Nr. 77 Der Sletzener Auzetaer erscheint täglich, außer Sonntag?. — Beilagen: viermal wöchentlich SlehenerZamilienblätler; zweimal wöchenll.Nreir- blall fin den Ureis Stehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land: wirtschaftliche Zettfra§en Fernjprech - Anschliffe: für die Schriitleitung l 12 Verlag,GeschäitssteÜeSI Adresse U'ir Drahtnachrichten: Anzeiger Gieften. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Erstes Blatt M. Jahrgang Aeitag, Zs. März M6 Rststisnrdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Such- und Steindruckrrei R. Lange. Schriftleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: §chu!str.7. BezrrqSprer5: ttwnall. 85 Ls., viertel- iährl. Mk. 2.5/): durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Bi.: durch die Poll Mt. 2.30 Vierteljahrs. ausschl. ^estellg. Zeilenoreis: lokal15Pf„ ausw. 20' Pi. — Haupt- schrijtleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. «Äoetz; iur Stadt und Lano, Vermischtes und Äe- richtssaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sälntlich tn Gießen. iikr die U-Vostftage. (WTB.) Großes Hauptpuartier, 30. Marz. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Li ho ns brachte eine kleine deutsche Abteilung von einem kurzen Vorstoß in die französische Stellung einen Hauptmann und siebenundfünfzig Mann gefangen zurück. W e ft l i ch d e r M a a s hatten wiederholte durch starkes Feuer vorbereitete französische Angriffe die Wiedernahmc der Waldstellungen nordwestlich von Avocourt zum Ziel. Sie sind abgewiesen. In der Süd oftecke deö Waldes ist es zu erbitterten, auch nachts fortgesetzten N a h k ä m p - f e n gekommen, bis der Gegner heute früh auch hier wieder hat weichen müssen. Artilleriekampf dauert mit großer .Heftigkeit auf beiden Maasufern an. * Leutnant Jmmelmann setzte im Lustkampf östlich von Bapaume das zwölfte feindliche Flugzeug außer Gefecht, einen englischen Doppeldecker, dessen Insassen gefangen in unserer Hand sind. Durch feindlichen Bombenabwurf auf Metz wurde ein SoDat getötet, einige andere wurden verletzt. OeftlicherKriegsschauvlatz. Südlich des Narocz-Sees ließen gestern die Russen von ihren Angriffen ab, ihre Artillerie blieb hier sowie westlich von Jakob st ad t und südlich von Widsy noch lebhaft tätig; bei Postawy ist Ruhe eingetreten. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Aus dein Hänpttmsschuß des Reichstags klinsst uns über die U-Bootfrage eine gern einsame Kundgebung aller Parteien heraus, die alle Mei i inngsverschiedenheite 11 zu einem befriedigenden Abschlüsse bringt. Rach einigen Presseäußerungen, namentlich einer solchen der „Krenzztg.", ist anzunehmen, daß die Darlegungen des Reichskanzlers und des Staatssekretärs des ReichsTnarineamts nicht danach an- get an w aren, den Befürwortern eines tatkräftigen, ungehemmten WVvotkrieges besondere neue Bedenken einzu- flötzen. Diese Feststellung^ist gegenüber dem Auslände wichtig. Amerika, das bekanntlich wegen der Versenkung der ,Lussex" und des „Englishman" neue Anfragen nach Berlin gerichtet hat, darf sich jnicht ernbilden, daß im deutschen Volke Lauheit oder Aengstlichkeit in der Kriegführung /herrschten. So geben denn auch der Wortlaut der von den /Parteien angenommenen Entschließung und ein von der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" dazu gelieferter Kommentar alle Anhaltspunkte dafür, daß die bekannte Forderung der Rechtsparteien nicht etwa unter den Tisch gefallen oder als wertlos und undurchführbar abgetan worden jist. Man darf annehmen, daß der ursprüngliche „Streit" der Meinungen zu einem guten Ende geführt lM. Mr müssen jetzt zu dem Reichskanzler und seiner Regierung das Vertrauen haben, daß sie hart und eisern bleiben, frei von des Gedankens Blässe, und den neutralen Staaten lvirklich nur in ihren „berechtigten" Interessen entgegenkommen. Drohungen und Einschüchterungen verfangen nicht im deutschen Volke. Ans einem Stimmungsbild der „Magdebur- gischen Zeitung" entnehmen wir mit Befriedigung, daß die Regierung der Volksvertretung tatsächlich vertrauensvoll weitgehende und genügende Mitteilungen gemacht hat, so daß jeder Zuhörer sich eine eigene Auffassung bilden konnte und die Mißverständnisse fortan aus geschah Magdebuvgische Blatt schreibt: „Die Stimmung war, wie wir hören, auf allen Seiten immer besser geworden und schließlich ausgezeich- net Man MLte sich von Mißverständnissen befreit und erleichtert. Schließlich lief die streng sachliche Verhandlung in eine Zwanglose, gelegentlich geradezu heitere Aussprache aus. Man war der Regierung und voran dein Kanzler dankbar für die mehr als rückhaltlose Offenheit, mit der alle Fragen beantwort^ worden waren, und die die Abgeordneten nunmehr in Stand setzt, chrevsefts überall int Lande das Vertrauen' nwü bloß in den Ausgang des Krieges, sondern auch zur Re- «zeruns und mr blonderen auch zur politischen Leitung m starken. W o i« Dolle BesorMrsfe bestanden haben, beruhten sie ja nicht auf technischen Mermiirgsverschiedeuheiien über die Mittel' der Kriegführung, sondern ähnlich wie 1870 hei dein Streit um dt« Bes-A-bung von Paris auf der Befürchtung, das; aujzer- achliche Grnilde anr Ende gar die Absich!. England zil schonen, .sich eingemengt haben konnten. Durch die außerordentlich eingehenden Auskünfte der Regierung ist nun die fernere Privadaussprache über diese Dinge aus den Boden reiner Sachlichkeit zurückgeführt Der Nebel des vagen Geredes von „Unentschlossenheit", die einzelnen Persvn- Irchteiten der politischen Leitung stellenweise zugetraut iourde scheint völlig vertrieben z/u sein. Ansichten, die so mlsgiebig begründet worden sind, wie di- der gesamten Regierung in dieser /ytaac, sind der Achtung auch der bisher Andersmeinenden sicher selbst wenn diese Andersmeftrcuden in einzelnen, nicht bestiimnt echnenden Punkten bei einer anderen Auffassung bleiben solltem Wer tzu!M Beispiel die Anftcht nicht Elfgeben will daß Äbn«rka auch bei rücksichtslosester Führung des U-Boot krüeges mcht cm Krieg denten würoc, mit deni läßt sich schwer streiten- aber der Streit um diese und ähnliche unsichere Meinungen! dürfte tauin wieder nennenswerten Raum in der OefflNtlichkeü ernnehme n. Man mag auf den verschiedenen Seil en in so üben Fragen ruhig seine Meinung behalten, jedenfalls wissen die Teilnehmer dieser Besprechungen, daß die Entschlossenheit uatfttct ausschlaggebenden Stellen fe und daß rnr besonderen der U-Bpotkrieg in der angekündigt ausgeschaltet sind. Das Weise geführt wird! In diesem Sinne wurde allseitig der hohe Wert dieser Aussprache empfunden und die Gründe der Reichsleitung als wohldurchdacht und durchaus beachtenswert an- erkannt. In der Vollversammlung wird mm wahrscheinlich wenig oder nichts mehr von diesen Dingen verlauten." Für das Ausland sürd bei den Erörterungen keine unsere Kriegs führuug schädigenden Brocken abgefallen. Daß un deutschen Volke starke Stivimen für eine noch rücksichtslosere Kriegführung Deutschlands sich erheben,.war jedenfalls besser als wenn eine linde Frühlingsbrise ans der Volksseele die Männer an der Spitze des Reiches angesäuselt hätte. Herr Ledebonr hat als Vertreter der neuen sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft die Entschließung der Parteien nicht nritun terzeich net. Das ist keine Üeber- raschnng^ und bereitet uns auch keine Enttäuschung. Wille und Geist des deutschen Volkes sind in der neuesten Kundgebung in eindrucksvoller Weise zum Ausdruck gekommen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 30. