itr. rs Der Gleßrner Anzeiger erscheint tätlich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich HiehenerFamilienblätler; zrvetmal wöchentl.Ureis- olatt für den Ureis Sichen (Dienstag und Freitag); zweimal nwnatl. Land- wirlschaftlichr Seitfragen «Fernjprech - Anschlüsse: sürdie Schristleitung112 Verlag,Geschästsstelleöl Adresse iür Drahtnachrichten: Anzeiger Gkehen. Annahme von Anzeigen kür dle Tagesnunrmer bis zum Abend vorher. Erft« Blatt (66. Zahrgang Mittwoch, 29. März (W zeiger Kr Oherhe^ Notationrön«! «nd vrrlag der Srähl'schen Univ.-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange. Zchristleitung, Se?chäst5ftelle und Druckerei: §chu!str.7. Bezugspreis: monatl. 85 Vs., viertel- jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch diePost Mk.2.30 vierte jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf.» ausw. 20 Ps. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadl und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; sür den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Die U-Vooifrage nt dem hauptausschuh des Reichstags. MTB.) Trotzes Hauptquartier, 28. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Tödlich von St. Elvi entspannen sich lebhafte Nah- kämpfe in den von den Engländern gesprengten Trichtern und auf den Anschlutz-Linien. Ueber die Lage im Kampfgebiet beiderseits der Maas ist nichts Neues zu berichten. OestlicherKriegsschauplatz. Von neuem trieben die Russen frische Massen gegen die deutschen Linien bei V o st a w y vor. In tapferer Ausdauer trotzten dort Truppen des Saarbrücker Korps allen Anstürmen des Feindes. Vor den an ihrer Seite kämpfenden Brandenburgern. Hannoveranern und Hallensern zerschellte ein in vielen Wellen vorgetragener Angriff zweier russischer Divisionen unter schwerster Einputze des Gegners. Das gleiche Schicksal hatten die auch nachts noch wiederholte Versuche des Angreifers, den bei M o k r z y c e verlorcnm Boden wieder zu gewinnen. Balkan-Kriegsschauplatz. Im Verfolg der feindlichen Luftangriffe auf unsere Stellungen amDoiran-See stietz eindeutschesLuft- g e s ch w a d e r in die Gegend von Saloniki vor und belegte den neuen Hafen, den Petroleum-Hafen, sowie die Entente-Lager nördlich der Stadt ausgiebig mit Bomben. Ober ft e Heeresleitung. Die Herren Hanse und Liebknecht haben einen Helfer in dem „deutschen" Romanschriftsteller Edward Stilgebauer erhalten. Es ist der Verfasser des vielgenannten Romans „Götz Kr afft", der eine kurze Weile unverdient überschätzt wurde, während Stilgebauers folgeude Machwerke zeigten, wie öde und oberflächlich seine Arbeitsweise ist. Wir sprechen also keineswegs von einem verdienstvollen deutschen Literaten; er trügt übrigens einen englischen Vornamen. Strlgebaner soll auch — deutsche Kreise der Schweiz behaupten dies — der Verfasser der berüchtigten Schmähschrift „J'accuse" sein. Fähig dazu ist er sicher, denn er hat in einem holländischen Blatt „De Amsterdamer" unter derUeberschrift ,Mn Fundanrentalirrtum zeitae s chichtli cher Diskussion" einen Aufsatz geschrieben, der ifyni das Brandmal eines Volksverräters crufdrückt. Der „Nieriwe Rotterd. Courant" bringt von diesem Artikel eine längere Darstellung, ans der wir unseren Lesern folgende Stücke vorsetzen: ,/Stllgebcruer sprvcht von einer „ungeheuren Schuld". Und nicht das deutsche Volk trägt sie. (Das Wort Volk steht in dem Aussatz gesperrt.) Aber dieses Volk verfügt in hohem Matze über eine Eig«Mvft' die es nrit Europa an den Rand des Berber-, bens gebvacht hät, und es steht mit (Ärropa an dem Rand des! Verderbens, über diese Tatsache hckfen uns alle Phrasen der Hurvaschreier nicht hinweg. Nur in der Erkenntnis dieser bitteren Wahrheit kann für lunser Volk und für ganz- Europa der erste Schwitt 3 » einem neuen Glück möglich sein. Schon Taeitus, der aufgeklärte Römer, hat diese Eigenschaft unseres Volkes erkannt. Er schreM in seiner „Germania": „Soweit geht die Hartnäckigkeit dieser Barbaren, sie selber nennen es jedoch Treue." „Sie selbst," so wiederholt Stilgebauer, „nennen es Treue. Man überlege das wohl. Diese Eigenschaft führt im Guten zum Zweck, in der Irrung zur Vernichtung. Man erwäge das. Es gab eine Zeit, da man noch in deutscher Geschichte handelte. Diese Geschichte geht bis in die Mannesjahre Schillers !und bis in das hohe Alter Goethes. Dann wurde sie von der pveutzischen Geschichte abgelöst. Diese begann limt dem Auftreten des Großen Kurfürsten, verherrlichte die Person und die Taten Friedrichs II., stellte Bismarck in den Mittelpunkt der Weltachse und hat in der Siegesallee in Berlin ihren sogenannten künstlerischen Ausdruck gesmtden. Und die dichterischen Verherrlichet: dieses Zeitraums? Es waren weder Kleist noch Körner, loeder Uhlland noch Schenkendorff, die man so gerne dazu in Anspruch gxnourmjen hätte, Geibel kaum, Fontane erst recht nicht intb auch Wildenbruch nur in beschränktem Maße — ihre Zunge fand diese Zeit erst spater in Treitschke und Herrn von Bern- hardi, ihren Sänger in Josef von Laust." Bedauerlich für das ganze deutsche Volk! Doppelt bedauerlich, weil dieser geistige Verfall mit einer Periode der glänzenden Ergebnisse auf technischem, materiellem und natnr wstsenscha ftli chem Gebiet zusamMen- fÄ. Allerdings nicht allein in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Die Hasser, dir jedes neue Wort aus dem Schatze der deutschen Sprache verbannen möchten, um sich dem spöttischen LSchekn Europas bloß zu stellen, haben ein neues Fremdwort «UsgÄ)acht. Das Wort lautet: ,/O r g a n i s a t i o n". Feierlich ist es- in der letzten Reichstagssitzung in Berlin verkündet werden, daß das ganze Volk in diese „Organisation" hinein mtWe, was im Deutschen bedeuten würde, obgleich das Wort rächt undeutsch ist, in diese Sklaverei. E§ gab einmal einen Studenten der Medizin auf der Karlsschule zu Stuttgarts einen schneidigen Jüngling, besten Name in best. Sternen geschrieben steht, dal er als der große Dichter der Freiheit un- ftetfcftdj ist. Dieser hat als AchäzeihnMriger die unvergeßlichen Warte g^mden: „Die Organisation hat zum Schneckengang verdorben, was Adlerflug geworden wäre, die Organ isatioü hat iwch kernen großen Mann gemacht, aber die Freiheit brütet Kolosse und Extremitäten aus." Der Jüngling, der dieses schrieb, war Friedrich Schiller. Er w-ar ein Schüler Kants, ein Jünger des Idealismus, und als Apostel der Freiheit schrieb er, als er in .Jena deutsche, nicht preußische allgemeine Geschichte lehrte, das Buch über den Abfall der Niederlande. Man n-hme cs wieder zur Hand und lese es. Denn dort steht geschrieben: „Tausende fliehen in fremde Länder, tausend Opfer Jflßoi ans dem Blutgerüste Und neue Tausende drängen sich- herzu, denn göttlich- Mutz eine Lehre sein, fitr die so freudig gestorben werden kann." Das war deutsch, das war schwäbisch und nicht preuMch. Mau lese es wieder und schaue aus Belgien und be- hauZ'rele, weiur mau es kamt, dann noch- die Frage, ob man Belgien ernverleiden kann." Es ist genug von dem Gesudel. Wir setzen es nur darum jga, mit dieser Schriftsteller eben gebrandmarkt werden m u ß, und iveil er, wenn er von dem „geistigen Verfall" Deutschlands spricht, seiner selbst spottet. Auf die unreife Durcheinanderwerfung staatsgeschichtlicher Machtentwicklung und literarischer Sentimentalität braucht man nur hmzu- deuten, um die Fähigkeiten des Verfassers zu solcher Kritik vollauf zu erkennen. Natürlich haben wir einmal die goldene Zeit in Weimar gehabt; auch die Engländer haben sich Shakespeares erfreut, und die Italiener Dantes, Rafaels