Itr. 74 Erster Blatt Der ßietzener Änzekgee erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wvcheiUlich SletzenerZamilienblötter; zioeTnral wochenrl.Rrek- blaNfüröen RrrirHiehen (Die,Mag undFveüaq); zwümcrt monatl. Land' wirtschaftliche Zritfraye» Ferinprech - Anschlüsse: lürdie Schristteitunq113 Vertag, Geschästsstelle51 Adresse ü'rr DraAnach» richteiu Anzeiger Siesten. Annahme bob Anzeigen lür die Tagesnummer bis zum Abend vorher. PS. Jahrgang Dienstag. 28. März PP Geheim Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen (WTB.) Grohes Hauptquartier. 27. März. (Amtlich.) W c st l i ch e r Kriegsschauplatz. Heute früh beschädigten die Engländer durch eine umfangreiche Sprengung unsere Stellung bei S t. E l o i (südlich von Ypern gn einer Ausdehnung von über hundert Metern und «fügten der dort stehenden Kompagnie Verluste zu. In der Gegend nordöstlich von Vermelles hatten wir im Minenkampf Erfolge und machten Gefangene. Weiter südlich bei La Boiselle (nordöstlich von Albert) hinderten wir schwächere englische Abteilungen durch Feuer am Vorgehen -gegen unsere Stellung. Die Engländer beschossen in den letzten Tagen wieder die Stadt Lens. In den A r g o n n e n und im M a a s g c b i e t erfuhren die Keurrkämpfe nur vorübergehende Abschwächung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Gegen die Front unter dem Befehl des Generalfeldmarschalls von Hindenburg erneuerten die Russen gestern die Angriffe mit besonderer Heftigkeit. So stietzen sie mit im Often bisher unerhörtem Einsatz an Menschen und Munition gegen die deutschen Linien nordwestlich von Jakob stadr vor-, sie erlitten dementsprechende Verluste, ohne irgendwelche Erfolge zu erringen. Bei Welkoje Selo (südlich von Widsv) nahmen unsere Vortruppen bei dem glücklichen Gefecht oen Russen siebenundfünfzig Gefangene ab und erbeuteten zwei Maschinengewehre. Wiederholte Be- michungen des Feindes gegen unsere Stellungen nordwestlich von P o st a w tt scheiterten völlig. Nachdem südlich des Narocz-Sces mehrfach starke Angriffe von Teilen dreier russischer Armeekorps ab^fchtagen waren, traten west preußische Regimenter bei Mokrzpce im Gegen st otz an^um Artilleriebeobach tuügsstel len, die beim Zurückbiegen unserer Front am 20. März verloren gegangen waren, zurnckzu- nchuren. Die tapfere Truppe löste ihre Aufgabe in vollem Umfange. Hierbei, sowie bei der Abwehr der feindlichen Angriffe wurden einundzwanzig Offiziere, zwei- tausendeinhundertundvierzig Mann gefangen und eine Anzahl Maschinengewehre erbeutet. * Unsere Flieger belegten die Bahnhöfe von Düuaüurg, Wilejka und die Bahnanlagen an der Straße Baranowitschi— Minsk mit Bomben. Balkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Die Kriegsevei.-gnisse haben auch in den letzten Tagen immerfort zu Deutschlands Gunsten gesprochen. Heute wird im amtlichen Heeresbericht ein Name genannt, der den besteir Klang in deutschen L-amden hat und der, auch nach, ziemlich langer Zeit der Zurückhaltung, alle Welt elektrisiert: Hindenburg! Warum wird er persönlich genannt? Die Berichte unserer Heeresleitung über die neuesten russischen Angriffe zeichnen sich, wie wir schon her vor gehoben haben, durch einen außerordentlich zuversichtlichen Ton aus. Es ist dieselbe Sprache, die uns aus kurzen Verlautbarungen unserer großen Strate-gen auf den Kriegsfeldern im Osten entgegenhallte: wir werden lnit den Russen fertig werden, wir werden nicht rasten, bis sie besiegt am Boden lliegen. Nun hat Hindenburg keine neue Offensive eingeleitet, sondern er hat im Gegenteil eine solche der Russen zu bestehen. Aber auch in der Defensive bewährt sich sein starker Arm. Wir sind gewiß., daß. die oberste Heeresleitung! durch die Hervorhebung seines ruhmvollen Namens nicht nur beabsichtigt, auch das gesamte deutsche Volk mit Vertrauen und Beruhigung zu erfüllen, sondern daß es ihr eine /Herzenssache ist, den großen Feldherrn, auf dessen Urteil und Angaben sie sich so felsenfest verlassen kann, öffentlich zu ehren und zu würdigen. Er verlangt nicht zu viel und nicht zu wenig Truppen, um die Schutzmauer inr Osten zu hatten. Der Meister des Schlachtfeldes bedarf audi nicht großer Festungen, um die Anstürme der Tartaren aufzuhal- ken; seine Berechnungen stimmen, die in riesenhaften Massen angreifenden Russen Iverden mit „entsprechenden" Verlusten für sie zurückgeworfen, und gelegentliche kleine Rückschläge auf der deutschen Front alsbald- wieder ausgebessert. Südlich des Narocz-Sees sehen wir westpreußischc Regimenter im wuchtigen Anlauf eine ihnen gestellte schwierige Aufgabe, die Zurückgewinnung verlorengegangener Ar- tilleriebeobachtungsstellen, glatt lösen. Ueber 2000 Russen werden dabei gefangen genommen. Um den Erfolg, der sich in dieser Ziffer ausspricht, zu werten, wird in der „K. Volks- zeitung" daran erinnert, daß die Russen in ihrem letzten Bericht gegenüber den deutschen Mitteilungen über die Kämpfe cm eben dieser Stelle mit Emphase betonen zu müssen glaubten, daß sie dabei 1255 Deutsche — als Gesamtziffer zu verstehen — gefangen hätten. Jetzt haben sie die Antwort darauf. Die tapferen Westpreußen haben durch ihren glücklichen Bor- die Zurückbiegnng unserer Front südlich des Narocz- Sees, soweit sie für uns nachteilig war, wieder wettgemacht. Es ist, als sollte durch die Tat bewiesen werden, daß der deutsche Unterjeedoorskrieg urvgeschwäcvt fvrtgsfnhrt wird. Heute finden in Berlin die vertraulichen Verhandlungen im Ausschüsse statt, bei denen der Reichskanzler voraussichtlich Erklärungen über seine Taktik abgeben wird, die in der letzten Zeit vielfach beargwöhnt worden ist. Wir hoffen, daß es ihm gelingt, alle Besorgnisse durch ein mannhaftes, ängstefreies Bekenntnis zu zerstreuen. Dann werden die bekannten Anträge der Parteien Gutes stiften. Sie geben Gelegenheit zu vertrauensvoller Aussprache, und wenn die Regierung auch vor dem Parlament nicht alle Schubfächer der Kriegführung öffnen kann, so kann sie doch zum Ausdruck bringen, daß ihr Energie und Zuversicht nicht abhanden gekommen ist. Es gibt wohl auch schon einige Kapitel in der Politik unserer Kriegführung-, die vorsichtig besprochen oder angedeutet werden können, und es ist gut, wenn das Volk nach 20 Kriegsmonaten fühlt, daß es nicht nur militärisch, sondern mich politisch sicher und richtig geführt wird. Wir sind nicht so forderuugswütig wie das „Berl. Tagobl.", das über Krieg und Frieden offenbar die Volksvertretung mit entscheiden lassen will, indem es schreibt: Wenn die Völker nach Beendigung dieses ungeheuren Krieges und nach Ermöglichung einer freien und gründlichen Diskussion! nicht an den Staatsmaschinen neue Sicherungsvorrichtungen anbringen sollten, würde das zum Haarausrausen sein. Indessen alle neuen Aufsichtsprivilegien und Einspruchsrechte einer