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 30. März 1916. RussischerÄriegsschauplatz. Stellenweise Vorpostenkämpfe. Italic nischerKriegsschauplatz. Im G ö r z i s ch e n wurde wieder Tag und Nacht heftig gekämpft. Am Brückenkopf traten beiderseits starke Kräfte ins Gefecht. Unsere Truppen nahmen hierbei 3 50 I t a l i e - ner, darunter acht Offiziere, gefangen. Im Abschnitt der Hochfläche von Doberdo ist das Artilleriefeuer äußerst lebhaft. Auf den Höhen östlich von Selz wird um einige Gräben weiter gerungen. Ein Geschwader unserer Scefluqzeuge belegte die semoiichen Batterien an der Sdob m-Mün-ung ausgiebig mit Bomben. Im Fella- und Blöcke:: Abschnitt, an der Do- lomitenfront und bei Riva Geschützkämpfe. S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse. .Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant Wien, 30. März. (WTB. Nichtamttich.) Amtlich wird verlautbart: 30. März 1916. Ereignisse zur See. Am 29. vormittags bombardierten vier Seeflugzeuge unter Führung des Linienschiffleutnants Konjovic Valona und erzielten mehrere Treffer in Batterien und Unterkünften, einem Flugzeughänger und einem Magazin, sowie auf dem französischen Flugzeugmutterschiff „Fouore". Trotz heftiger Beschießung sind alle Flugzeuge unversehrt eingerückt. Flottenkommando. Aus den Reichstagsausschüjsen. Berlin, 30. März. Der Reichshaushaltsausschuß nahm am Donnerstag abend folgenden von den Führern aller Parteien mit Ausnahme der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft gestellten Antrag an: Der Ausschuß wolle beschließen, dem Reichstag folgende Erklärung an den Herum Reichskanzler Voranschlägen: Nachdem sich das Unterseeboot als eine wirksame Waffe Fegen die englische auf die Aushungerung Deutschlands berechnete Kriegsfuhrung erwiesen hat, gibt der Reichstag seiner Ueber- zeugung Ausdruck, daß /es geboten ist, wie von allen unseren militärischen Machtmitteln, so auch von den Unterseebooten! denjenigen Gebrauch zu machen, der die Erringung eines die Zukunft Deutschlands siclfernden Friedens verbürgt und bei Verhandlung mit auswärtigen Staaten die für die Seegeltung Deutschlands erforderliche Frei Heft im Gebrauch dieser Waffe unter Beachtung der berechtigten Interessen der neutralen Staaten zu wahren. Man ist sich noch nicht darüber schlüssig, ob über diese Frage im Plenum überhaupt gesprochen werden soll. Dies wird insbesondere von der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft gewünscht. Einigkeit besteht jedoch bei sämtlichen Parteien darüber, daß eine allfällige Erörterung im Plenum mit aller durch die Sache selbst gebotenen Rücksichtnahme zu erfolgen hätte. Freitag tritt der Ausschuß bereits um 10 Uhr vormit- tags zusammen, um den Voranschlag des Auswärtigen Amtes und danach den des Kriegsministerrums zu beraten. ab- von airf te l ®i ntölin ® des Reichstagsausschusses über die 'chUAendc Behandlrmg der Unterseebvotsfrage wird „ V4 t 0 ^ Blättern begrüßt. Der „Lokal-Anzeiger" meint: Die Erklärung wird zweifellos vom Reichstagsplenum gutgel)eißen iver- oen. Aus ihr würden die Neutralen wieder einmal entnehmen können, wie gewissenhaft ihre berechtigten Interessen von allen maßgebenden Stellen in Deutschlandüespektiert würden. — Das „B e r- liner Tageblatt" sagt: Es ist anzuerkcnnen, daß die Kvil-' lervattven und Nationalliberalen zur Herbeiführung des Kompromisses und zur Herstellung der Einigkeit auf das verzichtet haben, toas ihre eigenen Anttäge als unannehmbar crschcineiv Mn. -- Die „Kreuzzeitung" schreibt: Es bat mancher ^d/br, bedurft, um darauf zu verzichten, bestiminte Auffassungen ausdrucllich auSzusprechci,, die durch den Verlauf der Verband- lungcnr nicht beseitigt wordeii sind. Diese Opstr sind gebracht wm b n m ' nmI es das Interesse des Landes und der Ernst der polnischen 'S' *** ma4,m ' bflä ® ni9mbc den (WTB. Nichtamtlich.) Tie „Norv^ 0 e u t j ch e A l l g e m e iii c Zeitung" schreibt: Das (H:gebnis • ^nt ntU I ionsver h andlüngen über die ll - Boot-Fra g en ist in emenc Beschlüsse niedergelegt wordeil, der als einmütige Kund« gcoung der Parteien mit Genugtuung begrüßt werden wird. Wenn srch ein Mitglied des Ausschusses von dieser Kundgebung fern^ gehalten hat, so wird das weder das Inland noch das Ausland überraschen. Wer den Verhandlungen der Kommission beiwohnte, hat unter dem Eindruck gestanden, daß eine das Land aus Oöi Jteifti: b e w egende Frage von allm Seiten mit g r o ß t e m p a t r i o t i s ch e n Ernst und mit gleicher Höhe 0 e r A u s f a s s u n g e n behandelt worden ist. Der Einmütig- 1 • Offenheit der Aussprache lvar die Sachlichkeit gleich, die alles Kleinliche der Aussprache fernhielt. Tie Erörte- rungen der Kommission haben die aufgeworfenen Fragen in allen Wurzel hu ten erschöpft. Aus der Komnriffion selbst ist daher auch von den verschiedenen Parteien der Wunsch geäußert worden, es bei der vertraulichen Aussprache in der Kommission bewenden zu laßen. Der Gesamtausfasfung des Volkes, das sich mü seinen Ver- tretern einig weiß, wird es entsprechen, in der fester Geschloffen- yeir gegen den Feind das oberste Gebot der Stunde zu sehen. r. ^ Der Steuerausschuß des Reichstags bemnoß am Mcktivoch auf Wunsch der Regierung, die Verhand- I un gen erst am Donnerstag, und zwar, auf Veranlassung der Mehr- ch k mit den Tabakabgaben, sondern mit den H o st - 4: e l c 9 r a p Hen zu f dj I d a en zu beginnen. — Die durch Jte B^ng gehende Mitteilung, daß Abg. Gradnauer an Stelle Abg., Wurm zum Vorsitzenden des Ausschusses gewählt sei, trifft nicht zu. Abg. Wurm war lediglich Altersvorsitzeuder. * * * Der franzöfische Bericht. P a r i s , 30. D^ärz. (WTB.) Amtlicher Bericht von gestern abend: Zwischen Oise und Aisne zerstreute unsere Attillerie bedeutende Bedeckungsabteilungen iwrdöstlick von Moulin-sous-TM- vent In den Argonnen ließen wir eine Mine nördlich des Fonr de Paris sprmgen: die Explosion zerstvttc einen Bombenwerfer- Po,ten sowie einen Unterftand und brachte ein feindliches Werk zum Einsturz. Unsere schwere Artillerie schleuderte zahlreiche >schusfe aut das Gehölz von M a l a n c v ur t - A v o c o u r t, während die deutschen Gegenangriffe auf den benachbarten Mschnitt ausftfhrten. Weltlich der Maas dauert die Beschießung m« He ft ig » kctt an. E Laufe des Tages unternahm der Feind von Aoo- court bis Bstymcourt tiacheinander drei Angriffe auf die Stellungen, die >mr ihm am Morgen im Walde von Avocourt entrissen hatten,:, fte ivurden vollständig zitrückgeschlagen. Im Laufe ernes Angriffs großer Truppen verbände auf das T o r f M a l a n c o u r t konnten die Deutschen in einem vorgeschobenen W e r k n o r.d l r ch von M a l a n c o u r t Fuß fasse n und sich zweier Haufer des Torfes bemächtigten. Alte Versuche weiter vorzudnngen wurden dtpch unser Feuer zwn Stehen gebracht. Einige Attilleriesalven östlich der Maas und in der Woevre bh Charge#. In den Vogesen beschossen wir deutsche Werke bei Stoßwerer imd Münster. . < .Belgischer Bericht: Die Tätigkeit der Artülerie an der belgifchm Front war auf beiden Seiten verhältnismäßig gering. -u.utticher Beruht von geitern nachmütag: In den Argonneii beschaffen unfere Batterieii deutsch" Werke liördlich Haute Ebe- vauchee und am Südrand des Gehölzes von Cheppy. Hand- granatenkampf m Verbindung mit Angriffen in dem Nachbar- abfchnitt führte zu beträchtlichem Vordringen in feindliche Verbindungsgräben nördlich von Haucourt und Malancourt Geschützfeuer erreichte auf der Front Bethincourt- .. c o r t H v m m e - C u m i e r e s eine gewisse Hcfttgkeit. Mvrg-ens machten unsere Truppen nach heftiger Vorbereitung durch Artillerie emen lebhaften Angriff auf das Gehölz von Avo- eourt. Wir nahmen den Südost Vorsprung deS Gehölzes bis zur Tiefe von 300 Metern und ein wichtiges, von den Deutschen stark eingerichtetes Werk, das als Stützpunkt (Reduitf von Avocourt bezeichnet rmrd. Ern sehr heftiger Gegenangriff des Feindes mit Küchen erst vor einigen Tagen angerommenen Brigade wurde vollpandig abgeichlagen. Der Feind erlitt starke Verluste und , ^ 50 ^esamwne in unseren Händen. OesUich der Maas lebhafte Artillerietatigkett auf beiberu Seiten in der Gegend von ^ v u - a Un . l 5 > n ^ ll11 ^ öor Woemc-Ebene im Abschnitt v°u M ° u l a i ii i> i l U. An bei- übrigen Front verlief die Ächl Ein neuer Oberbefehlshaber der Armeen bon Paris « daris 30 Mär» MTB. Nichtanttlich., Melduna der Agencc Hava^ t^n der Sitzung de.j Ministrrrat^ unter'.richiietc Poineare cm Dekret, welckn-s -int General T u b n i t zuni aouverneur von Paris und Oberbefehlshaber der Armem von ^ ««««tt Mmineurh ernennt, der Mlö Aesnnd. heitsrnäinliten fein Absänedsgefurh eingereüht hat. Das Schicksal eines deutsche» Offiziers. Berlin. 