m. 68 Erster Blatt |66. Jahrgang Dienstag, 2 \. März W6 Der Gietzeker Aszrtz« erscheint täglich, cmtzer Sonntags. - Beilagen: v4e-r ma l w öchentlick EirtzeLerLEilieu blüttcr; znxmrnl^vöchenckLreir- b latl s«r den LnisHietzen (Dienstag und Freriaqh zweimal monatl. Lanb- uttttfchafMche Zettfragea Ferrrstrrech - Anschlüsse: iür die L)chrütleitungl12 Veriaq,Heschättsstslle51 Adresse iur Drahtnach- richten: Anzeiger Sietzen. ALmchmeoon Anzeigev bis imn Hofafionsftniö und Verlag der vröhl'schen Unio.-Such- und Stern-nukerei R. Lange. Schristleitung, GeschSstrstelle und Druckerei: Schulstr. 7. B-ck, iehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch diePost Mk.2.30 viettsl- jährll ausschl. Beslellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. — Haupl- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zeuz; für den Anzeigenteil: H. sämtlich ul Giessen. Ein Mgzeugangkiff auf die Süfcoftlfle Englands. Zeegefecht an der flandrischen Hüfte. Helden in Ostgalizien. (WTB.) Großes Hauptyuartier, 20. Mürz. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Durch gute Beobachtungsverhaltnisse begünstigt, war die beiderseitige Artillerie- und Flicgertätigkeit sehr lebhaft. Im Muasgebiet u;rd in der Wo eure-Ebene hielten sich auch gestern die Artilleriekämpfe auf be- sorcherer Heftigkeit. Um unser weiteres Vorarbeiten gegen die feindlichen Verteidigungsanlagen in der Gegend der Feste Douaumont und des Dorfes Vaux zu verhindern, setzten die Franzosen mit Teilen einer neuheran- geführten Division gegen das Dorf einen vergeblichen Gegenangriff an. Unter schweren Verlusten wurden sie adgewiescn. * Im Luftkampf schotz Leutnant Freiherr v. Atthaus über der feindlichen Linie westlich von Lihons sein viertes, Leutnant Boelke über dem Forges-Wald am linken Maasufer sein zwölftes feindliches Flugzeug ab. Außerdem verlor der Gegner drei weitere Flugzeuge. Eines davon im Luft- kampf bei Cuify (westlich des Forges-Waldes), die beiden and«en durch das Feuer unserer Abwehrgeschütze. Eines der letzteren stürzte brennend bei Reims, das andere, sich mehrfach überschlagend, in Gegend von Ban de Sapt dicht in der feindlichen Linie ab. OrftlicherKriegsschau platz. Ohne Rücksicht auf die großen Verluste griffen die Russen auch gestern wilderholt mit starken Kräften beiderseits von Poftawy und zwischen N a r o c z - und W i s z n i e w - See an. Die Angriffe blieben völlig ergebnislos. In Gegend von W i d s p stießen deutsche Truppen vor und warfen feindliche Wteilungen zurück, die sich nach dem am gesttstten Morgen unternommenen Angriff noch nahe vor unserer Front zu halten versuchten. Ein Offizier, zwei- hundertachtzrg Mann von sieben verschiedenen Regimentern wurden dabei gefangen genommen. Balkan-Kriegsschauplatz. NiMs Neues. Oberste Heeresleitung. * B erlin, 20. März. (WTB. Amtlich.) Ein Geschwader unserer Marineflugzeuge belegte am 19.März nachmittags militärische Anlagen in Dover. Deal und Ramsgate trotz starker Beschießung durch Landbatterien und feindlicher Flieger ausgiebig mit Bomben. Es wurden zahlreicheTreffer mit sehr guter Wirkung beobachtet. Alle Flugzeuge sind wohlbehalten zurückgekehrt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. .Berlin, 20. März. (WTB. Amtlich.) Vor der flandrischen Küste fand am 20. März früh ein ftir uns e r - folgreichesGefecht zwischen dreideutschen Torpedobooten und einer Division von f ü n f e n g l i s ch e n Zerstörern statt. Der Gegner brach das Gefecht ab, nachdem er mehrere Volltreffer erhalten hatte und dampfte mit hoher Fahrt aus Sicht. Auf unserer Seite nur ganz belanglose Beschädigungen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. * * * mt haben heute keinen Mangel an Kriegsnachrichten. Zu Wasser und zu Lande sind Ereignisse zu verzeichnen, dre zu unseren Gunsten sprechen und uns weitere Erfolge in Aussicht stellen. Das gilt besonders für die Kampfplätze um Verdun. Dort werden zurzeit „Artilleriekämpfe mit besonderer Heftigkeit" ausgeführt. Die Franzosen haben, um ihre Stellung auf der Feste Vaux zu erhalten, neue schwere Blutopfer dargebracht; Teile einer neu herangeführten Division, die gegen das Dorf Vaux vorgingen, wurden mit schweren Verlusten abgewiesen. Auch die Russen haben bei werteren Angriffen im Seengebiet südlich von Dünabnrg sich nur neue Schlappen geholt. Die Engländer sind durch einen neuen deutschen Flugzeugangriff überrascht worden. Militärische Anlagen in Dauer, Deal und Ranrsgate sind durch Bombenwürfe wirk- s-am getroffen worden, und wenn auch damit nichts von entscheidender Bedeutung erreicht worden ist, so dürfen wir doch den moralischen Erfolg nicht gering achten, der darin liegt, daß unsere tapferen Flieger den britischen Löwen, der seine Zähne zu verlieren scheint, wieder einmal bei feiner Vtähne gepackt haben. Auch das Seegefecht an der flandrischen Küste offenbart uns britische Altersschnuiche. Flandern ist doch das große Sorgenkind Englands, von dort will es den deutschen Rivalen um jeden Preis vertreiben und fern halten, und dennoch must die überlegene britische Flottenmacht in diesem Küstengebiet vor einigen deutschen Torpedobooten Fersengeld geben! . Auch unsere österreichisch-ungarischen Bundesgenossen zeigen, je länger der Krieg dauert, desto deutlichere Proben ihrer kriegerischen Tüchtigkeit und Ueberlegenheit gegenüber den Feinden. Wir fühlen das heute in; dem amtlichem- Wiener Bericht geschilderten Heldenstück einer kleinen Truppe gegenüber einem achtfach überlegenen Feinde voll Genugtuung mit. Die Russen haben in Ostgalizien bei ihrer letzten Offensive kläglich angeschnitten, und sie stehen unseren Bundesgenossen dort heute genau so unfähig und erfolglos gegenüber lvie Cadornas Truppen den tapferen Verteidigern am Jsonzo. Auch dort, besonders am Görzer und Tolmeiner Brückenkopf, haben die Italiener in den letzten Tagen wieder blamable Niederlagen erlitten, während ihr Führer Cadorna zu müßigen Verhandlungen in die französische Hauptstadt sich begeben hat. Die italienische Kammer, vorüber Herr Salandra seine große, nachstehend mitgeteilte Verteidigungsrede gehalten hat, betrachtete ein trostloses, gänzlich erfolgloses Heer, leere Geldbeutel und wirtschaftliche Rot. Trotzdem erhielt der Ministerpräsident vom Parlament ein Vertrauensvotum. Wir dürfen nicht vergessen, daß die parlamentarische Mehrheit schließlich ebenso kriegswütig war wie Salandra und Sonuino selbst. Fa, man hatte in den letzten Wochen sogar nach dem größeren .Krieg" gerufen ,wobei man die Kriegserklärung an Deutschland im Auge hatte, lieber diesen „größeren Krieg" wollte Salandra nicht öffentlich sprechen; das ist trotzdem sehr vielsagend und wird zwar in Deutschland keinen, in England und Man^eich aber desto größeren Eindruck machen. Salandra hat das Parlament unter der Hand längst von der Unzulänglichkeit der italienischen Wehrmachtmittel überzeugt, ' die schon dem alten Erbfeind gegenüber nicht ausreichen. Er erfocht also durch die Abstimmung einen Kabinettssieg. ^lber welch schwammiges " Phrasengebilde stellt seine große Kammerrede dar. Wie hohl klingt sein Pathos, wie nichtssagend ist seine Advokatenberedtsami- keit. Das ist derselbe Herr, der unseren Reichskanzler einen mittelmäßigen Staatsmann genannt hat. Wir sind neugierig, was aus dem Füllhorn dieses Italieners alles noch kommen mag! * * * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 20. Mürz 1916. . RussischerKriegsschauplatz. Gestern abend wurde nach sechsmonatiger tapferer Verteidigung die zum