M. Jahrgang Kr. 68 Swettes Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Di« ^«rtzever Zamllienblötter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „KwUMatt fltr den Kreis Gießen" zwerrnal wöckenttich. Die „Landwirtschafttichen Zeit, fragen"^ erscheinen monatlich zweimal. ener Anze General-Anzeiger für Gberhejsen vienrtag, 7\. März M» Notationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. bchristleitring, Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsstelle u.Verlag:e-4K51, Schrift» leitung: &&&112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Aus der italienischen Kammer. Mow, 19. Marz. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Kantmer setzte gestern die Erorteruirg der Wirtschaftspolitik der Regierung rart. Cavagnori erklärte, daß er zum Kabinett Vertrauert vave-lba er der IleberOQigmrg sei, daß Italien sich den Sieg und «ne Erfüllung seiner stöberen Schicksale zu sichern wissen werde. Bettvlo befürwortete folgende Tagesordnung: Da die Kam- mer das Vertrauen lzat, daß die Regierung in klarer EinsiM der höchsten Interessen des Vaterlandes die schwere Ausgabe erfüllen ifa ander traut ist, bemängelt sie zwar einiges in der ^.v^rtschaftspolittk der Regierung, besonders die mangelnde Forderung der Handelsmarine, al,er sie drückt das Vertrauen ans, daß das Parlament in dieser feierlichen Stunde einen neuen Beweis vaterländischer Eintracht geben werde. Bon diesen Gefühlen be- s eelt,^ glaribt Bettolv, daß man weiterhin den Mätrnern Vertrauen sckrmken solle, die nruttg Italien in einen Krieg der Vergeltung und der Gerechtigkeit geführt haben. Sie seien es, die ganz und rr«r ihre Aufgabe zum Wohle des Vaterlands erfüllen' müßten. (Verfall.) Rodinv (Katholik) erklärte, er wolle niemandem darin nachstehen, Wünsche für den Sieg der italienischen Waffen aus- zuspvechen, für einen Sieg, an welchem die Katholiken mit allen ihren Kräften nritarbeiteten. Er sehe keine Notwendigkeit, das gegenwärtige Ministerium umznbilden, das mm: wohl als cm natrvnales bezeickmen könnte. Er hoffe, daß die Kammer erneut -der Regierung ihr Vertrauen aussprechen werde, indem sie ihren Mauben an den Triumph des Rechtes Italiens bekräftige. (Zu- sttmnrung.) Zahlreiche Abgeordnete verzichteten auf das Wort zur Be- grnndung ihrer Tagesordnung. T u r a t i (nichtoffizieller Sozialist) erklärte, dch. die Bildung des von einigen vorgeschlagenen natio- innen Ministeriums kein Zeichen von Kraft, sondern von Schwäche ivare. Man sage, daß der Sozialismus in diesen: .Kriege Schiff- drnch gelitten habe, aber man vergesse, daß der Sozialismus Emer den Kapitalismus bekämpfte und daß dieser Krieg eine Folge des Kapitalismus sei. Er sei immer noch von der Zwecklosigkeit ^s Krieges überzeugt, weil das Gute nie der Oftwalt entspringe. Er mid seine Freunde blieben ihren Grundsätzen treu und warteten daraus, daß die Zeit ihnen Gerechtigkeit widerfahren lasse. Ties ser die Ursache, daß sie gegen das Kabinett stimmten. SalarHra erklärte unter gespannter Aufmerksamkeit des Hauses, daß er mit Klarheit in dem Augenblick sprechen werde, wo das Land Männer am Ruder sehen wolle, die klare und bestimmte Gedanken hätten und es verstünden, ihre Gedanken ohne Verzug und Zaudern in die Wirklichkeit umzusetzen. (Beifall.) Er erkenne an, daß die Verantwortung für die Wirtschaftspolitik das ganze Ministerium treffe und dies nicht nur aus dem Gefühle ministerieller Solidarität heraus. Es würde unnütz sein, versichern zu wollen, daß keinerlei Irrtum oder Mangel an Voraussicht vorgekommcu wären, ebenso wre es vermessen sein würde, zu versichern, daß sich in Zukunft nichts derartiges mehr ereignen würde. M a n m üss e an eine Umbildung denken, die dieser Brand ohnegleichen in der Geschichte in allen Ideen und Tatsachen des wirtschaftlichen Lebens hervorgerufen habe, eine Umbildung, die alles übertresft, was der weiseste und klügste Machthaber hätte voraussehen können. Tie Regierung hatte das Gefühl, daß sic so viel als möglich die Kräfte der Nation unterstützen müsse. Sie habe sich bemüht, diese Aufgabe zu ersüÜen, ohne jemals zuständige Ratschläge oder die Mitarbeit abzulehnen. (Zustimmung ) Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, an große Verwaltungsreftrrnen, heranzugehen. Man ändert nicht eine Maschine in dein Augeir- blick, Nw 'sie den größten Effekt erzielt. Es ist nicht richtig, daß Frankreich und England, im gegenwärtigen Moment ihre Regierung geändert haben. Die gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwier: g- keiten könnten durch keine menschliche Gewalt, durch keine menschliche Klugheit vermieden werden, wie groß auch die Pflicht der Regierung sei, sie zu