Nr. 70 Erscheint tügllch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gletzener SamHienblätter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Ureisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftliche« Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimsl. 166. Jahrgang Donnerstag, 2H, Marz 1916 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhefsrn Rotationsdruck und Verlag der Brühlffchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschäftsstelle «.Druckerei: Schul- straße?. Geschäftsstelle mVerlag: e«51, Schrift- leitung: S^112. Adreffe für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Mb. Deutscher Reichstag. 3 5. Sitzung. Mittwoch, den 22. März 1916. Das HmrS und die Tribünen sind stark besetzt. Am Tische des BundeSratS: Schatzsekretär H e l f f e r i ch, Dr. Delbrück, Capelle, LiSco, Kraetle, Wahnschaffe. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung kurz vor 2 Uhr mit der Mitteilung vom Ableben deö früheren Abgeordneten Kühn (Soz.), zu dessen Andenken das Haus sich von den Plätzen erhebt. Der Präsident teilt weiter mit, daß in den Beirat für Volksernährung für den Abgeordneten Fischbeck (Fr. Vpt.) der Aög. Dove (F. Vpl.) eingetreten ist. Das Haue tritt darauf m die-Tagesordnung ein. Erste Lesrmg des Stofs unö der Äslsgsffeascoodagen. Die H Boot-Anträge. Präsident Dr. Kaempf: Bevor ich das Wort gebe, habe ich mitzuteilen, daß infolge einer Verständigung zwischen den Vertrauensmännern der Fraktionen die II-Boot-Frage in der ersten Lesung des Etats bis auf weiteres — bis nicht ein anderer Beschluß des Seniorenkonvents gefaßt ist — aus der Diskussion avsscherdet. Die Beratung wird eingehend erfolgen in den Sitzungen der Budget- ko mm i s s i on, die in den ersten Tagen der nächsten Woche zu- sammentritt und gerade diese Frage in Beratung nehmen wird. (Beifall und Hört, hört!) Abg. Dr. Liebknecht (Wild) zur Geschäftsordnung (Mit Heiterkeit und Unruhe empfangen): Ich halte es für meine Pflicht, diesem Beschluß meinerseits zu widersprechen. (Heiterkeit und Unruhe.) Es handelt sich um eine Frage, die das öffentliche Interesse lebhaft erregt. Hinter den Kulissen wird mit aller Macht gearbeitet. (Lebhafte Unruhe und Rufe: Zur Sache.) Man will Das deutsche Volk vor eine vollendete Tatsache stellen. (Unruhe und Zurufe.) Tirpih redivivus — (Stürmische Zurufe und lebhafte allgemeine Unruhe.) Das Volk hat ein Recht darauf, über diese Dinge etwas zu hören, und zwar sofort am heutigen Tage. (Allgemeine lebhafte Unruhe, in der die weiteren Worte des Redners, der in den Saal hi neidsch reit, oerloren gehen.) Präsident Dr. Kaempf: Ich muß Sie doch bitten, sich in parlamentarischen Formen zu bewegen. Abg. Liebknecht: Schon i m preußischen Abgeordneten Hause . . . (lebhafte Unruhe und Zurufe: Wir sind im Reichstag!) Ich erhebe Widerspruch gegen diese volksschädliche Art. (Lachen und Zurufe.) Präsident Dr. Kaempf: Ich erteile jetzt das Wort dem Abgeordneten Keil. Abg. Keil (Soz.): Zwei Monate sind seit unserer letzten Tagung verflossen. Unseren tapferen Truppen muffen wir wärmsten Dank zollen. (Beifall.) Ebenso unseren Streitkräften zur See. (Beifall.) Ter vergangene Winter war für zahlreiche Familien voller Entbehrungen und Kummer. Ihnen gebührt das gleiche Mitgefühl und die gleiche Fürsorge wie den Kämpfern draußen. Auf innerpolitischem Gebiet sehen wir zahlreiche schwere Mißftände, die keine unabwendbaren Begleiterscheinungen des Krieges sind. Die immer wieder vorkommenden Fälle von unzulässiger Behandlung der Soldaten, die ungerechtfertigten Hemmungen des öfentlichen Lebens durch Belagerungszustand und Zensur und ganz besonders die schweren Mängelder Organisation der Volksernährung müssen in den nächsten Wochen hier gründlich erörtert werden. ^Hoffentlich werden wir nicht einen dritten KriegSetat zu beraten haben. Vor der Balanzierkunft des SchatzsekretärS haben wir alle Hochachtung. Niemand kann jetzt die Einnahmen und Ausgaben genau voraussehen. Aber die Kriegsschuld wächst lawinenhast. Wir dürfen dem Volke nicht den Glauben nehmen, daß es uns beim Friedensschlutz gelingen werde, uns für die gesamten materiellen Opfer des Krieges schadlos zu halten. Unter allen Umständen werden wir große Mehreinnahmen für die Zukunft beschaffen müssen. In der Fürsorge für die Hinterbliebenen und Invaliden des Krieges darf eS kein Knausern geben, sie muß ausreichender sein als gegenüber den Veteranen früherer Kriege. Gegenüber der Niesenlast, auf die wir uns gefaßt machen muffen, ist schon der Gedanke der allgemeinen Lastenabbürdung durch ein einmaliges großes Vermögensopfer aufgetaucht. Das ist der Prüfung wert. Wir brauchen für die Enlfaltung unserer volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eine all ge meine finanzielle Sanierung. Eine solche Lastenabbürdung wird aber nicht im Handumdrehen möglich sein. Nötig ist die ausreichende Sicherung der Lebenshaltung der Maffen, Schutz gegen Unterernährung und gegen schrankenlose Ausbeutung der Maffen, besonders der Frauen. Die Beschaffung neuer Mittel für das Reich darf nicht vertagt werden. Es ist höchste Zeit! (Sehr richtig!) Mit dem Staatssekretär stimmen wir darin überein, daß unsere Volkswirtschaft die neuen Lasten tragen kann. Unsere Wege trennen sich aber bei der Frage, w i e die Mittel beschafft werden sollen. Die Vorlagen wandeln in alten ausgefahrenen Bahnen. (Sehr richtig! b. d. Sozd.). Die Einnahmen werden aus allen Ecken und Winkeln zusa mm engefegt, sind ein Stück- und Flickwerk. Die Leistungsfähigkeit muß belastet, Einkommen und Vermögen muffen getroffen werden. Dem Grundgedanken der Kriegsgewinnsteuer stimmen wir zu. Die Vorlage ist so zahm, daß weite Kreise des Volles über die bescheidene Belastung überrascht und enttäuscht sind. (Sehr richtig!) Die Erklärung des Staatssekretärs, daß die Höhe der Steuersätze an die Grenze der Zulässigkeit reiche, hat allerbitterste Mißstimmung im Volle erzeugt. Die Kriegsgewinn, st euer muß in allen ihren Teilen verschärft werden. Das verlangt das im Kriege geschärfte sittliche Empfinden unseres Volles. Man hat verlangt, in erster Linie das Vermögen und erst in zweiter Linie den Zuwachs beranzuziehen. Dann würden aber die Glücksritter, die ihr Geld verjubelt und verpraßt haben, belohnt und die Sparer bestraft. Bester wäre es da, statt des Ver- nchgenS das Mehreinkommen zu besteuern. Die Besteuerung der Aktiengesellschaften läuft auf eine ungerechtfertigte Begünstigung der leistungsfähigsten Gesellschaft hinaus. Ein Aufatmen ging durch die Aktiengesellschaften. Die Börse antwortete mit einer Hausse. So billig davonzukommen hatte man nicht angenommen. Die Steuersätze stehen in einem Mißverhältnis zu den hohen gesetzlichen Rückstellungen. Die Sätze müffen verschärft werden. Auch die Landwirtschaft muß zu dieser Kriegsgewinnsteuer herangezogen werden. Der Entwurf, ist sehr agrarfreundlich. Das Programm des Staatssekretärs ist auf die Mehrbelastung der städtischen Bevölkerung zugeschnitten. Der Besitz muß die Lasten tragen, er kann mit Leichtigkeit eine Milliarde im Jahr mehr aufbringen. Die Erbschaftssteuer muh bei entfernten Verwandschaftsgraden mit konfiska- tori scheu Sätzen zugreifen. Abg. Dr. Spahn (Zentr.): In unserem jetzigen Etat sind die Spalten, in denen die Ausgaben für unsere Marine enthalten