Trümmerhaufen zerschossene Brückenschanze von Uscieczko geräumt. Obgleich es den Russen schon in den Morgenstunden gelungen war, eine 800 Meter breite Bresche zu sprengen, harrte — von achtfacher Uebermacht angegriffen —* die Besatzung, aller Verluste ungeachtet, noch durch sieben Stunden im heftigsten Geschütz- und Infanteriefeuer aus. Erft um 5 Uhr nachmittags entschloß sich der Kommandant, Oberst Planck, die ganz zerstörten Verschanzungen zu räumen. Kleinere Abteilungen Unverwundeter gewannen auf Booten das Südufer des Dnjeftr. Bald aber mußte unter dem konzentrischen Feuer des Gegners die Ausschiffung aufgegcbcn werden und es blieb der aus Kaiserdragoneru und Sappeuren zusammengesetzten tapferen Schar, wenn sie sich nicht gefangen geben wollte, nur ein Weg. Sie mußte sich von dem Nordufer des Dnjeftr durch den vom Feinde stark besetzten Ort Uscieczko zu unseren auf den Höhen nördlich von Zaleczczyki ein- genisteten Truppen durchschlagen. Der Marsch mitten durchdiefeindlichen Stellungen gelang. Unter dem Schutze der Nacht führte der Oberst Planck seine heldenhaften Truppen zu unseren Vorposten nordwestlich von Za- leczczyki, wo sie heute ftüü eintrafen. Die Kämpfe um die Brückenschanze von Uscieczkp werden in der Geschichte unserer Wehrmacht für alle Zeiten ein Ruhmesblatt bleiben. Italienischer Kriegsschauplatz. Am Görzer Brückenkopf wurden gestern vormittag die feindlichen Stellungen vor dem Südteil der Pod- gora-Höhe in Brand gesetzt. Nachmittags nahm unsere Artillerie die gegnerische Front vor dem Brückenkopf unter kräftiges Feuer. Nachts wurde der Feind aus einem Graben vor Pevma vertrieben. Die Kämpfe amTolmeinerBrückenkopf dauern fort. Die gewonnenen Stellungen blieben ftft in unserer Hand. Die Zahl der hier gefangen genommenen Italiener stieg auf 925, jene der erbeuteten Maschinengewehre auf 7. Mehrere feindliche Angriffe auf den Mrzli Vrh und Krn brachen zusammen Auch am Rombon erbeuteten unsere Truppen eine Stellung. Hierbei fielen 145 Italiener und zwei Maschinengewehre in ihre Hand. Die lebhafte Tätigtest an der Kärntner front hält an. Im Tiroler Grenzgebiet biclt der Fciird den Col di Lana-Abschnitt und einige Punkte an der Südfront unter Geschützfeuer. Südöstlicher Kriegsschauplatz. ' Unverärwert. Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralftabs v. H ö f e r, Feldmarschalleuttmnt. Zum Kampf um die Brückenschanze Uscieczko. Wien, 20. März. (WDB. Nichtamtlich.) Aus dein Kriegspre ssegnartrer wird gemeldet: Anläßlich des holde n- mütigen Kampfes um die Brückenschanze bei Usciecz-ko hat der ArnieekomMcnidant General von Pflanzer-Baltin folgenden Armeebefehl erlassen: Die Dnjestrschcurze existiert nicht mehr; sie wurde von den Russen in die Lust gesprengt. Seit Monaten hat der Feind TeljdAr pivenijjnf ?>zy) tVe/AaO/sB ufschai {eonowitscht 'lO&JUhPrW, °ftaäuta O 0f/?oä/i>a Pr reprod^ 5neijaifS^ 7 WOHfO LuAas/Puncti \s/uny t / k v oShodsiscAM/ \) 'S ~S lA/i/p/Aonil o Ouba/orsPa Ar ^ MasjuIjaPy ’O/y S^ f Posc/pp/ftwcA pJptschAi ' rr ftt/rprre I j ^XPo/oiv/csg /. \ o ßarowrafa ' W/te/Aa/fä ~ ' o O/otya l Jil Xp/SossPhka fe/y - ,Km Die Kämpfe am tfarocz- u. Msznieiy-See. versucht, "sie in Angriff zu nehmen. Nie ist es ihm gelungen. Er wußte sie zuerst vernichten, ehe der erste Russe den Boden betreten konnte, der durch den Heldenmut imserer Truppen geheiligt ist. Die Kaiserdragoner haben gestern ein leuchtendes Beispiel der Kaisertreue gegeben. Die braven Sappeure harrten an ihrer Seite treu/ bis in den Tod aus. Sieben Stunden nach der Sprengung kämpfte die heldenmütige Besatzung gegen eine achtfache Uebermacht weiter. Erst auf Befehl tourden die Trünimer der Schanze, die nur mehr ein Heldengrab war. geräumt. Die Reste der Besatzung eiüzogen sich unter Führung ihres tapferen KoMnrandanten durch einen kühnen Nachtmarsch durch den Feind, den Dnjfftr im Rücken, der schon fast unvermleidlichen Gesangennahlme. Die Dniestrschanze ist für unsere Angee eine stolze Erinnerung, für die Russen aber ein warneiwes Zeichen, daß es bei uns für jeden Schritt Bodens nur einen Preis gibt, den Tod. Ich danke dem Kommandanten der Besatzung, Oberst Planckh, den Offizieren und der gesamten Mannschaft im 9camen der VII. Armee. v. Pflanzer-Balttn Der englische Bericht über den Flugzeugangriff auf die englische Küste. L o ndo n , 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Das Kricgsamt meldet: Vier deutsche V^arineflugzeuge haben heute O stk ent überflogen. Das erste Paar erschien über Dover in einer Höhe von 5000 bis 6000 Fuß gegen zwei Uhr nachmtttags. Das erste Flugzeug ließ sechs Bomben aus den Hafen fallen und ivandte sich dann nordwestlich, indenr es Bomben aus die Stadt warf. Das andere Flugzeug erschien nach dem Flug über Dover um 2,13 Uhr über Deal, wo es' mehrere Bomben fallen ließ. Tos zioeite Paar erschien über Ramsgate um 2,10 Uhr und wart Bomben auf die Stadt. Eins dieser beiden Flugzeuge flog nach Westen, das andere, verfolgt von einem englischen Flugzeug, nach Norden. Eine Bombe soll auf Margate gefallen sein. Das zweite Flugzeug erschien ü&qr Wiestgate um 2,20 Uhr. Hier stiegen einige unserer Flugzeuge zur Verfolgung auf. Es wurden keine Bomben abgeworfen. Soiveit bis jetzt mttgeteilt wird, beträgt die Zahl der Toten 9, die der Verwurr- detcn 31. Insgesamt wurden 48 Bomben abgeworfen. Eine fiel am das tauadische Hospital in Ramsgate. Sie veruffachte keine Verluste an Menschenleben. Sachschaden wurde an einigen Häusern und Arbeirerlvütten angerichtet. Der Fliegerosfizier Bime verfolgte in einem Einsitzerflugzcug eins der deutschen Flugzeuge 30 eilen übers Meer. Dann kam es zu einem viertele st ü n d i g c n Gefecht. Das deutsche Flugzeug wurde mehrere Viale getrofseu und mußte niedergehen. Der Beobachter wurde getötet. Berlin, 21. März. Zu dem Bericht des euglischeu .Kricgs- ministcriums über das U eberfliegen von Ostkent durch vier deutsche Wässerflngzeuge sagt der „Lokal-Anzeiger": Die in dem Bericht erwähuten Orte sind berecks nrebrsack von unseren! Flugzeugen heimgesucht worden und haben militärisckre Bedeutung, wie .Küstenwachstationen, Kasernen und Befestigungen in der Nähe von Dover zur Genüge belveisen. Daß Dover auch noch als der Frankreich nächstlieiende Hasen ganz liesonders die Aumrerksam- keit der deutschen Flieger' in Anspruch nimmt, lieg! auf der Hmrd, da es der Haupthafen für den englischen Truppenttanspott nach Frankreich sein dürste. Der „Tote Mann" restlos in deutscher Hand. Berlin, 20. März. (Priv.