Kr. Z4 Zweites Statt *66. Zahrgang Erichewrt mit Ausnahme des Sonntags, Die J6U%tnct Z«»Äe»rt2tter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das .FttiMatt str de« Kreis Gietzeu" zweimal wöchaMch. Die ^mdwirtschaMiche« Seil- frage«" erscheine« monatlich zweimal. Giehener Anzeiger Seneral-Anzeigtt für Gbecheften Dienstag. 28. März *9*6 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea Universitäts - Buch- und Steindruckereü R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle ».Druckerei: Schul« straße 7. Geschäftsstelle u.Verlag:SE51,Schrift« leitung: «^112. Adreffe für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Die Bedürfnisse der Lander-Unlverfität in der Zweiten ttammer. Die Zweite Kammer hat, wie berichtet wurde, das Kapitel Landesnniversität im Hess. Haushalt ohne Erörterungen nach den Msschußanträgen genehmigt. Wir wollen aus diesem Anlatz auf den gedruckten Ausschußbericht zürückgreisen, in dem es ü. a l>eißt: Zn längeren ausgiebigen Verhandlungen im Ausschuß führte die Nenanforderung für Uebernahme der Betriebskosten der Kinderklinik, welche eine dauernde Mehrbelastung von rund 15 000 Mk. verursacht. In Verbindung hiermit wurden gleichzeitig die in Kap. 63 an geforderten 50 000 Mark für die Großherzogliche Zentrale für Mutter- unb Säug- lingssürsorge in Hessen und die in Kapitel 128 für -Erwerb des Kinderklinik-Gebäudes verlangten 100 000 Mk. besprochen. Die Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge hat seit Bestehen der Kinderklinik sowohl die sämtlichen Betriebskosten als auch die Aufwendungen für die Abhaltung von Lehr- und Unterrichitskursen zur Heranbildung von geeignetein Personal für die Säuglingsfürsorge aus laufenden Mitteln bestritterr. Der Krieg hat nun die Einnahmequelle der Zentrale so geschwächt, datz sie sich außerstand sieht, noch weiterhin diese Kosten zu tragen. Die Kinderklinik bildet aber ein notwendiges nicht mehr schon Tritt Rücksicht auf die konkurrierende Universität in Frankfurt zu entbehrendes Lehrmittel für die Studierenden. Der Leiter derselben ist als außerordentlicher Professor angestellt. Eine Schließung des Institutes ist deshalb ausgeschlossen. Der Ausschuß entschloß sich deshalb, ohne seine grundsätzliche Stellung, im 1916er Voranschläge neue Einrichtungen nicht zu bewilligen, auHugeben, in dieser Zwangslage zur Genehmigung dieser Forderung, lehnt aber den Erwerb des .Klinik-Gebäudes einschließlich der inneren Einrichtungen zunächst ab. Man hofft überdies, daß es der Regierung möglich sein wird, die Stadt Gießen zu einem Beitrage, wie er zu den übrigen Kliniken seither geleistet wurde, zu bewegen. Aehnlich liegen die Verhältnisse bezüglich des von dem Abgeordneten Breidenbach und Genossen gestellten Antrages betreffs Ausbau des landwirtschaftlichen Instituts, dem sich die Stadt Gießen angeschlossen hat. Die Universität hatte jber Regierung auf deren Aufforderung folgende Angaben, aemiotcht: Der Gefmritfenat erachtet folgende Vermehrung der LehrkrMe für notwendig: Schaffung eines neuen Ordinariats, eines Extra-Ordinariats, eines Lehrauftrags und zweier Assisten- lenstetten für landwirtsckaftliche Fächer und eines Lehrauftrages für minewlogischl-geologischen Unterricht. Tie Landesuniversität hält es für selhswerständli-ch, daß die Befriedigung ihrer sonstigen Bedürfnisse setzt oder künftig in keiner Werse m Abhängigkeit