Nr. Zweites Blatt M. Zahrgang Erscheint Ätzüch mit AnSmchme des Sonntags. Die „«etzeuer §a«we«dlLtter" werden dem ,AnzeigerE vierrnal wöchentlich beigelegt, das .Freirdlatt flr dev Nreir Sietze«" zweimal wöchenEch. Die „Larid«irtschaftlichrn Seit- frage«" erscheinen monatlich zweimal. Seneral-Anzeiger fir Oberheijen Donnerstag, ZV. März 1916 Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießew Schrütleitung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul- straße?. Geschäftsstelle u.Berlag:e«51, Schrift- leitung: ^«112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Die „wirtschaftliche Konferenz" und der U-Bootttieg. Mit dein Wortgeklingel einer leeren Entschließung ist der politische Kriegsrat des Vierverbandes in Paris zu Ende gegangen wie das Hornberger Schießen. Geschehen ist nichts. Da Rußland ausblieb, England schwankte und Italien versagte, so traute man sich nichts anderes aufzustellen, als den hoblen Begriff der „Einheitlichkeit der Aktion". Alles anoere, alles wirkliche ist auf die neue Konferenz und das neue Komitee über gewälzt. Ausgabe der wirtschaftlichen Konferenz soll es sein, Deutschlands Verproviantierung zu verhindern und die schwere Frachtnot des Vierv-erbandes zu mildern. Das erste ist nichts anderes, als die mühselige WeiterversolHUNg des Aushrmgerungsplanes. Was Dentsch- larck und ferne Burchesgenossen tun konnten, um ihn zu durchkreuzen, ist geschehen. Er wird auch fernerhin mißglücken. Kein Wort mehr braucht darüber verloren zu werden. Was aber die Frachtnot des Vierverbands anbelangt, so dürfte eben diese so eigentlich das Kriegsproblem der nächsten Zukunft werden. Hierin wird jetzt eine Entscheidungsschlacht durch den neuen U-Boots krieg geschlagen. Alles kommt darauf an, daß die Frachtnot täglich größer wird und die Maßnahmen der neuen Pariser Konferenz — sollten sic, wirklich von Bedeutung und Wirkung sein — zu spät kommerr Die Frachtnot ist ja für England in diesem Augenblick nichts anderes mehr als das graue Sorgeugespenst außerordentlicher Lebensmittel not. Führt doch die Lebensmittelteuerung zum Unwillen in der Bevölkerung, zur Steigerung der Löhne, zu den Konflikten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern und zu verminderter Produktion. Ms die Deutschen am 18. Februar 1915 den Unterseeboot-Krieg begannen, glaubte man in England, daß er die erwartete Senkung der damals schon recht hohen Weizenpreise nicht verhindern werde. Denn es war anzunehmen, daß beim Beginn der argentinischen Ernte und der darauf einsetzenden Ausftchr ostrndischen Getreides die englischen Weizenpreise trotz hoher Frachtraten eine Ermäßigung erfahren mußten. Wtten sich seit jener Zeit die Schwierigkeiten der Schiffahrt nicht weiter gesteigert, wäre es „so einfach" gewesen, das in Argentinien und Ostindien vorhandene Getreide billig, sich er und schnell nach England zu schaffen, so wäre ein entsprechender Preisdruck auf dem englischen Markte die Folge gewesen. Statt dessen sind die Nahrungsmittel in England ganz allgemein gestiegen. Die unverfängliche Statistik neutraleckBeobachterfftellt fest, daß die Not und Teuerung bereits weit über das Kriegsmaß, weit auch über die deutschen Verhältnisse hinausgeht. Hinzu kommt die Sorge und das