Nr. 60 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: vierrnal wöchentlich GiehenerFamilienblatter; »vermal wöcheiltt.Kreis- dlatlfürden Ureis Giehen (Dienstag lind Freitag); zweimal monatl. Land- wirtschasUiche seitfragen Ferlljprech - Anschlüsse: iürdieSchriitteilungI13 Verlag, Deschäitsstettebl Adresse lnr DraKtnach« richten: Anzeiger Hießen. Annahme vo« Anzeigen iür die Tagesnmmner bis zum Abend vorher. Erstes Blatt (66. Jahrgang Samstag, ((. März (9(6 TV Rotationsdruck und Verlag der vrühpschen Unio.-Such- und Steindruckerei R. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr.7. Bezugsvre monatl. 85 Pf., viertel- jährl. Mk. 3.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch diePost Mk. 2.30 viertel- jährl. ausschl. Befteüg. Zeilenvreis: lokal 15Pf., ailsw. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Tei( und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Lradt und Lano, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Li Der Kamps um Verdun. (WTB.) Großes Hauptquartier. 10. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem westlichen Maasufer wurden bei der Säuberung des Rabenwaldes und der feindlichen Gräben bei Bethincourt sechs Offiziere, sechshunderteinundachtzig Mann gefangen, sowie elf Geschütze eingebracht. Der A b l a i n - W a l d und der Bergrücken westlich von Douaumont wurden in zähem Ringen der Gegner entrissen. In der Woevre schoben wir unsere Linie durch die Waldstücke südöstlich von Damloup vor. Gegen unsere neue Front westlich und südlich des Dorfes sowie bei der F e st e V aux führten die Franzosen größere Gegenstöße. In ihrem Verlauf gelangesdem Feinde, in der Panzerfe st e selbst wieder Fuß zu fassen. Im übrigen wurden die Angreifer unter starken Verlusten abgewiesen. * Unsere Kampfflieger schossen zwei englische Flugzeuge ab. einen Doppeldecker bei Wytschaete (südlich von Ypern) und einen Doppeldecker nordöstlich von La Bassee. Der Insasse des ersteren ist tot. Im Monat Februar war die Angriffstätig- keitunsererFliegerverbände.die Zahl ihrer weitreichenden Erknndungs- und Gefchwaderflüge hinter der feindlichen Front erheblich größer als je zuvor. Die folgende Zusammenstellung beweist nicht nur aufs neue unsere Ueber- legenheit, sondern widerlegt auch die von gegnerischer Seite beliebte Behauptung, unsere Lustkampfverluste seien nur deshalb so gering, weil sich unsere Flugzeuge nicht über die feindlichen Linien wagten. Der deutsche Verlust an der Westfront im Februar beträgt: Im Lustkampf. — durch Abschuß von der Erde . . . . — vennißt. . . . . 6 im ganzen 6 Die Franzosen gnd Engländer haben verloren: Im Luftkampf.13 durch Abschuß von der Erde .... 5 durch unfreiwillige Landung innerhalb unserer Linien . . . .2 im ganzen 20 Hierbei ist zu berücksichtigen, daß wir grundsätzlich nur die in unsere Hand gefallenen oder brennend abgestürzten, nicht die zahlreichen sonst hinter den feindlichen Linien ab- geschossenen Flugzeuge des Gegners zählen. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. Nach dem vorliegenden Heeresbericht haben unsere Truppen. nördlich von Verdun beträchtliche neue Fortschritte gemacht. Daß die Franzosen in der Panzerfeste Vaux vorübergehend wieder Fuß fassen konnten, darf uns, die wir die näheren Einzelheiten nicht kennen, keinesfalls in Bestürzung oder Sorge versetzen. Sie haben offenbar alles drangesetzt, um sich rühmen zu können, der deutsche Tagesbericht, der die Erstürmung von Vaux erwähnte, habe vorzeitig gejnbelt. In dem französischen Bericht war der erfolgreiche Angriff unserer Posenschen Regimenter auf die Feste Vaux gänzlich verschwiegen worden. Die Kampfe sind noch nicht beendigt, und es ist noch nicht sicher, ob die französische Kraftauswendung beim Wiederansturm aus Vaux dauernd nützlich oder verschwenderisch war. Jedenfalls hckben wir im übrigen auf der ganzen Nord front von Verdun und auch in der Woevre-Ebene unsere Frontlinien verbessert. Die Vorbedingungen für neue deutsche Angriffe sind gesichert. Der Rabenwald ist gesäubert worden, und unsere Truppen sind bis in die feindlichen Gräben bei Bethincourt eingedrungen. Was das aus sich hat, sagt uns die große Kriegsbeute: beinahe 700 Gefangene, 11 Geschütze! Auch westlich von Douaumont sind strategische Vorteile erzielt worden. Schwerlich werden die Franzosen unter diesen Umständen die Feste Vaux lange behalten können. Es gibt Stimmen, die ihnen schon jetzt nicht nur die Räumung einzelner Nordpositionen von Verdun anraten, sondern die sogar empfehlen, die Maasfestung nicht 511 lange festzuhalten. Solche Kritiker haben sich in Pariser Blättern vernehmen lassen. Die Lage ist ähnlich wie vor dem Fall der Narew- und Weichselfestungen. Auch damals wurden die Verteidiger, nicht zuletzt von englischer Seite, , immer wieder gewarnt, aussichtslosen Widerstand zu lange sortzusetzen Frankreich gegenüber sind die Engländer in ihrer Kritik etwas zurückhaltender. Es wird dem Jnselreiche schwerer und schwerer, die objektive Kaltblütigkeit zu bewahren. Es gibt wohl auch eine innere Spannung .der Geister in Frankreich und England, und man würde in Paris wohl zornig anfbransen, wenn die Verbündeten übe'' dem Kanal dem .General Petain allzusehr ins Hanüwerh pfuschen wollten. Immerhin, was die „Times" dieser Tage über die Lage bei Verdun schrieb, klingt wenig ermutigend für weiteren Widerstand. Wer der militärische Mitarbeiter dieses Blattes, der auch ans die stärksten Festungswerke nicht viel gibt, hat vielleicht recht. Der neutrale Beurteiler im Berner „Bund" kommt aus Grund der neuesten deutschen Fortschritte zu dem Ergebnis, daß die französische Heeresleitung am besten daran täte, eine neue Front hinter Verdun zu bilden: Im Nordwestsektor hat der Angriff die Franzosen aus das Rabenholz zurückgeworfen, das sie nach ihrer Meldung zum Teil wieder genommen haben, im großen ganzen aber handelt cs sich auch hier um einen unaufhaltsamen und nur zeitweilig absetzen- den Angriff, der jetzt mit vorgenommenem Unten Flügel au der Maas auf zehn Kilometer an die Feste hexangekommen ist und erst aus der Linie Charny-Bourrns nachhaltigem Widersta. > begegnen wird, sofern nur besonders in den Ostargonnen in der Gegend von Montfaucon-, Nantittois. W e st l i ch der Maas versuchte der Feind wiederholt im Laufe der Nacht seine Mißerfolge von gestern (damit ist die Eroberung der Maasschleife von Forges gemeint!) wieder gart- zumachen. Zwei Angriffsversuche, 'denen eine intensive Artillerievorbereitung vorausging, ans die Ortschaft Bethincourt wurden durch unser Sperrfeuer aufgehalten, das den Feind verhinderte, aus dem Bois de Eorbeaux-herauszntreten. Die erneuerten. Anstrengungen des Feindes konnten uns aus dem wiedereroberten