und Michelangelos. Das Erscheinen Bismarcks in der deutschen Geschichte dafür verantwortlich zu machen, daß Deutschland geistig heruntergekommen sei, ist wirklich ein starkes Stück. Zweifellos hat der große Staatsmann, auch wenn man nur seine literarische und stilistische Qualität für sich betrachten wollte, Herrn Edward Strlgebaner uni ein gutes Stück überragt! Aber Stilgebauer scheint der Ansicht zu sein, daß sich nationale politische und ökonomische Aufwärtsentwicklung überhaupt nicht mit hoher künstlerischer Sendung vertrüge, und wahrscheinlich ist er der Ansicht, daß Deutschland politisch hätte zerrissen und ohnmächtig b leiben sollen wie in der von ihm gerühmten Epoche. Tie genannten Jugendworte Schillers in die Beweiskette einzuflechten, ist gewiß, sehr gründlich! Nein, nuir brauchen den kritischen Spuren Stilgebauers nicht lweiter zu folgen; es wird ihm auch nicht gelingen, alle .Hoffnungen sür eine glänzende -geistige und llinstlerische Wiedergeburt Deutschlands Kn erstichen. Jedenfalls geht der Weg zu diesem Ziele nicht durch Stilgebaners Versnchsgärtchen. Da gefällt uns der sozialdemotratis-che Abgeordnete 5) eine doch besser, der irr den „Sozialistischen Monatsheften" auch einiges -über deutsche Zukunft gesagt fy&t. Er meint, eine Zertrümmerung des Deutschen Reiches, und wäre es -auch nur in der Form einer Herabdrückung zur politischen Bedeutungslosigkeit zwischen den anderen europäischen Staaten, würde die sozräldenrokrntische Arbeiterschaft selbst treffen und ihr jede Möglichkeit der Fortentwicklung der Partei und der Erreichung ihrer politischen Ziele abschneiden. Mit diesem Bewußtsein der Verpflichtung dem Staat gegenüber müsse die Sozialdenwkr-atie auch in die Politik nach dem Krieg hineintreten. Tann kommt Herne auch aus die deutsche Kulturentwickelnng zu 'sprechen r Am schwierigsten wird es vielleicht sein, das Bewußtsein von der Nation -als einer kulturellen Einheit, einer kultur- schaffenden Gemeinschaft, f-estzuhalten. Wenn in staats politischen und wirtschaftlichen Fragen das eiserne Band nüchterner Interessen die verschiedenen Teile des Volkes äußerlich zusammenschmieden kann, so brechen die Unterschiede der Weltanschauungen ans dem glühenden Jirnern der Menschenseele hervor und haben fortwährend den Trieb, sich in zerreißenden Explosionen zu entladen. Es ist eine der größten Schwächen der Deutschen, daß sie mit Vorliebe auch in rein praktische Fragen des Tages die Gegensätze wissenschaftlicher oder religiöser Ideen htneinzutvagen pflegen. Auf dem Gebiet der schaffenden Kultur, der Fortentwicklung des Geistes aber ist es eine Stärke der Deutschen, daß sie die Fragen der Erkenntnis und der Moral so ernst nehmen, und daß ihnen dabei bewußt oder unbewußt das Ziel vorschwebt, durch Erhebung des Geistes Und durch seine Befreiung von den anhaftenden Schlackert der Vergangenheit die Menschheit selbst aus eine höhere Stufe zu heben. In diesem Ziel aber, das der eigentliche Kulturgedanke ist, liegt etwas Verbindendes, liegt die Möglichkeit, daß die Nation sich im Bewußtsein der Einheit geistigen Stre- bens zUs an t u t en fmdet, so tief die Unterschiede und so heiß die Kämpfe im einzelnen zwischen den Richtungen sein inügm. Freilich, eine solche Einheitlichkeit des Kulturempstndens mtc sie sich in stablleren Zeiten und engern Verhältnissen ausbilden konnte, wird der deutschen Natüm für alle Zeiten versagt sein. Unsere, Zeit ist zu bewegt, der Geist der Individuen zu lebendig geworden, die Eindrücke sind zahlreich und die überlieferten .Kenntnisse zu mannigfaltig, um eine Art Einheit möglich oder auch mrr wünschenswert erscheinen zu lassen, die schließlich doch mrr unter Verlangsanomg des Lebenstempos Und Verengung des Horizonts möglich wäre. Es kommt aber gar rächt daraus an, daß alle dasselbe derrken und wollen, sondern nur darauf, daß der Deutsche lerne, den sittlichen Ernst im Denken und Handeln seines Volksgenossen zu würdigen, auch wo er selber andere Wege für richtiger hält. Ein solches tieferes Verständnis, eine solche Kameradschaftlichkeit zwstchend en verschiedenen Teilen der Nation urüssen wir als eine Lehre des imgeheuren gemeinsamen Kampfes fordern, und wir dürfen sie Wohl von den aus dem Feld zurückkehrendeg Kämpfern erhoffen. Die lächerliche und simrlose Verleumdung, mit der 7nan in den uns feindlichen Ländern den Krieg zu einem Kampf nicht nur gegen die politischen Interessen, sondern gegen die Ehre des deutschen Volkes gestempelt hat, mag das übrige dazu beitragen. In den letzten Sätzen liegt eine Mahnung, die sich auch Stilgebauer merken könnte. Aber seine abscheulichen Betrachtungen über deutsche Treue zeigen uns, daß der Mann unbelehrbar ist, daß alle Brücken zwischen ihm und wirklichen Deutschen dauernd abgebrochen sind. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i e n, 28. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vrrlautbart: 28. März 1D16. Russisch er Kriegsschauplatz. Nördlich von Bojan haben die Russen nach einigen Sprengungen vor unserer Front wiederholt versucht, in die Stellung cinzudringen. Alle Angriffe tmrrden unter erheb- lichen feindlichen Verlusten abgewiesen. Nordöstlich der Strypa - Mündung scheiterte ein nächtlicher Vorrückungs- vcrsuch russischer Abteilungen schon an der guten Wirkung unserer Vorfeldminen. An der bessarabischen Front und bei Oltzka feuerte die feindliche Artillerie lebhaft. I t a l i e n i s ck e r K r i e g s s ch o u p l a tz. Die Kämpfe am Görzer Brücken köpf dauern fort. Auch im MschnittDer Hochfläche von Doberdo begann ein lebhaftes Feuer der beiden Artillerien. Von italienischer Seite folgten Angriffsversuche am Nordhange des Montr San Michele und bei San Martino. die leicht abgewiesin wurden. Oestlich Selz ist das Gefecht noch im Gange. Auch im P l ö ck e n - A b s ch n i t t scheiterten alle feindlichen Angriffe. Vor der Kampffront des braven kärntneri- schen Feldjäger-Bataillons Nr. 8 liegen über 500 tote Italiener. An der T i r o! e r Front waren die Geschützkümpfe nur in den Judicarien lebhafter als gewöhnlich. Da in Venetien ein erhöhter Eisenbahnverkehr gegen die Jsonzo- front festgestellt wurde, belegten unsere Flieger einige Objekte der dortigen Bahnen mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnanl Zur Pariser Konferenz. P a r i s, 28. März. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Die Konferenz der Alliierten trat gestern nach- nnttag 3 Uhr zu einer neuen Sitzung zusammen. Die Delegierten setzten Ausschüsse ein und prüften geniäß ihrer Zuständigkeit Fragen der Tagesordnung. Um 0^/2 Uhr verließen die Vertreter der Alliierten nacheinander das Mnisterium des Aenßern. Heute vormittag 10 Uhr sindet eine neue Sitzung statt. Mittags gibt Präsident Poincare im Elysse ein Fwihstück zu Ehreri der Delegierten. ?lbends findet ein Essen in der italienischen Botschaft statt. Paris, 28. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kv n f e r e tt y der Alliierten setzte vornrittags int.Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten, ihre Tätigkeit unter Leitung des Ministerpräsidenten Briano fort. Um 9 Uhr 30 Minuten traten die Ausschüsse, um 11 Uhr die Vollversammlung zusammen. Dann gab Poinecrre ein Frühstück für alle Teilnehmer au der Konferenz, die Minister und die ehsmaligen Minister des 'Auswärtigen, sowie -die Vorsitzenden der Ausschüsse für Heeres-, Marine-, auswärtige und Fmauzangelegc'nhetten und den Genecalbcricht- erstatter für den Staatshaushalt. Mailand, 28. März. (WTB.) Nach einer Meldung des „Secolo" ans Rom reisen Salandra. und S 0 n- nitio am Mittwoch nachmittag von Paris direkt nach dem italienischen H a u p t q u a r t i e r ab, um dem König über die Ergebnisse der Konferenz zu berichten. Die Minister treffen am Freitag in Rom ein, lvo für Samstag früh ein Minifterrat in Aussicht genommen ist. London, 28. März. (WTB.) Ueber den Besuch As-« guiths in Rom erfährt das Reutersche Burecrir, daß ttocfjr nicht festgesetzt worden sei, welcher Minister ihn begleiten soll. Dies wird von der Lage in England abhängen. Man hält es aber für unwahrscheinlich, daß Greh mitgehcn wird. Was Lloyd George betreffe, so sei er dringend eingeladen worden, nach Rom zu kommen: er würde auch gern bev Einladung folgen. Es ist aber möglich, daß seine Anwesenheit in London notwendig sein wird. Sasonow über die Meerengenfrage. Petersburg, 27. März. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur: Die Duma beendete die Beratung des Budgets des Miiristeriurns des Aeußern. Markow sagte unter Bezugnahme auf die Aenßerungert Miljnkows, wenn es eine Vereinbarimg über die teilweise Neutralisierung der Meerengen gebe, so töime solche Vereinbarung das russische Volk nicht zusiiedensteltetk, das durchs aus einen freien Ausgang zunr Mittelmeer brauche. Minister Sasonow erwiderte: „Ein Abkommen der Art, wie es Markow auffaßt, besteht nicht." — Die Dunra stimmts dem Budget des Aeußern zu. Der Zeekrieg. Amerika nnd der Untergang des Dampfers „Sussex". Washington, 28. März. (WTB.) Meldung des Ri'uter- schen Bureaus. Amtliche Kreise können die Tatsache nicht verhehlen- daß sie die durch die Versenkung des englisckien Dampfers „S u s - s c x" geschaffene Lage als äicßerst ernst ansehen. Die MögliäKeit des Abbrncbes der diplvmatischen Bez ieHungen mit Deutschland wird neuerlich erörtert, aber, ob man sich zu einem!' so durchgreifenden Schritt entschließt, scheint vvn den Ergebnissen der von amerikanischen Vertretenr in Europa angestellten llnter- suchungert abzuhängen. Tie Vertreter wurden drin.eend auf gefordert, inöglichst schlüssiges Beweis material beizubrulgen. Es herrscht die Anschauung, daß der Präsident die Angelegenheit vor den Kongreß bringet: wird, ehe er li-andell, da angenommen lvird, der Abbruch der Beziehungen zu Deutschland bedeute drn Krieg. Amsterdam. 28. März. (WTB. Nichtamtlich.) Ein hiesiges Matt MeLet aus London, daß nach einem Bericht der „Times" aus New Bork dort allgemein zugegeben werde, daß das amerikanische Publikum jetzt weniger auf einem energischen Vorgehen der Reglernng bestehe, da es sich beraus- gestellt hat, daß die Amerikaner an Bord der „Sussex" alle mit dem Leben davongekommen sind. Der Präsident würde infolgedessen, wein: er int 'Senat auch auf den Abbruch der Beziehungen zu Deutschlmrd dringetr würde, nicht auf die ermattete Unterstützung rechnen können. Rotterdam, 28. Marz. (WTB. Nichtamtl ich ) Ter „Rotterdamsche Courant" meldet ans London: Pros. Baldwin ist gerettet. Die „Preß Association" teilt mit, daß alle fünfundzwanzig A m c r i k a it c r, die auf der Passagierliste der. „Sussex" stand eit, gerettet wurden ?lber nach einem anderen Berichte sollen sich mehr Amerikaner an Bord behtnbett haben, als auf der Liste angegeben ist. Die Hälfte der Post ip ■fretioitfit. teiu üuiiciitaiui, ixi £Uö uoi i>em A5eid)en)öxxu* geriet in Dover erschien, klagte über die morschen NettungSgüttel und das Benehmen einiger Leute der Besatzung. Zum Untergang der „Palembang". Haag, 28. März. (WTB. Nichtamtlich.) Das Marine- Departement teilt mit: Bei der Untersuchung der Ursachen des Unterganges der „P a l e «r b a n g" vom Rotter- damschen Lloyd hat sich ergeben, daß das Schiff am 18. März vormittags ungefähr 11 Uhr 27 Minuten sich 17a Meilen nördlich von der nördlichen Galloper-Boje befand und südwestlichen Kurs fuhr, als eine Erschütterung gefühlt wurde, die das ganze Schiff erzittern ließ. Die Maschine wurde gestoppt und Gegendampf gegeben, bis das Schiff still lag. Der Dampfer machte nur wenig Wasser. Um 11 Uhr 30 Min. wurden zwei heftige Stöße von einer EMosion im Vorschiff und an Steuerbord bei der großen Lücke verspürt, worauf sich das Schiff stark zur Seite neigte und zu sinken begann. Mährend sich die an Bord befindlichen Personen in die Boote begaben, folgte bald darauf die dritte Explosion an Steuerbord beim Maschinenraum, die das Schiff zum Sinken brachte. Bei der Untersuchung wurden vom Kapitän, dem ersten Steuermann, dem Bootsmann und einem Matrosen beeidete Erklärungen abgegeben. Sie haben folgendes ergeben: Erstens, daß das Schiff, als die zweite und dritte Explosion stattfand, ganz still lag: zweitens, daß der erste Steuermann, als er nach der zweiten Explosion mit einem Boote längsseits lag, sah, wie ein S trei fen im Wasser, aus aufquellendem Wasser oder Luft gebildet, mit großer Geschwindigkeit sich der Steuerbordseite des Schiffes näherte, und daß er, noch ehe er das Schiff erreichte, sah, wie eine Explosion stattfand, bei der das Boot von einer Wassersäule überschüttet wurde, drittens, daß der Bootsmann und der Matrose einige Zeit nach der ersten Explosion einen von Luftblasen oder Schaum gebildeten weißen Streifen an der Steuerbordseite mit großer Geschwindigkeit über das Wasser gerade auf das Schiff zukommen sahen, worauf eine zweite Explosion erfolgte. Sie sahen, wie der weiße Streifen am Bug des englischen Zerstörers, der an Steuerbord querab der „Palembang" lag und eben damit beschäftigt war, eine losgerissene Mine in Grund zu schießen, vorbeilief. Bon der englischen Flotte. Berlin, 29. März. Wie ein Londoner Gewährsmann der „Vossischen Zeitung"' wissen will, würde die englische Admiralität den Hafen von Hüll und die Hmnbermündnng zur Flottenbasis eines Nordseegeschwaders machen. Berlin, 29. März. Verschiedene Blättern znsolge hat ein in B e r g e n ein gelaufener Personendampfer mehreregroße englische Geschwader gesehen, darunter eines von fünfzehn Schissen, das gegen Süden steuerte. * Berlin. 29. März. Laut „Lokal-Anzeiger" seien in drei Tagen in London Meldungen veröffentlicht worden über die Vernichtung von 46000 Tonnen Schiffsraum. Der Wert der in der vorigen Woch: versenkten englischen Sckiisfe wird angeblich in englischen Reedevei.krei.se n auf 40 Millionen Mark veranschlagt. Diese Summe schließe nicht den Wert der englischen Ladungen in sich. Berlin, 28. März. (Privattel.) Der Berliner „Lokal- Anzeiger" meldet aus Lugano: Der italienische Dampfer „Porto di Smirne", der gestern in Syrakus erngetrosfen ist, berichtet, er habe während seiner Fahrt einen drahtlosen Hilferuf eines englischen Handelsdampfers crufgejiangen, welcher von eurem deutschen Unterseeboot an^grisfen wurde. Der englische Handelsdampfer ist {>0 Seemeilen von „Porto di Smirne" untergegangen. Hvek van Holland, 28. März. (WTB.) Ter aus London kommende Harwich-Tampfer „Cr am er" hat auf See ein Boot mit 23 Mann ausgenommen, unter denen sich der Kapitän des Dampfers „E m p r e ß o f M i d l u n d e" (2224 Bruttotonnen) befand, der auf eine Mine gelaufen war. London, 28. März. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiralität berichtet, daß der Dampfer „F enay- bridge", der nach einem früheren Bericht gesunken sein sollte, torpediert worden ist. Das Schiff war völlig unbewaffnet. — Der Dampfer „Manchester Engeneer" (2813 Tonnen) wurde versenkt. Die Besatzung ist gerettet worden. Am dem Kelche. Die Aufklärung des Kanzlers über die Politik der Rcichsregierung. Berlin, 28. März. (WTB.) Der Hauptausschuß d^ Reichstags begann heute vormittag die Beratung des Etats mit dem Etat des Auswärtigen Amtes. Anwesend waren der Reichskanzler, die Staatssekretäre Jagow, Dr. Delbrück, De. Helfferich, von Capelle und Dr. Sotf, Vertreter des Eriegsministeriums und anderer Ressorts und viele bundesstaatlick>e Bevollmächtigte. Außer den vollzählig erschienenen 28 Mitgliedern des Ausschusses wohnten zahlreiche Reichstagsabgeordnete als Zuhörer den Beratungen bei. Zu Beginn der Sitzung sprach Abgeordneter Bass ermann über hie politische um militärische Lage unter Einbeziehung der Kur Unterseeboots frage gestellten Anträge. Hierauf ergriff-der Reichskanzler das Wort, um in längeren streng vertraulichen Ausfiihrungen die Politik bee Reichsregierung darzulegen auf die von dem Berichterstatter angeschnittenen Fragen emKugehen. Der Ausschuß gedenkt, einen offiziellen Bericht über die vertraulichen Verhandlungen durch die Reichstagsdruchachen zur Verteilung zu bringen. Berlin, 28. MÄtz. (WTB. Nichtamtlich.) In der Budgetkommission des Reichstages hat heilte die Beratung des Etats des Auswärtigen begonnen. Vvr- lveggenommen wurde die Besprechung lder nrit dem U- Boot-Kriege zusammenhängenden Fragen. Der Referent, Abgeordneter Bass er mann, gab einen Ueberblick •Mer die Punkte, deren Klärung in den Verhandlungen )der Kommission herbeigeftthrt werden soll. Der Re ichs- -kanzler gab in einer längeren vertraulichen Rede eine Darstellung der politischen Seite und im Anschluß daran der Staatssekretär des Reichsmarineamts -Aufschluß über die technische Seite der Frage. Es folgte eine eingehende Aussprache, an der sich Redner sämt- -licher Parteien beteiligten. Die Verhandlungen werden mor- ;ßen fortgesetzt. Berlin, 29. M«rz. Auf Veranlassung des national- liberalen Abgeordneten B-crssermann fanden sich laut „Lokal-Anzeiger" nach der gestrigen Hcruptcrusschnßsitzung im Reichstage einige bürgerliche Partei sichrer zu einer neuerlichen vertraglichen Besprechung zusammen. Man nehme an 1 , daß. es sich dabei um die Erwägung von Möglichkeiten handele, die ent einheitliches Vorgehen der Natronalliberalen und «der Konservativen m der U.-Lool ?) r a ge und, wenn angängig, eine Annäherung an das Borgehen des Z^-n t r u m s anbahnen könnten. ~£)tv vteutzstttgs = ;. begann heute 10 Uhr die Beratung der neuen Steuer Vorlagen mit den Tabakab gaben. Reichstagsabaeordneter Dr. Werner gehört, wie man uns mitteilt, dem Ausschuß als Schriftführer an. Ein Aufruf an die sozialdemokratische Partei. Berlin, 29. März. Im Parteiausschuß der Sozialdemokratie fand am Montag eine Besprechung statt. Der Ausschuß stimmte mit allen gegen sechs Stimmen einem Aufrufe an die Partei zu, der heute im „Vorwärts" veröffentlicht wird. Darin wird das Verhalten der 18 Sondergenossen noch einmal scharf getadelt, weil es dazu angetan se^ das organische Gefüge der Partei auseinanderzusprengen. Es sei verwerflich, die bestehenden Meinungsverschiedenheiten derart zur Irreführung der Parteigenossen auszunützen, daß der eine Teil der Partei den anderen des Verrates an den sozialdemokratischen Grundsätzen bezichtige. Die Separatisten setzten das ganze Parteidasein aufs (Aiel. Zu (keiner Zeit hätte die deutsche Arbeiterklasse mehr als jetzt der geschlossenen Einigkeit bedurft. Es dürfe nicht geschehen, daß diejeni- en, die die Re ichs ta g s s r a k t i o n gespaltet ätten, auch die Partei spalteten. Zum Schlüsse der Erklärung, die vom Parteivorstand, vom Parteiausschuß und vom Vorstand der Reichstagsfraktion unterzeichnet ist, heißt es: Genossen und Genossinnen! Eure heilige Ausgabe ist es, die Arbeiterbewegung vor schoerster Zerrüttung zu bewahren. Schätzt die Partei, schließt die Reil-en! — Seitens der Minderheit wird im „Vorwärts" entschiedenster Widerspruch gegen die Art erhoben, lvie die Mehrheit erneut die Einheit zu wahren versucht. * München, 28. März. (WTB. Nichtamtlich.) Im Finanzausschuß der Kammer der Reichsrüte erklärte Staatsminister v. Breunig, daß der ursprüngliche Fehlbetrag des Budgets sich von 19 Millionen auf 38,1 Millionen Mark erhöhen werde, was eine Steuererhöhnng von 53 Prozent anstatt, wie angenommen, 25 Prozent notwendig mache. Ans Stadt «nS Land. Gießen. 29. März 1916. BevölkerungS- und Sterblichkeitsverhältniffe in der S:adt und im Kreise Gießen im Jahr 1915. Von Medizinalrat Dr. E. W a l g e r, Großh. Kreisarzt. Im Jahr 1915 sind in der Stadt Gießen von einheimischen Müttern 413 lebende Kinder geboren worden, gegen 522 im Vorjahr und 598 im Jahr 1913; dies ergibt auf 1000 Einwohner im Jahr 1915: 12,5 Lebendgeborene gegen 15,9 im Jahr 1914 und 18,1 im Jahr 1913. Die Zahl der Gestorbenen in der Stadt Gießen betrug im Berichtsjahr 766, unter denen aber 389 Ortsfremde mis- gerechnet sind, so daß die einheimischen Todesfälle nur 377 zählen. Es verbleibt also noch ein kleiner Geburtenüberschuß von 36 Köpfen, gegen 142 im Jahr 1914 und 319 im Jahr 1913. Leider wird dieses Verhältnis noch ungünstiger, indem 157 in Gießen wohnhaft geivesene Kriegsteilnehmer im Jahre 1915 als gefallen oder gestorben bekannt geworden sind. Für die Stadt Gießen ergibt sich somit im Jahre 1915 ein Ausfall von 121 Köpfen, während in den letzten 10 Jahren jährlich ein durchschnittlicher Zuwachs durch die natürliche Vermehrung von 240 Menschenleben gezählt werden konnte, so daß also das Kriegsjahr 1915 unserer Stadt einen Rückgang der natürlichen Vermehrung um etwa 361 Köpfe gebracht hat. Diese bedauerliche Erscheinung, die sich natürlich in andern Städten ähnlich zeigt, lehrt uns mit großer Deutlichkeit, wie wichtig alle Besttebnngen sind, die dem weiteren Hinabgleiten der Bevölkerungsziffer in Deutschland steuern wollen. Mehr als je braucht unser deutsches Vaterland einen Zuwachs an Menschen. Wir brauchen Menschen, die ja nach dem schönen Wort Friedrichs des Großen „vor den größten Reichtum eines Staates" zu erachten sind, sowohl um die schrecklichen Verluste dieses Krieges auszugleichen und dauernd gerüstet zu bleiben, falls es wieder einmal feindlichen Nachbarn gelüsten sollte, das deutsche Volk mitten in friedlicher Arbeit zu überfallen, als äuch um allen Arbeiten der Kultur und wirtschaftlichen Weiterentwickelung eines großen Volkes gerecht zu werden. Kein Vaterlandsfreund darf deshalb die eindringliche Sprache überhören, die die Zahlen des Geburtenrückganges in Deutschland laut predigen. Im vorigen Jahrhundert schwankte die Geburtenziffer Deutschlands im allgemeinen zwischen 40 und 35 Lebendgeborenen auf 1000 Einwohner. Aber seit Beginn des neuen Jahrhunderts haben wir einen rapiden Geburtenabsturz erlebt, der uns in 12 bis 13 Jahren von 36 auf 28 und 27 Lebendgeburten auf 1000 Einwohner zurückgebracht hat. Min ist es ja glücklicherweise richtig, daß unsere Sterblichkeit in den letzten 30 Jahren dank der überaus günstigen Entwickelung der wirtschaftlichen Lebenshaltung der Bevölkerung und namentlich dank der großarttgen gesundheitlichen Fortschritte in hocherfreulichem Maße zurückgegangen ist, etwa von 36 auf 14 Todesfälle jährlich auf 1000 Einwohner. Aber niemand darf sich darüber täuschen, daß dies nur ein Hinausschieben der Gefahr bedeutet, dem: seit dem Jahr 1900 ist bis v o r dem Ausbruch des jetzigen Krieges die Geburtenziffer um 75 Prozent schneller gesunken, als die Sterblichkeit, und während die Abnahme der Sterblichkeitszifser durch die Naturgesetze ihre Grenze finden muß, so ist die Abnahme der Geburtenziffer menschlichem Wollen, also keiner Grenze unterworfen. Auch darf uns die Erfahrung, daß nach früheren großen Kriegen die Geburtenzahl in den ersten Jahren stark aufgestiegen ist, nicht in falsche Sicherheit