ür. 65 D« «eftawr langer erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich HietzrnerZami l i r nb! Zü er; zweimal möcl>entl.Rreir- diatt für -ea Kreis Äiehea (Dienstag uni) Freitag); zweimal monatl. Lmtd- Virlschafttichc Seitfragea Ferrljprech - Anschlüße: sürdieSchristleitungllL Verlaq,GeschäitsstelleS1 Adresse iür Drahtnachrichten: LszrigerSLetzea. Annahme von Anzeige« für die Tagesnuinrner bis zum Abend vorher. Erstes Blatt 166. Jahrgang Zrettag. U- Marz W6 ral-Anzeiger für Gberheffey RotationrLnrck und vertag der Brichl'schrn Uni».°v«ch- and Steindruckrrei R. Lange. Schristlettnng. Seschästrstette und Druckerei: Lchulstr.r. B-ck. B e ?> U fl d V 1 1 J : monatl. 85 PH. viertel- jährl. Mk. 2.50; durch Aöhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch diePost Mk.2.30 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal15Pst ausw. 20 Pi. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den politischen Teil irnd das Feuilleton: Aug. Goetz: sür Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. sämtlich m Gießen. ^ feindliche Angriffe im Westen abgeschlagen. Ein großer holländischer Dampfer untergegangen. (WTB.) Großes Hauptquartier, 16. Marz. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In Flandern, besonders in der Nähe der Küste, nahmen die Artilleriekämpfe wesentlich an Heftigkeit zu, sie steigerten sich auch in der Gegend von R o h e und Dille sur Tourbe (nordwestlich von Reims). In der Champagne machten die Franzosen nach starker Artillerievorbereitung gänzlich erfolglose Angriffe auf unsere Stellung südlich von S t. S o u p l e t und westlich der Straße Somme- P y — Souain, die uns wenig, ihnen sehr zahlreiche Leute kosteten. Wir nahmen außerdem dabei zwei Offiziere, einhundertfünfzig Mann unvcrwundct gefangen und erbeuteten zwei Maschinengewehre. LinksderMaas sind weitere Versuche des Feindes, uns den Besitz der Höhe Toter Mann und der Waldstellung nordöstlich davon streitig zu machen, im Keime erstickt. Zwischen Maas und Mosel hat sich die Lage nicht verändert. Oeftlich von Niederaspach drangen unsere Patrouillen nach wirkungsvoller Beschießung der feindlichen Gräben in diese, zerstörten Verteidigungsanlagen und brachten einige Gefangene und Beute nrit zurück. * / Im Luftkampf wurde ein französisches Flugzeug östlich von Beine (Champagne) abgeschossen. Die Insassen sind verbrannt. Feindliche Flieger wiederholten heute nacht einen Angriff auf deuffche Lazarette in Labry (östlich von Conflans). Der erste Angriff war in der Nacht zum 13. März. Milr>- tärischer Schien ist nicht verursacht. Von der Bevölkerung sind eine Frau schwer, eine Frau und zwei Kinder leichter verletzt. Oeftlich er Kriegsschauplatz. ' Patrouillenkämpfe an verschiedenen Stellen der Front. Keine besonderen Ereignisse. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. An die politische Reise und das Verantwortungsgefühl des deutschen Volkes werden jetzt hohe Anforderungen gestellt. Wie im kleinen heimischen Kreise der Gedanke vaterländischer Förderung der neuen Kriegsanleihe in jedes Haus und in jede Familie dringen soll, das beweist uns die große Gieße- ner Veranstaltung, die gestern abend im Universitätsgebäude stattgesunden hat, und auf deren eindrucksvollen Verlauf, wie er an anderer Stelle berichtet wird, wir verweisen wollen. Gleichzeitig hat gestern im Reichstag unser Schatzsekretär Dr. Helfferich über die finanzielle Lage des Reiches und die neuen Kriegssteuern aufklärend und überzeugend gesprochen. Wir werden ausharren, und wir werden darum auch siegen, das ist der Gedanke, der überall durchdringt. Geheimrat Pros. Dr. Eck hat am Schlüsse der gestrigen Gießcner Versammlung eine Feststellung besonders betont, in der wirklich die G r u n b ft t nt m u n g des deutschen Volkes verankert ist: Wir haben Vertrauen zu den Führern im großen Kampfe, wir zweifeln nicht, daß die Milliarden zum höchsten und besten Nutzen des Vaterlandes verwendet werden. Zunächst sind es die militärischen Führer, die unser Vertrauen im vollsten Maße besitzen. Darüber gibt es gar keinen Zweifel und kein Wanken. Auch die wirtschaftliche Organisation, die uns das Ausharren verbürgt und uns gegen den Aushungerungsplan Englands schützt, liegt in guten Händen, und einzelne Fehler, die in der Volksernährung zutage getreten sind, werden verbessert und vermieden werden können. Dann aber braucht auch der Reichskanzler für seine Kriegsziele, nach denen unsere Kriegsführung in vieler Hinsicht sich richten muß, unser V e r t r a u e n. W i r wollen es ihm geben! Wir wollen auch beim Anlasse des Rücktritts des Staatssekretärs v. Tirpitz kein schädliches Gerede machen über mangelnde Energie in den obersten Reichsstellen, solange wir nicht genügend unterrichtet sind. Die amtlichen Erklärungen, daß z.B. der U-Bootkrieg ungehemmt und schneidig weitengeführt werde, mehren sich^ Wir wollen diesen Erklärungen glauben! Wie wir telegraphisch aus Berlin hören, bringt der dortige „L o k a. l- Anz." heute an der Spitze des Blattes einen Artikel zur Lage,- worin gesagt wird, ss bestehe an keiner Stelle irgendwelche Meinungsverschiedenheit darüber, daß alle an der Spitze stehenden Männer erkannt hätten, daß jedes Machtmittel, das uns zu Gebote stehe, unbedingt zur Verwendung gelangen müsse, und daß der Entschluß feststehe, den gegen uns entfesselten Vernichtungskrieg mit allen verfügbaren Waffen und mit aller Schärfe durchznsühren. Daß der Bundesratsausschuß für auswärtige Angelegenheiten in entscheidender Sitzung der Politik der Reichsregierung ( zugestimmt hat, muß unser Vertrauen stärken.. Wir verzeichnen dazu heute einen Mahnruf der „Bayerischen Staatszeitung", des Organs der bayrischen Regierung, das unter der Ueberschrift „Einigkeit und Vertrauen" schreibt: Seit einiger Zeit ist öffentlich in einigen Zeitungen und- im geheimen von Mimd zu Mund eine Agitation betrieben worden, deren schädliche Wirkungen wir nicht ohne Sorge verfolgt haben. Es ist, als kämen viele von den unerfreulichen Erscheinungen und Gewohnheiten des polüischen Lebens, mit denen wir im Frieden zu tun hatten, allmählich jetzt wieder auf. Die lange Tauer des Krieges macht das erklärlich. Alle ihrer Verantwortung bewußten Kreise werden darin einig sein, daß dem. Umsichgreifen einer solchen Entwicklung mü allen Mitteln Widerstand geleistet werden muß. Unser Volk bedarf zur Erfüllung der schweren Aufgaben, vor die £$ die Geschichte gestellt hat, der unverbrüchlichen Einigkeit in allen seinen Teilen. Es bedarf einer tatkräftigen Entschlossenheit wie inneren Freudigkeit. Diese ist nur zu leicht geschädigt und in Frage gestellt, wenn durch das Herumtragen von Gerüchten und Andeutungen das felsenfeste Vertrauen in die Leitung der Reichsgeschicke untergraben wird, auf das die verantwortlichen Führer unseres Volkes vollen und uneingeschränkten Anspruch haben. Auch nach dem Süden unseres Vaterlandes sind solche Gerüchte gelangt, und wir müssen mit Bedauern feststellen, daß es nicht an Versuchen gefehlt hat, die Reichssreudigkeit unserer Bevölkerung dadurch zu beeinträchtigen, daß Besorgnisse ins Land getragen Werder, als ob wegen Mangel an Festigkeit und Ent- s ch l o s s e n h e i t der R e i ch s l e i t u n g vorhandene Kriegs- mittel nicht oder nicht genügend angewandt werden. Solche Versuche weise nwirmitaller Entschiedenheit zurück. Die Bundesregierungen und insbesondere auch die bayerische Regierung stehen in genauer Kenntnis der zu lösenden militärischen und politischen Ausgaben und der in jeder Beziehung erfreulicher Lage mit vollem Vertrauere zur politischen und militärischen Führung des