Volksvertretung sind nur im Rahmen fester. Regeln möglich-, setzen eine gesicherte Ordnung voraus. Die Konservativen und ihre schwerindustriellen Verbündeten wollen -die Einwirkung, die Aufsichtsbefugnis, das Recht zur Beseitigung mißliebiger Staatsleiter, aber sie wollen es nnr für sich, ohne Anerkennung des Prinzips,' gelegentlich und regellos. Sie sind gewöhnt, bei Personal fragen im stillen ihren Einfluß spielen zu lassen, auf Wegen, die den anderen verschlossen sind. Genügt das nicht, so machen sie plötzlich, für den Einzel fall, das Parlament zum Schiedsrichter, und auch eine kleine „Volksbewegung" nrißfällt ihnen nicht. Aber es gibt nun einmal Probleme, Ü5er die ztrttr mancher gern mit Wissermiene dalbert und schwatzt, und oie man doch nur beurteilen sollte, wenn mau genau alle technischen imd politischen Vorbedingungen kennt. Wir möchten dem „Berl. Tagebl." in dem Bestreben, sich von Einseitigkeit in Urteilen und Betrachtungen freizuhalten, nicht gerade den ersten Preis zuerkennen. Die angeführten Darstellungen in seinen Spalten sind keineswegs konsequent. Wünsche und Bedenken darf die Volksvertretung jederzeit auch in Beziehung auf die auswärtige Politik aussprechen, und es ist besser so, wenn sie offen ans Tageslicht kommen, als wenn sie bennruhigend im geheimen sich sortpflanzen. Es kann nicht schädlich wirken, wenn politisch geschulte Männer, auch ohne den Inhalt der amtlichen Aktenschränke zu kennen, sich vermessen, von deutschein Willen und deutscher Kraft zu sprechem In der Verantwortung für die Wege der praktischen Kriegspolitik bleibt der Reichskanzler unberührt. Wir geben nachstehend eine Stelle aus einem Artikel in der „Boss. Ztg." wieder, in der Georg Bernhard vor „überschätzten Gefahren" in Bezug auf die Haltung der Neutralen warnt. Er schreibt u. a.: In einem sind dagegen alle berufsmäßigen Politiker unter sich und mit dem deutschen Volke einig: in dem unbedingte^ Verttauen, dos sie der obersten Heeresleitung entgegenbringen. Es könnte merkwürdig erscheinen, daß das hier überhaupt betont wird. Aber cs ist das leider notwendig geworden, nachdem neuerdings verschiedentlich der Versuch gemacht wird, es so hinzustellen, als ob gewisse Krittln sich letzten Endes gegen irisiere mllitärische Leitung oder gar gegen den Kaiser selbst richten. Es >oäre höchst bedenklich, wenn dies System ineiter fortgesetzt würde -— Und es liegt System darin! — den obersten Kriegsherrn in die Tagcsdebatten zu zerren. Man sollte ihn nicht als Schild für irgend eine, auch noch so gute Sache mißbrauchen. Im deutschen Volke ist man voll von Anerkenmmg für die seine zurücklialtende Art des Kasiers während dieses Krieges. Und es wäre in höchstem Maße gewissenlos, den Versuch zu wagen, das herzliche Verhältnis zwischen Kaiser und Volk zu mißbrauchen und dadurch zu gefährden. Es sind, wie man sieht, nicht nur die Parteien der Rechten, die sich für einen entschied eiren tt-Bootkrieg ein,setzen. Georg Bernhard kommt zu dem Schlüsse, daß die amerikanische Gefahr in unseren politischen Ueberleguitgen immer außerordentlich überschätzt worden sei. „Es ist selbstverständlich, daß man den Abbruch der Beziehungen zu einer mächtigen Nation, wie dem Volk der Vereinigten Staaten, wicht gering veranschlagen soll. Aber inan soll die 'dadurch möglichen politischen Folgen auch nicht ins Phantastische vergrößern." Wäre es so ganz untunlich, daß der Reichskanzler sich über die verschiedenen Mögliche ketten gegenüber dem Reichstagsausschuß einmal unumwunden aus spricht? * i ' ' Der öfterreichisch-uugarische Tagesbericht. Wien, 27. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amllich wird verlautbart: 27. März 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern wurde an mehreren Stellen der Front heftig gekämpft. Am G ö r z e r Brückenkopf eroberten unsere Toppen die ganzen feindlichen Stellungen vor dem Nordteil der Podgora-Höhen. Hierbei wurden 52 5 I t a l i e n e r, dat-unter 18 Offiziere, gefangen genommen. Im Plocken- Alsichnitt mühte sich der Feind unter Einsatz von Verstärkungen vergebens ab, die ihm entrissenen Grüben wieder zu gewinnen. Die Kämpfe nahmen an Ausdehnung zu und dauerten die ganze Nacht fort. An der Tiroler Front fanden nur mäßige Geschützkümpfe statt. Die feindliche Artillerie beschoß Caldonazzo (irn Sugauatal). S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz. Oestlich von Durazzo wurden zwei italienische Feldgeschütze mit Munition aufgefunden. Lage unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarfchalleutnant * * * Französische Armeebefehle vor Berdun. Berlin, 27. März. (WTB. Amtlich.) Bei den Kämpfen beiderseits oer Maas wurde ein Armeebefehl der Armeegruppe de Bazelaire erbeutet. Der Armeebefehl Nr. 102 vom 10. März lautet: „Mit Erstaunen habe ich bei den verschiedenen Vorschlägen zu. Auszeichnungen, die mir unterbreitet worden sind, Sätze wie die folgenden gelesen: „Gegenüber einem an Zahl überlegenen Feinde" usw. Man zählt den Feind ferft, wenn er am! Boden liegt* man berechnet ihn nicht, wenn er sich zum Kampfe stellt. Wie hock aber auch seine Zahl sei, nt|an weicht nicht zurück: Man schlägt den Feind, weil inan ihn schlagen will. Wir alle habertz die Hartnäckigkeit der Deutschen fest gestellt, die, selbst umringt, da festhalten, wo sie stehen, und ihre Waffen bis zum Tode gebrauchen und uns dabei oft ernste Verluste bekbringen. Ter Franzose muß, noch hartnäckiger sein. Wenn jedem dieser Gedanke vollkommen klar ist, wird auf dem Sch'^chtfelde nichts inr Stich gelassen werden als Maschinengewehre, deren ganze Bedienung tot ift. Nur dann wird jeder seine Pflicht erfüllt haben- Gcgegebcn im Hauptquartier, den 16. März 1916. Ter Kommandierende General der Armeegruppe gez. de Bazel-aire." Tie Pflichttreue des Soldaten bis zum Tode wirb also sestgestellt. Wie man trotzdem den wehrlos gewordenen Gegner behandeln soll, wagt derselbe General seinen Truppen in einer besonderen Anweisung vom 12. Mürz in folgender Weise vorzuschreiben: „Gruppe de Bazelaire Hauptquartier, 12. Mürz. Generalstab 2. Bureau, Nr. 4094. Besondere Anweisung! Es ist Tag für Tag sestgestellt worden, daß die zurückgeführten Gefangenen mit törichter Milde und sogar mit .törichten Aufmerksamkeiten behandelt werden. Eine solche Behandlung zeitigt nur eine noch größere Unverschämtheit unserer Feinde. Es ist ausdrücklich verboten'. Gefangenen vor ihrer Ankunft im Hauptquartier der Gruppe de Bazelaire Nahrungsmittel, irgendwelche Getränke «einschließlich Wasser), Kleider, Kopfbedeckungen, Decken oder Stroh zu geben; ferner ist es jeder Person des Soldatenstandes, die nicht hierzu befugt M, verboten, die Gefangenen auszusragen, oder an sie das WoiWzu richten. Die Gefangenen müssen unseren Unteroffizieren und Offizieren gegenüber