waren, leer. Der Mann, der 18 Jahre hindurch für die Ausfüllung dieser Spalten Sorge trug, walket nicht mehr seines Amtes. Dem Großadmiral von Tirpitz verdankt das Reich den Ausbau und die Organisation seiner Flotte. (Beifall.) Ihm verdankt es die Erziehung des gesamten Personals zur Kühnheit und zum Opfermut, zur Umsicht und zur Pflichttreue, wie wir sie verkörpert finden in den Taten unserer Auslandskreuzer „Emden" und „Möwe" (Beifall) und in den Taten unserer Id-Boote. (Erneuter Beifall.) Wir werden dem Großadmiral von Tirpitz dauernd dankbar hierfür sein. Der Reichstag wird sein Werk treu bewahren. (Lebhafte Zustimmung.) Unsere Kriegslage erweist sich dauernd als gut. Entscheidende Schläge sind noch nicht geführt. Das Ende des Krieges ist noch nicht zu sehen. Wenn wir aber zurückblicken auf den Monat März des Vorjahres und die Fortschritte und Entwicklungen beobachten, die sich inzwischen vollzogen haben, so können wir dem weiteren Fortgang mit Ruhe entgegensetzen. Im Westen steht unsere Mauer fest, und wir hoffen, daß die Angriffe bei Verdun eine Bresche in die Linien der Franzosen brechen werden. (Beifall.) Es ist unsere Pflicht, daß wir uns in der Frage, wie die nötigen Mittel für das Reich beschafft werden sollen, einigen. Die Steuern dürfen nur mit überwiegender Meh heit bewilligt werden. (Beifall.) Das Vertrauen auf unsere wirtschaftliche Kraft ist durchaus gerechtfertigt. Deutschlands Ueberlegenheit dem Auslande gegenüber beruht zum großen Teil darauf, was die Einzelstaaten für die Hebung der allgemeinen Bildung durch höhere Schulen. Polytechniken, Kunftanstalten usw. getan haben, sie Beruft auf dem Reichtum an Eisenbahnen und Verkehrszentren. Wenn man jemand schonen will bei den Vermögens- und Einkommenssteuern, dann muß vor allem auch der Besitz in seiner Leistungsfähigkeit erhalten werden, er darf nicht geschwächt werden. Die K r i c g s g e w i n n st e u e r erfreut sich einer großen Volkstümlichkeit. Das Gesetz muß in der Kommission a u s g e st a l t e t werden. Der Opfermut unseres Volkes der sich auch in den Zeichnungen.zur Kriegsanleihe gezeigt hat, wird auch in den Steuerfragen zur Geltung kommen. Abg. von Payer (Fortschr. Dp.): Auch wir wollen dem Großadmiral von Tirpitz unseren aufrichtigen Dank für die unermüdliche Arbeit, die er seinem Lebens- Werk gewidmet hat, aussprechen. Seiner Geschicklichkeit und seiner Ausdauer ist cs gelungen, das Verständnis für unsere Flotte und die Liebe zu unserer Flotte in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes zu verbreiten und zu erhalten. (Beifall.) Mit der etwas ungewöhnlichen Art der Aufmachung unseres Etats wird man sich einverstanden erklären müffen, weil man keine bessere Aufmachung vorzu schlagen weiß. Daß das Stell er bukett der verbündeten Regierungen einer eingehenden Besprechung in diesem Hause unterzogen werden muh, zeigen die Ausführiingen der Vorredner. Eine Reihe voii» Punkten find zu prüfen und zu bessern. Wir sind mit einer Kommissionsberatung der Vorlagen durchaus einverstanden. Nach den Ausführungen der Redner der beiden stärksten Parteien des .Hauses kann man schon prophezeien: ohne sehr wesentliche Veränderungen werden die Vorlagen aus den Ausschüssen nicht hervorgehen. Der Verlockung, einen Blick iu die Zukunft hineinzuwerfen, will ich widerstehen und mich die Vorlagen selbst halten. Wir wiffen nicht, wie später die Stimmung und die Verhältniffe sein werden. ^ ES ist nm besten, man wartet ab, bis der Zeitpunkt hierfür gekommen ist. Unsere grundsätzliche Stellung zur Kriegs- gewinnsteuer hat sich nicht geändert. Ich kann mich daher auf unsere früheren Ausführungen dazu beziehen Durch unser Volk geht ein gewiffes Streben — das zeigten auch die Ausführungen der Vorredner —, fick mit den Vorschlägen der Vorlage nicht zu begnügen, sondern die Sähe sehr zu verschärfen und die ganze Vorlage über ihren bisherigen Umfang hinaus auszudehnen. Wir wären die Letzten, einem solchen Streben von vornherein einen grundsätzlichen Widerstand entgegensetzen zu wollen. Aber es wird gut fein, bei den Beratungen über diese Frage doch ein gewisseS Maß zu halten und sich weder durch Popularitätsbestrebungen noch durch die Versuchung, so leicht Geld in die Tasche bekommen zu können, allzu sehr leiten zu lasten. Niemand wird die Einwerckung machen können, daß wir nicht in der Lage wären, in unserer Allgemeinheit, durch das ganze deutsche Volk hindurch, einen Mehrbetrag von einer halben Milliarde auszubringen. Die Steuern sollen möglichst so schnell erledigt werden, daß sie tatsächlich schon im laufenden Etatsjahr erledigt werden. ^ Es gibt allerdings in Deutschland noch Schichten der Bevölkerung, denen eS auch im Kriege vielfach noch re cht gut geht und denxn im Kriege noch so wohl ist, daß vom pädagogischen Standpunkt aus nichts dagegen einzuwenden wäre, wenn diesen Schichten der Bevölkerung so bald als möglich der Ernst des Lebens und des Krieges wenigstens einigermaßen zur Anschauung gebracht würde. Wir können allerdings nur z n m Teil die Vorlagen der verbündeten Re. gierungen billigen. Die verbündeten Regierungen wollen den ganzen Bedarf durch Verbrauchs- und Verkehrssteuern aufbringen. Das halten wir für falsch.. Bei einem solchen Steuerbetrag dürfen die Lasten nicht einseitig verteilt werden. Auch die andere Gruppe von Steuerträgern, die Besitzenden, müssen herangezogen werden. Den Gefühlen der Bevölkerung rnutz Rechnung getragen werden. Die Steuern treffen nicht den einzelnen nach seiner Leistimgsfähigkeil. Das muß Verstimmung erregen. Bedenken äußern sich namentlich gegen die Verkehrs- st e u e r n. Industrie und Handel dürfen reicht iu ihrer Entwicklung gehemmt werden. Gleichzeitig mit Verbrauchs- und Verkehrssteuern rnuß eine Steuer kommen, die den Besitz gebührend hcrnnzicht. Der Grundsatz: dem Reiche nur indirekte Steuern, ist schon im Frieden durchbrochen worden. Direkte Reichsstenern müssen kommen. Wer sein Vermögen im Krieg vermehren kann. darf dieses Glück mit einem Opfer an die Allgemeinheit erkaufen. Auch ließe sich der W e h r b e i t r a g ohne große technische Schwierigkeiten erneut erheben. Tut man dies, so kann man einen Teil der Umlagen auf die Einzelstaaten ersparen. Die Quittung s st e u e r ist die schlechteste von allen. Die Regierung hat es sich sehr leicht bei den neuen Steuern gemacht. Dadurch wird das Volk beunruhigt. Hoffentlich kommt aus den Arbeiten unserer Kommission etwas Gutes heraus. (Beifall.) Reichsschatzsekretär Dr. Helfferich: Die drei Redner stimmten darin überein, daß zur Deckung des jetzigen Defizits neue Steuern geschaffen werden sollen. Das ist immerhin ein Boden, auf dem man arbeiten kann. Im übrigen kamen zum Teil abweichende Ansichten zum Ausdruck. Die Besteuerung des Vermögens und Einkommens darf nicht überspannt werden, denn an der Erhaltung der Kapitalsbildung, an der Grundlage unseres heutigen Wirtschaftslebens hat selbst der letzte Arbeiter ein Interesse. Diesen Gesichtspunkt dürfen wir jetzt nicht aus den Augen verlieren. Aus den Ausführungen des sozialdemokratischen Redners habe ich nichts als eine summarische Verurteilung der Verkehrs- und Verbrauchssteuern herausgehört, die sich angeblich der Leistungsfähigkeit nicht anpaffen. Der fort- schrittliche Redner hat es keinesfalls abgelehnt, auf den Boden der Vorlage zu