Krieges, Die Sitzung des Bundesratsausschusses sür auswärtige Angelegenheiten hat den beteiligten Bundesregierungen erneut die Möglichkeit gegeben, die Reichsleitung dieser, Vertrauens zu vergewissern. Wer die Zuversicht unseres Volkes zu erschüttern unternimmt, versündigt sich am Vaterlande. Das zu beherzigen ist jedes deutschen Mannes Pflicht! Wir begrüßen diese Worte und den mannhaften Don, der daraus spricht. Wir wollen nicht in die Methode der Engländer und Franzosen verfallen, die ihre Regierungen beständig ans das Reibeisen der Krittk setzen. Wir Huben das nicht nötig, denn unsere Führer sind eben keine As- quith, Churchill, Sasonow oder Poineare. Das einzige, was das deutsche Volk bei seiner Regierung heute schon als Ziel und Grundsatz beobachten möchte, ist ein rücksichtsloser Kampf gegen den schlimmsten unserer Feinde, gegen England' Daß auch, diejenigen im Volke, die unter dem Stichwort „Mitteleuropa" die Grundzüge ihrer Meinung ausgesprochen haben, keineswegs aus ben Kampf gegen Britannien verzichten wollen, setzt der Reichstagsabgeordnete Dr. St re se mann sehr entschieden im „Deutschen Kurier" auseinander. Er macht dabei folgende interessante Mitteilung: Ich habe meinerseits in Konferenzen, welche sich mit der Frage der deutsch-österreichischen Zollverständigung befaßten, unter der einhelligen Z u st immung auch unserer ö ste r reich ischen und ungarischen Freunde zum Ausdruck gebracht, daß wir nie daran denken können, den Kampf um die Weltwirtschaft mit England auszugeben, daß mit dem ersten Augenblick, an dem die Miaeve wieder frei sind, deutsche Schiffe den Kämpf um den Welthandel aufnehmtzn und der deutsche Kaufmann und Jiidustrielle hinausgehcn muß, um Deutschlands Stellung in der Weltwittschaft neu zu festigen und den Kamps um die erste Stelle in der Weltwirtschaft mit England anzufechten. Dabei bin ich mir darüber völlig klar, daß ein derartiges Ziel nur erreichbar ist, wenn derjenigen Macht, die ans Deutschlands wirtschaftliche Vernichtung drängle, nämlich England, die Freiheit der Meere abgetrotzt wird, nicht durch internationale Verträge, die das Papier nicht wert ftnd, auf dem sic niedergeschtteben sind, sondern durch weltpolitische Machtent- faltung, die uns in Zukunft die Freiheft der Meere tatsächlich garantieren muß. Wenn dies auch die Ziele der deutschen Reichsregierung sind, dann bedarf es in der Tat nicht der Mitwirkung oppo-' sitioneller Kritiker, die doch ohne Kenntnis aller Verhältnisse nicht auf eine bestimmte Taktik drängen können. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 16.März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 16. März 1916. RussischerKriegsschauplatz. Bei der Armee Pflanzer-Baltin und bei der Heeresgruppe Böhm-Ermolli beiderseits erhöhte Artillerietätigteit. Nordöstlich von K o z l o w , an der Strypa, miesen unsere Sicherungstruppen russische Vorstöße ab. I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Die Angriffstätrgkeit der Italiener au der Jsonzo- front war gestern schwächer. Zwei Versuche starker Kräfte, gegen die Podgora-Stellung vorzugehen, wurden durch Artilleriefeuer verhindert. Am Nordhange des Monte San Michele wurde ein feindlicher Angriff bluttg abgewiesen. Die Geschützkümpfe dauerten vielfach nachts fort. Auch an der Kärntnerfront hält das Artilleriefeuer im Fella-Ab- schnitt an. S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des GencralstabS v. Höfer, Feldmarschalleutnant Pressestimmen zu den Reichstagsverhandlungen. Berlin, den 17. März. In einem Stimmungsbild aus dem Reichstag sagt der „Lokal-Anzeiger": daß die etwa fünfviettelstündige, klar gegliederte Rede des Staatssekretärs im Reichs schatzamte mit gespannter Aufmerksamkeit angehöct wurde. Am leichtesten hat es Exzellenz Helfferich mit der Kriegsgewinnsteuer gehabt, denn die wollten alle, höchstens, daß sie der äußersten Linken noch nicht weit genug gehe. Wie er vor Illusionen gewarnt und darauf hrn- gewiesen habe, daß durch die neuen Steuern das Gleichgeivicht im Reichshaushalt nicht matettell, sondern formell hergestellt werde, so gestehe er jetzt zu, daß die unausbleibliche Finanzreform nicht von heute aus morgen gemacht werden könne. Tie Bemerkung, welche große Heiterkeit erregte, es sei ihm der Vorwurf gemacht worden, daß seine Vorwürfe nicht originell feieit, Geld sei ihuH jetzt aber mehr wert, als Originalität, sei ein Scherzwvtt, das ausgezeichneten die Lage vaßte. In der „Bv ss i scheu Z e i t u ng" wird anerkannt, daß die Uebersicht über das Verhältnis unserer Finanzlage zu der unserer Gegner außerordentlich klar sei und daß namentlich die Tatsache lebhafte Befriedigung ermetßm müsse, daß die Kriegsausgaben: Englands um 50 Prozent höher seien als die unserigen. England möchte sehr gerne seine Kniegsausgaben dnrch Anleihen aufbringen, es sei aber dazu nicht fähig. Die .Ausnahme von Schulden für den Staat könne nur auf dem Wiege der Freiwilligkeit und dev Organisation erfolgen, und daran fehle es in England. Wir hätten die Begeisterung und die Organisation. Die „Germania "schreibt: Die Begründung, die HÄfferich- seinen neuen Steuern orlagen mit auf den Weg gab, war getragen von dem ruhigen ^icherheitsgefühl eines sachlich kaum anfechtbaren Standpunttes. Das „Berliner Tageblatt" meint: Das Bild, das Helfferich von der Gestattung der Kttegskosten bei uns und beim. Ring unserer Gegner entwerfen konnte, sei wohl geeignet, das allgemeine Vertrauen zu stärken, unv wenn er denen daheim die Pflicht, ins Gewissen gerufen habe, sich durch Opferwilligkeft derer draußen würdig zu -erweisen und bei der neuen Kriegsanleihe den unentbehrlichen Rückhalt weiter zu geben, so dürften wir überzeugt sein, daß der Schatzsekrttär damit nicht tauben Ohren ge- prtt>igt hat. In der „Deutschen Tageszeitung" wird hervorgo-, hoben, daß. Helfferich geschickt, wie immer, schlicht, aber fesselnd, klar und sein abgewogen, eindringlich und überzeugend gesprochen habe. Das Watt hebt hervor, daß der Staatskredit tue Inanspruchnahme der direkten Steuer durch das Reich entschieden ablehne. * * * Der französische Bericht. Paris, 16. März. (WTB. Nichtamtlich.') Amtlicher Bericht von Mittwoch nachmittag. W e st l i ch d e r M aas machte der Feind im Lause der Nacht keinen neuen Angttffsversuch. Auf der Front zwischen Bethincoutt und Cumisves gelang es uns durch Bajonettangriffe und Handgranatenkänipse die gestern vom Feinde an der Höhe 265 besetzten Grabenstücke teilweise zurückzunehmen. Wir halten Bsthincntt und die Hohe „Toter Mann", sowie den Südrand des Waldes von Cumiöres, und das Dorf Cumieres. Im ganzen Abschnitt hielt die Beschießung lebhaft an, von unserer Artillerie heftig bekämpft. Bon dem rechten Maasufer ist nichts wichtiges zu melden: ebenso aus der Woevre. wo die beiderseitige Beschießung zeitweilig aussetzte. Auf der übrige,: Front ivar die Nacht ruhig. Amtlicher Bericht von Mittwoch abend: In Belgien beschossen wir wirksam fcinblidSc Schützengräben in der Gegend von Het Sas und Langemark. Nördlich der Aisne beschossen wir du Zugänge von Ville-aux-Bois. Ein von uns in der Champagne aus die deutschen Stellungen südlich von St. Souplet unternommener Angriff gestattete uns, fttndlickie Schützengräben zu be- Ützen und einige Gefangene zu machen. Westlich der Maaslinie ließ che Beschießung im Lause des Tages merklich nach. An der Front Bethineourt—Clumieres wird keinerlei Jnsanterietätigkeit gemeldet Auf dem rechten Ufer ziemlich lebhafte Tätigkeit in der Gegend von Vaux und Damloup. Einige Scharmützel mit Handgranaten fanden seitens unserer vorgeschobenen Abteilungen aus den Abhängen östlich