Gefühl, daß man sich eben auf einer Insel befindet, ohne die Möglichkeit, sich aus eigenem zu helfen, wenn die Absperrung zunimmt. Hier ist der springende Punkt! Hier liegt der große Unterschied zwischen der Lage iu Deutschland und England. Albion kämpft bereits hoffnungslos mit uiv geheuven wirtschaftlichen Schwierigkeiten, und wenn man bedenkt, daß dieser Erfolg auf das Konto unserer kriegerischen Aktionen zur See zu setzen ist, die zur Erhöhung der Frachten, zur Steigerung der Versicherungsraten ünd der Löhnung der Matrosen, zur Verbreitung der Unsicherheit zur See, der ,Verlangsamung der Verschiffung, der Schließung großer englischer Häfen, der Ueberfüllung der noch offenen und der Entstellung ganzer Schiffahrtslinien beitrugen: so wird man ein Gefühl des Stolzes nicht unterdrücken können. Das „unerschütterliche England" ist erschüttert. Langsam, nicht mit 'großen Keulenschlägen, aber beständig und sicher schreitet der wirtschaftliche Kampf Deutschlands gegen England, den unsere U-Boote führen, fort; meßbar nicht nur an den sichtbaren Handlungen, sondern auch an den allgemeinen Störungen und Verwicklungen, die das englische Wirtschaftsleben treffen. Die Erkenntnis der Schwierigkeiten, die England schon heute durch den Weltkrieg empsindet, ist aber für uns Gketzenev Stadttheater. Gesamt-Gaftspi el des Oberbayrischen Bauern- Theaters. Direktion: A. Dengg. Die geheimnisvolle Babette. Schwank von Max Neal und Max Ferner. Daß Oberbayrisch und Ober hessisch so unüberbrückbare Gegensätze seien, sollte man dock kaum annehmeu. Llber, hat „Ter wÜe Hund" die Freude am Tialektstück in vollsten: Maße gezeigt, so hatte die „geheimnisvolle Babette" einen so mäßige,: Besuch zu verzeichnen, daß inan sich höchstlich darüber ver,mindern MPß. Gewiß, der Inhalt, der aus den Bornotizcn als bekannt vorauszusetzen ist, bot int seiner dopppelsinnigen Schwank,,mäßigkeil" wenig Verlockendes. Ein Schimarren ist halt eben eii: Schmarren. Aber, was tut das Gerippe, das in diesem Falle ja nur'da ist, mit de,: bunten Flicket, eines eigenartigen Dialektes behängen zu werden. Mag das Stück noch so schlecht sein, der Sprachcharakter und die unverfälschte Eigenart der in ihm heimischen Darsteller hebt es über die Mache hinaus und gibt ihm ein eigen Gesicht. Das ist eine Beobachtung, die man bei den Oberbayrischen Theater- truppen immer wieder machen nruß und die durch die wohlgefälligen Lachtumulte der Zuhörerschaft auch gestern als unumstößlich erwiesen wurde. Wie die Oberbayeru aber auch spielten, das mußte jeden Griesgram iu einen lachenden Hallodri verwandeln. Da gab es Typen, die aus Bildern von Max Buri herausgestiegen sein konnten.. Der Bürgermeister Höglmaier (Fritz Fuchs) war so einer nach seinem Geschau und nach seinem Gehabe ein guter Bekannter von Ludwig Thomcr. Und der Gewürzkrämer Kajetan Salbnwser (Haust Schenk) ein ganz gescheiter, das war auch so einer. Echt bis zur .Karikatur/Dann die blitzsaubere Leni (Lisi Sollin ge v) mit der naturkindliche:: Frische, die Mitzi Straffer (Toni Stäblein), ein rechts G'spusi, wies so daher gemacht ist mit feinem Liebtun und seinem naiv unverfrorenen Geldhunger. Nicht zu vergessen die Frau Bürgermeisterin (Anna Dengg) in der abwechslungsreichen Rolle als