wiegen. Nach dem Urteil vieler Beoblchter ist es sehr unwahrscheinlich, daß wir nach Beendigung dieses Krieges wiederum die gleiche Erfahrung wie früher machen dürfen. Die Geburtenabnahme in Deutschland hat ihre Ursache sicherlich nicht in einer Rassenverschlechterung: davon kann nach den ungeheuren Leistungen des deutschen Bottes in diesem Weltkrieg keinesfalls die Rede sein. Auch eine Abnahme der Eheschließungen kommt sicher nicht in Betracht. Ebensowenig kann man dem MoholisMUs allzuviel Schuld geben — wenigstens nicht an der rapiden Abnahme der Geburtenzahl in den letzten 13 Jahren vor dem Krieg. Selbstverständlich wirkt der Alkohslismus höchst schÄstich, indem er die FortpflanMMgskrast h»vabsetzt und die wirtschaftliche Tüchtigkit vermindert, aber gerade im neuen Jahrhundert ist in dieser Beziehung die Lage eher besser, als schlechter geworden. Daß die Geschlechtskrankheiten an dem rapiden Geburtenrüchrang erheblich beteiligt sind, mag man mehr vermuten, als sicher Nachweisen Umnen. Immerhin schien vor dem jetzigen Krieg infolge der mancherlei Maßnahmen sogar antzheineno eine gewisse Abnahme der Geschlechtskrankheiten wahrscheinlich zu sein, vtun steht im Vordergrurrd der Erörterungen immer uiu *yt(iijL‘, inwieweit m 111 ) a) a t t i i d) c Becyailnme für die offenbar gewollte Einschränkung der Kindererzeugung maßgebend sind. Denn daß diese Geburtenbeschränkung gewollt ist, steht fest. Nach Mitteilungen im preußischen Abgeordnetenhaus hat allein die Zahl der Abtreibungen in einem Jahr die Rekordzifser von mehreren hunderttausend erreicht, und zwar n^r, so weit es den Behörden bekannt geworden ist. Mit Recht sprach ein Abgeordneter es ans, „wenn der Todesengel durch die Reihen unserer Krieger geht, wenn Gott von uns das Opfer einer halben Million junger Söhne unseres Vaterlandes fordert, dann steht dies in gar keinem Verhältnis zu den Opfern, die das deutsche Vaterland der Unlust seiner Frauen bringt, die nicht den Mut oder die Kraft haben, die Folgen einer Schwangerschaft auf sich zu nehmen, nicht austragen wollen, was Gott in ihrem Schoße werden läßt, nicht zu voller Erscheinung ausreifen lassen, was ihren Segen und den Segen des Vaterlandes darstellt". Nun kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse erheblich bei der Geburtenbeschränkung mitsprechen Sicherlich befindet sich eine große Zahl von Ehepaaren in wirtschaftlicher Notlage, so daß eine große Kinderzahl als schwere Last empfunden werden muß. Aber andererseits hat doch im allgemeinen der wachsende Wohlstand unseres Volkes, der uns jetzt im Krieg zu den großen, von aller Welt bewunderten wirtschaftlichen Leistungen befähigt hat, in den letzten 30 Jahren in allen Volksschichten sehr zugenommen. Wer wollte ernstlich behaupten, das Volk wäre vor dem Krieg wirtschaftlich nicht mehr in der Lage gewesen, eine so große Kinderzahl aufzuziehen, wie vor 15 und 30 Jahren? Nein, wohl mögen eine ganze Reihe von Ursachen in gewissem Maße mit dazu beitragen, daß der Kinderreichtum unseres Volkes abnimmt: in der Hauptsache handelt es sich hier um eine ttef liegende Frage der Weltanschauung, die ihren Ausdruck darin findet, daß die Begriffe von Ehe und Kindersegen eine bedenkliche Umwertung erfahren haben. Die Hebung der Bevölkerungszahl muß also in einer doppelten Richtung erstrebt werden: Einmal ist eine immer vollkommenere Ausgestaltung der Gesundheitsfürsorge in Stadt und Land erforderlich, damit eine immer weitere Herabminderung der Sterblichkeitsziffer gelingt. Immer wichtiger wird die Regelung der Mutter- und Säuglingsfürsorge, des Haltekinderwesens, bet Tuberku losen für- sorge, der entschiedene Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten mit Einrichtung von Für sorge stellen für Geschlechtskranke ; weiterhin wirtschaftliche Maßnahmen, wie Wohn nn gs für sorge, Erleichterung der Eheschließung und Steuerpolitik zugunsten kinderreicher Ehen, Bekämpfung des Alköholismus usw. Aber alle diese Mittel werden nur hier oder da ein wenig helfen, wenn sie nicht gekrönt werden durch eine erneute, mächtige Entfaltung der religiös- sittlichen Kräfte des deutschen Bottes. So wie ein Volk Freiheit und Ehre nach außen und das Recht eines jeden Bürgers nach innen unbedingt zu schätzen verpflichtet ist, so muß es auch die sittliche Kräst besitzen, das keimende Leben zu schützen und in dem durch nichts zu erschütternden Optimismus gesunder Religiosität die Freudigkeit finden, die gesegnete Last auf sich. zu nehmen, dem Vaterlande lebensfrohe Kinder zu geben, die dereinst, wenn wir nicht chehr da sind, unsere unvollendeten Arbeiten weiterwirken sollen. ; Bei Betrachtung der Tode s fä lle "ist es von Interesse, in welcher Weise sich die Gestorbenen auf die 6 verschiedenen Altersklassen verteilen. Wie unterscheiden dabei die Zahlen 'der Ortsfremden von den Einheimischen der Stadt Gießen, indem wir die Ortsfremden in Klammern setzen. Es starben int Alter von: Jahre: 0—1 1—15 15-30 30-60 60-70 über 1 Einheimische 61 53 26 97 65 75 Ortsfremde (37) (66) (59) (140) (53) (34) Insgesamt 766 98 119 9b 237 118 109 Von den 98 im ersten Lebensjahr verstorbenen Kindern war bei insgesamt 23, also bei fast Einern Viertel, die Todesursache angeborene Lebens schwäche. Als hauptsächliche Todesursachen zählen: Altersschwäche 60 (24), Tuberkulose 62 (41), Lungenentzündung 61 (20), andere Krankheiten der Atmüngsorgane 27 (5), Krankheiten der Kreislaufs-Organe und des Herzens 74 (32), Gehirnschlag 33 (8), andere Krankheiten des Nervensystems 57 (32), Krankheiten der Verdauungsorgane 81 (52), darunter an Blinddarmentzündung oder Entzündung des Wurmfortsatzes 14 (12), Krankheiten der Harn- und Geschlechtsorgane 27 (9), Krebs 71 (42). andere bösartige Neubildungen 10 (7), Selbstmord 6 (3), tätlicher Körperverletzung 1 (1), Verunglückung 22 (13), andere benannte Todesursachen 42 (28). Ferner < sind zu erwähnen Todesfälle infolge von Wochenbettsieber 5 (5), andere Folgen der Geburt 3 (3), Scharlach 2 (1) Masern 9 (1), an Diphtherie und Krupp 36 (33), Keuchhusten 10 (1), Typhus 1 (1), Rose 6 (4), andere Wundkrankheiten 9 (7). — Im ganzen Kreis Gießen sind im Jahre 1915 insgesamt 1556 Personen gestorben i(rm Jahre 1914 1385). Bei einer Einwohnerzahl des 'Kreises von 96 500 beträgt die Sterblichkeitsziffer, d. h. die Zahl der Todesfälle auf 1000 Einwohner berechnet, demnach 16,1. Die Verteilung der Todesfälle unter die 6 Altersrlassen steht folgendermaßen: Jahre: _ 0-1 1—15 15—30 30-60 60—70 über 70 Summa 1556 207 207 134 391 260 357 An Infektionskrankheiten forderten vor allem die Diphtherie 45 Opfer, Masern 19, Keuchhusten 12, Scharlach 3; an Mtevskrankheiten starben 249; an angeborenen Labensschwäche 51; an Lungentuberkulose 135; an Tuberkulose der andern Organe und akiRer Miliartuberkulose 63; an Lungenentzündung. 