzerne, provencer, Schwedenklee, Weissklee und Gelbklee, Grassamen - Mischungen zur Anlage von Wiesen und Zierrasen. ««> Illustr.Preisliste aufWunsch franko zu Diensten Photograp h. Apparat© Ausstellung neuester Modelle Damen- Backfisch- Kinder- Hute 2808 iH Hi Hiu f ii ii iiuiii ii i i iiimniiin ii n i ii ii mniiu ii iHu niqn Hat© für jed. Geschmack Hat© zu jedem Preise :: Was die Kunst deutscher Werkstätten und Industrie vermag, zeige ich mit meinen Hüten. Ich bitte -um Ihren werten Besuch. rae oinflammlg u. mehrfinmmig sowie Giiibrfttttfen ln bester Ausführung und ln allen Grössen empfiehlt zu billigen Preisen [1784 Edg. 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Verwenden Sie De. Gentners Oel°Wachs.Lederputz Holzsnbmission. Aus den Obcr-Bcsftngcr Gcnicindcwalbungen soll im Wege schriftlichen Angebots solgendes Holz verkauft werden. dteSamtiten der zum Heeresdienst Vinbernfenen findet statt n. NeichS- und Krei-nnterstiitzuna: An dteleuigen, deren Namen beginnen mit: A— 11 Freitag, den 81. Marz J—E Samstag, den 1. April 8-7. Moumg. den 8. Avril, b. Städtische UulcvfiüInnig iMictzuschnkN A,» McIciuücm, deren Ra wen beginnen mit: A—II Dienvtag, den 4. April J-R Mittwoch, den ß. April 8—7 Donnerstag, den 0. Avril. «. An Vermieter, die Mtctbetrckac abbolen: Freitga. den 7. April. Die ttntersltitznngcn dilrsen nur an den vor- genannten Tagen abgebolt werd en. ___ KU Bckanntmachnttg. Ans ÖJrmib der Anordnung dev Frosch. NNntsterinn,» dev Innern vom 8. März. 1010 an Nr. M. d. I. t II. 8814 Uetf. die Neaeiung dev Verkehrs mii Brotgetreide und Mehl' hier die Otnsübrnng von Pandedbrotmarken bestimme ich für den Bezirk der Stadt (Kietzen Folgendes:' Mit dem 1. Avril NNK tuenden neben den'zurzeit in der Stadt Wic&cii geltenden Brotkarten besondere für den Bezirk dev ganzen Kommunalverbandev i.Kre eSj (Mlchcii gültige 'Brvt karten l^andesbrotmarkenieingebchrt. Diese baben auch in dein ganzen ^rotitzerzogtum Hessen Gilltigkett. Sie berechtigen zum Bezüge von k>0 Gramm. Bronvare. . , Die Vandevbrotm arten können in den Brotkarken- anSgabestelten «'Bezirken! gegen entsprechende Brotkarlett der lanfenden Bvrsorgnng eingetguscht werden. Hierbei entsprechen 20 vandeSbrotmarken einer Brotkarte zu 100 Ö e zu Kochzrvecken benötigten Ntt'bl,„engen. Brot darf in diesigen Wirtschaften und BroiverkansS' tellen an Oeinbetmische nnd Ortsfremde - auch Ange- örtge anderer 2i,»ndeSstaaten — nur gegen Brotmarken Personen Um'Besitze eines BrvikartenabmeidescheinS Pferde Versteigerung. Dienstag, den 4. April 101«, vormittags 1V Uhr, sollen im Großh. Hojmnrstalle dahier 2 ausrangierte und feit sechs Wochen kastrierte LandgeftütSbefchäler versteigert werden. Darmstadt, den 29. März 1916. Großherzogliche LandgestütS-Direktion. von Willich. AMD Nigrin abgea Berivnell Uli mCJHJl fllint erhalten gegen dessen Abiiesernng Brotmarken von der zuständigen 'BroiniarkenanSgabestelle. An Personen ohne Ainneldeschein darf Brot nur gegen der tiefschwarze Glanz hält sich. Stets prompt lieferbar, ebenso Schuhfett Tranoltn und Universal. Tran Ledersett. sLiü4üv Carl Gentner, chem. Fabrik, Göppingen (Württ.) 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Selbstversorger können gegen Mehl bei den Bäckern und Händlern Vande^brolmarten etntanschen. Hierbei emsvrechen700^rgmntMebl etncrBrotkariezn lOOOGramm. Bäcker und Händler sind znm Umtausch vcrpfiichte« und haben für das Kilogramm Noggenmetzl U4 Pfennig »u Holzverfteigernngen der (Gräflichen Oberfvrsterei Laubach. 1 . Montag, den ». April nach Bnsammenkunst 10 Uhr am Cingana zu.» Eichtzers aus > irahe ^aiibach.ch'uupertv. bürg auS: li Glchhera: Buchen Am.: >44 ^chelt, Lö Knilp' vel. MStöcke, N» Astreiser. L) Altengeri^t: Buchen Nm.: ! 5i Stanimvrllgel. lÄGtammreiser, nn Bopfrelser. üi Born- graben Buchen Nn>.:!M Dtg,uim'rüael. 4 Knüppel iabstdg.i, 100 Diaimnreiser. 00 Zopsrctserr 10 ritin. Eiche- u. Kirsch, baumknüppei: L Mm. Wetchholzknttpvel. Kohlretser und Leseholz flächenwetie. Blau unterstrichene Mumniern kommen nicht zum Aufgebot. Das Holz unter 2) und 01 wird 2) men unvi K'"" • HV ,r‘’V. ^ ” r ’ . . unvoraezeigt an der Clchbergwiefe anSneboien 2) Dienstag, den I. Avril im Tteraarien t nach Busams,enk»ust 10'/v UUr am Oslanzgarien nuO: HirtenbachSkovs I» und Hirtenbbch Buchen Mw.: &! TOcrf&«ll ftWn<)Ol»>. «7 1.Ml. t .3J ©dpcll 2581 .'„Stag, den 4. April im Tteraarien bet Vaubach . - 'ihr am Bsl-- ^ rtcubdcb i m _ lgenbolz». 10H,7 Scheu i. ju., m 2. Ki., 00.7 Knüvvel 1. Kl., 54,7 Knüppel 2. Kl., dbO Stölke 44/, Meiserk.^vm-l.- wichen Miw: 0.0 Knüppel. Han^. platz 1er Buchen Mm.: 0 W