weiten Geländeraum, den wir verstärken, nicht vertreiben. Oe st-, l i ch der Maas setzte sich der Kampf mit Erbitterirng fort. Gestern gegen Ende des Abends und im Laufe d-er Wadyt richteten die; Deutschen in der Gegend zwischen Douaumont lutb der Ortschaft Vaux mehrere Angriffe mit mächtigen Kräften aut unsere Stellungen. Trotz der Intensität des Artilleriefeuers und der Heftigkeit der Sturmangriffe.konnte der Feind unsere Linien nicht zum Weichen bringen. Er wurde vollkommen zurückgeschlagcn. Einige Teile deutscher Infanterie, welche einen Augenblick in die Ortschaft Vaux emgedrungen waren, wurden daraus sogleich durch einen Gegenangriff mit dem Bajonett verjagt. In der Woevre beiderseitiges Bombardement mit Unterbrechungen ohne Jnsanterie- aktion. In Lothringen gestattete uns ein Handstreich westlich des Pricsterwaldes, etwa 20 Gefangene zu machen. Abends 11 Uhr: In Belgien Tätigkeit unserer Artillerie auf die feindlichen Stellungen südlich von Lombartzyde. In der Champagne bombardierten wir westlich von Navarin, östlich der Butte du Mesnil und in der Gegend von Massiges die Verteidigungsanlagen des Feindes. Westlich der Maas fuhren unsere Truppen fort, im Lause des Tageö Fortschritte zu machen im Bois des Corbeaux, den wir fast'in seiner Gesamtheit besetzt halten. Oöstlich der Maas richteten die Deutschen mehrere Angriffe gegen unsere Front von Douaumont bis Vaux. Ami Ausgange des Dorfes Douaumont brach ihr Angriff in unserem Artillerie-lund Jnfanteriefeuer zusammen. Ihr wütenden Anstürme gegen das Dorf'Vaux wurden ebenfalls mit schweren Verlusten für sie zurückgeschlagen. Schließlich warfen die Deutschen gegen „unsere Schützengräben, welche sich am Fuß der Abhänge des Bergrückens hinziehen, welcher das Fort von Vaux überragt", heftige Angriffe in Massensormation, die durch unser Sperrfeuer mit schweren Verlusten für sie zurückgeworfen wurden. Tie Tätig-, keit der Artillerie westlich ltnb östlich der Maas war auf beidÄ Seiten sehr heftig. In der Woevre Bombardement mit Unterbrechungen. Im Ober-Elsaß 'nahmen wir nach einem Handgrana- tenkampf ein Grabenstück.in der Gegend zwischen den beiden Laraflüssen östlich von Sept. Die Verluste der Franzosen. 27« Millionen! Wien, 9. Marz. (Zf.) Ern Berichterstatter dev „Neuen Freien Presse" meldet ans Amsterdam: Im Palais Bourbon hat Kriegsminister Galliens in einer vertraulichen Sitzung der Armeekommission folgende Angaben über die französischen Verluste bis 1. Mürz 1916 gemacht: . 80 0 0 00 Tote, 140 0 000 Verwundete (worunter 400000 Schwerv erwund cte), 300 000 Vermißte, worunter vor allem Gefangene zu verstehen sind. Die Franzosen verloren also 2500 000 Mjann, während die Engländer bloß 600 000 Mann ani Toten, Verwundeten und Gefangenen eingebüßt haben. Die Mitteilungen des Kriegsministers sollen einen niederschmetternden Eindruck gemacht haben. Das englische Heer. London, Kl. März. (WTB. Nichtamtlich'.) Der Voranschlag für die Armee sieht einen Personalbestand von vier Millionen Mann vor. Churchill. London, 10. März. (WTB.) Ter parlamentarische Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet, daß C h u r ch i l l noch schwankt, ob er nach der Front zurückkehren sott. Gestern hielt er bei einem Frühstück der liberalen Kriegs ko mmission eine Rede, in der er seine Beschuldigungen gegen die Admirali- t ä t wiederholte. Lord