treten, ihm war aber die Mischung nicht recht. Der Zentrumsvertreter zeigte sich im allgemeinen der Regierungs- auffaffung zugeneigt. ... ... Nun bleibt die Frage, ob unsere Vorschläge die radikale soziale Verurteilung oder die halbe fortschrittliche Verwerfung verdienen, oder ob man sich mit den Vorlagen abfinden kann. _ Der Abg. v. Payer hat uns vorgehalten, wir hätten es uns leicht gemacht. Die Arbeitsleistung, die neben all dem anderen, ivas der Krieg von uns erheischt, geleistet werden mußte, war nicht leicht, mögen die Steuern Ihnen auch nicht gefallen. Ich bitte Sie aber, es uns nicht schwer zu machen. Die großen Gesichtspunkte habe ich Ihnen bereits auseinandergesetzt, die uns diesen Weg wiesen. Es ist uns nicht eingefallen, dem Reichstag ein Konglomerat von Vorlagen oder Konglomerat nur von Verbrauchs- und Verkehrssteuern, das ganz willkürlich zusammengesetzt ist, vorzulcgen. Das Schwergewicht liegt ja auf der Kriegsgewinn- steu er, die nicht nur eine Besteuerung der Kriegsgewinne ist, sondern eine Besteuerung jedes Vermögenszuwachses seit drei Jahren. Das ist ein Ausbau des bestehenden B e s i tz st e u e r - ge setz es, aus das Sie zum Teil ja besonders stolz waren — zum Teil vielleicht auch nicht. (Heiterkeit.) Gegenüber dem Besih- steuergesetz zieht das Kriegsgewinnsteuergesetz auch die juristischen Personen in seinen Wirkungskreis hinein, und ich hoffe, wir werden allein von den juristischen Personen einige hundert Millionen Mark hereinbekommen. Weiter werden bei den physischen Personen eine Reihe von Dingen in die Besteuerung hincinbezogen, die im Besitzsteuergesetz nickt enthalten sind, w.e Schmuck» fachen, K u n st g c g e n st ä n d e und ähnliches. Die Höchstsätze beim Kriegsgewinnfteuergesetz betragen 50 Prozent, beim Desitz- steuergesetz nur 2)4 Prozent. Die Sätze des einzigen heute mir- handenen Reichs st cuergesetzes werden also m den Höchst- sätzen um das Zwanzigsachc übertroffen. Ich habe schon das letzte Mal ausgesührt, daß die Besteuerung des Vcrmöaenszuwachses ein ichc starkes und vollständig ausreichendes Gegengewicht gegen die Besteuerung von Verbrauch und Verkehr bildet, wenn diese Besteuerung io abgestust ist, daß nicht die großen Maffen davon betroffen werden. Man hat in der Presse darüber gespottet, daß der Tabak als ein entbehrliches Genußmittel be- zeichnet ist. Wenn nicht der Tabak, was ist dann ein^ entbehrliches Genußmittel? Herr Spahn hat gemeint, das Gesetz hatte den Vorteil, daß nicht so viele Personen an Nikotinver- g i f t u n g sterben würden Es ist aber noch niemand daran gestorben, daß er kein Nikotin genossen hätte. Wir haben auch nickt die Interessen der Arbeiter außer acht gelaffen, wir haben die Industriellen befragt (Zuruf bei den L>oz.), soweit ich die deutsche Industrie kenne, ist das ein schlechter und Gott sei Dank seltener Arbeitgeber, der für seine Arbeiter kein gutes Herz hätte. (Beifall.) Wir rönnen darauf stolz sein, was bei uns in der Fürsorge während des Krieges von den Industriellen geleistet worden rst. (Beifall.) Man hat behauptet, die Arbeiter würden bei dieser Steuer die Leidtragenden sein und auf die Vorgänge _der letzten Tabaksteuererhöhung verwiesen. Das ist nicht zu befürchten. Die Erhöhung der Tabaksbesteuerung mutz \a doch kommen. Glaubt denn jemand, daß wir um sie herumkamen 9 Jetzt ist die günstigste Zeit, auch für die Arbeiter. Wenn die Erhöhung jetzt durchgeftihrt wird, werden sie weniger betroffen als sonst. Das erleichtert den Uebergang. Die Belastung durch die Quittungssteuer, die England schon seit 200 Jahren hat, wird der Verkehr ertragen. Ueber die Einzelheiten können wir uns im Ausschuß aussprechen. Bei der Post können wir ohne eine neue Organisation die 200 Millionen herausholen, die nur 20 Prozent der bisherigen Bruttoeinnahmen sind. Die große Maffe der Bevölkerung wird nicht getroffen, denn die großen Briefschrciber sind da nicht anzutreffen. Auch von dem Frachturkundenstempel ist keine Beeinträchtigung des Verkehrs zu befürchten, mag auch eine Abwälzung auf den Verbraucher stattfinden. Die Masse wird nicht betroffen, denn es handelt sich um große Dlaffen- frachten, vornehmlich Kohle und Eisen, von einem Erzeugungs- zum andern Verbrauchszentrum. Hier haben wrz; innerhalb des Reicks einen Steuer- komplex, der der ausgleichenden Gerechtigkeit genügt. Das Reick steht ja als öffentliche Körperschaft nicht allein, es umschließt nicht unser gesamtes öffentliches Leben. Etwas toteeu Programm ist deshalb notwendig. Den Einzelstaaten und Kommunen bleibt nicht als die gerechte Besteuerung. Mit der starken und einseitigen Vorbelastung der direkten Steuern durch Einzc.- ftaaten und Kommunen müffen wir als mit einer gegebenen und nicht abzuänderndeu Tatsache rechnen. Einen Vorschlag, direkte Steuer» den Kommun enund Einzel- staaten abzunehmen, habe ich nicht gehört, ich würde ihn auch zurückweisen. Vor dem Kriege waren schon Zuschläge von 2- bis 300 Prozent keine Seltenheit, heute ist aber der durchschnittliche Zuschlag bereits über 200 Prozent und wird darüber noch ganz erheblich hinausgeheu. Diese Zuschläge der Kommunen und Landgemeinden müffen wir zu der direkten Besteuerung in den Einzelstaaten hinzurechnen. Faßt man Staats- und Kommunalsteuern n^bst Gewerbe- und Grundsteuern zusammen, so ist bei uns heute schon die direkte Besteuerung höher als in England. In der Kriegsgewinnsteuer haben wir ein sehr starkes Gegengewicht gegen die Verbrauchs- und Verkehrssteuern. Die verbündeten Regierungen find der bestimmten Ansicht, daß außer der KriegSgewimckesteuerung cvne weitere direkte Best euer«ng für das Reich nichttn Frage kommen kann. Aendern Sie nicht zu viel im Gesamtkonzept, damit mcht das Ziel dieser Vorlage vereitelt wird. (Beifall.) Donnerstag 11 llhr: Weiter b e-r a t n n g. hessische Zweite Kammer. rb. Tarmftadt, 22. März. Um Reg-ierungstisch: Staats,ninister Dr. v. Ewald, Minister des Innern v. Hombergk, Präsident Dr. Becker, Staats- r&te Süffert lmb H ölzinger, Ministerialräte Dr. Kratz, Schl te&katfc und Tr. Weber, Geh. Oberfinanzrat Dr. Ro yve. Nräsitzent Köhber eröffnet die Sitzung Um 9^ Uhr. Zur Beratung kommt zuerst die Regierungsvorlage, betr. die Lieferung von Futterschrot und sonstigen Futtermitteln AUM Mentlich übertriebenen Hausschlachtungen zur Preissteigerung beigetragen. Damit erwuchs den größeren Städten die schwierige Aufgabe, selber die Ernährung ihrer Bewohner sicher zu stellen, wozu sie Millionen aufwenden mußten. So wie man in der Mehl- und Brotversorgung richtigere Maßnahmen getroffen -habe, so hätte man auch hinsichtlich der übrigen Lebensmittel verfahren sollen. Er hoffe, daß es gelingen tverde, in der Frage der iFleischversorgung ebenfalls einen gangbaren Weg zu finden, durch den es ermöglicht wird, daß auch der Minderbemittelte sich öfter einmal einen Fleischgenuß leisten kann. Der Redner beklagt ,wch die geringe Abgabe von Vollmilch durch die Mol- kerecen, durch welche die Kinderernährung sehr beeinträchtigt werde, und erörtert schließlich die mißliche Lage der Käseindustrie. m Heftet (Zentr.) meint, es sei feststehend, daß wir bei Ausbruch des .Krieges wohl militärisch, aber nicht wirtschaftlich gerüstet waren. Daher komme auch das vielfach nervöse Hin- und Hertasten mit Verordnungen, bei denen manche Mißgriffe mit unterliefen. Man