30. März. (Priv. Tel.) Die B q a M" ^lsterdam. Leutnant zur See Führ. v. Grote r!r i^ C o - n e 1 f c 11 a < der aus einem Ge- föngenenfaget bet Liverpool zu entkommen versuchte, murfa ju neim Monaten Gefängnis verurteilt und in ein Militär« gesangnis ubergeführt. ’ . * Der türkische Bericht. Kon st a il t i n o p e l, 30. März. (WTB.) Das & aupt- quartrer teilt mit: , cx tmuüö "no ivars einige Domven aus e,nen Flug- äeugmiuppefi des Feindes im Hafen von Mudros, die sämtlich rm Schuppen platzten. F-lngzeugabwehrkanonen und ein uit .vaicit liegeiides feindliches Kriegsschiff crPffneten ein ivir- tnngsloscs Feuer auf unseren Flieger. Ko n st a n t i n o p e l. 30. März. (WTB. Nichtaint!ich.) Das Hauptgnartier ten ft mit. Einige feindliche Torpedobootzerstörer, welche außerhalb der Meerengen bemerkt wurden, wurden von unseren Küstenbalterieil vertrieben. An der I r a ku n d K a u k a s u S f r o n t nick,l-> ffttfettfctt iu Sofia. m , 30- März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der ^mrg^Tscht'n Telegraphen-Agentur. Generalfeldmarschatt Von Mackensen ist heute mittag aus Konstantinopel hier Eingetroften und wurde im Bahnhof von Vertretern des Hofes empfangen. Der Generalfekdmarschall fuhr zmn tomgllchen Palaste, wo er als Gast des Königs abstieg. Um mittags nahmen der König und der Generalfeldmarschall gemeinsam ein Frühstück ein, worauf Mackensen den Besuch des Ministerpräsidenten Radoslawow emp- Mg. Um 6 Uhr abends reiste Mackensen ins.Hauptquartier üb. Der König begleitete ihn zum Bahnhofe. Kritik des Luftdienstes im englischen «NnterhanS. London, 30. März. (MTB.) Unterhaus. Billing 1 erneuerte seine Airgriffe aus die Regierung wegen der unge- ' nugenden Borrehrungen für den Luftdien st. Er wies an vielen Emzekheiten nach, daß viele der eingestellten Maschinen schr seiahrtich seien und sagte, daß nach einer unvollständigen .Lifte 150 Fllegeroffizrere als getötet, 160 als verwundet und -über 105 als vermißt gemeldet worden seien. Die meisten Flieger, dw gchallen wären, könne man üls Fokker-Futter bezeichnen; {He seren fast alle herabgefchosfen worden, da die deutschen 'Maschinen ihnen unendlich überlegen wären. Ob- rwohl man die besten Maschinen der Welt haben könnte, die' deutschen Flugzeuge weit übertreffend, kaufe nran aeronautischen Schund zu Tausenden, bestelle bei der Royal Aircraft Factory Flugzeuge mit unzuverlässigen Maschinen, die nicht einmal ge- vrüft worden seien und schicke damit die Piloten in den Tod. Es würden Flugzeuge benutzt, an derrcn Maschine und Propeller ^orne seien, so daß der Pilot weder sehen noch schießen kann. Die Bewaffnung war in einem Falle ein Revolver, in einem anderen ein ^ Winchester-Revetiergetvehr. Billing sagte, britische Flugzeuge würden unbewaffnet nach Frankreich geschickt, und dort versuche ein Schwvdronsschmied, sic in Kriegswaffen zu ver- wandeln. Es sei schlimm genug, daß die englischen Maschinen Nur 80 Meile,: in der Stunde zurücklegen würden, während die Fokkermaschinen 110 Meilen machten: aber nach ihrer Bewaffnung sänke die Schnelligkeit der englischen Maschinen auf 68 «Mellen. In der Aussprache sagte,Sir W. Gelder: Wenn die Städte , per Oftkuste unverteidigt blerbeir und die Deutschen es erfthren, .so würden, einige einfach vom Erdboden verschwinden. Lunch «Rationalist) sagte, die englischen Luftschfffbauversuche seien alle tehkgeschlagen Dogge lLiberal) sagte. Billing. h.be dem Dause so wlel Material geliefert, daß man die Dinge nicht lassen könne wie bisher,. Tennant sagte: Wenn Asquith zurückkehre, werde er rhw eine Konrnriffion Vorschlägen, um die Angaben Billings zu p rissen, , . Der Secfrfeg. din englischer Bericht über das letzte Gefecht in der Nordsee. orrr " 0 ud on, ,30. März. (WTB.) Tie Admiralität teilt mit. alle untere Schiffe, bic an der Unternehmung gegen die deutsche Küste beteiligt warm, sind jetzt zurückgekehrt bis aus der: Torpcdo- ^erstorer^„Medusa', der untergegangen ist, nachdem die ganze Be- latzung ryn verlassen hatte. Während unsere Torpedobootszerstörer ßff stündlichen Vorpostenschiffen beschäftigt waren, wurden sie von Fliegern angegriffen, erlitten jedoch keinerlei Schade,:. Von den Durch liniere Schiffe versenkten feindlichen Torpedobooten sind fol- gende Gefangene, eingebrackst worden: 4 von „Otto Rudolf", 16 .von „Braniu chwerg". Am Samstag abend flnb unsere kleinen Kreu- Division deutscher Torpedobootszerstörer gestoßen, erner dieser Zerstörer ist vom Kreuzer „Cleopatra" gerammt und rn Grund gebohrt worden; von der Besatzung wurde niemand geratet. (2lnmerkung: Es hmchelt sich um das Torpedo- x a - ? e , uttstscheu anttllichen Bekanntmachung von dem Vorstoß zur Verfolgung der englischen Schiffe nach dem Fliegerangriff vom 25. März nicht znrückgekehrt ist.) Zum Vntergans der „Provence". c. 30. März. (Privattelegramm.) Tie ''5^rcffirrtcr Zrittmg meldet aus Gens: Wie wir von znver- laftr^r Seite aus Paris hören, gibt man im französisck-en Marine- Ministernnn letzt offen zu, daß an Bord des am 26. Februar im Mittelmeer versenktm französischen Hilfskreuzers „Provence" 4000 VLann waren. Tie Besatzung der „Provence" letzte sich zusammen aus dem Stab der 3. Kolonial-Jnfanterie-Ar- Ä o. Bataillon, der, 2. Kompagnie des 1. Bataillons, der ^^^^^briompagnw und noch einer anderen Kompagnie ' Uebevlebcnde tmtbrn nach Malta gebracht und ungefähr . 400 Gerettete mich Mrlvn. Der übrige, größte Teil der Besatzung nt untergegangen Winnes bei der Preisgestaltung zugelaften. Dem Käufer ist die Möglichkeit geg-sben, einen zivilrechtlichen Anspruch aus Preisminderung gegen den BerMrser zu erzielen. Die Geltendmachung der Ansprüche erfolgt vor einem Schiedsgericht. Die Schiedsgerichte werden grundsätzlich bei amtlichen Handelsvertretungen gebildet. 