mildern. Wenn die gegenwärtigen Minister iricht imstande sind, diese Aufgabe zu erfüllen, so hat die Kammer die Pflicht, sie zu ersetzen. Im Laufe der Aussprache ließen sich Stimmen vernehmen, die das Land cnmittterten, weitere Opfer zu bringen. Die Bemühungen jedes einzelnen müssen daraus gerichtet sein, die gehobene Stimmung der Oeftentlichkeit aufrechtzuerhalten. Kein Wort darf gesprochen werden, das die Stimmung des Volkes drücken könnte. Mer es ausspricht, l)andelt gegen das Vaterland. Salandra forderte dann jedermann ohne Unterschied der Partei oder Klasse auf, mitzuarbeften an der Stärkung der zeitigen Widerstandskraft des Landes. Die Redner, die von konservativen Tendenzen.des Kabinetts sprächen, erinnere er daran, daß Sonnirvo und Cavasola alte glühende Anhänger der Interessen und der Rechte der Arbeiter seien. Ter Miiristerpräsident sprach dann von dem Gesetz über Süd- ^talien, das Bestimmungen zugunsten der landwirtschaftlichen Arbeit trifft, und rief ans: Im gegenwärtigen Augenblick kann man nicht mehr Konservativer oder Demokrat sein, man kann nur Soldat sein. (Zustimmung.) lieber den politischen Strömungen steht das Vaterland, das allein ewig und unveränderlich ist. Italien steht über alles. Mehrere Redner sprachen von der Führung des Krieges. Tie Regierung soll offen und ohne Zögern aussprechen, ob die Männer, die sich an der Regierung befinden, dre geeignetsten sind, den Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen. Man müsse anerkennen, daß das Ministerium das Verdienst habe, den Krieg begonnen und seine Ziele festgesetzt zu haben. Um diese Ziele zu erreichen, hätten die Männer der Regierimg Leiden erduldet. Man dürfe eine Kabinettskrise nicht ftlrchten, wenn man glaube, daß diese Krise von Nutzen sein werde. Wenn dies Ihre Meinung ist, sagte der Ministerpräsident, dann sprechen Sie sie durch ihre Abstimmung aus, ohne sie znrück- zuhalten, um die Krise etwa inorgen hervorzurufen. Wenn cs andere geeignetere als die gegenwärtigen Minister gibt, den Krieg zu führen, dann ist es besser, ivenn die Krise heute kommt statt morgen. Jenen, die der Regierung vorgeworsen, mit dem Eingreifen Italiens kein Geschäft gemacht zu haben, erwidere ich, daß mit der Intervention ein Geschäft zu machen, ihre Entwürdigung bedeutet hätte. (Lebhafter Beifall.) Wir mußten erhobenen Hauptes das Bündnis verlassen, an das wir seit 30 Jahren gebunden waren, und nicht so, als ob Nur eine Erpressung verüben wollten. Italien verließ erhobenen Hauptes das B ü n dn i s. (Langanhaltender Beifall.) — Man hat gefragt, ob die Regierung boinr Mschluß des neuen Bündnisses die Interessen Italiens gesichert hätte. Hohe Staats- rücksichten verbieten dem Ministerium die Antwort darauf: möge jeder nach! Gewiffen und Vernunft urteilen. Denjenigen, die von einem größeren Kriege gesprochen haben, ist zu antworten, daß solche Argumente in einer politischen Versammlung nicht besprochen werden können, wobei anzuerkennen ist, daß die Redner, die sich mit der Frage beschäftigt haben, dies mit großer Mäßigung taten. Was die Kriegsführung anbettifft, so muß man zu den Führern der Armee Vertrauen haben. Den Argwohn auszu- sprechen, daß die Regierung sich nicht eiftig genug' zugunsten d"s Krieges zeige, kann nur dem Feinde Vergnügen bereiten. Es ist schmerzlich, daß die edle patriotisck^e Bewegung beeinträchtigt lvird durck> Treibereien, die die Tätigkeft der Regierung irr gegen-, wärtigen Augenblick mindern tvollen. (Lebhafter Beifall.) Die Regierung ist nicht verschwenderisch mit Worten (?), aber man kann ihr keinen Mangel an Eifer vorwerfen. Solange unsere allen Herzen nicht brechen, werden sie die Quellest dieses Eifers sein können: wir brauchen nicht anderswo zu schöpfen. (Lebhafter Beifall.) Heute sind zwei Jahre verflossen, seit die Regierung ihr Amt übernommen hat. Ta die Macht der Ereignisse es gewollt hat, daß die gegenwärtigen Zeiten denkwürdig in Jahrhunderten sind, gehören die Taten der Regierung dem Urteil der Geschichte an. Wem: die Minister einiges Verdienst hal^n, wollen sie sich dessen nicht rühmen, um eine günstige "Abstimmung des Parlaments zu erlangen. Bevor Italien in den Krieg cin- trat, wagten fremde Botschafter zu schreiben, daß Italien wenig gelte als Verbündeter und wenig als Feind. Heute wird Italien von den Bundesgenoffen gerecht gewürdigt und von seinen Feinden nad} Gebühr respektiert. (Lebhafter Beifall.) Möge die Kammer Männer zür Regiermrg rufen, die sie geeignet hält zur Erreichung der Ziele des Landes. Was von Bedeutung ist, ist nur, daß die Ziele erreicht werden. Damit aber die Regierung mit Nutzen tätig sein kann, muß sie eines ständigen Vertrauens des