-Tel.) Im „Berliner Lokal- Mizeiger" wird nach einer Mcll>ung des nach dem westlichen Kriegsschauplatz entsandten Sonderberichterstatters Nos- u e r' festgestellt, daß das n e [amte Gelände, das auf Grund der französischen Generalstabskarte als Gebiet des „Mso r t Hom m c" bezeichnet wird, >also die Höhe 263 ruck» die' südöstlich davon gelegene Höhe 29ö, sowie das gesamte Zlvischengelände restlos in d e u t s ch e n H ä n d e n ist. Der französische Bericht. Paris, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von Sonntag nachmittag: O e st L i ch der M aas richtete der Feind nach einer heftigen Beschießung gestern nachmittag fein Neuer und einen ziemlich lebhaften Angriff gegen die Front V a ux — D aml ouv: die Deutschen wurden durch Sperrfeuer zurückgetrieben, ihr Versuch scheiterte vollkommen. Im Laufe der Nacht fand keine feindliche Infanterietätigkeit statt. Zeitweilig unterbrochene Artillerietätigkeit in allen Abschnitten der Gegend ton Verdun. _ Die Nacht verlief an der ganzen Front ruhig. Bei den Lustkänrpfen in der Gegend dort Verdun schoß eines unserer Flugzeuge ein feindliches ab, das brennend in unsere Jßinien bei MonKeville ab stürzte. Fünf unserer mit Doppel motoren ausgerüsteten Flugzeuge beschossen den Bahnhof von Metz-Les- Sablons, das feindliche Munitionslager bei Chateau Dali ns und das Flugfeld von Die uze. Es amrden 30 großkalibrige Geschosse im Verlauf dieser Streife abgeworfen, davon 20 auf den Bahnhof von Metz. Eines unserer Kampfflug- Geschwader, das aus 23 Flugzeugen bestand, warf 72 Geschosse auf den Flugplatz von Habs heim und den Güterbahnhof von Mühlhausen ab. Feindliche Flugzeuge, die zur Verfolgung der unsrigen aufgestiegen waren, verwickelten sie in einen Luftkampf, in dessen Verlauf ein französisches und ein deutsches Flugzeug durch Maschinengewehrfeuer zum Absturz gebracht wurden: zwei andere deutsche Flugzeirge sind brennend abgestürzt; drei von unseren Flugzeugen wurden ernstlich beschädigt und mußten auf feindlichem Gebiete niedergehen. Kriegsbericht vom Sonntag abend: Nördlich von Reims führte nnsere Artillerie ein Zerftörungsfeuer auf feindliche Gräben bei La Neuville und der Ferme Godat aus. Deutliche Tätigkeit unserer Batteriien in der Gegend von Ville-aux- Bois. In der Gebend nördlich von Verdun ließ das Bombardement merklich nach. Im Laufe des Tages unternahm der Feind keinen Angriffsversuch. Nordöstlich von St. Mihiel beschoß unsere schwere Artillerie Proviantniedersagen bei Var- vinay. Bon der übrigen Front ist nichts zu melde::. Der Adjutant Navarre schoß sein siebentes deutsches Flugzeug in der Gegend von Verdun ab: das feindliche Flugzeug ist in unsere Linien gefallen. Belgischer Bericht: Große Artillerietätigkeit an der Front der belgischen Armee, besonders in der Gegend von Dix- mude und nördlich von Steensttaete. Cadorna in Paris. Paris, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) General Cadorna ist hier eingetroffen und hatte eine Begegnung mit Generaliffimus Jo'ffre und General Roques. Angaben des französischen Finanzministers über die Kriegsausgaben. Bern, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Bei Beratung des Staatshaushaltes in der französischen Kammer erklärte Finanzminister Ribot, daß Frankreich täglich 93 Mllionen Franks Kriegs aus gaben habe. Englands Ausgaben aber wurden täglich 110 Millionen betragen und würden bald ans 125 Millionen steigen. Zu der Frage, wie Frankreich, dessen H^ebiet zum Teil sogar besetzt ist, die ungeheuren Lasten tragen werde, begnügte sich der Minister, das Recht zu fordern, die Wertpapiere von neutralen Staaten, die in französischen Händen seien, zu beschlagnahmen, lmt sic von Amts wegen zu verkaufen. Ribot sprach ferner die bestimmte Hoffnung ans Annahme des Alkohol- monopols aus, erwähnte aber nichts von einer eigentlichen Kriegssteuer, wie die Linke sie erwartet. Die Frage der Vermögenssteuer würde erst nach, dem Krieg spruchreif werden. Ein neues englisches „Berteidigungskorps". London, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Der König gjenehnrigte die Bildung eines neuen Korps, das die Bezeichnung „Königliches Ber- teidigungskorps" tragen und denselben Sold wie die reguläre Infanterie erhalten soll. Die Zwecke des neuen Korps werden nicht angegeben. Man vermutet, daß ein Zusammenhang bestehen Äirfte mit der Stellung der verheirateten Männer, die nach dem Derbyplan an geworben worden ftnb. Der türkische Bericht. K o n st a n t i nope l, 20. März. (WTB. Nichtamtlich) Das Hauptguartier meldet: An der Jrakfront warf am 18. März eines unserer Flugzeuge einige Bomben auf Kut el Amara und traf ein Geschütz und eine Abteilung des Feindes. Am 18. März nahmen wir im Verlaufe eines Gefechtes mit einer feindlichen Abteilung in der Umgebung! des Suezkanals fünf indische Soldaten gefangen. Sonst ist nichts zu melden. Der rusfifche Bericht. Petersburg, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Kriegsbericht vom 19. Mä^. Westfront: Im dlhschmtt vo n Riga richtete der Feind cm listiges ArtÜleriefeuer gegen den Brückenkopf von llexküll. Weiter südlich und im nördlichen Teile des Abschnittes von Ja - kobstadt Artilleriekamps. In der Gegend von W i d s y beschoß uw'ere Artillerie die deutschen Grabe::. Bei dem Dorfe Med- siany (8 Kilometer) südlich von Tweretsch versuchte der Feind anzngreistn, wurde aber zurückgeschlagen. Die feindliche Artillerie entwickelte m der Garend des Fleckens Smorgon einige Feuertätigkeck. An der oberen Strypa eroberten unsere Jagd- kommandos einen feindlichen Schützengraben und wiesen durch Feuer Gegenangriffe des Feindes zurück. In derselbe:: Gegend wurde ein Versuch des Feindes, an das Dorf Jvzefo wka (18 Kilonceter südwestlich von Tarnopol) hevarnMuKommrn, vereitelt. Schwarzes Meer: Unsere Zerstörer versenkten cm der bulgarrsckxen Küste einen Dampfer, der Benzin geladen hatte. Sie wurden dabe: erfolglos von FluWengen angegriffen, die acht Bomben abwarfen. Tie Mannsthast d^ Dampfiers wurde von den Zerstörern an Bord genommen. Kaukasus: Auf der Verfügung der Türken erbeuteten wir in der Gegend von Mamachatum zwei Mdgeschütze. Der Austausch deutscher und englischer Gefangenen. Blissinaen, 20. März. (WTB. Nichtamtlich.) Es werden UnterycnrdLrngen zwsschen Deutschland und England über einen Austausch kriegsuntanglicher .Kriegsgefangener geführt, der im April in Vlissrngen vor sich gehen soll. Griechenland erweitert sein Gebiet. Bern, 20. März. (WTB.) Der Mailänder „Secolo" meldet aus Athen: Ein von heute datiertes königliches Dekret erklärt die Provinzen von Nordepirus als definitiv zu Griechenland gehörig und dehnt düe griechische Gesetzgebung und Verwaltungsorganisation darauf aus. Aeusterurrgen des bulgarischen Ministerpräfidenten. Wien, 19. März. Roda Roda gibt in der Neuen Freie» Presse Aeußerungen Radoslawows wieder, aus welchen folgende bemerkenswerte Stellen hervorzuheben wären: Die Vor- licbe Bulgariens für Deutschland ist neu, aber stürmisch, der kleinste Schuljunge lernt jetzt deutsch, während man Deutschland früher ein wenig vorsichtig betrachtet hat. Oesterreich-Un- garn hingegen genießt seit den Tagen, da Baron Burian als Gesandter mit Stambulow im beste:: Einvernehmen stand, und des sei: Rückgrat gegen Rußla'ü) steifte, allgemeine Popularität. Rumänien macht gegenwärtig dasselbe durch wie Bulgarien Ende 1914. als der russische Gesandte zu Radoslawow sagte, Rußland brauche Bulgarien nicht mehr: einen Monat später aber, nach den Schlachten bei Lodz und L:mam>wo, sollte Bulgarien _ rüsten. „Herr." sagte Radoslawow damals zu dem russischen Geiandten, ^ geht nicht von heute auf morgen: mit der Freurckschaft allein -Aihrt man kchnen Krieg. Mm: luuß das Volk erst vorberecken, und dazu brauchen wir Zeit!" Der Gesandte war verschnupft. Jetzt wird Rmnämen ebenso geanält, gemahnt und lubkost, nnt Zuckerbr-iL und Putsche bearbeitet wie früher Bulgarien, — und das Ergebnis des Ränkcspiels? Drei Mönate :var Rumänien in Sofiöa nur durch einen Geschäftsträger vertreten, heute trifft wieder ein Gesandter hin. Tie Rumänen sehen eben, daß der Ausgang des Krieges nicht mehr zweifoll>ast ist. Militärisch sind die Mittelmächte mit uns und der Türkei zusammen den Gegnern überlegen, und die deutsche Volkswirtschaft ist unbesiegbar. Die Deutschen schließen scbon jetzt Me Hilfsquellen des Balkans und wir brauchen, sagte Radoslawow, solche Lehrmeister: um die Zukunft ist mir dann nicht bange. Der Bulgare lernt rasch, und iwun einige Russo- philen sagen: Wartet nur, inemi die Deutschen sich erst bei euch eingenistet haben, werdet ihr sie nicht mehr los, so ist daS Unsinn. Unser Gebiet ist groß und kann wohlgesinnte Ausländer Jahrzehnte lang beschäftigen. Schon die Kinder der eingewonderlen Deutschen werden gute deutsche Bulgaren sein und treue Bulgaren. Die aus Kamerun auf spanisches Gebiet übergetretcnen Deutschen. Berlin, 20. März. (WTB. Amtlich.) Schon vor einiger Zeit kam die Nachricht hierher, daß etw-a 9 00 Europäer von Kamerun aus auf spanisches Gebiet übertraten. Es wird nunmehr durch den deutschen Botschafter in Madrid als Mitteilung der spanischen Regiernng berichtet, daß sich unter den Uebergetvetarttn der Gouverneur befindet. Im übrigen ist die Gesamtzahl aus 73 Offiziere:^ 22 Aerzten, 310 Unteroffizieren und Krankenpflegern, 170 Soldaten, sowie 400 Zivilpersonen zusammengesetzt. Aus diesen Zahlen läßt sich der Schluß rechtfertigen, daß es allen noch im Schutzgebiet befi:ck)lichen Europäern, sowohl den der aktiven Schutztruppe angehörigen und zu deren Verstärkung eingezogenen, als auch sonst im Lande befindlichen Deutschen gelungen ist, sich der französisch-englischen Kriegsgefangenschaft zu entziehen. Die Namen der nunmehr unter dem Schutz der spanischer: Regierung stehenden Deutschen sind zurzeit noch nicht bekannt. Der 5eettieg. Die Berfenkung des französischen TorpeoobootSzerstörers „Renaudin"' Paris, 19. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Der Torpedobvotszerstorer „Renau- din" ist im Adriatischen Meer am 18. März morgens von einem feindlichen Unterseeboot versenkt worden. Drei Offiziere, darunter der Kommandcnrt und der zweite Offizier, sowie 44 Mann werden vermißt. Zwei Offiziere und H Mann wurden von einem französischen Dorpe dobovt aufgenourmen, das den „Rcnaudin" begleitete. Eine englische Erklärung zum Untergang der „Tubantia". London, 20. März. (WTB- Nichtamtlich.) Meldung des Neuterschen Bureaus: Unter Bezugnahme auf die amt- l:ck>e deutsche Erklärung, daß die „Tubantia" weder durch ein deutsches Unterseeboot noch durch eine deutsche Mine zum Sinken gebracht worden sei, stellt der Sekretär der britischen Admiralität fest, sdaßi zur Zeit des Unterganges der ,,Tubantia" kein englisches Unterseeboot in der Nähe war. Der Dampfer „Palembang". Haag, 20. März. (MTB. Nichtamtlich.) Auch heute ist beim Marine-Departement kein Bericht über den V e r - lust des Dampfers „Palembang" efttgogangen. London, 20. März. (WTB.) Meldung dä Reuterschen Bureaus. Nach einem Bericht von Lloyds Agentur ging die Bemannung der „Palembang", sobald die Explosion statt- fanb, in die Bjoote, die schnell weder gelassen worden waren. Alle wurden gerettet. Nach de: Landung erklärte:: mehrere Matrosen, daß drei Torpedos auf die „Palembang" abgeschossen worden seien. Der erste traf das Schiff am Achtersteven, der zweite am Vordersteven unb der dritte mittschiffs. Die Besatzung bvgab sich nach ßonhon. Das Schiff sank so schnell, daß niemand seine Habe retten konnte. — Ein Rotterdamer nmnens Iversen erklärte einem Vertreter Lloyds: Niemand kann mit Bestimmtheit sagen, ob das Schiff torpediert worden oder auf eine Mine gelaufen ist. Niemand hat ein Unterseeboot oder ein Periskop gesehen. Auf die erste Explosion folgten sofort zwei andere. Am stärksten war die dritte. Das Schiff sank etwa in sechs Dömuten. L>echs MatroSen wurden verwundet. London, 20. März. sWTB.) Ein Sonderbericht des Reuterschen Barsaus meldet: Obwohl der Kapitän der „Pale m ba n g" sich weigert, sich darüber zu äußern, ob das Schiff torpediert wurde oder ans eine Mine gelaufen ist, glaubt die Mehrheit der Bcmtamrung, daß das Schiff nicht hätte aus drei Minen laufen Ahmen. und daß namentlich die letzte Explosion nicht durch wie Mine verursacht sein könnte, da das Schiff bereits All lag. Der Kapitän und die Bemannung singen in die Boote; sie wurden Mirch einen englischen Torpäwjager ausgenommen. Der erste Offizier teilte mit, daß die erste Explosion leicht, die zwecke schwer, die dritte unbeschreiblich stark war. Nach der ersten LAvlosion ließ man die Masctznen rückwärts arbeiten. Das Schiff lag fast still, flfö die zwecke Explosion ej> folgte, bei der dritten lag es ganz still. Die dritte erfolgte nicht durch Springen der Kessel. Die k^plosionen fanden zwischen 11 Uhr 25 Min. und 11 Uhr 32 Mn. statt. Das Schiff sank um 11 Uhr 37 Min. vormittags. Amsterdam. 20. Vöärz. (WTB.) Das „HandeSSblad" erfährt: Die Tumpss^chiffahrtsgesellsckZiften Neederlauden und Rotterdamer Lloyd erwägen ernWich, keines ihrer Schiffe aus fahren zu lassen, bis wertere y-achnchter: vorliegen. Die Schiffe „Prins der Needeakandm" imb „Tambvnr". die aus Java erwartet werden, haben Befehl erhalten, tn Falmouth M landen und dort weiteres abzttwarten. Ter Dampfer „Kvningin der Nsederländen", der am Samstag mrsreisen soMe, ist nicht abgesahvcn. Ein hiesiges Blatt meßwt, daß infolge des Unterganges der „Palembang" ausfahrende Schiffe Schwierigkeiten mck den Mannschaften haben. Die Benuu:nung der „Dirksland" soll sich heute friih geweigert haben, auszufahren. Die Leute handelten in Uebeveinstimmung mit dem Borstwü» ihrer Seemmmsvererni- gung. * London, 20. Marz. (WDB. Mchckrmtlich.) LlvydH meldet: D>er britische Dampfer „Port Dalhousie" :nu.rde versenkt. Sieben Mann wurden gerettet. Der Rest der Besatzung wird vermißt. — Der norwegische Dampfer hangelt" wurde versenkt 16 Mann lvurdon gerettet, einer wurde getötet. London, 20. März. (WTB. Mchtamtlich.) Der norwegische Dampfer „Skodsborg" ist gesunken 17 V^ann wurde:: gerettet. T-rei Mann von der Besatzung werden vermißt. die Russen haben e:ne große EntlastunFsoffensive g-cgen einen breiten [U'cmtteU der Hindenbnrgschen Armeen an* gesetzt. Am 16. März trieben die Franzosen ihre siebenundzwanzigste Division ,gegen den Feuerrirlg von Verdun, und am 17. März begann sich die russische Artillerie von TrySwjatysee an bis südlich vom Wiszniewsce einzuschießen. Neben dem Notschrei der Verbündeten toie'b die Russen die eigene unglückliche Lage dazu, den Versuch zu machen, ihre Stellungen zu verbessern. An den nreisten Stellen der Ostfront ist die Lage der russischen Schützengräben bei Beginn der Trauperiode nur schwer ertragbar, da sie meist tiefer als die deutschen Linien liegen. Im litauischen Seengebiet kommt d:es besonders stark zur Geltung. Vor Beginn den Offensive, die sehr starke Kräfte zusammeng, wurde daun auu) den russischen Soldaten gesagt: „Holt Euch die gute:: deutfchen Stellungen, Ihr müßt sie nehmen, damit Ihr aus dem Wasser herauskommt!" Am 18. morgens begannen die Angriffe >auf dem Mrizen Frontteil. An ein paar Steller:, so nördlich von Pvstawy, versuchten stärkere Abteilungen im Morgengrauen ohne Artillerievorbereitung einen Ueber- fall. Sie wurden leicht zurückgewiesen u:rd zwei Stunden spater begann die rnss. Artillerie, die südlich des Wiszniew- sees und nördlich von Pvstawy besonders stark einsetzte. Auf eine ganz schmale Frontseite bei Pvstawy fielen mehrere tausend Grarmten, der Erfolg des Trommelfeuers war ein ganz außerordentlich geringer, so daß die nun anstürmenden russischen Massen in Pernichtendes Infanterie- und Maschinen gewehrfeuer kamen. In dichte:: Haufen sanken die russ:schen Stürmer, die an keiner Stelle das deutsck)e Hin- dernrs erreichten, trotzdem die Linien von 400 Meter Entfernung sich zuweilen bis auf 80 Meter nähern. -Südlich des Naroszsees, wo die deutsche Front zurückspringt und Geleaenhett zum Flankieren gibt, wurden allein 3000 russische Lerchen vor unserer Linie gezählt. Hier waren die Anstürme den ganzer: Tag in mehreren Wellen wiederholt worden, währertd bei Pvstawy nach dem Hauptangriss am 18. kein weiterer ernstlicher Versuch gemacht wurde. Der allgemeine Eindruck ist vorläufig der, daß trotz der starken Vorbereitungen nicht mehr d:e frühere Rück- s:chtslosigkeit in dem Einsatz der russische:: Massen herrscht. w:e früher. Daß sich ttotzdsm die Rrffsen von der Offensive großen Erfolg versprachen, zeigt die Tatsache, daß sie neben den sehr bedeutenden Jnfanteriemassei: Kavallerie bereitgestellt haben, nm zu verfolgen. Die Stimmung unserer deutschen Verteidiger, die geradezu erstaunlich geringe Verluste gehabt haben, ist zuversichtlich und n«h-r als das, sie ist freudig, daß der lange Stellungskrieg unterbrochen ist. Die Tausende von russischen Leiche:: vor der Front, mW die leichte Sicherheit, mit der die Stürme bisher abgewiesen wurden, erhöl)t die karnpsesfrohe Zrwersicht. In der Nacht vom 18. zun: 19. herrschte Ruhe. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Aus dem Reiche. Brot- und Buttertarten auf der Reise. Ter Bund Deutscher Verkehrs-Vereine und der Verband reisen» der Kaufleute Deutschlands haben zur einheitlichen Regelung der Brot- und Butterkarteu für den Frem- denvcyckehr eure Eingabe an das Reichsamt des Jrmern eingereicht. Ir: dieser Eingabe wird daraus hingewiesen, daß es im Reiseverkehr unangenehm empfunden wird, daß die Brvt- und Butterkarten nicht in allen Bundesstaaten und innerhalb der einzelnen Gebiete auch nicht in aller: Stäben Gültigkeit haben. Dieser Mißstmrd nuache sich namentlich bei Tages reisen geltend, besonders wenn die Reisenden bei eintägigeu: 4lus«tthaLt in einer Stadt kein Gastzimmer auffuchen und infolgedessen keine Tagesbrotkaartr «Haltern Tvi seck Llnfang MarK dieses Jahres die süddeutschen Bundesstaaten. Bayern, Sachse::, Württemberg, Baden und die Reichslande die Brotkatte der einzelnen Staaten gegenseitig anerkennen, so hat der Bund Deutscher Verkehrs-Vereme und der Verband veisender Kaufleute Deutschlands das Reichsamt des Innern gebeten, dahin m wirken, daß auch Preußen und die cotberen norddeutschen Bundesstaaten sich diesem Vorgehen anschkiehen, so daß ans diese Weife die Reisebrotlarte (Tageskarte) überall in Deutschland Gültigkeit erhalte. Tie gleick-e Gültigkeck für das ganze Reich ist auch für die Butterkcrrte angeregt worden GleickHeitig hat der Bund Deutscher Verkehrs-Vereine besonders darauf hingewiesen, daß es außevordenttich wertvoll sein würde, wenn das Reichsantt des Innern jetzt schm Vorkehrungen treffen würde, damck für die Hauptreisezeit denjenigen Städten und Sommerfrischen, die während dieser Zeit mit einem starken vorübergehenden Fremdenverkehr zu rechnen haben, entsprechend größere Margen Butter, Brot und andere Lebensmittel zugewiesen werden können. Eine Reichsftelle für bürgerliche Kleidung. Berlin, 20. Mär-. (WTB. Nichtamtlich.) Um für die mru- derbemittelte Bevölkerung bei längerer Kriegsdauer die notwendige Bekleidung, in erster Lüne bas erforderliche Unterzeirg, 8ü angemessenen Preisen Wir Verfügung zu haben, wurde eckw Reichs st eile für bürgerliche Kleidung (Reichsbe- lleidungsstelle) eingerichtet. Zum Vorsitzenden wurde der sächsische Geheimrat, Oberbürgermeister Beutler, bestellt. Der Reichsbelleümngsstelle obliegt die Vorbereitung der zu treffenden Maßnahmen, die Bewirtschaftung der Vorräte und ihre Verteilung, solme die Sorge für Ersatzstoffe. Die Stelle wird zimächst im Ern- vernehnren mck der Heeresverwaltung festAustellen haben, was von den beschlagmchnttM Textilware:: für die bürgerliche Bevölkerung fteigegeben und der Reichobellerdungsstelle überlasse:: werden kann. Hiernach wird zu prüfen und zu bestimmen sein, nweiter an Rohstoffen, Halb- und Fertiglvaren im Reich zu greifen und welche Ersatzstoffe zu beschaffen sein :verden. Daneben ist der Bedarf zu ermitteln. Nach Feststellung des Vorrats, Zuwachses und Bedarfs wird es Ausgabe der Reichsbekleidungsstelle sein, einen Berteckungsschlüssel zu finden. Inzwischen wird über die Form der Varratssicherung und -V-etteckung erne Entschließung zu treffen sein. Zur Beg,ttachtung aller Fragen wird der Reichsstelle ein engerer Beirat von Sachverständigen beigegeben. Die Grünwmg eines Deutschen Reichsverbandes für Frauenstimmrecht. Am 18. und 19. März haben sich rn Weimar die beiden größten und ältesten deutschen Fraumstimmrechtsorganisatck'mm, der Deutsche Verband für Frauenstimmrecht und dic Deutsche Vereinigung für Frauenstimmrecht zu einer neuen Organisation, dem Deutschen Re:chsver- band für Frauenstimmrecht, zusmmnengejästosjen Der „Verband" entstand 1904, auf Grundlage des Deutschen Vereuu- für Frauenstinrmrecht von 1902, die .Bereinigung" 1911, aus dem Westdeutschen und dem Schlesischen Stimnrrechtsverband von 1907 und 1908. Dxr Deutsche Verband Umfaßte 10 LandeK- vereinc mck 80 Ortsgruppen, die Vereinigung 4 Landesverbände mit 38 OttAgruppen. Rnegsbrieft aus dem Osten. Bon unserem zum Ostheere erttsandten Krü^;sberichtertz«1ter (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die russische Offensive gegen das litauische Seengebiet. Operbefehlshiaber Ost, den 19. März. Was nick dem Fortschreiten mck> dem Befestigen, unserer Erfolge von der West.pDnt zu erwarten war,, ish einMreten, Berlin, 20. März. (WTB.) Ter Acltestenrat dcS Abgeordnetenhauses beschloß, dem Vorschläge der Staats- regierrmg znzustirnme::, daß der Landtag vom 1. April bis 31. Dtai vertagt werden, aber der Ausschuß znr Vorberatung des Schätz- imgsämtergesetzes Wecker beraten soll. Jtie letzte Sitzung vor der Vertagung ist fitr bei: 22. März tn Aussicht genommen. Berlin, 20. März. (WTB.) Ter E v a n g e l: s che O b e r- kirchenrat und die Vorstände der preußische:, Zentralkassen für wirtschaftliche Versorgung der evangelischen Geistlick)en haben bs- schlossen, iiMesamt 16 720 000 Mark auf die vierte KrieaSamewe zu zeichnen. ; rb Darmstadt, 30. März. Die Erste Kammer der Land' ande ist für Donnerstag den 30. nnd Freitag den 31 . Mär-, zur Abhaltung ihrer Staatsvoranschlagsberatung znsam menberusen worden. Der Finanzausschuß der Ersten SV a m m c r tritt Ende dieser Woche zur Borbera tnng des Staatsvoranschlags zusammen. t mmm, nvm _ ——— — | Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlande! Aus Stadt nnd Land. Gießen. 21. März 1916. Die Sicherheit der deutschen Kriegsanleihen. Aengstlichen Gemütern kcurn man nicht oft genug erklären, daß in die unbedingte Sicherheit des in Kriegsanleihe angelegten G-eldes nicht der kleinste Zweifel zu fetzen ist. Aber wte es immer noch Leute gibt, die sich keinen rechten Begriff von der Bedeutung unserer militärischen Erfolge machen können, so werden auch die anderen nicht alle, die immer wieder wissen wollen, ob es denn tatsächlich ganz unmöglich ist, daß den Reichsanleihen etwas passieren kann. Ja, es ist tatsächlich ganz unmög- l i ch. Und die Sicherheit ist um so größer, je bestimmter der Wille zum Sieg ausgedrückt wird. Daraus kann man ersehen, wie wichtig es ist, daß das Volk in seiner finanziellen A b w e h r . n i ch t erlahmt. Je bereitwilliger die Kviegskoften ausgebracht werden, desto sicherer ist der Sieg und die Zukunst des deutschen Vermögens. Mit Hilfe der drei ersten Kriegsanleihen hat sich das deutsche Volk die Gewißheit erkämpft, daß es nicht mehr besiegt werden kann. Nun muß als weiterer Kampfpreis der endgültige Sieg über den Feind errungen werden. Das ist ein Ziel, welches die