3fyre unparteiische Zu sammensetzung wird dadurch gewährleistet, daß der Vor- schende uud sein Stellvertreter von der Verwaltungsbehörde ernannt und zwei Beisitzer den Käuferkreisen angehören sollen. Auch auf die Beteiligung des Handwerks bei der Bildung des Gerichts wird Bedacht genommen. Bei den übermäßigen Preissteigerungen in Gegenständen des täg- licheii Bedarfs verbleibt die Möglichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung. Bei dem Verdacht einer Ueberteuerung hat der Vorsitzende des Schiedsgerichts der Staatsanwaltschaft Mitteilung zu machen. Die Auseinandersetzung in der Sozialdemokratie. Im „Vorwärts" veröffentlichen der Vorstand der Sozialdem-okratischen Partei Deutschlands und der Vorstand der Sozialdemokratischen ReichS- bagsfraftion eine Ansprache an die Parteigenossen, worin es heißt: Die Sonderfrattion nimmt für sich das Monopol auf eine selbständige grundsätzliche sozialdemokratische Politik in Anspruch. Hierüber wird der nächste Parteitag zu entscheiden haben, der ohne Zweifel bestätigen wird, daß eine sozialdemokratische Partei, die die Notwendigkeit >er Larrdesverteidigirng anerkennt, nicht anders handeln dürfte, als die sozialdemokratische Reichstagsfratlion in der Krregszert gehandelt hat. Wer das Austreten der 18 un- befangeil beurteilt, der wird unserem dänischer: Druderorgan recht geben, das als Folge der Spaltung eine Schrväche des Einflusses der SoziaL-envotratie auf den Frieden und eine Verlängerung des Krieges befürchtet. Berlin, 31. März. (WTB. Nichtamtlich) Wie verschiedene Morgenblätter aus Güstrow meiden, wurde im Mordpro.es; Kallas gegen 12 Uhr nachts das Urtell gefällt. Olga Kallies wurde wegen Beihilfe zum Morde zu 6 Jahren Zuchthaus und 6 Jahren Ehrverlust verurtellt. Vier Monate werden auf die Untersuchungs- Hast angerechnet. Der Angeklagte Thies wurde freigesprochen und sofort aus der Haft entlassen. Der Staatsanwalt hatte gegen Olga Kallres 10 Jahre Zuchthaus beantragt. Tie Angellagte brach b'N der Urteilsverkündung völlig zusammen. Hamburg, 30. März. (WTB.) Von 23 großen wirt- schaftlrch am Außenhandel beteiligten Firinen ist folgender Antrag an den Reichskanzler gerichtet worden: Die Reichsreaieruna wolle mit Rücksicht aus die von unseren Feinden in Aussicht genommenen, bezw. von ihnen schon durchgeführten Maßregeln, die nicht allein unsere politische Machtstellung, sondern auch unseren Außenhandel und unser blühendes Wirtschaftsleben bedrohen, eine Registrierung der deutschen Forderungen an feindliche Ausländer veranlassen und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, damit sie der Reichsregieruna eine volle Uebersicht über die geschädigten oder gefährdeten deutschen Interessen gestatten und damit sie für diese bei Friedensschluß von den feindlichen Machten vollen Ersatz in Form von Faustpfändern und anderen Bürgschaften fordern kann. Mer über das gesetzlich zulässige Maß hinaus Hafer, Mengkorn, Mischfrucht, worin sich Hafer befindet, oderGerste verfüttert, versündigt sich am Vaterlande! London, 30. März. MTBO Meldung des RMdnPckvn Bureaus Wie Mstgeterlt wird, fit der Tmntsser „Kilbribe"l E 1. März versenkt worden. Der Tampftr „Savinia A t f*. $ si esuu ken. Tie Mannschaft ist gerettet worden. , Der Mafchmist ist verwundet. ^.9* lWTB.) Noch einer Meldung von Llotzos Agen^r ist der russische Schoner ,F)ttoman" gesunken. Ern Sckpffer und neun Mann sind gerettet worden. Bei dem Untergänge des holländischen Dampfers „Duiveland :ft die ganze Besatzung gerettet worden. London, 30. mm- (WTB.) Lloyds meldet: Ter britische Schoner „Montrvse" ist gestrandet; er gilt als verlorm. Me Besatzung wurde gerettet. Aus dem Reiche. Eine Verordlmng über Süßstoffe. Berlin, 30. März. (WTB. Amtlich.) Der Bundesrat hat durch eine am 1. April 1916 in Kraft tretende Verordnung den Reichskanzler ermächtigt, weitere Ausnahmen von den Vorschriften des geltenden Süßstoffgesetzes zuzulassen. Von dieser Errnächtigung wird insoweit Gebrauch gemacht, als Zucker lediglich zu Germß zwecken verbraitcht wird, als Nahrungsmittel aber nicht in Betracht kommt. In Aussicht genommen ist vorerst die Freigabe von Süßstoff für die Herstellung von Limonaden Die Kontrolle des Verbrauchs und der Verteilung des Süßstoffs wird durch eine noch bekanntzugebende Zentralstelle erfolgen. Der Preis des Süßstoffs, welchen die Verbraucher zu zahlen haben, wird voraussichtlich den: ieweili gen Zuckerpreis entsprechend festgesetzt. Die Preise für Web-, Wirk- und Stricklvaren. Berlin, 30. März. (Amtlich.) Der Bundesrat hat eine Verordnung über die Preisbeschränknnaen bei Ver- taufen von Web-, Wirk- und Strickwaren erlassen. Dre von den Stellvertretenderi Gerreralkommandos gleichzeitig mit der Beschlagnahme der Textilien ain 1. Februar erlassene Bekanntmachung betzeffend Preisbeschränkungen im Handel mit Textilien soltt den wucherischen Preistreibereien beim Berkcnrf von Textilwaren in den: Augenblick der BeschlaNiahme einen wirksamen Riegel vorschieben. Sie hat ihre vorläufige Aufgabe erfülltt Bei ihrem Erlasse war von vornherein klar, daß sie dauernd in vollem Umfange nicht würde aufrecht erhalten nierden können. Die nuiiniehr ergangene Verordnung des Bundesrats hält grundsätzlich daran fest, daß eine etwaige Knappheit an Textilien nicht zu preistreiberischer Ueberteuerung ausgenutzt werden darf. Andererseits ist eine Berücksichtigung der tvachsenden Ge- fteyungskosten und ein Zuschlag des angemessenen Ge- Aus Stadt und Land. Gießen, 31. März 1916. Gießener' SänglingSheim. Aus dem Jahresbericht 1915 des Gießener Säuglingsheims geben wir auszugsweise folgendes wieoer: durch den Völkerkrieg sich auch in Deutschland besonders fühlbar waä>ende Geburtenrückgang läßt es begrefflich ersä-einm, daß allen mit der Wege und der Erhaltung von Säuglingen zusammenhängenden Beitrebungen zurzeit ein reges Jnlermfe zu gewandt wird. " 3 Die Wichtigkeit dieser jetzt allseits cinsetzenden Bestrebungen rn Gießen sck>on verhältnismäßig frühzeitig eikannt und chrer !Dedeutung u. a. durch die Errichtung des Gießener r 9 • n $£ P und der mit ihm verbundenen Milch- kn che rm Mar 1908 Rechnung getragen. Das Gießener Säug- lingsheim blickt demnach im laufenden Jahre bereits auf ein achffahnges Bestehen zurück. , Seit seiner Gründung im- Jahre 1908 ist das Säuglin-^^ herm :n dem der Stadt Gießen gehörigen Hause, Wetzsteingasse 43 untergebracht. Der untere Stock des LiauptbauS sind die Mlchkückie und Kindermilch^ ^pulraum, sowie daS Ausgabezimmer für die Im Keller befindet sich der mit einer Berieselungs- bezw. Abkühlungsanlage versehene AufbewahrumMaum für dw fertigen Mckchmifthnngm und sonstigen Diätformen, in der rechten Halste des Erdgeschosses die durchwegs elektrisch be- läge mit dei: nöttgen Trockenvorrichitungen. Der mittlere Stock des Hauptbaus entKilt die W i r t s ch a f t s- raume sowie fernerhin Schwesern- und Schü eckNnenzimmer usw Au dem SeitenflügÄ liegeii 2 größere Säuglingszimmer (ca. O.uaoratme1er) nebst nnem Reinen Vorraum mit vorgelagertem Badezimmer. Die an das Säuglingszimmer angebaute Veranda ist mit ernem Sommerdache versehen und lvird bei geeigneter Witterung als Liegehalle benutzt. Zu dem gleichen Zwecke dient ein Neines Dausgärtchen. Die übrigen 4 Säuglingszimmer (ea. 93 Quadratmeter) liegen im zwecken Stock des Hauptbaus. Sämtliche zur Aufnahnre von Sauglingm btctienbeu Räume sind einfach gehglten; sie ent sprechen aber bei richtiger Belegung den hygienischen Anforderun gen. Für jeder: Pflegling ist auch bei stärkster Belegung ein abwaschbares, weiß eniailliertes Bettgestell mit herabklappbaren Sertenwändeu vorhanden. Es stehen fernerhin zur Vermeidung von K'rankhätsübertragungen eine ausreick>ende Anzahl von Bade- wannen ,owie für jeden Säugling ein besonderer, luftdicht verschlossener, numerierter Emaitte-Windeleinnw zur Verfügung Auf ebenfalls abwaschbaren Bretterii sind für jc^es Kind seine eigenen TollettenMeiisllien, die zur Reinigung der Augen, der Nase und Ohren nötigei: ^Gerätschaften, sowie fenrerhin eine mit Glasdeckel versehene Glasschale mit dem Sauger und endlich ein mit anti- stptischer Flüssigkeit angefülltes Glas-Standgefäß mit den: Thennometcr untergebracht. ... ö^r für jeden Pflegling aiigelegünr und an leicht über- ffchtlicher Stelle angebrachten Tal>ekc loerden die täglichen Mes- fflttgen, das leweilige Gewicht, die Zahl der Entleerriiigen. ettvaiges Erbrechen oder AiAchüttm der Kinder, sowie die Quantität und die Qualität ihrer Nahrung jeden Morgen vor der ärztlickien Visite ausgezeichnet. Be: Erkraiikungen der Kürder kommen fernerhin entsprechende Einträge in die Kurven. Zur Pflege der Säuglinge auf beit einzelnen Stationen Urnen 4 geprüfte S äu gl i n gs s ch w