müsse jedoch anerkennen, daß die behördlichen Maßnahmen im allgemeinen richttg waren und ihre Ausgabe erfüllten; der Traum unserer Feinde von einer Aushungerung der Teuffchen sei zerstört. Der Rttmer dankt der Regierung und Ministerialrat Schlckphake für ihre unernrüdliche Arbeit auf diesem Gebiete. Die Hüchstpreise-Politik sei am wenigsten glücklich gewesen. Der Minister habe gestern eine Begründung für die Maßnahme in Betreff der neuesten Preissteigerung für Kartoffeln nicht gegeben. Man könne doch seinen Wählern nicht einfach damit kommen, daß man sagt, die Gründe des Reichskanzlers waren gerechtfertigt. Mit, dem Verkauf von Saatkattoffeln seien große Mißbräuche getrieben worden, der hohe Preis dafür sei ganz ungerechtfertigt gewesen. Auch die Versorgung mit Kleie sei sehr ungleichmäßig gewesen. Tie Ausführungen des Mg. v. Helmolt über die Landwirtschaft könne er ganz unterschreiben und die Ausführungei: des Abg. Korell-Jngelheim über die Schutzzölle hätten ihn erfreut. Redner schließt, daß seine Pattei stets als ihr Hauptziel die Größe des deutschen Volkes und Vaterlandes betrachten werde. Abg. Dorsch (Bbd.) bttngt in einer längeren Rede per schli-edene Mißstände zur Sprache, so bei der Pferdeaushebung für den Kriegsbedarf; bei dieser sei von den Behörden ohne jed« Rücksicht vvrgegangen worden, besonders hätten darüber in Oberhessen die Landwirte zu klagen Veranlassung gehabt. Ter Redner wandte sich dann scharf gegen die spekulativen Ausbeutungen und Preissteigerungen, und verteidigt dann besonders den Bauernstand gegen die erhobenen Borwürfe der Habsucht und der Preissteigerung. Abg. Schönberger (natl.) beklagt, daß seitens der Re gierung keine besseren wirtschaftlichen Vorbereitungen für den Krieg gttroffen worden waren. Nachdem Abg. Korell-Jngelheim (fr. Vp.) dann ,roch in einer längeren persönlichen Bemerkung seine gestrigen Ausführungen zur Schutzzollpolitik näher erläutert hat, schließt die allgemeine Aussprache. Kapitel 23, Ministerium, stimmt das Haus einstimmig dem Ausschußantrag zu, unter Abänderung der Zahl der Ministerialräte auf vier, und der .Hilfsärbeiter auf fünf, in Ausgabe 355 118 Mark !und in Einnahme 71101 Mark zu bewilligen. Ohne Aussprache werde,: dann genehmigt: Kapitel 24, Allgemeiner Fonds für Bettretungs- und Aushilfekisten, Einnahme 6800 Mark, Ausgcckre 75 500 Mark. Kapitel 25, Regierungs- und Reichsgesetzblatt, sowie polizeilicher Nachrichtendienst, Ausgabe 13 685 Mark. Kapitel 26, Porto-, Telegraphen- und Fernsprechgebühr 117 000 Mark, Kap. 27 Hausverwaltung, Ausgabe 15 820 Mark. Kapitel 28, Zenttalbauwesen, Ausgabe 212 000 Mark, Neubauten usw. 20 000 Mark, Landgestüt 10 300 Mark, Kapitel 29, Nichtstaatliche Bausachen 2000 Mark. Bei der Abteilung Lokal- und Polizeiverwaltung, bemerkt Abg. H a r tma n n (Sozü, nach seinen Informationen würden Kriegsteilnehmer im Kreise Erbach O., oie der Landwittschaft ange hören, viel besser UM er stützt, als Industtiearbeiter. Das komme wohl mit von der vorsiutsdtttichen Zusammensetzung des Kreis- ausschusses her. Abg. Lang (natl.) widerspttcht dieser Auffaffung des Vorredners. 9kbg. Ulrich unterstützt sie, will aber die schwierige Aufgabe der Kreisämter nicht verkennen. Kapitel 30, Provinzialdirektionen und Kreisämter, Ausgabe 773 360 Mark, Kapitel 31, Gendarmerie, 677 087 Mark, Kap. 32, Polizei, 173 550 Mark, werden daraus genehmigt, letzteres gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Ohne Aussprache werden iveiter genehmigt: Kapitel 33, Pvlizeikassen, 217 930 Mark, Kapitel 06 , Arbeitshaus Dieburg, Einnahme 39 338 Mark, Ausgabe 89 951 Mark, .Kapitel 35, Kirchen, Ausgabe 487 721 Mark (gegen die Stimmen der Sozialdernotraten). Auch Kapitel 36, Landesuuiversität, Einnahme 822 569 Mark, Ausgabe 1 927 197 Mark, und Kapitel 37/Technische Hochschule, Einnahme 336 915 Mark, Ausgabe 851623 Mark, gelangen ohne Erörterung zur Annahme. Beim Kapitel 38, Gymnasien, Realgymnasien, Oberreal- und Realschulen, beanttagt der Finanzausschuß a) Bewilligung der Einnahme mit 2 680 075 Mark, b) der Ausgaben mit 3 964 722 Mark, c) die beiden Tirektorenstellen an den Darmstädter Gymnasien nur aus den Inhaber zu bewilligen, ck) die Regierung zu ersuchen,, die Zusammenlegung der beiden Darmstädter Gymnasien in die Wege zu leiten. Abg. Molthan (Ztr.) begründet als Ausschußbericht- crstatter die vorstehenden Anträge. Der Ausschuß halte nach wie vor an der Auffassung fest, daß eine Zusammenlegung der beiden Darmstädter Gymnasien durchführbar sei, und er habe deshalb auch den Antrag gestellt, die beiden Divektorenstellen nur auf den Inhaber zu bewilligen. Me Zusammenlegung müsse erfolgen aus Sparsamkeitsgründen für den Staat uno aus Rücksicht auf die geringe Schüler zahl. Diese letztere sei bei mehreren anderen höheren Schulen Hessens größer als in den beiden Darmstädter Gymnasien zusammengenommen. Die Zusammenlage sei aber auch im Interesse der Stadt Darmstadt geboten; es könnten dabei leicht 30—40 Tausend Mark erspart werden. Die von der Regierung für die Beibehaltung beider Gymnasien angeführten Gründe seien lticftt stichhaltig; die Tenkschttft der Regierung über diese Frage habe den Finanzausschuß nicht überzeugen können, datz seine Ansicht falsch sei. Redner hofft, daß diesmal auch die Erste Kammer sich den Gründen des Ausschusses anschließeu werde. Im weiteren spricht sich der Redner noch für den Antrag Münch aus. Abg. Münch (natl.) begründet darauf folgenden, von ihm und 38 Abgeordneten aller Parteien Unterzeichneten Antrag: Wir beantragen, daß den Schülern der neunklassigen höheren Schicken, die beim Kriegsausbruch durch eine Notprüsung die Reife für Oberprima erworben haben und seitdem ununterbrochen im Heere stehen, das Reifezeugnis zum Besuch d h r Hochschulen ohne weitere Prüfung ausgestellt wird, falls der Lehrerrat sich dahin airsspricht, daß sie beim Fortsetzen des Schulbesuchs dieses Ziel erreicht hätten und die Militärbehörde ihnen tadellose Führung bescheinigt. Der Antragsteller wies in der Begründung darauf hin, daß im Preußischen Landtag ein ähnlicher Antrag erfolgt sei und auch ein Vorgehen Württembergs in diesem Sinne erfolgt sei. Sein Antrag sei im Interesse der Tausende tapferer deutschier Schüler gelegen, die ihre Liebe und Begeisterung für das Vaterland in den harten Kämpfen an der Front bewiesen hatten. Er hoffe, daß die Kriegsprimaner und das Land erfahre, daß sich, im hessische,: Landtag ein alter Schulmann ihrer Interessen angenommen habe. Mg. Tr. Osann (natl.) bespricht die Frage der Zusammenlegung der beiden Darmstädter Gymnasien. In der vom Ausschuß an Ott und Stelle vorgenommenen Besichtigung habe dieser die Ueberzeugung gewonnen, daß eine Zusammenlegung sehr wohl möglich und auch im Interesse der Stadt Darmstadt geboten sei. Man brauche nur die Aula für Schnlzw-ecke herzuttchten. In einem Zeitungsartikel ist mit Recht darauf hingewiesen worden, daß auch die Regierung opferwillig sein möchte, auch den Wünschen Und Anforderungen der Kammer gegenüber, namentlich, wenn es sich um einstimmig von der Kammer ausgesprochene Wünsche handelt. Zu dem Antrag Münch bemerkt der Redner, daß ihn die Haltung der Regierung den Kttegsprimanern gegenüber! befremdet habe. Wenn nuan an dem bisherigen Standpunkt fest- halte, würde das zur Folge haben, daß diejenigen