von vt^r auch nur in Zusammenhang mit den Forderungen für den Ausbau des landwirtschaftlichen Instituts gebracht werden." Nach diesen Vorschlägen würden 18 350 Mk. Kosten entstehen. Ans Anlaß des zweiten Aitttags Grünewald wurde sodann die Landesnniversftät zum weiteren Bericht nach der Richtung aus- aefordert, welche Kosten an persönlichen und sachlichen Ausgaben dann entstehen würden, wenn man das landwirtschaftliche Institut ohne gleichzeitige Verlegung der Versuchsstation von Darmstadt nach Wetzen aus bauen wollte. Diese Frage wurde von der Universität dahin beantwortet, datz alsdann weiter erforderlich würden: „Ein neues Extra-Ostdinariat für Agrikultmchemie 3550 Mk. oder, wenn man an Stelle des Anfangsgehalts den Durch- schntttsgehalt setzt 5 000 Mk. zwei Affistenten für Agrkkultrirchemie 2 800 „ Laboratorrumsbedürfnisse 5 000 „ für agrikulturchemische Feldversuche 4 000 „ 16800 Mk." Es würde sich hiernach, worin die Versuchsstation nicht verlegt wird, rm Beharrungszustand nach Ansicht der Landesnniversität ein Gesamtmehranfwand von 18 350 und 16 800 Mk. -- 35 150 Mark ergeben. Außerdem glaubt die Landesuuiversität, daß, wenn nicht in der Zwischenzeit ein anderes Universitätsgebäudc frei wird, noch für den Neubau eines agrikultnr chemischen Laboratoriums mindestens 100 000 Mk. erforderlich würden. Wie sich ans Vorstehendem ergibt, spielt bei der Erörterung über die Frage der Ausgestaltung des landwirtschaftlichen Instituts Deutsche „Kauft"-Aufführung in Srüffel. Aus Brussel wird uns geschrieben: Ich weiß nicht, ob der „Faust", deutsch und von Goethe — int Unterschied zur Oper, die eben jetzt von belgischen Künstlern gespielt wird — sich schon in kriegsloser Zeit in Brüssel hat blicken lassen. Tie Aufführung im deutschen Parktheater, zu der man unter fernem Kanonew-, klang aus -der Helle eines vorwitzigen Frühlings-Sonntagsnach- mittags trat, verdient als Zeiterscheinung und um ihrer Begleit- momentc willen auch in der Heimat bemerkt zu werden. Boran- gegangen waren vier Vorträge von Professor Köster über Entstehung und Bedeutung des „Faust". Der Leipziger Gelehrte besitzt iit hohem Matze die Gäbe des Wortes und darüber hinaus die Fähigkeit, die Resultate wissenschaftlicher Forschung in populärer Form an ein also kriegsmäßig gemischtes Publikum zu bringen. Immer dichtere Scharen von Kollegbesuchern füllten von einem Abend zum andern den Saal; an derselben Stätte, an der in uns märchenhaft weit zurück dnnkender Zeit der belgische Senat getagt hatte, saßen Offiziere, Beamte, ortsansässige Deutsche, Krankenschwestern und in erlnblicher Zahl einfache Soldaten buchstäblich zu Füßen eines deutsclp-n Professors, und alle verband die andächtige Beschäftigung mit dem vertrauten Werke. Gedanken an Schulbesuch, Heimat, Friedenszeit, Faustaufführungen tauchten auf und schlossen sich mit den frischen Eindrücken des Augenblicks zu einem wundersamen Reigen. An Altbekanntes reihte sich in den sechs Stunden manche interessante neue, hier und da Widerspruch weckende Deutung, und dazwischen blickte immer wieder der das Ganze krönende Endzweck, die Bühnenaufführung durch. Tie Ausführung des stark gestrichenen ersten Teiles selbst gestaltete sich zu einer vom heimischen Ensemble mit Ehren bestandenem künstlerischen Belastungsprobe. Man denke: eine lleine Bühne, ein cm m oderner technischer Apparat, dazu Darsteller, die, auf