e ste r n und außerdem noch ^ Schülcrimien zur Verfügnug. Die Schü^erinnei: nrüs'en sich im Säuglingsheim einem einjährigen prak1isck>en und theoretischen Lehrgang m der Säuglingspflege unterziehen. In dem abgelaufenen Jahce 1915 ivaien nun im ^oaugiings- nn ganzim 102 Ki-Wer mit 12 934 Verpflegungstagen un:er- gebracht. pie Zahl der aufgenommenen Sä:»vahre 1915 im Säuglingsheim ank o f 9 Prozent. Lrei wertere im Säuglingsheim bereits erkrankte und in die Minck perbrachte Kinder verstarben dort epenfatts an Keuchhusten, ffrnerhin noch ein 4. Kind daselbst. Rechnet man auch a £ e zu den Todesfällen im Säuglingsheim, so er- re:cht d:e Sterblichkeit trotzdem nur eine Höhe von 7,8 Prozent, Zahl, welch? im Vergleich zu der sonstigen Säuglingssterb- ltchkett nn Deutschen Reiche recht günstig ist. Außer der Keuchlmstenepidemie sind frine anderen Krankheiten tem Bedeutung zu verzeichnen. Insbesondere kamen Magen-, Tarm- bezw. Ernährungsstörungen, die für die Beurteilung der Leffmngsiahigkert eines Säuglingsheimes einen Maßstab abgeben, iNsosw: nur ganz vereinzelt zur Beobachtung. Todesfälle an Ernährungsstörungen sirrd, wie bereits aus den obigen Ausfuhrmigen hervorgeht, überhaupt nicht vor- gekommen. Dieses erfreuliche Resultat beweist einerseits, daß das Pfkege- trÜ? >J e ^Eige Asepsis in durchaus befriedigender Weift be- herrscht. Es ist fernerhin wohl auch darauf zurück^nführen, daß 2, seiimeife sogar 3 Hausammen zur Verfügung standen, und oaß auch, soweit es sich irgendwie ermöglichen ließ, die Mütter per :n das Heim aufgenommenen Kinder angehalten wurden, ihre Kruder nicht vollständig von der Brust abzusetzen. . Der B e st a n d der Pfleglinge belief sich am Ende des Jahres auf 46 Kinder. - üchen betrieb hat sich seit den letzten Jahren nichts geändert. Die Herstellung der Sänalingsnahriing erfolgt unter der Leitung einer geprüften Milchküchenschwester. Es wird ^ der Milchküche nicht nur der Bedarf des Säuglingsheims her- gejtellt, sondern aus besondere Anordnung der Aerzte auch für St : n d er in der Stadt jede gewünschte Milchmischung oder chnstige Diätformen abgegeben. Die Prüfuwren der verschiedenen Sorten von Sänglingsnahirnng auf Sterllität erfolgt nach Bedarf L™ ^Untersuchungsamt für Infektionskrankheiten. Die Preise für hie Milchmffchungen sind sehr niedrig gehalten; es wäre daher zu wünschen, daß von dieser wertvollen Einrichtung für Kinder der Stadt noch in einem viel größeren Umfange gls seither Gebrauch gemacht würde. Verarbeitet wurden in der Milch- kuche un verflossenen Jalne im ganzen 12112 Liter Vollmilch. Zum Schluß möge noch der Stadtverwaltung Gießen und den anderen hochherzigen Stiftern, welche wieder im verflossenen Jahre es dem Säuglingsheim durch Zuschuß von Mitteln ermöglichten, ferne Aufgabe zu erfüllen, herzlichst gedankt sein. Dr. Bötticher. ** Auszeichnung. Leutnant d. Res. Behr wurde mit den: Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Leutnant Behr hat cei: Bewegungskrieg beim aktiven Ins.-Regt. 116 mitgemacht, wurde schon zweimal verwundet und befindet fick) seit seiner Be- owerung über 3 /i Jahve bei einem Regiment in den Argonnen. L. U. Von der Landesuniversitütt Der ordent- 'iche Professor für Archäologie an der Landesnniversität Professor Dr. W a tz i n g e r hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Tübingen zum 1. Oktober 1916 angenommen. — Die ordentlichen Professoren an uns-erer öudovi- ciana Geh. Kirchenrat Dr. Gustav Krüger und Geh. Hofrat Dr. Dietrich Behrens blicken am 1. April, auf eine 25jährige Tätigkeit als ordentliche Professoren an der desuniversität zurück. ** Amtliche Persvnalnachrichten. In den Ruhestand ^ versetzt wurde am 29. März die Gefangenenauffeherin am Provinzialarresthaus in Darmstadt, Luise Renner, auf ihr Nach- luchen unter Anerkennung ihrer treuen Dienste mit Wirkung vom 1. April 1916. — Am 28. März ds. Js. wurde der Großh. Steuer- aufseher Karl Kaus zu Gernsheim vom Tage des Dienstantritts an :n den dSteneraufsichtsbezirk Butzbach versetzt. ** Die O st er Hasenspende f)at im ganzen in der Volksschule 360 Mk. ergeben, davon entfalle:: aus die Knabenschule 590 Spender mit 160 Mk. und auf die Mädchenschule 788 Spender mit 220 Mk. Es handelt sich also um rund 1400 Kinder, welche den Eltern gegenüber auf den Osterhasen Verzicht geleistet haben und den Betrag, den die Eltern für Ostergeschenke hätten aufweudeu müssen, freiwillig für die Kriegssürsorge geopfert haben. Ein Bravo den kleinen Bürgern und Bürgerinnen in unserer Stadt für die edle Handlungsweise. ** Kriegskinderspende des Alice-Frauen- Vereins Gießen. Wie schon früher an dieser Stelle bemerkt, hat die Kronprinzessin des Deutschen Reiches und von Preußen eine Kriegskinderspende ins L-eben gerufen, durch welche alle Mütter, welchen nach dem 20' September 1915 (Tag der Stiftung) ein Kind geboren wurde und während der Kriegsdauer geboren wird, eine Zuwendung von 20 Mk. erhalten. — Um auch den Müttern, deren Kinder während der Kriegszeit voml. August 1914bis 2 0. September 1915 geboren wurden, mithin nicht in der Kronprinzessinspende berücksichtigt werden, eine Freude zu bereiten, hatte es der Alice-Frauen- Ber ein, unterstützt vom Roten Kreuz, übernommen, ihnen eine Zuwendung zu machen. Montag den 27. und Mittwoch den 29. d. M. wurden an 130 Frauen der Stadt Gießen je 10 Mk. bar und Lebensmittel im Werte von 5 Mk. geteilt. Alle waren hocherfreut und sehr dankbar. Damit ist die Spende des Alice-Jrauen-Vereins geschlossen. Die der Kronprinzessin geht bis zum Ende des 'Krieges weiter. 0 In ihr wurden bis jetzt 36 Frauen bedacht. ** F r e i z ü g i g k e i t s - B r o t m a r k e n. Eine amtliche Bekanntmachung im Anzeigenteile unseres Blattes verfügt die Einführung der schon kürzlich von uns erwähnten Landesbrotmarken für den Bezirk der Stadt Gießen. Die Landesbrotmarken, die zum Bezüge von 50 Gramm Brotware berechtigen, haben im ganzen Großherzogtum Gültigkeit und können in den Brotmarkenausgabestetten gegen die Müschen Brotmarken cingetauscht werden. Brot darf in liesigen Wirtschaften und Brotverkaufsstetten an Ein- 'wimische und Ortsfremde — auch Angehörige anderer Bundesstaaten — nur gegen Brotmarken abgegeben tverdcn. Die Landesbrotmarken sind von Wirten, Bäckern und Händlern zu sammeln und bei der Mchlvcrteilungsstelle einzu- tanschen. Selbstversorger können gegen Mehl bei den Bäckern und Händlern Landesbrotmarken eintauschen. Hierbei entsprechen 700 Gramm Mehl einer Brotkarte zu 1000 Gramm. I l^ulXCt UlLO ^A'Uuici | UlÜ umvuti|u,j bciv | uajict uuu ■j haben für das Kilogramm Roggenmehl 34 Pfennig zu F zahlen. Diese Bekanntmachung bildet eine wesentliche Erleichterung für den Verkehr. ** Sparet mit Eiern! Es ist dringende vaterlän- i dische Pflicht, während der Krieg.szeit aus den Verbrauch von Eiern zum Osterfeste zu verzichten und auch sonst nach Kräften mit Eiern zu sparen. Die Eiervorräte sind nicht groß und müssen daher vor allem zur Versorgung der Lazarette, Krankenhäuser und Heeresverwaltungen uno als Fleischersatz für Minderbemittelte dienen. Diese Mahnung, deren Beachtung von dem vaterlcnrdischeu Sinne aller Beteiligten mit Sicherheit erwartet werden darf, sei namcnt- r lich auch der ländlichen Bevölkerung, die selbst Hühner hält, ans Herz gelegt. ** Stadttheater. Aus dem Stadttheaterburecm schreibt man: Daß das Gastspiel des Königl. Sachs. Hvfschcmspielers Maximus Rens und seiner Künstler am kommenden Montag Vorzügliches in Aussiclft stellt, — die Künstler haben ihre Kunst bereits vor einiger Zeit mit außerordentlichem Erfolge in Bad- Nauheim erwiesen — erhellt auch aus beifolgender Besprechung des „Schwäbischen Merkur" über die Stuttgarter