Parlaments sicher sein. (Lebhafter Beifall.) Möge Ihre Abstimmung llar und deutlich, ohne Einschränkung und ohne Hintergedanken sein. (Lebhafter wiederholter Beifall.) Rom, 19. März. (WTB. Nnhkamtlich.) Agcnzia Stefani. Bormeldung. Tie Kammer genehmigte auf'AKunsch Halandras in namentlicher LlbstimmUng mit 394 gegen 61 Stimmen folgende von M o r p u r g o erngebrachite Vert-rauenstages- ordnung: Tie Kammer verttaut darauf, daß die Regierung unter den gegenwärtigen Bedingungen ihre eigene wirtschaftliche und finanzielle Politik so weitersührt, daß sie die wirksamste Verteidigung des landwirtschaftlichen, industriellen und kommerziellen Lebens des Landes erzielt. Märkte. Gießen, 21. März. Marktbericht. Ans dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Psd. 1,90-0,00, Hühnereier das Stück 17-00 Pfg., Käse das Stück 8—10 Pfg., Käsematte 1 Stück 3-0 Pfg., Kartoffeln der Zentner 3,75 bis 0,00 Mark, Milch das Liter 28 Pfg., Svinat 26—30 Pfg. das Pfd., Gclberüben 00—00 Pfennig das Pfd., Rosenkohl 25—30 Pfg. d. Pfd., rote Rüben 0—0 Pfg., Zwiebeln das Pfund 20—25 Pfg., Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg., Blumenkohl 00-00 Psenniq, Sellerie 0 — 00 Pfennigs das Stück, Grünkobl 20—25 Psg., Feldsalat 10—12 Pfg. — Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. fc. Frankfurt a. M. Viehhofm arfktbericht vom 20. März. Auftrieb: Rinder 306 (darunter Ochsen 49, Bullen 12, Kühe und Färsen 245), Kälber 67, Schafe 00, Schweine 00. Marktverlauf: Die auf den: Jnlandsmarkt stehenden Rinder wurden zu ben festgesetzten Höchstpreisen schnell abgesetzt. Kälber bei lebhaftem Handel geräumt. Preise für 100Pfd. Lebend- Schlachtgewicht. Kälber. Mk. Mk. Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . 130—135 217—225 Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 120—130 200—217 !e. Frankfurt a. M., 20. März. Frucht- und Futtermittel markt. Auf dem Getreidemarkt fanden einige Umsätze statt. Die Stimmung am Futtermittelmarkt ist fest bei guter Nachfrage aber mangelndem Angebot, bezahlte Preise lassen sich nicht seststellen. Geschäft äußerst ruhig. Mischsutter 57,50-60,00 Mk.. Spelzspreumehl 29-30 Mk., Strohmehl 31,50—32 Mk., Bouillousabrikationsabfälle 34-36 Mk. Alles per 100 kg ohne Sack ab Station. fc. Frankfurt a. M., 20. März. Kartoffelmarkt. Kartoffeln ab Versandstation in loser Ladung per 100 Kilogramm 6,10 Mk. ic. Wiesbaden , 20. März. 33 t et) mar Et. Auftrieb: 21 Rinder, darunter 6 Ochsen, 4 Butten, 11 Kühe, 16 Kälber, 0 Schale, 0 Schweine. Bei fiauent Geschäft bleibt geringer lieber- stand apf dem Rindermarkt, da sämtliche Rinder aus dem Auslande stammten, exorbitante Preise gefordert wurden, weil Ulr Auslandsvieh keine Höchstpreise bestehen. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. März 1916 |o.| % C ^ — ü a — 5- o 6- 7 «J o = OI "o 2- Ü H 3Ü- z tz> , £> jo 5 If iS JO i ^ cg •- H Wetter 20. 2« 17,0 8,1 56 _ 5 Sonnenschein 20. y36 — 11,2 8,3 83 — — 2 Bew. Himmel 21. 8,3 7,7 94 10 Nebel ' i I I || Höchste Temperatur am 19. bis 20. März 1916: -ft 17.8° C. Niedrigste . 19. . 20. . 1916: -ft 6,4*0. Niederschlag 0,0 mm. Auch a/s Liebesgabe im Felde begehrt/ (Im Feldpostbrief portofrei.) Ar» nft und Wissenschaft. — Berliner Theaterbrief: Felix von Weinart n e r s „Tame Kobold" im Deutschen Opern- ans. Ans Berlin wird uns geschrieben: Mit lebhaftem Erfolg kam' Frettag im Deutschen Opernhaus Felix von Weingartners neue Oper „Dame Kobold" zur Berliner Erstaufführung. Hatte Weingartner mit seinem letzten Bühnenwerk, dem Einakter „Kain und Abel", biblischen Boden betreten mib tragisch-erhabene Vorgänge zu dichterischem und musikalischem Ausdruck gebracht, so wandte er sich in seiner neuesten Schöpfung dem Gebiet der kowischen Oper zu. Seinen Stofs holte er sich aus dem Spanischeir, einer Kotnrödie Caldero-ns, von der die Grunt^üge der Handlung beibehalten wurden. Tie junge Witwe Donua Angela, während des Trauerjahrs von ihren Brüdern Ton Luis und Don Juan stteng behütet, erblickt ans der Straße Don Dtanuel, den Freund Don Juans, der eben nach Madrid gekommen ist. Gern nimmt Don Manuel die Gastfreundschaft der Brüder an, da diese ihm Gelegenheit bietet, in der Nähe der schönen Frau zu sein. Nun entwickelt sich mit Hilft eines drehbaren Schrankes cin Liebesund Jntriguenspiel, das nach mantiigfachen heiteren Verwicklungen zur Bereinigung der Liebenden führt. Diese Fabel hat Weingartner zu einem graziösen Textbuch umgoarbeitet, dessei; Werft leicht und flüssig dahingleiten, das aber infolge der Gleicki- zeitigkeit der Vorgänge auf der geteilten Bühne an Verstündlicl>- feii und Klarheit manches zu wünschen übrig läßt. Tie Partitur ist reich an