den heiteren Konversationston eingestimmt, in dieser ersten Spielzeit fast ausschließlich L'Arronge, Schöntl-an, Blumenthal in ihren gesammelten Werken zu Ehren gebracht hatten. Aber das Unzulängliche wurde Ereignis. Die Schauspieler waren mit ihren höheren Zwecken gewachsen. Die Einfachheit der Verhältnisse zwang dazu, aus bet Not eine Tugend zu machen. So entwuchsen der Bühne unter der regielicken Leftnng des Herrn G. A. Koch (einem ivenig glücklichen Faust) und der Mitwirkung des .Hamburger Malers I. Schröter reizend intime, stimmungsvolle Bilder wie Gret- chen am Spinnrad, Marthes Garten, die Valentinszene, und auch in der schwer darznstellendcn übersinnlichen Welt schien man. sich des rechten Weges wohl bewußt zu sein. Gerda M a r tz gab mit nicht ganz zureichenden Mitteln, aber äußerster Hingabe das Grellheit, Walter Wern er in den Umrissen einen wackeren Mephisto: Marthe Schwerdtlein war Marg. Al brecht (früher Berlin), und in drei Nebenvollen bewährte wieder Rose Licht enstein ihr starkes Charakter csierirngstalent. Die Brüsseler Erstaufführung des „Faust" war zugleich ein gesellschaftlicher Wohltätigkeitsakt. Darum ging dem Prolog im HimmÄ ein Prolog auf Erden voran, der. die Frage der Verlegung der landwirtschaftlichen Versuchsstation von Tarmstadt nach Gießen eine wesentliche Rolle. Dies gab Anlaß, sowohl den Vorstand der landwirtschaftlichen Versuchsstation wie auch die Landwirtschaftskammer zu dieser Frage zu hören. Ter Vorstand der Versuchsstation erkennt in seiner vorläufigen Aeußc- rung an, daß, um die bisherigen Erfolge des landwirtschaftlichen Instituts zu festigen und zu sichern, die Lehrtättgkeit eines. Agrikulturchemikers von Ruf und die Errichtung eines von ihm geleiteten agrikulturchemischen Instituts notwendig sei. Würde die Versuchsstation verlegt, dann könnte der Lehrstuhl für Agrikulturchemie durch den Vorstand der Versuchsstation besetzt werden und Laboratorium und Versuche der Station würden für die Studierenden wertvolle Darbietungen sein. Andererseits glaubt der Vorstand auch eilte Reihe von Bedenken zur Verlegung äußern zu müssen. Tie Landwirtschaftskammer gab ihr Gutachten dahin ab, daß die Verlegung der Versuchsstation abzulehnen sei. Sie halte es für richtiger, die Versuchsstation der Landwirtschaftskammer anzugliedern, während bei der Verlegung der Station die Landwirtschaftskammer leicht aenötiglt werden könnte, sich eigene Versuchseinrichtungelt zu schaffen. Das agrikulturchemische Laboratorium des Privatdozenten Professor Dr. Kleberger hat sich besonders bei den durch den Käieg entstandenen praktisch lvissenschaftlichek^Aufgaben durchaus bewährt und verdient weiter unterstützt zu werden. Für das Jahr 1915 hatte ihm die Regierung bereits mittel in kleinerem Bettag zur Verfügung gestellt. Zur Frage des Ausbaus des landwirtschaftlichen Instituts wird in der Darstellung der Großh. Regierung noch das Folgende hervorgehoben: „Das landwirtschaftliche Institut besteht unter diesem Namen noch kaum 15 Jahre. Es hat sich unter seinem vorigen Leiter Professor Tr. Albert (vom 1. Oktober 1901 bis 1. Oktober 1903) und seinem jetzigen Direktor Professor Dr. Gisevius aus einer ursprünglich lediglich als Hilfsinstitut für Forstleute, Kame- ralisten und Veterinärmediziner gedachten Professur für die Landwirtschaft allmählich zu einer selhständigen wissenschaftlichen Ait- stalt