Fisher wohnte dem gestrigen Kriegsrate deshalb bei, »veil er ein Gutachten über den Fortgang des Baues von Kriegsschiffen abgeben wollte, nicht, um strategische Fragen zu besprechen. Ei"c Erörterung über die Luftverteidigung im englischen Oberhaus. London, 10._ 2JMrj. (MTB. Nichtamtlich.) Im Obernau s e kam es gestern zu einer Erörterung über die Luftver- teidMMg. Lord Mo nta gu forderte die Regierung auf, ein Amt für den Luftdienst zu errichten, hauptsächlich um die frühere Füh- nmn auf dem OVebiete des Flugwesens an der Front in Frankreich -und Flaiidern wieder $u erlangen. Das Amt würde das Mc-üe- rral zu beschaffen und den Barl von Flugzeugen zu beaufsichtigen habm. Es imähten ihm Vertreter der Admiralität, des Kriegsamts, der Fabrikanten und des Generalstabs angehören. Montagu sprach me un)kcht aus, das; die Zeit nahe sei, wo das Flugwesen nächtiger ^ ecr int *> Marine. Der Redner nannte es einen Skandal, daß noch imrner eine übergroße Zahl von Automobilen für Stabsoffiziere bereitgestellt würde, obwohl der Vorrat an Motoren. für die englischen Flugzeuge nicht ausreiche. Er ver- larrglc die Herstelllmg von kräftigeren Flugzeugen, schwereren Bertei di gnngskanonen und die Erbauung von Luftschiffen. Es sei tragisch gewesen, zu sehen, wie die Projektile, die im September rn London aus einen Zeppelin abgeschossen worden seien, nicht höher flogen, als höchstens 5000 Fuß oder 2000 Fuß niedriger, als der Zeppelin war. Man müsse zur Lust stark genug gerüstet sein, Um die ^udustriebezirke von Deutschland anzugreifen, ebenso wie der tfentb die englischen angreise. Die gebräuchliche amtliche Formel, daß kein militärischer Schaden ungerichtet worden sei, biete wenig Trost. Die Engländer hätten zwar bisher maßlos Glück gel-abt. Man. könne aber nicht aunehmen, daß auch in Zukunft alles so gut ablaalsen loerde. Die Teiltschen vermöchten seht eine Flotte von 20 Zeppelinen Nach England zu senden. — Die „T aily News" nennt Montagu einen einseitigen Enthusiasten für den Luftdrenft und,schreibt, daß selbst 20 Zeppeline nur 30 bis 40 To. Bomben mit sich führen könnten, was zwar eine mrangeneh'me Ladirng sei, aber von geringer Bedeutung im Vergleich damit, was eine einzige Batterie Feldkanonen ausrichten könne. Die Aureinandersetzung mit Amerika. Berlin, 10. März. (WTB.) Der Kaiserliche Botschafter in Washington hat im Aufträge der Kaiserlich Deutschen Regierung dem Staatssekretär der Bereinigten Staaten von Amerika solgcmde Mitteilung gemacht: Die Kaiserliche Regierung legt Wert darauf, die bisherige Entwicklung noch einmal mit aller der Offen he i't zu präzisieren, die den freundschaftlichen Beziehungen der beiden großen Völker und dem ehrlickien Wunsch der Kaiserlichen Regierung, diese vor allen Trübungen zu bewahren, entspricht. Bei Beginn des Krieges hat die Deutsche Regierung sich auf den V-, schlag der Vereinigten Staaten von Amerika sofort bereit erklärt, die Londoner S ee k r i e gs re ch t s e r k l ä r u n g zu ratifizieren. Die deutsche Prisenorduung wurde schon vorher au' Grund der Bestimnnrngen der Londoner Seekricg'srechtserklärung ohne jede Einschränkung erlassen. Dadurch wurde anerkannt, daß dre geltenden Bestimmungen des Völkerrechts, die den legalen Handel der Neutralen auch mit den Kriegfüh.enden und die Freist des Meeres sicherten, deutscherseits in vollem Uwiange