des Forts von Vaux statt. In der- Woevre Beschießung der Dörftr am Fuße der Maashöhen. Unsere Artillerie pt an der gesamten Front sehr tätig, besonders östlich des Fresnesgehölzes in der Woevre, wo unser Feuer eine starke Explosion bei einer deutschen Batterie hervorries. Belgischer Bericht: Abgesehen von beiderseitiger Beschießung ;n der Gegend nördlich von Pervyfe ist nichts von der Front der belgischen Armee zu melden. Die französische Getreideernte. Paris, 16. März. (WTB. Nichtamtlich.) Das Amts, blatt veröffentlicht einen Erlaß, wonach die gesamte französische Getreideernte aus der Sommersaat, ausgenommen Saatkorn, den Produzenten von den ONtlitär- behörden zum Höchstpreise von 33 Francs pro Doppelzentner vor dem 31. Dezember 1916 direkt abgekauft wird * * * Der türkische Bericht. Konstantinopel, 16. März. (W?B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet: Am 13. uitb 14. März schossen vier Kreuzer und zwei Torpedoboote des Feindes, getreniit und zil verschiedenen Stunden einige Granaten auf' Kre Umgebung von Tekke Burun; sie wurden durch die ArrttNE unserer Artillerie gezwungen, sich zu entfernen. Eures unserer Flugzeuge griff feindliche Flugzeuge mit Muschrnengewehrfeuer an und zwang sie, nach Jmbros zu fliehen. Die am 14. März abends von einem feindlichen Flugzeug in der Umgebung der Landungsstelle von Aka- bah abgeworfenen Bonrben fielen sämtlich ins Meer. Wir schossen ein feindliches Flugzeug 2 Kilometer östlich des Ezkmials ab; die Insassen entflohen. Sonst nichts von Bedeutung. Die Kämpfe in Mesopotamien. cm 2 ondo n, 16. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtliche Meldung aus Mesopotamien: Die britische Infanterie stürmte am 11. März vorgeschobene türkische Stellungen am T l g r r s und tötete eine erhebliche Anzahl von Türken mit dem Bajonett. Die Abteilung zog sich unter Mitnahme von zwei Offizieren und 50 Mann Gefangenen zurück. London, 16. Mürz. (WTB.) Die „Times" schreiben rn einem Leitartikel: Man muß zugeben, daß die Lage am Tigris Llnlaß zu vielen Sorgen gibt. Die russischen Truppen, die durch den armenische Taurus Vordringen, werden vielleicht imstande sein, die türkischen Verbindungslinien zu bedrohen, aber eine wesentliche Unterstützung kann General Townshend nur durch die britischen Ersatzkotounen verhalten, die augenblicklich wieder nicht vorwär t s kommen. * * * Auseinandersetzungen über die Wehrpflicht im englischen Oberhause. Rotterdam, 16. März. (WÄB. Nichtamtlich.) Der „Rot- terdamsche Courant" meldet aus London: Im Oberhause stellte gestern Lord- Pottmouth einige Fragen über das Handelst kommen nnt Dänemark. Lord Lansdowne Mies ihn deshalb mit sckarfen Wörter zurecht und sagte, seine Klagen bezweckten, ein Mißlingen des Abkonrmens herbttxusühren; sie seien unangebracht und un- patrrotisch. Er stellte in Abrede, daß Agenten zwecks Beauffichtt- guug der Wiederausfuhr ausgestellt werden sollten. Lord Derby beklagte sich gestern über einige Blätter, du chm vorwarfen, sein Versprechen nicht eingehalten zu haben erklärte, er habe alles mögliche getan. Dieprotestieren- den Verheirateten müßten in drei Arten ein- geteilt werden: Erstens die Leute, welche unverhüllt zugeben, daß sie sich niemals für den Dienst genreldet haben würden, wenn ftc gewußt hatten, daß sie jemals aufgerufen werden würden. Mrt diesen Protesten brauche man sich nicht weiter zu befassen. Diese Leute, sagte Lord Derby, können sich nicht darauf 'berufen, was ich im Oktober faste, nämlich daß die älteren Gruppen erst nach vielen Monaten und vielleicht überhaupt nicht ernberufen werden würden. Die zweite Art seien diejenigen, dre sagen, daß es das einzig Richtige wäre, alle Verheirateten zum öu zwingen. Dagegen habe er nichts einzuwenden. Aber das habe mrt s-mnem Versprechen nichts zu tun und sei eine Angelegenheit, die das Kabinett angehe. Die dritte Gruppe seien die- lenigen, die jagen, daß sie nicht aufgerufen werden sollen, ehe alle Unverheirateten in die Armee eingereiht sind. Der Redner fuhr fort: Wenn ich glaube, was Lord Selbourne den Farmern gesagt hat, daß ich nn Mann ohne Machtbefugnis sei, und wenn das die wteinung der Regierung ist, dann werde ich gezwungen ' e .. l ?v ä rH ri *£äutreten. Lord Derby gab zu, daß cs unmöglich ser, alle Verheirateten in die Armee zu bekommen. tDare gefährlich, sie aus der: Munitionsfabriken zu holen. Er schlug vor, daß man es den Männern überlassen solle, zu be- wersen, daß sie nicht entbehrt werden können. In jedem Falle wurde die Revision der militärfreieu Berufe und das Ersetzen unverheirateter Arbeiter durch verheiratete Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb sei es nicht möglich, mit der Einberufung der Verheirateten so lange zu warten, bis die Maßregel durcl>ge führt sei. «• —bw K i t ch euer gab eure ähnliche Erklärung ab. Er appel- o ™.. Vaterlandsliebe der Verheirateten und sagte, daß die Zahl der Männer, die sich anwerben ließen, enttäuschend war und die Lage ernst sei. „Daily Mail" greift in einem scharfen Artikel die Re- grerung an, der sie alle Schuld für die Schwierigkeiten in das Sämbe schieb.t — „Times" sagt, der Grund des Uebels sei das Durcheinander bei der Vertellung der Verantwortlichkeit. Der Zeekrieg. Der Untergang der „Tubantia". Am Noordhinder Feuersclsiff ist einer der größten holländischen Dampfer, die „Tstbantin", unter gegangen. Noch besteht keine Uebereinsttmmnng darüber, oh die Explosion, die!den Untergairg herheiführte, auf ein Torpedo oder auf eine ^ Mine zurückznfiihren ist. Die amtliche Mitteilung *des holländischen Marineministeriums läßt beide Möglichkeiten .offen, während die Direktion des Holländischen Lloyd, den: das Schiff gehört, die Torpedierung als gegeben annimmt Wir erhalten folgende Meldungen: A m st e r d a m , 16. März. (WTB.) Die Blätter melden - Nach einem drahtlosen Telegranrm befindet sich der Dampfer „Tubantia" des Holländischen Lloyd bei dem Nvord- hinder Feuerschiff in sinkenden: Zustande. Einzelheiten fehlen. Die Niederlärrdische Telegramm-Agentur meldet aus Rotterdam vam 16. Mürz: Soeben ist eine drahtlose Meldung erngetroffen, daß die Tubantia" torpediert worden rst und sich in 51 Grad 46 Minuten nördlicher Breite und 2 Grad 45 Minrtten östlicher Länge in sinkendem Zustande besindet. Aus Hoek van Holland wird iroch berichtet daß. ern Darnpfrettungsboot aus>gefahren ist, um dem sinken- den Dampfer beizustehen. Zu demselben Zwecke fahren aus Vlrssrngen Torpedoboote aus. (Notiz: Es ist wahrscheinlich, daß die „Tubantia" auf erne Mine gelaufen ist.) cm rC p f ■'uiuß t?ier vorrregenoen Meldungen ist es nach nicht sicher sestgejtellt, ob die „Tuban-i tia torpediert wurde pder cm] eine Mine lief. In dem Bericht, der be: dem Marmemmisterinm einqelausen ist, wird von beiden Möglichkeiten gesprochen. Andererseits erhielt die Direktion, des Holländischen Lloyd heute 2,25 Uhr morgens ein Telegramm von dem Kapitän des Dampfers, welches lautet: „Wir sind durch ern Torpedo getroffen, das Schiff sinkt." Drei Stunden später kam uer drahtlose Berich, daß der Zustand des Schiffes hoffnungslos fa-, und daß der Kapitän mit den Leuten der Besatzung, die sich noch au Bord befanden, das Schiff verließ. Die Passagiere mm ern .großer Teil der Besatzung verließen das Schiff sofort nach dem Unfall Wahrscheinlich lag die „Tubantia" infolge der Dunkelheit und des herrschenden Nebels beim Noordhinder Leuchtschiff vor Anker, als dre Explosion erfolgte. Zwei Schaluppen mit Pa'fa-. gieren und Besatzung kamen heute früh 8 Uhr beim Novrdhinder Leuchtschiff au. t • ? ,eT Fvachtdampfer „Krakatau" der Neederland-Gesellsck-aft berichtet, daß er einige Passagiere der „Tubantia" an Bord habe, und »aß er ern anderes holländisches Schiß mit vielen Geretteten! passiert hab^. Auch ein schwedischer Dampfer befand sich in der Nähe, um Hilfe zu leisten. Die „Tubarttia" wurde rückwärts getroffen, so daß die Steuervorrichtung sofort in Unordnung geriet. Der Dampfer sank innerhalb drei Stunden. An Bord befanden sich 294 Mann Befatzimg und 42 Passagiere erster, ^ i^btter und 6 drstter Klasse. Der Dampfer war gestern genau b Uhr 50 Minuten nackMÜba-gs aus Dmuiden ausgefahren und war mit ;cmen 13911 Bruttotonnen eines der größteir Schiffe, die von Amsterdam aus verkehren. Aus Vlffsingen wird rwch berichtet, daß heute früh die Lotsen- und Transportschiffe „Eoertzen" und „Vlissürgen Nr. 3", sowie ern ^orpttwbovt urrd ein Rettungsschleppboot zur Hilfeleistung aussuhren. Nach den bisher vorlicgerrderr Meldungen scheint niemand ums Leben gekommen zu sein. Der Wett des Schiffes wird mit vier Millionen Gulden angegeben. Amsterdam, 16. März. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Harrdelsblad" erfährt, daß sich einige Torpedoboote mit Schrfsbrüchigen der „Tubantia" auf dem Wege nach Blrssrngen befinden. Um V 2 I Uhr kam das erste Torpedoboot mrt 85 Mann der Besatzung an. Die „Tubantia" hatte Post und führte ungefähr 700 Tonnen Ladung, aus Stückgütern bestehend. Nach einem beim Marineministerium eingetroffenen Bericht sank die „Tubantia" zwei Meilen östlich vom Leuchtschiff Noordhinder. Aus Ymuiden wird gemeldet, daß die Beamten, die bei der Ausklarierung des Dampfers an Bord der „Tubantia" waren, erklären, daß sich k e i n e N 0 r d a m e r i k a n e r an Bord befanden. Unter den Passagieren seien vier Brasilianer, ein Schweizer, ein Russe und einige Chilenen gewesen. Gießen, den 17. Mürz Zum vietten Male im Verlauf des unerbittlichen Ringens, durch das uns unsere Feinde auf die Knie zwingen fvollten, ist eine Kriegsanleihe ausgeschrieben, die uns die erforderlichen Mittel an die Hand geben muß, unserer nationalen Verteidigung den finanziellen Rückhalt zu bieten. Schon dreimal haben wir im I nnern des Landes einen großen Sieg erfochten, nun gilt es zum vierten Male zu zeigen, daß wir nicht nur ungeschwächt dastehen, sondern daß unsere finanzielle Kraft und unser Berttauen in den 'endgültigen Steg rmserer gerechten Sache gewachsen sind. Wahrüch hat Gießen bisher nicht an letzter Stelle gestanden aber diesmal gilt es, auch den letzten Mann von der Notwendigkeit zu überzeugen, bei bex gemeinsamen Tat mitznwirken. Ar^ diesem __ Grunde war für gestern abend in der neuen Aula eine öffentlicheVersammlung der Bürgettchaft ein- Iternfan, in der von berufenen Rednern die Vorteile der neuen Kriegsanleihe und die vatettändische Pflicht, sich an ihr zu beteiligen, dargelegt wurden. Wie nicht anders zu erwarten, war der Saal f>i§ zum letzten Platze befayt. Vertreter jeglichen Standes Elch zahlreiche Damen, hatten sich eingefnnden und nahmen die Votträge mit großer Anteilnahme entgegen. Oberbürgermeister Keller, ans dessen Veranlassung die Versammlung stattfand, leitete sie mit folgenden Ausführun 'gen ein: O&rTtfiraermrWrr Keller. Eine nette Kriegsanleihe ist zur Zeichmrng aufgelegt. Zum vierten Male ergcht an jedermann im Volke der Stuf, zu seinem Teile beizutragen zu der wirtschaftlichen Krrebsrüstung, deren das Vaterland bedarf, um den gewaltigen Kampf siegreich zu bestehen, den eine Welt von Feinden uns aufg^wungen hat. , Ein voller Erffolg der neuen Kriegsanleihe ist möglich, ateer auch notwendig, und darum ist es die Aufgabe .jedes Staatsbürgers, die Kriegsanleihe nach Kräften fördern zu helfen. Dieses Bewußtsein zu starken, rst Zweck der heutigen Versammlung. Den Herren, die nach mir das Wort ergreifen werden, imr nacheinander die Finanzlage unserer Feinde im Ver- Äerch mrt der unsrigen, sodann die Vorteile der neuen Kriegsanleihe und endlich ihre vaterländische Notwendigkeit rn Verbindung mit der Pflicht weiteren Durchhalterrs zu beleuchten, bin ich für diese mithelfende Werbearbeit rm voraus aufrichtig dankbar. Nicht minder muß ich danken all denen, die jetzt wie früher eifriger Werbe- tettgiert sich befleißigt haben: den Banken und Kassen, den Schulen und zahlreichen anderen Helfern. Doch was hilft alle Werbetätigkeit, wenn nicht jeder Einzelne davon durchdrungen ist: es geht auch dich an, was jetzt für unser Vaterland auf dem ©ptete stcht, auch eine, norf) fo geringe Zeichnung kommt es an, auch ou hast an der Ehre, wenn wredermn ein glänzendes Ergebnis zujtande kömmt, aber auch an der Verantwortung teil, wenn das Ergebnis hinter den berechtigten Erwartungen zirrückblerbt. Die Zeichnungen in der Stadt Gießen — ruhmend muß rch es abermals hervorheben — sind bei den früheren Kriegsanleihen recht erfreulich gewesen. Von.2ln- lerhe zu Anleihe find die Zeichnungen gewachsen: bei der ersten Kriegsanleihe sind 7 Millionen, bei der z we i- ten fast 19 Millionen, bei der dritten 251/2 Millionen in unterer Stadt gezeichnet worden. Im September vorigen jZcrhres konnte ich von diesem Platze aus mitteilen, daß im BerhättMs zu den Steuerwerten Gießen mit den Zerch- ttrungen bei der zweiten Kriegsanleihe an erster Stelle Won allen größeren Städten des Gvoßherzogtums Hessen -gestanden hat, und ich sprach damals die Hoffnung aus daß .es bei der dritten Kriegsanleihe so bleiben möge Diese merne Hsffnung hat sich voll erfüllt; denn auch bei der dritten KViegsauteche ist Gießen an der Spitze ae- blieöeu. Mer, wir muffen das Vergangelre vergangen sein lassen. Wir dürfen nichit sagen: es ist genug Tie draußen rm Betterstrahl der Schlachten kämpfen, kürrnen nicht sagen: es ist genug.. Je deullicher und macht- wuer wsi: urvseren Feinden, rramenttich England, unsere ML^relle Sterbe immer wieder Mmr Ausdruck L iäng en, Die neue Kriegsanleihe. ^sto eher werden sie einschen, daß es ein fruchtlose^ Begrünen rst, die finanzielle Kraft des deutschen Volkes durch erne lange Dauer des Krieges vernichten zu wollen Darum: wer jetzt zahlt, was er kann, hilft mrt Au Sreg und Frieden. Wer nicht zahlt, was er entbehren kann, der verlängert den Krieg. Wenn wir zu derrjeurgen unserer Mitbürger, die draußen urtt eiserner Faust den Feind von unsereir Grenzen von unserer Stadt fernhalten, das Vertrauen haberr, daß sie den harten Kampf weiterhin siegreich bestehen werden, so müssen wir in der Heimat uns rrumer wieder fragen ob auch wir unsere Pflichten erfüllen Jetzt, der dieser neuen Kriegsanleihe können und müssen wir zeigen, daß dieses Pflichtgefühl rn uns lebendig ist. Sie kenne,: wohl alle das schöne Frühlingslied: „Der Frühling naht mit Brausen — er rüstet sich zur Da t — Und unter Sturm und Sausen keimt still die grüne Säat — Drum wach, envach du Menschenkind,, daß dich der Lenz nicht schlafend ftndtt." Am 2 2. März, am Tag rrach Frühlingsanfang, läuft dre Zerchnungsfrist ab. Dieser Dag, den das deutsche Volk, mehr noch das feirMiche Ausland, mit Spcnrnung erwartet, soll die Bürgerschaft von Gießen nicht schlafend, sondern gleitt) dem Frühling, zur Tat gerüstet finden: zu dem großen deutschen Frühjahrs sieg der Daheimgebliebenen, der dem Feinde die letzte Hoffnung zerschmettert und ihn M der Erkennttris zwingt, daß Deutschlano unbesiegbar ist! Darum, liebe Mitbürger, zeichnet die rregsanleihe! Als zweiter Redner verglich Prof. Dr. Skalweit in klarer, übersichtlicher Darlegung unsere Finanzlage mit der unserer Gegner. Er führte etwa folgendes aus: Prof. Dr. Skalweit. — ie ist Heute, nach 20monatiger Kriegs- fuyrung, die finanzielle Lage der kriegführenden Staaten?" Diese Frage wurde schon in den früheren