ihre Schwester Babette und wieder als bürgermeisterlicke Ehegattin. Das waren alles Gestalten, wie sie kein Salonttroler aus die Beine stellt und an denen man seine Freude Habei: mußte, wie an allem Bodenständigen, Wenns noch so patzig und ungewohnt in der Umwelt drinsteht. Zwischen den: erste:: und zweiten Airfzuge gab, wie üblich, ein Mttglied der Truppe Zither vor träge. Eine vollendete Meisterschaft holte aus dem sonst schneidend schrillen Jnsttumentc einen so weichen, hellsingenden Wohllaut heraus, wie mm: ihn nur ganz selten zu hören bekomnrt. zz. um so wichtiger, als England nach außen hin den Schein zu erweckest sucht, als ob es „unüberwindlich" wäre, wie zur Zeit Napoleons. Und wenn das „Land" England wirklich nicht aufs Haupt getroffen werden sollte, so wird jenes England, das so oft erklärt hat, es kämpfe für seinen Handel, zu einer gegebenen Stunde die Bilanz des von ihm geführten Krieges vorzulegen haben; und es wird dann auch von uns von Bedeutung sein, schon jetzt auf Grund eigener Feststellungen erkannt zu haben, daß diese Bilanz eine Unterbilanz sein muß. Schon hat ein Lloyd George eingesehen, daß Deutschland im Handelskrieg nach Friedensschluß unüberwindlich sein wird. Bald wird er seinen Landsleuten auch für die Kriegsmaßnahmen Englands gegen den neuen deutschen U-Bootskrieg das berühmte „Zu spät" zurufen müssen. Paris, 28. März. (Zf.) Vor ihrem Aus einander gehen nahm die Konferenz der Mliierten einstimmig folgende Entschließungen an: „Die Vertreter der verbündeten Regierungen, iu Paris am 27. und 28. März versammelt, bekräftigen ihre volle Gemeinsamkeit der Gesichtspunkte nnd die Solidarität der Verbündeten. Sie bestätigen alle zur Verwirklichung der Einheit der Attiou und der Einheit der Front getroffenen Maßnahmen. n Sie verstehe:: darunter insgesamt die Einheit der militärischen Aktion, gesichett durch das zwischen den Generalstäben getroffene liebereinkommen, die Einheit der wirtschaftlichen Aktion, derer: Organisation die gegenwärtige Konferenz geregelt hat, und die Einheit der diplomatischen Aktion, die ihren unerschütterlichen Wille:: garanttert, den Kampf bis zum Siege der gemeinsame:: Sache fortzuführen. Die verbündeten Re- gierimgen beschließen, in wirtschaftlicher Beziehung ihre Solidarität der Gesichtspnntte und der Interessen in die Praxis umzu- setzen. Sie beauftragen die wirtschaftliche Konferenz, die demnächst in Paris tagen wird, ihnen Maßnahme zu unterbreiten, um diese Solidarität zu verwirklichen zur Stärkung, Koordinierung nnd Vereinheittichnng dieser wirtschaftlichen Attiou, zwecks Verhinderung der Derprovicrutterung des Feindes. Die Konferenz hat beschlossen, in Paris ein permanentes Komitee ein- znsetzen, in dem alle Alliierten vertreten sein werden." Die Konferenz hat beschlossen, 1. Die Organisation eines Zen- ttalbnreaus für Frachtwesen, die in London begonnen wurde, weiter zu verfolgen; 2. gemeinsam 'und innerhalb kürzester Frist an die Aufsuchung von Mitteln und Wegen heranzutreten, um gleichmäßig auf alle verbündeten Nationen die ans den Seettans- potten herrührenden Lasten zu verteilen und die Frachten Hausse zu verhindern. Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlande! An» Stadt nnd Land. Gießen. 