mindestens eine ebenso korrekte und unterwürfige Haltung einnehmen als die, toelche von ihnen ihren eigenen Offiziere^ gegenüber verlangt wird. Jedes Vergehen in dieser Hinsicht muß sofort rücksichtslos geahndet werden. Tie begleitenden Unteroffiziere oder Gendarmen sind persönlich für die Beobachtung dieser Vorschrift verantwortlich." Das ist die französische Ritterlichkeit! Ihr schamloser Tiefstand sei durch die Bekanntgabe dieser Anweisung festgenagelt. Graf Zeppelin. Berlin, 28. März. Gras Z ep p e l i n ift, wie die ..Vosssiche Zeitung" hört, ins Große Hauptquartier abgereist. Er habe letzter Tage beim Reichskanzler gespeist. Die Pariser Konferenz. Paris, 27. März. (WTB.) Meldung der Agence Ha- vas. Ter Präsident oer Republik gab am Sonntag abend ein Essen zu Ehren der Mitglieder der italienischen Regierung, welche der Konferenz der Alliierten beiwohnen. Briand und Salandra brachten Trinksprnche aus, in denen die vollkommenste Einheitlichkeit in den Anschauungen und Unternehmungen seitens Italiens und der Alliierten ansgedrückt wurde. Paris/27. Mürz. (WTB. Nichtamtlich.)-Meldung der Agence Havas. Heute vormittag wurde im Ministerium des Auswärtigen die er st e Z u s a m mcnknnft des ge- ni e i n s a m e n Rates der Alliierten abgehalten. Es lnaren vertreten: Italien, Englarrd, Rußland, Belgien, Japan, Serbien, Portugal und Frankreich. Die Berattrngen werden natürlich geheim gehalten. Immerhin kmcn mitgeteilt werden, daß die Vertreter bei dieser ersten Sitzung sich hauptsächlich mit den militärischen Mitteln zur Herbeiführung enres endgültigen Sieges befaßten. Londorc, 27. März. (WTB. Mchtamtlich.) Das Reu- terschc Bureau, erfährt, daß sich A s q u i t h in der nächsten Woche nach Rom begibt, um an der dortigen Konferenz der Alliierten teilzlunehmen. Die Reife Mackensens. Sofia, 27. März. (WTB.) Generalfeldmarschall von Mackensen hatte bei seiner Durchreise ncnh Konstanti- nopet ans dem hiesigen Bahnhof eine einstündige Unterredung mit Radoslawow. Auf dem Bahnhof Odrin (früher Karagatsch) wurden dem Generalfeldmarschall lebhafte Kundgebungen bereitet. Der türkische Bericht. K o n st a n t i n «o p e l, 27. Rtärz. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Bon den verschi-edtmen Kri<^gs- sckauplätzeic lvird keine wichtige Veränderung der Lage gemeldete * * * Der englische Angriff aus Lustschiffanlagcn in Rord-Schleswig. Amsterdam, 27. März. (WTB. Ueber den englischen Angriff ans die deutschen Lustschisfanlagen 'in N ordschleswig verbreitet das Rentersche Bureau folgende amtliche Meldung! Englische Wasserflugzeuge griffen vorgestern jrüb die deutschen Luftschifshallen in Schleswig-Holstein, ösklcck der Insel Sylt au. Die Wasserflugzeuge wurden zu dem vor- draebeten Punkte dicht an die deutsche Küste von leichten Kreuzern und Torpedozerstvrern eskortiert. DreiWasserflugzeuge werden vermißt. Die Zerstörer „M e - Lusa" und „Laverock" hatten Kollision; es wird befürchtet, daß die „Medusa" infolge des stürmischen Wetters dieser Nacht verloren gegangen ist; aber es Besteht keine Beunruhigung über das Schicksal der Besatzung •1Trrf*»-r<» Qoff+rW/w* u .. : ^ ^ t i a .. . t J .. Unsere Zerstörer versenkten zehn bewaffnete deutsche . Bisher ist keine Einzelheit Wer die Ergeb- Kätrouiklenboote._.. uifse des Angriffs eingegangen; aber aus den Meldungen der dänischen Blätter scheint hervorzugehen, daß dieser .seinen Zweck erfüllt hat. m Berlin, 27. März. (WTB.) Zu der amtlichen englischen ^5?st^üluyung über den Fliegerangriff auf die holsteinische Westküste vom 25. März, in dem behauptet wird, daß von den englischen Torpedobootszerftörern zehn deutsche bewaffnete ^?.?^?^Ellenbvote versenkt worden seien, erfahren wir an zuständiger Stelle, daß diese Behauptung unzutreffend ist. Wie m dem amtlichen deutschen Bericht gemeldet wurde, sind zwei aus Vorposten befindliche deutsche bewaffnete Fischdampfer verloren gegangen. Der Seekrieg. Verstärkter U-Bootkrieg. Berlin, 28. März. In verschiedenen Morgenblättern findet stch die angeblich aus glaubwürdiger Quelle stammende Mitteilung daß 'die englische Regierung mit steigender Besorgnis die Tätigkeit der deutschen Unterseeboote verfolge, weil sie dagegen kein taugliches Mittel gebrauchen könne. London, 27. März. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der französische Dampfer „Hebe" wurde versenkt. Bon 18 Mann der Besatzung wurden zehn gelandet. Tier Rest dürste von einem vorüberfahrenden britischen Dampfer ausgenommen worden sein. Ter britisch Deampfer „Arne" ist versenkt worden. Tie aus sechs Offizieren und 17 Mann bestehende Besatzung wurde gelandet. Der britische Dampfer „Kha rtUm" aus Hüll wurde versenkt. Zwei Ueberlebende wurden aufgefischt. Man glaubt, daß die übrigen neun Mann der Besatzung ertrunken sind. London, 27. März. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ter britische Dampfer „M inn eapolis" der At- lanttc Transport Company (13 543 Bruttotonnen), ist versenkt worden. 11 Personen wurden getötet. London, 27. Mürz. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Es stellt. sich heraus, daß der Dampfer „Mr nne a polis" am 25. März im Mittelmeer versenkt iourde. Zehn von den Getöteten sind Engländer. London, 27. März. (WTB.) Lloyds meldet aus Dover: englische Dampfer „Saint Cecilia" ist versenkt wor den; die Besatzung wurde gerettet. * A m st e r d a m, 27. März. '(WTB. Nichtamtlich.) Dem „Han- delsblad" wird aus Rotterdam telegraphiert: Ter Dampfer „Duiveland", der mit Balast von London nach Hüll unterwegs war, ist ge funken. 17 Personen wurden gerettet und in Sheerneß gelandet. London, 27. März. (WTB.) Meldung des Reuterschen ■ Buremls: Es wird bestätigt, daß sich 25 Amerikaner an Bord loer „Sussex" befanden, von denen noch 8 vermißt werden. London, 27. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die amerikanische Botschaft teilt mit, daß alle Amerikaner von dem Dampfer „Sussex" gerettet wurden; einige seren verwundet. hessischer Staatsvorauschlag und Erste ttammer. Der Fmrmzausschuß der Ersten Kummer hat Endp voriger Woche seine Beratung über kden nsuen Gtaatsvoranschlag beendet und seine Beschlüsse in üblicher Weise in einem gedruckten Ausschußbericht niedergelegt, der soeben den Mitgliedern der Kammer übermittelt morden ist. In der allgemeinen EinWtung wird zunächst darauf hingewiesen, daß infolge der wesentlichen Veränderungen in den Bezügen aller Beanrten und Lehrer der Voranschlag ein anderes Bild zeigt, als sein Vorgänger, indem jedes Kapitel und namentlich diejenigen, bei denen die Bezüge besonders vieler Beamten verrechnet sind, eine bedeutende Erhöhung in den Ausgaben erfahren haben. Hierzu kommt noch der Einfluß des Krieges, demzufolge wichtige Einnahmequellen des Staates erheblich herabgesetzt, an einzelnen Stellen auch neue Ausgaben notwendig wurden. „Freilich zeigt das Bild des Voranschlags kern einheitliches Gepräge, denn bei manchen Kapiteln ist rn jeder Hinsicht, insbesondere durch Einstellung geringerer Einnahmebeträge, auf die Einwirkung des Kri^ Z5.s ^Acksicht genommen, während andere Kapitel ohne Rücksicht auf die Kriegsverhältnisse veranschlagt sind, aller- dinas meist, wie bei der Landesuniversität und der Technischen Hochschule, mangels weiterer zuverlässiger Unter- lagen. Der Bericht weist dann auf oie Steuererhöhuna vom ^ahre 1910 hin, die in den folgenden Jahren durch die zu viel erhobenen Steuern in den beiden Restefonds Ueber- schusse ansammelte, welche alsdann eine wertvolle Rücklage für die Besoldungsvorlage brachte und durch die weitere Vermogensansammlung auf dem Lande eine erwünschte Stutze in den Finanzgeb ährungen während des Krieges, boten. ö Nach einer Übersicht über btn Bestand dieser Fonds wird dann betont, daß der Finanzausschuß der Zweiten Kammer in dankenswerter Weise den Voranschlag eingehend geprirft und verbessert habe, und daß der berichtende Aus smuß allen begründeten Anregungen, die auf eine Entlastung abzielten gern seine grundsätzliche Zustimmung gab. Die Sparsamkeit nt dem Staatshaushalt der Jetztzeit sei mehr denn je geboten, besonders ließen die Anforderungen des Reiches und der Kommunen die größte Zurückhaltung auf jedem Gebiete des staatlichen Lebens notwendig erscheinen. Aus diesen Erwägungen heraus kann der Ausschuß auch organisatorische, Mehrkosten verursachende Veränderungen in der Verwaltung während des Kriege, wie sie die geplante Trennung der dritten ?urch Abtrennung der Abteilung Landwirtschaft darstellt, nicht billigen. Der Freilassung der ^unteren Steuerjtusen von der Steuererhühung hat der Aus- ichun zugestimmt. ^ 119 Der FinaMausschuß begründet dann seine Steltuna- nahme zur Erhöhung der Vermögenssteuer und wiederholt oft gestellte Forderung einer gerechten und gleichmastigen Belastung der-verschiedenartigen Vermögenswerte im Lande. Zu dem Antrag Ulrich wird u a bemerkt oay die Progression rn der Einkommensteuer bereits in Heuen gegenüber den Normalsätzeu anderer Bundesstaaten, besonders Preußen, eine bedeutend höhere sei (ATfe schon kapitalkräftige Steuerzahler nach Nachbarstaaten verzogen. Der L>atz der hessischen Vermögenssteuer sei mit Ausnahme von Baden der höchste aller Staaten Zu den Antrag Henrich wird u. a. auf die verschiedenen Ärteir in bn Steuerfestsetzung in Preußen und Hessen hingewiesen ^ st!.7ll,:en vorm'schlagenen Kriegssteuern sollen nur *>-> u °- m aus Die Demobilmachung folgenden Jahre er-^ hoben werden, und^ alsdann wieder die gesetzlichen Normalsätze eintreten. „In Hessen wird der Steuersatz jeweils im Finanzgesetz für stets nur ein Jahr bestimmt. Nach! den Erfahrungen sind die in einem Jahre belvilligten Steuersätze noch niemals im folgenden reduziert worden. Es wäre deshalb bei Verwirklichung des Antrags zu befürchten, daß diese in Preußen für die Kriegszeiten bewilligten Steuersätze in Hessen zu einer D a u e r st e u e r werden Gegenüber dieser im Antrag gewünschten Steuerstasfelung muß sich entschieden verwahrt werden." Der Bericht stimmt zrim Schlüsse im vollen Maße der Großh Regierung in dem Satze zu, worin sie gegen jeden Zugriff des Reiches auf die direkten Steuern Widerspruch erhebt. Eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Beschlüssen der Zweiten Kämmer und denen des Ausschusses der Ersten Kämmer besteht eigentlich nur beini Etat des Ministeriums des Innern über die schon erwähnte fünfte Ministerialrats stelle. Die Zweite Kämmer hat zwar die angeforderte Stelle gestrichen, aber unter grundsätzlicher Anerkennung! der Notwendigkeit von der Trennung der Arbeitsgebiete Livischen Landwirtschaft einerseits und Handel und Gewerbe .!andererseits beschlossen, die Regierung zu ersuchen, die ä T rennung der genannten Arbeitsgebiete zu vollziehen, die Geschäfte eines neuen Ministerialrats jedoch bis zum ersten Friedens-Voranschlag provisorisch verwalten zu lassen. , Die Mehrheit des berichtenden Ausschusses lehnt jedoch I rede Organisationsänderung während des Krieges ab und J deshalb beantragt sie auch die Ablehnung des vorstehen-' den Ersuchens der Zweiten Kammer. Beim Kap. Gymnasien usw. hatte die Zweite Kammer beschlossen, die Regierung aufs Neue zu ersuchen, die Zu- sammenlegung der beiden Darmstädter Gymnasien alsbald J2 r Wege zu leiten. Diesem Ersuchen beantragt' der Ausschuß, nicht beizutreten, soicdcrn nur das Ersuchen für den r^all zu stellen, daß die dermalen geringe Schülerzahl anhält oder sich noch verringern sollte. Anstelle des Antrags Münch über die Kriegsprimaner will der Ausschuß die Regierung ersuchen, Einrichtungen zu treffen, daß den betreffenben Kriegsteilnehmern die Ablegung der Reifeprüfung nach Möglichkeit erleichtert werde. .deiin Kap. 116, Verhältnis zum Reich, hat der Ausschuß (Berichterstatter Exz. Frhr. Hehl zu Herrnsheim) beschlossen, in der Voraussetzung, daß auch bei den anderen deutschen Bundesstaaten eine Beschränkung in dem diplomatischen Verkehr mit ausländischen Mächten stattsindet, die Annahme des Antrags Dr. Osann auf Nichtzulassung auswärtiger Gesandten am Großherzoglichen Hose zu empfehlen. Beim Finanzgesetz (Berichterstatter Oberbürgermeister Dr. Gott et mann) hatte die Zweite Kammer bekanntlich beschlossen, die Regierung zu ersuchen, nach Beendigung des Krieges eine Revision des Einkommensteuergesetzes in der Richtung einer sozialeren Ausgestaltung usw. vorzunehmen. Der Ausschuß beantragt hierzu: Die Erste Kammer nimmt die von verehrlicher Zweiter Kammer beschlossene Entschließung zur Kenntnis, verschließt sich nicht der Erwägung, daß zur Lösung der nach dem Kriege an die Bundesstaaten herantretenden großen Anforderungen, schwierige Aufgaben, insbesondere auch aus sozialem Gebiet, sich ergeben werden, und evtl, neue Wege zu ihrer Erledigung gesunden werden müssen, behält sich aber ihre Stellungnahme zu etwaigen neuen Steuervorlagen der Großh. Regierung in leder Beziehung vor. — . Der Tendenz der Entschließung Zweiter Kammer gegen den Eingriff des Reiches auf die direkten Steuern hat der Ausschuß durchaus zugestimmt; er beantragt die Annahme des gleichen Beschlusses. ? ei An geringen Abweichungen des Finanzausschusses von den Beschlus,en der Zweiten Kämmer ist zu erwarten, daß die Beratungen der Ersten Kammer am kommenden Donnerstag einen glatten Verlauf nehmen werden. ^Berlin, 27. ^Närz. >WTB. » Der „Staalsantzeiger" meldet *.hc Verleihung des Sch Warzen Ädlerordens an den Prinzen Eduard von Anhalt. Berlin, 27. März. (WTB. Amtlich.) In der Sitzung des Ernährun^sbeirates vom 25. März wurde die Regelung der Versorgung mit Tee, Kaffee und deren Ersatzmitteln, ferner ein Antrag des Abgeordneten Dr. Wendorff betreffend Einrichtung einer Rerchsbutterstelle besprochen. Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Bateriandc! Aus dem Reiche. Die Fleischversorgung. Berlin, 27. März. (WTB. Amtlich.) Zur Sicher- tellung des Fleischbedarfes des Heeres und der Marine, sowie der Zivilbevölkerung hat der B u n d e s r a t in seiner Sitzung vom 27. März 1916 die bereits angekündigte Verordnung über die Fleischversorgung erlassen. Danach wird für das ge- s-crmte Reichsgebiet vre Bildung einer Reichs stelle für Versorgung mit Vieh und Fleisch (Reichs fleisch- ftelle) vorgesehen. Sie hat die Ausbringung von Vieh! und Fleisch im Reichsgediet und deren Verteilung, sowie die Verteilung des aus dem Ausland ernaesühr^n lZchlacht- vrehs und Fleisches zur Aufgabe und ist zu diesem Zweck mit einer Reihe von Machtbefugnissen ausgestattet. Sie bestimmt den Umfang der für die Gemeinde oder den Kom- mnnalverdcrnd zuzulassenden gewerblichen Schlachtungen und die Anrechnung der HauS- und Notschlachtungen ans diesen Anteil; ferner regelt jie den Fleisch- und Fleischwarenversand aus einem Kommunalverband in den eines anderen Bundesstaates. Den Landeszentralbe Hörden ist die Verpflichtung auferlegt, firr eine rechtzeitige und vollständige Beschaffung des Bedarfsan Schlacht tieren zu sorgen. Ist ein freihändiger Ankauf nicht möglich so erfolgt die Aufbringung — im Notfälle im Zwängs- wege — durch die Kommunalverbände und Gemeinden Endlich sind die Gemeinden zur Durchführung der Verbrauchsregelung von Fleisch und Meischwaren verpflichtet. Der Verband mitteldeutscher Industrieller hielt am 24. März in Frankfurt a. M. eine zahlreich besuchte Mitgliederversammlung unter dem Vorsitz von Herrn Konsul Z e i ß - B e n d e r ab. Der Vors itzende stellte' fest, daß der Verband trotz des Krieges seine Arbeiten habe fortführen können und seine Mitgliederzahl erfreulicherweise zugenommen habe. Alsdann erstattete der stellvertretende Geschäftsführer des Bundes der Industriellen, Dr. Herle einen eingehenden, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Bericht über die mit der Ausfuhr während 'des Krieges zusammenhängenden Fragen. Darauf sprach an Stelle des erkrankten Herrn Prof. Dr. Trumpler Herr Dr Frhr von Droste, stellvertretender Syndikus der Handelskammer Frankfurt a. M., über „die Valutafrage". Er ließ sich in klaren, lehrreichen Ausführungen über die Gründe aus die die Verschlechterung der deutschen Valuta während' beä Krieges verursachten, über die Mittel, die man anwendet um einer weiteren Verschlechterung vorzubeugen (Verbot der Einfuhr von Luxuswaren und Organisation des Devisenhandels) und meinte schließlich, daß man trotz der derzeitigen unangenehmen Folgeerscheinungen Gruud zu irgendwelcher Besorgnis für die Zukunft nicht zu hegen brauche. Der Vorsitzende schloß die Versannnlung mit dem Hinweis darauf, daß die Mitglieder auf Donnerstag den 30. März, zu einer Aussprache über „die K^riegsgewinu- steuer-Vortage" zu einer weiteren Sitzung eingeladen würden. Ans und Land. Gießen. 28. März 1916. ** Auszeichnung. Unteroffizier Cloos der Maschineid qewehr-KomPagnie des Regiments „Kaiser WilhLlm", der vor em mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. — Vizefeldwebel Gilbert aus Gießen im Reserve-Jägerbataillon Nr. 11 wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. ** Amtliche Personal Nachrichten. Uebertragen wurde am 23. März dem Lehrer Friedrich Steiger zu Gins- herm, Kreis Groß-Gerau, die erledigte Leyrerstelle an der Volks- Wule zu Etzen-Gesäß, Kreis Erbach. — Das Ehrenzeich^en für Mitglieder freiwilliger Fenertvehren wurde von der Groß» Herzogin verliehen Michael Schweikert III. zu Bürstadt. ** Die Frage der Oel- und Fettversorgung gestaltet sich immer schwieriger, weshalb alle Mittel, die zur Erleichterung der Verhältnisse auf dem Oel- und Fettmarkte beitragen, mit größter " :de zu begrüßen sind. In dieser Hinsicht scheint der K - i Gießen einen sehr gangbaren Ausweg gefunden und, was die Hauptsache ist, auch benützt zu haben. Er hat in Gemeinschaft mit dem a g r i k u l tu r ch e m i s ch e n Laboratorium der Landesuniversität Gießen bei 10 Landwirten des Kreises Rapsanbaustellen eingerichtet. Diese Stellen haben insgesamt schon ca. 25 Morgen Raps, teils in Form von Dün- gungsversuchen, teils in Form von Sort-euanbauversuchen gebaut und liefern nun von den als gut erkannten Sorten das Saatgut einesteils für vermehrten Rapsanbau in denr Kreise Gießen, andernteils durch Vermittelung des Landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen auch für die übrigen Kreise Oberhessens. — Es steht zu erwarten, daß auf diesenr Wege sowohl hinsichtlich der Fett- wie auch der Futterversorgung baldigst erfreuliche Ergebnisse zutage treten werden. ** 5 00 Schwein e. In der letzten nichtöffentlichen Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, mit der Landwirtschaftskammer einen Vertrag auf Lieferung von 500 Schtveinen abznschließen. Im ganzen werden im Groß- herzogtnm Hessen 9000 Schweine abgegeben, wofür vom GroßherAogtum 220000 Mk. aufgebracht werden, während von den Beziehern, die 20 Mk. als Prämie für ein Schwein bezahlen, weitere 180000 Mk. aufgebracht werden. Gleichzeitig sind dem Großherzog tum größere Mengen Futtermittel zugetviesen wordeu, die unter Einkaufspreis an die Master abgegeben werden. Mr gute Masten sind Prämien angesetzt, und zwar für ein Gewicht von 250 bis 260 Pfund 10 Mk., für höheres Gewicht 15 Mk. Die Stadtverordnetenversammlung stellte zum Erwerb der Schweine einen Kredit von 10000 Mk. zur Verfügung. Slus der Landwirtschaftlichen Deputation wurde unter Hinzuziehung einiger anderer Personen eine Kommission gebildet, die beraten soll, ob die Stadt unter Benutzung der Mfälle des städtischen Schlachthofes auch Schweine in eigene Regie übernehmen soll und ob in diesem Falle auch die Abschlachtung in eigener Regie vorgenomnren oder den hiesigen Metzgern übertragen werden soll. Der Verkauf des Sckfweine- fleisches geschieht an die ärmere Bevölkerung. ^ Städtische Lebensmittel. In nächster Zeit wird die lstadt 2000 Kilo gefrorenes Schweine- sleisch sowie größere Mengen Kakao und Teig waren erhalten und zum Verkauf bringen. ** Stadttheater. Zum Gastspiel des „Oberbay- rrschen Bauerntheaters" am Mittwoch sei noch eine Auslassung der „Neuen Augsburger Zeitung" erwähnt: „Tie ge- heunmsvolle Babette", von der nur soviel bekannt nxrr, daß sie zu der Lustspiel- und Schwanksirma Noal und Ferner in einem sehr engen verwandtschaftlichen Verhältnis stehe, hat gestern ihr ^inkognito gelüstet und sich als ein Wesen voll sprudelnden Humors mld köstlicher Komik entpuppt. Um es gleich vorweg zu neh- ur-en: das Enfenible des Oberbayerischen Bauerntheaters (Tirek- wr A. Dengg Wwe ) hat