Votträgen behandelt, in der Ettemrtnis, daß es keine bessere Propaganda gäbe, als ern Vergleich unserer Finanzlage mit der der Gegner. Zu unserer aller Freude ist festzustelleii, daß sich die weitere Entwicklung ganz m jenen Bahnen bewegt hat, die schon früher vor- gezeichntt. Auch heute ist die Finanzlage des Deutschen Reicks besser als die aller Kttegführerrdrn, und je länger der Ktteg dauern wrrd, um so mehr wird sich dieses Verhältnis zu unseren Gunsten entwickeln. Die beiden Quellen, aus denen der Staat die Mittel zur Krregsführuiig schöpfen kann, sind das Nationalvermögen und das Nationaleinkommen. Zu Beginn des Ktteges war die Sachlage die, daß, was die zahlungsbereiten Mittel des Volksvermögens anbetraf, die Gegner uns überlegen waren. Frankreich und Rußland verfügten aus ihren Zentralnotenbanken über die größten Goldschätze der Welt Eirglands Goldschatz rvar zwar Neiner als dar deutsche Dank ferner vorttefflichen Organisation des bargeldsparenden Zahlungsverkehrs hat es sich von jeher mit einem geringeren Goldbestand begnügen körmen. Dafür verfügte es aber als Bankier der Welt über große Summen sofort einziehbarer Auslandsguthaben. In beiden Beziehungmr war Deutschland sehr vrel ungünstiger gestellt. Das war ja auch der Grund, weshalb dre Gegner glaubten, daß Deutschland alsbald finanziell zusammenbrechen würde. Indes beruhle diese ganze Vorstel- lung auf erner falschen Voraussetzung. .Es zeigte sich nämlich alsbald, daß zur Finanzieruug ttnes so teuren Krieges die be- reillregenden Mittel auch des größten Volksvermögens nicht aus- rerchten, und daß vielmehr alles darauf ankomme, aus der an- dern Quelle, dem V 0 l'in ko mmen, schöpfen zu können. Das hat auch Ewgland erfahren müssen, das aus seinen großen Reichtum- so laut gepocht und gemenrt hatte, die letzte, den Kneg eriffcheidenbe MMarde zu haben. Seit Jahren hatte Eng- land dre sinanzrelle KttivgsrüstMig vorbereitet und plamnäfag seine Schulden abgeköst. Daß der kommende Krieg teuer werden würde, haben die (ftrgländer gewußt, da sie vor: jeher ihre Kriege mittdem Gttoiack geführt. Sre hatterr eür gauz andwes Verhältnis zum Kriege wre wrr, da sie den Ktteg als Kapitalanlage bttrach- teten Fvellich dieser Krieg kommt ihnen sehr teuer. Zu Beginn des Krieses hatte England 14 MillmrdOi Mark Schulden, heute hat es annähernd 5 0. Ende 1916 werden e§ voraussichtlich doppelt so viel slein: 100 Milliarden Mk. Die Napoleonischen Kriege kosteten 16y 2 Milliarden Mk. Für das danralige England bedeutete dies ttn Dtttttt seines Volksvermögens. Gleichwohlt waren dre napoleorrischen Kriege ttn glänzendes Geschäft. Tie konttnentalen Völker hatten sich zerflttscht rmd waren an produktiven Krästeii unendlich vitt ärmer geworden. Ein halbes Jahrhundett dauette es, bis die Wunden vernarbt waren. Für England dagegen war das dre Zttt der Begründung seiner politischen und Wirtschaft-- licherr Welttnackchstelking, die ihm einen fabelliaften Rttcbtum einbrachte. Aüch dieser Krieg war anfangs als .Kapitalanlage gedacht. Greys Ausspruch, cs biete ttensovtete BotteLe, den Ktteg mitzumachen, als zuOffchauen, zeigt die sorgfältige Kalkulatton des aroßz-ügigen Geschäftsmannes. Asguith wollte den Ktteg 20 öahre lang aushalten. Man hatte sich ausgerechntt: 5 Milliar- ^ puo Jahr. 20X5 — 100. So viel wollte man an legen. Möglichst lange sollte der Ktteg dauern, Um möglichst großen Nutzen ihm. Zn ficherrr, hatte sich aber dabei verrechnet — i00 Milliarden reichten rächt 20 Jahre, sondern nur 2y 2 Jahre. o Mrllrarden jährlich ging an, aber 40 Milliarden in ttnem Jahre konnte man rncht mif einmal dem Bolksverrnögen entziehen. Nein — die ttnzig sichere Urtterlage, um diesen Ktteg zu ftuanzieveli, kann nur das Nationaleinkommen sein. Der Krieg muß sich durch den Ktteg bezahlt machen Möglichst alles, was der Krieg kostet, muß bezahtt werden mit Geld, das die Bolks- wrrtsckiaft in ihrer Arbttt für den Ktteg verdient hat. Das kann geschehen, wenn die Volkswirtschaft ganz -ür den Dienst der Kriegswirtschaft gestellt wird. Dazu muß die Fttedens- wirtschaft um ge stellt und zur Ktteg swittschaft werden. Statt Ftte- densgütern müssen von der Volkswirtschaft Kttegswerkzeuge und di« für Volk und Heer notwendigen Unterhaltungsmittel erzeugt werden. Auch die -Volkswirtschaft muß zur Kttegsinaschine werden. Hier liegt das Problem: das Voll muß auch während des Kttoges ttn Wohl möglich bcsteigertes Einkommen haben, und dieses Einkommen muß in möglichst vollem Umfange der Kriegsführnng wieder nutzbar gemacht werden. Was beide Punkte aTibetttfft, gibt es kttnes unter den kttegführenden Völkern, das sich in so günstiger Lage befände wie das deutsche. Kttn Voll ist so gut imstande wie das deutsche, die Kttegswirt- schast selbständig, zu betreiben. Das Wichtigste haben wir. Es fehlt nur wenig des Unentbehrlichen, das wir nicht uns selber beschaffen köniren, und dieses Wenige läßt sich ersetzen oder ttn sparen. Wie sehr viel ungünstiger in dieser Hinsicht die Lage unseres! Gegners ist, hat sich daran gezecht, daß sie ohne die Hilfe Amerikas den Ktteg nicht sortzusetzen imstande wären. So bedauerlich es für uns ist, daß es ihnen auf diese Wttse möglich gemacht wird, den Ktteg in die Länge zu ziehen, fa Unvorteilhaft sind für sie die Folgen, die sich daraus für ihre finanzielle Lage ergeben. Ständig fließt ttn Haupttttl ihres Nationaleinkommens in das 'Ausland ab. Die Folge ist nicht nur eine dauernde Schwächung ihrer Finanzkraft, auch die KttegH- finanzierung wird je länger je mehr schwiettger, und für die Aufnahme langsttstiFer Arlleihen im ttgenen Lande wird das Fundament unterwühlt. Lluch btt der -Nutzbarmachung des Kttegseinkommens zeigt sich unsere Ueberlegenheit. Es ist ja nicht genug damit getan, daß das kttegsührende Volk ein möglichst großes, durch keine großen Geldexporte geschwächtes Einkommen habe, es muß auch gttingen. dieses Einkommen in die Kttegskassen zu lttten. Es kommt daher darauf au, den in Geld flüssig werderrden Teil des überschüssigen; Volksttnkommens für die Kriegswirtschaft abzuschöpfen. Und das beste Mittel dazu sind die von Zeit zu Zttt sich wiederholenden^ Kriegsanleihen. Wir sehen daher auch, wie alle Krieg- führenden eifrig bestrebt lsind, langfttstige Anltthen rmterzubringen. Aber mit wie verschiedenem Erfolge! Während Deutschland bisher 25,8 Milliarden Mark bar eingezahlter Kriegsanltthe aufbrachte, und auch mit der vietten Anltthe einen großen Erfolg erzielen wird, ivährend Oesterrttch- Ungarn^ über 10 Milliarden Kronen aufbttugen konnte, sehen nur, wie unseren Gegnern trotz aller Alistrengmrgen und Rellame die Unterbringung von Anleihm nicht recht getingen will. Von Rußland und Italien ganz zu schweigen, stehen auch die Anltthe- ergebnisse Englands mrd Frankrttchs kttneswegs imposant da. Wieviel ihre Anleihen gebracht haben, ist nicht genau zu sagen, da das Ergebnis der Barzttchnungen absichtlich ver''chwiett wird. Die erste englische Kriegsanleihe wurde mit 7 Milliarden Mark, die zweite nrit annähernd 12 Milliarden gezeichnet. Doch lmndelt es sich in beiden Fällen nicht um volle Baremzahlumren Außerdem waren beide Anleihen nicht voll pläeiett. Die Folge war, daß die Kurse der englischen Kttegsanleihen nicht unbeträchtlich nachgaben. Frankreich hat bekanntlich erst vor kurzem fame erstes Kriegsanltthe heraus gebracht. Die schon vorher ständig m yübe ffetegtnt Obligationen der Nntionalvcrteidignng hatten nur 2900 Mtllwnvn Mark ergel^en. Um besseres ru erreichen, schrieb man eine Anleihe ans, die bei einem Ansgabeknrs von 88 5 Prozent Zinsen versprach. Sre wurde als die S i e g esa n l ci he