30. März 1916. ** Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau schreibt man: Große Abwechslung bringt der Spielplan der nächsten Zeit. Margen, am Freitag, „Der Gatte des Fräuleins. Außer Herrn Rotttck, dessen Auftreten bereits bekanntgegeben worden ifi, :aitten in diesem .Stücke nt Hauptrollen mit die Herren Eugens, Theiling und Stettner, sowie die Damen Rubens nnd Schild. Gutscheine haben zu dieser Vorstellung Gültigkeit. — Der Sonntag bringt eine Auffüllung eines neue:: Schwankes von Friedmann-Frederich „L o g i e r b e f u ch", der das Zugstück des „Kleinen Theaters" in Berlin geworo-en ist. — Mn Montag, den 3. April, gasttett der Kgl. Sächs. Hofschau- spitter M. Rene mit seiner Gesellschaft in „Frieden rm Krieg", Heiteres ans ernster Zeft in 3 Akten von Mwin nnd Rolf Römer. Auf dieses interessante, hochtttnstlerische Gastspiel werden wir noch Kurnckkommen. "Konzert in: Philosophen wald. Musiklehrer E. Kruse, Kriegsteilnehmer von 1859 und 1866, veranstaltet am Sonntag, 2. April, im Philosophenwald mit etwa 20 Schülern und HilfSmufikern ein Konzert zum Besten des Roten Kreuzes. Siehe Anzeige in vorliegender Nummer. ** Falscher Feueralarm. In letzter Zeit hat sich der grobe Unfug vermehrt, daß von unreifen Bursche:: rnut- Die Mobilisierung der englischen Zrau. Es ist ein merkwürdiger Anblick, zn beobachten, wie England durch den Krieg immer mehr und immer gewaltsamer ans fei::em jahrhundertalten Dünkel anfgerüttelt und zu der Einsicht gezwungen loird, daß es auf uuendlich vielen Gebieten des Lebens und des Wirkens roeit, weit hinter der modernen Zeit und ihren Auforderungen zurückgeblieben ist. Dies Gefühl spricht sich auch in dem Aufrufe aus, dei: die Lady Wolseley kürzlich» an die englische Frauenwelt gerichtet hat, um sie daran zu erinnern, daß auch sie ihre Pflichten gegen das Land zu erfüllen habe. Wieder sieht sie sich genötigt, den Feind als Beispiel anzusühren; sie weist die englischen Frauen daraus hin, daß die deutschen Frauen längst zum Spaten gegriffen haben, um an der Versorgung unseres Volkes mit den nötige:: Lebensmitteln fleißig und erfolgreich mitzuwirken. Sie erinnert die englischen Frauen auch daran, daß unser Land die schlveren Erfahrungen ttnes dreißig- und eines siebe::: ähr: gen Krieges nicht umsonst gemacht hat, daß es weiß., wie man selbst einen lange:: Krieg dnrchl-alten kann, ohne daß die Ernährung des Volkes gefährdet wird, lind so kommt es denn auch hier wieder einmal auf das deutsche Muster und Vorbild heraus. Denn was die englischen Frauen betrifft, so richtet Lady Wolseley nicht ohne Bitterkeit die Frage an sie, ob sie den Ruf begriffe:: und befolgt haben, den die Not des Landes an sie stelle. Der Ausruf verfolgt den Zweck, die Frauen für den Dienst der englischen Landwirtschaft zu mobilisiere::. Diese ist durch die jung sten Einberufungen von viele:: Tausenden von Landarbeitern und Gärtnern (die zahlreichen Diener der großen aristottattschen Häuser können als „unabkömmlich" reklamiert werden!) schwer geschädigt worden, und sie muß sich auch weiterhin noch auf bedeutend« Mensche:, Verluste gefaßt machen. Nach den Eingabe:: der Lady Wolseley werden nicht weniger als 400 000 Frauen für die englische Landwirtschaft gebraucht. Zu diesem Zwecke