Schlicker, dick ruhig auf der Schulbank sitzen blieben, ebenso gut gestellt sein würden, wie die auf dem Felde der Ehr« Kämpfenden. Man habe diesen letzteren angesonuen, daß sie sich nach ihrer Rückkehr aus dem Felde nochmals aus die Schulbank setzen und besondere Kurse duvchmachen sollten. Die darnach diesen jungen Leuten aufzu- erlegende Prüfung würde aber die reinste Farce sein. In Preußen sei man allerdings Mit diesem Plan vorangegangen, aber in Bayern und Württemberg habe man die Sache gleich richtig erfaßt und die Nachprüfung einfach fallen lassen. Mg. C a l m a n (Natl.) empfiehlt, nicht dem Vorgehen Preußens zu folgen und am Druck der Schckprogramme zu sparen. Das sei nicht im Interesse der Buchdrucker gelegen, die unter den jetzigen schweren Zeiten gerade genug zu leiden hätten. Ter Redner begründet aldann die Forderung auf Erttchtung von Vollanstalten in Alzey und Bingen; es dürfe nicht alles den größeren Städten» überlassen werden. Weiter wünscht der Redner eine größere Berücksichtigung der neueren deutschen Geschichte im Geschichtsunterricht. Mg. Münch erklärt noch, daß den zum Heeresdienst einbe- rufenen Lehvanttsreserendaren in Preußen das vierte Halbjahr ganz erlassen werde. Der Redner ersucht, auch iir Hessen diesen Männern eine gewisse Bevorzugung zuzugestehen. Von der Stellung eines Antrags wolle er absehen. Die Aussprache wird darauf um VU Uhr abgebrochen. Fortsetzung der Beratung heute nachmittag 3 Uhr. Nachmittagssitzung. In der nachmittags 3V* Uhr er öffneten Sitzung ist der Re- gierungsttsch wieder wie am Vormittag besetzt. Ti« Beratung des Haupworemschlags wird Mit der Debatte über Kap. 38 fvttgesetzt. Zunächst -nimmt der Leiter der Schulabteilung im Ministerium des Jmlern, Staatsoat ^üffert, das Wott. Er bemerkt einleitend, die Schulabteilung habe hei der Beratung dieses Kapitels fast allgemein nur Tadel erfahren, es sei ihr u. a. vom Abgeordneten Brauer Halsstarrigkeit u. a. vorgeworsen worden. Er, Redner, glaube jedoch, von sich sagen zu können, daß er für dick gegenwärtige Lage volles Verständnis besitze, und dasselbe sei auch bei den Schul ko nrnnssionen der Fall. Tie bekannt gegebenen! Erlasse in Betreff der Fvttbildungsschule seien unter Mitwirkung der landwirtschaftlichen Abteilung erfolgt. Tie Kreisämter hätten Anfang Oktober in einem Schreiben sich sämtlich für den Weiterbestand der Fvttbildmrgsschule ausgesprochen, und in dem Erlaß des kommandierenden Generals des 18. Armeekorps über die Verwahrlosung der Jugend sei der Negierung recht gegeben worden.. Auch die Preußische Regierung hat die Fortblldungsschule im allgemeinen aufrecht erhalten: von einer „Halsstarrigkeit" der Schul- abteilung könne also gar keine Rede sein. Wenn Abg. Brauer sich über Schwierigkeiten seitens der Schulkommission beklage, so müsse er diesen ersuchen,'ihm seine Beschwerden mitzuleilen. Tie Schul- Runft «nd Wissenschaft. — Ein verschollener Aufsatz von Gottfried Keller. Professor Emil Ernrattnger, dom unermüdlichen Keller- Forscher, ist ein neuer hübscher Fund gelungen, den er soeben in der „Neuen Zürcher Zeitung^^ bekannt macht. Es ist dies ein Aufsatz von Gottftned Keller, der, Wohl in den 50 er Jahren, in den „Blättern für literarische Unterhaltung" erschienen mrd seither völlig verschollen ist. Auch Keller selbst hat auf diese kleine Arbeit nie mehr angesprelt. Dennoch hat sie für uns ein eigenes Interesse; denn während Keller sich sonst über Fragen der künstlerischen Theorie nur sparsam und ausnahmsweise geäußett hat, so hat er in diesem llcinen Auffatze sich über ein, man möchte sagen, Werk- Problem der Dichtung ausgesprochen, und zwar in jener saftvollen Att, die seinem ganzen Wesen entsprach. Der Aufsatz ttägt den Titel „Das goldene Grün bei Goethe und Schiller" und geht davmr aus, daß etwelche Schulmeister und zuletzt damals rroch. Bcatoauek in seinen „Aesthetischen Studien" mit Behagen die Bildervermengung vermerkt hätten, die sich Schiller in der „goldenen Zeit der jungen Liebe, die ewig grünen Möge" und Goethe in, ftent bekannten „Grün an des Lebens goldenem Baun/' erlaubt habe. Wenn Bratranek beide Dichter wohlwollend wegen dieser Verstöße entschuldigte, wie ja solche auch von Horaz an Homer eirtschuldigt würden, so bemerkt Keller unwirsch hierzu: „Horaz hat hier qat nichts zu entschuldigen, und zum Schrecken aller Trivialen fei hier noch das Trivialere getan und feierlich erklärt: jene beiden verrufenen Stellen seien nichts weniger als Verstöße, sondern ganz in der Ordnung sich befindende, ebenso ausdrucksvolle, als misprechende poetische Bilder! Als die Quelle dieser Bilder bezeichnet Keller die „uralte Volkssprache der Deutschen", die „Unsere beiden unfterbttchen Mchterlinge" berleitet habe, grün und golden zusammenzustellen, unerhörterweise in Einem Bilde!" Sie haben es getan in Erwägung, daß, wenn der loackere deutsche Spvachgeist z. B. von einem goldenen Liebchen spreche, cr damit durchaus nicht ein gelbes Liebchen „andeuten" wolle, sondern ein kostbares, glänzendes, tugendsames, gediegenes, glück- . selig machendes Liebchen darunter verstanden toünsche; in Er- , mt*intg ferner, daß denn dies goldene Liebchen seinen Liebhaber v»^tü 7 niicherweffe etnlade, sich y\i nähern und an seiner grünen Seite zu sitzen, um zu kosen, damit nicht im mindesten gemeint sei, die eine Seite des guten Mädchens sei grün angestrichen, sondern ihre nahe Gegenwatt sei ftühlmgsgvün, jugendfttsch, sonnnerlich freudig für den glücklichen Erwählten; in Erwägung schließlich, daß cm goldenes, d. h. köstliches Liebchen und seine frohe, gleichsam wie ein grüner Baum selig übett'ch«ttende Nähe gar Wohl ettva in <>'.*?* Hers unteVWtbringen oder „anzudeuten" wäveir, wie „gold'- r i ; l-tz'b, an deiner grünen ©eite". Dies der Grundgedanke K?l- l-rs, des ferneren in einläßlicher Besprechung jener beiden; Staken SchMers und GoeHes zeigtt >che fein der Dichter die Dichter d>u ganz besonderer Originalität aber erhebt sich dann der Schluß des Artikels, vcr besonders noch auf die grüne Farbe in /Men „/MMevvvmüschnmgerr" eingeht. Es sei dies kein Schwciir- suttergrün, sondern das Grün der Vegetation als Symbol des Wachsens, Werdens und Seins. „Mit der Vorstellung des vegetattven Grüns ist aber unzettrennlichi diejenige der Sonne verbunden, welche als Gold zu denken ziemlich gang und gäbe ist. Pflanze Und Sonne, Grün und Gold, leben und weben durcheinander, und dieses Tiurcheinander ist es, was in den beiden ftag- licherl Stellen geradezu den sinnlichen, beabsichtigten Reiz hervorbringt; denn man matt nicht nur direkt, sondern auch indirekt, und ist vorzüglich bei der Malerei, welche dltrch das Gehör gesehen werden muß, darauf angerviesen. Die. Sache ist nun die, daß 'merkwürdigerweise dies Zusamnrenkoppeln von zwei Farben gerade nur in diesem ^cckle, wo die eine durch! Gold ausgedrückt wird!, möglich« war, weil einerseits das Gold einer; sonstigen, allgemeinen Sinn hat und es andererseits seiner metallischen Natur nach geeignet ist, mit allen arrderen Färber:, um deren erhöhten Glanz oder ein gewisses Schimmern auszirdrücken, verbunden werden kann, rvie mm: denn auchi in Wirklichkeit über Vergoldungen, durchscheinende Farbenlagen anbrinat. Von Goethe kann man versichiert seir:, daß er sehr wohl wußte, was er tat, als er j-enrent Vers schrieb, und wenr: Bratrarrek hinzusetzt, der „Verstoß" reihe sich füglich an andere, z. B. metrische Fehler, wo Goethe einen Versfuß zu viel machte, so ist dies — fast hätte ich gesagt — eine ungeheure Dummheit. Im Punkte der Färberei muß er Goethe nicht kommen." " — Das FlUgzeu g des Bürgers Nach den: Kriege. Wohl keine zweite technische Industrie hat durch den Krieg so sehr an Verbreitmrg, Verbilligung und Vereinfachung zugenommen wie die Flugzeugindustrie. Darum ist die Ansicht verbreitet, daß der Flugsport den: Kriege viel allgeineiner und dem Einzelne:,: leichter zugänglich sein loivd, als die§ bisher der Fall war. Bis jetzt kamen für die Flugzengfabrikanten eigmtlich nur die Heeresverwaltungen als Abnehmer in Frage. Tie hohen Preise und die unvollkommene Sichsrheit der Apparate hinderte,: e:ne Popularisierung des Flugsportes, wie sie in Zukunft im Frieden möglich erscheint. Von solchen Voraussetzungen ausgehend, entlpirft der Chefingenieur der amettkanischen lFlugzeuggesellschaft Scripp-Booth Company im neueste:: .Heft der New Vorker Aerinal Age Weckly ein Zukunftsbild, das trotz mancher Uebertreibungen, die ins Reich einer allzu beflügelten Phantasie gehören, leinen wahre,: Kern besitzt, der sozial wie technisch interessant ge,:ng erscheint, um als mögliche Folge des Krieges in Umrissen wiedergegeben zu werden; „Nach Fttedensschluß," meint der optimistische Flugzeugmgcnieur, „wird der bürgerliche Ausflügler aus dem wohlhabenden Mittelstände sich nicht nrchr mit einem Motorrad oder Automobil begnügen, sondern — die Straße verachte,ch - - lwch in den Lüften in seinem Privatflugzeug dahinsausen. Bei Kriegseitte werden etwa 50 000 dein: Militär ausgebildtte Flugzengfiih-rer frei )verden und annähernd eine Million Maschinen. Zahllose Flugzeugfabriken mit dem besten Material und einem Reichckm: der inodernsten masch:- netten Betriebsanlagen werden plötzliä,! mehr oder weniger beschäftigungslos sein. Darum wird der bisherige Motorsahrer sich in vielen Fällen den: Luftspott zuwenden. Tie durch die genannten Umstände gewährleistete große Verbilligungen derFlngzengrndusttie und das daraa:s sich ergebende starke Sinken der Verkaufspreise von Flugzeugen werden eine solche Umwandlung auch wirtschaftlich in hohem Maße fördern. Außerdem wird man neue, sehr kleine und einfache Maschinen bai:en, die man Bergn.ügungs- aeroplane nennen kann. Me Vergnügungsreisen im Automobil haben allmählich ein wenig an Interesse und Beliebtheit eingebüßt. Tie Bevölkerung der Sttaßen, der Staitt und noch nranches a,tbm machen sich nach und nach störend ftlhlftar. Und wie soll es erst werden, wenn in einigen Jahren, wie man ver- nünftigettveise cu:nehme,: kann, die ZaU der Automybüe sich verdoppelt haben sollte? Es bedarf also keineswegs einer krankhaften Phantasie, wenn man der Meinung ist, daß die Menschheit sich bald nach einem neuen Verkehrsmittel wird umsehen müssen, wenigstens soweit es sich um Bergmigungsfahrten Wohlhabender handelt. Und dies loieder roäre der erste Schtttt zur endgültigen wirtschaftlichen Volkstümlichkeit des Fliegens. Zwar baut man. überall jaus dem freien.Lande neue Und modern konstruiette Straßen, um der Zunahme des Automobilverkehrs zu genügen. Die ideale Lösung aber besteht in der Herstellung billiger, leicht zu handhabender und sicherer Pr:vatflugze::ge. Das Flugzeug von heute ist den: vor dem Kriege üblichen Flugzeug in jeder Beziehung nicht weniger überlegen, als das nwderne, schnÄe und billige Gebrauchsautomobil dem Motorwagen zur Zeit seiner pttmitiven Anfangs- entwicktnng. Ter Krieg hat das Flugzeug in der kurzen Zeit von 18 Monaten höher entwickelt, als die zehnjährige Entwicklungs^ Periode deS dlutonmbils die Fähigkeiten des Kraftwagens zu steigern vermochte. Bei Einfü^hrung des Automobils verhielt das Publikum sich zumnrdest ebenso zöger:d, wie in den ersten Jahre,: des Flugzeugbaues. Nun aber wurde der Flugapparat durch den Krieg sozusagen mit einem Schlage in fast jeder Beziehuna auf verblüfseirde Weise vervollkommnet. Tie himdett oder mehr Flug- zeugfabttken, die jetzt mit Anspannung aller Kräfte für die Armeen der Kriegführenden tätig sind, werden sich im Ftteden nach einem neue,: Absatzgebiet umsehen müssen. Sie ,verden sich bemühen, das Publikun: von den Vorteilen, der Sicherheit und Billigkeit des Fliegens zu überzeugen. Höchstwahrscheinlich werden Fabrikationskongresse gebildet werden, die es sich zum Ziele setzen, das Flugzeug mit allen Mitteln ebenso volkstümlich zu machen, wie es' heute das Autonrobil ist. Sie werden Ausslütze und Vergnügungsfahrten in der Luft veranstalten und sich!um die Einführung von Flugzeug-Reirnen bemüchen. All dies erscheint jetzt noch zum großen Teil als übertriebene Phantasie, aber vielleicht ist die Zeit nicht allzu fern, in der es Luftdroschken zun: Erreichen entfernterer Ausflugsorte geben wird. Die Millionen, die jetzt in die Flugzer^gfabrikatioi: gesteckt rvurden, müssen nmgcsetzt und aus breiter, volksttmckicher Basis verzinst werden. Das Flugzeug der Zukunft wird die Lösung bringen; es ,vird das Flugzeug deS Bürgers sein . . .. abtellmig Tw 6c btc Seringerung der Schüler zahl stets rm Auge behalten, man müsse aber auch bie BerhÄtuisse nac^ bem Jyhnege flbrwrcteu. Die sofortige Einführung eines weiblichen Dteustiahrev müsse er ablehneu. Ter Redner teilt dann aus der Liste der znhl- reirtiicu Entbind üugeu vom ländlichen Fortblldungsschrckunternckst eine Anzahl mit. wobei stets aus dm häuslichen und örtlichen Verhältnisse Rücksicht geiwmmcu wurde. Den in dem vorliegenden Antrag Münch gegebenen ^Inregungen sei schon zu beginn des Krieses zum Teil Folge gegeben worden, ganz tu Uebereinstnn- unma mit Preußen, man sei in München Fällen sogar noch über die Maßnahmen der süddeutschen Staaten lnnausgegcrngeii. Man müsse übrigens auch bedenken, daß. Hessen tu dreier Frage. mcht ganz selbständig Vorgehen könne Darüber herrsche wohl allgemeine Einigkeit, das; der aus dem Felde zuruckgekehrte runge Mann nicht wieder die Schulbank brucrcn solle. Es musw natürlich Vorsorge gctwfrn werden, daß das im Kriege Verlernte wieder cmgebracht werde und für die Ergreifung eines Unsseu- nünftli!ck>eu Berufs auch die nöhge Vorbildung vorhanden ser. xS vom Abg. Dr. Osann gebrauchten Ausdruck „Fa^e" müsse er als gänzlich unangebracht bezeichnen. Zu dem Ausschußantrag in Betress der beiden Tarmstädstr Gymnasien bemerkt der Redner, die Regierung babe ihre guten Gründe zu der zeitigen Ablehnung der Zufcnranertkgirnw beider Schuleir. Man solle doch zunächst einmal die weitere Eutwickelimg der Besuchszahl der Schüler ab- warten. Er erinnere darum daß sich auch die Geiuirdheit-abter- l,mg gegen die Zusammenlegung gesprochen tzaba Den vom Abg Ealman beklagten häufigen Wechsel des Lehrpersonals am Algier- Gymnasium bedanre auch er sie seien aber durch die tlniftänbc bedingt gewesen. Die l^rrchtung einer Bollanstalt daselbst könne vorerst der hohen Kosten wegen nickst ausgessuhrt werden. Wa Sauer (Dbd) etfgesnet dem Regierutrgsvertreter, datz er von "dessen Ausführungen über die Fortbildungsschile eigent .befriedigt sei. er hoffe aber doch auf eine Besserung. ^ . 