mit seinem unübertrefflichen Spiel der „Gehnmnisvollen Babette" zweifellos den Weg zu einer längeren Reihe von Spieltagen geebnet usf. — Es ist von vielen Seiten der Wunsch geäußert worden, „Wie einst im Mai" möge noch einmal wiederholt werden. Da die Spielzoit bis 16. Apnl verlängert worden ist, kann diesem Wunsche entsprochen werden. ** Der rhein-mainische Verein für Bevöl-^ kernngspolitik bittet um Aufnahme folgender Zeilen: Wenn draußen auf blutiger Wahlstatt um Deutschlands Geschick gerungen- wird, wenn in banger Sorge und doch voll Stolz und Zuversicht Millwnen Herzen im Vaterlmide den Kamps unserer Heldensöhne auf den riesigen Schlachtfeldern, auf und unter dem Wasser und in der Lust verfolgen, dann verschwindet die tägliche kleine Sorge des einzelnen gegenüber den ungeheuren Entscheidungen, um die des Krieges eherne Würfel fallen. Alles Denken, alles Schaffen ist auf den Krieg eingestellt, jeder Gedanke muß der Erhaltung und Stählung unserer Krast für die Entscheidung um Sein vden^ Nichtsein gelten. Das ist nicht nur nattirlich, sondern auch notwendig und wünschenswert. Tie Werke des Friederrs müssen zurückstehen, bis lrnr unser Dasein gesichett haben. Liber man darf auch nicht vergessen, um welches Ziel gerungen wird. Der KEpf geht um Erhaltung und Sicl>erung unseres Volkstums mrd um die Größe des Vaterlandes. Daran wollen sich nicht mit . äußere Feinde vergreisen, auch im Innern nagt nmncher Wurni an dem Mark unseres Volkes. Können und dürfen \mt es zulassen, baß unsere Krieger, wenn sie unter entsetzlichen Mühen und Gefahren den Sieg errungen haben, über Macht und Niederttacht und Verleumdungskunst unserer Feinde dann zurückkehren in ein Vaterland, das irrnerlich erkrmrkt und zuni Siechtum verurteilt ist? Auch während des Kampfes gilt es, zu verchüten, daß nicht mehr gut zu machende Schädeii im Bolk^ um ich greifen. Sin schleicheiides S i e ch t u nr hat die . Wur- ün unseres Volkes befallen; die Filrchtvor dem i n d e, die sich kund tut in dem Geburtenrückgang der letzten l 1 /, Jahrzehnte. Was soll werdeii, wenn die deutschen i Mütter nicht mehr den Mut uitf> die Kraft fänden, die Lücken auszufüllen, die dieser furchtbare Krieg gerissen hat. die Köpfe und die Hände 'hervorzubringen, die unser nach dem Kriege vergrößertes Vaterland füllen follm mit deutschem Leben deutscher Sitte, deutscher Kraft und Treue. Zu rechter Zeit zu Umkehr z u warn en auf dem abschüssigen Wege, den wir wan ist der rhein-mainische Verein für Bevölkerungspolitik be « C4 * im« __' .-j m - w-, keilt, .. ... W_ strebt. Die Gefahr ist groß, um so größer, als die meisten Volk- gensssen ahnungslos auf den Abgrund zusteuern, der uns zu vei chlinscn droht. Aufzuweckcn und die Angen zu öffnen ist d< Vortrag bestimmt, der von diesem Verein am Donnerstag, de 30. März, in der Aula der Universität veranstaltet wird' Jh Väter und Mütter, Ihr Männer und Frauen, die Ihr sorge wollt für Deutschlands Größe, die Ihr Euer Vaterland liebt gehet hin und tchset >Euch sagen, lute wichtig und wie nattoendi nr Kampf gegen den GcburtenrückMng und für Wachstum un Gesiuidung der Volkskrast myerenr heißgLliebten. Vaterlsndc ist *- Sö«exiDuu6ct enuiti e 11 iiu^,t. ' 4 . 11 t ibouuwx^, oeii 20. l. M., abetrds 7 1/4 Uhr, findet int Soldatenheim eilt auf- klärender Bort rag über die reichs gesetzliche Hinterbliebenenversicherung statt. Anschließend an den Vortrag ist eine Besprechung der von den Besuchern des Vortrags gestellten Fragen vorgesehen. ** Frauen v er ei n der Matthäusgemeinde. G i e - st e n. Freitag voriger Woche hielt der Frauenverein der Mat- tbnrsgemeinde seine vierte irnd letzte Tagung in diesem Winterhalbjahr ab. Aus dem Bericht der Borsitzenden entnehmen mir, dast an vierzehn Flickabenden 35 bedürftigen Frauen Gelegenheit gegeben wurde, Kleider und Bettzeug auszubessern; der Verein lieferte den Stoff dazu. Weihnachten wurden 90 bedürftigeir Kriegern ein Paket im Wert von 3 Mark, ferner 400 weiteren, Kriegsteilnehmern der Gemeinde ein kleiner Weihnachtsgruß, enthaltend Zigarren, Lichter und Tannenzweig, Weihnachtsliteratur ins Feld gesandt. 146 bedürftige Familien wurden Weihnachten unterstützt. Für diese Weihnachtsbescherung waren reiche Beträge an Geld, Zigarren und Kleidungsstücken aus der Gemeinde eingegangen. Die Liebesgabensendung fand großen Beifall im Feld: selbst aus den Gefangenenlagern liegen Dankesschreiben vor. Die Mttglrederzahl ist im Laufe des letzten Jahres von 52 auf 65 gestiegen. Anmeldungen aus der Matthäusgemeinde zum Beitritt rn den Verein nimmt Frau Fabrikant Georgi, Weserstraße 2, gern entgegen. ** Die Auszahlun g en der Familienunterstützungen an die Familien der -um Heeresdienst Einberufenen findet statt: a) Reichs - und Kreis Unterstützung: An diejenigen, deren Namen beginnen mit: A—H Freitag, den 31. März, I—R Samstag, den 1. April, S—Z Montag, den 3. April, b) Städtische Unterstützung (Mietznschuß): An diejenigen, denen Namen beginnen nrit: A—H Dienstag, den 4. April, I—R Mittwoch, den 5. April, S—Z Donnerstag, den 6 . Llpril. c) An Vermieter, die Mietbeträge abholen: Freitag, den 7. April. Die Unterstützungen dürfen nnr an den vorgenannten Dagen abgeholt werden. ** Ein frecher Diebstahl. Am verflossenen Samstag, nachmittags gegen 4 Uhr, entwendete ein 16 Fahre altes rothaariges Mädchen von schmaler, schlanker Figur, bekleidet mit roter Muse, schwarzem Rock und weißem Schal, einem 7 Jahre alten Mädchen — Kind armer Leute — 10.50 Mk. Krankengeld, das es auf der Ortskrankenkässe geholt hatte. Die Diebin hatte hierbei den Kniff angewendet, daß sie das Mnd an sich anzuschließen verstand, zur Besorgung in einen Laden schiate und sich erbot, ihm das Körbchen, in dem das Portemonnaie mit Geld lag, solange zu halten. — Sachdienliche Mitteilungen über die Person der Diebin nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. **BriefealsLeoensretter. Ein scharfer Granatsplitter durchschlug die Brieftasche sowie die darin befindlichen Briefe trnd Karten eines Unteroffiziers. Die Kraft des Durchschlags wurde dadurch gebrochen und der Splitter blieb in den Briefen stecken. Das interessante Stück liegt im Kriegsnruseurn zur Besichtigung aus. ** Die Frühjahrs kontroll Versammlungen! 