117; Influenza 18; anderen Krankheiten der Atmung sorgane 73; Erkrankungen des Herzens und der Kreislaufsorgane 142; Gehirnschlag 66; an anderen Kwankhsiten des Nervensystems 94; Mankheicteu der Ve^crnungsvrmrne rnsgesantt 108 (darunter 15 an Entzündung des Minidld'arms oder des Wurmfortsatzes): Krankheiten der Harn- und Geschlechtsorgane 37; Krebs 124; an anderen bösartigen Neubildungen 16; Selbstmord 16; Verunglückung 34; anderen benamrten Todesursachen 74; Tödes fälle ans unb ekannter Ursache .gab es 27. Gestorbene oder befallene Militär-Personen oder Kriegs- gesMrgene sind in obigen Mitteilungen nicht mitgezählt? m Die Schulzcichnuugen zur Kriegsanleihe. Eine Z u s a m m e n st e l l u n g der von den Schulerr des Bezirks gesammelten B-ettÄge zur 4. Kriegsanleihe, angelegt in sog. „Kriegssparbüchern", ergibt folgende Ueber- sicht, die wir der Bezirkssparkasse Gießen verdanken: a) Stadt Gießen: StadttnabensckMle 4086 M., SiadtmädchenschuLe 4220 Mk., Gewe-rbeschuLe 631 Mk„ Glyru- ttcrfhtnt 6191 Mk., .Höhere und erw-eiberte Mädchenschule 12 508 Mk., Oberrealschule 2689.25 Mk., Realgymnasium ' 569.25 Mk. 8242 Mk. In der Stadt Gießen zusammen: 35 d) Landbezirk: Gemeindeschulen: Albach 1280 Mk.. Mendorf a. d. Lahn 1434 Mk., Allendorf a. d. Lda. 1244.50 Mark, Alten-Buseck 1350 Mk., Annerod 584 Mk., Bersrod 2018 Mk., Beueru 2506.50 Mk., Burkhardsfelden 929.25 Mk., Daubringen 1848 Mk., Großen-Linden 1980 Mk., Grüningen 2303 Mk., Hattenrod 929 Mk., Hausen 809 Mk., Heuchelheim 626 Mk., Holzheim 2508.70 Mk., Klein-Linden 2199 Mk., Lang-Göns 7144 Mk., Leihgesteim 1500 Mk., Lollar 1772 Mk., Mainzlar 1400 Mk., Obbornhofen 1095.50 Mk., Oppenrod 330 Mk., Reiskirchen 763 Mk., Rödgen 641 Mk., Ruttershausen 1518 Mk., Staufenberg 523 Mk., Steinbach 356 Mk., Treis a. d. Lda. 932 Mk., Trohe 379 Mk., Watzenborn- Steinberg 747 Mk., Wieseck 1602 Mk. Fm Landbezirk zusammen: 45 283.45 Mk. a) Summe Stadt Gießen 35 569.25 Mk. b) Summe Landbezirk 45 283.45 „ Summa a) und b) 80852.70 Mk. Die Orte Obbornhofen und Treis a. d. Lda. gehören nicht zum Bezirk der Sparkasse. Diese Summen sprechen für sich und bestätigen noch einmal den Opserwillen der deutschen Schuljugend, die nicht zurückstehen will, wenn es gilt, dem Vaterlande einen Dienst zu erweisen. Lne hat sich den Dank des Vaterlandes voll und ganz verdient. "PersoncilnachrtchtenderEisenbabndirektion Mainz. Der Obergütervorsteher Bischofs auS oem Direkttons- bezirk Magdeburg ist ab 1. April dfs. Js. bis auf wetteres der Direktion Mainz überwiesen. ** Spende der Kronprinzess in. Am Montag wurden die Frauen, die zur gleichen Zeit wie die Kronprinzessin geboren haben, von ihr beschenkt. Jedes Kind, dessen Geburt nach dem 29. September 1915 fiel, wurde mit 20 Mk. und jedes, dessen Geburt vor dem 29. September fiel, mit 10 Mk. beschenkt. Auch das Rote Kreuz Gießen hat sich der Kriegskinder in sehr anerkennenswerter Weise angenommen und hatte eine Sammlung veranstaltet, aus den Müttern eine schöne Gabe überreicht wurde. Die schon 8-10 Wochen im Wasser gelegen haben. Das Alter der Gelandeten wird auf 30—40 Jahre geschätzt. Sie ist etwa 1.65 Meter groß, von kräftiger Statur, hat dunkelblondes Haar, blau-graue Augen. Hrssen-Nassau. Talsperren in der Rhön. Aus der Rhön, 29. März. Der wichtige Plan der Erbauung dreier Talsperren in dem Ulstertale und einer solchen in dem Feldatale ist nach einer Versammlung der interessierten Orte in Buttlar einen bedeutsamen Schritt vorwärts gekommen. Die drei großen Ulstertalsperren haben die Ausgabe, der geplanten Großschifsahrtsstraße Weser- Werra—M ain—D o n au sür die noch zu kanalisierende Werra von Hann.- Münden bis Wernshausen das erforderliche Speisewasser zuzuführen, andernteils aber der allgemeinen Regulierung der U l st e r und ihrer Zuflüsse zu dienen. Der Verein für Schifsbarmachung der Werra hat sich dafür eingesetzt, daß das Ulsteraebiet tn oen großen allgemeinen Plan mit einbezogen wird. Zahlreiche fruchtbare Aecker werden fast alljährlich durch Ueberflutung der Ulster der Bestellung entzogen, und den Gemeinden erwächst hierdurch ein ständiger bedeutender Schaden. Es sind vorgesehen: eine Talsperre mit 50 Millionen Kubikmeter Inhalt oberhalb des Dorfes Lahrbach, zwei Talsperren oberhalb Buttlar und Wenigentaft und zwar die erste mit 25 Millionen Kubikmetern und die letztere mit 10 Millionen Kubikmetern Wasserfassung. Diese drei großen Talsperren sollen sich gegenseitig ergänzen und so reguliert werden können, daß das Hochwasser der Ulster über die regulierten Usergelände nicht mehr hinaustreten kann. An Kosten für alle drei Talsperren sind 20000000 Mk. veranschlagt. Voraussetzung für die Durchführung dieser Projekte ist natürlich, daßcher Großschifsahrtsweg Bremen—Meiningen dnrchgeführt wird. Die durch diese Talsperren zu gewinnenden Wasserkräfte werden auf 10 Millionen Kilowattstunden veranschlagt. Eine weitere Talsperre ist für das Feldatal geplant, die 40 Millionen Kubikmeter Wasser fassen und 3 800000 Kilowattstunden ergeben soll. Der Kostenanschlag für diese Talsperre sieht 9 Millionen Mari vor. Der in den vier Talsperren berechnete Raumgehalt Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.,, Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 30. Marz 1916 Wechselnd bewölkt, meist trocken, kalt. Letzte Nachrichten. Englische Unruhe über den deutschen U-Bootkrieg. empf-nden M- das Geschenk der Kronpr-nzessm warme | Mten mm 30 ^tOtonen gaMiwIn Dankbarkeit. . . ** Abgabe von Frühsaatkartoffeln. Die btt dem stadt. Tiefbauaml bestellten, aber noch nicht abgeholten Frühsaat kartofseln (Kaiserkrone) können noch am Donnerstag, den 30. d. M., m Empfang genommen werden. Näheres ist aus dem Anzeigenteile zu ersehen. „ - , ** Der städtische Seefischmarkt findet morgen, Donnerstag nachmittag 2 Uh-r, in den städtischen Marktlauben statt. Kreis Büdingen. - Büdingen, 29. März. Das steuerpflichtige Ver mögen der Gemeinden des Kreises beträgt für das laufende Rechnungsjahr 198 487 100 Mark. Drei Gemeinden besitzen einen Vermögenswert von mehr als 40 Millionen Mark, nämlich Büdingen mit 20 786 000 Mk., Nidda mit 12 359 100 Mk. und Echzell mit 10 924 300 Mark. o. Kohden, 29. März. In der Nacht vom EamStag auf Sonntag hat ein Bursche von 22 Jahren sich erhängt. Was ihn zu dieser Tat veranlaßte, ist noch'nicht aufgeklärt. # Calbach. 29.März. Die Schulkinder zeichneten ihre Stücke zur 4. K r i e g s a n l e i h e bei der Post. Die Gemeinde hebt die Stücke in ihrem Kasseschrant auf und zahlt die Zinsen aus ebenso den Kurswett der Stücke zwei Jahre nach Friedensschluß. An der Schulzeichnung haben auch Erwachsene teilgenommen. Es kamen 5700 Mk. auf diese Weise zusammen. # Ranstadt, 29. März. Die Schüler beider Schulklassen zeichneten 544 Mk. zur 4. Ktteg»anleihe. Kreis Schotten. Aus der mittleren Wetterau, 29. März. Die Wintersaaten zeigen ein frisches Grün und berechtigen zu den schönsten Hoffnungen. Die Bestellungsarbeiten sind durch die bisher schlechte Witterung etwas gehemmt. Zum Teil stehen frühere Sorten der Steinobstbäume schon in der Blüte, andere sind am Aufbrechen. Es fehlen nur einige warme Tage. Treten diese mcht ein. so wird die Ernte an Frühobst weniger reichlich aussallen. Die Wiesen zeigen einen guten Grasansatz. Kreis Friedberg. Bl. Friedberg, 29. März. Die beiden Gemeinden Nieder Wöllstadt und Rendel haben die hiesigen Lazarette mit ein und Kra^tgew-innung wieder ausgebracht werden. IVs Millionen urch Schiffahrt = Frankfurt a.. M., 28. März. Zur besseren Regekunc des Verkehrs mit Butter werden vom 17. April an 50( icsige Geschäfte mit der amtlichen Abgabe von Butter an di evölkerung betraut. Jede Stelle erhält eine Nummer. Jeder Haus'haltungsvorstand hat anzugeben, von welcher Stelle er secne Butter zu beziehen gedenkt. Auf Grund eines Auswerses erhält er dann von „seiner" Nummer die ihm rogetmäßrg zustehende Buttermenge. — Moinaufwärts fuhren vier kleine reichgeschmückte Dampfer — Hansa, Meta, Berta Anna und Elisabeth —, um durch den Ludwigskanal in die Donau zu gelangen. Aus der Donau sollen die Fahrzeuge zwischen den: Schwarzen Meere und Regensburg Schlepperdienste vor Getreidekähnen verrichten. Als neulich die ersten Dampfer mit gleicher Bestimmung den Marn aufwärts fuhren, legten sie die Strecke zwischen