ist jetzt ein „Nationales Franeulandarbeiterkorps" lDhe Wmnen's National Land Service Corps) gebildet worden, welches die Anwerbung von Frauen für die Zwecke der Landwirtschaft organisieren und durchführe:: will. Es ist für die englischen Verhältnisse ganz kennzeichnend, wie dies geschehen soll. In jeder Grafschaft nämlich soll ein Frauenstab gebildet werden, der von einer Landstadt zur anderen ziehen nnd dort die Frauen anwerben will, und neben gutem Loh:: ist es vor allem — eine weibliche Uniform, durch die die Danven ihre Hilfskräfte zu gewinnen hoffe::. Mm: erkennt daraus, daß mau auf die natürliche BertttwkKtgkeit der englischen Frauenwelt, sich in den Dienst der Landwirtschaft zu stellen, nicht zu stark rechnet, lleberhaupt steht alle:: Bestrebungen zur „Mobilisierung der englischen Frau" die Verwöhnung hinderlich im Wege, in die sich die Engländerin, in dem bequemen und friedlichen Dasein von Jahrhunderten eingelebt hat, und bamm macht Lady Walseley die englischen Frauen nachdrücklich darauf aufmerksam, daß aller Voraussicht nach auch nach dem Kriege eine wesentliche Eiu- willig der Feuermelder in Tätigkeit gesetzt wird. Eine solche Handlungsweise :nuß in dieser' Zeit als geradezu gemeingefährlich gebrandmarkt lverden und die schärfste Stra.se finden. Jeder, der einen solchen Nebeltäter ertappt nnd zur Anzeige bringt, wird sich damit ein Verdienst erwerben. ** War n u n g. In den letzten Monaten ist in verschiedenen Orten Süddeutschlands ein Betrüger aufgetreten, der sich als Reisender des D a u e r w ä s ch e g e s ch ä f t s W c i n ig in Karlsruhe ausgibt, Bestellungen annimmt u:ü> sich von den Auftraggebern gegen Aushändigung einer Kommissionskopie Anzahlungen gewähren läßt, mit denen er verschwindet. Sein schwindelhaftes Gewerbe übt er hauptsächlich in Wirtschaften aus, wo er von Arbeitern und dergt. Leuten Bestellungen entgegennimmt. An den einzelnen Orten hält er sich nur ganz kurze Zeit auf. Vor dem Schwindler sei hiermit eindringlichst gewarnt. Im Falle er hier austreten sollte, ist es ratsam, sofort die Polizei zu benachrichtigen. ** G a r t e n v e r st e i g e r u n g. Bei der am Dienstag morgen abgehaltenen Versteigerung von Gärten wurden für 126—210 qm, die zu 15 Mk. angeboten wurden, 32—36 Mk. erzielt. ** Ihre Silberne Hochzeit feiern heute Heinrich Oswald und Frau, Margarethe, geb. Jahres, Dammstraße. Landkreis Gießen. e. V i l l i n g e n , 29. März. Hier wurden zur 4. Kriegsanleihe 3391 Mk. von den Schülern gezeichnet. Kreis Alsfeld. Np. R n p v e r t e n r o d , 30. März. Zn den zehn Opfer:,, die der Weltkrkeg ans unserer Gemeinde gefordert, ist, ungerechnet drei Vermißte, jetzt das elfte geko,innen. Cs ist der Fahrer Konrad P r e i ß, der bei einer Bespannungsabteilnng für schwere Munition bei Verdun den Heldentod erlitten. — Tein Gefreiten Heinrich Nahrgang bei dein Reservestab der Fnßartillerie wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. X S t o ck h a u s e n bei Mücke, 30. März. Die Gewitter sind in diesein März so häufig wie sonst tut Hochsommer. Dabei sind die elektrischer, Entladungen fast ebenso stark. Das letzte Gewitter brachte uns noch einen orkanartigen Sturm dazu. Diele Dächer wurden ans der Sturn,feite völlig kahlgedcckt. Der