Schönheiten. Gleich die ungemein frische D-Dur-Ouver- türe ist ein sehr gelungenes Stück. Mit Erfolg ist ein melodischer, rhythmisch sehr reichl)alttger Sttl festgehalten, der durch Vereinfachung und Abftge an alle „Pvogrammusik" toahchaft erfrischend wirkt. Einzelne lyrische Stellen bilden in edler Gesangslinie Ruhepunkte im Fluß des geistreich dahinperlenden Orchesters. Die Instrumentation ist eine Hauptstärke der Oper. Die Orchesterbehandlung, bunt, schillernd, weist vielfältige Abschattiernngen eines Meisters auf, dem auf der Palette des Klaiigkörpers alle Farben zur Verfügung stehen. Tie Aufführung, voti Kapellmeister M ö - r i ke schwungvoll geleitet und bis in die kleinste Einzelheit liebevoll ausgefeilt, von Direktor Hart mann ttefflich inszeniert, hielt sich auf voller Höhe. Die chavakteristisckie Farbigkeit der Bühnenbilder, die Pracht der Kostüme versetzten glaubhaft m die Zeit der Reifröcke und Galanteriedegen. Gesanglich iourde teilweise Glänzendes geboten. Frau Z immer mann war eine vorzügliche Angela, Fräulein Dorp eine numtere Isabel, Irene Ed-eu vertrat mit Geschick die Rotte der Beatriee. Die männlichen Partien waren in ben Händen der Herren Börgesen, Laubenthal, Gent- iter und Kandl bestens aufgehoben. 33esoiidcrs der letztere sorgte tnirrf) fernen drastischen, aber tnemals übertteLendeii Humor für Heiterkeit. Weingartner, der nunmehr nach Berlin Zurückgekehrte, wohnte der Vorstellung in der Direktioirslogc bei und wurde nach allen Mtschliissen oft tmd stürmisch gerufen. F. Sch. — EinfranzösischesKricgsstückausdeinJahre 19 3 7. Man sage nicht, daß die Kunst in Frankreich darnieder- liegt: die Pariser Theaterwelt feiert soeben einen neuen großen Erfolg, und das in Frage stehende Kunstwerk ist nicht nur aktuell, sondern sogar der Gegenwart weit voraus — es ist ein Kriegsstück, das im ^chre 1937 spielt: Politik, Chauvinismus und Volks- Verhetzung waren schon vor dem Kriege ans den Pariser Bühnen heimisch. Im letzttn Spieljahre vor 'Kriegsatlsbruch jubelten die Bürger an der Seine allabendlich dem großen und heroischen Dranm „Aksace" zu, das garrz offen zum Kriege gegen Deuffch- land imd zur Rückeroberung des „geknechteten" Elsaß aufforderte. Dann, als der Krieg blnttgste Wirllichftit geworden war, jagte ein Kriegsstück das andere, und die Greuel häuften sich auf den Bühneii, die einst Moliere gedient hatten. Aber da man auch an deutschfeindlichen Schreckensdramen übersättigt loerden kann, mußte der Born der Kriegsdramatiker allptiähllich versiegen. Der Rühin, diese mehr fragwürdige Kunstgattung nunrm'hr wieder zu Eliren gebracht zu haben, gebühvt denr Zukunftsstück des Herrn Maurice Soulis, das am Theater Rejanc mit Beifallsstürmleu begrüßt wurde, lieber die Handlung dieses Sttickes, das sich ,I914 bis 1937" betitelt und nicht den Krieg selbst, sondern die Nach- loirkungcn der Kriegszeit behandelt, vermag man sich aus der ^Besprechung im „Figaro" zu unterrichten: Wir leben also im Jahre 1937, der Friede ist — was ja schließlich aiich zu erwarten loar —. loieder hergestellt. Ja dieser glücklichen Zeit lebt eine französische Dame mit ihrem ciiizrgen Sohn in einem Hotel in Oftnf, um die Verlobung ihres Sprößlings mit einer jungen Sck)weizerin zu feiern. Alles scheint demnach in bester Ordnung; aber die Nachwehen des Krieges mvcheii sich gelterid, bald nitnml das Verhängnis seinen Lauf. Die Mutter nnftres Helden lourde nämlich im Weltkriegsjahre 1914 von einem deutschen Ulanenoffizier zu sträflicher Liebe verfüMt, ihr Sohn ist das Kind ftnes schändlichen Deutschen. Doch als treue Französin hat die Mutter das Geheimnis bewahrt, der Sohn glaubt, daß sein Vater ein Franzose und gestorl>en sei. Doch knapp vor der Verlobung entdeckt die miglückselige Frau, daß ihre zukünftige Schwiegertockster keine Schweizerin, sondern eine Deutsck^e, mrd zwar — die Tochter eben jenes Ungeheuers von Utanenoffizier ist. 3)räutigam und Braut sind also in Wirklichkeit 3-ruder mrd Schwester. Als der junge Franzose den ganzen Zusammenhang erfahveti hat, begibt er sich zu seinem deutschen 3Zater und erwürgt ihn. Der Onkel des Mörders aber — ein französischer Admiral! — nimmt die Tat auf sich, um das ju«ge Leben des Heldeii dem Vaterlande zu erhalten.. . So ist das „Kirnstwerk" beschaffen, das von der Pariser Presse in langen Artikeln gefeiert wird, dessen Rollen von DerüliMI- heiten wie Suzanne Desprös dargestellt werden. Das also ist die lvahre Kimst, vmc der wir Barbaren nichts verstehen.... — New d*> rk im Go bbt a ä me l und 3fte r g n ü g u n g s- sieb er. Der ungeheure Zufluß an Gvld, die fieberhaft Tätigkeit der K^egsmtmstrieil, das rastlose ^kennen von Kftiegsge- schaffen aller