Wümburg und Schwernfurt, die rund 22 Wegstunden ausmacht, nt elf Stunden gegen ständig steigendes Hochwasser zurück. Frankfurt a. M., 28. Marz. Gestern abend wurde ern Reisender, der schwer bezecht einem aus dem weinfrohen Franken- lande kommenden V-Zuge „entstieg", von der Polizei in fürsorg- Weise in Schutzhaft genommen. Ms der Mann heute früh rn nüchternem Zustand befand, bemerkte er, daß chm gestern i. Köln, 29. März. Die „Köln. Ztg." bemerkt zu dem Entr üftu n gs stur m in der en g lischen Presse über b\z Verschärsung des deutschen U - B o ot kr i e g es: Dre Besorgnis ist in England, nack den sich täglich häufenden Meldungen von den deutschen U-Booterfolgen, bis zur Legende gestiegen Von Rouen sind nach England Meldungen über die angeblrche Starke der deutschen U-Bootflotte gelangt, wodurch die Unruhe noch gesteigert wird Das Wertvollste aber ist das Bekenntnis, daß, der deutsche U-Bootkrieq tatsächlich die Zufuhren zu heeinttachtrgm vermag Man wird sich, noch erinnern, mit welcher krndlrchen Pünktlichkeit vor einem Jahre die englische Admiralität Zahlen in die Wett setzte, um zu beweisen, daß die deutschen Tauchboote einer solchen gewaltigen Erscheinung, wie der englischen Hmrdels flotte kernen Abbruch zu tun vermöchten. Diese Zahlen erscheinen nicht mehr. Der Schwaden, den die deutschen U-Boote verursachten, ist bereits genugsam erkannt. . Die Entente und Griechenland. Mailand, 28. März. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „Serobo" aus Athen ließ gestern abend die E n t e n t e Skuludis ein Memorandum überreichen, das in den freundschaftlichsten Ausdrücken den Vorbehalt bezüglich der Einverleibung des Nordepirus wiederholt, dessen Zukunft vom Friedenskongreße festgesetzt werden solle. Die englische Rekrutierung. Manchester, 28. März. (WTB.) Der Londoner Korrespondent des „Manchester Guardian" schreibt: Sowohl decSchatz- kanzler, als der Präsident des Handelsamts sind der Ueberzeugung, daß nicht sehr viel Verheiratete und Unverheiratete für die Armee mehr zu haben sind. Einmal muß die Grenze erreicht werden. Nach der Ansicht des Handelsamtes ist sie erreicht. Die Armee zählt über drei Millionen Mann, dazu etwa eine halbe Million Verluste. Eine Million steht in direkten: oder indirektem Dienst der Flotte. Welche Methoden wir für d-ic Rekrutierung auch anwenden, wir sind jedenfalls nahe am Ende. Nicht nur die Expottindustrien und unentbehrlichsten Industrien, auch das Munitionsministerium und die Flotte klagen, daß sie nicht genug Arbeitskräfte bekommen können. Die Arbeiterbewegung in England. Berlin, 29. März. Die Arbeiter der Baumwollspinnereien in Manchester und ganz Lancashire verlangen laut „Berliner Tageblatt" eine Lohnerhöhung um 10 Prozent. In Dundee streiken 25 000 Jute-Arbeiter. Sie fordern eine Erhöhung von 15 Prozent. licher sich i, während der Bahnfahrt die gesamte Barschaft gestohlen worden war. = Griesheim a. M., 29. März. Bei der E r p l o s» o n eines Vakuumapparates in den Elektronwerken wurden die Arbeiter iofef G eb hard t und Otto Höschen von der auSströmenden Salpetersäure überschüttet und so schwer an allen Körperteilen verbrannt, daß ihnen die Klerder vollständig vom Leibe „ab- gefressen" wurden. Die Verunglückten wurden sofort dem Frankfurter Diakonisienhause zugeführt, wo Gebhardt nach kurzer Zeit schon seinen Leiden erlag. Bei Höschen besteht auch wenig Hoffnung auf Erhaltung des Lebens._ Univerfitätr-Nachrichten. ][ Marburg, 29. März. Den ordentlichenIZrotzssoren der gemachten Früchten aller Art versorgt und damit den Berwundeten, die größtenteils aus den harten Kämpfen bei Derdun hier em- gelieierl wurden, eine große Freude bereitet. Trotz der herrschenden Teuerung ist die Opferwilligkeit noch nicht erloschen. Friedberg, 29. März. Auf dem Felde der Ehre starb der Feldwebel S t a u b a ch von der 241. Pionier-Kompagnie. 81. K a i ch e n , 29. März. Zur vierten Kriegsanleihe zeichneten 46 Schüler der hiesigen Schule 1900 Mk. . BI. Oppershofen, 29. März. Von den zwei Schulklassen, sowie von dem hiesigen Darlehnskassen-Derein wurden zur vierten Kriegsanleihe zusammen 75 000 Mk. gezeichnet. 4 ß B ü d e s h e i m, 29. März. Das Eiserne Kreuz erhielt Dizewachtmeister Fritz Die tz. Bl. Langen Hain-Zieqenberg, 29. März. Für die 4. Kriegsanleihe zeichneten die S ch ü l e r der hiesigen Gemeinde 2400 Mark. , . , „ Starkenburg und Rheinhessen. mä Offen bn cf) a. M., 28. März. Am Samstag, den 25. ds. Mts., iviirde im hiesigen Hasen beim Heben eines Nachens eine weibliche Lerche gefiinden. Anscheinend mochte die Leiche hiesigen philosophischen Fakultät Dr. Natorp. Dr. Richarz Dr.'Vistvr wurde der Charakter als Gehermer Regierungsrat verliehen. der Märkte. F. C. Frankfurt a. M., 29. März. S ch w e i n e m a rk t. Auftrieb keine. Von seiten der Stadt 230 Stück, die zu den Höchstpreisen reißenden Absatz fanden. . _ . fc. »tat tffurt a. M., 29. Marz. Frucht- und Futter- mittelniarkt. Das ruhige Bild der letzten Woche hielt an. Besuch schwach, Handel gering, da nur einzelne Posten guter Ware im Handel sind, die bei der großen Nachfrage zu den geforderten hohen Preisen schnellen Absatz fanden. Biertreber 75-78 Mk.. Reiskleie 35-36 Mk., Haserersatz 63-65 All., Spelzspreumehl 30—32 Mk. Getreide gefchäftslos. Alles per 100 Kilo ohne Sack. ko. Frankfurt a.M., 29. März. Kartof felmarkt. Kartoffeln im Großhandel in loser Ladung ab Versandstation 6,10 Mk. per 100 Kilo. ^ fc. Frankfurt a. M., 26. März. Heu- und Strohmarkt. Aus dem heutigen Heu- und Stroh,narkt war nichts angefahren. Denkf an uns! Sendet GalemÄleikum Salem Gc>L> gigareÜen. Willkommenste Liebesgabe! Preis NI 3X 4 5 6 8 10 __ , tTaS 3 % 4 5 6 3 lö Pf&Siuck. ia verpackt portofrei? 1$ verpackt lOPEPorio! abryenidz^Dresdea SJidKöniösvSachsen. Trustfrei! Ihre Kriegstrauung zeigen an Wiegand Engelbach und Frau Auguste, geb. Oöbel. Gießen, März 1916. Statt Karten. Ein kräftiger Junge angekommen Karl Moos und Frau Minna, geb. Thöt. Gießen, den 28. März 1916. (ow Bekanntmachung. Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großher- zogtum Hessen für das Jahr 1915 liegt 2 Wochen lang, nämlich vom 31. März bis zum 13. April dieses Jahres, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Widersprüche dagegen, dast ein Betrieb in das Kataster ausgenommen oder nicht ausgenommen, sowie dagegen, wie er veranlagt ist, sind innerhalb eines Monats nach Maus der Offenlegungsfrist bei dem Vorstände der land- und forstwirtschaftlrchen Berufs- genossenschaft in Darmstadt zu erheben. Spater eingehende Widersprüche können feine Berücksichtigung mehr finden. Groszen-Linden, am 28. März 1915. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 2330 Holzversteigerung Montag, den 3. April l. I., von vormittags 10 Uhr an, soll im Stausenberger Ge. meindewald im Distrikt Maistrauch und Mark nach- verzeichnetes Holz versteigert werden: 61 Rm. Buchen-Scheit 16 Rm. Eichen-Scheit 195 Rm. Buchen-Knüppel 60 Rm. Eichen-, Kiefern 894 Rm. Buchen-, Eichen und Fichten-Knüppel und Kiesern-Reis 150 Rm. Fichteu-Reis (lange Haufen) 130 Rm. Buchen-, Eichen-, Kiefern- u. Fichten-Stöcke. Die Zusammenkunft ist im Distrikt Maistrauch. Staufenberg, den 27. Mürz 1916. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan. 2188 Heinr. Hahn, Giessen Samenhandlung fUrGartenbau u. Landwirtschaft Neustadt 8 Telephon 403 Empfehle zur bevorstehenden AUSSAAT in bekannter Qualität: Erstklassige Gemüsesamen, Blumensamen, Runkelrüben, spez. Eckendorfer Riesen-Walzen, Futtermöhren, gelbe und weisse, seidefreie Kleesaaten, wie schlesischen und Pfälzer Rotklee, Luzerne, provencer, Schwedenklee, Weissklee und Gelbklee, Grassamen - Mischungen zur Anlage von Wiesen und Zierrasen. »» Illustr.Preisliste aufWunsch franko zu Diensten Fluß-«.Seefische I. M. Schulhof Telephon 119. — Prompter Bettand nach auswärts. I 10 Vorzüglichen Me-, Gras-, Gemüse-, Runlelrüben- und vlumen-5amen frisch eingetroffen und preis« würdig bei •-■osi August Wallenfels, Marktplatz 17. Telephon 262. | Karns wird seit vielen Jahren als bestes Abführmittel von vielen Frauen bevorzugt. Nur in Paketen. Central - Drogerie Schulstraße. [2023 Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass unser herzensguter, treubesorgfcer, braver Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Neffe, mein geliebter unvergesslicher Bräutigam und Schwiegersohn Ernst Enders Landw.-Inlanterie-Regt. 81 , 11 . Komp. im 24. Lebensjahr den Heldentod gestorben ist. In tiefem Schmerz: Heinrich Enders und Frau, geb. Schön Karl Lnh, z. Zt. im Felde, und Frau, geb. Enders Karl Enders, z. Zt. Garnison, imd Familie Heinrich Enders, z, Zt. in Schlettstadt Kätchen Berg Familie Berg. Das Giessen (Kaplansgasse 12), den 29. März 1916. 2508 ftern von der Heimat, fern von deinen Lieben blühst du nun aus in fremdem Land. Bei den Helden, die auch noch fielen Für das teure Baterland. Ach vel zu früh verliehest du hier die Deinen,. Die in der fernen Heimat bitter um dich weinen Können wir dein Grab nicht schmücken. Trauernd an der Gruft «nicht steh n, Auf zum Himmel wollen wir blicken, Denn dort gibts ein Wiedersehen. Tieserschütttert erhielten wir die traurige Nachricht, datz am 25. Februar unser guter, lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, Julius Karl Gefreiter im Fnf. Negt. 116, 6. Kompagnie den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist, nach 18 monatl. treuer Pflichterfüllung im blühenden Alter von 22 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Nonrad Kar! Muök. Heinrich Karl, z. Zt. im Felde Musk. August Karl, z. Zt. im Felde Musk. Alfred Günther, z. Zt. im Felde, uebst Familie nebst allen Angehörigen. 24780 Nieder-Gemünden, den 26. März 1916. Darmsiädter Pädagogium i 01. Elias) ist die erfolgreichste süddeutsche Vor- bereäfnngrsanstalt für die Einjährigen-, Primaner-, Fähnrichs- und Abltorientenprüforas (auch für Damen). (beit Kriegsausbruch bestanden 56 Schüler). [1613s s Gießener FröLel Seminar. i Freitag, den 31. März. Samstag u. Sonntag, den 1. u. 2. Aprrl, redesmal von 11-6 Uhr. werden die echnltchen Arberten der abgchenden Schülerinnen öffent- ltd) ausgeirellt. 2500D Am 27. April beginnt der neue Kursus. Anmeldungen werden noch bis zum 15. April, Gartenstrahe 30, entgegengeno m meu. Moeser. , .vm in Samen- zeigt an Marie Reitz Ww. Bieichstraße 8 ptr. - ■,%',1 r.vW Ach viel zu früh bist Du von uns geschieden, Du starbst den Heldentod fürs Vaterland, Ein schönes Los war Dir vielleicht beschieden, Dir, der die Jugendfreuden kaum gekannt, min schlaf den Heldenschlaf in fremder Erde, Bis Gott dich auferweckt zu ewiger Freud, Du bist erlöst von Mühen und Beschwerden, Die uns das Erdenleben täglich beut. Dein Bild wird stets in unserem Herzen leben, Bis Gott uns ruft aus diesem Jammertal Und nur zum Himmel sei gerichtet unser Streben, Bis wir uns wiedersehn in Gottes Freudensaal. Allen Bekannten, Freunden und Verwandten hiermit die ti eftraurige Nachricht, daß unser lieber, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, J,nkel, Neffe und Vetter Otto Müller Mssch. tfaool. Unteroffizier im akt. Snfanterie-Regriment 116, 6. Komp. am 25. Februar im Alter von 22 Jahren den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In großem Schmerze: Familie Gustav Müller Ernst Müller, z. Zt. im Felde, nebst allen Verwandten. Bellersheim, den 28. März 1916. IerW!chrmh-iOMbtitsu»tmW findet vor- und nachmittags statt. BeginndernächstenKurse MMSg, j>kll 3.AM 1916 Auskunft und Anmeldungen jederzeit. 2,43] W. Bräuning, Kaiser-Allee 8. Papier-Bindfaden ü» allen Stärken, erstklassiges süddeutsches Fabrikat, 1a. gezwirnte Ware von grösster Haltbarkeit, gegen Nässe präpariert, empfiehlt zum billigsten Tagespreis | Ludwig Lazarus '•"BP*- Todes-Anzeige. J* e R nt « S a 5 hfc , ? ,/a U ? r entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden unsere innigstgeliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante ’ Frau Lehrer Koch Ww. feb. Fabor im 61. Lebensjahr. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen: Ottn Koch, Stadtsekretär in Offenbach a. M. ” Uly Koch, Pfarrassistent in Neustadt i. 0. Caroline Koch, geb. Richter Hernaine Koch, geb. Seipp. Butzbach, den 28. März 1916. ^ 19 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 30. März, nachmittags 3*/, Uhr m Butzbach statt. Donnerstag, den 30. Mär*, abends 8y, Vhr, in der Neuen Anla der Universität Vortrag eine Mahnung für Deutschlands Zukunft von Prof. Dr. E. Opitz. D«. in... i,t Z*‘lSll.«u„,„| lm .„ZT? Die Frühjahrsneuheiten sind in großer Auswahl eingetroffen. 1144 ßerthold Kühne • Seltersweg 26 NntzHoLzverkmrf^ Die Gemeinde Billingen verkaust auf dem Submissionswege: 1. Aus Distrikt Blaustück (ca. 1 Klm vom Bahnhof Billingen entfernt): Eichcnstämme 4. Kl. -- 0,63 Fstm., 5. Kl. — 0,88 Fstm., 6. Kl. --- 0,25 Fstm.; Kiefernstämme 4. Kl. = 0,64 Fstm 5a Kl. = 1,26 Fstm., 5b. Kl. = 0,45 Fstm.' Flchtenstämme 3. Kl. = 25,48 Fstm., 4. Kl --- 63,43 Fstm., 5a. Kl. = 84,20 Fstm., 5b. Kl. = 38,27 Fstm. et, T r/ ?"L.^'ltrikt Langenberg (ca. 2 Klm. vom Bahnhof Billingen entfernt): Die Eichenstämme 3. Kl. Nr. 953, 961 und 973, zus. 2,88 Fstm Das sämtliche Holz ist'mit der Rinde gemessen und wird von Forstwart Steinbach in Ruppertsburg vorgezeigt. Schriftliche, nach Klaffen abzu- gebendc Geootr, welch« die Erklärung enthalten müssen, daß Bieter die Berkaussbedingungen der Gemeinde anerkennt, sind verschloffen mit der Aufschrift .Nutzholzverkauf" bis zmn 4. April d. I.. nachmittags 6 Uhr, bei der unterzeichnet«» Be- Horde einzureichen. Gegen genügende Sicherheit wird Zahlungsfrist bis zum 11. November 1916 gewährt. Lanbach, 27. März 1-916. Großh. Oberfirsterci Laubach. Andre. 2487 LiCKTSPSELSfflUS Glessen, Bahnhefstrofie 34 Ten heilte bis 31. Mär* einscbl. debütiert 2504 D Deutsch. Frarreriverem lAtsßniDe Cichkü). ^ cre ^^lieder werden aus den Bortrag des Herrn Pros Dr Dp'tz aufmerksam gemacht und um zahlreiches Erscheinen gebeten Die Vorsitzende. Oaslampen Opssparherde i i gr. Auswahl „„„ ‘■l.ipfiehlt billigst J Tr.öraer.lnst.-Gesch. Lnt<1 w iggtrasse 40. ab nnlB'/,. U&r ir eiyeiiJieller. ‘ 0W . I6 . Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert MTltania“ Milchzentrifia^;en BntCermanchinen Butterformen empfiehlt j fl33 a . J.B.Häus er L " Eison-u.Maschinenhandl | OSr^ Hermann Stelngoettar. Mittwoch, 29. März 1916. abends 8 Ubx: Gewöhnt. Preise lermätzigt) evsstLAiv! 'lL80dsr-LL7i-!sehLll Savvro-rkssrsrs. Dir.: A. Dengg.) Sdiwank in 3 Akten von Mar Real und Mar Ferner. Ende nach IO 1 /* Uhr. Freitag. 31. März 1916, abends 8 Uhr. Gewöhnt. Preise lermätzigt) Gutscheine haben Gültigkeit. Slsndstt! tfanhaiti 2 )er(MfH $riü!dn§ Lustspiel in 3 Akten von Gabriel Drägely. Ende IO 1 /» Uhr. [2513c Soldaten vom Feldwebel abwärts zahlen bet allen Bor'teltnngen langer uei Botksoorusllungen)auf 2 . und 3. Sperrsitz nur halbe Preise. Schwank in 3 Abteilungen. - Dazu ein gutes Beiprogramm. U. a, iCSüIg Phantom n U i n I 1 Ä TI 2 _ / • 1 1 - 2535a Prachtyoll koloriertes Filmschauspiel iu 4 Akten. ffltilUär «ach der- Feldwebel »bw«, sahlt werktags die HÄlft e