Schaden beläuft sich ans mehrere Hundert Mark. Die Gewalt des Sturmes zeigte sich an einem starken Baume, der ans den Wttrzeln gerissen wurde. Kreis Büdingen. O r t e n b e r g , 30. März. Jnstizrat D a v , d s o h i,, der vor kurzen: seinen 80. Geburtstag feiern konnte, beging in seltener geistiger und körperlicher Frische sein 50jähr. D t e n st j u b : l ä u ur Don allen Seiten wurden den, beliebten Jubilar zahlre,che Ehrungen zuteil. Starkenburg und Rhrinhessen. eh. Bingen, 30. März. Cs ist nun gelungen, den Schleppkahn „Gottvertrauen" endlich freizubringen. Dem Kahn wurde ein Dichtungskleid nnlergezogen, worauf inan ,hn nach Aßmannshansen abtreiben ließ. Torr hegt er nun und soll se,ne Reise zutal zur Herstellung auinehinen. Das Bmger Loch-Fahrwasser ist nun für den Schiffahrtsverkehr wieder frei. Bereits gestern sind die Schleppzüge wieder durch das Binger Loch gefahren. Das Hindernis, das wochenlang den Rhernschiffahrtsverkeb- erschwert hat, ist nun endlich beseitigt. Hessen-Nassau. B e b r a, 29. März. Auf der Eisenbahnstrecke Hersfeld— Bebra stürzte gestern zwischen den Stationen Friedlos nnd Mecklar ein ans Süddentschland kommender Reisender aus den: Personen- znge Frankfurt—Eisenach, wurde überfahren nnd getötet. Die Persönlichkeit des Getöteten konnte noch nicht festgestelll werden. Auch als Liebesgabe Im Felde begehrtI (!m Feldpostbrief portofrei.) schränttrng der ganzen Lebensfühnmg unumgänglich, und daß di« .Hilfe der Frau in der Larwwirtschaft auch in Fricdenszeiten voraussichtlich nöttg sein werde. Sie tritt daher für die Schaffung von Einrichtungen ein, die die planmäßige Ausbildung von Frauen für die Zwecke der landwirtschaftlichen Arbeit sich zur Ausgabe machen. • * — Die Uraufführung einer v e r s ch o l l e n e n O p e r. Ans Stra ßbnrg i. E. wird uns geschrieben: Ter Leiter der Straßburger -Oper Dr. Hans Pfitzner hat kurz vor seinem viel bedauerten Ausscheiden ans den: Verband des Stadttheaters den hiesigen Musikfreunden mxfy einen ungewöhnliche:: Genuß bereitet. In seinem anerkennenswerte:: Bestrebe::, den Spielplan durch die Aufnahme älterer deutscher Werke zu bereichern, imir er auf die fast ganz verschollene große rvmanttsckie Oper „Tie Lvre- lev" von Max Bruch verfallen, die nun mit allen darstellerischen und szeinschen Mitteln der Opernbühne hier ihre Erstaufführung erlebte. Das Werk wurde von Bruch nach einem Textbuch von Geibel im Jahre 1863 verfaßt und später auf Anregung des Leipziger Theatcrdirektors Staegemann stark umgearbeitet. Pfttzner wählte für Sttaßburg mit Reckst die allere Form, die dramatisch vielleicht weniger schlagttüftig, musikalisch, dagegen wesentlich reichhaltiger und fn^ Bruch «charakter:stisck>er ist. In engern Anschluß an die Loreley-Sage bittet die Handlung die Schicksale der Rheinschissersdochter Lenvre, die von dem Pfalzgrafen Otto geliebt und dann verstoßen :oird. In Verzweifln in; darüber verschreibt das Mädcknn sein Herz den Geistern des Rl-eins und empfängt daftir eme unwiderstehliche Macht über die Dtänner- lnrzen. Sie erscheint am Hochzeitstag ihres einstigen Geliebten, der eine Gräftn freit, in dem Pfalzgrafenfchloß und cneickst- daß der Pfalzgraf seine junge Gatttn verstößt und alle Ritter ihr