der Landesuniversität mit einer Reihe eigener technischer Eirt- richttrngen und mit einem eigenen Studentenmaterial entwickelt. Ten eigentlichen Anstoß zu dieser Entwickelung gaben mehrere von dem Abgeordneten Köhler-Langsdorf in den Jahren 1903 bis 1905 in dem Landtag gestellte, von Regierung und Landständen gebilligte Anttäge, welche dahin zielten, die bisherigen Einrich- tungen so unt zu gestalten, daß hierdurch die theoretische Ausbildung von Landwirtscbastslehrern und von praktischen Landwirten an der Landesumversität möglich werde. Diese Umgestaltung entsprach augenscheinlich einent bestehenden Bedürfnis. Die Zahl der in Gießen studierenden Landwirte stieg von 4 im Wintersemester 1903/1904 auf 69 im Wintersemester 1911/1912 und aus 108 im letzten Friedens-Semester Sommer 1914. Auch jetzt im Krieg sind 15 Studierende und 1 Hospitant a\u wesend, sormell immatrikuliert sind 113. Außer von den eigentlich n Landwirten wird das Institut nach wie vor auch noch von Forstleuten, Beterrnännediziuern und anderen Studierenden besucht. Bon Interesse ist, daß die Studierenden der Lartdwirtschast zum größten Teil aus Hessen stammen und sich zum tveftaus größten Teil aus Abiturienten rekrutieren. Darüber kann kein Zweifel bestehen, daß die heutigen Einrichtungen des Instituts den schon nach den gegenwärtigen Verhältnissen zu stellenden Anforderungen nicht Mehr genügen ! intb daß der heutige Anstand nicht aus die Tauer sottgesetzt werden kann. Eine solche Häufung der verschiedenartigsten Vorlesungen aus einen Dozenten, wie sie gegenwärtig notgedrungen stattsindct, widerspricht sowohl dem Interesse des Dozenten wie auch dem der Studierenden auf das Schärfste. Es muß aus die eine oder aridere Weise Abhilfe geschaffen werden. Es bestehen zwei Wege, entweder den landwirtschaftlichen Unterricht aus den früheren Zustand einer Hilfsieinrichtung für andere Disziplinen zurückzuschranben oder das Institut durch Beschaffttng weiterer Lehrkräfte auszubauen. Den ersteren Weg zu beschreiten, kann sich die Grvßb. Regierung nicht entschließen. Gegen ihn spricht das Interesse der Landesnniversität, die durch das Eingehen eines blühenden Lehrgebiets eine entpfindliche Einbuße an 2ln- sehen und an Studierenden erleiden würde und die bet der voraussichtlich immer schärfer werdenden Konkurrenz der neuen Nachbaruniversität in Frankfurt a. M. daraus angewiesen ist, Spezialfächer zu pflegen, die in Frankfurt keine Heimstätte haben. Gegen ihn spricht auch das Interesse der hessischen Landwirtschaft, die der wissenschaftlichen Mitarbeit des landlvirtschaftlichen Iu- stitrtts und der beguetnen Möglichkeit der Hebung des beruflichen. seines Schöpfers, des Bremer Dichters R u d o l k Alexander Schroeder nicht unwürdig, unfrei gesprochen und im Programm vorzeitig veröffentlicht um ein gut Teil seiner Wirkung kam. * — Amundsen bricht 1917 zum Nordpol auf! Wie aus Christiania berichtet wird, hat Roald Amundsen, der soeben von einer lleinen Auslandsreise zurückgekehrt ist, der Presse die Mitteilung gemacht, daß er sich nunmehr entschlossen habe, die Vorbereitungen zu seiner Fahrt nach dem Nordpole, die bei Kriegsausbruch hatten eingestellt werden müssen, loieder anfzunehmen. Kürz vor dem Beginn des Kvieges batte der norwegische Staat einen Zuschuß von 200000 Kronen zu der von Amundsen geplanten Untcrnehutnug bewilligt; allein die überaus