Ausführung von „Frieden im K r i e g". Es heißt da: „Beim wiederholten Anblick der Einakter vertieft sich der erste Eindruck: diese drei > Aufschnitte gehören mit zum Besten, was der Krieg seither aus hie f Bühne brachte, unzweifelhaft sind sie das künstlerisch Wertvollste, was wir bisher in Stuttgart an „Kriegskunst" aus dm Brettern sahen! Tie treffliche Aufführung durch das Ehepaar Rens und durch Otto Ottbert läßt die Reize dar Serien prächtig zur Geltung kommen; bis in die kleinsten Einzelheiten ausgeglichen, flott im Zeitmaß und die Eigenart jeden Bildes berücksichtigend, bietet das reife Spiel der drei Künstler den höchsten Genuß." •• I ni Ober hessischen 5k u n st v e r e i n bat die bekannte Porträtmalerin Olga Hasselmann-Kurtz- Wiesbaden eine Sammlung interessanter und künstlerischer Abbildungen ausgestellt, die Gegangene verschiedener Rassen aus hiesigem Gefangenenlager darstellen. Wegen Vorbereitung der April-Mai-Ausslellung wird die gegenwärlige Ausstellung am l0. April geschlossen. ** I m Lichtspielhaus übt gegenwärtig ein herzhafter Lustspielfilm „Aus der Alm da gibts koa Sund" eine große Wirkung aus. Die Tochter eines hohen Berliner Beamten verfallt am /Busen der Natur" in allerlei mutwillige Streiche und lernt in komischen Situationen ihren „Zukünftigen" kennen, der später in Berlin seine „Kat'l" wiedererkennt. An sich wäre die Aneinanderreihung anspruchsloser Späße nichts Besonderes, wenn nicht H e n n y Porten in der Hauptrolle interessante Seiten ihres künstlerischen Könnens entwickelte. Dasselbe Programm enthält noch einen malerischen kolorierten Film „König Phantom" und kleine heitere Einlagen ** Der Rhein-Mainische Verband für Volksbildung und das Soziale Museum veranstalten Sonntag, den 2. April 1.916, nachmittags 3 Uhr beginnend, im großen Hörsaale des Frankfurter Ausschusses für Volksvorlesungen, Frankfurt a. M'., Neue Krame Nr. 9, eine Vortragsfolge mit anschließender fteier Aussprache über „Die Sicherung der Ernte 1916". Näheres ist aus dem heutigen Kreisblatt zu ersehen. ** Feldpo st an Weisungen nach dem Heere. Zu Fcldpostanweisungen nach dem Heere sind zu benutzen, wenn sie an mobile Truppen oder nach Orten der von deutschen Truppen besetzten feindlichen Gebiete gerichtet werden, die besonderen dun kelblauen und hellbraunen Vordrucke, wenn - sie an Truppen in festen Standorten im Inland? gerichtet werden, die rosafarbigen Vordrucke für die inländischen Postanweisungen unter Anbringung des Vermerks „Feld"- über dem Wort „Postanweisung". ** Po st schalte r. Voml. April ab werden die Schalter der Briefausgabe und Paketausgabe beim Postamt 1 bereits um 7 IXffr geöffnet. Die Anuah-meschalter und die Schalter beim Postamt 2 bleiben weiter brs 8 Uhr geschlossen ** Als Geizhalz ist in Herrmannftein, Kreis Wetzlar, der Krämer Moses Menoclsohn vor einigen Tagen gestorben. Mendelsohn, der unverheiratet war und durch einen Butter Handel nach Wetzlar und als Zickel sellhändlcr reichlich Geld verdient hat, hatte zwei ältere nicht begüterte Schwestern aus Aßlar bei sich Man schätzt das Vermögen, das der Mann hrnterlassen hat und das an Verwandte, fallt, welche sich im Leben niemals um den als geizig bekannten Onkel bemüÄ haben, auf über 120000 Mk. Kaum zu glauben ist aber, daß man in der Behausung Mendel- sohns einen größeren Geldbetrag in bar vorgesunden hat, worunter sich, wie inan sich in Herrnvann stein erzähtt, 8000 Mark in Gold beftmden haben sollen. Mendelfohn wurde in der letzten Zeit von den zwei weitläufigen Z^rwandtcn auf das aufopsernste gepflegt. Er w-ar über die Liebe, welche man ihm erwies, so gerührt. daß er erklärte, er wolle die- beiden MÄxhcn als seine Universalerben ein setzen. Der Notar, der das Testament aufsetzen sollte, wurde bestellt, aber der Kranke hieß ihn zum andern Tage wiederkommen. Wenige Stunden danach ist der Mann, der nur am Golde hing, und der sich im Leben nie etwas gegönnt hat, gestorben. betrauert von seinen Pflegerinnen, während seine Blutsverwandten die lachenden Erben sind. Unter den Erben befinden sich Leute, die es nicht nötig haben und die den armen rerchens Verwandten nich einmal dem Namen nach gekannt haben, weil sie düick lirmmen der Brüder und Schwestern des Vaters des Erblassers sind. , . . ^ ** Wic das Kriegsbrot bekömmlicher wird. Bekannt sind ja die mancherlei Klagen über das ungewohnte Krregs- brot. Wenn das Brot feucht ist, schneidet man es einfach in Scherben und trocknet cs in der Röhre oder an einer nicht zu heißen Stelle des Ofens. Solches Brot ist schon deswegen bekömmlicher, weil es gut gekaut werden muß. Wem das Brot zu hart geworden ist oder zu alt, der bröckle es in die Suppe oder mache eine gut* Brotsuppe daraus. Jedes Stückchen Brot, jedes .Krümchen muß heute sorgsam behütet und verwendet lverden! Möge diese Lehre des Krieges eine bleibende sein fürs ganze Leben, für ims und unsere Kinder. ** Eine Pferde-Versteigerung findet Dienstag, den 4. April, im Großh. Hofmarstalle Darmstadt statt. Näheres siche Anzeige. ** 25jähr iges T ienstj ubiläum. Tie Lokomotivführer Ludwig Bierau, Hermann Sch kenn ing und Moritz Oswald vollenden am 1. April ihre 25 jährige Boamtendienst- zeit in der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemettrftbaft. ** Preußische K l a s s e n -- L o t t er ie. Die Erneuerung der Lose zur 4. Klasse der 7. (233.) Lotterie muß unter Vorlegung ^ des Vorklassenloses bis zum 3. April, abends 6 Uhr, geschehen. Auch müssen bis zum vorgenannten Termin die Freilose gegen Rückgabe der Gewinnlose eingelöst werden. ** Vom April. Am 1. April beginnt die Sonne ihren Laus morgens 51/2 Uhr und beendet ihn für unsere Erde um 61/2 Uhr abends. Man kann somit für volle 13 Stunden mit Tageslicht rechnen. Die Zeit der langen Nächte ist vorüber, die Frühaufsteher brauchen kein Licht mehr. — Mitsasten fällt auf den 4. April, dre Juden feiern ihr Passah am 18., das zweite Passahfest am 19. un!d das Ende am 25. April. Christliche Feiertage sind der 21., 23. und 24. April, Karfreitag und Osterfest. Landkreis Gießen. e Staufenberg, 31- Marz. Tie Kriegsanleihezeichnung der Gemein de schule Staufenberg hat sich um weitere 581 Mk. auf 1104 Mk. erhöht. X G r 0 ßen - L i nden , 31. März. Das Kriegssparkassebuch unserer Schule lautet aus 2295 Mk. (1960 Mk. war oie erste Rate). Auserdem wurde eine größere Summe in Einzelstücken angelegt. — Als Osterhasenspende für unsere Verwundeten gaben unsere Schüler 850 Eier. r^Lung-GönS, 31. März. Artillerist Karl Schmidt bein, Art.-Regt. 61 wurde zum Gefreiten befördert und erhielt die Hess. T a v l e r k e i t s ,n e d a i l l e. Karl Schmidt ist ein Enkel vom Händler Adam Stein. .D is 0 11 u 0 1 1 i. u. ,'juumUiuu, 3. März. Bei den diesjährigen Holzvcrstcigei ungen der Fvsiherrlichen Obefförs»erei sowie der Gemeinde wurden die Preise ganz gewaltig in die Höhr getrieben. Kreis Schotten. § Ober-Seemen, 3". März. Bei der letzten Holz- versleigerung der Fürstlich Stollberg-Roßlaischen Oberförster et, Orleuterg wurden Preise erzielt, wie wotzl noch nie zuvor. Im Durchschnitt wurden für den Raummeter Bucheuschcit 1. Klasse ll —12 Mk., für den Rm. Bucheukuüppel 9 Alk. bezahlt. Bei regen, Weitergebot konnte die Versteigerung schnell ihren Abschluß in den. Kreis Friedberg. ft Friedberg, 3. März. Am Sonntag findet in Friedbcrg die 2. Versammlung der Führer und Unterführer der Jugendkompagnien Oberhefiens statt. Der Vertrauensmann für Hessen, General Frhr. v. Heyl, wird den Verhandlungen beiwohnen. Sie beginnen mit einem Bericht des Vertrauensmannes Medizi-nal- rat Tr. Vogt, an den sich em Dortrag des Hauptmanns Anhalt über „Ueb im gs Methoden bei Jnngmannschaften" an schließt. Weiter sollen die Erfahrungen und Wünsche aus dem Gebiet der Ausbildung der Jungmannschaften besprechen werden. — Nachmittags findet zwischen Friedberg und Dad-Nauheim eine Gejechtsübung der Jugendkompagnien Bad-Nauheim, Butzbach und Friedberg nach Anleitung von Haiiptmann Anhalt statt. # Friedberg. 