7 j. um M v'Y-vmi trt rr Yrrvrn 1(1 iirfi nickst befriedigt sei. er hoffe aber docy auf eme Neuerung. Es würden auch jetzi noch viele S SStabÄT^t für durchaus berechtigt halte Auch der Umstmrd, daß man bisweilen nnnderwerttge «p"»*"* Umsterrrd, vast, man oiswencir munrcuutu^v Zemente unter ben Schulverwaltern iiach abgriegeueu Orten versetze, gebe Anlaß zu Mißstimmungen. WKmürr v &'ombtrgf gibt noch weitere Verordnungen und Bestimmungen der Regiermrg in der ^ Fortbildungsschuluustrrichts bekamst, um bte Saftunfl bei Ochul- abtcilung zu rechtfertigen. Eine allgemeine Aufhebung dreier Scknl^nf dem La^solle nicht erfolgen es werde aber m Erwägung gezogen, ob die Freigabe vom Unterricht nickst anstatt d«i Kreisschulkommissionen, den Schulvorständen uberlassen werden '°""Abg Lang Crartt.) bringt ebenMs mdltere Beschwerden Über die Handhabung beim Fortbildungsschulwesen vor Abg. Molt Han (Zorstr.) bemerkt, er wrstle zwar der Schul- abteilung durchaus nicht Verständnis für die Fragst der Zeit ab- ?vr^ri meiut^r, daß sehr viele Eltern von. Kriegsprimanern verstimmt darüber seien, daß trotz der langen KriegÄrauer von der Regierung noch nichts im Interesse dieser Mn^^n^ou^ Fefchehen sei während man in Bayern und wohl auch in, Preußen bereits Entgegenkommen bewiesen bccke^^u möge zunächst den Krisa^vri mauern insofern entgegen kommen, daß man ihnen ein Ex^wn^während deS Krieges gestMtet. Zn der MEenietzimg hrr Daruiftadter Gymnasien bemerkt der Redner, daß die Emweu- dnuaeu^ber Regreruug und deren Denkschrift lerne Ueberzeuguug ntchsh-b^bLiMsm fönnra. -Xie Denkschrift stütze sich » sächlich aus ein Gntachten der Bauabdechnng, bte i« übcrhnnpt nid?t Ä' Adcln"ng^oz"»eEt den Standpunkt dast während des 'Krieges auch die Fortbildungsschule ev. geschlolsen werden könne. Mg. Brauer habe wohl nur an der Durchführung der erlassenen Vorschriften gezweiselt. An eine wirkliche Verrohung mi cre? Ägeud ttnrue er nickst glauben: da werde gewiy viel gsi^i-t/iebe^ Wichtig sei die Frage, ob sich die Regierung an ^ * 11 nJrrichcne 11 Kousereuz verschiedener Bundes- worüber man verschiedener Meinung stui könne. Nach einigen Bemerkmigen der Abgg. Dorich (^)bd.) und Hauck (Bbd.) wendet sich f 977 , g 11 r ft a b t (ft Vp) gegen den Ans,chußoeschalß auf ZnsEn-nlmnug der beider DaLädler Gomnaskmi durch che tarle Vermehrung der Schülerzahl in den einzelnen Kassen würden die ^riftulrgen zurückgehien. Den recht weftgehenden Jn* W^VunteiSe er, denn er sei. ganz der groyen Zeit «»nüvi'echend ^aü das fti Hessen zu erteileilde Rersezeugnw auch ?ST»taanerkannt .runde, halte er für ^^Staatsmt'Snffert .vendet sich, ch'ffcn mehrere Bcmerkungeir des Mg Rdolthan über die Frage der Kriegsprimaner und betont daß diese selbswerstündlich! zu den PruNingen während des Kriegs zugelassen würden. Die Beteiligu.ig der Lehrer an den U-Boot- teMÄtaW Bei der Mstimmuug ward der Aus schuß an trag in allen vier Punkten nnd^ eben- 39,^ Höhere dBürgAch^mch ^he?? M^^nschulm Me« 4 037 560 Ml Und Kap. 42, Turn- und Zerchenunterricht, l- - ^i?di?M^d-kÄsbi^g d-? JuVin militärischer Hin- sicht nicht bMigen könne &S|s&»s sss biltuno feu betrnrt angerwnrmen, eBcnfo ffaintd 43 Ab7 T (Bbd 1 BesL-de über einen Leisbeterrnar- ^MiIt^v'^mb ergk das Etsnchcn^ steNt, ihm rechtzeitig vvr der Kammer'verhandlung von solchen Einzelsällen Mitteilung ™ x “r^r ifcfvpr hie Sache sich orientieren könne. 511 Bähr (Bbd.) wünscht, daß Hansschlachtnngen nur in 86 400 Mark Eimmhme üud 398 91.5 Mark Ausgabe bewilligt, desgleichen Kapitel 54, ^mpf- Ifeniiatt VW** des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiler abgriehnt. Die folgenden Kapitel 57 bis 69 S^Amigt ^ ^uS. 9V i ftQv 69 ftTeiögeometer, beantragt Adr VI ui er (uari.) a) die von der 'Regierung vorgesckstagene Aushebung von \m\ Kreisvermessungstznstern und die Schaffung weiterer zweier len nicht zu genehmigen, b) tue Regie/ung zu krftlchen, nächst Vorschläge für Neuorganisation des Gesamt-Lermeftung-'- "°^Nach^ türzer'Aussprache Ivird der^luMlustankag im Srm.e des Antrags Auler angenommen. Desglpichen erfolgt nach wesentlichen Bemerkungen die Annahin« der Kapitel 70 8 , daß hiermit der Rest des Etats des ^nuern erledigt ft. Fast oi/nc Aussprache genehmigt das Haus dann ut wemg Minuten noch den Jnstizetat, Kap. 83 -~v<- Darnach ivird die Abendsitzung um 7 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung: Donnerstag früh 9 Uhr. Witterungsbericht. (O e ff entlich er Wetterdienst.) Berichtswoche — 15. März bis 21. März hindurch trat fciupt eine wesentlich? Aenderung der ^Uerlaae em. ^as Festland wurde im allgemeinen von hohem Truck vWeckr, währeiid im Südwesten ein. Tiesdruckgcbiet lagerst. Unser Bezirk bli^b rwar zunächst noch am der Grenze zwischen diesem vom uno W mit unbeständigem Wetter zn rechnen gehaR. ^ allmählich drangt sogar das westliche Tstsdrnckgebiri ostwari^ SS imtoIcinuu Einfluß Zunahme der Bewölkung und A§r mich in dieser Woche wurde unsere Wetterlage bur#; Föhnwinde von den Mpen h^b«mflußt. Das Wetter blieb wei-.erhm ichon und warm. es herrschst richtig . verbälstrismäßig sehr warmes FrulstiNgswettei. -L-ie Lagcstemp »3nrm ««Wen am Samstag in Gießen ein Maximum von 18° wälirend die Nachttempevatureii ^am gestiegen waren und sich ungefähr aus gleicher Höhe hiesten (5^-7 ^rad über Milli. Das Tagesmfttel betrug in Gießen am Samstag -ch 11,25 Nachdem sich von Freitag mi der riefe Druck wach'heften- rur'^ck- verlagert hatte, dringt er fest Montag rmeder schnril ostwärts vvr Unter seiE (rinfluß trat in ^der Nacht.vom Wmtaj an Dienstag Trübung mit leichten Niederichlagen em. Am W es vieläorts zu Gewitterbllduugen mit ltelstnweift^blichen Niederschlägen in Form von Regen- und Hagelfchauerm^er starke Barometerfall läßt darauf Mietzen, daß dgs Tiridru^ gebiet über uns hinwegzreht und rhm hoher Truck von Westen Nachfolgen wird. Gießen, den- 21. Marz 1916. _______ Airchlrche Nachrichte». Irraettttjche Religionsgemeinde. Gottesdienst in der 5ynagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 25 . März 1916 : Vorabend: 6.30 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 7.30 Uhr. Israelitische Religionsgesekschafl. Gottesdienst. Sabbats ei er am 25 . März 19 l 6 Freitag abend 6.45 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbatausgang 7.30 Uhr. .. „ nh . Wochengottesdienst morgens 7.00, abends 6.00 Uhr. Oftevbalen-Bpcnde Hn untere deutfeben jMädcbcn undKnabcn Unter- Soldaten im felde haben Schokolade und Zucker nötig, E eUern^r 7/oMrhaten E^eben da wösst ihr zu 08t -"Konfirn 1 ationskleider'für bedürftige Kinder von Kriega-Ceilnebnum Kind dau une eine Spende bringt, erhUt ein fchönee Brinnerungezeichen, da, e, zu OUern aie Orden tragen und damit bereifen kann, daee e, auch für untere tapferen Soldaten etwa, getan bat. Die Vorfitzende des HUce-frauenvemns vom Roten Kreuz frau ß. Gebhardt. Der Vorfitz^nde des Zweigvereins vom Roten Kreuz CCUcncr. frau jo* vvvi/äi «»Wn werden an der Kaffe des Roten Kr em zeg in de r Wen KUn^ma^e^g^ omm^w ——-^-- muß das Schübsi'tt enthalten, sonst -— — verhindert es nicht das Eindringen 21736 deö Masters in das Schuhzeug. Schuhfett Tranolin und Universal-Tran-Lederfett stel- prompt lteserbar. — Ebenso Oel-Wachs- Schubputr l23o4bv Niqri«. (Keine abfärbcnde Wassercreme) K°plK.ntncr.ch°m.8°brik-GövPina°niWür,tbg4 i-iGlNr. 