1916 im Kreise Gießen sind vom 11. bis 15. April angesetzt. Wir verweisen auf die ausführliche Bekanntmachung im Anzeigenteil Unseres heutigen Blattes. ** Die sta atli che Abschl ußprÜflulNg in den Seminaren für Handarbeits- und Hauswirlschafts- lehrerinnen an der Aliceschule fand am letzten Donnerstag und Freitag unter dem Vorsitz des Geh. Oberschulrats Dr. Scheuermann statt. Es bestanden sänttliche 12 Kandidatinnen, davon eine mit sehr gut, sieben Mit gut und vier miü im ganzen gut. Für die neuen am 26. April beginnenden Ausbil- dmrgskurse sind bereits 19 Anmeldungen erfolgt. Nachdem jetzt die seit längerer Zeit zwischen Hessen und Preußen schwebenden! Verhandlungen wegen gegenseitiger Anerkennung der Zeugnisse zum Abschluß gelangt find, ist eine verschärfte Aufnahm e- Prüfung für die Seminare angeordnet worden, die am 26. April stattfinden wird. ?luskunft darüber wird vom Vorstand der Seminare erteilt. — Eine grüße Anziehungskraft übte am Samstag die von den Seminaren, besonders vom Handarbeitsseminar in den Schulräumen veranstattete Ausstellung der Jahres- und Prüfungsarbeiten aus, die besonders ein übersichtliches Mld von der Ausbildung der modernen Handarbeitslehrerin gab. •* Gießener Pädagogium. Zur Vergrößerung des Schülerheims mietete, wie man uns schreibt, Direktor Brackemann das sogenannte Wolffschlößchen, Liebigstraße 46, so daß nach Ostern Schule und Schülerheim in den beiden nebeneinanderliegenden Häusern Ludwigstraße 70 und Liebigstraße 46 untergebracht sind. Landkreis Gießen. Lich, 37. März. Am 19. und 20. März besichtigte die Jugendwehr von Lich und verschiedenen Ortschaften nebst Führer unter Leitung von Gendarmerie-Wachtmeister Weber in Tarm- stadt die Kriegsausstellung, das Museum und den Flugplatz bei Griesbeim. Für Quarttere hatten die Leitung und die Führer der Darmstädter Juaendwehr Sorge., getragen. . . . ^ ^,Lang-Göns, 28. Marz. Den Heldentod starb Musketier Wilhelm Herbel, Sohn des Flurschütz Herbel. # St 0 ckhausen, 28. März. Die Hessische Tapfer- keitsmedaille erhielt der Unteroffizier Lehrer Karl Michel. th. Lindenstruth, 28. Mar». Auch hier war die Tätigkeit der Schüler für die 4. Kriegsanleihe sehr rege. Bet einer Einwohnerzahl von 350 Seelen wurde der Betrag von 1047 Mark zusammengebracht Atieiö Büdingen. # B ü dingen, 28. März. Die Hessische Tapferkeits - Medaille erhielt der Landsturmmann S ch in ü ck im Landsturin- Jnf.-Regt. 20; das Eiserne 5k re uz der Gefreite Jäger im Nes.-Ini.-Regt. 46. A Nidda, 27. März. Die S ch ü l e r der hiesigen höheren Bürgerschule zeichneten für die 4. Kriegsanleihe 2500 Mk. und verntittelten durch ihre Werbetätigkeit noch die Zeichnung von 6500 Mk. Ebenso eifrig zeigten sich die Schüler unserer Volksschule. Sie zeichneten rund 3000 Mk. und erlangten durch Umfrage in den Häusern noch weitere größere Zeichnungen. Bei der Bezirkssparkasse hier wurden im ganzen von 1700 Schülern des Bezirks 30 000 Mk. gezeichnet. Die Einleger bei der Bezirkssparkasse Nidda zeichneten die über alles Erwarten hohe Summe von 1 205 300 Mk. gegen 1 105 500 Mk. bei der dritten Kriegs- aitleihe. Auch beim Vorschuß- und Kreditverein Nidda wurden 250 000 Mk. gezeichnet; 50 000 Mk. mehr als zur dritten Kriegsanleihe. s. Nidda, 28. März. Am 25. März fand die Schlußsei e r des Winterhalbjahres der hiesigen Gewerbeschule statt. Die von den Schülern gefertigten Zeichnungen und Modelle sind bis einschl. 31. Marz im Schulgebäude ausgestellt. Unter den in den Werkstätten der.Schule praktisch durchgesührten Modellen des Zimniermannes, Schreiners, Schlossers usw. finden sich recht beachtenswerte Erzeugnisse. Auch die ausgestellten Zeichnungen stellen den Schülern und der Schule ein lobenswertes Zeugnis aus. An der erstmalig unter dein Vorsitz des staatlichen Prüfungskommissars, Baurat P litt -Schotten, nach den neuen Bestimmungen durch- geführten Abgangsprüfung hat ein Schüler der Oberklasse — Eugen Weil aus Langsdorf — teilgeuommen. Auf Grund der Prüsungs- ergebnisse konnte ihm die Note „sehr gut bestanden" zuerkannt werden. Ferner hat die Prüfungs-Kommission den Beschluß gefaßt, dem Prüfling auf Grund seiner hervorragenden technischen Leistungen die Berechtigung zur erleichterten Einjährig - Freiwilligen - Prüfung zu beantragen. Diese Vergünstigung hat sich der Bewerber im Lause des Sommers bereits erworben durch Herstellung eines Kirchendaches mit Dachreiter im Modell und infolge der Prüfung seine technische Befähigung doppelt erwiesen. Am Unterricht der Tagesschule waren 20 Schüler, beim gewerbl. Fortbildungsunterricht 40 Schüler beteiligt. Der Schülerrückgang gegen früher ist erklärlich durch die Einberufung älterer Schüler und die erhöhte Inanspruchnahme der Schüler für gewerbliche und landwirtschaftliche Zwecke, insbesondere in den Fällen, wo der Vater oder der Lehrmeister zum Heeresdienst eingezogen ist. # Unter-Widdersheim, 28. Mär§. Von 27 Volksschülern wurden 630 Mk. zur 4. Kriegsanlethe gezeichnet. H: Rohrbach, 28. März. Hier zeichneten die Volksschule r zur 4. Kriegsanleihe 1000 Mk. # Bleichenbach, 28. März. Zur 4. Kriegsanleihe zeichneten die Schüler hiesiger Volksschule 1295 Mk. Kreis Schotten. ^Schotten, 27. März. In der hiesigen Realschule wurden 1720 Mk. zur 4. Kriegsanleihe gezeichnet. § Aus dem oberen Vogelsberg, 26. März. Tie schönen Frühjahrstage haben sich plötzlich zu rauher Märzwitterung verändert. Seit zwei Nachten hat es in ganzer hiesiger Gegend fest gefroren. Schaden hat dieser Frost in imferot Bergen wohl noch nicht anrichten können, denn nrit den Aussaaten Im Feld und in den Gärten hatte man noch nicht begonnen. Es könnte ja sein, daß die frisch aus der Erde sprießenden Grashalme etwas gelitten hätten, doch ist der Schaden hierher dann unbedeutend. Die Win t er saa ten haben einen herrlichen Stand. Diese können auch schon einen ziemlichen Kalterückschlag vertragen, und das wenige Obst, welches hier gezüchtet wird, ist noch lange nicht zur Blüte herangewachsen. ß Herchenhain, 26. Marz. Hier und in dem benachbarten Sichenhausen sind gestern abend die zur Landwirtschaft gewünschten kfiegsgefangenen Russen eingetwffcn und an die betreffenden Landwirte übevgebcn worden. Kreis Friedberg. -.-Butzbach, 28. März. Dem Jäger Karl R ü b s a m e n ans Butzbach, im 3. Reserve-Jg.-Batl. 20, wurde am 27. September 1916 die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Rübsamen ist in russische Gefangenschaft geraten. 81. Ilbenstadt, 28. März. Frau Gräfin v. Leiningen- W e st e r b u r g hat wieder das hiesige Stammschloß derer von Leiningen-Westerburg bezogen, nachdem sie 24 Jahre anderwärts gelebt hatte. Bei ihrer Ankunft trugen die Straßen reichen Schmuck. Im Schloßhos wurde sie durch die Einwohner, sowie die Schulkinder aufs herzlichste begrüßt. 81. D 0 r h e i m, 28. März. Dem Gefreiten Kanonier Jost wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. 81. A s s e n h e i m, 28. März. Dem Sohne des Schmiedemeisters Fuchs, dem Unteroffizier Ludwig Fuchs von hier, zurzeit in einem Lazarett in Kaiserslautern, wurde die Oesterreichische Tapferkeitsmedaille verliehen. 4ß Nieder-Wöllstadt, 28. März. Die Hessische Tapfer- keitSmedaille erhielt der Gefreite K 0 st im Feld-Art.