30. März. Das Eiserne Kreuz erhielt Leutnant Hoos im Landsturm-Jnf.-Bat „Friedberg*. Q. Bad - Naubeim, 31. März. Gestern abend wurde hier ein Hausbesitzerverein gegründet, der zugleich die Interessen der Vermieter durch Feslseye» von Mindeslprefieu für Z>miner und Frühstück vertreten will. Als erster Vorsitzender wurde Malermeister Wilh. Graß nick gewählt. LI. Griedel, 31 März. Tie Hessische Tapstrkeitsmedaille wurde dem Leutnaut d. Res. Christ von hier im 2- 5 Feld- Arttllerte-Regiment verliehen. Mit dem Eisernen Kreuz wurde er chon vor längerer Zeit ausgereichuet. LI. Büdesheim, 30. März. Zum Vize-Wachtmeister wurde der Unteroffifier Friedrich Dt etz von hier ernannt. Gleichzeitig wurde sein Bruder, Gefreiter Ehr. Tietz, zum Unteroffizier befördert. Ter ältere der beiden Brlider erhielt gleichzeitig das Eiserne Kreuz. Beide find die Söhne des Landwirts Philipp Tietz stier. Bl. Niedcr-Florftadt, 31. März. Tie Eheleute^ Konrad Heppner begingen gestern das Fest ihrer Silbernen Hochzeit. Bl. Friedberg, 31. März. Dem Primaner Karl Gustav Frhr. Schenk zu Schweinsberg von hier, der s. Zt. bei dem Hess. Garde-Trag.-Regt. Nr. 23 eintrat, ist die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen worden. Kreis Wetzlar. re. Wetzlar, 31. März. Der Bezirks-Eisenbahnrat hat den Antrag der Handelskammer Wetzlar, die besonderen Ausnahmetarife für Erz- und Brennstoffe über die durch die Neilbaustrecke Weidenau-Hatger gekürzten Entfernungen durchzurechnen, einstimmig befürwortet. Hessen-Nassau. ra. Her mann stein, 31. März. Donnerstag nachmittag wurde unter großer Beteiligung Pfarrer H a m m a n n zur letzten Ruhe gebettet. Pfarrer Hammann, der zuvor an der vereinigten Kirchengemeinde Crumbach-Frankenbach tätig war, hat zuletzt in fast 14 jährigem Dienst in hiesiger Gemeinde gestanden. II Marburg, 31. März. Der langjährige ehemalige Kapellmeister der hiesigen Jägerkapelle, Musikmeister a. D. Noack, feiert heute den Tag, an dem er vor 60 Jahren als 18jähriger Mann in daS Jägerbataillon Nr. 8 in Wetzlar eintrat. Im Jahre 1868 kam er zu den Marburger Jäger, mit denen er auch den Krieg gegen Frankreich mitmachte. **Frankfurt a. M., 31. März. Auf dem Bahnhof Goldstern entgleiste gestern früh eine Lokomotive und sperrte geraume Zeit den Verkehr auf einem Gleise. s Gladenbach, 31. Mörz. Bei den gestern abgehaltenen Ergänzungswahlen der Stadtverordneten wurden gewählt: In der ersten Wcchlerklasse Apotheker Emil Orlt, Kaufmann August Lederer; in der zweiten Wählerklasse Bierverlegcr Karl Michel, Landwirt Jvhs. Beng; in der dritten Wählerklasse Schmiedemeister Carl Happel. Eschwe ge a.d. Werra, 31. März. Ist dem benachbarten Oberdünzebach stürzte gestern vormittag ein 50jähri- acr verheirateter Stockmacher in seiner Scheune infolge eines Fehltritts aus die Tenne hinab und brach die Wirbelsäule. Amor in Stellvertretung. Der Kstiea erzeugt doch' ganz merkwürdige Erscheinungen. Zu den sonderbarsten gehört das in Frankreich erlassene Gesetz, wonach Sonaten, die aus irgendwelchen Gründen keinen Heimatsurlaub erhalten können, das Recht haben, sich durch Stellvertretung zu verheiraten. Ties Gesetz hat, so wunderlich es auch aussieht, seine guten Gründe. Es soll ermöglichen, daß so mcrnck-e echt französische „mänage", die int Frieden als Veilchen im Verborgenen blühte, beizeiten legitimiert werden kann; denn nur in diesem Falle hat ja die Hinterbliebene Frau Anspruch auf die Soldatcn- pension, ohne die letzt viele Tausende von Witwen völlig hilf- und mittellos dastehen würden. So ist es denn gekommen, daß die sehr alte Form der Ehe „per procura" durch den Krieg ebenso wieder modern geworden ist, wie es die urLl testen Waffen geworden sind. Die Prottlrationsehe hat sich in unserer Zeit nur noch in einzelnen Staaten der amerikanischen Union erhalten, wo man sich das Vergnügen machen kann, mit einem Vertreter des Bräutigams oder der Braut Hochzett zu halten. Bon diesem Recht hat unlängst eine junge Schönheit in Denver, ein Fräulein Campbell, Gebrauch gemacht. Ihr Bräutigam war als Ingenieur zu Samarang auf Java tätig und es war ihm unmöglich, nach Amerika zur Hochzeit zu komm«n — „busineß is busineß!" Aber Fräulein Campbell war eine junge Danre von Grundsätzen und zeigte sich nicht geneigt, die weite Reise nach> Java als unverheiratete Dame zu unternehmen. So einigte man sÄ denn darauf, daß zwei Hochzeiten gleichzeitig veranstaltet wurdrnr: die eine in Denver und die andere aus Java. In Denver vertrat ein junger Herr aus Brooklyn die Stelle des Bräutigams und die Eheschließung wurde mit allen üblichen Bräuchen begangen. Gleichzeitig hatte auf Java eine junge Dame die Rolle als Braut zu vertreten, und nachdem das Hochzeitsniahl in Denver abgespeist war, trat Frau Schölten, geborene Campbell, alsbald die Reise nach Java an. Ein zweiter Fall der Art ereignete sich vor einigen Jahveir, als ein reicher/ italieinscher Chemiker in Amerika sich mit einem fimgen Mädchen zu verheiraten wünschjte, die in Italien zurückgeblieben war. Da sich ihrer Reise nach Amerika, solange sie unverheiratet war, Schwierigkeiten entgegenstellteir, so wurde auch hier die Vertretungsheirat zur Anwendung gebracht. Ter Bräutigam verschaffte stth eine besondeve „Lioenso", sandte diese durch die Post nach Moteria und ließ dort seine Stelle als Bräutigam durch, den Bruder der Braut vertreten, worauf nack> vollzogener Eheschließmig die Neuvermählte nach New Bork abreistc. So sonderbar uns nun auch dies Verfahren berührt, so ist dock? die Prokurationsehe in fiüheren Zeiten enr durchaus aner- kairnter und sehr oft angeimmdter Brauch gewesen. Besonders sind zahlreiche Fürsienehen durch die Stellvertretung geschlossen ioordcn, und dabei konnten nun freilich manchmal allerlei mehr oder- weniger angenehme Ueberraschungen sich ereigne!^ So geschah cs bei der Prokurationsehe, die König Jakob von Schottland mit der Prinzessin Anna von Dänemark geschlossen und bet der der Graf von Marshal als sein Stellvertreter fungiert hatte daß ern wütender Sturm die Neuvermählte Königin, die nnt ihr^m Ge- malä-Stellvertreter sick). zu Sckstff nach Schottland ausgemacht hatte, zurückwarf, und sie zu monatclangem Aufentlialte m Norwegen zwang. Schließlich verlor König Jakob dre (Geduld, segelte selbst nach Norwegen, verl-eiratete sich zum zweiten Male imt der Prinzessin und mußte dann gleMallö nrrt rhr noch. .lange Zett in Nonvegen und Dänemark sich l^rumtreiben, da die Nordseestürme nicht aufhören »vollten. Eme andere, tragckvmfich ge/achte Stellvertretungsgeschichte ist die von der Werbung des unglücklichen Königs Gustav Adolf IV. von Scküveden. Er verheiratete sich durch seinen Stellvertrvter, Freiherrn Klrnckowsttom rm November 179o zu Ludwigslust mit der Schweriner Prrnzesfin Lmfc Chariottc, nact'vem er sie onrch leinen Guuiurug, o,u Frett-errn fJiuncf, zuvor hatte „beschauen" lassen. Am Tag" des Ringwechsels wurde in allen schmedifilmen Kirchen von den Kanzeln die Eheschließung des Königs bekannt gemacht, alle Posten der Hofhaltung der jungen neuen Königin wurderr besetzt und amtliche Gesandtschaften macksten den Nacicharreichen mm der vollzogenen Eheschließung^ Mit^ lung. Im schwedischen Hof- und Staatsalnmnach für 1797^ steht die Prinzessin als schwedische Königttr ausgesühct. Mer plötzlich wechselte der König seinen Sinn, schrieb eines schönen Tages einen Absagebrief an