bezeichnet Schon am erster r age verkündeten die Zeitungen, das; die fabel haste Summe von 20 Milliarden Mark gezeichnet sei. und als am Ende Gott den Schaden besah, waren es 1V 0 Milliarden, und davon waren nur 6 —7 Milliarden Mark Barzeichnungen. Wenn man genau zusieht, wird das von unfern Gegnern wegen seiner Finanzen best verleumdete Oesterreich-Ungarn mehr Geld an langfristtgen Anleihen aufgebracht haben, als das reiäie Frank reich Es erhebt sich nun die Frage: wie haben denn unser Gegner den Krieg finanziert? Nun, sie haben es — mit Ausnahme von England — zum gut Teil durch Noten ge mackt. Frankreich hat seinen Notenumlauf von 5300 Mill. Mark zu Beginn des Krieges auf 11 700 Mill. Mark (9. März 1916) er höht, also fast 61/2 Milliarden Mark neues Papiergeld geschaffen während sich gleichzeitig der Goldbestand nur um 700 Mill. Mark hob. In Rußland arbeitete die Notenpresse noch intensiver: hier wurde der Notenumlauf uni nahezu 10 Milliarden Mark ver größert, ohne das; der Goldbestand eine Stärkung erfuhr. In Italien wird ähnlich gearbeitet. Natürlich! ist es außerordentlich verführerische, im Kriege seiner Finanznöte dadurch Herr zu werden, daß man aus Papier Geld macht. Dvch ist die große Gefahr damit verbunden, daß das Geld wesen in Unordnung gerät, der Geldwert wird erschüttert und bannt ein sckfwer heilbarer Schaden heranfbeschworen. Ist daher ein Staat dazu gezwungen, im Kriege seinen Notenumlauf zu vermehren — und ganz kann ja kein kriegsführendes Land darum hernmkommen, haben doch, selbst Deutschland und England für 2—3 Milliarden Mk. neue Noten ausgcben müssen — dann muß es dafür Sorge tragen, daß das vermehrte Geld ständig wieder von Zeit zu Zeit durch Anleihen abgeschäpst wird. Wenn Deutschland jetzt seine vierte Anleihe aus schreibt, so ist das nicht etwa ein Zeichen finanzieller Schwäche in: Gegenteil. Schwach [würde es sich zeigen, wenn es das nicht wagen könnte und es darauf ankommen ließe, wie Frankreich und Rußalnd in den Jammer der Papierwirtschafi zu versinken. Es kann kein besseres Zeichen geben für Deutschlands ge funde finanzielle Kraft, als daß es jetzt schon die vierte erfolgversprechende Kriegsanleihe anslegen kann. Mit den Kriegsfinanzen unserer Gegner ist es schlecht bestellt Gleichwohl bleibt die Tatsache bestehen, daß sie bisher in der Lage waren, den Krieg zu finanzieren. Es erhebt sich die Frage, wie lairge werden sie es noch machen können? Wer hält länger aus — sie oder wir? Tie Kriegskoste:: unserer Gegner wer den wachsen, stetige Erhöhung der Preise und damit der Heeres- verpflegungs- und Ausrüstungskvsten. Zu Anfang des Krieges kostete England der Krieg monatlich Vs Million, heute über drei Millionen, Frankreich: Anfang 1 Million, heute über zwei Millionen; Rußland: Anfang 1 Million, heute über 1V 2 Million ?lber muh die in direkten Kriegs kosten werden steigen. Nicht nur vermehren sich die Schulden selber, auch der Schulden dienst wiro immer größer. Die Sckzuldzinsen wachsen nicht nur relativ mit der größer werdenden SchuL», sie wachsen auch progressiv, da sich der Zinsfuß ständig steigert. England fing an be: seiner ersten Kriegsanleihe mit 81/2 Pr>^. — bei seiner amerika irischen Anleihe über 6 Proz. Bei den andern ähnlich Immer höher werden die Zinsen, fote sie gewähren müssen, während Deutsch land seine 4. Kriegsanleihe zu den gleichen Bedingungen; ansgeben kann wie seine zweite. Und wenn kein Wunder geschieht, dann werden unsere Gegner — einschließlich England — in steigendem Maße die Notenpreffe in Anspruch nehmen müssen, so daß schließlich ihre Notdeckung nur zu kleinen Bruchteilen noch aus Gold bestehen wird. Wenn der Krieg noch bis Ende 1916 dauern sollte, dann wird Frankreich allein zur 'Verzinsung seiner Schulden jährlich 4 Milliarden Mark beanspruchen. Das ist so viel, wie vor dem Kriege der französische iFriedensausgabeetat betrug. Das schon vor den: Kriege unter seinen Stenern schwer seufzende Volk wird also doppelte Lasten zu trage:: haben. Die Lage Rußlands, lediglich vom Standpmrkte seiner Finanzverhälttrisse aus betrachtet, ist natürlich verzweifelt. Die Staatsschulden sind ins Ungemessene gewachsen. Der Vadrta ist infolge der übertriebenen Notenausgabe auf den halben Wert gesunken. Italiens Finanzlage ist für Jahrzehnte zerrüttet, Englands finanzielle Vormachtstellung ist für immer dahin. Die Mächte des Vierverbaudes such, zusammengenommen, gewiß auch finanziell betrachtet, keine zu verachtenden Gegner. Aber nicht tmr die Kriegskosten finö entsprechend höher, die Finanzkraft ist auch nicht gleichnväßig verteilt. Rußland und Italien sind verhältnismäßig schwach. Beide chnmm nur so lauge Krieg führen, als sie von den reicheren Bundesgenossen unterstützt werden. Es fragt sich, wie weit und wie lauge diese Zuschüsse reichen. Naturgemäß können die Zuschüsse nur einen kleinen Teil der Kriegskosten ans- machen, den Hauptteil müssen sie selber tragen. Und deshalb wird sich die Frage, wann Erwägungen finanzieller Art den Dierver band zum Friedensschluß geneigt mmhen werden, nicht entscheiden nach dem Zeitpunkt, wann England finanziell erschöpft sein wird, sondern, wann Italien, Rußland, ja selbst Frankreichs Finanzen zu versagen ^ginnen. Natürlich wäre es frivol, wollte man leugnen, daß auch, für die Zentral machte die Lage ernst sei. Aber besser als die der Entente ist sie zweifellos. Zudem haben wir einige Trümpfe m der Hand. Der Haupttrnmpf: wir find militärisch der Sieger — kein Beispiel in der Weltgeschichte zeigt uns, daß der Sieger aus finanziellen Gründen zum Frieden gezwungen worden wäre. Wrr verfügen über Länderpfänder, deren Wert weit höher als alle Kriegskosten, die uns bisher entstanden sind, und Mreßlrch ist es uns bisher so gut wie keinem der Gegrnr gelungen, unsere Kriegsüosten durch langfristige Anleihen zu decken. Sie werden -nun selber erkennen, daß wir über unsere! finanzielle Lage beruhigt sein können. Freilich gilt das nur m der Voraussetzung, daß das deutsche Volk nach wie vor seine Pflicht tut und das ikberschüssige Geld für 0 « Kriegsanleihe hergibt. Geschieht das nicht, dann wäre ^nnt freurch noch nicht gesagt, daß wir aus Mangel an Geld tfrtfüPtt schließen müßten. Wir würden es nur dann so machen muhen wie unsere Gegner, d. h. mit der Notenpresse. Ter Krieg MvDe dann freilich wohl länger danern. Term zu imsern vielen ^veren Feinden würde ein neuer hinzngekommen sein, die finan-- KI 6 - ^^üiächung, auf die unsere Gegner so lange schon sehn- lumttg als Bundesgenossen gewartet haben. Ein finanzieller Mißerfolg käme einer verlorenen! Schlacht gleich. Wie würden sie jubeln, wce würden sie es ausposannen in alle Welt. „Seht, nur: ist doch ver Herbst gekommen, der den stolzen Wald entblättert hat." Das darf mcht sein! Zum dierten Male — während das Gebrüll der deutschen Geschütze vor Verdun bis an unser Ohr schallt — ist an uns ^apeimgeblcebene der Ruf ergangen. Wir hören und gehorchen. Ävch von der 4. Kriegsanleihe soll der Chronist schreibe:: können: „L-er Krieg rief, und alle, alle kamen!" - (Fortsetzung folgt.) las dem Reiche. ' ^ Die Regelung des Fleischverbrauchs. Berlin, 16. März. (WTB. Nichtamtlich.) Zu den Meldungen über eine Regelung des Fleischverbrauchs rfahren wir von zuständiger Seite, daß eine solche wohl ^.^orsteht, daß aber bisher noch keine Entscheidung darüber Moffen wurde, ob die Regelung durch die Einführung von meiichkarten oder in anderer Form erfolgt. Vom Bundesratsausschuß für auswärtige Angelegenheiten München. 16. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die fi>. D '^.enz Hofmann meldet: Gestern nachmittag fand unter dem Vorsitz des Staats- E? SSIfk b f* Außen! Dr. von Hertling eine Sitzung «m.dcsratäausschusses Tür auswärtige Angelegenheiten statt. Der Reichskanzler gab dem Ausschuß eine ein- gehende Darstellung der gesamten Lage, wie sie sich im gegen 'vart^en Zeitpunkt des Weltkriegs für uns ergibt. Die zu ^Nchlltchen und von dem unerschütterlichen Willen zum Durchhalten bis zu einem siegreichen Ende getragenen Aus fuhrungen des Reichskanzlers beschäftigen sich mit allen wich- Fragen. Die vom Reichskanzler vertretene fand die ungeteilte vertrauensvolle Zustimmung (amtlicher Mitglieder des auswärtigen Ausschusses. * Berlin, 16. Mürz. (WTB.) Die Pensionskasse für Ar beiter der preußisch-hessischen Eisenbahnge ^^Ihschaft, die von den ersten drei Kriegsanleihen bö Millionen Reichsschuldbuchforderungen erwarb, zeichnete dre vierte Kriegsanleihe wiederum mit 20 Millionen S chul d buch f 0 rde run gen. Berlin, 16. Mürz. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme eine Aenderung der Verordnung über den Verkehr mit Kraft fnttermitteln vom 28 .Juni 1915, der Entwurf einer Verordnung betr. Uebertragung von Malzkontingen ten, der Entwurf einer Verordnung über Rohfette u:rd der Entwurf einer Bekanntmachung betr. denNachnahme- Frachtverkehr mit dem Auslande. Mannheim, 16. März. (Priv-Tel.) Die Zeichnungen auf die vierte Kriegsanleihe gehen hier in sehr befriedigender Weise ein. Nachdem gestern die Städtisch-: Sparkassenzeichnung von 14 Millionen Mark bekannt wurde zeichnete heute die Firma Benz u. Co., Rheinische Auto mobil- und Motorenfabrik, A.-G. in Mannheim, für sich 6 Millionen Mark, für ihre Angestellten eine halbe Million Mark. Aus Stadt und Land. Gießen, 17. März 1916. ** Auszeichnung. Dem beim Großh. Finanzamt Gießen beschäftigten Finanzamtsgehilfen Wilhelm Blank, der seinen Kollegen Wilhelm Stork vom Tode des Ertrinkens gerettet hat ist an: 14. ds. Nits. durch Großh. Provinztaldirektion Gießen die vom Großherzog von Hessen verliehene Rettungsmedaille am Bande überreicht worden. **Kriegsarbeitides Allg. deutschen Frauen Vereins. Man schreibt uns: Nun hat auch der fünfte Buchsührungskürsus für Handwerkerfrauen und -Töchter sein Ende erreicht. Als die hiesige Ortsgruppe des Alla deutschen Frauenvereins sich die Aufgabe stellte, diese Kurse einz-urichten, war nur an einen, höchstens zwei Kurse gedacht worden; aber der ungeheure Andrang der Frauen und Mädchen zu den Unterrichtsstunden, der zugleich das Bedürfnis der Belehrung erwies, machte immer wieder den Beginn neuer Kurse nötig. Dem Verein wäre es indes nicht möglich gewesen, einer so großen Anzahl von Lernbegierigen die Ausbildung in -der Buchführung zu ermöglichen, wenn sich nicht Herr Reallehrer Appel in selbstloser Weise dem Verein zur Verfügung gestellt hätte. Er hat die vielen Wochen hindurch die Arbeit ohne jede Vergütung geleistet und ihm gebührt der wärmste Dank sowohl des Vereins, als auch der vielen Schülerinnen. In der schweren Zeit des Krieges werden gewiß viele Handwerkersrauen und Töchter das in seinen Kursen Gelernte nutzbringend arv- wenden können. Militärische Ausbildung der Jugend. ** Nn den beiden letzten Mittwoch-Menden wurde exerziert und bajonettiert. Am letzten Sonntag wurden Schanzarbeiten aus geführt und die ersten Hebungen im Granaten werfen, worüber Gerichtsschceiber Ranft vorher unter richtet hatte, vorgenommen. ** S t a d t t h e a t e r. Aus dem Stadttheaterbureau schreibt man : Die 14. Dienstag-Abonnements-Vorstetlung, die am 14. d. M. wegen Erkrankung eines Mitgliedes aussallen mußte, wird am Dienstag, den 2i. März, nachgeholt, und zwar wird an diesen: Tage Calderons „Richter von Zalamea" gegeben werden. ** Eierverkauf des Kommunalverbands. Der Kommunalverband hat wieder einen Waggon frische ungarische Eier bestellt, die heute eingetroffen find und in den verschiedenen Verkaufsstellen der Firma Grieb, Dampftiwlkerei Gießen, zum Preise von 13 Pfg. das Stück, in Mengen bis zu 5 Stück verkauft werden. "Krieqsanleihe-AuSkunftste'lle. Ueber alle die neue Kriegsanleihe betreffenden Fragen wird vormittags von 11 bis 12 Uhr im Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 11, Aus kunst erteilt. "Gegen st ände aus Kupfer. Messing und Reinnickel sind in der in der Enteignungsanordnung angegebenen Zeit abzulieiern. Letzter Ablieserungstaq ist der 29. März. Nach Schluß der Ablieferungszett wird die Enteignung auf Kosten des Eigentümers durchgesührt. Die Kosten der Zwangsvollstreckung werden von den zur Auszahlung kommenden Beträgen in Abzug gebracht. Näheres ist aus einer amtlichen Bekanntmachung im heutigen Blatte zu ersehen. ** Ter Kreiszuchtverein für Vogel §- berger Vieh hält am Montag, den 20. März d. Js., nachmittags 31/2 Uhr, im Hotel Schütz in Gießen seine Haupt- Versammlung ab. Landkreis Gießen. •• Burkhardsfelden, 17. März. Unteroffizier Schäfer von hier, im Jnf.-Regt. 236, dem bereits im August 1915 das Eiserne Kreuz verliehen wurde, erhielt kürzlich auch die Hessische Tapserke:tSmedaille. " Garbenteich, 17. März. Der Dachdeckermeister Ludwig R u h l von hier, wohnhaft in Duisburg-Meiderich, wurde zum Unteroffizier im 10. Pionierbataillon befördert, Rnhl wurde auch vor kurzem mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. , O Dorf-Gill, 16. März. Gestern abend ^and auf dem hiesigen Rathaufe eine Versammlung statt, worin Belehrungen über die Kriegsanleihe erteilt wurden. Viele haben bereits, eingedenk ihrer Pflicht gegen das Vaterland, gezeichnet, und es ist aber, daß die übrigen noch zeichnen werden, waS ihre Verhältnisse gestatten, um dadurch den Helden im Felde ihren Dank abzuttagen und zu ihrem Teil mitzuhelfen, unsere finanzielle Rüstung sicherzustellen. Kreis Schotten. Laubach, 17. Marz. Der Tiakonieschwester Elisabeth F e ! d m a n n , die in einem Etappenlazarett in Bialystok in Rußland tätig war, wurde dir R 0 t e K r e u z - M e d a i l l e 3. Klaffe erließen. — Die beiden Wohnhäuser mit Scheuer und Stallungen des verstorbenen Maurermeisters Job. Georg Rühl IV. gingen zun: Preise von 7400 Mk. und 7500 Mk. an Landwirt Wilhelm P i tz II. und Maurer Joh. Friedrich Rühl in öffentlicher Ver- teigerung über. Für Aecker und Liegenschaften wurden hohe Preise erzielt. Kreis Friedberg. Bl. Fried berg, 17. März. Zahnarzt Landau von hier wurde die Stelle eines Zahnarztes beim Reserve-Lazc- rett Friedberg mit Wirkung vom 1. März 1916 verliehen. Morgen feierrr die Eheleute L. Hofmann mrd Frap Hilda, geb. Lion, das Fest der goldenen Hockizeit. — In den Ruhestand tritt nach einer beinahe 40jährigen Dienstzeit Gerichtsvollzieher Wagner. Waaner tvar erst 18 Jahre im Militärdienste, dann über 21 Jahre lang Gerichtsvollzieher. Vor 16 Jahren wurde er hierher versetzt. Bl. Nieder-Rosbach, 17. März. Schon wieder hat ein Angehöriger unserer Gemeinde, der Sotzn der Witwe Jüngst, Karl .Heinrich Jüngst, sein Leben für das Vaterland geopfert. -^odheim v. d H'., 17. März. Dem Landwirt Wrlh. Zipperlein, Jnfanterie-Regtment 116, wurde die Hessische Tapserteitsmedaille verliehen. 0-0 Vilbel, 17. März. Dem Gefreiten Heinr. D e r n v 0 r t von hier, dein: Landsturm - Bataillon Friedberg, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. — Auch an der ai ! e } ^ c . . lüirö sich unsere Gemeinde, und zwar mit 1 4 000 Mark, beteiligen. — Zur Vernreidung der bedeutenden Aufwendungen, bis jetzt annähernd 26000 Mark, die durch dii lange Einquarliernng eines Bataillons unserem Städtchen entstehen, wird die Bürgerineisterei Schritte um Verlegung der Truppen tun. Hessen-Nassau. U Marburg, 17. März. Aus dem Viehmarktplatze wurde gestern der diesjährige F r n h j a h r s p f e r d e m a r k t abgehalten. AZenn inan d:e Kriegszeit in Betracht zieht, kann man den Ans- tr:eb als gut bezeichnen. Trotz der hohen Preise, welche jetzt für Pferde angelegt werden müssen, ging der Markt flott. Märkte. fc. Wiesbaden, 16. März. Heu- und Strohmarkt. Mau nvtrerte: Heu 8,00-9,00 Mk., Stroh (Krummstroh) 0,00 bis ,00 iL-orf. Alles per 50 Kilo. - Fruchtmarkt. 