Kosten lohnt, und zur Et> reichung dieses Ziels trägt jeder Zeichner der vierten Kriegsanleihe das Seine bei. Man darf also sagen, daß die Sicherheit der deutschen Kriegsanleihen mit der Bereitschaft des Volkes zur Erfüllung der Zahlpflicht wächst. Sie ist ferner in bern Reichtum Deutschlands begründet. Der Wert des deutschen Bolksvermögens ist auf 330000 Millionen Mark berechnet worden: und das jährliche Gesamteinkommen beträgt etwa 40000 Millionen. Die drei ersten Kriegsanleihen machen also mit ihren 25 000 Millionen erst den vierzehnten Teil des Volksvermögens, und der jährliche Zinsenaufwand von 1250 Millionen macht erst den zweiunddreißigsten Teil des Gesanrteinkommens aus. Ohne Zweifel stellt der Krieg Geldansprüche von einer Größe, wie sie nie zuvor erlebt wurde; aber er Hut zugleich dm Beweis erbracht, daß das Deutsche Reich imstande ist, d.ese außergewöhnlichen Bedingungen zu erfüllen Es sind Opfer, die sich bezahlt machen; denn das deutsche Wirtschaftsleben besitzt, wie aus der Rentabilität des gewerb- lieben Kapitals zu ersehen ist, die Fähigkeit, aus jeder Lebensbedingung Kapital zu schlagen. Das Deutsche Reich aber wird die Zinsen seiner Anleihen auch unter den ungünstigsten Bedingungen zahlen. Diese Verpflichtung ist das erste Gebot, das beachtet werden muß, da von seiner Wahrung »die Möglichkeit abhängt, an der Weltwirtschaft teilzunehmen. Und kein vernünftiger Mensch zweifelt wohl daran, daß Deutschland nach dem Kriege seine Stellung im Welthandel und Weltverkehr wieder einnehmen wird. Es gcbt Dinge, die undenkbar sind; und dazu gehört die Vorstellung, daß eine Schuldverschreibung des Deutschen Reiches je in Not geraten könnte. Das Deutsche Reich ist in der Aufbringung des Geldes fiir die Kriegsführung nicht vom Ausland abhängig. Seine Anleihen werden zwar im neutralen Auslande gern gekauft, weil sie eine hervorragend gute und hoch rentierende Kapitalsanlage sind; die'Beteiligung des Auslandes ist aber durchaus nicht nötig. Sie ist eme Zugabe, die man gern mitnimmt, auf die die Reichsfinanzverwaltung jedoch ebenso gut verzichten könnte. Wenn die Neutralen deutsche Reichsschuldverschreibungen kaufen, so tun sie dies lediglich um ihres eigenen Vorteils willen. Natürlich suchen sie dabei auch die für sie günstige Lage des Markkurses auszunutzen. Daß die gegenwärtige Gestaltung der Geldkurse auf Zufallsursachen beruht und nicht das Mindeste mit der Frage der Sicherheit der deutschen Reichsanleihe zu tun hat, ist feststehend und bekannt. Man lasse sich deshalb nicht durch die absichtliche Entstellung des wahren Sachverhalts, wie sie von den Feinden geübt wird, um die deutsche Finanzkraft in Mißkredit zu bringen, in die Irre lreiben. Die wirksamste Verteidigung der Reichsmark gegen die Lügen der Feinde wird ein möglichst großer Erfolg der vierten Kriegsanleihe bilden. Denk jeder daran, daß er den Engländern und Franzosen ans ihre Verleumdung der deutschen Keldbereitschaft die gebührende Antwort erteilen kann, indem er einen recht hohen Betrag Kriegsanleihe zeichnet. » •• Auszeichnung. Oberschwester Helene R o ch o II von der Augenklinik und Frau Professor Höhlbaum wurden mit der Roten Kreuzmedaille 3. Klasse ausgezeichnet. *• Amtliche Personalnachrichten. Die Großherzogin hat am 18. Marz 1916 den Assistenten bei der Ge- werbeinspektiou Darmstadt, Gewerberat Otto Diefenbach, zum Gewerbeinspektor bei der Gewerbeinspektion Offenbach ernannt. - Ueberlragen wurden: Am 15. März der Schulamtsaspirantin Barbara Uhr ig aus Horchheiin eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Bodenheim, Kreis Oppenheim; am 17. März dem Schulamtsaspiranten Karl Eckhard ans Ober»Saulhe:m eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Spachbrücken, Kreis Dieburg. — Die 0-roßherzogiu hat am 1. März ds. Js. dem Lokonwttvsührer in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Heinr. Müller m Bischossheim aus Anlaß seiner am 1. März d. I. erfolgten Der- setzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Personal Nachrichten bet Eisenbahndirek- tion Mainz. Berscht: Regierunasbaumeister Müller von Mainz nach Kreuznach. Sonstiges: Dem mit den Geschäften des Nechnungsdirektors bei der Mrlitär-Generaldirektion der Eisen- bahnen in Brüssel betrauten Bureauvorsteher Jung ist der Charakter als Rechnungsrat verliehen worden. — Dem Regierungs- baunreisler Müller ist die Vertretung des erkrankten Vorstands des Betriebsamts in Kreuznach übertragen worden. — Der bisherige Vertreter des Vorstandes des techn. Bureaus, Rechnungs- rat Kolb, ist auf seinen Antrag von dieser Tätigkeit entbunden worden. An seiner Stelle ist der technische Eisenbahn- sekretnr E p st e i n nrit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Vorstandes des technischen Bureaus beauftragt worden. ** Einschränkung des Fleischgenusses. Im Interesse der unbedingt notwendigen Einschränkung des Fleischverbrauchs iß neuerdings eine sür das ganze Groft- herzogtum gültige Anordnung erlassen worden, wonach Hotels, Ga st - und Speisewictschaften, Kas tu o s, Speisean st alten usw. künftighin stets nur einen F l e i s ch g a u g bei einer Mahlzeit verabreichen dürfen. Daneben bleiben die jleischlosen Tage selbstverständlich bestehen. Von oer vaunmuocwj.a Sc,utnuug der Bevölreruitg darf erwartet werden, daß sic daS ihrige zum Befolg dieser Aiv- Ordnungen beiträgt und daß sie. sich auch itt P r i v a t Haushaltungen eine möglichste Einschränkung des Fleischgenusses angelegen seilt läßt, namentlich auch bei Familienfeiern wie K o n f i r nt a t i o n e n, K i n d- tausen und dergl. mehr. Das sollten sich insbesondere auch diejenigen Haushaltungen gesagt sein lassen, die durch sog. Hausschlachtungelt reiche Fleischmengen zur Verfügung haben. Die Fleischvorräte sind ausreichend, aber jeder unnötige Verbrauch muß unbedingt vermieden werden. Wie wir hören, schweben deshalb zurzeit Erwägungen darüber, ob nicht auch im Grobherzogtum F l e i s ch k a r t e n einzuführen sein dürften. ** Geschützdonner aus dem Westen. Wie aus zahlreichen Mitteilungen an uns hervorgeht, und wie wir selbst festgestellt haben, wurde vorgestern und besonders gestern in unserer Gegend heftiger Geschützdonner vernommen. Die zeitlich scharf begrenzten Schallphänomene wurden sogar im Weichbild der Stadt gehört. Daß es sich diesmal wiederum um Kanonendonner aus dem Westen handelt, muß man bei der außerordentlichen Schallstärke solange in Zweifel ziehen, als nicht feststeht, ob auf einem weniger entfernten Schießplätze ein Versuchsschießen mit schweren Geschützen stattgefunden hat. Gegen diese Annahme spricht allerdings wieder die zeitliche Dauer des Schießens und die rasche Aufeinanderfolge der einzelnen Schüsse. ** Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns mitgeteilt: Es sei nochmals darauf littrgennesen, daß die neulich ausgefallene 14. Tienstags-Abonnements-Vorstellung heute abend stattfindet. — Gegeben wird „Ter Richter von Zalainea". ** QHefcener H a u s f ra u e n - Ve r e i n. Am Mittwoch, den 22. ds. Mts., findet von 4 bis 6 Uhr nachmittags für Mitglieder die Vorführung der Röstpfanne in ihrer Anwendung in der Geschäftsstelle, Mäusburg 5, statt. ** Verwundete u nd erkranktcKriegsteilneh- mer seien daraus hingewiesen, daß am Mittwoch, den 22. l. Mts., abends 7i/ t Uhr, im Soldaten he im eine ausklärende Besprechung der Invaliden-- und Hinterbliebenen- Ver sichern n g stattfindet. Außer den Leistungen dieser Versicherung lvird die Berechnung der Renten sowie die Geltendmachung