Art hobeti in den 33ereinfttten Staateti jene Art des Lebens, die man in Idomanen „amerikanisch" nennt, aufs äußerste gesteigert. Kern Romaii, keine phantastische Schflderung, meint der amerikatrische Berichterstatter der „Daily Mail", vermöchte die Intensität des Löbens zu überbieten, das sich fttzt in l Wirklichkeit in New York abspielt: „Während fast alle großen Staaten unter der Tragik des Krieges leiden, bereichert Amerika !ich tu der unglaublichsten Weift an dem Drama des Weltkrieges, und das New Yorker Leben zeigt eine Ueberhitzung, wie sie in den besten Zeiten niemalsl festgestellt werden konnte. Noch nie war -"ew York so überftillt, so übermütig, laut, so vergnügungssüchtig und arbertssam une in diesem Jahre. Alles geschieht im Galopp. Und lelbst dieser Rekord wurde in den letzten Monaten noch über- lwtem Während man früher die neuen Millionäre noch einzeln mit Namen nennen konnte, sind sie jetzt nur noch ztr Hunderten zu zählen. Aber es werden nicht nur Unsummen eingenommen, sondern auch ausgegeben. New Mrk ist das Zentrum'für die Millio-« näre aus allen Teilen der Vereinigten Staaten. Tie Glanzzeit von Monte Carlo verblaßt im Vergleich mit der Gegenwart von 9tew York. Mle Amenikairer, die sonst im Winter nach Europa zu reisen pflegen, komtnen jetzt nach New York. Noch niemals war die .Hauptstadt so überflutet von Leuten, die sich oergtrügen und mit vollen Händen Geld ausgebeii wollen. Es läßt sich rncht genau seststellen, wieviel Geld die Alliierten bisber nach Amerika gezahlt haben, aber sicherlich sind es nicht weniger als 2 Milliarden. Selbst in den gooßen Tagen der Stahl hausse vor ungefähr 15 Jahren, als jeder neue Zug, der aus dem Manhattan-Bahnlwk einfuhr, nene Millionäre auszuladen schien, loa von die Hotels und Theater nicht so überfüllt, >oar die glänzende „Frfth Avenue" nicht so dicht nttt Luxuswagen aller Art besetzt, sah man in der Großen Oper nicht so viele kostbare Tianranten und Perlenketten^ verlangte «und bezahlte man in den Speisehänsern nickck so märchenhafte Mahlzeiten. Luxus und kostspielige Leidenschaft sind auf il/rem Höhepunkt angelcmgt. Wenn man jetzt mrs dem ernsten, ün Opfern und Entbehmmgen so reichen England nach New York kommt, ist nian anfangs wortlos vor Berbllifffrng unter dem ungel>euren Eindruck des Unterschiedes zwischeti dein Leben in Cnglatid nnb dem in Amerika. Es ist, als lebe man in New York hinter einem dichteri 33orhang, der de:: Krieg lveder sichtbar iwch hörbar werdet: läßt. Es erscheint fast zwecklos, daß die ameri- kanisckMi Blättei^ spaltenlange Kviegstelegoamnte und Kriegsberichte bringen, nienrand nimmt sich die Zeit, sie mit Rirhe und! mitMlendem Fnteressc zu lesen. Nock roetiiger Zeit aber hat man, über die Pvobleme des Krieges imd der Ztlkunft nachzudenken. Gewiß gibt es einzelne 3Lusnahnnm, alter das, was man die „Gesellschaft" nennt, hat anbar Sorgen mrd aridere Jrtteresftn. Ädan ißt, trinkt, tanzt — und am nächsten Tag begirmt man lvicdev von neuem . . — Frankfurt n. M., 20. März. Ter bekännte Architekt imd Glasnntler Rudolf Lin ne mann, eine auch auf dem Gebiet der Heimatschutzbervegung Nassmis uud Hessens ftihrcnde Persönlichkeit, ist im Felde gefalleil. — Berlin, 20. März. (Priv.-Tel.) Tie „Vossische Zeitung" meldet aus W a r s ch au: Tie ZaU der Jninlattikulationcu an der Universität hat die Zahl 2000 überschritten. Konfirmanden-Kleider in allen Preislagen. 1981 J. Pfeffer, Marktplatz 6 Alfa-LaTal (Separator Buttermaschinen sowie jescL Art milch* virlsihaitllchor ßarflt« empfiehlt Edgar Borrmann Eiseuhandlung Renstadt 11 „a Tel. 166 Iriiprtaffdn reine Norddeutsche, aesunde Saatware — Kaiserkronen —— —- Panlsens Julie — Ella etc. . ■ ■ empfiehlt I. Weisel, Sonnenstraße 6. Televh. 88. Wollen Sie* gute lüfte und saftige Apfelsinen kaufende gehenSie t den Spanischen Garten BnhnhofstraQe 48. Filiale: SelterSweg 9, Zkirchenvlatz 19. TRpNch Mache Warte, j :: Billige Tageaprtite.: R. Masel ans Oesterreich. 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Aus obiger Stiftung, welche bezweckt, daß aus den Kapital zinsen drei jung« Leute, und zwar aus jeder der drei Provinzen einer, eine gleichmäßige Beihilfe zu den Kosten ihrer Ausbildung auf einer höheren Bildungs- anstalt erhalten sollen, sind für das Jahr 1916 drei Stipendien von je 400 Mark zu vergeben. Das Stipendium kann auf drei Jahre ausgedehnt werden: es können jedoch nur Angehörige solcher Gemeinden berücksichtigt weichen, welche Beiträge zu dieser Stiftung geleistet haben. .Hiernach berechtigte und befähigte junge Männer, .'che zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere Bil- ngsanstalt besuchen oder besuchen wollen und sich