2lm Frilcht- marklwar nichts angefahren. Wetteraussichten in Hessen am Samtsag, den 18. März 1916 otcmltcl) luMier, ivocfen, warm. Letzte Nachrichten. Der Untergang der „Tubantia". Amsterdam, 17. März. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem ber dem Marmestabe eingelanfenen Berichte wurden 377 Schiff- bruchzg'e von der „Tubantta" gelandet, während sich nach den Angaben des holländischen Lloyd 361 Personen an Bord befand«:. Man glaubt, daß diese Differenz auf ein Versehen zurückzuführen nt rmd mmmt an, daß alle Personen gerettet wurden. Nach einem Bericht aus Enmiden herrschte ein leichter Nebel, öbr den Ausblick auf 4 Meilen Entfernung gestattete. ^ Vlissingen berichtet wird, erzählten dort angekommrm Schrffbruchrge, daß bei der Explosion ein Teil der Kommandobrücke gerissen wurde und Schiffstrümmer von unten auf das Teä ^schlendert wurden. Tie Ladung und die Post sind verloren. Nach Erzählungen von Schiffbrüchigen traf die Explosion gleich am Wasserspregel. Das Vorderschifi sentte sich nach der Seite. Als dre Katastrophe eintral, lagen die Passagiere in den Betten. Sie wurden so scchrell wie möglich geweckt. In der ersten Klasse entstand eine Panik, aber der Mfatzung gelang es, Ordnung zu schaffen. Im ganzen wurden 34 Boote ausgefetzt. An der Unfallstelle sah man mehrere Boote und Sch:fssttümmer umhertreib«:. Zur Zeit des Unfalls war kein Schuf in der Umgebung. Später kamen mehrere Fahrzeuge der Mar me, ein Raddampfer der Zeelandgesellschaft Krakatau und der Dampfer Breda. ^Amsterdam, 17. März. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die chefraen Blätter erfahren, ist der Dampfer „Breda" mit 200 Geretteten und dem Kapitän der „Tubantia" an Bord in Nieuwe- Waterwey angekommen. Ferner hat der Dampfer „Campine" c>0 Personen an Bord und die „Gooredijk" 27 Personen. Auf dem Leichterschiff Noord'hindher befinden sich 65 Gerettete. 92 Personen wurden von den Torpedobooten G 1 und G 5 und dem Marineschiff „Seine" nach Vlissingen gebracht. Die „Krakatau" nahm 87 Person«: auf. Der Unfall ereignete sich zwischen 2 und 3 Uhr 30 früh. Das Schiff sank um 5 Uhr 45. Der neue französische Kriegsminifter. Paris, 17. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Hcrvas: Divisionsgeneral Rvques ist zum Kriegsmini- lter an Stelle des airs Gesundheitsrücksichten zurückgetretenen Generals G a l l i e n i ernannt worden. Kabinettskrisennachrichten aus England. Amsterdam,17. März. Ueber die Sttmmung im englischen Kabmett sowie in England überhaupt, macht der Londoner Gewährsmann der „Bossischen Zeitung" aus zuverlässiger Quelle folgende Mitteilungen: Man.spricht in Londoner pvlittschen Kreisen von der Möglichkeit eines baldigen Rücktritts von Asauüh, gegen den im letzten Kabinettsrat starke Mißstimmung herrschte. Zwischen Asguith, Grey und dem englischen Finanzminister Mac Kenna besteht aber ein Abkommen, daß keiner von ihnen während des Krieges allein aus dem Kabinett aus trete. M an weiß deshalb noch mcht, wie Asguith die Schwierigkeiten umgehen soll. Auch a/s Liebesgabe !m Felde begehrt! (Jm Feldpostbrief portofrei.) Gasherde einflammigr u. mehrflammig sowie Gasbratttfen in bester Ausführung und in allen Grössen empfiehlt zu billigen Preisen (1764 Edg. Borrmann Eisenhgndlg., Neustadt 11 Prima geräucbcrtc Bülkliiige ii. ÄkllW Lachs in feinen Scheiben (besser und sparsamer :vie Schinken) z. Rohesten soeben fttsch eingerroffen und billigst bei ’ m August Wallenfels, Kolonialwaren, Delikatessen und Weinhandlung. Telephon 362. Marktplatzl?. Taschenuhrfeder einsetzen Ia. 1.50 Mk. f 088 * 5 Ubrglärer, alle Sort.,40Ps. Koch, Mflhlstraase 2. 2024] Ia. leichtentzündbares Bsnzin wieder eingetroffen Central Drogerie, Schulstr. Pulver! 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Darum: Kommt und gebt, jeder nach seinem Können und Vermögen, als Dankopfer am Wiegenfest und zum Zeichen treuen Einstehens für unsere Söhne und Helden draußen. Die GeburtsLagsspende (Abt. des Roten Kreuzes. Me Klinik). Geburtstagsspenden werden täglich an unserer Kasse in der Alten Klinik entgegengenommen, woselbst auch, nachdem der Spender seinen Namen eigenhändig in das Goldene Buch eingezeichnet hat, die Aushändigung des künstlerischen Dankerinnerungsblattes mit der zugehörigen Urkunde erfolgt. ppl itSF.’.'-AiSVrV.. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute wurde unsere liebe, treusorgende Mutter und Großmutter Am 8 . März starb den Heldentod fürs Vaterland infolge schwerer Verwundung auch unser zweiter, innigstgeliebter Sohn, unser guter Bruder und Schwager i~rau Theodore Mosler Karl Pfeiffer geb. Appei im 69. Lebensjahre durch einen sanften Tod von schwerem Leiden erlöst. Musketier der 11. Komp. Infaut.»Regt. Nr. 117 im 23. Lebensjahre. In tiefster Trauer: Familie Heinrich Pfeiffer. In tiefem Schmerz: Lisbet Geyer, geb. Mosler Dr. Franz Geyer, z. Zt. Bataillonsarzt \ x Hans und Hilde Geyer. Mainzlar, 15. März 1916. 2068 Gießen, 16. März 1916. [2119 Freunden und Verwandten die schmerzliche Mitteilung, dass es dem lieben Gott gefallen hat, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Groasmntter und Tante vre Beerdigung findet in alter Stille statt Von Bhrnien und Beileidsbesuchen bitten wir höflichst absehen zu wollen. Frau Marie Katharine Yoiz Witwe Danksagung. Pension Branöl Hsota Bäae22 [Bellevue) Zim. mit u. ohne Berpfleg.f jede Zeitdauer . vVi19 Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Verluste unseres lieben Sohnes sagen innigen Dank: Die trauernden HmteMiebenen: Familie Friedrich Jordan. Gießen, den 17. März 1916. 4—5 aut möbl. Zimmer, evtl-mit Küche und Mädchen- gel., an Fam. f. Kriegsdauer zu verm. Auf Wunfch mit Bedienung und Verpflegung. Schristl. Allgeb. uuler 08174 an den Gietz. Anzeiger erb. 2104 Aerinkus ISimsniliRhih. Der Konnnunalverband hat wieder einen Waggon frische ungarische Eier bestellt. Die Eier sind heute eingetroffen und werden in den verschiedenen Berkaussstell.d.Firm.Gebr.Grieö,Dampfmotterei Gießen, zum Preise von 13 Psg. das Stück, in Mengen bis zu 5 Stück verkauft. [21210 Am Montag, den UMz d.Z., MM-Z'/ZW, findet im Hotel Mtz tu Eichen die 2129 Hauptversammlung des Kreis-ZlMvereins für LogelsSerger Sich statt. Die Vorstände, Vertrauensmänner, Mitglieder und Freunde des Vereins werden auch an dieser Stelle sreundlichst zum Besuche der Versammlung eingeladen. 6 Zimmer Ost-Anlage 39 neuzeitl.einger.sonnige6-Z. Wehng. m. Zubeh., Badez. u. (iartenant. t 1. April z. verm. Näh. Selterswen 52 II. 979 ö Zimmer 08UM 5-Zim.-W. Mk. 400. - zu verm. Marktplatz 18 I TchöneMauiardeuwobng. Zimmer) per 1. April zu vermieten. Näher. Stephan ttrafte 17. Parterre. [180 21031 Neuherger. 5-Z.-W. 1.5. ob. spät. z. v. Bleichstr. 28 I. 3 Zimmer | Nah. Honuannstr. 14. 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Valksprsiss' Kinder-Vorstellung Die drei Iileräierdieii Ein Kindermärchen in 5 Bildern von C. A. Görner. Ende gegen 5Va Uhr. Abends 7»/, Ubr: Kleine Preise! 2 !elue Preis» 1 Neuheit! Hanheit! Ein Scherzspicl aus alten Tagen in 3 Akten von Mar Dreyer. Ende fl 3 /« Uhr. Soldaten vorn Feldwebel abwärts zahieu bei allen Boritcllungcn tauge- bet B 0 iks v 0 r, re llunge nj auf 2 . und LSperrfitz nur halbe Preise.