der Ansprüche eingehend erläutert. — Dienstag und Freitag nachmittags von 2—3 Uhr findet außerdem unentgeltliche Beratung der Kriegsteilnehmer in aUen Fragen der sozialen Gesetzgebung im Soldatenheim statt. Landkreis Gießen. □ Leihgestern, 21. März. 186 Schüler der hiesigen Schule zeichneten für die 4. Kriegsanleihe den Betrag von 1593 Mk. -.Obbornhofen, 31. März. Tie S ch ü l e r der hiesigen Volksschule zeichneten für die 4. Kriegsanleihe 1600 Mk. Auch bei der Goldsannnlung beteiligten sie sich rege und brachten 500 Mk. zur Ablieferung. E. Stockhausen , 21. März. Auf Anregung des Lehrers i. P. C. Becker in Laubach, der mährend der Kriegszeit die hiesige verwaiste Schulstelle versieht, sind von der hiesigen, 28 Schüler zählenden Schulklasse, von der 19 Schüler zeichneten, auf die vierte Kriegsanleihe 610 Mark gezeichnet worden. Dies ist gewiß ein schöner Erfolg, ivenn man bedenkt, daß Stockhausen nur 150 Einwohner zählt. M. Treis a. Lda., 21. März. Vorgestern nachmittag wurde auf dem hiesigen Friedhof der am 25. September 1914 in Frankreich gefallene Unteroffizier Heinrich Klein von hier unter zahlreicher Beteiligung der ganzen Gemeinde feierlich beigesetzt. Tic militärischen Ehrenbezeirgnngen erwies ihm ein Kommando des Ersatzbataillons zu Gießen. — Am Abend fand in Benners Saal eine gut besuchte Versammlung statt, in welcher ein aufklärender Vortrag .über die neue Kriegsanleihe gehalten wurde. Hier sind schon bei dein Bor schußverein und bei der Post nahezu 30 000 Mark gezeichnet worden. In der Schule wurden etwas über 900 Mark für diesen Zweck aufgebracht — Die von der Schulbehörde angeregte Eiersammlung der Schulkinder hat bei den hiesigen Schulen großen Anklang gefunden, so daß bis jetzt schon 300 Stück an den hiesigen Ortsausschuß für das Rote Kreuz abgeliefert loerden konnten. —S— Bersrod, 21. März. In unserem knapp 400 Einwohner zählenden Dörfchen zeichneten die Schulkinder 2048 Mark für die 4. Kriegsanleihe. — Kanonier Ranft von hier winche im Westen an beiden Beinen schwer verwundet und teilweise verschüttet. Mit Heldenmut rettete ihn sein ^Leutnant unter schwerem Grcmatfeuer vom sicheren Tode. -m- Münster, 21. März. Die Mitglieder der hiesigen Schulsparkasse zeichneten zur 4. Kriegsanleihe 3800 Mark. Zur 2. Kriegsanleihe waren 200 Mk. und zur dritten 3100 Mk. gezeichnet worden. Z. Geilshausen, 31. März Unsere S ch ü l e r brachten 2700 Mk. sür die vierte Kriegsanleihe zusammen. — Gefreiter Heinrich Fabel beim Infanterie-Regiment 254 erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. Kreis Büdingen. Bl. Heuchelheim i. d. W., 21. Mär-. Dieser Tage fand dahier die GemralVersammlung des landwirtschaftlichen Konsumvereins statt. Im Anschluß daran hielt der langjährige Direktor des Vereins, Lehrer Maurer, einen Bortrag über die 4. Kriegsanleihe. Bon welch glänzendem Erfolge seine Werbetätigkeit war, zeigte sich am folgenden Tage, denn vott 21 Kindern wurden nicht weniger als 1661 Mk. gezeichnet, die der Bezirkssparkasse zu Nidda zum Eintrag in das Kriegsspav- kassenkmch der hiesigen Schule übergeben werden konnten. Bl. Blofeld, 21. März. In der hiesigen Schule lourden von 33 Schülern 983 Mk. für die 4. Kriegsanleihe gezeichnet. § Blofeld. 20. März. Zur 4. Kriegsanleihe zeichneten 32 Schüler die schöne Summe von 983 Mark. Kreis Schotten. □ ßauböd), 31. März. Die Schüler der diesigen Volksschule haben sich auch diesmal wieder eifrig an der Zeichnung für die Kriegsanleihe beteiligt. Ueber 3500 Mk. sind eingegangen, davon waren 1872 Mk. in kleineren Beträgen. ^ M i ch e l b a ch. 20. März. In der hiesigen Schule wurden 600 Mk. für die 4. Kriegsanleihe gezeichnet. Kreis Friedberg. Bl. Friedberg, 21. Mär-, Tie Firma Franz Megerle feierte vorgestern das Fest der 40 jährigen Tätigkeit ihres Mitarbeiters August Meier. Neben dem Inhaber der Firma Megerle hatten sich der Präsident, der Syndikus, sowie sämtliche hier wohnhaften derzeitigen Mitglieder der Handelskammer im Hause des Jubilars emgefuiüren. Ter Präsident der HandAs- kammer. Heinrich Langsdorf, überreichte im Namen der Kammer als äußeres Zeichen der Anerkennung ein künstlerisch ausge- ftattetes Diplom. Bl. Friedberg. 21. März. Tie Schüler des hiesigen Realgymnasiums und der Augustinerschule zeichneten 13 000 Mk. für die 4. Kriegsanleihe. — Tre Schüler der Ernst-Ludwigs-Schule zu Mü>-Nauheim zeichneten fttt die 4. Kriegsanleihe 8411 Mk. ** Ans de m Kreise Friedberg, 21. März. Bei den W a h l e n z u m Kr eis tag, die am verflossenen Samstag statt- gesunden haben wurde im Bezirk Niederweisel Bürgermeister W e t t n e r - Rotenberg neu- und im Bezirk Gambach Bürgermeister R e u h l wiedergewählt. — Bei der Wähl im Bezirk Meder- ftorstadt wurde der Landwirt Otto Ries von Weckesheim neu- gewählt^ o h n b a ch (Wetterau), 21. März. Am Donnerstan abend hielt Lehrer Köhler einen belehrenden Vortrag über die 4. Kriegsanleihe. Zufolge seiner regen Werbetätigkeit sind von den Schülern 2501 Mk. gezeichnet worden. . . . . Bad-Nauheim, 21. Marz. Den Tod im Großen Teich suchte der Taglöhner Bernhard St oll VI., Selmurgasse. Tie Leiche nmrde erst jetzt nach etwa vier Wochen gefunden. — Die hiesige israelitische Gemeuide feierte am Samstag das goldene Juduäum des Bestehens ihrer gegewärtigen Synagoge. Im Hinblick auf den Ernst der Zeit hatte, inan von einer besonderen Feier Abstand genommen. Nur in einer Festansprache beim Gottesdienst gedachte Synagogenvorsteher Louis Löb der Bedeutung des Tages sür die Gemeinde. Bl. Rodheim v. d. H., 21. März. Zur 4. Kriegsanleihe sind von hiesigen Ortseinwohnern an der Spar- und Leihkasse dahier, sowie auch in den Friedberger Bankinstituten ganz erhebliche Beträge gezeichnet worden. — In der Volks- schule beliefen sich die Zeichnungen der Schüler auf 7400 Mk., getviß ein Beweis für die vaterländische Gesinnung unserer Schul- jugend. Tie Gemeinde Rodheim hat bei den früheren Zeichnungen etwas Ordentliches zuwege gebracht und wird auch dresmal ihr: Pflicht tun. Starkenburg und Nheinhessen. — Rüfselsheim, 21. März. Ein Großfeuer vernichtete die Gastwirtschaft „Zur Nosenhöhe" bis auf die Grundmauern. Ter Schaden ist sehr erheblich, da der Besitzer sein Eigentum nur gering versichert hatte. % Kreis Wetzlar. d. Dor nholzh ausen, 21. März. Bon hiesigen Schulkindern wurde auf die 4. Kriegsanleihe der Betrag von 3000 Mk. gezeichnet. Die rege Beteiligung der aus nur 55 Kindern bestehenden Klasse verdient Nachahmung. Hessen-Nassau. Die Hamburger Umgehungsbahn. = Frankfurt a. M., 21. März. Die Arbeiten zur selbständigen Einführung der Homburger Bahn in den Hauptbahnhof mit Umgehung des Bahnhofs West sind seit einigen Monaten in vollem Gauge. Die Linie nimmt in weitem Maße auf die Wünsche der Stadt zur schienenfreien Durchführung und Verbreiterung städtischer Straßen vom Zentrum nach den Peripherien Großfrankfurts Rücksicht. Sie zweigt an der Gabelung der Bäderbahn von der bisherigen Homburger Linie südlich vom Bahnhof Rödelheim ab und führt in weitem nach Osten offenen Bogen um das Luftschiffhafengelände in die Wiesbadener Strecken ein. jedoch als selbständige Linie. Der Bahnkörper dieser kurzen Strecke überschreitet, um jede Gleisüberführung zu vermeiden, etwa 20 größere oder kleinere Brücken aus Beton. Die umfangreichen Arbeiten, zu deren Herstellung zahlreiche Kriegsgefangene herangezogen sind, erfordern etwa fünf Millionen Mark. " "" 1 . . . . Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 22. März 1916 « Ziemlich wolkig, zeitweise leichte Niederschläge, Temperatur wenig geändert. Letzte Nachrichten. Keine Sonderfriedensbestrebungen der Türkei. i. Köln^ 21. März. Laut „Köln. Ztg." trat der türkische Botschafter in Bern in einer Besprechung, die er mit einem Vertreter des „Berner Tageblattes" hatte, den von der französischen Presse verbreiteten Gerüchten über Sonderfriedensbestrebungen der Türkei entgegen, die offenkundig darauf abzielten, Mißtrauen zwischen der Türkei und ihren Verbündeten zu säen. Die Türkei habe bis jetzt ihre Pflicht getan und werde forl- sahren, an der Seite der verbündeten Mächte zu kämpfen, bis zum endgültigen Siege. Das Gefecht an der griechischen Grenze. r. (zb.) Ueber das Gefecht beim Doiransee, das die Ruhe auf dem südöstliche Kriegsschauplatz seit längerer Zeit zum erstenmal unterbrochen hat, meldet der bei der Armee von Gallwitz zugelassene Spezialberichterstatter der .Köln. Zig.": Die Franzosen drangen in einen westlich des Doiransees gelegenen Ort ein und griffen mit überlegenen Kräften die dort gelegene deutsche Feldwache an. Im Laufe des sich entspinnend«: Scharmützels wandte sich aber bald das Blatt. Nachden: aus beiden Seilen Artillerie eingegriften hatte, wurde der Feind nach nicht unerheblichen Verlusten zurückgetrieben. Er mußte eine Anzahl Gefangene in unseren Händ«: lass«:. An sich ist diesem Vorfall natürlich wenig Bedeutung beizumessen. Auch ist nicht gerade wahrscheinlich, daß er weitere Folgen :mch sich ziehen wird. Immerhin ist zu bedenken, daß solch große kampfbereite Heeresmassen, toie sie sich an der Nordgrenze Griechenlands aufgestant gegenüberliegen, durch den Nein«: Anstoß in Bewegung gebracht werden können. Aus Saloniki. i. Köln, 21. März. Ter bei der Armee von Gallwitz weilende Sonderbericktterstatter der „.Köln. Ztg." meldet, daß Flüchtlinge, die auf deutsch-bulgarisehes Gebiet übertreten, erzählen, die Stimmung der Salonikier Bevölkerung gegen die Engländer werde immer mtgünsttger. Die englischen Solkwten führen ein wüstes Leben und treiben einen schnmngvollen Handel mit Montterungs- stücken. Sie verkaufen Mäntel und Lederzeug, um neues zu erhalten, das sie wieder verkaufen. Militärische Konserven werden allenthalben zu Schleuderpreisen angeboten. Die häufige Trunkenheit der Soldaten macht den Eindruck, daß die Disziplin stark nachgelassen hat. Das schöne, strahlendweiße Licht und die große Stromersparnis gegenüber gewöhnlichen Metalldrahtlampen find die Lauptvorzüge der neuen Wotan-Lampen Type *G"* Für jede elektrische Licht- anlage mit Vorteil verwendbar. Man verlange Informalionsmaterial bct den In- siallateuren und in den etnschlü !gen Geschüfken. Beim Einkauf beachte man die gesehlich geschützte braune Marke auf der grünen Verpackung und die Marke auf der campe. In Gießen crbältlick beim Elektrizitätswerk und in allcrr bcffercnJnstallntiouSgeschäften. Tieferschüttert erhielt ich die schmerzliche Nachricht, daß mein innigstgeiiebter, herzensguter unvergeßlicher Gatte, der treusorgende, liebevolle Vater seines einzigen Söhnchens Heinrich Schadeck f Landsturm-Rekrut im Landwehr-Infanterie-Regfinient 81,1. Kompagnie im 41. Lebensjahre am 28. Februar 1916 in Feindesland gefallen ist. In tiefster Trauer: Helene Schadeck u. Kind. Lollar, den 21. März 1916. - L-.4 m 'Ä 1 m Beileidsbesuche dankend verbeten. 2266V Nachruf. Nach 19 Monaten treuer Pflichterfüllung fiel in den schweren Kämpfen in Feindesland als Opfer dieses schrecklichen Völkerringens unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Carl Brück Pionier im 3. Gardc-Pionier-Bataillon im Alter von 29 Jahren. Er lebt nicht mehr — so kam die Kunde Am 10. März von fremdem Munde; Er starb den Heldentod fürs Vaterland, Fern von den Seinen ruht er in Feindesland. Nicht fühlt die Mutter diesen Sehmerz, Nicht klagt voll Wehmut des Vaters Herz, Ach nein, denn schon so viele lange Jahre, In frühster Jugend schon, standen wir an deren Bahre. Für Dich war es kein tetehtes Los, Soldat zu sein und heim- und elternlos; Denn auszudenken diese schweren Worte, Vermag nur der. dem dieses Schicksal wurde. Wie wird Dein Tod gewesen sein? Wie schwer und tief die Wunden Dein? Doch nun kamst Du nach dorten an. Wo Eltern und ein Bruder gingen Dir voran. Nun schläfet auch Du den letzten Schlaf, Ein schlichtes Holzkreuz ziert Dein Grab, So ruhe sanft in ferner fremder Erde, Bis allen uns em Wiedersehn wird werden. Im Namen aller trauernden Hinterbliebeneni Wilhelm Brftck. Bieber, z. Zt Ohrdruf, Thüringer-Wald, den 18. März 1916. F236D Ä. Fangman® Mfolger lädt zum Besuch© seiner 2163 ergebenst ein und bittet gleichzeitig um Besichtigung seiner Schaufenstei® Bahnhofsfr. M Mittwoch, den 22. d. Mts., von 4 bis 6 Uhr nachmittags, für Mitglieder Irtitag ätr Mp« in ihrer Inndnng in der Geschäftsstelle, MüuSbrrrg 5. 2267 Dj Bcr Vorstand. Liohtspieliimis Bahnhofstrasse 34 Giessen Telefon 2077 Größtes, elegantestes ond modernstes Lichtspiel-Theater am Platze. Jeden Dienstag und Samstag Programm Wechsel. Programm vom 21. bisemschl. 24. Harz 1916 Die erdflte Senmatfon aller Zeiten! Ur- Aufführung dos verb lüffendston u. r afflniertesten X&T~ Detektivsehlagers in 3 Akten Ein Schrei in der Nacht! mit Alwin lenß als Nherlofc Holmes. Neuartige Tricks! Ungeahnte Ueberraßchungen! Die neuesten Kriegsberichte dar MefHerwoche Filmaktualität. Ein frommer Schwur Drama aus dem Lehen in 2 Akten Die alte Hafenstadt Honfleur Naturbild und diverse humoristische Fiimdarbietungen Voranzeige! Ab Samsiag, den 25. März 1916; )S09 Maria Carmi VoFlmoeilcr ÜB in dem hervorragenden dramatischen Filmkunstwerk in 3 Akten 2255a Therese Raquon Nachnrf. Am 15. März fiel bei der Bergung eines schwer verwundeten Feindes LeutyantAuguftSchenck Inhaber des Eisernen Kreuzes. Voller Trauer steht das Offizierkorps an der Bahre dieses hoffnungsvollen, jungen Offiziers. Wir werden ihn nicht vergessen. Im Namen des Offizierkorps des 6. Rheinischen Jnf.-Regts. Nr. 68 Bohne, Major. 2243 D Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 23. Februar unser treuer Sangesbruder Heinrich Damm Unteroffizier im Ins. Regt. 110, 3. Komp. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Gesangverein Harmonie Reiskirchen. (Kreis Giesten.) 08163 Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres guten, braven Sohnes sagt innigen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie h. Engelbach. Gießen, den 20. März 1916. 08470 Mittwoch früh und Donnerstag etntress^nd. Amstehllwi>.AMl-Zlhe«e 1—4 pfundig. Prima Holland. 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Jeder Löser dieses Rebus erhält von uns BveaifiAniif das zeitgemäße,in jede Familie passende und packende Bild „De« Kriegers Abschied“. Mehr als 7000 la. Anerkennungsschreiben über dieses Bild wurden uns bisher eingesandt» ■ ■■■- - ■ - 1 Das Bild ist in Kupfertiefdruck ausgeführt, hat eine Blattgröße von ca. 50X60 cm und stellt einen sehr schönen Wandschmuck für jedes Heim dar. Dieses Bild erhalten unter Ersatz der geringen Versandkosten nur die Löser des Rshns umsonst. Sie können ohne jede Verpflichtung Ihre Lösung an uns einschicken; dieselbe muß uns sofort in genügend frankiertem Kuvert unter Angabe Ihrer vollständigen Adresse zugesandt werden. Es wird ihnen alsdann unter Drucksache im Briefumschlag initgeteilt, ob Ihre Lösung richtig ist Rückporto für diese Ansknnft ist der Lösung bei*nfiigen. Schreiben Sie an den [2227 Verlag für Wort und Bild, Dortmund Nr. 251, Industriehaus. 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