schlvierigeu wirtschaftlichen Verhältnisse, die der Krieg in Norwegen zunächst zur Folge hatte, veranlaßten Anmndsen, auf diesen Geldbetrag zu verzichtet und im iveiteren die Vorbereitungen zu der Expedition überhaupt einzustellen. Inzwischen haben sich die Verhältnisse geändert und die Wirtschaftslage Norwegens ist nicht mehr derattig, daß die Unternehmung durch sie unmöglich gemacht oder erschwert wird. Antundsen beabsichtigt daher jetzt, von dem ihm bewilligten Zuschüsse Gebrauch zu inactxn. Sein Plan ist im übrigeit in allen Hauptzügen der alte geblieben. Er will seine Fahrt ins arktische Eis von Barrow Point nördlich von Alaska aus antretm und das Schiff vont Eise treiben lassen. Das historische Schiff „Fram", das einst Nansen ans seiner Nordpolarsährt benutzt und das dann Amundsen zum Südpol geftihrt hat, lvird bei der neuen Expedition nicht, wie ursprünglich geplant war, zur Verwendung kontmen Amundsen erllärt vielmehr, daß er ein neues Schiff, etwas kleiner als die „Fram", haben nrüssc; am liebsten eine Galeasse oder ein ähnlick^es lleines Fahrzeug von etwa 100 Tonnen, das mit eitlem Motor versehen ist. Kann er kein passendes Schiff ftnden, so hofft er, daß bis zum Zeitpunkte des geplanten Alifbruches sich ein neues Expeditionsschiff tvird batten lassen. Der Aufbruch der Expedition ist vorläuftg auf den Sommer 1917 festgesetzt. Den ursprünglichen Plan der Mitnahme einer Flugnmscbine lwt Amundsen aufgeben müssen, well für eine solche an Bord sich nicht genügettd Platz findet. Bekanntlich haben sich Amundsen mtd ntehrere der Teilnehmer an der Unternehmung als Flieger ausbilden lassen. — Racine als Kriegsberichter statter. Auch den genaueren Kennern der ftanzösischelt Literatur ist Racine als Kviegsberrckiterstatter so ziemlich ein Novum. Und doch war Racine längere Zeit bmbtaafy tatsächlich Kt ftgsberiMerstatter bei der Armee Ludwigs XIV. Um sich der bestell GesMchtsschreibung über seine- Kriege zu versichcrir, ernannte Ludwig XIV. Racine und Boileau offiziell zu seinen Historiographen. So begleiteten denn die beiden Dichter ihren König als Berichterstatter ins Feld. Und ihre Erlebnisse, die Prosper Sardvu rm „Merctrve de France" wieder- gibt, wareit reich an Abenteuern. Die Irrfahrt Boileaus war allerdings verhältnismäßig kitrz. Der Feldzug 1677 »var schnell verlau- Bildungsstandes der Landwirte verlustig gehen würde. Wird das Institut aus seinen ursprünglichen Zustand zurückgeschrattbt, so wird sich in der Zukunft kaum mehr eilt Dozent finden, der den Mut hätte; das wieder auszubauen, was der derzeitige Leiter in langen.Jahren mit Energie und zäher Ausdauer geschaffen hat. Der Antrag Breidenbach! gibt den Ständen Gelegenheit, grundsätzlich Stellung zu der Frage des Ausbaues des landwirtschaftlichen Instituts der Landesuniversität Gießen zu nehmen. Es ist dabei kaum nötig, die Frage jetzt schon zu entscheiden, ob die landwirtschaftliche Versuchsstation verlegt lverden soll oder nicht, diese Frage kann in Ruhe weiter gellärt werdetl. Es darf noch angesügt werden, daß der Ausbau des landwittschaftlichen Jü- stituts nicht auf einmal durchgefühtt werden muß, sondern schrittweise erfolgen kann." Ter Ausschuß teilt den Standpunkt der Großherzoglichen Regierintg, lehnt jedoch! aus grunosätzlichen Bedenken eine Einstellung von neuen Mitteln in diesem J'ahre ab und gibt der Regierung anheim, aus dem ihr zur