huldigen. Selbst der Erzbisckwf von Mainz muß die zuerst verdau,inte Zauberin, bezwungen von ihrer Schönl>elt und Anmut, freisprechen. Lerwre aber flüchtet — nun die Loreley der Sage - auf den einsame,: Felsen am Rhein, und dort findet der Pialz- graf, der ihr in Liebe :md Sehnsucht gefolgt i>l, seinen Tod. Bruch hat diese Vorgänge mit reichen Melodien um findet und namentlich in den Chören — seiner Hauptkraft — und iu einzelne:: Lieden:, Duette:: und Ensembttszenen Bedeutendes geschaffen. 9ttrr der Mangel au strafferer Dramallt und lechen- schastlicher Handlung hinderte es, daß die per am den Bühnen sich bisher ucht behaupten konnte. Die Wiedergabe unter Psttz- ners Leitmrg nrit Fräulein H undhaulen als Loreley. Hern: Bischofs als Pfalzgraf, Fräulein Hermann ab> Gräfm von Staftedt nnd Waas als Erzbi,cho: wurde der Oper vollauf gerecht und sicherte allen Beteiligten den wohlver'dientcu 'Dank. Besonderen Eindruck machten auch die malerischen Rheinland- schäften unb be&'itt Mendglnt flauvnerchen Lortteyfelsen. di« Professor T a n b n e r eigttis für die Sttaßkmrger Erstaufführung geschaffen hatte. & i Bekanntmachung. Auf Grund des § 2 der Satzung für die Regelung des Vieh ankaufs in der Provinz Oberhessen vom 12. Februar 1916, des § 3 der Bundesratsverordnung zur Regelung der Preise für Schlacht schweine und für Schweinefleisch vom 14. Februar 1916 und der Ausführungsanweisung Großherzogl. Ministeriums des Innern vom 25. Februar 1916 wird mit Genehmigung der Großh Provinzial direktion Oberhessen mit Wirkung vom 30. März 1916 für den Verbandsbezirk (Provinz Oberhessen) bestimmt: 8 i. Beim Weiterverkauf der Schweine, welche in der Provinz Oberhessen vom Landwirt oder Master gekauft worden sind, ist zu den geltenden Stallhöchstpreisen höchstens und einmalig folgender Aufschlag zulässig a) beim Weiterverkauf außerhalb eines öffentlichen Schlachtviehmarktes.12% b) beim Weiterverkauf im Marktvcrkehr auf einem öffentlichen Schlachtviehmarkt innerhalb des Verbandsbezirks.16% o) beim Weiterverkauf im Marktverkehr auf einem öffenllichen Schlachtoiehmarkt außerhalb des Verbandsbezirks.16% Falls die Identität des Schweines zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, bleibt für die Berechnung des Aufschlags der Stallhöchst preis derjenigen Gewichtsklasse maßgebend, der das Schwein zur Zeit des Kaufs vom Landwirt oder Mäster angehört hat. Wenn die Identität nicht zweifelsfrei nachgewiesen wird, ist für die Berechnung des Aufschla der Stallhöchstpreis desjenigen Ortes maßgebend, an dem der Weiterverkauf stattstndet. In allen Fällen, also auch bei Einfuhr von'außerhalb Hessens, sind für den Weiterverkauf die für Hessen bestimmten Stallhöchstpreise maßgebend Die Aufschläge schließen sämtliche Spesen, Handelsgewinne und Gewichtsverluste ein. Es darf indessen bei Schweinen, die trotz des Schlachtsverbots nach der Schlachtung trächtig befunden werden, das Gewicht des Tragsacks in Abzug gebracht werden. 8 2. Als Stallhöchstpreise für den Ankauf von Rindvieh im Verbands oezirk werden festgesetzt: 3) vollfleischige Mastochsen (bis 6 Jahre b) Kühe und alte Ochsen, bei einem Gewicht des alt), Bullen, Rinder (noch nicht gekalbt) Preis für den Zentner Tieres in Zentnern: 11 und mehr 10 bis 11 9 bis 10 8 bis 9 7 bis 8 6 bis 7 5 bis 6 4 bis 5 3 bis 4 Preis für den Zentner höchstens Mark: höchstens Mark: 100.