83M6n!iunc!!unyfUt6Ätt6sibÄUU-I-ancis,vift8eh2ft ^IsuststU 8 Telephon 403 Empfehle zur bevorstehenden AUSSAAT in bekannter Qualität: Erstklassige Gemüsesamen, Blumensamen, Runkelrüben, snez Eckendorfer Riesen-Walzen, Futtermöhren, gelbe S u P nd weisse^seidefreie Kleesaaten, wie schlesischen und Pfälzer Rotklee, Luzerne, provencer. Schwsdenklee Weissklee und Gelbklee, Grassamen - Mtschungen zur Anlage von Wiesen und Zierrasen. Illustr.Preisliste aufWunsch franko zu Diensten NOWACK ..... . ■ nitiiiiuiii Sonneustraße 6. TelepH. 88. empfiehlt billigst Versanddosen und Pappschachteln Edgar 1 Somnaim Eisenbandlung. isa Photographie! (5 denn kalten in Substanz. Patronen^ u. Pastilleusorm. gebrandisferlige ^ösnngeu, Entwickler. Aixaaeu und Toubäder.Trockenplatteu, Papiere, Postkarten. Mm Adl.-Oio^ Otto Scliaat' Seltersweg 39. Hochfeinen gewässerten Stookfisch tttLelkSrliK. 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Schwabe, Pfarrer. 23081) Giessener Paedagogium n Individueller Unterricht ln kleinen Klassen Sexta-Oberprima. Arbeitsstunden unter strenger Aufsicht Vorbereitung auf Einjährigen-, Primareife- u. Abiturientenexamen Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Vor anschlag der Gemeinde Winnerod für 1916 Rj. liegt vom 26. März d. I. ab eine Woche lang auf unserem Amtszimmer zur Einsicht der Beteiligten offen. Innerhalb dieser Frist können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es werden Umlagen erhoben, zu denen auch die Ausmärker beizutragen haben. Bersrod, den 22. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Bersrod. Reuschling. 2331 Bekauntmachung. Der vom Gemeinderat genehmigte Voranschlag der Gemeinde Dorf-Gill für 1916 Rj. liegt vom 25. d. Mts. an eine Woche lang auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Während dieser Offenlagefrist können Einwendungen bei uns schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Dorf-Gill, den 22. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Dorf-Gill. Kühl. 2326 Kinder unt 14 Jahr, sind durch d. Besuch des Paedagogiums von der öffentlichen Schulpflicht 1t minister. Verfüg, befreit : wj -* vii^uwiv.uou u^uuipuitui iu uumsoer. v ermg. uerreiu Schälerheim in groß. Park. — Kur geprüfte akadem. gebild. .Lehrkräfte. Drucksachen Nr. 55 durch Ciraktor Braaberaann, Giessen, Ludwigstr. 70. in d. Nähe d. Universität Fernruf 633. Im vergangenen Jahre bestanden von den nur im Paedagogium unterrichteten Schülern 1 die ReifeprGfanG;, 3 die Prim »reife prttfang, 6 die Einjährigenprüfung und 5 die Aufnahmeprüfung in eine öffentliche Schule, das heisst sämtliche Prüflinge. [1633 Ausstellung der Seminare fit HaMbeits- uni) HMMsAftslehreriM-l 9-6 Uhr Samstag, den 25. März, von Stein stratze 10. Die ausgestellten Arbeiten sind zum großen Teil verkäuflich. Eintritt frei. Zur Besichtigung laden ein Die Seminare der Aliceschule. 2317D rii M Der jährliche Verkauf von v!e!en flHflonen beweist die hervorragende Heilkraft der echten .Liebesgabe' Altbewährt gegen: Hasten, Heiserkeit, Verschleimung, Influenza Man achte auf den Aufdruck „König*. Erna“ and weise Nachahmungen zurück. Photograph. Apparate im März und April täglich von 9 bis 6 Uhr. Erwachsene 40 Pfg., Soldat., Kinder (bis zu 14Jahren) 20 Pfg. Veranschaulichung des Weltkriegs durch Waffen, Gerät, Uniformen, Bilder, Druckwerke, Postwertzeichen. Orden usw. (2343D ^MBta Kesi&e? des liefen BCpewses« SerAommunalverbandGiehen bringt in den Verkaufsstellen!der Firma Gebr. Grieb das Psnnd zv 2.50 abgeformt in Stücken zu 1 Pfd. und '/. Psd. zmn Verkauf. Die Abgabe erfolgt in der Zeit von 9-1 Uhr nur gegen Vorzeigung der Brotausweiskarten. [2313 V wie Klapp-Kameras !! der ersten deutschen Firmen !! Feld-Kameras - Projektions-Apparate Kopiermaschinen Bekanntmachung. Das Umlugekataster der lav&* und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschast von 1915 für die Gemarkung Staufenberg liegt vom 24. März 1916 ab zwei Wochen lang auf der Unterzeichneten Bürqer- metsterei zur Einsicht offen. Staufenberg, den 22. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan. 2332 Bekanntmachung. Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großh^r- zvgtum Hessen für Jahr 1915 liegt 2 Wochen lang, nämlich vom 27. März bis zum 11. Avril dieses Jahres, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüche dagegen, daß ein Betrieb in das Kataster ausgenommen oder nicht ausgenommen, sowie dagegen, wie er veranlagt ist, sind- innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegungssrist bei dem Vorstande der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung mehr finden. Opsienrod, am 22. März 1916. ~ " Bürgermeisterei Oppenrod. Balser. Sämtliche Bedarfs für die Phofographis Photogr.- Alben 1 zum Einkloben und Emstecken der Bilder für »Ile Formate Postkarten- Alben Te £t fäinr. Tfreöert Pl 0 f tr i teilte 9liasssedtneiderei für Damen Feinste Ausführung! Billigste Preise! v Prima feinste holländische SciielsofmKabliau itt tadellos frischester Ware soeben eingetroffen u. billigst bei ivvvt« wuutuuiicii U. uuuau UCl August WalBenfeBs Kolonial waren, Delikatessen und Weinhandlurrg Telephon 262 Mclren Marktplatz 17. Be,tellungen erbitte nur frühzeitig. Flatteu und FiSum verschied. Fabrikate In jeder Preislage empfiehlt Üieclfizinag-Orogerie zum Kreuzpiatz SPE2SäL-PiaOTa»HßüS Fernsprecher 706 Kreuzplatz 9 Fernsprecher 708 AI?e Arbeiten werden prompt und pvut ausgeftthrt! -333 lOspp« uaad Sportwagen alle Neuheiten in großer Auswahl eingetroflbn Jlaig a SCilfejgfggeB», (Hessen. Bekanntmachung. Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschast von 1915 für die Gemarkung ®cu,bringen liegt vom 23. März an zwei Wochen lang auf Unterzeichneter Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einsprüche hiergegen sind innerhalb 4 Wochen an die land- und forstwirtschaftliche Bernssgenossenschaft in Darmstadt zu richten. Daubringen, am 21. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Daubringen Walter. BrcmcholzversteigerunH. Montaa. den 27. s >. 2312 Montag, den 27. März d. Js. werden aus den Do,nanmlwalddrntr,k».-n ^>eeakövscl, SillerSwnld 8a u l 12b, 13 und 14, Riliteinsheegc, Roth 5 und Bleiftod/ 1 der ^orstwartei Burkhards versteigert- ^ e Unöt la Scheiter Rm.: 60 Buche 1. Kl., 10 2 Kl.- CHrho Rundschett; 1 Aborn; 2 Erle. ftniibbel Rm - 711 Nucke «darunter 522 Stanimknüppel,- 8 Hainbuche- 37 3 Ahorn: 29 Eiche- 36 Erle- 1 Aspe; 6 Kirschbaum• \ill- beere, Ü4 WA.C (8 Mtr. langn 11 Wte aÄr 'lS Knuvvelrelng Rm.: (ut ganzer Länge, 90 Bucke 172 stlrfiL Mtr- lang),.. Reisig Rm.: 704 Buch^ Stamms A 512 Buche Aüremg. 6 Eiche. Grobe Stö«ke Rm 4 ^!cke' ""rmtttnas I» Uhr am BurkhÄdser Es h,itb gebeten, sich das Holz vor der Ner ttemernng auznseben, da das Holz „nvorgczeiat?u«! B»e>aeb°t komm«, «ou dom B.i.Iicnict.eit bol, kommt nur das mit den, tpommerjcidicn «“ nemaaenc zum.'AuSacbot. via Here Auskimit erteilt der Grotzh. »örttcr Saucrwcin an Burkhards (SW, Schotten, den 20. März 1916. Grotzh. Lberförsteret Schotten. Seidel. (22880 Die ¥rühjafir& Tfooden sind in grösster Auswahl eingetroffen. JZicken-Kleider Taillen-Kleider KrühjaJirs-M&n tel FLegen-IdLän tel Seidene Blusen W asch-Blusen Gkßilgel- u. Vogelzuchtvcrein Gießen und Umg. 1897 E. V. Unsere Mitglieder geben ab: ^ u Wdaudüties, Minorka, I 9 Italiener, Hamburger, Zwerghühne'r, Peking. ^ cntcn usw. „jrv Anfragen beim Vorsitzenden I. Schäfer, Bleichstr. 6. 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