Verfügung stehenden Fonds wie schon im Jahre 1915 die notwettdigcn Bedürfnisse zu bestreiten. Er ersucht aber die Regierung, im ersten Friedensvoran- schlage für sachliche tcnb persönliche Ausgaben zur Erhaltmrg und den weiteren Ausbau des agrikultur-chemischen Laboratoriums 7500 Mk. einzustellen. Märkte. Gießen, 28. März. Marktbericht. Ans dem heutigeit Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1,90-0,00, Hühnereier das Stück 17-00 Psg., Käse das Stück 8—10 Pfg., Käsematte 1 Stück 3-0 Pfg., Kartoffeln der Zentner 0,00- bis 0,00 Mark, Milch das Liter 28 Psg., Svinat 25—30 Psg. Vas Pfd., Gelberüben 00—00 Pfennig das Pfd., Rosenkohl 25—30 Pfg. d. Pfd., rote Rüben 0—0 Pfg., Zwiebeln das Pfund 30—35 Pfg., Nüsse 100 Stück 00 -00 Pfg., Blumenkohl 00- 00 Pfennig, Sellerie 0-00 Pferntig das Stück, OZrnnkobl 20-25 Pfg., Feldsalat 10-12 Pfg. — Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. F. C. Frankfurt a. M., 27. März. Schlachtviehmarkt vom 27. März. 4luftrieb: Rmder 165, Ochsen 00, Bullen 10, Färsen und Kühe 155. Kälber 65, Schafe 5, keine Schweine. Atarktverlaus: Tie ans dem Inlandinarkte stehenden 67 Rinder ivareii zu den festgesetzten Höchstpreisen schitell abgesetzt. Kälber bei lebhaftein Handel geräuint. Preis für 160 Pfd. Lebend* Schlachtgewicht. Kälber. Mk. Mk. Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . 130—135 217—225 Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 125—130 212—220 fc. Frankfurt a. M., 27. März. Frucht- und Futter- m i 1 1 e l m a x f t. Die Situation auf dem Futtcrmittelmarkt ist gegen die Vorwoche unverändert. Bei beinahe vollständig ntangelndem Aligebot ist die Nachfrage sehr gut. Bezahlte Preise lassen sich nicht festftellen. ke. Frankfurt a. M.. 27. März. K a r t o s s e l m a r k t. Kartoffeln im Großhandel in loser Ladung ab Versandstation 6,10 Mt. per 100 Kilo. Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen. März 1916 u | i-i a ft w b) II S'ft 11 s t eo » ? ■3 — ii u SO i ? t =- «1 ~ H COjj ZZ I Wetter 27. ( 2 « | 9,0 4.5 53 _ _ 6 Sonnenschein 27. 1 9 ,6 | — 7 2 5,4 71 — 10 Bed. Himmel 28. 7” 7,6 6,2 79 20 Regen Höchste Temperatur am 26. bis 27. März 1916: -s- 10,1' 0. Niedrigste „ 26. . 27. , 1916: -ft 2,2'0. Niederschlag 0,2 mm. sen, daß die beidett Dichter rwch in ihren Reisevorbereitungen vom Friedensschlüsse überrascht wurden. Als Ludwig ihnett seine Der- wuttderuitg darüber ausspracl), sie garnicht im Felde gesehen zu haben, cntgegnete Racine lMelnd, daß der König mit seiner Artnee schnellere Arbeit geleistet habt, als der Schneider mit den Reiseanzügen. Ludwig, der ftir Schmeicheleien nicht unempfindlich war, ließ diese Entschuldigung gelten; im nächsten Jahre aber kmlf alles nichts, Racine und Bollcau mußten mit. Als Boilcun aber die Anstrengungen uno gefahrvollen Abenteuer dieses Feldzuges am eigenen S<;ibe verspüren mußte, zog er sich von seinem Posten zurück, indem er erllärte, oaß dieses erste Kriegserlebuis auch sein letztes sei. Racine jedoch bewies mehr Ausdauer: er machte den ganzen Krieg der Augsburger Liga mit. Meist begleitete er den König in seiner Fcldberrnkalesche, oft aber war er gezwungen, mitzurciteu. Er war übrigens ein sehr guter Reiter und hielt sich als Dreiundfünszigiähriger ttocki 9 Stunden trachcinander im Sattel. In seinen Berichten legte Racine jedoch nicht ..wmde die größte Begeisteeung an den Tag. 