berücksichtigt werden sollten. England lehnt es im Gegensatz hierzu ab, die Londoner Seekriegsrechtserklärung zu ratifizieren imb begann nach Ausbruch des Krieges den legalen Handel der neutralen Staaten zu beschränken, um dadurch Deutschland zu treffen ^en sh ste m a t is che n Verschärfungen der Kontrc- bandebcyunnmngen vom 5. Llugust, 20. August, 21. September und 20. Oktober-folgte am 3. Novemsber 1914 ein Erlaß dev britischen Admiralität, daß die ganze Nordsee alsKriegsgcbiet anzusehen sei, rn der die Handelsschiffahrt jeder Art den schwersten Gefahren durch Minen und Kriegsschiffe ausgesetzt sei. Ein Protest der neutralen Staaten hatte keinen Erfolg. Schon von diesen! Zeitpunkt an gab es kaum noch eine Freiheit des neutralen Handels mit Deutschland. Im Februar 1915 sah Deutschland im, gezwungen, Gegenmaßnahmen zu treffen, die das völkerrchts- widrrgc Verfahren der Gegner bekämpfen sollten iind wählte für die Gegenmaßnahmen neue Kriegsmittel, deren Verwendung im Völkerrecht überhaupt noch nicht geregelt war. Es brach damit ttni geltendes Recht, sondern trug niir der Eigenart der n c u c it a 1T des U-Boo tes — Rechnung. Ter Gebrauch der neuen Waffe mutzte die Bewegungsfreiheit der Neutralen ein- sclirankcn und bildete eine Gefahr, der durch eine besondere Wa^- uuna begegnet werden sollte, entsprechend der vorausgegangenen engnschen Warnung vor den Gefahren des Kriegsgebietes der Nordsee. &te Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika trat, da beide kriegführenden Parteien in der deutschen Note vom J7. Februar 1915 und in der englischen Note vom 16. und . r^bruar 1915 den Anspruch erhoben, daß ihr Vorgehen nur eine Vergelttmg der Rechtsbrüche der Gegner sei, au beide kriegführenden Parteien heran, um nochmals zu versuchen, das vor oem Kriege anerkannte Völkerrecht wieder zur Geltung zu bringen. Sie forderte einerseits Deutschland aus, den Gebrauch seiner neuen Waffe den Bcfttmmungen für die alten Kriegsmittel anzupassen, andererseits England, Lebensmittel für die nichtkämpsende Bevölkerung Deutschlands zur Verteilung unter amerikanischer ^trolle Passieren zu lassen. Deutschland erllärte am 1. Mürz 1915 ferne Bereitwilligkeit, während England am 15. März eine Werftanorgung auf Grund der amerikanischen Vorschläge ablehnte England beseitigte sogar durch seine Ordre vom 11. März 1915 den letzten Rest der völkcrrechtsmäßigen Freiheit des neutralen Hmners mit Deutschland und dessen neutralen Nachbarländern; der Zweer war, Reut;chlausm verstorbm ist. Tie Bernmndeten aus dem Vereinslazarett zu Lauterbach gaben ihrem Kameradm das letzte Geleite. Tie Anteilnahme an dem schweren Verluste der Bürgermeisterfamilie ist um so größer, als am gleichen Tage der jüngere Sohn an der Seite seines Bruders, mit dem er dm ganzen Feldzug von Anfang an im gleichm Regiment mitmachte, den Heldentod erlitt. Kreis Friedberg. Q. B a d - N a u h e i m, 11. März. Gestern besuchte der Finanzausschuß der Zweiten Kammer mit dem Präsidenten des Finanzministeriums Dr. B e cf er und verschiedenen Regierungsvertretern unser Bad. Nach längerer Beratung mit dem Vorstand der Großh.Bade- und Kurverwaltung, Baurat v. Böhmer und Bürgermeister Dr. K a y s e r, in der es sich um einige Punkte des Kapitels Bad-Nauhcim im Staatsvoranschlag handelte, besuchten die Herren das Nachmittags-Konzert der Kurkapelle. V. Butzbach, II. März. Ter seit 5 Monaten im hiesigen Lazarett liegende Verwundete Morgen st ern aus Chemnitz ist seiner beiPpern erhaltenen Kopfverletzung erlegen. In der Hospital-- kirche, wo er aufgebahrt war, hielt Pfarrer Loos einen ergreifenden Trauergottesdienst ab. Hieraus wurde die Leiche unter Begleitung von Militär und Kriegerverein nach dem Bahnhof verbracht und nach der Heimat überführt. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 11. März. Gestern vormittag tagte im »Hotel Kaltwasser" eine aus allen Teilen des Kreises gut besuchte Versammlung zur Vorbesprechung für die Werbearbeit zur vierten Kriegsanleihe. Im Mittelpunkt stand ein ausführlicher Vortrag von Landrat Dr- S a r t o r i u s, an den sich eine lebhafte Besprechung anschloß Auf Vorschleg der Bürgermeister ist für jede Gemeinde ein Vertrauensmann gewählt, dem zur Pflicht gemacht wird, sofort eine öffentliche Besprechung abzuhalten und im Anschluß daran die persönliche Arbeit ausiunehmen. Der Erfolg dürfte denn auch für den Kreis Wetzlar der der vierten Kriegsanleihe nicht ansbleiben. Hessen-Nassau. = Frankfurt a. M, 10. März. Auf dem Hctupt- bähnhof kamen gestern zwei Matrosen von der „M öv e" an. Das Publikum bereitete den Helden herzliche Ehrungen. Ein Herr nahm die Wackeren mit in den „Hessischen Hoff' und ließ ihnen hier ein Mahl bereiten. Auch spater in der Stadt waren sie Gegenstand größter Aufmerksamkeiten, so daß sie sich kaum der sie umdrängendeu Menge erwehren konnten. — Während der Abwesenheit der Beamten im Kassenraum der städtischen Gasanstalt in der Solmsstraße wurde ein Einbruch verübt, wobei dem Diebe 7000 Mark bares Geld in die Hände fielen. g. Bebra, 10. März. Auf dem hiesigen Hauptbahnhofe wurde gestern abend der 40jährige verheiratete Eisenbahnschlosser Prall aus Bebra beim lieberschreiten der Geleisanlagen von einem einsahrenden Personenzuge überfahren und getötet.— Der 70jährige Landwirt Rhode aus dem benachbarten Dorfe Beiseförth geriet gestern abend beim Nachhausegehen in der Dunkelheit von dem richtigen Wege ab, stürzte in den infolge der Niederschläge stark angesch'wollencn Mühlgraben und ertrank. (Scri^tsfaal. Betrügerischer Schweinehandel. [J Marburg. 11. März. In einer umfangreichen Verhandlung beschäftigte sich heute das Landgericht mit einer Anklage gegen einen Metzgermeister, einen Handelsmann und einen Metzgergesellen wegen eines eigenartigen Betrugs beim Schiveinelaus. Ter Metzger hatte in einigen Dörfern nu Wohratal Schweina gekauft. Ms er sie akcholte, wurden die Tiere nacheinander ge-, wogen und hierbei machten die Verkäufer die unangenehme Entdeckung, daß sie weniger Geioicht hatten, wie vor vier Wochen. Sie stellten dann fest, daß die drei Angeklagten bei der Wage die Füße unter die Kiste stemmten, wodurch die Gewichtsherab- setzung entstand. Ter dadurch erzielte Preisunterschied betrug in einem Orte allein 215 Mk. Das Gericht verurteilte den Metzgermeister zu 800 Mk., den Händler zu 100 Mk. und den Gesellen zu 60 Mk. Geldsttafe. vermischter. Rieseneburg (Weftpreußen), 10. März. (Priv.-Tel.) Juk Sorgensee brachen vier Mädchen durch die morsche Eisdecke. Die 20- und 13jährigen Geschwister Leschinski und die 9jährige Maertin ertranken. Das Dienstmädchen Kehler wurde von den: Stallschweizer Maertin uitter großer Lebensgefahr gerettet. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 12. März 1916; Unbeständig, stellenweise leichte Niederschläge, etwas wärmer. Letzte Nachrichten. England und die Pariser Konferenzen. i. Köln, 11. März. Laut „Köln. Ztg." verzeichnet die liberalen englischen Blätter mit Geimgtuung die Erklärung des ersten Ministers, daß die Versammlungen, welche die Verbündeten in Paris avhalten werden, um die gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Maßnahmen zu erörtern, lediglich, zu beraten haben und daß die englischen Vertreter keinerlei Versprechungen ab- z u g e b e n haben, wodurch der Regierung oder dem Parlamente die Hände für eine künftige .Handelspolitik gebunden werden. Die Haltung Japans. i. Köln, 11. März. Die „Köln. Ztg." meldet aus Stockholm: Der schwedische Gesairdte in Tokio, Wallenberg, der Bruder dcs schwedischen Ministers des Aeußern, befindet sich zurzeit in Stockholm. Bei dieser Gelegenheit befragte ihn ein Vertreter von „Taengs Nyheter", ob es die Absicht Japans sei, Verstärkungen nach dem europäischen Kriegsschauplatz zu schicken. Eine solche Situation, erklärte Wallenberg, ist vollständig ansgeschlossen. Japans einzige Absicht sei, laut gegebenem Versprechen, Englands Interessen im äußersten Osten zu schützen, weiter nichts. Auch a/s Liebesgabe im Felde begehrtI dm Feldpostbrief portofrei.) *> Bekanntmachung. Betr.: Höchstpreise für Brot und Mehl. Auf verschiedene Anfragen geben wir bekanitt, daß trotz Er* Höhung der Getreidepreise die Mehl- und Brotpreise in dem Kreise Gießen nicht erhöht zu werden brauchen und betragen: für 100 Kilogramm Roagenmehl 33,00 Mk. mit Sack, für 100 Kilogramm Weizenmehl 38,50 Mk. mit Sack, für 100 Kilogramm Auszugsmehl 47,00 Mk. mit Sack: für 4 Pfund Brot auf dem Land 65 Pfennig, für 4 Pfund Brot in der Stadt 68 Pfennig. Gießen, den 10. März 1916. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _ I. V.: Langermann. Betr.: Brotkarten-Nachweisung für vorübergehend anwesend Personen. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir erinnern daran, daß die Brotkarten-Nachweisimg für die Zeit vom 16. Februar 1916 bis zum 15. März 1916 längstens bis zum 16. M ä r z d. I s. an den Kommunalverband, Mehl- verteilungsstelle Gießen, einzusenden ist. Tie entsprechenden Vordrucke sind Ihnen bereits zngegangen. Gießen, den 7. Febrimr 1916. Großherzo gliches Kreis amt Gießen. I. V.: Langermann. Z igLpsttsn direkt von der Fabrik BET sa Sriolnalprsiaen 100 (1 Pf.).0.75 100 (2 Pf.).0.90 100 (2*/*Pf.).1.10 100 (3 Pf.).1.50 100 (37 2 Pf.).2 — 100 (4 Pf.).2.20 100 (5 Pf.).2.50 Zioaretlenfaliriü KÖLN, Ehrenstrasso 34. Eiserne Wende-Piliige v W 4, 5, 7 etc. Eggen Janchepumpen empfiehlt 1912 J. B. Häuser Eisen-u. Maschinenhdlg. J3SST Thüringer fÄX Höfe Postkiste netto ca. 6V 2 Md. Portofrei u. Nachn. Mk. 5 H alter Fiseber, Dampfmolkereien,Käsefabrik Buttstädt Tlnir. 959 1471) Bringe meine vorzügl. Rliem-, Mosel- und Rotweine in empfehlende Erinnerung. Weinstube Seibel. Stranssfedern Reiher, Boas usw. werd. gereinigt, gekraust v. gefärbt. Alte Fed. werd. «aufgearbeit. u. ersetzen wieder neue.Fachmänn. schnelle u. bill. Bedg. FranFJchmann, so«?« Ederstr. 1. Ecke Nord-Änl. r~ - > Giessener Paedagogium Individueller Unterricht in kleinen Klassen Sexta-Oberprima. Arbeitsstunden unter strenger Aufsicht. 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