— 90.— 95.— 85.— 90.— 80.— 85.— 75.— 80.— 70.— 75.— 65.— 70.— 60.— 65.— 55 — 60.— — Maßgebend ist das Lebendgewicht nüchtern gewogen (12 Stunden futterfrei) oder gefüttert gewogen abzüglich 5%. Bei Kühen, die trotz des Schlachtverbots nach der Schlachtung trächtig befunden werden, darf indessen das Gewicht des Tragsacks in Abzug gebracht werden. 8 3- Beim Weiterverkauf von Rindvieh darf zu dem beim Landwirt oder Mäster gezahlten Preise höchsten- und einmalig folgender Aufschlag genommen werden: a) beim Weiterverkauf außerhalb eines öffentlichen Schlachtviehmarktes.3% b) beim Weiterverkauf auf einem öffentlichen Schlachtviehmarkt östlich von Berlin.6% c) auf dem Schlachthof Berlin und auf öffenllichen Schlachtviehmärkten westlich von Berlin . - . . 7% Außerdem dürfen lediglich die reinen Eisenbahnfrachtkosten berechnet werden; im übrigen schließt der Ausschlag sämtliche Spesen und Handelsgewinne ein. 8 4. Uebertretnngen und Umgehungen werden auf Grund der Bundesratsverordnungen vom 23. Juli 1915 gegen übermäßige Preissteigerungen und vom 23. September 1915 zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel unnachsichtlich strafrechtlich verfolgt und haben überdies die alsbaldige Entziehung der Auswei-karte zur Folge. Gießen, den 29. März 1916. Oberhesfischer Viehhandelsverband. __Der Vorsitzende: Skalweit. I2558O Viele 100 000 schon ins Feld gegangen. Krieg apacktmg, «ehr geeignet zum Beipacken: Entser rn^* 1 ' - Gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung als Stärkungsmittel sehr beliebt bei den Feldtruppen, Man achte auf den Aufdruck „Königl. Ems“ und weise Nachah unsre ungen zurück. Blusen und Kinderkleidchen lM sindsiuget.roll'su und bitten wir um Besichtigung. Modehaus A. Salamon & Cie. Schulstraße 4. 2549a Schulstraße 4 Städtischer Secsischmarkt. Donnerstag, den 30. März 1016, nachmittags 2 Uhr beginnend, in den Marktlanden. [2560 B Verkauf von besten, frischesten Seefischen, Schellfischen, Cabliau und Seelachs zu Selbsltosien der Stadt. fei ifiisMn gesucht. 12671 Xonrocrfc MMern. Si. FchrbMc m. Damv smol k. (tzebr. 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Kohlreiser und Leseholz flächenmeise. Blau unterstrichene Nummern kommen nicht zuin Ausgebot. Tas Holz unter 2) und 3) wird unvorgezeigt an der Eläiberawiese ansgeboien. 2) Dienstag, den 4. April im Tiergarten bei Laubach nach Zusammenkunft 10'/, Uhr am Pflanzgarten aus: Hirtenbachskovf 1» und Hirtcnbbch 2a: Buchen Rm.: 2.5 Werkscheit (Felgenbolzs. 138,7 Scheit 1. Kl., 26 Scheit 2. Kl., 63,7 Knüppel l. Kl., 54,7 Knüppel 2. Kl., 51,6 Stöcke, 44.5 Reiserknüppel: Eichen Rm.: 0,5 Knüppel. Hausplatz Io: Buchen Rm.: 6 Werkscheit tFelgcnbolz) 144,8 Scheit 1. Kl., 29 Scheit 2. Kl., 41,6 Knüppel, 37,8 Stöcke, 165 Reiser. Wildsraubera 2, 3, 4, 6: Buchen Rm: 7 Werkscheit (Helgenholz), 327,1 Scheit 1. Kl.. 38,4 Scheit 2. Kl., 318,8 Knüppel 1. Kl., 0,5 Knüppel 2. Kl., 60 Stöcke, 80 Reiserknüppel, 131 Reiser; Eichen Rm.: 1,3 Scheit, 3,9Knüppel, 1,3 Stöcke,- dichten Rm.: 15,3 Scheit, 6,4Kni>v- vel, 13,8 Stöcke: 1,8Ktrschbaumknüppel. 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