-Regt. 61. Hessen-Nassau. — Frankfurt a. M., 27. März. Von Ende März bis zum 15. August wird für den Kartoffelbezug eine Kartoffel- 0 e z u g s k a r t e für Minderbemittelte eingeführt. Die Karte berechtigt zum Bezug von einem Pfund für den Kopf und Tag und wird erst ausgegebeu, wenn die Eigenvorräte des Inhabers völlig aufgebraucht 'sind. — Am SamStag abend wurde von der Kriminalpolizei in einer Wirtschaft der Altstadt eine Spielergesellschaft von 25 Personen ausgehoben. — Schwanher m a. Nt., 28. März. Vorgestern früh verstarb hier in seinem .heim Professor Dr. Wilhelm Kobelt. Am 20. Februar 1840 in Alsfeld geboren, studierte er in Gießen Medizin und wirkte daim eine Reihe von Fahren in Biedenkopr, Griesheim und Schwanheim als praktischer Arzt, nm sich schließlich nach 12 Fahren ganz dem Studium der Naturwissenschaften widmen zu können. Auf diesem Gebiete studierte er vor allem das Wesen der Weichtiere. Den hiesigen Landwirten gab er eine Fülle neuer und praktischer Anregungen. Nicht minder hat cr sich um die Hebung des O b st b a ucs in Nassau bleibende Verdienste erworben. Ten weitesten Kreisen ist Kobelt als hervorragender Kenner der lieimischen Urgeschichte, Fauna und Flora bekannt geworden. Als Förderer der Heimatkunde gründete er hier ein Heimatmuseum, das als das reichhaltigste in Nassau angesprochen werden kann. Kobelt war der Mitbegründer des Rheiir-Mainischen Verbandes für Volksbildung und bis in die letzte Zeit sein eifrigster Mitarbeiter. Unermüdlich arbeitete er an der Hebung der Volksbildung durch Vorträge, Schriften und praktisches Vorbild. Bei Gelegenheit seines goldenen Tottorjubiläums erneuerte die Gießener Universität das' Diplom unter ehrenvoller Anerkennung seiner Tättgkeit im Dienst der Allgemeinheit. ra. B i e d e n k 0 p f, 27. März. Im Heldenkampfe für das Vaterland starb bei einem Sturmangriff am 10. März Gerichts aktuar Georg S e e l i g, Leutnant der Reserve im Jnsanü-Regt. Rr. 87. Märkte. 8.0. Wiesbaden, 27. März. Vieh markt. Auftrieb 6 Rinder, 3 Ochsen, keine Bullen, 3 Kühe, 19 Kälber, keine Schafe und 13 Schweine. Der Markt wurde bei Höchstpreisen sofort geräurnt. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 29. März 1916 Bedeckt, Regenfälle, mild. Letzte Nachrichten. Die U-Boot-Frage. Berlin, 28. März. Die Verhandlungen über die U-Boot- Frage im Reichshaushaltsausschuß des Reichstages werden, wie die ,H 0 st" mitteilt, ganz vertraulich sein. Sogar die übrigen Mitglieder des Reichstages sollen als Zuhörer nicht zugelassen werden. Dem Vernehmen nach hat der Reichskanzler Vertrauensmänner der Fraktionen schon vorher zu einer vertraulichen Besprechung eingeladen. Eine französische Sttmme über Haase. I Köln, 28. März. Laut der „Köln. Zta." erklärt Cle- menceau in seinem Kettenmann, der Zwischenfall Haase im deutschen Reichstag mache keinen besonderen Eindruck auf ihn. Er finde nur bemerkenswert, daß derselbe deutsche Abgeordnete, der vom Frieden sprach, genau derselbe sei, der anläßlich der Kriegserklärung die Notwendigkett verkündet habe, Frankreich zu vernichten. So wenig er damals durch seine Kundgebung bewirtt hat, sagt Clemenceau, so wenig werden wir heute durch seine Aeußc- rnngen beunruhigt. Seine Aeußerungen von damals und von heute haben gewiß den gleichen Wert. Aus Indien. London, 26. März. (WTB.) Das Reutersche Bureau meldet 888,500.— „ 1,239,900.— eig. Pfand brieie und. Kommunal- Obligatronen „_ Lombardsorderungen. Guthaben bei Bankhäusern. Deutsche Reichs- undPreuk. unverzinsl. Schatzanweis. JC 8,000,000.— Schecks. . „ 13,962.99 Kontokorrent: Debitoren. Immobilien: Baukgebäude. jc 500,000.— Sonstiger Grundbesttz . . „ 115,089.45 Aktienkapital . . . . Reservefonds: gesetzlicher . . . . außerordentlicher . . Ausfall-Reserve . . Staatsvapier-Reserve Vortragsvosten: Pfandbrief-Agio JC 17,030,000- „ 2,900,000.— „ 1,875,000.— » _700,000.— 0 . . ^ _ , . . . 2,130,425.69 Hinten u. Darlehensprovis. „ 1,841,147.84 Gewinn-Vortrag . . . . „ 847,746.93 Pfandbriefe: 4°/ 0 tnc. 3V 2 %tae. Verloste Stücke. Kommunal Obligationen: 4%ioe . . jc 3‘/2 u /oiae.„ JC 372,441,500.— „ 145,960.200.— 14,957,044 1,361,863 5,200,000 8,013,962 699,736 615,089! 45 1,771,500.— 4,399,600.- Zimcnvon Pfandbriefen nnd Kommunal- Obligationen für die Zeit bis 31. Dez. 1915 Uncrhobene Dividende. Kontokorrent: Kreditoren.i \ Depositen. Talonsteuer-Konto.' Dividende für 1815. Tantiemen und Gratifikationen . . . .’ ! >582,705,966 >03 Der Dividendenkupon pro 1915 gelangt von heute ab mit 2>tf. 95.--9%% zur Einlösung Frankfurt a. M., den 26. März 1916. ^auoiung. jc pT 22 ,000,0001- 22,505,0001- 4,819320 46 518,401,700 44,6001- ¥©r ä $B'aigjj 5 Krieg ml EMnrirtgaii eine Mahnung für Deutschlands Zukunft von Prof. Dr. E. Opitz. Eintrittskarten zum Preise von 1 Mk. für vorbehaltene und 30 Pfg. für alle übrigen Plätze im Vorverkauf m den hiesigen Buchhandlungen und am Vortragsabend von b Uhr an am Saaleingange. 2418D 1S nh für ,, deR Bhein-Mainischen Verein für Bevölkerungspolitik bestimmt. lidktspielhaus 6,171,100 3,756,915 47,935 439,295 1,501,818 539,2135 2,090,000 389,045 Die Direktiott. BluseoVerkauf in Serien :: Wolle, Baumwolle, Seide, Flanell, Batist, Tüll, Stickerei :: Giessen, Bahnhofstr&ße 31 in ihrem herrlichsten Lustspiel: M der lim da giUs ira M Schwank in 3 Abteilungen. — Dazu ein gutes Beiprogramm. U. a.: s«. König Phantom Drama in 4 Akten. fitllt&r nach dem Feldwebel abwärts zahlt werktags die ISAlft* r-m Serie I . Serie II . Serie III Serie IV Serie V. Serie VI Serie VII Mk. 0.95 Mk. £.25 Mk. 1.75 Mk. 2.25 Mk. 2.95 Mk. 3.95 Mk. 4.95 zum Teil von vorjähriger Saison Kauft? ;Katz IlWrMe Mittwoch früh und Donnerstag eintreffend: §eiäjte W»i>. AMl-WIW 1—4 pfündig. Prima Holland. 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Prima feinste holländische Scfiellfisctie u.Kabliau in tadellos frischester Ware soeben eingetroffen u. billigst bei August Wallenfels IffiSSTST ***%&£ Bestellungen erbitte mir frühzeitig^ * * Markisaaistoffe sofort vom Lager lieferbar, offeriert L W11Ü1XCII, Asterweg 53 I .ndwis Lazarus Rheumatisch Schmerzen! TJexenschuTT Beißen, ln Apotheken fl. M 1 . 40 ; Doppelfl. M 2.40. 2387 Fernspr. 505 Satt äh Vir» Hermann Sieüsgoettaa Dienstag, 28. Marz 7916. abends 8 Ubr: 15.Dienstag-Abonn.-Verstell. Gewöhnt. Preise (ermäßigt) Der Fremde. Ein Schelmensviel in einem Auszug von Fritz Lienhardt. Hieraus: Fritzchen. Drama in einem Akt von Hermann Sudermann. Zum Schluß: Hockenjos. Eine Lügenkomödie in einem Akt von Jakob Wassermann. Ende 107« Uhr. (2492c Mittwoch. 20 . März 1916 . abends 8 Ubr: Gewöhn!. Preise (ermäßigst Gastspiel desOber-Bayrischsn Banena-Tfaeaters. (Dir.: A. Dengg.) M gfifeeimnisvolls MM Schwank in 3 Akten von Mar Real und Mar Ferner. Ende nach 107« Uhr. Soldaten vom Feldwebel §?warts zahlen bei allen Vorstellungen (auger bei Volrsvorstelluttgen)aus2. und o. Sperrsitz nur halbe Preise.