die junge Prinzessin, in dem^ er ohne weitere Begründung sich von ihr l')ssagte — und Luise Charlotte verschwand aus bem schwedischen Almanach ebenso plötzlich, wie aus dem Herzen des Königs und der Erinnerung des schwedischen Volkes. vermischtes. Schneestürme in England. Aus Amsterdam, 30. März, wird gemeldet: England ist in den letzten zwei Tagen von schweren Schneestürmen heimgesucht worden, wodurch der telegraphische Verkehr fast lahmgelegt worden ist. Seit dreißig Jahren hat kerne solche Störung stattgefunden. Alle Telegraphenlinierl längs der Eisenbahnen nach Norden, Nordwesten und Osten sind unterbrochen: Zü^e wurden stundenlang aufgehalten; B i r m i n g h a m ist von dreißig großen Städten abgeschnitten. Viele Schiffe und Häuser sind beschädigt worden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Störung im Trahtverkehr mtt Holland damit in Verbindung steht. Ein Eisenbahnunglück. Aus Cleveland wird vom 29. März gemeldet: Zwei Personenzüge sind am frühen Morgen infolge Nebels 37 englische Meilen tvestlich von hier zusammengestoßen. Ein dritter Zug fuhr in die Trümmer hinein. Dis jetzt sind 17 Tote und 25 Verwundete geborgen worben. * Sinken Schisse aus den MeereSqruird? Man hat häufig behauptet, da das Meereswasser in großen Tlefen unter einem gewaltigen Druck steht, müsse es irgendwo zwischen dem Grund und dem Spiegel des Meeres eine Stelle geben, wo der Truck so stark ist, daß das versinkende Schiff dort hängen bleibt. Am Meeresgriinde, dessen tiefste Stelle über sechs eiiglische Meilen von der Oberfläche enllernt ist, ist die Dichtigkeit des Wassers durch den Druck nur etwa ein Zivanzigstel größer als an der Oberfläche. Stahl besitzt eine über 50 Prozeitt stärkere Dichtigkeit als Wasser beim gletchen Druck. Hierairs geht hervor, daß Stahl beim Versinken im Wasser eine halb so starke Kompression erleidet wie Wasser in gleicher Tiefe, so daß an keinem Punkte die Dichtigkeit des Stahls und die des Wassers gleich groß sind. Es gibt also keine Stelle über dem Meeresgrund, wo versinkender Stahl ausgehalten wird. Man kann annehmen, daß unterhalb einer Tiefe von hrmdert Fuß kein modernes Schiff mit Lufträumen dem Truck des Wassers widerstehen kann, seine Schwimmkraft also dort aufhört. Da der Truck des Wassers Nach allen Richtungen wirkt, erleidet ein versinkender Körper einen Truck, der ihn mit einer Kraft, etwa gleich groß jener, die seinem Versinken entgegenwirkt, abwärts zieht, ungefähr so wie ein Körper ux der Luft auf allen Stellen den gleichen Druck erleidet. Die Folgerung lautet also: untergehende Schiffe sinken bis aus den Meeresgrund. Vriefkafte« der Redaktion. Mnouvvre r<»fragen bleibe» n»ber»cksichtigtU ID H. Anspruch aus freie ärztliche Behandlung und Arznei haben nur die Angehörigen der aktiveir Unteroffiziere, nicht dagegen die Angehörigen der Unteroffiziere und Aiannschasten des Beurlaubtenstandes. Trotzdem übernehmen die Militärärzte in vorkommenden Fällen meistens auch die Behandlung von Angehörigen der Unteroffiziere und Mannschaften des Beurlaubtenstandes am Standort einer Garnison. Die Kosten für Medika« rnente werden für Mmderbemitlelte an vielen Orten von privater Seite (Kriegsfürsorge usw.) gedeckt. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 1. April ISIS: Heiter, trocken, tags mild, Nachtfrostgefahr. Letzte Nachrichten. Reise des griechischen Kronprinzen nach Sofia und Konstantinopel. Bukarest, 31. März. Nach Meldungen aus Athen ivirv Kronprinz Georg von Griechenland eine Reise nach Sofia und Kon ft an t in 0 pel cmtteten, um dem König Ferdinand und dem Sultan ein eigenhändiges Schreiben des Königs Konstantin zu überbringen. Die Blockierung Kretas durch die Entente. Amsterdam, 31. März. Die „TimeS"^ bringen eine ausführliche Darstellung des Konfiiktes des Bierverbcmdes mit dem grrockkischen Präsekten von Kcmdia auf Kreta, der zur Blockierung Kretas führte. Tanack/ ist anfangs des dRonats ein englischer Spion in Kändia durch den Präfekten verhaftet worden, urrd der Präfekt verweigerte ans Anweifimg aus Athen dem Kommandanten eines inztoischeu vor Kandia erschienenen englischen Kriegsschiffes die Freigabe des Verhafteten. Daraus wu-cke die Küste bei Kandw in Blockade erklärt und die Ein- und Ausfuhr griechischer Schiffe verhindert. Das Geschwader des Vierverbandes wurde um zelm weitere Einheiten verstärkt, die teils in der Bucht von Kan«a. teils in der Sudabai stattoniert werden. — In Petras verhaftete ein englisches Landnngskommairdo emige in einem Rettungsboot angekommene deutsche und österreichische Matrosen. Der Rücktritt PoliwanoS. Amsterdam, 31. März. In London erklätt man den Rücktritt des russischen Kriegsministers Poliwanow mtt Differenzen zwischen der höchsten milttärischen Kvmmandostelle und der Re- gicnmg, die in der stritttgen Frage von der Dmna unterstützt wurde. Man erinnett daran, daß Poliwanow vor Stürmers Ernennung einmal für den zukünftigen Premierminister galt und auf eine unbeschräntte VUlttärdiktatur hinarbettete. Poliwanows Rücktritt wird im übrigen in England sehr bedauert, da er beruflich als äußerst befähigt gilt. Ausweisung und Internierung der Deutschen in Portugal? Madrid, 31. März. Die portugiesische Regierung wird demnächst ein Dekret veröffentlichen, welches die Deut - scheir, die nicht dienstschig sind, auä dem Lande answeisen und die Jntenncrmrg der diensttauglichen Deutschen anordnet. Sollen Siel gute süße und saftige H Apfelsinen kaufen,so gebenSie i. den Spanischen Garten Bahnhofstraße 48. Filiale. Selters weg v, Kirchenplatz 10. Täglich Irische Waren. :: Billige Tagespreise.:: R. Hasel aus Oesterreich. S Tel. 932 so« Tel. 932 £ hänge- u. Ztehlicht- StrfimpfC tlir Sar sowie elektrische Birnen d. A.-E.-G. emps. zu billigsten Preisen (138 ^dgarVorrmaunEiscnhdl. 7" Erste GiÄiiffeur-Schide gagr iqC 4 Mainz wt) 40 . ^aatl.beaufucW.lduansta» mit com. SteUenvemuttl Prosp- grarh. Nachruf. Aailgmeiil „Heiterkeit ^ ©iegcn. Schmerzlich nahmen wir von der traurigen Nachricht Kenntnis, daß unser allseits beliebter und bewährter Dirigent Nachruf. Herr Ernst Enders den Tod fürs Vaterland erlitten hat. Unseren Sängern und Mitgliedern die betrübende Nachricht, dah in edelster, treuester Pflichterfüllung für Vaterland und Kameraden, unser geliebtes Mitglied und eifriger Förderer des Deutschen Gesanges Wir werden ihn in dauerndem Gedenken behalten. 25S4D [Ernst Inders Gesangverein Gutenberg Glchen. am 28. Februar den Heldentod erlitten hat. Sein Andenken wird uns unvergeßlich sein. 2602V Der Vorstand. Für die vielen Beweise der Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Verluste sagen wir hiermit herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Otto Schröder. Giessen, 30. März 1016. 2582 J&¥) M. 9 • f * * * * 108686 L-udwig Helz, Dutenhofen. M suche die Bekanntschaft eines netten Fräuleins oder Witwe am liebsten Näherin oder Etnhetrat in etn Geschäft. Bin Witwer, 36Jahre, Hotel- Angestellter gutes Aeuhere, mit 2 Mädchen. Schriftliche Angebote unter 08689 an den Gietzener Anzeiger erbeten. L. April, abends 9 Uhr 087051 Aus dem Nachlah der Kalh. 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Februar gedruckt worden. Inzwischen wurden Berkaufsemschraukungen erlassen. Wir müssen denselbp»s selbstverstand ich Rechnung tragen und werden nur sow.e Waren verschtckcn,. die für den Verkauf freiaegeben ''«d Sollten noch wettere Verordnungen in Ir? fvZ' Jo werden auch diese von uns im Sinne des bandelt werden. ^ Das Angebot von Resten itt U aut weiteres ungültig. Dagegen linb unfere und Damcnstoff-Neubciten uoit bem Set riäh h» bis nur Strickwollen, Strick- und Wirkwaren AM x satasaaMWS 1 * älMÄäSSSi (2577 Haffe©