um vas Stipendium zu bewerben beabsichtigen, sind eingeladen, ihre Gesuche durch ihre betreffende Bürgermeisterei an die Bürgermeisterei der Hauptstadt ihrer Provinz, also aus Orlen der Provinz Starkenburg an die Bürgermeisterei Darmstadt, aus Rheinhessen an die Bürgermeisterer Mainz, aus Oberhessen an die Bürger meisterei Gießen bis längstens »um 20. April ds. Js. gelangen zu lassen. An Zeugnissen find den Gesuchen beizuleyen: 1. ein behördlich beglaubigtes Vermögens zeugnis, 2. eine behördliche Bescheinigung, daß und wo Gesuchsteller studiert, 3. das Maturrtäts- bezw. SchulabganaszeugmS, 4. ein Führungs- (Leumunds-) Zeugnis. Außerdem ist der Nachweis zu erbringen, daß der Gesuchsteller in Hessen geboren, bezw. hessischer Staatsangehöriger ist. 2263B Gießen, Mainz, Darmsdadt, den 18. März 1916 Das Kuratorium: Keller vr. G ö ttelmann Oberbürgermeister. Oberbürgermeister, vr. Glässing _ Oberbürgermeister. _ Bekanntmachung. Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaftlichen Berussgenossenschast von 1915 für die Gemarkung Sternbach liegt vom 25. März ab 2 Wochen auf der Unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einsprüche hiergegen sind innerhalb 4 Wochen an die Land- und Forstwirtschaft Darmstadt zu richten. Steinbach, den 20. März 1916. m8 Großhcrzogliche Bürgermeisterei Steinbach. I. V. Haas. Bekanntmachung. Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Bor anschlag der Gemeinde Burkhardsfelden für 1916 Ri. liegt vom 28. März d. I. ab eine Woche lang auf unserem Amtszimmer zur Einsicht der Beteiligten offen. Innerhalb dieser Frist können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es werden Umlagen erhoben, zu denen auch die Ausmärker beizutragen haben. Burkhardsfelden, den 18. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Burkhardsfelden. * _ Hofsmann. !*ü Bekanntmachung. Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenoffenschast von 1915 für die Gemarkung Beuern liegt vom 23. März ab zwei Wochen auf der Bürgermeisterei offen. Wiedersprüche gegen die Hohe der Veranlagung oder Nichtveranlagung sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der OffenlegunbSfttst bei dem Vorstande der land- und forstwlrtfcha chastlichen Berufsgenoffenschaft in Darmstadt zu erheben. Beuern, den 20. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Beuern. ^ I. V. Otto. 2371 Bekanntmachung. Das Umlage kabasber der land-- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großherzogtum Heften für das Jahr 1915 liegt 2 Wochen lang, nämlich vom 21. März bis zum 5. April dieses Jahres, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüche dagegen, daß ein Betrieb in das Kataster ausgenommen oder nicht anfgenommerr, sowie dagegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegungsfrist bei dem Vorstände der land- und forstwirtschaftlichen Berufs- genosseuschast in Darmsdadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche Minen keine Berücksichtigung mehr finden. Weitershain, den 19. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Weitershain. J.V.: Psaff. 2241 Bekanntmachung. Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaftlichen Berussgenossenschast von 1915 für die Gemarkung Queckbvrn liegt vom 22. Marz an 2 Wochen lang auf der Unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Queckbvrn, am 21. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Queckbvrn. chmidt. 2350 Bekanntmachung. empfiehlt in großerAuswahl Edgar Borrmann Eiscnwareu-, Haus- und Ltüchengeräte-Handluns. Das Umlagerntetfte t der land- und forstwirtschaftliche n Berufsgetwssenschast von 1915 für die Gemarkung Harbach liegt vom 24. März 1916 ab zwei Wochen lang auf Unterzeichneter Bürgermeisterei offen. Harbach, den 18. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Harbach. Münch. Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenoffenschast für das Groß- herzvgtum Hessen für daS Jahr 1915 liegt zwei Wochen lang, nämlich vom 22. März bis zum 5. April d. I. aus der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüche da gegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegungssrist bei dem Vorstande der land- und forstwirtschaftlichen Berufs genoffenschast in Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksich tigung mehr finden. Rödgen, den 20. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Röhgen. Kraushaar. Amtliche Bekmitmüchuilgeil Ser Stadt Gießen. liflü 2242 Bekanntmachung DaS Umlagekataster her land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großher zogtum Hessen für das Jahr 1915 liegt 2 Wochen lang, nämlich vom 21. März bis zum 5. April dieses Jahres, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüche dagegen, daß ein Betrieb in das Kataster auf- genommen oder nicht ausgenommen, sowie dagegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offenlegungsfrist bei dem Vorstände der land- und forstwirtschaftlichen Berufs genvssenschaft in Darmstadt zu erheben. Später eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung mehr ftnden. Großen-Buseck, den 18. März 1916. Großh. Bürgermeisterei GroßerEuseck. Schwalb. Bekanntmachung 2240 Das Umlageöataster der land- und forstwirt schastlichen Berussgenossenschast für das Großhev zogtmn Hessen für das Jahr 1915 liegt 2 Wochen lang, nämlich vom 21. März bis zum 4. April d. I. auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteilig ten offen. Etwaige Widersprüche dagegen, daß ein Betrieb in das Kataster ausgenommen oder nicht ausgenommen, sowie dagegen^ wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offen legungssrist bei dem Vorstand der land- und fvrst wirtschaftlichen Berussgenossenschast in Darmstadt zu erheben. Spater eingehende Widersprüche können keine Berücksichtigung mehr ftnden. Allendors a. d. Lahn, den 19. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Allendors a. d. Lahn Volk. Holzsubmisston. 2288 Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod soll folgendes Holz auf dem Submissionsweg vergeben werden: Weißtannenstämme 5a. Kl. 1,29 Festmeter Fichtenstämme 3. und 4. H 27,54 „ 5a. „ 48,43 h 5b. t; 45,38 n Die Gebote sind pro Festmeter, getrennt nach Klaffen und Sortiment, verschloflen bis zum 23. März d. I., mittags 2 Uhr, auf Unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung in Gegenwart der erschienenen Bieter stattfindet. Nähere Bedingungen liegen auf Unterzeichneter Bürgermeisterei offen, werden auch bei Eröffnung der Offerten bekannt gegeben. Bemerkt wird noch, daß noch Holz aufgearbeitet wird, und daß dieses den Klassen noch zugeteilt wird, ohne irgend eine Aenderung der Kauf- ledingungen. Annerod, den 17. März 1916. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Horn. 220t Prima feinste holländische Schellfische u.Kabliau In tadellos frischester Ware soeben eingetroffen u. billigst Bei August Wallenfels Kolonialwaren, Delikatessen und Wetnhandlung _ Telephon 262 _ Metren Marktplatz 17. 11219 Bestellungen erbitte nur frühzeitig. Es muß aus Volkswirtschaftlichen Gründen der größte Wert daraus gelegt werden, daß alles Gelände, das landwrrtsäMtlich benützbar ist. auch an- g e baut wird. Ich richte daher schon jetzt an alle Eigentümer und Pächter von Grundstücken die dringende Aufforderung, dafür Sorge zu tragen, daß keiner der rn rhrem Besitz stehenden Grundstücke unbebaut blerbt, auch wenn das Grundstück nur von geringer Ausdehnung ist oder bisher anderen Zwecken gedient füt. Sollte ein Grundstücksbesitzer aus zwingenden Gründen rricht in der Lage sein, seine Grundstücke selbst zu bewirtschaften, so hat er hiervon auf dem Stadthaus — Zimmer Nr. 15 — Anzeige zu erstatten, damit ich in der Lage bin, ans Grund der Verordnung des Bundes- rats vom 31. März 1915 (Kreisblatt von 1916 Nr. 17; bie Ausstellung dieses Grundstücks in der dort vor geschriebenen Weise sicherzustellen. _ 22571 Nachstehende Bekanntmachung des Großh. Kreis omtö Gießen bringe ich zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 18. März 1916. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachung. Betr.: Den Verkehr mit Gerste und Hafer; hier: be- schleimigte Ablieferung. Zur Beseitigung von Zweifeln wird darauf aufmerksam gemacht, daß nach dem 1. April 1916 unter Umstfänden zur Enteignung der bis dahin nicht freiwillig abgelieferten Gerste- und Hafer-Mengen geschritten werden muß, und zwar zu dem gekürzten Preise von 24 Mark für den Doppelzentner (8 2 der Bekanntmachung vom 17. Januar 1916, Reichs-Gesetzbl. S. 41). Es empfiehlt sich daher, für alle landwirtschaftlichen Betriebe alsbald eine Berechnung darüber vor- zuuehmen, welchen Teil ihrer Ernte sie für sich behalten dürfen und sodann den verbleibenden Rest in der Zeit von heute bis zum 31. März 1916 an die mit dem Ankauf betreute Firma „Vereinigte Getreidehändler" G. m. b. H. ln Gießen zu veräußern. Für Hafer gilt in diesen! Zeitraum der Höchstpreis von 30 Mark für den Doppelzentner; für Gerste ebenfalls. Nur für Kontin- aentsgerste wird der von der Gersteverwertungsgesellschaft seither bewilligte Uebernahmepreis von 40 Mark für den Doppelzentner vorerst noch beibehalten blei- den. Tie noch ahzuliefernden Mengen sind sofort bei den zuständigen Bürgermeistereien anzumelden. Wer dieser Verpflichtung nichtnachkommt, hat sich die hieraus entstehenden Folgen selbst zuzu s chreiben. G i c ßen, den 16. März 1916. 