2lllmählich wurde ihn: der hcntfige Ortswechsel sauer, und er sehnte sich nach seinem begnemen Heim. So schrieb er nach einer Kriegsparade: „Ich hätte lieber ge- wünscht, daß alle diese Soldaten sich in ihren Hütten bei Frau und Kind befänden, mtb daß ich selbst gemütlich daheim säße. ' Ltuch in Verdun hielt der große Tragöde sich als Kriegsberichterstatter auf. Daß mau schon damals den Stellungskampf, metm auch nicht in der heutigen vollendeten Weise, kannte, geht aus denr folgenden Bericht Raeines liervor: „Da der Feind sich hartnäckig darauf versteifte, sich in natürlichen Deckungen anfzuhalten, mußten Gräben angelegt lverden. Diese Gräbcm zogen sich manchmal zlvischen Hügel und Flüssen in großer Ausdehitung dahin und »varett so verwirrt und zahlreich, gekrümnft und gekreuzt unc die Straßen von Paris." — ©tu c M a x -Reger ll r a u f s ü h r n n g i n W eim» r. Aus Weimar wird uns geschrieben: Ter letzte öffentliche Orgel- Vortrag, den Stadttwganist Hermann Keller kurz vor seinem Weggang dem Abschiedskonzerte folgen ließ, brachste die Urauffübrmig eines n e u e n O r g e 1 w e r k e s von M a x Reger, „P a s s i o n" betitelt, das zugleich mit zwei großen Orgelwerken von Bach und dem Mntchener .Komponisten Fr.^Klose, sowie mit Liedern von Beetl-oven und einer Arie aus „Samson" von Händel, ge- swtgen von der Altistin Frau Hildegard von Eickiel, in der Stadt - kirche zum Vorttag gelmrgte. Zwei Tage vorher brachte in der „Erholung" Anatol von Roes sei mit seinem Stteichquartett von der DveSdener Hofkat>elle u. a. d«ts Stteichquartett in H Dur von B-otho Siegwart nn Felde der Ehre gebliebenen Koutponisten der Musik zum 24. (Kesang von Homers „Ilias" und der erst vor wenigen 0.Vmt-aten mit so großem Erfolg an: Stuttgarter Hoftheater aufgeführten Oper „Die LuHer des Euripides'. Dr. A. St. T odes-Anzeige. Am Sonntag, den 26. März 1916 verschied nach kurzem Krankenlager mein lieber Mann, unser guter Vater, Grossvater und Schwiegervater Lusfwlg Harfmefz II. hn 72. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ij. Hartmetz II. VVwe. Daubringen, den 28. März 1916. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. März, nachmittags 3 Uhr, statt. 2506 Am 25. d. M., entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Mann, der treusorgende Vater Justus Becker im vollendeten 47. Lebensjahre. In tiefer Trauer: grau Elisabeth Leiter ®m. unh Sohn. Gietzen (Krvfdorser Stratze 9), den 28. März 1916. Die Beerdigung findet statt Mittwoch, den 20. März, nachmittags S'/e Uhr. 247 ; Vei , süiie r '& als Filiale für bess. Form arbeit gesucht. Ebenso findet Meister m. einem Stamm Arbeiter dauernd Beschäftigung. Angeb. an Cigarrenfabriken Josa! BSbcier, Oorlsmnd. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere gute, sorgsame Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Katharine Schön, geh. Forbach nach qualvollem Leiden, im Alter von 66 Jahren zu sich zu nehmen. In tiefer Trauer: Balthasar Schön Heinrich Schön, z. Zt. im Felde Elisabeth© Schön, geb. Erdmann und 3 Enkel. Lollar, den 28. März 1916. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. März IV« Uhr statt. [08623 BankftU'Haudelundlndiistrie 63. ordentliche Generalversammlung. Wir beehren uns hiermit, unsere Aktionäre nach §§ 24 bis 27 der Satzuugen zu der Mittwoch, den 19. April d.Js., vormittagsII Uhr», in unserem Geschäftslokale in Darmstadt stattfindenden drein ndsechzigsten ordentlichen Gencralversainmlnng einzuladen. In dieser werden die in § 30 der Satzungen unter Nummer 1 bis 3 genannten Gegenstände der Tagesordnung der regelmäßigen Generalversammlungen sowie nachstehender Gegenstand verhandelt werden: Punkt 4 der Tagesordnung: Abänderung des §23 der Satzungen (Zuweisung einer besonderen Vergütung an die Mitglieder der gemäß § 21 Absatz 1 der Satzungen gebil- deten Ausschüsse des Aufsichtsrats). Die Hinterlegung der Aktien bezw. des ordnungsmäßigen Hinterlegungsscheines eines deutschen Notars, der Reichsbank oder der Bank des Berliner Kassen-Vereins in Gemäßheit des §24 der Satzungen hat spätestens am 15. April a. c«, während der üblichen Geschäftsstunden zu erfolgen, und zwar entweder bei den Niederlassungen unseres Instituts in Berlin, Darmstadt, Bamberg, Beuthen 0.-8., Biebrich a. Rh., Breslau, Cottbus, Düsseldorf, Forst i. L., Frankfurt a.M. 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Etwaige Widersprüche dagegen, daß ein Betrieb in das Kataster ausgenommen oder nicht ausgenommen, sowie dagegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegungsfrist bei dem Vorstand der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt zu. erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung mehr finden. Mainzlar, den 28. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Mainzlar. Vogel. 2495 Baubote zum 1.4.1916 gegen Monatsentschädigung von 90 Mk. gesucht. Gewandte ortskundige Militär-Anwärter erhalten den Vorzug. Bewerbungsgesuche zu richten an Mlltt.-Neubauamt Gietzen (24510) Tiichtiqer Arbeiter fof. ges. 123581 Liebigstr. «1. Krastiger Hsustürrsihe gesucht. ^Vilh. Mayer, Kaiser-Allee 27. 2458 Ein jüngerer hsusbmsllie ges. von Emil Fifcbbach. ,««4 086091 Hausbursche gesucht. Bäcker Klingelböffer. 2496) Junger Mann als !L^llDH8n§g m. Einjährigen-Berechtigung ges. GoldenbergLMarcus. Zum 1. 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Die Auszahlung der Familieuuuterftützungen an die Familien der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: a. Reichs- und Kreisunterftützung: An diejenigen, deren Namen beginnen mit: A—H Freitag, den 31. März J —R Samstag, den 1. Aprrl 8—Z Montag, den 3 April, b. Städtische Unterstützung (Mietzuichufi): An diejenigen, deren Namen beginnen mit: A—H Dienstag, den 4. April J—R Mittwoch, den 5. Avril S—Z Donnerstag, den 6. April, c. An Vermieter, die Mietbeträge abbolen: Freitaa, den 7. April. Die Unterstützungen dürfen nur an den vor- genannten Tagen abgebolt werden. _ 2490 8 Ans der Heichelheim'scken Stiftung ist am 19. Juni l. Js. eine Gabe von 525 Mark an eine in Gießen wohnhafte, würdlge, bedürftige, israelitische,Familie oder Person zu vergeben. Meldungen werden Asterweg 9 im Erdge^on entgegengenommen bis 15. Avril 1916. _ 2489B HolMrsteigerunq der Stadt (Ziesten. Montag, den 3. April 181«, vormittags 9 1 /* Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen in dem Distrikt Fernewald versteigert: 27,2 Rm. Buchenscheit 3 „ Birkenscheit 30.4 „ Kiefernscheit 70,9 „ Buchenknüppel 6,4 „ Birkenknüppel 22.6 „ Ktefernknüppel 2800 Wellen Buchenreisig 790 „ Eichenreisig 1040 „ Ktefernreisig 1240 „ Fichtenreisig 5 Rm. Buchenstockholz 17.4 „ Eichenstockbolz 30 „ Kiefernstockbolz 44.6 „ Fichtenstockholz. Die Zusammenkunft ist auf der Hauptschneise am Oppenröderweg. 24888