3358B Großh. Krrisamt Gießen. gez. Dr. Usinger. Versteigerung von Abfallholz. Das an der Marburger Straße und am Weg zum Neuen Friedhof lagernde Abfallholz von Bäumen, bestehend in 16 Haufen Reisig und einem im Bürger- Nieistereihof lagernden Haufen Knüppel, werden Don. nerstag, den 23. März 1916, nachmittag; 5 Uhr beginnend, an Ort und Stelle meistbieten! versteigert. Tie Zusammenkunft ist auf der Marburger Straße Weg zum Friedhof. am 3260b §rs KMteil her Tauben wirrtö der Saatzeit Tie Besitzer von Tauben merbeit unter Hinweis aus Artikel 39, Ziffer 2 des Feldstrafgesetzes vom 19. Juli 1905 aufgefordert, ihre Tauben wegen dek Saatzeit vom 24. März bis Ende April 1916 einzuhalten. Auch die Besitzer von Milrtärbrief- tauben werden im Interesse einer ausreichenden Frühbestellung ersucht, ihre Tauben während dieser Zeit ein zuhalten. 22566 Gcländcverpachtnng der Stadt Metzen. mit der 2 . der bei d« Dienstag, den 28. März sollen die nachstehend verzeichneten Grundstücke an Ort und Stelle meistbietend verpachtet werden und zwar: 1. vormittags um 9 Uhr beginnend Zusammenkunft in der Schillerstraße bei Schreinerei von E.H. Müller 9 GrabstÜck im Gartfcld auf 6 Jahve; vormittags 10 Uhr 2 Grundstücke in Schwarz lach, in der Nähe der Unterführung Ederstraße, auf 6 Jahve; 3. nachmittags 2 Uhr 3 Grundstücke an Licher Straße bei dem Niederdruckbehälter 6 Jahre; 4. nachmittags 27 9 Uhr 1 Grundstück Schiffeuberger Weg, gegenüber der Gärtnerei Lieh, auf 6 Jahre; daselbst wird auch ein Haufen Holz versteigert; nachmittags 3V* Uhr 6 Grundstücke unterhalb der Aktienbrauevei, an der verlängerten Wilhelmstraße, auf 6 Jahre; 22616 nachmittags Uhr 4 Grundstücke hinter dem neuen Viehmarktplatz, uitterhalb der Eisenbahnbrücke in der Klinikstraße, auf 6 Jahre au' am 5. Holzversteigerung der Stobt Gießen. Montag, den 2 7. März >1916, vormit» ags-9Vs Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen, in den Distrikten Fernewald, Magnuswäldchen, Studentenschlag und Anneberg. na> teigert: 12 Rm Eichen-Nutzscheitholz, 28,72 Rm Buchon-Scheitbolz, 18,0 Rm Ftchten-Scheitholz, 66 Rm Buchen-Knüppel Holz, .6 Rm Birkrm-^üppelholz, Rm Erlen-Knüpvolholz, Rm Kiefern--Knüppelholz, Rm Fichteu-Knüppelhvlz, 2510 Wellen Buchen-Reisig, 130 Wellen Eichen-Netsid. 980 Wellen Fichten-Reislg, 60,4 Rm Buchen-Stvckholz, 6,4 Rm Eichen-Stockholz, 34,2 Rm Fichten-Stocklwlz. Zusammenkunft ist auf der ichueise. 1,8 28,7 Di« der 9. Si Licher Straße an 22598 ( k^siimsiisoks bekmörren, UöxsnsekuZ,' ^eiSöN. In Apotheken FI. H 1,40; Doppelt!. M 2,40. DIE VORBOTEN DES FRÜHLINGS Waschmaschine ». Heina« t Eiader vag., leicht. Haadsrasi* 2 Beitstell, m. Matratzen z. v. 084G7I Marktstraße 14. 08454] Sehr gut erb. Kinder- waa. z.v. Bismarckstr.lvp. Befferer sehr gut erhaltener Kinderwagen »Peddigrohr) preiswert zu verkauf. 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O. i amtliche Konkursgläubiger hierdurch auf, die Feststellung ihrer bestrittenen Ansprüche zu betreiben und mir innerhalb eurer Ausschlußfrist von zwei Wochen nach dieser Veröffentlichung den Nachweis zu führen, daß und für welchen Betrag die Fest- stellungsklage erhoben ist. Wird dieser Nachweis nicht rechtzeitig geführt, so werden die Forderungen bei der vorzunehmenden Verteilung nicht berücksichtmt. 12263 Gießen, de« 21. März 1916. ' L. Alt hoff, Konkursverrval ter. 084711 Gesucht zum 1. April ein in Küche und -Haus selb- ständ., bess., älteres Mädchen (Witwe nicht ausgeschl.) Nach- znfragen Plockstratze Hl. li!!:^.IjziiMSiiM°^L! 084681 Hofmannstraße 9. MI' Tie Fnhrlcntnnge» für die Bahnmeisterei 1 Gießen für 1./4. 1916 bis 31./3. 1917 sollen an den Mindestfordern- den vergeben werd. Äugebvt- bogen find aus Zimmer Nr. 20 des Amtsgebäudes, Liebig- straße Nr. 23, in Grupfaug zu nehmen. lW65i Die Angebote muffen bis 25./3. eingereicht fern. Gießen, 14. Ullärz 1916. Großb. Betrrebsanrt 1. Eins. Frl. suchtStellg.a.Stütze selbige k. g. koch. u. näh., gute Behandlg. u.Familienanschl. erw.Frau Bärrn, gewerbsmäßige Stellenvermittlerin, Kirchenvlatz 11. 108473 0846s ! Saab, lieft). Lanfaiädchea s. St. N. Z&is.’AUee 24 b.Aypei 4 gute Muttertüiber ostfriefische Rasse, hat abzugeben L. Brückmaun, Neu- Hof, Post Leihgestern. [2237 verwend. Dammstr.3lll.s„g458 Kieler Bitliize httllti empfiehlt 2276 Georg Wallenfels, gegenüber d. Engelavotheke. Die Gi©ße7»er Damen bevorzug, als Modeberater weitaus das allbel. Favorit- ModeQ-Älbmn, n.60 Pfg.Es ist das beste und bill. Modenbl. 11 . alle Vorlaff.könn.m. Hilfe von Favorit-Schnitten leicht nachgesch. werden. Sie sind eineraühel. Hülfe f. j.Dame. Zu bezieh, von Sa2omGn&€ie. 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